Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

Authentisch präsentieren: Menschen überzeugen Menschen

Warum Persönlichkeit überzeugt
Wer will schon (Selbst-)Präsentationen von langweiligen Übermenschen?

Authentisch präsentieren: Menschen überzeugen Menschen

 

Perfekt vorbereitet.

Jede Formulierung sitzt.

Die Folien sehen makellos aus.

Die Körpersprache wurde eingeübt.

Die Stimme klingt professionell.

Und trotzdem passiert erstaunlich wenig.

Das Publikum hört zu.

Vielleicht nickt es sogar höflich.

Doch echte Verbindung entsteht kaum.

Woran liegt das?

Vielleicht daran, dass Menschen selten von perfekten Präsentationsmaschinen überzeugt werden.

Menschen überzeugen Menschen.

 

 

 

Professionell heißt nicht perfekt

 

Viele Menschen möchten bei einer wichtigen Präsentation möglichst souverän wirken.

Das ist verständlich.

Sie möchten kompetent erscheinen.

Sicher.

Vorbereitet.

Überzeugend.

Und irgendwann entsteht daraus leicht eine merkwürdige Vorstellung:

Eine gute Rednerin darf sich keinen Moment versprechen.

Ein guter Redner kennt auf jede Frage sofort die perfekte Antwort.

Unsicherheit darf niemand sehen.

Jede Geste muss stimmen.

Jeder Satz muss sitzen.

Das Ergebnis kann beeindruckend aussehen.

Und gleichzeitig erstaunlich unpersönlich wirken.

Professionalität braucht keine Unfehlbarkeit.

 

 

 

Warum perfekte Selbstdarstellung schnell langweilig wird

 

Perfektion hat ein Kommunikationsproblem.

Sie bietet wenig Reibungsfläche.

Alles stimmt.

Alles ist kontrolliert.

Alles wirkt richtig.

Und genau deshalb fehlt manchmal etwas Entscheidendes:

ein Mensch, zu dem das Publikum eine Beziehung aufbauen kann.

Wir interessieren uns für Haltung.

Für Erfahrungen.

Für Gedanken.

Für Überzeugungen.

Für jemanden, der erkennbar etwas zu sagen hat.

Eine makellose Fassade kann dagegen Distanz erzeugen.

 

 

 

Authentizität bedeutet nicht Spontaneität

 

Authentisches Präsentieren wird häufig missverstanden.

Authentisch bedeutet keineswegs:

„Ich bereite mich kaum vor und sage einfach, was mir gerade einfällt.“

Gerade gute Vorbereitung ermöglicht häufig einen besonders natürlichen Auftritt.

Du kennst deine Botschaft.

Du weißt, was dein Publikum braucht.

Du hast deine Argumentation geklärt.

Du hast kritische Stellen geprobt.

Dadurch kannst du während des Auftritts mehr Aufmerksamkeit beim Publikum lassen.

Vorbereitung schafft Freiheit.

 

 

 

Authentisch bedeutet: Es passt zusammen

 

Für mich bedeutet Authentizität bei Präsentationen vor allem Stimmigkeit.

Was du sagst, passt zu deiner Haltung.

Deine Sprache passt zu dir.

Dein Auftreten unterstützt deine Botschaft.

Du spielst keine Rolle, die dir fremd ist.

Und dein Publikum bekommt einen glaubwürdigen Eindruck davon, wofür du stehst.

Das heißt keineswegs, dass du auf der Bühne exakt so auftreten musst wie beim Frühstück.

Jede Situation hat ihren Rahmen.

Auf einer Bühne darfst du bewusster, klarer und präsenter auftreten.

Du bleibst trotzdem erkennbar du selbst.

 

 

 

Die Bühne braucht eine verstärkte Version deiner selbst

 

Eine Präsentation verlangt häufig etwas mehr Energie als ein Gespräch unter vier Augen.

Mehr Klarheit.

Mehr Struktur.

Deutlichere Betonung.

Bewusstere Gestik.

Klarere Botschaften.

Das ist keine Verstellung.

Es ist Übersetzung.

Du übersetzt deine Persönlichkeit in eine Situation, in der mehrere Menschen gleichzeitig verstehen und spüren sollen, worum es dir geht.

 

 

 

Menschen dürfen Ecken und Kanten haben

 

Viele Präsentationen werden langweilig, weil alles Persönliche herauspoliert wurde.

Jede ungewöhnliche Formulierung verschwindet.

Jeder Humor wird vorsichtshalber gestrichen.

Jede persönliche Haltung wird neutralisiert.

Übrig bleibt eine Präsentation, gegen die sich kaum etwas sagen lässt.

Leider lässt sich häufig auch wenig für sie sagen.

Profil entsteht dort, wo etwas erkennbar wird.

Was ist dir wichtig?

Wie siehst du dieses Thema?

Welche Erfahrung bringst du mit?

Welche Schlussfolgerung ziehst du daraus?

Wer für alles anschlussfähig sein möchte, wird schnell austauschbar.

 

 

 

Verletzlichkeit braucht Dosierung

 

Auch über Verletzlichkeit wird heute viel gesprochen.

Ein persönlicher Einblick kann Nähe schaffen.

Eine Unsicherheit kann glaubwürdig wirken.

Ein Fehler kann eine wertvolle Geschichte ergeben.

Doch eine Präsentation ist weder Therapiesitzung noch öffentliches Tagebuch.

Die entscheidende Frage lautet:

Dient diese persönliche Information meiner Botschaft und meinem Publikum?

Wenn ja, kann sie ausgesprochen kraftvoll sein.

Wenn sie hauptsächlich der eigenen Entlastung dient, gehört sie möglicherweise an einen anderen Ort.

 

 

 

Du musst auf der Bühne niemandem beweisen, dass du überlegen bist

 

Gerade Experten geraten leicht in eine Falle.

Sie möchten zeigen, wie viel sie wissen.

Also präsentieren sie möglichst viele Informationen.

Fachbegriffe.

Modelle.

Studien.

Details.

Komplexität.

Das Publikum erkennt anschließend vielleicht die enorme Kompetenz.

Die eigentliche Botschaft bleibt trotzdem unscharf.

Eine Präsentation ist kein Wissenstest für den Redner.

Die zentrale Frage lautet:

Was braucht mein Publikum, damit meine Botschaft ankommt?

 

 

 

Kompetenz zeigt sich auch in Einfachheit

 

Wer ein Thema wirklich verstanden hat, kann häufig auswählen.

Was ist wesentlich?

Was kann draußen bleiben?

Welches Beispiel macht einen komplexen Gedanken verständlich?

Welche drei Aussagen reichen?

Das verlangt oft mehr Können als eine Präsentation mit 87 Folien.

Reduktion ist eine Form von Respekt.

Du respektierst die Zeit und Aufmerksamkeit deines Publikums.

 

 

 

Persönlichkeit ersetzt keine Substanz

 

Auch die andere Richtung führt in die Irre.

Ein sympathischer Auftritt allein macht noch keine überzeugende Präsentation.

Charme kann Aufmerksamkeit gewinnen.

Humor kann Nähe schaffen.

Persönlichkeit kann Vertrauen fördern.

Doch am Ende braucht eine Präsentation Inhalt.

Eine klare Botschaft.

Gute Argumente.

Eine nachvollziehbare Struktur.

Relevanz für das Publikum.

Persönlichkeit und Substanz verstärken sich gegenseitig.

 

 

 

Was bedeutet Nahbarkeit?

 

Nahbarkeit bedeutet keineswegs, jede Distanz aufzugeben.

Gerade Führungskräfte und Experten dürfen klar in ihrer Rolle bleiben.

Nahbarkeit entsteht vielmehr dadurch, dass dein Publikum einen Menschen erlebt.

Du sprichst verständlich.

Du reagierst auf Menschen.

Du kannst zuhören.

Du zeigst Interesse.

Du kannst auch einmal sagen:

„Das weiß ich gerade nicht.“

Oder:

„Darüber muss ich nachdenken.“

Solche Sätze können Kompetenz sogar stärken, wenn sie dort ausgesprochen werden, wo sie ehrlich sind.

 

 

 

Was Glaubwürdigkeit stärkt

 

Glaubwürdigkeit entsteht selten durch einen einzelnen Trick.

Sie entsteht aus Stimmigkeit.

Hilfreich sind unter anderem:

  • eine klare eigene Position
  • eine Sprache, die zu dir passt
  • eine erkennbare Haltung
  • konkrete statt aufgeblasene Aussagen
  • ein angemessener Umgang mit Unsicherheit
  • Respekt gegenüber dem Publikum
  • eine Körpersprache, die zur Botschaft passt
  • die Bereitschaft, auf Fragen wirklich einzugehen

 

 

 

Die Sache mit den Fehlern

 

Du versprichst dich.

Eine Folie erscheint zu früh.

Du brauchst einen Moment, um eine Antwort zu formulieren.

Willkommen bei den Menschen.

Das Publikum erwartet selten absolute Perfektion.

Viel wichtiger ist der Umgang mit solchen Momenten.

Bleib präsent.

Korrigiere dich.

Mach weiter.

Ein souverän behandelter kleiner Fehler kann sympathischer wirken als angestrengte Perfektion.

 

 

 

Humor darf Persönlichkeit zeigen

 

Humor kann Präsentationen lebendig machen.

Besonders gut funktioniert Humor, der zu dir passt.

Eine Beobachtung.

Eine kleine Selbstironie.

Ein überraschender Gedanke.

Ein spielerischer Perspektivwechsel.

Du brauchst weder Witze zu erzählen noch einen Entertainer zu spielen.

Humor wirkt am stärksten, wenn er aus der Situation entsteht.

 

 

 

Die drei Ebenen einer überzeugenden Präsentation

 

Ich betrachte überzeugende Präsentationen gerne auf drei Ebenen:

 

1. Botschaft

Was möchtest du vermitteln?

Was soll dein Publikum verstehen, fühlen oder tun?

 

2. Publikum

Was beschäftigt diese Menschen?

Was wissen sie bereits?

Welche Fragen und Einwände haben sie?

 

3. Persönlichkeit

Warum bist gerade du die richtige Person für diese Botschaft?

Welche Haltung bringst du mit?

Was soll dein Publikum von dir erleben?

Wenn diese drei Ebenen zusammenpassen, entsteht Wirkung.

 

 

 

Sieben Fragen für einen authentischen Auftritt

 

Vor einer wichtigen Präsentation kannst du dich fragen:

  1. Was ist meine zentrale Botschaft?
  2. Warum ist sie mir persönlich wichtig?
  3. Warum sollte sie meinem Publikum wichtig sein?
  4. Welche Sprache entspricht mir?
  5. Wo klinge ich derzeit noch nach Präsentation statt nach mir?
  6. Welche persönlichen Beispiele unterstützen meine Botschaft?
  7. Was darf mein Publikum am Ende über mich und meine Haltung verstanden haben?

 

 

 

Proben macht authentischer

 

Das klingt zunächst paradox.

Viele Menschen fürchten, durch Proben künstlich zu wirken.

Häufig geschieht das Gegenteil.

Wer seine Inhalte kennt, braucht während des Auftritts weniger Aufmerksamkeit für das Erinnern.

Dann bleibt mehr Aufmerksamkeit für das Publikum.

Du kannst reagieren.

Du kannst Blickkontakt halten.

Du kannst Pausen zulassen.

Du kannst Formulierungen im Moment entstehen lassen.

Eine gute Probe konserviert deinen Auftritt keineswegs.

Sie schafft Sicherheit für Lebendigkeit.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Bei wichtigen Präsentationen erhöht sich schnell der innere Druck.

Vorstand.

Kunden.

Investoren.

Konferenz.

Presse.

Ein entscheidender Pitch.

Dann wächst die Versuchung, sich hinter Perfektion zu verstecken.

Mehr Text.

Mehr Folien.

Mehr Kontrolle.

Gerade dann lohnt sich die Rückkehr zum Wesentlichen.

Was ist meine Botschaft?

Was braucht dieses Publikum?

Wofür stehe ich?

Und wie kann ich beides klar miteinander verbinden?

 

 

 

Unterstützung bei wichtigen Präsentationen

 

Wenn eine Präsentation zählt, können wir genau daran arbeiten.

An deiner Botschaft.

An der Struktur.

An den Argumenten.

An Sprache und Dramaturgie.

An deiner Präsenz.

Und daran, dass du professionell auftrittst und dabei als Persönlichkeit erkennbar bleibst.

→ Unterstützung bei wichtigen Reden und Präsentationen

 

 

 

Fazit: Überzeuge als Mensch

 

Eine starke Präsentation braucht keine langweiligen Übermenschen.

Sie braucht Menschen mit etwas zu sagen.

Menschen mit Haltung.

Menschen mit Kompetenz.

Menschen, die ihr Publikum ernst nehmen.

Und Menschen, bei denen Persönlichkeit und Botschaft zusammenpassen.

Du darfst gut vorbereitet sein.

Du darfst professionell sein.

Du darfst ehrgeizig sein.

Und du darfst dabei als Mensch sichtbar bleiben.

Denn Menschen überzeugen Menschen.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wer will schon Selbstvorstellungen von langweiligen Übermenschen?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. Januar 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Ehrlichkeit: Wie viel Wahrheit ist wirklich hilfreich?

Ehrlichkeit: Wie viel Wahrheit tut Beziehungen wirklich gut?

Ehrlichkeit gilt als Tugend.

Ehrlichkeit: Wie viel Wahrheit tut Beziehungen wirklich gut?

 

Ehrlichkeit gilt als Tugend.

Kaum jemand sagt von sich:

„Mir ist Ehrlichkeit vollkommen egal.“

Spannend wird es erst im Alltag.

Musst du wirklich jeden Gedanken aussprechen?

Ist Zurückhaltung bereits unehrlich?

Ist eine schmerzhafte Wahrheit grundsätzlich besser als eine freundliche Beschönigung?

Und wann wird vermeintliche Ehrlichkeit schlicht zur Rücksichtslosigkeit?

Gute Ehrlichkeit braucht mehr als Wahrheit.

Sie braucht Klarheit, Verantwortung und ein Gespür für Wirkung.

 

 

 

Ehrlichkeit und Wahrheit sind zwei verschiedene Dinge

 

Diese Unterscheidung lohnt sich.

Wahrheit beschreibt zunächst, ob eine Aussage mit den Tatsachen übereinstimmt.

Ehrlichkeit beschreibt, wie aufrichtig wir mit dem umgehen, was wir wissen, denken, fühlen oder beabsichtigen.

Das klingt ähnlich.

Es ist trotzdem etwas anderes.

Du kannst vollkommen ehrlich deine Meinung äußern und dich trotzdem irren.

Zum Beispiel:

„Ich halte diese Entscheidung für einen Fehler.“

Das kann eine ehrliche Einschätzung sein.

Ob die Entscheidung tatsächlich falsch ist, bleibt eine andere Frage.

Gerade deshalb hilft eine präzisere Sprache:

„Das ist meine Sicht.“

statt:

„So ist die Wahrheit.“

 

 

 

Was bedeutet radikale Ehrlichkeit?

 

Unter radikaler Ehrlichkeit wird häufig verstanden, Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen möglichst unmittelbar auszusprechen.

Die Idee dahinter klingt zunächst reizvoll:

weniger Verstellung, weniger Fassaden, weniger Lügen.

Doch daraus entsteht schnell eine problematische Gleichung:

Je ungefilterter ich spreche, desto ehrlicher bin ich.

Diese Gleichung überzeugt mich wenig.

Denn ein fehlender Filter beweist noch keine besondere Aufrichtigkeit.

Er kann ebenso für Impulsivität, mangelndes Taktgefühl oder geringe Verantwortung für die eigene Wirkung stehen.

 

 

 

Ehrlichkeit braucht Verantwortung

 

Stell dir vor, jemand fragt:

„Wie findest du meinen Vortrag?“

Du könntest antworten:

„Langweilig. Viel zu lang. Ich wäre fast eingeschlafen.“

Vielleicht ist das deine ehrliche Reaktion.

Hilfreicher könnte sein:

„Der Einstieg hat mich erreicht. Im Mittelteil habe ich den roten Faden verloren. Wenn du dort kürzt und die Kernbotschaft früher deutlich machst, gewinnt der Vortrag aus meiner Sicht deutlich.“

Beide Antworten können ehrlich sein.

Die zweite übernimmt zusätzlich Verantwortung für die Kommunikation.

 

 

 

Die entscheidende Frage: Wozu sage ich das?

 

Vor einer unbequemen Wahrheit lohnt sich eine kurze Frage:

Was möchte ich mit meiner Aussage erreichen?

Möchte ich helfen?

Möchte ich Klarheit schaffen?

Möchte ich eine Grenze setzen?

Möchte ich einen Konflikt lösen?

Oder möchte ich gerade meinen Ärger abladen?

Der Inhalt kann identisch sein.

Die Haltung dahinter verändert die Wirkung erheblich.

 

 

 

Vier Fragen vor einer unbequemen Wahrheit

 

Diese vier Fragen helfen im Alltag:

  1. Ist es wahr?
    Oder handelt es sich um meine Interpretation?
  2. Ist es relevant?
    Muss dieser Gedanke ausgesprochen werden?
  3. Ist der Zeitpunkt geeignet?
    Kann mein Gegenüber die Information gerade aufnehmen?
  4. Kann ich es respektvoll formulieren?
    Wie sage ich es klar und zugleich konstruktiv?

Damit wird Ehrlichkeit weder weich noch beliebig.

Sie wird präziser.

 

 

 

Ehrlichkeit bedeutet nicht, alles auszusprechen

 

Wir denken jeden Tag unzählige Dinge.

Viele davon sind flüchtig.

Manche entstehen aus Müdigkeit, Ärger, Stress oder einem ersten Eindruck.

Aus einem Gedanken entsteht deshalb noch keine Verpflichtung, ihn mitzuteilen.

Du darfst auswählen.

Du darfst nachdenken.

Du darfst einen Gedanken verändern.

Du darfst schweigen.

Zurückhaltung kann Ausdruck von Reife sein.

 

 

 

Wo beginnt Unehrlichkeit?

 

Interessant wird es dort, wo Zurückhaltung dazu dient, ein falsches Bild entstehen zu lassen.

Ein Beispiel:

Du weißt, dass du eine Zusage kaum einhalten kannst.

Du sagst trotzdem:

„Kein Problem.“

Damit vermeidest du vielleicht kurzfristig Spannung.

Später entsteht ein größeres Problem.

Hier wäre Ehrlichkeit hilfreicher:

„Ich sehe ein Risiko beim Termin. Lass uns klären, was realistisch möglich ist.“

Ehrlichkeit schafft hier Orientierung.

