Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Schwierige Persönlichkeiten und Situationen
Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Chronisch kritische und abwertende Menschen

 

Wie du dich in einer „es genügt nie“-Atmosphäre innerlich frei aufstellst

 

Wenn jedes Detail zur Bühne für Kritik wird

 

Ein Meeting läuft solide.

Dein Team liefert, Projekte bewegen sich, die Zahlen sehen gut aus. Am Ende meldet sich eine Stimme, auf die sich alle innerlich vorbereiten. Der Blick geht direkt auf das, was aus dieser Perspektive fehlt:

  • die eine Kennzahl, die andere Folie, der angebliche Denkfehler.
  • Kein Moment der Würdigung.
  • Statt Erleichterung entsteht Spannung im Raum.

Viele erleben genau dieses Klima:

  • Es fühlt sich an, als reiche der eigene Einsatz grundsätzlich nie aus.
  • Chronisch kritische und abwertende Menschen erzeugen eine dauerhafte Atmosphäre von Prüfung und Bewertung.
  • Gerade für Führungskräfte und Leistungsträger wirkt das auf Dauer zermürbend.

 

Dieser Beitrag zeigt dir, wie du:

  • das Muster besser erkennst,

  • dich innerlich entkoppelst,

  • klare Grenzen setzt,

  • eine reife, wertschätzende Kultur stärkst

  • und dir gleichzeitig deine eigene Freude an Leistung bewahrst.

 

 

1. Was kennzeichnet chronisch kritische und abwertende Menschen?

 

Viele dieser Menschen sehen sich als Hüter von Qualität, Wahrheit oder Prinzipien.

Sie treten gern als Maßstab auf und verstehen sich häufig als Realisten.

Typische Merkmale:

  • Dauerbewertung
    Fast alles erhält ein Etikett: richtig oder falsch, stark oder schwach, professionell oder unprofessionell.
    Themen, Menschen, Entscheidungen – alles wandert rasch in Kategorien.

  • Abwertende Zwischentöne
    Formulierungen wie „Das ist ja Basiswissen“, „Auf diesem Niveau geht es kaum weiter“, „Damit lassen wir uns sehen?“ begleiten Besprechungen.
    Der Ton wirkt sachlich, der Unterton schneidet.

  • Beschämung vor Publikum
    Schwachstellen wandern gern in die große Runde: Meeting, Mailverteiler, Chat.
    Oft garniert mit vermeintlichem Humor, der vor allem den eigenen Status stärkt.

  • Atmosphäre des ständigen Mangels
    Erfolge gelten als selbstverständlich.
    Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf Lücken, auf das, was noch fehlt.
    Das Team erlebt: Es scheint grundsätzlich zu wenig.

 

Für Organisationen entsteht so ein Klima, in dem viele auf Zehenspitzen laufen, statt mutig zu gestalten.

 

2. Das Drei-Ebenen-Modell – Dein innerer Kompass

 

Für den Umgang mit chronischen Kritikern kannst du dich an drei Ebenen orientieren:

  1. Ich-Ebene – dein Selbstwert, dein innerer Filter, deine Selbstfürsorge

  2. Beziehungs-Ebene – Gesprächsführung, Feedback, Grenzen

  3. System-Ebene – Kultur, Strukturen, Rollen, Konsequenzen

 

Dieses Modell begleitet dich durch den Text.

Du kannst jede Ebene separat betrachten und im Alltag gezielt stärken.

 

3. Die psychologische Dynamik hinter der Dauer-Kritik

 

Wer permanent kritisiert, trägt häufig eine eigene Geschichte in sich.

3.1 Strenger innerer Kritiker

 

Viele chronische Kritiker führen einen harten inneren Dialog:

  • „Noch besser, noch gründlicher, noch fehlerfreier.“

  • eigene Leistungen stehen ständig auf dem Prüfstand

  • innere Entspannung gelingt schwer

 

Die scharfen Urteile nach außen spiegeln oft die Schärfe im Inneren.

3.2 Perfektionistische Muster

 

Fehler gelten als Risiko für Anerkennung, Karriere oder Zugehörigkeit.

Leistung erhält hohen Stellenwert, Erfolge verlieren rasch an Bedeutung.

Konsequenzen:

  • hoher Kontrollbedarf

  • geringe Fehlertoleranz

  • Druck auf das Umfeld, das eigene Niveau zu halten

 

3.3 Aufwertung durch Abwertung

 

Wer andere kleinredet, erlebt sich selbst größer.

Abwertung stützt kurzfristig das eigene Selbstwertgefühl.

3.4 Biografische Prägung

 

Viele dieser Menschen haben selbst harte Beschämung erlebt:

  • spitze Kommentare von Eltern, Lehrkräften, früheren Chefs

  • Lob nur bei Höchstleistung

  • emotionale Distanz statt Anerkennung

 

Die damalige Rolle als Beschämte wandelt sich zur Rolle als Bewertende.

Das erklärt das Verhalten, es entschuldigt es nicht.

Für dich als Führungskraft öffnet sich dadurch ein doppelter Blick:

Du erkennst die Not hinter dem Verhalten – und hältst gleichzeitig Kurs auf Verantwortung.

 

4. Wirkung auf Mitarbeitende, Führung und Kultur

 

4.1 Wirkung auf Mitarbeitende

 

  • Mut sinkt, kreative Vorschläge bleiben im Kopf.

  • Menschen sichern sich ab, statt Verantwortung zu übernehmen.

  • Fehler verschwinden in Schubladen, weil sie als Einladung zu öffentlicher Kritik gelten.

  • Loyalität richtet sich eher auf Selbstschutz als auf gemeinsame Ziele.

 

4.2 Wirkung auf Führungskräfte

 

  • Du verbringst Zeit mit Schadensbegrenzung im Team.

  • Energie wandert in das Stabilisieren verletzter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

  • Entscheidungen geraten in Dauerdiskussionen.

  • Selbstzweifel wachsen, wenn harte Kommentare dein eigenes Handeln treffen.

 

4.3 Wirkung auf Kultur und Ergebnisse

 

  • Innovation verlangsamt sich, da Menschen Experimente vermeiden.

  • Fehlerkultur verengt sich, Transparenz sinkt.

  • Fluktuation steigt – häufig gehen die Engagierten, während Dauer-Kritiker bleiben.

 

Gerade an dieser Stelle prägt die Geschäftsführung die entscheidende Botschaft:

Was erhält Raum – Würdigung und anspruchsvolle Entwicklung oder permanenter Tadel?

 

5. Die System-Ebene: Welche Kultur füttert chronische Kritik?

 

Chronische Kritik entsteht im Zusammenspiel von Person und Umfeld.

Eine Kultur mit folgenden Merkmalen begünstigt diese Muster:

  • starke Orientierung an Defiziten, Erfolgen wird wenig Raum gegeben

  • informelle Heldenstatus für „schonungslose Wahrheitssprecher“

  • inoffizielle Tabus: bestimmte Personen gelten als unantastbar, Kritik verlagert sich auf andere

  • wenig strukturierte Feedbackformate, dafür viele Gänge über Flur und Chat

 

Deine Hebel als Geschäftsführung, Inhaberin oder Inhaber:

  • klare Führungsleitlinien formulieren, in denen Wertschätzung und hohe Standards gemeinsam stehen

  • Jahresgespräche und Feedbackprozesse so gestalten, dass sie Entwicklung statt Beschämung fördern

  • sichtbar Menschen stärken, die konstruktiv, klar und respektvoll Feedback geben

  • darauf achten, welche Verhaltensweisen Karriere fördern und welche Konsequenzen destruktive Muster erfahren

 

Du lenkst damit die Bühne, auf der chronische Kritiker bisher viel Raum fanden.

 

6. Die Ich-Ebene: Dein Selbstwert steht stabil

 

Bevor du in Beziehungen oder Strukturen eingreifst, lohnt ein Blick auf dich selbst.

6.1 Trennung von Person und Urteil

 

Chronische Kritiker zielen gern auf Kompetenz, Intelligenz oder Eignung.

Für dich wirkt ein innerer Satz stärkend:

„Diese Worte spiegeln den inneren Maßstab dieser Person.

Mein Wert bleibt davon unberührt.“

So prüfst du Inhalte, statt dich vom Ton definieren zu lassen.

6.2 Auswahl statt Dauerschutz

 

Du wählst bewusst:

  • Welche Punkte enthalten fachliche Substanz?

  • Welche Formulierungen entstehen aus dem Muster der Person?

  • Welche Aspekte fördern Qualität, welche rauben Energie?

 

So bleibst du offen für Lernchancen und schützt gleichzeitig deine Würde.

6.3 Selbstfürsorge als Führungsaufgabe

 

Ein Umfeld mit starker Kritik fordert dein Nervensystem.

Hilfreich sind:

  • regelmäßige Reflexion mit Coach, Supervisorin oder Sparringspartner

  • Räume, in denen du Wertschätzung und Vertrauen erlebst

  • kleine Rituale zum Abschluss des Tages: bewusstes Bilanzziehen, Dankbarkeit, körperliche Entladung

  • Kontakte zu Menschen, bei denen du dich gesehen und willkommen fühlst

 

Je stabiler du innerlich stehst, desto klarer führst du nach außen.

 

7. Die Beziehungs-Ebene: Gesprächsführung mit chronischen Kritikern

 

Ziel: klar, ruhig, erwachsen.

7.1 Konkretes Verhalten statt globales Urteil

 

Statt: „Sie sind ständig abwertend.“

formuliert du beispielsweise:

  • „In den letzten drei Meetings haben Sie bei den Punkten X, Y und Z sehr harte Urteile ausgesprochen.“

  • „Sie verwenden häufig Formulierungen wie ‚Auf diesem Niveau geht es kaum weiter‘ oder ‚Damit arbeiten wir nicht ernsthaft‘.“

 

Du sprichst Verhalten an, nicht den Charakter.

7.2 Wirkung transparent machen

 

Beispiele:

  • „Dadurch zieht sich das Team zurück und bringt weniger Ideen ein.“

  • „Mitarbeitende berichten, dass sie sich in Besprechungen unter Dauerbeobachtung fühlen.“

  • „Die Wortwahl lenkt von der Sachfrage weg und erzeugt Verteidigung.“

 

Du führst das Gespräch von Rechtfertigung hin zur Frage nach Wirkung.

7.3 Verantwortung klären

 

Fragen, die in eine erwachsene Position einladen:

  • „Welchen Effekt wünschen Sie sich mit Ihren Rückmeldungen?“

  • „Wie sieht eine Form von Kritik aus, die Qualität stärkt und gleichzeitig Respekt vermittelt?“

  • „Welche Rolle möchten Sie im Team bewusst übernehmen – Prüfer, Sparringspartner, Mentor?“

 

So verlässt dein Gegenüber die Rolle des bloßen Kommentators und betritt die Bühne des Gestalters.

 

8. Grenzen setzen – klar, ruhig, konsequent

 

Chronische Kritiker testen häufig den Rahmen, den Führung setzt.

8.1 Rahmen im Meeting

 

Du kannst den Ton rahmen, bevor erste Beiträge kommen:

  • „Kritische Perspektiven gehören zu unserer Kultur. Gleichzeitig achten wir auf eine respektvolle Sprache.“

  • „Jede kritische Anmerkung enthält einen Vorschlag zur Verbesserung.“

  • „Wir beginnen mit dem, was bereits trägt, und gehen erst dann in Optimierung.“

 

Damit stärkst du Anspruch und Würdigung zugleich.

8.2 Vier-Augen-Gespräch mit klarer Erwartung

 

Beispiel:

„Ihre fachliche Schärfe besitzt hohen Wert für uns.

Gleichzeitig verletzen Ihre Formulierungen in den letzten Wochen wiederholt Kolleginnen und Kollegen.

Ich erwarte künftig eine Art von Kritik, die anspruchsvoll und respektvoll wirkt.“

Du verbindest Anerkennung, Klarheit und Konsequenz.

8.3 Informelle Räume bewusst gestalten

 

Flurgespräche, Kaffeeküchen, Chats – ideale Bühnen für abwertende Kommentare über Abwesende.

Deine Optionen:

  • sichtbar Position beziehen: „Solche Bewertungen führen uns vom Ziel weg.“

  • Gespräch zurück in offizielle Kanäle holen: „Bringen wir das in unser nächstes Team-Meeting.“

  • deutlich machen, dass dauerhaft abwertende Kommentare kein Führungs-Lob erhalten.

 

So verschiebst du die Gesprächsgewohnheiten Schritt für Schritt.

 

9. Chronisch kritische Menschen im eigenen Team

 

Befindet sich eine solche Person in deinem Team, entsteht gezielte Führungsarbeit.

9.1 Talente erkennen und kanalisieren

 

Häufig bringen diese Menschen mit:

  • ein scharfes Auge für Risiken

  • hohe Qualitätsansprüche

  • analytische Stärke

 

Diese Fähigkeiten gewinnen enorme Kraft, sobald sie gerahmt sind:

  • Rolle klar definieren: zum Beispiel Qualitätssicherung, Risikoanalyse, Fachreview

  • Erwartungen an Kommunikationsstil formulieren

  • Training für konstruktive Feedbackkultur anbieten

 

9.2 Entwicklungsziele vereinbaren

 

Zum Beispiel:

  • „In jeder Rückmeldung nennen Sie mindestens einen Aspekt, der bereits trägt.“

  • „Sie formulieren Kritik in einer Weise, die zur Lösung einlädt.“

  • „Sie trainieren in einem Coaching-Gespräch konkrete Formulierungen für wertschätzende Klarheit.“

 

So verbindest du hohe Standards mit wachsender Beziehungsreife.

9.3 Konsequenzen gestalten

 

Wenn Gespräche, Vereinbarungen und Unterstützung keine Veränderung bringen, braucht das System Klarheit:

  • Anpassung von Verantwortlichkeiten

  • Verringerung der Sichtbarkeit in exponierten Runden

  • langfristig auch personelle Entscheidungen

 

Diese Schritte senden eine deutliche Botschaft:

Qualität zählt, Würde ebenfalls.

 

10. Typische Fallen für Führungskräfte – und stärkende Alternativen

 

10.1 Häufige Fallen

 

  • Aussitzen – du hoffst auf Entspannung und lässt das Verhalten laufen.

  • Gegenschlag – du spiegelst die Schärfe und gehst in direkte Konfrontation auf gleichem Niveau.

  • Öffentliche Bloßstellung – du kritisierst die kritische Person vor dem Team und verstärkst damit Beschämungsdynamik.

  • Verdeckte Allianzbildung – du sammelst still Verbündete gegen diese Person statt klare Gespräche zu führen.

 

Diese Strategien verschaffen kurzfristige Entlastung, verstärken langfristig jedoch das grundsätzliche Muster.

10.2 Stärkende Alternativen

 

  • frühzeitig und konkret im Vier-Augen-Setting ansprechen

  • klare Erwartungen, messbare Beobachtungsfelder und Zeiträume definieren

  • mit der Person an konstruktiver Kritikfähigkeit arbeiten

  • Signale an das Team senden, dass Wertschätzung und hohe Standards partnerschaftlich zusammengehören

 

So wächst deine Autorität – ruhig, klar, verlässlich.

 

11. Chronische Kritik im privaten Umfeld

 

Viele Führungskräfte erleben dieses Muster auch im privaten Leben:

  • Partnerinnen oder Partner, bei denen jede Geste Anlass für Verbesserungsvorschläge wird

  • Eltern, die seit Jahrzehnten vor allem das sehen, was aus ihrer Sicht fehlt

  • erwachsene Kinder, die sich abgrenzen, indem sie alles beurteilen

 

Typische innere Reaktion:

Gefühlter Rückfall in alte Rollen – Tochter, Sohn, Schüler, „der Kleine“ oder „die Kleine“.

Hilfreiche Schritte:

  • eigene Lebensrealität innerlich anerkennen: „Ich stehe heute an einem anderen Punkt.“

  • klare Grenzen formulieren: „Dieser Ton verletzt, ich wünsche mir respektvollen Austausch.“

  • Nähe bewusst dosieren, wenn Begegnungen dauerhaft entwerten

  • Menschen suchen, die dir auf Augenhöhe begegnen und den Blick auf Stärken richten

 

So überträgst du deine erwachsene Souveränität aus dem Berufsleben in dein privates Umfeld.

 

12. Eigene Muster im Umgang mit Kritik

 

Führung gewinnt Reife, sobald du auch deine eigenen Anteile freundlich ins Licht holst.

Fragen für dich:

  • Wie erlebte deine Herkunftsfamilie Fehler und Leistung?

  • Welche Sätze aus früheren Jahren klingen in dir nach?

  • In welchen Momenten verwendest du selbst eine Schärfe, die du später bereust?

  • Welche Situation aus der letzten Zeit würdest du heute gern mit anderer Haltung adressieren?

 

Durch diese Reflexion:

  • würdigst du den eigenen Weg,

  • entwickelst Mitgefühl für dich selbst,

  • stärkst deine Fähigkeit, anspruchsvoll und zugleich respektvoll zu führen.

 

 

13. Wann Sparring und Coaching besonders wertvoll werden

 

Ein dauerhafter Kontakt mit chronischer Kritik fordert viel innere Stabilität.

Externe Begleitung wirkt vor allem dann kraftvoll, wenn:

  • eine kritische Person großen Einfluss im System besitzt

  • die Gesamtstimmung bereits deutlich in Richtung „Mangelkultur“ kippt

  • du Verantwortung für viele Menschen trägst und gleichzeitig selbst im Fokus harter Urteile stehst

  • du spürst, dass deine eigene Freude an Führung nachlässt

 

Professionelles Sparring oder Coaching:

  • sortiert innere Loyalitäten

  • stärkt deinen Selbstwert und deine Führungsidentität

  • eröffnet Handlungsoptionen jenseits von Rückzug oder Gegenangriff

 

So triffst du klare Entscheidungen – für dich, für dein Team, für dein Unternehmen.

 

 

Du entscheidest, welche Stimmen Gewicht erhalten

 

Chronisch kritische und abwertende Menschen werden Organisationen weiterhin begleiten. Sie richten Scheinwerfer auf Lücken und Schwächen und übersehen häufig die Kraft des bereits Erreichten.

Du gewinnst Gestaltungsraum, sobald du:

  • die psychologische Dynamik erkennst,

  • deinen Selbstwert stabil verankerst,

  • auf der Beziehungs-Ebene klar und respektvoll Grenzen setzt,

  • auf der System-Ebene Kultur und Strukturen aktiv prägest,

  • eigene Muster reflektierst und dir bei Bedarf Sparring holst.

 

So verwandelst du eine „es genügt nie“-Atmosphäre in ein Umfeld, in dem hohe Standards, Wertschätzung und Freude an Leistung gemeinsam wachsen.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

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Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Drama-Persönlichkeiten im Unternehmen: Wie du Lager, Triangulation und Dauerkonflikte souverän führst

Drama-Persönlichkeiten im Unternehmen: Wie du Lager, Triangulation und Dauerkonflikte souverän führst

Praktische Strategien für Geschäftsführer, Führungskräfte und Unternehmer, die Drama-Persönlichkeiten klar führen, Triangulation beenden und echte Zusammenarbeit stärken wollen.
Unreife Persönlichkeiten

Menschen mit ausgeprägter Drama- und Konfliktdynamik

 

Im Unternehmen läuft vieles solide: Projekte bewegen sich, Zahlen stimmen, Teams leisten viel. Trotzdem lodern immer wieder emotionale Feuer. Ein Satz, eine Mail, ein Gerücht – und sofort entstehen Spannungen, Allianzen, unterschwellige Konflikte.

Menschen mit ausgeprägter Drama- und Konfliktdynamik ziehen Aufmerksamkeit in Richtung Geschichten, Triangulation und Lagerbildung.
In diesem Artikel erfährst du, wie du diese Muster früh erkennst, Dramadynamiken entzauberst und dein Unternehmen auf gemeinsame Ziele, Klarheit und tragfähige Zusammenarbeit ausrichtest.

