Denglish – Lost in Translation – Denglish for Better Knowers

Denglish - Lost in Translation - Denglish for Better Knowers

Die Sprache gehört zum Charakter des Menschen. (Sir Francis Bacon)

 

Englisch - Denglish

Denglish

 

Woran liegt es, dass wir in Deutschland ständig neue englische Wörter erfinden, die es so im Englischen nicht gibt oder dort etwas völlig anderes bedeuten? Aber wir sehen das alles nicht so eng hierzulande. Viele Redner lieben Denglish oder Denglisch, Engleutsch, Germish oder Genglish! Nur, kommt das überall gut an?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Denglish

 

Das Gespräch am Nebentisch war lauter als notwendig. Es hat eine Weile gedauert, bis ich erkannte, welche Sprache dort gesprochen wurde. Es war Denglish.

Woran liegt es, dass wir in Deutschland ständig neue englische Wörter erfinden, die es so im Englischen nicht gibt oder dort etwas völlig anderes bedeuten?

Mein Handy klingelt und die Fußballfans gehen zum Public Viewing. Letzteres meint übrigens eigentlich die öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen. Das ist meines Wissens bei Fußballspielübertragungen in Deutschland nicht üblich. Aber wir sehen das alles nicht so eng hierzulande. Wir lieben Denglish oder Denglisch, Engleutsch, Germish oder Genglish!

 

 

 

Ach, sorry ja, shit happens!

 

Noch ein paar Beispiele gefällig?

  • As you me, so I you.
    Wie du mir, so ich dir!
  • Do you have a bird?
    Haben Sie einen Vogel?
  • Don’t play the offended liver sausage.
    Spiel nicht die beleidigte Leberwurst.
  • English für Runaways.
    Englisch für Fortgeschrittene.
  • Everything is in butter.
    Alles ist in Butter.
  • go strange
    fremdgehen
  • Hand shoes
    Handschuhe
  • Here goes the mail off.
    Hier geht die Post ab.
  • Here is dead trousers!
    Hier ist tote Hose!
  • His English is not the yellow from the egg.
    Sein Englisch ist nicht das Gelbe vom Ei.
  • I believe me kicks a horse.
    Ich glaube ein Pferd tritt mich.
  • I know me here out.
    Ich kenne mich hier aus.
  • I make me on the socks.
    Ich mache mich auf die Socken.
  • I saddle the chickens.
    Ich sattle die Hühner.
  • I scratch the curve.
    Ich kratze die Kurve.
  • I see black for you.
    Ich sehe schwarz für euch.
  • I shame me in ground and floor.
    Ich schäme mich in Grund und Boden.
  • I think I spider!
    Ich glaube ich spinne!
  • My dear Mister singing club.
    Mein lieber Herr Gesangsverein.
  • Nice is the little brother of shit.
    Nett ist der kleine Bruder von Scheisse.
  • Now is end with funny.
    Nun ist Schluss mit lustig.
  • Now is everything for the cat.
    Jetzt ist alles für die Katz.
  • Now we have the salad.
    Jetzt haben wir den Salat.
  • Orangen-Juice in der DDR
  • Pain let after.
    Schmerz lass nach!
  • Say it short and pregnant.
    Sag es kurz und prägnant.
  • Shitwing
    Kotflügel
  • Sponge over it.
    Schwamm drüber.
  • Stress let after.
    Stress lass nach.
  • Tell me nothing from the horse.
    Erzähl mir nichts vom Pferd.
  • That is me sausage.
    Das ist mir Wurst.
  • That is snow from yesterday.
    Das ist Schnee von gestern.
  • The devil will I do.
    Den Teufel werde ich tun.
  • This makes you so fast nobody after.
    Das macht dir so schnell keiner nach.
  • Tell no cheese!
    Erzähle keinen Käse!
  • With him is no good cherry eating.
    Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen.
  • You are on the woodway.
    Ihr seid auf dem Holzweg.
  • You lazy sock.
    Du faule Socke.
  • You have no idea of tooting and blowing.
    Ihr habt von Tuten und Blasen keine Ahnung.
  • You shine like a honeycakehorse.
    Du grinst, wie ein Honigkuchenpferd.
  • You walk me full on the cookie.
    Ihr geht mir voll auf den Keks.

P.S.

 

Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Besonderheit ihrer Sprache nimmt, meinte Immanuel Kant. Ja, und? Wie finden Sie Denglish und kennen Sie weitere Beispiele? Welche Wortschöpfung hat den ersten Platz verdient.

Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten. Marie von Ebner-Eschenbach

Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

Denglish – Lost in Translation – Denglish for Better Knowers

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Babelfisch

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Babelfisch oder Kommunikationsberater? Schön, wenn die Zielgruppe die Botschaft versteht.

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Politische Korrektheit, die Welt ist voller Fettnäpfchen

Die Welt ist voller Fettnäpfchen: Die Chance politischer Inkorrektheit verdächtigt zu werden ist groß. Was tun? Jegliche Kommunikation einstellen? Wie weit ist gut und wo sollten wir es lieber gut sein lassen mit übertriebener politischer Korrektheit?

