Sind Worte Waffen?
Tagesmotto*
Worte als Waffen
Die Gedanken des Tages widmen sich einem Zitat aus einem Songtext von Grace Jones.
Sprache als Waffe?
„This is my voice, my weapon of choice.“ Mit diesen Worten beginnt Grace Jones mit ihrer unnachahmlichen Stimme einen Song. Was für Gedanken melden sich beim heutigen Tagesmotto? Erinnert es an einen beachtenswerten Aspekt? Sind Worte Waffen und wenn das so ist; was macht sie gefährlich, wo schaden sie, wo helfen sie?
Schall und Rauch?
Worte sind nicht nur Schall und Rauch, behaupten manche Menschen und haben vermutlich entsprechende Erfahrungen gemacht.
Messerscharfe Worte
Beleidigungen und Provokationen lassen kaum jemanden ungerührt. Doch gerade die unterschwelligen sprachlichen Seitenhiebe sind besonders verheerend. Worte können ähnlich verletzend sein wie körperliche Gewalt. Die dabei erlittenen Verletzungen heilen oft nur sehr langsam, wenn überhaupt. Gewalt durch Sprache ist keine Seltenheit.
Deutungshoheit
Wer die Deutungshoheit hat, nimmt immensen Einfluss auf Wahrnehmung, Denken und Handeln. Deswegen gibt es oft recht widerstrebende Bemühungen Worte und deren Bedeutung für sich zu vereinnahmen. Euphemismen sind nur ein Beispiel dafür.
Geistige Brandstiftung
Ideologien, Propaganda, zwischenmenschliche Boshaftigkeit,… Worte können eine Menge Unheil anrichten. Der Zweck soll die Mittel heiligen.
Aggressive Rhetorik wird auch als geistige Brandstiftung bezeichnet. Und wer aufstachelt, braucht sich nicht zu wundern, wenn verwirrte Geister dem Ruf folgen und brandschatzen. Wer Hass sät, braucht sich nicht darüber zu wundern, wenn das Ergebnis missfällt. Ob beabsichtigt oder unwissend, schön ist anders.
Einfluss nehmen
Wie andere Werkzeuge ist auch Sprache ein zweischneidiges (mindestens!) Schwert. So kann sie für gute und bedenkliche Zwecke eingesetzt werden. Mit Worten kann friedlich Einfluss genommen werden. Worte können Türen öffnen, Berge versetzen, zu Tränen rühren, …
Verantwortung
Beim Thema Waffengesetze ist in den USA regelmäßig von der Waffenlobby zu hören; „Waffen verletzen keine Menschen, Menschen verletzen Menschen.“ Die Argumentation ist dort schon recht wackelig. Wobei Sprache ja durchaus auch sehr viele schöne Seiten hat und der Vergleich mit Waffen schnell auseinanderdriftet. Was bleibt ist die Gefahr des Missbrauchs.
Einfluss erfordert Verantwortung. Darum geht es im Beitrag Warnung vor dem Munde! Reden ist Macht, Einfluss braucht Verantwortungsbereitschaft
*Anmerkungen
Das Tagesmotto wähle ich meist, weil mich etwas daran anspricht. Es lacht mich an oder reizt mich. Es fühlt sich so an, als könnte es etwas bewegen und dem will ich auf den Grund gehen. So widme ich jedem Tag ein Motto und lasse mich überraschen, was es mit mir macht.
Mitunter klärt sich der Grund für die Wahl erst später. Deswegen sind die Gedanken zum Tagesmotto überwiegend auch keine Artikel, sondern Assoziationen. Es sind in Worte verwandelte Gedanken. Sie sind spontan und außerdem veröffentliche ich sie häufig, während ich unterwegs bin. Sie neigen deswegen dazu, in Fragmenten zu erscheinen. Fühl dich eingeladen, Ihre Assoziationen hinzuzufügen, um deine persönlichen Perspektiven zu bereichern – das Bild abzurunden.
Die folgenden Fragen helfen dabei, vom Tagesmotto ganz persönlich zu profitieren:
- Was löst das Zitat bei dir aus?
- Unter welchen Umständen stimmst du der Aussage zu und wann nicht?
- Was hat die Aussage in deinem Leben für eine Bedeutung?
- Wie kann das Tagesmotto dein Leben bereichern?
- In welchem Zusammenhang könnte die Aussage nützlich sein?
- Wo willst du dich wie daran erinnern?
Ergänzende Artikel
- Warnung vor dem Munde! Reden ist Macht, Einfluss braucht Verantwortungsbereitschaft
- Macht, zwischen der Vorsicht vor der dunklen Seite und der Verantwortung
- Schluss mit MUSS: Verantwortung übernehmen statt Opferhaltung
- Tagesmotto: Tag für Tag persönliche Entwicklung
- Hast du ein Tagesmotto? Wer dem Tag ein Motto gibt, lebt aufmerksamer
- Philosophie
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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2017
Überarbeitung: 25. Dezember 2021
Englische Version:
AN: #890
K: CNB
Ü:









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„Worte sind Waffen. Haltet sie scharf.“
Kurt Tucholsky