Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Verantwortungsverschiebung, Rückschaufehler und die Frage, wer wofür tatsächlich verantwortlich war
Durchblick

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

 

Verantwortungsverschiebung, Rückschaufehler und die Frage, wer wofür tatsächlich verantwortlich war

 

Das Projekt läuft gut.

Dann heißt es:

„Das haben wir gemeinsam geschafft.“

Das Projekt läuft schlecht.

Plötzlich heißt es:

„Du hattest doch die Verantwortung.“

Solche Situationen sind in Unternehmen besonders heikel.

Denn Verantwortung wird häufig erst dann intensiv diskutiert, wenn das Ergebnis bereits bekannt ist.

Und genau dann verändert sich unser Blick auf die Vergangenheit.

Was vorher unsicher war, erscheint im Rückblick offensichtlich.

Was gemeinsam entschieden wurde, wirkt plötzlich wie die Entscheidung einer einzelnen Person.

Aus akzeptierten Risiken werden vermeidbare Fehler.

Aus:

„Das machen wir gemeinsam.“

wird:

„Du hattest das vorgeschlagen.“

Deshalb ist bei schwierigen Verantwortungsfragen eine Frage besonders wertvoll:

Wie war die Verantwortung verteilt, bevor wir wussten, wie die Sache ausgeht?

 

 

 

Ein schlechtes Ergebnis beweist keine schlechte Entscheidung

 

Das klingt zunächst selbstverständlich.

Im Unternehmensalltag wird es trotzdem häufig verwechselt.

Eine gute Entscheidung kann schlecht ausgehen.

Eine schlechte Entscheidung kann gut ausgehen.

Warum?

Weil Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden.

Du kannst Informationen sammeln.

Risiken bewerten.

Alternativen vergleichen.

Annahmen prüfen.

Wahrscheinlichkeiten einschätzen.

Und trotzdem kennst du die Zukunft weniger.

Deshalb sollten zwei Dinge getrennt betrachtet werden:

Entscheidungsqualität

und

Ergebnisqualität.

 

 

 

Eine gute Entscheidung kann scheitern

 

Stell dir vor, drei Geschäftsführer entscheiden über eine größere Investition.

Die verfügbaren Informationen werden geprüft.

Risiken werden diskutiert.

Alternativen werden betrachtet.

Eine Person befürwortet die Investition besonders deutlich.

Am Ende stimmen alle zu.

Sechs Monate später entwickelt sich der Markt anders.

Die Investition wird teuer.

Jetzt beginnt die Erinnerung sich zu verändern.

„Das war doch vor allem dein Projekt.“

„Du hast uns dazu geraten.“

„Du warst derjenige, der das unbedingt wollte.“

Vielleicht stimmt es, dass eine Person die Entscheidung besonders stark vertreten hat.

Das ist jedoch weniger automatisch dasselbe wie:

Diese Person hat allein entschieden und trägt allein die Verantwortung.

 

 

 

Engagement ist weniger dasselbe wie alleinige Verantwortung

 

In Führungsteams gibt es häufig Menschen, die eine Position besonders engagiert vertreten.

Das ist wertvoll.

Problematisch wird es, wenn starke Fürsprache im Nachhinein als alleinige Verantwortung interpretiert wird.

Deshalb lohnt sich die Rekonstruktion:

Wer hat entschieden?

Wer war beteiligt?

Wer hat zugestimmt?

Wer hatte Bedenken?

Welche Alternativen wurden betrachtet?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Annahmen lagen zugrunde?

Und:

Wie wurde Verantwortung zu diesem Zeitpunkt verstanden?

Nicht heute.

Damals.

 

 

 

Der Rückblick verändert unsere Wahrnehmung

 

Sobald wir das Ergebnis kennen, wirkt die Vergangenheit klarer.

Ein Risiko, das eingetreten ist, erscheint plötzlich vorhersehbarer.

Warnsignale wirken deutlicher.

Eine Alternative erscheint offensichtlich besser.

Dann entstehen Sätze wie:

„Das hätte man doch sehen müssen.“

Manchmal stimmt das.

Vielleicht wurden wichtige Informationen ignoriert.

Vielleicht war die Analyse schlecht.

Vielleicht wurde fahrlässig entschieden.

Und manchmal betrachten wir die damalige Entscheidung mit Wissen, das damals noch weniger verfügbar war.

Deshalb ist eine faire Analyse weniger:

„Was wissen wir heute?“

Sondern:

„Was konnten wir zum Zeitpunkt der Entscheidung vernünftigerweise wissen?“

 

 

 

Aus „Wir“ wird „Du“

 

Ein weiteres Warnsignal ist die Sprache.

Vor der Entscheidung:

„Wir gehen dieses Risiko ein.“

Nach einem guten Ergebnis:

„Das haben wir richtig entschieden.“

Nach einem schlechten Ergebnis:

„Du hattest das doch vorgeschlagen.“

Achte auf diesen Wechsel.

Denn darin kann sich eine problematische Verantwortungsarchitektur zeigen:

Erfolg wird gemeinsam verteilt.

Misserfolg wird individuell zugerechnet.

Wenn sich dieses Muster wiederholt, beeinflusst es irgendwann das Verhalten der Menschen.

 

 

 

Verantwortung und Schuld sind unterschiedliche Fragen

 

Verantwortung fragt:

Was war deine Rolle?

Was hast du entschieden?

Welche Informationen hattest du?

Welchen Anteil hattest du?

Was kannst du jetzt beitragen?

Was lernen wir daraus?

Schuld fragt häufig zuerst:

Wer hat das verursacht?

Auch Schuldfragen können in bestimmten Situationen berechtigt sein.

Bei Pflichtverletzungen.

Bewusster Täuschung.

Fahrlässigkeit.

Verstößen.

Für gutes organisationales Lernen reicht die Suche nach einem Schuldigen jedoch selten aus.

Denn ein Unternehmen muss verstehen:

Wie ist diese Entscheidung entstanden?

 

 

 

Wenn Verantwortung gefährlich wird

 

Stell dir vor, eine Führungskraft lernt:

Wenn meine Entscheidung funktioniert, war es Teamarbeit.

Wenn sie scheitert, war es meine Entscheidung.

Was wird sie beim nächsten Mal tun?

Vielleicht mehr absichern.

Mehr E-Mails schreiben.

Mehr Personen ins CC nehmen.

Mehr Freigaben verlangen.

Entscheidungen nach oben delegieren.

Länger warten.

Oder weniger Verantwortung übernehmen.

Das ist nachvollziehbar.

Und für das Unternehmen teuer.

 

 

 

Eine problematische Regel kann entstehen

 

Die unausgesprochene Regel lautet dann:

Triff keine Entscheidung, deren Scheitern dir später allein zugerechnet werden könnte.

Damit entsteht das Gegenteil dessen, was viele Unternehmen offiziell wünschen.

Auf Folien steht:

Eigenverantwortung.

Unternehmertum.

Entscheidungsfreude.

Mut.

In der gelebten Kultur lernen Menschen:

Sichere dich ab.

Das ist ein strukturelles Problem.

 

 

 

„Du bist doch der Experte“

 

Auch dieser Satz verdient Aufmerksamkeit.

Vor der Entscheidung klingt er nach Vertrauen.

„Du bist der Experte. Was empfiehlst du?“

Nach einem schlechten Ergebnis kann daraus werden:

„Du bist doch der Experte. Du hättest das wissen müssen.“

Damit verändert sich die Bedeutung von Expertise.

Ein Experte kann:

Informationen bewerten.

Risiken erkennen.

Szenarien entwickeln.

Wahrscheinlichkeiten einschätzen.

Empfehlungen geben.

Expertise bedeutet weniger:

die Zukunft garantieren.

 

 

 

Beratung und Entscheidung sollten getrennt werden

 

Gerade bei großen Entscheidungen ist es hilfreich, Rollen klar zu benennen.

Wer liefert Expertise?

Wer gibt eine Empfehlung?

Wer entscheidet?

Wer trägt die Umsetzung?

Wer akzeptiert welches Risiko?

Sonst kann später aus:

„Wir haben auf Grundlage deiner Expertise entschieden“

leicht werden:

„Du hast entschieden.“

Das ist weniger dasselbe.

 

 

 

Vereinbarungen können sich nachträglich ebenfalls verändern

 

Verantwortungsverschiebung betrifft weniger nur große strategische Entscheidungen.

Sie kann auch im Alltag entstehen.

Im Gespräch heißt es:

„Ja, das übernehme ich.“

Später:

„Ich hatte nur gesagt, dass ich mich darum kümmere.“

Oder:

„Wir entscheiden das heute.“

Später:

„Das war doch nur eine erste Diskussion.“

Oder:

„Bis Freitag.“

Später:

„Freitag war nur eine Orientierung.“

Einmal kann das ein Missverständnis sein.

Wiederholt sich das Muster, lohnt sich die Frage:

In welche Richtung verändern sich Vereinbarungen?

 

 

 

Wer profitiert von der neuen Version?

 

Das ist eine hilfreiche Beobachtung.

Werden Vereinbarungen zufällig unterschiedlich erinnert?

Oder verändert sich die Interpretation regelmäßig zugunsten derselben Person?

Wird Verantwortung kleiner, wenn etwas weniger funktioniert?

Wird der eigene Anteil größer, wenn etwas erfolgreich war?

Wandert Verantwortung nach einem Misserfolg zu anderen?

Dann geht es möglicherweise weniger nur um Erinnerung.

Es geht um die Verteilung von Verantwortung.

 

 

 

Verantwortung kann den Besitzer wechseln

 

Ein Beispiel:

Eine Person sagt:

„Ich kümmere mich darum.“

Später geschieht wenig.

Auf Nachfrage heißt es:

„Du hättest mich noch einmal daran erinnern müssen.“

Jetzt ist etwas Interessantes geschehen.

Aus:

„Ich übernehme die Aufgabe“

wurde:

„Du warst dafür verantwortlich, dass ich die Aufgabe erledige.“

Die Verantwortung hat den Besitzer gewechselt.

Solche Verschiebungen wirken im Einzelfall klein.

Wiederholt können sie Zusammenarbeit erheblich verändern.

 

 

 

Ist das Gaslighting?

 

Wenn Gespräche und Vereinbarungen wiederholt anders dargestellt werden, fällt schnell der Begriff Gaslighting.

Gaslighting bezeichnet manipulative Verhaltensweisen, durch die die Wahrnehmung oder Erinnerung eines anderen Menschen systematisch infrage gestellt oder destabilisiert werden kann.

Ob hinter einer konkreten Situation tatsächlich eine solche bewusste Strategie steht, lässt sich aus der Distanz häufig weniger sicher beurteilen.

Für die praktische Zusammenarbeit ist eine andere Frage oft hilfreicher:

Kann ich mit dieser Person belastbare Vereinbarungen treffen?

Und:

Kann Verantwortung anschließend noch nachvollziehbar zugeordnet werden?

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Verhaltensmustern kann der Umgang mit Fehlern, Kritik und negativen Ergebnissen schwieriger sein.

Manche Menschen schreiben Erfolge stärker der eigenen Person zu und negative Ergebnisse eher äußeren Umständen oder anderen Menschen.

Auch Schwierigkeiten, den eigenen Anteil an problematischen Entwicklungen anzuerkennen, können eine Rolle spielen.

Für deine unternehmerische Entscheidung braucht es weniger eine Diagnose.

Eine wesentlich praktischere Frage lautet:

Kann diese Person ihren eigenen Anteil anerkennen, wenn etwas schiefläuft?

Das ist beobachtbar.

 

 

 

Zusammenarbeit zeigt sich unter Druck

 

Solange alles gut läuft, ist Verantwortungsübernahme leicht.

Interessant wird es bei:

einem verlorenen Kunden,

einem gescheiterten Projekt,

einer schlechten Investition,

einem Konflikt,

kritischen Fragen der Gesellschafter,

oder einem Reputationsproblem.

Kann jemand dann sagen:

„Das war mein Anteil.“

Kann die Person einen Fehler korrigieren?

Kann sie Verantwortung übernehmen, ohne gleichzeitig die Verantwortung aller anderen auf sich zu nehmen?

Und kann sie akzeptieren, dass Verantwortung häufig auf mehrere Rollen verteilt ist?

Das ist professionelle Verantwortungsfähigkeit.

 

 

 

Der Vorher-Nachher-Test

 

Bei einer schwierigen Situation kannst du zwei Bilder erstellen.

 

Vor dem Ergebnis

 

Wer war beteiligt?

Wer wusste was?

Wer entschied?

Wer stimmte zu?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Verantwortung war verteilt?

 

Nach dem Ergebnis

 

Wie wird heute darüber gesprochen?

Wer soll jetzt verantwortlich sein?

Welche Rollen werden plötzlich anders beschrieben?

Welche damaligen Unsicherheiten erscheinen heute angeblich selbstverständlich?

Dann vergleichst du beide Bilder.

Hat sich die Verantwortung verändert, nachdem das Ergebnis bekannt wurde?

Das ist ein sehr aufschlussreicher Test.

 

 

 

Verantwortung sollte vor der Entscheidung klarer sein

 

Bei wichtigen Entscheidungen lohnt es sich, vorher festzuhalten:

Was entscheiden wir?

Wer entscheidet?

Wer berät?

Wer liefert Informationen?

Wer setzt um?

Welche Annahmen liegen zugrunde?

Welche Risiken kennen wir?

Welche Risiken akzeptieren wir bewusst?

Wer trägt welche Verantwortung?

Das braucht weniger ein zwanzigseitiges Protokoll.

Häufig reichen wenige klare Sätze.

 

 

 

Eine besonders wertvolle Frage vor riskanten Entscheidungen

 

Frag:

„Wie bewerten wir diese Entscheidung später, falls das Ergebnis schlecht ausfällt?“

Diese Frage ist erstaunlich wirkungsvoll.

Denn sie zwingt euch, vor dem Ergebnis zu klären:

Was wäre ein Fehler?

Was wäre ein akzeptiertes Risiko?

Welche Unsicherheit nehmen wir bewusst in Kauf?

Welche Kriterien verwenden wir zur Bewertung der Entscheidung?

Damit wird Verantwortung präziser, bevor Rückschauwissen die Perspektive verändert.

 

 

 

Was Führungskräfte nach einem Misserfolg zuerst fragen können

 

Die spontane Frage lautet häufig:

„Wer hat das entschieden?“

Eine bessere erste Frage kann sein:

„Was wussten wir zum Zeitpunkt der Entscheidung?“

Danach:

Welche Alternativen hatten wir?

Welche Risiken kannten wir?

Welche Annahmen waren falsch?

Welche Informationen fehlten?

War der Entscheidungsprozess gut?

Was lernen wir?

Und selbstverständlich:

Wer hatte welchen Anteil?

Damit analysierst du die Qualität der Entscheidung, statt nur ihr Ergebnis.

 

 

 

Sonst belohnst du Glück und bestrafst vernünftiges Risiko

 

Das ist für Unternehmen gefährlich.

Eine leichtsinnige Entscheidung kann zufällig hervorragend ausgehen.

Eine vernünftig vorbereitete Entscheidung kann trotz guter Analyse scheitern.

Wenn nur Ergebnisse bewertet werden, lernst du möglicherweise die falschen Lektionen.

Du belohnst Glück.

Und bestrafst Menschen, die unter Unsicherheit vernünftige Risiken übernommen haben.

Langfristig kann das Entscheidungsqualität verschlechtern.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und Verantwortung nach Konflikten oder Misserfolgen regelmäßig neu verteilt wird, lohnt sich eine strukturierte Rekonstruktion.

Geht es um unklare Rollen?

Unklare Entscheidungsrechte?

Schlecht dokumentierte Vereinbarungen?

Rückschaufehler?

Schuldverschiebung?

Macht?

Oder schwierige beziehungsweise narzisstisch geprägte Verhaltensmuster?

Im Executive Sparring können wir vertraulich klären:

Was war vereinbart?

Wer wusste was?

Wer entschied?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Verantwortung gehört tatsächlich zu wem?

Und:

Wie stellen wir wieder Handlungsfähigkeit her?

 

 

 

Fazit

 

Wenn am Ende immer du verantwortlich sein sollst, musst du weder reflexhaft alles zurückweisen noch alles übernehmen.

Rekonstruiere.

Was war deine Rolle?

Was war die Rolle der anderen?

Welche Informationen lagen vor?

Wer hat entschieden?

Welche Risiken waren bekannt?

Welcher Anteil gehört tatsächlich zu dir?

Und welcher weniger?

Das ist keine Schuldabwehr.

Das ist saubere Verantwortungsübernahme.

Denn gute Zusammenarbeit zeigt sich weniger nur darin, wie Menschen Erfolge teilen.

Sie zeigt sich auch darin, wie sie Verantwortung tragen, wenn etwas schiefläuft.

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

 

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

Narzissmus im Unternehmen

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht erreichen | Karsten Noack

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

Informationsfilter, Schweigen und verspätete schlechte Nachrichten im Unternehmen
Durchblick

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

 

Informationsfilter, Schweigen und verspätete schlechte Nachrichten im Unternehmen

 

„Warum erfahre ich das jetzt erst?“

Diese Frage stellen Geschäftsführer häufig zu spät.

