Innere Kündigung: 10 Schritte zurück in die Handlungsfähigkeit

Innere Kündigung

10 Schritte zurück in die Handlungsfähigkeit
Raus aus der Falle: Tipps bei innerer Kündigung

Innere Kündigung: 10 Schritte zurück in die Handlungsfähigkeit

 

Wenn du innerlich längst gegangen bist und trotzdem jeden Morgen zur Arbeit fährst

 

Du funktionierst noch.

Du erledigst, was erforderlich ist.

Du erscheinst zu Meetings.

Beantwortest Nachrichten.

Machst deine Arbeit.

Und innerlich bist du immer weniger dabei.

Der Sonntagabend fühlt sich schwer an.

Montagmorgen beginnt mit Widerstand.

Du zählst die Stunden bis zum Feierabend.

Neue Ideen lösen kaum noch Interesse aus.

Vielleicht denkst du:

„Ich will hier einfach meine Ruhe haben.“

Das wird häufig als innere Kündigung bezeichnet.

Für mich ist dabei eine Sache besonders wichtig:

Innere Kündigung ist weniger ein Charakterfehler als ein Signal.

Etwas in deiner beruflichen Situation passt seit längerer Zeit kaum noch.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Wie zwinge ich mich wieder zu mehr Motivation?“

Sondern:

„Was ist hier aus dem Gleichgewicht geraten – und was kann ich jetzt gestalten?“

 

 

 

Was bedeutet innere Kündigung?

 

Von innerer Kündigung sprechen wir, wenn Menschen formal weiterhin in ihrem Arbeitsverhältnis bleiben und sich emotional zunehmend davon zurückziehen.

Das kann sich zeigen durch:

geringeres Engagement,

weniger Eigeninitiative,

innere Distanz,

Zynismus,

Dienst nach Vorschrift,

weniger Interesse an Entwicklung,

und den Wunsch, möglichst wenig zusätzliche Energie in die Arbeit zu investieren.

Von außen kann jemand weiterhin zuverlässig funktionieren.

Innerlich hat sich die Beziehung zur Arbeit längst verändert.

 

 

 

Innere Kündigung beginnt häufig lange vor dem Rückzug

 

Die wenigsten Menschen wachen morgens auf und beschließen:

„Ab heute ist mir alles egal.“

Häufig gibt es eine Vorgeschichte.

Vielleicht hast du dich lange engagiert.

Ideen eingebracht.

Verantwortung übernommen.

Probleme angesprochen.

Auf Veränderung gehofft.

Und irgendwann entstand der Eindruck:

Es verändert sich ohnehin kaum etwas.

Dann wird Rückzug zur verständlichen Reaktion.

 

 

 

Was steckt dahinter?

 

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein.

Zum Beispiel:

fehlende Anerkennung,

geringer Gestaltungsspielraum,

unklare Erwartungen,

dauerhafte Überlastung,

Unterforderung,

Konflikte,

schwierige Führung,

mangelnde Fairness,

fehlende Entwicklungsmöglichkeiten,

Wertekonflikte,

Vertrauensverlust,

oder die Erfahrung, mit eigenen Ideen kaum etwas bewirken zu können.

Deshalb hilft weniger die pauschale Forderung:

„Motivier dich wieder.“

Zuerst braucht es Klarheit darüber, was die Motivation überhaupt verdrängt hat.

 

 

 

Innere Kündigung oder Erschöpfung?

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Wer erschöpft ist, kann ebenfalls:

weniger Initiative zeigen,

sich zurückziehen,

reizbarer werden,

weniger Freude empfinden,

oder morgens kaum noch Energie für die Arbeit haben.

Dann liegt die zentrale Aufgabe möglicherweise weniger in Karriereplanung und stärker in Regeneration und angemessener Unterstützung.

Auch anhaltende Niedergeschlagenheit, Schlafprobleme, starke Ängste oder deutliche körperliche Beschwerden verdienen Aufmerksamkeit.

Dein Zustand liefert wichtige Informationen darüber, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

 

 

 

1. Nimm das Signal ernst

 

Innere Kündigung verschwindet häufig weniger dadurch, dass du noch einige Monate die Zähne zusammenbeißt.

