Plausibel argumentieren: So werden Aussagen nachvollziehbar und glaubwürdig

Plausibilität: Warum gute Argumente nachvollziehbar sein müssen

Plausibel argumentieren: So werden Aussagen nachvollziehbar und glaubwürdig
Plausibilität - Redner, die überzeugen wollen, sollten auf Plausibilität achten

Plausibilität: Warum gute Argumente nachvollziehbar sein müssen

 

Du kannst recht haben und trotzdem wenig überzeugen.

Das klingt zunächst widersprüchlich.

Doch Menschen beurteilen Aussagen kaum ausschließlich danach, ob sie objektiv richtig sind.

Sie fragen auch:

Kann ich nachvollziehen, wie diese Person zu ihrer Einschätzung kommt?

Passen die Argumente zusammen?

Sind die Zahlen verständlich?

Fehlt ein wichtiger Schritt?

Und:

Ergibt das Ganze für mich Sinn?

Genau darum geht es bei Plausibilität.

Eine Aussage wirkt plausibel, wenn das Publikum ihren Gedankengang nachvollziehen kann.

 

 

 

Was bedeutet Plausibilität?

 

Plausibel bedeutet:

einleuchtend.

nachvollziehbar.

verständlich.

Eine plausible Aussage muss deshalb noch keineswegs wahr sein.

Und eine wahre Aussage wirkt nicht automatisch plausibel.

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Menschen können sich irren und trotzdem sehr überzeugend argumentieren.

Und Menschen können über belastbare Informationen verfügen und sie so kompliziert präsentieren, dass kaum jemand ihnen folgen kann.

 

 

 

Wahrheit und Plausibilität sind nicht dasselbe

 

Eine Aussage kann:

wahr und plausibel sein.

wahr und zunächst unplausibel wirken.

falsch und plausibel klingen.

Oder:

falsch und offensichtlich unplausibel sein.

Deshalb sollten wir Plausibilität weniger als Wahrheitsbeweis behandeln.

Sie ist zunächst eine Qualität der Nachvollziehbarkeit.

Plausibilität zeigt, ob ein Gedankengang nachvollziehbar wirkt. Sie beweist noch nicht, dass er stimmt.

 

 

 

Warum wahre Aussagen manchmal wenig überzeugend wirken

 

Vielleicht hast du selbst erlebt:

Du kennst den Sachverhalt genau.

Du warst dabei.

Du hast die Daten geprüft.

Und trotzdem merkst du:

Dein Gegenüber folgt dir kaum.

Das kann mehrere Gründe haben.

Zum Beispiel:

  • du springst gedanklich
  • du setzt Wissen voraus
  • du erklärst zu viele Details gleichzeitig
  • du überspringst Zwischenschritte
  • du unterscheidest Fakten und Interpretation nicht klar
  • deine Empfehlung erscheint plötzlich

Dann fehlt weniger Wahrheit.

Es fehlt eine nachvollziehbare Brücke.

 

 

 

Experten haben ein besonderes Problem

 

Je besser du ein Thema kennst, desto leichter vergisst du, was andere noch nicht wissen.

Für dich ist ein Zusammenhang offensichtlich.

Für dein Publikum fehlt vielleicht ein ganzer Gedankenschritt.

Du sagst:

„Deshalb sollten wir Variante B wählen.“

Und dein Gegenüber denkt:

„Moment. Warum genau?“

Experten müssen deshalb häufig weniger mehr erklären.

Sie müssen besser strukturieren.

 

 

 

Der Fluch des Vorwissens

 

Wenn du Monate oder Jahre an einem Thema gearbeitet hast, besitzt du ein internes Modell.

Du kennst:

  • Vorgeschichte
  • Fachbegriffe
  • Zusammenhänge
  • Ausnahmen
  • Risiken

Dein Publikum besitzt dieses Modell möglicherweise nicht.

Deshalb braucht es Orientierung.

Zum Beispiel:

Was ist die Ausgangslage?

Was hat sich verändert?

Warum ist das relevant?

Welche Konsequenz folgt daraus?

 

 

 

Plausibilität beginnt mit einer klaren Ausgangsbasis

 

Ein Argument wird leichter nachvollziehbar, wenn klar ist:

Wovon gehen wir aus?

Zum Beispiel:

„Unsere Nachfrage ist in den vergangenen sechs Monaten um zwölf Prozent gestiegen.“

Darauf folgt:

„Unsere Produktionskapazität ist inzwischen zu 96 Prozent ausgelastet.“

Dann:

„Wenn die Entwicklung anhält, erreichen wir im dritten Quartal unsere Kapazitätsgrenze.“

Und schließlich:

„Deshalb empfehle ich, die Erweiterung jetzt freizugeben.“

Der Gedankengang ist sichtbar.

 

 

 

Fakt, Interpretation und Empfehlung trennen

 

Eine der wirkungsvollsten Methoden für mehr Plausibilität besteht darin, drei Ebenen sauber zu unterscheiden.

