Journalistenfragen beantworten
15 Tipps für souveräne Interviews
Fragen von Journalisten souverän beantworten: 15 Prinzipien für Medieninterviews
Du kennst dein Thema.
Du hast Erfahrung.
Du weißt, wovon du sprichst.
Und trotzdem kann eine einzige Journalistenfrage dich plötzlich ins Schwimmen bringen.
Warum?
Weil ein Medieninterview eine besondere Gesprächssituation ist.
Du sprichst mit einem Journalisten.
Deine eigentlichen Adressaten sitzen jedoch häufig ganz woanders.
Vor dem Fernseher.
Am Radio.
Mit Kopfhörern.
Am Smartphone.
Oder später vor einem kurzen Zitat, das aus einem längeren Gespräch ausgewählt wurde.
Deshalb reicht Fachwissen allein kaum aus.
Du brauchst Orientierung.
Was möchte ich sagen?
Was kann ich sagen?
Was ist für das Publikum relevant?
Und wie formuliere ich es so, dass meine Aussage auch unter Zeitdruck verständlich bleibt?
Journalistenfragen sind keine Prüfung
Eine hilfreiche Haltung vorweg:
Ein Medieninterview ist weniger eine Prüfung, bei der jemand die richtigen Antworten bereits kennt.
Es ist ein professionelles Gespräch mit unterschiedlichen Rollen.
Der Journalist stellt Fragen.
Du lieferst Informationen, Einordnung und deine Perspektive.
Die Redaktion entscheidet je nach Format, welche Teile später verwendet werden.
Und das Publikum versucht, sich daraus ein Bild zu machen.
Deine Aufgabe lautet deshalb weniger:
„Wie beantworte ich jede Frage perfekt?“
Stärker ist:
„Wie vermittle ich meine relevanten Aussagen klar, glaubwürdig und verantwortungsvoll?“
Du sprichst mit dem Journalisten – und für das Publikum
Das ist einer der wichtigsten Perspektivwechsel.
Der Journalist sitzt möglicherweise direkt vor dir.
Das Publikum ist trotzdem dein entscheidender Adressat.
Frage dich deshalb:
Was wissen diese Menschen bereits?
Was brauchen sie, um den Zusammenhang zu verstehen?
Welche Fachbegriffe sollte ich übersetzen?
Welche Information ist wirklich wichtig?
Welche Aussage soll hängen bleiben?
Das verändert Antworten erheblich.
15 Prinzipien für souveräne Antworten auf Journalistenfragen
1. Kenne deine Kernbotschaft
Vor einem Interview solltest du wissen:
Was soll nach diesem Gespräch klarer sein als vorher?
Formuliere idealerweise wenige zentrale Botschaften.
Vielleicht drei.
Zu jeder Botschaft solltest du:
einen klaren Satz,
eine kurze Erklärung
und ein konkretes Beispiel
parat haben.
Wer seine Kernbotschaften kennt, kann auch auf unerwartete Fragen flexibler reagieren.
2. Antworte zuerst auf die Frage
Das klingt selbstverständlich.
Und wird erstaunlich häufig vergessen.
Eine Frage wird gestellt.
Der Interviewpartner möchte sofort seine vorbereitete Botschaft unterbringen.
Das Publikum merkt schnell, wenn ausgewichen wird.
Eine bessere Reihenfolge lautet:
Frage aufnehmen.
Soweit sinnvoll beantworten.
Dann den Zusammenhang erweitern.
Das schafft Glaubwürdigkeit.
3. Komme früh zum Punkt
Medienformate brauchen Klarheit.
Deshalb lohnt es sich, den wichtigsten Gedanken früh auszusprechen.
Statt langer Einleitungen:
„Das ist eine sehr komplexe Frage und man muss zunächst einmal sehen, dass es viele unterschiedliche Aspekte gibt …“
lieber:
„Der entscheidende Punkt ist …“
Danach kannst du erklären.
Das hilft dem Publikum.
Und erhöht die Chance, dass deine eigentliche Aussage erhalten bleibt.
4. Kurze Antworten brauchen Substanz
„Kurz antworten“ bedeutet weniger:
möglichst wenig sagen.
