Interviews souverän geben: Vorbereitung, Kernbotschaften und kritische Fragen

Wie bereitest du dich auf Medieninterviews vor?
Interviews

Interviews souverän geben: Vorbereitung, Kernbotschaften und kritische Fragen

 

Ein Interview ist kein normales Gespräch.

Auch dann nicht, wenn es sich zunächst so anfühlt.

Es gibt:

  • eine journalistische oder kommunikative Absicht
  • eine Zielgruppe
  • eine Auswahl von Fragen
  • eine spätere Auswahl von Antworten

Das verändert die Situation.

Du sprichst nicht nur mit der Person, die dir gegenübersitzt.

Du sprichst zugleich:

mit dem späteren Publikum.

Genau deshalb lohnt sich Vorbereitung.

 

 

 

Was ist ein Interview?

 

Ein Interview ist grundsätzlich eine Form strukturierter Befragung.

Eine Person stellt Fragen.

Die andere antwortet.

Je nach Kontext kann das Ziel sein:

  • Informationen zu gewinnen
  • Positionen sichtbar zu machen
  • Erfahrungen zu schildern
  • eine Person vorzustellen
  • Verantwortung zu klären

Das klingt einfach.

In der Praxis kann ein Interview jedoch sehr anspruchsvoll werden.

Besonders dann, wenn:

  • das Thema kontrovers ist
  • viel auf dem Spiel steht
  • kritische Fragen erwartet werden
  • Aussagen öffentlich verbreitet werden

 

 

 

Interview ist nicht gleich Interview

 

Für die Vorbereitung ist wichtig:

Welches Format erwartet dich?

 

Print- oder Onlineinterview

Antworten werden häufig:

  • gekürzt
  • redigiert
  • in einen größeren Text eingebettet

Das kann bedeuten, dass einzelne Formulierungen stärker aus ihrem ursprünglichen Gesprächskontext herausgelöst werden.

 

Radiointerview

Hier zählt besonders:

  • Stimme
  • Klarheit
  • Rhythmus
  • prägnante Antworten
  •  

Fernsehinterview

Hier kommen zusätzlich hinzu:

  • Kamera
  • Bildgestaltung
  • Körpersprache
  • Umgebung
  •  

Liveinterview

Es gibt kaum Möglichkeit zur nachträglichen Korrektur.

 

Aufgezeichnetes Interview

Hier kann später ausgewählt und geschnitten werden.

Das kann angenehm sein.

Es bedeutet gleichzeitig:

Du kontrollierst nicht vollständig, welche Passage verwendet wird.

 

 

 

Ein Interview hat mindestens drei Beteiligte

 

Oberflächlich gibt es:

  • Interviewer
  • Interviewpartner

Kommunikativ gibt es jedoch noch eine dritte Instanz:

das Publikum.

Und häufig ist genau dieses Publikum:

die wichtigste Zielgruppe deiner Antworten.

Deshalb solltest du während des Interviews nicht nur denken:

„Wie beantworte ich diese Frage?“

Sondern ebenso:

„Was muss die Zielgruppe aus meiner Antwort verstehen?“

 

 

 

Journalisten haben einen anderen Auftrag als du

 

Das klingt selbstverständlich.

Wird in Interviews jedoch häufig vergessen.

Ein Journalist ist nicht dafür zuständig:

deine Botschaft möglichst vorteilhaft zu präsentieren.

Der journalistische Auftrag kann vielmehr darin bestehen:

  • nachzufragen
  • Widersprüche sichtbar zu machen
  • Behauptungen zu prüfen
  • Interessen des Publikums zu vertreten

Das ist keine Unfairness.

Es gehört:

zum Format.

 

 

 

Ein kritisches Interview ist kein feindliches Interview

 

Eine unangenehme Frage kann berechtigt sein.

Eine Nachfrage kann notwendig sein.

Widerspruch ist nicht automatisch:

ein Angriff.

Diese Unterscheidung hilft.

Denn wer jede kritische Frage als Angriff interpretiert, reagiert schnell:

  • defensiv
  • gereizt
  • ausweichend

Und erzeugt dadurch möglicherweise erst:

das kommunikative Problem.

