Analyse Donald Trumps Körpersprache in Brüssel beim NATO-Gipfel

Analyse Donald Trumps Körpersprache in Brüssel beim NATO-Gipfel

Donald Trump, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Duško Marković und ein paar Handschläge
Donald Trumps Körpersprache in Brüssel beim NATO-Gipfel

Donald Trumps Körpersprache in Brüssel beim NATO-Gipfel

 

Es ist natürlich reine Spekulation, dass Donald Trump mit seinem Verhalten etwas kompensieren möchte. Allerdings spricht so einiges dafür.

Ich schätze, die meisten Menschen stimmen mir zu, dass Trump als Alpha-Männchen betrachtet werden möchte. Und tatsächlich brauchen wir uns auch nur die Körpersprache anzuschauen, um sehr viele Hinweise darauf zu finden.

Es scheint so wichtig für ihn zu sein, dieses Bedürfnis zu befriedigen, dass seine verzweifelten Versuche oft eher als Zeichen der Unsicherheit wahrgenommen werden, denn als Zeichen der Stärke. Jemand mit einem starken Selbstvertrauen würde das nicht tun. Allerdings ist es hilfreich, sich frühere US-Präsidenten anzuschauen; die meisten von ihnen zeigten einige Formen von Alphatierverhalten, selbst Barack Obama. So machen US-Präsidenten das halt für Ihr Publikum zu Hause! Doch all das ist weitgehend harmlos im Vergleich zu Donald Trumps eigenartigem Verhalten und die Handshake-Gates, die schon weltweit für Verwunderung gesorgt haben.

 

 

 

Willkommen

 

NATO-Gipfel am 25. Mai 2017 in Brüssel. Erst schreitet Macron direkt auf dessen Höhe auf Donald Trump zu und weicht dann überraschend zu Angela Merkel hinüber. Was hat das zu bedeuten? Soweit es Macron betrifft, ist Merkel die wichtigste Person bei den Anwesenden und außerdem ist sie ja auch eine Frau, erinnert mich meine Assistentin. Entsprechende Experten für die Etikette und Protokoll können hier sicherlich Klarheit schaffen, was sich gehört. Wir können nur spekulieren, was es damit auf sich hat.

Während er zu ihr herüber schwenkt, können wir Trumps konzentrierte Mimik sehen, so als würde er denken; „Halt! Moment mal, ich bin hier die wichtigste Person!“. Macron scheint es jedenfalls etwas anders zu sehen und Trump ist darüber nicht sehr erfreut. Und das wird er sich nicht gefallen lassen. Es ist wohl an der Zeit, Macron zu zeigen, wer hier der Chef ist. Und das macht er sehr aggressiv deutlich. Trump zieht bei der Begrüßung Macron in die Richtung seines Gesichtes und eine plausible Denkblase wäre; „Du wirst tun, was ich möchte, ob du es willst oder nicht!“. Macron versucht daraufhin aus dieser unangenehmen Situation zu entfliehen. Er legt seine Arme auf Trump, um ihn am weiteren Heranziehen zu hindern. Ein Verhalten, das auch auf einem Schulhof erwartet werden könnte und bei einem Treffen von Staatsoberhäuptern wohl eher als unangebracht gelten sollte.

 

 

 

Zweiter Handschlag

 

Beim Mittagessen in der US-Botschaft von Brüssel scheint Macron auf weitere Spielchen von Trump vorbereitet zu sein. Als wenn der erste Handschlag nicht peinlich genug gewesen wäre, sehen wir hier die beiden bei einem Handschlag, der so lange dauert, dass sich die Knöchel der Hände dabei weiß entfärben.

Beim Treffen der beiden sind einige skurrile Momente zu beobachten. Trump, gewöhnt körpersprachliche Machtspiele zur Unterstreichung seiner Männlichkeit und Statusanspruchs bei jeder öffentlichen Veranstaltung an den Tag zu legen, ist diesmal offensichtlich der Unterlegene.