Es bedeutet:
eine klare Aussage machen und unnötige Umwege vermeiden.
Eine gute Medienantwort hat häufig eine einfache Struktur:
Kernaussage → Begründung → Beispiel.
Zum Beispiel:
„Wir ändern den Prozess. Der bisherige Ablauf kostet zu viel Zeit. In unserem Pilotprojekt konnten wir die Bearbeitungsdauer bereits deutlich reduzieren.“
Klar.
Verständlich.
Zitierfähig.
5. Sprich in verständlicher Sprache
Fachwissen verführt zu Fachsprache.
Doch das Publikum besitzt möglicherweise einen völlig anderen Hintergrund.
Frage dich:
„Wie würde ich das einem intelligenten Menschen erklären, der mein Fachgebiet weniger täglich beschäftigt?“
Kurze Sätze helfen.
Konkrete Begriffe.
Anschauliche Beispiele.
Fachbegriffe dürfen vorkommen.
Dann erkläre sie.
Komplexität verdient Präzision.
Sie braucht weniger komplizierte Sprache.
6. Höre die Frage vollständig
Unter Anspannung beginnen Menschen manchmal bereits mit der Antwort, bevor die Frage beendet ist.
Dadurch entstehen Missverständnisse.
Oder du reagierst auf den Teil der Frage, den du erwartet hast.
Lass die Frage zu Ende gehen.
Dann eine kurze Pause.
Erst danach antworten.
Diese Sekunde wirkt von außen meist wesentlich kürzer, als sie sich innen anfühlt.
Und sie verbessert häufig die Qualität der Antwort.
7. Kläre unklare Fragen
Eine Frage ist mehrdeutig?
Dann frage nach.
Zum Beispiel:
„Beziehen Sie sich auf die aktuelle Situation oder auf die Entscheidung vom vergangenen Jahr?“
Oder:
„Was meinen Sie in diesem Zusammenhang mit ‚Verantwortung‘?“
Damit verhinderst du, ausführlich auf eine Frage zu antworten, die der Journalist ganz anders gemeint hat.
Klären ist souveräner als raten.
8. Übernimm problematische Annahmen weniger automatisch
Manche Fragen enthalten bereits eine Behauptung.
Zum Beispiel:
„Warum haben Sie so lange versäumt, darauf zu reagieren?“
Wer sofort erklärt, warum er so lange gebraucht hat, hat möglicherweise bereits akzeptiert, dass tatsächlich etwas versäumt wurde.
Wenn die Annahme weniger zutrifft, korrigiere sie ruhig:
„Von einem Versäumnis würde ich hier weniger sprechen. Wir haben bereits im Frühjahr …“
Dann beantworte den sachlichen Kern.
Du darfst den Rahmen einer Frage prüfen.
9. Nutze deine eigenen Begriffe
Worte prägen Wahrnehmung.
Wenn eine Frage mit einem zugespitzten Begriff arbeitet, musst du ihn weniger in deiner Antwort übernehmen.
Angenommen, jemand fragt:
„Ist dieses Projekt ein Desaster?“
Dann brauchst du kaum zu sagen:
„Nein, es ist kein Desaster.“
Du könntest formulieren:
„Das Projekt liegt hinter unserem ursprünglichen Zeitplan. Entscheidend ist jetzt …“
Damit bleibst du näher an den Fakten und verwendest deine eigene Sprache.
10. Sei ehrlich – besonders bei Wissensgrenzen
Du kennst eine Zahl gerade weniger genau?
Dann sage es.
Du besitzt zu einem Vorgang noch keine verlässlichen Informationen?
Dann benenne das.
Zum Beispiel:
„Die genaue Zahl habe ich gerade weniger präsent. Ich möchte sie Ihnen lieber korrekt nachreichen.“
Oder:
„Dazu liegen mir derzeit noch keine belastbaren Informationen vor.“
Das wirkt häufig souveräner als eine improvisierte Antwort.
Glaubwürdigkeit braucht keine Allwissenheit.
11. Unterscheide Wissen, Einschätzung und Ziel
Diese drei Ebenen werden in Interviews schnell vermischt.