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

BlaBlaBla – wieviel Bullshit hat Platz in einem Satz?

BlaBlaBla - wieviel Bullshit hat Platz in einem Satz?

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
BlaBlaBla - wieviel Bullshit that Platz in einem Satz?

BlaBlaBla

 

BlaBlaBla ist so etwas wie Blindtext ohne Aufgabe, Sprechblasen mit Lorum ipsum ohne Aussage. Wer hat Bedarf dafür?

 

BlaBlaBla

 

BlaBla ist weder schön noch selten. BlaBla ist so etwas wie Blindtext ohne Aufgabe, Sprechblasen mit Lorum ipsum ohne Aussage. Es wird nicht nur die Zeit des Redners vergeudet, sondern die Ressourcen aller Anwesenden erschöpft. In manchen Besprechungen gehört das Bullshit-Bingo neben den Keksen noch zu den unterhaltsamsten Elementen. Bei manchen Reden trösten zumindest die anschließenden Häppchen über den fehlenden Inhalt hinweg. Ärgerlich, wenn nicht einmal das für Trost sorgt.

 

 

 

Synonyme

 

Auch nicht gehaltvoller: Gelaber, (dummes) Geschwätz, Blabla, Gewäsch, Geschwafel, Blödsinn, Gequatsche, dummes Zeug, Gebabbel, Faselei, Gequake, Sermon, Gefasel …

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Wie viel Ballast verträgt die Kommunikation?

Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Politische Korrektheit, die Welt ist voller Fettnäpfchen

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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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In manchen Besprechungen gehört das Bullshit-Bingo neben den Keksen noch zu den unterhaltsamsten Elementen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Februar 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #371
K: CNB
Ü:

Babelfisch

Babelfisch

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
Glossar Rhetorik und Kommunikation: Babelfisch

Babelfisch

 

Der nachbabylonische Zustand der Sprachverwirrung taucht immer wieder auf, solange Menschen beteiligt sind. Auch weiterhin entscheidet der Empfänger einer Botschaft über deren Bedeutung. Das wird ihm nicht immer leicht gemacht. Wer verstanden werden will, spricht deshalb möglichst die Sprache der Zielgruppe. Selbst dann gibt es noch genug Gelegenheiten für Missverständnisse.

Der Babelfisch aus Douglas Adams Roman Per Anhalter durch die Galaxis könnte Fachchinesisch und Unternehmenssprache, die nur für Eingeweihte verständlich sind, in eine für die Zielgruppe verständliche Sprache übersetzen. In der Praxis kommen stattdessen jedoch meist menschliche Kommunikationsberater zum Einsatz.

P.S.​

 

Wie sorgen Sie für die passende Zielgruppenansprache?

Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

Denglish – Lost in Translation – Denglish for Better Knowers

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Woran liegt es, dass wir in Deutschland ständig neue englische Wörter erfinden, die es so im Englischen nicht gibt oder dort etwas völlig anderes bedeuten? Aber wir sehen das alles nicht so eng hierzulande. Wir lieben Denglish oder Denglisch, Engleutsch, Germish oder Genglish! Nur kommt das überall gut an?

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 01. Mai 2016
Überarbeitung: 10. November 2020
Englische Version:
AN: #328
K: CNB
Ü:

Keine Überraschung: Unwort des Jahres ist erneut Unwort

Keine Überraschung: Unwort des Jahres ist erneut Unwort

Mehr Aufmerksamkeit für Sprache oder ein Schuss, der nach hinten losgeht?
Keine Überraschung: Unwort des Jahres ist erneut Unwort

Keine Überraschung: Unwort des Jahres ist erneut Unwort

 

Am 9. Januar 2017 sind in Berlin unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Würfel gefallen beziehungsweise die Stimmen ausgezählt worden. Keine Überraschung: Auch dieses Mal ist das Unwort des Jahres wieder; Unwort. Für mich zumindest!

Eine andere Jury mit vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten hat ihren Sitz in Darmstadt und heute ebenfalls ihr Unwort des Jahres 2016 gewählt: Volksverräter hat es aus ihrer Sicht verdient. Meinetwegen, das ist kein Wort, für dessen guten Ruf ich mich einsetzen würde. Mir fällt zumindest gegenwärtig keine Aussage ein, bei der ich es vermissen würde. Vielleicht fehlt mir ja auch gerade nur die Vorstellung, wo dieses Wort Ausdruck eines wünschenswerten Gedankenguts sein könnte.

Wenn diese Wahl beabsichtigt für Sprache zu sensibilisieren und auf den undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden Gebrauch von Sprache aufmerksam macht, hat die Jury in diesem Fall meinen Segen. Diskussionen anzuregen, finde ich gut. Wobei ich auch die Gefahr von Unwortehrungen sehe. Schließlich gehört zu den grundlegenden Regeln der Kommunikation; der Empfänger entscheidet über die Bedeutung einer Botschaft. Konstruktiver als Tabuisieren wäre die Klärung: Auf welche Resonanz treffen die Wörter und welche Wörter drücken das besser aus?