 

 

 

Wenn ständig irgendwo ein Feuer lodert

 

Im Unternehmen laufen Projekte, die Zahlen entwickeln sich solide, das Team arbeitet engagiert. Trotzdem wirkt es, als lodere an irgendeiner Ecke immer ein Feuer.

Eine Person kommt zu dir und schildert ausführlich, wie schwierig eine Kollegin sei. Wenig später meldet sich diese Kollegin und beschreibt dir ihrerseits massive Probleme mit der ersten Person. Parallel kursieren Andeutungen, Halbsätze, unterschwellige Spitzen. Plötzlich existieren Lager, Allianzen, stille Loyalitäten.

Menschen mit ausgeprägter Drama- und Konfliktdynamik bringen viel Bewegung in Systeme – oft mehr, als gut tut. Sie ziehen Energie in Richtung Triangulation, Konfliktinszenierung und Dauerkrise.

Für Geschäftsführung, Inhaberinnen, Inhaber und Führungskräfte entsteht eine anspruchsvolle Aufgabe: führen, sortieren, beruhigen – und gleichzeitig den Fokus auf Strategie und Ergebnisse halten.

Dieser Beitrag unterstützt dich dabei,

  • Dramadynamiken klarer zu erkennen,

  • typische Muster von Triangulation und Lagerbildung zu verstehen,

  • deine innere Stabilität zu stärken

  • und wirksame Führungsstrategien zu entwickeln.

 

 

 

 

1. Was bedeutet Drama- und Konfliktdynamik?

 

Menschen mit ausgeprägter Drama- und Konfliktdynamik erleben Beziehungen selten sachlich-nüchtern.

Fast jede Situation eignet sich als Bühne für Geschichten, Bewertungen und Emotion.

Typische Merkmale:

  • sie berichten häufig von Krisen, Verletzungen und Ungerechtigkeiten

  • sie positionieren sich gern als Opfer, Heldin, Retter oder Ankläger

  • sie suchen Verbündete und entwickeln „Wir gegen die“

  • sie wechseln schnell zwischen Nähe und Distanz

  • sie verbinden sachliche Themen mit intensiven Gefühlen

 

Das System erinnert an ein daueraktives Theater:

  • Rollen wechseln,

  • Szenen überlagern sich,

  • viel Energie fließt in Emotion statt in Fortschritt.

 

Wichtige Begriffe:

  • Drama-Dreieck: Opfer, Retter und Verfolger wechseln sich ab, häufig innerhalb kurzer Zeit.

  • Triangulation: Konflikte laufen über eine dritte Instanz, oft über Führung.

  • Lagerbildung: Gruppen entstehen entlang von Sympathien, Loyalitäten und Feindbildern.

 

 

 

 

2. Das Drei-Schritte-Modell für deinen Führungsalltag

 

Damit du in komplexen Situationen den Überblick behältst, hilft ein einfaches Raster:

 

Schritt 1: Erkennen – Muster benennen

 

 

  • Drama-Dreieck, Triangulation und Lagerbildung wahrnehmen

  • Früh wahrnehmen, wenn Gespräche mehr Geschichte als Lösung enthalten

  • innerlich benennen: „Hier sehe ich eine Dramadynamik“

 

 

Schritt 2: Entdramatisieren – Verantwortung sortieren

 

 

  • Rollen klären: Wer trägt welche Verantwortung?

  • direkte Klärung fördern statt Umwege

  • dich selbst aus Retter- und Richterrolle lösen

 

 

Schritt 3: Fokussieren – Ziele, Rollen, Strukturen stärken

 

 

  • gemeinsame Ziele ins Zentrum stellen

  • Kommunikations- und Entscheidungswege präzisieren

  • Rituale und Formate für konstruktive Klärung etablieren

 

Dieses Modell gibt dir einen inneren Kompass:

Erkennen, entdramatisieren, fokussieren.

 

 

 

3. Psychologische Dynamik hinter Drama und Konflikt

 

Hinter dramatischen Inszenierungen steckt oft ein ernstes inneres Thema.

Mögliche Hintergründe:

  • frühe Erfahrungen mit wechselhaften Stimmungen und unsicheren Bindungen

  • Familienklima mit hoher Emotionalität, Allianzen und verdeckten Konflikten

  • erlebte Ohnmacht, die heute durch Einfluss im System kompensiert werden soll

  • starke Sehnsucht nach Zugehörigkeit, Bedeutung und intensiven Gefühlen

 

Drama erzeugt Intensität.

Intensität fühlt sich lebendig an, sogar dann, wenn sie anstrengend wirkt. So wird der Konflikt zur Energiequelle und manchmal zur Identität. Mit diesem Verständnis behältst du einen respektvollen Blick: Du erkennst das Muster klar und hältst zugleich den Fokus auf Verantwortung.

 

 

 

4. Frühwarnsignale für Drama im Unternehmen

 

Je früher du die Dynamik erkennst, desto leichter führst du sie in konstruktive Bahnen.

Typische Frühwarnzeichen:

 

  • überdurchschnittlich viele „vertrauliche“ Gespräche über Dritte

  • Formulierungen wie „Alle sagen…“, „Niemand traut sich…“, „Viele fühlen…“

  • starke emotionale Ladung in Berichten, Detailfülle bei gleichzeitig geringer Lösungsausrichtung

  • spontane Eskalation an höhere Ebenen, bevor Klärung auf Arbeitsebene stattfand

  • Meetings mit viel Erregung und wenig konkreten Vereinbarungen

 

Spätestens wenn du diese Signale gehäuft beobachtest, lohnt ein bewusster Führungsimpuls.

 

 

 

5. Typische Muster im Unternehmensalltag

 

 

5.1 Triangulation – wenn Konflikte Umwege wählen

 

Anstatt Konflikte direkt mit der betreffenden Person zu klären, taucht eine dritte Instanz auf:

 

  • Mitarbeitende schildern dir ausführlich Probleme mit Kolleginnen oder Kollegen

  • Teams wenden sich an HR, während direkte Gespräche ausbleiben

  • externe Berater dienen als Schiedsrichter, während die eigentlichen Parteien Abstand halten

 

Führung wird zur Bühne, auf der Konfliktparteien um Bestätigung für die eigene Sicht werben.

 

5.2 Lagerbildung – „Wir hier, die dort drüben“

 

Dramadynamische Menschen denken häufig in Zugehörigkeiten:

  • bestimmte Kolleginnen gelten als „unsere Leute“

  • andere Bereiche erscheinen als „Blockierer“ oder „Bremsen“

  • Teams entwickeln interne Narrative über „die da oben“ oder „die da hinten im Controlling“

 

Aus konstruktiven Unterschieden entstehen starre Fronten.

Projektarbeit erhält politischen Charakter.

 

5.3 Dauerkrise – es lodert ständig irgendwo

 

 

  • Veränderungen gewinnen sofort den Charakter von Bedrohung

  • kleine Missverständnisse wachsen zu großen Geschichten

  • Konflikte schwelen über längere Zeit, ohne klaren Klärungsweg

  • emotionale Wellen prägen den Takt des Alltags

 

Führung erlebt sich dann schnell als Feuerwehr statt als Gestalter.

 

 

 

 

6. Wirkung auf deine Rolle als Führungskraft

 

Der Kontakt mit Dramadynamiken bindet viel Aufmerksamkeit:

 

  • du hörst lange Erzählungen

  • du gerätst in innere Loyalitätskonflikte

  • du spürst Erwartungsdruck, Partei zu ergreifen

  • du erlebst dein eigenes Nervensystem häufig in erhöhter Anspannung

 

Mögliche Folgen:

  • Entscheidungsprozesse verlangsamen sich

  • strategische Themen verlieren Sichtbarkeit

  • dein Zeitbudget wandert von Gestaltung zu Konfliktmoderation

  • die Freude an Führung sinkt

 

Genau dort liegt dein Hebel:

Sobald du die Mechanik erkennst, gestaltest du neu.

 

 

 

 

7. Innere Haltung: Führung aus der Mitte statt Mitspielen

 

 

7.1 Ausstieg aus dem Drama-Dreieck

 

Im Drama-Dreieck tauchen drei Rollen auf: Opfer, Retter, Verfolger.

Menschen mit Dramadynamik laden dich gerne als Retter oder Richter ein.

Dein innerer Satz:

„Ich bleibe in meiner Rolle als erwachsene, klare Führungspersönlichkeit.“

Du bist präsent, hörst zu und steigst gleichzeitig aus der emotionalen Inszenierung aus.

 

7.2 Verantwortung sortieren

 

Fragen für deine innere Klärung:

  • Welche Verantwortung liegt bei mir?

  • Welche Verantwortung liegt bei den beteiligten Personen?

  • Welche Aufgaben hat das System übernommen, die zu den Konfliktparteien gehören?

 

Sobald diese Zuordnung steht, entstehen klare nächste Schritte.

 

7.3 Klarheit vor Gefallen

 

Menschen mit Dramadynamik testen, wer auf ihrer Seite steht.

Deine Seite heißt:

 

  • gemeinsame Ziele,

  • Kultur,

  • Verantwortung.

 

Das erzeugt kurzfristig gelegentliche Spannung, langfristig entsteht Vertrauen in deine Verlässlichkeit.

 

 

 

 

8. System- und Kulturhebel gegen Drama

 

Drama gedeiht dort besonders stark, wo Strukturen viel Raum für Unklarheit lassen.

Stärkende Kulturimpulse:

  • klare Führungsleitlinien, die Transparenz, Verantwortung und direkte Klärung betonen

  • definierte Kommunikationswege: Was gehört in welches Meeting, wer spricht mit wem, auf welcher Ebene?

  • saubere Entscheidungswege mit klaren Eskalationsstufen

  • Wertschätzung für sachliche, lösungsorientierte Beiträge

  • kein informeller Bonus für spektakuläre Konfliktgeschichten

 

Praktische „Anti-Drama-Routinen“:

  • regelmäßige Retrospektiven, in denen Spannungen einen geregelten Platz erhalten

  • klare Agenda in Meetings mit Fokus auf Entscheidungen und Vereinbarungen

  • Abschlussrunden, in denen alle Beteiligten den gemeinsamen Nenner benennen

  • kurze, strukturierte Klärungssessions statt endlose Flurgespräche

 

So verschiebst du das System von aufregendem Drama zu verlässlicher Zusammenarbeit.

 

 

 

 

9. Konkrete Strategien im Umgang mit Dramadynamiken

 

 

9.1 Direktheit fördern – weg von Triangulation

 

Wenn jemand mit einer dramatisch gefärbten Geschichte über Dritte zu dir kommt, unterstützt du direkte Klärung.

Ein möglicher Ablauf:

  1. Würdigen

    „Ich sehe, dass dich diese Situation stark bewegt.“

  2. Fokus verschieben

    „Dieses Thema gehört vor allem in ein Gespräch zwischen dir und Person B.“

  3. Ressourcen aktivieren

    „Lass uns gemeinsam schauen, wie du dieses Gespräch strukturierst.“

  4. Rolle klären

    „Ich stehe zur Verfügung, wenn ihr gemeinsam feststellt, dass ihr zusätzliche Unterstützung wünscht.“

 

Du bleibst präsent, übernimmst jedoch nicht die Rolle des heimlichen Schiedsrichters.

 

9.2 Neutralität sichtbar wahren

 

Ein klarer Satz:

„Ich stehe nicht auf Seite A oder B, sondern auf der Seite einer guten Lösung für das Ganze.“

So signalisierst du:

Du bist ansprechbar, zugleich eigenständig.

 

9.3 Strukturen für Klärung bereitstellen

 

Hilfreiche Formate:

  • moderierte Gespräche zu zweit oder im kleinen Kreis

  • Vereinbarungen zum Umgang mit Kritik: Zeitpunkt, Ort, Rahmen

  • klare Regeln für digitale Kommunikation (Mail, Chat, Messerunden)

 

Drama verliert an Attraktivität, sobald reife Räume für Konfrontation und Entwicklung bereitstehen.

 

 

 

 

10. Gruppendynamik: Lager erkennen und integrieren

 

 

10.1 Lager benennen

 

Du sprichst aus, was ohnehin spürbar ist:

  • „Mir fällt auf, dass sich hier zwei deutlich erkennbare Gruppen gebildet haben.“

  • „Es entstehen Sätze wie ‚wir aus…‘ und ‚die aus…‘.“

  • „Lasst uns gemeinsam prüfen, wie sich das auf unsere Ziele auswirkt.“

 

Sobald das Muster im Raum steht, wirkt es weniger wie eine unsichtbare Macht.

 

10.2 Gemeinsame Ziele ins Zentrum holen

 

Fragen, die verbinden:

  • „Welches Ergebnis liegt im Interesse aller Beteiligten?“

  • „Woran erkennt ihr, dass dieses Projekt für beide Seiten erfolgreich verläuft?“

  • „Welche Stärken der jeweils anderen Gruppe tragen zum Erfolg bei?“

 

So verschiebst du den Fokus von Trennung zu Verbindung.

 

10.3 Positive Geschichten stärken

 

Neben Konflikterzählungen brauchen Organisationen Geschichten über gelungene Zusammenarbeit:

  • bereichsübergreifende Projekte mit starkem Ergebnis

  • Teams, die aus intensiven Spannungen zu hoher Leistungsfähigkeit fanden

  • konkrete Beispiele für faire, klare und gleichzeitig wertschätzende Klärung

 

Diese Geschichten kannst du bewusst in Besprechungen, Townhalls oder internen Medien platzieren.

Sie prägen eine neue Erzählung: Gemeinsam geht viel.

 

 

 

 

11. Typische Fallen für Führungskräfte – und bessere Alternativen

 

 

11.1 Häufige Fallen

 

 

  • du hörst sehr lange zu und übernimmst die komplette Geschichte

  • du beziehst früh Position für eine Seite

  • du entscheidest vorschnell, um „Ruhe hineinzubringen“

  • du signalisierst unbewusst: Wer Drama liefert, erhält mehr Aufmerksamkeit

 

 

11.2 Stärkende Alternativen

 

 

  • klare Zeitfenster für Schilderungen vereinbaren

  • beide Seiten anhören, bevor eine Entscheidung entsteht

  • Themen strukturiert zusammenfassen und auf Fakten, Ziele, Rollen zurückführen

  • sachliche, lösungsorientierte Beiträge sichtbar würdigen

 

So verschiebst du die Belohnungslogik im System: Weniger Bühne für Drama, mehr Wertschätzung für Verantwortung.

 

 

 

 

12. Eigene Anteile erkennen

 

Dramadynamik berührt auch eigene Muster.

Mögliche innere Reaktionen:

  • du gehst spontan in die Retterrolle und möchtest alle versöhnen

  • du wechselst in den inneren Richter und reagierst mit Härte

  • du ziehst dich zurück und hoffst, dass sich das System selbst beruhigt

 

Fragen zur Selbstreflexion:

  • Welche Rolle im Drama-Dreieck wählst du spontan?

  • In welchen Situationen erinnert dich die aktuelle Stimmung an frühere Erfahrungen?

  • Wie würde dein erwachsenes, zentriertes Selbst dieselbe Situation gestalten?

 

Mit dieser Reflexion löst du dich aus alten Programmen und führst bewusster.

 

 

 

 

13. Drama- und Konfliktdynamik im privaten Umfeld

 

Viele Führungskräfte erleben ähnliche Muster privat:

  • Familienmitglieder, die Allianzen schmieden und Geschichten weitertragen

  • Partnerschaften, in denen regelmäßig Dritte in Paarthemen einbezogen werden

  • Freundeskreise, in denen Konflikte selten direkt angesprochen werden

 

Übertragbare Prinzipien:

  • direkte Gespräche fördern

  • Dreiecksgespräche anregen: „Lasst uns das zu dritt besprechen.“

  • auf das eigene Nervensystem achten: Pausen, Abstand, klare Grenzen

  • Beziehungen pflegen, in denen Klarheit und Zugehörigkeit Hand in Hand gehen

 

So wächst deine Souveränität in beiden Welten.

 

 

 

 

14. Wann externe Begleitung besonders wertvoll ist

 

Manche Dramadynamiken besitzen eine enorme Geschichte und Tiefe.

In folgenden Situationen wirkt externe Unterstützung besonders effektiv:

  • lange gewachsene Konflikte zwischen Schlüsselpersonen

  • deutlich spürbare Lagerbildung mit Einfluss auf Strategie und Ergebnisse

  • Familienunternehmen mit überlagerten Rollen aus Familie und Business

  • Konstellationen, in denen du selbst stark in Triangulation verwickelt bist

 

Coaching, Supervision oder Organisationsberatung:

  • bietet einen neutralen Blick von außen

  • unterstützt dich beim Sortieren von Rollen und Verantwortlichkeiten

  • eröffnet Wege aus Dauerkonfliktspiralen hin zu tragfähigen Lösungen

 

So schützt du dich selbst, dein Team und das gesamte System.

 

 

 

 

15. Fazit: Du führst – das Drama spielt nach deinen Regeln

 

Menschen mit ausgeprägter Drama- und Konfliktdynamik bringen Intensität, Spannung und Geschichten in jedes System.

Sie laden zu Rollen, Allianzen und schnellen Urteilen ein.

Du stärkst deine Führungsrolle, sobald du:

  • die Muster erkennst,

  • deine innere Mitte stabilisierst,

  • Triangulation in direkte Klärung verwandelst,

  • Lagerbildung bewusst auflöst

  • und Menschen auf gemeinsame Ziele ausrichtest.

 

So verwandelt sich eine Bühne voller Dauerkonflikte in ein Spielfeld, auf dem Unterschiedlichkeit Wert erhält, Reibung produktiv wirkt und echte Zusammenarbeit entsteht.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Passiv-aggressives Verhalten im Business: Wie du stille Sabotage erkennst und souverän führst

Passiv-aggressives Verhalten im Business: Wie du stille Sabotage erkennst und souverän führst

Praktische Strategien für Geschäftsführer, Führungskräfte und Unternehmer, die mit Schweigen, Sticheleien und verdecktem Widerstand konstruktiv umgehen wollen.
Unreife Persönlichkeiten

Passiv-aggressives Verhalten

 

Wie du stille Sabotage erkennst und souverän führst

Einleitung: Wenn Widerstand leise arbeitet

 

Vorstandssitzung. Alle nicken zur neuen Strategie.

Zielbilder hängen an der Wand, Zahlen sehen gut aus, die Stimmung wirkt zuversichtlich.

Zwei Wochen später: E-Mails bleiben lange unbeantwortet, Unterlagen erreichen Projekte kurz vor entscheidenden Terminen, im Flur kursieren spitze Kommentare.

Auf dem Papier wirkt das System geeint, im Alltag taucht Widerstand auf.

Genau dort beginnt passiv-aggressives Verhalten:

  • Widerstand zeigt sich verdeckt, leise und oft in scheinbar harmlosen Gesten.
  • Die Folgen berühren Ergebnisse, Teamklima und deine eigene Führungsenergie.

 

Dieser Beitrag unterstützt dich dabei,

  • passiv-aggressives Verhalten klar zu erkennen,

  • die Dynamik dahinter zu verstehen,

  • wirksame Strategien zu entwickeln,

  • deine Rolle als klare, ruhige Führungspersönlichkeit zu stärken.

 

 

1. Was bedeutet passiv-aggressives Verhalten?

 

Passiv-aggressives Verhalten verbindet zwei Ebenen:

  • passiv: nach außen angepasst, kooperativ, häufig freundlich,

  • aggressiv: innerer Widerstand, verdeckte Angriffe, stille Sabotage.

 

Typische Erscheinungsformen:

  • Zusagen auf dem Papier, die im Alltag versanden

  • „Vergessene“ Aufgaben, verlegte Informationen, verspätete Reaktionen

  • Schweigen in Meetings und intensive Kritik im Hintergrund

  • feine Sticheleien, zynische Bemerkungen, unterschwellige Geringschätzung

  • demonstratives Schweigen oder „Nicht-Verfügbar-Sein“ in entscheidenden Momenten

 

Dieses Verhaltensmuster wirkt leise und besitzt zugleich zerstörerische Kraft.