Wissen:
„Die Zahlen zeigen …“
Einschätzung:
„Nach meiner heutigen Einschätzung …“
Ziel:
„Unser Ziel ist …“
Diese sprachliche Genauigkeit ist besonders bei Zukunftsfragen wertvoll.
Statt:
„Das wird funktionieren.“
lieber:
„Auf Basis der bisherigen Ergebnisse erwarten wir …“
Das klingt weniger spektakulär.
Und häufig deutlich professioneller.
12. Setze Grenzen klar und kommunikativ
Du musst keineswegs jede Information veröffentlichen.
Es kann gute Gründe geben, eine Frage begrenzt zu beantworten.
Datenschutz.
Vertraulichkeit.
Laufende Verhandlungen.
Personalfragen.
Juristische Vorgänge.
Dann kannst du die Grenze transparent benennen:
„Zu den laufenden Gesprächen kann ich derzeit keine Einzelheiten nennen.“
Und anschließend:
„Was ich Ihnen dazu sagen kann, ist …“
So bleibt Kommunikation möglich.
Eine Grenze braucht weniger ein schroffes „Kein Kommentar“.
13. Bleibe respektvoll – gerade bei kritischen Fragen
Vielleicht empfindest du eine Frage als unfair.
Provokant.
Uninformiert.
Oder unnötig scharf.
Jetzt entscheidet deine Reaktion wesentlich über die Wirkung.
Das Publikum erlebt häufig stärker deine Antwort als deinen inneren Ärger über die Frage.
Du kannst widersprechen.
Du kannst korrigieren.
Du kannst eine Grenze setzen.
Und dabei respektvoll bleiben.
Klarheit und Freundlichkeit schließen sich hervorragend zusammen.
14. Reguliere deinen Zustand
Eine der wichtigsten Fähigkeiten im Medieninterview findet vor der eigentlichen Antwort statt.
Nimm wahr:
Wie aktiviert bin ich?
Werde ich schneller?
Beginne ich mich zu rechtfertigen?
Verengt sich meine Aufmerksamkeit?
Möchte ich unbedingt sofort reagieren?
Dann hilft ein kurzer Moment.
Atmen.
Orientieren.
Frage prüfen.
Antworten.
Souveränität bedeutet weniger, vollkommen entspannt zu sein.
Sie bedeutet, trotz Aktivierung Zugang zu deinen Möglichkeiten zu behalten.
15. Behalte die Verantwortung für deine Antwort
Du kontrollierst die Fragen weniger vollständig.
Du kontrollierst auch kaum vollständig, welche Ausschnitte später verwendet werden.
Wofür du Verantwortung übernehmen kannst, ist:
was du sagst.
Du entscheidest:
Welche Information du gibst.
Welche Formulierung du verwendest.
Welche Grenze du setzt.
Welche Unsicherheit du benennst.
Welche Botschaft du vertreten möchtest.
Das ist der Kern souveräner Medienkommunikation.
Der Noack-Antwort-Kompass
Für spontane Journalistenfragen kannst du dir fünf kurze Schritte merken.
1. Zuhören
Was wurde tatsächlich gefragt?
Warte, bis die Frage vollständig ist.
2. Prüfen
Welche Annahme steckt darin?
Ist sie zutreffend?
3. Entscheiden
Was kann und möchte ich dazu sagen?
Wo liegen Grenzen?
4. Botschaft
Was ist mein entscheidender Gedanke?
Formuliere ihn früh.
5. Verbinden
Welche Begründung oder welches Beispiel macht ihn verständlich?
Dann antwortest du.
Dieser kleine Ablauf kann unter Druck ausgesprochen hilfreich sein.
Denn er schafft einen Moment zwischen:
Frage
und
Reaktion.
Und genau dort entsteht Souveränität.
Wenn der Journalist nachhakt
Nachfragen gehören zu Interviews.
Sie bedeuten weniger automatisch, dass deine erste Antwort schlecht war.
Vielleicht möchte der Journalist:
mehr Präzision,
ein Beispiel,
eine kürzere Aussage,
eine konkrete Zahl
oder eine klare Position.
