Ist Entscheidungsfreiheit nur eine Illusion?
Die Frage nach der Freiheit: Sind wir wirklich unabhängig?
Ist Entscheidungsfreiheit nur eine Illusion?
Haben wir wirklich die volle Kontrolle über unsere Entscheidungen, oder sind wir Marionetten unserer Gene, Erfahrungen und des Gehirns? Stell dir vor, du stehst vor einem Labyrinth mit unzähligen Wegen. Du wählst einen Pfad, aber was, wenn der Ausgang längst von unsichtbaren Kräften vorgegeben wurde? Dieser Gedanke lädt uns ein, tiefer in die Frage einzutauchen, wie frei wir wirklich sind.
Dieser Beitrag untersucht, inwieweit Entscheidungsfreiheit Realität oder Illusion ist und wie wir bewusst Einfluss nehmen können.
Sind Entscheidungen nur eine Illusion?
Wie frei sind wir in unseren Entscheidungen? Werden wir von unserem Gehirn ferngesteuert? Diese Frage beschäftigte zuerst Philosophen, dann Psychologen und später auch Hirnforscher.
Experimente weisen darauf hin, dass unser Gehirn Entscheidungen vorwegnimmt. Noch bevor wir uns bewusst sind, wie unsere Wahl ausfallen wird, hat das Gehirn schon Schaltkreise für die Entscheidung aktiviert. Das lässt sich durch Messungen der Hirnströme nachweisen. Das Gehirn entscheidet selbständig und unbewusst, geprägt von Erfahrungen und Körpersignalen. Erst anschließend teilt es uns diese Beschlüsse mit.
Wie kann es sein, dass unser Gehirn schon vorab weiß, wie wir uns entscheiden werden, noch bevor es bewusst passiert? Für viele gilt der Nachweis dieser Hirnreaktion seither als Argument dafür, dass der freie Wille nur eine Illusion ist. Denn offenbar werden unsere Entscheidungen durch unbewusste Hirnmechanismen erzeugt und nicht durch unser bewusstes Ich gesteuert. Unsere Gene bestimmen, wie wir äußerlich aussehen und nun also wohl auch, wie es in uns aussieht. Alles nur eine Frage der Gene oder doch nicht?
Wie weit haben wir dann überhaupt noch bewussten Einfluss?
Sind unsere Charakterzüge vorgegeben? Was ist angeboren und was ist erlernt? Mittels Studien an eineiigen Zwillingen lassen sich Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf die menschliche Entwicklung erkunden. Diese Studien mit Zwillingen, die in der Kindheit räumlich getrennt aufwuchsen, zeigen, dass tatsächlich bestimmte Verhaltensweisen angeboren sind. Allerdings betrifft dies nicht alle Bereiche, denn trotz ihrer identischen genetischen Voraussetzungen zeigen auch Zwillinge kein identisches Verhalten.
Sind wir wirklich nicht mehr als die Summe unsere Gene?
Ein lohnenswerter Vortrag von Sebastian Seung widmet sich der Frage, ob wir als Menschen mehr sind als die Summe unsere Gene. Sein Vortragstitel beantwortet die Frage schon im Vorfeld, es lohnt sich trotzdem ihm zuzuhören. Video bei TED Talks: Wir sind mehr als die Summe unserer Gene!
Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.
Arthur Schopenhauer
Persönlichkeitsbildung
Bei Entscheidungen reagiert das Gehirn blitzschnell und überprüft, ob uns eine der Alternativen bekannt vorkommt. Entscheiden wir uns für eine vertraute Option, dann wird der Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet. Das auch als Glückshormon bekannte Dopamin sorgt dafür, dass Das ist schade, wenn tendenziell die vermeintlich risikoärmere, weil bekannte, Option gewählt wird. Das muss allerdings nicht tatsächlich die beste Wahl sein. Diesen Zusammenhang machen sich heute beispielsweise Marken zunutze.
In der Pubertät macht sich hingegen häufiger das Hormon Testosteron bemerkbar. Es sorgt für eine höhere Risikobereitschaft und eher unvernünftige Aktivitäten.
Weitere biochemische Prozesse beeinflussen Wahrnehmung, Denken und Handeln. Außerdem mischen auch noch einige kognitive Fehlfunktionen mit, die gute Entscheidungen nicht gerade einfacher machen. Allerdings sind wir auch ihnen nicht ausgeliefert.