Strukturen wirken nach außen stabil, im Inneren verliert das System Vertrauen.

 

 

2. Woran du passiv-aggressives Verhalten erkennst

 

Je klarer du die Signale siehst, desto leichter führst du bewusst.

 

2.1 Im Alltag von Teams

  • Aufgaben erscheinen auf der To-do-Liste und verlieren unterwegs Priorität.

  • Informationen erreichen bestimmte Personen sehr spät.

  • In Meetings herrscht Zustimmung, bei Kaffee oder Mittagessen taucht massiver Widerstand auf.

  • Kritik fließt weniger in Lösungen, sondern in Seitenbemerkungen, Ironie und Gerüchte.

 

Du spürst eine deutliche Diskrepanz:

Formell zeigt das Team Einigkeit, praktisch häufen sich Hürden.

 

2.2 Bei Führungskräften

 

Passiv-aggressives Verhalten zeigt sich ebenso auf Leitungsebene:

  • Entscheidungen erhalten eine formelle Freigabe und gleichzeitig kaum echte Unterstützung.

  • Strategische Projekte starten und erhalten dennoch geringe Ressourcen.

  • Führungskräfte äußern Wertschätzung im Gespräch und relativieren Personen anschließend vor Dritten.

  • Zusagen gegenüber Gremien klingen verbindlich, bleiben in der Umsetzung jedoch weich.

 

Nach unten entsteht Verwirrung:

Offiziell gilt Kurs A, im Alltag wirken verdeckt Signale in Richtung Kurs B.

 

2.3 Im persönlichen Kontakt

 

Im direkten Kontakt mit einer passiv-aggressiven Person zeigen sich oft:

  • abwartende Haltung, scheinbar freundlicher Ton

  • feine Spitzen mit anschließendem Satz „War doch Spaß“

  • Schweigen als Druckmittel

  • subtile Unterminierung von Autorität vor Publikum

 

Du erlebst ein scheinbar harmloses Gegenüber mit deutlich spürbarer Wirkung im System.

 

3. Psychologische Dynamik hinter passiv-aggressivem Verhalten

 

Passiv-aggressive Muster wachsen selten aus reiner Bösartigkeit. Häufig stehen ungelöste Spannungen dahinter, die selten direkten Ausdruck fanden.

 

Mögliche Hintergründe:

  • Erziehung, in der offener Widerstand kaum Raum erhielt

  • Erfahrungen mit autoritären oder sehr dominanten Führungspersonen

  • tiefe Überzeugung, direkte Kritik führe zu Nachteilen

  • Wunsch nach Einfluss bei gleichzeitiger Angst vor Konfrontation

  • innere Kränkungen, enttäuschte Zugehörigkeit, fehlende Anerkennung

 

Die Person erlebt innere Wut oder Enttäuschung, fühlt sich jedoch wenig berechtigt, diese direkt zu äußern. Die Energie sucht sich Umwege: Sabotage, Verzögerung, Sticheln. Für dich als Führungskraft wirkt dieses Verständnis entlastend: Du erkennst die Dynamik und richtest den Fokus gleichzeitig auf Verantwortung und Wirkung.

 

 

4. Die drei Hebel im Umgang mit passiv-aggressivem Verhalten

 

Für deinen Führungsalltag hilft ein klares Modell.

Du kannst deine Interventionen an drei Hebeln ausrichten:

  1. Beziehung – Verhalten sichtbar machen und Gespräch führen

  2. Struktur – Rahmenbedingungen, Rollen und Entscheidungswege klären

  3. Konsequenz – Entwicklung fördern und zugleich für Folgen sorgen

 

Dieses Dreieck bildet eine Art innere Karte.

Du prüfst, welcher Hebel im konkreten Fall den größten Effekt bietet und kombinierst die drei Elemente gezielt.

 

5. Auswirkungen auf Organisation und Führung

 

Passiv-aggressives Verhalten entfaltet spürbare Folgen:

  • Ergebnisse: Projekte verlängern sich, Qualität leidet, Budgets geraten unter Druck.

  • Teamklima: Misstrauen wächst, Lagerbildung entsteht, Loyalitäten verschieben sich.

  • Führung: Entscheidungen erreichen das System langsamer, deine Energie fließt verstärkt in Kontrolle und Nachsteuern.

 

Besonders sensibel wirken:

  • Change-Prozesse

  • Fusionen, Nachfolge, Umbau von Strukturen

  • Situationen mit hohem Zeitdruck und starker Außenwirkung

 

In solchen Phasen braucht das System klare Führung, verlässliche Signale und sichtbare Verantwortung.

 

6. System- und Kulturperspektive

 

Passiv-aggressives Verhalten entsteht im Zusammenspiel von Person und System.

Eine Kultur mit folgenden Merkmalen bietet reichlich Nährboden:

  • starke Harmonieorientierung, wenig Raum für offenen Widerspruch

  • unausgesprochene Tabus rund um Kritik an bestimmten Personen oder Entscheidungen

  • fehlende Klarheit, wer was entscheidet und verantwortet

  • Belohnung für angepasste Fassade statt für aufrichtige Rückmeldungen

 

An dieser Stelle setzt deine Rolle als Geschäftsführung oder Inhaberin und Inhaber an:

  • Du lebst vor, dass Widerspruch willkommen ist.

  • Du förderst Formate, in denen kritische Perspektiven Raum erhalten.

  • Du klärst Rollen und Entscheidungswege so, dass Loyalitätskonflikte geringer wirken.

  • Du stärkst Menschen, die klar und konstruktiv sprechen.

 

So veränderst du die Bühne, auf der passiv-aggressive Muster bisher gute Bedingungen fanden.

 

7. Beziehung: Verhalten sichtbar machen

 

Zentrale Aufgabe: Du holst verdeckten Widerstand an die Oberfläche, respektvoll und eindeutig.

 

7.1 Vom Vorwurf zur Beobachtung

 

Statt: „Du sabotierst das Projekt.“ eine beobachtbare Beschreibung:

  • „In unseren Meetings erlebe ich Zustimmung, in Mails an andere Stakeholder tauchen anschließend starke Vorbehalte auf.“

  • „Die zugesagte Präsentation blieb bis zum Termin offen, parallel entstanden Signale an das Team, dass das Projekt geringe Priorität besitzt.“

 

Du beschreibst Verhalten und Wirkung und hältst gleichzeitig die Würde der Person.

 

7.2 Wirkungen benennen

 

Beispiele:

  • „Durch diese widersprüchlichen Signale entsteht im Team Verunsicherung, welche Richtung gilt.“

  • „Die Verzögerung im Reporting erzeugt Spannung in der Geschäftsführung und betrifft das Vertrauen in den Bereich.“

  • „Schweigen in unseren Runden verhindert, dass wir Risiken frühzeitig adressieren.“

 

Du führst das Gespräch aus der Ebene persönlicher Sympathie in die Ebene Wirkung und Verantwortung.

 

7.3 Konkrete Fragen stellen

 

Fragen mit Klarheit und Respekt:

  • „Wie erlebst du die aktuelle Entscheidung wirklich?“

  • „Welche Bedenken bewegen dich so stark, dass sie eher im Hintergrund landen?“

  • „Welche Form von Beteiligung unterstützt dich, deine Kritik in den offiziellen Prozess einzubringen?“

  • „Wozu dient dir dieses Vorgehen im Moment?“

 

Du lädst das Gegenüber ein, aus der verdeckten in die sichtbare Rolle zu treten.

 

8. Struktur: Rahmen für Klarheit und Verbindlichkeit

 

Persönliche Gespräche wirken, Strukturen verstärken die Wirkung.

 

8.1 Klare Entscheidungswege

 

  • Zuständigkeiten präzise definieren

  • Entscheidungsebenen transparent machen

  • Rückmeldefristen festlegen

 

Je klarer Entscheidungswege wirken, desto geringer der Spielraum für verdeckte Verschiebung.

 

8.2 Verbindlichkeit durch schriftliche Vereinbarungen

 

Nach wichtigen Gesprächen:

  • Ziele kurz zusammenfassen

  • Verantwortlichkeiten benennen

  • Zeitfenster fixieren

 

Absprachen erhalten Form. Passiv-aggressives Verhalten stößt dann auf klare Referenzpunkte.

 

8.3 Feedback-Kultur fördern

 

Eine reife Feedback-Kultur bietet Raum für:

  • Widerspruch

  • abweichende Sichtweisen

  • konstruktive Kritik

 

Je gereifter der offizielle Umgang mit Konflikten, desto weniger attraktiv wirken verdeckte Kanäle.

 

9. Konsequenz: Entwicklung fördern und Grenzen wahren

 

Zu wirksamer Führung gehören Entwicklungschancen und klare Grenzen.

 

 

9.1 Frühzeitig ansprechen

 

Sobald du ein Muster erkennst, lohnt ein zeitnahes Gespräch.

Gesprächsrahmen:

  • ruhige Umgebung

  • klare Zeitstruktur

  • Fokus auf Zusammenarbeit und gemeinsame Ziele

 

Beispielsatz:

„Mir fallen bestimmte wiederkehrende Situationen auf, die unsere Zusammenarbeit bremsen. Ich beschreibe dir kurz meine Beobachtungen und bin gespannt auf deine Sicht.“

 

9.2 Entwicklungspfad anbieten

 

Mögliche Schritte:

  • Reflexion: „In welchen Situationen nimmst du selbst dieses Muster wahr?“

  • Unterstützung: Coaching, Mentoring, Training für konstruktive Konfliktführung

  • klare Entwicklungsziele in Mitarbeitergesprächen

 

So verknüpfst du Verhalten mit Wachstum statt ausschließlich mit Sanktion.

 

9.3 Konsequenzen gestalten

 

Wirksame Führung zeigt sich auch in klaren Folgen, wenn passiv-aggressive Muster bestehen bleiben.

Mögliche Konsequenzen:

  • Anpassung von Verantwortungsbereichen

  • Veränderung von Rollen im Projekt

  • im Extremfall auch personelle Entscheidungen

 

Wesentlich bleibt: Du kommunizierst konsequent, fair und transparent.

 

 

10. Typische Fallen für Führungskräfte

 

Im Umgang mit passiv-aggressivem Verhalten geraten Führungskräfte leicht in Muster, die wenig helfen.

Häufige Fallen:

  • Gegensabotage oder „Rückvergeltung“

  • öffentliche Konfrontation vor Publikum

  • Allianzen gegen die Person statt Klärung des Verhaltens

  • zynischer Ton als Antwort auf zynische Bemerkungen

  • Rückzug aus der Beziehung, obwohl formell weiterhin Zusammenarbeit besteht

 

Stattdessen stärken folgende Schritte:

  • ruhige, direkte Ansprache unter vier Augen

  • klare Differenzierung zwischen Person und Verhalten

  • Konzentration auf Wirkung im System

  • konsequente Ausrichtung an Werten, Strategie und Kultur

 

So bleibst du innerlich sauber und führst gleichzeitig kraftvoll.

 

11. Passiv-aggressives Verhalten im privaten Umfeld

 

Viele Führungskräfte erleben ähnliche Muster auch im privaten Bereich: in Partnerschaften, Freundschaften oder im familiären System.

Typische Szenen:

  • Zusage für ein Treffen und immer wieder kurzfristige Absagen

  • spitze Bemerkungen im Kreis anderer, während direkte Gespräche ausbleiben

  • Rückzug und Schweigen als Instrument in Konflikten

 

Auch hier helfen:

  • klare Botschaften in Ich-Form

  • bewusste Entscheidungen über Nähe, Verfügbarkeit und Grenzen

  • Wertschätzung für Menschen, die offen und ehrlicher kommunizieren, und stärkende Pflege dieser Beziehungen

 

So bringst du auch im privaten Kontext mehr Klarheit und Würde in deine Kontakte.

 

12. Eigene passive Aggression erkennen und wandeln

 

Führung gewinnt an Tiefe, sobald du deine eigenen Tendenzen liebevoll, ehrlich und erwachsen betrachtest.

Fragen für dich:

  • In welchen Situationen ziehst du dich leise zurück, obwohl innerlich Widerspruch lodert?

  • Wo wählst du ironische Bemerkungen, statt deine Position offen auszudrücken?

  • Wo hältst du Zusagen formal ein, verweigerst innerlich jedoch Unterstützung?

 

Selbstreflexion eröffnet einen reifen Weg:

  • direkte, respektvolle Ansprache

  • klares „Ja“ zu Entscheidungen, die du trägst

  • ehrliches „Das passt aus meiner Sicht anders, ich brauche eine andere Lösung“ in geeigneten Settings

  • bewusster Umgang mit eigener Wut und Enttäuschung

 

Je reflektierter du mit diesen Seiten umgehst, desto stärker wirkt dein Vorbild.

 

13. Wann externe Begleitung sinnvoll wirkt

 

Manche Konstellationen durchdringen den Alltag so intensiv, dass ein externer Blick extrem hilfreich wirkt:

  • stark passiv-aggressive Schlüsselpersonen in zentralen Funktionen

  • lange andauernde Change-Prozesse mit verdecktem Widerstand

  • familiär geprägte Unternehmen mit komplexen Loyalitäten

  • Führungssituationen, in denen du gleichzeitig Business-Ergebnisse und seelische Stabilität vieler Menschen trägst

 

Coaching, Supervision oder therapeutische Begleitung:

  • sortiert innere Loyalitäten

  • stärkt deine Selbstführung

  • erweitert deine Handlungsoptionen jenseits von Anpassung und Rückzug

 

Du gewinnst Klarheit, welche Verantwortung du übernimmst und welche Aufgaben beim Gegenüber bleiben.

 

14. Fazit: Souverän bleiben, auch wenn Widerstand leise läuft

 

Passiv-aggressives Verhalten wirkt still und gleichzeitig kraftvoll.

Es verzögert, verwässert und unterminiert Entscheidungen.

Du stärkst deine Führungsrolle, indem du:

  • Muster klar erkennst

  • verdeckten Widerstand behutsam sichtbar machst

  • Strukturen für Klarheit und Verbindlichkeit schaffst

  • Mitarbeitende und Kollegen bei Entwicklung unterstützt

  • deinen eigenen Umgang mit Ärger, Loyalität und Macht reflektierst

 

So führst du Teams und Organisationen durch schwierige Konstellationen, bewahrst deine innere Ruhe und stärkst eine Kultur, in der klare Worte und aufrichtige Verantwortung mehr Gewicht erhalten als stille Sabotage.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Kontrollierende Menschen im professionellen Kontext und privat

Kontrollierende und dominante Menschen

Wie du bei dir bleibst – auch bei Mikromanagement, Eifersucht und Kontroll
Unreife Persönlichkeiten

Kontrollierende Menschen im professionellen Kontext und privat: Souveräner Umgang mit Dominanz, Mikromanagement und Kontrolle

 

Kontrollierende Menschen tauchen im Vorstand, im Team und zu Hause auf. Sie verfolgen Projekte, Termine, Kontakte und Entscheidungen mit engem Fokus.

Für Führungskräfte entsteht daraus eine besondere Aufgabe: Ergebnisse sichern, zugleich Freiheit, Gesundheit und Würde bewahren.

Dieser Beitrag zeigt dir, wie du kontrollierende und dominante Menschen klar erkennst, psychologisch einordnest und mit innerer Souveränität neue Spielräume gewinnst – im Business und im privaten Umfeld.

 

 

 

Kontrollierende und dominante Menschen

 

Wie du bei dir bleibst – auch bei Mikromanagement, Eifersucht und Kontrolle

 

Es gibt Menschen, die Räume füllen, bevor sie den ersten Satz sprechen. Sie wissen Bescheid, sie prüfen, sie steuern.

Im Unternehmen zeigen sie sich als Chefs, die jede Mail sehen wollen. Als Kollegen, die jede Entscheidung kommentieren.

Im privaten Umfeld treten sie als Partner auf, die Termine, Kontakte und Ausgaben im Blick behalten. Mit viel Energie, viel Präsenz – und mit starkem Bedürfnis nach Einfluss.

Für dich als Führungskraft, Unternehmerin oder Leistungsträger entsteht dadurch eine besondere Aufgabe:

Du verantwortest Ergebnisse. Gleichzeitig schützt du deine Freiheit, deine Gesundheit und deine Würde.

Dieser Beitrag unterstützt dich dabei. Mit Klarheit, Respekt und einer Haltung, die beides verbindet: professionelle Stärke und innere Freiheit.

 

 

1. Woran du kontrollierende und dominante Menschen erkennst

 

Kontrollverhalten zeigt sich in typischen Mustern.

Je besser du diese Muster erkennst, desto leichter triffst du stimmige Entscheidungen.

 

 

Typische Signale im beruflichen Kontext

 

Mikromanagement

  • Jede Entscheidung läuft über eine Person.

  • Aufgabenpakete verwandeln sich in kleinste Schritte.

  • Rückfragen drehen sich um Details statt um Richtung.

 

 

Dauerhafte Präsenz in deinen Themen

  • Spontane Anrufe zu jedem Zwischenstand.
  • Kommentierte Mails, markierte Textpassagen, umfangreiche Korrekturen.

Gefühl: Du arbeitest und jemand sitzt ständig auf deiner Schulter.

 

Kontrolle von Zeit

  • Dichte Terminfolgen.
  • Anspruch auf permanente Erreichbarkeit.
  • Kaum Raum für konzentrierte Arbeit und Erholung.

 

 

Typische Signale im privaten Umfeld

 

Eifersucht und Besitzdenken

  • Häufige Fragen zu Kontakten, Chatverläufen, Social-Media-Aktivitäten.
  • Kommentare zu Kleidung, Auftreten, Hobbys.

 

Kontrolle von Geld

  • genaue Prüfung von Ausgaben.
  • Verbindung von Zuwendung und finanzieller Abhängigkeit.
  • Moralische Bewertungen bei Entscheidungen rund um Geld.

 

Kontrolle von Kontakten

  • Abwertung bestimmter Personen in deinem Umfeld.
  • Erwartungen an Exklusivität.
  • Druck, Beziehungen zu reduzieren, die dem Gegenüber nicht gefallen.

 

Gemeinsam ist all diesen Situationen ein bestimmtes Gefühl: Enge, innere Anspannung und ein wachsender Abstand zu deinen eigenen Bedürfnissen.

 

 

Was hinter Kontrolle steckt – psychologische Hintergründe

 

Kontrolle wirkt nach außen häufig kraftvoll. Im Inneren spielt sich oft etwas ganz anderes ab.

Viele kontrollierende Menschen tragen:

  • starke Angst vor Unsicherheit
    Überraschungen lösen Stress aus.
    Kontrolle vermittelt Stabilität.

  • geringes Grundvertrauen in andere
    Vertrauen entsteht erst, wenn Abläufe streng geführt werden. Erst Überblick, dann Zuversicht.

  • Selbstwert, der stark an Leistung und Einfluss hängt
    Macht, Wissen und Entscheidungsgewalt stabilisieren das innere Bild von sich selbst.

  • Einfluss auf andere stärkt dieses Bild zusätzlich.alte Erfahrungen von Ohnmacht
    In vielen Biografien findest du Phasen, in denen diese Menschen sich ausgeliefert fühlten.
    Kontrolle dient dann als Schutz vor einem erneuten Gefühl von Hilflosigkeit.

 

Solche Hintergründe erklären die Strategie.

Sie rechtfertigen jedoch keine dauerhaft enge oder verletzende Dynamik.

Für dich als Verantwortungsträger eröffnet diese Perspektive neue Möglichkeiten:

Du siehst die Angst hinter der Fassade.

Du nimmst sie wahr, bleibst jedoch bei dir.

 

 

Risiken für Unternehmen

 

Kontrollverhalten hat messbare Folgen.

Für Kultur, Ergebnisse und Bindung von Talenten.

 

 

Auswirkungen auf Leistung und Innovation

 

  • Eigenverantwortung sink
    Mitarbeitende gewöhnen sich an Rückversicherungen.
  • Initiative geht zurück, da jede Entscheidung erneut hinterfragt wird.
    Kreativität verliert Kraft
    Kreative Ideen brauchen Raum für Versuche und Irrtümer.
    Dauerhafter Eingriff in Details reduziert Mut zu neuen Wegen.
  • Entscheidungen verlangsamen sich
    Wenn alles über eine Person läuft, entsteht Engpass.
  • Das System orientiert sich mehr an Verfügbarkeit als an Fachlichkeit.