 

 

 

Risiken und Nebenwirkungen

 

Die Tabuisierung von Worten bietet sich zu leicht für die Manipulation an. Sprache lässt sich auf vielerlei Weise missbrauchen, durch Verwendung und Tabuisierung ebenso. Letzteres lässt sich zu einfach für den Versuch einsetzen, Diskussionen im Keim zu ersticken oder zumindest unter dem Deckel zu halten. Doch das Ganze schwelt dann anderenorts trotzdem weiter und gerät dabei leicht außer Kontrolle. Geschieht das, dann wird genau das erreicht, das von den Initiatoren vermutlich verhindert werden sollte.

Statt Worte zu brandmarken, brauchen wir den Austausch darüber, welche Absicht hinter ihrer Verwendung im jeweiligen Kontext steckt. Wenn schon, dann bitte eine gründliche Auseinandersetzung.

 

 

 

Vorhersage für das Unwort 2017

 

Ich vermute, dass auch in den kommenden Jahren so manche Jury wieder „Unwort“ zum Unwort des Jahres wählen wird.

Umfrageergebnis

 

Die Wahl von Unworten fördert das Bewusstsein für Sprache.

%

Stimmt

%

Stimmt zwar, hat aber auch negative Auswirkungen

%

Stimmt nicht

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 2631)

P.S.

 

Wie stehen Sie zur Wahl von Unworten? Mehr Aufmerksamkeit für Sprache oder ein Schuss, der nach hinten losgeht?

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Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Babelfisch

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Politische Korrektheit, die Welt ist voller Fettnäpfchen

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Keine Überraschung! Unwort des Jahres ist erneut "Unwort"

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Klartext statt Wischiwaschi: Eindeutig kommunizieren

Klartext statt Wischiwaschi

Eindeutig kommunizieren
Eindeutige Aussagen statt Wischiwaschi

Klartext statt Wischiwaschi: Wie du eindeutig sprichst, ohne unnötig hart zu werden

 

„Vielleicht könnte man eventuell einmal darüber nachdenken, ob …“

Da fehlen eigentlich nur noch drei Konjunktive.

Dann ist vollkommen unklar, was der Mensch möchte.

Wir alle kennen solche Formulierungen.

Besonders häufig tauchen sie auf, wenn etwas auf dem Spiel steht.

Eine wichtige Entscheidung.

Ein Konflikt.

Eine unbequeme Meinung.

Eine Forderung.

Eine Grenze.

Oder die Möglichkeit, dass jemand widerspricht.

Dann wird aus:

„Ich halte diesen Vorschlag für falsch.“

schnell:

„Ich weiß natürlich auch nicht, vielleicht sehe ich das etwas anders …“

Das klingt vorsichtiger.

Der Preis dafür kann hoch sein:

Die eigentliche Botschaft verschwindet.

 

 

 

Klarheit ist mehr als eine Frage der Rhetorik

 

Klare Sprache beginnt für mich weit vor der Wortwahl.

Sie beginnt mit einer Frage:

Was möchte ich eigentlich sagen?

Erstaunlich häufig liegt genau dort das Problem.

Wir suchen nach einer überzeugenden Formulierung, obwohl unsere Position selbst noch unklar ist.

Was denke ich?

Was möchte ich?

Was empfehle ich?

Was lehne ich ab?

Wofür bin ich bereit?

Wo liegt meine Grenze?

Wer diese Fragen beantworten kann, findet meistens auch leichter klare Worte.

Klar sprechen beginnt mit klarem Denken.

 

 

 

Weshalb wir unsere Aussagen abschwächen

 

Sprachliche Weichmacher entstehen aus unterschiedlichen Gründen.

Manchmal sind wir tatsächlich unsicher.

Manchmal möchten wir höflich sein.

Manchmal möchten wir dem Gegenüber Spielraum geben.

Und manchmal möchten wir uns vor einer möglichen Reaktion schützen.

Dann sagen wir beispielsweise:

„Ich meine ja bloß …“

„Vielleicht liege ich völlig falsch …“

„Das ist wahrscheinlich eine dumme Idee …“

„Eigentlich wollte ich nur sagen …“

„Vermutlich sehen das alle anders …“

„Ich versuche mal …“

Solche Formulierungen können etwas Merkwürdiges bewirken:

Wir widersprechen unserer eigenen Botschaft, bevor jemand anderes Gelegenheit dazu bekommt.

 

 

 

Die vorauseilende Selbstentwertung

 

Besonders ungünstig finde ich Sätze wie:

„Vielleicht ist das eine blöde Frage, aber …“

Was soll das Gegenüber jetzt denken?

Du hast gerade selbst angekündigt, dass wenig Brauchbares folgt.

Oder:

„Ich kenne mich damit kaum aus, aber …“

Vielleicht ist dieser Hinweis relevant.

Vielleicht entwertest du damit einen Gedanken, der sehr wohl Aufmerksamkeit verdient.

Oder:

„Wahrscheinlich funktioniert meine Idee sowieso nicht …“

Dann braucht es schon einen ausgesprochen motivierten Zuhörer, um begeistert einzusteigen.

