27+ Ideen für den Einstieg und ersten Eindruck in Reden und Präsentationen

Wie Sie Ihr Publikum Ihres Redebeitrags in den ersten 60 Sekunden beeindrucken
Redeeinstieg

Einstieg und erster Eindruck in Reden und Präsentationen

 

Während der ersten Sekunden einer Rede oder Präsentation entscheidet das Publikum, ob Sie Aufmerksamkeit verdienen oder nicht. Es werden die Weichen dafür gelegt, wie sich der Rest Ihrer Präsentation entwickeln wird. Werden Sie die restliche Zeit Zuhörer oder nur noch Anwesende zu haben? So gelingt Ihnen der Einstieg, der erste Eindruck.

Das Publikum in den ersten 60 Sekunden gewinnen

 

Wer mit dem Anfang nicht zurechtkommt,
kommt mit dem Ende erst recht nicht zurecht.

Michel de Montaigne

 

Auf die Bühne, die Rede oder Präsentation ist an der Reihe und Sie am Zug. Die Zeit läuft! Die erste Minute Ihrer Präsentation ist entscheidend. Während dieses kurzen Zeitrahmens wird Ihr Publikum entscheiden, ob Sie Aufmerksamkeit verdienen. Es werden die Weichen dafür gelegt, wie sich der Rest Ihrer Präsentation entwickeln wird. Werden Sie die restliche Zeit damit Zuhörer oder nur noch Anwesende zu haben?

Werden Sie die Chance erhalten ein Publikum anzusprechen, das Ihre Angebote in Betracht zieht oder sich mit dem Smartphone zumindest geistig an einen anderen Ort geht?

 

 

 

Weshalb der Anfang so wichtig ist?

 

Was steht auf dem Spiel? Das Publikum! Ohne einen guten Anfang ist Ihr Redebeitrag beendet, bevor sie begonnen haben. Weshalb? Mit einem guten Einstieg gewinnen Sie Ihr Publikum. Ein guter Abschluss bewegt Ihr Publikum zum Handeln.

Anfang gut, Ende gut. Ohne aufmerksames Publikum handelt es sich um ein Selbstgespräch. Hört Ihnen niemand zu, können Sie sich Ihre Worte sparen. Ohne Handlung ändert sich nichts. Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft sind für jede erfolgreiche Präsentation erforderlich. Deswegen haben Einstieg und Abschluss solche große Bedeutung. Beide verdienen Beachtung.

Der erste Eindruck zählt. In diesem Artikel geht es um den Einstieg, darum, wie Sie das Vertrauen und die Aufmerksamkeit Ihres Publikums gewinnen oder verlieren, und zwar von dem Moment an, an dem Sie anfangen zu sprechen. Genaugenommen beginnt es schon in dem Moment, in dem Sie die Bühne betreten oder die Menschen erste Informationen über Sie erhalten.

Wie werden Sie sich dieses Vertrauen und diese Aufmerksamkeit verdienen?

 

 

 

6 Tipps, mit denen Sie sofort anknüpfen

 

Mit diesen Präsentationstipps gelingt es Ihnen Ihr Publikum sofort zu begeistern:

 

1. Vorbereitung

 

Das Publikum spürt schnell, ob Sie gut vorbereitet sind. Wenn Sie nervös mit Ihren Stichpunktkarten oder am Ärmel herumspielen, Mühe haben das Präsentationsprogramm am und Ihre Folien zum Laufen zu bringen, sich ständig räuspern, bevor sie überhaupt zu sprechen etc., dann vermutet das Publikum zumindest unbewusst nichts Gutes.

Die Menschen wollen begeistert werden. Es möchte je nach Thema interessante Informationen, Unterhaltung, mal überrascht und mal bestätigt werden, nur kaltlassen darf es sie nicht. Also vermeiden Sie, was dem im Wege steht, schaffen Sie gute Voraussetzungen.

