Wie Narzissten Kontrolle ausüben

12 Muster erkennen
Fassade und Wahrheit

Kontrolle durch narzisstische Verhaltensmuster: 12 Strategien erkennen und Handlungsspielraum zurückgewinnen

 

Am Anfang bemerkst du vielleicht kaum etwas.

Eine Bemerkung.

Eine kleine Forderung.

Ein Vorwurf.

Eine Frage, auf die du sofort antworten sollst.

Irgendwann stellst du fest:

Du erklärst dich immer häufiger.

Du prüfst ständig die Stimmung des anderen.

Du überlegst genau, was du sagen darfst.

Du passt dich an, um die nächste Eskalation zu vermeiden.

Und deine Entscheidungen fühlen sich zunehmend weniger frei an.

Dann lohnt sich ein genauer Blick.

Denn Kontrolle entsteht keineswegs immer durch offene Befehle.

Sie kann sich langsam und subtil entwickeln.

 

 

 

Wenn Beziehung zu Kontrolle wird

 

Menschen beeinflussen einander.

Das gehört zu Beziehungen.

Wir bitten.

Überzeugen.

Verhandeln.

Äußern Wünsche.

Setzen Grenzen.

Problematisch wird es, wenn Einfluss systematisch darauf hinausläuft, den Handlungsspielraum des anderen Menschen zu verkleinern.

Zum Beispiel:

Du sollst schneller entscheiden, als dir guttut.

Deine Wahrnehmung wird regelmäßig infrage gestellt.

Grenzen führen zu Bestrafung.

Widerspruch löst unverhältnismäßige Reaktionen aus.

Informationen werden eingesetzt, um dich zu verunsichern.

Schuldgefühle werden erzeugt, damit du nachgibst.

Dann geht es weniger um normale gegenseitige Einflussnahme.

Es entsteht eine kontrollierende Dynamik.

 

 

 

Narzisstische Tendenzen oder einfach kontrollierendes Verhalten?

 

Eine wichtige Unterscheidung:

Menschen können kontrollierend, manipulativ oder respektlos handeln, ohne eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu haben.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine klinische Diagnose.

Dieser Beitrag dient weniger dazu, jemanden aus der Ferne zu diagnostizieren.

Für deinen Selbstschutz ist häufig eine andere Frage wichtiger:

Was geschieht konkret – und was macht dieses Verhalten mit meinem Handlungsspielraum?

 

 

 

Warum Kontrolle so schwer zu erkennen sein kann

 

Offene Kontrolle ist leichter sichtbar.

„Du darfst das nicht.“

„Du gehst da nicht hin.“

„Du musst tun, was ich sage.“

Subtile Kontrolle sieht anders aus.

Vielleicht bekommst du tagelang schlechte Stimmung, nachdem du eine Grenze gesetzt hast.

Vielleicht wird deine Erinnerung infrage gestellt.

Vielleicht folgt auf Eigenständigkeit plötzlich Liebesentzug.

Vielleicht wird etwas zunächst als „Sorge um dich“ formuliert.

Die einzelne Situation wirkt erklärbar.

Erst das wiederkehrende Muster wird aufschlussreich.

 

 

 

Der entscheidende Maßstab: Was geschieht mit deiner Freiheit?

 

Statt lange darüber zu spekulieren, was der andere Mensch „wirklich will“, frage:

Kann ich noch frei entscheiden?

Kann ich Nein sagen?

Kann ich anderer Meinung sein?

Kann ich Zeit zum Nachdenken verlangen?

Kann ich Kontakte pflegen?

Kann ich meine Wahrnehmung äußern?

Kann ich Grenzen setzen, ohne anschließend emotional bestraft zu werden?

Je weniger davon möglich erscheint, desto wichtiger wird der Blick auf die Dynamik.

 

 

 

12 kontrollierende Verhaltensmuster

 

1. Projektion und Gegenbeschuldigungen

 

Du sprichst ein Verhalten an.