Natürlich darfst du Unsicherheit benennen.

Die Frage lautet:

Ist diese Einschränkung sachlich erforderlich – oder schützt sie mich vor möglichem Widerspruch?

 

 

 

Klarheit bedeutet keineswegs maximale Härte

 

Hier liegt mir eine wichtige Differenzierung am Herzen.

Klare Kommunikation bedeutet weniger:

immer direkt,

immer bestimmt,

immer absolut,

immer ohne Konjunktiv.

Das wäre ebenfalls wenig souverän.

Vergleiche:

„Das wird scheitern.“

mit:

„Nach meiner Einschätzung ist das Risiko sehr hoch.“

Der zweite Satz enthält eine Einschränkung.

Und kann trotzdem wesentlich professioneller sein.

Denn vielleicht weißt du schlicht weniger, als der erste Satz behauptet.

Gute Klarheit macht Aussagen so stark, wie die Grundlage sie trägt.

Keinen Millimeter schwächer.

Und keinen Millimeter stärker.

 

 

 

Weichmacher haben eine wichtige Funktion

 

Wörter wie:

vielleicht,

möglicherweise,

wahrscheinlich,

nach meiner Einschätzung,

unter diesen Voraussetzungen

oder

soweit wir heute wissen

sind keineswegs grundsätzlich schlechte Sprache.

Sie können Präzision schaffen.

Wissenschaftliche Aussagen brauchen beispielsweise häufig solche Abstufungen.

Ebenso Prognosen.

Risikoabschätzungen.

Oder Situationen mit unvollständigen Informationen.

Problematisch werden Weichmacher dort, wo sie weniger die Realität beschreiben als unsere Angst vor einer klaren Position.

 

 

 

Der entscheidende Unterschied

 

Vergleiche:

„Die Zahlen deuten darauf hin, dass wir unser Ziel wahrscheinlich verfehlen.“

Hier beschreibt „wahrscheinlich“ den Grad der Sicherheit.

Und:

„Vielleicht könnten wir möglicherweise überlegen, ob wir das Ziel irgendwie anpassen sollten.“

Hier verschwimmt die Handlungsempfehlung.

Das eine ist Differenzierung.

Das andere ist Wischiwaschi.

 

 

 

Eindeutigkeit braucht Verantwortung

 

Eine klare Aussage macht dich sichtbar.

„Ich empfehle Variante B.“

Jetzt kann jemand fragen:

Warum?

„Ich bin gegen diesen Vorschlag.“

Jetzt kannst du Widerspruch bekommen.

„Diese Grenze möchte ich gewahrt wissen.“

Jetzt muss sich möglicherweise etwas verändern.

Genau deshalb besitzt klare Sprache auch mit Verantwortung zu tun.

Wer Position bezieht, macht sich ansprechbar.

Klarheit bedeutet: Ich stehe zu dem, was ich sage.

 

 

 

Führung braucht Orientierung

 

Besonders relevant wird das bei Menschen in verantwortungsvollen Positionen.

Stell dir vor, ein Team wartet auf eine Entscheidung.

Die Führungskraft sagt:

„Wir könnten uns möglicherweise vorstellen, zunächst einmal in Richtung Variante B weiterzudenken.“

Was bedeutet das?

Ist B entschieden?

Soll weiter geprüft werden?

Wer soll jetzt etwas tun?

Wann wird entschieden?

Menschen brauchen Orientierung.

Deshalb kann Führungssprache sehr einfach sein:

„Wir entscheiden uns für Variante B. Dafür sprechen drei Gründe.“

Oder:

„Heute entscheide ich noch nicht. Uns fehlt die Kostenanalyse. Sobald sie Freitag vorliegt, treffen wir die Entscheidung.“

Beides ist klar.

Auch das bewusste Offenlassen einer Entscheidung kann eindeutig kommuniziert werden.

 

 

 

Klarheit bedeutet auch: Ich weiß es noch nicht

 

Einer der souveränsten Sätze kann lauten:

„Das weiß ich derzeit nicht.“

Oder:

„Dazu habe ich noch keine belastbare Einschätzung.“

Das ist wesentlich klarer als eine fünfminütige Antwort, die Kompetenz simuliert und wenig sagt.

Eindeutigkeit verlangt keineswegs Gewissheit.

Sie verlangt Ehrlichkeit darüber, wie sicher deine Aussage tatsächlich ist.

 

 

 

Drei Ebenen klarer Kommunikation

 

Ich unterscheide gerne drei Ebenen.

 

 

1. Was weiß ich?

Fakten.

Beobachtungen.

Vereinbarungen.

Nachprüfbare Informationen.

 

2. Was denke ich?

Interpretationen.

Einschätzungen.

Prognosen.

Bewertungen.

 

3. Was möchte ich?

Empfehlungen.

Entscheidungen.

Bitten.

Forderungen.

Grenzen.

Viele Missverständnisse entstehen, weil diese Ebenen vermischt werden.

„Das funktioniert nicht.“

Ist das eine Tatsache?

Eine Prognose?

Eine Meinung?

Oder bedeutet es eigentlich:

„Ich möchte diese Lösung nicht“?

