Adrenalin und Lampenfieber: Was im Körper vor einem wichtigen Auftritt geschieht

Welche Rolle spielt Adrenalin bei Lampenfieber?
Hilfe bei Lampenfieber und Redeangst in Berlin

Adrenalin und Lampenfieber: Was im Körper vor einem wichtigen Auftritt geschieht

 

Das Herz schlägt schneller.

Die Hände werden feucht.

Der Mund fühlt sich trocken an.

Die Stimme klingt anders.

Und plötzlich ist sehr deutlich:

Dieser Auftritt ist wichtig.

Häufig fällt dann ein Wort:

Adrenalin.

Und damit schnell die Erklärung:

„Ich habe einfach zu viel Adrenalin.“

Ganz so einfach ist Lampenfieber allerdings nicht.

Adrenalin kann Teil der körperlichen Stressreaktion sein.

Doch vor einem wichtigen Auftritt wirken mehrere Systeme zusammen.

Entscheidend ist deshalb weniger:

„Wie werde ich das Adrenalin los?“

Hilfreicher ist:

„Wie bleibe ich trotz körperlicher Aktivierung handlungsfähig und bekomme Zugang zu meinen Fähigkeiten?“

 

 

 

Was ist Adrenalin?

 

Adrenalin ist ein körpereigener Botenstoff.

Es gehört zu den Katecholaminen und spielt eine wichtige Rolle bei akuter körperlicher Aktivierung.

Unter Belastung können dadurch unter anderem Veränderungen entstehen bei:

  • Herzfrequenz
  • Kreislauf
  • Atmung
  • Energiebereitstellung
  • Aufmerksamkeit

Der Körper bereitet sich darauf vor:

schnell zu reagieren.

Das ist zunächst keine Fehlfunktion.

 

 

 

Adrenalin ist nicht der Feind

 

Eine bedeutsame Situation darf den Körper aktivieren.

Das kann sogar hilfreich sein.

Aktivierung kann beispielsweise:

  • Aufmerksamkeit erhöhen
  • Energie bereitstellen
  • Wachheit unterstützen
  • Fokus fördern

Das Ziel eines guten Auftritts muss deshalb nicht lauten:

vollständig ruhig werden.

Ein wichtiger Auftritt darf sich wichtig anfühlen.

 

 

 

Lampenfieber besteht nicht nur aus Adrenalin

 

Wenn wir Lampenfieber ausschließlich mit Adrenalin erklären, wird das Bild zu klein.

Vor einem wichtigen Auftritt können gleichzeitig beteiligt sein:

  • körperliche Aktivierung
  • Gedanken über mögliche Folgen
  • Selbstbeobachtung
  • Angst vor Bewertung
  • Erinnerungen an frühere Erfahrungen
  • hohe eigene Ansprüche

Deshalb können zwei Menschen körperlich ähnlich aktiviert sein und die Situation trotzdem völlig unterschiedlich erleben.

 

 

 

Was ist Lampenfieber?

 

Lampenfieber beschreibt die körperliche und emotionale Aktivierung vor einer Situation, in der wir:

  • uns zeigen
  • etwas leisten
  • überzeugen
  • bewertet werden

Typische Situationen sind:

  • Reden
  • Präsentationen
  • Prüfungen
  • Vorstellungsgespräche
  • Pitches
  • Medienauftritte
  • wichtige Meetings

Der Körper erkennt:

Hier steht etwas auf dem Spiel.

 

 

Typische körperliche Reaktionen bei Lampenfieber

 

Menschen erleben Lampenfieber sehr unterschiedlich.

Mögliche Reaktionen sind:

  • schnellerer Herzschlag
  • Schwitzen
  • trockener Mund
  • veränderte Atmung
  • Zittern
  • Muskelanspannung
  • veränderte Stimme
  • Übelkeit oder andere Verdauungsreaktionen

Auch mental kann sich die Aktivierung bemerkbar machen.

Zum Beispiel durch:

  • schnellere Gedanken
  • stärkere Selbstbeobachtung
  • Katastrophenvorstellungen
  • erschwerten Zugriff auf Erinnerungen

 

 

 

Warum fühlt sich das so bedrohlich an?

 

Körperliche Aktivierung ist deutlich spürbar.