Ein wichtiger Kunde ist kurz vor dem Absprung.

Ein Projekt läuft seit Wochen aus dem Ruder.

Ein Konflikt im Führungsteam ist längst eskaliert.

Ein Leistungsträger denkt über Kündigung nach.

Ein finanzielles Risiko ist größer als angenommen.

Und dann stellt sich heraus:

Andere wussten es schon länger.

Die Information war vorhanden.

Sie hat die Führung nur weniger rechtzeitig erreicht.

Das ist mehr als ein Kommunikationsproblem.

Denn bei wichtigen Informationen gilt:

Je später sie ankommen, desto kleiner kann der Handlungsspielraum werden.

 

 

 

Führung ist auf Informationen angewiesen

 

Mit wachsender Verantwortung entsteht ein interessantes Paradox.

Du trägst mehr Verantwortung.

Und gleichzeitig bist du zunehmend darauf angewiesen, dass andere dir relevante Informationen geben.

Du kannst weniger jedes Kundengespräch selbst führen.

Du kannst weniger jedes Projekt beobachten.

Du sitzt weniger bei jedem Konflikt dabei.

Du kennst weniger jedes operative Detail.

Das ist normal.

Führung funktioniert deshalb nur, wenn wichtige Informationen ihren Weg zu dir finden.

Nicht jede Information.

Die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt.

 

 

 

Das Problem ist häufig weniger fehlendes Wissen

 

Vielleicht weiß der Projektleiter längst, dass der Termin gefährdet ist.

Der Vertrieb kennt die Unzufriedenheit des Kunden.

HR weiß von Spannungen.

Eine Führungskraft erkennt ein Risiko.

Mehrere Mitarbeiter haben dieselbe Beobachtung gemacht.

Die Information existiert also.

Die entscheidende Frage lautet:

Warum bewegt sie sich weniger weiter?

 

 

 

Schlechte Nachrichten bewegen sich häufig langsamer

 

Gute Nachrichten lassen sich leicht weitergeben.

„Der Kunde hat zugesagt.“

„Das Projekt liegt im Plan.“

„Wir haben den Auftrag.“

„Die Zahlen sehen gut aus.“

Schwierige Nachrichten erzeugen mehr innere Fragen:

Ist das schon sicher?

Sollte ich noch warten?

Kann ich das selbst lösen?

Wie wird die Führung reagieren?

Brauche ich erst mehr Belege?

Mache ich unnötig Unruhe?

Vielleicht erledigt sich das Problem.

So vergeht Zeit.

Und aus einem frühen Hinweis wird irgendwann ein akutes Problem.

 

 

 

Der Zeitpunkt verändert den Wert einer Information

 

Stell dir vor, ein wichtiger Kunde beginnt unzufrieden zu werden.

In Woche eins erfährst du:

„Da entwickelt sich etwas. Wir sollten genauer hinschauen.“

Vielleicht hast du viele Möglichkeiten.

Ein Gespräch.

Eine andere Betreuung.

Eine Korrektur im Projekt.

Zusätzliche Ressourcen.

Eine persönliche Intervention.

In Woche acht erfährst du:

„Der Kunde möchte kündigen.“

Die Information betrifft möglicherweise dasselbe Problem.

Ihr Wert ist jedoch ein anderer.

Denn deine Optionen sind weniger geworden.

Dieselbe Information kann zu einem anderen Zeitpunkt einen völlig anderen Handlungsspielraum erzeugen.

 

 

 

Deshalb ist „Warum erfahre ich das jetzt erst?“ eine wichtige Frage

 

Nur würde ich sie weniger als Vorwurf formulieren.

Denn wenn die erste Reaktion auf eine schlechte Nachricht lautet:

„Warum hast du mir das nicht früher gesagt?“

kann die Organisation etwas lernen, das du gar nicht beabsichtigt hast:

Schlechte Nachrichten sind gefährlich.

Die Person, die endlich informiert, wird dann gleichzeitig für die verspätete Information verantwortlich gemacht.

Das kann den nächsten Informationsfluss noch schwieriger machen.

Eine hilfreichere erste Reaktion kann sein:

„Gut, dass ich es jetzt weiß. Was muss ich wissen?“

Und anschließend:

„Was hätte es leichter gemacht, mich früher einzubeziehen?“

Damit schützt du zunächst den Informationsfluss.

Danach kannst du die Ursachen klären.

 

 

 

Trenne die Botschaft vom Überbringer

 

Das ist eine wichtige Führungsaufgabe.

Eine unangenehme Information wird weniger angenehmer, wenn du die Person angreifst, die sie überbringt.

Wenn Menschen erleben, dass schlechte Nachrichten regelmäßig zu Ärger, Rechtfertigung oder persönlichen Konsequenzen führen, passen sie ihr Verhalten an.

Sie warten länger.

Sie sammeln mehr Beweise.

Sie formulieren vorsichtiger.

Oder sie hoffen, jemand anderes werde das Thema ansprechen.

Das kann vollkommen rationales Verhalten sein.

Für das Unternehmen ist es trotzdem gefährlich.

 

 

 

Schlechte Nachrichten werden auf dem Weg nach oben manchmal schöner

 

Aus:

„Das Projekt ist ernsthaft gefährdet.“

wird:

„Das Projekt ist herausfordernd.“

Aus:

„Der Kunde steht kurz vor dem Absprung.“

wird:

„Der Kunde ist momentan etwas unzufrieden.“

Aus:

„Wir haben einen erheblichen Konflikt.“

wird:

„Es gibt unterschiedliche Auffassungen.“

Das muss keine bewusste Täuschung sein.

Manchmal wird Sprache mit jeder Hierarchiestufe etwas vorsichtiger.

Am Ende erreicht die Geschäftsführung eine Realität mit immer weicheren Kanten.

Und handelt entsprechend später.

 

 

 

Wenn die Wahrheit erst nach dem Meeting beginnt

 

Ein weiteres Warnsignal:

Das Meeting endet.

Es gab wenig Widerspruch.

Die Entscheidung scheint klar.

Und danach kommen die Einzelgespräche.

„Was ich im Meeting weniger sagen wollte …“

„Unter uns sehe ich das ganz anders.“

„Das kannst du ansprechen. Von mir sollte es lieber weniger kommen.“

„Ich glaube, wir unterschätzen das Risiko.“

Jetzt stellt sich eine wichtige Frage:

Wo befinden sich die besseren Informationen?

Im offiziellen Meeting?

Oder danach auf dem Flur, am Telefon und in vertraulichen Einzelgesprächen?

 

 

 

Schweigen ist weniger automatisch Zustimmung

 

Ein ruhiges Meeting kann ein gutes Meeting sein.

Es kann bedeuten:

Die Informationen waren vollständig.

Die Argumente wurden gehört.

Die Beteiligten tragen die Entscheidung mit.

Es kann auch bedeuten:

Menschen haben gelernt, dass Widerspruch wenig bringt oder einen hohen Preis besitzt.

Deshalb ist die Frage weniger nur:

„Dürfen Menschen hier widersprechen?“

Fast jedes Unternehmen würde darauf mit Ja antworten.

Interessanter ist:

„Was geschieht, nachdem jemand widersprochen hat?“

Denn Menschen lernen weniger nur aus offiziellen Regeln.

Sie lernen aus Konsequenzen.

 

 

 

Eine Situation kann reichen

 

Vielleicht widerspricht eine Führungskraft in einem wichtigen Meeting.

Sachlich.

Gut vorbereitet.

Und anschließend erlebt sie:

Abwertung.

Ausschluss.

Eine auffällige Reaktion.

Persönliche Angriffe.

Oder Nachteile.

Die anderen beobachten das.

Niemand muss anschließend offiziell verkünden:

„Widerspruch ist hier unerwünscht.“

Die Organisation hat die Botschaft möglicherweise bereits verstanden.

Beim nächsten Mal wird es ruhiger.

 

 

 

Wenn zwei Informationssysteme entstehen

 

Dann kann sich ein Unternehmen aufteilen.

Es gibt das offizielle Informationssystem:

Meetings.

Berichte.

Protokolle.

Präsentationen.

Entscheidungsvorlagen.

Und daneben existiert ein zweites System:

Flurgespräche.

Telefonate.

Private Nachrichten.

Vertrauliche Gespräche.

Hinweise hinter verschlossenen Türen.

Beides hat seine Berechtigung.

Nicht jede Information gehört in jedes Meeting.

Vertraulichkeit kann notwendig sein.

Problematisch wird es, wenn die entscheidungsrelevanten Informationen regelmäßig im zweiten System besser sind als im ersten.

 

 

 

Die Führungskraft als Sammler privater Wahrheiten

 

Das kann zunächst sogar schmeichelhaft wirken.

Menschen kommen zu dir.

Sie vertrauen dir.

Sie erzählen dir, was sie im Meeting weniger gesagt haben.

Du weißt dadurch viel.

Und trotzdem kann eine Falle entstehen:

Du weißt immer mehr. Die Organisation klärt gleichzeitig immer weniger.

Du wirst zum Knotenpunkt vertraulicher Informationen.

Die eigentlichen Konflikte und Risiken kehren jedoch weniger in die passenden Entscheidungsräume zurück.

Dann ersetzt dein persönliches Informationsnetz zunehmend funktionierende Strukturen.

 

 

 

Vertraulichkeit und Informationsfluss sind keine Gegensätze

 

Natürlich gibt es Informationen, die geschützt werden müssen.

Personalthemen.

Gesundheitsinformationen.

Rechtliche Angelegenheiten.

Hinweise auf Fehlverhalten.

Strategisch sensible Informationen.

Vertraulichkeit ist wichtig.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Muss alles offen ausgesprochen werden?“

Sondern:

„Gibt es einen sicheren und verlässlichen Weg, damit entscheidungsrelevante Informationen die richtige Stelle erreichen?“

 

 

 

Wenn du selbst beginnst, Informationen zurückzuhalten

 

Das gilt auch zwischen Geschäftspartnern, Geschäftsführern und Gesellschaftern.

Vielleicht stellst du fest:

„Das sage ich ihm lieber noch nicht.“

Auch das kann vollkommen sinnvoll sein.

Es gibt legitime Gründe für Vertraulichkeit.

Interessant wird es, wenn du Informationen weniger wegen ihres Inhalts schützt, sondern wegen der erwarteten Reaktion einer bestimmten Person.

Dann frage:

Schütze ich gerade die Information – oder schütze ich mich vor der Reaktion?

Das ist ein wichtiger Unterschied.

 

 

 

Macht kann Informationen filtern

 

Je größer der Einfluss einer Person ist, desto stärker kann ihre erwartete Reaktion beeinflussen, welche Informationen sie erreichen.

Das muss weniger bewusst geschehen.

Wenn Menschen erwarten:

Ärger.

Abwertung.

Schuldzuweisung.

Unberechenbarkeit.

Oder erhebliche Konsequenzen.

dann steigt möglicherweise der wahrgenommene Preis einer unangenehmen Nachricht.

Damit entsteht eine paradoxe Situation:

Gerade die Person mit der größten Entscheidungsverantwortung erhält möglicherweise ein zunehmend gefiltertes Bild der Realität.

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Verhaltensmustern können Kritik, Widerspruch, Statusfragen und Verantwortung besonders konfliktgeladen sein.

Wenn schlechte Nachrichten als persönliche Kränkung erlebt werden,

wenn Widerspruch regelmäßig abgewertet wird,

oder wenn Verantwortung schnell auf andere verschoben wird,

kann das den Informationsfluss beeinflussen.

Für die unternehmerische Entscheidung braucht es weniger eine Ferndiagnose.

Die praktischere Frage lautet:

Welche Informationen erreichen diese Person – und welche bleiben regelmäßig auf dem Weg hängen?

Und:

Was haben Menschen über die Konsequenzen gelernt, wenn sie unangenehme Informationen weitergeben?

 

 

 

Führung braucht weniger alle Informationen

 

Ein Geschäftsführer muss weniger alles wissen.

Das wäre weder möglich noch sinnvoll.

Entscheidend ist:

Welche Informationen müssen dich früh erreichen?

Das sollte weniger dem Zufall überlassen bleiben.

Definiere Informationsschwellen.

Zum Beispiel:

Wann muss ein Kundenrisiko eskaliert werden?

Wann muss die Geschäftsführung über Projektabweichungen informiert werden?

Welche finanziellen Schwellen gelten?

Welche personellen Risiken gehören nach oben?

Welche Compliance-Themen müssen sofort gemeldet werden?

Welche Konflikte können Führungskräfte selbst lösen?

Und wann braucht es eine höhere Ebene?

Klarheit reduziert die Frage:

„Soll ich damit schon kommen?“

 

 

 

Informiert sein bedeutet weniger, alles selbst zu übernehmen

 

Manche Führungskräfte fürchten, dass frühe Information dazu führt, ständig in operative Themen hineingezogen zu werden.

Das muss weniger so sein.

Du kannst sagen:

„Ich möchte früh informiert sein. Das bedeutet weniger, dass ich das Thema übernehme.“

Zum Beispiel:

„Informiere mich, wenn dieser Schwellenwert erreicht ist. Die Verantwortung für die Bearbeitung bleibt bei dir.“

Damit trennst du Information und operative Übernahme.

 

 

 

Deine Reaktion heute beeinflusst die Informationen von morgen

 

Das ist vielleicht der wichtigste Führungshebel in diesem gesamten Thema.

Wenn dir jemand eine schlechte Nachricht bringt, beobachte deine erste Reaktion.

Wirst du sofort ärgerlich?

Suchst du einen Schuldigen?

Unterbrichst du?

Reagierst du auf den Überbringer statt auf das Problem?

Oder kannst du zunächst sagen:

„Gut, dass ich es weiß.“

„Was wissen wir?“

„Was wissen wir noch nicht?“

„Was braucht ihr von mir?“

Menschen beobachten diese Reaktionen sehr genau.

Deine Reaktion heute beeinflusst, welche Informationen dich morgen erreichen.

 

 

 

Der Überraschungs-Test

 

Nimm die letzten drei unangenehmen Überraschungen in deinem Verantwortungsbereich.

Und frage:

Wer wusste vorher davon?

Seit wann?

Welche Hinweise gab es?

Warum erreichte mich die Information später?

Welche früheren Reaktionen von mir oder anderen könnten eine Rolle gespielt haben?

Gab es unklare Eskalationswege?

Und die wichtigste Frage:

An welchem früheren Zeitpunkt hätte diese Information meinen Handlungsspielraum vergrößert?

Damit wird aus:

„Warum hat mir das niemand gesagt?“

eine Führungsanalyse.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und wichtige Informationen zunehmend spät, gefiltert oder nur über informelle Wege erhältst, lohnt sich ein genauer Blick.

Geht es um unklare Informationswege?

Eine problematische Meetingkultur?

Konfliktvermeidung?

Macht?

Angst vor Reaktionen?

Unklare Verantwortlichkeiten?

Oder schwierige beziehungsweise narzisstisch geprägte Verhaltensmuster?

Im Executive Sparring können wir vertraulich sortieren:

Welche Informationen brauchst du?

Welche erreichen dich?

Welche erreichen dich weniger?

Wo werden sie gefiltert?

Welche Rolle spielt dein eigenes Führungsverhalten?

Und:

Wie gestalten wir Informationswege, die deinen Handlungsspielraum vergrößern?

 

 

 

Fazit

 

Eine Führungskraft kann nur mit der Realität arbeiten, die sie erreicht.

Deshalb ist weniger nur wichtig, welche Informationen im Unternehmen vorhanden sind.

Entscheidend ist:

Welche Informationen erreichen die richtigen Menschen?

Wie unverfälscht kommen sie an?

Und wann kommen sie an?

Zwischen:

„Da könnte ein Problem entstehen.“

und:

„Jetzt haben wir ein Problem.“

liegt häufig etwas sehr Wertvolles:

Handlungsspielraum.

 

 

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

Narzissmus im Unternehmen

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

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Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

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Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Schwierige Schlüsselperson im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Alleingänge, wieder geöffnete Entscheidungen und Vereinbarungen, die anschließend anders umgesetzt werden
Durchblick

Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

 

Sonderregeln, Abhängigkeit und die unsichtbaren Kosten problematischer Leistungsträger

 

„So ist er eben.“

„Bei ihm musst du ein bisschen vorsichtiger sein.“

„Sprich du mit ihm. Auf dich hört er wenigstens.“

„Das Thema würde ich heute lieber weniger ansprechen.“

„Ohne ihn geht es ohnehin nicht.“

Solche Sätze können harmlos klingen.

Manchmal sind sie Ausdruck pragmatischer Zusammenarbeit mit einem anspruchsvollen Menschen.

Interessant wird es, wenn sich immer mehr Menschen, Prozesse und Entscheidungen um eine einzelne Person herum organisieren.

Dann lohnt sich eine andere Frage:

Wie schwierig ist diese Person wirklich – und wie stark hat sich das Unternehmen bereits an sie angepasst?