Frage dich:

Seit wann geht es mir so?

Was hat sich verändert?

Welche Ereignisse waren entscheidend?

Was fehlt mir heute?

Was kostet mich besonders viel Energie?

Damit wird aus diffusem Frust eine Situation, die sich untersuchen lässt.

 

 

 

2. Trenne Arbeitsplatz und Beruf

 

Vielleicht denkst du:

„Ich habe einfach keine Lust mehr auf meinen Beruf.“

Das kann stimmen.

Es kann ebenso sein, dass du vor allem diese konkrete Konstellation satt hast.

Diese Führungskraft.

Dieses Team.

Diese Aufgabenverteilung.

Diese Unternehmenskultur.

Diese Arbeitsbedingungen.

Frage deshalb:

Wie würde ich dieselbe Tätigkeit unter guten Bedingungen erleben?

Und:

Was genau möchte ich wirklich hinter mir lassen?

Diese Unterscheidung kann sehr viel verändern.

 

 

 

3. Finde den eigentlichen Verlust

 

Innere Kündigung entsteht häufig dort, wo etwas Wesentliches verloren gegangen ist.

Vielleicht:

Sinn.

Einfluss.

Anerkennung.

Fairness.

Lernen.

Zugehörigkeit.

Autonomie.

Vertrauen.

Perspektive.

Frage:

Was war früher vorhanden, das heute fehlt?

Und:

Was müsste sich verändern, damit wieder mehr Beteiligung möglich wäre?

 

 

 

4. Prüfe deinen tatsächlichen Einfluss

 

Frust lässt Situationen schnell unveränderbar erscheinen.

Deshalb lohnt sich eine nüchterne Bestandsaufnahme.

Was kannst du selbst verändern?

Welche Aufgaben lassen sich anders gestalten?

Welche Gespräche stehen aus?

Welche Verantwortung könntest du neu klären?

Welche Zusammenarbeit lässt sich verändern?

Welche Weiterbildung eröffnet Möglichkeiten?

Welche internen Wechsel sind denkbar?

Welche Optionen außerhalb des Unternehmens existieren?

Handlungsfähigkeit beginnt dort, wo aus „alles“ wieder einzelne beeinflussbare Faktoren werden.

 

 

 

5. Sprich über das, was sich verändern soll

 

Wenn eine Veränderung innerhalb des Unternehmens grundsätzlich denkbar ist, braucht sie häufig ein Gespräch.

Mit Führungskraft.

Personalverantwortlichen.

Projektleitung.

Oder anderen relevanten Personen.

Bereite dieses Gespräch sorgfältig vor.

Weniger:

„Ich bin total unzufrieden.“

Konkreter:

„Ich möchte über meine aktuelle Arbeitssituation und mögliche Veränderungen sprechen.“

Dann:

Was funktioniert?

Was fehlt?

Welche Auswirkungen hat die gegenwärtige Situation?

Was möchtest du verändern?

Was wäre ein realistischer nächster Schritt?

Klarheit erhöht die Chance auf konkrete Antworten.

 

 

 

6. Formuliere Bedingungen statt allgemeiner Wünsche

 

„Ich möchte wieder motivierter sein“ lässt sich schwer verhandeln.

Konkreter sind Bedingungen.

Zum Beispiel:

mehr Verantwortung in einem bestimmten Bereich,

klarere Prioritäten,

weniger parallele Projekte,

mehr Entscheidungsspielraum,

regelmäßiges Feedback,

eine andere Aufgabenverteilung,

Weiterbildung,

ein interner Wechsel,

oder ein klarer Entwicklungspfad.

Frage dich:

Welche drei Veränderungen hätten für mich den größten Unterschied?

 

 

 

7. Prüfe deine Erwartungen

 

Manchmal liegt ein Teil der Unzufriedenheit auch in Erwartungen, die sich verändert haben.

Vielleicht war ein Arbeitsplatz früher passend.

Heute brauchst du etwas anderes.

Mehr Gestaltung.

Mehr Sinn.

Mehr Freiheit.

Mehr Verantwortung.

Oder weniger davon.

Das bedeutet weniger, dass damals jemand einen Fehler gemacht hat.

Menschen entwickeln sich.

