Floskeln: inhaltsleeres Sprachfüllsel ... Hier eine Liste zum Ausmisten
Ihre Meinung ist uns wichtig und anderer Unfug. Abgedroschene Floskeln sind schlecht für die Glaubwürdigkeit
Floskeln
Die negativen Beispiele der Floskeln großer Unternehmen nerven. Davon können Sie für Ihr eigenes Selbstmarketing lernen. Womöglich haben sich ja ein paar Floskeln in die eigene Sprache eingeschlichen.
Welche Floskeln schaden?
Überblick
- Alltägliche Floskeln
- Nichts für ungut
- Was macht ein Wort oder eine Redewendung zu einer Floskel?
- Steine, billige Steine?
- Selbstreflexion: Blick in den Spiegel
- Nachschlag?
- Na, und?
- P.S.
- Kommentare
- Ergänzende Artikel
Alltägliche Floskeln
Bei telefonischen Servicenummern ist heutzutage erst nach einer Ewigkeit ein (vermutlich) echter Mensch zu sprechen. Vorher gibt es Werbung und allerlei Floskeln zu ertragen. Ist dagegen noch jemand nicht allergisch?
Was steckt dahinter, wenn heutzutage die meisten Menschen solche Bandansagen, wie „Ihre Meinung ist uns wichtig!“, … im besten Fall als unbedeutende Floskeln empfinden? Oft werden sie eher als Beleidigung empfunden. Zu offensichtlich ist, dass die Glaubwürdigkeit fehlt. Daran ändert auch die besänftigende Musik im Hintergrund nichts.
Was ist da bei wem schiefgegangen? Glauben wir als Konsumenten grundsätzlich nicht mehr an die Aussagen von Unternehmen oder als Wähler nichts mehr der Politik?
Und noch viel interessanter: Sind unsere eigenen Aussagen glaubhafter? Wie steht es beispielsweise mit Floskeln und Buzzwords im eigenen Sprachrepertoire?
Nichts für ungut
Augen auf beim Floskel-Kauf: Ist Ihnen bewusst, wie viele Floskeln Sie im Alltag verwenden? Floskeln sagen zwar nicht viel aus, doch trotzdem sind sie Teil der alltäglichen Sprache wie eine Sättigungsbeilage ohne Nährwert.
Wer nicht bereit ist eine klare Meinung zu äußern, schwafelt stattdessen mit Floskeln herum. Außerdem dienen Floskeln oft als Lückenfüller, um Gesprächspausen zu vermeiden. Sie sind uns nach einer Weile selbst so vertraut, dass wir sie kaum noch als Floskeln bemerken, wenn wir sie verwenden.
Was macht ein Wort oder eine Redewendung zu einer Floskel?
Floskeln sind wie entkernte Walnüsse
Als Floskel wird inhaltsleeres Sprachfüllsel bezeichnet. Meist wird der Begriff abwertend gebraucht. Trotzdem gehören Floskeln zur alltäglichen Kommunikation und den Konventionen der Höflichkeit. Dazu zählen die Begrüßungsfloskeln und Ermunterungsfloskeln. Sie dienen häufig als Lückenfühler, um Pausen zu vermeiden.
Im Grunde ist es nicht das Wort als solches, das es zu einer Floskel macht, sondern die dahinterstehende Haltung. Oder trifft es „fehlende Haltung“ besser? Schon beim reflexhaften „Gesundheit!”, als Antwort auf ein Niesen ist selten ein tatsächlicher Genesungswunsch spürbar. Auch das Begrüßungsritual im Vorbeigehen „Tag!” oder „Guten Tag!” ist bei den meisten Gelegenheiten eine Floskel. Beim „Mahlzeit!“ auf dem Gang nehmen viele noch nicht einmal wahr, wen sie da gerade gegrüßt haben. Es handelt sich also um eine inhaltsleere Sprachfloskel.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Gibt es Floskeln oder Phrasen, die Ihnen besonders auf die Nerven gehen?
Steine, billige Steine?
Selbst, wenn Sie meinen über den Floskeln zu stehen; ich bin lieber etwas vorsichtig mit dem Steinewerfen im Glashaus.
