Bei Reden gilt; was nicht hilft, schadet!

Gute Redenschreiber kürzen, kürzen, kürzen
Bei Reden gilt; was nicht hilft, schadet!

Für Reden gilt; was nicht hilft, schadet!

 

Wer etwas erarbeitet hat, hängt daran in dem Maße in dem eigener Aufwand darin steckt. Die Bereitschaft sich dann wieder davon zu trennen sinkt zunehmend. Wer schreibt, kennt das meist recht gut. Unerfahrene Redenschreiber machen da keine Ausnahme; Streichen fällt schwer! Doch genau das ist so wesentlich auf dem Weg zur überzeugenden Rede.

Das Publikum bekommt es zu spüren. Unwichtige Redebestandteile gehen nicht einfach wie Ballaststoffe unberücksichtigt als Auflockerung durch die Verdauung, sondern schaden. Es geht Wirkung verloren. Das Publikum ist abgelenkt, wenn nicht sogar irritiert. Die Aufnahmefähigkeit hat enge Grenzen und wichtige Botschaften gehen leicht unter.

 

Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.

Antoine de Saint-Exupéry

 

 

Tipps

 

1. Behalten Sie das Ziel und die Kernbotschaft ständig im Auge.

 

Was dem Ziel und der Kernbotschaft nicht dient, fliegt raus! Selbst, wenn Sie selbst noch so begeistert von Ihren Worten sind; weg mit dem Ballast. Wenn die Formulierung so außergewöhnlich ist, machen Sie eine Notiz. Sichern Sie Worte und Formulierungen, an die Sie sich erinnern möchten, in einem eigenen Notizbuch.

 

 

2. Füllwörter löschen

 

Stellen Sie Wort für Wort auf den Prüfstand. Verabschieden Sie Füllwörter wie beispielsweise „hinlänglich“, „wohlgemerkt“ und „nichtsdestoweniger“.

 

 

3. Sätze vereinfachen

 

Entknoten Sie komplizierte Passivkonstruktionen: „Der vorgesehene Projekttermin kann leider aufgrund unvorhergesehener Lieferverzögerungen nicht eingehalten werden.“ bedeutet „Wir können den Termin leider nicht einhalten, weil …“.

Weg mit Substantiv-Feuerwerken! Sätze werden lebendiger, wenn Sie aktive Verben verwenden. Vermeiden Sie vor allem zu abstrakte Hauptwörter, nehmen Sie möglichst konkrete.

 

 

4. Qualität

 

Lieber weniger Argumente und Beispiele, dafür die zugkräftigsten und für das Publikum relevantesten. Qualität vor Quantität.

 

 

5. Reifen lassen

 

Überschlafen Sie Ihren Redeentwurf. Mit etwas Abstand ist der Wald vor lauter Bäumen besser sichtbar. Und Sie erkennen leichter, was in die Rede unbedingt hineingehört und was nicht.

 

 

6. Laut vorlesen

 

Lautes Vorlesen hilft dabei die Wirkung einer Rede zu erahnen. Die Schriftsprache ist bei den meisten Menschen anders, als das gesprochene Wort. Schreiben Sie für das Reden.

Nicht jeder Text, der gut laut zu lesen ist, ist gut – aber jeder Text, der nicht gut laut zu lesen ist, ist schlecht!

 

 

7. Ausdrucken

 

Auch, wenn es für den Wald von Nachteil ist; Sie erkennen bei jeder Formatveränderung andere Aspekte leichter. Es lässt sich oft leichter mit dem Stift auf Papier kürzen.

 

 

8. Zusätzliche Perspektiven

 

Beziehen Sie andere Personen ein, lassen Sie sich Feedback geben. Freuen Sie sich über Fragen, denn nun können Sie dafür sorgen das sie bei der Rede so nicht auftauchen.

 

Viele Worte zu machen, um wenige Gedanken mitzuteilen, ist überall das untrügliche Zeichen von Mittelmäßigkeit. Arthur Schopenhauer