Körpersprache: Das sagt Ihr Gang über Sie und Ihren Zustand

Wie geht es Ihnen?
Körpersprache: Das sagt Ihr Gang über Sie und Ihren Zustand

Sicherer Gang, Kopf hoch, Brust raus, lächeln. Und wie geht es Ihnen?

 

Manche Menschen erkennen wir schon von weitem an ihrem charakteristischen Gang; zackig, verhalten, dynamisch, gelassen, eilig, ängstlich oder sicher, vital oder müde, beschwingt, aggressiv, gebeugt, gehetzt oder verträumt,…

Der Gang hat Anteil an der nonverbalen Kommunikation. Er ist nicht zufällig, sondern wird von der individuellen Physiologie und der inneren Haltung geprägt. Gut gelaunt und zielstrebig sieht anders aus, als frustriert. Wir geben mit dem eigenen Gang eine Menge über uns preis. So werden wir gesehen und beurteilt. Wie wir gehen hat Einfluss auf den Erfolg im Privat- und Berufsleben, er wirkt sich auf weit mehr Aspekte aus, als weithin bekannt ist.

Allerdings ist auch das keine Einbahnstraße, denn der Gang wirkt sich wiederum auch auf die eigene Wahrnehmung und das Befinden aus. Wenn wir ihn ändern, verändert sich auch unsere Gemütslage.

Hier ein paar Beispiele für mögliche körpersprachliche Deutungen des Gangs eines Menschen.

Der Gang wird vor allem durch die Schrittgeschwindigkeit und die Schrittart geprägt. Es lohnt sich genauer hinzusehen.

 

 

1. Souveränität und Status

 

Ein zielstrebiger aufrechter Gang, mit flotter Schrittgeschwindigkeit und lockeren Armbewegungen, wirkt dynamisch und souverän. So begegnen sich Menschen auf Augenhöhe. Wer sich mehr Zeit für ausgeprägte Bewegungen gibt, wirkt umso souveräner, kann so den wahrgenommen Status steigern.

 

 

 

2. Schrittlänge

 

Die Schrittlänge wird als Hinweis in ihrem Zusammenwirken mit anderen Elementen betrachtet. Bei souveräner Körpersprache wird eine hohe Schrittlänge als Hinweis für Entschlossenheit gedeutet.

Hohe Schrittlänge ohne souveräne Körpersprache wirkt hingegen eilig und eher fremd getrieben. Solch ein Gang wirkt bemüht und senkt dadurch den Status in der Sicht der Beobachter.

 

 

 

3. Schlürfen, Schleppen, Durchhängen

 

Das Schlürfen mit hängendem Kopf und Schultern vermittelt fehlende Energie und somit Traurigkeit oder Lustlosigkeit. Erstaunlich vielen Menschen schleppen sich so durch ihr Leben. Die daraus resultierenden Schulter- und Nackenschmerzen lassen weder die Bewegungen geschmeidiger werden, noch die Mimik erstrahlen. Solch ein Gang macht allerdings von sich aus schon traurig.

Ein Bewegungsräumen und einseitiger Lebensstil sind häufige Ursachen von Fehlhaltungen. Bewegen wir den Körper nicht in seinem vollen Bewegungsspektrum, baut der Körper die nicht benötigten Muskeln ab, reduziert den Bewegungsraum ein und lässt Faszien verkleben. Eine Folge sind hängende Schultern.

 

 

 

4. Wankelmütigkeit

 

Beim Gehen hin- und herzuwackeln, wirkt unentschlossen und unsicher. Die Glaubwürdigkeit sinkt dadurch. Es wird von Beobachtern zumindest unbewusst registriert, selbst, wenn es nur etwas aus der Norm fällt.

 

 

 

5. Selbstvertrauen

 

„Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun.“, meinte schon Wolfgang Amadeus Mozart. Nur, was meint langsam? Ich übersetze das mit selbstbestimmt.

Menschen mit einem angemessen breiten Gang wird eher Selbstvertrauen zugesprochen, als bei engem Schritt und nach innen zeigenden Fußspitzen. Zu weit nach außen zeigende Fußspitzen werden als Hinweise für Arroganz und mangelnde Empathie gedeutet.

Der Preis: Menschen, die beim Gang geringes Selbstvertrauen vermitteln, werden als schwächer eingeschätzt und bieten mehr Ansatz für Angriffe, wie Mobbing. Menschen, die inkongruent wirken, unverhältnismäßig große oder kleine Schritte machen, Ihre Füße anheben statt schwingen und sich eher einseitig bewegen, wirken verwundbarer, sind deswegen häufiger Opfer.

 

 

 

6. Barrieren

 

Auch während des Gehens wirken vor den Körper gehaltene Gegenstände wie Schutzbarrieren. Das senkt den Status, weil wir so signalisieren uns angreifbar zu fühlen. Und ja, auch ein Smartphone, Tablet-PC oder Aktenordner wirken wie Barrieren.

 

 

 

7. Schlendern

 

Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.