Das zur Schau getragene Machtspiel während des Handschlags, etwas Testosteron und einen eisernen Griff später, versucht Trump der Situation zu entkommen. Normalerweise kennt er diese Situation von der anderen Seite. Im Video können wir sehen; die Handknöchel der beiden werden weiß, ein kleines Armgerangel, alle Muskeln sind angespannt, auch im Gesicht; wir sehen wie die Kiefermuskeln hart werden. Dann scheint Trump bereit zu sein, die Hand wegzuziehen. Doch er muss noch etwas warten, bis er sie zurück ziehen darf. Und der Gewinner ist, wenn wir das tatsächlich als Wettbewerb betrachten, Emmanuel Macron.

 

 

 

Body Check

 

Trump schiebt wütend den Premierminister von Montenegro, Duško Marković, zur Seite, um unsanft dessen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Es wäre ja noch schöner! Da ist eine gute Portion Aggression wohl aus seiner Sicht angebracht. Nachdem es ihm gelungen ist, Marković zur Seite zu schieben, zeigt er ein sehr unnatürliches Mienenspiel und Verhalten; er drückt seinen Kopf nach hinten und streckt sein Kinn nach vorne. Es handelt sich um eine sehr arrogant wirkende Pose, so als würde er auf andere hinunterschauen. Etwas, das weder angebracht ist, noch als Zeichen natürlichen Selbstvertrauens gilt.

Dieses Verhalten zeigt Trump relativ häufig, wenn er sich etwas bedroht fühlt. Es scheint ein erlerntes Verhalten zu sein. Im Anschluss an diese arrogante Körperhaltung empfindet er wohl eine sehr deutliche Verwundbarkeit, denn seine Haltung geht in das sogenannte Feigenblatt. In diese Körperhaltung begeben wir uns normalerweise nur, um sehr verwundbare Teile des Körpers zu schützen, also wenn wir uns angreifbar und unsicher fühlen. Ich weiß nicht, was die Dame zu ihm sagt, mit der er sich dann unterhält. Es würde mich jedoch nicht wundern, wenn es etwas ist, dass ihm missfällt, denn seine Mimik sieht so aus, als würde er wie ein Kind zurechtgewiesen.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

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Beitrag für die Deutsche Welle: Donald Trump's Körpersprache in Brüssel

Beitrag für Deutsche Welle: Donald Trump’s Auftritt in Brüssel

 

Donald Trump hat sich am 26. Mai 2017 bei seinem Besuch in Brüssel erneut als verlässlicher Themenlieferant erwiesen. Für die Live-Sendungen Der Tag in Deutsch und The Day in Englisch kommentiere ich seine Körpersprache beim Zusammentreffen mit Angela Merkel, Emmanuel Macron, Duško Marković und anderen politischen Vertretern.

Trumpsche Begrüßungen zogen ja bereits mehrfach mediale Aufmerksamkeit auf sich. So schüttelte der US-Präsident die Hand des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe so lange, dass selbst den Zuschauern schwindelig wurde. Umfangreiche Spekulationen gab es über den ausgebliebenen Händedruck mit Kanzlerin Angela Merkel für Fotografen im Oval Office. Kanadas liberalem Premierminister Justin Trudeau wurde hingegen unterstellt, er habe zu lange gezögert, als Trump ihm die Hand reichte. Begrüßungen mit Trump sind mittlerweile nur noch verkrampft möglich.

 

 

 

Kuriose Szenen beim Nato-Gipfel in Brüssel

 

Der neugewählte französische Präsident Emmanuel Macron geht nach seinem Eintreffen den anderen Staatschefs entgegen. Er steuert direkt auf US-Präsident Donald Trump zu und macht dann in letzter Sekunde einen Schlenker zu Angela Merkel.

Das Zusammentreffen wird als ein Hinweis auf das gerade entstehende Verhältnis von Trump zu Macron betrachtet. Wie ist das zu deuten?

 

 

 

Emmanuel Macron

 

Mit dominantem Griff und festem Blick sorgte der neue französische Präsident Emmanuel Macron für Schlagzeilen. Die wohlwollenden Kommentare: Endlich jemand, der dem rüpelhaften Verhalten des US-Präsidenten Paroli bietet. Macrons Verhalten empfinden viele Beobachter als ein Symbol dafür, keine einseitigen Zugeständnisse zu machen.

 

 

 

Duško Marković

 

Duško Marković ist seit dem 28. November 2016 Premierminister der Republik Montenegro. Bei einem Rundgang durch das neue NATO-Hauptquartier zog Trump Marković von hinten zur Seite und drängelte sich unsanft vor ihn. Dann richtete er mit einem arroganten Blick und Handgriff sein Sakko, baute sich neben NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf und hörte kurz der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite zu.

 

 

 

Körpersprachenanalyse für die Deutsche Welle

 

Und was sagt Donald Trumps Körpersprache zu all dem? Die Moderatoren fragen und ich antworte als Experte für Körpersprache. Erst auf Deutsch und später auf Englisch. Gesendet wird heute (26. Mai 2017) auf Deutsche Welle Deutsch ab 21:00 Uhr und Deutsche Welle Englisch ab 22:30 Uhr.

Meine Analysen der Körpersprache habe ich in den Artikeln Donald Trumps Körpersprache in Brüssel beim NATO-Gipfel beziehungsweise Body Language Expert Explains Trump’s Awkward Day At The NATO Summit zusammengefasst.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

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Seit 1980 wird das Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren im Bundestag angewandt, um die Sitzverteilung in den Ausschüssen zu berechnen, die nach der Geschäftsordnung des Bundestages im Verhältnis der Stärke der einzelnen Fraktionen zu besetzen sind. Diese Methode der proportionalen Repräsentation hat einige Vorteile etwa gegenüber dem Höchstzahlverfahren nach d’Hondt auf, das die großen Parteien bevorzugt. Deshalb wird es seit der Bundestagswahl 2009 auch bei der Berechnung der Mandatsverteilung im Bundestag anstatt des bis dahin praktizierten sogenannten Hare/Niemeyer-Verfahrens angewandt.

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An der Fünf-Prozent-Hürde scheitern viele neue Parteien. Die Fünf-Prozent-Hürde ist eine Sperrklausel für Wahlen zum Bundestag (sowie zu Europa- und Landtagswahlen und verschiedene Kommunalwahlen). Ist das noch zeitgemäß?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
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In einer Regierungserklärung erläutert der Bundeskanzler oder ein Minister dem Parlament politische Leitlinien, Handlungen und Pläne der Regierung. Zu Beginn einer Amtszeit gibt der Bundeskanzler vor dem Bundestag eine Regierungserklärung ab, in der er die Politik der Regierung für die Wahlperiode vorstellt. Während der Wahlperiode kann die Bundesregierung von sich aus Erklärungen durch den Kanzler oder die Minister zu aktuellen politischen Themen vor dem Parlament abgeben. Sie kann jedoch vom Bundestag nicht verpflichtet werden, Erklärungen abzugeben. Die Regierungserklärung hat keine juristische, jedoch eine bedeutende politische Verbindlichkeit für Parlament und Regierung.

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Was hat es mit dem Vermittlungsausschuss des Bundestags auf sich?

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Der Vermittlungsausschuss besteht aus 16 Mitgliedern des Bundestages und ebenso vielen des Bundesrates, die entsprechend den Fraktionsstärken benannt sind. Seine Aufgabe liegt darin, einen Konsens zwischen Bundestag und Bundesrat zu finden. Weichen Beschlüsse des Vermittlungsausschusses von denen des Bundestages ab, ist eine erneute Beschlussfassung im Bundestag erforderlich.

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Wortentziehung (Bundestag)

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Wortentziehung (Bundestag)

Wortentziehung (Bundestag)

 

Ist ein Redner während einer Rede dreimal zur Sache oder dreimal zur Ordnung gerufen und beim zweiten Male auf die Folgen eines dritten Rufes zur Sache oder zur Ordnung hingewiesen worden, so muss ihm der Präsident das Wort entziehen und darf es ihm in derselben Aussprache zum selben Verhandlungsgegenstand nicht wieder erteilen.

