Weshalb es als schick gilt, einen Burnout zu haben

Selbstmanagement
Burnout

Foto von der Probe zum empfehlenswerten Musical Burnout von Sabine Haydn.

Von den meisten psychischen Krankheiten distanzieren sich selbst Betroffene, als wenn es eine ansteckende Pilzinfektion wäre.

Eine Ausnahme ist ein Burnout bzw. Ausgebrannt-Sein. Das wird oft eher als Auszeichnung statt als Makel betrachtet und mitunter wie eine Trophäe präsentiert. Endlich ein Beweis sich vorher mit aller Kraft engagiert zu haben.

Weshalb es als schick gilt, einen Burnout zu haben

So wie früher der Herzinfarkt, scheint heute der Burnout als eine Art Auszeichnung der Fleißigsten betrachtet zu werden. Das sind die Helden, die wie Bruce Willis in Die Hard alles gegeben haben. Für sie ist Aufopferungsbereitschaft keine leere Worthülse. Stress hat doch jeder, das zählt nicht. Da lebt jemand, was andere nur versprechen und dann nach der Arbeit ohne schlechtes Gewissen noch so viele noch Energie für die Freizeit mit nach Hause nehmen, diese Schummler!

So nicht. Alles geben, bis nichts mehr übrig ist; so geht das. Respekt!

So lässt sich danach auch eher eine wohlverdiente Auszeit ohne Gesichtsverlust ertragen. Es mag Teil des Zeitgeists sein, doch braucht ja nicht jeder Trend begrüßt zu werden, oder?

Und bevor ich böse Zuschriften erhalte; ja, Burnout ist ein ernstes Thema!

Burnout ist ein Hinweis darauf, dass es höchste Zeit ist etwas zu verändern. Auch wenn der Artikel darauf abzielt kritisch bzw. konstruktiv auf dieses Phänomen zu reagieren: Betroffene benötigen dringend kompetente Hilfe, um aus diesem Zustand herauszukommen. Doch danach muss sich etwas ändern bevor es unverändert zurück ins Hamsterrad geht, sonst wird es wider besseres Wissen zum Teufelskreis.