Und plötzlich bist du selbst das Problem.

Du sagst:

„Ich wünsche mir mehr Verlässlichkeit.“

Die Antwort lautet:

„Du bist doch selbst vollkommen unzuverlässig.“

Oder:

„Du behandelst mich viel schlimmer.“

Damit verlagert sich das Gespräch.

Statt über das ursprüngliche Verhalten zu sprechen, verteidigst du dich.

Ob hier psychologisch tatsächlich Projektion vorliegt, lässt sich von außen selten sicher beurteilen.

Für dich ist zunächst etwas anderes wichtig:

Wird der ursprüngliche Punkt noch geklärt – oder landest du regelmäßig in der Defensive?

 

 

 

2. Zeitdruck und Bedrängen

 

„Sag jetzt Ja oder Nein.“

„Warum kannst du darauf nicht sofort antworten?“

„Wenn du mich lieben würdest, müsstest du darüber nicht nachdenken.“

Zeitdruck verkleinert Entscheidungsfreiheit.

Gerade bei emotional bedeutsamen Fragen ist das problematisch.

Eine einfache Grenze kann lauten:

„Ich entscheide das, nachdem ich darüber nachgedacht habe.“

Zeit zum Denken ist kein Angriff.

Sie ist Teil selbstbestimmter Entscheidungen.

 

 

 

3. Herunterspielen

 

Du sprichst eine Verletzung oder Grenzüberschreitung an.

Die Antwort:

„So schlimm war das doch gar nicht.“

„Du übertreibst.“

„Das war doch nur Spaß.“

„Du bist viel zu empfindlich.“

Vielleicht bewerten zwei Menschen eine Situation tatsächlich unterschiedlich.

Kritisch wird es, wenn deine Wahrnehmung systematisch entwertet wird.

Eine hilfreiche Gegenfrage lautet:

„Unabhängig davon, wie du es bewertest: Kannst du akzeptieren, dass es für mich relevant war?“

 

 

 

4. Unterstellungen über deine Motive

 

„Du sagst das nur, um mich zu verletzen.“

„Eigentlich willst du Aufmerksamkeit.“

„Du bist neidisch.“

„Du willst mich kontrollieren.“

Der andere Mensch behauptet zu wissen, weshalb du etwas tust.

Das kann ausgesprochen verunsichern.

Du darfst deine eigenen Motive selbst benennen.

Zum Beispiel:

„Du darfst das so interpretieren. Ich beschreibe meine Motivation anders.“

Du musst weniger beweisen, was in deinem Inneren geschieht.

 

 

 

5. Herablassung

 

Kontrolle kann auch über Status erzeugt werden.

Ein Tonfall signalisiert:

„Ich weiß es besser.“

„Du verstehst das sowieso nicht.“

„Sei froh, dass ich dir das erkläre.“

Über längere Zeit kann das Selbstvertrauen erodieren.

Die entscheidende Frage lautet:

Begegnen wir uns trotz unterschiedlicher Fähigkeiten oder Rollen grundsätzlich auf Augenhöhe?

 

 

 

6. Beschämung

 

Scham ist ein starkes soziales Gefühl.

Deshalb eignet sie sich hervorragend zur Kontrolle.

„Wie kannst du nur?“

„Was bist du bloß für ein Mensch?“

„Jeder normale Mensch würde …“

„Du solltest dich schämen.“

Jetzt geht es weniger um ein konkretes Verhalten.

Die ganze Person wird infrage gestellt.

Eine gesündere Konfliktkommunikation lautet:

„Dieses konkrete Verhalten war für mich problematisch.“

Beschämung dagegen vermittelt:

„Mit dir stimmt grundsätzlich etwas nicht.“

Das macht einen großen Unterschied.

 

 

 

7. Schuldgefühle als Druckmittel

 

„Nach allem, was ich für dich getan habe …“

„Wenn du jetzt gehst, weiß ich ja, wie wichtig ich dir bin.“

„Dann brauchst du dich später nicht zu wundern.“

Schuldgefühle können Verantwortung anzeigen.