 

 

 

 

Wortentziehung aufgrund § 35 Abs. 3 GOBT

 

Überschreitet ein Mitglied des Bundestages seine Redezeit, so soll ihm der Präsident nach einmaliger Mahnung das Wort entziehen.

 

 

 

Sonstige Fälle

 

Wortentziehung ist beispielsweise auch möglich bei groben Verstößen gegen die Vorschriften des § 29 GOBT (Zur Geschäftsordnung) oder des § 32 GOBT (Erklärung außerhalb der Tagesordnung).

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
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Parteibuch und Selbstmarketing

Parteibuch und Selbstmarketing

Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren
Ein Parteibuch enthält als Urkunde die persönlichen Daten eines Parteimitglieds.

Überblick

 

 

 

 

Parteibuch

 

Ein Parteibuch enthält als Urkunde die persönlichen Daten eines Parteimitglieds. Dazu gehören Name, Anschrift und oft auch die Mitgliedsnummer. Es dient zum Nachweis der Mitgliedschaft in einer Partei.

Komiker Jerry Lewis lieferte eine aussagekräftigere Beschreibung:

Ein Parteibuch ist ein politischer Katechismus, begründet in den Glauben an die Wirksamkeit von Beziehungen, es festigt die Hoffnung auf ein sicheres Fortkommen und stärkt die Liebe zu wohldotierten Ämtern.

 

 

 

Mehr?

 

Ob Martin Sonneberg mit dem Buch „Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt“ weitere erhellende Einsichten liefert, finden dessen Leser besser selbst heraus. Zumindest hat der sich für die Recherche eine große Anzahl von Parteibüchern zugelegt, um mitreden zu können.

P.S.

 

Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen Parteibuch und Selbstmarketing?

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Sparringspartner für Geschäftsführer | Executive Sparring

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Kanzlerkandidatenduell am 3. September 2017

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Am 24. September 2017 sind Bundestagswahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) treffen am Sonntagabend, 3. September 2017 zum ersten und einzigen Mal im Wahlkampf aufeinander. Ob die beiden Politiker schon aufgeregt sind und wie bereiten sich die Kandidaten wohl vor?

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Sommerinterview 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel

Sommerinterview 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die Journalistin Tina Hassel und Thomas Baumann hatten am Sonntagabend, den 16. Juli 2017 ganze 19 Minuten Zeit für das Sommerinterview mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Es kam, wie es wohl kommen musste; die Antworten auf die 20 Fragen an die Bundeskanzlerin waren so unspektakulär wie konsequent. Falls die beiden Journalisten vorhatten, Merkel aus der Reserve zu locken, vielleicht sogar emotionale Reaktionen erwartet haben, dann sind sie kläglich gescheitert. Nichts, was das Zusammentreffen bemerkenswert macht, außer der Umstand, dass es das wieder mal war. Same procedure as last year? Same procedure as every year, James! Und sonst?

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Bundeskanzlerin Angela Merkel

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Einst galt sie noch harmlos als „Kohls Mädchen“ und lange Zeit ist sie Deutschlands mächtigste Politikerin. Angela Merkel hat sich an der Männerriege der Union vorbei bis zur Spitze gekämpft und dort hielt sie sich beharrlich. Manche lieben sie und schätzen sie als abwägend und authentisch, andere halten sie für zaudernd und eher unbeholfen. So oder so; es ist ihr gelungen ihre Position lange Zeit zu behaupten. Es gibt also etwas zu lernen.

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Martin Schulz

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Seit März 2017 führt Martin Schulz die SPD offiziell als Parteichef und nun ist er der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten für die Bundestagswahl 2017. Entsprechend häufig werde ich auf seine Körpersprache und verbale Kommunikation angesprochen. Der anfängliche Schulz-Effekt hat sich beruhigt und es geht der Wahl am 24. September 2017 entgegen. Den Wahlkampf begleite ich mit entsprechenden Analysen in Artikeln, Interviews und Veranstaltungen.