Selbstreflexion: Blick in den Spiegel
Kommen Ihnen manche der folgenden Floskeln bekannt vor?
- Aber Hallo!
- Aber, hey…
- Aller Anfang ist schwer.
- Alles klar!
- Alles nur eine Frage der Entscheidung.
- Alter Schwede!
- Alternativlos
- Auf jeden Fall.
- Besser spät, als nie.
- Bestimmt haben Sie sich auch schon gefragt, …
- Da gibt es bestimmt eine App dafür.
- Da haben sich zwei gefunden.
- Da kann man nichts machen.
- Da müssen Sie durch.
- Da musst du durch
- Da steckt man nicht drin.
- Damit kannst du mich jagen.
- Damit können Sie mich jagen.
- Das geht ja mal gar nicht!
- Das geht schon mal gar nicht!
- Das machen wir nach der Pandemie ..
- Das ist Ansichtssache.
- Das ist das Gleiche in Grün.
- Das ist mal was anderes.
- Das kannst du drehen und wenden, wie du willst.
- Das Leben ist kein Wunschkonzert / Ponyhof
- Das Leben ist weder ein Wunschkonzert noch ein Ponyhof.
- Das liegt bestimmt am Wetter.
- Das stimmt eigentlich.
- Das wird ein schmerzhafter Einschnitt.
- Das wird schon wieder.
- Dass ich das noch erleben darf.
- Davon geht die Welt nicht unter.
- Die Nacht ist noch jung.
- Die Zeit rennt mal wieder.
- Dynamisch
- Eigentlich kann ja nichts schiefgehen …
- Ende gut, alles gut.
- Er sagt viel, wenn der Tag lang ist.
- Erfolgsbilanz
- Ergebnisorientierung
- Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen!
- Früher war alles besser.
- Ganz ehrlich…
- Ganz großes Kino!
- Geht nicht, gibt’s nicht.
- Gleich klatscht das hier, aber kein Beifall!
- Gut, dass wir darüber gesprochen haben.
- Gute Frage, nächste Frage.
- Gute Frage!
- Ich für meinen Teil…
- Ich glaube, es hackt.
- Ich google das mal.
- Ich hab es ja schon immer gesagt.
- Ich hab‘ mir sagen lassen…
- Ich habe da mal eine Frage.
- Ich habe es ja schon immer gesagt.
- Ich habe mehr Zeit als Leben.
- Ich kann so nicht arbeiten.
- Ich lache mich krank.
- Ich melde mich.
- Ich muss mal für kleine Königstiger.
- Ich will ja nichts sagen, aber…
- Im Grunde genommen…
- Interessant.
- Ja nee, ist klar.
- Jedem das seine.
- Jetzt ist es raus!
- Kann jedem mal passieren.
- Kann man nichts machen.
- Kein Stress!
- Komm‘ du erstmal in mein Alter.
- Kommt gar nicht in die Tüte.
- Kommt gar nicht in Frage.
- Lass gut sein.
- Mahlzeit.
- Mal sehen.
- Mal unter uns …
- Man sieht sich.
- Man wird nicht jünger.
- Mehrwert
- Meinetwegen, warum nicht?!
- Morgen ist auch noch ein Tag.
- Morgens ist echt nicht meine Tageszeit.
- Motiviert
- Muss ja.
- Na, wer sagt’s denn.
- Neue Innovation
- Nicht in diesem Ton.
- Nicht wirklich.
- Nichts für ungut.
- Nichts hält ewig!
- Papperlapapp
- Passt schon.
- Positiver Erfolg
- Proaktiv
- Prost Mahlzeit!
- Quantensprung
- Rechts ist da, wo der Daumen links ist.
- Sag niemals nie.
- So einfach ist das.
- So haben wir nicht gewettet.
- So ist das Leben.
- So jung kommen wir nicht mehr zusammen.
- So sieht’s aus.
- So, Freunde der Sonne!
- Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…
- Stell dich nicht so an.
- Stimmt’s oder hab ich recht?
- Teamplayer
- Tut ja nicht weh.
- Um mal ganz ehrlich zu sein …
- Umfangreiche Erfahrungen
- Und sonst so?
- Und? Wie ist das Wetter so bei euch?
