Die Rolle der Satire in der Rhetorik.

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Die Rolle der Satire in der Rhetorik.

Satire

 

Was darf Satire und wozu ist sie gut?

 

Satire

 

Satire transportiert Aussagen, die sich anders nicht oder nur schwer vermitteln lassen.

Satire schafft für Aussagen erstmal einen Rahmen des Unernsten. Der Unernst wird durch Spott und Humor, durch Pointe und Witz erzeugt. Das macht Satire aus, das ist zugleich ihre größte Stärke und ihre größte Schwäche. In diesem Rahmen sind Aussagen möglich, die in einem ernsten Rahmen Widerspruch provozieren würden und sogar Gegenmaßnahmen zur Folge hätten. In dieser unernsten Welt ist Widerspruch gegen Satire nicht möglich. In dieser Welt gibt es keine Ordnung und wer die Satire bewerten will, gibt sich als Spielverderber der Lächerlichkeit preis.

Wirksame Satire, bringt das Publikum zum Lachen und unterhält es. Satire dient der Aufdeckung durch Bloßstellung. Es wird überzeichnet, verzerrt oder entstellt, in jedem Fall hervorgehoben. Das Objekt bleibt identifizierbar, befindet sich nun jedoch im Bild das der Satiriker zum Leben erweckt. Dort gelten eigene Gesetze, denn dort kann auch der Stärkere angegriffen werden, weil er dort keine Macht besitzt.

 

In der Satyre wird die Wirklichkeit als Mangel dem Ideal als der höchsten Realität gegenübergestellt.

Friedrich Schiller

 

Satire ist in erster Linie gegen etwas gerichtet, und zwar gegen eine als fehlerhaft und schlecht empfundene Wirklichkeit in Form von Personen, Institutionen und Geisteshaltungen. Sie werden kritisch mit einem Ideal verglichen, dem sie nicht entsprechen. Geschieht das mit Ironie, dann ist diese Form des Humors Mittel zum Zweck, das ohne den kritischen Anspruch der Satire zu reiner Komödie wird.

Satire tritt nicht nach unten. „Satire hat eine Grenze nach oben: Buddha entzieht sich ihr. Satire hat auch eine Grenze nach unten. Kurt Tucholsky.“ also hat sie doch Grenzen?

 

Was darf Satire? – „Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: „Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.“ Was darf die Satire? Alles.

Kurt Tucholsky

 

Solange Ironie sich mit dem Schleier des Unernsten umgibt, darf sie ansonsten fast alles, solange sie nicht langweilt. Was Satire nicht darf, ist, kein Ideal haben. Dieses Prinzip stößt nur an Grenzen bei Objekten, die schon selbst extrem sind. Beim Holocaust halten viele Menschen die ansonsten weit angelegte Grenze für weit überschritten.

P.S.

 

Wie stehen Sie zur Satire? Was darf Satire und wozu ist sie gut? Welche Rolle spielt die Satire in der Rhetorik? Wie kann sie wirkungsvoll eingesetzt werden?

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Die Satire ist eine Art Spiegel, in dem der Betrachter fast jedermanns Gesicht erkennen kann, außer dem eigenen. Jonathan Swift

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. Mai 2013
Überarbeitung: 14. September 2019
Englische Version:
AN: #121
K: CNB
Ü: