Chancen durch den Coronavirus

Chancen durch den Coronavirus

Gestalten statt ...
Prozese optimieren

Chancen durch den Coronavirus?

 

Nein, ich mache mich nicht über die Situation lustig und unterschätze auch nicht die Auswirkungen. Was ich wage, sind Gedanken, was sich im Rahmen der Situation gestalten lässt. Die Nachteile werden wir ohnehin zu spüren bekommen. Da liegt es nahe zu überlegen, wie wir die Zeit nutzen.

Chancen durch den Coronavirus

 

Ernsthaft? Ja! Weder freut mich die Verbreitung des Coronavirus, noch unterschätze ich die Auswirkungen. Bei all den vielen katastrophalen Meldungen, geht es mir schlichtweg darum zu überlegen, ob es Möglichkeiten gibt, selbst an der Gestaltung der Situation teilzuhaben oder sich ihr einfach nur auszuliefern. Jeder hat eigene Wege, um den Irrsinn zu verdauen.

Ob berechtigt oder übertrieben – wer kann das jetzt schon mit Bestimmtheit beurteilen – schränkt der Coronavirus beziehungsweise unser Umgang mit der Situation sehr viele Bereiche weltweit ein.

Anlässlich eines Interviews zum Thema Videokonferenzen zur Vermeidung von Ansteckungen, kam mir die Idee. Dabei ist mir in den Sinn gekommen zu überlegen, ob es nicht Prozesse gibt, die sich in diesem Zusammenhang optimieren lassen. Es geht mir also um Maßnahmen, die auch über diese jetzige Situation hinaus von Vorteil sein können.

 

 

 

1. (Flug-)Reisen

 

Asche über mein Haupt; ich bin viel und früher auch gerne in aller Welt unterwegs gewesen. Gerne habe ich mehrmals im Jahr Freunde und Verwandte an der Ost- und Westküste der USA getroffen. Menschen und Länder zu erkunden hat mich sehr bereichert und so kann es unangemessen klingen, nun aufzufordern weniger zu fliegen. Und würde ich die Unterschiede von früher und heute auflisten, um mich zu rechtfertigen, dann würde ich es eher noch verschlimmern. Doch so weiterzumachen wie es sich entwickelt hat, wäre schade, nicht nur wegen der Umwelt.

Meine engagierte Frau hat mich früh davon überzeugt die privaten Reisen drastisch zu reduzieren. Und auch geschäftlich lassen sich neue Wege beschreiten. Viele Sitzungen finden heute telefonisch oder mit Videounterstützung statt.

 

 

 

2. Homeoffice

 

Einige Unternehmen, haben schon früh einen Teil ihrer Belegschaft bis auf Weiteres zum Arbeiten nach Hause geschickt. Viele weitere Firmen bereiten sich auf diesen Schritt vor.

Es gibt mittlerweile so viele Tätigkeiten die auch zu Hause oder an einem anderen Ort der Wahl ausgeübt werden können. Deshalb fahren dann alleine in Großstädten wie Berlin so viele Menschen morgens und abends quer und viel zu lange durch die Gegend?

 

Anmerkung:

Ja, der soziale Faktor hat durchaus seine Bedeutung. Wir können herausfinden, ob dies nicht auch mit mehr Home-Office-Zeit möglich ist.

Die Befürchtung, die Mitarbeiter würden im Home Office nicht produktiv genug sein, ist für mich ein Hinweis dafür, dass es generell an der Zeit ist miteinander zu reden. Wenn es an Vertrauen fehlt, braucht es grundlegende Veränderungen statt Kontrolle.

 

 

 

3. Messen und Kongresse

 

Auch Kongresse lassen sich virtuell veranstalten und das muss kein Nachteil sein. Es gibt dafür schon recht interessante Konzepte, bei denen auch Interaktionen und Netzwerken möglich sind.

 

 

 

4. Hände geben

 

Ich bin für herzliche Begrüßungen. Das Händegeben ist mir persönlich nicht so wichtig. Es gibt  andere sehr respektvolle Formen der Begrüßung und Verabschiedung. Eine gute Portion Präsenz halte ich für durchaus bereichernder.

 

 

 

5. Weitere Ideen

 

Das war ein schnelles Brainstorming zu den Möglichkeiten die mir spontan in den Sinn sprangen. Von hier aus kann es weitergehen.

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen Ihnen zum Thema? Haben Sie weitere Ideen, welche Prozesse sich verbessern lassen, wie wir das „Beste“ aus dieser unagenehmen Situation machen können?​

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Wer Verantwortung übernimmt, nimmt Einfluss, gestaltet! Karsten Noack

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. März 2020
Überarbeitung: 11. März 2020
AN: #637
K: CNC
Ü:

Diskussionskultur und Debattenkultur

Diskussionskultur und Debattenkultur

Diskussionen und Debatten statt kommunikativem Notstand
Debattenkultur in Deutschland

Diskussions- und Debattenkultur

 

Was läuft schief in Deutschland und was könnte helfen? Weshalb glauben einige Menschen, die einzige Möglichkeit Einfluss zu nehmen seien Beleidigungen, psychische und körperliche Gewalt?

Beleidigungen, Drohungen und Gewalt

 

Im Radio lief gerade der Hinweis, dass Bürgermeister in Deutschland sich mit Hass ihnen gegenüber auseinanderzusetzen haben.

Weshalb? Bürgermeister sind im Vergleich zu Bundespolitikern erreichbar und bekommen die Wutäußerungen direkter zu spüren. Sie werden als Stellvertreter für die Politiker betrachtet, an die wütende Menschen nicht herankommen. Zu oft handelt es sich dann nicht um sachliche Kommentare, sondern um Beleidigungen, psychische und körperliche Gewalt.

 

 

Ursachen 

 

Die Gründe dafür sind vielfältig. Und für die Auswüchse darf es keine Rechtfertigung geben. Sie jedoch nur zu verurteilen genügt nicht, wenn es eine Besserung geben soll.

Die Diskussionskultur spielt eine große Rolle. Wer gehört wird, braucht keine Steine zu werfen. Doch eine entsprechende Diskussionskultur wird in Deutschland nicht gepflegt.

 

 

 

Diskussionskultur

 

Stammtische und andere Formen der Echokammer dienen nicht dem Meinungsaustausch und damit der Meinungsbildung, sondern der Bestätigung vorhandener Meinungen. Die Entfremdung nimmt zu!

Auch im Bundestag wird eine lebendige und glaubhafte Debattenkultur nicht gelebt. Wähler finden sich so nicht vertreten und misstrauen den Entscheidungen.

 

 

Und nun?

 

Wir brauchen dringend eine lebendige und glaubhafte Diskussionskultur. Die Politik ist hier aufgefordert echte Debatten zu führen. Jeder einzelne Mensch ist gefordert sich respektvoll zu beteiligen. Und ganz besonders wichtig: Respektvoller Austausch mit Andersdenkenden auf Augenhöhe.

Video

https://youtu.be/mLcNT9fNGeU

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen Ihnen zum Thema? Haben wir in Deutschland eine ausreichende Diskussions- und Debattenkultur? 

 

 

Der nächste Schritt

 

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Andersdenkende

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 10. März 2020
Überarbeitung: 10. März 2020
AN: #211
K: CNC
Ü:

Pinkwashing: Manchmal berechtigte Kritik, manchmal Manipulationsversuch durch Manipulationsvorwurf

Pinkwashing: Manchmal berechtigte Kritik, manchmal Manipulationsversuch durch Manipulationsvorwurf

Ernstgemeintes Engagement oder Heuchelei? Pink gespült - wenn Unternehmen ihre wahre Ausrichtung beim Thema LGBT verbergen
Pinkwashing

Pinkwashing

 

Was ist Pinkwashing und wer beabsichtigt damit was?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Engagement oder Heuchelei?

 

Weltoffenheit und Vielfalt leben hoch, „Diversity“ wird zum Buzzword. So wollen nun auch jene vom positiven Image beispielsweise des CSD in Berlin profitieren.

Einige Unternehmen schreiben sich ihre Toleranz und LGBT-Freundlichkeit — auch LGBTI (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender), LGBTQ,  LGBTIQ, LSBTTIQ (lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen), es werden immer mehr Buchstaben (Wie wäre es mit D für Diversity?) — auf den Fahnen und auch anderswo.

Auf Veranstaltungen, wie dem Umzug des Berliner CSD, platzieren auch Unternehmen und Organisationen ihr Logo. Eine kurze Recherche im Internet bestätigt, dass zahlreiche, auch internationale, Unternehmen und Organisationen, auch politische, sich an das Thema heften. Das ist an sich wohl noch nicht so recht verwerflich, wenn es ehrlich gemeint ist.

Doch irgendetwas stimmt da manchmal nicht, es fühl sich nicht authentisch an. Allein mir fehlt mitunter der Glaube an die Aufrichtigkeit. Vielleicht bin ich da auch nur zu pessimistisch. Nicht alle Erklärungen wirken gleichermaßen glaubhaft, manche eher nach kalkuliertem Trittbrettfahren. Wie ehrlich es tatsächlich gemeint ist wissen allerdings nur die Organisatoren selbst.

 

 

 

Pinkwashing?

 

Pinkwashing umfasst Marketingstrategien und politische Strategien, um sich mit der LGBT-Bewegung zu identifizieren und so Produkte zu vermarkten, Länder, Regionen, Personen, Parteien oder andere Organisationen gut modern, fortschrittlich und tolerant aussehen zu lassen.

Immer wieder ist nun von Pinkwashing und Homonationalismus zu lesen. Kritik zielt oft auf die Vereinnahmung von Themen der LGBT-Bewegung durch den gesellschaftlichen Mainstream, nationalistische Politik und andere Interessen.

Die Meinungen dazu, wo Pinkwashing beginnt und welche Formen akzeptabel sind, werden oft kontrovers geführt. Sowohl der berechnende Einsatz von Pinkwashing als auch manche halbseidener Pinkwashing-Vorwurf sind Versuche der Manipulation. Propaganda hat viele Formen, es lohnt sich genauer hinzusehen, um zu erkennen, welche Interessen am Werk sind.

 

 

 

Begriffsursprung

 

US-amerikanische Kosmetik- und Pharmafirmen warben auf ihren Produkten mit rosa Schleifen – dem Symbol für das Engagement gegen Brustkrebs. Das Heikle daran war, dass deren Produkte verdächtigt wurden, krebserregend zu sein. Die rosa Schleife wurde daraufhin in diesem Zusammenhang nicht als ehrliches Engagements, sondern als Heuchelei empfunden, als Marketingmaßnahme. Das wurde daraufhin als Pinkwashing bezeichnet, sozusagen in Ablehnung an Whitewashing beziehungsweise Schönfärberei.

P.S.

 

Was halten Sie von Pinkwashing? Woran ist zu erkennen, wenn es nur Kalkül ist?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. Juli 2015
Überarbeitung: 25. Juni 2019
AN: #8150
Ü:
K:

Realpolitik: Genügt es das kleinste Übel zu wählen?

Realpolitik: Genügt es das kleinste Übel zu wählen?

Wo sind die Visionen, die Begeisterung, die Leidenschaft in der Politik geblieben?
Realpolitik: Genügt es das kleinste Übel zu wählen? Wo sind die Visionen, die Begeisterung, die Leidenschaft in der Politik geblieben?

Realpolitik

 

Das kleinere Übel zu wählen ist besser, als gar nicht wählen zu gehen. Doch genügt das auf Dauer? Wo ist die Begeisterung, die Leidenschaft in der Politik?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Genügt es bei Wahlen das kleinste Übel herauszufinden?

 

Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.

George Bernhard Shaw

 

Viele Stimmen meinen, bei den Präsidentschaftswahlen in den USA wurde nicht Donald Trump gewählt, sondern viel mehr Hillary Clinton abgewählt. Vieles spricht dafür, dass daran einiges wahr ist. Doch, ob das tatsächlich stimmt, mögen andere Experten klären. Viel interessanter an dieser Stelle: Was, wenn wir vor der eigenen Tür kehren?

 

 

 

Traurig

 

In einer nicht repräsentativen Umfrage (2016 bis 2017, mit bisher n=600) antworteten die Befragten; welche der folgenden Aussagen für sie eher zutrifft, wie folgt:

Bei einer Bundestagswahl wähle…

%

... ich aus Vertrauen in die Personen und Parteien.

%

... das kleinere Übel.

Reicht das aus?

 

Das kleinere Übel zu wählen ist allemal besser, als gar nicht wählen zu gehen. Doch genügt das auf Dauer?

In der Wahrnehmung vieler Menschen vertritt der überwiegende Anteil der Politiker eher eigene Interessen, als die der Wähler, verdrängen Themen, scheuen große Lösungen. Linguist Noam Chomsky beschreibt die Regeln möglichst harmloser politischer Debatten: „Die intelligente Art und Weise die Menschen passiv und gehorsam zu halten, ist es, das Spektrum der akzeptablen Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums eine sehr lebendige Debatte zu erlauben.“ Das Ergebnis wirkt dann wie viel Rauch um nichts. Eine breitere, bewegende Debattenkultur könnte hier einiges verbessern. Den meisten Menschen ist nicht das Land wurscht, sondern das alltägliche Politikgeschehen.

 

 

 

Politikverdrossenheit

 

Wenig andere Berufsbezeichnungen haben innerhalb weniger Jahrzehnte so viel an Ansehen eingebüßt wie Politiker. Ob das Politiker-Bashing berechtigt und angemessen ist, steht auf einem anderen Blatt. So oder so hat die negative Wahrnehmung in so vielen Schichten der Bevölkerung negative Konsequenzen. Politikverdrossenheit und Frust schaden der Demokratie. Von Identifikation mit Volksvertretern keine Spur. Die empfundene Kluft zwischen den Ansichten der Macher in der Politik und der Öffentlichkeit wird immer größer. Mehr oder weniger markante oder farblose Gesichter wechseln die Positionen, der vom damaligen Bundespräsidenten Roland Herzog geforderte Ruck geht nicht durch die Gesellschaft. Es schüttle die meisten Wähler eher, als dass sie Aufbruchstimmung empfinden. Und das geschieht in einer Gesellschaft, die freier als je zuvor erscheint.

 

 

 

Demokratie

 

Das Model Demokratie verliert an Glanz, gruselige Ideen bekommen einen Nährboden. Das Modell der Demokratie mag seinen Schwächen haben, doch wer hat eine bessere Gesellschaftsform anzubieten?

 

Haben wir den Wert von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vergessen?

Eine legitime, wirksame Rechtsstaatlichkeit wird vorwiegend erst dann vermisst, wenn eigene Interessen verletzt werden. Demokratie spiegelt die Idee von Gleichheit und Freiheit wider. Die Idee beinhaltet Würde, die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen. Dazu gehört, dass jeder Bürger eine gleichberechtigte Stimme hat, ein gleichwertiges Mitspracherecht bei der Bildung einer Regierung. Wer das will, der darf auch den eigenen Beitrag dazu als ehrenwerte Verpflichtung empfinden.

 

 

 

Auf der Suche nach Besserung

 

Politik ist das Suchen nach der besten und mehrheitsfähigen Lösung, soweit so gut. Nur, wo sind die Visionen, wo die Leidenschaft, die Glaubwürdigkeit? Davon brauchen wir dringend einiges mehr oder vermisse nur ich das?

Politik ist nicht nur das, was im Bundestag stattfindet, sondern alles, was unsere Gesellschaft verändert und die Lebensbedingungen gestaltet. Klassische Politik und die Bemühungen der Bürger dürfen nicht miteinander konkurrieren. Es gilt Wege zu finden, wie sie sich ergänzen. Dazu ist es erforderlich, den Ideen eine verständliche Stimme zu geben.

„Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“, meinte Goethe. Wie wäre es, das etwas positiver zu formulieren, also „Wo viel Schatten ist, ist auch viel Licht“?

Umfrageergebnisse

 

Ich wünsche mir lebendigere politische Debatten mit echten Argumenten.

 

%

Stimmt!

%

Etwas!

%

Stimmt nicht!

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 1261)

An gesellschaftlichen bzw. politischen Diskussionen …

 

%

... möchte ich häufiger teilnehmen.

%

... will ich nicht teilnehmen.

%

... nehme ich ausreichend teil.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 452)

P.S.

 

Das kleinere Übel zu wählen ist allemal besser, als gar nicht wählen zu gehen. Doch genügt das auf Dauer?

Video

https://youtu.be/Ppw_yj692BU

Artikel

Sparringspartner für Geschäftsführer | Executive Sparring

Unabhängiger Sparringspartner für Geschäftsführer und Unternehmer: Entscheidungen klären, Konflikte lösen und souveräner führen. Persönlich in Berlin und online.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2017
Überarbeitung: 12. April 2019
AN: #4338
K: CNA
Ü:

Spießer & Spießertum: Bedeutung, Konformität und Toleranz

Spießer und Spießertum: Was bedeutet spießig eigentlich?

Bedeutung, Konformität und Toleranz
Spießer

Spießer und Spießertum: Was bedeutet spießig eigentlich?

 

Kaum etwas ist spießiger, als unbedingt nicht spießig gelten zu wollen.

Der Satz gefällt mir noch immer.

Denn beim Begriff „Spießer“ geht es häufig weniger um Gartenzwerge, Reihenhäuser oder akkurat geschnittene Hecken.

Es geht um:

  • Normen
  • Zugehörigkeit
  • Konformität
  • Abgrenzung
  • die Bewertung anderer Lebensentwürfe

Und damit wird das Thema überraschend aktuell.

 

 

 

Was bedeutet „Spießer“?

 

Der Begriff wird umgangssprachlich und meist abwertend verwendet.

Gemeint ist häufig ein Mensch, der als:

  • kleinlich
  • übermäßig angepasst
  • konventionell
  • eng in seinen Vorstellungen

wahrgenommen wird.

Doch genau hier beginnt das Problem.

Wer entscheidet eigentlich, was zu angepasst, zu konventionell oder zu bürgerlich ist?

 

 

 

Spießigkeit ist weniger ein Lebensstil

 

Ein Mensch kann:

  • Haus besitzen
  • Hecke schneiden
  • pünktlich sein
  • sparsam leben
  • Traditionen mögen

und trotzdem ausgesprochen offen, tolerant und neugierig sein.

Umgekehrt kann jemand:

  • alternativ leben
  • ungewöhnlich aussehen
  • sich ausdrücklich unangepasst nennen

und gleichzeitig sehr intolerant gegenüber Menschen sein, die anders leben.

Deshalb sagt der äußere Lebensstil erstaunlich wenig über Spießigkeit aus.

 

 

 

Vielleicht liegt der Kern woanders

 

Für mich wird Spießigkeit interessanter, wenn aus einer persönlichen Präferenz eine allgemeine Vorschrift wird.

Zum Beispiel:

„Ich möchte so leben.“

ist etwas anderes als:

„So sollte jeder vernünftige Mensch leben.“

Genau dort kann aus Orientierung Rigide werden.

 

 

 

Woher kommt das Wort?

 

„Spießer“ ist die Kurzform von „Spießbürger“.

Historisch bezeichnete der Begriff ursprünglich Bürger, die ihre Stadt mit einem Spieß verteidigten.

Später verschob sich die Bedeutung.

Der Spießbürger wurde zunehmend zur abschätzigen Bezeichnung für einen Menschen mit engen, kleinbürgerlichen Vorstellungen.

Heute ist „Spießer“ vor allem ein umgangssprachlich abwertendes Etikett.

 

 

 

Warum ist „Spießer“ eine Beleidigung?

 

Weil das Wort weniger nur Verhalten beschreibt.

Es wertet eine ganze Person ab.

Wer jemanden „Spießer“ nennt, meint selten neutral:

„Dieser Mensch bevorzugt Konventionen.“

Die Botschaft lautet eher:

„Dieser Mensch ist eng, langweilig oder beschränkt.“

 

 

 

Ein Etikett ersetzt schnell die Beschreibung

 

Statt:

„Er legt sehr viel Wert darauf, dass andere seine Vorstellung von Ordnung übernehmen.“

sagen wir:

„Er ist eben ein Spießer.“

Das ist kürzer.

Und ungenauer.

 

 

 

Spießer sind immer die anderen

 

Das ist eine interessante soziale Dynamik.

Kaum jemand sagt:

„Ich bin intolerant gegenüber abweichenden Lebensentwürfen.“

Wir erleben häufiger:

„Meine Vorstellungen sind vernünftig. Die anderen sind engstirnig.“

Dadurch kann ausgerechnet der Kampf gegen Spießigkeit selbst spießig werden.

 

 

 

Anti-Spießertum kann genauso konformistisch sein

 

Eine Gruppe kann sehr stolz darauf sein, besonders unangepasst zu sein.

Und trotzdem klare Regeln haben:

  • wie man aussehen sollte
  • was man konsumieren sollte
  • welche Meinungen akzeptabel sind
  • welche Lebensziele als rückständig gelten

Dann hat sich weniger die soziale Logik verändert.

Nur die Norm.

 

 

 

Konformität ist nicht automatisch schlecht

 

Menschen orientieren sich an sozialen Normen.

Das ist ein wesentlicher Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Normen helfen uns beispielsweise zu verstehen:

  • wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten
  • was andere von uns erwarten
  • wie Kooperation funktioniert

Ohne gemeinsame Regeln wäre vieles erheblich schwieriger.

 

 

 

Die interessante Frage lautet deshalb weniger: Norm oder Freiheit?

 

Sondern:

Wie flexibel gehen wir mit Normen um?

Eine Norm kann Orientierung bieten.

Sie wird problematischer, wenn Abweichungen automatisch moralisch abgewertet werden.

 

 

 

Warum Menschen Normen folgen

 

Menschen orientieren sich unter anderem an Normen, weil sie:

  • Unsicherheit reduzieren
  • Kooperation erleichtern
  • Zugehörigkeit vermitteln
  • Verhalten vorhersehbarer machen

Das ist weniger Feigheit oder mangelnde Individualität.

Es ist ein normaler sozialer Mechanismus.

 

 

 

Spießigkeit beginnt weniger beim Befolgen von Regeln

 

Interessanter wird:

Wie gehst du mit Menschen um, die andere Regeln wählen?

Kannst du sagen:

„Das wäre weniger mein Leben, doch für dich kann es passen.“

Oder entsteht sofort:

„So etwas macht man nicht.“

 

 

 

„So macht man das“ ist ein spannender Satz

 

Wer ist dieses „man“?

Welche Gruppe?

Welche Generation?

Welche Kultur?

Welche Zeit?

Viele scheinbar selbstverständliche Regeln sind soziale Konventionen.

Sie können sinnvoll sein.

Und sie können sich verändern.

 

 

 

Traditionen sind weniger automatisch Spießertum

 

Traditionen können:

  • Identität vermitteln
  • Menschen verbinden
  • Orientierung geben

Du kannst Weihnachten auf dieselbe Weise feiern wie seit zwanzig Jahren.

Du kannst denselben Verein besuchen.

Du kannst deinen Garten lieben.

Das macht dich weniger spießig.

Interessant wird eher:

Dürfen andere es anders machen?

 

 

 

Ordnung ist weniger Spießigkeit

 

Manche Menschen mögen:

  • Ordnung
  • Pünktlichkeit
  • Planung
  • Verlässlichkeit

Das sind zunächst Präferenzen und teilweise wertvolle Kompetenzen.

Problematisch wird es weniger durch die Ordnung selbst als durch Starrheit.

 

 

 

Was bedeutet psychologische Rigidity?

 

Rigidity beschreibt vereinfacht die Tendenz, einmal etablierte Denk- oder Verhaltensmuster beizubehalten, auch wenn neue Informationen oder veränderte Situationen eine Anpassung nahelegen.

Das ist näher an dem, was wir im Alltag häufig als „spießig“ kritisieren.

Nicht die Regel ist das Problem.

Die fehlende Flexibilität kann es werden.

 

 

 

„Das haben wir immer so gemacht“

 

Dieser Satz ist deshalb ein Klassiker.

Er kann bedeuten:

„Diese Lösung hat sich bewährt.“

Das kann vernünftig sein.

Er kann ebenso bedeuten:

„Ich möchte die Alternative weniger prüfen.“

Dann wird Tradition zum Ersatz für Denken.

 

 

 

Spießigkeit und Sicherheit

 

Konventionen können Sicherheit vermitteln.

Sie sagen:

„So funktioniert die Welt.“

In unsicheren Zeiten kann diese Orientierung besonders attraktiv sein.

Das ist menschlich.

Doch Sicherheit und Starrheit sind weniger dasselbe.

 

 

 

Wir brauchen Verlässlichkeit und Veränderungsfähigkeit

 

Ein gutes Leben braucht wahrscheinlich beides.

Es braucht:

  • Stabilität
  • Beziehungen
  • Routinen

und ebenso:

  • Neugier
  • Anpassungsfähigkeit
  • Offenheit für neue Informationen

 

 

 

Ist Sicherheitsbedürfnis spießig?

 

Weniger.

Ein Mensch darf:

  • Geld sparen
  • langfristig planen
  • eine Familie wollen
  • Eigentum besitzen
  • wenig Lust auf Abenteuer haben

Das sind Lebensentscheidungen.

Sie brauchen weniger die Zustimmung anderer.

 

 

 

Freiheit bedeutet auch die Freiheit, konventionell zu leben

 

Das wird gelegentlich vergessen.

Selbstbestimmung bedeutet weniger:

„Ich muss ungewöhnlich leben.“

Sie bedeutet:

„Ich darf bewusst entscheiden, welches Leben zu mir passt.“

 

 

 

Unkonventionalität ist weniger automatisch mutig

 

Auch das Gegenteil kann zur Gruppennorm werden.

In manchen Milieus braucht es möglicherweise mehr Mut zu sagen:

„Ich möchte ein ruhiges, konventionelles Leben.“

als:

„Ich lehne bürgerliche Lebensentwürfe ab.“

 

 

 

Konformität hängt von der Bezugsgruppe ab

 

Das ist ein wichtiger Punkt.

Menschen passen sich weniger einfach „der Gesellschaft“ an.

Sie orientieren sich an Gruppen, die ihnen wichtig sind.

Was in einer Gruppe spießig wirkt, kann in einer anderen völlig normal sein.

 

 

 

Jede Subkultur entwickelt Normen

 

Auch Gruppen, die sich ausdrücklich gegen den Mainstream definieren.

Es entstehen:

  • Codes
  • Sprache
  • Stile
  • Überzeugungen

Das ist weniger widersprüchlich.

Es ist ein normaler Teil sozialer Gruppenbildung.

 

 

 

Wann wird daraus Spießertum?

 

Vielleicht wenn:

  • Abweichung schnell abgewertet wird
  • Normen weniger hinterfragt werden dürfen
  • Lebensentwürfe moralisch hierarchisiert werden
  • Ordnung wichtiger wird als Sinn
  • Konvention stärker zählt als der konkrete Mensch

 

 

 

Spießigkeit und Toleranz

 

Toleranz zeigt sich weniger darin, dass andere so leben wie du.

Sie zeigt sich dort, wo sie es weniger tun.

Das bedeutet weniger, jedes Verhalten akzeptieren zu müssen.

Es bedeutet, Unterschiede von tatsächlichen Grenzverletzungen zu unterscheiden.

 

 

 

„Anders“ ist weniger dasselbe wie „falsch“

 

Das klingt banal.

Und ist im Alltag anspruchsvoll.

Andere Menschen haben:

  • andere Prioritäten
  • andere Werte
  • andere Lebensentwürfe

Nicht jeder Unterschied braucht eine Bewertung.

 

 

 

Spießigkeit als Beleidigung

 

Wenn du einen Menschen „Spießer“ nennst, beschreibst du häufig weniger nur sein Verhalten.

Du signalisierst:

„Deine Art zu leben ist mir zu eng.“

Manchmal ist diese Kritik berechtigt.

Manchmal ist sie nur eine andere Form von Konformitätsdruck.

 

 

 

Ein präziserer Satz hilft mehr

 

Statt:

„Du bist so ein Spießer.“

zum Beispiel:

„Mich stört, dass du erwartest, dass alle dieselbe Vorstellung von Ordnung übernehmen.“

Oder:

„Ich erlebe wenig Offenheit für andere Lösungen.“

Damit wird aus einem Etikett eine besprechbare Beobachtung.

 

 

 

Etiketten erzeugen Gegenwehr

 

Ein Mensch, der als:

  • Spießer
  • Chaot
  • Konservativer
  • Rebell

bezeichnet wird, wird eher seine Identität verteidigen.

Konkretes Verhalten lässt sich leichter diskutieren.

 

 

 

Spießertum im Beruf

 

Auch Organisationen können rigide werden.

Typische Sätze:

„Das ist bei uns eben so.“

„Das passt weniger zu unserer Kultur.“

„Dafür gibt es einen Prozess.“

Prozesse und Standards sind wichtig.

Sie werden problematisch, wenn niemand mehr fragen darf:

„Dient diese Regel noch ihrem Zweck?“

 

 

 

Unternehmen brauchen Normen

 

Ohne gemeinsame Erwartungen entstehen:

  • Unsicherheit
  • Reibung
  • Koordinationsprobleme

Normen und Regeln erleichtern Zusammenarbeit.

Die bessere Frage lautet deshalb:

Welche Normen brauchen wir – und welche dürfen wir regelmäßig überprüfen?

 

 

 

Wenn Regeln wichtiger werden als Ergebnisse

 

Dann kann Bürokratie entstehen.

Ein Prozess wurde einmal geschaffen, um ein Problem zu lösen.

Jahre später gibt es das Problem möglicherweise weniger.

Der Prozess lebt trotzdem weiter.

Institutionelle Spießigkeit wäre dann vielleicht die Unfähigkeit, zwischen Zweck und Gewohnheit zu unterscheiden.

 

 

 

Führung und Konformität

 

Eine Führungskraft braucht gemeinsame Standards.

Und gleichzeitig Menschen, die:

  • widersprechen
  • neue Lösungen anbieten
  • Gewohnheiten infrage stellen

Das ist eine Balance.

 

 

 

Zu wenig Norm erzeugt Chaos

 

Zu viel Norm kann Innovation verhindern.

Gute Führung braucht deshalb weniger maximale Freiheit oder maximale Kontrolle.

Sie braucht passende Spielräume.

 

 

 

„So jemand passt hier weniger rein“

 

Dieser Satz verdient Aufmerksamkeit.

Manchmal geht es tatsächlich um fehlende Passung zu Anforderungen oder Werten.

Manchmal bedeutet er:

„Diese Person ist anders als wir.“

Das ist weniger dasselbe.

 

 

 

Gruppennormen können blinde Flecken erzeugen

 

Wenn alle:

  • ähnlich denken
  • ähnliche Biografien haben
  • ähnliche Kommunikationsstile bevorzugen

wird Abweichung schneller als Problem erlebt.

Dabei kann gerade sie wichtige Informationen liefern.

 

 

 

Spießer oder konsequent?

 

Vielleicht hält jemand an Regeln fest, weil sie:

  • fair
  • wichtig
  • sicherheitsrelevant

sind.

Das ist weniger Spießigkeit.

Konsequenz kann sehr wertvoll sein.

 

 

 

Spießer oder verantwortungsvoll?

 

Jemand plant langfristig.

Spart Geld.

Geht früh schlafen.

Trinkt wenig.

Das kann weniger aufregend wirken.

Es sagt wenig über Offenheit oder Toleranz aus.

 

 

 

Spießer oder intolerant?

 

Hier wird die Unterscheidung sinnvoller.

Wenn jemand denkt:

„So möchte ich leben.“

ist das Selbstbestimmung.

Wenn daraus wird:

„Wer anders lebt, macht es falsch.“

beginnt das Problem.

 

 

 

Vielleicht brauchen wir den Begriff weniger

 

„Spießer“ ist ein praktisches Etikett.

Doch für gute Gespräche ist es häufig wenig hilfreich.

Präzisere Begriffe könnten sein:

  • rigide
  • intolerant
  • kleinlich
  • stark konventionsorientiert
  • wenig offen für Abweichung

Dann wird deutlicher, was konkret gemeint ist.

 

 

 

Eine überraschende Frage

 

Wo bin ich selbst spießig?

Vielleicht nicht dort, wo du es vermutest.

Vielleicht bist du:

  • sehr liberal bei Lebensentwürfen
  • und ausgesprochen rigide bei Pünktlichkeit.

Oder:

  • sehr unkonventionell im Beruf
  • und wenig tolerant gegenüber Menschen mit traditionellen Vorstellungen.

 

 

 

Wir alle haben Bereiche mit wenig Flexibilität

 

Das macht uns weniger automatisch zu „Spießern“.

Es lohnt trotzdem, sie zu kennen.

 

 

 

Sieben Fragen zur Selbstreflexion

 

  1. Welche Regeln halte ich für selbstverständlich?
  2. Woher stammen diese Regeln?
  3. Welchen Zweck erfüllen sie?
  4. Was passiert in mir, wenn jemand davon abweicht?
  5. Verwechsle ich meine Präferenz mit einer allgemeinen Wahrheit?
  6. Kann ich andere Lebensentwürfe respektieren, auch wenn ich sie weniger wählen würde?
  7. Welche meiner Überzeugungen würde ich heute verändern, wenn gute Gründe dafür sprechen?

 

 

 

Selbstbestimmung statt Anti-Spießertum

 

Vielleicht ist das die interessantere Alternative.

Weniger:

„Ich möchte auf keinen Fall spießig sein.“

Mehr:

„Ich möchte bewusst leben.“

Das kann:

  • konventionell
  • unkonventionell
  • oder irgendwo dazwischen

aussehen.

 

 

 

Authentizität braucht weniger Rebellion

 

Wer gegen jede gesellschaftliche Erwartung rebelliert, richtet sein Leben immer noch stark an diesen Erwartungen aus.

Nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

Freiheit zeigt sich vielleicht stärker darin, bewusst zu entscheiden:

„Das passt zu mir.“

oder:

„Das passt weniger zu mir.“

unabhängig davon, ob eine Entscheidung gerade als hip oder spießig gilt.

 

 

 

Wenn das beruflich dein Thema ist

 

In Coaching und Sparring kann es beispielsweise um Fragen gehen wie:

  • Wie viel Anpassung braucht eine Organisation?
  • Wo verhindert Konformitätsdruck gute Entscheidungen?
  • Wie bringe ich abweichende Positionen ein?
  • Wie verändere ich etablierte Strukturen?
  • Wie bleibe ich klar, ohne mich unnötig gegen alles zu definieren?

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Kommunikation, Selbstpositionierung oder berufliche Entwicklung geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Spießigkeit beginnt weniger beim Gartenzwerg

 

Das Wort „Spießer“ wird gern für Menschen verwendet, deren Lebensstil wir:

  • langweilig
  • konventionell
  • altmodisch

finden.

Das greift zu kurz.

Ein konventionelles Leben ist weniger automatisch spießig.

Interessanter wird die Haltung dahinter.

Kann ich sagen:

„So möchte ich leben.“

und gleichzeitig:

„Du darfst es anders machen.“

Oder muss aus meiner persönlichen Präferenz eine Regel für andere werden?

Vielleicht liegt genau dort die interessantere Grenze.

Spießigkeit ist weniger die Freude an Ordnung.

Sie beginnt eher dort, wo Ordnung wichtiger wird als Offenheit.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Kaum etwas ist spießiger, als unbedingt nicht spießig zu gelten.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2009
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Trump und die Journalisten bei der Pressekonferenz zu den Kongresswahlen 

Trump und die Journalisten bei der Pressekonferenz zu den Kongresswahlen

Wortgefecht zwischen US-Präsident Donald Trump und CNN-Journalist Jim Acosta bei der Pressekonferenz zu den Kongresswahlen
Trump und die Journalisten

Trump und die Journalisten

 

Das Wortgefecht zwischen US-Präsident Donald Trump und CNN-Journalist Jim Acosta bei der Pressekonferenz zu den Kongresswahlen geht durch die Medien. Aus Anlass eines Interviews, das ich hierzu gegeben habe, folgen ein paar Gedanken.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte am Mittwoch, dass ihm die Akkreditierung für das Weiße Haus wegen absolut inakzeptablem Verhalten entzogen wurde.

 

 

 

Was ist geschehen?

 

Eine verbale Auseinandersetzung bei der Pressekonferenz am Mittwoch, 7. November 2018 schaukelt sich wegen wiederholter Fragen zum Umgang mit den nahenden Menschengruppen aus Zentralamerika hoch. Als eine Praktikantin des Weißen Hauses dem CNN-Journlisten Acosta daraufhin das Mikrofon abnehmen will, dreht dieser sich weg, hält das Mikrofon fest und stellt Trump eine Frage zu den Russland-Ermittlungen. Später wird die Trump-Sprecherin Sanders erklären, der Journalist hätte die Praktikantin angefasst und das sei absolut inakzeptabel. Im Video erkenne ich davon nichts.

Nach einer kurzen Entgegnung greift Trump Acosta scharf an und sagt unter anderem: „Sie sind eine unverschämte, fürchterliche Person. Sie sollten nicht für CNN arbeiten.“ Kurz darauf folgt, wegen der angeblichen Verbreitung von „Falschnachrichten“ durch CNN; „Wenn Sie Fake News veröffentlichen, wie es CNN oft macht, dann sind Sie ein Feind des Volkes“. Einige Medien haben diesen Satz allerdings anschließend tatsächlich verfremdet und den ersten Teil unterschlagen. Der vollständige Satz ist zwar nicht schön, doch zumindest etwas vorsichtiger, weil interpretierbar. Oder lese nur ich zwischen den Zeilen, was hier unangemessen ist?

Das Verhältnis von Donald Trump und Presse ist recht speziell und viele halten den Entzug der Akkreditierung für eine Vergeltungsmaßnahme wegen der hartnäckigen Fragen des Journalisten.

 

 

 

Beleidigung?

 

Die Beurteilung, was angemessen ist oder nicht, wird davon bestimmt, wer gefragt wird und welche Interessen eine Rolle spielen. „Sie sind eine unverschämte, fürchterliche Person. Sie sollten nicht für CNN arbeiten.“ ist keine freundliche Ansprache. „Sie sind ein Feind des Volkes.“ wäre aus meiner Sicht äußerst hart und würde auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein fanatischer Anhänger Trumps dem Journalisten physisch gefährlich wird. Wie ist die Äußerung „Wenn Sie Fake News veröffentlichen, wie es CNN oft macht, dann sind Sie ein Feind des Volkes“ zu beurteilen?

 

 

 

Pressefreiheit

 

Viele Menschen hierzulande mögen Donald Trump nicht und wollen ihn eigenartige Dinge tun sehen. Und die Ausfälle oder zumindest absonderlichen Hinweise lassen sich ohne große Mühe finden. Die einen bewundern die Arbeit aufklärerischer Journalisten, andere fühlen sich darin bestärkt dabei nicht repräsentiert zu werden und geben Trump einen immensen Freiraum. Wer hinsieht, ärgert sich möglicherweise auch über die rüde Art mancher Journalisten und findet das sollte sich niemand gefallen lassen müssen – schon gar nicht das es der Würde eines Amtes entspricht. Wer unbedarft die gesamte Pressekonferenz schaut, darf sich schon über die feindliche Atmosphäre wundern.

Wundern? Na ja, nicht wirklich, denn es ist ja schon sehr viel vorgefallen. Trotzdem ist es schon grenzwertig, wie da miteinander umgegangen wird, in beide Richtungen, oder?

Doch: Die Rolle der Presse, ihre Bedeutung für die Demokratie ist so hoch, dass auch ein US-Präsident sich dem stellen muss. Es braucht ihm nicht zu schmecken, doch wenn er seinem Amt gerecht werden will, erträgt er es mit Respekt, wertschätzt es sogar in seiner Funktion. Das ist bei Trump so leider nicht zu erkennen.

 

 

 

Fake News

 

Regelmäßig reagiert Trump scharf auf die Medien, wenn ihm die Botschaften nicht gefallen. Dann sind es halt Fake News. Trotz Faktencheck, der gegen ihn spricht, kommt er bei seinen Anhängern damit wohl recht gut durch. Wir Europäer (gibt es das überhaupt so einheitlich oder spielen meine Sehnsüchte mir einen Streich?) vergessen leicht, dass er in seinem Land eine große Anhängerschaft hat.

Es wird ihm immer wieder vorgeworfen mit seinen verbalen Angriffen die Sicherheit von Journalisten zu gefährden.

 

 

 

Ja und merkt das den niemand?

 

Als Bill Clinton behauptete „I did not have sexual relations with that woman“, wurde diese Lüge ihm 1998 bei der Lewinsky-Affäre sehr übel genommen und führte zu einem Amtsenthebungsverfahren. Trotz Faktencheck kommt Trump bei seinen Anhängern durch. Er bezeichnet es einfach als Fake News oder jemand nennt erdichtete Beweise alternative Fakten. Trump ist mit dieser Strategie bisher ganz passabel durchgekommen. Seine Anhänger stören sich nicht daran. Doch das Land der ehemals unbegrenzten Möglichkeiten ist gespalten.

 

 

 

 

Fazit

 

Wer an solchen Zuständen nicht interessiert ist unterstützt die freie Meinungsäußerung, ist an Austausch interessiert und hört zu. Es ist leicht, doch auch arrogant, verächtlich nach Washington zu schauen, doch freie Presse, Meinungsaustausch und Demokratie erfordern stetige Anteilnahme und Pflege. Und die Spaltung ist auch in Deutschland zu erkennen. 

P.S.

 

Wie betrachten Sie die Situation, Trumps Umgang mit der Presse und die Bedeutung von Medien insgesamt?

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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack 11. Mai 2007
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Wenn Kommunikation zur Inszenierung wird

Schmierentheater: Wenn die Inszenierung wichtiger wird als die Wirklichkeit

Wenn Kommunikation zur Inszenierung wird
Schmierentheater

Schmierentheater: Wenn die Inszenierung wichtiger wird als die Wirklichkeit

 

Etwas wirkt aufgesetzt.

Zu dramatisch.

Zu offensichtlich inszeniert.

Vielleicht empört sich jemand auffällig heftig.

Vielleicht wird eine Pressekonferenz veranstaltet, bei der scheinbar alles offen diskutiert wird, obwohl längst feststeht, welche Botschaft am Ende hängen bleiben soll.

Dann fällt schnell ein Wort:

Schmierentheater.

Es ist keine neutrale Beschreibung.

Wer etwas als Schmierentheater bezeichnet, unterstellt gewöhnlich:

Hier wird etwas aufgeführt, das glaubwürdiger erscheinen soll, als es tatsächlich ist.

Inszenierung wird problematisch, wenn sie nicht nur eine Botschaft sichtbar macht, sondern eine Wirklichkeit vortäuscht.

 

 

 

Was bedeutet Schmierentheater?

 

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Theaterbereich.

Er wurde abwertend für minderwertiges, dilettantisches oder effekthascherisches Theater verwendet.

Heute wird „Schmierentheater“ häufig übertragen gebraucht.

Gemeint sein kann dann:

  • eine unglaubwürdige Inszenierung
  • übertriebene Empörung
  • gespielte Betroffenheit
  • scheinbare Transparenz
  • eine vorgetäuschte Auseinandersetzung
  • eine Veranstaltung mit vorher festgelegtem Ergebnis

Der Begriff ist stark wertend.

Deshalb sollte er weniger als Analyse und eher als Urteil verstanden werden.

 

 

 

Nicht jede Inszenierung ist Schmierentheater

 

Das ist die wichtigste Unterscheidung.

Kommunikation wird ständig inszeniert.

Eine Bühne wird beleuchtet.

Ein Redner bereitet seinen Einstieg vor.

Eine Pressekonferenz bekommt einen Hintergrund.

Ein Produkt wird attraktiv präsentiert.

Eine Führungskraft wählt ihre Worte bewusst.

Daran ist grundsätzlich nichts problematisch.

 

 

 

Professionelle Kommunikation braucht Gestaltung

 

Wir gestalten:

Reihenfolge.

Sprache.

Bilder.

Zeitpunkt.

Dramaturgie.

Das macht eine Kommunikation noch nicht unehrlich.

Die entscheidende Frage lautet:

Stützt die Gestaltung eine wahrheitsgemäße Botschaft – oder soll sie eine andere Wirklichkeit erzeugen?

 

 

 

Beispiel

 

Ein Unternehmen präsentiert ein neues Produkt auf einer gut gestalteten Bühne.

Musik.

Licht.

Video.

Live-Demonstration.

Das ist Inszenierung.

Wenn das Produkt tatsächlich funktioniert und die Aussagen belastbar sind, liegt darin noch kein Täuschungsversuch.

 

 

 

Anders sieht es aus, wenn der Eindruck wichtiger wird als die Fakten

 

Zum Beispiel:

Eine Demonstration wird so vorbereitet, dass sie nur unter Bedingungen funktioniert, die dem Publikum verschwiegen werden.

Oder:

Kritische Fragen werden scheinbar zugelassen, tatsächlich aber vorher ausgewählt und abgesprochen.

Dann verändert sich die Qualität der Inszenierung.

 

 

 

Schmierentheater lebt vom Unterschied zwischen Bühne und Wirklichkeit

 

Je größer diese Lücke, desto problematischer wird es.