Dann kann ein zweiter Prozess beginnen:

Die Reaktion selbst wird zum Problem.

Zum Beispiel:

„Mein Herz schlägt so schnell. Das darf jetzt nicht passieren.“

Oder:

„Meine Stimme fühlt sich anders an. Gleich merkt jeder, wie nervös ich bin.“

Damit entsteht zusätzliche Aufmerksamkeit auf die eigenen Symptome.

Und diese Aufmerksamkeit kann die Anspannung weiter verstärken.

 

 

 

Aus Aktivierung kann ein Kreislauf werden

 

Zum Beispiel:

Auftritt steht bevor.

Der Körper reagiert.

Du bemerkst die Reaktion.

Du bewertest sie als gefährlich.

Die Situation wirkt dadurch noch bedrohlicher.

Die Aktivierung steigt weiter.

Deshalb ist nicht nur entscheidend:

was der Körper macht.

Sondern auch:

wie du diese Reaktion interpretierst.

 

 

 

Aktivierung und Leistung

 

Sehr geringe Aktivierung ist nicht automatisch ideal.

Ebenso wenig gilt:

Je mehr Aktivierung, desto besser.

Für viele Aufgaben gilt:

Ein mittleres Aktivierungsniveau kann günstig sein.

Wie viel Aktivierung hilfreich ist, hängt jedoch unter anderem ab von:

  • Aufgabe
  • Schwierigkeit
  • Erfahrung
  • Person

Eine universelle optimale Menge gibt es deshalb nicht.

 

 

 

Das bekannte umgekehrte U

 

In Zusammenhang mit Aktivierung und Leistung wird häufig das sogenannte Yerkes-Dodson-Prinzip erwähnt.

Vereinfacht dargestellt:

Bei steigender Aktivierung kann Leistung zunächst besser werden.

Bei sehr hoher Aktivierung kann sie wieder sinken.

Dieses Bild ist nützlich.

Es sollte jedoch nicht wie ein exaktes Naturgesetz für jeden Menschen und jede Aufgabe behandelt werden.

Die Beziehung zwischen Aktivierung und Leistung hängt vom Kontext ab.

 

 

 

Komplexe Aufgaben reagieren empfindlicher

 

Bei einfachen, gut automatisierten Tätigkeiten kann stärkere Aktivierung manchmal problemlos funktionieren.

Komplexe Aufgaben stellen andere Anforderungen.

Zum Beispiel:

  • spontan argumentieren
  • auf kritische Fragen reagieren
  • komplexe Informationen abrufen
  • strategisch denken

Dann kann sehr starke Aktivierung eher dazu führen, dass:

der Zugriff auf Fähigkeiten schwieriger wird.

 

 

 

Warum ein Blackout entstehen kann

 

Viele Menschen kennen diesen Moment:

„Ich wusste es eben noch.“

Und plötzlich scheint der Gedanke verschwunden.

Unter hoher Belastung können Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis stärker beansprucht sein.

Gleichzeitig läuft ein Teil der Aufmerksamkeit auf Fragen wie:

„Wie wirke ich?“

„Was passiert gerade mit meiner Stimme?“

„Was denken die anderen?“

Diese zusätzliche Selbstbeobachtung bindet Ressourcen.

 

 

 

Adrenalin muss nicht aus den Muskeln „abgebaut“ werden

 

Ein verbreitetes Bild lautet:

Adrenalin sammelt sich in den Muskeln und muss durch Bewegung verbraucht werden.

So funktioniert der Körper nicht.

Adrenalin wird über den Blutkreislauf verteilt und anschließend metabolisiert.

Es staut sich nicht wie Treibstoff in den Muskeln.

Bewegung kann trotzdem hilfreich sein.

Nur aus anderen Gründen.

 

 

 

Warum Bewegung vor einem Auftritt helfen kann

 

Leichte körperliche Aktivität kann:

  • Muskelspannung verändern
  • Aufmerksamkeit umlenken
  • das Gefühl körperlicher Handlungsfähigkeit erhöhen
  • überschüssigen Bewegungsdrang sinnvoll kanalisieren

Ein kurzer Spaziergang kann deshalb vor einer Präsentation angenehm sein.

Nicht weil du dabei das gesamte Adrenalin „wegtrainierst“.