 

 

 

Diplomatie ist kein Gegenpol zu Ehrlichkeit

 

Diplomatie besitzt gelegentlich einen schlechten Ruf.

Sie klingt nach Verschleierung.

Gute Diplomatie meint jedoch etwas anderes:

eine klare Botschaft so zu formulieren, dass sie möglichst gut aufgenommen werden kann.

Das ist eine kommunikative Kompetenz.

Du kannst sehr deutlich sein und gleichzeitig respektvoll bleiben.

Du kannst eine Grenze setzen, ohne jemanden abzuwerten.

Du kannst Kritik äußern, ohne daraus einen Angriff zu machen.

 

 

 

Wann Ehrlichkeit besonders wichtig ist

 

Es gibt Situationen, in denen Schweigen oder Beschönigen erhebliche Folgen haben kann.

Zum Beispiel:

  • wenn eine Entscheidung auf falschen Annahmen beruht,
  • wenn Risiken verschwiegen werden,
  • wenn Menschen durch fehlende Informationen Schaden nehmen könnten,
  • wenn Zusagen unrealistisch sind,
  • wenn eine Beziehung durch unausgesprochene Themen belastet wird,
  • wenn Führungskräfte ein verzerrtes Bild der Realität erhalten.

Gerade dort braucht Ehrlichkeit manchmal Mut.

 

 

 

Ehrlichkeit gegenüber Führungskräften

 

In Organisationen entsteht schnell ein besonderes Problem.

Je höher eine Person in der Hierarchie steht, desto stärker können Informationen gefiltert werden.

Mitarbeitende überlegen:

Was möchte die Führungskraft hören?

Welche Information könnte unangenehm sein?

Welche Konsequenzen hätte Widerspruch?

Dann kann eine gefährliche Situation entstehen:

Die Führungskraft erhält zunehmend Zustimmung und gleichzeitig immer weniger Realität.

Gute Führung schafft deshalb Bedingungen, unter denen unangenehme Informationen früh ausgesprochen werden können.

 

 

 

Ehrlichkeit ohne Taktgefühl kann Vertrauen beschädigen

 

Manche Menschen schmücken verletzende Aussagen mit einem Satz:

„Ich bin eben ehrlich.“

Das macht eine Aussage noch lange hilfreich.

Ehrlichkeit liefert keinen Freibrief für Respektlosigkeit.

Wer andere regelmäßig verletzt und anschließend auf die eigene Aufrichtigkeit verweist, verwechselt Klarheit mit Rücksichtslosigkeit.

Die bessere Frage lautet:

Wie kann ich klar sein und gleichzeitig die Würde meines Gegenübers achten?

 

 

 

Ehrlichkeit und Grenzen

 

Auch ein Nein kann ehrlich sein.

„Das möchte ich nicht.“

„Dafür habe ich keine Kapazität.“

„Diese Art des Gesprächs möchte ich so nicht weiterführen.“

„Ich sehe das anders.“

Solche Aussagen brauchen häufig weniger Erklärung, als wir glauben.

Klare Grenzen schaffen Orientierung.

 

 

 

Die kleinen sozialen Unwahrheiten

 

Und was ist mit der berühmten Frage:

„Wie geht es dir?“

Müssen wir jetzt jedes Mal unsere vollständige innere Lage offenlegen?

Natürlich gibt es soziale Konventionen.

Ein kurzes „Danke, gut“ kann schlicht eine Begrüßungsformel sein.

Kommunikation braucht Kontext.

Zwischen bewusster Täuschung und einer höflichen sozialen Verkürzung liegt ein erheblicher Unterschied.

 

 

 

Ehrlich zu anderen beginnt mit Ehrlichkeit zu sich selbst

 

Vielleicht liegt die anspruchsvollste Form der Ehrlichkeit ohnehin an einer anderen Stelle.

Bei uns selbst.

Was möchte ich wirklich?

Wovor drücke ich mich?

Welche Erklärung erzähle ich mir immer wieder?

Welche Verantwortung gehört tatsächlich zu mir?

Welche Entscheidung kenne ich innerlich längst?

Selbsttäuschung kann ausgesprochen bequem sein.

Sie kostet langfristig häufig viel Energie.

 

 

 

Eine hilfreiche Formel für klare Ehrlichkeit

 

Für schwierige Gespräche empfehle ich eine einfache Struktur:

Beobachtung – Bedeutung – Anliegen.

Zum Beispiel:

„Wir haben den vereinbarten Termin jetzt zum dritten Mal verschoben.“

Das ist die Beobachtung.

„Dadurch kann ich meine eigene Planung kaum verlässlich gestalten.“

Das ist die Bedeutung.

„Ich möchte heute einen Termin vereinbaren, den wir beide verbindlich halten können.“

Das ist das Anliegen.

Klar.

Ehrlich.

Und konkret.

 

 

 

Was ist mit „brutaler Ehrlichkeit“?

 

Schon der Begriff verrät einiges.

Wenn Ehrlichkeit brutal werden muss, stimmt häufig etwas mit der Kommunikation.

Eine unbequeme Wahrheit darf deutlich sein.

Sie darf Grenzen setzen.

Sie darf Konsequenzen benennen.

Brutalität erhöht ihren Wahrheitsgehalt jedoch kein Stück.

Klarheit braucht keine Grausamkeit.

 

 

 

Fazit: Ehrlichkeit braucht Klarheit und Respekt

 

Zwischen Lüge und ungefilterter Offenheit liegt ein großer Raum.

Dort findet gute Kommunikation statt.

Ehrlichkeit bedeutet, aufrichtig zu sein.

Sie bedeutet zugleich, Verantwortung für die eigene Kommunikation zu übernehmen.

Du musst keinen Gedanken verstecken, der ausgesprochen werden sollte.

Du musst ebenso wenig jeden Gedanken ungefiltert in die Welt schicken.

Die entscheidende Frage lautet:

Wie kann ich wahrhaftig sprechen und zugleich verantwortlich mit meinem Gegenüber umgehen?

Vielleicht ist genau das die anspruchsvollere Form von Ehrlichkeit.

P.S.

 

Fragen, Erfahrungen etc.?

Immer die Wahrheit sagen bringt einem wahrscheinlich nicht viele Freunde, aber dafür die richtigen.

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. Mai 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Visionen und Zukunftspläne: Wie aus Zukunftsbildern Richtung wird

Visionen und Zukunftspläne

Wie aus Zukunftsbildern Richtung wird
Visionen

Visionen und Zukunftspläne: Eine gute Zukunft braucht mehr als große Ziele

 

Manchmal wissen wir sehr genau, was wir erledigen müssen.

Der Kalender ist voll.

Die Aufgaben sind klar.

Wir funktionieren.

Und trotzdem fehlt etwas.

Eine Richtung.

Eine Vorstellung davon, wofür das alles eigentlich geschieht.

Genau dort beginnt der Wert einer Vision.

Eine gute Vision beschreibt mehr als ein Ziel.

Sie gibt eine Antwort auf die Frage:

Welche Zukunft möchte ich mitgestalten?

Das kann beruflich sein.

Persönlich.

Unternehmerisch.

Gesellschaftlich.

Und es muss keineswegs spektakulär klingen.

Entscheidend ist etwas anderes:

Die Vorstellung muss bedeutsam genug sein, dass sie Orientierung für Entscheidungen gibt.

 

 

 

Was ist eine Vision?

 

Ein Ziel beschreibt häufig einen konkreten Zustand.

„Ich möchte diese Position erreichen.“

„Ich möchte mein Unternehmen entwickeln.“

„Ich möchte dieses Projekt abschließen.“

Eine Vision geht einen Schritt weiter.

Sie beschreibt ein erstrebenswertes Zukunftsbild.

Wie soll etwas einmal sein?

Was soll dadurch möglich werden?

Welche Wirkung möchte ich erzeugen?

Wozu lohnt sich der Aufwand?

Eine Vision beantwortet deshalb weniger:

Was möchte ich erreichen?

Und stärker:

Wofür möchte ich mich einsetzen?

 

 

 

Ein gutes Wozu verändert das Wie

 

Viele Entscheidungen werden leichter, sobald das Wozu klarer ist.

Welche Projekte verdienen Zeit?

Welche Angebote passen?

Welche Aufgaben dürfen wegfallen?

Mit welchen Menschen möchte ich zusammenarbeiten?

Welche Fähigkeiten möchte ich entwickeln?

Welche Kompromisse sind sinnvoll?

Und welche würden mich zu weit vom eigentlichen Weg entfernen?

Ohne ein übergeordnetes Bild konkurrieren viele einzelne Ziele miteinander.

Mit einem klaren Wozu entsteht eher ein Maßstab.

Eine Vision nimmt dir Entscheidungen keineswegs ab. Sie hilft dir, sie einzuordnen.

 

 

 

Große Vision oder bescheidene Richtung?

 

Visionen werden gerne groß formuliert.

Die Welt verändern.

Eine Branche revolutionieren.

Etwas Außergewöhnliches schaffen.

Das kann inspirierend sein.

Es kann genauso gut vom Wesentlichen ablenken.

Eine Vision muss weder gigantisch noch öffentlich beeindruckend sein.

Vielleicht lautet sie:

Ich möchte Arbeit schaffen, auf die ich stolz sein kann.

Ich möchte Menschen dabei unterstützen, klarer zu entscheiden.

Ich möchte ein Unternehmen führen, in dem Leistung und Würde zusammenpassen.

Ich möchte mein Leben so gestalten, dass Beziehungen, Freiheit und sinnvolle Arbeit ausreichend Raum bekommen.

Das kann vollkommen ausreichen.

Eine gute Vision braucht Größe in der Bedeutung – nicht zwingend Größe in der Inszenierung.

 

 

 

Visionen sind keine Prognosen

 

Ein wichtiger Unterschied:

Eine Vision sagt keineswegs voraus, was geschehen wird.

Sie beschreibt, was du für erstrebenswert hältst.

Prognose:

„So wird die Zukunft wahrscheinlich aussehen.“

Vision:

„So möchte ich, dass Zukunft aussieht – und dafür möchte ich etwas beitragen.“

Das ist ein großer Unterschied.

Wer beide Dinge verwechselt, kann eine Vision schnell für unrealistisch halten.

Dabei darf eine Vision durchaus über den aktuellen Zustand hinausweisen.

Sie muss allerdings genügend Wirklichkeitskontakt besitzen, damit daraus Handeln entstehen kann.

 

 

 

Zwischen Luftschloss und Status quo

 

Es gibt zwei bequeme Extreme.

Das eine lautet:

„Sei realistisch.“

Und meint eigentlich:

Bleib möglichst nah an dem, was ohnehin schon existiert.

Das andere lautet:

„Träume groß.“

Und lässt offen, wie daraus jemals Realität werden soll.

Beides greift zu kurz.

Gute Zukunftsgestaltung braucht mindestens drei Perspektiven:

den Visionär,

der fragt:

Was wäre erstrebenswert?

den Realisten,

der fragt:

Wie könnte das funktionieren?

und

den Kritiker,

der fragt:

Was übersehen wir?

Diese drei Perspektiven gehören zusammen.

Eine Vision ohne Realismus bleibt leicht Wunschdenken.

Realismus ohne Vision verwaltet vor allem das Bestehende.

Kritik ohne Gestaltung erkennt hervorragend, warum etwas schwierig ist.

 

 

 

Die Visionär-Realist-Kritiker-Frage

 

Wenn du eine Idee prüfen möchtest, kannst du bewusst zwischen drei Rollen wechseln.

 

Der Visionär

Was wäre möglich, wenn wir großzügiger denken?

Was wäre wirklich erstrebenswert?

Welche Lösung würde mich begeistern?

 

Der Realist

Was müsste konkret geschehen?

Welche Ressourcen brauche ich?

Wer könnte beitragen?

Was wäre ein sinnvoller erster Schritt?

 

Der Kritiker

Welche Risiken übersehe ich?

Welche Annahmen könnten falsch sein?

Wo könnte das Vorhaben scheitern?

Diese Rollen bekämpfen einander keineswegs.

Sie verbessern gemeinsam die Qualität einer Idee.

 

 

 

Eine Vision muss Entscheidungen aushalten

 

Viele Zukunftsbilder fühlen sich gut an, solange sie abstrakt bleiben.

Interessant wird es, wenn sie Konsequenzen haben.

Wenn du sagst:

„Freiheit ist mir wichtig.“

Was bedeutet das für deine Arbeit?

Für deine Verpflichtungen?

Für Einkommen?

Für Status?

Für Entscheidungen?

Wenn du sagst:

„Ich möchte etwas Sinnvolles beitragen.“

Welche Projekte passen dann weniger?

Eine Vision wird erst dann wirklich relevant, wenn sie Entscheidungen beeinflusst.

Was kostet mich diese Vision?

ist deshalb eine ebenso wichtige Frage wie:

Was verspricht sie mir?

 

 

 

Vorsicht vor geliehenen Visionen

 

Manche Ziele sehen beeindruckend aus, weil sie gesellschaftlich anerkannt sind.

Mehr Umsatz.

Mehr Reichweite.

Mehr Status.

Mehr Verantwortung.

Mehr Wachstum.

Mehr Sichtbarkeit.

Vielleicht passt das.

Vielleicht hast du jedoch eine Vorstellung übernommen, die vor allem anderen Menschen einleuchtet.

Dann kann Erfolg erstaunlich leer wirken.

Deshalb lohnt sich die Frage:

Würde ich diese Zukunft auch wollen, wenn niemand davon beeindruckt wäre?

Das ist ein guter Test.

 

 

 

Die Vision hinter dem Ziel

 

Wenn ein Ziel sehr wichtig erscheint, frage:

Und wenn ich das erreicht habe – was soll dadurch möglich werden?

Du möchtest eine höhere Position.

Wozu?

Mehr Einfluss?

Mehr Gestaltung?

Mehr Einkommen?

Anerkennung?

Du möchtest selbstständig arbeiten.

Wozu?

Freiheit?

Verantwortung?

Kreativität?

Du möchtest deine Reichweite vergrößern.

Wozu?

Mehr Menschen erreichen?

Mehr Wirkung?

Mehr wirtschaftlichen Spielraum?

Je häufiger du nach dem Wozu fragst, desto eher gelangst du von einem äußeren Ziel zu dem, was dir tatsächlich wichtig ist.

 

 

 

Visionen brauchen Werte

 

Eine Vision, die gegen zentrale eigene Werte arbeitet, trägt selten lange.

Deshalb lohnt sich die Verbindung:

Was möchte ich gestalten?

und

Wie möchte ich dabei sein?

Vielleicht möchtest du erfolgreich sein.

Und zugleich integer.

Wirksam.

Und frei.

Ambitioniert.

Und menschlich.

Eine gute Zukunft darf mehrere Werte gleichzeitig berücksichtigen.

Natürlich entstehen Zielkonflikte.

Gerade deshalb helfen Werte als Entscheidungsmaßstab.

 

 

 

Eine Vision darf sich verändern

 

Menschen entwickeln sich.

Lebensphasen verändern sich.

Erfahrungen verändern Prioritäten.

Was mit dreißig verlockend wirkte, kann mit fünfzig an Bedeutung verlieren.

Das ist keineswegs ein Scheitern früherer Pläne.

Eine Vision darf wachsen.

Sie darf konkreter werden.

Kleiner.

Größer.

Oder vollkommen neu.

Die entscheidende Frage lautet:

Ist dieses Zukunftsbild heute noch meines?

Nicht:

„Habe ich es mir irgendwann einmal vorgenommen?“

 

 

 

Vorsicht vor Beharrlichkeit um jeden Preis

 

Durchhaltevermögen wird häufig gefeiert.

Zu Recht.

Viele wertvolle Vorhaben brauchen Geduld.

Doch Beharrlichkeit besitzt nur dann Wert, wenn das Ziel weiterhin sinnvoll ist.

Manchmal verändert sich die Lage.

Neue Informationen tauchen auf.

Ein Weg erweist sich als ungeeignet.

Dann kann Kurskorrektur klüger sein als heroisches Durchhalten.

Eine gute Vision gibt Richtung.

Sie verpflichtet dich nicht zu jedem einmal gewählten Weg.

 

 

 

Vom Zukunftsbild zum nächsten Schritt

 

Eine Vision entfaltet wenig Wirkung, wenn sie ausschließlich inspirierend klingt.

Deshalb braucht sie Übersetzung.

Frag:

Was müsste in den kommenden zwölf Monaten geschehen?

Was in den nächsten drei Monaten?

Was diese Woche?

Und:

Was ist der nächste Schritt, der meiner gewünschten Zukunft tatsächlich näherkommt?

Vielleicht ist er erstaunlich unspektakulär.

Ein Gespräch.

Eine Entscheidung.

Eine Absage.

Eine Recherche.

Ein Entwurf.

Eine Stunde konzentrierte Arbeit.

Visionen leben von solchen Schritten.

 

 

 

Der Unterschied zwischen Bewegung und Fortschritt

 

Du kannst ausgesprochen beschäftigt sein und dich trotzdem kaum in Richtung deiner gewünschten Zukunft bewegen.

Deshalb lohnt sich regelmäßig die Frage:

Was von dem, was ich gerade tue, dient tatsächlich meiner Richtung?

Manche Aufgaben sind erforderlich.

Andere haben sich angesammelt.

Einige fühlen sich produktiv an, verhindern jedoch wichtigere Entscheidungen.

Eine Vision hilft, Aktivität und Fortschritt auseinanderzuhalten.

 

 

 

Mitstreiter und Resonanz

 

Manche Vorhaben lassen sich allein beginnen.

Viele größere Ideen brauchen irgendwann andere Menschen.

Menschen bringen:

Kompetenzen.

Perspektiven.

Energie.

Kontakte.

Widerspruch.

Erfahrung.

Und manchmal genau die Fähigkeiten, die dir selbst fehlen.

Deshalb gehört zu einer starken Vision auch die Fähigkeit, sie so zu erklären, dass andere erkennen können:

Was soll entstehen?

Warum ist es wichtig?

Welche Rolle könnten sie dabei spielen?

Menschen schließen sich selten dauerhaft einer bloßen Aufgabe an.

Sie verbinden sich eher mit einer Bedeutung, die sie nachvollziehen können.

 

 

 

Eine Vision muss auch Widerspruch vertragen

 

Begeisterung ist wertvoll.

Doch Begeisterung kann blind machen.

Deshalb solltest du Menschen in der Nähe haben, die fragen:

Was spricht dagegen?

Was übersehen wir?

Welche unbequeme Information passt gerade schlecht zu unserer Geschichte?