Höre deshalb auch die zweite Frage neu.
Wenn deine ursprüngliche Aussage weiterhin gilt, darf sie weiterhin gelten.
Du brauchst weniger bei jedem Nachhaken eine neue Position.
Wiederhole deine Botschaft weniger mechanisch
Eine Kernbotschaft soll wiedererkennbar sein.
Sie darf trotzdem natürlich klingen.
Wenn du bei fünf verschiedenen Fragen wortgleich denselben Satz wiederholst, wirkt das schnell einstudiert.
Besser:
denselben Gedanken aus unterschiedlichen Perspektiven erklären.
Das erhält Konsistenz und klingt zugleich nach echtem Gespräch.
Was tun bei hypothetischen Fragen?
Hypothetische Fragen sind keineswegs grundsätzlich problematisch.
Manche sind ausgesprochen sinnvoll.
„Was würden Sie tun, wenn diese Entwicklung eintritt?“
Das kann eine legitime Frage sein.
Entscheidend ist, wie sicher die Annahmen sind.
Du kannst beispielsweise sagen:
„Unter dieser Voraussetzung wären für mich drei Punkte entscheidend …“
Oder:
„Das hängt wesentlich von X und Y ab. Falls beide Bedingungen eintreten, würde ich …“
So behandelst du eine hypothetische Situation als das, was sie ist:
eine Möglichkeit.
Spekulation deutlich kennzeichnen
Problematisch wird es, wenn Vermutungen später wie Tatsachenaussagen klingen.
Deshalb benenne den Status deiner Aussage.
„Das wäre eine mögliche Entwicklung.“
„Dazu kann ich derzeit lediglich eine Einschätzung geben.“
„Unter dieser Annahme …“
Sprache schafft hier Präzision.
Was tun bei Fragen wie „Können Sie ausschließen, dass …?“
Solche Fragen verlangen häufig absolute Sicherheit.
Die Wirklichkeit bietet sie selten.
Deshalb brauchst du weniger reflexhaft Ja oder Nein zu sagen.
Du kannst erklären, was du tatsächlich weißt.
Zum Beispiel:
„Nach dem heutigen Kenntnisstand liegen uns dafür keine Hinweise vor.“
Oder:
„Eine absolute Garantie wäre unseriös. Was wir getan haben, ist …“
Das ist weniger spektakulär als eine absolute Aussage.
Und häufig belastbarer.
Was tun bei mehreren Fragen gleichzeitig?
Journalisten stellen manchmal mehrere Fragen in einem Satz.
Dann sortiere.
„Das sind zwei unterschiedliche Punkte. Lassen Sie mich zunächst auf den ersten eingehen.“
Danach kannst du den zweiten aufnehmen.
Oder nachfragen:
„Welcher Aspekt ist für Sie zuerst wichtig?“
Struktur ist eine Form von Souveränität.
Was tun, wenn du dich versprochen hast?
Menschen versprechen sich.
Auch vor Kameras.
Auch Führungskräfte.
Auch Experten.
Wenn etwas missverständlich oder sachlich falsch formuliert wurde, korrigiere es.
„Ich möchte den letzten Satz präzisieren.“
Oder:
„Lassen Sie mich das genauer formulieren.“
Dann neu ansetzen.
Korrektur schwächt Glaubwürdigkeit weniger als ein erkennbares Festhalten an einer schlechten Formulierung.
Schlagfertigkeit wird überschätzt
Viele Menschen wünschen sich vor Medienauftritten mehr Schlagfertigkeit.
Schnelle Antworten wirken attraktiv.
Doch Geschwindigkeit ist keineswegs das wichtigste Kriterium.
Gerade bei anspruchsvollen Themen sind oft wertvoller:
Klarheit.
Genauigkeit.
Ruhe.
Urteilskraft.
Haltung.
Eine brillante spontane Pointe kann Aufmerksamkeit erzeugen.
Eine klare Antwort schafft eher Vertrauen.
Journalisten sind Gesprächspartner mit einer eigenen Aufgabe
Auch diese Perspektive hilft.
Journalisten verfolgen andere Interessen als du.