 

1. Fakt

„Unsere Energiekosten sind gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent gestiegen.“

 

2. Interpretation

„Damit verlieren wir bei gleichbleibenden Preisen rund drei Prozentpunkte Marge.“

 

3. Empfehlung

„Ich empfehle deshalb eine Preisanpassung ab Januar.“

So kann das Gegenüber prüfen:

Stimmt der Fakt?

Ist die Interpretation schlüssig?

Folgt daraus wirklich diese Empfehlung?

 

 

 

Die stärkste Plausibilität entsteht aus sichtbarer Logik

 

Ein gutes Argument besitzt eine erkennbare Struktur.

Zum Beispiel:

Beobachtung.

Was ist passiert?

Bedeutung.

Warum ist das relevant?

Konsequenz.

Was folgt daraus?

Empfehlung.

Was sollten wir tun?

 

 

 

Ein Beispiel

 

Weniger plausibel:

„Wir sollten unsere Vertriebsstruktur verändern.“

Das kann richtig sein.

Die Begründung fehlt.

Stärker:

„Unsere größten Kunden kaufen zunehmend direkt. Gleichzeitig sinkt der Umsatz über den bisherigen Vertriebskanal seit vier Quartalen. Ich empfehle deshalb, Key Accounts stärker direkt zu betreuen.“

Jetzt entsteht eine nachvollziehbare Linie.

 

 

 

Plausibilität braucht weniger Informationen als Auswahl

 

Ein häufiger Fehler:

Um besonders glaubwürdig zu wirken, werden sämtliche Informationen präsentiert.

20 Zahlen.

15 Grafiken.

acht Studien.

Dadurch steigt die Datenmenge.

Die Plausibilität muss dadurch kaum steigen.

Manchmal sinkt sie sogar.

Mehr Belege erzeugen wenig Wirkung, wenn das Publikum den Gedankengang nicht mehr erkennt.

 

 

 

Priorisiere die stärksten Belege

 

Frage:

Welche zwei oder drei Informationen tragen meine Schlussfolgerung tatsächlich?

Diese gehören nach vorn.

Weitere Details kannst du bereithalten.

So bleibt das Argument klar und trotzdem belastbar.

 

 

 

Komplexität darf sichtbar bleiben

 

Plausibilität bedeutet weniger, komplizierte Situationen künstlich zu vereinfachen.

Manche Entscheidungen sind tatsächlich komplex.

Dann darfst du sagen:

„Es gibt hier drei gegenläufige Effekte.“

Oder:

„Die Datenlage ist nicht eindeutig.“

Oder:

„Diese Empfehlung hängt stark von Annahme X ab.“

Solche Einschränkungen können sogar Glaubwürdigkeit erhöhen.

 

 

 

Vorsicht kann kompetent wirken

 

Gerade fachlich sorgfältige Menschen formulieren häufig:

„Nach heutigem Stand …“

„Unter der Annahme, dass …“

„Die Daten sprechen derzeit eher für …“

Das ist keine Schwäche.

Es zeigt, dass du zwischen Gewissheit und Wahrscheinlichkeit unterscheidest.

 

 

Vorsicht darf trotzdem klar sein

 

Problematisch wird es, wenn jede Aussage so stark abgeschwächt wird, dass keine Position mehr erkennbar ist.

Zum Beispiel:

„Es könnte vielleicht eventuell sinnvoll sein, darüber nachzudenken …“

Stärker:

„Die Daten sind nicht vollständig. Auf Basis des aktuellen Standes empfehle ich trotzdem Variante B.“

Unsicherheit.

Und Entscheidung.

 

 

 

Plausibilität auf C-Level-Niveau

 

Auf hoher Führungsebene reicht eine lange Argumentation selten.

Das Gegenüber möchte schnell verstehen:

  • Was ist der Punkt?
  • Warum ist er relevant?
  • Was trägt diese Einschätzung?
  • Was empfiehlst du?

Deshalb hilft häufig:

Bottom Line zuerst.

Dann die wichtigsten Gründe.

Dann Details.

 

 

 

Ein plausibler Executive-Start

 

Zum Beispiel:

„Ich empfehle, die Investition um drei Monate zu verschieben. Hauptgrund sind zwei noch ungeklärte regulatorische Risiken. Sobald diese geklärt sind, würde ich neu entscheiden.“

Das Gegenüber weiß sofort:

Empfehlung.

Grund.

Bedingung.

 

 

Das Publikum muss wissen, worauf du hinauswillst

 

Eine Argumentation wird schwer nachvollziehbar, wenn Zuhörer lange rätseln:

„Warum erzählt er mir das?“

Deshalb hilft frühzeitige Orientierung.

Zum Beispiel:

„Ich möchte zeigen, weshalb unsere aktuelle Planung ein Risiko enthält.“

Oder:

„Ich empfehle heute eine Entscheidung. Zunächst die zwei Gründe dafür.“

 

 

 

Die Reihenfolge beeinflusst Plausibilität

 

Dieselben Informationen können unterschiedlich überzeugend wirken, abhängig von ihrer Reihenfolge.