Je sauberer du diese Ebenen trennst, desto klarer wird deine Kommunikation.

 

 

 

Klarheit in Konflikten

 

Gerade im Konflikt kann Wischiwaschi verführerisch sein.

Du möchtest etwas ansprechen und gleichzeitig Harmonie bewahren.

Dann sagst du:

„In letzter Zeit war es manchmal vielleicht ein bisschen schwierig …“

Das Gegenüber versteht möglicherweise wenig.

Klarer wäre:

„Wir hatten vereinbart, dass du mich vor Änderungen informierst. Das ist in den vergangenen beiden Fällen ausgeblieben. Ich möchte, dass wir diese Vereinbarung künftig einhalten.“

Klarheit muss keineswegs verletzend sein.

Im Gegenteil.

Eine eindeutige Botschaft kann respektvoller sein als ein Vorwurf, den das Gegenüber erst entschlüsseln muss.

 

 

 

Klare Grenzen brauchen wenige Worte

 

Das gilt besonders für Grenzen.

„Eigentlich wäre es mir vielleicht lieber, wenn …“

klingt wie ein Wunsch.

Wenn du eine Grenze meinst, darf sie auch wie eine Grenze klingen.

Zum Beispiel:

„So möchte ich nicht angesprochen werden.“

Oder:

„Dafür stehe ich nicht zur Verfügung.“

Oder:

„Wenn wir weiterreden, dann ohne persönliche Angriffe.“

Keine lange Rechtfertigung.

Keine Abwertung.

Einfach Orientierung.

 

 

 

Klarheit und Wertschätzung passen hervorragend zusammen

 

Manche Menschen fürchten, durch klare Sprache unfreundlich zu wirken.

Dabei sind Klarheit und Wertschätzung hervorragende Partner.

Du kannst sagen:

„Ich verstehe deinen Wunsch. Ich werde ihn trotzdem nicht erfüllen.“

Oder:

„Ich sehe, wie wichtig dir das ist. Meine Entscheidung bleibt bestehen.“

Oder:

„In diesem Punkt kommen wir zu unterschiedlichen Einschätzungen.“

Du respektierst den Menschen.

Und bleibst bei deiner Position.

Das ist für mich wesentlich souveräner als künstliche Harmonie.

 

 

 

Vorsicht mit absoluten Aussagen

 

Es gibt allerdings auch das Gegenteil von Wischiwaschi:

übertriebene Eindeutigkeit.

Immer.

Nie.

Alle.

Niemand.

Völlig eindeutig.

Garantiert.

Ohne jeden Zweifel.

Solche Wörter erzeugen Stärke.

Und manchmal machen sie eine Aussage sachlich schwächer.

„Das funktioniert nie.“

Eine einzige Ausnahme reicht.

„Alle Kunden wollen das.“

Wirklich alle?

„Das ist garantiert die beste Lösung.“

Auf welcher Grundlage?

Klare Sprache braucht deshalb Präzision.

Eindeutig ist etwas anderes als absolut.

 

 

 

Sprache zeigt den Grad deiner Sicherheit

 

Ich finde es hilfreich, sprachlich verschiedene Sicherheitsgrade ausdrücken zu können.

Zum Beispiel:

Sicher:
„Die Sitzung beginnt um 14 Uhr.“

Sehr wahrscheinlich:
„Nach den bisherigen Zahlen werden wir das Quartalsziel erreichen.“

Einschätzung:
„Ich halte Variante B für überzeugender.“

Möglichkeit:
„Eine Erklärung könnte sein, dass …“

Offen:
„Dazu fehlen mir derzeit ausreichende Informationen.“

Alle fünf Aussagen können ausgesprochen klar sein.

Klarheit entsteht dadurch, dass der Zuhörer weiß, welchen Status deine Aussage hat.

 

 

 

Der Klartext-Check

 

Vor einem wichtigen Gespräch, einer Präsentation oder Entscheidung helfen sieben Fragen:

 

1. Was möchte ich tatsächlich sagen?

Formuliere die Botschaft in einem Satz.

 

2. Was davon weiß ich – und was schätze ich ein?

Trenne Fakten und Interpretation.

 

3. Was möchte ich vom Gegenüber?

Information?

Entscheidung?

Handlung?

Verständnis?

 

4. Welche Wörter schwächen meine Aussage unnötig?

Streiche sprachliche Rückzugsmöglichkeiten, die keinen sachlichen Zweck erfüllen.

 

5. Welche Einschränkungen sind fachlich erforderlich?

Behalte sie.

Präzision ist stärker als künstliche Gewissheit.

 

6. Kann ich die Aussage respektvoll vertreten?

Klarheit braucht keine Härte.

 

7. Bin ich bereit, zu meiner Botschaft zu stehen?

Das ist häufig die entscheidende Frage.

 

 

 

Ein kleines Experiment

 

Hör dir heute selbst beim Sprechen zu.

Achte auf Wörter wie:

eigentlich,

irgendwie,

vielleicht,

eventuell,

ein bisschen,

ich versuche,

ich wollte nur,

wahrscheinlich,

möglicherweise.