Auf der Bühne:

Einigkeit.

Hinter der Bühne:

massive Konflikte.

Auf der Bühne:

Offenheit.

Hinter der Bühne:

jede kritische Stimme unerwünscht.

Auf der Bühne:

Verantwortung.

Hinter der Bühne:

niemand möchte zuständig gewesen sein.

 

 

 

Warum erkennen Menschen solche Inszenierungen häufig?

 

Weil Kommunikation nicht nur aus Worten besteht.

Menschen achten auf:

  • Widersprüche
  • Ton
  • Timing
  • Verhalten
  • Vorgeschichte
  • Konsequenzen

Wenn Worte und Verhalten auseinanderfallen, sinkt Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Ein Problem der Überinszenierung

 

Je stärker etwas glaubwürdig wirken soll, desto künstlicher kann es manchmal wirken.

Zum Beispiel:

„Wir möchten heute vollkommen transparent sein.“

Dann werden nur sorgfältig ausgewählte Informationen präsentiert.

Das Publikum bemerkt die Diskrepanz.

 

 

 

Glaubwürdigkeit lässt sich nicht vollständig produzieren

 

Du kannst Rahmenbedingungen verbessern.

Du kannst verständlich kommunizieren.

Du kannst dich sorgfältig vorbereiten.

Doch Glaubwürdigkeit entsteht letztlich aus dem Zusammenspiel von:

  • Aussage
  • Verhalten
  • Belegen
  • Kontext
  • Vergangenheit

 

 

 

Inszenierte Empörung

 

Eine besonders häufige Form des vermeintlichen Schmierentheaters ist demonstrative Empörung.

Jemand reagiert scheinbar schockiert.

Sehr laut.

Sehr entschieden.

Sehr öffentlich.

Ob die Empörung tatsächlich empfunden oder strategisch eingesetzt wird, lässt sich von außen allerdings selten sicher feststellen.

 

 

 

Vorsicht mit Motivdiagnosen

 

Der Satz:

„Die Empörung ist doch nur gespielt.“

ist zunächst eine Interpretation.

Vielleicht stimmt sie.

Vielleicht nicht.

Seriöser ist deshalb die Frage:

Welche kommunikative Funktion erfüllt diese Empörung?

 

 

 

Empörung kann Aufmerksamkeit verschieben

 

Zum Beispiel weg von:

einem Sachargument.

einer unangenehmen Frage.

einem eigenen Fehler.

hin zu:

Tonfall.

Form.

vermeintlicher Grenzüberschreitung.

Das kann legitim sein.

Und es kann als Ablenkung dienen.

 

 

 

Der Manipulationsvorwurf kann selbst Manipulation sein

 

Auch das gehört zur Differenzierung.

Wer eine Kommunikation als „Schmierentheater“ bezeichnet, gewinnt bereits einen rhetorischen Vorteil.

Denn nun muss sich das Gegenüber plötzlich gegen den Vorwurf verteidigen, unehrlich zu inszenieren.

Vielleicht ist der Vorwurf berechtigt.

Vielleicht ist er selbst ein Framing.

 

 

 

Deshalb zuerst prüfen

 

Frage:

Was genau soll hier vorgetäuscht werden?

Welche Fakten widersprechen dem dargestellten Bild?

Welche Informationen fehlen?

Dann wird aus einem Etikett eine Analyse.

 

 

 

Schmierentheater in der Politik

 

Der Begriff wird besonders häufig für politische Kommunikation verwendet.

Zum Beispiel wenn:

Konflikte öffentlich dramatisiert.

Einigkeit demonstriert.

Empörung ritualisiert.

oder Verhandlungen öffentlich inszeniert.

werden.

 

 

 

Politik besitzt allerdings immer eine öffentliche Bühne

Politiker kommunizieren gleichzeitig mit:

Verhandlungspartnern.

Parteien.

Medien.

Wählern.

internationalen Partnern.

Deshalb gehört öffentliche Darstellung zwangsläufig dazu.

Inszenierung ist also noch kein Beweis für Unehrlichkeit

Ein Politiker kann eine Position öffentlich vertreten und gleichzeitig hinter verschlossenen Türen verhandeln.

Das ist zunächst Teil politischer Kommunikation.

Interessant wird die Frage:

Wie groß ist die Differenz zwischen öffentlicher Darstellung und tatsächlichem Handeln?

 

 

 

Die Suche nach dem Skandal kann ebenfalls verzerren

 

Auch Medien und Publikum bevorzugen häufig starke Geschichten.

Konflikt.

Drama.

Sieger.

Verlierer.

Dadurch kann eine komplizierte politische Situation wie ein Theaterstück erzählt werden, obwohl die Wirklichkeit wesentlich komplexer ist.

 

 

 

Schmierentheater in Unternehmen

 

Auch Organisationen kennen Inszenierungen.

Zum Beispiel:

eine Strategieveranstaltung, obwohl die Entscheidung längst gefallen ist.

eine Mitarbeitendenbefragung, deren Ergebnisse niemand ernsthaft berücksichtigen möchte.

eine „offene Diskussion“, in der kritische Beiträge unerwünscht sind.

eine Fehlerkultur, in der Fehler nur so lange willkommen sind, bis etwas tatsächlich schiefgeht.

 

 

 

Scheinbeteiligung ist besonders gefährlich

 

Menschen werden eingeladen:

mitzudenken.

mitzureden.

mitzugestalten.

Doch ihr Einfluss beträgt faktisch null.

Dann entsteht leicht Zynismus.

 

 

 

Beteiligung braucht Klarheit über den Entscheidungsraum

 

Zum Beispiel:

„Die Entscheidung über das neue System ist gefallen. Gemeinsam gestalten wir jetzt die Umsetzung.“

Das ist ehrlicher als:

„Wir wollen gemeinsam entscheiden.“

wenn es tatsächlich nichts mehr zu entscheiden gibt.

 

 

 

Transparenz bedeutet nicht, dass alles offen ist

 

Unternehmen können nicht jede Information veröffentlichen.

Personalthemen.

Verhandlungen.

Geschäftsgeheimnisse.

rechtliche Fragen.

können Grenzen setzen.

Glaubwürdigkeit entsteht auch dadurch, diese Grenzen offen zu benennen.

 

 

 

Zum Beispiel

 

„Zu den laufenden Gesprächen kann ich heute keine Details nennen. Was ich sagen kann, ist …“

Das ist ehrlicher als vorgetäuschte Volltransparenz.

 

 

 

Schmierentheater bei Veränderungen

 

Besonders sensibel wird Inszenierung bei Change-Prozessen.

Menschen erleben möglicherweise:

Unsicherheit.

Stellenabbau.

neue Strukturen.

Verlust von Einfluss.

Wenn Führung gleichzeitig ausschließlich von:

„spannenden Chancen“

und

„großartigen neuen Möglichkeiten“

spricht, entsteht eine Glaubwürdigkeitslücke.

 

 

 

Positive Sprache darf Realität nicht verdrängen

 

Eine Veränderung kann Chancen bieten.

Und gleichzeitig Verluste verursachen.

Beides darf benannt werden.

Zum Beispiel:

„Die neue Struktur eröffnet uns Möglichkeiten. Gleichzeitig wissen wir, dass sie für einige Kolleginnen und Kollegen erhebliche Veränderungen bedeutet.“

Das klingt weniger euphorisch.

Und häufig glaubwürdiger.

 

 

 

Schmierentheater bei Fehlern

 

Nach Fehlern oder Krisen entsteht oft hoher Kommunikationsdruck.

Dann werden schnell:

Pressekonferenzen.

Statements.

Entschuldigungen.

Maßnahmenpakete.

präsentiert.

Die entscheidende Frage:

Folgt dem Gesagten tatsächliches Handeln?

 

 

 

Eine Entschuldigung ohne Veränderung verliert Wert

 

Zum Beispiel:

„Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst.“

Dieser Satz ist leicht gesagt.

Interessanter ist:

Was wird untersucht?

Wer trägt Verantwortung?

Was verändert sich?

Wann wird berichtet?

 

 

 

Kommunikation kann Verantwortung nicht ersetzen

 

Ein professionelles Statement löst kein strukturelles Problem.

Eine gute Rede ersetzt keine gute Entscheidung.

Eine Kampagne ersetzt keine Veränderung.

Kommunikation kann verantwortliches Handeln erklären.

Sie kann es nicht ersetzen.

 

 

 

Greenwashing, Pinkwashing und andere Formen symbolischer Kommunikation

 

Unternehmen möchten zeigen:

Wir sind nachhaltig.

Wir stehen für Vielfalt.

Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung.

Das kann ernst gemeint sein.

Problematisch wird es, wenn die sichtbare Kommunikation wesentlich größer ist als die tatsächliche Veränderung.

 

 

 

Das Problem ist nicht die Botschaft

 

Das Problem ist die Lücke zwischen:

Behauptung

und

Verhalten.

Je größer sie wird, desto leichter entsteht der Vorwurf des Schmierentheaters.

 

 

 

Authentizität bedeutet nicht Inszenierungsfreiheit

 

Auch ein authentischer Auftritt ist vorbereitet.

Du kannst:

deine Botschaft strukturieren.

die Bühne kennen.

Formulierungen vorbereiten.

Kleidung auswählen.

kritische Fragen proben.

und trotzdem authentisch auftreten.

 

 

 

Vorbereitung macht einen Menschen nicht unecht

 

Authentizität bedeutet für mich weniger:

„Ich tue spontan alles, was mir gerade einfällt.“

Sie bedeutet:

Mein Auftreten passt zu meiner tatsächlichen Haltung und Botschaft.

 

 

 

Professionelle Wirkung und Manipulation unterscheiden

 

Vielleicht formulierst du eine Botschaft besonders verständlich.

Das ist professionelle Kommunikation.

Vielleicht lässt du wesentliche Informationen weg, weil sie die gewünschte Wirkung stören würden.

Dann stellt sich eine andere Frage.

 

 

 

Die Fairnessprüfung

 

Frage dich:

Würde mein Publikum zu einer wesentlich anderen Einschätzung kommen, wenn es die ausgelassene Information kennen würde?

Wenn ja, ist diese Information möglicherweise nicht nebensächlich.

 

 

 

Auch Auswahl ist Kommunikation

 

Du kannst ausschließlich wahre Dinge sagen und trotzdem ein irreführendes Bild erzeugen.

Zum Beispiel indem du:

nur positive Zahlen.

nur erfolgreiche Beispiele.

nur unterstützende Stimmen.

zeigst.

Die einzelnen Aussagen stimmen.

Das Gesamtbild kann trotzdem verzerrt sein.

 

 

 

Schmierentheater durch Dekontextualisierung

 

Ein echter Satz kann aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Ein echtes Bild kann in einen neuen Kontext gestellt werden.

Ein echtes Ereignis kann so ausgewählt werden, dass es eine größere Geschichte scheinbar bestätigt.

Deshalb gehören Kontext und Glaubwürdigkeit eng zusammen.

 

 

 

Schmierentheater und Astroturfing

 

Auch scheinbare Graswurzelbewegungen können inszeniert sein.

Dann entsteht der Eindruck:

„Das kommt spontan aus der Bevölkerung.“

Obwohl Kommunikation, Finanzierung oder Organisation tatsächlich von einer Interessengruppe gesteuert werden.

Dieses Phänomen wird als Astroturfing bezeichnet.

 

 

 

Warum Inszenierung funktioniert

 

Menschen orientieren sich an sozialen Signalen.

Wenn viele Menschen scheinbar:

zustimmen.

empört sind.

begeistert sind.

entsteht der Eindruck:

Hier gibt es bereits einen Konsens.

Das kann unsere eigene Wahrnehmung beeinflussen.

 

 

 

Inszenierte Zustimmung

 

Zum Beispiel:

gekaufte Bewertungen.

vorbereitete Publikumsfragen.

organisierter Applaus.

scheinbar unabhängige Unterstützer.

Das Problem ist nicht, dass Zustimmung existiert.

Das Problem ist, wenn ihre Unabhängigkeit vorgetäuscht wird.

Schmierentheater im Meeting

Das Phänomen kann viel kleiner sein.

Eine Führungskraft fragt:

„Sind wir uns alle einig?“

Niemand widerspricht.

Also heißt es:

„Gut, dann haben wir Konsens.“

Vielleicht.

Vielleicht traut sich niemand zu widersprechen.

 

 

 

Schweigen ist kein belastbarer Konsens

 

Gerade in hierarchischen Gruppen sollte Führung aktiv nach Gegenperspektiven suchen.

Zum Beispiel:

„Welche Risiken übersehen wir?“

„Wer sieht einen wichtigen Gegenpunkt?“

Das erzeugt bessere Informationen als demonstrative Einigkeit.

 

 

 

Inszenierte Harmonie kann gefährlich werden

 

Wenn in einer Organisation jede Präsentation endet mit:

„Wir sind auf einem sehr guten Weg.“

obwohl zahlreiche Warnsignale existieren, entsteht eine kommunikative Parallelwelt.

Sie schützt Entscheidungen kurzfristig vor Kritik.

Und macht spätere Überraschungen wahrscheinlicher.

 

 

 

Führung braucht Realitätssinn

 

Gute Führung sollte weder dramatisieren noch schönreden.

Sie braucht die Fähigkeit:

Probleme zu benennen.

Unsicherheit auszuhalten.

gute Nachrichten anzuerkennen.

schlechte Nachrichten zuzulassen.

Das ist weniger spektakulär als Schmierentheater.

Und meist wesentlich nützlicher.

 

 

 

Wann wird ein Auftritt unglaubwürdig?

 

Zum Beispiel wenn:

  • Worte und Verhalten deutlich auseinanderfallen
  • kritische Informationen bewusst fehlen
  • scheinbare Beteiligung ohne tatsächlichen Einfluss stattfindet
  • Emotion erkennbar die Sachfrage ersetzen soll
  • Fragen nur zum Schein zugelassen werden
  • die dargestellte Einigkeit nicht zur beobachtbaren Realität passt

 

 

 

Das sind Hinweise, keine Beweise

 

Das ist mir wichtig.

Wir können von außen selten sicher wissen:

Was jemand tatsächlich fühlt.

Welche Motive bestehen.

Was hinter verschlossenen Türen geschieht.

Deshalb sollte Kritik möglichst an beobachtbaren Widersprüchen ansetzen.

 

 

 

Statt „Das ist alles gespielt“

 

präziser:

„Die Aussage passt nicht zu den veröffentlichten Zahlen.“

Oder:

„Die Mitarbeitenden wurden beteiligt, hatten bei der Entscheidung allerdings keinen tatsächlichen Einfluss.“

Jetzt lässt sich darüber diskutieren.

 

 

 

Etiketten machen Analyse bequem

 

„Schmierentheater“ ist ein starkes Wort.

Vielleicht deshalb wird es gern verwendet.

Doch starke Etiketten ersetzen schnell:

Begründung.

Belege.

Differenzierung.

Wenn du überzeugen möchtest, sollte hinter dem Urteil eine nachvollziehbare Analyse stehen.

 

 

 

Wie reagierst du auf den Vorwurf „Schmierentheater“?

 

Zuerst:

Nicht reflexhaft empören.

