Was Ihr Stand verrät. Körpersprache lesen und nutzen

Der Körper spricht. Außerdem: Körpersprache ist keine Einbahnstraße, wer sie ändert, fühlt sich anders.
Körpersprache: Das sagt Ihr Stand über Sie und Ihren Zustand

Welche Bedeutung hat ein guter Stand?

 

Wir bewundern tendenziell Menschen, die einen Standpunkt haben, für sich und die Themen, die ihnen wichtig sind, einstehen.

Ein sicherer Stand bildet die Basis für eine selbstbewusste Körpersprache. Doch was das erfordert, wird in der Praxis sehr häufig unterschätzt. Deswegen folgen hier ein paar Beispiele für die Wirkung des Standes auf die Interpretation der Körpersprache.

Körpersprache beeinflusst maßgeblich, wie überzeugend Menschen sich und ihre Botschaften präsentieren. Nicht nur Redner sollten deshalb auch darauf achten, wie sie stehen.

 

 

 

Wie Ihr Stand wirkt

 

Kopf hoch, Bauch rein? So einfach ist ein guter Stand dann doch nicht. Es folgen ein paar Gedanken und Anregungen für einen guten Stand.

 

 

 

1. Wankelmütigkeit

 

Vielen Menschen ist selbst vor großem Publikum nicht bewusst, dass sie an ungünstigen Stelle wippen. Hoch und runter, vor und zurück. Mitunter wirkt es so, als wenn sie sich von eigenen Aussagen auch gleich wieder distanzieren würden, es wieder zurücknehmen würden.

Im Stand, insbesondere vor Publikum, hin- und herzuwackeln, dabei eventuell sogar häufig Spiel- und Standbein zu wechseln, wirkt unentschlossen und unsicher. Die Glaubwürdigkeit sinkt dadurch. Außerdem steigert das den empfundenen Stress und fördert Lampenfieber.

 

 

 

2. High Heels

 

5 Euro in die Machokasse: Frauen in High Heels können schon ziemlich attraktiv aussehen. Vorausgesetzt sie drohen dabei nicht, sich die Beine zu brechen. Wobei, gefährdetes Gleichgewicht weckt den Retter im Mann. Nur will halt auch nicht jede Frau von jedem Mann gerettet werden. Frauen, die in hohen Schuhen unterwegs sind, sollten das deswegen vorher geübt haben, damit nicht die wahrgenommene Souveränität leidet. Das gilt ganz besonders bei Auftritten vor Publikum, wie bei einer Präsentation.

Bei sicherem Stand wirkt sich die zusätzliche Größe erhöhend auf den Status aus.

 

 

 

3. Macht

 

Ein breiter Stand vermittelt Machtansprüche. US-Amerikanische Präsidenten stehen häufig so da, wie Cowboys.

Solch ein Anspruch auf höheren Status kann Widerstand erzeugen, wenn er so nicht anerkannt wird. Deswegen ist das gerade in unserer Kultur sehr feinfühlig zu beachten, weil es sonst zu Konfrontationen führen kann. Da sind wir Menschen unseren haarigen Verwandten vom Affenfelsen recht ähnlich. Viel Spaß bei Statusspiel!

 

 

 

4. Spielbein und Standbein

 

Auf einem Bein zu stehen, liefert keinen festen Stand, es ist nicht nur beim Yoga oft eine wackelige Angelegenheit. Trotzdem stehen nur sehr wenige Menschen gleichmäßig verteilt auf beiden Füßen. Und schon wechseln wieder Spiel- und Standbein ihre Rollen. Kasatschok! Im Zeitlupentempo sieht es aus wie ein russischer Tanz, der Kosakentanz. Das wirkt possierlich, doch nicht jeder möchte beispielsweise bei einer Präsentation vor Publikum als Kosake im Gedächtnis bleiben. Es entzieht sich schlicht der Aufmerksamkeit der meisten Menschen, was sie da tun.

Manche Bücher behaupten, dass Menschen mit linkem Standbein sich in erster Linie von Gefühl leitet lassen, während beim rechten Standbein rationelle Betrachtungen im Vordergrund stehen. Ernst zu nehmende Studien habe ich als Bestätigung dafür noch nicht gefunden.

 

 

5. Fuß hinter das Bein

 

Frauen verhaken häufiger einen Fuß hinter der Wade des anderen Beins. Eine solche Standhaltung ist nicht gerade förderlich dafür sicher das Gleichgewicht zu halten, denn selbst kleinste Ausgleichsbewegungen vermittelt einen unsicheren Eindruck. Das kann als Flirtverhalten gedeutet werden und wirkt eher niedlich. Gut, wenn das die Absicht war, kann es funktionieren. Oft dürfte das allerdings nicht dem gewünschten Eindruck entsprechen, der vermittelt werden soll. Das Rollenbild und Selbstverständnis von Frauen hat sich ja glücklicherweise erweitert.