Eine Idee wird keineswegs kleiner, weil sie geprüft wird.

Wenn sie trägt, wird sie stärker.

Und falls sie sich verändert, war die Prüfung ebenfalls wertvoll.

 

 

 

Visionen und Realität gehören zusammen

 

Eine tragfähige Vision bewegt sich zwischen zwei Kräften.

Sie ist weit genug entfernt, um Entwicklung anzuregen.

Und nah genug an der Realität, dass Entscheidungen möglich werden.

Zu wenig Abstand:

Du verwaltest vor allem den Status quo.

Zu viel Abstand:

Der Weg verliert jede Kontur.

Die Kunst liegt dazwischen.

Eine gute Vision zieht nach vorn und gibt zugleich dem nächsten Schritt eine Richtung.

 

 

 

Der Zukunfts-Kompass

 

Wenn du deine Zukunftspläne prüfen möchtest, helfen sieben Fragen.

 

1. Welche Zukunft wünsche ich mir wirklich?

Losgelöst davon, was besonders beeindruckend klingt.

 

2. Warum ist mir diese Zukunft wichtig?

Welches Wozu steckt dahinter?

 

3. Welche Werte sollen darin sichtbar werden?

Wie möchte ich leben, arbeiten und handeln?

 

4. Was würde diese Zukunft von mir verlangen?

Welche Entscheidungen, Fähigkeiten und Verzichtsmöglichkeiten gehören dazu?

 

5. Was könnte gegen meine Vorstellung sprechen?

Welche Risiken und Annahmen sollte ich prüfen?

 

6. Welche Menschen brauche ich?

Wer ergänzt meine Fähigkeiten, fordert mein Denken heraus oder trägt zum Vorhaben bei?

 

7. Was ist der nächste konkrete Schritt?

Was kann ich tun, statt ausschließlich weiter über die Zukunft nachzudenken?

 

 

 

Wenn du keine große Vision hast

 

Auch das ist vollkommen in Ordnung.

Manchmal ist die Vorstellung einer großen Lebensvision eher belastend als hilfreich.

Dann reicht eine Richtung.

Zum Beispiel:

Mehr von dem.

Weniger von jenem.

Mehr Freiheit.

Mehr Tiefe.

Mehr Gestaltung.

Mehr Zeit für wichtige Menschen.

Weniger Aufgaben, die längst ihren Sinn verloren haben.

Aus einer Richtung können konkrete Entscheidungen entstehen.

Und aus diesen Entscheidungen entwickelt sich manchmal erst später ein klareres Zukunftsbild.

 

 

 

Vision und Selbstführung

 

Vielleicht ist das der wichtigste Zusammenhang.

Eine Vision ist weniger ein schönes Bild von irgendwann.

Sie ist ein Werkzeug für heute.

Sie hilft bei Fragen wie:

Wozu sage ich Ja?

Wozu sage ich Nein?

Welche Schwierigkeit lohnt sich?

Welche Gelegenheit passt?

Was verdient meine Energie?

Und welcher Weg sieht attraktiv aus, führt jedoch in eine Richtung, die ich gar nicht möchte?

Dann wird Vision zu Selbstführung.

 

 

 

Fazit: Eine gute Zukunft beginnt mit einer Richtung

 

Wir brauchen keineswegs alle eine spektakuläre Vision.

Wir profitieren jedoch davon, eine Vorstellung davon zu haben, wohin wir unser Leben, unsere Arbeit oder ein wichtiges Vorhaben entwickeln möchten.

Frag dich:

Welche Zukunft ist für mich wirklich erstrebenswert?

Wozu möchte ich beitragen?

Welche Werte sollen darin erkennbar sein?

Was würde diese Zukunft von mir verlangen?

Welche Annahmen sollte ich prüfen?

Und was ist mein nächster konkreter Schritt?

Denn eine Vision ist besonders wertvoll, wenn sie mehr bewirkt als Begeisterung.

Wenn sie hilft, heute bessere Entscheidungen für morgen zu treffen.

Umfrageergebnis

 

Vision? Eine Vorstellung wohin ich will?

 

 

%

Nein. würde ich gerne haben.

%

Brauche ich nicht!

%

Ja, eine grobe Vorstellung.

%

Habe ich!

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n= 1477)

P.S.​

 

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Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Die Zukunft zeigt sich uns, lange bevor sie eintritt. Rainer Maria Rilke

Artikel zu Visionen

Chancen ergreifen: Trauen statt später bereuen

Chancen ergreifen oder lieber warten? Diese Fragen helfen dir, Risiken realistisch einzuschätzen, Entscheidungsangst zu überwinden und bewusster zu handeln.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 1. September 2026

Den Standpunkt anderer Menschen einnehmen: Kunden, Unterstützer, Mitstreiter etc. gewinnen

Den Standpunkt anderer Menschen einnehmen: Kunden, Unterstützer, Mitstreiter etc. gewinnen

Perspektiven erkunden

Den Standpunkt anderer Menschen einnehmen: Kunden, Unterstützer, Mitstreiter etc. gewinnen

 

Es ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, den Standpunkt anderer Menschen einzunehmen und so Kunden, Unterstützer, Mitstreiter etc. zu gewinnen. Daru mgeht es in diesem Beitrag.

 

 

 

Das Geheimnis des Erfolgs

 

„Wenn es überhaupt ein Geheimnis des Erfolges gibt, so besteht es in der Fähigkeit, sich auf den Standpunkt des anderen zu stellen und die Dinge ebenso von seiner Warte aus zu betrachten wie von unserer.“

— Henry Ford

 

 

Stell dir vor, du bist in einer Verhandlung und versuchst, eine Lösung zu finden. Dein Gegenüber scheint unnachgiebig, aber plötzlich entscheidest du dich, seine Perspektive wirklich zu verstehen. Du fragst nach seinen Beweggründen, hörst aktiv zu und versetzt dich in seine Lage. In diesem Moment erkennst du die Bedenken und Wünsche deines Gegenübers und findest eine Lösung, die für beide Seiten funktioniert. Diese Fähigkeit, den Blickwinkel anderer Menschen einzunehmen, ist einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg. Denn nur wer versteht, was andere denken und fühlen, kann sie effektiv erreichen und überzeugen.

 

 

 

Kunden, Unterstützer, Mitstreiter gewinnen

 

Wir leben nicht im luftleeren Raum. Um Erfolg zu haben, müssen wir andere Menschen für uns und unser Angebot gewinnen, sie überzeugen und schließlich zum Handeln bewegen. Dafür gibt es jedoch nur einen bewährten Weg:

Finde heraus, was deine Zielgruppe wirklich will, und lerne, die Dinge aus ihrer Perspektive zu sehen. Verstehst du ihre Wünsche und Motive, kannst du sie effektiver überzeugen und für deine Ideen gewinnen.

Diese Fähigkeit ist nicht nur in Verhandlungen und Verkaufsgesprächen entscheidend, sondern auch für jede respektvolle Beziehung. Zum Beispiel kann es in Verhandlungen hilfreich sein, die Argumente und Bedürfnisse des Gegenübers vollständig zu verstehen, um einen gemeinsamen Nenner zu finden. In persönlichen Beziehungen, wie einer Partnerschaft, hilft es, die Sichtweise des anderen einzunehmen, um Missverständnisse zu vermeiden und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Auch in Führungspositionen, wo Menschen für andere und für gemeinsame Ziele verantwortlich sind, ist es wesentlich, sich in die Lage anderer zu versetzen und ihre Perspektive ernst zu nehmen.

 

 

 

Praktische Tipps zur Perspektivenübernahme

 

  1. Stelle gezielte Fragen: Frage deine Gesprächspartner direkt, was ihnen wichtig ist und was sie motiviert.

  2. Aktives Zuhören: Höre aufmerksam zu, was gesagt wird, ohne sofort zu bewerten. Versuche, die Gefühle und Gedanken hinter den Worten zu verstehen.

  3. Beobachte nonverbale Signale: Körpersprache, Mimik und Gestik geben oft Hinweise darauf, was Menschen wirklich denken oder fühlen.

  4. Zusammenfassen: Wiederhole das Gesagte in deinen eigenen Worten, um sicherzugehen, dass du die Perspektive wirklich richtig verstanden hast.

 

Diese Techniken lassen sich in vielen Alltagssituationen anwenden – sei es in Gesprächen mit Kollegen, im privaten Umfeld oder in Verhandlungen. Übe sie regelmäßig, um deine Fähigkeit zur Perspektivenübernahme zu stärken und langfristig bessere Beziehungen aufzubauen.

 

 

 

Andere Meinungen erkunden statt Ignoranz

 

Wer bereit ist, sich auch in unbequeme Positionen hineinzuversetzen, gewinnt wertvolle Einblicke. Beispielsweise könnte in einem Teamkonflikt das bewusste Einnehmen der Sichtweise der Gegenseite dazu führen, bisher unbekannte Gründe für deren Verhalten zu verstehen. Diese Erkenntnis kann helfen, Konflikte zu lösen und eine positive Wendung herbeizuführen. Die Bereitschaft, sich in den Standpunkt eines Gegenspielers hineinzuversetzen, ist oft nicht groß, doch der zu erwartende Nutzen ist enorm. Wer sich für einen Moment wirklich in die andere Position begibt und diese mit aller Vehemenz verteidigt, entdeckt dabei oft Überraschendes: Motive, Einflussfaktoren, Gegenargumente – und vielleicht sogar neue Entscheidungen oder Strategien.

 

Beispiel

 

In einer Verhandlungssituation könnte es helfen, sich die Argumente des Gegenübers einmal vollständig anzueignen und sie auszusprechen, als seien es die eigenen. Ein erfolgreiches Szenario wäre etwa eine Gehaltsverhandlung: Wenn du die Position des Arbeitgebers einnimmst und seine Argumente klar formulierst, erkennst du dessen Zwänge und Erwartungen besser. Dadurch kannst du realistische Gegenangebote machen, die sowohl deine Interessen als auch die des Unternehmens berücksichtigen. Das Resultat könnte eine Verhandlung sein, in der beide Seiten das Gefühl haben, fair behandelt worden zu sein und eine Win-Win-Lösung erzielt zu haben. Auf diese Weise lassen sich potenzielle Missverständnisse aufdecken und Lösungswege entwickeln, die für beide Seiten akzeptabel sind.

 

 

 

Praktische Strategien zum Erkunden anderer Standpunkte

 

  1. Rollenspiele: Versetze dich bewusst in die Rolle des Gegenübers und verteidige dessen Standpunkt.

  2. Gedankenspiele: Überlege dir, welche Einflüsse oder Bedenken die andere Seite haben könnte. Wie würde dein Gegenüber reagieren?

  3. Widerspruch als Übung: Suche gezielt nach Gegenargumenten zu deinem eigenen Standpunkt. Das hilft dir, eine umfassendere Perspektive zu gewinnen und bessere Lösungen zu finden.

 

 

Macht und Verantwortung

 

Macht geht immer mit Verantwortung einher. Doch häufig neigen Machtinhaber dazu, sich nicht in die Bedürfnisse von Menschen mit vermeintlich geringerer Autorität einzufühlen. Ein reales Beispiel hierfür ist der Fall einer Unternehmensumstrukturierung, bei der die Führungsebene Entscheidungen ohne Rücksprache mit den betroffenen Mitarbeitern getroffen hat. Dies führte zu erheblichem Unmut, einer Verschlechterung des Betriebsklimas und einer erhöhten Fluktuation, da die Bedürfnisse und Sorgen der Mitarbeiter nicht berücksichtigt wurden. Dieser Tunnelblick mag mitunter der Sache dienen, hat jedoch seinen Preis. Es führt dazu, dass wichtige Perspektiven verloren gehen und potenzielle Konflikte verschärft werden.

Praktisches Beispiel: Eine Führungskraft, die bei Entscheidungen ausschließlich ihre eigenen Ziele verfolgt, könnte das Vertrauen und die Motivation des Teams verlieren. Stattdessen sollte sie versuchen, die Bedürfnisse der Teammitglieder zu verstehen und in Entscheidungen einzubeziehen.

 

 

Tipps für machtbewusste Entscheidungen

 

  1. Empathie entwickeln: Setze dich bewusst mit den Bedürfnissen der Menschen auseinander, die von deiner Entscheidung betroffen sind.

  2. Feedback einholen: Frage dein Team oder andere Betroffene nach ihrer Meinung, bevor du eine Entscheidung triffst.

  3. Balance finden: Finde eine Balance zwischen dem Fokus auf das Ziel und der Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer.

 

 

Beispiel

 

Eine erfolgreiche Führungskraft musste entscheiden, ob sie ein neues Projektteam bilden sollte. Sie setzte sich mit den Ängsten und Erwartungen der betroffenen Mitarbeiter auseinander, holte Feedback ein und fand eine Balance zwischen den Unternehmenszielen und den individuellen Bedürfnissen. Indem sie sowohl das Feedback der Mitarbeiter berücksichtigte als auch die strategischen Anforderungen erfüllte, konnte sie eine Lösung entwickeln, die sowohl die Ziele des Unternehmens voranbrachte als auch das Vertrauen und die Motivation des Teams stärkte.

 

 

 

Fazit

 

Nimm in deinem nächsten Gespräch – sei es ein schwieriges Gespräch mit einem Kollegen oder eine Verhandlung – bewusst den Standpunkt deines Gegenübers ein und beobachte, was du daraus lernen kannst. Nur durch Übung lässt sich diese Fähigkeit verbessern und vertiefen. Wenn du tiefer in die Kunst der Perspektivenübernahme eintauchen möchtest, stehe ich dir gerne für eine weiterführende Beratung zur Verfügung.

 

P.S.​

 

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18 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Steh zu deinen Fehlern

18 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Stehst du zu deinen Fehlern?

Wer Verantwortung übernimmt, nimmt auch mehr Einfluss!
13 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Stehen Sie zu Ihren Fehlern?

Verantwortung übernehmen und entschuldigen

 

Halbherzige Ausreden richten Schaden an. Ehrliche Entschuldigungen können hingegen Beziehungen fördern, gegenseitigen Respekt und Vertrauen stärken. So gelingt es:

Video

Um Entschuldigung bitten – So machst du es richtig und authentisch

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Weshalb Menschen sich nicht entschuldigen

 

Dass ehrlich gemeinte Entschuldigungen einige Vorteile haben, ist kein Geheimnis und doch geschieht es vergleichsweise selten. Es gibt einige Gründe, weshalb sich Menschen nicht entschuldigen. 

 

 

a. Kognitive Dissonanz

 

Kognitive Dissonanz macht es nicht gerade einfacher sich zu entschuldigen. Wenn das ersehnte Selbstbild sich nicht mit der Realität deckt, fühlt sich das nicht gut an. Entsprechend groß ist das Bestreben schnellstens woanders hinzusehen, als dich dem zu stellen.

 

 

 

b. Scham und Schuldgefühle

 

Ein Sprichwort sagt; es ist immer Hoffnung für Menschen, die sich noch schämen können. Nur, wenn wir etwas vergeigt haben, obwohl wir es irgendwie besser wussten, kann es diese Scham auch erschweren, die betroffene Person darauf anzusprechen, sich zu entschuldigen. Es erscheint einfacher, so zu tun als, ob es nie geschehen wäre.

 

 

 

c. Stolz

 

Besonders Männer empfinden es oft, als sehr schwierig sich angemessen zu entschuldigen. Wer gibt schon gerne Fehler zu? Ein chinesisches Sprichwort sagt: Stolz ruft Unheil heben und Demut lässt die Ernte reifen.

 

 

 

d. Wut

 

Ein Wort führt zum anderen, Emotionen schaukeln sich schnell hoch. Manchmal wird die Wut so übermächtig, dass wir deshalb keine Entschuldigung aussprechen oder uns die Hand reichen. Mit geballter Faust lässt sich kein Händedruck wechseln.

 

 

 

e. Motivation

 

Der wesentlichste Grund dürfte fehlende Motivation sein, sich für eine Beziehung entsprechend einzusetzen.

Stehen Sie zu Ihren Fehlern?

 

Fehler machen, eine Verpflichtung nicht einhalten, einen Rückruf vergessen, … Auch Dinge, die nicht passieren sollten geschehen mitunter. Das ist nicht schön, doch Irren ist menschlich. So wichtig es ist dafür zu sorgen, dass sie nicht geschehen, so wichtig ist es, dann nicht noch die Augen zu verschließen oder anstatt Öl auf die Wogen sogar noch Benzin aufs Feuer zu gießen.

 

 

 

Verantwortung übernehmen

 

Ganz wichtig: Keine Ausreden!
Immer wieder erlebe ich, dass Leute denken, sie hätten sich entschuldigt – dabei haben sie nur eine Ausrede geliefert.

 

Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, stellen Sie sich der Situation so schnell wie möglich, bringen sie in Ordnung und entschuldigen sich. 
Jetzt können Sie zeigen was für eine Persönlichkeit Sie tatsächlich haben. Aufrichtige Entschuldigung haben Aussicht darauf, akzeptiert und geschätzt zu werden. Es ist Ihre Chance, Integrität zu demonstrieren. Vorausgesetzt, Sie müssen sich nicht für die gleichen Fehler immer und immer wieder entschuldigen.

Uneinsichtige Rechtfertigungen richten leicht Schaden an. Echte Entschuldigungen können hingegen Beziehungen fördern, gegenseitigen Respekt und Vertrauen stärken.

Stehen Sie zu Ihren Fehlern!

Die sechs Schritte einer guten Entschuldigung.

 

Rein mechanisch lassen sich sechs Schritte für eine gute Entschuldigung skizzieren:

 

1. Den Fehler benennen und dein Bedauern ausdrücken
2. Erklären, was falsch gelaufen ist
3. Fehler eingestehen und Verantwortung dafür übernehmen
4. Reue zeigen
5. Wiedergutmachung beziehungsweise Verhaltensänderung anbieten
6. Um Vergebung bitten

 

So weit so nachvollziehbar. Doch es braucht oft etwas mehr, als nur das Abarbeiten einer Checkliste.

18 Tipps für wirksame Entschuldigungen

 

„Es tut dir leid?“

„Es tut mir wirklich, wirklich leid, und ich entschuldige mich vorbehaltlos.“

„Du nimmst es zurück?“

„Das tue ich, ich biete einen kompletten und völligen Widerruf an. Den Beschuldigungen fehlte jegliche faktische Basis, und es hat sich in keinster Weise um einen fairen Kommentar gehandelt, und entsprang somit aus purer Bösartigkeit. Und aufs Tiefste bedauere ich das Unglück welches meine Kommentare bei Ihnen verursacht haben könnten, oder bei Ihrer Familie. Und hiermit versichere ich, dass ich mir nie wieder einen solchen Fehltritt erlauben werde, weder jetzt noch in Zukunft.“

Ein Fisch namens Wanda

 

Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Es folgen 15 Tipps für wirksame Entschuldigungen.

