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Körpersprache: Treffen Emmanuel Macron und Wladimir Putin in Versailles

Körpersprache beim Treffen von Emmanuel Macron und Wladimir Putin in Versailles

Körpersprachenanalyse vom 29. Mai 2017
Körpersprache beim Treffen von Emmanuel Macron und Wladimir Putin in Versailles. Das Bild ist allerdings aus Berlin.

Körpersprache von Emmanuel Macron und Wladimir Putin

 

Ein erstes Zusammentreffen zwischen Emmanuel Macron und Wladimir Putin gab es am 29. Mai 2017 in Versailles. Anlass des Besuchs aus Moskau war eine Ausstellung über die erste Frankreich-Reise von Peter dem Großen vor genau 300 Jahren.

Die Limousine des russischen Staatschefs kam über eine halbe Stunde später als geplant am goldenen Eingangstor an. Mit Absicht, oder nicht?

Der Begrüßung folgte ein langes Gespräch zwischen Emmanuel Macron und Wladimir Putin. Rund eine Stunde später als geplant folgte dann eine Pressekonferenz. Zuerst sprach Macron. An vielen Stellen wirkte Putin, als wenn ihn die Äußerungen von Macron nicht betreffen würden. Als es beispielsweise um die Rechte von Homosexuellen ging und um Peter den Großen, schaltete Putin ab. Er zeigte weder Zustimmung noch Ablehnung. Und auch sonst wirkte er weitgehend abwesend. Seine gesamte Körpersprache signalisierte Langeweile.

Ob hinter diesem Verhalten die Absicht steckt zu zeigen, dass er von Macron nicht beeindruckt ist oder er andere Gründe dafür hat, kann nur er beantworten.

Während der Pressekonferenz auf die Einflussnahme der Medienanbieter Sputnik und Russia Today angesprochen, entgegnete Wladimir Putin, dass Emmanuel Macron diesbezüglich keinen Gesprächsbedarf geäußert hätte. Macron betonte, das sei für ihn schon geklärt, seit Putin ihn zu seiner Wahl gratulierte.

Gemeinsame Interessen dürften der Grund dafür sein, dass beide politischen Vertreter signalisierten, trotz unterschiedlicher Auffassungen und fehlender körpersprachlicher Sympathiebekundungen, insbesondere bei der Bekämpfung des Terrorismus, zusammenarbeiten zu wollen.

 

 

 

Zusammentreffen auf Augenhöhe?

 

Der Handschlag der beiden wurde, nach dem Handschlag mit Donald Trump beim NATO-Treffen in Brüssel und den Bekenntnissen Macrons zu dessen Bedeutung, genauestens beobachtet. Er war angemessen und es war bei beiden sogar ein Lächeln zu sehen.

Die Körpersprache von Emmanuel Macron signalisiert in manchen Aufzeichnungen des Zusammentreffens seinen Führungsanspruch in den Gesprächen. So dominierte er mit seinen Berührungen Wladimir Putin mitunter etwas. Der reagierte darauf nicht.

 

 

 

Sie wollen sich eine eigene Meinung bilden?

 

Pas de problème. Voila, hier sind Videos bei YouTube™:

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

P.S.​

 

Haben Sie dazu Fragen oder Kommentare?

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Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 6. November 2022
AN: #23457
K: CNB
Ü:

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Das die bisherigen Handshake-Gates an die Tragweite der Watergate-Affäre heranreichen behauptet wohl kaum jemand. Doch gerade die eigenwilligen Begrüßungen des US-Präsidenten Donald Trump sind mittlerweile unter diesem Stichwort zu finden.

 

 

 

Eine kleine Sammlung: Donald Trump & seine Handschütteltechnik

 

Trump ist körpersprachlich nicht besonders talentiert. Das ist schon an seinen recht groben Bewegungsabläufen erkennbar. Eigentlich wird der Handschlag von Menschen seit vielen Generationen als Demonstration freundschaftlicher Absichten eingesetzt. Wer die Hand gibt, hat keine Waffe in der Hand, führt nichts im Schilde. Doch bei Trump wird der Handschlag selbst zur Waffe; eine archaisch-brachiale Machtdemonstration, wie man sie in dieser Ausprägung selbst von us-amerikanischen Präsidenten so noch nicht erlebt hat.

 

Beispiele:

  • Trump reicht dem japanischen Premierminister Shinzo Abe die Hand zunächst mit einer offenen Handfläche. Das ist erst einmal ein freundliches, einladendes Signal. Es sagt so viel wie; „Ich überlasse Ihnen die Oberhand“. Reingefallen! Dann schnellt er mit seiner Hand auf Shinzo Abe zu und macht die freundliche Geste gleich wieder zunichte. Trump zieht Abe zu sich. Trump ließ volle 19 Sekunden lang nicht los und tätschelte die rechte Hand seines sichtlich irritierten Gastes noch dazu mehrmals mit seiner linken. Zwischendurch zog er Abes Hand mehrfach ruckartig zu sich. Es müssen quälende Sekunden für den zurückhaltenden Japaner gewesen sein. Sobald Trump den Griff lockert, dreht sich Abe weg und vergrößert sofort den Abstand. Nur schnell weg aus dieser unangenehmen Situation. Wenn es schon nicht die körperliche Flucht ist, dann wenigstens mit den Augen zur Seite schauen und Blickkontakt mit jemand anderem finden. Ein typisches Verhalten, wenn wir uns unsicher fühlen.
  • Donald Trump verweigerte Angela Merkel einen Handschlag vor Pressevertretern
    Donald Trumps Handschläge sind schon so oft eigenartig, doch die Verweigerung eines Handschlags vor der Presse, heizte die Diskussion an. Machte er das bewusst? Manche Interpretationen dürften etwas über das Ziel hinausschießen.
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  • Beim Zusammentreffen mit dem Staatspräsidenten von China Xi Jinping brachte Trump ihn beim Händeschütteln aus dem Gleichgewicht.
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Kein neues Phänomen

 

Kontroverse Meinungen zu Begrüßungen in der Öffentlichkeit sind kein neues Phänomen. Hier wird immer wieder über die Bedeutung und Absichten spekuliert.

So manches Missverständnis resultiert aus kulturellen Unterschieden. Wobei es auch eine Frage des Respekts ist, sich frühzeitig über solche Besonderheiten zu informieren.

Als Microsoft-Gründer Bill Gates der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye die Hand schüttelte, behielt er die andere Hand in der Hosentasche. Daraufhin fragte die Presse, ob es sich um eine respektlose Geste oder um eine unbedachte Form der Lockerheit handelt. In Südkorea hat er damit jedenfalls einer Menge Menschen vor den Kopf gestoßen. Auch hier gilt die alte Regel der Kommunikation: Die Empfänger entscheiden über die Bedeutung einer Botschaft. Umso mehr lohnt sich eine gute Vorbereitung auf der Basis bewusster Entscheidungen.

Glossar

 

Im Glossar finden Sie Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass Sie und Ihre Botschaft überzeugen ﹣ in Gesprächen und Präsentationen.

 

 

Fragen Sie ruhig! Wenn Sie trotz Suche zu einem interessanten Begriff nicht fündig werden, senden Sie mir doch eine Nachricht.

 

Coaching Berlin

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 22. Mai 2017
Überarbeitung: 10. November 2020
Englische Version:
AN: #328
K: CNB
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