Streiche sie keineswegs automatisch.

Frage stattdessen jedes Mal:

Welche Aufgabe erfüllt dieses Wort?

Macht es meine Aussage präziser?

Dann darf es bleiben.

Macht es meine Aussage kleiner, weil ich mich vor ihrer Wirkung schützen möchte?

Dann probiere den Satz einmal ohne dieses Wort.

Manchmal verändert ein einziges gestrichenes „eigentlich“ erstaunlich viel.

 

 

 

Fazit: Sage, was du meinst

 

Klarheit bedeutet weniger, laut aufzutreten.

Sie braucht auch keine absolute Gewissheit.

Und sie verlangt keineswegs, jede Botschaft möglichst hart zu formulieren.

Klarheit bedeutet:

Dein Gegenüber kann verstehen, was du weißt, was du denkst und was du möchtest.

Benenne Unsicherheit, wo sie vorhanden ist.

Beziehe Position, wo du eine Position hast.

Sage Nein, wenn du Nein meinst.

Sage „Ich weiß es noch nicht“, wenn du es noch nicht weißt.

Und verstecke eine klare Botschaft weniger hinter sprachlichen Wattebäuschen.

Denn gute Kommunikation macht Menschen das Leben leichter.

Sie schafft Orientierung.

Sage so eindeutig, wie du es verantworten kannst – und so differenziert, wie die Wirklichkeit es verlangt.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Eindeutige Aussagen statt Wischiwaschi!

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 6. Juli 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Vorsicht bei der Wortwahl! Sprachliche Fehlbesetzungen: Worte, die nicht ganz richtig sind.

Vorsicht bei der Wortwahl! Sprachliche Fehlbesetzungen: Worte, die nicht ganz richtig sind.

Gedanken für Klugscheisser und Menschen mit Spaß an Sprache
Manche Worte sind nicht ganz richtig

Schräge Sprache

 

Worte, bei deren Erfindung jemand einen Clown gefrühstückt hat, bei anderen Wortgebung hat der Gebrauch seine eigenwilligen Spuren hinterlassen. Schräge Sprache, die Sie aussortieren dürfen.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Sprachliche Fehlbesetzungen: Worte, die nicht ganz richtig sind

 

Die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache, aber nicht unbezwingbar. Bei manchen der folgenden Worte hatte wohl jemand bei der Vergabe einen Clown gefrühstückt, bei anderen hat der umgangssprachliche Gebrauch seine eigenwilligen Spuren hinterlassen.

 

 

Beispiele gefällig?

 

 

Arabische Zahlen

Unsere Zahlen kommen aus Indien, dabei könnten Sie den arabischen Raum durchquert haben. Eine etwas lauwarme Begründung für die Namensgebung.

 

Bleistift

Nichts da, auch die Miene ist nicht aus Blei, sondern aus Grafit. Wobei Miene auch nicht ganz richtig ist.

 

Dampfwalze

Sie walzt zwar, dampft jedoch nicht.

 

Englisches Horn

Dieses Musikinstrument ist weder ein Horn, noch stammt es aus England.

 

Erdbeere

Im biologischen Sinne handelt es sich nicht um eine Beere, sondern um eine Sammelnussfrucht, sagt das Internet.

 

Erdnuss

Im biologischen Sinne keine Nuss

 

Feierabend

Nun ja, manchmal, jedoch nicht immer ganz zutreffende Bezeichnung für die Zeit nach der Arbeitstätigkeit, und einem oft nicht nach feiern zumute ist.

 

Glühbirne

Der Versuchung im Elektrofachhandel statt der blasphemischen Bezeichnung Glühbirne das richtige Wort zu verwenden, also Leuchtmittel oder gar Leuchtkörper, bin ich bisher nicht erlegen.

 

Hamburger

Meist befindet sich zwischen den üblicherweise pappigen Brötchen kein Bewohner der Hansestadt.

 

Himbeere und Brombeere

Im biologischen Sinne sind das keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte.

 

Johannisbrot

Das Johannisbrot ist eine Pflanze (Hülsenfrüchtler) und kein Brot.

 

Kalter Hund

Die Süßspeise ist nicht aus Hund oder doch?

 

Katzendarm

Sammelbegriff für Materialien aus Schafs- und anderen Därmen.

 

Koalabär

Eindeutig zum knuddeln, aber im biologischen Sinne kein Bär.

 

Meerschwein

Auch recht niedlich, aber weder ein Schwein noch ein Meerestier.

 

Panama Hut

Diese Kopfbedeckung kommt aus Ecuador.

 

Quantensprung

Oft fälschlich für große Veränderungen oder als Synonymem für einen Paradigmenwechsel verwendet ist ein Quantensprung per Definition eine blitzschnelle winzig kleine Bewegung. Oft genug falsch verwendet, verändert sich die Bedeutung und gilt irgendwann als akzeptiert.

 

Schraubenzieher

Weil mit diesem Werkzeug Schrauben nicht gezogen, sondern gedreht werden, ist die korrekte Bezeichnung auch Schraubendreher.