Ein Arbeitsplatz kann einmal richtig gewesen sein und später weniger passen.

 

 

 

8. Hol dir zusätzliche Perspektiven

 

Wer lange frustriert ist, denkt zunehmend innerhalb derselben Schleifen.

Dann helfen Menschen, die weder alles schönreden noch deinen Frust weiter anheizen.

Gute Gesprächspartner helfen dir:

Zusammenhänge zu erkennen.

Annahmen zu prüfen.

Möglichkeiten zu sehen.

Prioritäten zu klären.

und Konsequenzen realistischer einzuschätzen.

Das kann ein vertrauter Mensch sein.

Ein Mentor.

Oder ein unabhängiger professioneller Sparringspartner.

 

 

 

9. Entwickle echte Alternativen

 

Allein das Wissen, dass du Optionen hast, verändert häufig schon deine innere Position.

Prüfe:

Welche anderen Aufgaben gibt es im Unternehmen?

Welche Arbeitgeber wären interessant?

Welche Fähigkeiten sind übertragbar?

Welche Kontakte kannst du reaktivieren?

Welche Weiterbildung erweitert deine Möglichkeiten?

Wie sieht dein finanzieller Spielraum aus?

Welche Veränderungen sind innerhalb der nächsten sechs oder zwölf Monate realistisch?

Eine Alternative muss weniger sofort umgesetzt werden, um dir Handlungsspielraum zu geben.

 

 

 

10. Entscheide bewusst über Bleiben oder Gehen

 

Manchmal lässt sich eine Situation verändern.

Manchmal wird nach ehrlicher Prüfung deutlich:

Hier passt es für mich dauerhaft weniger.

Dann kann ein Wechsel ein sehr guter Schritt sein.

Die entscheidende Frage lautet weniger:

„Wie lange halte ich das noch aus?“

Hilfreicher:

„Welche Option eröffnet mir unter den realen Bedingungen die beste Zukunft?“

Vielleicht lautet die Antwort:

bleiben und neu gestalten.

intern wechseln.

Arbeitszeit verändern.

Aufgaben verändern.

einen Übergang vorbereiten.

oder das Unternehmen verlassen.

Eine Kündigung ist weniger Niederlage als eine mögliche strategische Entscheidung.

 

 

 

Vorsicht vor der Fluchtentscheidung

 

Großer Frust macht schnelle Auswege attraktiv.

„Ich kündige morgen.“

„Ich mache mich einfach selbstständig.“

„Irgendetwas anderes wird schon besser sein.“

Ein neuer Weg kann hervorragend sein.

Er gewinnt an Qualität, wenn du ihn bewusst vorbereitest.

Was möchtest du erreichen?

Welche Risiken gibt es?

Welche finanziellen Voraussetzungen brauchst du?

Welche Alternativen hast du?

Wie realistisch ist das gewünschte Szenario?

Weg von etwas ist ein Anfang. Hin zu etwas schafft Richtung.

 

 

 

Die Selbstständigkeit als Ausweg?

 

Selbstständigkeit kann großartig passen.

Sie kann mehr Freiheit, Gestaltung und Verantwortung ermöglichen.

Und sie bringt eigene Anforderungen mit:

Akquise.

Finanzen.

Unsicherheit.

Organisation.

Verantwortung.

Selbstführung.

Deshalb würde ich Selbstständigkeit weniger als Flucht aus einem schlechten Arbeitsplatz betrachten.

Interessanter ist:

Passt diese Arbeitsform tatsächlich zu dem Leben, das du gestalten möchtest?

 

 

 

Quiet Quitting und innere Kündigung

 

Heute wird häufig von Quiet Quitting gesprochen.

Die Begriffe überschneiden sich teilweise und meinen trotzdem weniger exakt dasselbe.

Wer bewusst entscheidet:

„Ich erfülle meinen Arbeitsvertrag zuverlässig und schütze gleichzeitig meine Freizeit.“

hat weniger automatisch innerlich gekündigt.

Gesunde Grenzen können ausgesprochen sinnvoll sein.

Innere Kündigung beschreibt eher einen emotionalen Rückzug, bei dem Interesse, Verbundenheit und Gestaltung zunehmend verloren gehen.

Grenzen sind etwas anderes als Resignation.

 

 

 

Weniger Engagement kann auch eine Grenze sein

 

Gerade Menschen, die über Jahre sehr viel gegeben haben, fragen sich manchmal:

„Bin ich innerlich gekündigt oder höre ich gerade auf, mich ständig zu überfordern?“

Das ist eine wichtige Frage.

Wenn du künftig:

Überstunden reduzierst,

Verantwortung klarer verteilst,

Feierabend respektierst,

oder weniger Aufgaben übernimmst, als dein Vertrag vorsieht,

kann das Teil einer gesünderen Selbstführung sein.

Die entscheidende Frage lautet:

Entsteht daraus mehr Klarheit und Energie – oder immer mehr innere Leere?

 

 

 

Ein 7-Fragen-Check

 

Wenn du gerade kaum weißt, was du tun sollst, beantworte diese Fragen:

1. Was genau macht mich an meiner derzeitigen Arbeitssituation unzufrieden?

2. Welche Aspekte funktionieren weiterhin gut?

3. Was müsste sich verändern, damit Bleiben wieder attraktiv wird?

4. Welche dieser Veränderungen kann ich beeinflussen?

5. Welche Gespräche oder Entscheidungen schiebe ich bereits länger auf?

6. Welche realistischen Alternativen habe ich?

7. Wenn ich heute frei entscheiden könnte: Welche Richtung würde ich ernsthaft prüfen?

Schreib die Antworten auf.

Gedanken verändern sich, wenn sie sichtbar werden.

 

 

 

Was du weniger brauchst: Selbstvorwürfe

 

Innere Kündigung kann Scham auslösen.

Vielleicht kennst du dich als engagierten Menschen.

Und plötzlich erkennst du dich selbst kaum wieder.

Frage dich weniger:

„Was stimmt mit mir gerade nicht?“

Hilfreicher:

„Was versucht mir dieser Zustand mitzuteilen?“

Vielleicht braucht deine Arbeit Veränderung.

Vielleicht dein Umgang damit.

Vielleicht beides.

 

 

 

Auch Unternehmen tragen Verantwortung

 

Innere Kündigung ist weniger ausschließlich Privatsache der Beschäftigten.

Führung, Kultur und Arbeitsbedingungen beeinflussen Engagement erheblich.

Menschen brauchen je nach Rolle beispielsweise:

  • Orientierung.
  • Fairness.
  • Gestaltungsspielraum.
  • angemessene Herausforderungen.
  • Feedback.
  • Entwicklung.
  • und das Gefühl, dass ihr Beitrag Bedeutung hat.

Wer dauerhaft erlebt, dass Initiative kaum Wirkung hat, zieht sich häufig irgendwann zurück.

Das ist auch eine Führungsfrage.

 

 

 

Für Führungskräfte: Innere Kündigung früher erkennen

 

Bei Mitarbeitenden können Hinweise sein:

auffällig weniger Initiative,

Rückzug aus Diskussionen,

sinkendes Interesse an Entwicklung,

zunehmender Zynismus,

weniger Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen,

oder der Satz:

„Ist mir inzwischen egal.“

Dann hilft weniger sofortige Kritik an mangelnder Motivation.

Besser:

Was hat sich verändert?

Was erlebt diese Person?

Was lässt sich beeinflussen?

Manchmal lässt sich viel retten, wenn das Gespräch früh genug stattfindet.

 

 

 

Unterstützung bei innerer Kündigung und beruflicher Neuorientierung

 

Wenn du schon lange zwischen:

„Ich halte durch“

und

„Ich muss hier raus“

pendelst, kann eine unabhängige Perspektive hilfreich sein.

Wir können gemeinsam sortieren:

Was ist tatsächlich das Problem?

Was lässt sich verändern?

Was möchtest du erhalten?

Welche Optionen gibt es?

Welche Annahmen solltest du überprüfen?

Welche Entscheidung passt zu deinen Prioritäten?

Und wie kannst du den nächsten Schritt so gestalten, dass er weniger aus Frust und stärker aus Klarheit entsteht?