Eine gute Reihenfolge beantwortet die Fragen des Publikums ungefähr dort, wo sie entstehen.

Zum Beispiel:

Was ist passiert?

Warum ist es wichtig?

Woher wissen wir das?

Was folgt daraus?

Was sollen wir tun?

 

 

 

Fehlende Zwischenschritte erzeugen Widerstand

 

Wenn du von A direkt nach D springst, muss dein Publikum B und C selbst ergänzen.

Vielleicht ergänzt es etwas anderes als du.

Dann entsteht:

„Das überzeugt mich nicht.“

Vielleicht liegt der Einwand weniger an deiner Schlussfolgerung.

Vielleicht fehlt lediglich die Verbindung.

 

 

 

Frage: Welcher Gedankenschritt fehlt?

 

Wenn Menschen deine Aussage nicht plausibel finden, lohnt sich weniger sofortiges Wiederholen.

Frage:

Wo genau verliert mein Gegenüber den Gedankengang?

Bei:

  • der Ausgangslage?
  • einer Zahl?
  • der Interpretation?
  • einer Annahme?
  • der Schlussfolgerung?

Dann kannst du gezielt nachschärfen.

 

 

 

Beispiel und Beleg sind verschiedene Dinge

 

Ein gutes Beispiel macht einen Gedanken verständlich.

Es beweist ihn noch nicht automatisch.

Wenn du sagst:

„Ein Kunde hat mir erzählt …“

kann das interessant sein.

Für eine generelle Behauptung brauchst du möglicherweise weitere Daten.

Diese Unterscheidung erhöht Plausibilität und intellektuelle Sauberkeit.

 

 

 

Korrelation und Ursache unterscheiden

 

Auch das ist für überzeugende Kommunikation wichtig.

Wenn zwei Dinge gleichzeitig auftreten, bedeutet das kaum automatisch, dass das eine das andere verursacht.

Zum Beispiel:

„Seit unserer neuen Kampagne steigen die Umsätze.“

Vielleicht liegt es an der Kampagne.

Vielleicht wirken weitere Faktoren.

Eine plausible Argumentation macht diese Unsicherheit sichtbar.

 

 

 

Annahmen offenlegen

 

Viele Argumente hängen von Annahmen ab.

Zum Beispiel:

„Wenn die Nachfrage auf dem aktuellen Niveau bleibt, amortisiert sich die Investition innerhalb von vier Jahren.“

Damit kann das Publikum prüfen:

Ist diese Annahme realistisch?

Was passiert, wenn sie nicht trägt?

 

 

 

Gegenargumente erhöhen Plausibilität

 

Du musst relevante Einwände kaum verschweigen.

Im Gegenteil.

Wenn du sie selbst ansprichst, zeigst du:

Du hast sie gesehen.

Zum Beispiel:

„Der stärkste Einwand gegen Variante B sind die höheren Anfangskosten. Trotzdem empfehle ich sie, weil …“

Das wirkt oft stärker als einseitige Argumentation.

 

 

 

Steelman statt Strohmann

 

Wenn du eine Gegenposition erwähnst, beschreibe sie fair.

Nicht in ihrer schwächsten Form.

Sondern so, dass ein Vertreter dieser Position sagen könnte:

„Ja, das ist mein Argument.“

Erst dann wird deine Antwort darauf interessant.

 

 

 

Eine Gegenposition anzuerkennen schwächt dich kaum

 

Zum Beispiel:

„Für Variante A spricht der niedrigere Preis. Das ist ein echter Vorteil. Ich gewichte trotzdem das Implementierungsrisiko stärker.“

Das zeigt Abwägung.

Nicht Unsicherheit.

 

 

 

Plausibilität und Glaubwürdigkeit

 

Beides hängt zusammen.

Ist deine Argumentation nachvollziehbar?

Und:

Wirkt die Person glaubwürdig, die sie vorträgt?

Zur Glaubwürdigkeit können beitragen:

  • erkennbare Sachkenntnis
  • faire Argumentation
  • sauberer Umgang mit Unsicherheit
  • Transparenz über Interessen
  • Verlässlichkeit

 

 

 

Eigene Interessen offenlegen

 

Wenn du selbst von einer Entscheidung profitierst, kann es sinnvoll sein, das transparent zu machen.

Zum Beispiel:

„Meine Abteilung würde von dieser Variante profitieren. Deshalb möchte ich ausdrücklich unterscheiden zwischen unserem Interesse und der Gesamtbewertung.“

Transparenz kann Glaubwürdigkeit stärken.

 

 

 

Übertreibungen beschädigen Plausibilität

 

Formulierungen wie:

„Das ist eindeutig die einzige Lösung.“

„Jeder Kunde erwartet das.“

„Dieses Risiko existiert praktisch nicht.“

wirken kraftvoll.