 

 

Auswirkungen auf Kultur und Bindung

 

  • Führungskultur verengt sich
    Kontrollierende Vorbilder erzeugen ähnliche Muster auf nachfolgenden Ebenen.
    Viele Führungskräfte übernehmen diesen Stil automatisch.
  • Talente orientieren sich neu
    Menschen mit innerem Anspruch an Verantwortung und Gestaltung suchen einen Rahmen mit Vertrauen.
    Hohe Kontrolle führt häufig zu Fluktuation, gerade bei starken Leistungsträgern.

 

Bewusster Umgang mit Kontrollmustern wirkt daher wie ein Kulturhebel. Sobald Raum entsteht, entfalten sich Verantwortung, Mut und echte Zusammenarbeit.

 

 

 

Risiken im privaten Umfeld

 

Im privaten Leben berührt Kontrolle sehr feine innere Ebenen.

Nähe, Intimität, Selbstwert.

 

 

Mögliche Folgen für dich

 

Innere Erschöpfung

  • Permanentes Erklären und Rechtfertigen kostet Kraft.
  • Regeneration gelingt deutlich schwerer.

 

 

Verlust von Selbstbestimmung

  • Viele kleine Anpassungen verändern deinen Alltag.
  • Plötzlich gestaltest du Lebensbereiche weniger frei als früher.

 

 

Spannungen im erweiterten System

  • Freundschaften, Beziehungen zu Kindern, Familienkontakte geraten unter Druck.
  • Loyalitätskonflikte entstehen: zwischen dir, deinem Umfeld und einer kontrollierenden Bezugsperson.
  • Wer Verantwortung im Beruf trägt, erlebt in solchen Konstellationen häufig eine doppelte Belastung.

Umso wichtiger wird ein klarer innerer Kompass.

 

 

Dein innerer Kompass im Umgang mit Kontrolle

 

Bevor du Außenstrategien aufbaust, klärst du drei Fragen für dich.

 

1. Wie wirkt das Verhalten auf mich?

 

  • Körperlich: spürst du Anspannung, Druck, flache Atmung?
  • Emotional: tauchen Ärger, Traurigkeit, Resignation auf?
  • Mental: kreisen Gedanken um Rechtfertigung und Risiko?

 

 

2. Wo liegen meine Grenzen?

 

  • Fachlich: Welche Entscheidungen trägst du verantwortungsvoll und souverän?
  • Zeitlich: Wieviel Präsenz, wieviel Zugriff auf deine Zeit fühlt sich stimmig an?
  • Emotional: Welche Gesprächsform unterstützt deine Stärke, welche Form schwächt dich?

 

 

3. Welches Ziel verfolgst du?

 

  • Stabilisierung einer wichtigen Zusammenarbeit?
  • Schutz deiner Gesundheit und Leistungsfähigkeit?
  • Vorbereitung eines geordneten Ausstiegs aus einer Rolle oder Beziehung?

Dieser innere Kompass verhindert blinden Aktionismus. Du reagierst nicht, du führst.

 

 

Strategien im Business-Kontext

 

1. Umgang mit kontrollierenden Vorgesetzten

 

Ein kontrollierender Chef stellt viele Top-Leute vor eine besondere Prüfungsaufgabe.

Du kannst den Rahmen trotzdem aktiv mitgestalten.

 

a) Klare Vereinbarungen statt Dauer-Einzelabstimmung

 

Vereinbare Ziele, Zuständigkeiten und Entscheidungsspielräume schriftlich.

  • Nutze regelmäßige, gut vorbereitete Jour-fixe mit strukturierten Updates.
  • Biete transparente Berichte in kompakter Form an: Kennzahlen, Ampeln, kurze Zusammenfassungen.

 

So erhält die Führungsperson Überblick, du behältst operative Steuerung.

 

 

b) Proaktive Kommunikation

 

Informiere früh über Risiken, Abhängigkeiten und wichtige Meilensteine.

Zeige, dass du Szenarien durchdenkst und Entscheidungen begründest.

Nutze Formulierungen wie:

„Hier ist der Stand, das sind drei Optionen, ich empfehle Variante A aus folgenden Gründen.“

 

Auf diese Weise erlebt dein Gegenüber Führung und Einfluss, während du dein Feld souverän gestaltest.

 

 

c) Grenzen für deine Belastbarkeit

 

  • Kläre Prioritäten: „Für A, B und C reichen die Kapazitäten parallel nicht aus. Welche Reihenfolge passt für dich?“
  • Plane Pausen bewusst ein und schütze diese Zeit.
  • Achte auf Signale deines Körpers, gerade bei dauerhaftem Druck.

Ein reguliertes Nervensystem erhöht deine Präsenz.

Präsenz reduziert Kontrollimpulse im Gegenüber, da innere Sicherheit spürbar wird.

 

 

2. Umgang mit dominanten Kollegen

 

Dominante Kollegen nutzen Raum, Stimme und Status sehr intensiv. Du stärkst deine Position durch Struktur und klare Sprache.

 

Moderation von Meetings

  • Agenda, Timeboxing, klare Rollen.
  • So verteilen sich Redeanteile und Entscheidungen transparenter.

 

Ich-Botschaften

  • „Mir ist wichtig, dass wir Entscheidungen gemeinsam treffen, da die Umsetzung bei mir liegt.“
  • „Ich trage die Verantwortung für dieses Projekt und benötige dafür Handlungsspielraum.“

 

Verbündete suchen

  • Menschen im Team, die ebenfalls auf Kooperation, Respekt und Ergebnisqualität achten.
  • Ein stabiles Netzwerk wirkt wie ein inneres Geländer.

 

 

3. Wenn du selbst Führungsperson mit Kontrolltendenz bist

 

Viele leistungsstarke Führungskräfte entdecken bei genauer Betrachtung eigene Kontrollmuster. Dieser Moment eröffnet große Entwicklungschancen.

Fragen für deine Selbstreflexion:

  • In welchen Situationen greifst du besonders intensiv ein?
  • Welche Themen lösen in dir unmittelbare Anspannung aus?
  • Wo vertraust du Zahlen und Dokumenten mehr als Menschen?

 

Konkrete Schritte:

  • Verantwortung bewusst übergeben, begleitet von klaren Zielen und Meilensteinen.
  • Feedback-Schleifen planen statt ad hoc in Prozesse eingreifen.
  • Erfolge des Teams sichtbar würdigen, gerade dann, wenn du weniger kontrollierst.

So bleibt Qualität hoch, während Vertrauen wächst.

 

 

Strategien im privaten Umfeld

 

1. Kontrollverhalten in Partnerschaften

 

Partnerschaft lebt von Nähe und Eigenständigkeit zugleich.

Kontrolle verschiebt dieses Gleichgewicht.

 

Hilfreiche Schritte:

 

a) Eigene Wahrnehmung ernst nehmen

Nimm wahr, wie sich dein Alltag anfühlt.

Weite oder Enge.

Freude oder ständige Wachsamkeit.

 

b) Klar und respektvoll sprechen

Beschreibe Beobachtungen und deine Wirkung:

„Mir fällt auf, dass du oft nach meinen Kontakten fragst und meine Nachrichten sehen möchtest.“

„Ich erlebe dadurch Druck und wünsche mir mehr Vertrauen in meine Entscheidungen.“

 

Sprich über Bedürfnisse:

„Ich schätze unsere Nähe und brauche zugleich Raum für eigene Kontakte und Aktivitäten.“

 

c) Gemeinsame Vereinbarungen

Klare Absprachen zu Privatsphäre, Passworten, Social Media.

Strukturierte Gespräche über Geld, Budgets und größere Ausgaben.

Respekt vor je eigenen Freundschaften und beruflichen Netzwerken.

 

So entsteht eine Beziehung, in der Verbundenheit und Eigenständigkeit gemeinsam Platz erhalten.

 

 

2. Familie und Herkunftssystem

 

In Familien wirken Kontrollmuster häufig über viele Jahre.

Autoritäre Erziehungsstile, starke Loyalität, unausgesprochene Erwartungen.

Deine Hebel:

  • Rolle klären
    „Ich bin erwachsen und treffe eigene Entscheidungen.“
    Dieser Satz bleibt ruhig und bestimmt.
  • Kontakt dosieren
    Häufigkeit, Dauer und Kommunikationsform bewusst gestalten.
    Telefon, persönliche Treffen, digitale Kanäle – in einer für dich stimmigen Balance.
  • Gesprächsthemen lenken
    Auf wertschätzende Inhalte fokussieren.
    Bei stark steuernden Kommentaren freundlich und klar die Richtung wechseln.

 

So ehrst du Wurzeln und schützt gleichzeitig deine Freiheit.

 

 

Rote Linien – wann du klare Schritte planst

 

Kontrolle beginnt oft leise.

Viele kleine Eingriffe bauen sich zu einem Muster auf.

Ein innerer Check hilft:

  • Spürst du im Alltag überwiegend Leichtigkeit oder eher dauerhafte Anspannung?
  • Erlebst du dich als aktiv gestaltend oder eher als reagierend auf Erwartungen?
  • Fühlst du Wertschätzung für deine Person oder dominieren Misstrauen und Kritik?

Wenn mehrere dieser Punkte sich deutlich zeigen, stehst du an einer wichtigen Weggabelung.

 

Mögliche strukturelle Schritte:

  • Rollenklärung im Unternehmen.
  • Veränderung von Zuständigkeiten und Berichtslinien.
  • Wechsel der Position, des Teams oder der Organisation.
  • Klärende Gespräche in der Partnerschaft.
  • Geordnete Trennung aus stark einengenden Beziehungen.

Rote Linien schützen deine Gesundheit, deine Würde und deine Fähigkeit zu führen – im Job und im Leben.

 

 

Gesprächs-Toolkit – Sätze für klare Grenzen

 

Viele Menschen wissen sehr genau, dass Kontrolle zu weit geht.

Die passenden Worte zu finden, fühlt sich dagegen häufig anspruchsvoll an.

Ein kleines Toolkit unterstützt dich direkt.

 

Im Business

  • „Ich sorge für Transparenz bei Ergebnissen und Zielen. Operationale Entscheidungen treffe ich innerhalb meines Verantwortungsbereichs.“
  • „Für meine Rolle brauche ich Handlungsspielraum. Lass uns klären, welche Entscheidungen bei dir bleiben und welche ich übernehme.“
  • „Ich schätze dein Interesse an Qualität und bringe zugleich meine fachliche Einschätzung ein. Auf dieser Basis treffe ich die operative Entscheidung.“

 

In der Partnerschaft

  • „Ich wünsche mir Vertrauen in meine Art, Kontakte zu pflegen. Fragen dazu klären wir gern in Ruhe zu vereinbarten Zeiten.“
  • „Finanzielle Entscheidungen treffe ich innerhalb unseres gemeinsamen Rahmens. Gleichzeitig bewahre ich meinen eigenen Gestaltungsraum.“
  • „Unsere Beziehung bedeutet mir viel. Dazu gehört für mich, dass wir beide individuelle Freundschaften und Aktivitäten pflegen.“

 

In der Familie

  • „Ich höre deine Meinung und entscheide für mein Leben selbst.“
  • „Deine Sorge zeigt mir Verbundenheit. Meine Entscheidungen trage ich eigenverantwortlich.“

Solche Sätze verbinden Wertschätzung und Klarheit. Sie öffnen Raum für Dialog und signalisieren zugleich Standfestigkeit.

 

 

Wenn du selbst stark kontrollierst

 

Wer viel Verantwortung trägt, erlebt Druck.

Kontrolle scheint häufig wie eine naheliegende Antwort.

Ein ehrlicher Blick auf das eigene Verhalten kann sehr heilsam sein.

 

Spiegel-Fragen:

  • Wo vertraue ich Strukturen stärker als Menschen?
  • In welchen Situationen greife ich reflexhaft ein, obwohl das Team kompetent handelt?
  • Welche positiven Erfahrungen mit Delegation und Verantwortung möchte ich ausbauen?

 

 

Praktische Schritte:

  • Aufgaben bewusst in der Verantwortung des Teams lassen.
  • Ergebnisorientiert führen, statt Arbeitsschritte zu steuern.
  • Feedback einholen, wie sich dein Führungsstil anfühlt.

 

So verwandelst du Kontrolle in verantwortliche, reife Führung. Du bleibst kraftvoll, während andere wachsen.

 

 

Wann Unterstützung sinnvoll wird

 

Kontrollierende und dominante Dynamiken berühren zentrale Themen:

Selbstwert, Bindung, Loyalität, innere Sicherheit.

 

Professionelle Begleitung eröffnet dir einen geschützten Raum, in dem du:

  • deine Geschichte mit Kontrolle reflektierst
  • alte Muster von Ohnmacht, Anpassung oder Dominanz erkennst
  • klare Gesprächsstrategien entwickelst
  • nächste Schritte vorbereitest – von Rollenklärung bis Trennung
  • dein Nervensystem stärkst, um Präsenz und Gelassenheit zu leben

 

Gerade für Menschen in Führungspositionen entsteht dadurch ein wertvoller Resonanzraum.

Ein Ort, an dem Verantwortung, Verletzlichkeit und Zukunftspläne gemeinsam Platz erhalten.

Ein möglicher Abschluss für deine Seite:

  • „Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest und dir mehr Klarheit, Freiheit und innere Ruhe wünschst, begleite ich dich gern. In einem vertraulichen Gespräch erkunden wir gemeinsam, welche Schritte für dich stimmig sind – im Unternehmen, im privaten Umfeld oder in beiden Welten.“

So gehst du einen bewussten Weg: weg von einengender Kontrolle, hin zu reifer Führung, lebendigen Beziehungen und innerer Souveränität.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Umgang mit emotional unreifen Persönlichkeiten

Emotional unreife Persönlichkeiten: So führst du souverän durch schwierige Beziehungen im Business und privat

Kein echtes Zuhören, wenig Empathie, Ausweichen bei Verantwortung
Unreife Persönlichkeiten

Emotional unreife Persönlichkeiten: So führst du souverän durch schwierige Beziehungen im Business und privat

 

Du führst ein Team, triffst Entscheidungen und trägst Verantwortung für Ergebnisse und Menschen.

Immer wieder begegnest du Persönlichkeiten, die Gespräche drehen, Themen verschieben und Verantwortung elegant in deine Richtung lenken.

Nach solchen Meetings fühlt sich dein Kopf voll an, dein Bauch meldet Spannung und gleichzeitig bleibt vieles ungeklärt. Häufig steckt dahinter emotionale Unreife: begrenztes Zuhören, geringe Empathie, ein routiniertes Ausweichen vor Verantwortung.

Dieser Beitrag unterstützt dich dabei, solche Muster klarer zu erkennen, souverän zu reagieren und deine innere Erwachsenenkraft zu stärken. Du erfährst, wie du mit emotional unreifen Persönlichkeiten im Business und privat so umgehst, dass deine Klarheit wächst, deine Grenzen greifen und deine Beziehungen an Tiefe gewinnen.

 

 

Wenn Gespräche sich im Kreis drehen

 

Du erlebst vielleicht solche Situationen:

  • Du schilderst einem Menschen eine wichtige Beobachtung.
  • Die Person hört scheinbar zu, nickt, wechselt im nächsten Moment das Thema.
  • Später entsteht der Eindruck, deine Worte seien nie angekommen.
  • Oder du trägst ein Anliegen vor, das euch beide betrifft.
  • Statt Dialog erlebst du Rechtfertigungen, Dramatisierung oder Rückzug.
  • Empathie bleibt flach, Verantwortung wandert zu dir.
  • Emotional unreife Persönlichkeiten wirken häufig charmant, clever, gelegentlich brillant.
  • Gleichzeitig fühlen sich Gespräche mit ihnen anstrengend an.
  • Du investierst Energie, Klarheit und Verständnis – und erhältst wenig echte Resonanz.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du mit emotional unreifen Menschen souverän umgehst, deine Rolle als Verantwortliche oder Verantwortlicher stärkst und deine eigene innere Reife ausbaust – im Business-Kontext und im privaten Umfeld.

 

 

Was bedeutet emotionale Unreife?

 

Emotionale Unreife beschreibt einen Entwicklungsstand im Umgang mit Gefühlen, Beziehungen und Verantwortung.

Ein emotional unreifer Mensch:

  • reagiert stark auf eigene Emotionen

  • reguliert Spannung vor allem durch Ausweichen, Ablenken oder Schuldverschiebung

  • erlebt Rückmeldungen sehr schnell als Angriff

  • fokussiert sich stark auf das eigene Erleben

 

Das innere System erinnert an eine jugendliche Bühne:

viel Drama, starke Gefühle, wenig stabile Selbstreflexion.

 

Wesentliche Merkmale:

  • Gesprächspartner hören Worte und filtern stark über die eigene Brille.

  • Empathie entsteht punktuell, oft in Szenen, die zur eigenen Geschichte passen.

  • Verantwortung für Folgen des eigenen Handelns liegt nach eigener Wahrnehmung bei Umständen oder anderen Menschen.

 

Wichtig für dich:

Emotionale Unreife erzählt viel über die Geschichte dieser Person und nichts über deinen Wert.

 

 

Woran du emotionale Unreife erkennst

 

1. Gespräche mit geringer Resonanz

 

Typische Signale:

  • Die Person hört zu und greift anschließend einen Nebensatz heraus.

  • Zentrale Aussagen tauchen später in verdrehter Form wieder auf.

  • Rückmeldungen drehen sich schnell um die eigene Lage: „Mir geht es genauso schwer“, „Bei mir ist alles noch komplizierter“.

 

Du spürst:

Du sprichst, deine Botschaft erreicht das Gegenüber nur teilweise.

 

2. Begrenzte Empathie im Alltag

  • Eigene Bedürfnisse erhalten Vorrang.

  • Leid anderer erhält Aufmerksamkeit, solange es zur eigenen Erzählung passt.

  • Dein inneres Erleben bleibt häufig Randthema, stattdessen entstehen schnelle Ratschläge oder Vergleiche.

 

Du erlebst:

Deine Gefühle stehen selten im Zentrum, wichtiger bleibt die Rolle der anderen Person im Gesamtbild.

 

3. Ausweichen vor Verantwortung

  • Rückmeldungen führen rasch zu Gegenangriff oder Opferrolle.

  • Entscheidungen gelten als Resultat von äußeren Zwängen.

  • Versprechen wandeln sich später in umfangreiche Erklärungen.

 

Du spürst:

Du trägst Verantwortung für Stimmung, Harmonie und oft sogar Ergebnisse, während sich das Gegenüber als Getriebene oder Getriebener inszeniert.

 

 

Ursachen und Hintergründe emotionaler Unreife

 

Emotionale Unreife entsteht selten aus Bequemlichkeit.

Hinter den Mustern stehen häufig:

  • frühe Bindungserfahrungen mit geringem emotionalem Spiegeln

  • Familienklima mit hoher Spannung und wenig Vorbildern für reife Konfliktlösung

  • Konstellationen, in denen Leistung, Drama oder Anpassung mehr Anerkennung erhielten als ehrliche Reflexion

  • Organisationskulturen, die starke Inszenierung belohnen und ruhige Reife wenig würdigen

 

Viele emotional unreife Menschen tragen alte Verletzungen und wenig Erfahrung damit, Gefühle konstruktiv zu halten.

Das erklärt ihr Verhalten und entlastet dich zugleich von übermäßiger Selbstverantwortung für deren Reifung.

 

 

Abgrenzung zu Narzissmus und Diagnosen

 

Viele Menschen verbinden „emotionale Unreife“ mit Narzissmus, toxischen Beziehungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Hilfreiche Differenzierungen:

  • Emotionale Unreife bildet ein Kontinuum – von leichten Tendenzen bis zu ausgeprägten Mustern.