Frage:

Was genau wird kritisiert?

Vielleicht geht es um:

  • fehlende Transparenz
  • übertriebene Dramaturgie
  • selektive Informationen
  • scheinbare Beteiligung
  • fehlende Konsequenzen

Dann kannst du auf den konkreten Punkt reagieren.

 

 

 

Wenn der Vorwurf unberechtigt ist

 

Zum Beispiel:

„Der Auftritt war vorbereitet. Die Entscheidung und die genannten Zahlen sind davon unabhängig nachvollziehbar. Hier sind die Grundlagen.“

Belege sind häufig stärker als Empörung über den Vorwurf.

 

 

 

Wenn etwas dran ist

 

Dann hilft keine rhetorische Gegenattacke.

Vielleicht braucht es:

Korrektur.

mehr Transparenz.

eine echte Beteiligung.

oder eine veränderte Entscheidung.

Kommunikation sollte das Problem dann nicht überdecken.

 

 

 

Wie vermeidest du selbst den Eindruck von Schmierentheater?

 

1. Trenne Fakten und Interpretation

Sag, was du weißt.

Und kennzeichne, was du bewertest.

2. Übertreibe nicht

Wenn etwas schwierig ist, nenne es schwierig.

Wenn etwas erfolgreich war, belege den Erfolg.

3. Benenne Unsicherheit

„Das wissen wir derzeit noch nicht.“

kann glaubwürdiger sein als Scheinsicherheit.

4. Versprich keine Beteiligung, wenn keine vorgesehen ist

Erkläre den tatsächlichen Entscheidungsraum.

5. Lass kritische Fragen zu

Und beantworte sie tatsächlich.

6. Bring Verhalten und Botschaft zusammen

Kommunikation wirkt langfristig nur, wenn Handeln sie stützt.

7. Prüfe den Außenblick

Was würde jemand sehen, der deine interne Erklärung nicht kennt?

 

 

 

Kommunikation in Krisen

 

Gerade hier entsteht große Versuchung zur Kontrolle.

Jedes Wort soll sitzen.

Jede Unsicherheit soll verschwinden.

Das ist verständlich.

Doch eine Krise wird nicht glaubwürdiger kommuniziert, indem alle Ecken geglättet werden.

 

 

 

Krisenkommunikation braucht belastbare Aussagen

 

Zum Beispiel:

Was wissen wir?

Was wissen wir noch nicht?

Was tun wir jetzt?

Wann informieren wir wieder?

Diese Struktur trägt häufig weiter als maximal kontrollierte Inszenierung.

 

 

 

Auch Entschuldigungen können wie Schmierentheater wirken

 

Besonders wenn sie klingen wie:

„Falls sich jemand verletzt gefühlt haben sollte, bedauern wir das.“

Damit wird die Wirkung gleichzeitig anerkannt und relativiert.

Wenn tatsächlich Verantwortung besteht, sollte sie klarer benannt werden.

 

 

 

Eine glaubwürdige Entschuldigung braucht Substanz

 

Zum Beispiel:

Was ist passiert?

Welchen eigenen Anteil erkenne ich an?

Was bedauere ich?

Was verändert sich?

Dann kann Kommunikation wieder Vertrauen unterstützen.

 

 

 

Öffentliche Wirkung ist nicht automatisch Oberflächlichkeit

 

Auch das sollte nicht verwechselt werden.

Führungskräfte und Redner dürfen auf:

Sprache.

Präsenz.

Körpersprache.

Bühnenwirkung.

achten.

Professionelles Auftreten ist kein Schmierentheater.

Es wird erst problematisch, wenn Wirkung eine fehlende Substanz verdecken soll.

 

 

 

Executive Presence ohne Theater

 

Souveränität braucht keine künstliche Rolle.

Sie zeigt sich beispielsweise darin:

klar zu antworten.

Unsicherheit zu benennen.

Widerspruch auszuhalten.

Verantwortung zu übernehmen.

eine schwierige Botschaft ohne unnötige Dramatisierung zu vertreten.

 

 

 

Das wirkt manchmal unspektakulär

 

Und gerade deshalb glaubwürdig.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Dann steigt häufig der Wunsch, jede Wirkung kontrollieren zu wollen.

Doch je stärker jemand versucht, eine perfekte Fassade zu erzeugen, desto empfindlicher wird sie gegenüber kritischen Fragen.

Besser ist eine Botschaft, die auch dann trägt, wenn jemand nachfragt.

 

 

 

Eine belastbare Aussage übersteht Rückfragen

 

Weil:

die Fakten stimmen.

die Argumentation nachvollziehbar ist.

Grenzen bekannt sind.

Unsicherheit nicht versteckt wird.

Das ist robuste Kommunikation.

 

 

 

Sieben Fragen gegen kommunikatives Schmierentheater

 

1. Was ist hier tatsächlich passiert?

Beobachtbares zuerst.

2. Welche Geschichte wird darüber erzählt?

Darstellung von Wirklichkeit unterscheiden.

3. Was fehlt?

Nach relevanten ausgelassenen Informationen suchen.

4. Wer profitiert von dieser Darstellung?

Interessen verstehen.

5. Gibt es unabhängige Belege?

Nicht nur die Inszenierung betrachten.

6. Passt das spätere Verhalten zur Botschaft?

Handlungen beobachten.

7. Ist „Schmierentheater“ wirklich die beste Beschreibung?

Oder wäre eine präzisere Kritik hilfreicher?

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was bedeutet Schmierentheater?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff abwertend minderwertiges oder dilettantisches Theater. Heute wird er häufig übertragen für unglaubwürdige, übertriebene oder als unecht wahrgenommene Inszenierungen verwendet.

Ist jede Inszenierung Schmierentheater?

Nein. Professionelle Kommunikation wird immer gestaltet. Problematisch wird Inszenierung besonders dann, wenn sie eine Realität vortäuscht oder relevante Informationen bewusst verdeckt.

Was bedeutet Schmierentheater in der Politik?

Der Begriff wird dort meist als abwertendes Urteil über vermeintlich gespielte Konflikte, künstliche Empörung, demonstrative Einigkeit oder andere öffentliche Inszenierungen verwendet.

Was bedeutet Schmierentheater in Unternehmen?

Zum Beispiel kann scheinbare Beteiligung, demonstrative Einigkeit oder eine Kommunikationskampagne ohne entsprechende Veränderung als unglaubwürdige Inszenierung wahrgenommen werden.

Ist professionelle PR automatisch Inszenierung?

PR gestaltet Kommunikation gezielt. Das ist nicht automatisch problematisch. Entscheidend sind Wahrhaftigkeit, Transparenz und die Frage, ob wesentliche Informationen verzerrt oder verborgen werden.

Wie erkenne ich kommunikatives Schmierentheater?

Achte auf starke Widersprüche zwischen Darstellung und beobachtbarem Verhalten, fehlende relevante Informationen, scheinbare Beteiligung und Botschaften, denen keine entsprechenden Handlungen folgen.

Wie reagiere ich auf den Vorwurf, mein Auftritt sei Schmierentheater?

Frage nach dem konkreten Kritikpunkt und beantworte ihn mit Fakten. Ist die Kritik berechtigt, helfen Transparenz und Veränderung meist mehr als rhetorische Verteidigung.

Ist Authentizität das Gegenteil von Inszenierung?

Nicht zwingend. Auch ein authentischer Auftritt kann gut vorbereitet sein. Entscheidend ist, ob Auftreten, Botschaft und tatsächliche Haltung miteinander vereinbar sind.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Kommunikation braucht Gestaltung.

Eine gute Rede ist vorbereitet.

Eine gute Präsentation besitzt Dramaturgie.

Eine Pressekonferenz hat einen Rahmen.

Das ist vollkommen normal.

Die Grenze wird dort interessant, wo Darstellung beginnt, eine andere Wirklichkeit zu erzeugen.

Das Problem ist nicht die Bühne. Das Problem beginnt dort, wo die Kulisse wichtiger wird als das, was hinter ihr tatsächlich geschieht.

 

 

 

Wenn eine wichtige Botschaft glaubwürdig tragen soll

 

Bei schwierigen Kommunikationssituationen kann Vorbereitung helfen, Wirkung und Substanz zusammenzubringen.

Zum Beispiel bei:

  • kritischen Führungsgesprächen
  • öffentlichen Aussagen
  • Veränderungskommunikation
  • Präsentationen
  • Interviews
  • Situationen mit erheblichem Reputationsrisiko

Im persönlichen Sparring können wir prüfen:

Was ist die tatsächliche Botschaft?

Was lässt sich belastbar vertreten?

Welche Gegenfragen sind zu erwarten?

Wo könnten Inszenierung und Wirklichkeit auseinanderfallen?

Das Ziel ist keine perfekte Fassade.

Das Ziel ist Kommunikation, die auch dann trägt, wenn genauer hingeschaut wird.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Das Geld vergeht so schnell wie Zeit, Der Nepp besteht, der Kitsch gedeiht. Und es kämpft keine Geschlossenheit Dagegen. Der Kitsch, der Nepp; es spricht davon kein Strafbuch und kein Lexikon. Weswegen? Joachim Ringelnatz

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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 7. November 2018
Überarbeitung: 25. Juni 2026

Sündenbock im Unternehmen: Schuldverschiebung erkennen und souverän reagieren

Zum Sündenbock gemacht? Schuldverschiebung erkennen und souverän damit umgehen

So erkennst du Sündenbockmechanismen, klärst Verantwortung und reagierst souverän.
Sündenbock

Zum Sündenbock gemacht? Schuldverschiebung erkennen und souverän damit umgehen

 

Plötzlich scheint alles an einer Person zu hängen.

Ein Projekt scheitert.

Eine Entscheidung erweist sich als falsch.

Ziele werden verfehlt.

Im Unternehmen wächst der Druck.

Und irgendwann steht eine scheinbar einfache Erklärung im Raum:

„Das lag an ihr.“

„Er hat das verursacht.“

„Wenn diese Person anders gehandelt hätte, wäre alles gut gegangen.“

Manchmal stimmt eine solche Verantwortungszuschreibung.

Manchmal ist sie viel zu einfach.

Und manchmal entsteht ein klassischer Sündenbockmechanismus.

Ein Sündenbock macht ein komplexes Problem scheinbar einfach: Statt das System zu untersuchen, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf eine Person.

 

 

 

Was bedeutet Sündenbock?

 

Als Sündenbock wird eine Person oder Gruppe bezeichnet, der überproportional Verantwortung für Probleme, Fehler oder Misserfolge zugeschrieben wird.

Der Begriff stammt ursprünglich aus einem religiösen Ritual.

Heute beschreibt er vor allem einen sozialen Mechanismus:

Schuld, Ärger oder Verantwortung werden auf eine bestimmte Person konzentriert.

Das kann in:

  • Teams
  • Unternehmen
  • Organisationen
  • Familien
  • politischen Gruppen
  • gesellschaftlichen Konflikten

geschehen.

 

 

 

Ein Sündenbock ist nicht automatisch völlig unschuldig

 

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Eine Person kann an einem Problem beteiligt gewesen sein.

Sie kann Fehler gemacht haben.

Sie kann Verantwortung tragen.

Und trotzdem zum Sündenbock werden, wenn ihr ein wesentlich größerer Teil der Verantwortung zugeschrieben wird, als sachlich gerechtfertigt ist.

Gerade in Organisationen kann das geschehen, wenn individuelles Fehlverhalten von:

  • unklaren Zuständigkeiten
  • schlechten Prozessen
  • unzureichenden Ressourcen
  • Fehlentscheidungen auf anderen Ebenen
  • problematischen Anreizsystemen

begünstigt wurde.

Organisationsforschung weist deshalb darauf hin, dass Schuldzuschreibung auf Einzelpersonen strukturelle Ursachen verdecken kann.

 

 

 

Die entscheidende Frage lautet: Wer trug tatsächlich welchen Anteil?

 

Statt:

„Wer ist schuld?“

ist häufig die bessere Frage:

„Welche Faktoren haben zu diesem Ergebnis beigetragen?“

Dann können mehrere Ebenen sichtbar werden.

Zum Beispiel:

  • individuelle Entscheidungen
  • Führung
  • Informationsfluss
  • Ressourcen
  • Zeitdruck
  • Prozesse
  • Unternehmenskultur

 

 

 

Warum Gruppen Sündenböcke produzieren können

 

Gruppen stehen gelegentlich unter erheblichem Druck.

Etwas funktioniert nicht.

Unsicherheit steigt.

Verantwortung ist unklar.

Dann kann die Konzentration auf eine einzelne Person kurzfristig entlastend wirken.

Das Problem scheint plötzlich erklärt.

Forschung zu Kleingruppen beschreibt Sündenbockprozesse unter anderem als Möglichkeit, Konflikte und Schwierigkeiten auf einzelne Mitglieder zu verlagern.

 

 

 

Ein gemeinsamer Schuldiger kann eine Gruppe sogar verbinden

 

Das klingt paradox.

Doch wenn sich mehrere Menschen auf eine vermeintlich verantwortliche Person konzentrieren, kann vorübergehend ein Gefühl von Einigkeit entstehen.

„Wir haben das Problem gefunden.“

„Wir sind uns einig, woran es lag.“

Damit wird die Gruppe von unangenehmeren Fragen entlastet.

Zum Beispiel:

Was haben wir gemeinsam übersehen?

Welche Führung hat versagt?

Welche Struktur hat das Problem begünstigt?

 

 

 

Sündenböcke können auch strategisch erzeugt werden

 

Nicht jeder Sündenbockprozess entsteht unbewusst.

In Organisationen kann Schuldverschiebung auch strategisch eingesetzt werden.

Zum Beispiel, um:

  • Verantwortung von höheren Hierarchieebenen fernzuhalten
  • Reputationsschäden zu begrenzen
  • ein Problem als „gelöst“ erscheinen zu lassen
  • weitergehende Veränderungen zu vermeiden

Organisationsforschung beschreibt genau solche Formen gezielter Schuldverschiebung.

 

 

 

Die bequemste Erklärung ist nicht immer die beste

 

Nach einem Misserfolg entsteht häufig schnell der Wunsch:

Jemand muss verantwortlich sein.

Verantwortung ist wichtig.

Nur sollte sie sachlich verteilt werden.

Sonst entsteht ein gefährlicher Kurzschluss:

Person entfernt.

Problem scheinbar erledigt.

System unverändert.

 

 

 

Wenn das System unangetastet bleibt

 

Dann kann derselbe Fehler erneut auftreten.

Nur mit einer anderen Person.

Genau deshalb unterscheiden moderne Ansätze bei organisatorischen Fehlern zwischen einer rein personenbezogenen Schuldlogik und einer systemischen Analyse der Ursachen.

 

 

 

Typische Warnzeichen für Sündenbockmechanismen

 

Ein einzelnes Zeichen beweist noch wenig.

Mehrere zusammen können jedoch aufmerksam machen.

 

 

1. Plötzlich wird ein komplexes Problem auf eine Person reduziert

 

Viele Faktoren verschwinden aus der Diskussion.

Übrig bleibt:

„Er war das Problem.“

 

 

2. Verantwortung und Einfluss passen nicht zusammen

 

Jemand soll für Ergebnisse geradestehen, obwohl er kaum:

  • Entscheidungskompetenz
  • Budget
  • Personal
  • Informationen
  • Ressourcen

besaß.