Ein Element zu einem guten ersten Eindruck ist es Vertrauen auszustrahlen. Und das ist deutlich leichter, wenn Sie vorbereitet sind.

Einige Wochen vor Ihrer Präsentation sollten Sie Ihre Präsentation vorbereitet haben.

Sie haben geprobt und die verbalen und nonverbalen Elemente sitzen.

Einige Tage vor Ihrer Präsentation, planen Sie, was Sie tragen werden. Stellen Sie sicher, dass Sie den gewünschten Eindruck vermitteln und sich in Ihrer Kleidung wohlfühlen.

Wenn Sie können, nehmen Sie sich die Zeit, um sich mit dem Raum vertraut zu machen, in dem Sie sich präsentieren. Machen Sie sich mit dem Ort und der Technik vertraut.

 

 

 

2. Der Gang zum Redeort

 

Jeder Aspekt Ihrer Erscheinung einschließlich Körpersprache beeinflusst, wie Sie wahrgenommen werden. Deswegen habe ich der Körpersprache auch einige Artikel gewidmet. Einer davon ist Körpersprache: Das sagt Ihr Gang über Sie und Ihren Zustand.

 

 

 

3. Sie beginnen, wenn alle Beteiligte bereit sind

 

Es geht gleich los. Durchatmen! Nehmen Sie sich die Zeit, um auf der Bühne anzukommen und beginnen Sie erst, wenn Sie und das Publikum tatsächlich bereit sind. Präsenz ist mehr als ein Modewort, es will gelebt werden. Im Artikel Ausstrahlung und Präsenz: Was strahlen Sie aus, wie präsent sind Sie? erfahren Sie mehr dazu.

 

 

 

4. Phrasen und Floskeln

 

Lassen Sie abgedroschen Phrasen lieber weg. Manche Floskel erzeugt allergische Reaktionen. Außerdem gilt, was nicht hilft, schadet. Arbeiten Sie mit frischen Elementen. Floskeln: Hier ist eine Liste zum Ausmisten

 

 

 

5. Öffnen Sie Ihre Präsentation mit etwas Interessantem.

 

Die Einführung in Ihre Rede hat unter anderem das Ziel Ihr Publikum davon zu überzeugen, Ihnen die wertvollsten und knappsten Ressourcen – ihre Zeit und Aufmerksamkeit – für die Dauer der Präsentationen zu widmen.

Ihr Einstieg muss nicht versprechen den Weltfrieden zu lösen oder wie Shakespeare klingen. Wobei das durchaus passen kann. Wesentlich ist es, dass Es Ihnen gelingt Ihre Zuhörer davon überzeugen, dass Sie jemand sind, dem zuzuhören lohnt — und das schnellstens.

Dazu können Sie eine Geschichte erzählen, eine nachdenkliche Frage stellen oder sogar Humor einsetzen, wenn Ihnen das liegt. Für welche Methode auch immer Sie sich entscheiden, stellen Sie sicher, dass sie die Funktion erfüllt.

Versetzen Sie sich in die Rolle des Publikums: wie würden Sie sich dort fühlen, was würde Sie interessieren, überraschen, bewegen?

Sie finden auf dieser Seite 18 Ideen für den Einstieg. Viele Methoden und Ideen für den Einstieg in Reden und Präsentationen haben sich schon bewährt, es gibt unzählige. Manche sind noch nicht einmal erfunden, also beschreiten Sie neue Wege, sein Sie neugierig, experimentieren Sie. Finden Sie heraus, was zu Ihnen, Ihrem Thema und zum Publikum passt.

 

 

 

6. Improvisieren, wenn erforderlich

 

Gute vorbereiten und flexibel bleiben! Das ist eine gute Devise und macht nicht nur Präsentationen leichter. Unverhofft kommt oft. Was auch immer – insbesondere während der ersten 60 Sekunden – geschieht, machen Sie das Beste daraus.