 

 

 

1. Aufrichtigkeit

 

Geben Sie lieber keine Entschuldigung ab, als eine unehrliche. Besonders Menschen, die uns kennen, merken recht schnell, ob wir meinen, was wir sagen. Asche aufs Haupt; entweder richtig oder gar nicht! Ich plädiere für richtig.

 

 

 

2. Betriebstemperatur beachten: Zeitnah entschuldigen

 

Guter Wein soll ja mit der Zeit besser werden. Entschuldigungen auf die lange Bank zu schieben, ist jedoch selten eine gute Idee. Das kann bitter enden! Haben Sie einen Fehler begangen oder jemanden verletzt, dann solltest du nicht lange warten. Wenn die Emotionen es erlauben, dann lieber möglichst umgehend auf die Person zugehen und sich entschuldigen.

Achten Sie auf die Betriebstemperatur: Der Empfänger sollte weder völlig erregt und damit auch wegen des Tunnelblicks für eine Entschuldigung nicht ansprechbar sein, noch die Angelegenheit längst abgehakt haben. Im Eifer des Gefechts liegen die Nerven mitunter blank. Das kann zu Reaktionen führen, die nur noch schwer wieder in den Griff zu bekommen sind. Also lieber kein zusätzliches Öl auf das Feuer gießen. Und sich erst nach einer Ewigkeit zu entschuldigen, würde nur erneut an den Ärger erinnern. Warten Sie also lieber bis die heftigsten Emotionen abgeklungen sind und setzen Sie dann zur Entschuldigung an.

 

 

 

3. Eigener Zustand

 

Selbstmanagement: Wer nicht mit sich selbst im Reinen ist, dem gelingt keine glaubhafte Entschuldigung. Ehe Sie sich bei anderen entschuldigen solltest du zuerst wieder Ihr inneres Gleichgewicht herstellen. Solange Sie nicht mit sich selbst im Einklang sind, finden Sie kaum das notwendige Selbstbewusstsein und die Ruhe, ohne Beigeschmack zu sprechen.

Analysieren Sie Ihren Fehler, leiten Sie Konsequenzen daraus ab und verzeihen Sie sich. Wer sich selbst verzeiht, kann sich souveräner entschuldigen – und ihm wird leichter verziehen, wenn Einsicht erkennbar ist.

 

 

 

4. Persönlich entschuldigen

 

Machen Sie sich auf den Weg: Lassen Sie die Entschuldigung nicht von einer dritten Person übermitteln, sondern entschuldigen Sie sich unbedingt persönlich. Wenn Sie es nicht einmal für nötig halten sich persönlich zu bemühen, wird das oft negativ ausgelegt.

Eine schriftliche Entschuldigung ist besser als keine. Sie kann das Eingraben von Ärger beim anderen verringern oder sogar beenden. Hier kommt es auf die geeignete Wortwahl an. Da die Beziehung gerade belastet ist, braucht es hier sehr klare Botschaften ohne Risiko-vollen Interpretationsspielraum.

 

 

 

5. Glaubhaft entschuldigen

 

Selbstmanagement: Wer nicht mit sich selbst im Reinen ist, dem gelingt keine glaubhafte Entschuldigung. Ehe Sie sich bei anderen entschuldigen solltest du zuerst wieder Ihr inneres Gleichgewicht herstellen. Solange Sie nicht mit sich selbst im Einklang sind, finden Sie kaum das notwendige Selbstbewusstsein und die Ruhe, ohne Beigeschmack zu sprechen.

Analysieren Sie Ihren Fehler, leiten Sie Konsequenzen daraus ab und verzeihen Sie sich. Wer sich selbst verzeiht, kann sich souveräner entschuldigen – und ihm wird leichter verziehen, wenn Einsicht erkennbar ist.​

 

 

 

Beispiele mit Beigeschmack

 

Beispiele, die Zweifel aufkommen lassen, sind das Geständnis von Lance Armstrong vor laufender Kamera bei Oprah Winfrey und der Auftritt des ehemaligen Bundespräsidenten Wulf. Wobei das Internet voller solcher Momente ist und die Interpretationen mitunter auch kontrovers sind. Ein G’schmäckle haben viele!

 

 

 

6. Auge in Auge

 

Von Angesicht zu Angesicht: Entschuldigen Sie sich in einem persönlichen Gespräch, nicht mit einem Brief, einer E-Mail, SMS oder Ähnlichem. Eine dieser Möglichkeiten kann auch zusätzlich gewählt werden. Also zuerst die persönliche Entschuldigung in einem Gespräch und dann zusätzlich schriftlich. Damit hat der Empfänger die Entschuldigung auch schwarz auf weiß und die Einsicht wird unterstrichen.

Die schriftliche Variante können Sie auch dann nutzen, wenn die Person nicht mehr mit Ihnen spricht. So kann die schriftliche Entschuldigung den Weg für das persönliche Gespräch ebnen.

 

 

 

7. Geeigneter Rahmen

 

Nicht zwischen Tür und Angel: Wählen Sie einen geeigneten Rahmen für die Entschuldigung, vorzugsweise in einem entspannten Umfeld, in dem Sie ungestört reden können.

 

 

 

8. Geste

 

Überraschen Sie die betreffende Person mit einer geeigneten Geste. Es muss nichts Großartiges sein, ein geht schon ein kleines Präsent, das diesem Menschen Freude bereitet und damit Wertschätzung vermittelt. Hier ist Gespür gefragt, damit die Geste ihr Ziel erreicht.

 

 

 

9. Keine Ausreden

 

Wer um den heißen Brei herumredet, anstatt die Angelegenheit beim Namen zu nennen, wirkt alles andere als glaubhaft, sondern umso uneinsichtiger.

Eine Entschuldigung mit einer Rechtfertigung verknüpfen? Das klingt dann nach einer Ausrede. Suchen Sie keine Ausreden für das Fehlverhalten. Anstatt unglücklichen Umständen oder anderen Personen die Schuld für das eigene Handeln zu geben; gestehen Sie Ihre Verantwortung ein. Empfänger wollen in dieser Phase überhaupt keine Begründung hören. Stattdessen wollen sie hören, dass derjenige versteht, dass es anders hätte laufen sollen.

 

 

 

10. Perspektivwechsel

 

Begeben Sie sich in der Vorstellung in die Perspektive der Person, bei der Sie sich entschuldigen wollen. Wie würden Sie die Situation betrachten, was erwarten, was befürchten? Dafür lassen sich einige Techniken nutzen, und die Intensität und Tiefe der Einsichten fördern.

 

 

 

11. Erklärungen

 

Entschuldigung bitten und dann: Klappe halten und wirklich zuhören.

 

Wenn eine Erklärung erforderlich ist, dann liefern Sie diese separat. „Ja, aber…“ ist ähnlich kritisch wie eine nicht ernst gemeinte Entschuldigung. Eine Ausrede im gleichen Satz wie die Entschuldigung ruiniert die Entschuldigung und nimmt ihr die Aufrichtigkeit. Was beim Gegenüber dann hängen bleibt ist ein erneuter Vorwurf, ein Sich-herauswinden. Schlucken Sie das „Aber“ hinunter. Machen Sie einen Punkt und übernehmen Sie die Verantwortung.

 

 

 

12. Fehler nicht aufrechnen

 

Die Versuchung ist groß: Wer einen Fehler begeht, erinnert sich oft spontan an die Fehler des anderen. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das mag menschlich sein, doch eine solche Aufrechnung führt so gut wie immer zum gleichen Ergebnis: Derjenige, bei dem man sich entschuldigen möchte, macht dicht. Er ist empört, weil Sie zum Angriff übergehen, statt sich reumütig zu zeigen. Wahre Entschuldigungen stehen immer für sich allein und verzichten auf eine Aufrechnung.

 

 

 

13. Fehler nicht zweimal begehen

 

Irgendwann verliert jede noch so dramatische Entschuldigung an Wirkung. Wenn Sie denselben Fehler wiederholt begehen, verlieren Sie trotz Entschuldigung, und mag sie noch so beeindruckend sein, an Glaubwürdigkeit.

Eine Entschuldigung ist nur dann glaubwürdig, wenn sie mit Konsequenzen, also einem anderen Verhalten verbunden ist. Und genau das sollten sie daher an den Tag legen. Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner möglichst konkret, was Sie aus Ihrem Fehler ableiten und halten Sie sich daran!

 

 

 

14. Recht haben oder glücklich sein

 

Machen Sie den ersten Schritt, einen möglichst großen und ehrlichen. Recht zu haben fühlt sich meist weniger gut an, als gute Beziehungen zu pflegen. Das Ego ist oft nicht der beste Berater.

 

 

 

15. Entschuldigen und dann Zuhören

 

Sagen Sie, wofür Sie sich entschuldigen. Finden Sie klare und aufrichtige Worte für Ihr Bedauern. Und schweigen Sie dann! Jetzt hat Ihr Gesprächspartner das Wort. Hören Sie aufmerksam zu und unterbrechen Sie ihn nicht.

 

 

 

16. Konsequenzen ziehen

 

Fehler haben Folgen, sie ziehen Konsequenzen nach sich. Machen Sie deutlich, dass Sie sich dieser Konsequenzen bewusst und zur Besserung bereit sind. Klingt wie ein Widerspruch: Je mehr Bereitschaft Sie zeigen, die Konsequenzen zu tragen, desto weniger wird Ihnen letztlich auf die Schultern geladen. Sie profitieren vom Sympathiefaktor, denn Menschen, die uns sympathisch sind, verzeihen wir viel schneller.

 

 

 

17. Wiedergutmachung

 

Wir können das Geschehene zwar nicht rückgängig machen, doch wir können uns dafür einsetzen es auszugleichen. Das besänftigt den anderen und reduziert das schlechte Gewissen, noch in der Schuld des Gegenübers zu stehen. Im Zweifelsfall gilt meist; der Klügere gibt nach!

 

 

 

18. Unterstützung

 

Spielen Sie das Gespräch mit professioneller Unterstützung durch. Je nach Thema kann, das auch bedeuten, einen Juristen heranzuziehen – sicherheitshalber. Für den kommunikativen Teil finden Sie in mir Unterstützung.

 

 

 

Und nun?

 

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich wirksam zu entschuldigen. Machen Sie richtig, was an zu vielen Stellen nur halbherzig geschieht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Stehen Sie zu Ihren Fehlern und worauf ist aus Ihrer Sicht bei Entschuldigungen zu achten?

Artikel zum Thema Kommunikation

Salamitaktik erkennen: Wenn kleine Zugeständnisse zu weit führen

Salamitaktik verändert Vereinbarungen Schritt für Schritt. Erfahre, wie du schleichende Entwicklungen erkennst, Grenzen schützt und bewusst entscheidest.

Rapport

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Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. Konfuzius

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 7. November 2015
Überarbeitung: 23. April 2020
AN: #656202
K: CNB
Ü:

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen

Selbstmanagement: Es gibt mehr Leute die aufgeben, als solche die scheitern. Gestärkt aus Rückschlägen hervorgehen.
Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Umgang mit Rückschlägen

 

Es zeigt sich immer wieder; die Art und Weise, wie ein Mensch mit Rückschlägen umgeht, offenbart mehr über ihn als sein Erfolg. Wie lässt sich konstruktiv mit Rückschlägen umgehen und gestärkt aus ihnen hervorgehen?

Video

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen – So gehst du gestärkt daraus hervor

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Jeder Tag ist ein Geschenk.
Einige sind allerdings mies verpackt.

 

Spruch

Überblick

 

 

 

 

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

 

Ihr sollt lernen, Schläge einzustecken und zu verdauen.
Sonst seid ihr bei der ersten Ohrfeige, die euch das Leben versetzt, groggy.
Denn das Leben hat eine verteufelt große Handschuhnummer, Herrschaften!

Erich Kästner

 

 

 

Rückschläge: Erfahrungen, auf die wir lieber verzichten

 

Der Fluss ist unberechenbar, man weiß nie, welche Umwege er sich leistet.

Katharine Hepburn in African Queen

 

Verpatzte Prüfung, misslungene Präsentation, gescheiterte Verhandlung, Projekt in den Sand gesetzt? Das sind Erfahrungen, auf die wir wohl eher verzichten möchten. Und doch gehören sie dazu. Sie sind natürlicher Bestandteil des Lebens und Lernens. Wer sich die Biografien von als erfolgreich geltenden Persönlichkeiten anschaut, erfährt; viele hatten es mit Rückschlägen zu tun. Gerade das macht deren Entwicklung für die Leser ja so interessant. Es erinnert an die Struktur einer Heldenreise, wie sie von Joseph Campbell in seinen Büchern beschrieben wird. Die Art und Weise, wie Menschen mit Rückschlägen umgehen, offenbart mehr über sie als ihr Verhalten bei Erfolg.

 

 

 

9 Tipps im Umgang mit Rückschlägen

 

Hier sind ein paar Gedanken, die sich im Umgang mit Rückschlägen bewährt haben.

 

 

1. Akzeptieren, was sich gerade nicht ändern lässt

 

Raus aus der Opferrolle. Hätte, hätte, Fahrradkette. Was vorbei ist, ist vorbei. Kurz die Wunden zu lecken ist menschlich. Etwas Trauer ist oft heilsam. Doch der Schmerz der bitteren Niederlage braucht sich nicht einzunisten. Unnötiges Festkleben an Umständen, die nun mal eingetreten sind, bringt selten einen Vorteil. Auch das Ignorieren der Situation und Folgen bewegt nichts zum Guten. Also besser die Verantwortung übernehmen und ran ans Werk.

 

 

 

2. Etwas Abstand

 

Ohmmmm! Nun ja, nicht jeder Mensch wird in stressigen Situationen zum Yogi und meditiert, obwohl das durchaus eine gute Idee ist. Es gibt zum Glück weitere Möglichkeiten, wieder zu sich und einem konstruktiveren Zustand zu kommen. Mit etwas Abstand lässt sich leichter der Überblick sichern. Eines der wichtigsten Werkzeuge, wenn die Emotionen es wieder zulassen; Mindmapping.

 

Wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik ist jedoch, dass man auf die geschlossene Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.

André Paul Guillaume Gide

 

 

 

3. Lernen

 

Kurt Tucholsky meinte; „Dumme und Gescheite unterscheiden sich dadurch, dass der Dumme immer dieselben Fehler macht und der Gescheite immer neue.“ Manche lernen dazu, andere nicht. Ja, zu viele suchen im Fall des Scheiterns nach der Schuld der anderen und den äußeren Umständen. Nur keine Verantwortung übernehmen. Sie verzichten auf Selbstreflexion und Lernprozesse. Sie müssen ihre Fehler wiederholen, anstatt es beim nächsten Mal besser zu machen.

Schade, denn erst eine ehrliche Analyse ermöglicht es aus Rückschlägen zu lernen und sich zu entwickeln:

  • Was hätte ich anders machen können, was nicht?
  • Welchen Anteil am Scheitern habe ich selbst?
  • Was lag außerhalb meines Einflussbereiches?
  • Welches Verhalten will ich zukünftig korrigieren?
  • Welche Herangehensweise hat sich als falsch erwiesen?
  • Was werde ich das nächste Mal anders machen?
  • Was kann verbessert werden?
  • Welche Unterstützung hätte einen positiven Unterschied gemacht?
  • Wo könnten blinde Flecken vorhanden sein?

 

Mit den Worten von Albert Einstein; „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ Wer möglichst schnell die Lektion erkennt, kann umso besser entscheiden und erfolgreicher handeln.

 

 

 

4. Blick auf die Möglichkeiten

 

Wenn es nicht so läuft wie gewünscht, kann das ziemlich frustrierend sein. Das fördert die Tendenz, am Problem klebenzubleiben. Konstruktiver ist es, sich möglichst schnell den Möglichkeiten zuzuwenden.

Schluss mit andauernden Warum-Fragen und hin zu Wie-Fragen.

 

 

 

5. Wo ist das Geschenk?

 

Es mag sich nicht so anfühlen und doch gibt es meist auch ein Geschenk in einem Problem. Es kann sich um eine Einsicht handeln, eine Chance etwas anders zu tun oder eine andere Form haben.

 

 

 

6. Aufrappeln

 

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern. Das wusste schon Henry Ford. Also raus aus der Schockstarre. Zugegeben, Rückschläge können schmerzlich sein und Grundängste wecken. Und das wiederum kann einen erneuten Anlauf erschweren. Doch gerade deshalb gilt es aus Rückmeldungen zu lernen, was es zu lernen gibt und sich dann möglichst schnell wieder aufzurappeln, um es besser zu machen. In dieser Phase kann Unterstützung, gerade auch für die emotionalen Aspekte, sehr hilfreich sein. Nehmen Selbstzweifel überhand, werden sie zunehmend zu Stolpersteinen. „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende“, meinte Oscar Wilde. Also ans Werk; Schritt für Schritt und mit neuen Informationen.

 

 

 

 

7. Persönlichkeitsentwicklung

 

Starke Menschen haben oft eine bewegte Vergangenheit. Es spricht viel dafür, dass Menschen mit ihren Aufgaben wachsen. Der Umgang mit Rückschlägen sagt viel über die Persönlichkeit. Rückschläge sind auch eine Chance, die Persönlichkeit zu entwickeln, zu fördern.

 

I don’t measure a man’s success by how high he climbs but by how high he bounces when he hits bottom.

George Patton

 

Wobei mir schon klar ist hier eine etwas cholerische Persönlichkeit zu zitieren, aber das ist ein anderes Thema. Interessanter an dieser Stelle ist doch; wie gehen Sie mit Rückschlägen um? Wie steht es mit Ihrer Resilienz, der Fähigkeit, durch Bewältigung von Rückschlägen die eigene Persönlichkeit zu stärken? Übrigens, Resilienz kann trainiert werden.

 

 

 

8. Motivation

 

Auch ausgeprägter Enthusiasmus erlahmt bei zu heftigem Gegenwind irgendwann. Behalten Sie im Auge, weshalb es sich lohnt, den Aufwand zu betreiben. Sportler und andere Leistungsträger profitieren hier von Mentoring, Coaching und Mentaltraining.

 

 

 

9. Unterstützung

 

Lassen Sie sich unterstützen. Gute Freunde, Mentoren und noch besser; professionelles Coaching hilft Ihnen gestärkt aus Rückschlägen hervorzugehen. Das dient dem konstruktiveren persönlichen Zustand und beispielsweise auch dabei blinde Flecken aufzudecken.