Das ist ein besonders wichtiges Warnsignal.

 

 

3. Die Bewertung verändert sich erst nach dem Misserfolg

 

Vorher hieß es:

„Gute Arbeit.“

Nach dem Problem plötzlich:

„Wir hatten schon lange Zweifel.“

Dann lohnt sich ein Blick auf die zeitliche Entwicklung.

 

 

4. Frühere Entscheidungen anderer verschwinden aus der Geschichte

 

Vielleicht wurden:

Budgets gekürzt.

Warnungen ignoriert.

Deadlines festgelegt.

Entscheidungen von oben getroffen.

Im Nachhinein wird trotzdem eine einzelne ausführende Person verantwortlich gemacht.

 

 

5. Die Person wird zunehmend isoliert

 

Kollegen gehen auf Abstand.

Informationen fließen schlechter.

Gespräche finden ohne die Person statt.

Das kann den Prozess weiter verstärken.

 

 

6. Aus Kritik an einer Entscheidung wird Kritik an der Person

 

Aus:

„Diese Entscheidung war problematisch.“

wird:

„Mit ihr gibt es ständig Probleme.“

Dann verschiebt sich die Ebene.

 

 

7. Es entsteht eine auffallend einfache Erzählung

 

Zum Beispiel:

„Wenn X nicht gewesen wäre, wäre das Projekt erfolgreich.“

Bei komplexen Vorhaben lohnt sich bei solchen Erklärungen besondere Skepsis.

 

 

 

Verantwortung ohne Einfluss ist ein Risiko

 

Ein besonders wichtiger Punkt im Berufsleben:

Wer Verantwortung übernehmen soll, braucht einen angemessenen Einfluss auf das Ergebnis.

Dazu gehören je nach Aufgabe:

  • Entscheidungsbefugnisse
  • Ressourcen
  • Informationen
  • Zugang zu relevanten Personen
  • realistische Zeit

Wenn du für ein Ergebnis verantwortlich gemacht wirst, auf dessen Voraussetzungen du kaum Einfluss hattest, sollte das früh thematisiert werden.

 

 

 

Der attraktive Titel kann zur Falle werden

 

Manche Aufgaben klingen reizvoll.

Großes Projekt.

viel Verantwortung.

hohe Sichtbarkeit.

Doch frage vorher:

Welche tatsächlichen Befugnisse gehören dazu?

Ein Titel ersetzt keine Handlungsmöglichkeiten.

 

 

 

Vor Übernahme einer riskanten Aufgabe

 

Klär möglichst früh:

  • Was genau ist meine Verantwortung?
  • Was liegt außerhalb meiner Verantwortung?
  • Welche Entscheidungen darf ich treffen?
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Wer entscheidet bei Zielkonflikten?
  • Wie werden Risiken dokumentiert?

Diese Fragen sind keine übertriebene Absicherung.

Sie schaffen Klarheit.

 

 

 

Unklare Rollen begünstigen spätere Schuldzuweisungen

 

Je unklarer ein Projekt organisiert ist, desto leichter lässt sich nach einem Misserfolg die Geschichte neu schreiben.

Deshalb lohnt sich:

Zuständigkeiten klären.

Entscheidungen dokumentieren.

Risiken benennen.

Abhängigkeiten sichtbar machen.

 

 

 

Was tun, wenn du zum Sündenbock gemacht werden sollst?

 

Der erste Impuls kann sein:

sofort zurückschlagen.

alle Beteiligten beschuldigen.

eine lange Rechtfertigung schreiben.

Das ist verständlich.

Strategisch ist etwas anderes häufig hilfreicher.

 

 

 

1. Erst Fakten sammeln

 

Bevor du reagierst:

Was ist tatsächlich passiert?

Welche Entscheidungen wurden getroffen?

Von wem?

Welche Informationen lagen zu welchem Zeitpunkt vor?

Welche Risiken wurden benannt?

Welche Zuständigkeiten waren vereinbart?

Trenne:

Fakt.

Interpretation.

Vorwurf.

 

 

 

2. Den eigenen Anteil ehrlich prüfen

 

Sich gegen ungerechtfertigte Schuldzuweisung zu wehren bedeutet weniger, jede Verantwortung abzustreiten.

Vielleicht hast du tatsächlich einen Fehler gemacht.

Dann ist es oft stärker, ihn klar zu benennen.

Zum Beispiel:

„Diese Entscheidung habe ich getroffen. Dafür übernehme ich Verantwortung.“

Dann:

„Die darüber hinausgehende Darstellung entspricht aus meiner Sicht allerdings nicht dem tatsächlichen Entscheidungsprozess.“

Damit trennst du Verantwortung und Schuldverschiebung.

 

 

 

3. Nicht vorschnell alles übernehmen

 

Gerade verantwortungsbewusste Menschen sagen schnell:

„Ich hätte das verhindern müssen.“

Vielleicht.

Vielleicht überschätzt du rückblickend deinen damaligen Einfluss.

Frage:

Welche realistische Möglichkeit hatte ich zu diesem Zeitpunkt?

 

 

 

4. Dokumentiere sachlich

 

Dokumentation kann besonders wichtig werden, wenn Versionen eines Vorgangs auseinandergehen.

Sinnvoll können sein:

  • E-Mails
  • Protokolle
  • Entscheidungsvorlagen
  • Freigaben
  • Projektpläne
  • Risikoanzeigen
  • eigene Gesprächsnotizen

Rechtliche Fragen gehören dabei in juristische Hände.

Gerade bei arbeitsrechtlichen Konsequenzen sollte früh qualifizierte Rechtsberatung hinzugezogen werden.

 

 

 

5. Vermeide die große Verteidigungsrede

 

Eine sehr lange Rechtfertigung kann dazu führen, dass du dich in Details verlierst.

Stärker ist häufig:

Was ist der konkrete Vorwurf?

Welche Fakten sprechen dafür?

Welche Fakten fehlen?

Welchen Anteil übernehme ich?

Welche Verantwortung lag bei anderen Stellen?

 

 

 

6. Bleibe möglichst auf der Sachebene

 

Du musst dabei keineswegs emotionslos sein.

Ungerechtfertigte Schuldzuweisung kann:

wütend machen.

verletzen.

verunsichern.

Doch im entscheidenden Gespräch hilft es, die Argumentation möglichst klar zu halten.

Weniger:

„Ihr wollt mich doch alle fertig machen!“

Stärker:

„Lassen Sie uns die einzelnen Entscheidungen und Zuständigkeiten chronologisch betrachten.“

 

 

 

Emotion beweist weder Schuld noch Unschuld

 

Das ist mir wichtig.

Die ältere Vorstellung, ein emotionaler oder defensiver Mensch wirke dadurch automatisch schuldiger, ist zu einfach.

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Druck und ungerechte Vorwürfe.

Wut, Nervosität oder starke Anspannung beweisen nichts über tatsächliche Verantwortung.

Deshalb sollten Fakten wichtiger sein als psychologische Ferndiagnosen.

 

 

 

7. Keine Gegen-Sündenböcke produzieren

 

Die Versuchung kann groß sein:

„Dann war eben mein Chef schuld.“

Damit beginnt derselbe Mechanismus nur in die andere Richtung.

Stärker ist:

Verantwortung differenziert zuzuordnen.

Zum Beispiel:

„Die Entscheidung über A lag bei mir. Die Budgetentscheidung B lag auf Ebene C. Die zeitliche Vorgabe kam aus D.“

 

 

 

8. Wichtige Gespräche vorbereiten

 

Wenn viel auf dem Spiel steht, sollte ein solches Gespräch weniger improvisiert werden.

Bereite vor:

  • Kernbotschaft
  • Chronologie
  • Belege
  • eigener Verantwortungsanteil
  • Grenzen der eigenen Verantwortung
  • kritische Fragen

 

 

 

9. Formuliere deine Kernposition in wenigen Sätzen

 

Zum Beispiel:

„Ich übernehme Verantwortung für meine Entscheidung X. Die Aussage, ich hätte das gesamte Projekt verantwortet, trifft jedoch nicht zu. Budget, Zeitplan und finale Freigabe lagen außerhalb meines Mandats. Ich möchte deshalb die Verantwortlichkeiten anhand der dokumentierten Entscheidungen sauber trennen.“

Klar.

Sachlich.

Belastbar.

 

 

 

10. Suche früh unabhängige Perspektiven

 

Wer mitten in einem Konflikt steckt, verliert leichter den Überblick.

Hilfreich können sein:

  • erfahrene Vertrauenspersonen
  • juristische Beratung
  • Betriebsrat oder andere zuständige Stellen
  • professionelles Sparring

Welche Unterstützung passt, hängt von der Situation ab.

 

 

 

Wenn Hierarchie beteiligt ist

 

Besonders anspruchsvoll wird die Lage, wenn eine Führungskraft Verantwortung nach unten weitergibt.

Dann können Machtunterschiede die Situation beeinflussen.

Eine Führungskraft besitzt möglicherweise:

  • mehr Zugang zur Geschäftsleitung
  • mehr Einfluss auf die Darstellung
  • mehr Informationen
  • mehr Kontrolle über interne Kommunikation

Deshalb können Sachlichkeit und Dokumentation besonders wichtig werden.

 

 

 

Wenn du Führungskraft bist: Prüfe deine eigene Rolle

 

Auch Führungskräfte sollten sich fragen:

Suche ich gerade eine Ursache oder eine Person?

Das ist ein großer Unterschied.

 

 

 

Schlechte Führung sucht Schuldige

 

Gute Führung fragt:

Was ist passiert?

Warum?

Welche Entscheidungen haben dazu beigetragen?

Was müssen wir verändern?

Wer trägt welchen Anteil?

Persönliche Verantwortung bleibt wichtig.

Doch sie sollte Teil einer echten Ursachenanalyse sein.

 

 

 

Eine Lernkultur braucht Verantwortung ohne reflexhafte Schuldzuweisung

 

Wenn Mitarbeitende befürchten müssen, bei jedem Fehler öffentlich geopfert zu werden, verändert sich ihr Verhalten.

Dann werden Probleme möglicherweise:

  • später gemeldet
  • kleingeredet
  • verschoben
  • versteckt

Das kann die Organisation langfristig unsicherer machen.

 

 

 

Führung entscheidet, welche Nachrichten nach oben gelangen

 

Wenn schlechte Nachrichten bestraft werden, lernen Mitarbeitende:

„Sag es lieber erst, wenn du eine Lösung hast.“

Dann erfährt die Führung Probleme später.

Das kann wiederum neue Krisen begünstigen.

 

 

 

Fehlerkultur bedeutet weniger Folgenlosigkeit

 

Auch dieser Unterschied ist wichtig.

Eine gute Fehlerkultur heißt nicht:

„Niemand trägt Verantwortung.“

Sie bedeutet:

Verantwortung präzise klären.

aus Fehlern lernen.

systemische Ursachen untersuchen.

und notwendige Konsequenzen angemessen ziehen.

 

 

 

Sündenbock oder berechtigte Verantwortungszuschreibung?

 

Das lässt sich nicht immer sofort erkennen.

Hilfreiche Fragen:

  • Hatte die Person tatsächlich Entscheidungsmacht?
  • Waren die notwendigen Informationen verfügbar?
  • Welche anderen Faktoren haben beigetragen?
  • Wurden Risiken vorher benannt?
  • Gab es strukturelle Probleme?
  • Wird Verantwortung nachvollziehbar oder pauschal zugewiesen?

 

 

 

Vorsicht vor dem umgekehrten Fehler

 

Nicht jeder Vorwurf ist Sündenbockdenken.

Menschen tragen Verantwortung.

Führungskräfte ebenso.

Wer jede Kritik sofort als Sündenbockmechanismus bezeichnet, schützt sich möglicherweise vor berechtigter Rückmeldung.

Deshalb gehört Selbstprüfung dazu.

Sich gegen ungerechtfertigte Schuldzuweisung zu schützen und berechtigte Verantwortung zu übernehmen gehören zusammen.

 

 

 

Sündenbockmechanismen und Mobbing

 

Beides kann sich überschneiden.

Wenn eine Person dauerhaft:

  • abgewertet
  • ausgeschlossen
  • für nahezu alles verantwortlich gemacht
  • systematisch beschädigt

wird, kann die Situation über eine einzelne Schuldzuschreibung hinausgehen.

Dann sollte sie entsprechend ernst genommen werden.

 

 

 

Whistleblower können ebenfalls unter Druck geraten

 

Eine besondere Konstellation entsteht, wenn eine Person auf Probleme hinweist und anschließend selbst zum Problem erklärt wird.

Dann verschiebt sich die Debatte von:

„Was hat diese Person aufgedeckt?“

zu:

„Was stimmt mit dieser Person nicht?“

Forschung zu organisatorischem Fehlverhalten beschreibt solche konkurrierenden Schuld- und Deutungsprozesse ausdrücklich.

 

 

 

Die Person hinter dem Vorwurf angreifen

 

Typische Ablenkungen können sein:

„Sie ist schwierig.“

„Er passt kulturell nicht zu uns.“

„Mit ihr gab es schon früher Konflikte.“

Diese Informationen können relevant sein.

Sie beantworten jedoch noch nicht die Sachfrage.

Deshalb:

Person und konkrete Behauptung getrennt prüfen.

 

 

 

Was Führungskräfte vorbeugend tun können

 

1. Verantwortlichkeiten klar definieren

Wer entscheidet was?

 

2. Risiken früh dokumentieren

Damit sie nach einem Misserfolg nicht rückwirkend verschwinden.

 

3. Widerspruch ermöglichen

Kritische Stimmen dürfen früh gehört werden.

 

4. Entscheidungen nachvollziehbar machen

Wer hat wann auf welcher Grundlage entschieden?

 

5. Nach Fehlern Ursachen statt Figuren suchen

Die Frage lautet:

Was hat zum Ergebnis beigetragen?

 

 

 

Ein guter Post-Mortem fragt mehr als: Wer war verantwortlich?

 

Zum Beispiel:

  • Was wussten wir damals?
  • Welche Annahmen waren falsch?
  • Welche Warnsignale haben wir übersehen?
  • Welche Rahmenbedingungen haben das Ergebnis beeinflusst?
  • Was müssen wir verändern?

So entsteht Lernen.

 

 

 

Retrospektive Verzerrung vermeiden

 

Nach einem Misserfolg erscheint vieles plötzlich offensichtlich.

„Das hätte doch jeder sehen müssen.“

Doch zum damaligen Entscheidungszeitpunkt waren möglicherweise:

Informationen unvollständig.

mehrere Szenarien plausibel.

Zeitdruck vorhanden.

Deshalb sollte Verantwortung anhand dessen bewertet werden, was damals vernünftigerweise bekannt war.

 

 

 

Die Rolle der Kommunikation

 

Kommunikation allein löst einen Sündenbockmechanismus kaum.

Sie kann dir jedoch helfen:

  • deine Position klar darzustellen
  • Fakten zu ordnen
  • unnötige Eskalation zu vermeiden
  • kritische Fragen vorzubereiten
  • Grenzen zu setzen

 

 

 

Was du besser vermeiden solltest

 

Zum Beispiel:

  • unüberlegte Rundmails im Affekt
  • pauschale Gegenbeschuldigungen
  • Spekulationen als Fakten
  • öffentliche Drohungen ohne Strategie
  • vorschnelle Schuldeingeständnisse

Wenn rechtliche Konsequenzen möglich sind, sollte Kommunikation mit juristischer Beratung abgestimmt werden.

 

 

 

Was du sagen kannst

 

Zum Beispiel:

„Ich möchte meinen Verantwortungsanteil präzise klären.“

„Lassen Sie uns die Entscheidungen chronologisch betrachten.“

„Für diesen Teil übernehme ich Verantwortung.“

„Dieser Punkt lag außerhalb meiner Entscheidungsbefugnis.“

„Welche konkrete Entscheidung werfen Sie mir vor?“

Solche Formulierungen halten das Gespräch näher an der Sache.

 

 

 

Wenn du bereits öffentlich beschuldigt wirst

 

Dann steigt die Komplexität.

Je nach Situation können beteiligt sein:

  • Geschäftsführung
  • HR
  • Rechtsberatung
  • Kommunikation
  • Medien

Spontane öffentliche Gegenwehr kann zusätzliche Risiken erzeugen.

Deshalb zuerst:

Situation klären.

rechtliche Lage prüfen.

Kernposition bestimmen.

Dann kommunizieren.

 

 

 

Sündenbockmechanismen in Krisen

 

Krisen erhöhen den Druck, schnell eine Erklärung zu liefern.

Genau dann steigt das Risiko vereinfachter Schuldzuschreibung.

Organisationsforschung beschreibt Krisen, Skandale und größere Fehlschläge als typische Situationen, in denen Sündenbockmechanismen auftreten können.

 

 

 

Die schnelle Entlassung kann beruhigend wirken

 

Eine Organisation zeigt:

„Wir haben reagiert.“

Das kann angemessen sein.

Es kann jedoch auch den falschen Eindruck erzeugen:

„Damit ist die Ursache beseitigt.“

Diese beiden Fragen sollten getrennt werden:

Welche individuelle Verantwortung besteht?

Welche organisatorische Veränderung ist zusätzlich nötig?

 

 

 

Executive Presence in einer Schuldkrise

 

Für Führungskräfte können solche Situationen besonders anspruchsvoll sein.

Du musst möglicherweise gleichzeitig:

  • Verantwortung übernehmen
  • ungerechtfertigte Vorwürfe zurückweisen
  • dein Team schützen
  • gegenüber Vorgesetzten berichten
  • ruhig bleiben

Das erfordert mehr als gute Rhetorik.

Es braucht Klarheit über die eigene Position.

 

 

 

Übernimm das, was deins ist

 

Das erhöht Glaubwürdigkeit.

Und weise zurück, was sachlich nicht zu deiner Verantwortung gehört.

Beides kann gleichzeitig möglich sein.

 

 

 

Schuld und Verantwortung unterscheiden

 

Der Begriff Schuld ist häufig moralisch aufgeladen.

Verantwortung lässt sich sachlicher betrachten.

Zum Beispiel:

Wer entschied?

Wer wusste was?

Wer hatte welche Aufgabe?

Wer konnte eingreifen?

Diese Fragen führen meist weiter.

 

 

 

Sieben Fragen, wenn du dich zum Sündenbock gemacht fühlst

 

1. Was wird mir konkret vorgeworfen?

Keine allgemeinen Etiketten.

 

2. Welchen Anteil trage ich tatsächlich?

Ehrlich prüfen.

 

3. Welchen Einfluss hatte ich auf das Ergebnis?

Verantwortung und Befugnis vergleichen.

 

4. Welche anderen Faktoren spielten eine Rolle?

Strukturen und Entscheidungen berücksichtigen.

 

5. Welche Unterlagen existieren?

Chronologie rekonstruieren.

 

6. Welche Unterstützung brauche ich?

Juristisch, organisatorisch oder kommunikativ.

 

7. Was ist meine klare Kernposition?

In wenigen Sätzen.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was bedeutet Sündenbock?

Ein Sündenbock ist eine Person oder Gruppe, der für ein Problem übermäßig oder ungerecht Verantwortung zugeschrieben wird. Dabei können komplexere Ursachen oder Verantwortlichkeiten aus dem Blick geraten.

 

Ist ein Sündenbock immer unschuldig?

Nein. Eine Person kann einen tatsächlichen Anteil am Problem besitzen und trotzdem zum Sündenbock werden, wenn ihr Verantwortung zugeschrieben wird, die weit über ihren realen Einfluss hinausgeht.

 

Warum brauchen Gruppen Sündenböcke?

Die Konzentration auf einen Schuldigen kann Unsicherheit reduzieren und komplexe Probleme scheinbar einfacher machen. Gruppendynamische Forschung beschreibt solche Mechanismen unter anderem als Verlagerung von Konflikten und Schwierigkeiten auf einzelne Mitglieder.

 

Wie erkenne ich, ob ich zum Sündenbock gemacht werde?

Warnzeichen können sein, dass ein komplexes Problem zunehmend auf dich reduziert wird, deine tatsächlichen Befugnisse ignoriert werden oder frühere Entscheidungen anderer Beteiligter aus der Darstellung verschwinden.

 

Wie sollte ich reagieren?

Klär zunächst die Fakten, prüfe deinen eigenen Verantwortungsanteil, dokumentiere Entscheidungen und bereite wichtige Gespräche sorgfältig vor. Bei möglichen rechtlichen Folgen ist qualifizierte Rechtsberatung wichtig.

 

Sollte ich mich sofort verteidigen?

Eine schnelle Reaktion kann sinnvoll sein, ein impulsiver Rundumschlag selten. Häufig ist es besser, zunächst Vorwurf, Faktenlage und eigene Position zu klären.

 

Ist Sündenbockdenken dasselbe wie Mobbing?

Nein. Die Phänomene können sich überschneiden. Mobbing bezeichnet typischerweise wiederholte systematische Schikanierung oder Ausgrenzung. Ein Sündenbockmechanismus konzentriert Verantwortung oder Schuld auf eine Person.

 

Was können Führungskräfte dagegen tun?

Klare Zuständigkeiten, transparente Entscheidungen, frühe Risikokommunikation und eine sachliche Ursachenanalyse nach Fehlern reduzieren die Versuchung, komplexe Probleme auf einzelne Personen zu verkürzen.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Wenn etwas schiefläuft, braucht eine Organisation Verantwortung.

Sie braucht jedoch ebenso Wahrheit über die Ursachen.

Eine einzelne Person verantwortlich zu machen kann kurzfristig Ordnung schaffen.

Wenn dadurch strukturelle Probleme unsichtbar bleiben, wird es teuer.

Verantwortung sollte dort liegen, wo Einfluss, Entscheidung und tatsächlicher Beitrag lagen – nicht dort, wo sich Schuld am bequemsten abladen lässt.

 

 

 

Wenn du dich in einer schwierigen Schuld- oder Verantwortungsfrage befindest

 

Solche Situationen können beruflich erhebliche Tragweite besitzen.

Vielleicht steht ein Gespräch bevor.

Vielleicht musst du deine Rolle gegenüber Geschäftsführung, Vorstand oder anderen Beteiligten darstellen.

Vielleicht willst du zunächst selbst klären:

Was gehört tatsächlich zu meiner Verantwortung?

Wo wird Verantwortung verschoben?

Was lässt sich belegen?

Wie formuliere ich meine Position klar?

Im vertraulichen 1:1 können wir die Situation aus unterschiedlichen Perspektiven prüfen und wichtige Gespräche gezielt vorbereiten.

Dabei geht es beispielsweise um:

  • Chronologie und Verantwortlichkeiten
  • Kernbotschaft
  • Argumentation
  • kritische Fragen
  • Grenzen
  • Auftreten unter Druck

Rechtliche Beratung gehört dabei ausdrücklich in die Hände entsprechend qualifizierter Juristen.

Meine Rolle liegt in der strategischen und kommunikativen Vorbereitung.

Online oder persönlich in Berlin.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was gilt es zu unterlassen, um sich nicht unnötig als Sündenbock und somit Opfer anzubieten? Welcher Spielraum bleibt, wenn die Rolle vergeben wurde?

Die Jagd nach dem Sündenbock ist die einfachste. Dwight D. Eisenhower

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 2018
Überarbeitung: 20. November 2019
AN: #878
K: CNC
Ü:

Welttag des Händewaschens: Eine Hand wäscht die andere

Welttag des Händewaschens: Eine Hand wäscht die andere

Am 15. Oktober ist der Welttag des Händewaschens – ein Höhepunkt der Hygiene, Menschheitsgeschichte und improRhetorik™️. So wäscht eine Hand die andere.
Welttag des Händewaschens

Eine Hand wäscht die andere

 

Am 15. Oktober wird feierlich der jährliche Welttag des Händewaschens veranstaltet – ein Höhepunkt der Hygiene und Menschheitsgeschichte sowie eine Übungsgelegenheit für improRhetorik™.

Händewaschen

 

Am 15. Oktober wird jährlich in aller Welt feierlich der jährliche Welttag des Händewaschens veranstaltet (oder richtiger: begangen) – ein Höhepunkt der Hygiene und Menschheitsgeschichte (sowie improRhetorik™️).

Das Ereignis ist nun schon wieder fast in Vergessenheit geraten. Das zeigen eigene Studien. Doch weshalb solltest du meinen Behauptungen Glauben schenken, wo ich doch so oft darauf hinweise, dass Umfrageergebnisse so eine Sache sind. Oder, wie war das bei Heisenbergs Unschärferelation: der Beobachter beeinflusst das Geschehen? So ähnlich war es zumindest, ich lese das später nochmals in Ruhe.

Nicht jeder Versuchsteilnehmer mag beobachtet werden. Dabei gehe ich bei meinen Feldstudien sehr diskret vor und habe zur statistischen Absicherung verschiedenste Preisklassen einbezogen. Letzteres hat übrigens keine relevanten Veränderungen der Waschplatzbenutzungshäufigkeit ergeben.

Wer in gastronomischen Einrichtungen die sanitären Anlagen besucht, kann sich selbst ein Bild machen. Bei den Herren sind jedenfalls viele Wassersparer unterwegs. Viele Toilettenbesucher (ich finde ja die amerikanische Bezeichnung Restroom viel ansprechender) waschen sich nun schon wenige Tage nach dem Welthändewaschtag nicht mehr die gerade noch mit Keimen üppig verseuchten Greifwerkzeuge.

Mit solcherlei Gedanken im Kopf verstehe ich nun die bisher für skurril gehaltenen Zeitgenossen, die stets ihr Handdesinfektionsmittel einsatzbereit halten. Da wird die Begrüßung mit Handschlag ja für Unbedarfte schnell zum Ritt auf dem Vulkan, von den Streptokokken gar nicht zu reden. Der amerikanische Tag des Händeschüttelns (National Handshake Day) ist übrigens stets am letzten Donnerstag im Juni. Ob und wenn ja, welche Vorsichtsmaßnahmen für diesen Feiertag empfohlen werden, ist mir nicht bekannt. Ungefährlicher klingt der Winke-deinen-Nachbarn-mit-der-ganzen-Hand-zu-Tag (engl. Wave All Your Fingers At Your Neighbors Day) am 7. Februar.

 

 

 

Und was nun?

 

Ist es an der Zeit endlich auf geeignete Weise die Relevanz des regelmäßigen Händewaschens zu verdeutlichen?

 

 

 

Ernsthaft

 

Gerade noch den niedlichen Hund gestreichelt, die Toilette besucht und Klinken geputzt gelangen die dabei gesammelten Keime von Hand zu Hand. Werden dann mit diesen Händen Nahrungsmittel oder das Gesicht berührt, können Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen und Infektionen auslösen. Tatsächlich wird zahlreichen Infektionskrankheiten der Weg auf diesen Wegen bereitet und richtiges Händewaschen sie deutlich reduzieren.

Infektionskrankheiten sind nicht lustig! Doch weil es wie eine Selbstverständlichkeit klingt, sich die Hände zu waschen, es aber nicht ist, habe ich das Stichwort aufgegriffen.

So wurde ich bei der Vorstellung der Artikelidee auch gleich darauf aufmerksam gemacht, dass viele Menschen das Thema nicht nur unterschätzen, sondern auch ihnen auch das Wissen für das richtige Händewaschen fehlt.

 

 

 

So geht es

 

Hätte ich mein erstes Studium (Diplom-Ingenieur Versorgungs- und Energietechnik) einige Jahre früher beendet, wäre mein Titel Gesundheitsingenieur. Soweit zur akademischen Qualifikation. Für das richtige Händewaschen ist jedoch kein Studium erforderlich.

Was es braucht, ist zuerst einmal vorzugsweise warmes fließendes Wasser und Seife. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen. Der erfahrene Händewäscher seift die Hände gründlich ein und denkt dabei sowohl an die Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und den oft vernachlässigten Daumen. Gerne vergessen werden die Fingernägel, der Profi achtet auch darauf. Sollte ich noch Ringe erwähnen? Besser ist es, trotz des Risikos, dass Schmuck gerne im Abfluss entschwindet! Die Seife wird rund 20 bis 30 Sekunden an allen Stellen sanft und gründlich eingerieben. Anschließend werden die Hände unter fließendem Wasser abgespült. Trickreich gilt es insbesondere auf öffentlichen Toiletten den Wasserfluss zu beenden, ohne die Keime erneut aufzunehmen. Beliebte Werkzeuge dabei sind Einweghandtuch und Ellenbogen. Die Hände wollen nun sorgfältig abgetrocknet werden, auch in den Fingerzwischenräumen. Das dafür ein sauberes Handtuch erforderlich ist, spricht sich langsam herum. Voila, so wäscht eine Hand die andere.

Zwanghaftes Händewaschen ist kein wünschenswertes Ziel, etwas Aufmerksamkeit für das Thema schon. Die Hände dürfen ruhig auch gewaschen werden, wenn sie noch nicht schmutzig aussehen. Die Krankheitserreger sind nun mal nicht mit den bloßen Augen zu erkennen.

P.S.

 

Was halten Sie davon und wer nimmt sich nun dem Thema an?

Die Begrüßung mit Handschlag
 wird für Unbedarfte schnell zum Ritt auf dem Vulkan,
von den Streptokokken gar nicht zu reden. Karsten Noack

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2018
Überarbeitung: 24. Oktober 2018
Englische Version:
AN: #456
K: CNB
Ü:

16 Zeichen für miesen Populismus! Gibt es auch guten Populismus?

16 Zeichen für miesen Populismus! Das ist doch nur Populismus oder ist das wichtig?

Ist Populismus Segen oder Teufelswerk?

Das ist doch nur Populismus oder ist das wichtig?

Ist Populismus gut oder schlecht?

 

Dem Publikum aus der Seele sprechen, das lernen Redner ganz am Anfang. Doch als Populist will kaum jemand bezeichnet werden. Hat Populismus zu Recht einen so schlechten Ruf und woran ist mieser Populismus erkennbar?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Populismus

 

Populist? Ich nicht, das sind die anderen!