Sie können ebenso erzeugt werden, um eine Entscheidung zu beeinflussen.

Frage dich:

Habe ich tatsächlich etwas getan, für das ich Verantwortung übernehmen möchte – oder soll mein Schuldgefühl vor allem mein Verhalten steuern?

 

 

 

8. Wechsel zwischen Aufwertung und Abwertung

 

Heute bist du großartig.

Morgen egoistisch.

Heute die wichtigste Person.

Morgen vollkommen enttäuschend.

Dieser Wechsel kann dazu führen, dass du dich immer stärker bemühst, wieder die positive Phase herzustellen.

Dann wird Anerkennung zu einer Art Steuerungsinstrument.

Hilfreich ist:

Beurteile die Beziehung weniger nach den intensivsten Momenten und stärker nach dem wiederkehrenden Muster.

 

 

 

9. Wut und Einschüchterung

 

Laute Stimme.

Drohungen.

Heftige Reaktionen.

Abwertungen.

Aggressive Gesten.

Auch wenn keine körperliche Gewalt geschieht, kann Wut eine klare Funktion bekommen:

Du lernst, welche Themen besser weniger angesprochen werden.

Damit verändert sich dein Verhalten.

Die entscheidende Frage lautet:

Kann ich noch frei sprechen – oder organisiert meine Angst vor der Reaktion inzwischen das Gespräch?

 

 

 

10. Schweigen und Kontaktentzug als Strafe

 

Menschen brauchen manchmal Abstand.

Das ist vollkommen legitim.

Etwas anderes ist gezielter Kontaktentzug, um Druck aufzubauen.

Zum Beispiel:

Du setzt eine Grenze.

Darauf folgen mehrere Tage demonstratives Schweigen.

Der implizite Lerneffekt:

„Wenn ich wieder Nähe möchte, sollte ich künftig nachgeben.“

Genau dadurch kann Distanz zum Kontrollinstrument werden.

 

 

 

11. Mikromanipulationen

 

Manche Einflussversuche sind klein genug, um kaum benennbar zu wirken.

Ein Blick.

Eine beiläufige Bemerkung.

Ein Seufzen.

Eine scheinbar harmlose Frage.

„Willst du das wirklich anziehen?“

„Interessant, dass du gerade mit dieser Person so viel Kontakt hast.“

„Mach ruhig. Ich sage ja schon gar nichts mehr.“

Einzeln betrachtet wirkt das wenig spektakulär.

In der Summe können solche Signale dein Verhalten stark beeinflussen.

Die Frage lautet:

Wie oft ändere ich inzwischen etwas, damit die andere Person ruhig bleibt?

 

 

 

12. Kontrolle über deine Realität

 

Besonders belastend wird es, wenn du zunehmend an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst.

„Das habe ich nie gesagt.“

„Du erinnerst dich falsch.“

„Das bildest du dir ein.“

„Du bist paranoid.“

„Niemand außer dir sieht das so.“

Nicht jede unterschiedliche Erinnerung ist Gaslighting.

Menschen erinnern sich tatsächlich verschieden.

Problematisch wird es bei einem wiederkehrenden Muster, durch das du systematisch deiner eigenen Wahrnehmung misstraust und dadurch leichter steuerbar wirst.

 

 

 

Die entscheidende Frage lautet weniger: Ist das Absicht?

 

Viele Betroffene beschäftigen sich intensiv damit:

„Macht dieser Mensch das bewusst?“

Vielleicht.

Vielleicht teilweise.

Vielleicht läuft vieles automatisiert.

Für deinen Selbstschutz ist diese Frage oft zweitrangig.

Denn auch unbewusstes Verhalten kann belastend sein.

Die stärkere Frage lautet:

„Welche Wirkung hat dieses Verhalten – und verändert sie sich, wenn ich sie anspreche?“

 

 

 

Reaktion auf Grenzen liefert wichtige Informationen

 

Grenzen sind ein erstaunlich guter Beziehungstest.