Murphys Gesetz wartet nur darauf Ihre Flexibilität zu testen:

  • Stromausfall oder Ausfall der Hardware
    Von wegen, die Beamerpräsentation als Orientierung nutzen. Weg ist sie, futsch. Freie Rede ist nun gefragt.
  • Inkompatible Software
    Die Präsentationen läuft gar nicht oder sieht nun etwas befremdlich aus.
  • Vorredner
    Die Vorlage des Vorredners kann die Planung in Schutt und sehe legen, egal ob das nun mit Ansicht oder aus Versehen geschieht.
  • Zwischenrufe
    Ein Zwischenrufer im hinteren Teil des Raumes will Ihnen ein Ei ins Nest legen, der geplante Einstieg passt nun nicht mehr.

 

Das ist die Chance: 

Was für eine wunderbare Gelegenheit zu zeigen was in Ihnen steckt. Bleiben Sie souverän und improvisieren Sie. Finden Sie Wege, wie Sie die unerwartete Situation zu Ihren Gunsten nutzen. Meine Teilnehmer am Workshop improRhetorik™ wissen, was ich meine. Solche Situationen sind voller Chancen.

18 Ideen für den Einstieg

 

Der Schlüssel zu einem außergewöhnlichen Einstieg in Reden und Präsentationen ist Neugier und die Bereitschaft dem Publikum schon durch einen entsprechenden Einstieg zu zeigen, dass es einem eine entsprechende Vorbereitung wert ist.

 

 

1. Selbstvorstellung

 

„Mein Name ist ….“ Ja, Sie könnten sich vorstellen und Ihren Namen nennen, doch das wäre vermutlich an dieser Stelle recht langweilig. Sorgen Sie erst für Aufmerksamkeit. Erst dann verdeutlichen Sie Ihrem Publikum, was Sie ihm zu bieten haben.

 

 

2. Persönliches Erlebnis

 

Erzählen Sie von einem persönlichen Erlebnis. So ziehen Sie das Publikum in den Bann und bauen eine Beziehung auf.

 

 

 

3. Demonstration

 

Führen Sie auf der Bühne etwas vor. Wenn das Publikum nicht sofort versteht, was geschieht, dann steigert es zusätzlich die Spannung.

 

 

 

4. Machen Sie dem Publikum ein Kompliment

 

Wohlwollen zu erzeugen gehörte schon in der Antike zu einem wichtigen Thema und Einstieg in Reden. Tendenziell ist Publikum bereit sich recht üppige Komplimente machen zu lassen. Übertreiben sollten Sie es trotzdem nicht, denn dann verlieren Ihre Worte die Glaubwürdigkeit.

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5. Knüpfen Sie an ein aktuelles Thema an

 

Wenn Sie bei Ihren Ausführungen einen aktuellen Bezug herstellen können wird die Bedeutung Ihrer Botschaft gesteigert. Fast jedes Sachthema lässt sich an eine aktuelle Information oder Meldung anknüpfen.

 

 

 

6. Versprechen

 

Geben Sie dem Publikum ein Versprechen. Dann wird das Publikum genau zuhören, um herauszufinden, ob Sie Ihr Wort halten

 

 

 

7. Stellen Sie eine rhetorische Frage

 

Die rhetorische Frage ist eine elegante Möglichkeit für den Start in eine Rede oder Präsentationen. Auf die rhetorische Frage erwarten Sie keine Antwort, deswegen wird die ja auch so genannt. Nachdem Sie die Frage aufgeworfen haben, wird sie von Ihnen selbst beantwortet. Rhetorische Frage wecken die Aufmerksamkeit der Zuhörer.

 

 

 

8. Provokation

 

Provozieren Sie zu einem Thema, nur achten Sie darauf nicht Ihr Publikum zu verärgern. Ist das Publikum gegen Sie aufgebaut haben, hilft Ihnen auch die inhaltlich beste Rede nicht mehr.

 

 

 

9. Betroffenheit

 

Erzeugen und steigern Sie die Betroffenheit. Ein Redeformat, das sich dafür anbietet, ist Hölle-Himmel-Weg.

 

 

 

10. Songtexte

 

Zitieren Sie einen Songtext, das machen Autoren, wie Don Winslow, auch sehr erfolgreich.

 

 

 

11. Umfrage

 

Eine Frage an das Publikum lässt sich gut mit einer Abfrage beispielsweise mit Handabfrage verbinden.

 

 

 

12. Zitat

 

Ein klug gewähltes Zitat verleiht dem Gesagten zusätzliche Glaubwürdigkeit, da deren Autorität abfärbt. Allerdings sind Zitate nicht ganz so einfach zu wählen, wie viele langweilige Beispiele tagtäglich zeigen. Selbst einst interessante Zitate verbrauchen sich und können sogar Allergien erzeugen.

 

 

 

13. Reime

 

Vielleicht ein Gedicht, damit sich das Publikum einen Reim aus Ihnen machen kann? Zwei- oder Vierzeiler bleiben den Zuhörern noch lange in Erinnerung.

 

 

 

14. Statistiken

 

Berichten Sie über eine schockierende Statistik. Decken Sie auf, was andere übersehen würden. Sorgen Sie für einen WOW-Moment.

 

 

 

15. Kunststück

 

Zaubern Sie etwas hervor, dass zum Thema gehört. Das gelingt auch auf eine erfrischende Weise ohne Kaninchen und Hut.

 

 

 

16. Humor

 

Wie wäre es mit Humor? Humor hilft das Eis zu brechen und selbst sachliche Themen können so etwas aufgelockert werden. Manchmal darf es sogar schwarzer Humor sein.

Aber Achtung: Geschichten, die Sie lustig finden, müssen es nicht für das Publikum sein. Auch mit witzig gemeinten Klischees können Sie kräftig daneben langen. Am sichersten ist mit dem Thema verknüpft Selbstironie.

Einige Empfehlungen finden Sie im Artikel 19 Tipps für Humor in Reden und Präsentationen.

 

 

 

17. Überblick

 

Einen genaueren Überblick, über das was das Publikum erwartet, sollten Sie ihm erst geben, wenn es dafür bereit ist und Sie sich vorgestellt haben.

 

 

 

18. Spontanes Anknüpfen

 

Knüpfen Sie an etwas an, das zeitnah zu beobachten ist. Machen Sie das möglichst so, dass Ihr Publikum erkennt, dass es eine spontane Vorgehensweise ist.

 

Beispiele:

  • An die Worte des Vorredners anknüpfen
  • An eine Beobachtung im Raum, wie einen Gegenstand
  • Einen Knall vor Tür einbeziehen

 

 

Fragen Sie mich ruhig persönlich

 

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Karsten Noack

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P.S.

 

Mit welchen Redeeinstiegen haben Sie Erfahrungen gesammelt? Wie sorgen Sie dafür gleich von Anfang an zu überzeugen, den ersten Eindruck zu meistern?

3 Kommentare

  1. Excellent!

    Antworten
  2. Manche Menschen haben ein äußerst starkes Bedürfnis zu reden und auftreten. Ist das noch relevant? Im Zeitalter des Internets hören die Menschen kaum noch Reden. Früher wäre der Artikel relevanter gewesen.

    Antworten
    • Wie wäre es beispielsweise mit Reden und Präsentationen in Bewerbungsgespräche, im Job und im Studium, im AC, beim Pitch, in Verkaufsgesprächen, auf YouTube und so weiter?

      Antworten

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In diesem Glossar finden Sie Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass Sie und Ihre Botschaft überzeugen ﹣ in Gesprächen und Präsentationen.

 

 

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Coaching Berlin
Wer mit dem Anfang nicht zurechtkommt, kommt mit dem Ende erst recht nicht zurecht. Michel de Montaigne

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2017
Überarbeitung: 13. September 2019
Englische Version:
AN: #3567
K: CNB
Ü: