Massenveranstaltungen ... Eigenarten, Chancen und Risiken

Massenveranstaltungen sind Brutstätten der Suggestion, sie ermöglichen die Beeinflussung in ganz besonderer Intensität.
Massenveranstaltungen

Massenveranstaltungen

 

Der Mensch ist triebhaft, die vielgepriesene Individualität macht manchmal Pause. Es sind nicht nur Teenies, die angesichts ihrer Idole in der Masse kreischen, weinen und sogar in Ohnmacht fallen. Auch Erwachsenen vernebelt in Massenveranstaltungen leichter der Verstand. Massenveranstaltungen sind Brutstätten der Suggestion, sie ermöglichen die Beeinflussung in ganz besonderer Intensität. So unbarmherzig große Gruppen auf den ersten Blick erscheinen, so lenkbar sind sie doch. Oft lassen sich große Gruppen sogar deutlich besser steuern als kleinere. Emotionen sind spätestens dann stärker als logische Argumente. Wenn die Masse in Bewegung kommt, kennt sie kein Halt. Leider gibt es dafür nicht nur rühmliche Beispiele. Nicht nur Diktatoren nutzten und nutzen als Massenverführer solche Gelegenheiten als wesentliche Plattformen ihrer Propaganda. Die Nationalsozialisten haben solche Inszenierung vervollkommnet und andere haben es ihnen im Größenwahn nachgemacht.

 

 

 

Jetzt mal ein bisschen positiv, bitte!

 

Wo Licht ist, da ist Schatten und andersherum. Massenveranstaltungen können auch Ausgangspunkt positiver Entwicklungen sein, wenn es gelingt den Funken der Begeisterung für lobenswerte Ziele überspringen zu lassen. Dann trägt das gemeinsame Erlebnis ein gutes Stück weit. Gute Redner nutzen deshalb die Dynamik, die sich aus der Massenansammlung ergibt. So überwinden sie die sonst zu große Trägheit – aus der Massenträgheit wird eine Massenbewegung. Enthusiastische Redner backen vorzugsweise große Brötchen, denn große Ziele entwickeln große Dynamik.

Je größer das Publikum, desto größer die Chance einen positiven Einfluss auf die Welt zu nehmen. Selbst vorher unüberwindlich wirkende Hindernisse schrumpfen, alles ist möglich. Halleluja!

 

 

 

Ja, und?

 

Wer überzeugen will, beschäftigt sich mit den wichtigsten Prinzipien der Massenkommunikation und der Massenpsychologie. Schon deshalb, um nicht selbst zum Opfer der Manipulationstechniken zu werden. Wer überzeugt, übt Einfluss auf Mitmenschen aus und hat große Verantwortung. Doch nur, weil Beeinflussungstechniken missbraucht werden können, dürfen wir die Einflussnahme nicht grundsätzlich ablehnen. Techniken und Sprache können helfen, aber halt auch missbräuchlich verwendet werden. Jede Form von Macht sollte gepaart sein mit der Fähigkeit und dem Willen zur Verantwortung. Wie wäre es ein kleines Stück auf den Spuren von Martin Luther King, jr. & Co. zu wandeln? Genügend Bereiche, die auf einen positiven Impuls warten, gibt es spätestens direkt vor der eigenen Tür. Wenn nicht Sie, wer sollte es dann tun? Und, wenn Sie dazu Unterstützung wünschen…

3 Kommentare

  1. Karsten Noack

    Was nicht in die Masse dringt, ist unwirksam.

    Karl Jaspers

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  2. Karsten Noack

    Demagogie ist die Fähigkeit, Massen in Bewegung zu setzen, und die Unfähigkeit, sie wieder zu bremsen.

    Wolfgang Herbst

    Antworten
  3. Karsten Noack

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit.

    Anatole France

    Antworten

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