  • Narzisstische Muster können sich mit emotionaler Unreife überschneiden, betreffen jedoch weitere Aspekte, etwa grandiose Selbstbilder oder ausgeprägtes Ausnutzen anderer.

  • Diagnosen rund um Persönlichkeit und Psyche gehören in fachkundige Hände, etwa Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

 

Dieser Artikel dient der Orientierung und unterstützt dich im Alltag.

Für klinische Beurteilungen braucht es ein strukturiertes Fachgespräch.

 

 

Wirkung auf dich als Führungskraft und Privatmensch

 

Der Kontakt mit emotional unreifen Menschen erzeugt häufig einen inneren Sog:

  • Du erklärst dich ausführlich und immer wieder.

  • Du investierst viel Energie in Harmonie.

  • Du übernimmst Aufgaben und Verantwortung, die ursprünglich geteilt wären.

  • Du hinterfragst deine Wahrnehmung.

 

1. Speziell im Führungskontext

 

In Unternehmen wirkt emotionale Unreife direkt auf:

  • Entscheidungsqualität:

    Entscheidungen orientieren sich stärker an Stimmung als an Fakten und Strategie.

  • Teamkultur:

    Drama, Gerüchte und Loyalitätskonflikte erhalten Raum, während klare Verantwortung leidet.

  • Leistung und Bindung:

    Engagierte Mitarbeitende fühlen sich belastet, ziehen sich zurück oder orientieren sich neu.

 

Besonders kritisch wird es, wenn emotional unreife Personen Leitungsfunktionen übernehmen oder Schlüsselrollen im System halten.

Dann bestimmt ihr Reifestand das Klima vieler anderer.

 

2. Wirkung im privaten Umfeld

 

Im privaten Bereich zeigt sich:

  • schleichende Erschöpfung durch wiederkehrende Drama-Schleifen

  • Zweifel am eigenen Empfinden

  • das Gefühl, emotional zuständig zu sein für Ausbrüche oder Rückzüge des Gegenübers

 

Je klarer du diese Wirkung erkennst, desto leichter lenkst du deinen Fokus zurück zu deiner inneren Stabilität.

 

 

Grundhaltungen im Umgang mit emotional unreifen Persönlichkeiten

 

1. Innere Entkopplung

 

Du kannst dir innerlich sagen:

  • „Dieses Verhalten spiegelt den aktuellen Reifegrad meines Gegenübers.
  • Mein Wert bleibt vollständig, meine Wahrnehmung besitzt Gültigkeit.“

Diese Haltung schützt deine Selbstachtung und senkt die emotionale Ladung in Gesprächen.

 

 

2. Realistische Erwartungen

 

Emotional unreife Persönlichkeiten zeigen gelegentlich beeindruckende Einsichten, kehren dann allerdings in vertraute Muster zurück. Menschen wachsen in ihrem Tempo.

Realistische Erwartungen bringen Ruhe:

  • Du erlebst reife Reaktionen als Geschenk.

  • Du baust deine Strategie auf deine Stabilität.

  • Du handelst aus deinem eigenen Wertesystem.

 

 

3. Verantwortung für die eigene Grenze

 

Deine Grenze schützt:

  • deine Energie

  • deine Integrität

  • deine Handlungsfähigkeit

 

Emotional reife Menschen achten Grenzen spontan, emotional unreife Menschen orientieren sich eher an eigenen Bedarfen.

Deshalb liegt die Verantwortung für deine Grenze in deiner Hand: Du definierst sie, du kommunizierst sie, du hältst sie.

 

 

Drei Schritte für den Alltag – auf einen Blick

 

Du kannst dir den Umgang mit emotional unreifen Persönlichkeiten als Dreischritt vorstellen:

 

 

Schritt 1: Erkennen und innerlich einordnen

 

  • Muster wahrnehmen: Drama, Ausweichen, Verschiebung von Verantwortung

  • Wirkung auf dich registrieren: Erschöpfung, Verwirrung, Druck

  • Innerlich benennen: „Ich habe es mit emotionaler Unreife zu tun.“

 

 

Schritt 2: Eigene Grenze definieren und kommunizieren

  • klären, was du leisten möchtest und was nicht

  • Erwartungen an das Gegenüber in ein bis zwei klaren Sätzen formulieren

  • Gesprächsrahmen setzen: Zeit, Thema, Ziel

 

 

Schritt 3: Eigene Reife und Selbstfürsorge stärken

  • Nervensystem regulieren: Atmung, Bewegung, Pausen

  • reife Beziehungen pflegen, die dich spiegeln und stützen

  • Reflexion nutzen: Coaching, Supervision, Journaling oder Therapie

 

Dieser Dreischritt bringt Struktur in komplexe Konstellationen und stärkt deine Rolle als erwachsene Führungspersönlichkeit – im Unternehmen und privat.

 

 

Strategien im beruflichen Kontext

 

1. Emotional unreife Führungskraft

 

Merkmale:

  • spontane Richtungswechsel

  • starke Empfindlichkeit bei Rückmeldungen

  • geringe Offenheit für sachliche Einwände

  • Delegation von Verantwortung nach unten bei gleichzeitiger Kontrolle von Entscheidungen

 

Dein Umgang:

  • Fokus auf Fakten, Optionen und klare Vorschläge

  • schriftliche Zusammenfassungen nach wichtigen Gesprächen

  • Bündnisse mit weiteren verantwortungsbewussten Menschen im System

  • klares Bewusstsein für eigene Karriere- und Exit-Optionen

 

Du führst „nach oben“, indem du Struktur, Klarheit und Lösungsorientierung bietest.

Gleichzeitig schützt du deine Gesundheit und deinen beruflichen Weg.

 

2. Emotional unreife Kolleginnen und Kollegen

 

Hilfreiche Schritte:

  • klare Aufgabengrenzen und Verantwortlichkeiten

  • transparente Kommunikation im Team

  • Protokolle zu Absprachen und Deadlines

  • Fokus auf Projekte und Ergebnisse statt auf Drama

 

Du investierst deine Energie in Zusammenarbeit mit reifen Partnern und reduzierst Verstrickungen, die sich primär um Emotion und Status drehen.

 

 

Strategien im privaten Umfeld

 

1. Partnerschaft mit emotional unreifer Person

 

In Partnerschaften zeigen sich häufig:

  • starke Bedürftigkeit

  • schnelle Kränkungen

  • geringe Bereitschaft zur Selbstreflexion

 

Dein Umgang:

  • klare Formulierungen deiner Bedürfnisse und Grenzen

  • Vereinbarung von Gesprächsregeln, etwa Pausen bei Eskalation

  • bewusste Entscheidung, wie viel emotionale Arbeit du in die Beziehung investierst

  • Pflege eines eigenen, tragenden Netzwerks aus Freundschaften und professioneller Unterstützung

 

 

2. Emotionale Unreife in der Herkunftsfamilie

 

Bei Eltern oder Geschwistern mit emotionaler Unreife zeigt sich:

  • geringes Interesse an deinem inneren Erleben

  • starker Fokus auf eigene Themen

  • Erwartung, dass du emotional funktionierst

 

Hilfreich sind:

  • erwachsene Perspektive auf die Lebensgeschichte dieser Menschen

  • Anpassung von Kontaktumfang und Gesprächsthemen

  • Aufbau einer „gewählten Familie“ aus Menschen, die dich respektvoll sehen, hören und ernst nehmen

 

So gestaltest du ein Umfeld, das deine Reife stärkt, statt sie permanent herauszufordern.

 

 

Selbstreflexion: Eigene Anteile und innere Reife

 

Ein reifer Umgang mit emotional unreifen Persönlichkeiten schließt die Betrachtung eigener Muster ein.

Fragen für deine Reflexion:

  • In welchen Situationen reagierst du selbst impulsiv, trotzig oder überangepasst?

  • Wie äußert sich dein „inneres Kind“ in Konflikten – eher durch Rückzug, Angriff oder Anpassung?

  • Wie würde dein innerer Erwachsener dieselbe Situation gestalten?

 

Eine kleine Übung:

Denke an eine aktuelle schwierige Person.

 

  1. Welche deiner Reaktionen fühlt sich eher kindlich oder dramatisch an?
  2. Welche Werte tragen dein erwachsenes Ich?
  3. Formuliere einen Satz, der diese Werte ausdrückt, zum Beispiel:„Ich bleibe respektvoll und klar.“„Ich schütze meine Grenze und bleibe gesprächsbereit.“

 

Diese innere Klärung verändert deinen Auftritt – unabhängig davon, wie reif dein Gegenüber reagiert.

 

 

Wann Unterstützung besonders hilfreich wirkt

 

Manche Konstellationen durchdringen den eigenen Alltag so stark, dass externe Begleitung sehr entlastend wirkt:

  • wiederkehrende Konfrontation mit emotional unreifen Personen in Schlüsselpositionen

  • langjährige Beziehungen, in denen Grübelschleifen und Selbstzweifel dominieren

  • Führungsrollen, in denen du gleichzeitig Business-Ergebnisse und seelische Stabilität vieler Menschen trägst

  • familiäre Dynamiken, in denen du die Rolle der inneren oder äußeren „Erwachseneninstanz“ für mehrere Generationen übernimmst

 

Coaching, Supervision oder therapeutische Begleitung:

  • sortiert innere Loyalitäten

  • stärkt deine Selbstführung

  • eröffnet Handlungsspielraum jenseits von Anpassung und Rückzug

 

Du gewinnst Klarheit, welche Verantwortung du übernimmst – und welche Aufgaben beim Gegenüber bleiben.

 

 

Du bleibst erwachsen – auch wenn andere innerlich jünger wirken

 

Emotional unreife Persönlichkeiten bringen Bewegung in jedes System.

Sie testen Grenzen, verschieben Verantwortung und erzeugen starke Emotionen.

Deine Aufgabe besteht nicht darin, sie zu erziehen.

 

Deine Aufgabe besteht darin, deine eigene Reife zu leben:

  • klar sehen

  • freundlich kommunizieren

  • Grenzen halten

  • bewusst Verantwortung wählen

 

So bewahrst du deine Würde, stärkst deine Handlungsfähigkeit und wirst zu einer leisen, kraftvollen Ressource – im Unternehmen und im privaten Umfeld.

Und vielleicht erlebst du im Laufe der Zeit:

Je konsequenter du deinen erwachsenen inneren Kompass lebst, desto mehr Menschen in deinem Umfeld beginnen, selbst ein Stück zu wachsen.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Resilienz für Geschäftsführer und Führungskräfte: Stabil führen in unsicheren Zeiten

Resilienz für Geschäftsführer und Führungskräfte: Stabil führen in unsicheren Zeiten

Wie Geschäftsführer, Unternehmer und Leistungsträger in wirtschaftlich angespannten Zeiten innere Stärke, Klarheit und Leistungsfähigkeit systematisch ausbauen
Karriereentscheidungen: Für die Karriere gilt es gute Entscheidungen zu treffen - Karriere Coaching Berlin

Resilienz für Geschäftsführer und Führungskräfte: Stabil führen in unsicheren Zeiten

 

Du führst ein Unternehmen, trägst Verantwortung für Menschen, Zahlen und Zukunft – und gleichzeitig fordert dich dein Privatleben. Wirtschaftliche Unsicherheit, Personalthemen, Familie, Gesundheit: vieles verdichtet sich in deinem Kalender. In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine persönliche Resilienz als Geschäftsführer, Unternehmerin oder Führungskraft stärkst, klar entscheidest und dabei innerlich stabil bleibst – mit konkreten Hebeln für Körper, Fokus, Beziehungen und Struktur, die du direkt in deinen Führungsalltag integrierst.

 

 

 

Stark führen, wenn vieles gleichzeitig auf dich einwirkt

 

Montagmorgen, 7:15 Uhr.

Dein Handy vibriert.

Die erste Mail: Ein großer Kunde verschiebt Aufträge.

Im selben Moment eine Nachricht aus der Familie: Ein Elternteil braucht deutlich mehr Unterstützung.

Um 9 Uhr Strategie-Meeting, um 11 Uhr Bankgespräch, am Nachmittag mehrere Personalthemen.

Du funktionierst, triffst Entscheidungen, hältst Präsentationen.

Nach außen wirkt alles souverän.

Im Inneren arbeitet ein Hochleistungsprogramm auf Dauerbetrieb.

Genau an diesem Punkt beginnt Resilienz.

Resilienz bedeutet in verantwortungsvollen Positionen innere Beweglichkeit, Klarheit im Kopf und Stabilität im Herzen – trotz Druck, Tempo und parallelen Anforderungen im privaten Umfeld.

Dieser Beitrag zeigt dir, wie du als Geschäftsführerin, Unternehmer oder Führungskraft deine persönliche Resilienz systematisch stärkst und damit auch dein Unternehmen und deine Beziehungen stabilisierst.

 

 

Was Resilienz für Verantwortungsträger wirklich bedeutet

 

Resilienz steht für die Fähigkeit, unter anspruchsvollen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben, aus Erfahrungen zu lernen und aus Krisen sogar gestärkt hervorzugehen.

Für Geschäftsführer und Leistungsträger umfasst das:

  • einen klaren Kopf für strategische Entscheidungen

  • emotionale Präsenz für Mitarbeitende, Kunden und Familie

  • einen Körper, der Leistungsphasen trägt und sich immer wieder erholt

  • einen inneren Kompass, der über Zahlen hinaus Orientierung gibt

 

Resilienz wirkt damit wie ein unsichtbares Vermögensgut:

Sie sichert Entscheidungsqualität, Beziehungskraft und Zukunftsfähigkeit.

 

 

1. Standortbestimmung: Wo stehst du aktuell?

 

Resilienz beginnt mit Klarheit über den eigenen Zustand.

Viele Leistungsträger tragen mehr auf den Schultern, als sie sich selbst eingestehen.

Nimm dir eine halbe Stunde, Stift und Papier, und beantworte vier Fragen:

 

1. Körper

 

  • Wie wach fühlst du dich morgens nach dem Aufstehen?

  • Wie häufig erlebst du Phasen echter Erholung, in denen dein Kopf zur Ruhe kommt?

 

2. Emotionen

 

  • Wie oft spürst du innere Anspannung, Druck oder Gereiztheit?

  • Wie leicht gelingt dir der Wechsel von Hochspannung zu Gelassenheit?

 

3. Geist

 

  • Wie konzentriert arbeitest du an deinen wichtigsten Themen?

  • Wie oft springt dein Kopf zwischen Aufgaben, Risiken und To-dos hin und her?

 

4. Beziehungen

 

  • Mit wem sprichst du offen über deine aktuelle Situation – beruflich und privat?

  • Wo erlebst du ehrliche Resonanz statt rein funktionaler Kontakte?

 

Schreibe die Antworten aus. Du siehst schwarz auf weiß, wo du bereits gut stehst und wo du dich stärkst.

 

 

2. Frühwarnzeichen: Wenn Belastung sich ankündigt

 

Bevor Menschen aus der Spur geraten, zeigen sich Signale.

Wer Verantwortung trägt, erkennt sie und handelt rechtzeitig.

Typische Frühwarnzeichen bei Geschäftsführern und Leistungsträgern:

  • steigende Gereiztheit gegenüber Mitarbeitenden und Partnern

  • sinkende Geduld in Besprechungen

  • körperliche Signale wie Spannung im Nacken, Kopfdruck, flacher Atem

  • zunehmender Zynismus in Gesprächen

  • Rückzug von Freunden und Familie

  • Grübelschleifen am Abend oder in der Nacht

  • wachsender Konsum von Kaffee, Alkohol, digitalen Ablenkungen

 

Nimm zwei, drei dieser Punkte, die dir bekannt vorkommen, und markiere sie.

Diese Markierungen bilden deinen persönlichen Radar:

Sobald sie häufiger auftreten, startest du bewusst deinen Resilienzplan.

 

3. Körper, Fokus, Beziehungen – die drei zentralen Resilienzhebel

 

Dein Körper: Das Fundament deiner Führungsstärke

 

Jede Krisenmeldung, jede strategische Frage landet zuerst im Körper.

Herzschlag, Muskulatur, Verdauung, Schlaf – alles reagiert.

Drei einfache, praxistaugliche Stellschrauben:

  1. Mikropausen im Tagesverlauf

    • Drei- bis fünfmal täglich zwei Minuten bewusste Atempause.

    • Tief einatmen, langsam ausatmen, Ausatem doppelt so lang wie Einatem.

    • Blick in die Ferne, Schultern lösen, Kiefer entspannen.

     

  2. Gehen als Reset

    • Kurzer Spaziergang zwischen zwei wichtigen Terminen.

    • Telefonate, bei denen du hauptsächlich zuhörst, im Stehen oder im Gehen führen.

     

  3. Schlaf als strategische Ressource

    • Möglichst feste Zubettgehzeiten.

    • Abendritual: kurzer Rückblick, drei dankbare Gedanken, ein Fokus für den nächsten Tag.

     

 

Dein Körper sendet dann ein klares Signal an dein Gehirn:

Gefahr erscheint handhabbar, Lösungen rücken in Reichweite.

Fokus: Welche Fragen leiten dich?

 

In herausfordernden Phasen richten sich Gedanken leicht auf Engpässe, Risiken und Verluste.

Resiliente Führungskräfte steuern diesen inneren Dialog bewusst.

Starke Fragen lauten zum Beispiel:

  • Was liegt heute wirklich in meiner Hand?

  • Welche Entscheidung vereinfacht mein System spürbar?

  • Welche Aktivität stärkt Stabilität und Zukunftsfähigkeit zugleich?

  • Wo entsteht gerade eine Chance für Vereinfachung oder Innovation?

 

Schreibe dir drei Führungsfragen auf und platziere sie gut sichtbar an deinem Arbeitsplatz.

Jeder Blick darauf rückt deinen mentalen Fokus zurecht.

 

Beziehungen: Resilienz als Teamleistung

 

Kein Spitzenathlet arbeitet im Alleingang, Führungskräfte ebenso.

Tragende Beziehungen wirken wie psychologische Stoßdämpfer.

Gestalte bewusst drei Beziehungskreise:

  1. Innerer Kreis

    Menschen, bei denen du dich mit Stärke und Verletzlichkeit zeigst.

    Partner, enge Freunde, Coach, Therapeut.

  2. Professioneller Sparringskreis

    Unternehmerkollegen, Beiräte, Mentoren, Supervision.

    Räume für Strategie, Geschäftsmodell, Führungsthemen.

  3. Energiekreis

    Menschen, mit denen du lachst, spielst, dich bewegst.

    Begegnungen, in denen dein Funktionsmodus Pause hat.

 

Öffne deinen Kalender und markiere Termine, die in diese Kreise fallen.

So erkennst du auf einen Blick, wo du bereits stark vernetzt bist und wo du dir gezielt Unterstützung holst.

 

 

4. Grenzen, Prioritäten, Delegation – strukturelle Resilienz

 

Resilienz entsteht nicht nur im Inneren, sondern auch durch klare Strukturen.

Wer alles selbst tragen möchte, erhöht die Belastung im eigenen System.

 

Prioritäten klären

 

Stelle dir drei Fragen:

  • Welche Aufgaben gehören zwingend in meine Hand?

  • Welche Aufgaben übernimmt idealerweise mein Führungsteam?

  • Welche Themen erhalten derzeit Aufmerksamkeit, ohne echten Beitrag zur Strategie?

 

Erstelle eine Liste mit drei Spalten:

  • Chefsache: Themen mit hoher strategischer Bedeutung.

  • Delegierbar: Aufgaben, die andere übernehmen und eigenverantwortlich gestalten.

  • Loslassen: Aktivitäten, die Prozesskomplexität erhöhen, jedoch kaum Nutzen bringen.

 

Delegation als Schutzfaktor

 

Delegation bedeutet Vertrauen, klare Rollen und unterstützende Kommunikation.

Je klarer du Verantwortung verteilst, desto stabiler wirkt dein Gesamtsystem.

  • Formuliere Ergebnisziele statt Detailanweisungen.

  • Vereinbare klare Entscheidungsgrenzen.

  • Plane Feedbackschleifen ein.