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Analyse Donald Trumps Körpersprache in Brüssel beim NATO-Gipfel

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Es ist natürlich reine Spekulation das Donald Trump mit seinem Verhalten etwas kompensieren möchte. Allerdings spricht so einiges dafür.

Ich schätze die meisten Menschen stimmen mir zu, dass Trump als Alpha Männchen betrachtet werden möchte. Und tatsächlich brauchen wir uns auch nur die Körpersprache anzuschauen, um sehr viele Hinweise darauf zu finden. Hier nun die Analyse der Körpersprache Donald Trumps beim Zusammentreffen mit Emmanuel Macron, Angela Merkel, Dusko Markovic bei all den Handschlägen während des NATO-Gipfels.

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
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Donald Trumps Körpersprache beim Zusammentreffen mit Xi Jingping

Donald Trumps Körpersprache beim Zusammentreffen mit Xi Jingping

Kein weiteres Handshake-Gate oder doch?

Donald Trumps Körpersprache beim Zusammentreffen mit Xi Jingping

Donald Trumps Körpersprache beim Zusammentreffen mit Xi Jingping

 

Die Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und China ist zwiespältig. Nicht nur das Thema Kim Jong-un und Nordkoreas Atomwaffe sorgt für Gesprächsbedarf. Am 6. und 7. April trafen sich US-Präsident Donald Trump und der Staatspräsident von China Xi Jinping zum ersten Mal persönlich. Und zahlreiche Beobachter warteten auf erneute Eigenwilligkeiten des US-Präsidenten. Erstaunlicherweise waren die offiziellen Bilder des Zusammentreffens jedoch unerwartet wenig befremdlich.

Für eine weitere Handschlag-Affäre (Handshake-Gate) reichte es diesmal nicht. Da galt es schon genauer hinzusehen, um Eigenwilligkeiten zu erkennen. Körpersprachlich zu erwähnen ist zumindest, wie Trump, nachdem er die Hände geschüttelt hat, die Hände seines Gastes sehr konsequent zu sich und nach oben gezogen hat. Er tat dies so kraftvoll, dass er dessen Gleichgewicht störte. Auch das gilt als Bestrebung des Alpha-Männchens, Macht und Kontrolle zu vermitteln. Manche Beobachter werten diese Körpersprache wegen ihrer Stetigkeit und Ausprägung auch als Hinweise für narzisstische Persönlichkeitstendenzen. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass US-Präsidenten traditionell dazu neigen, sehr deutlich ihren Machtanspruch zu kommunizieren. Es ist also kein neues Phänomen und hätte sich vermutlich auch mit Hillary Clinton als US-Präsidentin irgendwie geäußert.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

P.S.​

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
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Angela Merkel besucht Donald Trump im Weißen Haus

Angela Merkel besucht Donald Trump im Weißen Haus

Analyse des Zusammentreffens am 17. März 2017 in Washington: Körpersprache und ....
Analyse des Zusammentreffens am 17. März 2017 in Washington: Körpersprache und ....

Angela Merkel besucht Donald Trump im Weißen Haus

 

 

Ein recht unbeholfener Tanz

 

Ja, es braucht zwei Tänzer für einen gelungenen Tango. Es war schon ein eigenartiges erstes Zusammentreffen von Angela Merkel und Donald Trump am 17. März 2017 im Weißen Haus. Skurril, verkrampft oder zumindest ungeschickt sind passende Adjektive. Zeitweise scheinen beide nicht zu wissen, was sie miteinander anfangen sollen. Merkel betonte im Vorfeld zwar, sie wolle nach vorne schauen, doch während sie sich ihm häufig zuwendet, wendet er sich ebenso oft von ihr ab, so als wolle er eigentlich woanders sein. Überhaupt wirkt er in vielen Momenten angestrengt. Dabei verstecken beide recht wenig und verzichten auch auf die bei solchen Gelegenheiten oft demonstrativ zur Schau gestellter Nähe, sodass es bei beiden kaum eine körpersprachliche Maskerade aufzudecken gibt.