Sondern weil Bewegung den Gesamtzustand beeinflussen kann.

 

 

 

Keine sportliche Höchstleistung unmittelbar vor dem Auftritt

 

Mehr Bewegung ist nicht automatisch besser.

Wenn du dich direkt vor dem Auftritt stark belastest, können:

  • Herzfrequenz
  • Schwitzen
  • Atmung

zusätzlich erhöht sein.

Das kann unangenehm sein, wenn genau diese Körperreaktionen ohnehin deine Aufmerksamkeit binden.

Deshalb:

angemessene Bewegung statt Erschöpfung.

 

 

 

Was ist mit Atmung?

 

Unter Anspannung verändert sich bei vielen Menschen die Atmung.

Sie wird beispielsweise:

  • schneller
  • flacher
  • unregelmäßiger

Dann kann es hilfreich sein, die Atmung wieder etwas ruhiger werden zu lassen.

Wichtig:

Das Ziel ist nicht:

perfekt atmen.

Auch eine Atemübung sollte nicht zum nächsten Leistungstest werden.

 

 

 

Ausatmen kann Orientierung geben

 

Eine einfache Möglichkeit:

Lass die Ausatmung etwas ruhiger und länger werden.

Ohne Kraft.

Ohne große Atemzüge erzwingen zu wollen.

Dann richte deine Aufmerksamkeit wieder auf:

den nächsten konkreten Schritt.

Zum Beispiel:

den ersten Satz.

 

 

 

Lampenfieber wird häufig vor dem Auftritt am stärksten

 

Die Erwartung kann belastender sein als die eigentliche Situation.

Du sitzt möglicherweise noch:

  • hinter der Bühne
  • im Besprechungsraum
  • vor dem Videocall

und hast kaum Handlungsmöglichkeiten.

Dann richtet sich die Aufmerksamkeit leicht auf:

alles, was im Körper geschieht.

Sobald du beginnst zu sprechen, bekommt die Aktivierung häufig eine Aufgabe.

 

 

 

Der erste Satz verdient besondere Aufmerksamkeit

 

Wenn Lampenfieber stark ist, hilft ein sicherer Einstieg.

Du solltest wissen:

Wie beginne ich?

Nicht unbedingt Wort für Wort auswendig.

Doch inhaltlich klar.

Dadurch hat deine Aufmerksamkeit unmittelbar nach dem Start:

eine Richtung.

 

 

 

Vorbereitung reduziert vermeidbare Unsicherheit

 

Lampenfieber verschwindet nicht automatisch durch gute Vorbereitung.

Doch schlechte Vorbereitung kann zusätzliche Belastung erzeugen.

Wenn kurz vor dem Auftritt noch offen ist:

  • Was ist meine Kernbotschaft?
  • Wie beginne ich?
  • Wie endet mein Beitrag?
  • Welche Fragen könnten kommen?

dann entstehen zusätzliche Unsicherheiten.

Vorbereitung entfernt nicht jede Aktivierung. Sie entfernt vermeidbare Belastung.

 

 

 

Routine kann helfen

 

Wiederholte gute Erfahrungen können die Bewertung zukünftiger Situationen verändern.

Der Körper lernt:

„Ich kenne diese Situation.“

Und:

„Ich kann damit umgehen.“

Das bedeutet jedoch nicht:

Je häufiger du auftrittst, desto weniger Lampenfieber musst du automatisch haben.

Die Qualität der Erfahrungen spielt ebenfalls eine Rolle.

 

 

 

Übung allein löst nicht jedes Problem

 

Wenn jede Präsentation erlebt wird als:

„Ich habe es gerade noch überlebt.“

kann reine Wiederholung wenig verändern.

Dann lohnt sich genauer hinzuschauen:

  • Was löst die starke Aktivierung aus?
  • Welche Bewertungen halten sie aufrecht?
  • Welche Sicherheitsstrategien spielen eine Rolle?
  • Was passiert während des Auftritts mit der Aufmerksamkeit?

Dann wird Übung gezielter.

 

 

 

Lampenfieber oder Redeangst?

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Lampenfieber beschreibt häufig eine intensive Aktivierung rund um einen bedeutsamen Auftritt.

Sie kann unangenehm sein.

