Tagungen wirkungsvoll gestalten: Reden, Moderation und Dramaturgie

Reden, Moderation & Dramaturgie wirkungsvoll planen
Tagung

Tagungen wirkungsvoll gestalten: Reden, Moderation und Dramaturgie

 

Eine Tagung kann hervorragend organisiert sein.

Der Raum stimmt.

Die Technik funktioniert.

Alle Programmpunkte beginnen pünktlich.

Und trotzdem bleibt am Ende wenig hängen.

Warum?

Weil eine Tagung mehr braucht als:

eine Abfolge einzelner Beiträge.

Sie braucht:

  • ein klares Ziel
  • eine erkennbare Dramaturgie
  • gute Redebeiträge
  • starke Moderation
  • sinnvolle Übergänge
  • Gelegenheiten zur Beteiligung

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

„Was steht auf dem Programm?“

Sondern:

„Was soll diese Tagung bei den Teilnehmenden bewirken?“

 

 

 

Was ist eine Tagung?

 

Eine Tagung bringt Menschen zu einem gemeinsamen Thema oder Themenfeld zusammen.

Mögliche Formate sind beispielsweise:

  • Führungskräftetagung
  • Vertriebstagung
  • Fachtagung
  • Konferenz
  • Verbandsveranstaltung
  • Kongress
  • Jahrestagung
  • Klausurtagung

Zum Programm können gehören:

  • Reden
  • Präsentationen
  • Keynotes
  • Podiumsgespräche
  • Workshops
  • Fragerunden
  • Netzwerkphasen

Die Qualität entsteht weniger aus der Anzahl der Programmpunkte.

Entscheidend ist:

wie sinnvoll sie miteinander verbunden sind.

 

 

 

Eine Tagung braucht ein Ziel

 

Bevor Inhalte geplant werden, sollte geklärt sein:

Was soll nach dieser Veranstaltung anders sein?

Zum Beispiel:

  • Menschen verstehen eine neue Strategie.
  • Führungskräfte unterstützen eine Veränderung.
  • Fachwissen wird geteilt.
  • Entscheidungen werden vorbereitet.
  • Positionen werden abgestimmt.
  • Zusammenarbeit wird gestärkt.
  • ein gemeinsames Zukunftsbild entsteht.

Ein unscharfes Ziel führt häufig zu einem unscharfen Programm.

Dann wird aus einer Tagung:

eine Sammlung interessanter Beiträge.

Nur die gemeinsame Richtung fehlt.

 

 

 

Programmplanung beginnt nicht mit Programmpunkten

 

Die klassische Planung fragt schnell:

„Wen könnten wir noch als Redner einladen?“

Stärker ist zunächst:

„Welche Entwicklung soll während der Tagung stattfinden?“

Dann lässt sich entscheiden:

  • welche Inhalte gebraucht werden
  • welche Formate geeignet sind
  • welche Personen sprechen sollten
  • wo Beteiligung sinnvoll ist

Das Ziel bestimmt das Format.

 

 

 

Dramaturgie statt Tagesordnung

 

Eine Tagesordnung sagt:

was wann stattfindet.

Dramaturgie beantwortet zusätzlich:

warum diese Reihenfolge sinnvoll ist.

Eine gute Tagung kann beispielsweise einer Bewegung folgen:

  1. Ausgangslage verstehen
  2. Herausforderung sichtbar machen
  3. Perspektiven erweitern
  4. Optionen diskutieren
  5. Entscheidungen vorbereiten
  6. nächste Schritte klären

Dann entsteht ein Zusammenhang.

Die Beiträge stehen nicht nebeneinander.

Sie bauen aufeinander auf.

 

 

 

Die Eröffnungsrede setzt den Rahmen

 

Die Eröffnungsrede hat eine besondere Aufgabe.

Sie sollte nicht nur:

„Herzlich willkommen“

sagen.

Sie gibt Orientierung.

Zum Beispiel:

  • Warum sind wir heute hier?
  • Warum ist das Thema relevant?
  • Was steht auf dem Spiel?
  • Was soll am Ende erreicht sein?
  • Wie hängt das Programm zusammen?

Eine gute Eröffnung schafft:

gemeinsame Aufmerksamkeit.