 

Was soll daran schlecht sein, dem Publikum aus der Seele zu sprechen? Das lernen gute Redner doch ganz am Anfang. Als Populist will jedoch kaum jemand bezeichnet werden. Wieso?

 

 

 

Ist Populismus nun gut oder schlecht, Segen oder Teufelswerk?

 

Populismus ist ein schwammiger Begriff. Wenn Populismus (populus = Volk) bedeutet den Wählern zuzuhören und sich für deren Interessen einzusetzen, wieso hat der Begriff dann so einen üblen Beigeschmack?

Hatte Walter Scheel recht, als er meinte; „Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.“?

Die gewählte Kanzlerin Angela Merkel steht im Ruf ihre Entscheidungen wesentlich an regelmäßigen Umfragen neu auszurichten, selbst wenn es als Kehrtwende wahrgenommen wird. Was ist eigentlich populistisch und ist das nun gut oder schlecht?

 

 

 

Guter Populismus

 

Ein genauerer Blick auf den Begriff: Populismus ist eine Form des Opportunismus, bei der eine Person wie ein Politiker oder eine Gruppe wie eine Partei, einer breiten Bevölkerungsgruppe das verspricht, was diese vermutlich hören will. So wird angestrebt deren Interessen zu vertreten. Das ist etwas, das in einer Staatsform wie unserer Demokratie ja durchaus gewollt ist. Das klingt auf jeden Fall erst einmal wünschenswerter als eine ideologische Politik, die nur ihre eigene Weltanschauung gelten lässt. Abraham Lincoln definierte Demokratie als Regierung des Volkes, für das Volk und durch das Volk.

Selbst eigenartige Populisten packen mitunter unliebsame Themen an und bringen sie in Bewegung. Wer es ernst meint mit der Demokratie, hört zu und bildet sich eine eigene Meinung. Auch in so manchem sehr bedenklichen Populismus steckt ein Körnchen Wahrheit. Wenn wir uns dem angemessen widmen, wird kaum größerer Unfug daraus.

 

 

 

Mieser Populismus

 

Wird als Populismus eine Redeweise betrachtet, die versucht sich die Zustimmung beim Zuhörer auf berechnende und anbiedernde Weise zu erringen, doch bei genauerer Betrachtung unlogisch ist, dann können wir darauf gerne verzichten.

Manche Forderungen, die als populistisch bezeichnet werden, sind bei genauerer Betrachtung vor allem eines; zu offensichtlich berechnend und auf Beifall bedacht.

Spätestens, wenn der Eindruck aufkommt, es handle sich um ein Mittel zum Zweck oder es diene nur den eigenen Interessen, wird es bitter. Viele Wähler wünschen sich von authentischen Persönlichkeiten vertreten zu werden. Doch gerade der Eindruck ist ohnehin in breiten Schichten nur noch selten zu finden.

Ja, falsche Versprechungen zu machen, hilft dabei Wahlen zu gewinnen. Heute treibt nur noch selten Begeisterung die Wähler an die Urnen, sondern Frust. Frustrierte Menschen können, wie durch den Rattenfänger von Hameln, eingesammelt und instrumentalisiert werden. Was schützt, sind aufgeklärte Menschen, die sich nicht so leicht etwas vormachen lassen und mitgestalten.

 

Hier ein paar Eigenschaften von bedenklichem Populismus:

 

1. Wir vertreten den gesunden Menschenverstand

 

Populisten beanspruchen den gesunden Menschenverstand zu vertreten, der dem intellektuellen Verstand überlegen sei. Das versteht ja ohnehin keiner, das ist nichts. Der gesunde Menschenverstand beruht auf konkreter Erfahrung im wahren Leben und ist noch nicht von Eliten verfälscht worden.

 

 

 

2. Personenkult

 

Menschen wählen Menschen und Zustände. Deswegen neigt populistische Politik dazu einzelne Personen in den Vordergrund zu heben. Die Personen an der Spitze werden teilweise wie Sektenführer verherrlicht und können die skurrilsten Dinge tun, ohne, dass ihre Anhänger sich daran reiben würden. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall; absurdes Verhalten wird als Beweis von Authentizität gewertet.

Smarte und für die Medien taugliche Personen haben auf Zeit die größeren Chancen an der Spitze populistischer Parteien. Ob in der Politik hierzulande Charisma eine geringere Rolle spielt, das ist wohl Ansichtssache und wenn das nicht so sehr der Fall ist, dann liegt es insbesondere bei etablierten Parteien vermutlich an den internen Zusammenhängen.

 

 

 

3. Parteiprogramm

 

Populisten geben sich gerne einen patriotischen Anstrich, doch im Denken sie eher ideologisch als patriotisch. Parteiprogramme lesen die wenigsten Menschen. Deswegen werden einige wenige einfache Botschaften bis zum Abwinken wiederholt.

 

The most successful politician is he who says what the people are thinking most often in the loudest voice.

Theodore Roosevelt

 

 

 

4. Ängste werden geschürt

 

Berechtigte Hinweise auf Missstände sind die Voraussetzung für positive Entwicklungen. Doch, darum geht es oft nicht oder zumindest nur als Mittel zum Zweck.

Katastrophen willkommen. In einer postfaktischen Welt (Hurra, ich habe den Begriff untergebracht! Verzeihung.) ist so gut wie alles behauptbar. Alternative Realitäten machen es möglich. Ob geschummelt, real und angemessen oder auf dünner Faktenbasis konstruiert: Typisch ist es, Hiobsbotschaften, durch unhaltbare Versprechungen für eigene Zwecke zu nutzen. Dem mit gründlichen Analysen und durchdachten Lösungen zu begegnen, die den kulturellen Werten entsprechen, liegt ihnen fern.

 

 

 

5. Bewusster Stilbruch

 

Ärmel hoch, Stilbruch als Hinweis darauf anzupacken und sich anders als das Establishment notfalls auch die Finger schmutzig zu machen. Tabubruch als Strategie.

Political Correctness ist „…doch nur ein Maulkorb für die unbequeme Wahrheit!“ ist da zu hören. Entsprechend heftig fallen die Botschaften aus. Publikum und ganz besonders Boulevardpresse tragen solche Botschaften dann in die Welt und helfen mit mehr oder weniger ehrlicher Entrüstung.

 

 

 

6. Institutionsfeindlichkeit

 

Instrumentalisiert wird die Verachtung für das System. Nun geht es endlich gegen das Establishment. Elitenkritik ist beliebt. Wer auch immer das genau ist, bleibt mitunter recht offen.

Versprochen wird ein Ende der Bevormundung des Volkes durch irgendwelche Eliten. Der Widerspruch dabei: Populistische Parteien neigen dazu, ihren Alleinvertretungs­anspruch schnellstens auch durch Institutionalisierung zu sichern, sobald sie sich selbst dazu in der Lage fühlen.

 

 

 

7. Polarisierung

 

Sehr viele Menschen sind ohnehin schon verunsichert. Das wird genutzt. Antipolitik zerstört den Konsens und spaltet Gesellschaften. Das eint die Anhänger um ihren Anführer und erschwert ansonsten das Zusammenleben und Lösungen für tatsächliche Probleme.

Hoch leben Echokammer und Filterblase, da lässt es sich eine Zeit gemütlich machen, bis es wieder hinaus in die Realität geht. Der Riss durch die Bevölkerung nimmt zu.

 

 

 

9. Symbole

 

Inszenieren statt tatsächlich anpacken. Beliebt ist aktionistische Symbolpolitik die durch die Öffentlichkeit die gewünschte Wirkung entfaltet. Nicht was daraus folgt, ist wichtig, sondern wie es wahrgenommen wird.

 

 

 

10. Moralisierung

 

Vorsicht Falle! Unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung gelten die Eliten als korrupt, doppelzüngig, eigennützig, abgehoben und arrogant. Eliten sind nur weitere Parasiten in einem unfairen System. Ihnen ist zu misstrauen, egal wie vielversprechend oder glaubhaft ihre Aussagen klingen. Alles nur Schall und Rauch.

 

 

 

11. Feindbild

 

Gegner sind von jeher wirksame Mittel der Profilierung, an ihnen lässt sich reiben, sich ausrichten. Gemeinsame Gegner verbinden. Das gilt für Unternehmen, ebenso wie für die Politik. Der Verzicht auf moralische Ansprüche erweitert die Optionen.

Unnötige Zurückhaltung wird als Zeichen für Schwäche und Doppelzüngigkeit gedeutet, die es im Sinne der guten Sache nicht geben darf. Da darf der Gegner auch persönlich und unter der Gürtellinie angegriffen werden. Häufig bekommen Gegner herabwürdigende Bezeichnungen die so oft verwendet werden, bis sie mit diesen verknüpft sind. Der Zweck heiligt aus Sicht von Populisten die Mittel.

 

 

 

12. Opfer, Klein gegen Groß,..

 

David gegen Goliath. Populisten stellen sich gerne als Märtyrer dar, die bereit sind sich für die gute Sache zu opfern. So wollen sie über die eigene Person herauswachsen und jeder Rückschlag dient als Beweis von moralischer Größe.

 

 

 

13. Inklusion und Exklusion: Paarbildung,…

 

Linker Populismus strebt die Einbeziehung (Inklusion) unterprivilegierter Bevölkerungsschichten in ein parastaatliches Klientelsystem ein. Dafür, dass auf die vertretenen Gruppen die Ressourcen umverteilt werden, sollen diese die Führung übergeben.

Rechter Populismus strebt den Ausschluss (Exklusion) von Gruppen an. Sie bekämpfen aus ihrer Sicht Sozialstaatsschmarotzer, Wirtschaftsflüchtlinge, Asylbewerber, ethnische Minderheiten und zum Schutz der guten Sache unbequeme Andersdenkende.

 

 

 

14. Zielgruppe

 

Sinkende Wahlbeteiligung, Mitgliederschwund in den etablierten Parteien, eine wachsende Zahl von Nichtwählern, Politikverdrossenheit, weil es ja doch nichts bringt! Dieses Gefühl von Machtlosigkeit lässt sich sehr gut instrumentalisieren. Populisten wenden sich deswegen auch sehr gerne an bildungsferne, unpolitische Teile der Bevölkerung. Die fühlt sich dann endlich vertreten und übergibt umso bereitwilliger ihre Stimme.

 

 

 

15. Zugehörigkeit

 

Wir und die anderen. Wähler wollen Zugehörigkeit. Populisten widmen sich diesem Bedürfnis. Umso geringer das Selbstbewusstsein der Zielgruppe, desto wirksamer die Ansprache. Wir sind die Guten! Deswegen sind die Anderen die Bösen.

 

 

 

16. Einfache Antworten

 

Endlich ein Patentrezept! Was einfach klingt, klingt glaubhafter und nimmt den Ängsten etwas Druck. Populismus ist ein Politikstil, der mittels vermeintlich populärer Phrasen die Komplexität leugnet. Ein auf differenzierten Argumenten basierender Diskurs wird vermieden, ja sogar wo möglich bestraft. So sind dann auch die Botschaften; Scheinlösungen. Bis sich die Auswirkungen zeigen kann der Schaden schon immens sein.

 

 

 

Missbrauch des Begriffs Populismus als Schmähwort

 

Mitunter klingt der Hinweis, es handle sich bei einer Aussage doch nur um Populismus, wie eine Killerphrase. So, als würde es nur darum gehen, eine Diskussion auf diese Weise im Keim zu unterdrücken. Tabu! Aussetzen!

Häufig wird der Populismus-Vorwurf als Manipulationsversuch eingesetzt. Es erfordert eine breite Aufmerksamkeit der Beobachter, damit solche Versuche nicht gelingen. Laut Definition entspricht Populismus (abgeleitet vom lateinischen populus für Volk) dem, was viele Menschen bewegt. Respektvolle Meinungsäußerungen, die im Einklang mit anerkannten Werten stehen, sind im allgemeinen Interesse. Und das selbst, wenn einem die Aussagen nicht schmecken. Demokratie lebt von einer lebendigen Diskussionskultur. Bei Verdacht von Worthülsen lässt sich ja konsequent nachfragen.

 

 

 

Fazit

 

Von wegen nur extreme Parteien setzen auf Populismus. Merkmale des bedenklichen Populismus sind bei vielen Parteien zu finden.

Protest- und Identitätspopulismus, Populismus, links, rechts? Mancher Blödsinn ist einfach nur Blödsinn! Doch die dahinter stehenden Bedürfnisse dürfen nicht ignoriert werden. Tabuisierung spielt Extremen zu.

Nur weil Populisten ein Thema missbrauchen ist das noch kein Beweis dafür, dass es keines ist. Ignoriert die Politik die Bedürfnisse der Bürger, spielt sie Wähler dem negativen Populismus in die Hände. Die typischen Mechanismen bringen einen Teufelskreis in Gang. Setzen diejenigen, die den Verfall der Demokratie mit Entsetzen befürchten, auf die falschen Mittel, liefern sie unfreiwillig zusätzliches das Schmiermittel für die Zerstörung. Zunehmende Polarisierung über die Schmerzgrenze hinaus, beendet den Dialog, die Chancen für Lösungen schwinden. Gemäßigte Stimmen neigen zum Schweigen, wenn zu heftig gepöbelt wird. Doch genau diese Stimmen werden gebraucht. Teilnehmen statt nörgeln, Schluss mit den alltäglichen Beleidigungen. Wir brauchen den differenzierten Diskurs, der auf Argumenten beruht.

Unterstützung

 

Sie wollen bei all dem Lärm und den vielen Interessen etwas Konstruktives beitragen? Gute Idee! Lassen Sie sich von mir, Karsten Noack, unterstützen. Von den Erfahrungen aus Marketing, Psychologie und Kommunikation werden Sie profitieren. Die Investition in professionelle Unterstützung lohnt sich, wenn Sie etwas zu bieten haben. Wenn Sie Wettbewerb haben, sorgen wir für Ihren Vorsprung. Und falls Sie nicht in Berlin sind, dann geht es auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung. Es handelt sich um ein Vorhaben, das die Welt besser macht und an der Sie nichts verdienen außer möglicherweise Ruhm, Ehre und Punkte auf dem Karmakonto? So manches Vorhaben unterstütze ich ohne Berechnung. Senden Sie mir dazu eine Beschreibung Ihres Vorhabens und wie ich Sie, auf welche Weise, unterstützen kann.

 

 

 

Nur Mut

 

Viele sehr gute Beiträge werden nicht gehört, weil der Mut fehlt den eigenen Standpunkt auszusprechen. Manche Menschen sind zu introvertiert oder haben aus anderen Gründen keine Freude daran vor Gruppen zu sprechen. In unserer Gesellschaft wird versucht Lampenfieber lieber zu verstecken. Die Wahrheit ist; es leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor Publikum unter sehr intensivem Lampenfieber. In diesem Zustand ist es deutlich schwerer zu überzeugen. Gut zu wissen, dass ich Ihnen auch hier helfen kann. Nur, für den Fall … Damit Sie und Ihr Angebot überzeugen!

P.S.

 

Wie stehen Sie zum Begriff Populismus? Alles nur eine Frage der Definition? Welche Aspekte sind positiv und welche negativ? Was gibt es zu lernen?

Populisten sind jene Menschen, die einen Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen. William Shakespeare

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. Januar 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNB
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