 

Der Kalender als Spiegel

 

Ein Blick in deinen Kalender zeigt, wie du mit dir selbst umgehst.

Frage dich:

  • Wo stehen Fokuszeiten für strategische Themen?

  • Wo tauchen Erholungsfenster auf?

  • Wo tauchen Routinetermine auf, die Raum für Wesentliches verkleinern?

 

Mit jeder bewussten Entscheidung im Kalender wächst deine strukturelle Resilienz.

 

 

5. Wenn wirtschaftlicher Druck und private Herausforderungen zusammentreffen

 

Viele Führungskräfte erleben gerade eine Doppelbelastung:

In der Firma verdichten sich Themen, im privaten Leben ebenso.

Innere Dialoge klingen dann häufig so:

„Ich trage Verantwortung für viele Mitarbeitende.“

„Gleichzeitig möchte ich für meine Familie da sein.“

Resilienz entsteht, wenn du beide Welten ernst nimmst und bewusst balancierst.

 

Drei Leitfragen für Doppelbelastungen

 

  1. Was braucht heute sofort meine Aufmerksamkeit – beruflich und privat?

    So trennst du Dringendes von Wichtigem.

  2. Wo setze ich klare Grenzen zu mir selbst zuliebe?

    Zum Beispiel bei Terminmenge, Erreichbarkeit, Reisetätigkeit.

  3. Welcher Schritt entlastet beide Bereiche langfristig?

    Vielleicht ein zusätzliches Führungsteammitglied, externe Unterstützung in der Familie, neue Absprachen im privaten Umfeld.

 

Setze dich an einen ruhigen Ort, beantworte diese Fragen schriftlich und sprich anschließend mit den wichtigsten Menschen in deinem beruflichen und privaten Umfeld darüber.

So entsteht eine abgestimmte Lösung statt isolierter Einzelentscheidungen.

 

 

6. Persönliche Resilienzstrategie in fünf Schritten

 

Viele Impulse wirken kraftvoll, wenn sie in einen konkreten Plan fließen.

Hier ein Fünf-Schritte-Ansatz, den du direkt nutzen kannst.

 

Schritt 1: Klarheit schaffen

 

Auf einer Seite:

  • wichtigste berufliche Herausforderungen

  • wichtigste privaten Herausforderungen

  • vorhandene Ressourcen: Menschen, Routinen, Kompetenzen, finanzielle und strukturelle Spielräume

 

Diese Übersicht bildet deinen Startpunkt.

 

Schritt 2: Energie-Lecks schließen

 

Markiere drei Themen, die besonders viel Energie binden und wenig beitragen.

Triff in den nächsten zwei Wochen zu jedem Thema eine klare Entscheidung:

  • Delegation

  • Vereinfachung

  • Abschluss

  • zeitliche Begrenzung

 

Schritt 3: Regenerationsfenster verankern

 

Plane für die nächsten vier Wochen:

  • täglich ein Mikropausenfenster im Kalender

  • zwei Termine pro Woche für Bewegung oder Sport

  • ein Abendritual mit kurzem Rückblick und positivem Fokus auf den kommenden Tag

 

Trage diese Zeitfenster verbindlich ein – wie wichtige Meetings.

 

Schritt 4: Sparringspartner aktivieren

 

Bestimme drei Personen:

  1. eine Person für emotionalen Rückhalt

  2. eine Person für professionelles Sparring

  3. eine Person für Inspiration und kreative Perspektiven

 

Vereinbare konkrete Gespräche oder regelmäßige Treffen.

 

Schritt 5: Sinn und Richtung schärfen

 

Stelle dir eine zukunftsorientierte Frage:

Wenn ich in zwei Jahren auf diese Phase zurückblicke –

worauf bin ich besonders stolz?

Beantworte die Frage für drei Ebenen:

  • du als Mensch

  • du in deiner Rolle

  • du im Zusammenspiel mit Menschen und Organisation

 

Leite daraus drei Leitworte für diese Phase ab, zum Beispiel:

Klarheit – Verbundenheit – Vereinfachung.

Platziere diese Leitworte sichtbar auf deinem Schreibtisch, im digitalen Kalender oder auf deinem Smartphone.

Sie erinnern dich täglich an deine Ausrichtung.

 

7. Resilienz als Führungsqualität der Zukunft

 

Konjunkturen schwanken, Märkte verändern sich, Technologien entwickeln sich weiter.

Deine persönliche Resilienz bildet den roten Faden durch all diese Bewegungen.

Du stärkst sie, wenn du

  • deinen eigenen Zustand ernst nimmst

  • strukturell entlastest, statt dich zu überladen

  • tragende Beziehungen pflegst

  • professionelle Unterstützung nutzt

  • Sinn und Richtung regelmäßig reflektierst

 

So führst du aus einer stabilen inneren Mitte heraus – für dein Unternehmen, für dein Umfeld, für dich selbst.

 

8. Dein nächster Schritt

 

Wenn du beim Lesen spürst, dass diese Themen gerade sehr präsent sind, eignet sich ein strukturierter Austausch als kraftvolle Unterstützung.

  • Vielleicht wünschst du dir ein vertrauliches Sparring zu deiner aktuellen Situation.

  • Vielleicht möchtest du aus einer Mischung aus Coaching, psychologischer Expertise und Unternehmensperspektive profitieren.

  • Vielleicht suchst du konkrete Strategien, um private und berufliche Belastungen klug zu balancieren.

 

In diesem Fall lohnt sich ein persönliches Gespräch.

Gemeinsam lässt sich klären, welche nächsten Schritte dich am stärksten entlasten und stärken.

Du trägst Verantwortung für viele Menschen.

Deine eigene Resilienz erhält dabei einen Ehrenplatz.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel

 

Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Chronisch kritische und abwertende Menschen im Unternehmen rauben Energie. Erfahre, wie du dich innerlich stärkst, klare Grenzen setzt und eine wertschätzende Leistungskultur förderst.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Deinen eigenen Rückzug oder Rollenwechsel als GF ankündigen

Deinen eigenen Rückzug oder Rollenwechsel als GF ankündigen

Ausstieg aus der Geschäftsführung: So kündigst du deinen Schritt an, ohne das System zu verunsichern
Karriereentscheidungen: Für die Karriere gilt es gute Entscheidungen zu treffen - Karriere Coaching Berlin

Deinen eigenen Rückzug oder Rollenwechsel als GF ankündigen

 

Wie du als Geschäftsführer klar „Ich gehe raus“ sagst – ohne das System zu verunsichern

Es gibt einen Moment, den viele Geschäftsführer und Unternehmerinnen innerlich lange vorbereiten.

„Ich gehe raus aus der operativen Rolle.“
oder
„Ich steige ganz aus.“

Diese Entscheidung reift oft über Monate:
Ermüdung, neue Lebensziele, andere Projekte, Nachfolge, Verkauf, gesundheitliche Themen, ein neuer Abschnitt im Leben.

Irgendwann steht fest:
Die bisherige Rolle geht zu Ende.
Dann stellt sich die Frage: Wie kommunizierst du diesen Schritt – gegenüber Team, Gesellschaftern, Kunden?

Dieser Artikel zeigt dir, wie du deinen Rückzug oder Rollenwechsel klar ankündigst, Sicherheit vermittelst und deine eigene Geschichte würdevoll abrundest.

 

 

1. Der Moment davor: Du weißt es – die anderen noch nicht

 

Der intensivste Moment liegt oft vor der offiziellen Ankündigung.

Du weißt bereits:

Die operative Verantwortung wandert weiter.
Deine Rolle verändert sich oder endet.

Gleichzeitig führst du weiterhin Meetings, triffst Entscheidungen, trägst Verantwortung. In dir entsteht ein Doppelzustand:

nach außen Stabilität,
nach innen Abschied, Unsicherheit, vielleicht auch Neugier und Vorfreude.

Genau in dieser Phase wächst der Druck:
Wie spreche ich darüber?
Wem zuerst?
In welcher Tiefe?
Welche Wirkung hat das auf das System?

Je klarer deine innere Linie, desto ruhiger und souveräner wirkt deine Kommunikation.

 

 

2. Weshalb die Art deiner Ankündigung so entscheidend wirkt

 

Dein Rückzug oder Rollenwechsel stellt mehr dar als eine Personalnachricht. Er erzählt eine Geschichte – über dich, über das Unternehmen, über die Zukunft.

Mit deiner Ankündigung beantwortest du drei zentrale Fragen:

Handelt es sich um eine Krise oder um einen Entwicklungsschritt?
Bleibt das Unternehmen handlungsfähig und verlässlich?
Wie steht der scheidende Geschäftsführer zu „seinem“ Unternehmen?

Eine reife Kommunikation:

stärkt Vertrauen statt Gerüchte,
vermittelt Sinn statt Drama,
ermöglicht Stolz statt Verunsicherung.

Du gestaltest damit bewusst die Erzählung, die im Unternehmen und im Markt entsteht.

 

 

3. Innere Klärung: Was geht – und was bleibt?

 

Bevor du nach außen sprichst, schaffst du Klarheit in dir selbst.

Drei Leitfragen:

  1. Was gebe ich konkret ab?

    – operative Führung,

    – Titel und Funktionen,

    – Unterschriftsvollmachten,
    
– Sitz in bestimmten Gremien.
  2. Was bleibt eventuell erhalten?

    – Gesellschafterrolle,

    – Beirat oder Aufsichtsgremium,

    – bestimmte Projekte oder Initiativen,

    – beratende Funktion für die neue Führung.
  3. Wofür stehe ich weiterhin?
    
– Werte,

    – Kultur,

    – Vision,
    
– spezifische Themen wie Strategie, Marke, Innovation.

Aus dieser Klärung entstehen klare Sätze:

„Ich trete aus der operativen Geschäftsführung zurück und begleite das Unternehmen weiterhin als Gesellschafter und Beiratsmitglied.“

oder

„Ich gebe die operative Rolle vollständig ab und richte meinen beruflichen Fokus auf neue Projekte außerhalb des Unternehmens.“

Innere Klarheit bildet die Basis für äußere Ruhe.

 

 

4. Reihenfolge und Formate: Wer erfährt es wann – und wie?

 

Eine gute Dramaturgie stärkt Vertrauen und sorgt für Orientierung.

Sinnvolle Reihenfolge:

  1. Gesellschafter / Eigentümerkreis
– früh, vertraulich, persönlich
– Ziel: Einigkeit über Nachfolge, Zeitplan und Story nach außen
  2. Führungsteam / erweiterte Leitung
– persönliches Meeting
– Ziel: Sicherheit, Einbindung, Raum für Fragen
  3. Gesamtes Team
– Townhall, Betriebsversammlung, Videobotschaft – abhängig von Größe und Struktur
– Ziel: klare Geschichte, klare
  4. Perspektive, klare Zuständigkeiten
  5. Kunden, Partner, Öffentlichkeit
– abgestimmte Kommunikation, idealerweise gemeinsam mit der Nachfolge
– Ziel: Kontinuität,
  6. Vertrauen, professionelle Außenwirkung

Prinzip: Menschen mit hoher Nähe und Verantwortung erfahren es zuerst – in persönlicher Form.

 

 

 

5. Übergangsphase: Staffelstab klar übergeben

 

Zwischen Ankündigung und endgültigem Ausstieg entsteht eine Übergangsphase. Je klarer diese Phase gestaltet ist, desto stabiler wirkt das gesamte System.

 

Wichtige Elemente:

klar definierter Zeitraum (zum Beispiel drei, sechs oder zwölf Monate),
Abgrenzung: Welche Entscheidungen triffst du noch, welche Entscheidungen liegen bereits bei deiner Nachfolge,
klare Botschaft: „In dieser Phase arbeiten wir sichtbar Hand in Hand.“

 

Beispiel:

„Wir gestalten eine Übergangszeit von sechs Monaten. In dieser Zeit arbeitet Frau/Herr … schrittweise in alle operativen Themen ein, während ich mich Schritt für Schritt aus dem Tagesgeschäft herausziehe. Ab dem … liegt die operative Verantwortung voll bei …“

Damit signalisierst du: Der Staffelstab liegt bereit und wandert bewusst weiter.

 

 

6. Botschaften für drei Gruppen: Team, Gesellschafter, Kunden

 

Das Team

 

Mitarbeitende fragen sich:

„Wie sicher ist mein Arbeitsplatz?“
„Wer entscheidet künftig?“
„Bleibt unsere Kultur erhalten?“

Deine Botschaft könnte so aufgebaut sein:

Würdigung der gemeinsamen Zeit
– „Wir haben gemeinsam X aufgebaut, Y gemeistert, Z erreicht.“
Klarheit zur Entscheidung
– „Ich trete zum … aus der operativen Geschäftsführung zurück.“
Zukunftsbild
– „Die operative Verantwortung übernimmt ab … Frau/Herr …“
– „Unsere strategische Ausrichtung bleibt bestehen, wir entwickeln sie mit frischen Impulsen weiter.“
Deine zukünftige Rolle
– „Ich begleite das Unternehmen weiterhin in der Rolle als …“
oder
– „Ich widme mich künftig neuen Projekten außerhalb des Unternehmens.“

 

 

Gesellschafter

 

Im Vordergrund stehen:

Governance,
Nachfolge,
wirtschaftliche Perspektive.

Kernbotschaften:

„Ich sehe jetzt einen passenden Zeitpunkt für eine neue operative Führung.“
„Meine Entscheidung basiert auf … (Lebensphase, strategischer Neuanfang, andere Projekte).“
„Ich schlage folgenden Nachfolge- und Übergangsplan vor …“

Hier wirkt eine klare, strukturierte, wenig emotionale Sprache besonders hilfreich.

 

 

Kunden und Partner

 

Kunden fragen:

„Bleibt das Unternehmen verlässlich?“
„Wer ist künftig meine Hauptansprechperson?“

Deine Botschaft:

„Nach vielen Jahren in der operativen Verantwortung richte ich meinen Fokus neu aus.“
„Die operative Führung übernimmt Frau/Herr …, mit dem/der Sie bereits eng zusammenarbeiten.“
„Unsere Qualität, Zuverlässigkeit und Partnerschaft bleiben unverändert unser Maßstab.“

Damit verkörperst du: Der Übergang folgt einem Plan, nicht einem Zufall.

 

 

 

7. Zwei Szenarien: Rollenwechsel vs. kompletter Ausstieg

 

„Ich gehe raus aus der operativen Rolle“

 

Beispielsatz im Team-Meeting:

„Nach vielen intensiven Jahren in der operativen Geschäftsführung richte ich meine Rolle neu aus. Ab dem … gebe ich die operative Verantwortung in die Hände von Frau/Herrn …. Ich bleibe dem Unternehmen als Gesellschafter und im Beirat verbunden und begleite weiterhin wichtige strategische Themen. Für euch bedeutet das: Die Ausrichtung bleibt stabil, die operative Führung liegt künftig klar bei …“

Hier stehen Kontinuität, Klarheit und Stärkung der Nachfolge im Vordergrund.

 

 

„Ich steige ganz aus“

 

Beispielsatz:

„Ich habe nach reiflicher Überlegung entschieden, meine Rolle in diesem Unternehmen vollständig zu beenden und mich neuen Projekten zu widmen. Dieser Schritt berührt mich nach vielen gemeinsamen Jahren und fühlt sich zugleich stimmig an. Die operative Führung übernimmt ab … Frau/Herr …, der/die das Unternehmen und viele von euch bereits gut kennt. Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf unsere gemeinsame Zeit und wünsche euch und dem Unternehmen eine starke Zukunft.“

Hier wirkt eine Mischung aus Klarheit, Dankbarkeit und Zukunftsorientierung.

 

 

 

8. Satzanfänge, die tragen – inklusive Abschlussformel

 

Einstieg gegenüber dem Führungsteam

„Ich teile heute mit euch eine Entscheidung, die über längere Zeit in mir gereift ist.“
„Mein Weg in dieser operativen Rolle geht in eine neue Phase.“
„Ich sehe einen guten Zeitpunkt für einen Staffelstabwechsel in der Geschäftsführung.“

 

 

Einstieg gegenüber dem Gesamtteam

 

„Wir stehen heute an einem wichtigen Punkt in der Geschichte unseres Unternehmens.“
„Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf die Jahre mit euch und informiere euch heute über meinen nächsten Schritt.“

 

 

Einstieg gegenüber Kunden

 

„Nach vielen Jahren in der operativen Verantwortung richte ich meinen beruflichen Fokus neu aus.“
„Damit Sie die weitere Zusammenarbeit klar einordnen können, stelle ich Ihnen heute meine Nachfolge in der operativen Rolle vor.“

 

Beispiel für eine Abschluss-Passage im Team-Meeting

„Ich danke euch für Vertrauen, Einsatz und Loyalität in all den Jahren. Ihr habt dieses Unternehmen mitgetragen, gestaltet und stark gemacht. Ich freue mich darauf, euren weiteren Weg aus einer neuen Perspektive zu beobachten – und wünsche euch, der neuen Führung und unserem Unternehmen eine Zukunft, auf die wir alle mit Stolz blicken.“

Diese Sätze geben dir einen Rahmen, den du an deine Sprache anpassen kannst.

 

 

 

9. Umgang mit Emotionen, Fragen und deiner eigenen Abschiedsphase

 

Deine Ankündigung löst Gefühle aus – bei anderen und bei dir.

Emotionen im Team

Mögliche Reaktionen:

  • Überraschung,
  • Traurigkeit,
  • Sorge,
  • Neugier,
  • manchmal Erleichterung.

 

Hilfreich sind drei Elemente:

Wahrnehmen: „Ich sehe, dass diese Nachricht euch bewegt.“
Einladen: „Stellt gern eure Fragen – zu Zeitplan, Nachfolge, Verantwortung.“
Rahmen geben: „Einige Antworten stehen bereits fest, andere entwickeln wir in den nächsten Wochen gemeinsam.“

Du hältst Raum, ohne in Rechtfertigung zu gehen.

 

 

Deine eigene Selbstfürsorge

 

Ein Rollenwechsel oder Ausstieg stellt auch für dich einen tiefen Übergang dar.

 

Unterstützend wirken:

  • ein bewusst gestalteter letzter offizieller Auftritt,
  • ein geplanter Abschiedsrahmen mit Team oder Führungskreis,
  • Raum für Dankbarkeit und Bilanz („Was habe ich hier geschaffen, was habe ich gelernt?“),
  • professionelle Begleitung, wenn viele Emotionen hochkommen.

Damit erlaubst du dir selbst, diese Phase nicht nur zu organisieren, sondern auch innerlich zu integrieren.

 

 

10. Deine Haltung: Abschied, Übergang, Würde

 

Dein Rückzug oder Rollenwechsel spiegelt deine Vorstellung von Führung wider.

 

Drei Reflexionsfragen zum Abschluss:

Welche Botschaft soll bleiben, wenn Menschen in einigen Jahren an meine Zeit in dieser Rolle denken?
Wie erzähle ich selbst später von diesem Übergang – als Bruch oder als stimmigen Schritt in meiner Biografie?
Welche Form der Ankündigung fühlt sich für mich selbst integer, klar und respektvoll an – mir, dem Unternehmen und den Menschen gegenüber?

Führung bedeutet nicht nur, ein Unternehmen durch Phasen zu steuern.
Führung bedeutet auch, den eigenen Übergang bewusst zu gestalten.