 

Weltraum

Wohl eher das Gegenteil, oder?

 

Zollstock

Bei uns sind da selten Zoll-Zahlen auf dem Gliedermaßstab, sondern Zentimeterangaben.

 

 

 

Sammeln Sie mit

 

Ich sammle aus reinem Vergnügen an der Sprache. Kennen Sie noch weitere Worte?

 

 

Asche über mein Haupt

 

Und ja, bevor ich darauf hingewiesen werde; ich benutze auch einige Worte auf meine Weise. Ja, ich kenne auch den Unterschied zwischen Log und Blog. Auf entsprechende Anklagen zur Verunglimpfung der deutschen Sprache reagiere ich schon vorab mit einer Pauschalentschuldigung. Sprache lebt, Sprache verändert sich. Sprache ist, was man daraus macht!

P.S.

 

Kennen Sie weitere solche Beispiele?

Artikel

Vorsichtig mit Konjunktiven (Möglichkeitsform)

Selbst bei erfahrenen Rednern schleichen sich eigenartige Gewohnheiten ein. Manche davon fühlen sich vertraut an, weil sie so weit verbreitet sind. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie entweder nicht hilfreich und oft sogar schädlich sind. Dazu gehören Formulierungen mit unnötigen Konjunktiven.

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Politische Korrektheit, die Welt ist voller Fettnäpfchen

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Sprache ist, was man daraus macht! Karsten Noack

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2009

Überarbeitung: 1. August 2019
Englische Version:
AN: #641
K: CNB
Ü:

Politische Korrektheit, die Welt ist voller Fettnäpfchen

Politische Korrektheit, die Welt ist voller Fettnäpfchen

Politische Korrektheit, der Weihnachtsmann und überhaupt
Politische Korrektheit: Beitrag für das 
Sat1 Frühstücksfernsehen am 24. November 2015

Politische (In-)korrektheit

 

Die Welt ist voller Fettnäpfchen: Die Chance politischer Inkorrektheit verdächtigt zu werden ist groß. Was tun? Jegliche Kommunikation einstellen? Wie weit ist gut und wo sollten wir es lieber gut sein lassen mit übertriebener politischer Korrektheit?

Politische Korrektheit

 

Das Telefon klingelt und ich erfahre, dass ein beleuchteter Weihnachtsmann auf dem Berliner Tauentzien so manches Gemüt erhitzt. Er soll die Besucher des Weihnachtsmarktes an der Gedächtniskirche begrüßen. Doch anscheinend beleidigt seine Körpersprache das Anstandsgefühl politisch besonders korrekter Zeitgenossen. Die Frage an mich, ob ich dazu als Kommunikationsexperte etwas sagen möchte. Mit dem gebotenen Ernst sage ich zu.

Muss ich mich jetzt in die geschlechtsspezifische Quotendiskussion bei der Besetzung von Führungspositionen einmischen? Es ist schon auffällig, dass sowohl Nikolaus als auch Weihnachtsmann männlich sind.

Oder geht es darum, dass sich hier Angehörige anderer Religionen ausgegrenzt fühlen? Irgendwo habe ich gelesen, das Feiern von Weihnachten an sich wäre schon ein Beweis für Rücksichtslosigkeit und eine Namensänderung in Winterfest die einzig akzeptable Bezeichnung.

Doch bevor ich diesen Gedanken weiter folge, wie Alice dem weißen Hasen, kommt eine andere Zielsetzung: Die Körpersprache des Weihnachtsmannes erregt Anstoß; der rechte Arm hat eine bedenkliche Haltung.

Ist der Weihnachtsmann auf dem Mittelstreifen des Tauentzien vor dem KaDeWe ein Nazi und eine mögliche Pilgerstätte für Anhänger? Das Ganze vielleicht sogar Teil einer Weltverschwörung?

Oder ist das nicht vielmehr eine allergische Reaktion, die in die Kategorie politische Korrektheit, Schubfach Verwirrung gehört? Reiben kann ich mich an so vielem, wenn nicht sogar an allem. Schließlich sind es die persönlichen Interpretationen, die über die Bedeutung entscheiden. Zugegeben sind manche Symbole zu eng mit unanständigem Gedankengut verbandelt, um frei genutzt zu werden. Allerdings wird die Verknüpfung durch den verkrampften Umgang mit ihnen nur weiter zementiert. Manchmal wünschte ich mir etwas mehr Recycling von belegten Symbolen wie Wörtern. Anstatt sie anderen zu überlassen, könnten wir sie wieder allen zur Verfügung stellen.

Die kritische Auseinandersetzung mit Symbolen und Begriffen hilft bei der Klärung, was einer Gesellschaft wichtig ist. Nur allzu oft wird über das Ziel hinausgeschossen, die eigentliche Absicht bleibt weitgehend unberührt und die Kosmetik dafür umso dicker aufgetragen.

Wie wäre es mit etwa mehr Wohlwollen bei der Interpretation, dort wo es angebracht ist und etwas mehr Mitdenken, wo es erforderlich ist.

