Wer trifft bessere Entscheidungen; Commander Spock oder Captain Kirk?

Reicht ein kühler Kopf für gute Entscheidungen?
Somatische Marker - Karsten Noack Training & Coaching Berlin

Ego cogito, ergo sum. – Ich denke, also bin ich.

René Descartes

 

 

Sind Vulkanier die besseren Entscheider?

 

Wenn Commander Spock als Halb-Vulkanier, die besseren Entscheidungen trifft, weshalb ist er dann nicht der Cäptain, sondern James Tiberius Kirk?

Noch immer glauben viele Menschen vernünftige Entscheidungen müssten mit kühlem Kopf, dort und nur dort, getroffen werden. Schon René Descartes meinte; Gefühle und Vernunft schließen einander aus. Doch, wenn das stimmen würde, müsste jemand der keine Gefühle empfindet besonders rational sein, besonders gute Entscheidungen treffen.

René Descartes und seine Anhänger gehen von einer vollkommenen Trennung zwischen Geist und Körper aus. Auf dieser Annahme basierend findet das Denken vollkommen losgelöst vom Körper statt. Viele Erfahrungen zeigen das Gegenteil, denn ohne Gefühle ist kein vernünftiges Handeln möglich, Geist und Körper bilden eine untrennbare Einheit. Gefühle und Empfindungen wirken sich auf Denkprozesse aus und andersherum. Auch die sogenannten somatischen Marker werden gerne übersehen.

 

 

 

 

Somatische Marker oder einfach Bauchgefühl

 

Die Bezeichnung des somatischen Markers geht auf António Damásio zurück. Von ihm stammt die These, dass alle Erfahrungen, die ein Mensch in Laufe seines Lebens macht, in einem emotionalen Erfahrungsgedächtnis gespeichert werden. Das Gehirn beginnt schon vor der Geburt Erlebtes in einer nicht sprachlichen, bewussten Form von Emotionen und Körperempfindungen mit einer Bewertung zu speichern. Jede Erfahrung wird mit einer einfachen Bewertung „Wohlgefühl, positiv, wiederholen“ oder „negativ, künftig vermeiden“ bewertet und gespeichert. Dieses Erfahrungsgedächtnis teilt sich über körperliche Signale mit. Die sogenannten somatischen Marker melden sich bei (tatsächlichen oder vorgestellten) Reizwiederholungen innerhalb von Bruchteilen eines Moments.

Somatische Marker stellen die Summe gesammelter persönlicher Erfahrungen dar. Es ist ein körperliches (von griechisch soma „Körper“) Signal, das vom Unbewussten ausgelöst wird. Innerhalb von Millisekunden signalisiert uns unser Körper „Tun“ oder „Lassen“. Somatische Marker können als Hilfsmittel benutzt werden, um kluge Entscheidungen zu treffen. Dazu ist es erforderlich den Hinweis als solchen wahrzunehmen. Manche bezeichnen diese Hinweise metaphorisch als Bauchgefühl, auch wenn sie ebenso wie das Bewusste im Gehirn ihren Ursprung haben.

 

 

 

 

Rationeller Kopf oder inuitiver Bauch?

 

Bewusstes oder Unbewusstes? Mehr Augen, mehr Orientierungspunkte! Es ist allerdings erforderlich herauszufinden, ob der Hinweis im Bauch mit den im zugrundeliegenden Erfahrungen für die jeweilige Situation auch tatsächlich relevant sind. Nicht jeder blaue Fleck, der Jahre später noch Bauchschmerzen macht, sollte vor neuen Anrufen abhalten und nicht jeder Sehnsucht muss unvorbereitet gefolgt werden. Die Relevanz gilt es stets neu zu überprüfen und Altlasten, die sich störend einmischen aufzulösen!

Gute Entscheidungen haben sowohl eine rationale und eine emotionale Komponente. Wer sich nur auf eine Perspektive verlässt, trifft seltener gute Entscheidungen! Das Gespann Spock und Kirk hat so die unendlichen Weiten recht erfolgreich durchstreifen lassen, selbst da wo noch nie zuvor ein Mensch war.

 

 

 

P.S.

 

Welche Priorität geben Sie Kopf und Bauch bei Ihren Entscheidungen?