Ein klar kommunizierter Rückzug oder Rollenwechsel sendet eine reife Botschaft:

„Ich trage Verantwortung für dieses Unternehmen – und zugleich Verantwortung für meinen eigenen Lebensweg.“

In dieser Haltung liegt viel Kraft: für dich, für dein Team, für deine Nachfolgerinnen und Nachfolger und für die Geschichte, die das Unternehmen über dich erzählen wird.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel

 

Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Chronisch kritische und abwertende Menschen im Unternehmen rauben Energie. Erfahre, wie du dich innerlich stärkst, klare Grenzen setzt und eine wertschätzende Leistungskultur förderst.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

„Du wirst nicht in die Geschäftsführung berufen“ – Gesprächsführung für Geschäftsführer und Inhaber

„Du wirst nicht in die Geschäftsführung berufen“ – Gesprächsführung für Geschäftsführer und Inhaber

Führungskraft kommt nicht in die Geschäftsführung: So führst du das heikle Gespräch souverän
Karriereentscheidungen: Für die Karriere gilt es gute Entscheidungen zu treffen - Karriere Coaching Berlin

„Du wirst nicht in die Geschäftsführung berufen“ – Gesprächsführung für Geschäftsführer und Inhaber

 

 

Er oder sie war sich sicher.
Die Geschäftsführung war der nächste logische Schritt: Jahre im Unternehmen, gute Zahlen, Loyalität.
Halb intern hieß es schon: „Der ist als Nächster dran.“

Und dann sitzt du da – als Geschäftsführer – mit einem Satz im Kopf, der alles kippt:

„Du kommst nicht in die Geschäftsführung.“

Kaum ein Gespräch ist so geladen mit Erwartung, Kränkung und Angst.
Für die andere Person. Und für dich.

Hier geht es darum, wie du dieses Gespräch so führst,
dass du klar bist, respektvoll bleibst – und abends noch in den Spiegel schauen kannst.

 

 

1. Warum dieses Gespräch so weh tut – für beide Seiten

 

Für die betroffene Führungskraft:

Identität: „Ich gehöre zur obersten Liga“ vs. „Offenbar doch nicht.“
Lebensplanung: Status, Geld, Anerkennung, Selbstbild.
Alte Themen: Nicht gewählt werden, nicht gut genug sein, „wieder zu kurz gekommen“.

Für dich als Geschäftsführer:

Loyalität: gemeinsame Jahre, gemeinsame Kämpfe.
Angst: jemanden zu verlieren, der wichtig ist.
Sorge: Konflikte, innere Opposition, Flurfunk.

Es ist kein normales Feedback-Gespräch.
Es ist ein Identitäts-Gespräch – und sollte so behandelt werden.

 

 

 

 

2. Klär erst das System – dann das Gespräch

 

Bevor du den Kalender öffnest:

Sind alle relevanten Entscheider wirklich aligned?
– weitere Geschäftsführer, Gesellschafter, ggf. Beirat/AR, HR
Steht die Entscheidung fest?
– oder verhandelst du in Wahrheit noch mit dir selbst oder dem Gremium?
Gibt es eine gemeinsame Begründung, die alle tragen?
– sonst hängst du nachher alleine im Wind.

Wenn du diese Hausaufgaben nicht machst,
wird die Führungskraft später hintenrum andere Versionen hören,
und dein Gespräch verliert an Glaubwürdigkeit.

 

 

 

3. „Nie“ oder „Nicht jetzt“? – Trenne das sauber

 

Zentraler Punkt für Fairness.

 

Ist es ein endgültiges Nein zur Geschäftsführung in diesem Unternehmen?
Oder ein ehrliches „nicht jetzt“ mit realer Entwicklungsperspektive?

Typische Fehlreaktion:
Aus schlechtem Gewissen ein „vielleicht später“ anbieten,
obwohl du weißt, dass es nicht passieren wird.

Besser:
„Ich glaube nicht, dass die Geschäftsführung hier langfristig dein Platz sein wird.“

oder:

„Stand heute sehe ich dich nicht in der Geschäftsführung.
Wenn du willst, können wir konkret anschauen,
was es dafür bräuchte – und ob das wirklich dein Weg ist.“

Keine Trost-Lügen. Sie tun langfristig mehr weh als die Wahrheit.

 

 

 

4. Innere Vorbereitung: Haltung, Klarheit, Nervensystem

 

Bevor du sprichst:

  • Was sind die echten Gründe?
    
– fachlich?
    
– Verhalten in Konflikt- und Drucksituationen?

    – Teamfähigkeit, Werte, Umgang mit Macht?
  • Was ist mein Ziel?

    – informieren?
    
– Entwicklung anbieten?

    – saubere Weichenstellung, vielleicht Richtung Trennung?
  • Welche innere Haltung nehme ich ein?

    – nicht Henker, nicht Retter
    – verantwortliche Führung.

 

 

Nervensystem:
2–3 Minuten vor dem Gespräch bewusst atmen, Füße am Boden, Körper spüren.
Du führst anders, wenn dein System nicht auf Alarm steht.

 

 

 

 

5. Der Gesprächsaufbau – klar, respektvoll, ohne Schleifen

 

Eine einfache Struktur:

 

1. Rahmen setzen

 

„Ich habe ein wichtiges Thema, das deine Rolle und unsere gemeinsame Zukunft betrifft.
Ich sage es direkt, damit wir ehrlich sprechen können.“

 

 

2. Die Entscheidung klar benennen

 

„Ich sage es offen: Du wirst nicht in die Geschäftsführung berufen.“

Kein Herumeiern, kein „mal schauen“, wenn die Entscheidung feststeht.

 

 

 

3. Begründung differenziert, aber nicht vernichtend

 

Verhaltensankern statt Etiketten:
nicht „Du bist nicht strategisch“,
sondern „In den letzten zwei Jahren hast du dich stark in die operative Tiefe gezogen,
während wir auf GF-Ebene jemanden brauchen, der…“
Systemische Gründe benennen, wenn sie relevant sind:
Größe der GF, Struktur, Gremienkultur.

 

 

4. Perspektive – ehrlich

 

Wenn es eine reale Entwicklungsoption gibt:

„Wenn du willst, können wir in Ruhe anschauen,
welche Kompetenzen und Haltungen auf GF-Ebene gebraucht werden
und wo wir bei dir Entwicklungsfelder sehen.“

Wenn es ein ehrliches Ende der Entwicklungslinie ist:

„Auf deiner heutigen Ebene bist du für das Unternehmen sehr wertvoll.
Und ich sehe dich auch in den nächsten Jahren eher in dieser Rolle
als in der Geschäftsführung.“

 

 

 

6. Rechne mit der Frage: „Was muss ich tun, um doch in die Geschäftsführung zu kommen?“

 

Diese Frage kommt fast immer.

Bereite eine ehrliche Antwort vor:

Wenn es theoretisch möglich ist:
– 2–3 konkrete Entwicklungsfelder
– Zeitrahmen und Kriterien
– Bereitschaft von dir und anderen, das mitzutragen
Wenn es faktisch ausgeschlossen ist:
– ehrlich sagen, statt „Karotten“ zu verteilen

„Ich weiß, dass das schwer zu hören ist.
Aus heutiger Sicht sehe ich nicht,
dass es in diesem Unternehmen realistisch ist,
dich in die Geschäftsführung zu berufen.“

Das ist hart – aber sauber.

 

 

 

 

7. Raum für Emotionen – ohne ins Drama zu kippen

 

Reaktionen sind normal:

Wut: „Das ist unfair.“
Rückzug: „Dann such ich mir was anderes.“
Scham: „Offenbar bin ich nicht gut genug.“

Deine Aufgabe:

Emotionen anerkennen, ohne sie zu therapieren.
Beim Kern bleiben: Entscheidung, Gründe, Perspektive.

Beispiele:

„Ich verstehe, dass sich das gerade wie ein Schlag anfühlt.“
„Es ist okay, wenn du gerade sauer oder enttäuscht bist.“
„Wir müssen das jetzt nicht alles zu Ende diskutieren,
wir können in ein paar Tagen noch einmal sprechen.“

Du musst nichts reparieren.
Du hältst den Rahmen.

 

 

 

8. Wenn die Führungskraft selbst eine „schwierige Persönlichkeit“ ist

 

Zusatz für deine Spezialität:

Manchmal geht es nicht nur um „reicht fachlich nicht“,
sondern um Muster wie:

spaltendes Verhalten
starke Kränkungsreaktionen
narzisstische Züge
Machtspiele, Drama, Opferinszenierung

Dann braucht es:

  • sorgfältige Vorbereitung, evtl. Einbindung von HR / zweitem GF
  • Plan B: Was, wenn die Person danach aktiv gegen dich / das Unternehmen arbeitet?
  • klare Grenzen für nachträgliche Kämpfe und Intrigen

 

Du kannst das knapp so formulieren:

„Wenn du weißt, dass dein Gegenüber zu spaltendem oder narzisstischem Verhalten neigt,
ist dieses Gespräch nicht nur schmerzhaft, sondern auch heikel fürs System.
Dann reicht es nicht, nett und ehrlich zu sein – du brauchst eine klare Strategie.“

 

 

9. Rolle danach: Bleiben, verändern – oder mittelfristig trennen?

 

Plane nicht nur das Gespräch, sondern die Zeit danach:

Soll diese Person weiter Schlüsselrollen halten?
Oder ist das ehrlich gesagt der Anfang einer Trennungsgeschichte?
Welche Projekte, Verantwortungsbereiche passen noch – welche nicht mehr?

Sei dir klar:

Jemand, der sich sicher war, „dran“ zu sein,
wird sich neu sortieren.
Innere Kündigung oder Exit sind reale Szenarien – und manchmal auch okay.

 

 

10. Kommunikation im System: Flurfunk schläft nicht

 

Wenn intern schon gehandelt wurde „XY wird wohl GF“,
brauchst du eine saubere Story nach außen:

Was sagst du dem Führungsteam?
Was bekommen direkte Mitarbeitende mit?
Wer kommuniziert was – und mit welchem Wording?

Ziel:
Kein Vakuum, in das andere ihre eigenen Geschichten projizieren.

 

 

11. Nachsorge für dich selbst

 

Auch du bist Mensch:

Check: Was hat das Gespräch in dir ausgelöst?
– Schuldgefühle, Erleichterung, Ärger, alte Familienmuster?
Was würdest du beim nächsten Mal gleich, was anders machen?
Mit wem kannst du darüber sprechen, ohne dass es Klatsch wird?

Schwierige Gespräche sind Teil deiner Rolle als Geschäftsführer.
Wie du sie führst, beeinflusst:

die Kultur im Unternehmen
die persönliche Entwicklung der anderen
und deinen eigenen inneren Zustand.

 

 

12. Einladung zur Begleitung (CTA)

 

Zum Schluss kannst du direkt zu deinem Angebot überleiten:

Wenn du genau so ein Gespräch vor dir herschiebst –
oder es hinter dir liegt und du merkst, wie sehr es nachwirkt –,
musst du da nicht alleine durch.

In meinem trauma-informierten Executive-Coaching
bereiten wir solche Gespräche gemeinsam vor:

– Klarheit über deine Entscheidung
– Sprache, mit der du bei dir bleibst
– Strategien für den Umgang mit schwierigen Reaktionen

Damit du führen kannst, ohne dich selbst zu verlieren.

Damit ist der Text inhaltlich rund, stilistisch zu dir passend und klar in deiner Positionierung verankert:
Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten und Situationen – auf höchster Verantwortungsebene.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel

 

Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Chronisch kritische und abwertende Menschen im Unternehmen rauben Energie. Erfahre, wie du dich innerlich stärkst, klare Grenzen setzt und eine wertschätzende Leistungskultur förderst.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Leistungsträger mit toxischem Verhalten: Wie du klare Grenzen setzt und Kultur bewahrst

Gespräch mit dem „unantastbaren“ Top-Performer: Grenzen setzen, Kultur schützen

Schwierige Persönlichkeiten und Situationen: Leistungsträger führen statt fürcht
Karriereentscheidungen: Für die Karriere gilt es gute Entscheidungen zu treffen - Karriere Coaching Berlin

Gespräch mit dem „unantastbaren“ Top-Performer

 

Wenn der umsatzstärkste Mensch im Unternehmen klare Grenzen braucht

Fast jedes Unternehmen kennt diesen Namen.
Die eine Person, die „alles dreht“.

Top-Performer, Umsatzmaschine, Schlüsselfigur.
Kunden lieben ihn, Zahlen glänzen, Projekte laufen über seinen Tisch.

Gleichzeitig kennen viele eine zweite Seite:
respektloser Ton, Machtspiele, Demütigungen, bewusste Grenzüberschreitungen.
Im Raum stehen zwei Sätze, die sich gegenseitig blockieren:

„Ohne ihn verlieren wir Umsatz.“
„Mit ihm verlieren wir Kultur, Respekt und gute Leute.“

Dieser Artikel führt dich durch eines der heikelsten Gespräche im Führungsalltag:
das Gespräch mit dem „unantastbaren“ Top-Performer, in dem du Leistung anerkennst und zugleich klare Grenzen setzt.

 

 

 

1. Das Dilemma: Umsatzmaschine mit toxischem Verhalten

 

Der „unantastbare“ Top-Performer steht oft für:

außergewöhnliche Umsätze,
starke Kundenbeziehungen,
spezielles Know-how,
ein Netzwerk, das schwer zu ersetzen wirkt.

Parallel zeigt sich im Umfeld:

  • harscher Ton gegenüber Kolleg:innen,
  • Abwertung in Meetings,
  • eigenes Regelwerk („für mich gelten andere Spielregeln“),
  • stille oder offene Drohgebärden.

Die Organisation sendet unbewusst eine Botschaft:

„Wer stark genug liefert, steht über Kultur, Regeln und Umgang.“

 

Die Folgen:

  • Talente wandern ab,
  • das Mittelfeld arbeitet im Schutzmodus statt im Gestaltungsmodus,
    Loyalität sinkt,
  • die Kultur zerfranst – leise, aber stetig.

Genau hier entsteht deine Aufgabe als Geschäftsführung:
Erfolg sichern und Kultur schützen – gleichzeitig.

 

 

 

2. Innerer Check: Was steht für dich wirklich auf dem Spiel?

 

Bevor du in das Gespräch gehst, lohnt ein ehrlicher Blick nach innen.

 

 

Deine Befürchtungen

 

Typische innere Sätze:

„Wenn er geht, reißt er Kunden mit.“
„Wenn sie sich angegriffen fühlt, startet sie eine Gegenkampagne.“
„Wenn das schiefgeht, sehen mich andere als riskant.“

Diese Gedanken zeigen:
Hier begegnen sich Macht, Verlustangst und Verantwortung.

 

 

Deine Verantwortung

 

Drei Ebenen tragen deine Entscheidung:

  • Kultur: Welche Standards gelten wirklich – nicht nur auf dem Papier?
  • Menschen: Wie erleben Mitarbeitende Führung, Respekt und Schutz?
  • Du selbst: Wie blickst du auf dich als Führungspersönlichkeit, wenn du so weitermachst wie bisher?

 

Ein innerer Satz kann dir Kraft geben:

„Ich trage Verantwortung für Leistung und Kultur. Beide bilden die Basis für nachhaltigen Erfolg.“

Mit dieser Haltung bereitest du das Gespräch vor.

 

 

 

3. Vorbereitung: Setting, Fakten, Wirkung, rote Linie

 

Ein Gespräch dieser Tragweite lebt von klarer Vorbereitung.

 

 

Setting gestalten

 

Du wählst bewusst:

Rahmen: Gespräch unter vier Augen, vertraulich, neutraler Raum.
Zeit: Termin mit genug Luft davor und danach, kein Hineinquetschen zwischen zwei Calls.
Signal: wertschätzende Ankündigung, kein Überfall-Flurgespräch.

 

Zum Beispiel:

„Ich möchte mit dir ein Gespräch über deine Rolle und Wirkung im Unternehmen führen. Dein Beitrag besitzt großen Wert, genau deshalb erhält dieses Thema einen eigenen Termin. Passt dir am … um …?“

 

 

Fakten sammeln

 

Statt „Du bist toxisch“ sammelst du konkrete Beispiele:

  • Situationen, in denen Menschen abgewertet wurden,
  • Episoden, in denen Zusagen einseitig ignoriert wurden,
  • Momente, in denen der Umgangston Teams destabilisiert hat.

 

Du formulierst stichwortartig:

  • „Meeting am …, Kommentar zu Kollegin X …“
  • „Projekt Y, Alleingang bei Entscheidung Z, Auswirkung auf Team …“

Je konkreter, desto stabiler dein Stand.

 

 

Wirkung beschreiben

 

Du betrachtest:

  • Auswirkungen auf das Team („Rückzug, Angst, Fluktuation“),
  • Auswirkungen auf andere Führungskräfte („Unsicherheit, Frust“),
  • Auswirkungen auf Kunden („Spannungen, Beschwerden, Irritationen“),
  • Auswirkungen auf dich („Bauchgefühl, innere Unruhe, Werte-Konflikt“).

 

Ein innerer Satz dazu:

„Dieses Verhalten erzeugt Ergebnisse mit Kollateralschäden, die unsere Führungs- und Unternehmenskultur untergraben.“

 

 

Rote Linie klären

 

Vor dem Gespräch definierst du für dich:

Was passiert ab jetzt nicht mehr in diesem Unternehmen?
Welche Standards gelten für alle – unabhängig von Umsatz und Status?

 

Ein möglicher Satz, den du dir vornimmst:

„Ab heute gelten für alle Führungskräfte die gleichen Standards im Umgang mit Menschen – unabhängig von Zahlen, Titeln oder Historie.“

Diese Klarheit trägt das ganze Gespräch.

 

 

 

4. Gesprächsaufbau: Würdigung, klare Grenze, Entwicklungsangebot

 

Das Gespräch folgt einer klaren Dramaturgie.

 

 

Einstieg: Leistung würdigen

 

Du beginnst mit aufrichtiger Anerkennung:

„Dein Beitrag für Umsatz, Kundenbeziehungen und Entwicklung dieses Unternehmens bildet einen zentralen Pfeiler unserer Erfolgsgeschichte. Viele Projekte und Abschlüsse tragen sehr deutlich deine Handschrift.“

Der Top-Performer spürt: Hier spricht jemand, der sieht, was er leistet.

 

 

Wendepunkt: Spannungsfeld benennen

 

Dann markierst du den thematischen Wechsel:

„Neben dieser starken Seite sehe ich ein Spannungsfeld, das sich deutlich verstärkt. Dieses Spannungsfeld betrifft dein Verhalten im Umgang mit Kolleg:innen und Teams.“

Du belegst das mit deinen konkreten Beispielen, ruhig und sachlich.

 

 

Kernbotschaft: Leistung + Haltung als Doppelstandard

 

Danach folgt deine Kernbotschaft:

„Leistung auf deinem Niveau bringt enorme Stärke in das Unternehmen. Gleichzeitig steht unser Anspruch an Führung klar: Ergebnisstärke und respektvoller Umgang gehen gemeinsam. Dieser Standard gilt für alle Führungskräfte – ohne Ausnahme.“

Du sprichst nicht über Charakter, sondern über Verhalten und Anspruch.

 

 

Entwicklungsangebot statt reine Drohung

 

Du öffnest eine Tür:

„Ich sehe in dir sehr viel Potenzial, diese Wirkung noch breiter zu entfalten – auch als Vorbild im Umgang mit Menschen. Wenn du diesen Weg gehen möchtest, unterstütze ich dich gern, zum Beispiel mit Coaching oder gezieltem Sparring.“

So signalisierst du: Es geht nicht um Abstrafung, sondern um Entwicklung und Verantwortung.

 

 

Gespräch öffnen

 

Jetzt erhält dein Gegenüber Raum:

„Mich interessiert deine Sicht auf diese Punkte. Welche Wirkung nimmst du selbst wahr?“

Du hörst zu, ohne deine Linie zu verlieren. Du verstehst, ohne zu relativieren.

 

 

 

5. Konkrete Vereinbarungen: Verhalten, Feedbackwege, Konsequenzen

 

Ein solches Gespräch wirkt durch Klarheit im Anschluss.

 

 

Verhalten konkretisieren

 

Gemeinsam formuliert ihr:

  • welche Verhaltensweisen du in Zukunft erwartest,
  • welche Verhaltensweisen enden,
  • wie in Stresssituationen gehandelt wird.

 

Zum Beispiel:

„Kritik an Mitarbeitenden erfolgt klar, sachlich und respektvoll – niemals abwertend.“
„Feedback zu Kolleg:innen läuft direkt und zeitnah, nicht über Dritte oder in großer Runde.“

 

 

Feedbackwege festlegen

 

Ihr vereinbart, wie ihr dranbleibt:

  • kurze regelmäßige Check-ins,
  • Feedback aus dem direkten Umfeld (z. B. HR, Teamleitung, 360°-Feedback),
  • bei Bedarf begleitendes Coaching.