→ Unterstützung bei wichtigen beruflichen Entscheidungen

Wenn zunächst ein schwieriges Gespräch mit Führungskraft oder Arbeitgeber bevorsteht:

→ Vorbereitung wichtiger Gespräche

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Innere Kündigung bedeutet weniger:

„Ich bin faul geworden.“

Vielleicht sagt ein Teil von dir vielmehr:

„So möchte ich auf Dauer weniger weiterarbeiten.“

Das ist eine wichtige Information.

Du musst daraus weder morgen kündigen noch dich für weitere Jahre ergeben.

Du kannst beginnen, genauer hinzuschauen.

Was fehlt?

Was ist möglich?

Was möchtest du?

Und welchen ersten Schritt kannst du beeinflussen?

Aus innerer Kündigung darf wieder eine äußere Entscheidung werden.

Eine Entscheidung für Veränderung.

Für einen neuen Umgang mit deiner Arbeit.

Oder für einen neuen Weg.

Video

20 Tipps bei innerer Kündigung – Raus aus der Falle und zurück zur Motivation

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Antworten auf häufige Fragen

Was ist innere Kündigung?

Innere Kündigung beschreibt einen zunehmenden emotionalen Rückzug vom Arbeitsplatz, während das formale Arbeitsverhältnis bestehen bleibt.

Woran erkenne ich, dass ich innerlich gekündigt habe?

Mögliche Hinweise sind dauerhaft sinkendes Interesse, emotionale Distanz, kaum Eigeninitiative, Zynismus und das Gefühl, bei der Arbeit innerlich lediglich noch Zeit abzusitzen.

Ist Dienst nach Vorschrift bereits innere Kündigung?

Weniger automatisch. Wer vereinbarte Aufgaben zuverlässig erfüllt und gleichzeitig gesunde Grenzen schützt, kann sehr bewusst handeln. Entscheidend ist die innere Beziehung zur Arbeit.

Ist Quiet Quitting dasselbe wie innere Kündigung?

Die Begriffe überschneiden sich, unterscheiden sich jedoch. Quiet Quitting kann bewusstes Begrenzen der Arbeitsleistung auf den vereinbarten Rahmen bedeuten. Innere Kündigung beschreibt stärker emotionalen Rückzug und Resignation.

Sollte ich bei innerer Kündigung meinen Job wechseln?

Ein Wechsel kann sinnvoll sein. Zuvor lohnt sich häufig eine strukturierte Prüfung: Was verursacht die Situation, was lässt sich verändern und welche Alternativen sind tatsächlich attraktiv?

Sollte ich mit meiner Führungskraft sprechen?

Wenn eine Veränderung innerhalb des Unternehmens möglich erscheint, kann ein gut vorbereitetes Gespräch ein wichtiger Schritt sein.

Was ist, wenn ich wirtschaftlich auf meinen Arbeitsplatz angewiesen bin?

Dann wird Strategie besonders wichtig. Ein sofortiger Wechsel ist weniger die einzige Option. Du kannst parallel Belastung reduzieren, Handlungsspielräume prüfen und Alternativen Schritt für Schritt aufbauen.

 

Der nächste Schritt

 

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Artikel

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen | Karsten Noack

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

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Rumpelstilzchen forderte für die Hilfe der jungen Frau ihr Erstgeborenes als Preis. Was bist du bereit für deine Karriere zu opfern?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 15. April 2019
AN: #371
K: CNA
Ü:

Mehr Zufriedenheit durch Selbstakzeptanz oder fehlt dann die Motivation?

Mehr Zufriedenheit durch Selbstakzeptanz oder fehlt dann die Motivation?

Sich selbst annehmen als Schlüssel für Zufriedenheit, Glück und persönliche Entwicklung

Selbstakzeptanz

Bremst Selbstakzeptanz die Motivation?

 

Viele Menschen halten Unzufriedenheit für den wichtigsten Motivator. Meine Beobachtung: Wir sind glücklicher, wenn wir lernen, uns so zu akzeptieren, wie wir wirklich sind. Und wir fördern so persönliche Entwicklung.

Mehr Zufriedenheit durch Selbstakzeptanz

 

An der University of Hertfordshire führten Psychologen 2014 eine Umfrage durch. 5.000 Menschen wurden gebeten, sich selbst zu den 10 Gewohnheiten zu bewerten, die in einer Studie als Schlüssel zum Glück identifiziert wurden.