Sie brauchen Informationen.
Einordnung.
Relevanz.
Manchmal Konflikt.
Manchmal einen klaren Satz.
Manchmal eine kritische Antwort.
Das macht sie weniger automatisch zu Gegnern.
Eine professionelle Zusammenarbeit gelingt leichter, wenn beide Rollen klar sind.
Der Journalist entscheidet über seine Fragen.
Du entscheidest über deine Antworten.
Gute Vorbereitung bedeutet weniger, Antworten auswendig zu lernen
Du kannst Hunderte mögliche Fragen sammeln.
Irgendwann kommt trotzdem eine andere.
Deshalb ist eine andere Form der Vorbereitung robuster.
Kenne:
deine Kernbotschaften,
deine Fakten,
kritische Themen,
deine Grenzen,
wahrscheinliche Gegenargumente,
deine Rolle
und dein Ziel.
Dann kannst du reagieren.
Nicht auswendig.
Sondern orientiert.
Vor dem Interview: sieben Fragen
Vor einem wichtigen Mediengespräch solltest du beantworten können:
1. Weshalb gebe ich dieses Interview?
2. Wer ist das Publikum?
3. Was sind meine wichtigsten drei Botschaften?
4. Welche kritischen Fragen sind wahrscheinlich?
5. Welche Informationen sind sensibel?
6. Welche Aussagen brauchen besondere Präzision?
7. Was möchte ich nach dem Interview guten Gewissens vertreten können?
Damit entsteht eine solide Grundlage.
Kritische Fragen brauchen einen eigenen Probelauf
Besonders bei hoher Sichtbarkeit lohnt es sich, weniger ausschließlich die angenehmen Fragen zu üben.
Was wäre die Frage, die du am wenigsten hören möchtest?
Welche Frage könnte dich emotional aktivieren?
Wo würdest du dich spontan rechtfertigen?
Welche Formulierung könnte dich aus der Ruhe bringen?
Welche Frage berührt eine tatsächliche Schwachstelle?
Genau diese Fragen gehören in die Vorbereitung.
Denn ein Probelauf ist der richtige Ort für schwierige Momente.
Antworten für das Ohr formulieren
Gesprochene Sprache unterscheidet sich von geschriebenem Text.
Sätze dürfen kürzer sein.
Gedanken brauchen klare Übergänge.
Fachbegriffe brauchen Erklärung.
Zahlen brauchen Einordnung.
Und manchmal ist ein konkretes Beispiel wirkungsvoller als ein abstrakter Absatz.
Sprich deine Antworten deshalb laut.
Was auf dem Bildschirm hervorragend aussieht, kann gesprochen erstaunlich kompliziert klingen.
Die Botschaft sollte auch als Ausschnitt funktionieren
Besonders bei aufgezeichneten Formaten kann aus einem längeren Gespräch ein kurzer Ausschnitt werden.
Deshalb lohnt sich die Frage:
„Ist meine Kernaussage auch verständlich, wenn sie aus dem längeren Gespräch herausgelöst wird?“
Das bedeutet weniger, ausschließlich in Soundbites zu sprechen.
Es bedeutet, zentrale Gedanken eigenständig verständlich zu formulieren.
Glaubwürdigkeit ist wichtiger als Perfektion
Ein Medieninterview braucht keinen perfekten Menschen.
Es braucht einen glaubwürdigen Gesprächspartner.
Jemanden, der:
weiß, wovon er spricht,
Grenzen seines Wissens kennt,
Unsicherheit angemessen benennt,
Verantwortung übernimmt,
kritische Fragen aushält
und verständlich kommuniziert.
Das wirkt oft stärker als ein vollständig glattpolierter Auftritt.
Souveränität zeigt sich zwischen Frage und Antwort
Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke dieses Beitrags.
Eine kritische Frage landet bei dir.
Für einen kurzen Moment geschieht sehr viel.
Du hörst.
Du interpretierst.
Du reagierst emotional.
Du erinnerst dich.
Du bewertest.
Und dann möchtest du sprechen.
Genau in diesem kleinen Raum liegt deine Möglichkeit.
Du kannst reflexhaft antworten.
