So lernen Sie als Redner Emotionen zu wecken

Was bei Reden und Präsentationen oft vergessen wird und wie Sie das Publikum emotional packen
Strohmann-Argument

Emotionen in Reden und Präsentationen

 

Ohne Emotionen wird es mit Reden und Präsentationen nichts. Wenn es dem Publikum nicht nahe geht, bewegt sich nichts und es bleibt auch nichts hängen. Im folgenden Artikel erfahren Sie wie Sie sich und das Publikum bewegen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Emotionen

 

Emotionen sind Gemütszustände mit unterschiedlicher Intensität. Sie beeinflussen das menschliche Verhalten und Handeln. Dazu gehören: Angst, Freude, Traurigkeit, Scham, Über- und Unterlegenheit, Eifersucht, Mitleid, Schuld. Mit Emotionen können Aufmerksamkeit und Wahrnehmung gelenkt werden. Sie wirken so auf die Einschätzung von Situationen, Personen und Dingen. Besonders wichtig: Emotionen spielen eine große Rolle bei Entscheidungen.

 

 

 

Emotionen in Reden und Präsentationen

 

Selbst bei einem sachlichen Vortrag oder einem ernsten Thema dürfen Emotionen ins Spiel kommen. Humor, Anekdoten, Körpersprache und anschauliche Beispiele können die Gefühle bei den Zuhörern wecken. Wenn Sie emotional werden verändert sich auch Ihr Auftritt; Ihre gesamte Erscheinung mit Körpersprache spiegelt das wider. Ihre Stimme wird sehr wahrscheinlicher ausdrucksstärker. Das sorgt für die Aufmerksamkeit des Publikums und dafür, dass die Informationen im Gedächtnis bleiben. Wenn es dem Publikum nicht nahe geht, bleibt es auch nicht hängen.

 

 

 

Emotionen von denen Reden und Präsentation profitieren

 

Emotionen sind ein mächtiges Mittel. Sie sind der schnellste und wirksamste Weg um das Publikum zu erreichen. Selbst bei sehr nüchternem, kopflastigem Publikum lassen sich Gefühle und innere Bilder wecken. So bewegen Sie das Publikum, bringen es zum Nachdenken und Handeln.

Je nach Thema, Kontext und Absicht ist es hilfreich die Emotionen entsprechend zur Dramaturgie zu planen und zu erzeugen. Um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten, hilft es verschiedene Gefühle beim Publikum auszulösen.

 

Hilfreiche Fragen:

  • Sollen die Zuschauer angenehm oder unangenehm berührt werden?
  • Welche Emotionen sind am besten?
  • In welcher Abstimmung (Reihenfolge) zueinander sind Emotionen zu erzeugen?
  • Mit welchen Mitteln lassen sich die jeweiligen Emotionen am besten erzeugen?

 

 

Beispiele für Emotionen, die in Betracht kommen:

  • Angst
  • Betroffenheit
  • Empathie und Mitgefühl
  • Konzentration
  • Leidenschaft
  • Humor
  • Neugierde
  • Scham
  • Sicht- und spürbare Begeisterung
  • Überraschung

 

Hier nun werden einige der besonders wirksamen Emotionen etwas genauer betrachtet:

 

 

1. Leidenschaft

 

Auf Zuschauer wirkt die Leidenschaft von Rednern berauschend und verbindend. Deswegen ist Leidenschaft die Emotion, die in so gut wie jede Präsentation gehört. Seien Sie mit Herzblut bei der Sache.

Lassen Sie Ihr Publikum wissen, dass das, was Sie mit ihm teilen, für Sie von Bedeutung ist.

Ein Mangel an Leidenschaft kann dazu führen, dass Ihr Publikum nicht die Bedeutung Ihrer Botschaft empfindet. Wenn es den Eindruck hat, dass es Ihnen nichts bedeutet, weil der Inhalt für Sie keine Rolle spielt, dann spricht es ihm auch keinen Wert zu.

Also machen Sie sich die persönliche Bedeutung bewusst, denn es geht nicht darum das zu schauspielern. Erst, wenn Sie selbst spüren, was Sie erzeugen wollen, springt der Funke über.

 

 

 

2. Neugier

 

Wecken Sie das Interesse Ihres Publikums. Neugier sorgt für Aufmerksamkeit und gehört deswegen an den Anfang von Reden und Präsentationen.

 

 

 

3. Empathie

 

Indem Sie in Ihre Präsentation Empathie einfließen lassen, zeigen Sie Ihre Menschlichkeit und sprechen auch die Menschlichkeit Ihres Publikums an. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Publikum mitfühlt.