 

 

 

10 Schlüssel zum glücklicheren Leben

 

Als die 10 Schlüssel zum glücklicheren Leben werden in der Studie (externer Link) benannt:

Giving: Etwas für andere Menschen tun
Relating: Sich mit anderen verbinden
Exercising: Den Körper bewegen und gut für ihn sorgen
Awareness: Bewusst leben
Trying out: Neues probieren und lernen
Direction: Ansprechende Ziele setzen
Resilience: Mit innerer Stärke auf die Beine kommen
Emotions: Herausfinden, was guttut
Acceptance: Sich selbst annehmen
Meaning: Teil von etwas Größerem sein

Zusammen ergeben die zehn Schlüssel des Glücks also das Akronym GREAT DREAM.

 

 

 

Was fehlt? Selbstakzeptanz!

 

Interessant: Die Eigenbewertung durch die Teilnehmer fiel weitgehend positiv aus. Die einzige Gewohnheit, an der viele Menschen scheiterten, war die Selbstakzeptanz. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer bewertete sich auf einer 10-Punkte-Skala mit 5 oder weniger.

 

 

 

 

Mögliche Ursachen

 

In unserer Kultur wirkt enormer Druck auf uns, erfolgreich zu sein und uns ständig mit anderen zu vergleichen. Das verursacht Unzufriedenheit und Angst. Es ist sogar beabsichtigt, weil es uns zu besseren Leistungen anspornen soll.

 

 

 

Was es zu lernen gibt

 

Viele Menschen halten Unzufriedenheit für den wichtigsten Motivator. Meine Beobachtung: Wir sind glücklicher, wenn wir lernen, uns so zu akzeptieren, wie wir wirklich sind. Die Befürchtung durch Selbstakzeptanz die Motivation zu verlieren ist nicht nur unbegründet, sondern es stimmt sogar das Gegenteil. Das macht es dann auch leichter, uns auf natürlich Weise entfalten. Die Verunsicherung und der Krampf der sich aus Vergleichen und fehlender Selbstakzeptanz ergibt, steht der persönlichen Entfaltung im Weg. Es wird durch Druck genau das Gegenteil erreicht. Positiv formuliert: Selbstakzeptanz zu praktizieren entfernt Sand aus dem Getriebe und persönliche Entwicklung gelingt leichter. Der Selbstakzeptanz Aufmerksamkeit zu widmen, lohnt sich.

 

 

 

Selbstakzeptanz praktizieren

 

Es gilt, mit sich selbst so wohlwollend umzugehen, wie wir das mit anderen Menschen tun. Dazu gehört es auch eigene Fehler, als Gelegenheit zum Lernen zu betrachten. Wer zu übersteigerter Kritik sich selbst gegenüber neigt, sollte üben auch die eigenen Stärken zu erkennen und zu würdigen.

Um mit sich selbst im Frieden zu sein, hilft sich Zeit dafür zu nehmen, sich noch besser kennen und mögen zu lernen.

Wer sich ständig mit anderen Menschen vergleicht, übersieht leicht die eigenen Möglichkeiten und Besonderheiten. Jeder von und ist einzigartig. Doch, was uns selbstverständlich erscheint übersehen wir leicht, unterschätzen den Wert und die Chancen.

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen Ihnen zum Thema? Wie stehen Sie zu sich beziehungsweise dem Thema Selbstakzeptanz?

Vorsicht, Kommentare!

 

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Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

 

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Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung. Erich Fromm

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Dezember 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #459
K: CNC
Ü:

Menschen motivieren: Motivierung durch Belohnung? Unterminierung – Gut gemeint und doch schädlich

Motivierung durch Belohnung? Unterminierung - Gut gemeint und doch schädlich

Zuckerbrot und Peitsche als Führungswerkzeuge?

Motivierung durch Belohnung? Unterminierung - Gut gemeint und doch schädlich

Motivierung durch Belohnung oder Strafe?