Oder kurz prüfen:
Was wurde gefragt?
Was stimmt daran?
Was möchte ich dazu sagen?
Was ist mein entscheidender Punkt?
Dann wird aus Reaktion eine Antwort.
Medienkompetenz ist Entscheidungsfähigkeit unter Öffentlichkeit
Ein Medieninterview ist deshalb weit mehr als eine rhetorische Aufgabe.
Du triffst fortlaufend kleine Entscheidungen.
Welche Information gebe ich?
Welche Einordnung braucht sie?
Welche Behauptung korrigiere ich?
Welche Grenze setze ich?
Wann brauche ich Präzision?
Wann ein Beispiel?
Wann eine Pause?
Das ist Kommunikation unter besonderen Bedingungen.
Und genau deshalb braucht sie mehr als einige rhetorische Tricks.
Sie braucht Orientierung.
Individuelles Sparring für Medieninterviews
Gerade vor wichtigen Interviews lohnt sich ein realistischer Probelauf.
Im individuellen Sparring können wir:
deine Kernbotschaften herausarbeiten,
wahrscheinliche und kritische Fragen sammeln,
Interviewsituationen simulieren,
Antworten auf Verständlichkeit und Wirkung prüfen,
problematische Formulierungen erkennen,
Grenzen klären,
deinen Umgang mit Druck beobachten
und daran arbeiten, auch bei unerwarteten Fragen orientiert zu bleiben.
Dabei geht es weniger darum, dir fertige Antworten in den Mund zu legen.
Es geht darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass du selbst auch unter Druck gute Antworten geben kannst.
Denn Journalisten entscheiden, welche Fragen sie stellen.
Du entscheidest, wofür deine Antworten stehen.
Unterstützung für deinen Medienauftritt
Ein Interview, ein Statement oder ein anderer Medienauftritt kann weitreichende Wirkung haben. Eine gute Vorbereitung hilft dir, deine Botschaften zu schärfen, auch auf kritische Fragen klar zu antworten und vor Kamera oder Mikrofon präsent zu bleiben.
Ich unterstütze dich individuell bei der Vorbereitung deines konkreten Medienauftritts. Wir können mögliche Fragen und kritische Situationen durchspielen, Antworten präzisieren und den Auftritt realitätsnah simulieren.
Besonders wertvoll ist ein Probelauf mit professionellem Feedback. So erfährst du vor dem tatsächlichen Auftritt, wie deine Botschaften wirken, wo Missverständnisse entstehen können und welche Veränderungen deine Wirkung stärken.
Je nach Anlass können wir beispielsweise arbeiten an:
- Kernbotschaften und Formulierungen
- Interviews und kritischen Fragen
- schwierigen oder überraschenden Nachfragen
- kurzen Statements und O-Tönen
- Stimme, Körpersprache und Kamerapräsenz
- Umgang mit Anspannung und Auftrittsdruck
- realitätsnahen Interviewsimulationen
Die Vorbereitung erfolgt individuell 1:1 in Berlin oder online. Umfang und Intensität richten sich nach Bedeutung, Ausgangssituation und Anforderungen des Medienauftritts.
→ Medienauftritt individuell vorbereiten
Bei Lampenfieber
Starke Anspannung kann den Zugang zu Fähigkeiten erschweren, die dir sonst selbstverständlich zur Verfügung stehen. Wenn Lampenfieber bei deinem Medienauftritt eine größere Rolle spielt, können wir diesen Aspekt gezielt in die Vorbereitung einbeziehen.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 20. Juni 2017
Überarbeitung: 4. Juli 2026









Frage darf die Zeitung über Straftaten berichten die schon 10 Jahre her sind und dürfen Name und Adresse veröffentlich werden, wenn derjenige nicht rechtlich bestraft worden ist.
Hallo Eva Grabner,
eine solche rechtliche Frage kann und darf meines Wissens nur ein Rechtsanwalt beantworten.
Rufen Sie doch bei der Anwaltskammer an und lassen sich Ansprechpartner nennen.
Herbstliche Grüße aus Berlin-Charlottenburg
Karsten Noack