Was ansammeln, was loslassen?

Tagesmotto mit Fragen für eigene Antworten

Abhängkeiten

Alles was Ihr besitzt, besitzt Euch irgendwann.

Brad Pitt in Fight Club

Was ansammeln, was loslassen?

 

Weit verbreitet: Geld verdienen und schöne Dinge besitzen. Das soll Zufriedenheit mit sich bringen und die Wirtschaft ankurbeln. Eigentum hat schließlich einen hohen Stellenwert in materialistischen Gesellschaften. Es hat wohl auch etwas mit Status zu tun: Mein Haus, mein Auto, meine Yacht, meine Familie,… Wenn ich mir die Fotos bei Instagram und Co betrachte, finde ich das schnell wieder. Die Welt scheint weitgehend aus erfolgreichen und wohlhabenden Menschen zu bestehen, die nicht mehr arbeiten müssen, sondern sich meist an exotischen Orten aufhalten und Vergnügungen widmen.

Oder so: Andere Menschen meinen es wäre gerade der Verzicht, der Freiheit und Zufriedenheit ermöglicht. Besitz macht abhängig und belastet. Hoch lebe der Postmaterialismus. Wer so einen Vertreter zu sich einlädt, darf sich dann mitunter für seinen Besitz sogar entschuldigen. „Wie, du hast noch einen Fernseher?“, „Du hast noch ein Auto?“,…

 

 

 

Wer hat Recht?

 

Ist Minimalismus die Antwort auf alle Fragen? Für mich sind die Fragen zu den Vor- und Nachteilen des Ansammels oder Loslassens eher Denkanregungen, als Ja-Nein-Frage, so wie meistens beim Tagesmotto. Zur Anregung folgen einige spontane Stichworte.

 

Die ersten Gedanken, die mir frei flottierend in den Sinn kommen:

  • Sammeln kann glücklich machen. Menschen als Jäger und Sammler.
  • Loslassen fühlt sich befreiend an.
  • Mein in der Garage einstaubendes Auto empfinde ich als Belastung. Es kostet nicht nur einige Tausend Euro Unterhalt im Jahr, sondern auch noch Zeit für die Minimalpflege. Die meisten Kilometer gehen auf das Konto für TÜV, Servicetermine und so weiter.
  • Die Büchersammlung gibt mir ein gutes Gefühl. 
  • Dinge aus der Vergangenheit wirken wie Anker, im Guten, wie im Schlechten.
  • Volle Schränke erschweren mir den Überblick und ich verwende vor allem, was vorne liegt. 
  • Ich genieße Leere und Raum an sich.
  • Aufräumen schafft Raum für Neues.
  • Aufheben hilft mir nur, wenn ich es bei Bedarf auch finde.
  • Es hilft Prioritäten zu setzen.
  • Qualität vor Quantität.
  • Menschen vor materiellem Besitz.
  • Herausfinden was mir wirklich wichtig ist und was nicht.
  • Besitz verpflichtet.
  • Frühzeitig Nein sagen.
  • Gesamtkonzepte lohnen sich.
  • Entrümpeltage machen Spaß.
  • Manches gibt es in dieser Qualität heutzutage nicht mehr.
  • Frühjahrsputz geht auch während anderer Jahreszeiten.
  • Staubfänger machen Arbeit und allergisch.
  • Was erst im Keller gelandet ist, bleibt da vermutlich auch.

 

 

 

Begleiterscheinungen des Loslassens

 

a. Unangenehme Gefühle beim Loslassen

 

  • Verlustängste
  • Schuldgefühle
  • Unangenehme Erinnerungen.
  • Abschied von tatsächlichen und vermeintlichen Errungenschaften. 
  • Müdigkeit und ein belastendes Gefühl.
  • Konfrontation mit verdrängten Sehnsüchten.
  • Schwere Entscheidungen, die lange aufgeschoben wurden.
  • Gedankenkarussell
  • Existenzängste
  • Überforderung und Mutlosigkeit

 

 

b. Angenehme Gefühle beim Loslassen

 

  • Energie wird freigesetzt
  • Gefühl der Befreiung
  • Erleichterung.
  • Stolz
  • Zufriedenheit
  • Selbstbewusstsein
  • Zuversicht
  • Übersicht
  • Aufbruchsstimmung
  • Wohlbefinden

P.S.

 

Haben Sie weiter Gedanken zum Thema Aufheben, Loslassen, Minimalismus etc.? Welcher Besitz bereichert Sie tatsächlich und welcher ist eher Belastung?

6 Kommentare

  1. Einen Aspekt vergisst der Artikel: Sorgfältig mit Ressourcen umgehen!

    Antworten
  2. Ist es nicht vor allen die Angst es wieder zu verlieren, die Besitz so belastend macht?

    Antworten
    • Das spielt oft auch eine belastende Rolle. Was krampfhaft festgehalten wird geht leicht kaputt.

      Antworten
  3. Oft steckt soviel Mühe und Gefühl in den Dingen. Es fühlt sich dann schlecht an das wegzugeben. Es zu behalten erinnert aber auch an den Ballast der damit verbunden ist.

    Antworten
    • Im Guten, wie im Schlechten sind Gefühle und Energien gespeichert.

      Antworten

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