 

Wer den Antrieb fördern will, setzt meist auf Zuckerrohr oder Peitsche. Die meisten Menschen bringen schon von Hause aus gute Voraussetzungen mit, um von sich aus aktiv und kreativ zu sein. Viele Handlungen, die wir ausüben, sind selbst motiviert, also intrinsisch. Wie sieht es mit der Förderung von Kreativität aus? Wie lassen sich Menschen motivieren und was geht nach hinten los?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Manche wollen nicht, manche können nicht, …

 

Die meisten Menschen bringen schon von Hause aus gute Voraussetzungen mit, um von sich aus aktiv und kreativ zu sein. Viele Handlungen, die wir ausüben, sind selbst motiviert, also intrinsisch. Wir tun so manches, auch ohne dazu aufgefordert oder dafür von anderen belohnt zu werden. Die Handlung an sich belohnt und ist mit einem hohen Grad an Identifikation verbunden.

 

 

 

Eigener Antrieb statt Zuckerrohr oder Peitsche

 

Das Gegenteil von intrinsischer Motivation ist extrinsische Motivation. Bei extrinsischer Motivation führt eine Person eine Handlung ohne besondere Begeisterung aus, um ein bestimmtes Ziel oder einen bestimmten Endzustand zu erreichen. Beispielsweise, wenn jemand eine Arbeit verabscheut, sie jedoch wegen des finanziellen Ausgleichs oder der Vermeidung von Nachteilen trotzdem macht.

 

 

 

Belohnungen können gut gemeint sein, aber …

 

Von einem Unterminierungseffekt wird dann gesprochen, wenn ein eigentlich intrinsisch motiviertes Verhalten extrinsisch belohnt wird. Als Folge kann sich dann die intrinsische Motivation verringern. Wer das fördert, gräbt sich Stück für Stück selbst das Wasser ab.

 

 

 

Beispiel

 

Mit guter Absicht erhalten Mitarbeiter für die Abgabe von Ideen beim jährlichen Verbesserungswettbewerb eine Belohnung. Die unbeabsichtigte Folge: Von nun an werden alle Ideen bis zu diesem jährlich wiederkehrenden Zeitpunkt geheim gehalten und gehofft, dass niemand anderes auf die gleiche Idee kommt. Mitunter werden sogar akute Probleme bis dahin ignoriert.

Schade, denn Identifikation und intrinsische Motivation bringen in vielen Bereichen die besseren Ergebnisse. Doch leider reicht mitunter die intrinsische Motivation nicht aus, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Das kann beispielsweise mit der Unternehmenskultur zu tun haben und ist dann oft ein Hinweis darauf, dass die Identifikation mit dem Unternehmen etwas gestört ist. Statt dort anzusetzen, wird häufig versucht, durch extrinsische Anreize auf die Sprünge zu helfen. Das mag in einigen Bereichen durchaus seine Berechtigung haben, doch bei der Förderung von Kreativität birgt dieses Vorgehen einige Risiken.

 

 

 

Schade, wenn aus intrinsisch motivierter Identifikation extrinsische Dienstleitung wird

 

Es geschieht in allen Bereichen des Lebens, doch besonders deutlich wird es beim üblichen betrieblichen Verbesserungswesen. Die intrinsische Motivation liefert die besten Ergebnisse. Sie ist auch mit der größeren Zufriedenheit verbunden, während die Förderung extrinsischer Motivation geringere Wirkung hat, die noch dazu schnell abnimmt. Gut gemeint, schlecht gemacht. Geldprämien zeigen in der Praxis nicht den erwarteten und schon gar keinen anhaltenden Einfluss auf Kreativität und Zufriedenheit. Spricht sich in Betrieben herum, dass Verbesserungsvorschläge eingereicht werden und unter bestimmten Voraussetzungen honoriert werden, bleiben viele kreative Ideen in der Schublade, bis die Gelegenheit kommt, dafür aus eigener Sicht ausreichend belohnt zu werden. Aus intrinsisch motivierter Identifikation wird so extrinsische Dienstleitung.

Schade! Kreativität und kontinuierliche Verbesserungen sind zu wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg, als dass es, wie so oft, an unberücksichtigten menschlichen Eigenarten scheitern darf.

 

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P.S.

 

Wie lassen sich Menschen am besten motivieren?

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #3716
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