Bis jemand eine Ausnahme kennt.

Dann verliert möglicherweise die gesamte Argumentation an Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Präzision ist häufig stärker als Absolutheit

 

Zum Beispiel:

Weniger:

„Alle Kunden wollen eine schnellere Lieferung.“

Stärker:

„In unserer letzten Befragung nannten 62 Prozent der Großkunden Lieferzeit als einen der drei wichtigsten Faktoren.“

Präziser.

Und überprüfbar.

 

 

 

Vorsicht mit scheinbarer Gewissheit

 

Ein Redner kann sehr sicher auftreten und trotzdem falsch liegen.

Deshalb sollte Souveränität weniger über absolute Gewissheit gespielt werden.

Stärker:

„Das wissen wir.“

„Das nehmen wir derzeit an.“

„Hier fehlt uns noch eine belastbare Information.“

Diese Unterschiede helfen dem Publikum.

 

 

 

Sprache beeinflusst Plausibilität

 

Ein komplizierter Gedanke braucht kaum automatisch komplizierte Sprache.

Im Gegenteil.

Unnötiger Nominalstil.

lange Schachtelsätze.

Fachbegriffe ohne Erklärung.

können einen eigentlich guten Gedanken schwerer verständlich machen.

 

 

 

Konkrete Sprache schafft Klarheit

 

Weniger:

„Im Zuge der strategischen Optimierung ergibt sich eine Anpassungsnotwendigkeit.“

Stärker:

„Wir müssen unsere Strategie anpassen.“

Dann:

Warum?

Was?

Bis wann?

 

 

 

Visualisierungen müssen das Argument unterstützen

 

Eine Grafik sollte weniger nur Daten zeigen.

Sie sollte helfen, eine relevante Aussage zu erkennen.

Zum Beispiel:

Weniger Folientitel:

„Umsatzentwicklung 2024–2026“

Stärker:

„Wachstum entsteht inzwischen fast ausschließlich in Segment C“

Jetzt weiß das Publikum, was es in der Grafik suchen soll.

 

 

 

Eine Zahl braucht einen Bezugspunkt

 

„Unsere Kosten liegen bei 3,8 Millionen Euro.“

Ist das viel?

Wenig?

Planmäßig?

Stärker:

„Unsere Kosten liegen bei 3,8 Millionen Euro und damit elf Prozent über Plan.“

Nun besitzt die Zahl Bedeutung.

 

 

 

Storytelling kann Plausibilität unterstützen

 

Eine Geschichte macht abstrakte Zusammenhänge anschaulich.

Zum Beispiel:

Was erlebt ein Kunde konkret?

Wie zeigt sich ein Problem im Alltag?

Wo wird eine strategische Entscheidung praktisch sichtbar?

Geschichten sollten allerdings weniger Daten ersetzen.

Sie machen Bedeutung erlebbar.

 

 

 

Stimme und Körpersprache

 

Auch die Präsentation beeinflusst, wie Aussagen wahrgenommen werden.

Wenn du:

hektisch sprichst.

Sätze abbrichst.

ständig relativierst.

wenig Blickkontakt hältst.

kann ein klarer Gedanke schwächer wirken.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Körpersprache beweist, ob eine Aussage wahr ist.

 

 

 

Körpersprache ist kein Wahrheitsdetektor

 

Dieser Punkt ist wichtig.

Aus einzelnen Gesten, Blickrichtungen oder Bewegungen lässt sich kaum zuverlässig ableiten, ob ein Mensch lügt.

Ein nervöser Mensch kann die Wahrheit sagen.

Ein sehr souveräner Mensch kann sich irren oder bewusst täuschen.

Deshalb sollte Plausibilität immer mit Faktenprüfung verbunden werden, wenn die Wahrheit einer Aussage entscheidend ist.

Souveräne Wirkung kann eine Argumentation unterstützen. Sie ersetzt keine belastbaren Fakten.

 

 

 

Wenn etwas zu plausibel klingt

 

Auch hier lohnt sich Aufmerksamkeit.

Manche Erklärungen wirken gerade deshalb überzeugend, weil sie:

sehr einfach.

emotional.

und eindeutig.

sind.

Die Realität kann komplizierter sein.

Deshalb frage:

Welche Information würde gegen diese Erklärung sprechen?

Welche Alternativerklärung gibt es?

Welche Annahme behandle ich gerade als Tatsache?

 

 

 

Plausibilität ist keine Einladung zu Manipulation

 

Kommunikation sollte weniger darauf zielen, falsche Aussagen glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Professionelle Rhetorik sollte helfen, belastbare Gedanken:

  • klar
  • fair
  • verständlich
  • nachvollziehbar

zu vermitteln.

Die Qualität der Botschaft bleibt wichtiger als die Verpackung.

 

 

 

Wie prüfst du deine eigene Argumentation?