Denn irgendwann liegt das Problem weniger nur im Verhalten eines Menschen.

Die Anpassung selbst wird Teil des Systems.

 

 

 

Anpassung kann zunächst vernünftig sein

 

Menschen sind unterschiedlich.

Eine gute Führungskraft berücksichtigt das.

Der eine braucht direkte Worte.

Die andere mehr Kontext.

Ein Mitarbeiter möchte früh einbezogen werden.

Ein anderer arbeitet am besten mit viel Eigenständigkeit.

Das ist keine Schwäche.

Das ist Führung.

Problematisch wird Anpassung dort, wo sie zunehmend dazu dient, vorhersehbare schwierige Reaktionen einer Person zu vermeiden.

Dann geht es weniger um:

„Wie arbeiten wir gut zusammen?“

und zunehmend um:

„Wie verhindern wir, dass er schwierig wird?“

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

 

 

 

„So ist er eben“

 

Dieser Satz interessiert mich besonders.

Denn er kann zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen haben.

Die erste:

Wir kennen diesen Menschen und können mit seinen Eigenheiten gut umgehen.

Vollkommen in Ordnung.

Die zweite:

Wir haben aufgehört, bestimmtes Verhalten infrage zu stellen.

Dann wird aus einer Beschreibung möglicherweise eine Erlaubnis.

Unzuverlässigkeit?

„So ist er eben.“

Respektlosigkeit?

„So ist er eben.“

Alleingänge?

„So ist er eben.“

Wutausbrüche?

„So ist er eben.“

Vereinbarungen gelten nur manchmal?

„So ist er eben.“

Die hilfreiche Anschlussfrage lautet deshalb:

„Und was bedeutet das für uns?“

Damit wird aus einer Persönlichkeitsbeschreibung wieder eine unternehmerische Frage.

 

 

 

Das Problem kann leiser werden, ohne kleiner zu werden

 

Das ist eine der wichtigsten Dynamiken.

Am Anfang gibt es vielleicht Konflikte.

Menschen widersprechen.

Grenzen werden angesprochen.

Es gibt Beschwerden.

Irgendwann wird es ruhiger.

Das kann nach Verbesserung aussehen.

Und manchmal ist es tatsächlich Verbesserung.

Es kann jedoch auch etwas anderes geschehen sein:

Die Menschen haben gelernt, welche Themen sie besser meiden.

Sie wissen, wann sie schweigen.

Sie wissen, wer bestimmte Nachrichten überbringen sollte.

Sie formulieren vorsichtiger.

Sie laden bestimmte Personen zu bestimmten Gesprächen ein.

Sie vermeiden Entscheidungen, die Widerstand auslösen könnten.

Der Konflikt ist weniger sichtbar.

Die Anpassung ist nur effizienter geworden.

 

 

 

Wenig Konflikt ist deshalb weniger automatisch ein gutes Zeichen

 

Ein Team kann ruhig sein, weil die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert.

Ein Team kann auch ruhig sein, weil Widerspruch zu teuer geworden ist.

Deshalb interessiert mich bei schwierigen Führungssituationen weniger nur:

„Wie häufig gibt es Streit?“

Eine zweite Frage ist mindestens ebenso wichtig:

„Wie frei können Menschen widersprechen?“

Und:

„Was geschieht anschließend mit den Menschen, die widersprechen?“

Denn Harmonie und Anpassung können von außen erstaunlich ähnlich aussehen.

 

 

 

Wenn immer die Vernünftigen nachgeben sollen

 

In schwierigen Systemen entsteht häufig ein nachvollziehbarer Reflex.

Mit wem spricht man?

Mit der Person, die zugänglich ist.

Wer soll mehr Verständnis zeigen?

Die Person, die reflektiert ist.

Wer soll seine Kommunikation verändern?

Die Person, mit der sich darüber reden lässt.

Wer soll noch einmal nachgeben?

Die Person, die wahrscheinlich nachgeben wird.

Kurzfristig ist das effizient.

Langfristig kann daraus eine problematische Regel entstehen:

Das System verändert bevorzugt die Menschen, die sich leichter verändern lassen.

 

 

 

Die schwierige Person wird zur festen Größe

 

Und alle anderen werden zur Variablen.

„Kannst du es ihm anders erklären?“

„Kannst du heute ein bisschen vorsichtiger sein?“

„Kannst du das übernehmen?“

„Kannst du noch einmal auf ihn zugehen?“

„Kannst du seinen Anteil diesmal mit auffangen?“

Jede einzelne Bitte kann sinnvoll sein.

Das Muster ist entscheidend.

Wer bekommt regelmäßig den Veränderungsauftrag?

Und wer bleibt davon weitgehend ausgenommen?

 

 

 

Selbstreflexion braucht eine zweite Hälfte

 

Ich halte Selbstreflexion für wertvoll.

Die Frage:

„Was ist mein Anteil?“

kann sehr hilfreich sein.

Nur braucht sie zwei weitere Fragen:

„Was ist der Anteil der anderen Person?“

Und:

„Was ist der Anteil des Systems?“

Sonst kann Selbstreflexion unbeabsichtigt zur Einbahnstraße werden.

Eine kooperative Person analysiert immer genauer ihr eigenes Verhalten.

Während das Verhalten der schwierigeren Person zunehmend als unveränderliche Tatsache behandelt wird.

 

 

 

„Bei dir kann man das wenigstens ansprechen“

 

Das klingt zunächst wie ein Kompliment.

Und häufig ist es auch so gemeint.

In schwierigen Konstellationen kann dieser Satz jedoch eine zweite Bedeutung bekommen:

Deshalb bekommst du auch den Veränderungsauftrag.

Die zugänglichere Person übernimmt dann zunehmend die Anpassungsarbeit.

Sie denkt voraus.

Übersetzt.

Vermittelt.

Beruhigt.

Fängt Reaktionen auf.

Bereitet andere vor.

Korrigiert hinterher.

Diese Arbeit taucht in kaum einer Stellenbeschreibung auf.

Und trotzdem kostet sie Zeit, Aufmerksamkeit und Energie.

 

 

 

Wer bezahlt den Preis?

 

Das ist eine der wichtigsten Fragen bei schwierigen Schlüsselpersonen.

Vielleicht liefert die Person hervorragende Ergebnisse.

Vielleicht bringt sie wichtige Kunden.

Vielleicht besitzt sie außergewöhnliches Fachwissen.

Vielleicht arbeitet sie enorm viel.

Vielleicht ist sie entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg.

Dann sollte diese Leistung selbstverständlich berücksichtigt werden.

Nur ist sichtbare Leistung nicht dasselbe wie der gesamte Beitrag zum Unternehmen.

Deshalb lohnt sich eine breitere Betrachtung:

Was produziert diese Person?

Und:

Welche Kosten entstehen gleichzeitig um sie herum?

 

 

 

Unsichtbare Kosten bleiben leicht unberücksichtigt

 

Zum Beispiel:

zusätzliche Abstimmung,

Konfliktklärung,

Fluktuation,

verlorene Mitarbeiter,

Informationsverluste,

langsamere Entscheidungen,

zusätzliche Kontrolle,

Führungskapazität,

vermeidbare Fehler,

Kundenrisiken,

oder die ständige Anpassungsarbeit anderer.

Ein Top Performer kann weiterhin ein Top Performer sein.

Und gleichzeitig erhebliche indirekte Kosten erzeugen.

Beides kann wahr sein.

Die unternehmerische Frage lautet deshalb:

Wie sieht der Gesamtbeitrag aus?

 

 

 

„Ohne ihn geht es nicht“

 

Dieser Satz verdient besondere Aufmerksamkeit.

Vielleicht stimmt er.

Und genau dann hast du eine wichtige Information.

Denn wenn ein Unternehmen tatsächlich ohne eine einzelne Person kaum funktionieren kann, besitzt es weniger nur einen außergewöhnlich wertvollen Mitarbeiter oder Geschäftspartner.

Es besitzt möglicherweise ein Schlüsselpersonenrisiko.

Frag deshalb:

Was genau geht ohne diese Person nicht?

Ist es Wissen?

Kundenkontakt?

Entscheidungsbefugnis?

Zugang zu wichtigen Personen?

Technisches Know-how?

Beziehungen zu Lieferanten?

Passwörter oder Systeme?

Historisches Wissen?

Die Antwort verwandelt ein diffuses Gefühl von Unersetzlichkeit in konkrete Abhängigkeiten.

 

 

 

Der Drei-Monats-Test

 

Eine einfache Gedankenübung:

Was würde geschehen, wenn diese Person ab morgen drei Monate lang nicht verfügbar wäre?

Weniger als Drohung.

Weniger als Plan, die Person zu ersetzen.

Als Risikotest.

Welche Prozesse würden stehen?

Welche Kundenbeziehungen wären gefährdet?

Welche Entscheidungen könnten weniger getroffen werden?

Welches Wissen wäre nicht zugänglich?

Wo gäbe es keinen Ersatz?

Je konkreter die Antworten, desto klarer wird das tatsächliche Risiko.

 

 

 

Macht entsteht auch durch fehlende Alternativen

 

Macht entsteht weniger nur durch Hierarchie.

Sie kann auch dadurch entstehen, dass andere kaum Alternativen haben.

Wenn nur eine Person etwas weiß,

nur eine Person einen wichtigen Kunden halten kann,

nur eine Person Zugang zu bestimmten Kontakten besitzt,

oder nur eine Person zentrale Entscheidungen treffen kann,

verändert das Verhandlungen.

Grenzen.

Konflikte.

Und Führung.

Denn jede Auseinandersetzung findet vor dem Hintergrund der Frage statt:

„Was passiert, wenn diese Person geht?“

Diese Abhängigkeit kann das Verhalten des gesamten Unternehmens beeinflussen.

 

 

 

Erfolgreiche Unternehmen können solche Abhängigkeiten selbst erzeugen

 

Das geschieht häufig ohne böse Absicht.

Ein Mensch ist besonders gut.

Also bekommt er mehr Verantwortung.

Er kennt den Kunden am besten.

Also übernimmt er immer mehr Kontakt.

Er löst Probleme schnell.

Also fragen irgendwann alle ihn.

Er kennt das System.

Also wird Dokumentation weniger wichtig.

Das ist kurzfristig effizient.

Und langfristig kann daraus Fragilität entstehen.

Was kurzfristig effizient ist, kann langfristig abhängig machen.

 

 

 

Abhängigkeit reduzieren bedeutet weniger, einen Menschen abzuwerten

 

Das ist mir wichtig.

Wenn jemand außergewöhnlich wertvoll ist, darf das anerkannt werden.

Redundanz bedeutet weniger:

„Wir brauchen dich weniger.“

Sie bedeutet:

„Wir gestalten das Unternehmen so, dass deine Bedeutung weniger zum Unternehmensrisiko wird.“

Wissenstransfer.

Stellvertretungen.

Dokumentation.

Mehrere Kundenkontakte.

Klare Entscheidungswege.

Zugänge, die dem Unternehmen gehören.

Das schützt das Unternehmen.

Und häufig auch die Schlüsselperson selbst.

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Schwierige Dynamiken können viele Ursachen haben.

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Mustern können beispielsweise Status, Kontrolle, Sonderstellung, Empfindlichkeit gegenüber Widerspruch oder ein starkes Anspruchsdenken eine Rolle spielen.

Manche Menschen fördern Abhängigkeiten aktiv.

Andere tun es weniger bewusst.

Und manche Abhängigkeiten entstehen schlicht durch schlechte Organisationsentwicklung.

Deshalb ist eine Ferndiagnose für die unternehmerische Entscheidung weniger hilfreich.

Die praktischeren Fragen lauten:

Welche Verhaltensmuster beobachten wir?

Welche Abhängigkeiten bestehen?

Welche Sonderregeln haben sich entwickelt?

Und welche Folgen entstehen daraus?

 

 

 

Ein besonders aufschlussreicher Test

 

Frag:

Wie würden wir reagieren, wenn jemand anderes dasselbe Verhalten zeigen würde?

Wenn die Antwort lautet:

„Das würden wir bei niemand anderem akzeptieren“

dann lohnt sich die nächste Frage:

Warum akzeptieren wir es hier?

Vielleicht gibt es einen guten Grund.

Vielleicht ist die Person tatsächlich außergewöhnlich wichtig.

Dann sollte dieser Grund bewusst benannt werden.

Denn eine Sonderregel, die bewusst beschlossen wurde, ist etwas anderes als eine Sonderregel, die sich unbemerkt eingeschlichen hat.

 

 

 

Wenn Anpassung zur Kultur wird

 

Irgendwann betrifft die Dynamik weniger nur die Schlüsselperson.

Neue Mitarbeiter lernen:

„Das sprichst du bei ihm besser weniger an.“

„Da brauchst du gar nicht erst zu widersprechen.“

„Das läuft bei ihm anders.“

„Wenn er etwas möchte, geht es meistens durch.“

Damit werden informelle Regeln weitergegeben.

Die Person muss sie weniger selbst durchsetzen.

Die Organisation übernimmt diese Aufgabe.

Spätestens dann ist aus einem zwischenmenschlichen Problem ein organisatorisches Thema geworden.

 

 

 

Und manchmal geht irgendwann die falsche Person

 

Das ist eine besonders teure Folge.

Die schwierige Schlüsselperson bleibt.

Die kooperative Führungskraft geht.

Der reflektierte Mitarbeiter kündigt.

Die Person, die jahrelang vermittelt hat, hat genug.

Von außen kann das überraschend wirken.

Intern war möglicherweise lange eine Person damit beschäftigt, das System stabil zu halten.

Wenn sie geht, wird sichtbar, wie viel unsichtbare Arbeit sie übernommen hatte.

 

 

 

Was Führung konkret prüfen kann

 

Wenn du den Eindruck hast, dass sich dein Unternehmen zunehmend um eine bestimmte Person herum organisiert, prüfe vier Bereiche:

1. Verhalten

Welches konkrete Verhalten verursacht Schwierigkeiten?

2. Anpassung

Was tun andere inzwischen anders, um mit dieser Person zurechtzukommen?

3. Abhängigkeit

Was würde ohne diese Person kurzfristig weniger funktionieren?

4. Kosten

Welche direkten und indirekten Kosten entstehen durch Verhalten, Anpassung und Abhängigkeit?

Damit verlässt du die Frage:

„Ist dieser Mensch schwierig?“

und kommst zu einer unternehmerisch wesentlich ergiebigeren Frage:

„Was bewirkt diese Konstellation in unserem Unternehmen?“

 

 

 

Was braucht die zugänglichere Person?

 

Wenn du mit einer Führungskraft sprichst, die seit längerer Zeit den größten Teil der Anpassungsarbeit übernimmt, würde ich weniger sofort fragen:

„Was kannst du noch anders machen?“

Eine bessere Frage kann sein:

„Was brauchst du, damit diese Zusammenarbeit für dich wieder tragfähig wird?“

Das verändert die Perspektive.

Von noch mehr Anpassung hin zu Bedingungen für professionelle Zusammenarbeit.

 

 

 

Und welche Verantwortung hat die Organisation?

 

Die vielleicht wichtigste Frage lautet:

Welches Verhalten ermöglichen wir durch unsere eigene Anpassung?

Das bedeutet weniger, der Organisation die Schuld für das Verhalten einer schwierigen Person zu geben.

Menschen bleiben für ihr eigenes Verhalten verantwortlich.

Und gleichzeitig gestalten Systeme Anreize.

Wenn problematisches Verhalten regelmäßig dazu führt, dass alle anderen nachgeben, zusätzliche Arbeit übernehmen oder Sonderregeln schaffen, entstehen Konsequenzen.

Das sollte Führung erkennen.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und eine schwierige Schlüsselperson zunehmend Einfluss auf Entscheidungen, Zusammenarbeit oder Unternehmenskultur bekommt, lohnt sich eine strukturierte Betrachtung.

Dabei kann es um einen Mitgeschäftsführer gehen.

Einen Gesellschafter.

Eine zentrale Führungskraft.

Einen Top Performer.

Oder einen wichtigen Geschäftspartner.

Im Executive Sparring können wir vertraulich klären:

Welche Leistung ist tatsächlich vorhanden?

Welche Kosten entstehen?

Welche Abhängigkeiten bestehen?

Welche Macht ergibt sich daraus?

Welche Anpassungen haben sich entwickelt?

Welche Risiken sollten reduziert werden?

Und:

Wie gewinnst du Handlungsspielraum zurück, ohne vorschnell wertvolle Beziehungen oder Kompetenzen zu zerstören?

 

 

 

Fazit

 

Eine schwierige Schlüsselperson ist weniger automatisch ein Unternehmensproblem.

Problematisch wird es, wenn das Unternehmen zunehmend um diese Person herum gebaut wird.

Wenn Sonderregeln selbstverständlich werden.

Wenn die Zugänglichen immer mehr Anpassungsarbeit übernehmen.

Wenn Abhängigkeiten wachsen.

Wenn Widerspruch verschwindet.

