Wer trifft die besseren Entscheidungen, Kopf oder der Bauch?

Tagesmotto*
Es gibt zwei gefährliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen. –Blaise Pascal

Kopf- oder Bauchentscheidungen?

 

Entscheiden Sie stets mit dem Kopf oder berücksichtigen Sie auch das Bauchgefühl? Wie wäre es heute mal damit ganz besonders aufmerksam für das Bauchgefühl zu sein?

Überblick

 

 

 

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual?

 

Wenn wir nicht tatsächlich von einer herausragenden Option überzeugt sind, stimmt der Spruch „Wer die Wahl hat, hat die Qual.“ gefühlt schon irgendwie. Im Grunde ist Wahlfreiheit ja schon erstrebenswert, es hat nur mitunter so viele Konsequenzen. Es kann Angst machen, wenn vieles von Entscheidungen abhängt.

Als autonome Wesen dürfen wir selbst entscheiden. Wir sind dann auch für unsere Entscheidungen Verantwortung und können niemanden die Schuld in die Schuhe schieben, wenn wir uns geirrt haben. Nicht jede Entscheidung entpuppt sich schließlich später als Glücksgriff. Auch das gehört zu einem selbstbestimmten Leben dazu. Unsere Entscheidungen prägen uns.

 

 

 

Wer trifft die besseren Entscheidungen, Kopf oder der Bauch?

 

Andauernd gilt es Entscheidungen zu treffen. Nur wie? Wer entscheidet besser, Kopf oder Bauch? Es sprechen einige gute Gründe dafür, sich auch dem Bauchgefühl als Hinweisgeber vorhandener Erfahrungen zu widmen. Schließlich sammelt sich da im Laufe der Zeit ja eine ganze Menge an Erfahrungen an.

 

 

 

Kopfentscheidungen

 

Logik bleibt Logik, also sollten Entscheidungen mit dem bewussten Verstand getroffen werden. Davon sind zumindest viele Menschen überzeugt, wenn sie gefragt werden, worauf ihre Entscheidungen beruhen.

Kopflos sollten wichtige Entscheidungen nicht getroffen werden. Wenn wir jedoch ignorieren, was uns unser Herz dazu zu sagen hat, dann riskieren wir eine reine Kopfentscheidung zu treffen. Die wird uns oft auf Dauer nicht glücklich machen und nach den Erkenntnissen der Neurowissenschaft vermutlich auch nicht die beste Wahl sein. Es sprechen einige Anzeichen dafür, dass das Bauchgefühl einiges zu bieten hat. Untersuchungen zeigen, das spontane und intuitive Entscheidungen oft bessere Ergebnisse zeitigen als solche nach gründlicher intellektueller Abwägung aller erkennbaren Gesichtspunkte.

 

 

 

Bauchentscheidungen: Das fühlt sich gut an

 

Manches lässt sich kaum mit Worten beschreiben und entzieht sich der Logik. Spätestens dann ist der Bauch gefordert. Bauchentscheidungen sind in der Regel spontan und beruhen auf emotionalen Impulsen.

Welche Qualität haben diese Bauchentscheidungen oder genauer Gefühlsentscheidungen? Das wird vor allem davon geprägt, mit welchen Werten und Prioritäten wir uns durch die Welt bewegen. Unbewusst liefern diese dann durch die gebildeten Filter den Focus auf Optionen. Wir beachten eher, was das Unbewusste für relevant hält. Und, weil wir unbewusst weit mehr Informationen als bewusst verarbeiten können, erleichtert das unser Leben.

Daraus ist allerdings nicht abzuleiten, dass wir unter dem Eindruck von Gefühlen auch zwangsläufig die beste Entscheidung treffen, im Gegenteil: Wenn wir vor etwas Angst haben entscheiden wir vermutlich anders, als wenn es diese Angst nicht gäbe. Manchmal mischen sich halt auch blaue Flecken ein und es gilt zuerst Ordnung zu schaffen. Erst dann ist den Gefühlsentscheidungen zu trauen.

 

 

 

Gefühlen auf den Grund gehen

 

Blaue Flecken und Missverständnisse in der persönlichen Lebensgeschichte können zu interessanten Einsichten führen. Die Therapiemethode Focusing basiert beispielsweise darauf, dass dem mit einem Thema verknüpftem Gefühl ein passender Name gegeben wird und so eine Klärung gefördert wird.

Bei Hypnobalancing werden Gefühle ebenfalls als Ausgangspunkt für die Auflösung einschränkender Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensmuster genutzt.

Um Immanuel Kant zu zitieren; „Sie begriffen, dass die Vernunft nur das einsieht, was sie selbst nach ihrem Entwurfe hervorbringt.“ Gefühle zu ignorieren ist jedenfalls nicht sehr clever.

 

 

 

Fazit

 

Pflegen Sie Ihre Gefühlswelt und berücksichtigen Sie bei Entscheidungen sowohl Kopf als auch Bauch. Die Leute mit den Bildgebenden Verfahren behaupten ja ohnehin, dass alle menschlichen Entscheidungen Gefühlsentscheidungen wären. Der viel gepriesene menschliche Verstand fungiert lediglich als ein Berater, der Empfehlungen gibt.

*Anmerkungen

 

Das Tagesmotto wähle ich meist, weil mich etwas daran anspricht. Es lacht mich an oder reizt mich. Es fühlt sich so an, als könnte es etwas bewegen und dem will ich auf dem Grund gehen. So widme ich jedem Tag ein Motto und lasse mich überraschen was es mit mir macht.

Mitunter klärt sich der Grund für die Wahl erst später. Deswegen sind die Gedanken zum Tagesmotto meist auch keine Artikel, sondern Assoziationen. Es sind in Worte verwandelte Gedanken. Sie sind spontan und außerdem veröffentliche ich sie häufig, während ich unterwegs bin. Sie neigen deswegen dazu in Fragmenten zu erscheinen. Fühlen Sie sich eingeladen Ihre Assoziationen hinzuzufügen, um Ihre persönlichen Perspektiven zu bereichern – das Bild abzurunden.

 

Die folgenden Fragen helfen dabei vom Tagesmotto ganz persönlich zu profitieren:

 

  • Was löst das Zitat bei Ihnen aus?
  • Unter welchen Umständen stimmen Sie der Aussage zu und wann nicht?
  • Was hat die Aussage in Ihrem Leben für eine Bedeutung?
  • Wie kann das Tagesmotto Ihr Leben bereichern?
  • In welchem Zusammenhang könnte die Aussage nützlich sein?
  • Wo wollen Sie sich wie daran erinnern?

P.S.

 

Entscheiden Sie stets mit dem Kopf oder berücksichtigen Sie auch das Bauchgefühl? Wie wäre es heute mal damit ganz besonders aufmerksam für das Bauchgefühl zu sein?

4 Kommentare

  1. Beides zu seiner Zeit!

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  2. Ich vertraue oft meiner Intuition und damit bin ich sehr gut gefahren.

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  3. Der Mix macht es!

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. September 2018
Überarbeitung: 19. September 2020
AN: #4338