 

 

 

6. Fluchtwünsche

 

Füße, die sich, womöglich noch abweisend von der Gesamthaltung, Richtung Tür wenden, können als Fluchtwunsch gedeutet werden. Verstärkt wird das noch, wenn der Blick häufiger zum Ausgang wandert oder auf die Uhr gesehen wird.

 

 

 

7. Aufrichtigkeit

 

Wer Angst hat, zieht den Kopf ein. Wer traurig ist, lässt den Kopf und die Schultern hängen. Wer sich selbstsicher fühlt, macht sich groß, wächst über sich hinaus.

Ein aufrechter symmetrischer Stand wirkt glaubwürdiger, wenn er mit einer insgesamt offenen Körperhaltung kombiniert wird, nicht nur bei Ihren Auftritten.

Achten Sie auf eine gerade Haltung und behalten Sie die Schultern entspannt unten. Das steht für Offenheit und zugleich Souveränität.  Aufrechte Haltung lässt auch der Stimme mehr Raum, sich zu entfalten.

 

 

 

8. Stand als Redner

 

Für einen glaubwürdigen und sicheren Auftritt ist ein guter Stand (Grounding) besonders wichtig. Untermauern Sie deswegen Ihre Entschlossenheit mit einem festen Stand.

Wenn die Füße mindestens schulterbreit stehen und die Fußspitzen nach außen zeigen, ist das am leichtesten. Der Kopf sollte dabei ganz leicht nach oben zeigen, weil Sie sich dabei automatisch aufrichten, die Schultern und Ellenbogen Raum einnehmen. Ausrichtung und Blick gehen Richtung Publikum.

Bewegungen im Stand werden möglichst souverän und sparsam ausgeübt, die Körperspannung ist stabil und dabei flexibel.

Wenn sich die Hände oberhalb der Taille wohlfühlen, fördert das unterstützende Gesten. Die Hände sollten stets zu sehen sein, also nicht in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken verschwinden.

 

 

 

9. Zugewandtheit

 

Zuhörerorientierung erfordert zu den Zuhörern zu sprechen. Manche Redner sprechen jedoch zu den eigenen Notizen, dem Flipchart oder den Fußboden. Blickkontakt ist wichtig – gerade zu Gesprächspartnern, die überzeugt werden sollen.

 

 

 

10. Von innen nach außen

 

Wir strahlen äußerlich aus, was wir innerlich empfinden. Wenn wir selbstbewusst und gut gelaunt sind, stehen wir anders, als wenn wir unglücklich oder ängstlich sind. Das eigene Selbstverständnis liefert die Basis, das Fundament, für einen guten Stand und andersherum fördert ein guter Stand das innere Befinden. Deswegen werden auch immer wieder sogenannte Powerposen empfohlen, die der mentalen Stärke dienen sollen.

Auf den Spuren von Wonder Woman und Superman, die Hände in die Hüften, die Brust heraus strecken und die Schultern nach hinterziehen. Es wird behauptet, dadurch würden der Testosteronspiegel und das Selbstbewusstsein steigen während der Cortisolspiegel (Stresshormon) sinkt. Also los, das geht ja auch ohne Zuschauer.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Eine direkte Übersetzung, womöglich sogar einzelner, körpersprachlicher Elemente gehört in die Unterhaltungsbranche. Ohne das erforderliche Kalibrieren ist die Aussagekraft gering, Interpretationen willkürlich. Erst in der Gesamtbetrachtung einiger Signale der Körpersprache (Mimik, Blick, Gestik, Stimme, Haltung etc.) im Kontext lassen sich Hinweise gewinnen und auch die sind nicht automatisch als Wahrheit zu betrachten.

Weshalb ich auch eigenartige Interpretationsmöglichkeiten erwähne?

 

Viele der weiterverbreiteten Tipps und Tricks zur Deutung von Körpersprache halte ich für Unfug. Doch es ist Unfug, der gelesen und zur Deutung herangezogen wird, deshalb ist er relevant. Da es meine Aufgabe ist Menschen dabei zu helfen sich und Ihre Botschaft überzeugend zu präsentieren, achte ich darauf, dass auch die Körpersprache das Ziel unterstützt. Es gilt der Grundsatz; der Empfänger entscheidet über die Bedeutung der Botschaft. Da hilft es, die Interpretationswahrscheinlichkeit zu kennen. So lassen sich Missverständnisse reduzieren und Botschaften deutlicher präsentieren.

Ergänzende Artikel

 

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Karsten Noack

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P.S.

 

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