Und wenn irgendwann alle sagen:

„So ist er eben.“

Dann ergänze den Satz um eine Frage:

„Und was bedeutet das für uns?“

Denn entscheidend ist weniger nur, wie schwierig ein Mensch ist.

Entscheidend ist, was das Unternehmen inzwischen tut, um mit diesem Menschen zu funktionieren.

 

 

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

Narzissmus im Unternehmen

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
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Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

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Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Wenn Entscheidungen ihre Verbindlichkeit verlieren | Karsten Noack

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Alleingänge, wieder geöffnete Entscheidungen und Vereinbarungen, die anschließend anders umgesetzt werden
Durchblick

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

 

Alleingänge, wieder geöffnete Entscheidungen und Vereinbarungen, die anschließend anders umgesetzt werden

 

Eine Entscheidung wurde getroffen.

Die Beteiligten haben zugestimmt.

Verantwortlichkeiten wurden geklärt.

Das Unternehmen beginnt mit der Umsetzung.

Und wenige Tage später ist die Entscheidung plötzlich wieder offen.

Oder jemand handelt anders als vereinbart.

Oder schafft Fakten, bevor die anderen Beteiligten reagieren können.

Ein einzelner Vorfall kann ein Missverständnis sein.

Wiederholt sich dieses Muster, lohnt sich ein genauer Blick.

Denn dann geht es möglicherweise weniger um Kommunikation als um Verbindlichkeit, Entscheidungsrechte, informelle Macht und Führung.

Für Geschäftsführer, Unternehmer und Gesellschafter kann das erhebliche Folgen haben.

Wenn Entscheidungen ihre Verbindlichkeit verlieren, verliert das Unternehmen zunehmend die Fähigkeit, zuverlässig zu handeln.

 

 

 

Woran erkennst du, dass Entscheidungen weniger belastbar werden?

 

Nicht jede korrigierte Entscheidung ist problematisch.

Unternehmen brauchen die Fähigkeit, auf neue Informationen zu reagieren.

Zahlen verändern sich.

Kunden ändern ihre Anforderungen.

Risiken werden sichtbar.

Annahmen erweisen sich als falsch.

Eine gute Entscheidungsstruktur erlaubt deshalb beides:

Verbindlichkeit und Korrektur.

Problematisch wird es, wenn Entscheidungen regelmäßig wieder geöffnet werden, ohne dass sich die Entscheidungsgrundlage wesentlich verändert hat.

Oder wenn Vereinbarungen nur so lange gelten, wie sie den Interessen einer bestimmten Person entsprechen.

Typische Hinweise sind:

  • bereits getroffene Entscheidungen werden wiederholt grundsätzlich infrage gestellt

  • Zustimmung im Gespräch und späteres Verhalten passen weniger zusammen

  • einzelne Personen schaffen vollendete Tatsachen

  • Entscheidungsrechte bleiben unklar oder werden situativ unterschiedlich interpretiert

  • nach einem Nein beginnt die Verhandlung informell erneut

  • Entscheidungen werden über Nebenkanäle verändert

  • andere Beteiligte passen Entscheidungen bereits im Vorfeld an die erwartete Reaktion einer bestimmten Person an

Dann lohnt sich die Frage:

Wann ist eine Entscheidung in diesem Unternehmen wirklich entschieden?

 

 

 

Korrektur oder Wiedereröffnung?

 

Eine Entscheidung sollte korrigierbar bleiben.

Entscheidend ist der Grund.

Sinnvolle Gründe können beispielsweise sein:

  • wesentlich neue Informationen

  • eine entscheidende Annahme hat sich verändert

  • ein vorher definierter Schwellenwert wurde überschritten

  • ein erhebliches neues Risiko ist aufgetaucht

  • die zuständige Entscheidungsinstanz verfügt über neue Erkenntnisse

Dann ist es professionell, eine Entscheidung erneut zu prüfen.

Etwas anderes geschieht, wenn eine Entscheidung wieder geöffnet wird, weil jemand mit ihrem Ergebnis unzufrieden ist.

Besonders aufschlussreich ist dabei die Asymmetrie.

Was geschieht, wenn Person A ihre bevorzugte Lösung bekommt?

Gilt die Entscheidung dann?

Und was geschieht, wenn Person A unterliegt?

Beginnt anschließend eine neue Runde?

Dann geht es möglicherweise um mehr als unterschiedliche Auffassungen.

 

 

 

Macht zeigt sich auch darin, wer Entscheidungen wieder öffnen kann

 

Formale Hierarchie ist nur eine Form von Macht.

Macht kann auch daraus entstehen, dass jemand:

über wichtige Kunden verfügt,

unverzichtbares Wissen kontrolliert,

Zugang zu Gesellschaftern besitzt,

über erhebliche Ressourcen entscheidet,

für zentrale Beziehungen verantwortlich ist,

oder durch seine Reaktionen das Verhalten anderer beeinflusst.

Eine besonders subtile Form entsteht, wenn andere bereits vor einer Entscheidung denken:

„Wie wird er darauf reagieren?“

Natürlich gehört es zu professioneller Führung, Interessen und Reaktionen relevanter Stakeholder einzubeziehen.

Die entscheidende Frage lautet:

Berücksichtigen wir legitime Interessen – oder vermeiden wir bereits vorsorglich die Reaktion einer bestimmten Person?

Wenn erwartete Reaktionen regelmäßig Entscheidungen verändern, obwohl die Person gar nicht anwesend ist, besitzt sie möglicherweise einen unsichtbaren Platz am Entscheidungstisch.

 

 

 

Wenn aus einem Ja später etwas anderes wird

 

Eine weitere Variante betrifft Zustimmung.

Im Gespräch heißt es:

„Ja, machen wir so.“

Anschließend geschieht etwas anderes.

Hier lohnt sich eine wichtige Unterscheidung.

Ein Ja kann bedeuten:

Ich habe verstanden.

Ich halte das für sinnvoll.

Ich stimme zu.

Oder:

Ich werde entsprechend handeln.

Bei wichtigen Entscheidungen sollte klar sein, welche Bedeutung gemeint ist.

Deshalb kann eine konkrete Frage hilfreicher sein als:

„Sind wir uns einig?“

Zum Beispiel:

„Was ist jetzt konkret vereinbart?“

Oder:

„Was machen wir als Nächstes?“

Damit wird aus abstrakter Zustimmung beobachtbares Verhalten.

 

 

 

Meinungsänderung ist erlaubt

 

Menschen dürfen ihre Meinung ändern.

Neue Informationen dürfen zu neuen Entscheidungen führen.

Das ist Teil professioneller Unternehmensführung.

Entscheidend ist die Rückkopplung.

Wenn jemand eine gemeinsam getroffene Entscheidung später anders bewertet, braucht es einen Weg zurück in den Entscheidungsprozess.

Zum Beispiel:

„Es gibt neue Informationen. Ich halte unsere bisherige Entscheidung deshalb für problematisch. Wir sollten sie erneut prüfen.“

Eine Meinungsänderung ist legitim.

Eine Meinungsänderung ist noch kein neuer gemeinsamer Beschluss.

 

 

 

Vollendete Tatsachen verändern die Entscheidung

 

Besonders schwierig wird es, wenn die anderen Beteiligten erst von einer Abweichung erfahren, nachdem Fakten geschaffen wurden.

Der Kunde wurde bereits informiert.

Geld wurde ausgegeben.

Mitarbeiter haben Zusagen erhalten.

Ein Vertrag wurde vorbereitet.

Externe Partner planen bereits mit der neuen Lösung.

Vorher lautete die Frage:

Sollen wir A oder B machen?

Jetzt lautet sie:

Ist es den Aufwand wert, B wieder rückgängig zu machen?

Damit hat sich die Entscheidung verändert.

Nicht zwingend, weil B besser ist.

Sondern weil B bereits Kosten, Erwartungen und Abhängigkeiten geschaffen hat.

Vollendete Tatsachen können Handlungsspielraum reduzieren und dadurch Macht verschieben.

 

 

 

Wenn das Unternehmen beginnt, Entscheidungen weniger ernst zu nehmen

 

Wiederholt sich dieses Muster, verändert sich häufig das Verhalten der anderen.

Menschen lernen:

Diese Entscheidung könnte ohnehin wieder geöffnet werden.

Dann investieren sie weniger in die Umsetzung.

Sie warten.

Sie sichern sich ab.

Sie treffen weniger Folgeentscheidungen.

Sie holen zusätzliche Bestätigungen ein.

Sie dokumentieren stärker.

Oder sie versuchen vorherzusagen, welche Entscheidung am Ende tatsächlich Bestand haben wird.

Formal trifft das Unternehmen weiterhin Entscheidungen.

Gleichzeitig lernen die Menschen:

Diesen Entscheidungen kann ich weniger vertrauen.

Das kostet Geschwindigkeit.

Und es kostet Verantwortung.

 

 

 

Wenn ein zweiter Entscheidungsraum entsteht

 

Ein weiteres Warnsignal ist die Entstehung informeller Entscheidungswege.

Im offiziellen Meeting wird entschieden.

Danach beginnen:

Einzelgespräche,

Telefonate,

Nachrichten,

Gespräche mit einzelnen Gesellschaftern,

oder informelle Absprachen.

Irgendwann existieren zwei Räume:

der offizielle Entscheidungsraum

und der Raum, in dem entschieden wird, was tatsächlich geschieht.

Für Führung ist das problematisch.

Denn Protokolle und formale Zuständigkeiten bilden dann zunehmend weniger die tatsächliche Machtstruktur ab.

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Manche Menschen können Entscheidungen gut akzeptieren, solange diese mit ihren eigenen Vorstellungen übereinstimmen.

Schwieriger kann es werden, wenn sie:

Widerspruch erleben,

Einfluss verlieren,

eine Grenze akzeptieren sollen,

oder eine Entscheidung gegen die eigene Präferenz mittragen müssen.

Ausgeprägtes Anspruchsdenken, Kontrollbedürfnis oder eine starke Empfindlichkeit gegenüber Statusverlust können dabei eine Rolle spielen.

Solche Muster können auch bei narzisstisch geprägtem Verhalten auftreten.

Für die unternehmerische Entscheidung ist eine Ferndiagnose weniger hilfreich.

Wichtiger sind beobachtbare Fragen:

Kann diese Person eine Entscheidung mittragen, die weniger ihrer eigenen Präferenz entspricht?

Bleiben Vereinbarungen auch dann belastbar?

Kann ein Nein akzeptiert werden, ohne dass die Entscheidung anschließend auf einem anderen Weg wieder geöffnet wird?

 

 

 

Professionelle Kooperation zeigt sich nach einem Nein

 

Solange alle Beteiligten bekommen, was sie möchten, ist Kooperation leicht.

Interessant wird sie dort, wo Interessen auseinandergehen.

Professionelle Zusammenarbeit kann bedeuten:

„Ich sehe es anders. Die Entscheidung ist gefallen. Ich trage sie mit.“

Sie kann ebenso bedeuten:

„Es gibt neue Informationen. Deshalb sollten wir die Entscheidung erneut prüfen.“

Beides ist legitim.

Problematisch wird es, wenn eine formale Zustimmung nur eine Zwischenstation ist und die eigentliche Auseinandersetzung anschließend informell weitergeht.

 

 

 

Was Unternehmen konkret klären können

 

Bei wichtigen Entscheidungen sollte nachvollziehbar sein:

Was wurde entschieden?

Wer hat entschieden?

Wer wurde beraten oder einbezogen?

Auf welcher Informationsgrundlage wurde entschieden?

Welche wesentlichen Annahmen liegen zugrunde?

Wer übernimmt welche Verantwortung für die Umsetzung?

Unter welchen Bedingungen darf die Entscheidung erneut geöffnet werden?

Diese Klarheit bedeutet weniger Bürokratie um ihrer selbst willen.

Sie schützt den Handlungsspielraum.

 

 

 

Zwei Fragen vor der nächsten Wiedereröffnung

 

Wenn eine bereits getroffene Entscheidung erneut grundsätzlich diskutiert werden soll, helfen zwei einfache Fragen:

Was hat sich seit unserer Entscheidung verändert?

Und:

Ist diese Veränderung wesentlich genug, um die Entscheidung wieder zu öffnen?

Damit verschiebt sich die Diskussion.

Weg von:

„Ich möchte noch einmal darüber sprechen.“

Hin zu:

„Welche neue Entscheidungsgrundlage liegt vor?“

Das schafft Klarheit.

 

 

 

Der Fünf-Entscheidungen-Test

 

Wenn du den Eindruck hast, dass Entscheidungen in deinem Unternehmen zunehmend unverbindlich werden, nimm die letzten fünf wichtigen Entscheidungen.

Prüfe:

Was wurde entschieden?

Wer war beteiligt?

Was geschah anschließend?

Wurde die Entscheidung umgesetzt?

Wurde sie erneut geöffnet?

Was hatte sich tatsächlich verändert?

Wer initiierte die Wiedereröffnung?

Gab es Unterschiede zwischen Entscheidungen, die bestimmten Personen gefielen, und solchen, die ihnen weniger gefielen?

Wurden Fakten geschaffen, bevor eine erneute Abstimmung möglich war?

Und:

Wie zuverlässig ließ sich aus einer Entscheidung vorhersagen, was anschließend geschieht?

Das kann ein sehr klares Bild ergeben.

 

 

 

Verbindlichkeit und Flexibilität gehören zusammen

 

Ein gut geführtes Unternehmen braucht beides.

Entscheidungen müssen korrigierbar sein.

Und sie müssen gleichzeitig genügend Verbindlichkeit besitzen, damit Menschen handeln können.

Ohne Korrektur wird ein Unternehmen starr.

Ohne Verbindlichkeit wird es unberechenbar.

Die Kunst besteht darin, klar zu unterscheiden:

Wann haben wir neue Informationen?

Und:

Wann führen wir dieselbe Auseinandersetzung nur erneut?

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und Entscheidungen, Vereinbarungen oder Entscheidungsrechte zunehmend zum Konflikt werden, lohnt sich eine strukturierte Betrachtung.

Geht es um unklare Rollen?

Unterschiedliche Vorstellungen von Entscheidungsbefugnissen?

Informelle Macht?

Abhängigkeiten?

Wiederholte Alleingänge?

Vollendete Tatsachen?

Oder schwierige beziehungsweise narzisstisch geprägte Verhaltensmuster?

Im Executive Sparring können wir solche Situationen vertraulich sortieren.

Dabei geht es weniger darum, wer die schwierigere Persönlichkeit besitzt.

Es geht um die Frage:

Welche Struktur brauchen wir, damit Entscheidungen wieder belastbar werden und du deinen Handlungsspielraum zurückgewinnst?

 

 

 

Fazit

 

Eine Entscheidung, die korrigiert werden kann, ist professionell.

Eine Entscheidung, die jederzeit ohne klare Kriterien wieder offen ist, verliert ihren Wert.

Achte deshalb weniger nur darauf, was entschieden wird.

Achte auch darauf:

Wann gilt eine Entscheidung als entschieden?

Wer kann sie wieder öffnen?

Was muss sich dafür verändert haben?

Und:

Stimmt das, was anschließend geschieht, mit dem überein, was gemeinsam beschlossen wurde?

Denn Verbindlichkeit bedeutet weniger Starrheit.

Verbindlichkeit schafft die Sicherheit, auf deren Grundlage Menschen handeln können.

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

Narzissmus im Unternehmen

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Die Wirkung von Powerposen: Alles Quatsch oder steigert es das Selbstvertrauen?

Die Wirkung von Powerposen: Alles Quatsch oder steigert es das Selbstvertrauen?

Was ist dran an Powerposen? 4 Übungen, mit denen Sie es herausfinden
Powerposen

Powerposen

 

Haben Sie die Wirkung von Powerposen schon für sich getestet? Hier sind vier Übungen für mehr Selbstsicherheit und weniger Stress.

Video

Powerposen: Mehr Präsenz durch Haltung – oder bloßer Showeffekt?

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Überblick

 

 

 

 

Haltung

 

Wer die Schultern hängen lässt und sich kleiner macht, wirkt geknickt. Von der Forderung Haltung zu bewahren ist das weit entfernt. Aber wenn mir danach ist, ist das halt so, oder? Weshalb verstellen?

 

 

 

Kleiner Ausflug ins Tierreich

 

Ein kurzer Blick zu unseren haarigen Verwandten. Bei Alphatieren ist innerhalb eines Rudels ein höherer Testosteron- und niedrigen Cortisolspiegel nachweisbar.  Sie strahlen nach außen Ruhe und Selbstsicherheit aus. Nimmt ein neues Tier die Rolle des Alphatiers ein, steigt innerhalb weniger Tage dessen Testosteronspiegel und sein Cortisolspiegel (Stresshormon) sinkt. Das Tier wächst in die Rolle des ruhigen, selbstsicheren Führers hinein.

Diese Beobachtung animierte die Sozialpsychologin Amy Cuddy und ihre Kollegen an der Harvard Business School zu prüfen, ob das bei Menschen auch so solche Zusammenhänge gibt. Und tatsächlich lassen sich schon nach 2 Minuten in machtvollen Posen, sogenannten High-Power Pose und auch Power Posen, zwei Ergebnisse erkennen: die Menschen fühlen sich selbstbewusster und das lässt sich auch anhand des Pegels von Testosteron und Cortisol messen.

