Brainstorming: Schritt für Schritt zu kreativen Ideen. Rohrkrepierer oder Ideenquell?

Kreativitätstechniken: Strategien für effektives Brainstorming. Die gefährlichsten Leute sind die mit nur einer Idee.

 

Kreativitätstechniken - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

Gehirnsturm

 

Das Brainstorming gilt als Klassiker der Kreativitätstechniken. Von dieser durch Alex Osborn entwickelten Methode existieren heute viele Varianten. Der Begriff Brainstorming wird oft sogar als Synonym für kreative Prozesse an sich verwendet.

 

Using the brain to storm a problem!
Das Gehirn verwenden zum Sturm auf ein Problem!

 

 

 

Ablauf eines Brainstormings

 

 

Phase 1: Vorbereitung

 

Eine Gruppengröße von 5 bis 7 Teilnehmern hat sich bewährt. Die Gruppendynamik spielt beim Brainstorming eine große Rolle, entsprechende Bedeutung hat die Zusammenstellung der Teilnehmer. Auch weniger geübte kreative Menschen sind in der Lage, sich innerhalb einer Brainstorming-Sitzung gegenseitig anzuregen und zu beflügeln. Die Brauchbarkeit der Ideen hängt wesentlich von der Vertrautheit der Teilnehmenden mit dem Problemgebiet ab, vielfältige Interessen und breite Allgemeinbildung sind ebenfalls vorteilhaft. Allerdings sind umvorbelastete Teilnehmer sehr förderlich für die Inspiration, weshalb Themenfremde sich positiv bemerkbar machen. Je nach Problemstellung kann die Gruppe deshalb aus Experten, Mitarbeitern, Laien oder Experten anderer Fachgebiete bestehen. Die Unterschiedlichkeit multipliziert sich sozusagen beim Brainstorming.

Ein Moderator bereitet Anschauungsmaterial vor. Er informiert die Gruppe über das Problem. Es ist wichtig für die Aktivität und den positiven Verlauf des Brainstormings eine gut durchdachte Problemformulierung zu haben.

Dabei sollte die Frage- bzw. Aufgabenstellung weder zu breit und allgemein gehalten, noch zu kleinteilig bzw. zu spezifisch sein. Den Gruppenmitgliedern wird im Vorfeld der Ablauf des Brainstormings mitgeteilt und ob es sich um ein moderiertes oder nichtmoderiertes Brainstorming handelt. Ein Protokollant ist sehr hilfreich.

 

Es gelten grundsätzliche Regeln für das Brainstorming:

  • Jede Idee, gleichgültig wie verrückt oder realistisch, ist willkommen.
    Gerade eine vermeintlich unausgereifte Idee führt häufig zu neuen Ideen.
    Es kommt auf die Menge der Vorschläge an, nicht auf die Qualität.
  • Killerphrasen, Kritik und Korrekturen an den geäusserten Ideen sind streng verboten.
    Der Ideenfluss soll frei fließen, Kritik bremst.
  • Kombinieren und Aufgreifen von bereits geäußerten Ideen ist erwünscht.
    Jeder darf Ideen der anderen Teilnehmer aufgreifen und für eigene Ansätze verwenden.
    Brainstorming ist immer ein Gruppenprozess.
    Deshalb hat auch kein Teilnehmer beim Brainstorming ein Patent auf seine Ideen.
  • Jeder darf reihum jeweils eine Idee vorbringen.
    Hat jemand mehrere Ideen können sie notiert werden, bis sie in den folgenden Runden an der Reihe sind.
  • Kurz fassen.
    Präzise und kurz gehaltene Beiträge machen es allen Teilnehmern leichter, teilzunehmen und neue Ideen zu entwickeln.

 

 

 

Phase 2: Sammlung von Ideen

 

Any of us will put out more and better ideas if our efforts are appreciated.

Alex F. Osborn

 

Die Teilnehmer nennen spontan ihre Ideen zur Lösungsfindung, wobei sie sich im optimalen Fall gegenseitig inspirieren und untereinander Gesichtspunkte in neue Lösungsansätze und Ideen einfließen lassen. Die Ideen werden protokolliert. Alle Teilnehmenden sollen ohne jede Einschränkung Ideen produzieren und mit anderen Ideen kombinieren. Die Gruppe sollte in eine möglichst produktive und erfindungsreiche Stimmung versetzt werden.

Der Moderator sorgt für die Einhaltung der Regeln. Er verkörpert die Offenheit des Brainstormings. Für den Erfolg des Brainstormings ist es wesentlich, dass die Teilnehmer das Gefühl haben ihre Ideen frei äußern zu können und das jede Idee einen Beitrag liefert. Er hat daher die wichtige Aufgabe, die Gruppe zur Erarbeitung und Darstellung ihrer Vorschläge zu motivieren, zu stimulieren und zu ermutigen. Unsichere oder zögernde Teilnehmer werden unterstützt, so dass jeder der Teilnehmer sich einbringt.