 

 

 

Fragen zur politischen Korrektheit

 

 

1. Empfehle ich die Verwendung politisch inkorrekter Begriffe und Symbole?

 

Nein! Insbesondere meinen Klienten empfehle ich bei der Vorbereitung ihrer Auftritte mehrdeutige Begriffe und Symbole gegen förderliche auszuwechseln. Allerdings sind sich viele der Mehrdeutigkeit nicht bewusst und wundern sich dann über mitunter heftige Reaktionen. So unangebracht diese sein mögen. Weshalb sollten sie sich unnötig auf einen Nebenschauplatz zwingen lassen. Vorsicht ist besser als Nachsicht! Nur bitte die Kirche im Dorf lassen: Ein übertriebener Eiertanz macht manches Vorhaben so entspannt wie ein Spaziergang über ein Minenfeld. Wenn schon ein brauner Mantel eine Entschuldigung erfordert, die falsche Krawatte oder ein roter Schal oder …

 

 

 

2. Und wenn es trotzdem geschehen ist?

 

Wenn ein Tugendwächter eine beschämende Interpretationsmöglichkeit gefunden oder konstruiert hat, sorgen Sie dafür, dass Ihr Thema nicht unnötig lange darunter zu leiden hat. Eine Möglichkeit: Die Flucht nach vorne. Zuerst eine eigene Definition anbieten, gegebenenfalls für die mögliche Interpretation entschuldigen (ganz korrekt wäre; um Entschuldigung bitten!), dann kurz die Position dazu klarstellen und zurück zum Thema. Wobei Ihnen das nicht immer sehr leicht gemacht werden wird. Zu verlockend ist es mitunter Ihr Thema und die Gelegenheit zu entführen und ganz uneigennützig zweckzuentfremden. Das gilt es zu vermeiden!

 

 

 

Ansonsten

 

Ausstrahlung des Beitrags:
Sat1 Frühstücksfernsehen am 24. November 2015

Ich wünsche eine schöne Vorweihnachtszeit!

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

Antworten auf häufige Fragen

Was ist politische Korrektheit?

Politische Korrektheit bezieht sich auf die Überlegung, wie man sich in Bezug auf andere Menschen, insbesondere solche, die unterprivilegiert, benachteiligt oder diskriminiert werden, verhält. Sie beinhaltet die Bemühung, respektvoll und inklusive zu sein und die Rechte und Gefühle anderer zu berücksichtigen, um Diskriminierung oder Vorurteile zu vermeiden.

Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, wie Ausdrücke oder Handlungen möglicherweise abwertend oder beleidigend sein können und sich dieser bewusst zu sein, um sie zu vermeiden. Sie betont auch die Notwendigkeit, die Diversität und Inklusion in allen Bereichen des Lebens zu fördern und sicherzustellen, dass alle Menschen gleich behandelt werden.

Politische Korrektheit wird oft kontrovers diskutiert und kann als Einschränkung der Meinungsfreiheit oder als übertriebene Sensibilisierung für mögliche Beleidigungen gesehen werden. Andere sehen sie als notwendigen Schutz gegen Diskriminierung und Vorurteile und als wichtigen Bestandteil von Respekt und Toleranz in der Gesellschaft.

Birgt politische Korrektheit auch Risiken?

Ja, politische Korrektheit birgt auch Risiken. Einige der Risiken, die mit politischer Korrektheit verbunden sind, sind:

  1. Einschränkung der Meinungsfreiheit
    Politische Korrektheit kann die Meinungsfreiheit einschränken und dazu führen, dass Menschen sich nicht mehr frei äußern können, aus Angst, als unangebracht oder beleidigend angesehen zu werden.

  2. Übertriebene Sensibilisierung
    Politische Korrektheit kann dazu führen, dass Menschen übertrieben sensibel reagieren und dass sie sich schnell beleidigt fühlen, selbst wenn keine Absicht bestand, sie zu verletzen. Dies kann dazu führen, dass Menschen sich nicht mehr frei unterhalten können, aus Angst, sich zu verletzen.

  3. Verzerrung der Realität
    Politische Korrektheit kann dazu führen, dass Menschen die Realität verzerren, um Vorurteile oder Diskriminierungen zu vermeiden. Dies kann dazu führen, dass wichtige Probleme oder Missstände nicht angesprochen werden und dass sie sich nicht verbessern.

  4. Verlorengehen von Perspektiven
    Wenn Menschen sich zu sehr bemühen, politisch korrekt zu sein, kann es passieren, dass sie die Perspektiven und Erfahrungen anderer Menschen übersehen und dass sie ihre eigenen Meinungen und Perspektiven überbewerten.

 

Im Grunde bestehen die Risiken weitgehend bei einer unangemessenen Haltung zur politischen Korrektheit. Die grundlegende Haltung ist wesentlich.

P.S.

 

Wann wird politische Korrektheit albern?

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Die Welt ist voller Fettnäpfchen: Die Chance politischer Inkorrektheit verdächtigt zu werden ist groß. Was tun? Jegliche Kommunikation einstellen? Wie weit ist gut und wo sollten wir es lieber gut sein lassen mit übertriebener politischer Korrektheit?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. November 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #374
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Ü: C