 

 

 

Was gehört in eine Eröffnungsrede?

 

Je nach Anlass können folgende Elemente sinnvoll sein:

  • Begrüßung
  • Anlass
  • Bedeutung des Themas
  • gemeinsames Ziel
  • Orientierung über das Programm
  • Erwartung an die Teilnehmenden

Wichtig ist:

Die Eröffnung sollte die Veranstaltung eröffnen.

Nicht bereits alle Inhalte vorwegnehmen.

 

 

 

Die Eröffnungsrede sollte mehr leisten als Organisation

 

Hinweise wie:

  • wo die Toiletten sind
  • wann Pause ist
  • wie das WLAN funktioniert

können notwendig sein.

Sie sollten den eigentlichen Sinn der Eröffnung nicht verdrängen.

Organisatorisches kann häufig:

  • moderiert
  • visualisiert
  • schriftlich bereitgestellt

werden.

Die Eröffnungsrede braucht vor allem:

Bedeutung und Richtung.

 

 

 

Wie lang sollte eine Eröffnungsrede sein?

 

Es gibt keine magische optimale Länge.

Sie hängt ab von:

  • Anlass
  • Publikum
  • Bedeutung
  • Programmdichte

Für viele Tagungen gilt:

kurz genug, um Energie zu erhalten.

Und:

lang genug, um einen echten Rahmen zu setzen.

Wenn die Eröffnungsrede bereits wie die erste Keynote wirkt, ist sie häufig zu umfangreich.

 

 

 

Die erste Rede bestimmt den Ton

 

Der Einstieg prägt Erwartungen.

Wenn eine Tagung beginnt mit:

  • langen Begrüßungslisten
  • Organigrammen
  • Routinefloskeln

entsteht eine andere Erwartung als bei einer klaren Frage:

„Welche Entscheidung müssen wir heute gemeinsam vorbereiten?“

Die ersten Minuten signalisieren:

So relevant wird diese Veranstaltung.

 

 

 

Redebeiträge brauchen eine Funktion

 

Ein Redebeitrag sollte einen erkennbaren Beitrag zum Gesamtziel leisten.

Zum Beispiel:

  • Orientierung geben
  • ein Problem erklären
  • eine Perspektive ergänzen
  • eine Entscheidung vorbereiten
  • motivieren

Ein prominenter Name allein ist noch keine Dramaturgie.

Frag bei jedem Beitrag:

„Warum braucht die Tagung genau diesen Vortrag an genau dieser Stelle?“

 

 

 

Redner brauchen ein klares Briefing

 

Viele Veranstalter teilen hauptsächlich mit:

  • Datum
  • Dauer
  • Titel

Für einen starken Beitrag reicht das selten.

Ein gutes Briefing beantwortet beispielsweise:

  • Wer sitzt im Publikum?
  • Was wissen die Teilnehmenden bereits?
  • Was war unmittelbar vorher?
  • Was folgt danach?
  • Welche Botschaft ist besonders relevant?
  • Welche Themen sollte der Beitrag nicht wiederholen?

Je besser Redner den Gesamtzusammenhang kennen, desto besser können sie Teil der Dramaturgie werden.

 

 

 

Vermeide fünf Vorträge mit derselben Einleitung

 

Ein typisches Tagungsproblem:

Jeder Redner beginnt mit:

„Wir leben in Zeiten großer Veränderungen.“

Dann folgen:

  • Digitalisierung
  • Unsicherheit
  • Transformation

Nach mehreren Beiträgen hören die Teilnehmenden dieselbe Ausgangslage immer wieder.

Das lässt sich durch gutes Briefing vermeiden.

Jeder Beitrag braucht:

eine eigene Aufgabe.

 

 

 

Keynote ist nicht gleich Fachvortrag

 

Ein Fachvortrag vermittelt häufig:

Wissen.

Eine Keynote soll zusätzlich:

  • Perspektive öffnen
  • Bedeutung verdichten
  • Energie erzeugen
  • eine gemeinsame Frage setzen

Deshalb sollte vorher geklärt werden:

Welche Funktion braucht die Veranstaltung?

Nicht jeder Vortrag muss eine Keynote sein.