 

Video


Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

P.S.

 

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Rückschläge sind ein natürlicher Bestandteil meines Lebens, es kommt bloß darauf an, wie man darauf reagiert. Lee Iacocca

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zum Thema Durchhalten

9 Tipps für den konstruktiven Umgang mit Rückschlägen

Es zeigt sich immer wieder; die Art und Weise, wie ein Mensch mit Rückschlägen umgeht, offenbart mehr über ihn als sein Erfolg. Wie lässt sich konstruktiv mit Rückschlägen umgehen und gestärkt aus ihnen hervorgehen?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2011
Überarbeitung: 8. Oktober 2020
AN: #56524
K:
Ü:X

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Welche Rolle spielt Integrität in der heutigen Zeit?
Integrität

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

 

Integrität klingt gut, solange sie nichts kostet.

Spannend wird es erst, wenn Ehrlichkeit unbequem wird.

Wenn eine klare Haltung Zustimmung kostet.

Wenn ein Vorteil lockt.

Wenn Schweigen leichter wäre als ein offenes Wort.

Wenn niemand erfahren würde, dass du eine Abkürzung genommen hast.

Genau dann zeigt sich, wie tragfähig deine Werte wirklich sind.

Integrität bedeutet, dass deine Werte, deine Worte und dein Verhalten möglichst gut zusammenpassen – besonders dann, wenn es schwierig wird.

 

 

 

Was bedeutet Integrität?

 

Persönliche Integrität beschreibt die Übereinstimmung zwischen den eigenen Wertvorstellungen und dem eigenen Handeln.

Ein integrer Mensch vertritt Werte also weniger als schöne Begriffe.

Er versucht, danach zu leben.

Das betrifft zum Beispiel:

  • Ehrlichkeit
  • Verlässlichkeit
  • Fairness
  • Respekt
  • Verantwortung
  • Loyalität
  • Mut
  • Aufrichtigkeit

Integrität bedeutet dabei keineswegs Fehlerfreiheit.

Menschen handeln widersprüchlich.

Sie treffen schlechte Entscheidungen.

Sie übersehen etwas.

Sie lassen sich beeinflussen.

Entscheidend ist, wie sie damit umgehen.

Wer Integrität ernst nimmt, kann sagen:

„Das entsprach meinem eigenen Anspruch nicht. Ich korrigiere das.“

 

 

 

Integrität zeigt sich im Konflikt

 

Solange verschiedene Werte harmonisch zusammenpassen, ist Integrität vergleichsweise leicht.

Die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo Werte miteinander konkurrieren.

Zum Beispiel:

Loyalität oder Ehrlichkeit?

Harmonie oder Klarheit?

Gewinn oder Fairness?

Karrierechance oder persönliche Überzeugung?

Zugehörigkeit oder Selbstachtung?

Dann reicht der Satz „Ich handle nach meinen Werten“ kaum aus.

Du musst entscheiden, welcher Wert in dieser konkreten Situation Vorrang bekommt.

Integrität bedeutet nicht, jeden Wert jederzeit maximal zu erfüllen. Sie bedeutet, bewusst zu entscheiden, wofür du stehen möchtest.

 

 

Werte werden interessant, wenn sie einen Preis haben

 

Fast jeder bekennt sich zu Ehrlichkeit, Respekt und Fairness.

Interessanter wird die Frage:

„Welchen Wert vertrete ich auch dann, wenn er mich etwas kostet?“

Vielleicht kostet Ehrlichkeit eine bequeme Ausrede.

Vielleicht kostet eine Grenze Zustimmung.

Vielleicht kostet Verantwortung Geld.

Vielleicht kostet Aufrichtigkeit einen unangenehmen Konflikt.

Vielleicht kostet Loyalität Zeit und Mühe.

Erst an solchen Stellen wird aus einem schönen Begriff eine Haltung.

 

 

 

Integrität braucht Klarheit über die eigenen Werte

 

Du kannst schwer nach deinen Werten handeln, wenn du sie kaum kennst.

Deshalb lohnt sich eine einfache Frage:

Was ist mir wirklich wichtig?

Und danach:

Welche Werte haben Vorrang, wenn sie miteinander kollidieren?

Viele Menschen entdecken erst in schwierigen Situationen, dass ihre Wertehierarchie deutlich weniger klar ist als gedacht.

Ein Beispiel:

Du hältst Ehrlichkeit für wichtig.

Gleichzeitig möchtest du niemanden enttäuschen.

Jetzt verlangt ein Gespräch eine klare Antwort.

Welche Orientierung gewinnt?

Genau solche Situationen machen Werte konkret.

 

 

 

Integrität und Selbstachtung

 

Eine hilfreiche Frage bei schwierigen Entscheidungen lautet:

Welche Entscheidung erlaubt mir, mich selbst auch später noch zu respektieren?

Diese Frage bedeutet keineswegs, ausschließlich die eigenen Interessen zu verfolgen.

Selbstachtung und Verantwortung für andere können sehr gut zusammengehören.

Gerade Menschen, die stark auf Erwartungen anderer reagieren, verlieren jedoch gelegentlich den Kontakt zur eigenen Haltung.

Dann hilft eine doppelte Frage:

Welche Verantwortung habe ich anderen gegenüber?

Und:

Welche Verantwortung habe ich mir selbst gegenüber?

Beides verdient Aufmerksamkeit.

 

 

 

Integrität und Glaubwürdigkeit

 

Glaubwürdigkeit entsteht weniger durch große Erklärungen als durch Konsistenz.

Du sagst etwas.

Du handelst entsprechend.

Andere Menschen erleben, dass deine Aussagen und dein Verhalten zusammenpassen.

Mit der Zeit entsteht Vertrauen.

Das gilt besonders in Führung, Beratung, Partnerschaft und Zusammenarbeit.

Ein einzelner Widerspruch zerstört Glaubwürdigkeit selten sofort.

Ein dauerhaftes Muster schon eher.

Menschen achten sehr genau darauf:

„Gilt das, was du forderst, auch für dich?“

 

 

 

Walk your Talk – und erkläre Kurskorrekturen

 

Integrität wird gelegentlich mit Starrheit verwechselt.

Doch du darfst deine Meinung ändern.

Du darfst eine frühere Entscheidung korrigieren.

Du darfst neue Informationen ernst nehmen.

Integrität verlangt keineswegs, einen Fehler bis zum Ende durchzuhalten.

Sie kann gerade darin bestehen, offen zu sagen:

„Meine bisherige Einschätzung war falsch.“

Oder:

„Die Bedingungen haben sich verändert. Deshalb entscheide ich heute anders.“

Entscheidend ist die nachvollziehbare Verbindung zwischen deinen Werten, deinen Gründen und deinem Handeln.

 

 

 

Integrität bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen

 

Fehler gehören zum Leben.

Integrität zeigt sich häufig stärker nach einem Fehler als davor.

Zum Beispiel darin, ob du:

  • den Fehler anerkennst
  • deinen Anteil benennst
  • Konsequenzen übernimmst
  • Schaden soweit möglich korrigierst
  • aus der Erfahrung lernst

Ausreden schützen kurzfristig das Selbstbild.

Verantwortung stärkt langfristig Vertrauen.

 

 

 

Integrität in der Führung

 

Bei Führungskräften hat Integrität besondere Bedeutung.

Denn Mitarbeiter orientieren sich weniger an Leitbildern als am tatsächlich erlebten Verhalten.

Ein Unternehmen kann Werte an jede Wand schreiben.

Entscheidend bleibt:

Was geschieht bei Druck?

Was geschieht bei schlechten Zahlen?

Was geschieht bei einem Fehler?

Was geschieht, wenn eine Regel für einen wichtigen Kunden unbequem wird?

Was geschieht, wenn eine Führungskraft selbst betroffen ist?

Kultur zeigt sich dort, wo Werte mit Interessen kollidieren.

 

 

 

Integrität in schwierigen Gesprächen

 

Auch Kommunikation kann integer oder widersprüchlich sein.

Vielleicht sagst du:

„Mir ist Offenheit wichtig.“

Dann gehört dazu, unangenehme Dinge respektvoll anzusprechen.

Vielleicht sagst du:

„Ich respektiere andere Meinungen.“

Dann zeigt sich dieser Wert besonders bei echtem Widerspruch.

Vielleicht sagst du:

„Absprachen gelten.“

Dann wird interessant, was geschieht, wenn ihre Einhaltung plötzlich unbequem wird.

Integrität wird hörbar.

In Worten.

In Entscheidungen.

Und in den Grenzen, die du setzt.

 

 

 

Integrität bedeutet mehr als Ehrlichkeit

 

Ehrlichkeit ist ein wichtiger Teil von Integrität.

Beide Begriffe sind trotzdem verschieden.

Du kannst eine einzelne Aussage ehrlich formulieren und trotzdem insgesamt widersprüchlich handeln.

Integrität umfasst einen größeren Zusammenhang:

  • Welche Werte vertrete ich?
  • Wie entscheide ich?
  • Wie handle ich?
  • Wie behandle ich andere Menschen?
  • Wie gehe ich mit meinen Fehlern um?
  • Wie verhalte ich mich, wenn niemand hinsieht?

 

 

 

Der kategorische Imperativ als Prüfstein

 

Immanuel Kant formulierte den kategorischen Imperativ unter anderem so:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Die Formulierung klingt zunächst abstrakt.

Im Alltag steckt darin eine kraftvolle Frage:

Würde ich diese Regel auch dann gutheißen, wenn alle Menschen so handelten?

Oder konkreter:

„Fände ich dieses Verhalten weiterhin angemessen, wenn ich auf der anderen Seite stünde?“

Solche Perspektivwechsel können die eigene Entscheidung herausfordern.

Genau darin liegt ihr Wert.

 

 

 

Integrität braucht Perspektivwechsel

 

Bei schwierigen Entscheidungen hilft selten eine einzige Perspektive.

Frage beispielsweise:

  • Wie sieht die Situation aus Sicht der anderen Person aus?
  • Wie würde ein neutraler Beobachter darauf schauen?
  • Wie werde ich in fünf Jahren darüber denken?
  • Was würde ich einem Menschen empfehlen, den ich sehr schätze?
  • Wie würde ich entscheiden, wenn Status und Außenwirkung keine Rolle spielten?
  • Welche Perspektive habe ich bisher kaum berücksichtigt?

Perspektivwechsel macht Entscheidungen selten einfacher.

Er macht ihre Grundlage besser.

 

 

 

Die Frage an dein späteres Ich

 

Stell dir vor, fünf Jahre sind vergangen.

Du blickst auf die heutige Situation zurück.

Welche Entscheidung möchtest du dann getroffen haben?

Welche Begründung soll weiterhin stimmig sein?

Was möchtest du über deine Haltung sagen können?

Diese Perspektive verändert häufig die Gewichtung.

Der kurzfristige Vorteil verliert an Bedeutung.

Langfristige Selbstachtung gewinnt.

 

 

 

7 Fragen für mehr Integrität im Alltag

 

1. Was ist mir hier wirklich wichtig?

 

Benenne den Wert hinter deiner Entscheidung.

Geht es um Fairness?

Verantwortung?

Freiheit?

Loyalität?

Respekt?

Wirtschaftliche Sicherheit?

Klarheit hilft.

 

 

2. Stimmen meine Worte und mein Verhalten überein?

 

Vielleicht forderst du etwas von anderen.

Prüfe:

„Lebe ich diesen Anspruch selbst?“

 

 

3. Würde ich genauso entscheiden, wenn niemand davon erfährt?

 

Diese Frage trennt häufig Haltung von Außenwirkung.

 

 

4. Würde ich mein Verhalten transparent erklären können?

 

Stell dir vor, deine Entscheidung müsste morgen vor Menschen erläutert werden, deren Urteil dir wichtig ist.

Welche Begründung würdest du geben?

 

 

5. Was kostet mich meine Haltung?

 

Vielleicht Zustimmung.

Vielleicht Geld.

Vielleicht Bequemlichkeit.

Vielleicht einen Konflikt.

Ein Wert, der niemals etwas kostet, wurde bisher möglicherweise einfach wenig geprüft.

 

 

6. Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung für andere?

 

Integrität bedeutet mehr als persönliche Konsequenz.

Auch Auswirkungen auf andere Menschen gehören in die Betrachtung.

 

 

7. Welche Entscheidung passt langfristig zu der Person, die ich sein möchte?

 

Diese Frage verbindet Werte und Identität mit konkretem Handeln.

Sie eignet sich besonders für Situationen mit hoher Tragweite.

 

 

 

Integrität braucht Mut

 

Eine klare Haltung kann unbequem werden.

Du riskierst Widerspruch.

Du enttäuschst Erwartungen.

Du setzt Grenzen.

Du sprichst ein Problem an.

Du gibst einen Vorteil auf.

Du korrigierst eine frühere Entscheidung.

Genau deshalb gehört Mut häufig zur Integrität.

Der entscheidende Unterschied:

Mut bedeutet weniger, besonders laut aufzutreten.

Oft bedeutet er schlicht, das Richtige auszusprechen und anschließend danach zu handeln.

 

 

 

Integrität ist keine Selbstgerechtigkeit

 

Auch dieser Punkt ist wichtig.

Wer von Integrität spricht, kann schnell beginnen, vor allem andere Menschen moralisch zu beurteilen.

Die spannendere Frage richtet sich zunächst nach innen.

„Wie gut gelingt mir selbst, was ich von anderen erwarte?“

Integrität eignet sich weniger als moralischer Zeigefinger.

Sie eignet sich hervorragend als Maßstab für das eigene Verhalten.

Haltung wird glaubwürdiger, wenn sie bei uns selbst beginnt.

 

 

 

Integrität und Kompromisse

 

Ein häufiger Irrtum lautet:

„Wer integer ist, macht keine Kompromisse.“

Das wäre im Zusammenleben kaum praktikabel.

Kompromisse können Ausdruck von Respekt, Pragmatismus und Verantwortungsfähigkeit sein.

Die entscheidende Frage lautet:

Was ist verhandelbar und was gehört zu meinen Kernwerten?

Vielleicht kannst du bei der Methode flexibel sein.

Beim Ziel weniger.

Vielleicht kannst du beim Zeitpunkt entgegenkommen.

Bei der Ehrlichkeit kaum.

Integrität braucht deshalb neben Werten auch Prioritäten.

 

 

 

Wenn Werte miteinander kollidieren

 

Schwierige ethische Entscheidungen entstehen häufig weniger zwischen „gut“ und „schlecht“.

Sie entstehen zwischen zwei berechtigten Werten.

Zum Beispiel:

Du möchtest loyal sein und gleichzeitig offen sprechen.

Du möchtest helfen und gleichzeitig deine Grenzen schützen.

Du möchtest wirtschaftlich verantwortlich handeln und gleichzeitig soziale Folgen berücksichtigen.

Dann braucht es Abwägung.

Frage:

  • Welche Folgen entstehen?
  • Welche Prinzipien sind berührt?
  • Welche Verantwortung trage ich?
  • Welche Alternative verletzt weniger von dem, was mir wichtig ist?
  • Welche Entscheidung kann ich später überzeugend vertreten?

 

 

 

Integrität stärkt Vertrauen in dich selbst

 

Wenn du wiederholt erlebst, dass du zu deinen eigenen wichtigen Werten stehst, entsteht etwas Wertvolles:

Selbstvertrauen.

Du weißt:

„Auf mich kann ich mich verlassen.“

Das bedeutet keineswegs, jede Entscheidung im Voraus richtig zu treffen.

Es bedeutet, dir zuzutrauen, ehrlich hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und deinen Kurs bei Bedarf zu korrigieren.

 

 

 

Häufige Fragen zur Integrität

 

Was bedeutet Integrität einfach erklärt?

Integrität bedeutet, dass deine Werte, Aussagen und dein Verhalten möglichst gut zusammenpassen. Besonders sichtbar wird sie in Situationen, in denen diese Haltung einen Preis hat.

 

Was ist ein integrer Mensch?

Ein integrer Mensch handelt verlässlich nach wichtigen eigenen Werten, übernimmt Verantwortung und versucht, Worte und Verhalten in Einklang zu bringen.

 

Was ist das Gegenteil von Integrität?

Das Gegenteil zeigt sich beispielsweise in bewusster Täuschung, Heuchelei, Bestechlichkeit oder einem dauerhaften Widerspruch zwischen verkündeten Werten und tatsächlichem Verhalten.

 

Ist Integrität dasselbe wie Ehrlichkeit?

Ehrlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil. Integrität umfasst zusätzlich Verlässlichkeit, Werteorientierung, Verantwortung und die Übereinstimmung zwischen Haltung und Handeln.

 

Kann ein Mensch integer sein und trotzdem Fehler machen?

Ja. Integrität bedeutet keine Fehlerfreiheit. Entscheidend ist vielmehr, wie jemand mit Fehlern umgeht: ob Verantwortung übernommen, korrigiert und daraus gelernt wird.

 

Bedeutet Integrität, niemals seine Meinung zu ändern?

Nein. Neue Informationen können eine andere Entscheidung rechtfertigen. Integrität zeigt sich dann darin, diese Veränderung transparent und nachvollziehbar zu vertreten.

 

Warum ist Integrität in der Führung wichtig?

Führungskräfte prägen durch ihr Verhalten, welche Werte im Alltag tatsächlich gelten. Wenn Aussagen, Regeln und eigenes Handeln zusammenpassen, erleichtert das Vertrauen und Orientierung.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Integrität zeigt sich weniger darin, welche Werte du aufzählst.

Sie zeigt sich darin, welche Entscheidungen du triffst.

Wenn es leicht ist.

Und besonders dann, wenn es schwierig wird.

Deine Werte werden dort sichtbar, wo du bereit bist, für sie Verantwortung zu übernehmen.

 

 

 

Wenn eine Entscheidung deine Haltung fordert

 

Manche Entscheidungen sind anspruchsvoll, weil mehrere Interessen, Werte und Konsequenzen gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.

Vielleicht kennst du die Argumente längst.

Vielleicht fehlt weniger Information als ein klarer Blick auf das Wesentliche.

Im persönlichen 1:1 können wir solche Situationen strukturiert betrachten:

  • Welche Werte sind berührt?
  • Welche Interessen wirken?
  • Welche Konsequenzen haben die verschiedenen Möglichkeiten?
  • Wo entstehen innere Widersprüche?
  • Welche Verantwortung trägst du?
  • Welche Entscheidung kannst du langfristig vertreten?

Das Ziel ist keine Entscheidung nach meinem Werteverständnis.