 

 

 

Vorbereitung beginnt mit dem Anlass

 

Frag zuerst:

  • Warum findet dieses Interview statt?
  • Warum werde ich gefragt?
  • Warum gerade jetzt?
  • Was ist der aktuelle Anlass?

Ein Interview zu einem neuen Produkt braucht andere Vorbereitung als:

ein Interview nach einem Zwischenfall.

Der Kontext entscheidet über:

  • Ton
  • Fragen
  • Risiken
  • Erwartungen

 

 

Kenne das Medium

 

Vor einem wichtigen Interview lohnt sich Recherche.

Zum Beispiel:

  • Wer führt das Interview?
  • Für welches Medium?
  • Für welche Zielgruppe?
  • Wie lang ist das Format?
  • Live oder aufgezeichnet?
  • Welche Themen wurden dort zuletzt behandelt?

Das bedeutet nicht:

jede einzelne Frage vorab kontrollieren zu wollen.

Es bedeutet:

den Rahmen zu verstehen.

 

 

 

Kläre deine Rolle

 

Sprichst du als:

  • Unternehmer
  • Führungskraft
  • Experte
  • Verbandssprecher
  • Projektverantwortlicher

Diese Rolle beeinflusst:

was du sinnvollerweise sagen kannst und wofür du verantwortlich bist.

Gerade bei Interviews mit hoher Tragweite sollte das vorher klar sein.

 

 

 

Was willst du nach dem Interview gesagt haben?

 

Eine der wichtigsten Vorbereitungsfragen lautet:

„Wenn nur drei Gedanken aus dem Interview hängen bleiben – welche sollen es sein?“

Das sind deine:

Kernbotschaften.

Sie helfen, auch bei vielen Fragen den roten Faden zu behalten.

 

 

 

Eine Kernbotschaft ist kein Werbeslogan

 

Sie sollte:

  • klar
  • verständlich
  • inhaltlich belastbar

sein.

Zum Beispiel:

„Wir haben den Fehler identifiziert, die betroffenen Kunden informiert und ändern jetzt den Prozess an drei Stellen.“

Das ist stärker als:

„Kundenzufriedenheit hat für uns höchste Priorität.“

Denn die erste Aussage zeigt:

konkretes Handeln.

 

 

 

Bereite Belege für deine Botschaften vor

 

Eine Botschaft wird stärker durch:

  • Zahlen
  • Beispiele
  • nachvollziehbare Fakten

Frag deshalb:

„Was belegt meine Aussage?“

Und ebenso:

„Welche Einschränkung muss ich nennen?“

Gerade bei kritischen Interviews ist:

kalibrierte Genauigkeit

stärker als große Behauptungen.

 

 

 

Überlege dir die schwierigsten Fragen

 

Frag vor dem Interview:

„Welche Frage möchte ich am wenigsten hören?“

Dann bereite genau diese vor.

Zum Beispiel:

  • frühere Widersprüche
  • Fehler
  • Interessenkonflikte
  • schlechte Zahlen
  • unklare Verantwortlichkeiten

Je unangenehmer eine Frage ist, desto wichtiger kann es sein:

sie vorher laut beantwortet zu haben.

 

 

 

Antworte auf die Frage

 

Das klingt banal.

Ist es nicht.

Viele Menschen bereiten Kernbotschaften so intensiv vor, dass sie anschließend:

nur noch diese Kernbotschaften abspulen.

Dann entsteht der Eindruck:

Die Frage wird umgangen.

Deshalb gilt:

Erst antworten. Dann einordnen.

 

 

 

Bridging kann hilfreich sein

 

Die Brückentechnik wird im Medientraining häufig genutzt.

Sie verbindet:

eine Antwort

mit:

einem relevanten eigenen Punkt.

Zum Beispiel:

„Ja, die Kosten sind gestiegen. Entscheidend ist allerdings, wodurch. Zwei Drittel der Steigerung stammen aus …“

Die Brücke funktioniert dann gut, wenn:

die Frage vorher tatsächlich beantwortet wurde.

→ Bridging: Die Brückentechnik bei kritischen Interviewfragen

 

 

 

Bridging darf kein Fluchtweg sein

 

Wenn jemand fragt:

„Wussten Sie davon?“

und die Antwort lautet:

„Was viel wichtiger ist: Wir blicken jetzt nach vorn.“

wirkt das schnell:

ausweichend.

Gerade bei ernsten Themen kann das Vertrauen beschädigen.

Deshalb:

Brücke statt Nebelwand.

 

 

 

Auch ein klares Nein ist eine Antwort

 

Vielleicht weißt du etwas nicht.

Vielleicht kannst du etwas aus rechtlichen oder vertraulichen Gründen nicht beantworten.

Dann ist eine klare Begrenzung oft besser als:

sprachliches Herumlavieren.

Zum Beispiel:

„Dazu liegen mir derzeit keine belastbaren Informationen vor.“

Oder:

„Zu laufenden Vertragsgesprächen kann ich keine Details nennen.“

Das ist nachvollziehbarer als eine scheinbare Antwort ohne Inhalt.

 

 

 

„Kein Kommentar“ ist eine Entscheidung mit Wirkung

 

Die Formulierung:

„Kein Kommentar.“

kann sinnvoll sein.

Sie kann gleichzeitig:

  • abweisend
  • defensiv
  • verdächtig

wirken.

Deshalb lohnt sich zu überlegen:

Kann ich erklären, warum ich etwas nicht beantworten kann?

→ Bei einem Interview einen Kommentar ablehnen?

 

 

 

Lügen ist keine brauchbare Interviewstrategie

 

Das sollte selbstverständlich sein.

Trotzdem geraten Menschen unter Druck in Versuchung:

eine unangenehme Realität schöner darzustellen.

Das kann kurzfristig Entlastung bringen.

Langfristig kann es:

  • Glaubwürdigkeit beschädigen
  • Folgefragen verschärfen
  • rechtliche Probleme erzeugen

Die stärkere Strategie lautet:

bei überprüfbaren Fakten bleiben und Unsicherheit transparent benennen.

 

 

 

Körpersprache beweist keine Lüge

 

Auch hier lohnt sich eine Korrektur vieler älterer Medienratgeber.

Nervosität, Blickverhalten oder Gestik erlauben keinen zuverlässigen Schluss:

„Diese Person lügt.“

Menschen können aus vielen Gründen:

  • nervös
  • angespannt
  • ausweichend

wirken.

Deshalb sollte die Beurteilung von Aussagen auf:

Fakten, Konsistenz und überprüfbaren Informationen

beruhen.

 

 

 

Sprich in vollständigen Gedanken

 

Gerade bei aufgezeichneten Interviews können Antworten später gekürzt werden.

Hilfreich sind deshalb Sätze, die:

  • einen klaren Gedanken enthalten
  • wenig unnötige Vorrede brauchen
  • auch gekürzt noch verständlich bleiben

Das bedeutet nicht:

nur in Soundbites zu reden.

Es bedeutet:

klar zu formulieren.

 

 

 

Komplexität darf komplex bleiben

 

Ein Interview zwingt nicht dazu, jede Antwort auf einen Slogan zu reduzieren.

Manchmal lautet die ehrliche Antwort:

„Das hängt von drei Faktoren ab.“

Dann nenne:

diese drei Faktoren.

Verständlichkeit bedeutet nicht:

unzulässige Vereinfachung.

 

 

 

Sprich für das Publikum verständlich

 

Fachsprache kann sinnvoll sein.

Nur sollte die Zielgruppe verstehen:

was du meinst.

Ein guter Test lautet:

„Würde jemand außerhalb meines Fachgebiets diesen Satz verstehen?“

Wenn nicht, braucht es:

eine Übersetzung.

 

 

 

Zahlen brauchen Kontext

 

„15 Prozent“ allein sagt wenig.

Interessanter kann sein:

„Das betrifft ungefähr jeden siebten Fall.“

Oder:

„Das entspricht rund 4,2 Millionen Euro.“

Welche Einordnung sinnvoll ist, hängt vom Thema und Publikum ab.

 

 

 

Vorsicht bei hypothetischen Fragen

 

Fragen beginnen gern mit:

„Was wäre, wenn …?“

Das kann legitim sein.

Es kann jedoch bedeuten, dass du zu einer Situation Stellung nehmen sollst, für die:

wichtige Fakten fehlen.

Dann darfst du sagen:

„Das hängt von Umständen ab, die wir derzeit nicht kennen.“

Und anschließend erklären:

welche Faktoren entscheidend wären.

 

 

 

Vorsicht bei falschen Voraussetzungen

 

Eine Frage kann bereits eine Behauptung enthalten.

Zum Beispiel:

„Warum haben Sie die Warnungen Ihrer Mitarbeiter ignoriert?“

Wenn du die Prämisse einfach übernimmst, bestätigst du möglicherweise etwas:

das so nicht stimmt.

Dann korrigiere zuerst:

„Die Annahme in der Frage stimmt so nicht. Es gab zwei Hinweise, und beide wurden geprüft.“

Danach kannst du weiter antworten.

 

 

Vorsicht bei der Columbo-Technik

 

Manche kritischen Fragen kommen nicht aggressiv daher.

Sie erscheinen:

freundlich und beiläufig.

Zum Beispiel kurz nach dem vermeintlichen Ende:

„Eine Sache noch …“

Die ruhige Form sagt nichts darüber aus:

wie relevant die Frage ist.

Deshalb sollte deine Aufmerksamkeit nicht nachlassen, nur weil der Ton entspannter wird.

→ Columbo-Technik in Interviews

 

 

 

Wann ist ein Interview beendet?

 

Ein wichtiger Punkt der bisherigen Seite sollte unbedingt erhalten bleiben.

Ein Interview ist nicht unbedingt beendet, nur weil:

die formelle letzte Frage gestellt wurde.

Vielleicht läuft:

  • das Mikrofon noch
  • die Kamera noch
  • das Gespräch informell weiter

Deshalb gilt:

Bleib professionell, bis wirklich klar ist, dass die Interviewsituation beendet ist.

 

 

 

„Off the record“ braucht klare Regeln

 

Verlass dich nicht auf:

unausgesprochene Annahmen.

Wenn Informationen:

  • vertraulich
  • nicht zitierfähig
  • nur zum Hintergrund

sein sollen, muss das:

vorher eindeutig vereinbart werden.

Welche Regeln gelten, hängt auch vom journalistischen und rechtlichen Kontext ab.

Wenn die Information wirklich nicht veröffentlicht werden darf, ist die sicherste Variante häufig:

sie gar nicht erst zu äußern.

 

 

 

Gesagt ist gesagt

 

Diese alte Überschrift der Seite bleibt richtig.

Gerade im Interview gilt:

Ein spontaner Satz kann lange weiterleben.

Vielleicht:

  • als Überschrift
  • als Videoclip
  • als Social-Media-Ausschnitt
  • als Zitat

Das soll nicht zu verkrampfter Kommunikation führen.

Es bedeutet:

Verantwortung für die eigene Aussage zu übernehmen.

 

 

 

Zitierfähig sprechen

 

Ein hilfreicher Gedanke lautet:

Kann dieser Satz auch allein stehen, ohne völlig anders zu wirken?

Gerade bei medialen Auftritten ist das wichtig.

Vermeide deshalb möglichst Formulierungen, deren eigentliche Bedeutung erst:

fünf Sätze später korrigiert wird.

 

 

 

Wenn eine Aussage falsch verstanden werden könnte

 

Dann korrigiere möglichst:

sofort.

Zum Beispiel:

„Ich möchte das präzisieren: Ich meine damit nicht X. Mein Punkt ist Y.“

Das ist stärker, als später zu hoffen:

die missverständliche Passage werde schon nicht verwendet.

 

 

 

Interviewfragen dürfen wiederholt werden

 

Wenn du eine Frage akustisch oder inhaltlich nicht verstanden hast, frag nach.

Zum Beispiel:

„Können Sie die Frage bitte noch einmal formulieren?“

Oder:

„Beziehen Sie sich auf den Zeitraum vor oder nach der Entscheidung?“

Eine präzise Nachfrage ist besser als:

eine Antwort auf die falsche Frage.

 

 

 

Pause vor der Antwort ist erlaubt

 

Du musst nicht in Millisekunden reagieren.

Eine kurze Pause hilft:

  • die Frage zu verstehen
  • die Kernbotschaft zu sortieren
  • unnötige spontane Formulierungen zu vermeiden

Eine ruhige Pause wirkt häufig souveräner als:

eine hektische Sofortantwort.

 

 

 

Lampenfieber vor Interviews ist normal

 

Medienauftritte können stark aktivieren.

Besonders wenn:

  • das Format neu ist
  • viele Menschen zuschauen
  • kritische Fragen erwartet werden
  • viel auf dem Spiel steht

Das bedeutet nicht:

Du bist ungeeignet für Interviews.

Vorbereitung und realistische Probeläufe können helfen, mit dieser Aktivierung besser umzugehen.

 

 

 

Training sollte realistisch sein

 

Ein guter Probelauf besteht nicht nur aus:

freundlichen Standardfragen.

Er sollte auch enthalten:

  • kritische Nachfragen
  • Unterbrechungen
  • unerwartete Fragen
  • emotionale Themen

Danach lässt sich prüfen:

  • Was war klar?
  • Wo wurde ausgewichen?
  • Welche Antwort war zu lang?
  • Wo fehlte ein Beleg?
  • Wie wirkte die Körpersprache?

 

 

 

Video verändert die Wahrnehmung

 

Bei Fernseh- und Videointerviews kommt zur Sprache:

das Bild.

Dadurch werden unter anderem relevant:

  • Blickrichtung
  • Haltung
  • Gestik
  • Kleidung
  • Bildhintergrund

Das bedeutet nicht:

eine Rolle spielen zu müssen.

Es bedeutet:

visuelle Faktoren bewusst mitzudenken.

 

 

 

Körpersprache ist Kontext, kein Geheimcode

 

Ein einzelnes Signal verrät nicht:

was jemand denkt.

Verschränkte Arme bedeuten nicht automatisch Ablehnung.

Wenig Blickkontakt bedeutet nicht automatisch Unsicherheit.

Für die eigene Wirkung ist trotzdem sinnvoll:

ruhig, präsent und zur Botschaft passend aufzutreten.

 

 

 

Radio braucht andere Vorbereitung als Fernsehen

 

Ohne Bild übernimmt die Stimme mehr.

Dann werden besonders wichtig:

  • Aussprache
  • Tempo
  • Modulation
  • sprachliche Bilder

Außerdem kann das Publikum:

keine Folien oder Gesten sehen.

Alles Wesentliche muss sprachlich verständlich werden.

→ Tipps für Radio- und Fernsehinterviews

 

 

 

Ein Interview ist keine Werbeveranstaltung

 

Auch wenn du das Interview als Chance für Sichtbarkeit nutzt:

das Publikum erwartet relevante Antworten.

Wenn jede Frage sofort zur eigenen Dienstleistung oder zum Produkt zurückgeführt wird, wirkt das schnell:

werblich.

Stärker ist:

erst echten Informationswert liefern.

 

 

 

Glaubwürdigkeit entsteht durch Substanz

 

Eine überzeugende Antwort braucht nicht maximal viel Selbstsicherheit.

Sie braucht:

  • Inhalt
  • Präzision
  • Verantwortung
  • Angemessenheit

Auch ein Satz wie:

„Das wissen wir derzeit noch nicht.“

kann sehr glaubwürdig sein.

 

 

 

Kriseninterviews brauchen andere Vorbereitung

 

Bei Krisen verändert sich der Schwerpunkt.

Dann wollen Menschen häufig wissen:

  • Was ist passiert?
  • Wer ist betroffen?
  • Was wird jetzt getan?
  • Wer trägt Verantwortung?
  • Was geschieht als Nächstes?

Ausweichende Imagebotschaften helfen dann wenig.

Es braucht:

Fakten, Empathie und Handlung.

 

 

 

Keine Spekulationen in Krisensituationen

 

Wenn Fakten fehlen, ist es riskant:

Lücken spontan zu füllen.

Stärker ist:

„Das können wir derzeit noch nicht bestätigen. Wir prüfen es und informieren, sobald belastbare Informationen vorliegen.“

Dann muss diese Information allerdings auch:

nachgeliefert werden.

 

 

 

Interviews bei kontroversen Themen

 

Hier lohnt sich besondere Vorbereitung auf:

  • Gegenargumente
  • kritische Zahlen
  • frühere Aussagen
  • mögliche Missverständnisse

Die entscheidende Frage lautet:

„Welche Stelle meiner Position würde ein gut vorbereiteter Kritiker zuerst angreifen?“

Genau diese Stelle solltest du kennen.

 

 

 

Was Interviewtraining leisten kann

 

Interviewtraining kann helfen bei:

  • Kernbotschaften
  • Frage-Antwort-Struktur
  • kritischen Nachfragen
  • Bridging
  • präziser Sprache
  • Körpersprache und Stimme
  • Umgang mit Lampenfieber
  • realistischen Probeläufen

Das Ziel ist nicht:

jede Frage kontrollieren zu können.

Das Ziel ist:

auch bei unerwarteten Fragen klar und handlungsfähig zu bleiben.

 

 

 

Checkliste vor einem wichtigen Interview

 

  1. Was ist der Anlass?
  2. Wer führt das Interview?
  3. Welches Medium veröffentlicht es?
  4. Wer ist das Publikum?
  5. Live oder aufgezeichnet?
  6. Welche Rolle habe ich?
  7. Was sind meine drei Kernbotschaften?
  8. Welche Fakten belegen sie?
  9. Welche Einschränkungen muss ich nennen?
  10. Welche kritische Frage erwarte ich?
  11. Welche Frage möchte ich am wenigsten hören?
  12. Was darf ich nicht beantworten?
  13. Wie erkläre ich diese Grenze?
  14. Welche Aussagen könnten später isoliert zitiert werden?
  15. Wie lautet mein klarster Abschlusssatz?

 

 

 

 

Während des Interviews

 

  • Höre die Frage vollständig an.
  • Antworte zuerst auf die Frage.
  • Halte Antworten so lang wie nötig und so kurz wie möglich.
  • Bleib bei überprüfbaren Fakten.
  • Trenne Wissen und Vermutung.
  • Korrigiere falsche Voraussetzungen.
  • Nutze Bridging nur nach einer echten Antwort.
  • Bleib professionell bis zum eindeutigen Ende.

 

 

 

Nach dem Interview

 

Nach einem wichtigen Auftritt lohnt sich eine kurze Auswertung.

Frag:

  • Welche Antworten waren besonders klar?
  • Wo wurde ich unnötig lang?
  • Welche Frage hat mich überrascht?
  • Wo war meine Botschaft nicht präzise genug?
  • Was würde ich beim nächsten Mal anders formulieren?

Damit wird jedes Interview:

Teil der Vorbereitung auf das nächste.

 

 

 

Weiterführende Beiträge zu Interviews

 

Zu einzelnen Interviewthemen findest du vertiefende Beiträge:

 

 

 

Unterstützung bei wichtigen Medienauftritten

 

Bei Interviews mit hoher Tragweite können wir konkret arbeiten an:

  • Kernbotschaften
  • kritischen Fragen
  • belastbaren Antworten
  • möglichen Missverständnissen
  • Bridging
  • Stimme und Körpersprache
  • realistischen Interviewsimulationen

Das Ziel ist:

auch unter Druck klar zu antworten und dabei glaubwürdig zu bleiben.

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Medienkompetenz, Interviewtraining und wiederkehrende berufliche Auftritte geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkretes Interview hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Gute Interviews entstehen aus Klarheit, nicht aus Tricks

 

Du kannst die Fragen eines Interviews nicht vollständig kontrollieren.

Du kannst jedoch vorbereiten:

  • was du sagen möchtest
  • worauf du dich stützt
  • wo deine Grenzen liegen
  • wie du mit kritischen Fragen umgehst

Das macht dich nicht unangreifbar.

Es macht dich:

handlungsfähiger.

Und genau darum geht es.

Ein gutes Interview besteht nicht darin, jede schwierige Frage elegant zu umgehen. Es besteht darin, relevante Fragen klar, belastbar und glaubwürdig zu beantworten.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wenn du dieses Formular abschickst, speichert es den eingegebenen Namen, die Email-Anschrift sowie die Inhalte. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Artikel

Unsympathische Körpersprache: 12 Signale, die Distanz schaffen

Welche Körpersprache lässt uns unsympathisch wirken? 12 Signale, typische Missverständnisse und Tipps für mehr Präsenz, Sympathie und souveräne Wirkung.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 23. November 2012
Überarbeitung: 1. Juli 2026