Ein Mensch muss deine Grenze weniger mögen.

Er darf enttäuscht sein.

Er darf anderer Meinung sein.

Doch langfristig sollte möglich sein:

darüber zu sprechen,

sie zu respektieren,

Kompromisse zu suchen,

Verantwortung zu übernehmen.

Wenn Grenzen regelmäßig zu:

Strafe,

Beschämung,

Drohungen,

Abwertung,

Rache

oder Eskalation

führen, verdient das Aufmerksamkeit.

 

 

 

Kontrolle funktioniert häufig über deine Reaktion

 

Ein kontrollierendes Muster braucht häufig deine Beteiligung.

Du rechtfertigst dich.

Du erklärst immer mehr.

Du versuchst, den anderen zu beruhigen.

Du beweist deine guten Absichten.

Du korrigierst jede falsche Behauptung.

Du möchtest unbedingt verstanden werden.

Das ist menschlich.

Und es kann dich immer tiefer in die Dynamik ziehen.

Manchmal ist die stärkere Reaktion:

weniger erklären, klarer entscheiden.

 

 

 

Du brauchst weniger Zustimmung zu deiner Grenze

 

Eine Grenze lautet weniger:

„Bitte verstehe, weshalb ich das brauche.“

Sie lautet:

„Das ist meine Entscheidung.“

Natürlich darfst du erklären.

Doch die Gültigkeit deiner Grenze hängt weniger davon ab, ob der andere Mensch sie überzeugend findet.

Das ist ein wichtiger Schritt zurück zur eigenen Handlungsfähigkeit.

 

 

 

Der Kontroll-Kompass

 

Wenn du unsicher bist, ob eine Situation zunehmend kontrollierend wird, helfen fünf Fragen.

 

1. Was passiert konkret?

Beschreibe Verhalten.

Weniger:

„Er kontrolliert mich.“

Mehr:

„Wenn ich mich mit Freunden treffe, folgen anschließend stundenlange Vorwürfe.“

 

2. Was geschieht mit meiner Freiheit?

Passe ich Entscheidungen zunehmend aus Angst vor Reaktionen an?

 

3. Darf ich widersprechen?

Wie reagiert die andere Person auf ein Nein oder eine andere Sicht?

 

4. Wiederholt sich das Muster?

Ein einzelner Konflikt sagt wenig.

Wiederholung verändert die Bedeutung.

 

5. Was brauche ich jetzt?

Gespräch?

Klare Grenze?

Abstand?

Dokumentation?

Unterstützung?

Eine weitergehende Entscheidung?

Damit wandert die Aufmerksamkeit zurück zu dir.

 

 

 

Der Realitäts-Kompass

 

Wenn Gespräche regelmäßig deine Wahrnehmung erschüttern, kann ein zweiter Kompass helfen.

 

Was habe ich beobachtet?

Konkretes Verhalten.

 

Was wurde anschließend behauptet?

Interpretation des Gegenübers.

 

Welche Fakten sind vorhanden?

Nachrichten.

Absprachen.

Daten.

Zeugen.

Eigene Notizen.

 

Was fühle ich?

Angst?

Verwirrung?

Schuld?

Druck?

 

Was entscheide ich?

Zurück zum eigenen Handlungsspielraum.

Dieser letzte Schritt ist besonders wichtig.

 

 

 

Deine Nervosität kann Teil der Information sein

 

Wer längere Zeit in einer kontrollierenden Beziehung lebt, beginnt manchmal, ständig das Umfeld zu beobachten.

Wie ist die Stimmung?

Was könnte gleich passieren?

Was darf ich ansprechen?

Welche Reaktion kommt?

Das Nervensystem wird immer aufmerksamer.

Diese Hypervigilanz kann ausgesprochen erschöpfend sein.

Sie bedeutet weniger automatisch, dass jede wahrgenommene Gefahr objektiv vorhanden ist.