Es geht um Klarheit darüber, welche Entscheidung zu deiner Verantwortung, deinen Prioritäten und deiner Haltung passt.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.

 

Wie stehst du zu Integrität?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen nicht wissen, was sie wollen, aber alles tun, um es zu bekommen. Donald Marquis

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Mitarbeiteridentifikation stärken: Wie Video und YouTube helfen

Mitarbeiteridentifikation stärken: Was Video und YouTube wirklich leisten können

Führung, gelebte Kultur, glaubwürdige interne Kommunikation und tatsächliche Erfahrungen der Mitarbeitenden
Medienkompetenz

Mitarbeiteridentifikation stärken: Was Video und YouTube wirklich leisten könne

 

Ein Unternehmensvideo schafft noch keine Unternehmenskultur.

Und ein YouTube-Kanal erzeugt noch keine Identifikation.

Trotzdem können Videos etwas Wertvolles leisten.

Sie können sichtbar machen, wofür ein Unternehmen steht.

Sie können Menschen eine Stimme geben.

Sie können erklären, weshalb Entscheidungen getroffen werden.

Und sie können Mitarbeitenden zeigen, welche Menschen, Leistungen und Geschichten Teil des Unternehmens sind.

Video kann Identifikation sichtbar und erlebbar machen. Entstehen muss sie im wirklichen Arbeitsalltag.

 

 

 

Kann YouTube die Identifikation von Mitarbeitenden stärken?

 

Ja – unter bestimmten Voraussetzungen.

Weniger deshalb, weil YouTube eine besondere psychologische Wirkung besitzt.

Entscheidend ist der Inhalt.

Und noch entscheidender ist, ob dieser Inhalt mit der tatsächlichen Erfahrung der Mitarbeitenden übereinstimmt.

Wenn Führungskräfte öffentlich von Vertrauen, Wertschätzung und Beteiligung sprechen und Mitarbeitende im Alltag etwas völlig anderes erleben, entsteht kaum Identifikation.

Dann kann professionelle Kommunikation sogar den Widerspruch deutlicher machen.

Wenn Worte und Erfahrung zusammenpassen, können Videos hingegen verstärken, was bereits vorhanden ist.

 

 

 

Identifikation lässt sich kaum verordnen

 

Unternehmen wünschen sich engagierte Mitarbeitende.

Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Die gute Arbeit ihres Unternehmens gern zeigen.

Und vielleicht sogar öffentlich sagen:

„Ich arbeite gern hier.“

Das lässt sich kaum durch eine Kommunikationskampagne anordnen.

Glaubwürdige Identifikation entsteht eher dort, wo Menschen erleben:

  • Meine Arbeit hat Bedeutung.
  • Mein Beitrag wird wahrgenommen.
  • Informationen werden nachvollziehbar kommuniziert.
  • Führung ist ansprechbar.
  • Werte zeigen sich auch im Alltag.
  • Ich kann mich einbringen.
  • Das öffentliche Bild meines Arbeitgebers passt zu meiner Erfahrung.

Kommunikation kann solche Erfahrungen unterstützen und sichtbar machen.

 

 

 

Interne Kommunikation kommt vor externer Selbstdarstellung

 

Dieser Punkt ist besonders wichtig.

Wenn Mitarbeitende wichtige Veränderungen zuerst über LinkedIn oder YouTube erfahren, läuft etwas schief.

Externe Kommunikation sollte interne Kommunikation kaum ersetzen.

Bei wesentlichen Themen lautet die sinnvolle Reihenfolge häufig:

  1. Mitarbeitende informieren.
  2. Fragen ermöglichen.
  3. Orientierung schaffen.
  4. anschließend nach außen kommunizieren.

So entsteht eher das Gefühl:

„Ich gehöre dazu.“

statt:

„Ich erfahre von meinem eigenen Unternehmen aus den sozialen Medien.“

 

 

 

YouTube oder interne Videoplattform?

 

Auch der Kanal muss zum Zweck passen.

YouTube eignet sich besonders für öffentliche Inhalte.

Zum Beispiel:

  • Einblicke in die Unternehmenskultur
  • Mitarbeitendenporträts
  • Projektgeschichten
  • Führungskommunikation mit externer Relevanz
  • Recruiting und Employer Branding
  • Expertise aus dem Unternehmen

Für vertrauliche interne Informationen sind interne Kommunikationskanäle in der Regel geeigneter.

Die Frage sollte also weniger lauten:

„Was können wir alles auf YouTube stellen?“

Sondern:

„Welche Botschaft gehört zu welchem Publikum und auf welchen Kanal?“

 

 

 

1. Mitarbeitende sichtbar machen

 

Menschen identifizieren sich leichter mit Menschen als mit Organigrammen.

Deshalb können Beiträge über konkrete Mitarbeitende sehr wirkungsvoll sein.

Zum Beispiel:

  • Wer arbeitet an einem wichtigen Projekt?
  • Welche Herausforderung wurde gelöst?
  • Was begeistert jemanden an seiner Arbeit?
  • Welche Fähigkeiten stecken hinter einem Ergebnis?
  • Wie arbeiten verschiedene Bereiche zusammen?

Dabei sollte die Person mehr sein als Dekoration für die Unternehmensmarke.

Sie braucht eine eigene Stimme.

 

 

 

2. Leistungen würdigen, ohne Werbefernsehen zu produzieren

 

Anerkennung kann Verbindung stärken.

Videos können dafür einen guten Rahmen bieten.

Entscheidend ist die Art der Würdigung.

Ein standardisiertes „Mitarbeiter des Monats“-Format kann funktionieren.

Häufig sind konkrete Geschichten stärker:

„Dieses Team hat innerhalb von drei Wochen eine Lösung gefunden, nachdem …“

Dadurch wird sichtbar, was geleistet wurde und warum es Bedeutung hat.

 

 

 

3. Führung sichtbar und verständlich machen

 

Führungskommunikation besteht aus mehr als Unternehmenszahlen.

Mitarbeitende wollen häufig wissen:

  • Wo stehen wir?
  • Wohin wollen wir?
  • Warum entscheiden wir uns dafür?
  • Was bedeutet das für meinen Bereich?
  • Was geschieht als Nächstes?

Video kann Führung unmittelbarer erlebbar machen.

Dafür braucht es weniger Hochglanz als Klarheit.

Ein glaubwürdiger Geschäftsführer mit einer klaren Botschaft wirkt häufig stärker als ein perfekt produzierter Film ohne erkennbare Haltung.

 

 

 

4. Entscheidungen erklären

 

Menschen müssen einer Entscheidung keineswegs immer zustimmen, um sie nachvollziehen zu können.

Verständliche Kommunikation hilft.

Eine gute Führungskraft kann beispielsweise erläutern:

  • Welche Situation liegt vor?
  • Welche Optionen wurden geprüft?
  • Welche Kriterien waren entscheidend?
  • Warum wurde dieser Weg gewählt?
  • Welche Konsequenzen folgen?

Damit wird Kommunikation zu Orientierung.

 

5. Unternehmenswerte konkret machen

 

Viele Unternehmen haben Werte.

Respekt.

Innovation.

Verantwortung.

Teamgeist.

Auf einer Website klingen solche Begriffe schnell austauschbar.

Interessanter wird die Frage:

Wo kann ich diesen Wert konkret beobachten?

Ein Video kann genau diese Geschichte erzählen.

Welche Entscheidung zeigt Verantwortung?

Welches Verhalten zeigt Respekt?

Welches Projekt steht tatsächlich für Innovation?

So wird aus einem Schlagwort ein Beispiel.

 

 

 

6. Mitarbeitende zu Beteiligten machen

 

Unternehmenskommunikation wirkt schnell künstlich, wenn ausschließlich Kommunikationsabteilung und Geschäftsführung vorkommen.

Mitarbeitende können selbst zu Erzählern werden.

Zum Beispiel:

  • als Fachleute
  • in Projektberichten
  • in kurzen Interviews
  • bei Einblicken in Arbeitsbereiche
  • bei der Erklärung von Innovationen
  • mit eigenen Erfahrungen

Forschung zu Employee Advocacy betrachtet Mitarbeitende zunehmend als aktive Mitgestalter einer Arbeitgebermarke statt als reine Empfänger von Unternehmensbotschaften.

Genau darin liegt eine große Chance.

 

 

 

Employee Advocacy: Wenn Mitarbeitende freiwillig für ihren Arbeitgeber sprechen

 

Employee Advocacy beschreibt vereinfacht, dass Mitarbeitende positiv über das Unternehmen sprechen und es gegenüber anderen vertreten.

Das kann offline geschehen.

Oder auf LinkedIn, YouTube und anderen Plattformen.

Der entscheidende Begriff lautet:

freiwillig.

Ein glaubwürdiger Botschafter spricht aus eigener Überzeugung.

Eine verordnete Begeisterung wirkt schnell wie Werbung.

 

 

 

Keine Mitarbeitenden als Werbefläche behandeln

 

Wer Mitarbeitende vor die Kamera stellt, trägt Verantwortung.

Menschen sollten wissen:

  • wo der Beitrag veröffentlicht wird
  • in welchem Zusammenhang er erscheint
  • wie ihre Aussagen verwendet werden
  • welche Reichweite möglich ist
  • welche organisatorischen und rechtlichen Regelungen gelten

Besonders wichtig:

Ein Auftritt sollte freiwillig sein.

Hierarchische Beziehungen können sonst subtilen Druck erzeugen.

Ein Mensch darf eine Kamera ablehnen und trotzdem ein engagierter Mitarbeiter sein.

 

 

 

Authentizität bedeutet weniger Inszenierung

 

Unternehmensvideos werden manchmal so stark produziert, dass kaum noch ein Mensch darin vorkommt.

Sätze werden auswendig gelernt.

Antworten werden mehrfach neu aufgenommen.

Jede spontane Formulierung wird geglättet.

Das Ergebnis ist technisch sauber und menschlich erstaunlich fern.

Professionelle Vorbereitung sollte deshalb etwas anderes leisten:

Menschen so gut vorbereiten, dass sie klar und glaubwürdig selbst sprechen können.

 

 

 

Vor der Kamera: Leitgedanken statt auswendig gelernter Sätze

 

Gerade Mitarbeitende ohne Kameraerfahrung profitieren von einer klaren Vorbereitung.

Hilfreich sind Fragen wie:

  • Was ist meine zentrale Botschaft?
  • Welche drei Punkte möchte ich vermitteln?
  • Welche konkrete Geschichte kann ich erzählen?
  • Was soll beim Zuschauer hängen bleiben?
  • Welche Formulierungen passen wirklich zu mir?

Dadurch entsteht Sicherheit.

Und die Person klingt weiterhin wie sie selbst.

 

 

 

Was schlechte Unternehmensvideos verraten können

 

Manchmal liegt das eigentliche Problem weniger vor der Kamera.

Eine Führungskraft soll Begeisterung für eine Entscheidung vermitteln, hinter der sie selbst kaum steht.

Mitarbeitende sollen Werte loben, die sie im Alltag anders erleben.

Menschen sollen spontan von einer Unternehmenskultur schwärmen, die intern gerade erheblich unter Druck steht.

Dann hilft wenig Kameratraining.

Die Kommunikation weist lediglich auf ein tieferes Problem hin.

Kommunikation kann Kultur sichtbar machen. Sie kann eine fehlende Kultur kaum ersetzen.

 

 

 

Video als Teil von Employer Branding

 

Für potenzielle Bewerber können Mitarbeitende eine besonders interessante Informationsquelle sein.

Sie zeigen:

Wer arbeitet dort?

Wie sprechen Menschen miteinander?

Welche Themen beschäftigen das Unternehmen?

Wie wirken Führungskräfte?

Welche Projekte entstehen?

Dadurch bekommt eine Arbeitgebermarke ein Gesicht.

Auch hier gilt:

Langfristig trägt vor allem ein Bild, das zur tatsächlichen Erfahrung passt.

 

 

 

Was stärkt Mitarbeiteridentifikation wirklich?

 

Videos allein kaum.

Wichtiger sind beispielsweise:

  • glaubwürdige Führung
  • faire Arbeitsbedingungen
  • verständliche Kommunikation
  • erlebte Wertschätzung
  • Einflussmöglichkeiten
  • psychologische Sicherheit
  • Sinn und Bedeutung der Arbeit
  • Übereinstimmung zwischen verkündeten und gelebten Werten

Studien zur internen Kommunikation und Employee Advocacy zeigen Zusammenhänge zwischen Kommunikationsqualität, Engagement, Vertrauen, Identifikation und der Bereitschaft, positiv für die Organisation einzutreten.

Video kann diesen Prozess unterstützen.

Es ist ein Medium innerhalb eines größeren Systems.

 

 

 

7 Fragen vor dem nächsten Unternehmensvideo

 

1. Was soll dieser Beitrag bewirken?

 

Informieren?

Orientierung geben?

Ein Projekt sichtbar machen?

Recruiting unterstützen?

Vertrauen stärken?

Ohne Ziel wird Video schnell zum Selbstzweck.

 

 

2. Wer ist das Publikum?

 

Bestehende Mitarbeitende?

Bewerber?

Kunden?

Öffentlichkeit?

Die Antwort beeinflusst Inhalt, Sprache und Kanal.

 

 

3. Ist diese Botschaft intern bereits geklärt?

 

Gerade bei Veränderungen verdient interne Kommunikation Vorrang.

 

 

4. Wer sollte sprechen?

 

Geschäftsführung?

Projektleitung?

Fachleute?

Mitarbeitende?

Die glaubwürdigste Person ist keineswegs automatisch die ranghöchste.

 

 

5. Welche konkrete Geschichte erzählt den Gedanken?

 

Ein Beispiel bleibt häufig stärker hängen als fünf Unternehmenswerte.

 

 

6. Wie viel Produktion braucht der Beitrag?

 

Technische Qualität ist wichtig.

Hochglanz ist kein Selbstzweck.

Die Produktionsform sollte zur Botschaft passen.

 

 

7. Passt das Gesagte zur gelebten Realität?

 

Diese Frage ist die wichtigste.

Denn Mitarbeitende kennen die Antwort bereits.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Kann YouTube die Mitarbeiterbindung erhöhen?

YouTube allein erzeugt kaum Bindung. Glaubwürdige Kommunikation, Beteiligung, Führung und positive Arbeitserfahrungen können Bindung und Identifikation fördern. Videos können diese Erfahrungen sichtbar machen und die Kommunikation unterstützen.

 

Ist YouTube für interne Kommunikation geeignet?

Für öffentliche oder bewusst extern sichtbare Kommunikation kann YouTube sehr geeignet sein. Für vertrauliche interne Informationen sind geschützte interne Plattformen meist passender.

 

Was ist Employee Advocacy?

Employee Advocacy beschreibt die freiwillige positive Unterstützung und Kommunikation von Mitarbeitenden für ihre Organisation. Dies kann persönlich, beruflich oder über soziale Medien geschehen.

 

Sollten Mitarbeitende in Unternehmensvideos auftreten?

Wenn es zum Thema passt und die Beteiligung freiwillig erfolgt, können Mitarbeitende große Glaubwürdigkeit erzeugen. Wichtig sind transparente Rahmenbedingungen und eine gute Vorbereitung.

 

Wie authentisch sollten Unternehmensvideos sein?

Authentisch bedeutet weniger, völlig unvorbereitet vor die Kamera zu treten. Gute Vorbereitung schafft Klarheit. Die Sprache und Persönlichkeit des Menschen sollten dabei erhalten bleiben.

 

Was macht ein glaubwürdiges Unternehmensvideo aus?

Eine klare Botschaft, konkrete Beispiele, passende Menschen und eine sichtbare Übereinstimmung zwischen Kommunikation und tatsächlicher Unternehmenskultur.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Unternehmen können mit Video viel sichtbar machen.

Menschen.

Leistung.

Haltung.

Führung.

Kultur.

Die Reihenfolge bleibt entscheidend.

Erst braucht es etwas Glaubwürdiges, mit dem Menschen sich identifizieren können. Dann kann Kommunikation helfen, es sichtbar zu machen.

 

 

 

Wenn Führungskräfte oder Mitarbeitende vor die Kamera gehen

 

Gerade bei wichtigen Unternehmensvideos lohnt sich professionelle Vorbereitung.

Dabei geht es weniger darum, Menschen einen perfekten Text auswendig lernen zu lassen.

Es geht darum, dass sie ihre Botschaft kennen und vor der Kamera überzeugend selbst vermitteln können.

Im persönlichen 1:1 können wir beispielsweise an folgenden Punkten arbeiten:

  • Ziel und Botschaft
  • Adressaten
  • Interviewfragen
  • klare Antworten
  • Storytelling
  • Sprache
  • Stimme
  • Körpersprache
  • Präsenz vor der Kamera
  • Umgang mit Nervosität
  • realistische Probeaufnahmen

Besonders bei Führungskommunikation geht es dabei immer auch um die Frage:

Wie werden Klarheit, Haltung und Persönlichkeit sichtbar?

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Welche Erfahrungen oder Erwartungen sind mit Beiträgen auf YouTube & Co. verbunden? Welche Wirkung hat das auf Mitarbeitende? Was ist zu beachten? Welche Fragen gibt es dazu?

Unterstützung für YouTube & Co.

 

Du willst die Gelegenheit beim Schopf packen, dich den Fragen stellen, eigene stellen und überzeugende Antworten entwickeln? Dann unterstütze ich dich bei der Vorbereitung deiner Planung und Aktivitäten auf YouTube & Co. Über den Umfang der Unterstützung entscheidest du.

In zahlreichen Beiträgen findest du Anregungen, welche Optionen existieren und wobei ich unterstützen kann. Details findest du hier.

Was kostet eine solche professionelle Unterstützung? Hier findest du die Honorare. Du weißt selbst am besten, welcher Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht. Profitiere vom Vorsprung. Das geht übrigens auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung.

Es wird meist verschwiegen, doch leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor der Kamera unter intensivem Lampenfieber. Schade, weil das mit entsprechender Hilfe nicht notwendig ist. Nur, für den Fall, …

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Videobeiträgen im Web bei YouTube™ und Co.

 

Plausibel argumentieren: So werden Aussagen nachvollziehbar und glaubwürdig

Warum wirken manche Aussagen plausibel und andere nicht? So verbindest du Fakten, Argumentation, Sprache und Wirkung zu einer nachvollziehbaren Botschaft.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. März 2014
Überarbeitung: 20. Juni 2024

Mitarbeitergewinnung durch YouTube & Co.

Mitarbeitergewinnung durch YouTube & Co.