Das menschliche Unbewusste ist kein Zufallsprodukt. Im Laufe der persönlichen Entwicklung macht es sich eine Vorstellung davon, was für uns welche Priorität hat. Insbesondere die Beschäftigung mit Werten prägt das Unbewusste. So fördern wir den Raum von Wahrnehmung, Denken und Handeln. Anfangs gescheit das noch weitgehend durch die Eltern und das Umfeld. Ab einem gewissen Punkt im Leben, also spätestens mit der Volljährigkeit, sind, wird selbst im Wesentlichen dafür zuständig. Leider wird dieser Form der Persönlichkeitsbildung in unserer Kultur nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet. Das ist schade, denn wer bereit dazu ist, der wird auch unbewusst bessere Entscheidungen treffen und steigert die Wahrscheinlichkeit auf ein erfülltes Leben. Wir haben die Wahl!
Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.
Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?
Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.
Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.
Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.
2 Kommentare
Einen Kommentar abschicken
Grenzsituationen meistern: Klar bleiben und handlungsfähig entscheiden
Grenzsituationen erschüttern Gewissheiten. Erfahre, wie du unter Unsicherheit klarer denkst, Prioritäten findest und tragfähige Entscheidungen triffst.
Verantwortung übernehmen: Vom Ärgern zum Gestalten
Verantwortung bedeutet weder Schuld noch alles tragen zu müssen. Erfahre, wie du deinen Einflussbereich erkennst, handelst und klare Grenzen setzt.
Formale Logik: Klarer denken und bessere Schlüsse ziehen
Formale Logik alltagstauglich erklärt: Voraussetzungen prüfen, Schlussfolgerungen hinterfragen und vermeintliche Gewissheiten genauer betrachten.
Extrinsische Motivation: Bedeutung, Beispiele und Selbstführung
Was bedeutet extrinsische Motivation? Wie Geld, Anerkennung, Status und Erwartungen Entscheidungen beeinflussen – und wie du deine eigenen Motive klarer erkennst.
Unbequeme Wahrheiten: Wie du mit kritischem Feedback umgehst
Unbequeme Rückmeldungen souverän prüfen: Kritik einordnen, Abwehrreaktionen erkennen und gerade in Verantwortung besseren Kontakt zur Realität behalten.
Opportunismus: Flexibilität oder Verrat an den eigenen Werten?
Opportunismus verstehen: Wann Anpassungsfähigkeit sinnvoll ist, wann der eigene Vorteil Werte verdrängt und wie Flexibilität mit Rückgrat gelingt.
Geduld oder Aufschub? Wann Warten klug ist | Karsten Noack
Wann ist Geduld eine Stärke und wann wird Warten zur Vertagung? Der Gedulds-Kompass hilft dir zu erkennen, wann etwas reifen darf und wann der nächste Schritt dran ist.
Zukunft gestalten statt Gegenwart fortschreiben | Karsten Noack
Warum Prognosen für wichtige Entscheidungen oft zu kurz greifen. Erfahre, wie klare Zielbilder, neue Perspektiven und Executive Sparring Zukunft gestalten.
Milchmädchenrechnungen im Unternehmen – Warum scheinbar kluge Entscheidungen teuer werden
Sie wirken logisch. Sie sehen gut aus. Und sie führen in die Irre: Milchmädchenrechnungen im Unternehmen. In diesem Video, geht es darum warum viele betriebswirtschaftlich “richtige” Entscheidungen langfristig katastrophale Folgen haben – für Umsatz, Kultur und Vertrauen.
YouTube-Kanal @karstennoack
Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.
Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.
Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.
Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.
Zum Kanal @karstennoack (Der externe Link öffnet meinen YouTube-Kanal in einem neuen Fenster.)
YOUTUBE.COM/@KARSTENNOACK
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Juni 2019
Überarbeitung: 24. November 2019
Englische Version:
AN: #8780
K: CNB
Ü:









Die Vorstellung wäre doch schlimm, wenn wir keinen freien Willen hätten, hätten wir auch keine Verantwortung und kein eigenes Leben.
Ohne freien Willen wäre das Leben nur ein trauriger Witz.