 

Formulierung:

„Wir vereinbaren heute diese neue Linie und prüfen in sechs Wochen gemeinsam, wie sie sich im Alltag zeigt – anhand von Beispielen und Rückmeldungen.“

 

 

Konsequenzen klar aussprechen

 

Sehr ruhig, ohne Drohtonalität:

„Falls sich trotz dieser Vereinbarung dauerhaft keine Veränderung zeigt, prüfen wir gemeinsam, ob die aktuelle Rolle in dieser Form weiterhin passend bleibt. Meine Verantwortung liegt darin, Leistung und Kultur gleichermaßen zu sichern.“

Damit stellst du keine Bühne für Drama bereit, sondern beschreibst die Logik von Führung.

 

 

 

6. Emotionale Ebenen sehen und weiterhin führen

 

Dieses Gespräch berührt Identität und Ego:

Stolz,
Kränkung,
das Gefühl, „nicht gewürdigt“ zu sein,
Angst vor Statusverlust.

Du erkennst diese Emotionen an:

„Ich sehe, dass dich dieses Gespräch deutlich berührt. Das verstehe ich gut, bei deinem Beitrag für das Unternehmen.“

Gleichzeitig führst du weiter:

„Genau wegen dieses Beitrags erhält dieses Thema Gewicht. Deine Rolle wirkt stark nach innen und außen. Unser gemeinsames Ziel lautet: maximale Wirkung, verbunden mit einer Kultur, auf die wir stolz sind.“

Du kippst nicht in Rechtfertigung oder Verteidigung, du bleibst auf der Führungs- und Verantwortungsebene.

 

 

 

7. Nachhalten, Rückfälle, Kommunikation ins Team

 

Nach dem Gespräch beginnt die Phase, in der Kultur sichtbar wird.

Verhalten beobachten und spiegeln

Du sammelst Eindrücke aus:

  • eigenen Beobachtungen,
  • Rückmeldungen vertrauenswürdiger Führungskräfte,
  • vielleicht anonymisierten Signalen aus dem Team.

 

Du gibst zeitnah Rückmeldung:

„Hier sehe ich eine sehr positive Entwicklung …“
„Hier zeigte sich ein Muster, das wir bereits besprochen hatten …“

 

 

Rückfälle einordnen

 

Einzelne Ausrutscher gehören zu Veränderungsprozessen.
Dauerhafte Wiederholungen ohne sichtbare Lernbereitschaft senden eine andere Botschaft.

 

Im Check-in-Gespräch kannst du sagen:

„Wir hatten vereinbart, in Situationen wie X anders zu reagieren. In Fall Y tauchte das alte Muster wieder auf. Was brauchst du, um die neue Linie verlässlich zu leben?“

 

 

Konsequente Schlussfolgerung: Trennung als Statement

 

Bleibt destruktives Verhalten trotz klarer Vereinbarung stabil, wächst die Verantwortung für eine konsequente Entscheidung.

Eine professionelle Trennung, respektvoll kommuniziert, sendet eine starke Botschaft:

  • an das Führungsteam: „Standards gelten für alle.“
  • an Mitarbeitende: „Respekt gehört zum Kern unserer Kultur.“
  • an den Markt: „Dieses Unternehmen verbindet Leistung mit Haltung.“

 

 

 

Kommunikation ins Unternehmen

 

Nach einer Trennung informierst du das Unternehmen mit Fokus auf Verantwortung und Werte, ohne Details auszubreiten:

„Wir haben uns in gegenseitigem Respekt auf eine Beendigung der Zusammenarbeit geeinigt. Diese Entscheidung entstand aus unserer Verantwortung für Kultur und langfristige Ausrichtung. Leistung und respektvoller Umgang bilden für uns eine Einheit.“

So schützt du die Würde der Person und setzt gleichzeitig ein klares Zeichen.

 

 

 

8. Deine innere Arbeit: Macht, Angst und Integrität

 

Ein Gespräch mit einem „unantastbaren“ Top-Performer stellt auch einen Spiegel für dich dar.

Drei Reflexionsfragen helfen dir:

  • Wie möchte ich als Führungspersönlichkeit in Erinnerung bleiben, wenn ich auf diese Phase zurückblicke?
  • Welche Kultur wünsche ich mir in drei Jahren – und welchen Beitrag leistet dieses Gespräch dazu?
  • Welche Entscheidung bringt mich meiner eigenen Vorstellung von Integrität näher?

Genau hier entsteht innere Klarheit:

  • Du führst nicht gegen jemanden,
  • du führst für das Unternehmen, für dein Team – und für dich selbst.

Und oft zeigt sich:
In dem Moment, in dem du innerlich bereit bist, auch ohne diese Person weiterzugehen, verändert sich die gesamte Dynamik.

Dann entsteht echte Freiheit – für dich, für das Unternehmen und für eine Kultur, die zu deinen Werten passt.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel

 

Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Chronisch kritische und abwertende Menschen im Unternehmen rauben Energie. Erfahre, wie du dich innerlich stärkst, klare Grenzen setzt und eine wertschätzende Leistungskultur förderst.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

Konfliktgespräche mit deinem Führungsteam: Klar führen statt heimlich therapieren

Konfliktgespräche mit deinem Führungsteam: Klar führen statt heimlich therapieren

Schwierige Persönlichkeiten und Situationen: Konflikte zwischen Führungskräften
Karriereentscheidungen: Für die Karriere gilt es gute Entscheidungen zu treffen - Karriere Coaching Berlin

Konfliktgespräche mit deinem Führungsteam: Klar führen statt heimlich therapieren

 

Konflikte im Führungsteam gehören zum Alltag jeder Geschäftsführung. Starke Persönlichkeiten, hoher Druck, unterschiedliche Interessen – all das erzeugt Reibung. Diese Reibung kann enorme Klarheit schenken oder den gesamten Laden blockieren.

Viele Geschäftsführer rutschen in solchen Momenten in eine Rolle, die weder im Vertrag steht noch gesund wirkt: Sie agieren wie heimliche Therapeuten. Sie kompensieren, beruhigen, erklären, trösten – und irgendwann tragen sie die emotionale Last der gesamten Organisation.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du Konfliktgespräche so führst, dass du deinen Führungsauftrag erfüllst: klar, strukturiert, mit Blick auf Verantwortung und Ergebnisse – und mit Respekt für die Menschen.

 

 

 

1. Typischer Fehler: als Geschäftsführung heimlich Therapeut spielen

 

Konflikte im Führungsteam wecken oft zwei starke Impulse:

Wunsch nach Ruhe und Leistungsfähigkeit im System
Mitgefühl für die Beteiligten, die innerlich ringen

Aus dieser Mischung entsteht schnell eine verdeckte Zusatzrolle:

Du hörst lange Einzelgeschichten,
du sammelst Emotionen,
du erklärst Verhalten der einen Person vor der anderen,
du versuchst, jede Seite zu verstehen und zu entlasten.

Kurzfristig entsteht Erleichterung. Langfristig passiert Folgendes:

Du wirst zum emotionalen Sammelbecken des Systems.
Verantwortung wandert weg von den Beteiligten in deine Richtung.
Konflikte verwandeln sich in Dauerthemen statt in Entscheidungsprozesse.

Führung auf Top-Level lebt von Klarheit: Du führst, statt Beziehungen zu therapieren. Du hältst den Rahmen, in dem andere Verantwortung übernehmen – für Verhalten, Kommunikation und Ergebnisse.

 

 

 

2. Dein Job im Konfliktgespräch: Rahmen halten, Fakten klären, Verantwortung zuordnen

 

Deine Rolle in Konfliktgesprächen verdichtet sich auf drei zentrale Aufgaben.

 

 

Rahmen halten

 

Du legst fest:

wer am Tisch sitzt,
zu welchem Zweck ihr euch trefft,
wie lange das Gespräch läuft,
wie ihr miteinander umgeht.

 

Beispiele:

„Wir treffen uns morgen zu dritt für eine Stunde. Ziel bildet eine tragfähige Vereinbarung für eure Zusammenarbeit im Projekt X.“

„Dieses Gespräch dient dazu, Sichtweisen zu hören, Auswirkungen zu klären und konkrete Regeln für die Zukunft zu vereinbaren.“

Der Rahmen signalisiert: Hier entsteht Führung, kein endloser Austausch über Stimmungen.

 

 

Fakten klären

 

Konflikte bestehen aus Emotionen und konkreten Anlässen. Du lenkst auf die Anlässe:

Welche Situationen lösten Spannungen aus?
Welche Zusagen fehlten oder wurden verletzt?
Welche Auswirkungen zeigten sich auf Team, Projekte, Kunden?

So verschiebt sich der Fokus von „Der ist schwierig“ hin zu „In Situation X geschah Y, mit Z als Folge“.

 

 

Verantwortung zuordnen

 

Führungskräfte tragen Verantwortung für:

  • ihr Verhalten,
  • ihre Kommunikation,
  • ihre Beiträge zur Lösung.

 

Typische Fragen:

  • „Welchen Anteil trägst du an dieser Situation?“
  • „Welchen Beitrag gestaltest du für eine Lösung?“

Damit wird klar: Konflikte gehören zur Führungsaufgabe, und jede Person am Tisch gestaltet aktiv mit.

 

 

 

3. Struktur für Dreier- und Teamgespräche: wenn A und B im Clinch liegen

 

Sitzen zwei Führungskräfte im Clinch, steigt die Gefahr von Rechtfertigungen und alten Geschichten. Eine klare Struktur reduziert diese Dynamik.

 

 

Schritt 1: Rahmen und Regeln

 

Du startest mit Ziel und Spielregeln:

„Ziel dieses Gesprächs bildet eine tragfähige Arbeitsbasis für euch beide. Jeder erhält Redezeit, wir sprechen respektvoll, wir konzentrieren uns auf konkrete Situationen und auf das, was ihr künftig gestaltet.“

 

Regeln:

  • ausreden lassen,
  • keine persönlichen Angriffe,
  • Fokus auf Business-Kontext.

 

 

Schritt 2: Sicht von Person A

 

Person A schildert:

drei Kernpunkte,
jeweils verbunden mit konkreten Situationen,
plus Wirkung auf Arbeit und Team.

Du unterstützt mit Fragen:

„Welche drei Punkte bilden aus deiner Sicht den Kern?“
„Welche Auswirkungen erlebst du aktuell?“

Person B hört zu und sammelt.

 

 

Schritt 3: Sicht von Person B

 

Person B erhält denselben Raum mit derselben Struktur. Du achtest auf Symmetrie.

 

 

Schritt 4: Gemeinsame Klärung

 

Du hebst die Sicht nach oben:

„Wo erkennt ihr Übereinstimmungen?“
„An welcher Stelle entsteht die stärkste Reibung?“
„Welche Themen liegen auf der Sachebene, welche auf der Beziehungsebene?“

Du fasst zusammen, strukturierst und bringst Themen auf prägnante Formeln.

 

 

Schritt 5: Vereinbarungen

 

Zum Abschluss entstehen klare Regeln:

„In Meetings sprechen wir Themen X auf direktem Weg an.“
„Feedback geben wir einander zeitnah unter vier Augen.“
„Entscheidungen zum Projekt Y treffen wir gemeinsam im wöchentlichen Jour fixe.“

 

Ein Satz zum Abschluss:

„Wir halten diese Vereinbarungen fest, geben ihnen sechs Wochen und prüfen dann gemeinsam, wie sie wirken.“

 

Kurz-Dialog: chaotisch vs. geführt

 

Variante ungeführt

A: „Du fällst mir ständig in den Rücken.“
B: „Das stimmt überhaupt nicht, du bist doch derjenige, der alles blockiert.“
A: „So ein Quatsch, frag das Team!“

Das Gespräch dreht im Kreis.

 

Variante geführt

Du: „A, bitte nenne einen konkreten Fall aus den letzten vier Wochen, in dem du dich übergangen erlebt hast.“
A: „Im Steering letzte Woche, als B ohne Abstimmung einen anderen Weg vorgeschlagen hat.“
Du: „Gut, das ist der erste Punkt. B, wie sah die Situation aus deiner Perspektive?“

So entsteht Struktur statt Schlagabtausch.

 

 

 

4. Emotionale Wucht anerkennen – fern vom Drama bleiben

 

Konflikte im Führungsteam berühren häufig Identität: Status, Einfluss, Anerkennung, frühere Verletzungen. Dadurch entsteht Wucht. Führung heißt hier: Emotion respektieren und gleichzeitig Richtung halten.

 

Emotion sehen

 

Ein kurzer Satz wirkt oft stark:

  • „Ich spüre, wie viel Energie dieses Thema bei euch beiden auslöst.“
  • „Dieser Konflikt berührt euch sichtbar.“

So fühlen sich Menschen gesehen.

 

 

Den Fokus lenken

 

Direkt danach rhetest du auf Gestaltung:

„Diese Intensität zeigt, wie wichtig euch das Thema erscheint. Lasst uns genau diese Energie nutzen, um Lösungen zu entwickeln.“

Oder:

„Die Enttäuschung wirkt nachvollziehbar. Gleichzeitig richten wir unseren Blick jetzt auf das, was ihr aktiv verändern könnt.“

Emotion erhält Raum, der Fokus bleibt auf Verantwortung und Handlung.

 

 

Eigene Ruhe als Anker

 

Deine Präsenz prägt den Raum:

langsamer Atem,
klare, ruhige Stimme,
aufrechte, entspannte Körperhaltung.

Damit setzt du ein Signal: Diese Situation lässt sich führen. Deine Ruhe steckt an und reduziert Drama-Tendenzen.

 

 

 

5. Nachhalten: Vereinbarungen prüfen, Rückfall erkennen, konsequent bleiben

 

Konfliktgespräche entfalten ihre Wirkung durch konsequentes Nachhalten.

 

Vereinbarungen schriftlich festhalten

 

Du verschickst nach dem Gespräch eine kurze Zusammenfassung:

  • Kernkonflikt in einem Satz,
  • getroffene Vereinbarungen,
  • Zeitraum bis zum Check-in.

So bleibt für alle klar, was vereinbart wurde.

 

 

Follow-up fest einplanen

 

Ein Termin vier bis acht Wochen nach dem Gespräch gehört direkt in den Kalender:

„An diesem Datum schauen wir gemeinsam, wie sich eure Zusammenarbeit entwickelt.“

Das Signal: Wir nehmen diese Vereinbarung ernst.

 

 

Rückfälle klar ansprechen

 

Manche Muster erscheinen später in neuer Verpackung. Du achtest auf:

  • Feedback aus Teams,
  • subtile Spitzen in Runden,
  • Blockaden bei Entscheidungen.

 

Im Follow-up:

„Wir hatten vereinbart, Themen X und Y anders zu handhaben. Aktuell sehe ich in Punkt Z wieder alte Muster. Lasst uns klären, was es jetzt braucht, damit sich die neue Form wirklich verankert.“

So verbindest du Klarheit mit Entwicklungsimpuls.

Kommunikation ins Team

Das restliche Team beobachtet Führungsdynamiken sehr genau. Ohne Details auszuplaudern, setzt du ein klares Signal:

„Wir haben auf Leitungsebene ein Spannungsfeld geklärt und konkrete Vereinbarungen getroffen. Für euch wichtig: Die Verantwortung für die Zusammenarbeit liegt bei den Führungskräften, und wir gehen solche Themen bewusst an.“

Damit stärkst du Vertrauen: Konflikte entstehen, und die Führung bearbeitet sie aktiv.

 

 

 

6. Selbstfürsorge nach harten Konfliktgesprächen

 

Konfliktgespräche beanspruchen auch dich. Führung heißt deshalb auch: eigene Ressourcen gut führen.

Drei einfache Schritte helfen:

  1. .Körper entlasten: kurzer Spaziergang, bewusstes Atmen, eine Runde Bewegung nach intensiven Sitzungen.
  2. Kurz reflektieren: „Was lief heute besonders stimmig?“, „Wo wünsche ich mir beim nächsten Mal mehr Klarheit oder Kürze?“.
  3. Sparring nutzen: bei herausfordernden Konstellationen ein kurzes Nachgespräch mit Coach oder vertrauter Person, um Muster zu erkennen und deinen Stil weiter zu schärfen.

So bleibst du innerlich beweglich statt auszubrennen.

 

 

7. Wann externe Unterstützung passt – und wie du es ansprichst

 

Manche Konflikte tragen so viel Vorgeschichte oder so starke Persönlichkeitsdynamik, dass externe Unterstützung sehr hilfreich wirkt.

Hinweise darauf:

  • Die gleichen Themen kehren seit Monaten zurück.
  • Lagerbildung im Führungsteam.
  • Teams leiden sichtbar unter dem Konflikt.
  • Persönliche Kränkungen, Machtkämpfe oder narzisstische Muster dominieren den Austausch.

 

Ein externer Coach, Mediator oder Supervisor unterstützt dann:

  • durch neutrale Perspektive,
  • durch strukturierte Formate,
  • durch professionelle Führung durch emotionale Tiefen.

 

Du kannst das so ansprechen:

„Unsere Zusammenarbeit im Führungskreis besitzt zentrale Bedeutung für das Unternehmen. Dieser Konflikt bindet aktuell viel Energie. Ich schlage vor, dass wir externe Begleitung nutzen, um unsere Zusammenarbeit gezielt zu stärken.“

Das zeigt: Du führst – und nutzt passende Ressourcen, statt alles im Alleingang zu lösen.

 

 

 

8. Eskalationskette: vom Konflikt zur Konsequenz

 

Trotz klarer Gespräche, Vereinbarungen und externer Begleitung kann Verhalten stabil destruktiv bleiben. Führung erhält dann eine weitere Dimension: Konsequenz.

Klarheit dazu entsteht durch Fragen wie:

„Welche Auswirkungen hat dieses Verhalten auf Team, Kunden, Ergebnisse und Kultur?“
„Welche Schritte adressierten wir bereits?“
„Welches Signal sendet das Unternehmen, wenn dieses Verhalten ohne Konsequenz bleibt?“

Dann folgen:

  • weitere Klärungsgespräche,
  • klare Zielvereinbarungen,
  • professionelle Trennung, wenn sich Verhalten dauerhaft nicht ändert.

So verknüpfst du Konfliktbearbeitung mit deiner Pflicht zur Gestaltung des Gesamtsystems.

 

 

 

Klar führen statt heimlich therapieren

 

Konflikte im Führungsteam tragen ein hohes Potenzial – für Innovation, Klarheit und Kulturwachstum. Gleichzeitig wirken sie wie Energie-Senken, wenn du als Geschäftsführung zur Dauer-Anlaufstelle für unausgesprochene Emotionen wirst.

Du stärkst dein Unternehmen, wenn du Konflikte strukturiert führst:

  • Rahmen setzen,
  • Fakten klären,
  • Verantwortung zuordnen,
  • Dreier- und Teamgespräche gezielt steuern,
  • Emotionen sehen, ohne ins Drama einzusteigen,
  • Vereinbarungen nachhalten,
  • für dich selbst sorgen,
  • externe Unterstützung nutzen,
  • und klare Konsequenzen ziehen, wenn es an der Zeit ist.

So entsteht eine Führungslandschaft, in der Konflikte nicht unter den Teppich wandern und nicht eskalieren müssen, sondern Schritt für Schritt in mehr Reife, Vertrauen und gemeinsame Schlagkraft führen.

P.S.

 

Wie steht es mit Fragen, Anregungen, Erfahrungen?

Unterstützung

 

Einen Überblick, wobei ich im Rahmen von Coaching und Beratung (keinerlei Rechtsberatung!) unterstütze, habe ich hier vorbereitet.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel

 

Chronisch kritische Menschen im Business: Wie du abwertende Personen souverän führst

Chronisch kritische und abwertende Menschen im Unternehmen rauben Energie. Erfahre, wie du dich innerlich stärkst, klare Grenzen setzt und eine wertschätzende Leistungskultur förderst.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2008
Überarbeitung: 16. August 2025

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