 

Vor einem wichtigen Gespräch oder einer Präsentation frage:

 

1. Was behaupte ich?

Formuliere die zentrale Aussage in einem Satz.

 

2. Worauf stütze ich sie?

Welche Fakten tragen sie?

 

3. Welche Annahmen verwende ich?

Mache sie sichtbar.

 

4. Welcher Schritt verbindet Fakten und Schlussfolgerung?

Genau dort liegt häufig die Schwachstelle.

 

5. Was spricht dagegen?

Nenne den stärksten Einwand.

 

6. Was würde meine Meinung verändern?

Prüfe deine eigene Offenheit.

 

7. Kann ein fachfremder Mensch meinem Gedankengang folgen?

Wenn nicht, vereinfache die Struktur.

 

 

 

Der Plausibilitäts-Probelauf

 

Bei wichtigen Auftritten lohnt sich ein Test vorab.

Bitte eine Person, bewusst Fragen zu stellen:

„Warum?“

„Woher wissen Sie das?“

„Was spricht dagegen?“

„Welche Annahme steckt dahinter?“

„Warum folgt daraus genau diese Empfehlung?“

Wenn du diese Fragen klar beantworten kannst, wird deine Argumentation belastbarer.

 

 

 

Ein Sparringspartner darf skeptisch sein

 

Gerade bei wichtigen Entscheidungen oder Präsentationen ist Zustimmung weniger wertvoll als eine gute Gegenprüfung.

Ein Sparringspartner kann fragen:

Ist diese Schlussfolgerung wirklich gedeckt?

Welche Gegenposition hast du unterschätzt?

Wo springst du gedanklich?

Welche Information fehlt deinem Publikum?

Welche Formulierung verspricht mehr, als die Daten tragen?

 

 

 

Besonders wichtig bei High-Stakes-Kommunikation

 

Plausibilität zählt besonders, wenn viel auf dem Spiel steht.

Zum Beispiel bei:

  • Vorstands- und Aufsichtsratspräsentationen
  • strategischen Empfehlungen
  • Pitches
  • Investitionsentscheidungen
  • Change-Kommunikation
  • Krisenkommunikation
  • kritischen Gesprächen

Hier reicht rhetorische Wirkung allein kaum.

Argumentation und Wirkung müssen zusammenpassen.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was bedeutet Plausibilität?

Plausibilität beschreibt, wie nachvollziehbar und einleuchtend eine Aussage oder Argumentation wirkt. Sie ist kein Beweis für Wahrheit.

 

Kann eine falsche Aussage plausibel wirken?

Ja. Eine falsche Erklärung kann sehr nachvollziehbar erscheinen. Deshalb sollte Plausibilität bei wichtigen Themen immer durch Faktenprüfung ergänzt werden.

 

Warum wirken wahre Aussagen manchmal wenig überzeugend?

Weil Wahrheit allein noch keine verständliche Struktur erzeugt. Fehlende Zwischenschritte, Fachsprache oder zu viele Details können eine belastbare Aussage schwer nachvollziehbar machen.

 

Wie mache ich meine Argumentation plausibler?

Trenne Fakten, Interpretation und Empfehlung. Zeige die wichtigsten Zwischenschritte und begründe, warum aus deinen Informationen genau diese Schlussfolgerung folgt.

 

Muss ich Gegenargumente erwähnen?

Bei relevanten Einwänden ist das häufig sinnvoll. Eine faire Auseinandersetzung mit Gegenargumenten kann zeigen, dass deine Empfehlung aus einer echten Abwägung entstanden ist.

 

Wie viele Argumente sollte ich nennen?

So viele wie nötig und so wenige wie möglich. Häufig sind zwei oder drei starke Gründe überzeugender als eine lange ungeordnete Liste.

 

Kann Körpersprache zeigen, ob jemand die Wahrheit sagt?

Einzelne Gesten, Blickrichtungen oder Bewegungen erlauben keine zuverlässige Lügenerkennung. Körpersprache beeinflusst Wirkung, ersetzt jedoch keine Faktenprüfung.

 

Wie prüfe ich die Plausibilität einer Präsentation?

Lass eine fachlich weniger vorinformierte Person deinen Gedankengang hinterfragen. Besonders hilfreich sind Fragen wie: „Warum?“, „Woher wissen Sie das?“ und „Was spricht dagegen?“

 

Der entscheidende Gedanke

Überzeugende Kommunikation bedeutet weniger, möglichst sicher zu klingen.

Sie bedeutet:

einen nachvollziehbaren Gedanken anzubieten.

Fakten sauber von Interpretation zu trennen.

Annahmen sichtbar zu machen.

relevante Gegenargumente ernst zu nehmen.

und klar zu zeigen, weshalb du zu deiner Schlussfolgerung kommst.

Gute Argumentation verlangt vom Publikum keinen Glaubenssprung. Sie baut eine nachvollziehbare Brücke von den Fakten zur Schlussfolgerung.