Eine großartige Möglichkeit um Empathie zu fördern, sind Geschichten. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Publikum sich mit den Protagonisten identifizieren kann. Dann fühlt es mit ihm und will ihm helfen. Sorgen Sie so dafür, dass Ihre Botschaft Relevanz für Ihre Zuhörer hat.

 

 

 

4. Aufgebrachtheit

 

Bringen Sie das Publikum dazu sich zu erregen und sprechen Sie ihm dann aus der Seele. Betroffenheit sorgt dafür, dass sich das Publikum aus seiner Trägheit löst und handeln will. Dosieren Sie das so, dass sich das Publikum noch lenken lässt. Die Wut darf nicht zu unkontrolliertem Verhalten führen.

 

 

 

Weshalb Redner auf förderliche Emotionen verzichten

 

Es gibt keine grundsätzlich langweiligen Themen. Neben fehlendem Wissen um die Bedeutung, und die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, bei sich und dem Publikum zu erzeugen, ist es vor allem Lampenfieber, das Redner vom gekonnten Einsatz von Emotionen abhält. Wer selbst mit einschränkenden Gefühlen zu kämpfen hat, ist nicht bereit überzeugend zu präsentieren.

 

 

 

Wie lassen sich Emotionen erzeugen

 

Als Instrumente für die Erzeugung von Emotionen:

 

 

1. Dramaturgie

 

Ohne eine gute Dramaturgie geht Ihr Hauptanliegen möglicherweise in der Informationsflut unter und verhallt ungehört noch am Veranstaltungsort. Ein langsam ansteigender Spannungsbogen nimmt das Publikum mit und hinterlässt Eindruck.

 

 

2. Stimme

 

Ihre Stimme verrät viel über Sie und vor allem wie Sie sich fühlen. Das ist ein weiterer Grund, weshalb es empfehlenswert ist selbst in den gewünschten Zuständen zu sein. Lassen Sie Ihre Stimme wirken. Es ist ein faszinierendes Instrument, mit dem Sie Ihr Publikum dorthin einladen, wo Sie es haben wollen. Nutzen Sie den Spielraum: Sie können mit Kraft reden – oder ganz leise. Sie können das Sprechtempo erhöhen – oder ganz behutsam sprechen. Sie können Pausen machen – wenn Sie wirken wollen. Sie können die Tonhöhe und Satzmelodie verändern und vieles andere mehr.

Pflegen Sie Ihre Stimme und die daran beteiligten Werkzeuge. Mittels Kiefer, Zunge und Lippen formen Sie die Töne, die von den Stimmlippen im Kehlkopf produziert werden. Lernen Sie die Stimme zu steuern und es wird eine Freude sein, Ihnen zuzuhören. Und wenn Sie Stimmung machen wollen, dann denken Sie an das entsprechende Warm-up für Ihre Stimme.

 

 

 

3. Körperspache

 

Ein zorniger Blick, verschränkte Arme oder eine offene Haltung – auch ohne Wort könne wir einiges sagen. Ohne uns dessen bewusst zu sein, verrät die Körpersprache wie wir uns fühlen und was wir denken. Bereits nach Millisekunden bemerken Zuschauer, wenn Gesichtsausdruck, Körpersprache und Aussage nicht zusammenpassen – und vertrauen dann meist eher der deutlicher ausgeprägten Körpersprache. Im Zentrum stehen die Botschaften von Augen, Mund, Händen oder Körperhaltung.

Ihre Körpersprache wird vom Publikum gedeutet.

 

 

 

4. Sprache

 

Der Ton macht die Musik. Emotionen werden nicht nur durch Wörter ausgedrückt, sondern auch durch Wörter transportiert  Eine bildhafte Sprache spricht die Vorstellung der Zuhörer an und fördert Emotionen. Das gilt auch in die andere Richtung; Emotionen verändern die Sprache.

 

 

 

5. Geschichten

 

Mit Storytelling lassen sich Emotionen wecken. Eine Geschichte erzeugt Bilder und Bilder erzeugen wiederum Emotionen. Der Mensch hat schon immer Geschichten erzählt. Es ist uns vertraut, Geschichten zu hören.

 

 

 

6. Medieneinsatz

 

Mit Medien lassen sich die Sinne ansprechen:

  • Bilder
  • Grafiken
  • Video
  • Sound

 

 

 

7. Metaphern

 

Bei Metaphern wird ein Wort oder ein Thema durch einen bildhaften Ausdruck aus einer anderen Begriffswelt ersetzt. Die Mehrdeutigkeit einer Metapher ist deshalb nicht immer eindeutig. Sie muss interpretiert werden.

