Kommunikation: Gesagt und verstanden?
Tagesmotto*
Kommunikation
Es gibt viele Beispiele dafür, dass Kommunikation einfach ist. Doch es mindestens ebenso viele Beispiele, die beweisen, dass Kommunikation nicht immer so verläuft, wie wir uns das wünschen. Denn GESAGT ist noch nicht GEHÖRT und GEHÖRT ist noch lange nicht VERSTANDEN.
Überblick
Gedanken zum Tagesmotto
Franz Liszt meinte (nein, ich war nicht dabei, als er das äußerte und verwende das Zitat trotzdem!) „Wenn auch anzunehmen ist, alles sei bereits gesagt. So darf man doch keineswegs folgern, dass auch alles gehört und verstanden ist.“
Konrad Lorenz ging noch ein Stück weiter und behauptete; „Gedacht ist noch nicht gesagt, gesagt ist noch nicht gehört, gehört ist noch nicht verstanden, verstanden ist noch nicht einverstanden, einverstanden ist noch nicht angewendet, und angewendet ist noch nicht beibehalten.“
Verhandlungen, Besprechungen, persönliche Gespräche, Telefonate… Anstatt miteinander zu sprechen, wird heutzutage oft aneinander vorbei gesprochen. Jeder Mensch lebt in einem eigenen Universum, was die Interpretation von Wirklichkeit angeht. Wenn Menschen miteinander kommunizieren, findet das in einem bestimmten Kontext statt und jede Information trifft auf die Biografie des Gesprächspartners. Jeder verfügt über unzählige, in ihrer Mischung einzigartige Erfahrungen, die eine unterschiedliche Bedeutung haben können. Außerdem ist Sprache auch noch ziemlich mehrdeutig und Stimme, Mimik, Gesten und andere Elemente der Körpersprache spielen eine Rolle. Zeitdruck oder Angst, Dinge offen anzusprechen, führen häufig dazu, dass sich Konflikte — unbewusst und unbemerkt — aufschaukeln. Und dann noch mindestens vier Ebenen, auf denen das stattfindet. Da kommt es leicht zu Missverständnissen und Störungen in der Kommunikation. Deswegen muss nicht alles, was gesagt wird, auch so verstanden werden. Und das wird es oft auch nicht. Nicht nur Paul Watzlawick stellte die Frage, wie wirklich die Wirklichkeit ist. Es gibt mindestens so viele Interpretationen, wie es Beteiligte gibt. Bei solch einem Spielraum davon auszugehen, dass ohne geeignete Maßnahmen eine Übereinstimmung von abgesandter und empfangener Botschaft sichergestellt ist, bestraft das Leben. Doch wie können solche Missverständnisse reduziert werden?
Missverständnisse reduzieren
Sowohl Sender als auch Empfänger sind hier gefordert. Wir können als Sender beispielsweise beim Empfänger nachhaken, ob er eine Nachricht auch so verstanden hat, wie sie gemeint war. Empfänger haben eine Menge zu tun, um gute Zuhörer zu sein, möglichst alle Informationen (verbal und nonverbal) aufzunehmen und zu deuten. Dies gilt es, als Sender den Empfängern möglichst einfach zu machen. Also möglichst kongruent aufzutreten´und klar zu kommunizieren.
Als Empfänger können wir nachfragen; „Wenn ich Sie richtig verstehe, dann…“ So zeigen wir, dass wir aktiv im Gespräch und interessiert an der Sache sind. Das Gehörte kann dann nochmals wiedergegeben werden (paraphrasiert), um Störungen zu erkennen und zu klären.
Je besser die Beziehung, desto bereitwilliger und wohlwollender findet der Abgleich statt. Rapport dient der geschmeidigen Kommunikation und Klärung.
*Anmerkungen
Das Tagesmotto wähle ich meist, weil mich etwas daran anspricht. Es lacht mich an oder reizt mich. Es fühlt sich so an, als könnte es etwas bewegen und dem will ich auf den Grund gehen. So widme ich jedem Tag ein Motto und lasse mich überraschen, was es mit mir macht.
Mitunter klärt sich der Grund für die Wahl erst später. Deswegen sind die Gedanken zum Tagesmotto überwiegend auch keine Artikel, sondern Assoziationen. Es sind in Worte verwandelte Gedanken. Sie sind spontan und außerdem veröffentliche ich sie häufig, während ich unterwegs bin. Sie neigen deswegen dazu, in Fragmenten zu erscheinen. Fühl dich eingeladen, Ihre Assoziationen hinzuzufügen, um deine persönlichen Perspektiven zu bereichern – das Bild abzurunden.
Die folgenden Fragen helfen dabei, vom Tagesmotto ganz persönlich zu profitieren:
- Was löst das Zitat bei dir aus?
- Unter welchen Umständen stimmst du der Aussage zu und wann nicht?
- Was hat die Aussage in deinem Leben für eine Bedeutung?
- Wie kann das Tagesmotto dein Leben bereichern?
- In welchem Zusammenhang könnte die Aussage nützlich sein?
- Wo willst du dich wie daran erinnern?
Ergänzende Artikel
- Professionelles Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen
- 18 Kommunikationstipps, damit Missverständnisse die Ausnahme sind
- Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen in Berlin
- Ebenen der Kommunikation: Modell der vier Seiten. Was bringt es?
- Selbstwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung: Wie wirkst du wirklich?
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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2016
Überarbeitung: 19. Oktober 2020
Englische Version:
AN: #232
K: CNB
Ü:









Einer meiner Vorgesetzten versteht immer alles negativ, egal was ich sage. Was mache ich mit solchen Menschen?
Beispielsweise herausfinden was die Absicht ist.
Handelt es sich um einen Narzissten oder …?
Wie lassen sich Missverständnisse reduzieren?
Wie wäre es hier zu beginnen?
https://www.karstennoack.de/kommunikation-missverstaendnisse-tipps-coaching/