 

 

 

So mancher blaue Fleck dürfte im Hintergrund schmerzen

 

Es sei immer besser, miteinander zu reden als übereinander, erinnerte Angela Merkel ihren Gastgeber gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Das Lächeln in Trumps Gesicht wirkt in diesem Moment nicht sehr echt. Er hat es momentan ja auch nicht leicht, überall stößt er auf Widerstand. Nicht nur bei seinen Gegnern, sogar bei den Republikanern mehren sich die Kopfschüttler.

 

 

Symbolik

 

Die Hand des japanischen Ministerpräsidenten wollte Trump ja nicht mehr hergeben und der verstörende Moment ist mittlerweile legendär. Beim erfolgten Handschlag ist er bei Merkel zurückhaltender, wobei er – erkennbar am Griff mit Daumendominanz – den höheren Status beansprucht.

Unklar bleibt, ob Trump Merkel bei einem Fototermin absichtlich brüskieren wollte, als er ihr mit mürrischem Gesichtsausdruck bei dieser Gelegenheit einen zweiten Handschlag verweigerte.

 

 

Perspektiven

 

Im East Room werden die Differenzen besonders deutlich; Merkel spricht von beiderseitigen Vorteilen und Trump davon, dass die USA zu oft über den Tisch gezogen werden.

 

 

Sympathien und Irritationen

 

Wenn alles so einfach wäre, bräuchte es ja keine Politiker.

Angela Merkel

 

Hinweise für gegenseitige Sympathien sind nicht zu erkennen. Dass er sie vor einer Weile als wahnsinnig bezeichnet hat, steckte sie zumindest äußerlich gut weg.

Etwas ratlos rutscht Angela Merkel auf die Frage nach dem Stil Trumps ein „Tja“ heraus. Und ein solches Tja ist von ihr auch bei der Frage nach dem Umgang Trumps mit Journalisten zu hören. In solchen Momenten neigt sie zu nichts sagend klingenden Aussagen. Und das ist diplomatisch gesehen wohl auch die beste der erlaubt deutlichen Antworten.

Als Trump auf eine Journalistenfrage zu seinen unbewiesenen Abhörvorwürfen gegenüber Obama ungeschickt humorvoll darauf verweist „da haben wir zumindest etwas gemeinsam“, zeigt Merkel einen irritierten Gesichtsausdruck. In manchen Momenten wirkt sie wie jemand der nicht glauben will, was da gerade vor sich geht. Das ist nur allzu menschlich, zumal sie sich im Umgang mit Trump seit seiner Wahl sehr diplomatisch gezeigt hat. Er hat sich hingegen den Ruf erworben zu twittern und nebenbei per Anordnung zu regieren. Das sorgt zumindest dafür, dass niemand so recht weiß, was tatsächlich von ihm zu erwarten ist.

Viele erfreuliche Einblicke scheint die Bundeskanzlerin auch nicht gewonnen zu haben. Am Pult stehend wirkte sie mitunter abwesend. Einen Penny für Ihre Gedanken in diesem Moment. Doch sie behält Ihre Gedanken lieber für sich, während er seine Berater in ständiger Alarmbereitschaft hält, weil er sie impulsiv in 140 Zeichen auf Twitter ad hoc unter die Menschen schleudert.

Die Kanzlerin sprach von einem sehr guten, offenen ersten Austausch. Ich verstehe das als eine diplomatische Floskel dafür, dass es auch Differenzen gegeben hat. Wie der Beginn einer innigen Freundschaft wirkt all das jedenfalls nicht, doch wer hätte das auch erwartet? Für Erwartungen, „Mutti“ Merkel könnte als Vertreterin der freien und vernünftigen Welt Trump zur Vernunft bringen, sind weder logische Hinweise noch körpersprachliche Signale zu erkennen. Solche Rollenzuschreibungen entspringen einer verzerrten Betrachtung, die wenig hilfreich ist. Wir vergessen sonst, dass so mancher von uns ausgeblendete Zuspruch Trumps auf den Bedürfnissen vieler Menschen beruht. Er ist schließlich von einigen Menschen gewählt worden. Und die Sorgen und Bedürfnisse werden nicht dadurch kleiner, dass sie ignoriert werden. Wer egogetriebenen Populisten das Wasser abgraben will, hört zu. Hüben wie drüben!

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Merkel trifft auf Trump oder andersherum: Grund zur Hoffnung?

Merkel trifft auf Trump oder andersherum: Grund zur Hoffnung?

Einstimmung auf die Analyse der Körpersprache beim Zusammentreffen in Washington
Merkel trifft auf Trump oder andersherum: Grund zur Hoffnung?

Merkel trifft auf Trump oder andersherum: Grund zur Hoffnung?

 

13. März 2017, die Bundeskanzlerin Angela Merkel fliegt zum Antrittsbesuch zu US-Präsident Donald Trump. Während sie heute elegant die Gangway am internationalen Flughafen Dulles hinuntergleiten wird, gehen ihr und vielen Beobachtern in Deutschland bestimmt so einige Gedanken durch den Kopf. Was wird sich daraus wohl ergeben? Der unkonventionelle Elefantentanz des neuen US-Präsidenten birgt zwar so manches Risiko, bringt aber auch so manche Chance mit sich. Nicht alles ist so offensichtlich, weder die Vor- noch die Nachteile.

Der Philosophen Arthur Schopenhauer meinte, Schadenfreude sei der schlechteste Zug in der menschlichen Natur, eng mit der Grausamkeit verwandt. Doch es scheint so, als wenn es in Deutschland eine fast schon kollektive Schadenfreude herrscht. Die USA, das ehemalige Symbol für die Freiheit, ist nun auch auf einen Demagogen hereingefallen. Das Land der Dichter und Denker knabbert ja schon eine Weile an seinen entsprechenden Traumata. Das tut gut, irgendwie ist geteiltes Leid vielleicht ja tatsächlich halbes Leid.

An all dem ändert auch nichts, dass hierzulande ein vollkommen verzerrtes Bild über die USA dominiert. Wir sehen, was wir sehen wollen und vergessen, dass die Uneinigen Staaten von Amerika nicht nur aus den Küstenregionen besteht. Aber wer schert sich schon um solche Details, wenn einem eine solch willkommene Ablenkung frei Haus geliefert wird?

Bei aller vorhandener und im Grunde nicht zu begrüßender Ignoranz, dieses Phänomen birgt eine Chance. Das kann uns daran erinnern, sich hierzulande gemeinsamer Werte besinnen. Davon ist ja schon eine Weile nicht mehr viel zu spüren. Deutschland ist mindestens so geteilt, wie die USA. An viel zu vielen Stellen dominiert die Unzufriedenheit als Zünglein an der Waage, ach was schreibe ich da; als heftigste Motivation abzuwählen anstatt zu wählen. Es geht viel zu oft darum zu vermeiden als zu gestalten. Stimmen, die zu einer wünschenswerten Zukunft einladen, sind eine Seltenheit. Schade! Wo nur das kleinste Übel im Angebot ist, kommt keine Euphorie auf. Ich gehöre auch zu jenen, die meinen, in den USA wäre es weniger darum gegangen, Trump als vielmehr die Abneigung gegenüber Hillary Clinton zu wählen. Die Aversion prägte das Wahlergebnis am stärksten. Trump ist demzufolge nicht der Gewinner, sondern Clinton die Verliererin.

So, gleich ist meine Pause vorbei. Im Anschluss an meine Kliententermine werde ich damit beginnen, das Zusammentreffen von Angela Merkel und Donald Trump auszuwerten. Was wird es vor allem zwischen den Zeilen zu lesen geben? Werden die verbalen und nonverbalen Botschaften der beiden Politiker die gleiche Geschichte erzählen? Es wird spannend…