Und trotzdem in einem gut handhabbaren Bereich bleiben.

Ausgeprägte Rede- oder Auftrittsangst kann deutlich weiter gehen.

 

 

 

Hinweise auf ausgeprägtere Redeangst

 

Zum Beispiel:

  • starke Angst bereits Tage oder Wochen vorher
  • regelmäßige Vermeidung von Auftritten
  • deutliche berufliche oder private Einschränkungen
  • anhaltende intensive Angst trotz vieler Erfahrungen

Dann reicht gewöhnliches Präsentationstraining möglicherweise nicht aus.

→ Lampenfieber und Redeangst unterscheiden

 

 

 

Warum die Unterscheidung wichtig ist

 

Bei normalem Lampenfieber können helfen:

  • gute Vorbereitung
  • realistische Proben
  • Aufmerksamkeitssteuerung
  • Arbeit an Stimme und Auftreten

Bei ausgeprägter Angst können andere Ansätze notwendig sein.

Das Problem sollte zum gewählten Vorgehen passen.

 

 

 

„Ich darf nicht nervös sein“ erzeugt zusätzlichen Druck

 

Dieser Gedanke klingt zunächst verständlich.

Er führt jedoch häufig zu einer zweiten Aufgabe:

Du sollst präsentieren.

Und gleichzeitig musst du kontrollieren:

ob du nervös wirkst.

Das bindet Aufmerksamkeit.

Hilfreicher kann sein:

„Aktivierung darf da sein. Meine Aufgabe ist trotzdem klar.“

 

 

 

Akzeptieren bedeutet nicht aufgeben

 

Du kannst eine körperliche Reaktion akzeptieren und trotzdem daran arbeiten, sie besser zu regulieren.

Das sind keine Gegensätze.

Akzeptieren bedeutet hier:

nicht zusätzlich gegen jede einzelne Körperreaktion kämpfen.

Dann bleibt mehr Aufmerksamkeit für:

die eigentliche Aufgabe.

 

 

 

Die Aufmerksamkeit nach außen richten

 

Starkes Lampenfieber zieht Aufmerksamkeit leicht nach innen.

Dann wird geprüft:

  • Wie klingt meine Stimme?
  • Wie sehen meine Hände aus?
  • Merkt jemand mein Zittern?

Hilfreicher kann sein:

zur Botschaft und zum Publikum zurückzukehren.

Frag:

„Was braucht mein Publikum jetzt von mir?“

 

 

 

Du bist nicht auf der Bühne, um dein Lampenfieber zu beobachten

 

Du bist dort, um:

  • zu informieren
  • zu überzeugen
  • Orientierung zu geben
  • eine Entscheidung vorzubereiten

Dieser Perspektivwechsel kann enorm hilfreich sein.

Vom Selbstmonitoring zurück zur Aufgabe.

 

 

 

Was bedeutet „mentale Vorbereitung“?

 

Mentale Vorbereitung kann beispielsweise beinhalten:

  • realistische Erwartungen
  • Aufmerksamkeitssteuerung
  • innere Bilder
  • Umgang mit kritischen Gedanken
  • Vorbereitung auf schwierige Momente

Das Ziel lautet nicht:

jede Nervosität wegzudenken.

Das Ziel lautet:

auch unter Aktivierung Zugriff auf hilfreiche Denk- und Verhaltensweisen zu behalten.

 

 

 

Perfektionismus kann Lampenfieber verstärken

 

Wenn der innere Maßstab lautet:

„Ich darf keinen Fehler machen.“

bekommt jeder kleine Versprecher große Bedeutung.

Dann steht scheinbar nicht nur eine Präsentation auf dem Spiel.

Sondern:

das eigene Selbstbild.

Hilfreicher ist ein professioneller Maßstab:

klar, kompetent und anschlussfähig kommunizieren.

Nicht:

fehlerfrei auftreten.

 

 

Auch erfahrene Redner erleben Lampenfieber

 

Erfahrung schützt nicht vollständig vor Aktivierung.

Ein Mensch kann regelmäßig souverän präsentieren.

Und bei einem bestimmten Termin plötzlich deutlich stärkere Reaktionen erleben.

Zum Beispiel:

  • Vorstandspräsentation
  • entscheidender Pitch
  • Keynote
  • Medienauftritt
  • wichtige Ansprache

Der entscheidende Unterschied ist häufig:

die Bedeutung dieser konkreten Situation.

 

 

 

Je wichtiger der Auftritt, desto wichtiger kann die Bewertung werden

 

Vielleicht hängt viel davon ab:

  • berufliche Zukunft
  • Reputation
  • Investition
  • Verhandlungsergebnis

Dann ist stärkere Aktivierung verständlich.

Das bedeutet nicht:

Du bist plötzlich weniger kompetent.

Es bedeutet:

Die Situation besitzt für dich hohe Bedeutung.

 

 

 

Was kurz vor dem Auftritt helfen kann

 

    1. Beende möglichst früh letzte inhaltliche Änderungen.
    2. Sorge für realistische körperliche Bewegung.
    3. Lass deine Atmung wieder ruhiger werden.
  1. Richte Aufmerksamkeit auf die Aufgabe.
  2. Erinnere dich an deine erste Kernbotschaft.
  3. Beginne bewusst.

Wichtig:

Mach daraus kein Ritual, das unbedingt funktionieren muss.

Sonst entsteht schnell die nächste Abhängigkeit.

 

 

 

Was während des Auftritts helfen kann

 

Wenn die Aktivierung plötzlich steigt:

  • beende den aktuellen Satz
  • mach eine kurze Pause
  • atme aus
  • orientiere dich am nächsten Gedanken
  • sprich wieder zum Publikum

Du musst nicht zuerst vollkommen ruhig werden.

Handlungsfähigkeit kann vor vollständiger Ruhe zurückkehren.

 

 

 

Ein Versprecher ist kein Notfall

 

Unter Lampenfieber bekommt ein kleiner Fehler schnell enorme Bedeutung.

Für das Publikum ist er häufig weit weniger dramatisch.

Wenn du dich versprichst:

korrigiere dich und geh weiter.

Die Reaktion auf einen Fehler prägt die Wirkung häufig stärker als der Fehler selbst.

 

 

 

Was nach dem Auftritt wichtig ist

 

Viele Menschen analysieren anschließend hauptsächlich:

was nicht perfekt war.

Dadurch kann selbst ein objektiv guter Auftritt als Misserfolg abgespeichert werden.

Hilfreicher ist eine strukturierte Nachbereitung.

Frag:

  • Was hat funktioniert?
  • Was habe ich trotz Aktivierung geschafft?
  • Was möchte ich konkret verbessern?

Das fördert Lernen.

Statt Selbstabwertung.

 

 

 

Symptome sind nicht dasselbe wie Wirkung

 

Du kannst innerlich sehr aktiviert sein.

Und nach außen trotzdem klar wirken.

Das wird häufig unterschätzt.

Menschen erleben ihre eigenen:

  • Herzschläge
  • Gedanken
  • Körperempfindungen

viel intensiver als das Publikum.

Deshalb ist:

„Es fühlt sich schlimm an“

nicht automatisch dasselbe wie:

„Es wirkt schlecht.“

 

 

 

Video kann die Wahrnehmung korrigieren

 

Eine realistische Videoaufnahme kann zeigen:

  • Was ist tatsächlich sichtbar?
  • Wie klingt die Stimme wirklich?
  • Wie stark wirkt die Nervosität nach außen?

Viele Menschen entdecken dabei:

Die Außenwirkung ist deutlich ruhiger als das innere Erleben.

Das kann sehr entlastend sein.

 

 

 

Adrenalin messen ist für die Praxis meist nicht nötig

 

Für ein gutes Auftrittscoaching brauchen wir normalerweise keinen Laborwert.

Entscheidend ist:

  • Was erlebst du?
  • Was verstärkt die Reaktion?
  • Was passiert mit deiner Leistung?
  • Was hilft dir, handlungsfähig zu bleiben?

Der konkrete Funktionszusammenhang ist für die Praxis meist wichtiger als die Frage:

„Wie viel Adrenalin ist gerade in meinem Blut?“

 

 

 

Adrenalin und Koffein

 

Wenn du ohnehin stark aktiviert bist, kann viel Koffein unangenehm sein.