 

 

 

Moderation verbindet die Tagung

 

Gute Moderation bedeutet mehr als:

Redner ankündigen.

Moderation verbindet:

  • Beiträge
  • Publikum
  • Zeit
  • Ziele

Sie sorgt dafür, dass eine Veranstaltung als Ganzes erkennbar bleibt.

Eine gute moderierende Person fragt deshalb immer wieder:

„Wo befinden wir uns gerade in der gemeinsamen Reise?“

 

 

 

Eine gute Moderation schafft Orientierung

 

Zum Beispiel durch Sätze wie:

„Wir haben gerade gesehen, warum das Problem entsteht.“

„Im nächsten Beitrag geht es jetzt darum, welche Optionen wir haben.“

Solche Übergänge wirken klein.

Sie helfen dem Publikum jedoch:

den Zusammenhang zu behalten.

 

 

 

Übergänge sind wichtiger, als sie wirken

 

Viele Veranstaltungen verlieren Energie:

zwischen den Programmpunkten.

Ein Redner endet.

Applaus.

Technikumbau.

Die nächste Person kommt.

Dann folgt:

„Vielen Dank. Und jetzt zu unserem nächsten Vortrag.“

Damit verschenkt die Veranstaltung Verbindung.

Ein Übergang kann stattdessen:

  • den Kern des Vorherigen aufnehmen
  • eine offene Frage markieren
  • zum nächsten Thema überleiten

 

 

 

Moderation braucht Vorbereitung

 

Eine moderierende Person sollte wissen:

  • Was ist das Ziel der Veranstaltung?
  • Was ist das Ziel jedes Programmpunkts?
  • Welche Redner kommen?
  • Welche Themen überschneiden sich?
  • Welche Fragen könnten relevant werden?
  • Wo bestehen Zeitrisiken?

Improvisation funktioniert besser:

wenn vorher vorbereitet wurde.

 

 

Moderation braucht Zeitmanagement

 

Zeitüberschreitungen wirken selten isoliert.

Ein Vortrag dauert zehn Minuten länger.

Dann:

  • verkürzt sich die Pause
  • die nächste Person verliert Zeit
  • Q&A fällt aus
  • das Ende verschiebt sich

Deshalb gehört Zeitführung zur Moderationsaufgabe.

Sie sollte vorher:

vereinbart und transparent sein.

 

 

 

Wie du Redner freundlich bei der Zeit hältst

 

Mögliche Mittel:

  • sichtbare Zeitkarten
  • Monitore
  • vorher vereinbarte Zeichen
  • klare Moderation

Wichtig ist:

Die Regel wird vorher geklärt.

Dann wirkt die Intervention weniger persönlich.

 

 

 

Q&A ist ein eigener Programmpunkt

 

Fragerunden sollten nicht einfach:

„wenn noch Zeit ist“

stattfinden.

Sie erfüllen wichtige Funktionen.

Zum Beispiel:

  • Unklarheiten klären
  • Widerspruch sichtbar machen
  • Perspektiven ergänzen
  • Publikum beteiligen

Wenn Q&A wichtig ist:

plane Zeit dafür ein.

 

 

 

„Gibt es Fragen?“ ist häufig eine schwache Eröffnung

 

Das Publikum braucht manchmal einen Moment.

Stärker können konkretere Fragen sein:

„Welcher Punkt ist für eure Praxis noch unklar?“

Oder:

„Wo seht ihr den größten Widerspruch?“

Oder:

„Welche Konsequenz hat das für euren Bereich?“

Damit bekommt die Diskussion eine Richtung.

 

 

 

Moderation darf Fragen bündeln

 

Wenn mehrere Fragen dasselbe Thema betreffen, muss nicht jede isoliert behandelt werden.

Die Moderation kann sagen:

„Ich höre darin drei Fragen zum Umsetzungsrisiko. Lassen Sie uns diese zusammennehmen.“

Das spart Zeit.

Und erhöht:

inhaltliche Klarheit.

 

 

 

Fragerunden dürfen moderiert werden

 

Eine einzelne Person sollte nicht automatisch die gesamte Fragerunde dominieren.

Wenn jemand mehrere Nachfragen stellt, kann die Moderation sagen:

„Ich komme gern noch einmal zu Ihnen zurück. Zunächst möchte ich weitere Stimmen aufnehmen.“

Das ist keine Unhöflichkeit.

Es ist:

Verantwortung für die gesamte Gruppe.

 

 

 

Podiumsdiskussionen brauchen mehr als viele interessante Menschen

 

Eine Podiumsdiskussion wird nicht automatisch gut, weil fünf kompetente Personen auf einer Bühne sitzen.

Vorher sollte geklärt sein:

  • Welche Frage steht im Mittelpunkt?
  • Warum sitzen genau diese Personen dort?
  • Wo unterscheiden sich ihre Perspektiven?
  • Welche Fragen sollen geklärt werden?

Sonst entstehen häufig:

fünf Mini-Vorträge nebeneinander.

 

 

 

Ein gutes Panel braucht Unterschiede

 

Wenn alle dieselbe Position vertreten, entsteht wenig Spannung.

Wenn die Unterschiede zu groß und kaum anschlussfähig sind, entsteht möglicherweise nur Streit.

Interessant sind:

relevante Perspektivunterschiede.

Die Moderation macht sie sichtbar.

Ohne Menschen künstlich gegeneinanderzustellen.

 

 

 

Weniger Panelteilnehmende können stärker sein

 

Ein großes Podium wirkt repräsentativ.

Es hat jedoch einen Preis:

weniger Tiefe.

Wenn sechs Personen in 45 Minuten sprechen, bleibt nach Begrüßung und Moderation nur wenig Zeit pro Person.

Deshalb lohnt sich die Frage:

Brauchen wir wirklich alle auf der Bühne?

 

 

 

Tagungen brauchen Beteiligung

 

Ein ganzer Tag ausschließlich mit Vorträgen kann selbst bei guten Rednern ermüdend werden.

Beteiligung kann unterschiedliche Formen haben:

  • Fragerunden
  • Abstimmungen
  • kurze Reflexionsphasen
  • Diskussion in kleinen Gruppen
  • Live-Sparring
  • Workshops

Das Format sollte zum Ziel passen.

Interaktion ist kein Selbstzweck.

 

 

 

Nicht jede Tagung braucht Workshops

 

Workshops sind sinnvoll, wenn Menschen:

  • etwas entwickeln
  • anwenden
  • üben
  • gemeinsam bearbeiten

sollen.

Wenn das Ziel hauptsächlich Information lautet, kann ein konzentrierter Vortrag geeigneter sein.

Die Frage lautet:

Was sollen Teilnehmende tun?

Danach wird das Format gewählt.

 

 

 

Aufmerksamkeit ist keine konstante Ressource

 

Ein Publikum hört nicht acht Stunden lang mit derselben Intensität zu.

Deshalb braucht ein Tagungsprogramm Variation.

Zum Beispiel:

  • Informationsdichte
  • Format
  • Sprechtempo
  • Beteiligung
  • Pausen

Es geht weniger darum:

ständig Unterhaltung zu bieten.

Es geht darum:

kognitive und soziale Belastung sinnvoll zu steuern.

 

 

 

Pausen gehören zur Tagungsdramaturgie

 

Pausen sind nicht nur:

Leerraum zwischen Inhalten.

Sie ermöglichen:

  • Verarbeitung
  • Austausch
  • Netzwerken
  • Erholung

Eine Tagung mit permanentem Programm kann paradoxerweise:

weniger Wirkung erzeugen.

Weil kaum Zeit bleibt, Inhalte zu verarbeiten.

 

 

 

Netzwerken ist ein Programmbestandteil

 

Bei vielen Tagungen gehört der Austausch zwischen Teilnehmenden zu den wichtigsten Gründen für die Teilnahme.

Deshalb sollte Netzwerken nicht ausschließlich dem Zufall überlassen werden.

Möglichkeiten sind:

  • ausreichend lange Pausen
  • thematische Treffpunkte
  • moderierte Austauschformate
  • bewusst gestaltete Sitzordnung

Auch hier gilt:

Das Ziel bestimmt den Rahmen.

 

 

 

Eine Tagung ist kein Informationslager

 

Ein typischer Planungsfehler lautet:

„Wir haben die Menschen schon einmal alle zusammen. Dann müssen wir möglichst viel unterbringen.“

Das führt schnell zu:

  • zu vielen Vorträgen
  • zu kurzen Pausen
  • zu wenig Diskussion
  • zu hoher Informationsdichte

Mehr Inhalt bedeutet nicht automatisch:

mehr Wirkung.

 

 

 

Was soll im Gedächtnis bleiben?

 

Eine hilfreiche Frage:

„Wenn die Teilnehmenden in einer Woche nur drei Dinge erinnern, welche sollten es sein?“

Diese Frage zwingt zu Prioritäten.

Sie hilft bei:

  • Programmauswahl
  • Rednerbriefing
  • Moderation
  • Abschluss

 

 

 

Wiederholung kann sinnvoll sein

 

Nicht jede Wiederholung ist redundant.

Ein zentraler Gedanke darf:

  • in der Eröffnung
  • in Beiträgen
  • in der Moderation
  • im Abschluss

erneut auftauchen.

Wichtig ist:

Er wird weiterentwickelt.

Nicht nur wiederholt.

 

 

 

Tagungen brauchen sprachliche Konsistenz

 

Wenn eine Veranstaltung von:

  • Transformation
  • Change
  • Neuausrichtung
  • strategischem Umbau

spricht, obwohl überall dasselbe gemeint ist, verliert das Publikum leicht Orientierung.

Deshalb können zentrale Begriffe vorab geklärt werden.

Gemeinsame Sprache erleichtert gemeinsames Denken.

 

 

 

Storytelling kann Zusammenhänge sichtbar machen

 

Gerade bei Veränderungsthemen helfen Geschichten dabei, abstrakte Zusammenhänge konkret zu machen.

Zum Beispiel:

  • Was war die Ausgangslage?
  • Was hat sich verändert?
  • Welche Entscheidung steht an?
  • Was könnte daraus entstehen?

Storytelling sollte dabei:

die Botschaft tragen.

Nicht von ihr ablenken.

 

 

 

Unternehmensinterne Tagungen brauchen Glaubwürdigkeit

 

Bei internen Veranstaltungen kennen die Teilnehmenden den organisatorischen Alltag.

Sie merken schnell, wenn eine Rede:

nicht zur erlebten Realität passt.

Deshalb sollte interne Kommunikation:

  • Probleme anerkennen
  • Unsicherheit benennen
  • Fortschritte konkret machen
  • Versprechen realistisch halten

Glaubwürdigkeit entsteht selten durch:

maximal positive Formulierungen.

 

 

 

Führungskräftetagungen brauchen mehr als Motivation

 

Eine Führungskräftetagung sollte möglichst klären:

  • Was verändert sich?
  • Warum?
  • Was bedeutet das für Führung?
  • Welche Entscheidungen sind bereits getroffen?
  • Wo besteht Gestaltungsspielraum?
  • Was wird anschließend erwartet?

Wenn diese Fragen offen bleiben, hilft auch eine sehr motivierende Keynote nur begrenzt.

 

 

 

Vertriebstagungen brauchen Relevanz für den Alltag

 

Eine Vertriebstagung kann schnell aus:

  • Zahlen
  • Zielen
  • Produktneuheiten
  • Motivationsrede

bestehen.

Interessanter wird sie, wenn zusätzlich geklärt wird:

Was bedeutet all das konkret für Kundengespräche morgen?

Dann entsteht:

Transfer.

 

 

 

Fachtagungen brauchen gute Übersetzung

 

Fachwissen kann sehr komplex sein.

Das bedeutet noch nicht:

dass Fachvorträge kompliziert klingen müssen.

Gute Fachkommunikation trennt:

  • Kernbotschaft
  • Begründung
  • Detail

Dann können auch anspruchsvolle Inhalte verständlich bleiben.

 

 

 

Online- und Hybridtagungen brauchen eigene Dramaturgie

 

Ein Präsenzprogramm einfach online zu übertragen funktioniert selten optimal.

Online unterscheiden sich:

  • Aufmerksamkeit
  • Interaktion
  • soziale Dynamik
  • technische Anforderungen

Deshalb sollten beispielsweise:

  • Beiträge kompakter
  • Übergänge klarer
  • Beteiligung expliziter

geplant werden.

Das Medium verändert die Dramaturgie.

 

 

 

Hybrid kann für das Online-Publikum schnell zur zweiten Klasse werden

 

Ein typisches Problem:

Im Raum entsteht eine lebendige Diskussion.

Online sehen Menschen:

eine Kamera irgendwo hinten im Saal.

Deshalb sollte vorher geklärt werden:

  • Wie werden Onlinefragen aufgenommen?
  • Wer beobachtet den Chat?
  • Wie werden Wortmeldungen eingebunden?
  • Wie entsteht Sichtbarkeit für beide Gruppen?

Hybrid braucht:

aktive Integration.

 

 

 

Technik sollte Kommunikation ermöglichen

 

Technik ist wichtig.

Sie sollte jedoch nicht zum eigentlichen Mittelpunkt werden.

Die Frage lautet:

Welche Technik hilft dem Publikum, dem Inhalt besser zu folgen?

Nicht:

„Welche technischen Möglichkeiten können wir noch einsetzen?“

Ein komplexes Tool ohne klaren Nutzen erhöht eher die Belastung.

 

 

 

Generalprobe für wichtige Tagungen

 

Bei hoher Bedeutung lohnt sich ein Probelauf.

Dabei können geprüft werden:

  • Eröffnung
  • Übergänge
  • Rednerwechsel
  • Moderation
  • Videos
  • Q&A
  • Technik
  • Abschluss

Das Ziel ist weniger:

jede Sekunde festzulegen.

Das Ziel ist:

kritische Übergänge vorher sichtbar zu machen.

 

 

 

Der Abschluss braucht Vorbereitung

 

Tagungen enden erstaunlich häufig mit:

„Vielen Dank an alle. Kommen Sie gut nach Hause.“

Damit wird eine wichtige Gelegenheit verschenkt.

Der Abschluss kann:

  • Kernbotschaften bündeln
  • offene Fragen benennen
  • Entscheidungen festhalten
  • nächste Schritte formulieren

Der letzte Eindruck hilft dem Publikum, die Veranstaltung einzuordnen.

 

 

 

Eine gute Abschlussrede beantwortet drei Fragen

 

Was haben wir heute verstanden?

Was folgt daraus?

Was geschieht als Nächstes?

Damit endet die Tagung nicht nur zeitlich.

Sie bekommt:

eine Konsequenz.

 

 

 

Transfer beginnt vor dem Ende

 

Wenn Teilnehmende erst auf dem Heimweg überlegen sollen:

„Was mache ich damit eigentlich?“

ist es häufig zu spät.

Transferfragen können bereits während der Veranstaltung eingebaut werden.

Zum Beispiel:

„Was bedeutet dieser Gedanke für euren Verantwortungsbereich?“

Oder:

„Welchen nächsten Schritt leitet ihr daraus ab?“

 

 

 

Was passiert nach der Tagung?

 

Eine Tagung erzeugt kurzfristig Aufmerksamkeit.

Ob daraus Wirkung wird, entscheidet sich danach.

Mögliche Anschlussmaßnahmen:

  • Zusammenfassung wichtiger Entscheidungen
  • Verantwortlichkeiten
  • Follow-up-Kommunikation
  • weitere Workshops
  • Umsetzungstermine

Ohne Anschluss verliert selbst eine gute Tagung schnell an Wirkung.

 

 

 

Wie lässt sich der Erfolg einer Tagung beurteilen?

 

Fragen wie:

„Hat es Ihnen gefallen?“

sind nur begrenzt aussagekräftig.

Interessanter sind Fragen wie:

  • Was wurde verstanden?
  • Welche Entscheidungen wurden getroffen?
  • Welche Perspektiven haben sich verändert?
  • Welche nächsten Schritte entstehen?
  • Was wird tatsächlich umgesetzt?

Damit richtet sich Evaluation stärker auf:

Wirkung.

 

 

 

Typische Fehler bei Tagungen

 

1. Zu viele Programmpunkte

Das Programm ist voll.

Der Kopf ebenfalls.

 

2. Keine erkennbare Dramaturgie

Die Beiträge sind interessant.

Der Zusammenhang bleibt unsichtbar.