In einer festgefahrenen Situation ist es die Aufgabe des Moderaors, diese wieder aufzubrechen. Durch einen Wechsel der Perspektive kann der Prozess in Bewegung gehalten werden. Dazu wird das Problem umformuliert, vergrößert, verkleinert oder mit anderen Fragestellungen in Verbindung gebracht. Der Moderator sorgt dafür, dass sich die Gruppe nicht schon zu Anfang in Detailfragen verliert. Zunächst empfiehlt es sich daher eine breit angelegte Sichtweise auf das Problem zu fördern. Erfahrene Moderatoren sorgen dafür, dass die Betriebstemperatur in der Gruppe stets im idealen Bereich liegt. Er erkennt, was die Gruppe dazu benötigt. Die Teilnehmer erhalten von ihm den erforderlichen Raum, um ihre eigenen Ideen zu entwickeln. Schließlich fasst der Moderator die Ergebnisse zusammen.

 

 

 

Phase 3: Ideen aufbereiten

 

Es folgt möglichst eine Pause. So wird verdeutlicht das nun eine andere Phase mit anderen Regeln beginnt. Die in der Brainstorming-Sitzung gesammelten Ideen werden nun geordnet und als Protokoll aufbereitet. Dies wird dann an die Teilnehmer und gegebenenfalls an weitere Personen verteilt. Die Ideen können dazu dienen weitere Ideen zu generieren beziehungsweise sie weiterzuentwickeln und schließlich umzusetzen. Je nach Aufgabenstellung und Situation können sich weitere Kreativitätstechniken anbieten.

Die gesammelten Ideen werden schließlich einer Jury vorgelegt, welche eine Bewertung der einzelnen Ideen vornimmt. Nachvollziehbare Kriterien kommen zur Bewertung zum Einsatz. Das können zum Beispiel die Originalität, Realisierbarkeit und Wirksamkeit der jeweiligen Vorschläge sein. Die Bewertung und Auswertung kann durch dieselben Teilnehmer erfolgen oder von anderen Personen getrennt vorgenommen werden. Für die Motivation der Teilnehmer ist es förderlich hier einbezogen zu werden bzw. eine entsprechende Würdigung zu erfahren.

 

 

 

Vor- und Nachteile des Brainstormings

 

 

 

Vorteile

 

  • Brainstorming erfordert nur wenig Vorbereitung und es sind nur wenige Grundregeln zu befolgen.
    Diese Regeln sind einfach zu erlernen und auszuführen.
    Werden die Regeln von allen akzeptiert und gelebt, reduzieren sich schnell eventuelle Hemmungen.
  • Viele Ideen können in kurzer Zeit erzeugt werden
  • Brainstorming in geeigneten Gruppen
  • Teilnehmer mit unterschiedlichem Wissen und unterschiedlichen Erfahrungen können gemeinsam an einem Thema arbeiten.
  • Das gemeinsame Brainstorming wirkt sich positiv auf die Zusammenarbeit aus.
    Das kreative Arbeiten motiviert die Teilnehmer.
  • Die gefundene Lösung kann durch die Identifikation zielstrebiger angegangen werden.

 

 

 

Nachteile

 

  • In der ursprünglichen Form bietet das Brainstorming wenig visuelle Unterstützung.
  • Die Nachbearbeitung bei umfangreichen Ideensammlungen kann sehr aufwendig sein.
  • Oft werden inspirierende verrückte, ungewöhnliche Ideen nicht eingebracht.
  • Zurückhaltende Menschen fühlen sich schnell unwohl bei anwesenden dominanten Teilnehmern.
  • Die Methode lockt viele Menschen kaum noch hinter dem Ofen vor.

 

 

 

 

Fazit

 

Brainstorming ist eine Kreativitätstechnik für den Einstieg. Mit anderen Methoden habe ich in der Praxis deutlich bessere Ergebnisse erzielt.

Weitere Informationen zu dieser und zu anderen Kreativitätstechniken finden Sie hier und in meinem Buch Kreativitätstechniken im Verlag Cornelsen Skriptor.

Wo kann ich die professionelle Anwendung und Moderation lernen?

 

Wenn Sie diese Methode für sich und im Team anwenden wollen, dafür einen Moderator wünschen oder selbst lernen wollen, diese Funktion zu übernehmen, unterstütze ich Sie gerne.

Fragen Sie mich ruhig persönlich

 

Lassen Sie uns ins direkte Gespräch kommen. Bei Interesse, für Fragen und Terminvereinbarungen erreichen Sie mich persönlich per E-Mail ([email protected]), Telefon 030 / 864 213 68, Mobil 01577 / 704 53 56 und diesem Kontaktformular.

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Karsten Noack

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P.S.

 

Was halten Sie vom Klassiker Brainstorming? Welche Kreativitätstechnik bevorzugen Sie?

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Brainstorming: Die gefährlichsten Leute sind die mit nur einer Idee.

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 17. Mai 2007
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