Koffein kann beispielsweise:

  • Wachheit erhöhen
  • Herzklopfen stärker wahrnehmbar machen
  • innere Unruhe verstärken

Wie stark das wirkt, ist individuell.

Vor einem wichtigen Auftritt ist deshalb selten der ideale Zeitpunkt:

mit ungewöhnlich viel Kaffee oder Energydrinks zu experimentieren.

 

 

 

Auch Schlaf spielt eine Rolle

 

Schlechter Schlaf vor einem wichtigen Auftritt ist häufig.

Dann entsteht schnell der Gedanke:

„Jetzt werde ich morgen nicht funktionieren.“

Eine schlechte Nacht ist unangenehm.

Sie bedeutet nicht automatisch:

Der Auftritt wird schlecht.

Zusätzliche Katastrophisierung erzeugt vor allem weitere Belastung.

 

 

 

Kein Kampf gegen den eigenen Körper

 

Der Körper versucht nicht, deinen Auftritt zu sabotieren.

Er reagiert auf eine Situation, die als bedeutsam erlebt wird.

Diese Reaktion kann:

zu stark

werden.

Dann lohnt sich Regulation.

Doch die Haltung:

„Mein Körper macht etwas Falsches und ich muss ihn stoppen“

erzeugt häufig zusätzlichen Konflikt.

 

 

 

Der bessere Maßstab: Zugang zu deinen Fähigkeiten

 

Das Ziel ist nicht unbedingt:

Puls 60.

Oder:

keine Nervosität.

Die praktisch wichtigere Frage lautet:

Kannst du auf dein Wissen, deine Stimme, deine Präsenz und deine Erfahrung zugreifen?

Wenn ja, darf der Körper durchaus aktiviert sein.

 

 

 

Vorbereitung wichtiger Auftritte

 

Bei einem konkreten wichtigen Auftritt kann die Vorbereitung mehrere Ebenen verbinden.

Zum Beispiel:

  • Kernbotschaften
  • Dramaturgie
  • kritische Fragen
  • Stimme
  • Körpersprache
  • mentale Vorbereitung
  • Umgang mit hoher Aktivierung

→ Wichtige Reden und Präsentationen vorbereiten

 

 

 

Wenn Lampenfieber regelmäßig eine Rolle spielt

 

Dann lohnt sich eine gezieltere Betrachtung.

Zum Beispiel:

  • Wann beginnt die Aktivierung?
  • Was macht bestimmte Situationen besonders schwierig?
  • Welche Gedanken verstärken sie?
  • Was geschieht mit deiner Aufmerksamkeit?
  • Welche Strategien helfen tatsächlich?

→ Mentaltraining bei Lampenfieber

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn Lampenfieber bei wiederkehrenden Präsentationen, Gesprächen oder beruflichen Auftritten eine Rolle spielt.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkreter Auftritt hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Adrenalin ist Teil der Reaktion – nicht das ganze Lampenfieber

 

Vor einem bedeutsamen Auftritt kann der Körper deutlich reagieren.

Adrenalin kann daran beteiligt sein.

Doch Lampenfieber entsteht aus mehr als einem einzelnen Botenstoff.

Relevant sind ebenso:

  • Bewertung der Situation
  • Aufmerksamkeit
  • Erfahrung
  • Erwartungen
  • Selbstbeobachtung

Deshalb lautet das Ziel nicht:

Adrenalin vollständig loszuwerden.

Und auch nicht:

vor einem wichtigen Auftritt vollkommen ruhig zu sein.

Entscheidend ist:

Die Aktivierung bleibt in einem Bereich, in dem du Zugriff auf deine Fähigkeiten hast.

Dann kann aus körperlicher Aufregung Energie werden.

Und aus:

„Wie werde ich dieses Lampenfieber los?“

wird eine stärkere Frage:

„Wie bleibe ich mit dieser Energie präsent und handlungsfähig?“

Das Ziel ist nicht, vor einem wichtigen Auftritt nichts zu spüren. Das Ziel ist, trotz Aktivierung Zugang zu dem zu behalten, was du kannst.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

1 Kommentar

  1. Das sind doch automatische Vorgänge auf die ich keinen Einfluss habe, wenn sie unbewusst sind. Das ist doch ein Widerspruch, oder?

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2018
Überarbeitung: 1. Juli 2026