Medienkompetenz: Mit Persönlichkeit und Botschaft überzeugen — auch vor der Kamera
Medienkompetenz

Mitarbeiter gewinnen mit Video: Wie Arbeitgeber glaubwürdig sichtbar werden

 

Menschen bewerben sich nicht bei einem Logo.

Sie bewerben sich bei einem Unternehmen, in dem sie einen erheblichen Teil ihres Lebens verbringen werden.

Deshalb möchten viele potenzielle Bewerber mehr wissen als:

  • Aufgaben
  • Anforderungen
  • Gehalt
  • Benefits

Sie möchten Menschen sehen.

Sie möchten verstehen, wie dort gearbeitet wird.

Wie Führung wirkt.

Welche Atmosphäre herrscht.

Was tatsächlich hinter den üblichen Begriffen wie „Teamgeist“, „Verantwortung“ oder „moderne Unternehmenskultur“ steckt.

Genau hier kann Video sehr stark sein.

Ein gutes Recruitingvideo verkauft keinen perfekten Arbeitsplatz. Es hilft Menschen einzuschätzen, ob dieser Arbeitsplatz zu ihnen passt.

 

 

Kann YouTube bei der Mitarbeitergewinnung helfen?

 

Ja.

Doch YouTube ist dabei weniger die Strategie als ein möglicher Kanal.

Die eigentliche Frage lautet:

Welche Menschen möchtest du erreichen, welche Informationen brauchen sie und wo suchen sie danach?

Je nach Zielgruppe können geeignete Kanäle beispielsweise sein:

  • YouTube
  • LinkedIn
  • Karriereseite
  • Instagram
  • Stellenanzeigen
  • Recruiting-Landingpages
  • Mitarbeiterempfehlungen

Video lässt sich über mehrere dieser Kanäle einsetzen.

Deshalb würde ich heute weniger von „Recruiting mit YouTube“ sprechen und stärker von Recruiting mit glaubwürdigem Videocontent.

 

 

 

Was Video besser kann als eine klassische Stellenanzeige

 

Eine Stellenanzeige kann Aufgaben und Anforderungen präzise beschreiben.

Ein Video kann zusätzlich zeigen:

  • wie Menschen im Unternehmen sprechen
  • wie Arbeitsbereiche aussehen
  • wie Führungskräfte auftreten
  • welche Projekte tatsächlich bearbeitet werden
  • wie Mitarbeitende ihre Arbeit beschreiben
  • welche Atmosphäre ein Unternehmen vermittelt

LinkedIn beschreibt Recruitingvideos deshalb unter anderem als Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten einen konkreteren Eindruck von Unternehmenskultur, Arbeitsplatz, Team und Tätigkeit zu vermitteln.

Genau darin liegt ihre Stärke.

 

 

 

Der größte Fehler: Arbeitgeberwerbung statt Einblick

 

Viele Recruitingvideos sehen aus wie klassische Werbung.

Perfekte Büros.

Perfekt lächelnde Menschen.

Perfekte Teams.

Perfekte Unternehmenskultur.

Alle sind begeistert.

Alle duzen sich.

Alle trinken hervorragenden Kaffee.

Das Problem:

Potenzielle Bewerber kennen Werbung.

Sie wissen, dass Unternehmen sich von ihrer besten Seite zeigen.

Deshalb entsteht Glaubwürdigkeit weniger durch Perfektion als durch Konkretheit.

Je austauschbarer das Lob über den Arbeitgeber, desto geringer der Informationswert.

 

 

 

Zeige Arbeit statt Schlagwörter

 

Statt zu sagen:

„Bei uns steht Teamarbeit an erster Stelle.“

zeige eine Situation, in der Zusammenarbeit sichtbar wird.

Statt:

„Wir bieten spannende Aufgaben.“

lass jemanden ein konkretes Projekt erklären.

Statt:

„Bei uns können Sie Verantwortung übernehmen.“

lass eine Mitarbeiterin erzählen, welche Entscheidung sie tatsächlich selbst getroffen hat.

Konkrete Geschichten wirken meist glaubwürdiger als Arbeitgeberfloskeln.

 

 

 

Welche Fragen wollen Bewerber wirklich beantwortet haben?

 

Gute Recruitingvideos orientieren sich weniger daran, was ein Unternehmen gern erzählen möchte.

Sie orientieren sich stärker daran, was geeignete Bewerber wissen möchten.

Zum Beispiel:

  • Was werde ich dort tatsächlich tun?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
  • Wie arbeitet das Team?
  • Wie führt meine zukünftige Führungskraft?
  • Was wird von mir erwartet?
  • Welche Freiräume habe ich?
  • Wie werden Entscheidungen getroffen?
  • Wie sieht Entwicklung aus?
  • Was ist an dieser Arbeit anspruchsvoll?
  • Warum bleiben Menschen im Unternehmen?

Gerade die Frage nach den Herausforderungen wird häufig vergessen.

Dabei erhöht sie Glaubwürdigkeit.

 

 

Ein Recruitingvideo darf auch sagen, was anspruchsvoll ist

 

Jeder Arbeitsplatz hat Schattenseiten.

Hohe Geschwindigkeit.

Viel Eigenverantwortung.

Komplexe Kunden.

Reisetätigkeit.

Unregelmäßige Belastung.

Strenge Qualitätsanforderungen.

Wenn solche Aspekte relevant sind, darf ein Recruitingvideo sie benennen.

Das kann sogar helfen, passendere Bewerbungen zu erhalten.

Gutes Recruiting will nicht möglichst viele Menschen überzeugen. Es will die passenden Menschen erreichen.

 

 

 

Mitarbeitende vor der Kamera

 

Bestehende Mitarbeitende können für potenzielle Bewerber besonders glaubwürdige Gesprächspartner sein.

Denn sie beantworten eine unausgesprochene Frage:

Wie ist es wirklich, dort zu arbeiten?

Geeignete Themen sind beispielsweise:

  • Warum hast du dich damals für das Unternehmen entschieden?
  • Was hat dich nach deinem Einstieg überrascht?
  • Was macht deine Arbeit interessant?
  • Was ist anspruchsvoll?
  • Wie arbeitet dein Team zusammen?
  • Was kannst du heute, das du beim Einstieg noch lernen musstest?
  • Was sollte jemand mitbringen, der hier erfolgreich sein möchte?

Solche Fragen erzeugen meist interessantere Antworten als:

„Warum ist unser Unternehmen ein toller Arbeitgeber?“

 

 

 

Menschen brauchen keine Werbesätze zum Auswendiglernen

 

Ein häufiger Fehler bei Unternehmensvideos besteht darin, Mitarbeitenden fertige Antworten vorzugeben.

Das klingt schnell:

glatt.

kontrolliert.

und erstaunlich wenig menschlich.

Gute Vorbereitung funktioniert anders.

Die Person kennt:

  • das Ziel des Beitrags
  • ihre zentralen Gedanken
  • die relevanten Beispiele
  • die wichtigsten Fragen

Dann spricht sie in ihrer eigenen Sprache.

Das ist für die Kamera meistens deutlich stärker.

 

 

 

Führungskräfte sind Teil der Arbeitgebermarke

 

Eine Führungskraft im Recruitingvideo vermittelt mehr als Informationen.

Potenzielle Bewerber beobachten gleichzeitig:

Wie spricht dieser Mensch?

Wie klar ist die Botschaft?

Wie wirkt die Person?

Wie spricht sie über Mitarbeitende?

Welche Haltung wird sichtbar?

Das macht Führungskommunikation im Recruiting besonders sensibel.

Denn ein Geschäftsführer kann zehnmal sagen:

„Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt.“

Die Art, wie er über Menschen spricht, vermittelt häufig mehr als dieser Satz.

 

 

 

7 Videoformate für die Mitarbeitergewinnung

 

1. Die reale Stellenbeschreibung

Die Person, die später mit dem neuen Kollegen arbeitet, erklärt die Aufgabe.

Was wird konkret erwartet?

Welche Projekte stehen an?

Was macht die Position attraktiv?

Und was fordert sie?

 

2. Ein Tag im Arbeitsalltag

Begleite eine Person durch typische Situationen.

So entsteht ein konkreteres Bild als durch allgemeine Beschreibungen.

 

3. Mitarbeiterinterviews

Kurze authentische Gespräche über Aufgaben, Team und persönliche Erfahrungen.

 

4. Projektgeschichten

Zeige, woran Menschen tatsächlich arbeiten.

Was war die Herausforderung?

Wie wurde sie gelöst?

Welche Rolle spielte das Team?

 

5. Die zukünftige Führungskraft

Wer wird die neue Person führen?

Welche Erwartungen hat diese Führungskraft?

Wie beschreibt sie gute Zusammenarbeit?

Das kann für Bewerber ausgesprochen relevant sein.

 

6. Fragen von Bewerbern beantworten

Sammle Fragen aus Bewerbungsgesprächen.

Dann beantworte sie öffentlich.

So entsteht Content mit direktem Nutzen.

 

7. Die ehrliche Frage: Für wen passt diese Stelle?

Dieses Format finde ich besonders stark.

Zum Beispiel:

„Diese Position passt gut zu dir, wenn …“

Und ebenso:

„Wenn du dagegen X suchst, wirst du bei uns wahrscheinlich wenig glücklich.“

Das spart auf beiden Seiten Zeit.

 

 

 

YouTube, LinkedIn oder Karriereseite?

 

Die Antwort hängt vom Ziel ab.

 

YouTube

Gut für längerfristig auffindbaren Videocontent, Einblicke, Interviews und Expertise.

LinkedIn

Besonders relevant für berufliche Zielgruppen, Employer Branding und die direkte Verbreitung über Mitarbeitende und Führungskräfte.

 

Karriereseite

Hier sollten zentrale Recruitingvideos dauerhaft auffindbar sein.

Denn dort befinden sich Menschen bereits in einer konkreteren Entscheidungsphase.

In vielen Fällen ist deshalb eine Kombination sinnvoll.

Ein Video wird einmal produziert und anschließend sinnvoll über mehrere geeignete Kanäle eingesetzt.

 

 

 

Recruitingvideos und Employer Branding

 

Recruiting beginnt häufig lange vor einer konkreten Bewerbung.

Menschen nehmen Unternehmen wahr.

Sie sehen Beiträge.

Sie erleben Führungskräfte.

Sie beobachten Mitarbeitende.

Mit der Zeit entsteht ein Bild.

Employer Branding bedeutet deshalb mehr als eine einzelne Recruitingkampagne.

Es geht um die langfristige Wahrnehmung des Unternehmens als Arbeitgeber.

LinkedIn beschreibt Employer Branding und Recruitment Marketing entsprechend als kontinuierliche Arbeit an Sichtbarkeit, Arbeitgebermarke und relevanten Zielgruppen.

 

 

 

Die Arbeitgebermarke muss zur Realität passen

 

Das lässt sich kaum oft genug sagen.

Video verstärkt Sichtbarkeit.

Es kann ebenso Widersprüche verstärken.

Wenn ein Unternehmen öffentlich eine Kultur zeigt, die Mitarbeitende intern kaum wiedererkennen, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Eine starke Arbeitgebermarke beginnt deshalb weniger mit einer Kamera.

Sie beginnt mit der Frage:

Warum sollten passende Menschen tatsächlich gern bei uns arbeiten?

 

 

 

Was ist eure Employee Value Proposition?

 

Im Employer Branding wird häufig von der Employee Value Proposition, kurz EVP, gesprochen.

Gemeint ist vereinfacht das Gesamtversprechen eines Arbeitgebers an seine Mitarbeitenden.

Zum Beispiel:

  • Welche Arbeit können Menschen hier leisten?
  • Welche Entwicklung ist möglich?
  • Welche Kultur erleben sie?
  • Welche Rahmenbedingungen bietet das Unternehmen?
  • Welche Bedeutung hat ihre Arbeit?

Eine gute EVP entsteht kaum am Schreibtisch einer Werbeagentur.

Sie sollte auf der tatsächlichen Erfahrung im Unternehmen beruhen.

 

 

 

Vor jedem Recruitingvideo: 8 Fragen

 

1. Wen wollen wir erreichen?

Je genauer die Zielgruppe, desto konkreter die Botschaft.

 

2. Was interessiert diese Menschen?

Die Antwort kann deutlich von dem abweichen, was das Unternehmen gern erzählen möchte.

 

3. Welche Stelle oder welches Arbeitsumfeld zeigen wir?

Konkretheit erhöht den Informationswert.

 

4. Was unterscheidet uns tatsächlich?

„Tolles Team“ und „flache Hierarchien“ reichen selten.

 

5. Was ist an der Arbeit anspruchsvoll?

Auch das gehört zu einem realistischen Bild.

 

6. Wer sollte vor die Kamera?

Die glaubwürdigste Person ist keineswegs immer die ranghöchste.

 

7. Was sollen Zuschauer anschließend tun?

Eine Stellenanzeige ansehen?

Sich bewerben?

Kontakt aufnehmen?

Weitere Einblicke ansehen?

 

8. Wie messen wir den Nutzen?

Zum Beispiel anhand von:

  • qualifizierten Bewerbungen
  • Zugriffen auf Stellenangebote
  • Verweildauer
  • Bewerberfeedback
  • Qualität der Bewerbungen
  • Konversionsrate

Reichweite allein sagt wenig über erfolgreiches Recruiting aus.

 

 

Was macht ein gutes Recruitingvideo aus?

 

Für mich vor allem fünf Dinge:

  1. Klarheit: Was soll vermittelt werden?
  2. Relevanz: Was interessiert die Zielgruppe?
  3. Konkretheit: Welche echten Beispiele zeigen den Arbeitsplatz?
  4. Glaubwürdigkeit: Passen Aussagen und Realität zusammen?
  5. Persönlichkeit: Sprechen echte Menschen verständlich und überzeugend?

Die technische Produktion unterstützt diese Punkte.

Sie ersetzt sie kaum.

 

 

Hochglanz oder Smartphone?

 

Beides kann funktionieren.

Ein hochwertiger Imagefilm kann für bestimmte Zwecke sinnvoll sein.

Ein gutes Smartphonevideo kann für andere Formate glaubwürdiger und schneller sein.

Die Produktionsqualität sollte zum Anlass passen.

Wichtiger ist:

Kann ich die Menschen verstehen und möchte ich ihnen zuhören?

Auch LinkedIn weist darauf hin, dass überzeugender Recruiting-Videocontent keineswegs zwingend große Produktionsbudgets verlangt.

 

 

 

Typische Fehler bei Recruitingvideos

 

  • zu viele allgemeine Werbeaussagen
  • auswendig gelernte Statements
  • unklare Zielgruppe
  • keine konkrete Stelle oder Tätigkeit
  • ausschließlich Führungskräfte vor der Kamera
  • zu wenig Einblick in den tatsächlichen Arbeitsalltag
  • fehlender nächster Schritt
  • starke Inszenierung bei geringer Glaubwürdigkeit

 

 

 

Recruitingvideos können auch Bewerbungen verhindern – und das ist gut

 

Dieser Gedanke klingt zunächst ungewöhnlich.

Ein gutes Recruitingvideo kann dazu führen, dass jemand sagt:

„Das passt zu mir.“

Es kann ebenso dazu führen:

„Das ist kaum das Umfeld, das ich suche.“

Auch das ist ein Erfolg.

Eine Bewerbung weniger kann wertvoll sein, wenn dadurch eine spätere Fehlbesetzung vermieden wird.

Recruitingkommunikation sollte Auswahl auf beiden Seiten erleichtern.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Kann YouTube bei der Mitarbeitergewinnung helfen?

Ja. YouTube kann Arbeitgeber, Mitarbeitende, Tätigkeiten und Unternehmenskultur sichtbar machen. Ob es der beste Kanal ist, hängt von Zielgruppe, Inhalt und Recruitingstrategie ab.

 

Was sollte ein Recruitingvideo zeigen?

Besonders hilfreich sind konkrete Einblicke in Tätigkeit, Team, Führung, Arbeitsweise, Anforderungen und Unternehmenskultur. Aussagen gewinnen an Glaubwürdigkeit, wenn sie durch reale Beispiele sichtbar werden.

 

Wie lang sollte ein Recruitingvideo sein?

Die passende Länge hängt vom Format und Kanal ab. Ein kurzer Stellenclip erfüllt eine andere Aufgabe als ein ausführliches Mitarbeiterinterview. Entscheidend ist, dass jede Minute für die Zielgruppe relevant bleibt.

 

Wer sollte in einem Recruitingvideo sprechen?

Menschen, die für die jeweilige Frage glaubwürdig sind. Das können Mitarbeitende, zukünftige Kolleginnen und Kollegen, Führungskräfte oder Fachverantwortliche sein.

 

Müssen Recruitingvideos professionell produziert werden?

Sie sollten technisch gut genug sein, damit Bild und Ton angenehm funktionieren. Ein großes Produktionsbudget ist jedoch keine Voraussetzung für glaubwürdigen Videocontent.

 

Was ist wichtiger: Reichweite oder passende Bewerbungen?

Für Recruiting ist die Qualität der erreichten Kandidatinnen und Kandidaten meist wichtiger als reine Reichweite. Erfolg sollte deshalb stärker an geeigneten Bewerbungen und der Candidate Journey gemessen werden.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Video kann Recruiting persönlicher machen.

Menschen sehen Menschen.

Sie hören Stimmen.

Sie bekommen einen Eindruck von Arbeit, Kultur und Führung.

Damit entsteht etwas, das eine klassische Stellenanzeige nur begrenzt leisten kann.

Der entscheidende Maßstab bleibt Glaubwürdigkeit.

Zeige nicht den Arbeitgeber, der ihr gern wärt. Zeige so gut wie möglich den Arbeitgeber, der ihr tatsächlich seid.

 

 

 

Wenn Führungskräfte oder Mitarbeitende vor die Kamera sollen

 

Ein gutes Recruitingvideo steht und fällt häufig mit den Menschen vor der Kamera.

Gerade Führungskräfte und Fachleute sind selten professionelle Sprecher.

Das müssen sie auch nicht sein.

Sie sollten ihre Botschaft verstehen, relevante Beispiele kennen und vor der Kamera glaubwürdig sprechen können.

Im persönlichen 1:1 können wir konkret an einem bevorstehenden Recruiting- oder Unternehmensvideo arbeiten:

  • Ziel und Kernbotschaft klären
  • Zielgruppe berücksichtigen
  • Fragen entwickeln
  • Antworten strukturieren
  • Werbesprache reduzieren
  • Storytelling nutzen
  • Auftritt vor der Kamera vorbereiten
  • Stimme und Körpersprache optimieren
  • Probeaufnahmen auswerten

So entsteht kein auswendig gelerntes Werbegespräch.