 

3. Zu wenig Briefing

Redner wiederholen einander.

 

4. Moderation nur als Ansage

Verbindung zwischen den Beiträgen fehlt.

 

5. Q&A nur bei Restzeit

Die Beteiligung fällt als Erstes weg.

 

6. Überzogene Rededauer

Ein Beitrag beschädigt den gesamten Zeitplan.

 

7. Zu wenig Pausen

Informationsdichte verdrängt Verarbeitung.

 

8. Schwacher Abschluss

Die Veranstaltung endet, ohne ihre Bedeutung zu bündeln.

 

 

 

Eine Checkliste für die Planung

 

  1. Was ist das wichtigste Ziel?
  2. Wer nimmt teil?
  3. Was wissen die Teilnehmenden bereits?
  4. Was sollen sie anschließend wissen, wollen oder tun?
  5. Welche Dramaturgie unterstützt dieses Ziel?
  6. Welche Beiträge werden tatsächlich gebraucht?
  7. Welche Redner passen zu welcher Funktion?
  8. Wie werden sie gebrieft?
  9. Wie werden Übergänge gestaltet?
  10. Welche Rolle übernimmt die Moderation?
  11. Wo ist Beteiligung sinnvoll?
  12. Wie viel Zeit braucht Q&A?
  13. Wo braucht es Pausen?
  14. Wie wird der Abschluss gestaltet?
  15. Welche nächsten Schritte folgen danach?

 

 

 

Vorbereitung von Reden und Präsentationen für Tagungen

 

Gerade bei wichtigen Tagungen lohnt sich individuelle Vorbereitung.

Zum Beispiel für:

  • Eröffnungsreden
  • Keynotes
  • Vorstandsbeiträge
  • Fachvorträge
  • Panelauftritte
  • kritische Fragerunden

Dann können wir unter anderem arbeiten an:

  • Kernbotschaft
  • Struktur
  • Dramaturgie
  • Sprache
  • persönlicher Wirkung
  • kritischen Fragen

→ Wichtige Reden und Präsentationen vorbereiten

 

 

 

Corporate-Formate für Tagungen

 

Je nach Ziel kann eine Tagung auch durch ein gezieltes Corporate-Format ergänzt werden.

Zum Beispiel:

  • kompakter interaktiver Impuls
  • Live-Sparring
  • Workshop
  • Führungskräfteformat
  • Kommunikations- oder Präsentationstraining

Der Rahmen richtet sich nach:

  • Ziel
  • Gruppengröße
  • Anlass
  • gewünschter Intensität

→ Corporate- und Inhouse-Formate

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Unternehmen und Organisationen können maßgeschneiderte Corporate- oder Inhouse-Formate sinnvoll sein, wenn es um die Gestaltung einer Tagung, einen interaktiven Impuls oder die Entwicklung gemeinsamer Kommunikationskompetenz geht.

Für einzelne Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn ein konkreter Redebeitrag, eine Präsentation oder Moderation vorbereitet wird.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkreter Auftritt auf einer Tagung hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

→ Corporate- und Inhouse-Formate

 

 

 

Fazit: Eine gute Tagung ist mehr als die Summe guter Vorträge

 

Eine starke Tagung braucht:

  • ein klares Ziel
  • eine erkennbare Dramaturgie
  • gut gebriefte Redner
  • professionelle Moderation
  • bewusste Übergänge
  • Raum für Beteiligung
  • einen klaren Abschluss

Die einzelnen Beiträge können hervorragend sein.

Wenn der Zusammenhang fehlt, bleibt trotzdem:

eine Sammlung einzelner Auftritte.

Die stärkere Frage lautet deshalb:

„Welche gemeinsame Bewegung soll diese Veranstaltung erzeugen?“

Dann wird aus einer Tagesordnung:

eine Dramaturgie.

Aus Vorträgen:

eine zusammenhängende Kommunikation.

Und aus einer Veranstaltung:

ein Erlebnis mit Richtung und Konsequenz.

Eine gute Tagung reiht Programmpunkte nicht nur aneinander. Sie führt Menschen gedanklich von einem Ausgangspunkt zu einem sinnvollen nächsten Schritt.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Transparenz ist mir wichtig.

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026