Unfaire Rhetorik: Durch bösartiges Brunnenvergiften Diskussionen gewinnen

Wie Sie Sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren, selbst bei unfairen Meinungsgegnern
Brunnenvergiften in der Rhetorik

Brunnenvergiften in der Rhetorik

 

Brunnenvergiftung beabsichtigt Diskussionen unbedingt und notfalls mit fiesen Mitteln zu gewinnen. Wie es geht und wie Sie sich davor schützen, selbst wenn Meinungsgegner unfaire Rhetorik nutzen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Brunnenvergiften als bösartige Methode der Rhetorik

 

Das Brunnenvergiften in der Rhetorik ist ein Spezialfall des Argumentum ad hominem. Als rhetorisches Mittel ist das versuchte oder sogar gelungene Brunnenvergifter, durch eine logisch klingende aber falsche Schlussfolgerungen, ein bösartiges Mittel, um Diskussionen zu gewinnen.

Der als Brunnenvergifter handelnde Redner liefert eine feindselige und verzerrte Information über andere Beteiligte mit abweichenden Interessen. So sollen Wettbewerber von vornherein diskreditiert, verunglimpft und lächerlich gemacht werden. Brunnenvergiften erfolgt oft sehr subtil, ist dabei aber stark in der Wirkung. Die andere Partei wird veranlasst sich gegen versteckte Vorwürfe und Prämissen zu wehren, die ohne direkte Feindseligkeit eingebracht werden können. So kann das Brunnenvergiften gerade in förmlichen Umfeldern, in denen ein guter Ton erwartet wird, seine verheerende Wirkung entfalten.

Die Methode des Brunnenvergiftens ist dann am erfolgversprechendsten, wenn ein Standpunkt oder auch nur der vermeintliche Aspekt von den meisten anderen Anwesenden missbilligt wird oder sogar ein kulturelles Tabu verletzt wird. Leider funktioniert das auch dann oft, wenn es für den anderen Standpunkt gute Gründe gibt und die Gegenargumente einer genauen sachlichen Prüfung nicht standhalten würden. Doch wenn die Wellen hochschlagen, finden dann oft selbst schlüssige Argumente nicht mehr ausreichende Beachtung.

 

 

 

Nachteile des Brunnenvergiftens in der Rhetorik

 

  • Solches Vorgehen widerspricht grundlegenden Werten.
  • Wird Brunnenvergiften wiederholt methodisch eingesetzt, stumpft das Publikum ab und die vorgetäuschte Empörung des Brunnenvergifters wirkt zunehmend unglaubwürdig.
  • Gerade bei sehr drastischen Vergleichen kann sich das Publikum abgestoßen fühlen und die Verhältnismäßigkeit hinterfragen. Die Glaubwürdigkeit des Brunnenvergifters sinkt und im Gedächtnis der Beobachter bleibt der Eindruck, dass diesem jeglicher Anstand fehlt und meint, der Zweck heiligt jedes Mittel.
  • Brunnenvergifter können leicht lächerlich gemacht werden. Sie wirken dann wie weltfremde Eiferer oder die persönliche oder ideologische Motivation wird aufgedeckt.

 

 

 

Wie Sie darauf reagieren können

 

Auf frei erfundene oder aufgeschnappte Unterstellungen, die verdeckt eingebracht werden, angemessen zu reagieren ist nicht immer so einfach. Was tun?

Auf die Vorwegnahme eines Gesprächsergebnisses kann auf gleiche Weise reagiert werden. Ist eine Gegendarstellung beziehungsweise das Einbringen von Alternativen möglich, lässt sich der Ausgang der Diskussion wieder beeinflussen.

Setzen Sie sich mit den aufgeworfenen Argumenten auseinander, lassen Sie sich nichts unterjubeln. Das führt häufig dazu sich gründlicher mit fremden Äußerungen zu beschäftigen. Wehren Sie möglichst elegant Versuche ab, die Sie in Verbindung mit Personen und Äußerungen bringen, die Sie nicht tatsächlich befürworten. Sie müssen zugeschriebene Äußerungen nicht verteidigen. Sie können sich auch von ihnen distanzieren. Entscheiden Sie weise, sonst bringen Sie sich selbst in ein Dilemma, indem Sie entweder Zugeständnisse durch Ablehnung von Sichtweisen machen, die den eigenen Standpunkt stützen oder aber vom Gegenüber bereits kritisierte, von diesem oft negativ porträtierte Äußerungen annehmen. Achten Sie auf eine differenzierte Betrachtung abgelehnter Argumente.

P.S.

 

Was halten Sie vom Brunnenvergiften?

2 Kommentare

  1. Nichts – es bringt lediglich eine schlechte (Arbeits-)Atmosphäre und führt weg vom eigentlichen Ziel!

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Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 14. November 2018
Überarbeitung: 28. März 2019
AN: #13124
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