 

 

 

8. Fragen

 

Mit den richtigen Fragen beginnen Fragen im Kopf der Zuhörer ein Eigenleben zu führen.

 

 

 

9. Pausen

 

Pausen steigern die Wirkung und Dramaturgie.

 

 

 

Training

 

Wenn Sie Ihre und die Emotionen Ihres Publikums bewegen wollen, können Sie das in Rhetorik & Präsentation II, Rhetorik & Präsentation III und Rhetorik & Präsentation IV im Gruppen- oder Einzeltraining vertiefen.

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Wer nicht redet, wird nicht gehört und wer es wagt auch nicht immer. Es folgen noch ein paar Stufen, die es zu meistern gilt.

Sie wollen überzeugen, mit Ihrer Botschaft und als Persönlichkeit? Dann helfe ich Ihnen bei der Vorbereitung Ihrer Reden und Präsentationen. Den Umfang bestimmen Sie. Zumindest einen Probelauf mit professionellem Feedback empfehle ich Ihnen und Ihrer Botschaft. Dann wissen Sie, wie Sie und Ihr aufbereitetes Thema wirken, was Sie tun und was Sie besser lassen sollten, wo es Potenziale gibt. Wieso wollen Sie erst im Anschluss an Ihren echten Auftritt solche Rückmeldungen bekommen? Dann ist es für Korrekturen zu spät. Profitieren Sie vom Vorsprung. Meine Definition von Glück: Vorbereitung trifft auf Gelegenheit.

Sie können selbst am besten einschätzen, wo sich der Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Nutzen lohnt. Hier finden Sie die Honorare für meine Unterstützung zu Kommunikationspsychologie, Sprache, Struktur, Stimme, Körpersprache, Storytelling, rhetorische Mittel, Medien, wie PowerPoint und Co. etc.

Sie sind gerade nicht in Berlin? Dann nutzen Sie Sitzungen mit mir via Telefon oder mit Videounterstützung. Wobei es durchaus gute Gründe für eine Reise nach Berlin gibt.

Übrigens leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor Publikum unter so intensivem Lampenfieber, dass ihre Leistungen deutlich hinter den Möglichkeiten bleiben. Schade, weil mit meiner Hilfe ein Auftritt in einem guten Zustand möglich ist. Haltung lässt sich leichter bewahren als wiedergewinnen. Nur, für den Fall…

Wie wirken Sie in Reden und Präsentationen, was sind Ihre Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie sehr überzeugen Sie und Ihre Botschaften in Reden und Präsentationen? Wie gut sind Sie in den 111 wesentlichsten Präsentationsfähigkeiten? Seit 1998 analysiere ich Redebeiträge. Nach bisher 14.375 ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich Ihnen sehr genau sagen, was auf welches Publikum welche Wirkung hat. Lassen Sie sich von mir das Feedback geben, welches Sie voranbringt. Sie bekommen grundsätzliche Rückmeldungen und Empfehlungen, sowie für konkrete Redebeiträge die Impulse, die Sie brauchen, um zu überzeugen.

Interessiert? Dann finden Sie hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

Fragen Sie mich ruhig persönlich

 

Fragen, die auch andere Menschen interessieren können, stellen Sie bitte in den Kommentaren. Manches ist eher privater Natur und Sie profitieren von professioneller Unterstützung. Lassen Sie uns dazu ins direkte Gespräch kommen. Bei Interesse, für Fragen und Terminvereinbarungen erreichen Sie mich persönlich per E-Mail (mail@karstennoack.de), Telefon 030 / 864 213 68, Mobil 01577 / 704 53 56 und diesem Kontaktformular.

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Karsten Noack

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P.S.

 

Wie halten Sie es mit Emotionen in Reden und Präsentationen?

3 Kommentare

  1. Es läuft immer wieder auf Geschichten hinaus. Damit tue ich mich trotz aller Einsicht noch schwer.

    Antworten
  2. Runder Artikel, wie immer eine Freude.

    Grüße, Wolfgang

    Antworten
  3. Drüber würde ich gerne mehr erfahren.

    Antworten

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Glossar

 

In diesem Glossar finden Sie Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass Sie und Ihre Botschaft überzeugen ﹣ in Gesprächen und Präsentationen.

 

 

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Coaching Berlin

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2008
Überarbeitung: 1. März 2019
AN: #8786
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