Rabindranath Thakur

 

Beim Schlendern ist nicht der Weg das Ziel. Jeder Mensch hat einen persönlichen Gang, in dem besonders gut nachgedacht werden kann. Interessanterweise verändert sich der Gang während des Nachdenken unmerklich, je nachdem welche mentale Fähigkeit gerade genutzt werden soll.

 

 

 

8. Präsenz

 

Sich selbst, den Kontext und den Menschen, denen wir begegnen, gegenüber aufmerksam zu sein erfordert Präsenz.

Präsenz, also die Anwesendheit im weiteren Sinne, basiert auf einer entsprechenden Haltung. Es zeigt sich durch offene aufmerksame Begegnungen, selbst bei flottem Schritt. Mit dem Blick auf dem Smartphone geht das nicht.

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

Albert Schweitzer

 

Wer aufmerksam unterwegs ist, hinterlässt einen angenehmen Eindruck und positive Spuren.

 

 

 

9. Smartphone-Gang

 

Die Obsession, permanent online zu sein dominiert den Alltag. Schnell auf dem Weg eine Textnachricht schreiben oder die E-Mails lesen, das gehört für viele Menschen zum Alltag. Eine Studie (Anglia Ruskin / Cambridge) behauptet das würde zu einem ganz eigenen sprunghaften Gang führen, der dem Hoppeln näher kommt. Um nicht zu stolpern und mit Hindernissen zu kollidieren, während das Smartphone bedient wird, werden Vorsichtsmaßnahmen entwickelt. So wird seltener auf den Boden geschaut, der vordere Fuß wird höher gezogen und langsamer über Hindernisse gehoben.

Phono sapiens: Kopf nach unten, das Kinn an die Brust. Von wegen Homo erectus, der aufrechte Mensch wird seltener. Eine weltabgewandte eingerollte Haltung hat sich ausgebreitet. Durch den häufigen Blick auf das Display wird der Nacken unnatürlich beansprucht. Der daraus resultierende Gang und die verzögerte Reaktion sehen nicht nur komisch aus, es ist auch gefährlich. YouTube ist voller Videos die Unfälle mit dem Smartphone zeigen. So manches Selfie wurde zum Abschiedsfoto. Und selbst, wenn es Dank der Aufmerksamkeit anderer Menschen glimpflich ausgeht: Die Verantwortung wird auf das Umfeld verlagert, was als egoistisch und kindlich gewertet werden kann.

„The things you own end up owning you.“, meinte Brad Pitt im Film Fight Club.

 

 

 

Fazit

 

Machen Sie eine persönliche Bestandsaufnahme, erkunden Sie die Möglichkeiten und setzen Sie den Gang ein, der zu Ihnen und dem jeweiligen Kontext am besten passt. Außerdem lohnt es sich daran zu denken, dass ein veränderter Gang die innere Haltung beeinflusst. Machen Sie davon doch gezielt Gebrauch.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Eine direkte Übersetzung, womöglich sogar einzelner, körpersprachlicher Elemente gehört in die Unterhaltungsbranche. Ohne das erforderliche Kalibrieren ist die Aussagekraft gering, Interpretationen willkürlich. Erst in der Gesamtbetrachtung einiger Signale der Körpersprache (Mimik, Blick, Gestik, Stimme, Haltung etc.) im Kontext lassen sich Hinweise gewinnen und auch die sind nicht automatisch als Wahrheit zu betrachten.

Weshalb ich auch eigenartige Interpretationsmöglichkeiten erwähne?

 

Viele der weiterverbreiteten Tipps und Tricks zur Deutung von Körpersprache halte ich für Unfug. Doch es ist Unfug, der gelesen und zur Deutung herangezogen wird, deshalb ist er relevant. Da es meine Aufgabe ist Menschen dabei zu helfen sich und Ihre Botschaft überzeugend zu präsentieren, achte ich darauf, dass auch die Körpersprache das Ziel unterstützt. Es gilt der Grundsatz; der Empfänger entscheidet über die Bedeutung der Botschaft. Da hilft es, die Interpretationswahrscheinlichkeit zu kennen. So lassen sich Missverständnisse reduzieren und Botschaften deutlicher präsentieren.

Ergänzende Artikel

 

Unterstützung 

 

Wissen Sie, wie Sie wirken? Sie können mit professioneller Unterstützung Ihre Wirkung pflegen. Das hat viel mit der inneren Haltung zu tun. Konstruktives Feedback und Übungen erweitern den persönlichen Spielraum für authentische Körpersprache. Es erfordert die Klärung des eigenen Selbstverständnisses, Selbstreflexion, den Abgleich von Selbst- und Fremdbild. Überzeugende Wirkung wird von innen nach außen entfaltet.

Fragen Sie mich ruhig persönlich

 

Lassen Sie uns ins direkte Gespräch kommen. Bei Interesse, für Fragen und Terminvereinbarungen erreichen Sie mich persönlich per E-Mail ([email protected]), Telefon 030 / 864 213 68, Mobil 01577 / 704 53 56 und diesem Kontaktformular.

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Karsten Noack

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P.S.

Wie sieht Ihr Gang aus?

Wie geht es Ihnen gerade und wie wäre es gleich noch beschwingter voranzugehen?

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