 

 

 

Power Posen

 

Power Posen sind Körperhaltungen, die für Kraft, Macht und Sicherheit stehen. Wer sie an den Tag legt, wirkt kraft- und einflussreich. Doch Körpersprache ist keine Einbahnstraße; sie hat Einfluss auf die Psyche.

 

 

 

4 Beispiele für Powerposen

 

Den Testosteronspiegel erhöhen, den Cortisolwert senken und dadurch den Stress verabschieden, während sich Ihr Selbstvertrauen aufrichtet? Wenn Sie gleich eine wichtige Besprechung, eine Präsentation oder eine schwierige Verhandlung haben, dann können Sie durch kurzes Power Posing ihre Hormone zähmen und dann selbstsicher und gestärkt in die Situation gehen. Hier sind die Übungen dafür.

 

 

1. Wonder Woman und Superman

 

Die Beine werden mindestens schulterbreit auseinandergesetzt und die Arme in die Hüften gestemmt, dann mit tiefem Einatmen die Brust raus und das Kinn nach vorne oder sogar leicht nach oben recken. So sicher, wie ein Baum ist der Stand. An solch einem Menschen ist kein Vorbeikommen. Mehr zum Stand und der Erdung im Artikel Grounding (Erdung) für Präsenz und Sicherheit bei Reden und Präsentationen

 

 

 

2. Siegerpose

 

So sehen Gewinner aus: Dafür werden die Arme nach oben gerissen, der Brustkorb aufgebläht und der Blick geht nach oben. „Ja, gewonnen!“

 

 

 

3. Chef

 

Chef oder Chefin sein: Auf einem Stuhl bequem zurücklehnen und verschränke die Arme hinter den Kopf legen. Die Füße werden auf dem Tisch abgelegt. Das Gefühl: Zufriedenheit breitet sich aus, es Großes wurde geleistet!

 

 

 

4. Lässige Typen

 

Für die lässigen Typen: Lehnen Sie sich lässig an einen Tisch und stützen sich mit einer Hand darauf ab.

 

 

 

Booster

 

Mit geeigneten Atemtechniken lässt sich die Wirkung noch deutlich steigern. Lassen Sie sich entsprechende Tipps im Coaching geben.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

Der nächste Schritt

 

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Haben Sie die Wirkung von Powerposen schon für sich getestet? Und?

Artikel zum Thema Lampenfieber und Redeangst

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

Ist es Lampenfieber oder Begeisterung?

Ist es Lampenfieber oder Begeisterung?

Lampenfieber vor der Präsentation? Nervös vor der Vorstellungsrunde? Nervenflattern vor der Hochzeitsrede? So ergeht es vielen Menschen. Es gibt viele gute Hilfen, Redeangst zu überwinden und die Nervosität in den Griff zu bekommen.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Karriere um jeden Preis?

Karriere um jeden Preis?

Grundlegende Überlegungen: Was bedeutet beruflich erfolgreich zu sein und was Karriere machen?
Karriere um jeden Preis?

Wer wohl zufrieden ist, ist wohl bezahlt.

William Shakespeare

Welchen Preis darf die Karriere fordern?

 

Rumpelstilzchen forderte für die Hilfe der jungen Frau ihr Erstgeborenes als Preis. Was sind Sie bereit für Ihre Karriere zu opfern?

 

 

 

Überblick

Karriere um jeden Preis ist möglich. Nur wozu?

 

Der eigene Name und ein wichtig klingender Titel in glänzenden Buchstaben am besonders großzügigem Büro im obersten Geschoss, ein von Gehalt und Prämien stets prall nachgefülltes Konto, der extra dicke Firmenwagen, neidische Blicke, Anerkennung von Personen, die einem nicht wirklich wichtig sind,… Nett, aber wenn das alles ist, ist es zu wenig! Irgendwann zeigt sich dann doch; das kann doch nicht alles gewesen sein, oder? Mit all dem lässt sich nicht ewig darüber hinwegtäuschen, wenn grundlegende Bedürfnisse unerfüllt bleiben. Und doch sind viele mit der Jagd danach beschäftigt, ohne ersehnte Befriedigung zu finden.

 

 

 

Erfüllung

 

Für ein erfüllendes Leben liefert die Berufung einen wesentlichen Beitrag. Schließlich verbringen wir einen beachtlichen Teil unserer kostbaren Lebenszeit damit. Im hohen Alter klagt doch niemand: „Hätte ich nur mehr Zeit im Büro verbracht!“, oder?

Da lohnt es sich doch, den Begriff Karriere und was das für einen selbst bedeutet, sorgfältig zu klären.

 

 

 

Erwartet nur Generation Y mehr als ein volles Konto?

 

Wie hilfreich sind messbare Größen für das Maß der Karriere wie Gehalt, Umsätze, Personalverantwortung, Budget, Größe des Firmenwagens, Ausstattung und Lage des Büroraumes, Firmenparkplatz? Generation Y, die Generation der nach 1980 geborenen, setzt angeblich vollkommen andere Prioritäten als ihre Eltern; weniger Karriere, mehr Kinder. Keine Karriere um jeden Preis, sondern mehr Freizeit und Work-Life-Balance. Und dann soll der Job auch noch erfüllend sein. Was denn noch alles? Ist das Leben etwa ein Ponyhof? Für manch einen fleißig-disziplinierten Andersdenkenden sind das Luxusfragen für jene Zeitgenossen, denen es zu gut geht. Doch das ist wohl nicht der Grund. Ich frage lieber; wer will sich leisten, auf ein erfüllendes Leben zu verzichten?

 

 

 

Was macht eine Karriere überhaupt aus?

 

Nicht jedes Geschäft hält, was er verspricht. Im Mai 1626 soll der aus Wesel am Rhein stammende Gouverneur der neu entstandenen Provinz Neu-Holland Peter Minuit die Insel Manhattan den Indianern für umgerechnet 24 Dollar abgekauft haben. Nach heutigen Maßstäben klingt das nicht gerade nach einem fairen Geschäft.

Wann ist Karriere Karriere und wann ist Erfolg Erfolg? Karriere ist nicht unbedingt das, was die einschlägige Management-Literatur beschreibt. Welche Motive treiben Sie im Job an? Welche Rolle spielt Karriere tatsächlich und was macht sie aus? Wer darauf eigene Antworten gefunden hat, erkennt leichter, welcher Weg tatsächlich erstrebenswert ist.

 

 

 

Persönliche Klärung

 

Am Anfang stehen grundsätzliche Fragen. Doch woher kommen die Antworten? Beginnen Sie doch damit, sich vorzustellen, ein Wunder ist geschehen und Sie haben Ihren Traumjob mit idealen Rahmenbedingungen.

 

Anregungen:

 

  • Woran merken Sie das?
  • Was ist dann anders?
  • Was tun Sie?
  • Mit welchen Menschen arbeiten Sie?
  • Wo sind Sie?
  • Wie fügt sich das in Ihr Leben ein?
  • Ist es erfüllend?

Video

Was bedeutet Karriere?

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

 

Der nächste Schritt

 

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Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

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→ Profil und beruflicher Hintergrund
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→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
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P.S.

 

Worauf basieren deine Karriere-Entscheidungen?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43312
K:CNB
Ü:

Karriereentscheidung treffen | Coaching & Sparring Berlin

Wichtige Karriereentscheidungen

Wenn der nächste Schritt mehr verdient als eine Pro-und-Contra-Liste
Karriereentscheidungen: Für die Karriere gilt es gute Entscheidungen zu treffen - Karriere Coaching Berlin

Karriereentscheidungen

 

 

Bleiben, wechseln, aufsteigen – oder etwas ganz anderes?

 

Manche beruflichen Entscheidungen verändern mehr als den nächsten Eintrag im Lebenslauf.

Eine neue Position annehmen?

Im Unternehmen bleiben?

Wechseln?

Mehr Verantwortung übernehmen?

Eine Führungsrolle anstreben?

Ein attraktives Angebot ablehnen?

Die Selbstständigkeit wagen?

Oder einen erfolgreichen Weg verlassen, der sich trotzdem nicht mehr richtig anfühlt?

Je mehr von einer Entscheidung abhängt, desto schwieriger kann es werden, klar zu sehen.

Dann hilft häufig weniger ein weiterer guter Rat als ein klarerer Blick auf die gesamte Situation.

Dabei unterstütze ich dich.

In Berlin und online.

 

 

 

Wenn mehrere gute Gründe gegeneinander stehen

 

Schwierige Karriereentscheidungen entstehen häufig weniger durch fehlende Optionen.

Das Problem ist:

Mehrere Optionen haben gute Gründe.

Die neue Position bietet mehr Verantwortung und Einkommen.

Gleichzeitig verändert sie dein Leben.

Der jetzige Arbeitgeber bietet Sicherheit und vertraute Strukturen.

Gleichzeitig fehlt Entwicklung.

Die Selbstständigkeit verspricht Freiheit.

Gleichzeitig verändert sie Risiko und Verantwortung.

Dann reicht eine klassische Pro-und-Contra-Liste häufig weniger weit.

Denn die entscheidenden Fragen liegen tiefer:

Was ist dir wirklich wichtig?

Welche Konsequenzen kannst und möchtest du tragen?

Welches Risiko ist sinnvoll?

Welche Möglichkeit passt zu dem Leben, das du führen möchtest?

 

 

 

Karriereentscheidungen sind Lebensentscheidungen

 

Eine berufliche Entscheidung betrifft selten ausschließlich den Beruf.

Sie kann Einfluss haben auf:

Zeit.

Einkommen.

Familie.

Wohnort.

Gesundheit.

Beziehungen.

Status.

Freiheit.

Verantwortung.

Identität.

Und auf die Frage, wie du einen erheblichen Teil deiner Lebenszeit verbringen möchtest.

Deshalb lohnt es sich, Karriereentscheidungen nicht isoliert zu betrachten.

Die interessante Frage lautet weniger: Welche Position ist besser?

Sondern:

Welche Konsequenzen hat diese Entscheidung für das Leben, das du führen möchtest?

 

 

 

Bleiben oder gehen?

 

Manchmal ist die zentrale Frage erstaunlich schlicht:

Soll ich bleiben oder gehen?

Vielleicht gibt es gute Gründe für beides.

Du hast viel aufgebaut.

Kennst das Unternehmen.

Hast Verantwortung.

Verdienst gut.

Besitzt Gestaltungsspielraum.

Und gleichzeitig wächst der Eindruck:

So möchte ich die nächsten Jahre nicht weitermachen.

Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Was hält dich?

Was zieht dich weg?

Was davon ist kurzfristige Frustration?

Was ist ein wiederkehrendes Muster?

Was lässt sich verändern?

Was liegt außerhalb deines Einflussbereichs?

Und:

Was müsste geschehen, damit Bleiben wieder eine überzeugende Entscheidung wird?

 

 

 

Eine neue Position annehmen?

 

Ein attraktives Angebot kann eine überraschend schwierige Entscheidung auslösen.

Mehr Gehalt.

Mehr Verantwortung.

Mehr Einfluss.

Ein interessanter Titel.

Vielleicht sogar der nächste logische Karriereschritt.

Und trotzdem zögerst du.

Dann lohnt sich ein Blick hinter die offensichtlichen Vorteile.

Welche Erwartungen sind mit der Rolle verbunden?

Wie groß ist dein tatsächlicher Gestaltungsspielraum?

Wie sieht die Unternehmenskultur aus?

Warum ist die Position frei?

Welche Interessen verfolgen die Beteiligten?

Welche Risiken werden im Bewerbungsprozess weniger deutlich?

Und:

Passt diese Rolle zu dir – oder vor allem zu deinem bisherigen Karriereweg?

 

 

 

Wenn Erfolg selbst die Entscheidung schwieriger macht

 

Besonders anspruchsvoll können Karriereentscheidungen werden, wenn du bereits erfolgreich bist.

Denn dann gibst du möglicherweise etwas Wertvolles auf.

Einkommen.

Status.

Einfluss.

Sicherheit.

Netzwerk.

Reputation.

Eine Position, für die du lange gearbeitet hast.

Dadurch entsteht ein psychologischer Effekt:

Je mehr wir investiert haben, desto schwerer kann es werden, einen Weg grundsätzlich infrage zu stellen.

Vergangene Investitionen sind jedoch keine Verpflichtung für die Zukunft.

Die entscheidende Frage lautet:

Was ist von heute aus betrachtet der sinnvollste nächste Schritt?

 

 

 

Was möchtest du eigentlich erreichen?

 

Bei Karriereentscheidungen sprechen wir schnell über Positionen.

Geschäftsführer.

Partner.

Vorstand.

Bereichsleiter.

Selbstständig.

Berater.

Doch ein Titel beantwortet noch keine Frage nach einem guten Leben.

Interessanter ist:

Was möchtest du gestalten?

Wie möchtest du arbeiten?

Welche Verantwortung möchtest du tragen?

Wie viel Freiheit brauchst du?

Wie wichtig sind Einkommen und Sicherheit?

Welche Menschen möchtest du um dich haben?

Was möchtest du lernen?

Welche Rolle soll Arbeit in deinem Leben spielen?

Karriere ist ein Mittel. Die entscheidende Frage ist, wofür.

 

 

 

Vorsicht vor fremden Maßstäben

 

Karriereentscheidungen entstehen selten im luftleeren Raum.

Familie.

Kollegen.

Vorgesetzte.

Freunde.

Gesellschaftliche Vorstellungen.

Der eigene Lebenslauf.

Alle können Erwartungen erzeugen.

Dann klingt eine Entscheidung vielleicht vernünftig und fühlt sich trotzdem fremd an.

Deshalb lohnt sich die Unterscheidung:

Was möchte ich?

Was glaube ich, wollen zu müssen?

Diese Differenz kann erheblich sein.

 

 

 

Entscheidungen unter Unsicherheit

 

Die meisten wichtigen Karriereentscheidungen werden getroffen, bevor alle Informationen vorhanden sind.

Wie wird die neue Rolle tatsächlich?

Wie entwickelt sich das Unternehmen?

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand?

Wie verändert sich der Markt?

Werde ich die Entscheidung später bereuen?

Vollständige Sicherheit wird es selten geben.

Das Ziel guter Entscheidungsarbeit ist deshalb weniger, jede Unsicherheit zu beseitigen.

Es geht darum, trotz verbleibender Unsicherheit eine tragfähige Entscheidung treffen zu können.

 

 

 

Optionen erweitern

 

Manchmal erscheint eine Entscheidung zunächst binär.

Bleiben oder kündigen.

Annehmen oder ablehnen.

Karriere oder Privatleben.

Sicherheit oder Freiheit.

Doch häufig existieren mehr Möglichkeiten.

Bedingungen nachverhandeln.

Verantwortung verändern.

Arbeitszeit gestalten.

Eine Übergangsphase vereinbaren.

Eine andere Position im Unternehmen entwickeln.

Ein Projekt zunächst testen.

Eine dritte Option schaffen.

Deshalb gehört zu guter Entscheidungsarbeit auch die Frage:

Welche Möglichkeit haben wir bisher noch nicht betrachtet?

 

 

 

Die Entscheidung durchspielen

 

Eine hilfreiche Methode besteht darin, mögliche Entscheidungen gedanklich weiterzuführen.

Angenommen, du sagst Ja.

Was geschieht anschließend?

Nach drei Monaten?

Nach einem Jahr?

Nach drei Jahren?

Welche Möglichkeiten entstehen?

Welche verschwinden?

Welche Risiken werden größer?

Welche Chancen?

Und dann dieselben Fragen für die Alternative.

Dadurch wird aus einer abstrakten Entscheidung ein konkreteres Zukunftsbild.

 

 

 

Mehrere Perspektiven zusammenführen

 

Karriereentscheidungen können gleichzeitig betreffen:

  • berufliche Entwicklung
  • Strategie
  • Finanzen
  • Beziehungen
  • Familie
  • persönliche Werte
  • Status
  • Sicherheit
  • Freiheit
  • Lebensqualität
  • Identität

Mein beruflicher Hintergrund ermöglicht mir, solche Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Dabei fließen Erfahrungen aus Unternehmertum und Unternehmensberatung ebenso ein wie Psychologie, Kommunikation und langjährige Entscheidungsarbeit.

Meine besondere Stärke liegt darin, relevante Puzzleteile zusammenzuführen und daraus ein klareres Gesamtbild entstehen zu lassen.

 

 

 

Ich entscheide nicht für dich

 

Ein Sparringspartner sollte dir eine wichtige Karriereentscheidung weniger abnehmen.

Schließlich lebst du anschließend mit ihren Konsequenzen.

Meine Aufgabe ist eine andere.

Ich helfe dir, genauer hinzusehen.

Annahmen zu prüfen.

Blinde Flecken aufzuspüren.

Optionen zu erweitern.

Konsequenzen durchzuspielen.

Widersprüche sichtbar zu machen.

Und deine eigenen Prioritäten klarer zu erkennen.

Die Entscheidung bleibt deine.

Und genau deshalb sollte sie möglichst gut zu dir passen.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Wenn deine berufliche Entscheidung vor allem mit persönlicher Orientierung, Lebensgestaltung oder einer grundsätzlichen Neuorientierung verbunden ist.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Wenn du eine konkrete berufliche Entscheidung treffen möchtest – beispielsweise einen Stellenwechsel, eine neue Position oder den nächsten Karriereschritt.

→ BUSINESS 1:1

 

 

EXECUTIVE SPARRING

Wenn die Entscheidung hohe berufliche, wirtschaftliche oder strategische Tragweite besitzt.

Zum Beispiel:

  • C-Level-Position annehmen oder ablehnen
  • Wechsel in Geschäftsführung oder Vorstand
  • Beteiligung an einem Unternehmen
  • Unternehmen verlassen
  • Partnerschaft eingehen oder beenden
  • erhebliche Veränderung von Verantwortung
  • Wechsel aus einer langjährigen Spitzenposition
  • unternehmerische und persönliche Interessen miteinander abwägen

→ EXECUTIVE SPARRING

 

 

 

 

Eine gute Entscheidung braucht keine absolute Gewissheit

 

Vielleicht möchtest du am Ende sagen können:

„Jetzt weiß ich mit hundertprozentiger Sicherheit, dass diese Entscheidung richtig ist.“

Bei Entscheidungen mit echter Tragweite ist diese Gewissheit selten verfügbar.

Was möglich ist:

Du hast die relevanten Perspektiven betrachtet.

Du kennst deine Prioritäten.

Du hast Konsequenzen durchgespielt.

Du hast Risiken ernst genommen.

Du hast Alternativen geprüft.

Und du weißt, weshalb du dich entscheidest.

Das ist eine tragfähige Grundlage, um anschließend nach vorn zu gehen.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

Antworten auf häufige Fragen

Kannst du mir sagen, welche Karriereentscheidung richtig ist?

Ich kann dir meine Einschätzung und Perspektive anbieten. Die Entscheidung bleibt bei dir.
Wir arbeiten daran, dass du relevante Faktoren klarer erkennst, Optionen prüfst und Konsequenzen besser einschätzen kannst.

Wie lange dauert Entscheidungscoaching?

Das hängt von der Situation ab.
Manchmal bringt eine konzentrierte Sitzung bereits erhebliche Klarheit. Bei komplexen Entscheidungen kann eine Begleitung über mehrere Schritte sinnvoll sein.

Ist Karriereberatung auch online möglich?

Ja. Entscheidungsarbeit und Sparring eignen sich sehr gut für Onlinesitzungen. Termine in Berlin sind ebenfalls möglich.

Kannst du mich auch auf anschließende Gespräche oder Verhandlungen vorbereiten?

Ja. Häufig folgt auf eine Entscheidung ein wichtiges Gespräch.
Dann können wir beispielsweise eine Vertragsverhandlung, ein Gespräch mit dem Arbeitgeber, den Einstieg in eine neue Rolle oder die Kommunikation einer Entscheidung vorbereiten.

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen

 

Der nächste Schritt

 

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Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

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YouTube-Kanal @karstennoack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 18. Juli 2025

Vom Kollegen zum Vorgesetzten: 15 Tipps für neue Führungskräfte

15 Tipps: Vom Kollegen zum Vorgesetzten.

So gelingt der Wechsel in deine neue Führungsrolle
Vom Kollegen zum Vorgesetzten.

Neu in einer Führungsposition

 

Als neue Führungskraft stehen Sie vor neuen Aufgaben, die ein anderes Verhalten erfordern. Erfahren Sie, wie Sie die Herausforderungen, die der Rollenwechsel mit sich bringen kann, erfolgreich gestalten.

15 Tipps: Vom Kollegen zum Vorgesetzten

 

Gestern noch Kollege.

Heute Führungskraft.

Auf dem Organigramm kann dieser Wechsel mit einer einzigen Entscheidung vollzogen sein.

Zwischen Menschen dauert er häufig länger.

Plötzlich sollst du Entscheidungen treffen, Erwartungen formulieren, Leistung beurteilen, Konflikte klären und möglicherweise Menschen führen, mit denen du gestern noch auf Augenhöhe im selben Team gearbeitet hast.

Vielleicht haben sich andere ebenfalls Hoffnungen auf deine Position gemacht.

Vielleicht kennen deine ehemaligen Kollegen Seiten von dir, die ein neu eingestellter Vorgesetzter erst viel später zeigen würde.

Und vielleicht fragst du dich:

Wie viel Nähe ist jetzt noch angemessen?

Wie trete ich klar auf, ohne plötzlich eine Rolle zu spielen?

Wie gewinne ich Akzeptanz?

Und wie entwickle ich meinen eigenen Führungsstil?

Die gute Nachricht:

Du musst über Nacht keine vollkommen andere Persönlichkeit werden.

Du brauchst Klarheit über deine neue Rolle und die Bereitschaft, sie tatsächlich einzunehmen.

Hier sind 15 Empfehlungen für einen guten Start.

 

 

 

1. Kläre deine neue Rolle

 

Der wichtigste Rollenwechsel findet zuerst bei dir selbst statt.

Du bist weiterhin derselbe Mensch.

Deine Verantwortung hat sich verändert.

Du triffst andere Entscheidungen.

Du erhältst andere Informationen.

Du vertrittst Interessen des Unternehmens.

Du musst Erwartungen formulieren und möglicherweise Entscheidungen vertreten, die einzelnen Teammitgliedern weniger gefallen.

Deshalb lohnt sich früh die Frage:

Was bedeutet Führung in dieser konkreten Position für mich?

Je klarer du deine Rolle verstehst, desto weniger musst du Führung spielen.

 

 

 

2. Kläre Erwartungen

 

Neue Führungskräfte beschäftigen sich häufig intensiv mit den Erwartungen ihrer Mitarbeitenden.

Ebenso wichtig sind die Erwartungen der eigenen Vorgesetzten und der Organisation.

Was sollst du erreichen?

Welche Entscheidungen darfst du treffen?

Welche Ergebnisse werden erwartet?

Wo liegen deine Spielräume?

Woran wird dein Erfolg gemessen?

Und welche Erwartungen hast du selbst an deine neue Rolle?

Ungeklärte Erwartungen werden später erstaunlich häufig zu Konflikten.

 

 

 

3. Höre zuerst zu

 

Eine neue Führungsposition erzeugt leicht den Impuls, sofort etwas verändern zu wollen.

Schließlich möchtest du zeigen, dass du gestalten kannst.

Doch bevor du handelst, lohnt sich häufig etwas anderes:

zuhören.

Sprich mit deinen Mitarbeitenden.

Frage nach Erfahrungen.

Problemen.

Ideen.

Erwartungen.

Und Dingen, die bereits gut funktionieren.

Als ehemaliger Kollege kennst du vieles.

Als Führungskraft wirst du manches aus einer neuen Perspektive sehen.

 

 

 

4. Widerstehe dem Aktionismus

 

Die ersten Wochen brauchen weniger ein Feuerwerk neuer Maßnahmen als gute Orientierung.

Vielleicht kennst du bereits Dinge, die du seit Jahren verändern möchtest.

Jetzt besitzt du endlich den Einfluss dazu.

Trotzdem:

Erst verstehen. Dann verändern.

Manche scheinbar unsinnige Regel besitzt eine Vorgeschichte.

Manche informelle Struktur erfüllt eine wichtige Funktion.

Und manche gute Veränderung scheitert, weil sie zum falschen Zeitpunkt eingeführt wird.

Strategie vor Aktionismus.

 

 

 

5. Gestalte Nähe und Distanz neu

 

Gerade beim Aufstieg innerhalb des eigenen Teams ist dies eine der schwierigsten Aufgaben.

Aus Kollegen werden Mitarbeitende.

Vielleicht bestehen Freundschaften.

Gemeinsame Mittagessen.

Private Kontakte.

Vertrauliche Gespräche.

All das verschwindet mit einer Beförderung weniger automatisch.

Gleichzeitig verändert sich deine Verantwortung.

Du erhältst Informationen, die du weniger teilen kannst.

Du musst Entscheidungen treffen, die Freunde betreffen können.

Deshalb braucht es weder demonstrative Distanz noch künstliche Kälte.

Es braucht ein neues Verständnis von Nähe, Verantwortung und Vertraulichkeit.

 

 

 

6. Sprich den Rollenwechsel an

 

Verhalte dich weniger so, als hätte sich nichts verändert.

Es hat sich etwas verändert.

Und alle wissen es.

Deshalb kann ein offenes Gespräch sehr hilfreich sein.

Was verändert sich?

Was bleibt?

Was erwartest du?

Was können deine Mitarbeitenden von dir erwarten?

Welche Fragen gibt es?

Gerade wenn du aus dem eigenen Team befördert wurdest, schafft eine klare Kommunikation Orientierung.

→ Antrittsrede als Führungskraft vorbereiten

 

 

 

7. Achte auf enttäuschte Mitbewerber

 

Vielleicht wollte jemand aus deinem Team genau die Position, die du bekommen hast.

Dann erlebt diese Person deine Beförderung möglicherweise weniger als deinen Erfolg und stärker als eigene Niederlage.

Ignoriere diese Dynamik weniger.

Suche frühzeitig das Gespräch.

Höre zu.

Kläre Erwartungen.

Und prüfe, welche Perspektiven für die betreffende Person existieren.

Aus unausgesprochener Enttäuschung können sonst Widerstand, Rückzug oder Konkurrenz entstehen.

 

 

 

8. Lerne zu delegieren

 

Eine der größten Fallen neuer Führungskräfte lautet:

„Ich mache es schnell selbst.“

Du kennst die Aufgaben.

Du kannst sie.

Und vielleicht kannst du manches tatsächlich besser als einzelne Mitarbeitende.

Doch deine neue Aufgabe besteht zunehmend darin, dafür zu sorgen, dass andere erfolgreich arbeiten können.

Delegieren bedeutet mehr als Arbeit weiterzugeben.

Es braucht:

klare Erwartungen,

Verantwortung,

Entscheidungsspielraum,

Ressourcen

und passende Rückmeldung.

Wer weiterhin alles selbst erledigt, bleibt fachlich der beste Mitarbeiter und wird kaum zur wirksamen Führungskraft.

 

 

 

9. Vermeide Mikromanagement

 

Delegieren und anschließend jeden Schritt kontrollieren ist kaum Delegation.

Kläre stattdessen:

Was ist das gewünschte Ergebnis?

Welche Rahmenbedingungen gelten?

Welche Entscheidungen darf der Mitarbeiter selbst treffen?

Wann möchtest du informiert werden?

Wann braucht es deine Zustimmung?

Dann gib Raum.

Vertrauen und Verantwortung gehören zusammen.

 

 

 

10. Kommuniziere klar und verbindlich

 

Viele neue Führungskräfte möchten weiterhin von allen gemocht werden.

Das ist menschlich.

Für Führung reicht Sympathie allein weniger weit.

Mitarbeitende brauchen Orientierung.

Was erwartest du?

Was hat Priorität?

Wer entscheidet?

Was wurde vereinbart?

Bis wann?

Klare Kommunikation kann freundlich sein.

Klarheit und Wertschätzung sind ausgezeichnete Partner.

 

 

 

11. Werde konfliktfähig

 

Mit der Führungsrolle kommen Gespräche, die du dir vielleicht weniger ausgesucht hättest.

Leistung bleibt hinter Erwartungen zurück.

Verhalten belastet das Team.

Vereinbarungen werden weniger eingehalten.

Zwei Mitarbeitende geraten aneinander.

Ein ehemaliger Kollege akzeptiert deine neue Rolle kaum.

Solche Themen verschwinden selten dadurch, dass sie lange liegen bleiben.

Führung bedeutet auch, schwierige Dinge ansprechbar zu machen.

Früh, klar und respektvoll.

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen vorbereiten

 

 

 

12. Sei berechenbar

 

Menschen orientieren sich an Führungskräften.

Dabei hilft weniger, dass du auf alles sofort eine Antwort hast.

Wichtiger ist, dass dein Verhalten nachvollziehbar wird.

Ähnliche Situationen sollten nach erkennbaren Prinzipien behandelt werden.

Vereinbarungen gelten.

Zusagen haben Gewicht.

Grenzen besitzen Bedeutung.

Wenn Mitarbeitende ungefähr einschätzen können, woran sie bei dir sind, entsteht Sicherheit.

Verlässlichkeit schafft Vertrauen.

 

 

 

13. Entwickle deinen eigenen Führungsstil

 

Du wirst Vorbilder haben.

Gute und weniger gute.

Vielleicht weißt du sehr genau, wie du führen möchtest.

Oder zumindest, wie du keinesfalls führen möchtest.

Beides reicht als Anfang.

Mit der Zeit braucht es mehr.

Welche Haltung möchtest du verkörpern?

Wie triffst du Entscheidungen?

Wie gibst du Orientierung?

Wie gehst du mit Fehlern um?

Wie viel Autonomie gibst du?

Wie führst du unterschiedliche Persönlichkeiten?

Ein guter Führungsstil ist weniger eine Schablone.

Er verbindet deine Persönlichkeit mit den Anforderungen deiner Verantwortung.

→ Den eigenen Führungsstil entwickeln

 

 

 

14. Beobachte deine Wirkung

 

Mit einer Führungsposition verändert sich die Bedeutung deines Verhaltens.

Eine beiläufige Bemerkung kann plötzlich als Anweisung verstanden werden.

Deine Stimmung wird stärker beobachtet.

Ein spontaner Gedanke kann als Entscheidung interpretiert werden.

Und dein Schweigen bekommt möglicherweise eine Bedeutung, die du nie beabsichtigt hast.

Deshalb gehört zur Führungsentwicklung auch die Frage:

Wie wirke ich tatsächlich auf andere?

Selbstbild und Fremdbild können überraschend weit auseinanderliegen.

 

 

 

15. Suche dir einen unabhängigen Sparringspartner

 

Gerade am Anfang einer Führungsrolle entstehen Fragen, die sich innerhalb des Unternehmens schwer besprechen lassen.

Mit dem eigenen Vorgesetzten möchtest du vielleicht weniger jede Unsicherheit teilen.

Bei Mitarbeitenden ist manches Thema unpassend.

Kollegen verfolgen möglicherweise eigene Interessen.

Dann kann ein unabhängiges Gegenüber wertvoll sein.

Jemand, mit dem du Situationen sortierst.

Entscheidungen durchspielst.

Gespräche vorbereitest.

Deine Wirkung reflektierst.

Und auch unbequeme Fragen besprechen kannst.

Führung entwickelt sich besonders schnell, wenn Erfahrung systematisch ausgewertet wird.

 

 

 

Die ersten 100 Tage

 

Die berühmten ersten 100 Tage sind weniger eine magische Frist.

Sie erinnern an etwas Wichtiges:

Der Anfang prägt Erwartungen.

Nutze diese Zeit, um zu verstehen.

Beziehungen aufzubauen.

Erwartungen zu klären.

Prioritäten zu erkennen.

Vertrauen zu entwickeln.

Und erste Entscheidungen bewusst zu treffen.

Du brauchst weniger den Beweis, dass deine Beförderung richtig war.

Du brauchst einen guten Start in die Verantwortung, die du jetzt übernommen hast.

 

 

 

Typische Themen beim Wechsel in die Führungsrolle

 

Im Coaching und Sparring können wir sehr konkret an deiner Situation arbeiten, beispielsweise an:

  • Rollenklärung
  • den ersten 100 Tagen
  • Nähe und Distanz zu ehemaligen Kollegen
  • Akzeptanz in der neuen Rolle
  • Führungsstil und Führungswirkung
  • Delegation und Verantwortung
  • schwierigen Mitarbeitenden
  • Konflikten im Team
  • Feedback- und Mitarbeitergesprächen
  • Kommunikation nach oben
  • Entscheidungen unter Druck
  • Antrittsrede und wichtigen Präsentationen
  • schwierigen Gesprächen
  • Selbstmanagement und Prioritäten

Dabei geht es weniger um abstrakte Führungstheorie.

Wir arbeiten an den Situationen, die dir tatsächlich begegnen.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

BUSINESS 1:1

Du übernimmst erstmals Führungsverantwortung oder wechselst in eine anspruchsvollere Führungsrolle.

Wir können konkrete Situationen vorbereiten, Erfahrungen auswerten und deinen eigenen Führungsstil weiterentwickeln.

→ BUSINESS 1:1 und aktuelle Honorare

 

EXECUTIVE SPARRING

Du übernimmst eine Position auf Geschäftsführungs-, C-Level- oder vergleichbarer Verantwortungsebene.

Dann können zusätzlich strategische Kommunikation, Entscheidungsfindung, Stakeholder, Macht- und Interessendynamiken sowie deine Wirkung in der neuen Rolle eine besondere Bedeutung bekommen.

→ EXECUTIVE SPARRING und aktuelle Honorare

 

 

 

Führung beginnt weniger mit Antworten als mit Klarheit

 

Du musst als neue Führungskraft weniger beweisen, dass du alles weißt.

Du darfst fragen.

Zuhören.

Lernen.

Entscheiden.

Korrigieren.

Und deinen eigenen Weg entwickeln.

Was deine Mitarbeitenden brauchen, ist weniger eine perfekte Führungskraft.

Sie brauchen jemanden, der Verantwortung übernimmt, Orientierung gibt und ansprechbar bleibt.

Deine Führungsrolle beginnt mit der Entscheidung, sie wirklich einzunehmen.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was ist aus deiner Sicht bei einer neuen Führungsrolle besonders zu beachten? Stehst du selbst vor der Übernahme weiterer Führungsverantwortung? Wie bereitest du dich vor? Ich freue mich, wenn du hier die Leser an deinen Erfahrungen teilhaben lässt.

*Datenschutz

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Artikel zum Themenbereich Leadership

Disruptive Innovation: Bedeutung, Beispiele und Strategie

Was bedeutet disruptive Innovation? – und welche Fragen Unternehmen bei Veränderung und strategischen Entscheidungen helfen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Mai 2013
Überarbeitung: 22. April 2019
AN: #43387
K: CNF
Ü:

Warum ein Plan B deinen Erfolg ruinieren könnte – Die ganze Wahrheit!

Kann ein Plan B schaden?

Fokus, Sicherheit und Commitment

Kann ein Plan B schaden?

 

Wann Alternativen Sicherheit geben – und wann sie deinen Einsatz schwächen

 

Ein Plan B klingt vernünftig.

Falls Plan A scheitert, hast du eine Alternative.

Das beruhigt.

Schafft Handlungsspielraum.

Reduziert Abhängigkeit.

Und kann verhindern, dass eine einzige Entscheidung übermäßig viel Druck bekommt.

Trotzdem gibt es eine interessante Gegenfrage:

Kann ein Plan B sogar schaden?

Kann die Alternative dazu führen, dass du dich weniger konsequent für Plan A einsetzt?

Dass du früher aufgibst?

Dass ein Teil deiner Aufmerksamkeit bereits beim Ausstieg ist, während du eigentlich noch versuchst, etwas aufzubauen?

Die Antwort lautet:

Ja, das kann passieren. Gleichzeitig kann ein guter Plan B enorm wertvoll sein.

Entscheidend ist weniger, ob du eine Alternative hast.

Entscheidend ist, welche Funktion sie für dich erfüllt.

 

 

 

Plan B als Sicherheit

 

Ein Plan B kann etwas sehr Wertvolles leisten:

Er nimmt einer Entscheidung ihre gefühlte Endgültigkeit.

Du weißt:

Wenn diese Möglichkeit weniger funktioniert, geht mein Leben weiter.

Ich habe Alternativen.

Ich kann reagieren.

Ich bin weniger ausgeliefert.

Das kann sogar dazu führen, dass du Plan A ruhiger und klarer verfolgst.

Denn du musst weniger ständig denken:

„Das muss unbedingt funktionieren.“

 

 

 

Alternativlosigkeit erzeugt Druck

 

Manche Menschen versuchen, ihre Motivation zu erhöhen, indem sie alle Rückwege schließen.

„Scheitern ist keine Option.“

Das klingt entschlossen.

Manchmal funktioniert es.

Manchmal erzeugt es:

Angst.

Tunnelblick.

übermäßige Risikobereitschaft.

Festhalten an schlechten Entscheidungen.

oder die Unfähigkeit, neue Informationen ernst zu nehmen.

Deshalb halte ich Alternativlosigkeit weniger automatisch für Stärke.

Commitment und Alternativlosigkeit sind zwei verschiedene Dinge.

 

 

 

Du kannst dich entscheiden und trotzdem Optionen haben

 

Das ist ein wichtiger Gedanke.

Du kannst sagen:

„Ich entscheide mich für Plan A.“

Und gleichzeitig wissen:

„Falls bestimmte Bedingungen eintreten, habe ich weitere Möglichkeiten.“

Das schwächt die Entscheidung weniger zwangsläufig.

Es kann sie sogar erwachsener machen.

Denn du entscheidest dich weniger aus Zwang.

Du entscheidest dich bewusst.

 

 

 

Wann ein Plan B tatsächlich schaden kann

 

Ein Plan B wird problematisch, wenn er weniger Absicherung und stärker Fluchttür wird.

Zum Beispiel:

Der erste Widerstand kommt.

Du denkst sofort:

„Dann mache ich eben Plan B.“

Das erste schwierige Gespräch.

Die erste Enttäuschung.

Der erste Rückschlag.

Und innerlich bist du bereits auf dem Weg hinaus.

Dann bekommt Plan A möglicherweise kaum die Chance, die Entwicklung zu durchlaufen, die erforderlich wäre.

 

 

 

Die psychologische Fluchttür

 

Manche Alternativen sind weniger echte Pläne.

Sie dienen dazu, unangenehme Gefühle zu vermeiden.

Zum Beispiel:

„Wenn es bei diesem Job schwierig wird, kündige ich einfach.“

„Wenn die Selbstständigkeit anstrengend wird, gehe ich zurück.“

„Wenn das Gespräch unangenehm wird, lasse ich es eben.“

Eine Alternative darf existieren.

Interessant ist die Frage:

Nutze ich sie als Sicherheit – oder als Vermeidung?

 

 

 

Ein Plan B kostet Ressourcen

 

Jede Alternative braucht möglicherweise:

Zeit.

Geld.

Aufmerksamkeit.

Vorbereitung.

Kontakte.

Energie.

Wenn du gleichzeitig Plan A und Plan B vollständig verfolgst, kann beides schwächer werden.

Deshalb lohnt sich:

Wie viel Vorbereitung braucht mein Plan B heute wirklich?

Vielleicht reicht es, zu wissen, dass eine Option existiert.

Du musst sie weniger bereits parallel vollständig aufbauen.

 

 

 

Beispiel: Selbstständigkeit

 

Du möchtest dich selbstständig machen.

Plan A:

Das neue Unternehmen aufbauen.

Plan B:

Zurück in eine Festanstellung.

Das Wissen um Plan B kann beruhigen.

Du weißt:

Ich riskiere weniger mein gesamtes berufliches Leben.

Problematisch wird es, wenn du parallel so viel Energie in Bewerbungen, Alternativen und Sicherheitsnetze investierst, dass dein eigentliches Unternehmen kaum Aufmerksamkeit bekommt.

Die Frage lautet:

Welche Absicherung brauche ich – und welche nimmt meinem eigentlichen Vorhaben bereits Kraft?

 

 

 

Beispiel: beruflicher Wechsel

 

Du hast eine neue Führungsposition angenommen.

Die ersten Monate sind schwierig.

Jetzt könntest du denken:

„Ich habe ja noch Kontakte zum alten Unternehmen.“

Gut.

Das gibt Sicherheit.

Wenn du allerdings bei jedem Konflikt gedanklich bereits zurückkehrst, verpasst du möglicherweise die Chance, in der neuen Rolle wirklich anzukommen.

Auch hier:

Plan B darf existieren. Er sollte weniger ständig die Gegenwart regieren.

 

 

 

Beispiel: wichtige Präsentation

 

Plan A:

Die Präsentation funktioniert.

Plan B:

Falls die Technik ausfällt, kannst du ohne Folien weitermachen.

Das ist ein hervorragender Plan B.

Warum?

Weil er Plan A kaum Ressourcen entzieht und deine Handlungsfähigkeit erhöht.

Du bist sogar entspannter.

Das zeigt:

Nicht jeder Plan B schwächt Commitment. Manche erhöhen Souveränität.

 

 

 

Gute und schlechte Plan-B-Kriterien

 

Ein guter Plan B:

reduziert existenzielle Risiken,

schafft Handlungsspielraum,

braucht überschaubare Ressourcen,

wird erst unter klar definierten Bedingungen aktiviert,

und lässt Plan A genügend Fokus.

Ein ungünstiger Plan B:

läuft ständig parallel,

zieht erhebliche Ressourcen ab,

wird bei jedem Widerstand attraktiv,

dient vor allem der Angstvermeidung,

oder verhindert, dass du dich überhaupt richtig entscheidest.

 

 

 

Plan B oder mehrere Optionen?

 

Manchmal ist sogar die Vorstellung von A und B zu eng.

Vielleicht gibt es:

Plan C.

Plan D.

eine Kombination.

eine Zwischenlösung.

eine Möglichkeit, die du bisher weniger bedacht hast.

Gerade bei komplexen Entscheidungen ist deshalb eine bessere Frage:

Welche Optionen habe ich überhaupt?

Das öffnet den Blick.

 

 

 

Szenariodenken statt starrem Plan B

 

Hier verbindet sich das Thema hervorragend mit der Szenariotechnik.

Statt zu sagen:

„Wenn A scheitert, mache ich B.“

kannst du fragen:

Welche unterschiedlichen Entwicklungen sind möglich?

Wie würde ich jeweils reagieren?

Welche Signale zeigen mir früh, dass sich die Situation verändert?

So wird aus einem starren Ersatzplan ein flexibleres Entscheidungsmodell.

→ Szenariotechnik

 

 

 

Wann solltest du Plan B aktivieren?

 

Das würde ich möglichst vorher festlegen.

Zum Beispiel:

Wenn der Umsatz nach zwölf Monaten unter X liegt.

Wenn sich bestimmte Vertragsbedingungen verändern.

Wenn ein medizinisches oder finanzielles Risiko eintritt.

Wenn eine vereinbarte Grenze erneut überschritten wird.

Wenn ein Projekt bestimmte Meilensteine verfehlt.

Das ist wertvoll, weil wir im Moment selbst häufig weniger neutral entscheiden.

Erfolg macht optimistisch.

Angst macht vorsichtig.

Erschöpfung lässt Flucht attraktiv erscheinen.

Vorher definierte Kriterien schaffen Orientierung.

 

 

 

Stop-Loss für Entscheidungen

 

Aus der Finanzwelt kennen wir die Idee:

Wie viel Verlust akzeptiere ich, bevor ich aussteige?

Ein ähnlicher Gedanke kann auch bei anderen Entscheidungen helfen.

Frage:

Welche Entwicklung würde mir zeigen, dass weiteres Festhalten weniger sinnvoll ist?

Damit schützt du dich vor dem sogenannten Sunk-Cost-Effekt:

„Jetzt habe ich schon so viel investiert, jetzt muss ich weitermachen.“

Vergangene Investitionen allein sind weniger guter Grund für zukünftige Investitionen.

 

 

 

Plan B und Durchhaltevermögen

 

Durchhaltevermögen ist wertvoll.

Es wird problematisch, wenn es verhindert, Realität wahrzunehmen.

Deshalb braucht gutes Commitment zwei Fähigkeiten gleichzeitig:

Dranbleiben.

Und:

Kurs korrigieren.

Die Kunst liegt darin, zu unterscheiden:

Ist das gerade ein normaler Widerstand, durch den ich hindurch muss?

Oder ist es relevante Information, dass mein Plan verändert werden sollte?


Die Frage nach dem Motiv

Wenn du einen Plan B entwickelst, frage dich:

Warum brauche ich ihn?

Aus Verantwortung?

Aus Vorsicht?

Aus realistischem Risikomanagement?

Oder weil ich meinem Plan A kaum vertraue?

Alle Antworten dürfen interessant sein.

Manchmal zeigt Plan B weniger etwas über die Alternative.

Er zeigt etwas über deine Beziehung zu Plan A.

 

 

 

Commitment braucht eine Entscheidung

 

Wer sich alle Möglichkeiten dauerhaft offenhält, vermeidet möglicherweise eine andere Erfahrung:

sich wirklich festzulegen.

Jede Entscheidung schließt Möglichkeiten aus.

Zumindest vorübergehend.

Das kann unangenehm sein.

Deshalb ist die Frage weniger:

„Kann ich hundertprozentig sicher sein?“

Sondern:

„Habe ich genügend Klarheit, um mich jetzt für diesen Weg zu entscheiden?“

 

 

 

Option offenhalten oder ständig prüfen?

 

Du kannst wissen:

Diese Alternative existiert.

Und anschließend deine Aufmerksamkeit wieder auf die aktuelle Entscheidung richten.

Das ist etwas anderes als:

jeden Tag prüfen,

ob Plan B inzwischen attraktiver geworden ist.

Ständiger Vergleich erzeugt Unruhe.

Manchmal braucht eine Entscheidung eine Weile Ruhe, damit du sie wirklich leben kannst.

 

 

 

Plan B bei großen Risiken

 

Je größer die möglichen Konsequenzen, desto sinnvoller kann Absicherung sein.

Zum Beispiel bei:

Unternehmensgründung.

großen Investitionen.

Unternehmensverkauf.

beruflichem Wechsel.

Auslandsumzug.

komplexen Verträgen.

entscheidenden Projekten.

Dann ist ein Plan B weniger Ausdruck mangelnden Vertrauens.

Er kann Ausdruck guter Verantwortung sein.

 

 

 

Plan B bei kleinen Entscheidungen

 

Bei kleinen Entscheidungen kann ein Plan B dagegen unnötig viel Denken erzeugen.

Welche Pasta bestelle ich?

Welche Route nehme ich?

Welche Präsentationsüberschrift wähle ich?

Nicht jede Entscheidung braucht:

Best Case.

Worst Case.

Plan B.

Plan C.

Risikomatrix.

Manchmal ist die beste Strategie:

entscheiden und weitergehen.

 

 

 

Der Plan-B-Check

 

Wenn du unsicher bist, helfen fünf Fragen:

1. Welches konkrete Risiko reduziert Plan B?

Wenn du das kaum beantworten kannst, ist Plan B vielleicht vor allem Beruhigung.

 

2. Wie wahrscheinlich ist dieses Risiko?

Unterscheide Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit.

 

3. Welche Ressourcen kostet Plan B bereits heute?

Zeit, Geld, Fokus, Energie?

 

4. Ist Plan B Absicherung oder Fluchtmöglichkeit?

Eine besonders wichtige Frage.

 

5. Unter welchen Bedingungen aktiviere ich ihn?

Je konkreter, desto besser.

 

Noch eine sechste Frage

Ich würde eine hinzufügen:

Würde ich Plan A anders verfolgen, wenn ich Plan B weniger hätte?

Wenn die Antwort lautet:

„Dann würde ich mich endlich wirklich reinhängen.“

ist das interessant.

Wenn die Antwort lautet:

„Dann wäre ich so angespannt, dass ich schlechter entscheiden würde.“

ebenfalls.

Plan B wirkt bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich.

 

 

 

Der beste Plan B kann innere Sicherheit sein

 

Manchmal braucht es weniger einen vollständig ausgearbeiteten Ersatzplan.

Es reicht die Gewissheit:

Ich werde auch mit einer schwierigen Entwicklung umgehen können.

Ich kann lernen.

Neu entscheiden.

Unterstützung holen.

Meine Richtung verändern.

Das ist eine andere Form von Plan B.

Weniger:

„Ich weiß bereits exakt, was ich dann tue.“

Mehr:

„Ich vertraue darauf, dass ich auch dann Handlungsmöglichkeiten finden werde.“

Das halte ich für ausgesprochen wertvoll.

 

 

 

Plan B und Selbstvertrauen

 

Vielleicht liegt darin sogar ein interessanter Unterschied.

Ein äußerer Plan B sagt:

„Wenn das scheitert, mache ich dieses andere Ding.“

Inneres Vertrauen sagt:

„Wenn das anders läuft als erwartet, werde ich einen Weg finden.“

Beides kann sinnvoll sein.

Die zweite Form braucht weniger vollständige Kontrolle über eine Zukunft, die ohnehin unsicher bleibt.

 

 

 

Wenn eine Entscheidung viel verändert

 

Bei komplexen Entscheidungen kann es hilfreich sein, Plan A, Alternativen und mögliche Szenarien gemeinsam zu durchdenken.

Dann geht es beispielsweise um:

Welche Annahmen liegen meiner Entscheidung zugrunde?

Welche Risiken sind real?

Welche Alternativen habe ich?

Welche Optionen möchte ich offenhalten?

Wann sollte ich Kurs wechseln?

Welche Entscheidung bleibt auch bei anderen Zukunftsentwicklungen tragfähig?

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Vielleicht lautet die eigentliche Frage weniger:

„Brauche ich einen Plan B?“

Sondern:

„Was brauche ich, damit ich Plan A mit Klarheit verfolgen kann und trotzdem handlungsfähig bleibe, wenn die Realität anders kommt?“

Manchmal lautet die Antwort:

ein konkreter Plan B.

Manchmal:

klare Ausstiegskriterien.

Manchmal:

mehr finanzielle Sicherheit.

Manchmal:

eine weitere Option.

Und manchmal:

mehr Vertrauen in die eigene Fähigkeit, auch mit einer unerwarteten Zukunft umgehen zu können.

Ein guter Plan B macht dich weniger halbherzig.

Er macht dich beweglich.

Antworten auf häufige Fragen

Kann ein Plan B die Motivation für Plan A reduzieren?

Ja, das kann geschehen, besonders wenn die Alternative ständig verfügbar erscheint und bei den ersten Schwierigkeiten attraktiv wird. Das hängt allerdings stark von Person und Situation ab.

Ist es besser, keinen Plan B zu haben?

Ist es besser, keinen Plan B zu haben?

Was ist ein guter Plan B?

Ein guter Plan B begrenzt relevante Risiken, benötigt überschaubare Ressourcen und wird unter klaren Bedingungen aktiviert.

Wann sollte ich von Plan A zu Plan B wechseln?

Definiere nach Möglichkeit vorher Kriterien. Das reduziert die Gefahr, ausschließlich aus kurzfristiger Angst, Euphorie oder Erschöpfung heraus zu entscheiden.

Brauche ich immer einen Plan B?

Nein. Je geringer die Tragweite und je leichter eine Entscheidung korrigiert werden kann, desto weniger notwendig ist ein eigener Ersatzplan.

Was ist wichtiger: Plan B oder Selbstvertrauen?

Beides erfüllt unterschiedliche Funktionen. Ein konkreter Plan kann Risiken absichern. Vertrauen in die eigene Anpassungsfähigkeit hilft, mit Entwicklungen umzugehen, die sich weniger vollständig vorausplanen lassen.

P.S.​

 

Wie hällst du es mit Plan B? Hast du dazu Fragen oder Kommentare?

18 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Steh zu deinen Fehlern

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13 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Stehen Sie zu Ihren Fehlern?

Verantwortung übernehmen und entschuldigen

 

Halbherzige Ausreden richten Schaden an. Ehrliche Entschuldigungen können hingegen Beziehungen fördern, gegenseitigen Respekt und Vertrauen stärken. So gelingt es:

Video

Um Entschuldigung bitten – So machst du es richtig und authentisch

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Weshalb Menschen sich nicht entschuldigen

 

Dass ehrlich gemeinte Entschuldigungen einige Vorteile haben, ist kein Geheimnis und doch geschieht es vergleichsweise selten. Es gibt einige Gründe, weshalb sich Menschen nicht entschuldigen. 

 

 

a. Kognitive Dissonanz

 

Kognitive Dissonanz macht es nicht gerade einfacher sich zu entschuldigen. Wenn das ersehnte Selbstbild sich nicht mit der Realität deckt, fühlt sich das nicht gut an. Entsprechend groß ist das Bestreben schnellstens woanders hinzusehen, als dich dem zu stellen.

 

 

 

b. Scham und Schuldgefühle

 

Ein Sprichwort sagt; es ist immer Hoffnung für Menschen, die sich noch schämen können. Nur, wenn wir etwas vergeigt haben, obwohl wir es irgendwie besser wussten, kann es diese Scham auch erschweren, die betroffene Person darauf anzusprechen, sich zu entschuldigen. Es erscheint einfacher, so zu tun als, ob es nie geschehen wäre.

 

 

 

c. Stolz

 

Besonders Männer empfinden es oft, als sehr schwierig sich angemessen zu entschuldigen. Wer gibt schon gerne Fehler zu? Ein chinesisches Sprichwort sagt: Stolz ruft Unheil heben und Demut lässt die Ernte reifen.

 

 

 

d. Wut

 

Ein Wort führt zum anderen, Emotionen schaukeln sich schnell hoch. Manchmal wird die Wut so übermächtig, dass wir deshalb keine Entschuldigung aussprechen oder uns die Hand reichen. Mit geballter Faust lässt sich kein Händedruck wechseln.

 

 

 

e. Motivation

 

Der wesentlichste Grund dürfte fehlende Motivation sein, sich für eine Beziehung entsprechend einzusetzen.

Stehen Sie zu Ihren Fehlern?

 

Fehler machen, eine Verpflichtung nicht einhalten, einen Rückruf vergessen, … Auch Dinge, die nicht passieren sollten geschehen mitunter. Das ist nicht schön, doch Irren ist menschlich. So wichtig es ist dafür zu sorgen, dass sie nicht geschehen, so wichtig ist es, dann nicht noch die Augen zu verschließen oder anstatt Öl auf die Wogen sogar noch Benzin aufs Feuer zu gießen.

 

 

 

Verantwortung übernehmen

 

Ganz wichtig: Keine Ausreden!
Immer wieder erlebe ich, dass Leute denken, sie hätten sich entschuldigt – dabei haben sie nur eine Ausrede geliefert.

 

Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, stellen Sie sich der Situation so schnell wie möglich, bringen sie in Ordnung und entschuldigen sich. 
Jetzt können Sie zeigen was für eine Persönlichkeit Sie tatsächlich haben. Aufrichtige Entschuldigung haben Aussicht darauf, akzeptiert und geschätzt zu werden. Es ist Ihre Chance, Integrität zu demonstrieren. Vorausgesetzt, Sie müssen sich nicht für die gleichen Fehler immer und immer wieder entschuldigen.

Uneinsichtige Rechtfertigungen richten leicht Schaden an. Echte Entschuldigungen können hingegen Beziehungen fördern, gegenseitigen Respekt und Vertrauen stärken.

Stehen Sie zu Ihren Fehlern!

Die sechs Schritte einer guten Entschuldigung.

 

Rein mechanisch lassen sich sechs Schritte für eine gute Entschuldigung skizzieren:

 

1. Den Fehler benennen und dein Bedauern ausdrücken
2. Erklären, was falsch gelaufen ist
3. Fehler eingestehen und Verantwortung dafür übernehmen
4. Reue zeigen
5. Wiedergutmachung beziehungsweise Verhaltensänderung anbieten
6. Um Vergebung bitten

 

So weit so nachvollziehbar. Doch es braucht oft etwas mehr, als nur das Abarbeiten einer Checkliste.

18 Tipps für wirksame Entschuldigungen

 

„Es tut dir leid?“

„Es tut mir wirklich, wirklich leid, und ich entschuldige mich vorbehaltlos.“

„Du nimmst es zurück?“

„Das tue ich, ich biete einen kompletten und völligen Widerruf an. Den Beschuldigungen fehlte jegliche faktische Basis, und es hat sich in keinster Weise um einen fairen Kommentar gehandelt, und entsprang somit aus purer Bösartigkeit. Und aufs Tiefste bedauere ich das Unglück welches meine Kommentare bei Ihnen verursacht haben könnten, oder bei Ihrer Familie. Und hiermit versichere ich, dass ich mir nie wieder einen solchen Fehltritt erlauben werde, weder jetzt noch in Zukunft.“

Ein Fisch namens Wanda

 

Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Es folgen 15 Tipps für wirksame Entschuldigungen.

 

 

 

1. Aufrichtigkeit

 

Geben Sie lieber keine Entschuldigung ab, als eine unehrliche. Besonders Menschen, die uns kennen, merken recht schnell, ob wir meinen, was wir sagen. Asche aufs Haupt; entweder richtig oder gar nicht! Ich plädiere für richtig.

 

 

 

2. Betriebstemperatur beachten: Zeitnah entschuldigen

 

Guter Wein soll ja mit der Zeit besser werden. Entschuldigungen auf die lange Bank zu schieben, ist jedoch selten eine gute Idee. Das kann bitter enden! Haben Sie einen Fehler begangen oder jemanden verletzt, dann solltest du nicht lange warten. Wenn die Emotionen es erlauben, dann lieber möglichst umgehend auf die Person zugehen und sich entschuldigen.

Achten Sie auf die Betriebstemperatur: Der Empfänger sollte weder völlig erregt und damit auch wegen des Tunnelblicks für eine Entschuldigung nicht ansprechbar sein, noch die Angelegenheit längst abgehakt haben. Im Eifer des Gefechts liegen die Nerven mitunter blank. Das kann zu Reaktionen führen, die nur noch schwer wieder in den Griff zu bekommen sind. Also lieber kein zusätzliches Öl auf das Feuer gießen. Und sich erst nach einer Ewigkeit zu entschuldigen, würde nur erneut an den Ärger erinnern. Warten Sie also lieber bis die heftigsten Emotionen abgeklungen sind und setzen Sie dann zur Entschuldigung an.

 

 

 

3. Eigener Zustand

 

Selbstmanagement: Wer nicht mit sich selbst im Reinen ist, dem gelingt keine glaubhafte Entschuldigung. Ehe Sie sich bei anderen entschuldigen solltest du zuerst wieder Ihr inneres Gleichgewicht herstellen. Solange Sie nicht mit sich selbst im Einklang sind, finden Sie kaum das notwendige Selbstbewusstsein und die Ruhe, ohne Beigeschmack zu sprechen.

Analysieren Sie Ihren Fehler, leiten Sie Konsequenzen daraus ab und verzeihen Sie sich. Wer sich selbst verzeiht, kann sich souveräner entschuldigen – und ihm wird leichter verziehen, wenn Einsicht erkennbar ist.

 

 

 

4. Persönlich entschuldigen

 

Machen Sie sich auf den Weg: Lassen Sie die Entschuldigung nicht von einer dritten Person übermitteln, sondern entschuldigen Sie sich unbedingt persönlich. Wenn Sie es nicht einmal für nötig halten sich persönlich zu bemühen, wird das oft negativ ausgelegt.

Eine schriftliche Entschuldigung ist besser als keine. Sie kann das Eingraben von Ärger beim anderen verringern oder sogar beenden. Hier kommt es auf die geeignete Wortwahl an. Da die Beziehung gerade belastet ist, braucht es hier sehr klare Botschaften ohne Risiko-vollen Interpretationsspielraum.

 

 

 

5. Glaubhaft entschuldigen

 

Selbstmanagement: Wer nicht mit sich selbst im Reinen ist, dem gelingt keine glaubhafte Entschuldigung. Ehe Sie sich bei anderen entschuldigen solltest du zuerst wieder Ihr inneres Gleichgewicht herstellen. Solange Sie nicht mit sich selbst im Einklang sind, finden Sie kaum das notwendige Selbstbewusstsein und die Ruhe, ohne Beigeschmack zu sprechen.

Analysieren Sie Ihren Fehler, leiten Sie Konsequenzen daraus ab und verzeihen Sie sich. Wer sich selbst verzeiht, kann sich souveräner entschuldigen – und ihm wird leichter verziehen, wenn Einsicht erkennbar ist.​

 

 

 

Beispiele mit Beigeschmack

 

Beispiele, die Zweifel aufkommen lassen, sind das Geständnis von Lance Armstrong vor laufender Kamera bei Oprah Winfrey und der Auftritt des ehemaligen Bundespräsidenten Wulf. Wobei das Internet voller solcher Momente ist und die Interpretationen mitunter auch kontrovers sind. Ein G’schmäckle haben viele!

 

 

 

6. Auge in Auge

 

Von Angesicht zu Angesicht: Entschuldigen Sie sich in einem persönlichen Gespräch, nicht mit einem Brief, einer E-Mail, SMS oder Ähnlichem. Eine dieser Möglichkeiten kann auch zusätzlich gewählt werden. Also zuerst die persönliche Entschuldigung in einem Gespräch und dann zusätzlich schriftlich. Damit hat der Empfänger die Entschuldigung auch schwarz auf weiß und die Einsicht wird unterstrichen.

Die schriftliche Variante können Sie auch dann nutzen, wenn die Person nicht mehr mit Ihnen spricht. So kann die schriftliche Entschuldigung den Weg für das persönliche Gespräch ebnen.

 

 

 

7. Geeigneter Rahmen

 

Nicht zwischen Tür und Angel: Wählen Sie einen geeigneten Rahmen für die Entschuldigung, vorzugsweise in einem entspannten Umfeld, in dem Sie ungestört reden können.

 

 

 

8. Geste

 

Überraschen Sie die betreffende Person mit einer geeigneten Geste. Es muss nichts Großartiges sein, ein geht schon ein kleines Präsent, das diesem Menschen Freude bereitet und damit Wertschätzung vermittelt. Hier ist Gespür gefragt, damit die Geste ihr Ziel erreicht.

 

 

 

9. Keine Ausreden

 

Wer um den heißen Brei herumredet, anstatt die Angelegenheit beim Namen zu nennen, wirkt alles andere als glaubhaft, sondern umso uneinsichtiger.

Eine Entschuldigung mit einer Rechtfertigung verknüpfen? Das klingt dann nach einer Ausrede. Suchen Sie keine Ausreden für das Fehlverhalten. Anstatt unglücklichen Umständen oder anderen Personen die Schuld für das eigene Handeln zu geben; gestehen Sie Ihre Verantwortung ein. Empfänger wollen in dieser Phase überhaupt keine Begründung hören. Stattdessen wollen sie hören, dass derjenige versteht, dass es anders hätte laufen sollen.

 

 

 

10. Perspektivwechsel

 

Begeben Sie sich in der Vorstellung in die Perspektive der Person, bei der Sie sich entschuldigen wollen. Wie würden Sie die Situation betrachten, was erwarten, was befürchten? Dafür lassen sich einige Techniken nutzen, und die Intensität und Tiefe der Einsichten fördern.

 

 

 

11. Erklärungen

 

Entschuldigung bitten und dann: Klappe halten und wirklich zuhören.

 

Wenn eine Erklärung erforderlich ist, dann liefern Sie diese separat. „Ja, aber…“ ist ähnlich kritisch wie eine nicht ernst gemeinte Entschuldigung. Eine Ausrede im gleichen Satz wie die Entschuldigung ruiniert die Entschuldigung und nimmt ihr die Aufrichtigkeit. Was beim Gegenüber dann hängen bleibt ist ein erneuter Vorwurf, ein Sich-herauswinden. Schlucken Sie das „Aber“ hinunter. Machen Sie einen Punkt und übernehmen Sie die Verantwortung.

 

 

 

12. Fehler nicht aufrechnen

 

Die Versuchung ist groß: Wer einen Fehler begeht, erinnert sich oft spontan an die Fehler des anderen. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das mag menschlich sein, doch eine solche Aufrechnung führt so gut wie immer zum gleichen Ergebnis: Derjenige, bei dem man sich entschuldigen möchte, macht dicht. Er ist empört, weil Sie zum Angriff übergehen, statt sich reumütig zu zeigen. Wahre Entschuldigungen stehen immer für sich allein und verzichten auf eine Aufrechnung.

 

 

 

13. Fehler nicht zweimal begehen

 

Irgendwann verliert jede noch so dramatische Entschuldigung an Wirkung. Wenn Sie denselben Fehler wiederholt begehen, verlieren Sie trotz Entschuldigung, und mag sie noch so beeindruckend sein, an Glaubwürdigkeit.

Eine Entschuldigung ist nur dann glaubwürdig, wenn sie mit Konsequenzen, also einem anderen Verhalten verbunden ist. Und genau das sollten sie daher an den Tag legen. Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner möglichst konkret, was Sie aus Ihrem Fehler ableiten und halten Sie sich daran!

 

 

 

14. Recht haben oder glücklich sein

 

Machen Sie den ersten Schritt, einen möglichst großen und ehrlichen. Recht zu haben fühlt sich meist weniger gut an, als gute Beziehungen zu pflegen. Das Ego ist oft nicht der beste Berater.

 

 

 

15. Entschuldigen und dann Zuhören

 

Sagen Sie, wofür Sie sich entschuldigen. Finden Sie klare und aufrichtige Worte für Ihr Bedauern. Und schweigen Sie dann! Jetzt hat Ihr Gesprächspartner das Wort. Hören Sie aufmerksam zu und unterbrechen Sie ihn nicht.

 

 

 

16. Konsequenzen ziehen

 

Fehler haben Folgen, sie ziehen Konsequenzen nach sich. Machen Sie deutlich, dass Sie sich dieser Konsequenzen bewusst und zur Besserung bereit sind. Klingt wie ein Widerspruch: Je mehr Bereitschaft Sie zeigen, die Konsequenzen zu tragen, desto weniger wird Ihnen letztlich auf die Schultern geladen. Sie profitieren vom Sympathiefaktor, denn Menschen, die uns sympathisch sind, verzeihen wir viel schneller.

 

 

 

17. Wiedergutmachung

 

Wir können das Geschehene zwar nicht rückgängig machen, doch wir können uns dafür einsetzen es auszugleichen. Das besänftigt den anderen und reduziert das schlechte Gewissen, noch in der Schuld des Gegenübers zu stehen. Im Zweifelsfall gilt meist; der Klügere gibt nach!

 

 

 

18. Unterstützung

 

Spielen Sie das Gespräch mit professioneller Unterstützung durch. Je nach Thema kann, das auch bedeuten, einen Juristen heranzuziehen – sicherheitshalber. Für den kommunikativen Teil finden Sie in mir Unterstützung.

 

 

 

Und nun?

 

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich wirksam zu entschuldigen. Machen Sie richtig, was an zu vielen Stellen nur halbherzig geschieht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Stehen Sie zu Ihren Fehlern und worauf ist aus Ihrer Sicht bei Entschuldigungen zu achten?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 7. November 2015
Überarbeitung: 23. April 2020
AN: #656202
K: CNB
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