Sie zeigt jedoch:

Dein System erlebt die Situation als wenig sicher und schwer vorhersehbar.

Das verdient ernsthafte Aufmerksamkeit.

 

 

 

Selbstschutz beginnt mit Orientierung

 

Wenn du ständig reagieren musst, bleibt wenig Raum zum Denken.

Deshalb kann der erste Schritt erstaunlich unspektakulär sein:

Abstand.

Zeit.

Aufschreiben.

Mit einer unabhängigen Person sprechen.

Eine Entscheidung vertagen.

Eigene Kontakte pflegen.

Informationen sichern.

Wieder herausfinden:

Was denke ich eigentlich selbst?

 

 

 

Verstehen bedeutet weniger entschuldigen

 

Vielleicht verstehst du irgendwann, weshalb ein Mensch stark kontrolliert.

Vielleicht spielen:

Selbstwertprobleme,

Angst vor Kontrollverlust,

Verletzlichkeit,

frühere Erfahrungen,

rigide Beziehungsmuster

eine Rolle.

Das kann Mitgefühl ermöglichen.

Und gleichzeitig darfst du sagen:

„Diese Erklärung verändert meine Grenze weniger.“

Mitgefühl und Selbstschutz vertragen sich hervorragend.

 

 

 

Die Kontrolle über den anderen zurückzugeben, ist Freiheit

 

Ein großer Wendepunkt kann entstehen, wenn du erkennst:

Du bist weniger verantwortlich dafür,

wie der andere deine Grenze bewertet,

ob er enttäuscht ist,

ob er dich versteht,

ob er zustimmt,

ob er dich weiterhin für einen guten Menschen hält.

Du bist verantwortlich für dein Verhalten.

Und für deine Entscheidungen.

Das verändert die Dynamik.

 

 

 

Was du besser wenig tust

 

Einige Reaktionen kosten viel Kraft und bringen in rigiden Dynamiken wenig.

Zum Beispiel:

jede Unterstellung widerlegen,

stundenlang die eigene Sicht erklären,

den anderen zu Einsicht zwingen,

auf jede Provokation reagieren,

immer wieder dieselbe Grenze neu verhandeln.

Manchmal ist weniger Kommunikation mehr Klarheit.

 

 

 

Kurze, klare Sätze

 

Zum Beispiel:

„Ich sehe das anders.“

„Darüber entscheide ich später.“

„Diese Form des Gesprächs beende ich jetzt.“

„Ich diskutiere meine Grenze weniger weiter.“

„Wir können darüber sprechen, wenn wir beide respektvoll bleiben.“

Klarheit reduziert Angriffsfläche.

 

 

 

Wann Distanz sinnvoll werden kann

 

Manche Dynamiken lassen sich durch bessere Kommunikation verbessern.

Andere kaum.

Wenn Kontrolle, Angst, Einschüchterung oder massive Grenzverletzungen zunehmen, braucht es möglicherweise mehr Abstand.

Bei körperlicher Gewalt, Drohungen, Stalking oder ernsthafter Gefährdung steht Sicherheit an erster Stelle. Dann sind geeignete Beratungsstellen, Schutzangebote, Polizei beziehungsweise juristische Unterstützung die passenden Ansprechpartner.

Psychologische Unterstützung kann dabei helfen, die eigene Situation zu sortieren und Entscheidungen vorzubereiten.

 

 

 

Veränderung erkennst du am Verhalten

 

Menschen können sich verändern.

Versprechen allein zeigen wenig.

Interessanter ist:

Werden Grenzen respektiert?

Wird Verantwortung übernommen?

Nimmt Kontrolle ab?

Sind Konflikte zunehmend klärbar?

Bleibt die Veränderung über längere Zeit bestehen?

Das sind wesentlich belastbarere Hinweise.

 

 

 

Du musst weniger wissen, warum jemand kontrolliert

 

Vielleicht lautet die wichtigste Botschaft dieses Beitrags:

Du musst die Psyche des anderen Menschen weniger vollständig entschlüsseln.