- Von mir aus.
- Warum nicht?!
- Was muss, das muss.
- Weniger ist manchmal mehr.
- Wenn Sie mich fragen …
- Wenn sie mich fragen,…
- Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
- Wie gesagt….
- Wie schon erwähnt ….
- Willkommen im Club!
- Wir sehen uns.
- Wir telefonieren!
- … Punkt!
Nachschlag?
Weitere Beispiele mit abgedroschenen Begriffen aus Politik, Wirtschaft und Kultur finden Sie auf www.floskelwolke.de (externer Link!). Die Journalisten Udo Stiehl und Sebastian Pertsch tragen dort Floskeln, Phrasen und Formulierungen aus den Medien zusammen.
Und nun?
Leider schlagen geschliffene Worthülsen zu oft holperige und umso ehrlichere Gedanken. Doch das muss nicht sein!
Schulen Sie Ihre Augen und Ohren. Erkennen Sie glänzende und doch leere Phrasen bei anderen. Machen Sie es besser. Gönnen Sie Ihren Texten den Rotstift. Und noch viel wichtiger: Wie wäre es mit etwas mehr Präsenz? Wenn Sie meinen, was Sie sagen oder schreiben, dann verändert sich etwas zum Positiven. Dann gibt es zwar immer noch Worte, die durch den täglichen Missbrauch als Floskeln gelten und die Sie deshalb vermeiden sollten, doch es wird dann zunehmend deutlicher, dass Sie meinen, was Sie äußern. Und das ist in der heutigen Welt nicht alltäglich!
Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)
Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.
Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.
Wir können gemeinsam beispielsweise:
- Ziele und Prioritäten klären
- Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
- Argumentationen entwickeln und prüfen
- Gesprächsstrategien vorbereiten
- kritische Fragen und Einwände antizipieren
- schwierige Gesprächsverläufe simulieren
- Formulierungen ausprobieren
- Grenzen und Alternativen klären
- persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
- den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten
Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.
Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.
Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.
Welcher Rahmen passt?
PRIVAT 1:1
Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.
BUSINESS 1:1
Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.
EXECUTIVE SPARRING
Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.
Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.
Unterstützung bei Reden und Präsentationen
Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?
Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.
Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:
-
Ziel und Kernbotschaft
-
Struktur und Dramaturgie
-
Argumentation und Storytelling
-
Sprache und Formulierungen
-
Folien und Visualisierung
-
Stimme, Körpersprache und Präsenz
-
Lampenfieber und Auftrittssicherheit
-
kritische Fragen und Einwände
-
einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback
Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.
Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.
Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.
Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht
Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.
→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen
Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.
→ Executive Präsentationsvorbereitung
Probelauf und professionelles Feedback
Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?
Ein Probelauf macht genau das sichtbar.
→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen
6 Kommentare
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. Januar 2014
Überarbeitung: 17. März 2020
AN: #636252
K:
Ü:
Schon ist es passiert: Leere Worthülse … auch so ein weißer Schimmel oder schwarzer Rappe, eine tote Leiche! (Pleonasmus, https://www.karstennoack.de/pleonasmus-als-rhetorisches-stilmittel/)
Es ist möglich, mit sehr vielen Worten sehr wenig zu sagen.
Auf die Spitze treibt es das Beispiel des unsterblichen Loriot in seiner legendären Bundestagsrede als Karl-Heinz Stiegler:
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Floskeln sind häufiger als ehrlich gemeinte Aussagen.
Vielen Dank für diesen Artikel und Ihre zahlreichen guten Ratschläge. Überall gibt es diese nichts bedeutenden Floskeln zu hören und zu sehen. Es ist schrecklich und so wichtig nicht selbst angesteckt zu werden.
Heißer Luft wertvollen Inhalt entgegenzustellen ist mittlerweile RETRO und tut so gut. Danke!
Ergänzungen, Hinweise auf doppelte Worte etc. sind stets willkommen, vor allem, wenn sie in freundlicher Form …
Übrigens ist der Tippfehler „Beitrag wartet auf Modertaion …“ im Code der Webseite eingebaut. Irgendwann …
Ich werde da jedenfalls nicht herumfummeln, denn ich glaube an Experten …