Es entsteht ein glaubwürdiger Auftritt mit klarer Botschaft.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Welche Erfahrungen oder Erwartungen sind mit Beiträgen auf YouTube & Co. verbunden? Welche Fragen gibt es dazu?

Unterstützung für YouTube & Co.

 

Du willst die Gelegenheit beim Schopf packen, dich den Fragen stellen, eigene stellen und überzeugende Antworten entwickeln? Dann unterstütze ich dich bei der Vorbereitung deiner Planung und Aktivitäten auf YouTube & Co. Über den Umfang der Unterstützung entscheidest du.

In zahlreichen Beiträgen findest du Anregungen, welche Optionen existieren und wobei ich unterstützen kann. Details findest du hier.

Was kostet eine solche professionelle Unterstützung? Hier findest du die Honorare. Du weißt selbst am besten, welcher Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht. Profitiere vom Vorsprung. Das geht übrigens auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung.

Es wird meist verschwiegen, doch leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor der Kamera unter intensivem Lampenfieber. Schade, weil das mit entsprechender Hilfe nicht notwendig ist. Nur, für den Fall, …

Artikel zu Videobeiträgen im Web bei YouTube™ und Co.

 

Plausibel argumentieren: So werden Aussagen nachvollziehbar und glaubwürdig

Warum wirken manche Aussagen plausibel und andere nicht? So verbindest du Fakten, Argumentation, Sprache und Wirkung zu einer nachvollziehbaren Botschaft.

YouTube-Kanal @karstennoack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.

Zum Kanal @karstennoack (Der externe Link öffnet meinen YouTube-Kanal in einem neuen Fenster.)

YOUTUBE.COM/@KARSTENNOACK

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. März 2014
Überarbeitung: 20. Juni 2024

Chancen, wenn Unternehmen an Universitäten präsentieren

Chancen, wenn Unternehmen an Universitäten präsentieren

Chancen nutzen

Präsentieren

Unternehmen an Universitäten präsentieren: Wie du Studierende wirklich erreichst

 

Studierende wollen selten eine Unternehmensbroschüre vorgelesen bekommen.

Sie wollen verstehen:

  • Was macht dieses Unternehmen eigentlich?
  • Woran würde ich dort arbeiten?
  • Welche Menschen arbeiten dort?
  • Welche Möglichkeiten hätte ich?
  • Wie ist die Kultur tatsächlich?
  • Warum könnte das für mich interessant sein?

Genau darin liegt die Chance einer guten Unternehmenspräsentation an Universitäten und Hochschulen.

Menschen begegnen Menschen.

Fragen entstehen.

Arbeit bekommt ein Gesicht.

Und aus einem zunächst unbekannten Unternehmen kann plötzlich ein interessanter Arbeitgeber, Kooperationspartner oder fachlicher Gesprächspartner werden.

Eine gute Hochschulpräsentation verkauft kein Unternehmen. Sie macht verständlich, weshalb es für dieses Publikum relevant sein könnte.

 

 

 

Warum sollten Unternehmen an Hochschulen präsentieren?

 

Der offensichtlichste Grund ist Recruiting.

Doch die Möglichkeiten reichen weiter.

Eine gute Präsenz an Hochschulen kann helfen:

  • potenzielle Mitarbeitende früh kennenzulernen
  • Praktikanten und Werkstudierende zu gewinnen
  • Trainee-Programme sichtbar zu machen
  • die Arbeitgebermarke zu stärken
  • Fachkontakte aufzubauen
  • Forschungskooperationen anzubahnen
  • Expertise sichtbar zu machen
  • Kontakte zu Lehrenden und Instituten aufzubauen
  • langfristig Bekanntheit in relevanten Fachgruppen zu entwickeln

Entscheidend ist, dass die Präsentation zum Publikum passt.

 

 

 

Die erste Frage lautet nicht: Was wollen wir erzählen?

 

Viele Unternehmenspräsentationen beginnen intern.

Welche Folien haben wir bereits?

Welche Unternehmenszahlen sollen hinein?

Welche Erfolge möchten wir zeigen?

Welche Botschaft hat das Marketing vorbereitet?

Die wichtigere Frage lautet:

Was interessiert die Menschen im Raum?

Studierende betrachten dein Unternehmen aus einer anderen Perspektive als Investoren, Kunden oder Führungskräfte.

Sie interessieren sich beispielsweise für:

  • konkrete Aufgaben
  • Einstiegsmöglichkeiten
  • Entwicklung
  • Arbeitsalltag
  • Technologien
  • Verantwortung
  • Führung
  • Unternehmenskultur
  • Sinn und Wirkung der Arbeit

Je besser du diese Fragen beantwortest, desto relevanter wird deine Präsentation.

 

 

 

Eine Unternehmensgeschichte ersetzt den Unternehmenslebenslauf

 

Viele Präsentationen beginnen so:

„Unser Unternehmen wurde 1987 gegründet. Heute beschäftigen wir 3.400 Mitarbeiter an 17 Standorten …“

Diese Informationen können wichtig sein.

Sie erzeugen selten sofort Aufmerksamkeit.

Stärker ist häufig eine konkrete Geschichte.

Zum Beispiel:

„Vor drei Jahren stand unser Entwicklungsteam vor einem Problem, das unsere Branche seit Jahren beschäftigt …“

Oder:

„Wenn du heute bei uns als Ingenieur anfängst, könnte dein erster Arbeitstag ungefähr so aussehen …“

Plötzlich wird aus dem Unternehmen eine erlebbare Welt.

 

 

 

Zeige Arbeit statt Arbeitgeberfloskeln

 

Begriffe wie:

  • innovativ
  • dynamisch
  • teamorientiert
  • international
  • agil
  • wertschätzend

stehen auf unzähligen Karriereseiten.

Die spannendere Frage lautet:

Woran können Studierende das erkennen?

Statt zu sagen:

„Wir geben jungen Menschen früh Verantwortung.“

erzähle:

„Eine unserer heutigen Projektleiterinnen begann bei uns als Werkstudentin. Ihr erstes eigenes Projekt übernahm sie nach …“

Konkrete Beispiele machen Kultur glaubwürdiger.

 

 

 

1. Zeige reale Projekte

 

Besonders bei technischen, wissenschaftlichen oder spezialisierten Zielgruppen interessieren konkrete Aufgaben.

Zeige beispielsweise:

  • welche Probleme ihr löst
  • welche Technologien eingesetzt werden
  • welche Fragen gerade offen sind
  • welche Fähigkeiten gebraucht werden
  • welche Wirkung eure Arbeit hat

So wird aus einer Unternehmenspräsentation gleichzeitig fachlicher Inhalt.

 

 

 

2. Lass Mitarbeitende sprechen

 

Eine HR-Präsentation kann gut sein.

Ein Entwickler kann jedoch etwas anderes glaubwürdig erklären.

Eine Projektleiterin ebenfalls.

Oder ein ehemaliger Student derselben Hochschule.

Menschen, die den Weg selbst gegangen sind, beantworten unausgesprochene Fragen:

„Wie ist das wirklich?“

„Wie kommt jemand wie ich dort hinein?“

„Was erwartet mich?“

 

 

 

3. Alumni können eine besondere Brücke bilden

 

Ehemalige Studierende derselben Universität besitzen einen natürlichen Verbindungspunkt.

Sie kennen:

  • den Studiengang
  • die Hochschule
  • typische Fragen
  • den Übergang in den Beruf

Ihre Geschichte kann deshalb ausgesprochen anschlussfähig sein.

Wichtig ist auch hier:

Kein Werbetext.

Eine reale Geschichte.

 

 

 

4. Zeige Einstiegsmöglichkeiten konkret

 

„Wir suchen Talente“ sagt wenig.

Hilfreicher ist:

  • Welche Praktika gibt es?
  • Welche Werkstudentenstellen?
  • Welche Einstiegspositionen?
  • Welche Trainee-Programme?
  • Welche Abschlussarbeiten können begleitet werden?
  • Welche Fachrichtungen werden gesucht?
  • Wann lohnt sich eine Bewerbung?

Je konkreter der nächste Schritt ist, desto leichter entsteht Handlung.

 

 

 

5. Sprich auch über Anforderungen

 

Attraktivität entsteht keineswegs daraus, dass alles leicht klingt.

Eine gute Präsentation darf auch sagen:

„Diese Arbeit verlangt viel Eigenständigkeit.“

„Die Lernkurve ist steil.“

„Bei uns wird früh Verantwortung übernommen.“

„Wer klare Strukturen für jeden Schritt erwartet, wird sich bei uns möglicherweise weniger wohlfühlen.“

Solche Aussagen helfen bei der Passung.

Recruiting wird besser, wenn Menschen erkennen können, ob sie wirklich zueinander passen.

 

 

 

6. Gib Studierenden echten Nutzen

 

Eine Hochschulpräsentation darf mehr sein als Recruiting.

Unternehmen können etwas Wertvolles mitbringen.

Zum Beispiel:

  • Einblicke in aktuelle Branchenthemen
  • Fallbeispiele
  • Praxiswissen
  • Technologietrends
  • Einblicke in reale Entscheidungsprozesse
  • Lessons Learned aus Projekten

So entsteht ein Austausch auf Augenhöhe.

Das Unternehmen nimmt weniger Aufmerksamkeit und gibt mehr zurück.

 

 

 

7. Plane Fragen als Teil der Präsentation

 

Die interessantesten Minuten entstehen häufig nach dem Vortrag.

Studierende fragen vielleicht:

  • Wie sieht das Gehalt aus?
  • Wie flexibel ist die Arbeit?
  • Welche Fehler machen Bewerber häufig?
  • Wie schnell kann ich Verantwortung übernehmen?
  • Was ist an der Arbeit schwierig?
  • Wie sieht Führung bei euch aus?
  • Wie wichtig sind Noten wirklich?

Solche Fragen verdienen konkrete Antworten.

Gerade dort entsteht Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Die Vortragenden sind Teil der Botschaft

 

Ein Unternehmen kann hervorragende Inhalte vorbereitet haben.

Wenn die Person vorne:

  • einen Text abliest
  • jede Frage wie eine Gefahr behandelt
  • über Mitarbeitende distanziert spricht
  • sichtbar wenig Interesse am Publikum hat

entsteht trotzdem ein Eindruck.

Studierende erleben nicht nur das Unternehmen.

Sie erleben einen Menschen dieses Unternehmens.

Die Person auf der Bühne wird für eine Stunde zum Gesicht der Organisation.

 

 

 

Wer sollte präsentieren?

 

Die ranghöchste Person ist keineswegs automatisch die beste Wahl.

Hilfreicher ist die Frage:

Wer hat für dieses Publikum etwas Relevantes zu erzählen?

Das kann sein:

  • eine Geschäftsführerin
  • ein technischer Experte
  • eine junge Führungskraft
  • eine ehemalige Absolventin
  • ein Projektleiter
  • eine Mitarbeiterin aus dem Fachbereich

Auch eine Kombination kann sehr gut funktionieren.

 

 

 

Fachvortrag statt Unternehmenswerbung

 

Eine interessante Variante besteht darin, zunächst ein fachliches Thema anzubieten.

Zum Beispiel:

„Was wir aus unserem letzten KI-Projekt gelernt haben.“

Oder:

„Warum unser erstes Produktkonzept gescheitert ist – und was wir daraus gemacht haben.“

Oder:

„Welche Kompetenzen Ingenieure in unserer Branche in den kommenden fünf Jahren brauchen.“

Das Unternehmen wird dabei automatisch sichtbar.

Und gleichzeitig bekommen die Studierenden einen echten fachlichen Nutzen.

 

 

 

Workshops können noch stärker wirken

 

Wenn das Format und die Hochschule es ermöglichen, kann ein Workshop eine interessante Alternative zur klassischen Präsentation sein.

Studierende arbeiten dabei aktiv an:

  • einem realen Problem
  • einer Fallstudie
  • einer technischen Herausforderung
  • einer strategischen Frage

Das Unternehmen erlebt potenzielle Talente in Aktion.

Und die Studierenden bekommen Einblick in Denkweise und Arbeitswelt des Unternehmens.

 

 

 

Was solltest du vermeiden?

 

1. Den Unternehmensfilm mit Menschen davor

Ein Vortrag sollte mehr leisten als die Karriereseite laut vorzulesen.

 

2. Zu viele Unternehmenszahlen

Zahlen brauchen Bedeutung.

Wähle diejenigen, die für dein Publikum relevant sind.

 

3. Dreißig Folien in zwanzig Minuten

Weniger Folien geben häufig mehr Raum für echte Kommunikation.

 

4. Werbesprache

Je stärker ein Vortrag wie Marketing klingt, desto vorsichtiger wird ein erfahrenes Publikum.

 

5. Unklare nächste Schritte

Wenn jemand nach der Präsentation interessiert ist, sollte klar sein:

Was jetzt?

 

 

 

Die Präsentation sollte ein klares Ziel haben

 

Bevor du den Vortrag entwickelst, kläre:

Was soll nach dieser Veranstaltung geschehen?

Vielleicht sollen Studierende:

  • das Unternehmen erstmals kennenlernen
  • Interesse an einer bestimmten Tätigkeit entwickeln
  • sich für ein Praktikum bewerben
  • einen Ansprechpartner kennenlernen
  • einen Newsletter abonnieren
  • an einem Workshop teilnehmen
  • eine Abschlussarbeit im Unternehmen erwägen

Je klarer das Ziel, desto leichter lässt sich die Präsentation gestalten.

 

 

 

Eine mögliche Struktur für den Hochschulvortrag

 

1. Einstieg

Beginne mit einer Frage, einem Problem oder einer konkreten Geschichte.

 

2. Relevanz

Warum betrifft dieses Thema die Studierenden?

 

3. Einblick

Zeige reale Arbeit, Projekte oder Herausforderungen.

 

4. Menschen

Wer arbeitet daran und welche Wege haben diese Menschen genommen?

 

5. Möglichkeiten

Welche Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?

 

6. Fragen

Plane ausreichend Zeit für Austausch.

 

7. Nächster Schritt

Mach klar, wie Interessierte den Kontakt fortsetzen können.

 

 

 

Networking beginnt nach dem Applaus

 

Die Präsentation kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Beziehungen entstehen häufig danach.

Plane deshalb Zeit für Gespräche.

Menschen möchten vielleicht:

  • eine individuelle Frage stellen
  • Kontaktdaten austauschen
  • mehr über eine Stelle erfahren
  • ein Projekt diskutieren

Gerade dieser informelle Teil kann ausgesprochen wertvoll sein.

 

 

 

Kooperation mit Hochschulen langfristig denken

 

Eine einzelne Präsentation kann sinnvoll sein.

Eine langfristige Beziehung kann deutlich mehr bewirken.

Mögliche Formen sind:

  • regelmäßige Gastvorträge
  • Praxisprojekte
  • Abschlussarbeiten
  • Forschungskooperationen
  • Mentoring
  • Praktika
  • Werkstudententätigkeiten
  • gemeinsame Veranstaltungen

Damit wird aus Recruiting Beziehungspflege.

 

 

 

Ein wichtiger Punkt: Hochschulen sind kein Verkaufsraum

 

Universitäten und Hochschulen haben einen Bildungsauftrag.

Das sollten Unternehmen respektieren.

Wer ausschließlich Werbung abliefert, nutzt die Aufmerksamkeit des Publikums.

Wer fachliche Einsichten, reale Erfahrungen und Dialog anbietet, trägt zum Austausch bei.

Das stärkt gleichzeitig die eigene Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Warum sollten Unternehmen an Universitäten präsentieren?

Unternehmen können dadurch potenzielle Mitarbeitende kennenlernen, ihre Arbeitgebermarke sichtbar machen, Fachkontakte aufbauen und Kooperationen mit Hochschulen entwickeln.

 

Was interessiert Studierende bei Unternehmenspräsentationen?

Besonders relevant sind konkrete Aufgaben, Projekte, Einstiegsmöglichkeiten, Unternehmenskultur, Entwicklungsmöglichkeiten und ehrliche Einblicke in den Arbeitsalltag.

 

Wer sollte für ein Unternehmen an Hochschulen präsentieren?

Menschen, die für das konkrete Publikum relevante Erfahrungen und glaubwürdige Einblicke vermitteln können. Das kann eine Führungskraft, ein Fachmensch oder ein ehemaliger Absolvent der Hochschule sein.

 

Wie lang sollte eine Unternehmenspräsentation an einer Universität sein?

Das hängt vom Veranstaltungsformat ab. Häufig lohnt es sich, den Vortrag konzentriert zu halten und ausreichend Zeit für Fragen und persönlichen Austausch einzuplanen.

 

Was sollte ein Unternehmen vermeiden?

Reine Werbepräsentationen, austauschbare Arbeitgeberfloskeln, zu viele Folien und eine Darstellung, die kaum Einblick in die tatsächliche Arbeit ermöglicht.

 

Wie wird eine Hochschulpräsentation authentisch?

Durch konkrete Geschichten, reale Projekte, verständliche Sprache, glaubwürdige Vortragende und die Bereitschaft, auch anspruchsvolle Aspekte der Arbeit offen zu benennen.

 

Der entscheidende Gedanke

Unternehmen haben an Hochschulen eine besondere Gelegenheit.

Sie können jungen Menschen begegnen, bevor Lebensläufe verschickt und Vorstellungsgespräche geführt werden.

Sie können zeigen:

Wer sind wir?

Woran arbeiten wir?

Was ist uns wichtig?

Und welche Menschen könnten bei uns etwas bewegen?

Eine gute Unternehmenspräsentation hinterlässt weniger den Eindruck „Was für eine tolle Firma“. Sie weckt den Gedanken: „Das könnte für mich interessant sein.“

 

 

Wenn dein Unternehmen an einer Hochschule präsentiert

 

Gerade bei einem wichtigen Hochschulauftritt lohnt sich eine Vorbereitung, die über die Folien hinausgeht.

Im persönlichen 1:1 können wir konkret an der bevorstehenden Präsentation arbeiten:

  • Ziel und Zielgruppe klären
  • Kernbotschaft entwickeln
  • relevante Inhalte auswählen
  • Storytelling einsetzen
  • Werbesprache reduzieren
  • Präsentationsstruktur entwickeln
  • Folien prüfen
  • Fragen der Studierenden vorbereiten
  • Stimme, Körpersprache und Präsenz optimieren
  • den Vortrag realistisch proben

Wir arbeiten an der Präsentation, die tatsächlich gehalten wird.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Welche Erfahrungen gibt es? Wie können Unternehmen davon profitieren, wenn sie an akademischen und anderen Einrichtungen präsentieren? Welche Fragen gibt es dazu?

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 26. März 2084
Überarbeitung: 20. Juni 2024