Du brauchst keinen endgültigen Beweis für Narzissmus.

Du brauchst weniger hundert Videos über seine möglichen Motive.

Irgendwann reichen einige konkrete Fragen:

Wie werde ich behandelt?

Wie frei bin ich noch?

Was geschieht, wenn ich Nein sage?

Kann ich mir selbst noch vertrauen?

Was brauche ich, um wieder mehr Handlungsspielraum zu haben?

 

 

 

Von der Kontrolle zurück zur Selbstführung

 

Kontrollierende Dynamiken ziehen Aufmerksamkeit immer stärker zum anderen Menschen.

Was denkt er?

Was will sie?

Was macht er als Nächstes?

Wie verhindere ich ihre Reaktion?

Der Weg zurück beginnt mit einer anderen Blickrichtung:

Was nehme ich wahr?

Was brauche ich?

Was ist meine Grenze?

Welche Möglichkeiten habe ich?

Welche Entscheidung entspricht meiner Würde?

Damit beginnt Selbstführung.

 

 

 

Unterstützung bei kontrollierenden und narzisstischen Dynamiken

 

Wenn du schon längere Zeit in einer belastenden privaten oder beruflichen Beziehung steckst, kann es schwierig werden, die eigene Situation noch klar einzuschätzen.

Im geschützten 1:1-Rahmen können wir gemeinsam sortieren:

Was geschieht tatsächlich?

Welche Muster wiederholen sich?

Was ist Interpretation und was ist beobachtbares Verhalten?

Welche Grenzen brauchst du?

Was liegt in deinem Einfluss?

Wie kannst du deinen Zustand stabilisieren?

Und welche Entscheidung hilft dir, wieder mehr Würde, Sicherheit und Handlungsspielraum zu gewinnen?

Dabei geht es weniger darum, den anderen Menschen möglichst vollständig zu analysieren.

Es geht darum, dass seine Kontrolle immer weniger darüber entscheidet, wie du dein eigenes Leben führst.

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

3 Kommentare

  1. Leider gelingt es nicht sich immer vor Narzissten zu schützen. Ich helfe den Kollegen, wo ich kann.

    Antworten
  2. Grenzen zu setzen ist zwar schwer doch notwendig. Vielen Dank für Ihre Arbeit.

    Antworten
  3. Wenn Familienmitglieder Narzissten sind, dann ist es sehr schwer, das zu durchschauen. Es fühlt sich normal an, weil man die narzisstischen Manipulationen und Unterdrückungen sein Leben lang kennt und nicht weiß, dass es außerhalb von dieser Situation etwas anderes gibt.

    Ein wichtiger Eckpunkt ist die Isolation in der man sich befindet, weil der Narzisst ständig warnt vor dem Bösen Außen und seine Ansichten stereotyp wiederholt. Ein Kind, das von einem Narzissten erzogen wurde, wird im Leben immer versuchen, es den Menschen recht zu machen. Damit verliert er sehr viel Substanz. Er zieht automatisch jene Menschen zu sich, welchen es nichts ausmacht, jemanden auszunutzen und übel zu behandeln. Erst langsam kommt Bewusstsein auf und nur hartes Training lässt Besserung zu.

    Schlechtes Gewissen, nicht mehr geleistet zu haben, hält lebenslang an und sich durchzusetzen fällt auffallend schwer. Meist wird man übersehen, überhört und nicht wichtig genommen. Erst, wenn man aufdreht wird erschrocken reagiert, gleichzeitig aber so getan, als wäre die Forderung nach Gerechtigkeit völlig überzogen.

    Allgemeines Ungleichgewicht scheint ein Begleitmuster des Lebens zu sein und Balance geht meist auf Kosten anderer. Nämlich jener, die (zu) vieles in Kauf nehmen, ohne sich zu wehren.

    Antworten

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YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

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22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Juli 2018
Überarbeitung: 27. Dezember 2021
AN: #749
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