Eine Mehrheit macht noch keine Wahrheit
Tagesmotto*
Massenmeinung
Einige preisen die angebliche Schwarmintelligenz. Die Realität lässt mich davon eher Abstand nehmen. Doch wir leben nicht auf einer einsamen Insel, sondern in einer Welt die enger wird.
Überblick
- Eine Mehrheit macht noch keine Wahrheit
- Senkung der Hemmschwelle
- Augenreiben
- Einfluss und Konsequenzen
- P.S.
- Kommentar
- Ergänzende Artikel
Eine Mehrheit macht noch keine Wahrheit
Die sozialen Medien werden gerne als anonyme Plattform für bedenkliche Meinungen genutzt. Ein wesentlicher Grund ist die Anonymität. Unter anderen Umständen gäbe es eine höhere Hemmschwelle sich so zu verhalten.
Senkung der Hemmschwelle
Als Individuen wollen sich die wenigsten Menschen mit extremen Meinungen outen. Allerdings ändert sich das, sobald Filterblase und Echokammereffekt den Eindruck vermitteln Teil einer Bewegung zu sein. Dann brechen die Dämme und es wird skurril. Der kategorische Imperativ hat dann keine Chance mehr berücksichtigt zu werden.
Augenreiben
Menschen mit klaren Werten und der Bereitschaft selbst zu denken und dabei die Konsequenzen zu berücksichtigen, reiben sich dann nur noch die Augen. „Unterschätze nie die Macht dummer Leute, die einer Meinung sind.“ wird als Zitat Kurt Tucholsky zugesprochen, ohne das ich eine Quelle finden konnte. Macht es das schon zu Fake-News? So oder so; verwundertes Kopfschütteln genügt nicht, wenn wir auf diesem Planeten miteinander auskommen wollen.
Einfluss und Konsequenzen
Wer sich eine eigene Meinung über eine Sache bildet, wird sehr dadurch beeinflusst, was die wahrgenommene Mehrheit denkt. Hier ist jeder Einzelne von uns gefordert. Zum einen gilt es Aussagen zu überprüfen und sich eine fundierte Meinung zu bilden. Zum anderen gilt es eine klare Position zu vertreten, die Berücksichtigung findet. Nicht unbedingte leicht und bequem, doch so erforderlich!
*Anmerkungen
Das Tagesmotto wähle ich meist, weil mich etwas daran anspricht. Es lacht mich an oder reizt mich. Es fühlt sich so an, als könnte es etwas bewegen und dem will ich auf den Grund gehen. So widme ich jedem Tag ein Motto und lasse mich überraschen, was es mit mir macht.
Mitunter klärt sich der Grund für die Wahl erst später. Deswegen sind die Gedanken zum Tagesmotto überwiegend auch keine Artikel, sondern Assoziationen. Es sind in Worte verwandelte Gedanken. Sie sind spontan und außerdem veröffentliche ich sie häufig, während ich unterwegs bin. Sie neigen deswegen dazu, in Fragmenten zu erscheinen. Fühl dich eingeladen, Ihre Assoziationen hinzuzufügen, um deine persönlichen Perspektiven zu bereichern – das Bild abzurunden.
Die folgenden Fragen helfen dabei, vom Tagesmotto ganz persönlich zu profitieren:
- Was löst das Zitat bei dir aus?
- Unter welchen Umständen stimmst du der Aussage zu und wann nicht?
- Was hat die Aussage in deinem Leben für eine Bedeutung?
- Wie kann das Tagesmotto dein Leben bereichern?
- In welchem Zusammenhang könnte die Aussage nützlich sein?
- Wo willst du dich wie daran erinnern?
Ergänzende Artikel
- Werte: Was wirklich zählt und unsere Entscheidungen bestimmt
- Meinungsbildung braucht verlässliche Informationen
- Rhetorik und die Mechanismen der Meinungsbildung bzw. Meinungsbeeinflussung
- Miteinander reden: Anspruch und Realität
- Meinungsfreiheit ist (k)eine Selbstverständlichkeit
- Wir brauchen mehr Debatten in Deutschland. Deutschlands Diskussionskultur ist zu müde.
- Verantwortung: Was, wenn der eigene Beitrag die Welt nicht besser macht?
- Reden ist Macht, Einfluss braucht Verantwortungsbereitschaft
- 23 Tipps für konstruktives Streiten. Wenn Streit, dann richtig!
- Hast du ein Tagesmotto? Wer dem Tag ein Motto gibt, lebt aufmerksamer
- Tagesmotto
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2004
Überarbeitung: 3. März 2021
AN: #358
Mir macht das Angst!
Wie soll das nur weitergehen?
Gute Frage, dafür brauchen wir dringend Antworten.