 

 

 

Plausibilität wichtiger Botschaften prüfen

 

Wenn von einem Gespräch, einer Präsentation oder einer Entscheidung besonders viel abhängt, lohnt sich eine unabhängige Gegenperspektive.

Im persönlichen 1:1 können wir unmittelbar an deiner tatsächlichen Argumentation arbeiten.

Zum Beispiel bei:

  • Vorstands- und Geschäftsführungspräsentationen
  • strategischen Empfehlungen
  • Pitches
  • Entscheidungsvorlagen
  • kritischen Gesprächen
  • öffentlichen Auftritten

Wir prüfen je nach Situation:

  • Kernbotschaft
  • Argumentationslogik
  • Fakten
  • Annahmen
  • Gegenargumente
  • Verständlichkeit
  • Sprache
  • kritische Rückfragen
  • Gesamtwirkung

Dabei geht es weniger darum, eine Aussage rhetorisch möglichst unangreifbar erscheinen zu lassen.

Interessanter ist:

Trägt die Argumentation?

Ist sie nachvollziehbar?

Wo könnte ein kritisches Publikum einhaken?

Welche Erklärung fehlt?

Wie lässt sich der Gedankengang klarer machen?

Damit überzeugende Kommunikation auf einer belastbaren Grundlage steht.

Online oder persönlich in Berlin.

Wie wirkst du – und was würde den größten Unterschied machen?

 

Wie wirkst du mit deiner Präsentation, Rede oder deinem Auftritt auf andere?

Welche Botschaften kommen klar an?

Wo entsteht Präsenz?

Wo verliert die Wirkung an Kraft?

Und welche Veränderungen würden den größten Unterschied machen?

Ein Probelauf mit professionellem Feedback schafft dafür eine gute Grundlage.

Seit 1998 analysiere ich Reden und Präsentationen. Dabei verbinde ich meine Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing, Präsentationspraxis und persönlicher Wirkung.

Du erhältst eine klare Rückmeldung dazu,

  • was bereits gut funktioniert,
  • wie deine Botschaft beim Publikum ankommt,
  • wo Potenzial für mehr Klarheit und Wirkung liegt,
  • welche Veränderungen besonders lohnend sind
  • und wie du deinen Auftritt konkret weiterentwickeln kannst.

Bei einer anstehenden Rede oder Präsentation arbeiten wir unmittelbar an deinem realen Auftritt.

Wir können beispielsweise Botschaft, Dramaturgie, Sprache, Körpersprache, Stimme, Präsenz, Folien sowie den Umgang mit Fragen und Einwänden betrachten.

Der Vorteil eines Probelaufs ist einfach: Du erfährst vorher, was einen Unterschied machen kann – und kannst es noch nutzen.

Auch eine einzelne konzentrierte Sitzung kann bereits wertvolle Hinweise liefern.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie sorgst du für Plausibilität?

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Unsympathische Körpersprache: 12 Signale, die Distanz schaffen

Unsympathische Körpersprache

12 Signale, die Distanz schaffen
Sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren, verbal und nonverbal

Unsympathische Körpersprache: Was ungewollt Distanz schafft

 

Du sagst etwas Freundliches.

Und trotzdem entsteht Distanz.

Du bist fachlich kompetent.

Und trotzdem wirkst du auf andere kühl.

Du möchtest souverän erscheinen.

Und kommst möglicherweise dominant an.

Wie kann das passieren?

Ein Grund kann die Körpersprache sein.

Denn Menschen reagieren weniger ausschließlich darauf, was wir sagen.

Sie nehmen gleichzeitig wahr:

Wie schauen wir?

Wie bewegen wir uns?

Wie viel Raum nehmen wir ein?

Wie nah kommen wir?

Wie reagieren wir, während andere sprechen?

Und vor allem:

Passt unser nonverbales Verhalten zu unserer Botschaft?

 

 

 

Kann Körpersprache uns unsympathisch machen?

 

Ja.

Wobei ich mit dem Wort „unsympathisch“ vorsichtig umgehen würde.

Eine einzelne Geste macht einen Menschen kaum unsympathisch.

Menschen interpretieren ein Gesamtbild.

Körpersprache kann beispielsweise den Eindruck vermitteln:

distanziert,

desinteressiert,

angespannt,

arrogant,

dominant,

unsicher,

ungeduldig

oder wenig zugewandt.

Ob dieser Eindruck zutrifft, ist eine andere Frage.

Genau deshalb lohnt sich die Beschäftigung mit Körpersprache.

 

 

 

Körpersprache ist keine Geheimsprache

 

Eine wichtige Klarstellung vorweg:

Es gibt kaum ein zuverlässiges Wörterbuch nach dem Muster:

Arme verschränkt = Ablehnung.

Blick nach links = Lüge.

Berührung der Nase = Unsicherheit.

Zurücklehnen = Desinteresse.

So funktioniert Körpersprache weniger zuverlässig.

Menschen verschränken die Arme, weil ihnen kalt ist.

Weil es bequem ist.

Weil sie nachdenken.

Weil sie angespannt sind.

Oder tatsächlich, weil sie Distanz möchten.

Eine einzelne Geste ist ein Hinweis. Kein Beweis.

Entscheidend sind:

Kontext,

Ausgangsverhalten,

Situation,

Kultur,

Persönlichkeit

und mehrere gleichzeitig auftretende Signale.

 

 

 

Wirkung und Absicht sind zwei verschiedene Dinge

 

Das ist für mich einer der wichtigsten Gedanken beim Thema Körpersprache.

Du kannst etwas vollkommen anders meinen, als es beim Gegenüber ankommt.

Du möchtest konzentriert zuhören.

Dein Gesicht wirkt streng.

Du möchtest souverän auftreten.

Deine Haltung wirkt überlegen.

Du möchtest Zeit zum Nachdenken.

Dein Schweigen wird als Ablehnung interpretiert.

Das bedeutet weniger, dass jemand falsch liegt.

Es bedeutet:

Absicht und Wirkung können auseinanderfallen.

Gute Kommunikation interessiert sich für beides.

 

 

 

12 Formen von Körpersprache, die ungewollt Distanz schaffen können

 

 

1. Fehlende Resonanz

 

Jemand erzählt dir etwas.

Du schaust ruhig.

Sehr ruhig.

Dein Gesicht verändert sich kaum.

Du nickst wenig.

Es gibt kaum sichtbare Reaktion.

Vielleicht hörst du ausgesprochen aufmerksam zu.

Dein Gegenüber erlebt jedoch wenig Resonanz.

Menschen suchen im Gespräch kleine Signale:

„Kommt meine Botschaft an?“

Ein Nicken.

Eine passende Mimik.

Ein kurzer Laut.

Ein veränderter Blick.

Resonanz bedeutet weniger, ständig Zustimmung zu signalisieren.

Sie zeigt:

„Ich bin bei dir.“

 

 

2. Starren

 

Blickkontakt ist wertvoll.

Dauerhafter intensiver Blickkontakt kann unangenehm werden.

Dann fühlt sich Kontakt weniger nach Verbindung und stärker nach Beobachtung an.

Guter Blickkontakt lebt von Natürlichkeit.

Anschauen.

Kurz lösen.

Wieder Kontakt aufnehmen.

Das wirkt häufig angenehmer als der Versuch, möglichst permanent in die Augen zu schauen.

 

 

3. Zu wenig Blickkontakt

 

Auch das andere Extrem kann Distanz erzeugen.

Wer während eines Gesprächs überwiegend:

auf den Bildschirm,

auf Unterlagen,

auf das Smartphone

oder in den Raum schaut,

kann desinteressiert wirken.

Gerade wenn jemand etwas Persönliches oder Wichtiges sagt, besitzt Blickkontakt besondere Bedeutung.

Er signalisiert:

„Du hast gerade meine Aufmerksamkeit.“

 

 

4. Der Blick aufs Smartphone

 

Kaum eine kleine Bewegung kommuniziert so effizient:

„Etwas anderes könnte gerade wichtiger sein als du.“

Vielleicht möchtest du lediglich die Uhrzeit sehen.

Vielleicht erwartest du eine wichtige Nachricht.

Die Wirkung kann trotzdem eine andere sein.

Bei wichtigen Gesprächen lohnt es sich, dem Gegenüber sichtbare Aufmerksamkeit zu schenken.

 

 

5. Augenrollen

 

Augenrollen gehört zu den besonders starken nonverbalen Signalen.

Es kann vermitteln:

Geringschätzung.

Ungeduld.

Spott.

Überlegenheit.

Gerade in Konflikten kann diese kleine Bewegung erheblichen Schaden anrichten.

Wer anderer Meinung ist, darf widersprechen.

Respekt macht den Widerspruch stärker, weniger schwächer.

 

 

6. Ein dauerhaft abgewandter Körper

 

Du sprichst mit jemandem, während dein Oberkörper bereits Richtung Tür zeigt.

Oder du arbeitest weiter am Computer.

Vielleicht willst du Zeit sparen.

Beim Gegenüber kann ankommen:

„Eigentlich möchte ich hier weg.“

Bei einem wichtigen Gespräch lohnt es sich deshalb, sich auch körperlich zuzuwenden.

 

 

7. Zu wenig Abstand

 

Menschen besitzen unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich räumlicher Distanz.

Wer ungefragt sehr nah kommt, kann Grenzen überschreiten.

Das gilt besonders bei:

neuen Kontakten,

Hierarchieunterschieden,

Konflikten

und kulturell unterschiedlichen Erwartungen.

Beobachte die Reaktion des Gegenübers.

Wenn jemand zurückweicht, braucht es selten einen weiteren Schritt nach vorn.

Respekt zeigt sich auch im Raum.

 

 

8. Zu viel Raum einnehmen

 

Breit sitzen.

Gegenstände ausbreiten.

