Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Tagesmotto

Wirklichkeit

Wenn wir jemandem zuhören, der redet, oder eine Druckseite lesen, stammt viel von dem, was wir zu sehen oder zu hören meinen, aus unserem Gedächtnis.
Wir übersehen Druckfehler, stellen uns die richtigen Buchstaben vor, obgleich wir die falschen sehen.
William James

Überblick

 

 

 

 

Wirklichkeit

 

Mit der Frage „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ beschäftigte sich nicht nur der österreichisch‑amerikanische Psychologe und Sprachforscher Paul Watzlawick. Es ist eine recht eigenwillige Sache mit der Wirklichkeit, denn sie bietet mehr Spielraum, als wir üblicherweise meinen. Das zeigt sich nicht nur in Besprechungen, wenn bei 10 Besprechungsteilnehmern im Anschluss 11 Meinungen darüber existieren, was vereinbart wurde.

So richtig absolut ist die Wirklichkeit meist nicht. Vieles beruht auf Annahmen und Beobachtungen. Beides liefert keine sehr sichere Ausgangsbasis. Die Annahmen können fehlerhaft oder zumindest unzureichend sein und bei Beobachtungen sind Täuschungen eher die Regel als die Ausnahme. Wir errichten individuell unser Modell der Welt. Es basiert auf der vermutlichen Wirklichkeit und die wiederum auf dem, was uns zur Verfügung steht. Objektivität ist schon deshalb nicht möglich, weil sich die Eigenarten der Beobachter einmischen.

Hegel meinte; „Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig“. Und was ist vernünftig? Auch das ist nicht ganz so gesichert.

 

 

 

Ja, und?

 

Wie wäre es heute ab und zu für einen Moment zu pausieren und herauszufinden, ob unsere Annahmen wirklich so stimmig und eindeutig richtig oder möglicherweise konstruiert sind? Möglicherweise sind ja manche Annahmen über uns und die Welt nicht ganz so abgesichert, wie wir es dachten. Oder, wenn wir ein Stück weiter eintauchen, wie gesichert ist das Fundament oder wurde auf schwankendem Terrain gebaut?

Was bedeuten diese Gedanken für den Umgang mit Andersdenkenden?

P.S.

 

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Und was bedeuten diese Gedanken für den Umgang mit Andersdenkenden?

4 Kommentare

  1. Erwartungen verzerren die Wahrnehmung von Menschen. Das Gehirn nimmt die Welt immer durch den Filter der bisher gemachten Erfahrungen wahr. Widerspricht die momentane Realität diesem Filter, kommt es oft zu Wahrnehmungsverzerrungen.

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  2. Ich finde es hilft schon sich das regelmäßig zu erinnern. Dann kann ich das leichter korrigieren.

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  3. Ich liebe praktische Philosophie.

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  4. Interessant!

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Die Gegenwart allein ist wahr und wirklich: sie ist die real erfüllte Zeit, und ausschließlich in ihr liegt unser Dasein. Arthur Schopenhauer

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 14. September 2009
Überarbeitung: 2. August 2019
Englische Version:
AN: #426
K: 2. August 2019
Ü: