Die ersten 100 Tage als Geschäftsführer | 10 Tipps

Schlechte Nachrichten überbringen: 7 Strategien für Führungskräfte

Executive Sparring
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Die ersten 100 Tage als Geschäftsführer: 10 Tipps für einen souveränen Start

 

Du übernimmst eine Geschäftsführungsposition? Die ersten 100 Tage bieten eine wertvolle Gelegenheit, Erwartungen zu klären, Vertrauen aufzubauen und die Grundlagen für wirksame Führung zu schaffen. Erfahre, worauf es beim Start als Geschäftsführer besonders ankommt.

 

Du hast die Zusage erhalten.

In wenigen Wochen übernimmst du die Geschäftsführung.

Vielleicht bist du bereits seit Jahren im Unternehmen. Vielleicht wechselst du von außen in die neue Position.

Du bringst Erfahrung mit. Du kennst deine Stärken und weißt, dass du Verantwortung übernehmen kannst.

Und trotzdem ist etwas anders als bei deinen bisherigen beruflichen Schritten.

Plötzlich werden Fragen an dich gerichtet, die früher jemand anderes beantworten musste.

Menschen erwarten Entscheidungen.

Gesellschafter haben Vorstellungen von deiner Arbeit.

Dein Führungsteam möchte wissen, wofür du stehst.

Und Mitarbeitende beobachten, wie du kommunizierst und welche Prioritäten du setzt.

Mit der Übernahme einer Geschäftsführung verändert sich mehr als dein Titel. Deine Verantwortung, deine Beziehungen und deine persönliche Wirkung bekommen eine neue Bedeutung.

Wie kannst du diesen Übergang bewusst gestalten?

Hier findest du zehn Empfehlungen für deine ersten 100 Tage.

 

 

 

Warum die ersten 100 Tage als Geschäftsführer besonders wichtig sind

 

Die ersten 100 Tage sind keine magische Frist.

Die Entwicklung einer tragfähigen Führungsrolle dauert häufig länger.

Doch die Anfangsphase besitzt eine besondere Bedeutung.

Menschen bilden Erwartungen.

Sie erleben, wie du zuhörst, Entscheidungen vorbereitest und auf Schwierigkeiten reagierst.

Du lernst das Unternehmen aus einer neuen Perspektive kennen.

Gleichzeitig entstehen erste Muster der Zusammenarbeit.

Die Herausforderung besteht darin, eine gute Balance zu finden.

Du möchtest Orientierung geben und gleichzeitig ausreichend verstehen.

Du möchtest handlungsfähig sein und zugleich sorgfältig entscheiden.

Du möchtest Vertrauen gewinnen und deine Rolle klar ausfüllen.

Ein bewusster Einstieg hilft dir, diese Anforderungen miteinander zu verbinden.

 

 

 

1. Kläre deinen Auftrag mit den Gesellschaftern

 

Bevor du deine ersten großen Entscheidungen triffst, solltest du möglichst genau verstehen, was von dir erwartet wird.

Vielleicht sollst du Wachstum ermöglichen.

Vielleicht steht eine Restrukturierung bevor.

Oder du übernimmst ein gut funktionierendes Unternehmen, dessen Entwicklung du langfristig sichern sollst.

Je nach Ausgangslage unterscheiden sich deine Aufgaben erheblich.

 

Fünf wichtige Fragen

  • Welche Ergebnisse erwarten die Gesellschafter?
  • Welche strategischen Prioritäten bestehen?
  • Welche Entscheidungen besitzen besondere Dringlichkeit?
  • Welche Handlungsspielräume und Zustimmungserfordernisse gelten?
  • Woran soll deine Arbeit gemessen werden?

Besonders wichtig ist, widersprüchliche Erwartungen frühzeitig sichtbar zu machen.

Wenn unterschiedliche Gesellschafter verschiedene Ziele verfolgen, brauchst du eine tragfähige Grundlage für deine Führungsarbeit.

Klare Erwartungen erleichtern später auch die Kommunikation schwieriger Entscheidungen.

Daneben gehören die sorgfältige Klärung deiner formalen Zuständigkeiten, organschaftlichen Pflichten, vertraglichen Regelungen und gegebenenfalls persönlichen Haftungsrisiken zur Übernahme einer Geschäftsführung. Dafür sollte bei Bedarf spezialisierte rechtliche und steuerliche Beratung hinzugezogen werden.

 

 

 

2. Höre zunächst mehr zu, als du erklärst

 

Gerade erfahrene Führungskräfte möchten in einer neuen Rolle zeigen, dass sie gestalten können.

Sie haben Ideen.

Sie erkennen Verbesserungsmöglichkeiten.

Und sie möchten erste Erfolge erzielen.

Das ist verständlich.

Doch gerade am Anfang fehlen häufig noch wichtige Informationen.

Deshalb lohnt es sich, systematisch zuzuhören.

 

Mit wem solltest du sprechen?

  • Mitgliedern der Geschäftsführung
  • Führungskräften der wichtigsten Bereiche
  • relevanten Fachverantwortlichen
  • Arbeitnehmervertretungen, sofern vorhanden
  • wichtigen Kunden und Geschäftspartnern
  • Gesellschaftern und gegebenenfalls Aufsichtsgremien

Stelle möglichst offene Fragen.

Was funktioniert bereits gut?

Wo entstehen wiederkehrende Probleme?

Welche Entscheidungen werden seit längerer Zeit vermieden?

Welche Informationen erreichen die Geschäftsführung möglicherweise zu spät?

Welche Erwartungen bestehen an dich?

Höre aufmerksam zu und prüfe die unterschiedlichen Perspektiven.

So entwickelst du ein differenzierteres Bild.

 

 

 

3. Erkenne die tatsächlichen Macht- und Entscheidungsstrukturen

 

Ein Organigramm zeigt formale Zuständigkeiten.

Es erklärt jedoch selten vollständig, wie ein Unternehmen tatsächlich funktioniert.

Manche Menschen besitzen großen Einfluss, obwohl sie formal keine herausgehobene Position haben.

Andere tragen wichtige Titel, werden jedoch bei Entscheidungen wenig einbezogen.

Es gibt gewachsene Beziehungen, informelle Netzwerke und Erwartungen, die über Jahre entstanden sind.

Als neuer Geschäftsführer solltest du verstehen, welche Strukturen deine Arbeit beeinflussen.

 

Wichtige Fragen

  • Wer beeinflusst wesentliche Entscheidungen?
  • Wo entstehen Verzögerungen?
  • Welche Informationen werden zwischen Bereichen zurückgehalten?
  • Welche Interessenkonflikte bestehen?
  • Welche informellen Regeln prägen die Zusammenarbeit?

Diese Analyse dient dazu, die Organisation besser zu verstehen.

Sie ist keine Einladung zu internen Machtspielen.

Je genauer du Zusammenhänge erkennst, desto bewusster kannst du deine Führungsverantwortung wahrnehmen.

 

 

 

4. Entwickle deine eigene Führungsposition

 

Mit einer neuen Rolle verändern sich die Erwartungen an dein Verhalten.

Vielleicht warst du bisher als Fachmann besonders erfolgreich.

Oder du hast einen Unternehmensbereich geleitet.

Jetzt trägst du Verantwortung für das Gesamtunternehmen.

Das verlangt teilweise andere Perspektiven.

Du musst stärker priorisieren.

Unterschiedliche Interessen ausbalancieren.

Und Entscheidungen treffen, deren Folgen über deinen bisherigen Verantwortungsbereich hinausreichen.

 

Drei Fragen zur Rollenklärung

  • Wofür möchte ich als Geschäftsführer stehen?
  • Welche bisherigen Stärken möchte ich bewusst nutzen?
  • Welche Gewohnheiten passen weniger gut zu meiner neuen Verantwortung?

Eine glaubwürdige Führungsposition entwickelt sich aus deiner Persönlichkeit und den Anforderungen deiner Rolle.

Du brauchst dafür keine künstliche Vorstellung von Autorität.

Entscheidend ist, dass deine Haltung und dein Verhalten zusammenpassen.

 

 

 

5. Setze wenige, nachvollziehbare Prioritäten

 

Beim Start in der Geschäftsführung begegnen dir wahrscheinlich zahlreiche Themen.

Manche sind wichtig.

Andere wirken besonders dringend.

Wieder andere werden mit großem Nachdruck an dich herangetragen.

Wenn du versuchst, alles gleichzeitig zu verändern, kann deine Aufmerksamkeit schnell zersplittern.

Deshalb lohnt sich eine bewusste Priorisierung.

 

Vier Kriterien

  • Welche Themen besitzen die größte strategische Bedeutung?
  • Welche Risiken verlangen zeitnahes Handeln?
  • Welche Veränderungen ermöglichen weitere Verbesserungen?
  • Welche Maßnahmen lassen sich mit den verfügbaren Ressourcen realistisch umsetzen?

Lege wenige zentrale Schwerpunkte fest.

Erkläre deinem Führungsteam, weshalb sie wichtig sind.

Und überprüfe regelmäßig, ob neue Informationen eine Anpassung erforderlich machen.

Gute Führung zeigt sich auch darin, bewusst zu entscheiden, was zunächst warten kann.

 

 

 

6. Gewinne Vertrauen durch Verlässlichkeit

 

Viele neue Geschäftsführer möchten möglichst schnell einen überzeugenden Eindruck hinterlassen.

Doch Vertrauen entsteht selten allein durch große Ankündigungen.

Wichtiger ist, wie zuverlässig du handelst.

Hältst du Vereinbarungen ein?

Sprichst du Probleme offen an?

Übernimmst du Verantwortung?

Wie reagierst du auf unangenehme Informationen?

Und wie behandelst du Menschen, die dir widersprechen?

 

Was Vertrauen unterstützen kann

  • klare und nachvollziehbare Kommunikation
  • verlässliche Zusagen
  • respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Meinungen
  • transparente Entscheidungsprozesse
  • angemessener Umgang mit Fehlern
  • sichtbare Verantwortung für Konsequenzen

Besonders wichtig ist deine Reaktion auf schlechte Nachrichten.

Wenn Führungskräfte befürchten, für unangenehme Informationen persönlich angegriffen zu werden, kann das ihre Bereitschaft beeinträchtigen, Probleme frühzeitig anzusprechen.

Ein konstruktiver Umgang mit kritischen Informationen unterstützt bessere Entscheidungen.

 

 

 

7. Kläre die Zusammenarbeit mit deinem Führungsteam

 

Dein Führungsteam braucht Orientierung.

Welche Entscheidungen soll es eigenständig treffen?

Wann möchtest du einbezogen werden?

Welche Informationen sind für dich wichtig?

Wie sollen unterschiedliche Positionen diskutiert werden?

Und welche Erwartungen gelten für die Zusammenarbeit?

Je klarer diese Fragen beantwortet sind, desto leichter kann dein Führungsteam Verantwortung übernehmen.

 

Vereinbare gemeinsame Grundsätze

  • Klare Verantwortlichkeiten
  • Nachvollziehbare Entscheidungswege
  • Regelmäßiger Informationsaustausch
  • Frühzeitiger Umgang mit Risiken
  • Offene Diskussion unterschiedlicher Einschätzungen
  • Verbindliche Umsetzung getroffener Entscheidungen

Deine Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit so zu gestalten, dass Informationen, Verantwortung und Entscheidungen sinnvoll zusammenkommen.

 

 

 

8. Gestalte deinen ersten wichtigen Auftritt bewusst

 

Als neuer Geschäftsführer wirst du früher oder später vor Mitarbeitenden, Führungskräften oder wichtigen Geschäftspartnern sprechen.

Vielleicht hältst du eine Antrittsrede.

Vielleicht stellst du dich in einer Mitarbeiterversammlung vor.

Oder du präsentierst deine strategischen Prioritäten vor einem Führungsgremium.

Dieser Auftritt kann Erwartungen prägen.

Deshalb lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung.

 

Was deine erste Ansprache vermitteln sollte

  • Wer bist du und welche Erfahrungen bringst du mit?
  • Was ist dir in der Zusammenarbeit wichtig?
  • Welche Stärken des Unternehmens erkennst du bereits?
  • Welche Fragen möchtest du zunächst besser verstehen?
  • Wie möchtest du Führung und Kommunikation gestalten?
  • Was sind die nächsten Schritte?

Vermeide Versprechen, deren Grundlage du noch nicht ausreichend beurteilen kannst.

Du kannst Zuversicht vermitteln und zugleich deutlich machen, dass du das Unternehmen sorgfältig kennenlernen möchtest.

Für eine besonders wichtige Antrittsrede oder Präsentation ist eine individuelle Executive Präsentationsvorbereitung möglich.

 

 

 

9. Bereite schwierige Gespräche rechtzeitig vor

 

Auch während der ersten 100 Tage können Konflikte auftreten.

Vielleicht widerspricht eine erfahrene Führungskraft deiner Entscheidung.

Vielleicht gibt es Spannungen innerhalb der Geschäftsführung.

Oder du bemerkst, dass wichtige Vereinbarungen wiederholt missachtet werden.

Dann sind Klarheit und eine sorgfältige Gesprächsvorbereitung hilfreich.

Stelle dir vor dem Gespräch folgende Fragen:

  • Was ist das konkrete Problem?
  • Was möchte ich erreichen?
  • Welche Interessen könnten eine Rolle spielen?
  • Welche Reaktionen sind zu erwarten?
  • Welche Vereinbarung brauchen wir?

Besonders wichtig ist, sachliche Differenzen und persönliche Konflikte auseinanderzuhalten.

Gerade zu Beginn deiner Geschäftsführung prägt dein Umgang mit schwierigen Gesprächen die Erwartungen an deine Führungsrolle.

Weiterführende Informationen findest du in meinem Beitrag Streit in der Geschäftsführung.

 

 

 

10. Nutze unabhängiges Sparring für deinen Rollenwechsel

 

Als neuer Geschäftsführer trägst du Verantwortung für zahlreiche Entscheidungen.

Du kannst dein Führungsteam einbeziehen und dich mit Gesellschaftern oder Fachberatern austauschen.

Gleichzeitig haben diese Personen eigene Rollen und Interessen.

Ein unabhängiger Sparringspartner eröffnet eine zusätzliche Perspektive.

Du kannst Überlegungen vertraulich durchdenken.

Annahmen hinterfragen.

Schwierige Gespräche vorbereiten.

Und deine persönliche Wirkung reflektieren.

Das ist besonders wertvoll, wenn du dich in einer neuen Rolle orientierst und gleichzeitig bereits wichtige Entscheidungen treffen musst.

Im Executive Sparring verbinden wir strategische, kommunikative und psychologische Perspektiven.

Die Verantwortung für deine Entscheidungen bleibt bei dir.

 

 

 

Dein 100-Tage-Plan: Drei Phasen für einen gelungenen Start

 

Die folgenden Zeitabschnitte bieten eine praktische Orientierung.

Sie sind keine starre Vorgabe.

In einer akuten Unternehmenskrise können andere Prioritäten erforderlich sein als bei einer geplanten und gut vorbereiteten Nachfolge.

 

Tag 1 bis 30: Verstehen und Orientierung gewinnen

In der ersten Phase stehen besonders folgende Aufgaben im Mittelpunkt:

  • Auftrag und Erwartungen klären
  • Formale Zuständigkeiten verstehen
  • Wichtige Personen kennenlernen
  • Strategie und wirtschaftliche Situation prüfen
  • Entscheidungsstrukturen erkennen
  • Dringende Risiken identifizieren
  • Die eigene Führungsrolle reflektieren

Ziel ist eine fundierte Ausgangslage.

Tag 31 bis 60: Prioritäten und Zusammenarbeit gestalten

Nun kannst du zunehmend Schwerpunkte entwickeln.

  • Strategische Prioritäten konkretisieren
  • Erwartungen mit dem Führungsteam abstimmen
  • Entscheidungswege klären
  • Erste Verbesserungen umsetzen
  • Wichtige Gesprächs- und Kommunikationsaufgaben vorbereiten
  • Verantwortlichkeiten überprüfen

Ziel ist, erste tragfähige Strukturen und gemeinsame Orientierung zu schaffen.

Tag 61 bis 100: Umsetzung und Führungswirkung überprüfen

In dieser Phase wird besonders sichtbar, wie sich die ersten Entscheidungen im Alltag bewähren.

  • Fortschritte anhand geeigneter Kriterien überprüfen
  • Rückmeldungen einholen
  • Prioritäten bei Bedarf anpassen
  • Verantwortung und Zusammenarbeit weiterentwickeln
  • Offene Konflikte konstruktiv bearbeiten
  • Die nächsten strategischen Schritte festlegen

Ziel ist ein tragfähiger Übergang von der Anfangsphase zur kontinuierlichen Unternehmensführung.

 

 

 

Die fünf häufigsten Fehler neuer Geschäftsführer

 

1. Zu schnell alles verändern

Du erkennst Verbesserungsmöglichkeiten und möchtest rasch handeln.

Doch ohne ausreichendes Verständnis der Zusammenhänge können unbeabsichtigte Folgen entstehen.

Prüfe deshalb, welche Entscheidungen sofort notwendig sind und wo zusätzliche Informationen helfen.

 

2. Zu lange auf vollständige Sicherheit warten

Auch das Gegenteil kann problematisch sein.

Du möchtest zunächst sämtliche Details verstehen und verschiebst notwendige Entscheidungen.

Gerade bei dringenden Risiken ist Handlungsfähigkeit wichtig.

Die Kunst liegt darin, sorgfältige Prüfung und entschlossenes Handeln angemessen zu verbinden.

 

3. Die bisherige Rolle einfach fortsetzen

Vielleicht warst du zuvor ein erfolgreicher Fachbereichsleiter.

Jetzt brauchst du stärker die Perspektive des gesamten Unternehmens.

Welche Aufgaben gehören weiterhin zu dir?

Was solltest du delegieren?

Wo braucht dein Führungsteam mehr Verantwortung?

 

4. Kritische Informationen zu spät erhalten

Wenn Mitarbeitende schlechte Nachrichten zurückhalten, entstehen zusätzliche Risiken.

Schaffe deshalb einen Rahmen, in dem Probleme frühzeitig und sachlich angesprochen werden können.

 

5. Die eigene Wirkung unterschätzen

Als Geschäftsführer werden deine Aussagen und Reaktionen besonders aufmerksam wahrgenommen.

Eine spontane Bemerkung kann als Entscheidung interpretiert werden.

Ein ausweichendes Gespräch kann Unsicherheit verstärken.

Und ein klarer, respektvoller Umgang mit Konflikten kann Orientierung geben.

Bewusste Kommunikation gehört deshalb von Anfang an zu deinen wichtigsten Führungsaufgaben.

 

 

 

Praktische Übung: Deine Führungsrolle in fünf Sätzen

 

Nimm dir einige Minuten Zeit und ergänze die folgenden Aussagen.

  1. Mein Auftrag: In meiner neuen Rolle möchte ich vor allem …
  2. Meine Verantwortung: Besonders wichtig ist mir dabei …
  3. Meine Haltung: In der Zusammenarbeit sollen Menschen erleben, dass ich …
  4. Meine Prioritäten: In den ersten Monaten konzentriere ich mich auf …
  5. Meine Entwicklung: Persönlich möchte ich vor allem darin besser werden, …

Lies die fünf Aussagen anschließend laut vor.

Prüfe, ob sie klar, glaubwürdig und mit deinem tatsächlichen Verhalten vereinbar sind.

Diese Übung kann dir helfen, deine neue Rolle bewusster zu gestalten.

Sie eignet sich auch als Ausgangspunkt für die Vorbereitung deiner ersten Gespräche und Auftritte.

 

 

 

Executive Sparring für deine ersten 100 Tage als Geschäftsführer

 

Du übernimmst eine Geschäftsführungsposition und möchtest deinen Einstieg bewusst gestalten?

Vielleicht wechselst du erstmals in die unternehmerische Gesamtverantwortung.

Vielleicht übernimmst du ein Unternehmen von einem langjährigen Vorgänger.

Oder du trittst in eine bestehende Geschäftsführung ein und möchtest deine Rolle klar positionieren.

Dann kann ein unabhängiger Sparringspartner besonders hilfreich sein.

Im individuellen Executive Sparring arbeiten wir an deiner tatsächlichen Situation.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Auftrag und Erwartungen klären
  • Die neue Führungsrolle bewusst gestalten
  • Stakeholder und unterschiedliche Interessen einordnen
  • Strategische Prioritäten durchdenken
  • Wichtige Entscheidungen vorbereiten
  • Die Zusammenarbeit mit dem Führungsteam entwickeln
  • Schwierige Gespräche trainieren
  • Executive Presence und persönliche Wirkung stärken
  • Antrittsrede und wichtige Präsentationen vorbereiten
  • Den Umgang mit Druck und hohen Erwartungen verbessern

Die Zusammenarbeit kann sich auf eine einzelne Herausforderung konzentrieren oder deinen Rollenwechsel über mehrere Termine begleiten.

Für Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber und Personen mit vergleichbarer Gesamtverantwortung erfolgt die Zusammenarbeit grundsätzlich im Executive Sparring.

Mehr über individuelles Executive Sparring erfahren →

Informationen zu den aktuellen Honoraren findest du auf meiner zentralen Honorarseite.

 

 

 

Kontinuierliche Begleitung beim Wechsel in die Geschäftsführung

 

Gerade die Übernahme einer neuen Geschäftsführungsrolle bringt über einen längeren Zeitraum unterschiedliche Herausforderungen mit sich.

Am Anfang stehen Erwartungen, Prioritäten und Rollenklärung.

Später folgen wichtige Entscheidungen, Konflikte und die Weiterentwicklung deiner persönlichen Führungswirkung.

Für Menschen, die einen kontinuierlichen vertraulichen Sparringspartner wünschen, gibt es mein Angebot SIGNATURE 12.

Es ermöglicht eine längerfristige Zusammenarbeit mit gemeinsamem Kontext und vereinbartem organisatorischem Rahmen.

Mehr über SIGNATURE 12 erfahren →

 

 

 

Warum Executive Sparring mit Karsten Noack?

 

Mein beruflicher Hintergrund verbindet Ingenieurwissenschaften, Unternehmensberatung, Marketing, Psychologie, Coaching und professionelle Kommunikation.

Seit 1998 unterstütze ich Menschen dabei, ihre persönliche Wirkung zu entwickeln, anspruchsvolle Situationen zu bewältigen und überzeugend zu kommunizieren.

Beim Wechsel in eine Geschäftsführungsposition betrachten wir unterschiedliche Ebenen.

Welche strategischen Herausforderungen bestehen?

Welche Erwartungen beeinflussen deine Rolle?

Welche Kommunikationsmuster sind hilfreich?

Wo entstehen persönliche Unsicherheiten oder Spannungen?

Und wie kannst du deine Verantwortung glaubwürdig ausfüllen?

Du erhältst einen unabhängigen Blick, kritische Fragen und konkrete Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Die Zusammenarbeit erfolgt vertraulich, persönlich in Berlin oder online.

 

 

 

Häufige Fragen zu den ersten 100 Tagen als Geschäftsführer

 

Was sollte ich als neuer Geschäftsführer zuerst tun?

Kläre deinen Auftrag, deine formalen Verantwortlichkeiten und die Erwartungen der wesentlichen Beteiligten. Verschaffe dir einen Überblick über wirtschaftliche Situation, Risiken, Strategie und Entscheidungsstrukturen.

Wie gewinne ich als neuer Geschäftsführer Vertrauen?

Durch verlässliches Verhalten, klare Kommunikation, aufmerksames Zuhören und nachvollziehbare Entscheidungen. Besonders wichtig ist, wie du mit kritischen Informationen und unterschiedlichen Meinungen umgehst.

Sollte ich in den ersten 100 Tagen große Veränderungen vornehmen?

Das hängt von der Ausgangslage ab. Bei dringenden Risiken können schnelle Maßnahmen notwendig sein. Bei anderen Themen lohnt sich zunächst eine sorgfältige Analyse. Entscheidend ist die bewusste Abwägung zwischen Handlungsbedarf und Informationsgrundlage.

Wie gehe ich mit einem langjährigen Führungsteam um?

Respektiere vorhandene Erfahrungen und kläre gleichzeitig deine Führungsrolle. Transparente Erwartungen, klare Zuständigkeiten und ein konstruktiver Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven unterstützen die Zusammenarbeit.

Was ist beim Wechsel vom Bereichsleiter zum Geschäftsführer besonders wichtig?

Du wechselst von einer Teilverantwortung zur Perspektive des Gesamtunternehmens. Damit verändern sich Prioritäten, Entscheidungsanforderungen und deine persönliche Wirkung.

Kann ich meinen Einstieg als Geschäftsführer professionell begleiten lassen?

Ja. Im individuellen Executive Sparring können wir deinen Rollenwechsel vorbereiten, konkrete Herausforderungen bearbeiten und deine persönliche Führungswirkung entwickeln.

Ist Executive Sparring auch ohne akute Krise sinnvoll?

Ja. Gerade eine neue Geschäftsführungsposition bietet einen guten Anlass, Führungswirkung, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit bewusst weiterzuentwickeln.

Kann ich auch längerfristig einen Sparringspartner nutzen?

Ja. Neben einzelnen Executive-Sparring-Sitzungen gibt es mit SIGNATURE 12 einen Rahmen für kontinuierliche persönliche Begleitung.

 

 

 

Starte bewusst in deine neue Rolle als Geschäftsführer

 

Du stehst vor der Übernahme einer Geschäftsführungsposition?

Du möchtest deine ersten 100 Tage gezielt gestalten und frühzeitig die Grundlagen für eine wirksame Führungsrolle schaffen?

Dann können wir gemeinsam an deiner konkreten Situation arbeiten.

Beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine bisherige und zukünftige Rolle
  • den geplanten Zeitpunkt der Übernahme
  • die wesentlichen Herausforderungen
  • deine persönlichen Entwicklungsziele
  • ob du online oder persönlich in Berlin arbeiten möchtest

So lässt sich der passende Rahmen für die Zusammenarbeit bestimmen.

Executive Sparring für neue Geschäftsführer – unabhängig, vertraulich und auf deine Verantwortung ausgerichtet.

Executive Sparring für deinen Rollenwechsel anfragen →

Karsten Noack
Executive Sparring, Führungswirkung und strategische Kommunikation in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 26. Juni 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Verantwortungsverschiebung, Rückschaufehler und die Frage, wer wofür tatsächlich verantwortlich war
Durchblick

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

 

Verantwortungsverschiebung, Rückschaufehler und die Frage, wer wofür tatsächlich verantwortlich war

 

Das Projekt läuft gut.

Dann heißt es:

„Das haben wir gemeinsam geschafft.“

Das Projekt läuft schlecht.

Plötzlich heißt es:

„Du hattest doch die Verantwortung.“

Solche Situationen sind in Unternehmen besonders heikel.

Denn Verantwortung wird häufig erst dann intensiv diskutiert, wenn das Ergebnis bereits bekannt ist.

Und genau dann verändert sich unser Blick auf die Vergangenheit.

Was vorher unsicher war, erscheint im Rückblick offensichtlich.

Was gemeinsam entschieden wurde, wirkt plötzlich wie die Entscheidung einer einzelnen Person.

Aus akzeptierten Risiken werden vermeidbare Fehler.

Aus:

„Das machen wir gemeinsam.“

wird:

„Du hattest das vorgeschlagen.“

Deshalb ist bei schwierigen Verantwortungsfragen eine Frage besonders wertvoll:

Wie war die Verantwortung verteilt, bevor wir wussten, wie die Sache ausgeht?

 

 

 

Ein schlechtes Ergebnis beweist keine schlechte Entscheidung

 

Das klingt zunächst selbstverständlich.

Im Unternehmensalltag wird es trotzdem häufig verwechselt.

Eine gute Entscheidung kann schlecht ausgehen.

Eine schlechte Entscheidung kann gut ausgehen.

Warum?

Weil Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden.

Du kannst Informationen sammeln.

Risiken bewerten.

Alternativen vergleichen.

Annahmen prüfen.

Wahrscheinlichkeiten einschätzen.

Und trotzdem kennst du die Zukunft weniger.

Deshalb sollten zwei Dinge getrennt betrachtet werden:

Entscheidungsqualität

und

Ergebnisqualität.

 

 

 

Eine gute Entscheidung kann scheitern

 

Stell dir vor, drei Geschäftsführer entscheiden über eine größere Investition.

Die verfügbaren Informationen werden geprüft.

Risiken werden diskutiert.

Alternativen werden betrachtet.

Eine Person befürwortet die Investition besonders deutlich.

Am Ende stimmen alle zu.

Sechs Monate später entwickelt sich der Markt anders.

Die Investition wird teuer.

Jetzt beginnt die Erinnerung sich zu verändern.

„Das war doch vor allem dein Projekt.“

„Du hast uns dazu geraten.“

„Du warst derjenige, der das unbedingt wollte.“

Vielleicht stimmt es, dass eine Person die Entscheidung besonders stark vertreten hat.

Das ist jedoch weniger automatisch dasselbe wie:

Diese Person hat allein entschieden und trägt allein die Verantwortung.

 

 

 

Engagement ist weniger dasselbe wie alleinige Verantwortung

 

In Führungsteams gibt es häufig Menschen, die eine Position besonders engagiert vertreten.

Das ist wertvoll.

Problematisch wird es, wenn starke Fürsprache im Nachhinein als alleinige Verantwortung interpretiert wird.

Deshalb lohnt sich die Rekonstruktion:

Wer hat entschieden?

Wer war beteiligt?

Wer hat zugestimmt?

Wer hatte Bedenken?

Welche Alternativen wurden betrachtet?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Annahmen lagen zugrunde?

Und:

Wie wurde Verantwortung zu diesem Zeitpunkt verstanden?

Nicht heute.

Damals.

 

 

 

Der Rückblick verändert unsere Wahrnehmung

 

Sobald wir das Ergebnis kennen, wirkt die Vergangenheit klarer.

Ein Risiko, das eingetreten ist, erscheint plötzlich vorhersehbarer.

Warnsignale wirken deutlicher.

Eine Alternative erscheint offensichtlich besser.

Dann entstehen Sätze wie:

„Das hätte man doch sehen müssen.“

Manchmal stimmt das.

Vielleicht wurden wichtige Informationen ignoriert.

Vielleicht war die Analyse schlecht.

Vielleicht wurde fahrlässig entschieden.

Und manchmal betrachten wir die damalige Entscheidung mit Wissen, das damals noch weniger verfügbar war.

Deshalb ist eine faire Analyse weniger:

„Was wissen wir heute?“

Sondern:

„Was konnten wir zum Zeitpunkt der Entscheidung vernünftigerweise wissen?“

 

 

 

Aus „Wir“ wird „Du“

 

Ein weiteres Warnsignal ist die Sprache.

Vor der Entscheidung:

„Wir gehen dieses Risiko ein.“

Nach einem guten Ergebnis:

„Das haben wir richtig entschieden.“

Nach einem schlechten Ergebnis:

„Du hattest das doch vorgeschlagen.“

Achte auf diesen Wechsel.

Denn darin kann sich eine problematische Verantwortungsarchitektur zeigen:

Erfolg wird gemeinsam verteilt.

Misserfolg wird individuell zugerechnet.

Wenn sich dieses Muster wiederholt, beeinflusst es irgendwann das Verhalten der Menschen.

 

 

 

Verantwortung und Schuld sind unterschiedliche Fragen

 

Verantwortung fragt:

Was war deine Rolle?

Was hast du entschieden?

Welche Informationen hattest du?

Welchen Anteil hattest du?

Was kannst du jetzt beitragen?

Was lernen wir daraus?

Schuld fragt häufig zuerst:

Wer hat das verursacht?

Auch Schuldfragen können in bestimmten Situationen berechtigt sein.

Bei Pflichtverletzungen.

Bewusster Täuschung.

Fahrlässigkeit.

Verstößen.

Für gutes organisationales Lernen reicht die Suche nach einem Schuldigen jedoch selten aus.

Denn ein Unternehmen muss verstehen:

Wie ist diese Entscheidung entstanden?

 

 

 

Wenn Verantwortung gefährlich wird

 

Stell dir vor, eine Führungskraft lernt:

Wenn meine Entscheidung funktioniert, war es Teamarbeit.

Wenn sie scheitert, war es meine Entscheidung.

Was wird sie beim nächsten Mal tun?

Vielleicht mehr absichern.

Mehr E-Mails schreiben.

Mehr Personen ins CC nehmen.

Mehr Freigaben verlangen.

Entscheidungen nach oben delegieren.

Länger warten.

Oder weniger Verantwortung übernehmen.

Das ist nachvollziehbar.

Und für das Unternehmen teuer.

 

 

 

Eine problematische Regel kann entstehen

 

Die unausgesprochene Regel lautet dann:

Triff keine Entscheidung, deren Scheitern dir später allein zugerechnet werden könnte.

Damit entsteht das Gegenteil dessen, was viele Unternehmen offiziell wünschen.

Auf Folien steht:

Eigenverantwortung.

Unternehmertum.

Entscheidungsfreude.

Mut.

In der gelebten Kultur lernen Menschen:

Sichere dich ab.

Das ist ein strukturelles Problem.

 

 

 

„Du bist doch der Experte“

 

Auch dieser Satz verdient Aufmerksamkeit.

Vor der Entscheidung klingt er nach Vertrauen.

„Du bist der Experte. Was empfiehlst du?“

Nach einem schlechten Ergebnis kann daraus werden:

„Du bist doch der Experte. Du hättest das wissen müssen.“

Damit verändert sich die Bedeutung von Expertise.

Ein Experte kann:

Informationen bewerten.

Risiken erkennen.

Szenarien entwickeln.

Wahrscheinlichkeiten einschätzen.

Empfehlungen geben.

Expertise bedeutet weniger:

die Zukunft garantieren.

 

 

 

Beratung und Entscheidung sollten getrennt werden

 

Gerade bei großen Entscheidungen ist es hilfreich, Rollen klar zu benennen.

Wer liefert Expertise?

Wer gibt eine Empfehlung?

Wer entscheidet?

Wer trägt die Umsetzung?

Wer akzeptiert welches Risiko?

Sonst kann später aus:

„Wir haben auf Grundlage deiner Expertise entschieden“

leicht werden:

„Du hast entschieden.“

Das ist weniger dasselbe.

 

 

 

Vereinbarungen können sich nachträglich ebenfalls verändern

 

Verantwortungsverschiebung betrifft weniger nur große strategische Entscheidungen.

Sie kann auch im Alltag entstehen.

Im Gespräch heißt es:

„Ja, das übernehme ich.“

Später:

„Ich hatte nur gesagt, dass ich mich darum kümmere.“

Oder:

„Wir entscheiden das heute.“

Später:

„Das war doch nur eine erste Diskussion.“

Oder:

„Bis Freitag.“

Später:

„Freitag war nur eine Orientierung.“

Einmal kann das ein Missverständnis sein.

Wiederholt sich das Muster, lohnt sich die Frage:

In welche Richtung verändern sich Vereinbarungen?

 

 

 

Wer profitiert von der neuen Version?

 

Das ist eine hilfreiche Beobachtung.

Werden Vereinbarungen zufällig unterschiedlich erinnert?

Oder verändert sich die Interpretation regelmäßig zugunsten derselben Person?

Wird Verantwortung kleiner, wenn etwas weniger funktioniert?

Wird der eigene Anteil größer, wenn etwas erfolgreich war?

Wandert Verantwortung nach einem Misserfolg zu anderen?

Dann geht es möglicherweise weniger nur um Erinnerung.

Es geht um die Verteilung von Verantwortung.

 

 

 

Verantwortung kann den Besitzer wechseln

 

Ein Beispiel:

Eine Person sagt:

„Ich kümmere mich darum.“

Später geschieht wenig.

Auf Nachfrage heißt es:

„Du hättest mich noch einmal daran erinnern müssen.“

Jetzt ist etwas Interessantes geschehen.

Aus:

„Ich übernehme die Aufgabe“

wurde:

„Du warst dafür verantwortlich, dass ich die Aufgabe erledige.“

Die Verantwortung hat den Besitzer gewechselt.

Solche Verschiebungen wirken im Einzelfall klein.

Wiederholt können sie Zusammenarbeit erheblich verändern.

 

 

 

Ist das Gaslighting?

 

Wenn Gespräche und Vereinbarungen wiederholt anders dargestellt werden, fällt schnell der Begriff Gaslighting.

Gaslighting bezeichnet manipulative Verhaltensweisen, durch die die Wahrnehmung oder Erinnerung eines anderen Menschen systematisch infrage gestellt oder destabilisiert werden kann.

Ob hinter einer konkreten Situation tatsächlich eine solche bewusste Strategie steht, lässt sich aus der Distanz häufig weniger sicher beurteilen.

Für die praktische Zusammenarbeit ist eine andere Frage oft hilfreicher:

Kann ich mit dieser Person belastbare Vereinbarungen treffen?

Und:

Kann Verantwortung anschließend noch nachvollziehbar zugeordnet werden?

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Verhaltensmustern kann der Umgang mit Fehlern, Kritik und negativen Ergebnissen schwieriger sein.

Manche Menschen schreiben Erfolge stärker der eigenen Person zu und negative Ergebnisse eher äußeren Umständen oder anderen Menschen.

Auch Schwierigkeiten, den eigenen Anteil an problematischen Entwicklungen anzuerkennen, können eine Rolle spielen.

Für deine unternehmerische Entscheidung braucht es weniger eine Diagnose.

Eine wesentlich praktischere Frage lautet:

Kann diese Person ihren eigenen Anteil anerkennen, wenn etwas schiefläuft?

Das ist beobachtbar.

 

 

 

Zusammenarbeit zeigt sich unter Druck

 

Solange alles gut läuft, ist Verantwortungsübernahme leicht.

Interessant wird es bei:

einem verlorenen Kunden,

einem gescheiterten Projekt,

einer schlechten Investition,

einem Konflikt,

kritischen Fragen der Gesellschafter,

oder einem Reputationsproblem.

Kann jemand dann sagen:

„Das war mein Anteil.“

Kann die Person einen Fehler korrigieren?

Kann sie Verantwortung übernehmen, ohne gleichzeitig die Verantwortung aller anderen auf sich zu nehmen?

Und kann sie akzeptieren, dass Verantwortung häufig auf mehrere Rollen verteilt ist?

Das ist professionelle Verantwortungsfähigkeit.

 

 

 

Der Vorher-Nachher-Test

 

Bei einer schwierigen Situation kannst du zwei Bilder erstellen.

 

Vor dem Ergebnis

 

Wer war beteiligt?

Wer wusste was?

Wer entschied?

Wer stimmte zu?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Verantwortung war verteilt?

 

Nach dem Ergebnis

 

Wie wird heute darüber gesprochen?

Wer soll jetzt verantwortlich sein?

Welche Rollen werden plötzlich anders beschrieben?

Welche damaligen Unsicherheiten erscheinen heute angeblich selbstverständlich?

Dann vergleichst du beide Bilder.

Hat sich die Verantwortung verändert, nachdem das Ergebnis bekannt wurde?

Das ist ein sehr aufschlussreicher Test.

 

 

 

Verantwortung sollte vor der Entscheidung klarer sein

 

Bei wichtigen Entscheidungen lohnt es sich, vorher festzuhalten:

Was entscheiden wir?

Wer entscheidet?

Wer berät?

Wer liefert Informationen?

Wer setzt um?

Welche Annahmen liegen zugrunde?

Welche Risiken kennen wir?

Welche Risiken akzeptieren wir bewusst?

Wer trägt welche Verantwortung?

Das braucht weniger ein zwanzigseitiges Protokoll.

Häufig reichen wenige klare Sätze.

 

 

 

Eine besonders wertvolle Frage vor riskanten Entscheidungen

 

Frag:

„Wie bewerten wir diese Entscheidung später, falls das Ergebnis schlecht ausfällt?“

Diese Frage ist erstaunlich wirkungsvoll.

Denn sie zwingt euch, vor dem Ergebnis zu klären:

Was wäre ein Fehler?

Was wäre ein akzeptiertes Risiko?

Welche Unsicherheit nehmen wir bewusst in Kauf?

Welche Kriterien verwenden wir zur Bewertung der Entscheidung?

Damit wird Verantwortung präziser, bevor Rückschauwissen die Perspektive verändert.

 

 

 

Was Führungskräfte nach einem Misserfolg zuerst fragen können

 

Die spontane Frage lautet häufig:

„Wer hat das entschieden?“

Eine bessere erste Frage kann sein:

„Was wussten wir zum Zeitpunkt der Entscheidung?“

Danach:

Welche Alternativen hatten wir?

Welche Risiken kannten wir?

Welche Annahmen waren falsch?

Welche Informationen fehlten?

War der Entscheidungsprozess gut?

Was lernen wir?

Und selbstverständlich:

Wer hatte welchen Anteil?

Damit analysierst du die Qualität der Entscheidung, statt nur ihr Ergebnis.

 

 

 

Sonst belohnst du Glück und bestrafst vernünftiges Risiko

 

Das ist für Unternehmen gefährlich.

Eine leichtsinnige Entscheidung kann zufällig hervorragend ausgehen.

Eine vernünftig vorbereitete Entscheidung kann trotz guter Analyse scheitern.

Wenn nur Ergebnisse bewertet werden, lernst du möglicherweise die falschen Lektionen.

Du belohnst Glück.

Und bestrafst Menschen, die unter Unsicherheit vernünftige Risiken übernommen haben.

Langfristig kann das Entscheidungsqualität verschlechtern.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und Verantwortung nach Konflikten oder Misserfolgen regelmäßig neu verteilt wird, lohnt sich eine strukturierte Rekonstruktion.

Geht es um unklare Rollen?

Unklare Entscheidungsrechte?

Schlecht dokumentierte Vereinbarungen?

Rückschaufehler?

Schuldverschiebung?

Macht?

Oder schwierige beziehungsweise narzisstisch geprägte Verhaltensmuster?

Im Executive Sparring können wir vertraulich klären:

Was war vereinbart?

Wer wusste was?

Wer entschied?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Verantwortung gehört tatsächlich zu wem?

Und:

Wie stellen wir wieder Handlungsfähigkeit her?

 

 

 

Fazit

 

Wenn am Ende immer du verantwortlich sein sollst, musst du weder reflexhaft alles zurückweisen noch alles übernehmen.

Rekonstruiere.

Was war deine Rolle?

Was war die Rolle der anderen?

Welche Informationen lagen vor?

Wer hat entschieden?

Welche Risiken waren bekannt?

Welcher Anteil gehört tatsächlich zu dir?

Und welcher weniger?

Das ist keine Schuldabwehr.

Das ist saubere Verantwortungsübernahme.

Denn gute Zusammenarbeit zeigt sich weniger nur darin, wie Menschen Erfolge teilen.

Sie zeigt sich auch darin, wie sie Verantwortung tragen, wenn etwas schiefläuft.

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

→ Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

→ Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

 

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

→ Narzissmus im Unternehmen

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Weitere Informationen findest du hier:

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Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

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PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

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BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht erreichen | Karsten Noack

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

Informationsfilter, Schweigen und verspätete schlechte Nachrichten im Unternehmen
Durchblick

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

 

Informationsfilter, Schweigen und verspätete schlechte Nachrichten im Unternehmen.

„Warum erfahre ich das jetzt erst?“

Diese Frage stellen Geschäftsführer häufig zu spät.

Ein wichtiger Kunde ist kurz vor dem Absprung.

Ein Projekt läuft seit Wochen aus dem Ruder.

Ein Konflikt im Führungsteam ist längst eskaliert.

Ein Leistungsträger denkt über Kündigung nach.

Ein finanzielles Risiko ist größer als angenommen.

Und dann stellt sich heraus:

Andere wussten es schon länger.

Die Information war vorhanden.

Sie hat die Führung nur zu spät erreicht.

Das ist mehr als ein Kommunikationsproblem.

Denn bei wichtigen Informationen gilt:

Je später sie ankommen, desto kleiner kann der Handlungsspielraum werden.

 

 

 

Führung ist auf Informationen angewiesen

 

Mit wachsender Verantwortung entsteht ein interessantes Paradox.

Du trägst mehr Verantwortung.

Und gleichzeitig bist du zunehmend darauf angewiesen, dass andere dir relevante Informationen geben.

Du kannst weniger jedes Kundengespräch selbst führen.

Du kannst weniger jedes Projekt beobachten.

Du sitzt weniger bei jedem Konflikt dabei.

Du kennst weniger jedes operative Detail.

Das ist ein normaler Teil von Führung.

Führung funktioniert deshalb nur dann gut, wenn entscheidungsrelevante Informationen ihren Weg zu dir finden.

Weniger jede Information.

Die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt.

 

 

 

Das Problem ist häufig weniger fehlendes Wissen

 

Vielleicht weiß der Projektleiter längst, dass der Termin gefährdet ist.

Der Vertrieb kennt die Unzufriedenheit des Kunden.

HR weiß von Spannungen.

Eine Führungskraft erkennt ein Risiko.

Mehrere Mitarbeitende haben dieselbe Beobachtung gemacht.

Die Information existiert also.

Die entscheidende Frage lautet:

Warum bewegt sie sich weniger weiter?

 

 

 

Schlechte Nachrichten bewegen sich häufig langsamer

 

Gute Nachrichten lassen sich leicht weitergeben.

„Der Kunde hat zugesagt.“

„Das Projekt liegt im Plan.“

„Wir haben den Auftrag.“

„Die Zahlen sehen gut aus.“

Schwierige Nachrichten erzeugen mehr innere Fragen:

  • Ist das schon sicher?
  • Sollte ich noch warten?
  • Kann ich das selbst lösen?
  • Wie wird die Führung reagieren?
  • Brauche ich erst mehr Belege?
  • Mache ich unnötig Unruhe?
  • Vielleicht erledigt sich das Problem von selbst?

So vergeht Zeit.

Und aus einem frühen Hinweis kann ein akutes Problem werden.

 

 

 

Der Zeitpunkt verändert den Wert einer Information

 

Stell dir vor, ein wichtiger Kunde beginnt unzufrieden zu werden.

In Woche eins erfährst du:

„Da entwickelt sich etwas. Wir sollten genauer hinschauen.“

Jetzt hast du möglicherweise viele Optionen:

  • ein persönliches Gespräch
  • eine andere Betreuung
  • eine Korrektur im Projekt
  • zusätzliche Ressourcen
  • eine Intervention auf Führungsebene

In Woche acht erfährst du:

„Der Kunde möchte kündigen.“

Es geht möglicherweise um dasselbe Grundproblem.

Der Handlungsspielraum hat sich jedoch verändert.

Frühe Information schafft Optionen.

 

 

 

„Warum erfahre ich das jetzt erst?“ ist eine wichtige Frage

 

Nur würde ich sie weniger als ersten Vorwurf formulieren.

Denn wenn die unmittelbare Reaktion auf eine schlechte Nachricht lautet:

„Warum hast du mir das nicht früher gesagt?“

kann die Organisation etwas lernen, das du gar nicht beabsichtigt hast:

Schlechte Nachrichten sind gefährlich.

Die Person, die endlich informiert, wird gleichzeitig für die verspätete Information verantwortlich gemacht.

Das kann den nächsten Informationsfluss zusätzlich erschweren.

Eine hilfreichere erste Reaktion kann sein:

„Gut, dass ich es jetzt weiß. Was muss ich wissen?“

Und anschließend:

„Was hätte es leichter gemacht, mich früher einzubeziehen?“

Damit schützt du zunächst den Informationsfluss.

Danach kannst du die Ursachen klären.

 

 

 

Trenne die Botschaft vom Überbringer

 

Das ist eine wichtige Führungsaufgabe.

Eine unangenehme Information wird weniger angenehmer, wenn du die Person angreifst, die sie überbringt.

Wenn Menschen erleben, dass schlechte Nachrichten regelmäßig zu Ärger, Abwertung oder persönlichen Konsequenzen führen, passen sie ihr Verhalten an.

Sie warten länger.

Sie sammeln mehr Beweise.

Sie formulieren vorsichtiger.

Oder sie hoffen, dass jemand anderes das Thema anspricht.

Für den Einzelnen kann das verständlich sein.

Für das Unternehmen kann es gefährlich werden.

 

 

 

Schlechte Nachrichten werden auf dem Weg nach oben manchmal schöner

 

Aus:

„Das Projekt ist ernsthaft gefährdet.“

wird:

„Das Projekt ist herausfordernd.“

Aus:

„Der Kunde steht kurz vor dem Absprung.“

wird:

„Der Kunde ist momentan etwas unzufrieden.“

Aus:

„Wir haben einen erheblichen Konflikt.“

wird:

„Es gibt unterschiedliche Auffassungen.“

Das muss keine bewusste Täuschung sein.

Manchmal wird Sprache mit jeder Hierarchiestufe etwas vorsichtiger.

Am Ende erreicht die Geschäftsführung eine Realität mit immer weicheren Kanten.

Und reagiert entsprechend später.

 

 

 

Wenn die Wahrheit erst nach dem Meeting beginnt

 

Ein weiteres Warnsignal:

Das Meeting endet.

Es gab wenig Widerspruch.

Die Entscheidung scheint klar.

Und danach beginnen die Einzelgespräche.

„Was ich im Meeting weniger sagen wollte …“

„Unter uns sehe ich das ganz anders.“

„Ich glaube, wir unterschätzen das Risiko.“

Jetzt stellt sich eine wichtige Frage:

Wo befinden sich die besseren Informationen?

Im offiziellen Meeting?

Oder danach auf dem Flur, am Telefon und in vertraulichen Einzelgesprächen?

 

 

 

Schweigen ist weniger automatisch Zustimmung

 

Ein ruhiges Meeting kann ein gutes Meeting sein.

Es kann bedeuten:

  • Die Informationen waren vollständig.
  • Die Argumente wurden gehört.
  • Die Beteiligten tragen die Entscheidung mit.

Es kann ebenso bedeuten:

Menschen haben gelernt, dass Widerspruch wenig bringt oder einen hohen Preis hat.

Deshalb ist die interessantere Frage weniger:

„Dürfen Menschen hier widersprechen?“

Fast jedes Unternehmen würde darauf mit Ja antworten.

Interessanter ist:

„Was geschieht, nachdem jemand widersprochen hat?“

Menschen lernen aus Konsequenzen.

 

 

 

Eine einzige Situation kann viel lehren

 

Vielleicht widerspricht eine Führungskraft in einem wichtigen Meeting.

Sachlich.

Gut vorbereitet.

Und anschließend erlebt sie:

  • Abwertung
  • Ausschluss
  • persönliche Angriffe
  • sichtbaren Ärger
  • berufliche Nachteile

Die anderen beobachten das.

Niemand muss anschließend offiziell verkünden:

„Widerspruch ist hier unerwünscht.“

Die Organisation hat die Botschaft bereits verstanden.

Beim nächsten Mal wird es ruhiger.

 

 

 

Psychologische Sicherheit ist mehr als freundliche Atmosphäre

 

Psychologische Sicherheit bedeutet weniger, dass sich alle jederzeit wohlfühlen.

Entscheidend ist, ob Menschen relevante Beobachtungen, Zweifel, Fehler und Risiken ansprechen können, ohne unangemessene soziale oder berufliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Gerade für Führung ist das wirtschaftlich relevant.

Denn Risiken werden selten kleiner, weil niemand darüber spricht.

Sie werden lediglich später sichtbar.

 

 

 

Wenn zwei Informationssysteme entstehen

 

In manchen Organisationen entstehen zwei parallele Informationssysteme.

Das offizielle System:

  • Meetings
  • Berichte
  • Protokolle
  • Präsentationen
  • Entscheidungsvorlagen

Und daneben ein zweites System:

  • Flurgespräche
  • Telefonate
  • private Nachrichten
  • vertrauliche Einzelgespräche
  • Hinweise hinter verschlossenen Türen

Beides kann seine Berechtigung haben.

Vertraulichkeit ist manchmal notwendig.

Problematisch wird es, wenn die entscheidungsrelevanten Informationen regelmäßig im zweiten System besser sind als im ersten.

 

 

 

Die Führungskraft als Sammler privater Wahrheiten

 

Das kann zunächst sogar schmeichelhaft wirken.

Menschen kommen zu dir.

Sie vertrauen dir.

Sie erzählen dir, was sie im Meeting weniger gesagt haben.

Du weißt dadurch viel.

Und trotzdem kann eine Falle entstehen:

Du weißt immer mehr. Die Organisation klärt gleichzeitig immer weniger.

Du wirst zum Knotenpunkt vertraulicher Informationen.

Die eigentlichen Konflikte und Risiken kehren jedoch weniger in die passenden Entscheidungsräume zurück.

Dann ersetzt dein persönliches Informationsnetz zunehmend funktionierende Strukturen.

 

 

 

Vertraulichkeit und Informationsfluss sind keine Gegensätze

 

Natürlich gibt es Informationen, die geschützt werden müssen.

Zum Beispiel:

  • Personalthemen
  • Gesundheitsinformationen
  • rechtliche Angelegenheiten
  • Hinweise auf Fehlverhalten
  • strategisch sensible Informationen

Vertraulichkeit ist wichtig.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Muss alles offen ausgesprochen werden?“

Sondern:

„Gibt es einen sicheren und verlässlichen Weg, damit entscheidungsrelevante Informationen die richtige Stelle erreichen?“

 

 

 

Wenn du selbst beginnst, Informationen zurückzuhalten

 

Das gilt auch zwischen Geschäftspartnern, Geschäftsführern und Gesellschaftern.

Vielleicht stellst du fest:

„Das sage ich ihm lieber noch nicht.“

Es gibt legitime Gründe für Vertraulichkeit.

Interessant wird es, wenn du Informationen weniger wegen ihres Inhalts zurückhältst als wegen der erwarteten Reaktion einer bestimmten Person.

Dann frage:

Schütze ich gerade die Information – oder schütze ich mich vor der Reaktion?

Das ist ein wichtiger Unterschied.

 

 

 

Macht kann Informationen filtern

 

Je größer der Einfluss einer Person ist, desto stärker kann ihre erwartete Reaktion beeinflussen, welche Informationen sie erreichen.

Das muss weniger bewusst geschehen.

Wenn Menschen erwarten:

  • Ärger
  • Abwertung
  • Schuldzuweisung
  • Unberechenbarkeit
  • erhebliche persönliche Konsequenzen

dann steigt möglicherweise der wahrgenommene Preis einer unangenehmen Nachricht.

Damit entsteht eine paradoxe Situation:

Gerade die Person mit der größten Entscheidungsverantwortung erhält möglicherweise ein zunehmend gefiltertes Bild der Realität.

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Verhaltensmustern können Kritik, Widerspruch, Statusfragen und Verantwortung besonders konfliktgeladen sein.

Wenn schlechte Nachrichten als persönliche Kränkung erlebt werden,

wenn Widerspruch regelmäßig abgewertet wird,

oder wenn Verantwortung schnell auf andere verschoben wird,

kann das den Informationsfluss erheblich beeinflussen.

Für eine unternehmerische Entscheidung braucht es weniger eine Ferndiagnose.

Die praktischere Frage lautet:

Welche Informationen erreichen diese Person – und welche bleiben regelmäßig auf dem Weg hängen?

Und:

Was haben Menschen über die Konsequenzen gelernt, wenn sie unangenehme Informationen weitergeben?

 

 

 

Führung braucht weniger alle Informationen

 

Ein Geschäftsführer muss weniger alles wissen.

Das wäre weder möglich noch sinnvoll.

Entscheidend ist:

Welche Informationen müssen dich früh erreichen?

Das sollte weniger dem Zufall überlassen bleiben.

Definiere Informations- und Eskalationsschwellen.

Zum Beispiel:

  • Wann muss ein Kundenrisiko eskaliert werden?
  • Wann muss die Geschäftsführung über Projektabweichungen informiert werden?
  • Welche finanziellen Schwellen gelten?
  • Welche personellen Risiken gehören nach oben?
  • Welche Compliance-Themen müssen sofort gemeldet werden?
  • Welche Konflikte können Führungskräfte selbst lösen?
  • Wann braucht es eine höhere Ebene?

Klarheit reduziert die Frage:

„Soll ich damit schon kommen?“

 

 

 

Früh informiert sein bedeutet weniger, alles selbst zu übernehmen

 

Manche Führungskräfte fürchten, dass frühe Information dazu führt, ständig in operative Themen hineingezogen zu werden.

Das lässt sich trennen.

Du kannst sagen:

„Ich möchte früh informiert sein. Die Verantwortung für die Bearbeitung bleibt bei dir.“

Oder:

„Informiere mich, sobald dieser Schwellenwert erreicht ist. Du führst das Thema weiter.“

Damit unterscheidest du zwischen:

Information.

Und:

operativer Übernahme.

 

 

 

Deine Reaktion heute beeinflusst die Informationen von morgen

 

Das ist vielleicht der wichtigste Führungshebel in diesem gesamten Thema.

Wenn dir jemand eine schlechte Nachricht bringt, beobachte deine erste Reaktion.

Wirst du sofort ärgerlich?

Suchst du einen Schuldigen?

Unterbrichst du?

Reagierst du auf den Überbringer statt auf das Problem?

Oder kannst du zunächst fragen:

„Was wissen wir?“

„Was wissen wir noch nicht?“

„Was braucht ihr von mir?“

Menschen beobachten diese Reaktionen sehr genau.

Deine Reaktion heute beeinflusst, welche Informationen dich morgen erreichen.

 

 

 

Der Überraschungs-Test

 

Nimm die letzten drei unangenehmen Überraschungen in deinem Verantwortungsbereich.

Und frage:

  • Wer wusste vorher davon?
  • Seit wann?
  • Welche Hinweise gab es?
  • Warum erreichte mich die Information später?
  • Welche früheren Reaktionen von mir oder anderen könnten eine Rolle gespielt haben?
  • Gab es unklare Eskalationswege?
  • Wo wurde die Information sprachlich abgeschwächt?
  • An welchem früheren Zeitpunkt hätte diese Information meinen Handlungsspielraum vergrößert?

Damit wird aus:

„Warum hat mir das niemand gesagt?“

eine Führungsanalyse.

 

 

 

Sieben Fragen für Geschäftsführer und Führungsteams

 

Wenn du prüfen möchtest, wie gut dein Informationssystem funktioniert, helfen diese Fragen:

  1. Welche schlechten Nachrichten erfahre ich regelmäßig zu spät?
  2. Welche Themen werden erst nach Meetings offen angesprochen?
  3. Bei welchen Personen wird besonders vorsichtig formuliert?
  4. Welche Reaktionen von Führung erschweren offenen Widerspruch?
  5. Welche Informationen brauchen klare Eskalationsschwellen?
  6. Wo hängen Entscheidungen zu stark von informellen Netzwerken ab?
  7. Wie schnell würde ich erfahren, dass eine meiner wichtigsten Annahmen falsch ist?

Die letzte Frage finde ich besonders wertvoll.

Wie schnell erfährst du, dass dein Bild der Realität nicht mehr stimmt?

 

 

 

Wenn das Informationsproblem bei dir selbst beginnt

 

Das ist die unbequemste Perspektive.

Vielleicht liegt das Problem weniger ausschließlich in Prozessen.

Vielleicht spielt auch dein eigenes Führungsverhalten eine Rolle.

Zum Beispiel:

  • Wie reagierst du auf schlechte Nachrichten?
  • Wie reagierst du auf Widerspruch?
  • Wie gehst du mit Fehlern um?
  • Wie schnell suchst du Verantwortliche?
  • Wie gut kannst du Unsicherheit aushalten?
  • Wie oft änderst du deine Meinung sichtbar, wenn bessere Informationen auftauchen?

Das ist weniger eine Frage von Schuld.

Es ist eine Frage von Wirkung.

Führung beeinflusst das Informationsverhalten eines Systems.

 

 

 

Executive Presence zeigt sich auch darin, schlechte Nachrichten hören zu können

 

Executive Presence wird häufig mit Auftreten, Klarheit und Entscheidungsstärke verbunden.

Dazu gehört noch etwas:

Realität aushalten zu können.

Auch wenn sie unangenehm ist.

Auch wenn sie die eigene Position infrage stellt.

Auch wenn eine Entscheidung korrigiert werden muss.

Auch wenn jemand widerspricht.

Eine Führungskraft, die unangenehme Informationen aufnehmen kann, ohne den Informationsfluss zu bestrafen, erhöht ihre eigene Entscheidungsfähigkeit.

→ Mehr über Executive Presence

 

 

 

Executive Sparring bei Informations- und Führungsproblemen

 

Für Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung gehört dieses Thema zum Executive Sparring.

Wenn wichtige Informationen zunehmend spät, gefiltert oder nur über informelle Wege bei dir ankommen, können wir gemeinsam prüfen:

  • Welche Informationen brauchst du tatsächlich?
  • Welche erreichen dich rechtzeitig?
  • Welche erreichen dich zu spät?
  • Wo werden Informationen gefiltert?
  • Welche Rolle spielen Hierarchie und Macht?
  • Welche Rolle spielt die Meetingkultur?
  • Welche Rolle spielt dein eigenes Führungsverhalten?
  • Welche Eskalationswege fehlen?
  • Welche Reaktionen erschweren offenen Widerspruch?
  • Wie lässt sich dein Informationssystem verbessern?

Dabei kann es ebenso um eine konkrete akute Situation wie um die längerfristige Entwicklung deiner Führung gehen.

Auf Geschäftsführungs-, Vorstands- und Inhaberebene erfolgt diese Arbeit im Executive Sparring.

→ Executive Sparring

 

 

 

Was gilt für andere Führungskräfte?

 

Auch Bereichsleitungen, Abteilungsleitungen und andere Führungskräfte können Informationskultur in ihrem Verantwortungsbereich gezielt entwickeln.

Geht es um ein klassisches Entwicklungsziel, kann BUSINESS 1:1 der passende Rahmen sein.

Zum Beispiel:

Abteilungsleiterin möchte in ihrem Team eine offenere Feedback- und Informationskultur entwickeln.
→ BUSINESS 1:1

Bereichsleiter entdeckt kurz vor einer Vorstandssitzung ein erhebliches Risiko und muss die Situation strategisch vorbereiten.
→ EXECUTIVE SPARRING

Geschäftsführer stellt fest, dass kritische Informationen ihn regelmäßig zu spät erreichen.
→ EXECUTIVE SPARRING

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du den Eindruck hast, dass relevante Informationen dich zu spät, zu vorsichtig oder nur über informelle Wege erreichen, lohnt sich ein genauer Blick.

Beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • was aktuell geschieht
  • welche Informationen dich zu spät erreichen
  • welche Folgen daraus entstehen
  • welche Personen oder Ebenen beteiligt sind
  • was du verändern möchtest

Wir können von der ersten Sitzung an direkt mit deiner tatsächlichen Situation arbeiten.

→ Executive Sparring anfragen

 

 

 

Fazit

 

Eine Führungskraft kann nur mit der Realität arbeiten, die sie erreicht.

Deshalb ist weniger nur wichtig, welche Informationen im Unternehmen vorhanden sind.

Entscheidend ist:

Welche Informationen erreichen die richtigen Menschen?

Wie unverfälscht kommen sie an?

Und wann kommen sie an?

Zwischen:

„Da könnte ein Problem entstehen.“

und:

„Jetzt haben wir ein Problem.“

liegt häufig etwas sehr Wertvolles:

Handlungsspielraum.

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf.

Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

→ Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

→ Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

→ Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

P.S.​

 

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Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
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Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

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  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
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  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

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Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Schwierige Schlüsselperson im Unternehmen

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Alleingänge, wieder geöffnete Entscheidungen und Vereinbarungen, die anschließend anders umgesetzt werden
Durchblick

Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

 

Sonderregeln, Abhängigkeit und die unsichtbaren Kosten problematischer Leistungsträger

 

„So ist er eben.“

„Bei ihm musst du ein bisschen vorsichtiger sein.“

„Sprich du mit ihm. Auf dich hört er wenigstens.“

„Das Thema würde ich heute lieber weniger ansprechen.“

„Ohne ihn geht es ohnehin nicht.“

Solche Sätze können harmlos klingen.

Manchmal sind sie Ausdruck pragmatischer Zusammenarbeit mit einem anspruchsvollen Menschen.

Interessant wird es, wenn sich immer mehr Menschen, Prozesse und Entscheidungen um eine einzelne Person herum organisieren.

Dann lohnt sich eine andere Frage:

Wie schwierig ist diese Person wirklich – und wie stark hat sich das Unternehmen bereits an sie angepasst?

Denn irgendwann liegt das Problem weniger nur im Verhalten eines Menschen.

Die Anpassung selbst wird Teil des Systems.

 

 

 

Anpassung kann zunächst vernünftig sein

 

Menschen sind unterschiedlich.

Eine gute Führungskraft berücksichtigt das.

Der eine braucht direkte Worte.

Die andere mehr Kontext.

Ein Mitarbeiter möchte früh einbezogen werden.

Ein anderer arbeitet am besten mit viel Eigenständigkeit.

Das ist keine Schwäche.

Das ist Führung.

Problematisch wird Anpassung dort, wo sie zunehmend dazu dient, vorhersehbare schwierige Reaktionen einer Person zu vermeiden.

Dann geht es weniger um:

„Wie arbeiten wir gut zusammen?“

und zunehmend um:

„Wie verhindern wir, dass er schwierig wird?“

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

 

 

 

„So ist er eben“

 

Dieser Satz interessiert mich besonders.

Denn er kann zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen haben.

Die erste:

Wir kennen diesen Menschen und können mit seinen Eigenheiten gut umgehen.

Vollkommen in Ordnung.

Die zweite:

Wir haben aufgehört, bestimmtes Verhalten infrage zu stellen.

Dann wird aus einer Beschreibung möglicherweise eine Erlaubnis.

Unzuverlässigkeit?

„So ist er eben.“

Respektlosigkeit?

„So ist er eben.“

Alleingänge?

„So ist er eben.“

Wutausbrüche?

„So ist er eben.“

Vereinbarungen gelten nur manchmal?

„So ist er eben.“

Die hilfreiche Anschlussfrage lautet deshalb:

„Und was bedeutet das für uns?“

Damit wird aus einer Persönlichkeitsbeschreibung wieder eine unternehmerische Frage.

 

 

 

Das Problem kann leiser werden, ohne kleiner zu werden

 

Das ist eine der wichtigsten Dynamiken.

Am Anfang gibt es vielleicht Konflikte.

Menschen widersprechen.

Grenzen werden angesprochen.

Es gibt Beschwerden.

Irgendwann wird es ruhiger.

Das kann nach Verbesserung aussehen.

Und manchmal ist es tatsächlich Verbesserung.

Es kann jedoch auch etwas anderes geschehen sein:

Die Menschen haben gelernt, welche Themen sie besser meiden.

Sie wissen, wann sie schweigen.

Sie wissen, wer bestimmte Nachrichten überbringen sollte.

Sie formulieren vorsichtiger.

Sie laden bestimmte Personen zu bestimmten Gesprächen ein.

Sie vermeiden Entscheidungen, die Widerstand auslösen könnten.

Der Konflikt ist weniger sichtbar.

Die Anpassung ist nur effizienter geworden.

 

 

 

Wenig Konflikt ist deshalb weniger automatisch ein gutes Zeichen

 

Ein Team kann ruhig sein, weil die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert.

Ein Team kann auch ruhig sein, weil Widerspruch zu teuer geworden ist.

Deshalb interessiert mich bei schwierigen Führungssituationen weniger nur:

„Wie häufig gibt es Streit?“

Eine zweite Frage ist mindestens ebenso wichtig:

„Wie frei können Menschen widersprechen?“

Und:

„Was geschieht anschließend mit den Menschen, die widersprechen?“

Denn Harmonie und Anpassung können von außen erstaunlich ähnlich aussehen.

 

 

 

Wenn immer die Vernünftigen nachgeben sollen

 

In schwierigen Systemen entsteht häufig ein nachvollziehbarer Reflex.

Mit wem spricht man?

Mit der Person, die zugänglich ist.

Wer soll mehr Verständnis zeigen?

Die Person, die reflektiert ist.

Wer soll seine Kommunikation verändern?

Die Person, mit der sich darüber reden lässt.

Wer soll noch einmal nachgeben?

Die Person, die wahrscheinlich nachgeben wird.

Kurzfristig ist das effizient.

Langfristig kann daraus eine problematische Regel entstehen:

Das System verändert bevorzugt die Menschen, die sich leichter verändern lassen.

 

 

 

Die schwierige Person wird zur festen Größe

 

Und alle anderen werden zur Variablen.

„Kannst du es ihm anders erklären?“

„Kannst du heute ein bisschen vorsichtiger sein?“

„Kannst du das übernehmen?“

„Kannst du noch einmal auf ihn zugehen?“

„Kannst du seinen Anteil diesmal mit auffangen?“

Jede einzelne Bitte kann sinnvoll sein.

Das Muster ist entscheidend.

Wer bekommt regelmäßig den Veränderungsauftrag?

Und wer bleibt davon weitgehend ausgenommen?

 

 

 

Selbstreflexion braucht eine zweite Hälfte

 

Ich halte Selbstreflexion für wertvoll.

Die Frage:

„Was ist mein Anteil?“

kann sehr hilfreich sein.

Nur braucht sie zwei weitere Fragen:

„Was ist der Anteil der anderen Person?“

Und:

„Was ist der Anteil des Systems?“

Sonst kann Selbstreflexion unbeabsichtigt zur Einbahnstraße werden.

Eine kooperative Person analysiert immer genauer ihr eigenes Verhalten.

Während das Verhalten der schwierigeren Person zunehmend als unveränderliche Tatsache behandelt wird.

 

 

 

„Bei dir kann man das wenigstens ansprechen“

 

Das klingt zunächst wie ein Kompliment.

Und häufig ist es auch so gemeint.

In schwierigen Konstellationen kann dieser Satz jedoch eine zweite Bedeutung bekommen:

Deshalb bekommst du auch den Veränderungsauftrag.

Die zugänglichere Person übernimmt dann zunehmend die Anpassungsarbeit.

Sie denkt voraus.

Übersetzt.

Vermittelt.

Beruhigt.

Fängt Reaktionen auf.

Bereitet andere vor.

Korrigiert hinterher.

Diese Arbeit taucht in kaum einer Stellenbeschreibung auf.

Und trotzdem kostet sie Zeit, Aufmerksamkeit und Energie.

 

 

 

Wer bezahlt den Preis?

 

Das ist eine der wichtigsten Fragen bei schwierigen Schlüsselpersonen.

Vielleicht liefert die Person hervorragende Ergebnisse.

Vielleicht bringt sie wichtige Kunden.

Vielleicht besitzt sie außergewöhnliches Fachwissen.

Vielleicht arbeitet sie enorm viel.

Vielleicht ist sie entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg.

Dann sollte diese Leistung selbstverständlich berücksichtigt werden.

Nur ist sichtbare Leistung nicht dasselbe wie der gesamte Beitrag zum Unternehmen.

Deshalb lohnt sich eine breitere Betrachtung:

Was produziert diese Person?

Und:

Welche Kosten entstehen gleichzeitig um sie herum?

 

 

 

Unsichtbare Kosten bleiben leicht unberücksichtigt

 

Zum Beispiel:

zusätzliche Abstimmung,

Konfliktklärung,

Fluktuation,

verlorene Mitarbeiter,

Informationsverluste,

langsamere Entscheidungen,

zusätzliche Kontrolle,

Führungskapazität,

vermeidbare Fehler,

Kundenrisiken,

oder die ständige Anpassungsarbeit anderer.

Ein Top Performer kann weiterhin ein Top Performer sein.

Und gleichzeitig erhebliche indirekte Kosten erzeugen.

Beides kann wahr sein.

Die unternehmerische Frage lautet deshalb:

Wie sieht der Gesamtbeitrag aus?

 

 

 

„Ohne ihn geht es nicht“

 

Dieser Satz verdient besondere Aufmerksamkeit.

Vielleicht stimmt er.

Und genau dann hast du eine wichtige Information.

Denn wenn ein Unternehmen tatsächlich ohne eine einzelne Person kaum funktionieren kann, besitzt es weniger nur einen außergewöhnlich wertvollen Mitarbeiter oder Geschäftspartner.

Es besitzt möglicherweise ein Schlüsselpersonenrisiko.

Frag deshalb:

Was genau geht ohne diese Person nicht?

Ist es Wissen?

Kundenkontakt?

Entscheidungsbefugnis?

Zugang zu wichtigen Personen?

Technisches Know-how?

Beziehungen zu Lieferanten?

Passwörter oder Systeme?

Historisches Wissen?

Die Antwort verwandelt ein diffuses Gefühl von Unersetzlichkeit in konkrete Abhängigkeiten.

 

 

 

Der Drei-Monats-Test

 

Eine einfache Gedankenübung:

Was würde geschehen, wenn diese Person ab morgen drei Monate lang nicht verfügbar wäre?

Weniger als Drohung.

Weniger als Plan, die Person zu ersetzen.

Als Risikotest.

Welche Prozesse würden stehen?

Welche Kundenbeziehungen wären gefährdet?

Welche Entscheidungen könnten weniger getroffen werden?

Welches Wissen wäre nicht zugänglich?

Wo gäbe es keinen Ersatz?

Je konkreter die Antworten, desto klarer wird das tatsächliche Risiko.

 

 

 

Macht entsteht auch durch fehlende Alternativen

 

Macht entsteht weniger nur durch Hierarchie.

Sie kann auch dadurch entstehen, dass andere kaum Alternativen haben.

Wenn nur eine Person etwas weiß,

nur eine Person einen wichtigen Kunden halten kann,

nur eine Person Zugang zu bestimmten Kontakten besitzt,

oder nur eine Person zentrale Entscheidungen treffen kann,

verändert das Verhandlungen.

Grenzen.

Konflikte.

Und Führung.

Denn jede Auseinandersetzung findet vor dem Hintergrund der Frage statt:

„Was passiert, wenn diese Person geht?“

Diese Abhängigkeit kann das Verhalten des gesamten Unternehmens beeinflussen.

 

 

 

Erfolgreiche Unternehmen können solche Abhängigkeiten selbst erzeugen

 

Das geschieht häufig ohne böse Absicht.

Ein Mensch ist besonders gut.

Also bekommt er mehr Verantwortung.

Er kennt den Kunden am besten.

Also übernimmt er immer mehr Kontakt.

Er löst Probleme schnell.

Also fragen irgendwann alle ihn.

Er kennt das System.

Also wird Dokumentation weniger wichtig.

Das ist kurzfristig effizient.

Und langfristig kann daraus Fragilität entstehen.

Was kurzfristig effizient ist, kann langfristig abhängig machen.

 

 

 

Abhängigkeit reduzieren bedeutet weniger, einen Menschen abzuwerten

 

Das ist mir wichtig.

Wenn jemand außergewöhnlich wertvoll ist, darf das anerkannt werden.

Redundanz bedeutet weniger:

„Wir brauchen dich weniger.“

Sie bedeutet:

„Wir gestalten das Unternehmen so, dass deine Bedeutung weniger zum Unternehmensrisiko wird.“

Wissenstransfer.

Stellvertretungen.

Dokumentation.

Mehrere Kundenkontakte.

Klare Entscheidungswege.

Zugänge, die dem Unternehmen gehören.

Das schützt das Unternehmen.

Und häufig auch die Schlüsselperson selbst.

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Schwierige Dynamiken können viele Ursachen haben.

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Mustern können beispielsweise Status, Kontrolle, Sonderstellung, Empfindlichkeit gegenüber Widerspruch oder ein starkes Anspruchsdenken eine Rolle spielen.

Manche Menschen fördern Abhängigkeiten aktiv.

Andere tun es weniger bewusst.

Und manche Abhängigkeiten entstehen schlicht durch schlechte Organisationsentwicklung.

Deshalb ist eine Ferndiagnose für die unternehmerische Entscheidung weniger hilfreich.

Die praktischeren Fragen lauten:

Welche Verhaltensmuster beobachten wir?

Welche Abhängigkeiten bestehen?

Welche Sonderregeln haben sich entwickelt?

Und welche Folgen entstehen daraus?

 

 

 

Ein besonders aufschlussreicher Test

 

Frag:

Wie würden wir reagieren, wenn jemand anderes dasselbe Verhalten zeigen würde?

Wenn die Antwort lautet:

„Das würden wir bei niemand anderem akzeptieren“

dann lohnt sich die nächste Frage:

Warum akzeptieren wir es hier?

Vielleicht gibt es einen guten Grund.

Vielleicht ist die Person tatsächlich außergewöhnlich wichtig.

Dann sollte dieser Grund bewusst benannt werden.

Denn eine Sonderregel, die bewusst beschlossen wurde, ist etwas anderes als eine Sonderregel, die sich unbemerkt eingeschlichen hat.

 

 

 

Wenn Anpassung zur Kultur wird

 

Irgendwann betrifft die Dynamik weniger nur die Schlüsselperson.

Neue Mitarbeiter lernen:

„Das sprichst du bei ihm besser weniger an.“

„Da brauchst du gar nicht erst zu widersprechen.“

„Das läuft bei ihm anders.“

„Wenn er etwas möchte, geht es meistens durch.“

Damit werden informelle Regeln weitergegeben.

Die Person muss sie weniger selbst durchsetzen.

Die Organisation übernimmt diese Aufgabe.

Spätestens dann ist aus einem zwischenmenschlichen Problem ein organisatorisches Thema geworden.

 

 

 

Und manchmal geht irgendwann die falsche Person

 

Das ist eine besonders teure Folge.

Die schwierige Schlüsselperson bleibt.

Die kooperative Führungskraft geht.

Der reflektierte Mitarbeiter kündigt.

Die Person, die jahrelang vermittelt hat, hat genug.

Von außen kann das überraschend wirken.

Intern war möglicherweise lange eine Person damit beschäftigt, das System stabil zu halten.

Wenn sie geht, wird sichtbar, wie viel unsichtbare Arbeit sie übernommen hatte.

 

 

 

Was Führung konkret prüfen kann

 

Wenn du den Eindruck hast, dass sich dein Unternehmen zunehmend um eine bestimmte Person herum organisiert, prüfe vier Bereiche:

1. Verhalten

Welches konkrete Verhalten verursacht Schwierigkeiten?

2. Anpassung

Was tun andere inzwischen anders, um mit dieser Person zurechtzukommen?

3. Abhängigkeit

Was würde ohne diese Person kurzfristig weniger funktionieren?

4. Kosten

Welche direkten und indirekten Kosten entstehen durch Verhalten, Anpassung und Abhängigkeit?

Damit verlässt du die Frage:

„Ist dieser Mensch schwierig?“

und kommst zu einer unternehmerisch wesentlich ergiebigeren Frage:

„Was bewirkt diese Konstellation in unserem Unternehmen?“

 

 

 

Was braucht die zugänglichere Person?

 

Wenn du mit einer Führungskraft sprichst, die seit längerer Zeit den größten Teil der Anpassungsarbeit übernimmt, würde ich weniger sofort fragen:

„Was kannst du noch anders machen?“

Eine bessere Frage kann sein:

„Was brauchst du, damit diese Zusammenarbeit für dich wieder tragfähig wird?“

Das verändert die Perspektive.

Von noch mehr Anpassung hin zu Bedingungen für professionelle Zusammenarbeit.

 

 

 

Und welche Verantwortung hat die Organisation?

 

Die vielleicht wichtigste Frage lautet:

Welches Verhalten ermöglichen wir durch unsere eigene Anpassung?

Das bedeutet weniger, der Organisation die Schuld für das Verhalten einer schwierigen Person zu geben.

Menschen bleiben für ihr eigenes Verhalten verantwortlich.

Und gleichzeitig gestalten Systeme Anreize.

Wenn problematisches Verhalten regelmäßig dazu führt, dass alle anderen nachgeben, zusätzliche Arbeit übernehmen oder Sonderregeln schaffen, entstehen Konsequenzen.

Das sollte Führung erkennen.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und eine schwierige Schlüsselperson zunehmend Einfluss auf Entscheidungen, Zusammenarbeit oder Unternehmenskultur bekommt, lohnt sich eine strukturierte Betrachtung.

Dabei kann es um einen Mitgeschäftsführer gehen.

Einen Gesellschafter.

Eine zentrale Führungskraft.

Einen Top Performer.

Oder einen wichtigen Geschäftspartner.

Im Executive Sparring können wir vertraulich klären:

Welche Leistung ist tatsächlich vorhanden?

Welche Kosten entstehen?

Welche Abhängigkeiten bestehen?

Welche Macht ergibt sich daraus?

Welche Anpassungen haben sich entwickelt?

Welche Risiken sollten reduziert werden?

Und:

Wie gewinnst du Handlungsspielraum zurück, ohne vorschnell wertvolle Beziehungen oder Kompetenzen zu zerstören?

 

 

 

Fazit

 

Eine schwierige Schlüsselperson ist weniger automatisch ein Unternehmensproblem.

Problematisch wird es, wenn das Unternehmen zunehmend um diese Person herum gebaut wird.

Wenn Sonderregeln selbstverständlich werden.

Wenn die Zugänglichen immer mehr Anpassungsarbeit übernehmen.

Wenn Abhängigkeiten wachsen.

Wenn Widerspruch verschwindet.

Und wenn irgendwann alle sagen:

„So ist er eben.“

Dann ergänze den Satz um eine Frage:

„Und was bedeutet das für uns?“

Denn entscheidend ist weniger nur, wie schwierig ein Mensch ist.

Entscheidend ist, was das Unternehmen inzwischen tut, um mit diesem Menschen zu funktionieren.

 

 

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

→ Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

→ Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

→ Narzissmus im Unternehmen

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

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Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Weitere Informationen findest du hier:

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Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

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Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

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Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

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Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Die Wirkung von Powerposen: Alles Quatsch oder steigert es das Selbstvertrauen?

Die Wirkung von Powerposen: Alles Quatsch oder steigert es das Selbstvertrauen?

Was ist dran an Powerposen? 4 Übungen, mit denen Sie es herausfinden
Powerposen

Powerposen

 

Haben Sie die Wirkung von Powerposen schon für sich getestet? Hier sind vier Übungen für mehr Selbstsicherheit und weniger Stress.

Video

Powerposen: Mehr Präsenz durch Haltung – oder bloßer Showeffekt?

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Überblick

 

 

 

 

Haltung

 

Wer die Schultern hängen lässt und sich kleiner macht, wirkt geknickt. Von der Forderung Haltung zu bewahren ist das weit entfernt. Aber wenn mir danach ist, ist das halt so, oder? Weshalb verstellen?

 

 

 

Kleiner Ausflug ins Tierreich

 

Ein kurzer Blick zu unseren haarigen Verwandten. Bei Alphatieren ist innerhalb eines Rudels ein höherer Testosteron- und niedrigen Cortisolspiegel nachweisbar.  Sie strahlen nach außen Ruhe und Selbstsicherheit aus. Nimmt ein neues Tier die Rolle des Alphatiers ein, steigt innerhalb weniger Tage dessen Testosteronspiegel und sein Cortisolspiegel (Stresshormon) sinkt. Das Tier wächst in die Rolle des ruhigen, selbstsicheren Führers hinein.

Diese Beobachtung animierte die Sozialpsychologin Amy Cuddy und ihre Kollegen an der Harvard Business School zu prüfen, ob das bei Menschen auch so solche Zusammenhänge gibt. Und tatsächlich lassen sich schon nach 2 Minuten in machtvollen Posen, sogenannten High-Power Pose und auch Power Posen, zwei Ergebnisse erkennen: die Menschen fühlen sich selbstbewusster und das lässt sich auch anhand des Pegels von Testosteron und Cortisol messen.

 

 

 

Power Posen

 

Power Posen sind Körperhaltungen, die für Kraft, Macht und Sicherheit stehen. Wer sie an den Tag legt, wirkt kraft- und einflussreich. Doch Körpersprache ist keine Einbahnstraße; sie hat Einfluss auf die Psyche.

 

 

 

4 Beispiele für Powerposen

 

Den Testosteronspiegel erhöhen, den Cortisolwert senken und dadurch den Stress verabschieden, während sich Ihr Selbstvertrauen aufrichtet? Wenn Sie gleich eine wichtige Besprechung, eine Präsentation oder eine schwierige Verhandlung haben, dann können Sie durch kurzes Power Posing ihre Hormone zähmen und dann selbstsicher und gestärkt in die Situation gehen. Hier sind die Übungen dafür.

 

 

1. Wonder Woman und Superman

 

Die Beine werden mindestens schulterbreit auseinandergesetzt und die Arme in die Hüften gestemmt, dann mit tiefem Einatmen die Brust raus und das Kinn nach vorne oder sogar leicht nach oben recken. So sicher, wie ein Baum ist der Stand. An solch einem Menschen ist kein Vorbeikommen. Mehr zum Stand und der Erdung im Artikel Grounding (Erdung) für Präsenz und Sicherheit bei Reden und Präsentationen

 

 

 

2. Siegerpose

 

So sehen Gewinner aus: Dafür werden die Arme nach oben gerissen, der Brustkorb aufgebläht und der Blick geht nach oben. „Ja, gewonnen!“

 

 

 

3. Chef

 

Chef oder Chefin sein: Auf einem Stuhl bequem zurücklehnen und verschränke die Arme hinter den Kopf legen. Die Füße werden auf dem Tisch abgelegt. Das Gefühl: Zufriedenheit breitet sich aus, es Großes wurde geleistet!

 

 

 

4. Lässige Typen

 

Für die lässigen Typen: Lehnen Sie sich lässig an einen Tisch und stützen sich mit einer Hand darauf ab.

 

 

 

Booster

 

Mit geeigneten Atemtechniken lässt sich die Wirkung noch deutlich steigern. Lassen Sie sich entsprechende Tipps im Coaching geben.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
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Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

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  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
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  • Gesprächsstrategien vorbereiten
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  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

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Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

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Haben Sie die Wirkung von Powerposen schon für sich getestet? Und?

Artikel zum Thema Lampenfieber und Redeangst

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Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Karriere um jeden Preis?

Karriere um jeden Preis?

Grundlegende Überlegungen: Was bedeutet beruflich erfolgreich zu sein und was Karriere machen?
Karriere um jeden Preis?

Wer wohl zufrieden ist, ist wohl bezahlt.

William Shakespeare

Welchen Preis darf die Karriere fordern?

 

Rumpelstilzchen forderte für die Hilfe der jungen Frau ihr Erstgeborenes als Preis. Was sind Sie bereit für Ihre Karriere zu opfern?

 

 

 

Überblick

Karriere um jeden Preis ist möglich. Nur wozu?

 

Der eigene Name und ein wichtig klingender Titel in glänzenden Buchstaben am besonders großzügigem Büro im obersten Geschoss, ein von Gehalt und Prämien stets prall nachgefülltes Konto, der extra dicke Firmenwagen, neidische Blicke, Anerkennung von Personen, die einem nicht wirklich wichtig sind,… Nett, aber wenn das alles ist, ist es zu wenig! Irgendwann zeigt sich dann doch; das kann doch nicht alles gewesen sein, oder? Mit all dem lässt sich nicht ewig darüber hinwegtäuschen, wenn grundlegende Bedürfnisse unerfüllt bleiben. Und doch sind viele mit der Jagd danach beschäftigt, ohne ersehnte Befriedigung zu finden.

 

 

 

Erfüllung

 

Für ein erfüllendes Leben liefert die Berufung einen wesentlichen Beitrag. Schließlich verbringen wir einen beachtlichen Teil unserer kostbaren Lebenszeit damit. Im hohen Alter klagt doch niemand: „Hätte ich nur mehr Zeit im Büro verbracht!“, oder?

Da lohnt es sich doch, den Begriff Karriere und was das für einen selbst bedeutet, sorgfältig zu klären.

 

 

 

Erwartet nur Generation Y mehr als ein volles Konto?

 

Wie hilfreich sind messbare Größen für das Maß der Karriere wie Gehalt, Umsätze, Personalverantwortung, Budget, Größe des Firmenwagens, Ausstattung und Lage des Büroraumes, Firmenparkplatz? Generation Y, die Generation der nach 1980 geborenen, setzt angeblich vollkommen andere Prioritäten als ihre Eltern; weniger Karriere, mehr Kinder. Keine Karriere um jeden Preis, sondern mehr Freizeit und Work-Life-Balance. Und dann soll der Job auch noch erfüllend sein. Was denn noch alles? Ist das Leben etwa ein Ponyhof? Für manch einen fleißig-disziplinierten Andersdenkenden sind das Luxusfragen für jene Zeitgenossen, denen es zu gut geht. Doch das ist wohl nicht der Grund. Ich frage lieber; wer will sich leisten, auf ein erfüllendes Leben zu verzichten?

 

 

 

Was macht eine Karriere überhaupt aus?

 

Nicht jedes Geschäft hält, was er verspricht. Im Mai 1626 soll der aus Wesel am Rhein stammende Gouverneur der neu entstandenen Provinz Neu-Holland Peter Minuit die Insel Manhattan den Indianern für umgerechnet 24 Dollar abgekauft haben. Nach heutigen Maßstäben klingt das nicht gerade nach einem fairen Geschäft.

Wann ist Karriere Karriere und wann ist Erfolg Erfolg? Karriere ist nicht unbedingt das, was die einschlägige Management-Literatur beschreibt. Welche Motive treiben Sie im Job an? Welche Rolle spielt Karriere tatsächlich und was macht sie aus? Wer darauf eigene Antworten gefunden hat, erkennt leichter, welcher Weg tatsächlich erstrebenswert ist.

 

 

 

Persönliche Klärung

 

Am Anfang stehen grundsätzliche Fragen. Doch woher kommen die Antworten? Beginnen Sie doch damit, sich vorzustellen, ein Wunder ist geschehen und Sie haben Ihren Traumjob mit idealen Rahmenbedingungen.

 

Anregungen:

 

  • Woran merken Sie das?
  • Was ist dann anders?
  • Was tun Sie?
  • Mit welchen Menschen arbeiten Sie?
  • Wo sind Sie?
  • Wie fügt sich das in Ihr Leben ein?
  • Ist es erfüllend?

Video

Was bedeutet Karriere?

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

 

 

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  • worum es geht
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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

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Worauf basieren deine Karriere-Entscheidungen?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43312
K:CNB
Ü:

Karriereentscheidung treffen | Coaching & Sparring Berlin

Wichtige Karriereentscheidungen

Wenn der nächste Schritt mehr verdient als eine Pro-und-Contra-Liste
Karriereentscheidungen: Für die Karriere gilt es gute Entscheidungen zu treffen - Karriere Coaching Berlin

Karriereentscheidungen

 

 

Bleiben, wechseln, aufsteigen – oder etwas ganz anderes?

 

Manche beruflichen Entscheidungen verändern mehr als den nächsten Eintrag im Lebenslauf.

Eine neue Position annehmen?

Im Unternehmen bleiben?

Wechseln?

Mehr Verantwortung übernehmen?

Eine Führungsrolle anstreben?

Ein attraktives Angebot ablehnen?

Die Selbstständigkeit wagen?

Oder einen erfolgreichen Weg verlassen, der sich trotzdem nicht mehr richtig anfühlt?

Je mehr von einer Entscheidung abhängt, desto schwieriger kann es werden, klar zu sehen.

Dann hilft häufig weniger ein weiterer guter Rat als ein klarerer Blick auf die gesamte Situation.

Dabei unterstütze ich dich.

In Berlin und online.

 

 

 

Wenn mehrere gute Gründe gegeneinander stehen

 

Schwierige Karriereentscheidungen entstehen häufig weniger durch fehlende Optionen.

Das Problem ist:

Mehrere Optionen haben gute Gründe.

Die neue Position bietet mehr Verantwortung und Einkommen.

Gleichzeitig verändert sie dein Leben.

Der jetzige Arbeitgeber bietet Sicherheit und vertraute Strukturen.

Gleichzeitig fehlt Entwicklung.

Die Selbstständigkeit verspricht Freiheit.

Gleichzeitig verändert sie Risiko und Verantwortung.

Dann reicht eine klassische Pro-und-Contra-Liste häufig weniger weit.

Denn die entscheidenden Fragen liegen tiefer:

Was ist dir wirklich wichtig?

Welche Konsequenzen kannst und möchtest du tragen?

Welches Risiko ist sinnvoll?

Welche Möglichkeit passt zu dem Leben, das du führen möchtest?

 

 

 

Karriereentscheidungen sind Lebensentscheidungen

 

Eine berufliche Entscheidung betrifft selten ausschließlich den Beruf.

Sie kann Einfluss haben auf:

Zeit.

Einkommen.

Familie.

Wohnort.

Gesundheit.

Beziehungen.

Status.

Freiheit.

Verantwortung.

Identität.

Und auf die Frage, wie du einen erheblichen Teil deiner Lebenszeit verbringen möchtest.

Deshalb lohnt es sich, Karriereentscheidungen nicht isoliert zu betrachten.

Die interessante Frage lautet weniger: Welche Position ist besser?

Sondern:

Welche Konsequenzen hat diese Entscheidung für das Leben, das du führen möchtest?

 

 

 

Bleiben oder gehen?

 

Manchmal ist die zentrale Frage erstaunlich schlicht:

Soll ich bleiben oder gehen?

Vielleicht gibt es gute Gründe für beides.

Du hast viel aufgebaut.

Kennst das Unternehmen.

Hast Verantwortung.

Verdienst gut.

Besitzt Gestaltungsspielraum.

Und gleichzeitig wächst der Eindruck:

So möchte ich die nächsten Jahre nicht weitermachen.

Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Was hält dich?

Was zieht dich weg?

Was davon ist kurzfristige Frustration?

Was ist ein wiederkehrendes Muster?

Was lässt sich verändern?

Was liegt außerhalb deines Einflussbereichs?

Und:

Was müsste geschehen, damit Bleiben wieder eine überzeugende Entscheidung wird?

 

 

 

Eine neue Position annehmen?

 

Ein attraktives Angebot kann eine überraschend schwierige Entscheidung auslösen.

Mehr Gehalt.

Mehr Verantwortung.

Mehr Einfluss.

Ein interessanter Titel.

Vielleicht sogar der nächste logische Karriereschritt.

Und trotzdem zögerst du.

Dann lohnt sich ein Blick hinter die offensichtlichen Vorteile.

Welche Erwartungen sind mit der Rolle verbunden?

Wie groß ist dein tatsächlicher Gestaltungsspielraum?

Wie sieht die Unternehmenskultur aus?

Warum ist die Position frei?

Welche Interessen verfolgen die Beteiligten?

Welche Risiken werden im Bewerbungsprozess weniger deutlich?

Und:

Passt diese Rolle zu dir – oder vor allem zu deinem bisherigen Karriereweg?

 

 

 

Wenn Erfolg selbst die Entscheidung schwieriger macht

 

Besonders anspruchsvoll können Karriereentscheidungen werden, wenn du bereits erfolgreich bist.

Denn dann gibst du möglicherweise etwas Wertvolles auf.

Einkommen.

Status.

Einfluss.

Sicherheit.

Netzwerk.

Reputation.

Eine Position, für die du lange gearbeitet hast.

Dadurch entsteht ein psychologischer Effekt:

Je mehr wir investiert haben, desto schwerer kann es werden, einen Weg grundsätzlich infrage zu stellen.

Vergangene Investitionen sind jedoch keine Verpflichtung für die Zukunft.

Die entscheidende Frage lautet:

Was ist von heute aus betrachtet der sinnvollste nächste Schritt?

 

 

 

Was möchtest du eigentlich erreichen?

 

Bei Karriereentscheidungen sprechen wir schnell über Positionen.

Geschäftsführer.

Partner.

Vorstand.

Bereichsleiter.

Selbstständig.

Berater.

Doch ein Titel beantwortet noch keine Frage nach einem guten Leben.

Interessanter ist:

Was möchtest du gestalten?

Wie möchtest du arbeiten?

Welche Verantwortung möchtest du tragen?

Wie viel Freiheit brauchst du?

Wie wichtig sind Einkommen und Sicherheit?

Welche Menschen möchtest du um dich haben?

Was möchtest du lernen?

Welche Rolle soll Arbeit in deinem Leben spielen?

Karriere ist ein Mittel. Die entscheidende Frage ist, wofür.

 

 

 

Vorsicht vor fremden Maßstäben

 

Karriereentscheidungen entstehen selten im luftleeren Raum.

Familie.

Kollegen.

Vorgesetzte.

Freunde.

Gesellschaftliche Vorstellungen.

Der eigene Lebenslauf.

Alle können Erwartungen erzeugen.

Dann klingt eine Entscheidung vielleicht vernünftig und fühlt sich trotzdem fremd an.

Deshalb lohnt sich die Unterscheidung:

Was möchte ich?

Was glaube ich, wollen zu müssen?

Diese Differenz kann erheblich sein.

 

 

 

Entscheidungen unter Unsicherheit

 

Die meisten wichtigen Karriereentscheidungen werden getroffen, bevor alle Informationen vorhanden sind.

Wie wird die neue Rolle tatsächlich?

Wie entwickelt sich das Unternehmen?

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand?

Wie verändert sich der Markt?

Werde ich die Entscheidung später bereuen?

Vollständige Sicherheit wird es selten geben.

Das Ziel guter Entscheidungsarbeit ist deshalb weniger, jede Unsicherheit zu beseitigen.

Es geht darum, trotz verbleibender Unsicherheit eine tragfähige Entscheidung treffen zu können.

 

 

 

Optionen erweitern

 

Manchmal erscheint eine Entscheidung zunächst binär.

Bleiben oder kündigen.

Annehmen oder ablehnen.

Karriere oder Privatleben.

Sicherheit oder Freiheit.

Doch häufig existieren mehr Möglichkeiten.

Bedingungen nachverhandeln.

Verantwortung verändern.

Arbeitszeit gestalten.

Eine Übergangsphase vereinbaren.

Eine andere Position im Unternehmen entwickeln.

Ein Projekt zunächst testen.

Eine dritte Option schaffen.

Deshalb gehört zu guter Entscheidungsarbeit auch die Frage:

Welche Möglichkeit haben wir bisher noch nicht betrachtet?

 

 

 

Die Entscheidung durchspielen

 

Eine hilfreiche Methode besteht darin, mögliche Entscheidungen gedanklich weiterzuführen.

Angenommen, du sagst Ja.

Was geschieht anschließend?

Nach drei Monaten?

Nach einem Jahr?

Nach drei Jahren?

Welche Möglichkeiten entstehen?

Welche verschwinden?

Welche Risiken werden größer?

Welche Chancen?

Und dann dieselben Fragen für die Alternative.

Dadurch wird aus einer abstrakten Entscheidung ein konkreteres Zukunftsbild.

 

 

 

Mehrere Perspektiven zusammenführen

 

Karriereentscheidungen können gleichzeitig betreffen:

  • berufliche Entwicklung
  • Strategie
  • Finanzen
  • Beziehungen
  • Familie
  • persönliche Werte
  • Status
  • Sicherheit
  • Freiheit
  • Lebensqualität
  • Identität

Mein beruflicher Hintergrund ermöglicht mir, solche Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Dabei fließen Erfahrungen aus Unternehmertum und Unternehmensberatung ebenso ein wie Psychologie, Kommunikation und langjährige Entscheidungsarbeit.

Meine besondere Stärke liegt darin, relevante Puzzleteile zusammenzuführen und daraus ein klareres Gesamtbild entstehen zu lassen.

 

 

 

Ich entscheide nicht für dich

 

Ein Sparringspartner sollte dir eine wichtige Karriereentscheidung weniger abnehmen.

Schließlich lebst du anschließend mit ihren Konsequenzen.

Meine Aufgabe ist eine andere.

Ich helfe dir, genauer hinzusehen.

Annahmen zu prüfen.

Blinde Flecken aufzuspüren.

Optionen zu erweitern.

Konsequenzen durchzuspielen.

Widersprüche sichtbar zu machen.

Und deine eigenen Prioritäten klarer zu erkennen.

Die Entscheidung bleibt deine.

Und genau deshalb sollte sie möglichst gut zu dir passen.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Wenn deine berufliche Entscheidung vor allem mit persönlicher Orientierung, Lebensgestaltung oder einer grundsätzlichen Neuorientierung verbunden ist.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Wenn du eine konkrete berufliche Entscheidung treffen möchtest – beispielsweise einen Stellenwechsel, eine neue Position oder den nächsten Karriereschritt.

→ BUSINESS 1:1

 

 

EXECUTIVE SPARRING

Wenn die Entscheidung hohe berufliche, wirtschaftliche oder strategische Tragweite besitzt.

Zum Beispiel:

  • C-Level-Position annehmen oder ablehnen
  • Wechsel in Geschäftsführung oder Vorstand
  • Beteiligung an einem Unternehmen
  • Unternehmen verlassen
  • Partnerschaft eingehen oder beenden
  • erhebliche Veränderung von Verantwortung
  • Wechsel aus einer langjährigen Spitzenposition
  • unternehmerische und persönliche Interessen miteinander abwägen

→ EXECUTIVE SPARRING

 

 

 

 

Eine gute Entscheidung braucht keine absolute Gewissheit

 

Vielleicht möchtest du am Ende sagen können:

„Jetzt weiß ich mit hundertprozentiger Sicherheit, dass diese Entscheidung richtig ist.“

Bei Entscheidungen mit echter Tragweite ist diese Gewissheit selten verfügbar.

Was möglich ist:

Du hast die relevanten Perspektiven betrachtet.

Du kennst deine Prioritäten.

Du hast Konsequenzen durchgespielt.

Du hast Risiken ernst genommen.

Du hast Alternativen geprüft.

Und du weißt, weshalb du dich entscheidest.

Das ist eine tragfähige Grundlage, um anschließend nach vorn zu gehen.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

Antworten auf häufige Fragen

Kannst du mir sagen, welche Karriereentscheidung richtig ist?

Ich kann dir meine Einschätzung und Perspektive anbieten. Die Entscheidung bleibt bei dir.
Wir arbeiten daran, dass du relevante Faktoren klarer erkennst, Optionen prüfst und Konsequenzen besser einschätzen kannst.

Wie lange dauert Entscheidungscoaching?

Das hängt von der Situation ab.
Manchmal bringt eine konzentrierte Sitzung bereits erhebliche Klarheit. Bei komplexen Entscheidungen kann eine Begleitung über mehrere Schritte sinnvoll sein.

Ist Karriereberatung auch online möglich?

Ja. Entscheidungsarbeit und Sparring eignen sich sehr gut für Onlinesitzungen. Termine in Berlin sind ebenfalls möglich.

Kannst du mich auch auf anschließende Gespräche oder Verhandlungen vorbereiten?

Ja. Häufig folgt auf eine Entscheidung ein wichtiges Gespräch.
Dann können wir beispielsweise eine Vertragsverhandlung, ein Gespräch mit dem Arbeitgeber, den Einstieg in eine neue Rolle oder die Kommunikation einer Entscheidung vorbereiten.

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Mehr innere Stärke.
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Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 18. Juli 2025

Vom Kollegen zum Vorgesetzten: 15 Tipps für neue Führungskräfte

15 Tipps: Vom Kollegen zum Vorgesetzten.

So gelingt der Wechsel in deine neue Führungsrolle
Vom Kollegen zum Vorgesetzten.

Neu in einer Führungsposition

 

Als neue Führungskraft stehen Sie vor neuen Aufgaben, die ein anderes Verhalten erfordern. Erfahren Sie, wie Sie die Herausforderungen, die der Rollenwechsel mit sich bringen kann, erfolgreich gestalten.

15 Tipps: Vom Kollegen zum Vorgesetzten

 

Gestern noch Kollege.

Heute Führungskraft.

Auf dem Organigramm kann dieser Wechsel mit einer einzigen Entscheidung vollzogen sein.

Zwischen Menschen dauert er häufig länger.

Plötzlich sollst du Entscheidungen treffen, Erwartungen formulieren, Leistung beurteilen, Konflikte klären und möglicherweise Menschen führen, mit denen du gestern noch auf Augenhöhe im selben Team gearbeitet hast.

Vielleicht haben sich andere ebenfalls Hoffnungen auf deine Position gemacht.

Vielleicht kennen deine ehemaligen Kollegen Seiten von dir, die ein neu eingestellter Vorgesetzter erst viel später zeigen würde.

Und vielleicht fragst du dich:

Wie viel Nähe ist jetzt noch angemessen?

Wie trete ich klar auf, ohne plötzlich eine Rolle zu spielen?

Wie gewinne ich Akzeptanz?

Und wie entwickle ich meinen eigenen Führungsstil?

Die gute Nachricht:

Du musst über Nacht keine vollkommen andere Persönlichkeit werden.

Du brauchst Klarheit über deine neue Rolle und die Bereitschaft, sie tatsächlich einzunehmen.

Hier sind 15 Empfehlungen für einen guten Start.

 

 

 

1. Kläre deine neue Rolle

 

Der wichtigste Rollenwechsel findet zuerst bei dir selbst statt.

Du bist weiterhin derselbe Mensch.

Deine Verantwortung hat sich verändert.

Du triffst andere Entscheidungen.

Du erhältst andere Informationen.

Du vertrittst Interessen des Unternehmens.

Du musst Erwartungen formulieren und möglicherweise Entscheidungen vertreten, die einzelnen Teammitgliedern weniger gefallen.

Deshalb lohnt sich früh die Frage:

Was bedeutet Führung in dieser konkreten Position für mich?

Je klarer du deine Rolle verstehst, desto weniger musst du Führung spielen.

 

 

 

2. Kläre Erwartungen

 

Neue Führungskräfte beschäftigen sich häufig intensiv mit den Erwartungen ihrer Mitarbeitenden.

Ebenso wichtig sind die Erwartungen der eigenen Vorgesetzten und der Organisation.

Was sollst du erreichen?

Welche Entscheidungen darfst du treffen?

Welche Ergebnisse werden erwartet?

Wo liegen deine Spielräume?

Woran wird dein Erfolg gemessen?

Und welche Erwartungen hast du selbst an deine neue Rolle?

Ungeklärte Erwartungen werden später erstaunlich häufig zu Konflikten.

 

 

 

3. Höre zuerst zu

 

Eine neue Führungsposition erzeugt leicht den Impuls, sofort etwas verändern zu wollen.

Schließlich möchtest du zeigen, dass du gestalten kannst.

Doch bevor du handelst, lohnt sich häufig etwas anderes:

zuhören.

Sprich mit deinen Mitarbeitenden.

Frage nach Erfahrungen.

Problemen.

Ideen.

Erwartungen.

Und Dingen, die bereits gut funktionieren.

Als ehemaliger Kollege kennst du vieles.

Als Führungskraft wirst du manches aus einer neuen Perspektive sehen.

 

 

 

4. Widerstehe dem Aktionismus

 

Die ersten Wochen brauchen weniger ein Feuerwerk neuer Maßnahmen als gute Orientierung.

Vielleicht kennst du bereits Dinge, die du seit Jahren verändern möchtest.

Jetzt besitzt du endlich den Einfluss dazu.

Trotzdem:

Erst verstehen. Dann verändern.

Manche scheinbar unsinnige Regel besitzt eine Vorgeschichte.

Manche informelle Struktur erfüllt eine wichtige Funktion.

Und manche gute Veränderung scheitert, weil sie zum falschen Zeitpunkt eingeführt wird.

Strategie vor Aktionismus.

 

 

 

5. Gestalte Nähe und Distanz neu

 

Gerade beim Aufstieg innerhalb des eigenen Teams ist dies eine der schwierigsten Aufgaben.

Aus Kollegen werden Mitarbeitende.

Vielleicht bestehen Freundschaften.

Gemeinsame Mittagessen.

Private Kontakte.

Vertrauliche Gespräche.

All das verschwindet mit einer Beförderung weniger automatisch.

Gleichzeitig verändert sich deine Verantwortung.

Du erhältst Informationen, die du weniger teilen kannst.

Du musst Entscheidungen treffen, die Freunde betreffen können.

Deshalb braucht es weder demonstrative Distanz noch künstliche Kälte.

Es braucht ein neues Verständnis von Nähe, Verantwortung und Vertraulichkeit.

 

 

 

6. Sprich den Rollenwechsel an

 

Verhalte dich weniger so, als hätte sich nichts verändert.

Es hat sich etwas verändert.

Und alle wissen es.

Deshalb kann ein offenes Gespräch sehr hilfreich sein.

Was verändert sich?

Was bleibt?

Was erwartest du?

Was können deine Mitarbeitenden von dir erwarten?

Welche Fragen gibt es?

Gerade wenn du aus dem eigenen Team befördert wurdest, schafft eine klare Kommunikation Orientierung.

→ Antrittsrede als Führungskraft vorbereiten

 

 

 

7. Achte auf enttäuschte Mitbewerber

 

Vielleicht wollte jemand aus deinem Team genau die Position, die du bekommen hast.

Dann erlebt diese Person deine Beförderung möglicherweise weniger als deinen Erfolg und stärker als eigene Niederlage.

Ignoriere diese Dynamik weniger.

Suche frühzeitig das Gespräch.

Höre zu.

Kläre Erwartungen.

Und prüfe, welche Perspektiven für die betreffende Person existieren.

Aus unausgesprochener Enttäuschung können sonst Widerstand, Rückzug oder Konkurrenz entstehen.

 

 

 

8. Lerne zu delegieren

 

Eine der größten Fallen neuer Führungskräfte lautet:

„Ich mache es schnell selbst.“

Du kennst die Aufgaben.

Du kannst sie.

Und vielleicht kannst du manches tatsächlich besser als einzelne Mitarbeitende.

Doch deine neue Aufgabe besteht zunehmend darin, dafür zu sorgen, dass andere erfolgreich arbeiten können.

Delegieren bedeutet mehr als Arbeit weiterzugeben.

Es braucht:

klare Erwartungen,

Verantwortung,

Entscheidungsspielraum,

Ressourcen

und passende Rückmeldung.

Wer weiterhin alles selbst erledigt, bleibt fachlich der beste Mitarbeiter und wird kaum zur wirksamen Führungskraft.

 

 

 

9. Vermeide Mikromanagement

 

Delegieren und anschließend jeden Schritt kontrollieren ist kaum Delegation.

Kläre stattdessen:

Was ist das gewünschte Ergebnis?

Welche Rahmenbedingungen gelten?

Welche Entscheidungen darf der Mitarbeiter selbst treffen?

Wann möchtest du informiert werden?

Wann braucht es deine Zustimmung?

Dann gib Raum.

Vertrauen und Verantwortung gehören zusammen.

 

 

 

10. Kommuniziere klar und verbindlich

 

Viele neue Führungskräfte möchten weiterhin von allen gemocht werden.

Das ist menschlich.

Für Führung reicht Sympathie allein weniger weit.

Mitarbeitende brauchen Orientierung.

Was erwartest du?

Was hat Priorität?

Wer entscheidet?

Was wurde vereinbart?

Bis wann?

Klare Kommunikation kann freundlich sein.

Klarheit und Wertschätzung sind ausgezeichnete Partner.

 

 

 

11. Werde konfliktfähig

 

Mit der Führungsrolle kommen Gespräche, die du dir vielleicht weniger ausgesucht hättest.

Leistung bleibt hinter Erwartungen zurück.

Verhalten belastet das Team.

Vereinbarungen werden weniger eingehalten.

Zwei Mitarbeitende geraten aneinander.

Ein ehemaliger Kollege akzeptiert deine neue Rolle kaum.

Solche Themen verschwinden selten dadurch, dass sie lange liegen bleiben.

Führung bedeutet auch, schwierige Dinge ansprechbar zu machen.

Früh, klar und respektvoll.

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen vorbereiten

 

 

 

12. Sei berechenbar

 

Menschen orientieren sich an Führungskräften.

Dabei hilft weniger, dass du auf alles sofort eine Antwort hast.

Wichtiger ist, dass dein Verhalten nachvollziehbar wird.

Ähnliche Situationen sollten nach erkennbaren Prinzipien behandelt werden.

Vereinbarungen gelten.

Zusagen haben Gewicht.

Grenzen besitzen Bedeutung.

Wenn Mitarbeitende ungefähr einschätzen können, woran sie bei dir sind, entsteht Sicherheit.

Verlässlichkeit schafft Vertrauen.

 

 

 

13. Entwickle deinen eigenen Führungsstil

 

Du wirst Vorbilder haben.

Gute und weniger gute.

Vielleicht weißt du sehr genau, wie du führen möchtest.

Oder zumindest, wie du keinesfalls führen möchtest.

Beides reicht als Anfang.

Mit der Zeit braucht es mehr.

Welche Haltung möchtest du verkörpern?

Wie triffst du Entscheidungen?

Wie gibst du Orientierung?

Wie gehst du mit Fehlern um?

Wie viel Autonomie gibst du?

Wie führst du unterschiedliche Persönlichkeiten?

Ein guter Führungsstil ist weniger eine Schablone.

Er verbindet deine Persönlichkeit mit den Anforderungen deiner Verantwortung.

→ Den eigenen Führungsstil entwickeln

 

 

 

14. Beobachte deine Wirkung

 

Mit einer Führungsposition verändert sich die Bedeutung deines Verhaltens.

Eine beiläufige Bemerkung kann plötzlich als Anweisung verstanden werden.

Deine Stimmung wird stärker beobachtet.

Ein spontaner Gedanke kann als Entscheidung interpretiert werden.

Und dein Schweigen bekommt möglicherweise eine Bedeutung, die du nie beabsichtigt hast.

Deshalb gehört zur Führungsentwicklung auch die Frage:

Wie wirke ich tatsächlich auf andere?

Selbstbild und Fremdbild können überraschend weit auseinanderliegen.

 

 

 

15. Suche dir einen unabhängigen Sparringspartner

 

Gerade am Anfang einer Führungsrolle entstehen Fragen, die sich innerhalb des Unternehmens schwer besprechen lassen.

Mit dem eigenen Vorgesetzten möchtest du vielleicht weniger jede Unsicherheit teilen.

Bei Mitarbeitenden ist manches Thema unpassend.

Kollegen verfolgen möglicherweise eigene Interessen.

Dann kann ein unabhängiges Gegenüber wertvoll sein.

Jemand, mit dem du Situationen sortierst.

Entscheidungen durchspielst.

Gespräche vorbereitest.

Deine Wirkung reflektierst.

Und auch unbequeme Fragen besprechen kannst.

Führung entwickelt sich besonders schnell, wenn Erfahrung systematisch ausgewertet wird.

 

 

 

Die ersten 100 Tage

 

Die berühmten ersten 100 Tage sind weniger eine magische Frist.

Sie erinnern an etwas Wichtiges:

Der Anfang prägt Erwartungen.

Nutze diese Zeit, um zu verstehen.

Beziehungen aufzubauen.

Erwartungen zu klären.

Prioritäten zu erkennen.

Vertrauen zu entwickeln.

Und erste Entscheidungen bewusst zu treffen.

Du brauchst weniger den Beweis, dass deine Beförderung richtig war.

Du brauchst einen guten Start in die Verantwortung, die du jetzt übernommen hast.

 

 

 

Typische Themen beim Wechsel in die Führungsrolle

 

Im Coaching und Sparring können wir sehr konkret an deiner Situation arbeiten, beispielsweise an:

  • Rollenklärung
  • den ersten 100 Tagen
  • Nähe und Distanz zu ehemaligen Kollegen
  • Akzeptanz in der neuen Rolle
  • Führungsstil und Führungswirkung
  • Delegation und Verantwortung
  • schwierigen Mitarbeitenden
  • Konflikten im Team
  • Feedback- und Mitarbeitergesprächen
  • Kommunikation nach oben
  • Entscheidungen unter Druck
  • Antrittsrede und wichtigen Präsentationen
  • schwierigen Gesprächen
  • Selbstmanagement und Prioritäten

Dabei geht es weniger um abstrakte Führungstheorie.

Wir arbeiten an den Situationen, die dir tatsächlich begegnen.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

BUSINESS 1:1

Du übernimmst erstmals Führungsverantwortung oder wechselst in eine anspruchsvollere Führungsrolle.

Wir können konkrete Situationen vorbereiten, Erfahrungen auswerten und deinen eigenen Führungsstil weiterentwickeln.

→ BUSINESS 1:1 und aktuelle Honorare

 

EXECUTIVE SPARRING

Du übernimmst eine Position auf Geschäftsführungs-, C-Level- oder vergleichbarer Verantwortungsebene.

Dann können zusätzlich strategische Kommunikation, Entscheidungsfindung, Stakeholder, Macht- und Interessendynamiken sowie deine Wirkung in der neuen Rolle eine besondere Bedeutung bekommen.

→ EXECUTIVE SPARRING und aktuelle Honorare

 

 

 

Führung beginnt weniger mit Antworten als mit Klarheit

 

Du musst als neue Führungskraft weniger beweisen, dass du alles weißt.

Du darfst fragen.

Zuhören.

Lernen.

Entscheiden.

Korrigieren.

Und deinen eigenen Weg entwickeln.

Was deine Mitarbeitenden brauchen, ist weniger eine perfekte Führungskraft.

Sie brauchen jemanden, der Verantwortung übernimmt, Orientierung gibt und ansprechbar bleibt.

Deine Führungsrolle beginnt mit der Entscheidung, sie wirklich einzunehmen.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was ist aus deiner Sicht bei einer neuen Führungsrolle besonders zu beachten? Stehst du selbst vor der Übernahme weiterer Führungsverantwortung? Wie bereitest du dich vor? Ich freue mich, wenn du hier die Leser an deinen Erfahrungen teilhaben lässt.

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Artikel zum Themenbereich Leadership

Die ersten 100 Tage als Geschäftsführer | 10 Tipps

Neu als Geschäftsführer? 10 wichtige Schritte für deine ersten 100 Tage: Rolle klären, Vertrauen gewinnen, Prioritäten setzen und souverän führen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Mai 2013
Überarbeitung: 22. April 2019
AN: #43387
K: CNF
Ü:

Plan B: Wann er hilft und wann er dir schadet

Kann ein Plan B schaden?

Wann Alternativen Sicherheit geben – und wann sie deinen Fokus schwächen

Kann ein Plan B schaden?

 

Ein Plan B kann Sicherheit geben, Risiken begrenzen und Handlungsspielraum schaffen. Gleichzeitig kann eine attraktive Alternative den Einsatz für Plan A schwächen. Entscheidend ist deshalb weniger, ob du einen Plan B hast. Entscheidend ist, welche Funktion er erfüllt.

Ein Plan B klingt vernünftig.

Falls Plan A anders läuft als erhofft, hast du eine Alternative.

Das beruhigt.

Es schafft Handlungsspielraum.

Es reduziert Abhängigkeit.

Und es kann verhindern, dass eine einzelne Entscheidung übermäßig viel Druck bekommt.

Gleichzeitig lohnt eine interessante Frage:

Kann ein Plan B deinen Erfolg sogar erschweren?

Kann die attraktive Alternative dazu führen, dass du dich weniger konsequent für Plan A einsetzt?

Dass du früher wechselst?

Dass ein Teil deiner Aufmerksamkeit bereits beim nächsten Weg liegt, während der aktuelle noch Entwicklung braucht?

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Gibt mir mein Plan B Sicherheit – oder nimmt er meinem Plan A Energie?

 

 

 

Ein Plan B kann Sicherheit schaffen

 

Eine gute Alternative kann etwas Wertvolles leisten:

Sie nimmt einer Entscheidung einen Teil ihrer gefühlten Endgültigkeit.

Du weißt:

Wenn diese Möglichkeit anders verläuft als geplant, bleiben mir weitere Wege.

Das kann Ruhe schaffen.

Du fühlst dich handlungsfähiger.

Du kannst Risiken realistischer betrachten.

Und du kannst Plan A mit weniger innerem Druck verfolgen.

Gerade bei Entscheidungen mit großer Tragweite besitzt diese Form der Absicherung einen hohen Wert.

 

 

 

Alternativlosigkeit erzeugt häufig unnötigen Druck

 

Manche Menschen versuchen, ihre Entschlossenheit zu steigern, indem sie sämtliche Rückwege schließen.

„Scheitern ist keine Option.“

Das klingt kraftvoll.

In manchen Situationen erhöht es tatsächlich den Einsatz.

Gleichzeitig kann ein Gefühl von Alternativlosigkeit zu Tunnelblick, überhöhter Risikobereitschaft und übermäßigem Festhalten an einem eingeschlagenen Weg beitragen.

Deshalb lohnt eine wichtige Unterscheidung:

Commitment und Alternativlosigkeit sind zwei verschiedene Dinge.

Du kannst dich vollständig für einen Weg entscheiden und gleichzeitig wissen, dass du bei veränderten Bedingungen handlungsfähig bleibst.

 

 

 

Du kannst dich entscheiden und trotzdem Optionen haben

 

Eine tragfähige Entscheidung kann so klingen:

„Ich entscheide mich jetzt für Plan A. Falls sich wesentliche Bedingungen verändern, stehen mir weitere Möglichkeiten zur Verfügung.“

Das verbindet zwei Qualitäten:

  • Commitment für die aktuelle Entscheidung
  • Flexibilität für eine veränderte Realität

Damit entsteht weniger Zwang.

Du entscheidest dich bewusst.

Und du bleibst beweglich.

 

 

 

Wann ein Plan B den Fokus schwächen kann

 

Spannend wird es, sobald Plan B zur psychologischen Fluchttür wird.

Der erste Widerstand kommt.

Und sofort erscheint die Alternative attraktiver.

Das erste schwierige Gespräch.

Die erste Enttäuschung.

Der erste Rückschlag.

Und innerlich beginnt bereits der Wechsel.

Plan A bekommt dann möglicherweise zu wenig Zeit, um sich überhaupt zu entwickeln.

Gerade größere Vorhaben brauchen häufig Phasen, in denen Ergebnisse langsamer entstehen als gehofft.

 

 

 

Was die Forschung über Backup-Pläne zeigt

 

Eine experimentelle Untersuchung von Jihae Shin und Katherine Milkman beschäftigte sich genau mit dieser Frage.

Die Forschenden ließen Versuchspersonen teilweise einen Backup-Plan entwickeln, bevor diese an ihrem eigentlichen Ziel arbeiteten.

In den Experimenten zeigte sich:

Das Entwickeln eines Backup-Plans konnte die Leistung beim primären Ziel reduzieren.

Als ein wichtiger Mechanismus zeigte sich ein geringeres Verlangen, das ursprüngliche Ziel zu erreichen.

Das bedeutet weniger, dass ein Plan B grundsätzlich problematisch wäre.

Es zeigt vielmehr:

Allein die attraktive Verfügbarkeit einer Alternative kann beeinflussen, mit welcher Energie wir einen ersten Weg verfolgen.

Zur Studie von Shin und Milkman über Backup-Pläne und Zielverfolgung →

 

 

 

Ein Plan B kostet Ressourcen

 

Eine Alternative existiert selten völlig kostenlos.

Sie kann beanspruchen:

  • Zeit
  • Geld
  • Aufmerksamkeit
  • Vorbereitung
  • Kontakte
  • Energie

Wer Plan A und Plan B gleichzeitig vollständig verfolgt, verteilt seine Ressourcen.

Deshalb lohnt die Frage:

Wie viel Vorbereitung braucht mein Plan B heute tatsächlich?

Manchmal genügt bereits die Gewissheit, dass eine Alternative existiert.

Ihre vollständige Vorbereitung kann später erfolgen.

 

 

 

Beispiel: Selbstständigkeit

 

Du möchtest dich selbstständig machen.

Plan A: Du baust dein Unternehmen auf.

Plan B: Eine spätere Festanstellung bleibt möglich.

Das Wissen um Plan B kann beruhigen.

Deine berufliche Zukunft hängt dadurch weniger an einem einzigen Ausgang.

Schwierig wird es, sobald Bewerbungen, Stellensuche und gedankliche Ausstiegsstrategien einen großen Teil deiner Energie beanspruchen.

Dann bekommt das neue Unternehmen möglicherweise weniger Aufmerksamkeit, als seine Entwicklung braucht.

Die relevante Frage lautet:

Welche Absicherung brauche ich – und wie viel Energie soll mein eigentliches Vorhaben erhalten?

 

 

 

Beispiel: eine neue Führungsposition

 

Du übernimmst eine neue Führungsrolle.

Die ersten Monate sind anspruchsvoll.

Alte Kontakte und berufliche Alternativen geben dir Sicherheit.

Das kann wertvoll sein.

Wenn bei jedem Konflikt gedanklich bereits der Rückweg erscheint, wird es schwieriger, wirklich in der neuen Rolle anzukommen.

Eine neue Führungsposition braucht häufig Lernzeit, Beziehungsgestaltung und eine Phase des Einfindens.

Plan B darf im Hintergrund existieren.

Deine Aufmerksamkeit darf im Vordergrund bei der gewählten Aufgabe bleiben.

 

 

 

Beispiel: eine wichtige Präsentation

 

Hier zeigt sich eine besonders hilfreiche Form von Plan B.

Plan A: Die Präsentation läuft mit den vorbereiteten Folien.

Plan B: Bei einem technischen Ausfall präsentierst du souverän weiter.

Dieser Plan B entzieht Plan A kaum Ressourcen.

Er erhöht sogar deine Handlungsfähigkeit.

Du weißt, wie du reagierst.

Das schafft Ruhe.

Und genau daran lässt sich ein gutes Prinzip erkennen:

Ein hilfreicher Plan B erhöht Souveränität und erhält gleichzeitig den Fokus auf Plan A.

 

 

 

Woran du einen guten Plan B erkennst

 

Ein hilfreicher Plan B:

  • reduziert relevante Risiken,
  • schafft Handlungsspielraum,
  • beansprucht überschaubare Ressourcen,
  • wird unter klaren Bedingungen aktiviert,
  • und lässt Plan A ausreichend Fokus.

Ein ungünstiger Plan B:

  • läuft permanent parallel,
  • bindet erhebliche Ressourcen,
  • wird bei jedem Widerstand attraktiv,
  • dient vor allem der Vermeidung unangenehmer Situationen,
  • oder hält die eigentliche Entscheidung dauerhaft offen.

 

 

 

Vielleicht brauchst du weniger Plan B und mehr Optionen

 

Die Vorstellung von Plan A und Plan B kann manchmal bereits zu eng sein.

Vielleicht gibt es:

  • Plan C,
  • Plan D,
  • eine Kombination,
  • eine Zwischenlösung,
  • oder eine Möglichkeit, die bisher kaum sichtbar war.

Gerade bei komplexen Entscheidungen gefällt mir deshalb eine andere Frage:

Welche Optionen habe ich überhaupt?

Diese Frage öffnet den Blick.

Und genau das ist bei wichtigen Entscheidungen oft wertvoller als die vorschnelle Suche nach einer einzigen Ersatzlösung.

 

 

 

Szenarien statt starrer Ersatzpläne

 

Bei Entscheidungen mit vielen Unsicherheiten kann Szenariodenken hilfreicher sein als ein starres A-oder-B-Modell.

Frage beispielsweise:

  • Welche Entwicklungen sind realistisch?
  • Wie würde ich in den verschiedenen Situationen reagieren?
  • Welche Signale zeigen früh, dass sich die Situation verändert?
  • Welche Optionen möchte ich vorsorglich offenhalten?

So entsteht weniger ein einzelner Ersatzplan.

Es entsteht ein flexibleres Entscheidungsmodell.

Mehr über die Szenariotechnik →

 

 

 

Lege vorher fest, wann du den Kurs wechselst

 

Eine der wertvollsten Fragen lautet:

Unter welchen Bedingungen ändere ich meinen Plan?

Solche Kriterien lassen sich häufig bereits vorher definieren.

Zum Beispiel:

  • Ein bestimmter Umsatz wird innerhalb eines definierten Zeitraums unterschritten.
  • Wesentliche Vertragsbedingungen verändern sich.
  • Ein Projekt verfehlt zentrale Meilensteine.
  • Eine vereinbarte Grenze wird erneut überschritten.
  • Ein relevantes finanzielles oder persönliches Risiko erreicht einen vorher festgelegten Wert.

Vorher definierte Kriterien schaffen Orientierung.

Denn unsere Bewertung verändert sich mit unserer emotionalen Situation.

Erfolg fördert Optimismus.

Angst erhöht Vorsicht.

Erschöpfung macht Ausstiegsmöglichkeiten attraktiver.

Klare Kriterien helfen, Kurskorrekturen bewusster zu entscheiden.

 

 

 

Vorsicht vor dem Sunk-Cost-Effekt

 

Durchhaltevermögen besitzt einen hohen Wert.

Gleichzeitig kann vergangener Aufwand unseren Blick auf zukünftige Entscheidungen verzerren.

Dann entsteht der Gedanke:

„Jetzt habe ich schon so viel investiert. Jetzt muss ich weitermachen.“

Zeit, Geld und Energie aus der Vergangenheit sind bereits investiert.

Für die nächste Entscheidung ist vor allem relevant:

Welche zukünftigen Kosten, Chancen und Konsequenzen entstehen durch meinen nächsten Schritt?

Dieser Denkfehler wird als Sunk-Cost-Effekt bezeichnet.

Mehr über den Sunk-Cost-Effekt und die Falle „Wer A sagt, muss auch B sagen“ →

Dranbleiben und Kurs korrigieren

Gutes Commitment braucht zwei Fähigkeiten:

Dranbleiben.

Und:

Kurs korrigieren.

Die Kunst liegt in der Unterscheidung:

Ist das gerade ein normaler Widerstand auf einem sinnvollen Weg?

Oder liefert mir die Situation relevante Informationen für eine Kursänderung?

Beides verlangt Klarheit.

Ständiges Wechseln verhindert Entwicklung.

Starres Festhalten verhindert Anpassung.

Souveränität liegt dazwischen.

 

 

 

Die Frage nach deinem Motiv

 

Wenn du einen Plan B entwickelst, frage dich:

Warum brauche ich ihn?

Aus Verantwortung?

Aus realistischer Vorsicht?

Aus gutem Risikomanagement?

Als Schutz vor einer existenziellen Abhängigkeit?

Oder weil Plan A bereits wenig Vertrauen erhält?

Die Antwort kann viel sichtbar machen.

Manchmal erzählt Plan B mehr über deine Beziehung zu Plan A als über die Alternative selbst.

 

 

 

Commitment braucht eine Entscheidung

 

Viele Möglichkeiten zu haben fühlt sich angenehm an.

Eine Entscheidung verlangt etwas anderes:

Festlegung.

Zumindest für einen bestimmten Zeitraum.

Deshalb lautet eine hilfreiche Frage:

Habe ich genügend Klarheit, um mich jetzt für diesen Weg zu entscheiden?

Absolute Sicherheit gehört selten zu großen Entscheidungen.

Ausreichende Klarheit ist hingegen erreichbar.

Dann kannst du entscheiden.

Und anschließend deine Energie auf die gewählte Richtung konzentrieren.

 

 

 

Der Plan-B-Check: sechs Fragen

 

Wenn du über eine Alternative nachdenkst, helfen diese Fragen:

  1. Welches konkrete Risiko reduziert mein Plan B?
  2. Wie wahrscheinlich ist dieses Risiko?
  3. Welche Ressourcen kostet mich Plan B bereits heute?
  4. Gibt mir Plan B Sicherheit oder wird er zur Fluchttür?
  5. Unter welchen konkreten Bedingungen aktiviere ich ihn?
  6. Wie verändert die Existenz von Plan B meinen Einsatz für Plan A?

Gerade die letzte Frage ist aufschlussreich.

Vielleicht merkst du:

„Mit Plan B fühle ich mich so sicher, dass ich Plan A mutiger verfolgen kann.“

Dann erfüllt die Alternative eine hilfreiche Funktion.

Oder du bemerkst:

„Seit Plan B existiert, investiere ich innerlich bereits weniger in Plan A.“

Auch das ist wertvolle Information.

 

 

 

Der stärkste Plan B kann innere Sicherheit sein

 

Manchmal braucht es keinen vollständig ausgearbeiteten Ersatzplan.

Es reicht eine andere Form von Sicherheit:

Auch wenn die Zukunft anders verläuft, werde ich Handlungsmöglichkeiten finden.

Ich kann lernen.

Ich kann neu entscheiden.

Ich kann Unterstützung nutzen.

Ich kann meine Richtung verändern.

Ich kann auf neue Informationen reagieren.

Diese Form von Vertrauen reduziert den Wunsch, jede denkbare Zukunft bereits heute kontrollieren zu müssen.

Und sie erhält Beweglichkeit.

 

 

 

Wenn bei einer Entscheidung viel auf dem Spiel steht

 

Bei Entscheidungen mit großer Tragweite reichen Plan A und Plan B manchmal kaum aus.

Dann lohnt es sich, das gesamte Entscheidungsfeld zu betrachten:

  • Welche Annahmen liegen meiner Entscheidung zugrunde?
  • Welche Risiken sind realistisch?
  • Welche Optionen habe ich?
  • Welche Möglichkeiten möchte ich offenhalten?
  • Welche Kriterien sprechen später für eine Kurskorrektur?
  • Welche Entscheidung bleibt unter verschiedenen Entwicklungen tragfähig?

Im 1:1-Sparring können wir genau diese Fragen systematisch durchdenken.

Wir sortieren Informationen.

Wir prüfen Annahmen.

Wir entwickeln zusätzliche Perspektiven.

Und wir schaffen die Grundlage für eine Entscheidung, die du nachvollziehen, vertreten und tragen kannst.

Mehr über Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen →

 

 

 

Fazit: Ein guter Plan B hält dich beweglich

 

Die entscheidende Frage lautet weniger:

„Brauche ich einen Plan B?“

Hilfreicher ist:

„Was brauche ich, damit ich Plan A mit Klarheit verfolgen kann und zugleich handlungsfähig bleibe, wenn sich die Realität verändert?“

Manchmal lautet die Antwort:

ein konkreter Plan B.

Manchmal:

klare Ausstiegskriterien.

Manchmal:

mehr finanzielle Sicherheit.

Manchmal:

weitere Optionen.

Und manchmal:

mehr Vertrauen in die eigene Fähigkeit, auch mit unerwarteten Entwicklungen souverän umzugehen.

Ein guter Plan B macht dich beweglich, während Plan A deine volle Aufmerksamkeit erhält.

Antworten auf häufige Fragen

Kann ein Plan B die Motivation für Plan A reduzieren?

Ja, das kann geschehen, besonders wenn die Alternative ständig verfügbar erscheint und bei den ersten Schwierigkeiten attraktiv wird. Das hängt allerdings stark von Person und Situation ab.

Ist es besser, keinen Plan B zu haben?

Ist es besser, keinen Plan B zu haben?

Was ist ein guter Plan B?

Ein guter Plan B begrenzt relevante Risiken, benötigt überschaubare Ressourcen und wird unter klaren Bedingungen aktiviert.

Wann sollte ich von Plan A zu Plan B wechseln?

Definiere nach Möglichkeit vorher Kriterien. Das reduziert die Gefahr, ausschließlich aus kurzfristiger Angst, Euphorie oder Erschöpfung heraus zu entscheiden.

Brauche ich immer einen Plan B?

Nein. Je geringer die Tragweite und je leichter eine Entscheidung korrigiert werden kann, desto weniger notwendig ist ein eigener Ersatzplan.

Was ist wichtiger: Plan B oder Selbstvertrauen?

Beides erfüllt unterschiedliche Funktionen. Ein konkreter Plan kann Risiken absichern. Vertrauen in die eigene Anpassungsfähigkeit hilft, mit Entwicklungen umzugehen, die sich weniger vollständig vorausplanen lassen.

P.S.​

 

Wie hällst du es mit Plan B? Hast du dazu Fragen oder Kommentare?

18 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Steh zu deinen Fehlern

18 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Stehst du zu deinen Fehlern?

Wer Verantwortung übernimmt, nimmt auch mehr Einfluss!
13 Tipps für wirksame Entschuldigungen: Stehen Sie zu Ihren Fehlern?

Verantwortung übernehmen und entschuldigen

 

Halbherzige Ausreden richten Schaden an. Ehrliche Entschuldigungen können hingegen Beziehungen fördern, gegenseitigen Respekt und Vertrauen stärken. So gelingt es:

Video

Um Entschuldigung bitten – So machst du es richtig und authentisch

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Weshalb Menschen sich nicht entschuldigen

 

Dass ehrlich gemeinte Entschuldigungen einige Vorteile haben, ist kein Geheimnis und doch geschieht es vergleichsweise selten. Es gibt einige Gründe, weshalb sich Menschen nicht entschuldigen. 

 

 

a. Kognitive Dissonanz

 

Kognitive Dissonanz macht es nicht gerade einfacher sich zu entschuldigen. Wenn das ersehnte Selbstbild sich nicht mit der Realität deckt, fühlt sich das nicht gut an. Entsprechend groß ist das Bestreben schnellstens woanders hinzusehen, als dich dem zu stellen.

 

 

 

b. Scham und Schuldgefühle

 

Ein Sprichwort sagt; es ist immer Hoffnung für Menschen, die sich noch schämen können. Nur, wenn wir etwas vergeigt haben, obwohl wir es irgendwie besser wussten, kann es diese Scham auch erschweren, die betroffene Person darauf anzusprechen, sich zu entschuldigen. Es erscheint einfacher, so zu tun als, ob es nie geschehen wäre.

 

 

 

c. Stolz

 

Besonders Männer empfinden es oft, als sehr schwierig sich angemessen zu entschuldigen. Wer gibt schon gerne Fehler zu? Ein chinesisches Sprichwort sagt: Stolz ruft Unheil heben und Demut lässt die Ernte reifen.

 

 

 

d. Wut

 

Ein Wort führt zum anderen, Emotionen schaukeln sich schnell hoch. Manchmal wird die Wut so übermächtig, dass wir deshalb keine Entschuldigung aussprechen oder uns die Hand reichen. Mit geballter Faust lässt sich kein Händedruck wechseln.

 

 

 

e. Motivation

 

Der wesentlichste Grund dürfte fehlende Motivation sein, sich für eine Beziehung entsprechend einzusetzen.

Stehen Sie zu Ihren Fehlern?

 

Fehler machen, eine Verpflichtung nicht einhalten, einen Rückruf vergessen, … Auch Dinge, die nicht passieren sollten geschehen mitunter. Das ist nicht schön, doch Irren ist menschlich. So wichtig es ist dafür zu sorgen, dass sie nicht geschehen, so wichtig ist es, dann nicht noch die Augen zu verschließen oder anstatt Öl auf die Wogen sogar noch Benzin aufs Feuer zu gießen.

 

 

 

Verantwortung übernehmen

 

Ganz wichtig: Keine Ausreden!
Immer wieder erlebe ich, dass Leute denken, sie hätten sich entschuldigt – dabei haben sie nur eine Ausrede geliefert.

 

Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, stellen Sie sich der Situation so schnell wie möglich, bringen sie in Ordnung und entschuldigen sich. 
Jetzt können Sie zeigen was für eine Persönlichkeit Sie tatsächlich haben. Aufrichtige Entschuldigung haben Aussicht darauf, akzeptiert und geschätzt zu werden. Es ist Ihre Chance, Integrität zu demonstrieren. Vorausgesetzt, Sie müssen sich nicht für die gleichen Fehler immer und immer wieder entschuldigen.

Uneinsichtige Rechtfertigungen richten leicht Schaden an. Echte Entschuldigungen können hingegen Beziehungen fördern, gegenseitigen Respekt und Vertrauen stärken.

Stehen Sie zu Ihren Fehlern!

Die sechs Schritte einer guten Entschuldigung.

 

Rein mechanisch lassen sich sechs Schritte für eine gute Entschuldigung skizzieren:

 

1. Den Fehler benennen und dein Bedauern ausdrücken
2. Erklären, was falsch gelaufen ist
3. Fehler eingestehen und Verantwortung dafür übernehmen
4. Reue zeigen
5. Wiedergutmachung beziehungsweise Verhaltensänderung anbieten
6. Um Vergebung bitten

 

So weit so nachvollziehbar. Doch es braucht oft etwas mehr, als nur das Abarbeiten einer Checkliste.

18 Tipps für wirksame Entschuldigungen

 

„Es tut dir leid?“

„Es tut mir wirklich, wirklich leid, und ich entschuldige mich vorbehaltlos.“

„Du nimmst es zurück?“

„Das tue ich, ich biete einen kompletten und völligen Widerruf an. Den Beschuldigungen fehlte jegliche faktische Basis, und es hat sich in keinster Weise um einen fairen Kommentar gehandelt, und entsprang somit aus purer Bösartigkeit. Und aufs Tiefste bedauere ich das Unglück welches meine Kommentare bei Ihnen verursacht haben könnten, oder bei Ihrer Familie. Und hiermit versichere ich, dass ich mir nie wieder einen solchen Fehltritt erlauben werde, weder jetzt noch in Zukunft.“

Ein Fisch namens Wanda

 

Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Es folgen 15 Tipps für wirksame Entschuldigungen.

 

 

 

1. Aufrichtigkeit

 

Geben Sie lieber keine Entschuldigung ab, als eine unehrliche. Besonders Menschen, die uns kennen, merken recht schnell, ob wir meinen, was wir sagen. Asche aufs Haupt; entweder richtig oder gar nicht! Ich plädiere für richtig.

 

 

 

2. Betriebstemperatur beachten: Zeitnah entschuldigen

 

Guter Wein soll ja mit der Zeit besser werden. Entschuldigungen auf die lange Bank zu schieben, ist jedoch selten eine gute Idee. Das kann bitter enden! Haben Sie einen Fehler begangen oder jemanden verletzt, dann solltest du nicht lange warten. Wenn die Emotionen es erlauben, dann lieber möglichst umgehend auf die Person zugehen und sich entschuldigen.

Achten Sie auf die Betriebstemperatur: Der Empfänger sollte weder völlig erregt und damit auch wegen des Tunnelblicks für eine Entschuldigung nicht ansprechbar sein, noch die Angelegenheit längst abgehakt haben. Im Eifer des Gefechts liegen die Nerven mitunter blank. Das kann zu Reaktionen führen, die nur noch schwer wieder in den Griff zu bekommen sind. Also lieber kein zusätzliches Öl auf das Feuer gießen. Und sich erst nach einer Ewigkeit zu entschuldigen, würde nur erneut an den Ärger erinnern. Warten Sie also lieber bis die heftigsten Emotionen abgeklungen sind und setzen Sie dann zur Entschuldigung an.

 

 

 

3. Eigener Zustand

 

Selbstmanagement: Wer nicht mit sich selbst im Reinen ist, dem gelingt keine glaubhafte Entschuldigung. Ehe Sie sich bei anderen entschuldigen solltest du zuerst wieder Ihr inneres Gleichgewicht herstellen. Solange Sie nicht mit sich selbst im Einklang sind, finden Sie kaum das notwendige Selbstbewusstsein und die Ruhe, ohne Beigeschmack zu sprechen.

Analysieren Sie Ihren Fehler, leiten Sie Konsequenzen daraus ab und verzeihen Sie sich. Wer sich selbst verzeiht, kann sich souveräner entschuldigen – und ihm wird leichter verziehen, wenn Einsicht erkennbar ist.

 

 

 

4. Persönlich entschuldigen

 

Machen Sie sich auf den Weg: Lassen Sie die Entschuldigung nicht von einer dritten Person übermitteln, sondern entschuldigen Sie sich unbedingt persönlich. Wenn Sie es nicht einmal für nötig halten sich persönlich zu bemühen, wird das oft negativ ausgelegt.

Eine schriftliche Entschuldigung ist besser als keine. Sie kann das Eingraben von Ärger beim anderen verringern oder sogar beenden. Hier kommt es auf die geeignete Wortwahl an. Da die Beziehung gerade belastet ist, braucht es hier sehr klare Botschaften ohne Risiko-vollen Interpretationsspielraum.

 

 

 

5. Glaubhaft entschuldigen

 

Selbstmanagement: Wer nicht mit sich selbst im Reinen ist, dem gelingt keine glaubhafte Entschuldigung. Ehe Sie sich bei anderen entschuldigen solltest du zuerst wieder Ihr inneres Gleichgewicht herstellen. Solange Sie nicht mit sich selbst im Einklang sind, finden Sie kaum das notwendige Selbstbewusstsein und die Ruhe, ohne Beigeschmack zu sprechen.

Analysieren Sie Ihren Fehler, leiten Sie Konsequenzen daraus ab und verzeihen Sie sich. Wer sich selbst verzeiht, kann sich souveräner entschuldigen – und ihm wird leichter verziehen, wenn Einsicht erkennbar ist.​

 

 

 

Beispiele mit Beigeschmack

 

Beispiele, die Zweifel aufkommen lassen, sind das Geständnis von Lance Armstrong vor laufender Kamera bei Oprah Winfrey und der Auftritt des ehemaligen Bundespräsidenten Wulf. Wobei das Internet voller solcher Momente ist und die Interpretationen mitunter auch kontrovers sind. Ein G’schmäckle haben viele!

 

 

 

6. Auge in Auge

 

Von Angesicht zu Angesicht: Entschuldigen Sie sich in einem persönlichen Gespräch, nicht mit einem Brief, einer E-Mail, SMS oder Ähnlichem. Eine dieser Möglichkeiten kann auch zusätzlich gewählt werden. Also zuerst die persönliche Entschuldigung in einem Gespräch und dann zusätzlich schriftlich. Damit hat der Empfänger die Entschuldigung auch schwarz auf weiß und die Einsicht wird unterstrichen.

Die schriftliche Variante können Sie auch dann nutzen, wenn die Person nicht mehr mit Ihnen spricht. So kann die schriftliche Entschuldigung den Weg für das persönliche Gespräch ebnen.

 

 

 

7. Geeigneter Rahmen

 

Nicht zwischen Tür und Angel: Wählen Sie einen geeigneten Rahmen für die Entschuldigung, vorzugsweise in einem entspannten Umfeld, in dem Sie ungestört reden können.

 

 

 

8. Geste

 

Überraschen Sie die betreffende Person mit einer geeigneten Geste. Es muss nichts Großartiges sein, ein geht schon ein kleines Präsent, das diesem Menschen Freude bereitet und damit Wertschätzung vermittelt. Hier ist Gespür gefragt, damit die Geste ihr Ziel erreicht.

 

 

 

9. Keine Ausreden

 

Wer um den heißen Brei herumredet, anstatt die Angelegenheit beim Namen zu nennen, wirkt alles andere als glaubhaft, sondern umso uneinsichtiger.

Eine Entschuldigung mit einer Rechtfertigung verknüpfen? Das klingt dann nach einer Ausrede. Suchen Sie keine Ausreden für das Fehlverhalten. Anstatt unglücklichen Umständen oder anderen Personen die Schuld für das eigene Handeln zu geben; gestehen Sie Ihre Verantwortung ein. Empfänger wollen in dieser Phase überhaupt keine Begründung hören. Stattdessen wollen sie hören, dass derjenige versteht, dass es anders hätte laufen sollen.

 

 

 

10. Perspektivwechsel

 

Begeben Sie sich in der Vorstellung in die Perspektive der Person, bei der Sie sich entschuldigen wollen. Wie würden Sie die Situation betrachten, was erwarten, was befürchten? Dafür lassen sich einige Techniken nutzen, und die Intensität und Tiefe der Einsichten fördern.

 

 

 

11. Erklärungen

 

Entschuldigung bitten und dann: Klappe halten und wirklich zuhören.

 

Wenn eine Erklärung erforderlich ist, dann liefern Sie diese separat. „Ja, aber…“ ist ähnlich kritisch wie eine nicht ernst gemeinte Entschuldigung. Eine Ausrede im gleichen Satz wie die Entschuldigung ruiniert die Entschuldigung und nimmt ihr die Aufrichtigkeit. Was beim Gegenüber dann hängen bleibt ist ein erneuter Vorwurf, ein Sich-herauswinden. Schlucken Sie das „Aber“ hinunter. Machen Sie einen Punkt und übernehmen Sie die Verantwortung.

 

 

 

12. Fehler nicht aufrechnen

 

Die Versuchung ist groß: Wer einen Fehler begeht, erinnert sich oft spontan an die Fehler des anderen. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das mag menschlich sein, doch eine solche Aufrechnung führt so gut wie immer zum gleichen Ergebnis: Derjenige, bei dem man sich entschuldigen möchte, macht dicht. Er ist empört, weil Sie zum Angriff übergehen, statt sich reumütig zu zeigen. Wahre Entschuldigungen stehen immer für sich allein und verzichten auf eine Aufrechnung.

 

 

 

13. Fehler nicht zweimal begehen

 

Irgendwann verliert jede noch so dramatische Entschuldigung an Wirkung. Wenn Sie denselben Fehler wiederholt begehen, verlieren Sie trotz Entschuldigung, und mag sie noch so beeindruckend sein, an Glaubwürdigkeit.

Eine Entschuldigung ist nur dann glaubwürdig, wenn sie mit Konsequenzen, also einem anderen Verhalten verbunden ist. Und genau das sollten sie daher an den Tag legen. Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner möglichst konkret, was Sie aus Ihrem Fehler ableiten und halten Sie sich daran!

 

 

 

14. Recht haben oder glücklich sein

 

Machen Sie den ersten Schritt, einen möglichst großen und ehrlichen. Recht zu haben fühlt sich meist weniger gut an, als gute Beziehungen zu pflegen. Das Ego ist oft nicht der beste Berater.

 

 

 

15. Entschuldigen und dann Zuhören

 

Sagen Sie, wofür Sie sich entschuldigen. Finden Sie klare und aufrichtige Worte für Ihr Bedauern. Und schweigen Sie dann! Jetzt hat Ihr Gesprächspartner das Wort. Hören Sie aufmerksam zu und unterbrechen Sie ihn nicht.

 

 

 

16. Konsequenzen ziehen

 

Fehler haben Folgen, sie ziehen Konsequenzen nach sich. Machen Sie deutlich, dass Sie sich dieser Konsequenzen bewusst und zur Besserung bereit sind. Klingt wie ein Widerspruch: Je mehr Bereitschaft Sie zeigen, die Konsequenzen zu tragen, desto weniger wird Ihnen letztlich auf die Schultern geladen. Sie profitieren vom Sympathiefaktor, denn Menschen, die uns sympathisch sind, verzeihen wir viel schneller.

 

 

 

17. Wiedergutmachung

 

Wir können das Geschehene zwar nicht rückgängig machen, doch wir können uns dafür einsetzen es auszugleichen. Das besänftigt den anderen und reduziert das schlechte Gewissen, noch in der Schuld des Gegenübers zu stehen. Im Zweifelsfall gilt meist; der Klügere gibt nach!

 

 

 

18. Unterstützung

 

Spielen Sie das Gespräch mit professioneller Unterstützung durch. Je nach Thema kann, das auch bedeuten, einen Juristen heranzuziehen – sicherheitshalber. Für den kommunikativen Teil finden Sie in mir Unterstützung.

 

 

 

Und nun?

 

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich wirksam zu entschuldigen. Machen Sie richtig, was an zu vielen Stellen nur halbherzig geschieht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Stehen Sie zu Ihren Fehlern und worauf ist aus Ihrer Sicht bei Entschuldigungen zu achten?

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Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten. Konfuzius

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 7. November 2015
Überarbeitung: 23. April 2020
AN: #656202
K: CNB
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