Andere körperlich zurückdrängen.

Sich demonstrativ größer machen.

Das kann Selbstbewusstsein vermitteln.

Es kann ebenso dominant oder rücksichtslos wirken.

Souveränität braucht weniger möglichst viel Raum.

Sie braucht die Freiheit, Raum einzunehmen und anderen ebenfalls Raum zu lassen.

 

 

9. Ungeduld sichtbar machen

 

Mit den Fingern trommeln.

Immer wieder zur Uhr schauen.

Mit dem Fuß wippen.

Bereits Unterlagen zusammenpacken.

Richtung Ausgang schauen.

Ein einzelnes Signal kann viele Ursachen haben.

In Kombination entsteht jedoch schnell eine Botschaft:

„Komm bitte zum Ende.“

Wenn du tatsächlich wenig Zeit hast, ist eine klare verbale Information häufig respektvoller als demonstrative Ungeduld.

 

 

10. Überlegenes Lächeln

 

Lächeln kann Nähe schaffen.

Es kann ebenso herablassend wirken.

Besonders dann, wenn jemand von einem Problem erzählt und die Mimik kaum zur Situation passt.

Entscheidend ist Kongruenz.

Passt dein Gesichtsausdruck zu:

Situation,

Botschaft

und Beziehung?

Menschen reagieren sehr sensibel auf Widersprüche zwischen Worten und Ausdruck.

 

 

11. Körpersprache, die das Gegenüber klein macht

 

Von oben herab sprechen.

Sich über jemanden beugen.

Sehr nah kommen.

Andere durch Gesten unterbrechen.

Den Blick demonstrativ entziehen.

Solche Verhaltensweisen können Hierarchie betonen.

Manchmal entsteht das vollkommen unbewusst.

Gerade Menschen mit viel Status oder Autorität profitieren deshalb von einer wichtigen Frage:

„Wie wirkt mein Verhalten auf jemanden, der in dieser Situation weniger Macht besitzt?“

 

 

12. Fehlende Kongruenz

 

Du sagst:

„Das interessiert mich sehr.“

Und schaust gleichzeitig auf die Uhr.

Du sagst:

„Ich freue mich.“

Dein Gesicht bleibt vollkommen unbewegt.

Du sagst:

„Nehmen Sie sich ruhig Zeit.“

Und rückst gleichzeitig unruhig auf dem Stuhl herum.

Dann konkurrieren verbale und nonverbale Botschaft miteinander.

Menschen werden häufig skeptisch, wenn beides wenig zusammenpasst.

Glaubwürdigkeit entsteht leichter, wenn:

Worte, Stimme und Körper eine ähnliche Geschichte erzählen.

 

 

 

Sind verschränkte Arme unsympathisch?

 

Nein.

Verschränkte Arme sind zunächst:

verschränkte Arme.

Erst der Kontext liefert Hinweise auf mögliche Bedeutung.

Vielleicht friert jemand.

Vielleicht denkt die Person konzentriert nach.

Vielleicht ist diese Haltung bequem.

Vielleicht fühlt sie sich tatsächlich unwohl.

Deshalb halte ich wenig von pauschalen Empfehlungen wie:

„Verschränke niemals die Arme.“

Interessanter ist:

Wie wirkt dein gesamtes Verhalten?

Bleibt dein Gesicht zugewandt?

Hörst du aufmerksam zu?

Wie ist deine Stimme?

Wie reagiert dein Gegenüber?

Körpersprache braucht Kontext.

 

 

 

Macht eine schlechte Körperhaltung unsympathisch?

 

Auch hier lohnt sich Differenzierung.

Eine zusammengesunkene Haltung kann beispielsweise als:

müde,

unsicher,

desinteressiert

oder wenig präsent

interpretiert werden.

Sie kann genauso schlicht bequem sein oder körperliche Gründe haben.

Für die eigene Wirkung ist deshalb weniger entscheidend, irgendeine perfekte Haltung einzunehmen.

Hilfreicher ist:

eine aufrechte, bewegliche und zur Situation passende Haltung.

Präsenz wirkt stärker als Pose.

 

 

 

Was ist mit dem erhobenen Kinn?

 

Ein deutlich angehobenes Kinn kann in bestimmten Situationen überlegen oder distanziert wirken.

Doch auch hier gilt:

Keine einzelne Kopfposition besitzt eine universelle Bedeutung.

Statt künstlich das Kinn zu senken, lohnt sich eine natürlich aufgerichtete Haltung.

Du möchtest deinem Gegenüber auf Augenhöhe begegnen?

Dann darf dein Körper genau das ausdrücken.

 

 

 

Körpersprache und Macht

 

Je größer der Statusunterschied, desto wichtiger wird Körpersprache.

Eine Führungskraft sagt:

„Ihre Meinung interessiert mich.“

Gleichzeitig sitzt sie hinter einem großen Schreibtisch, arbeitet am Bildschirm weiter und schaut kaum auf.

Die Worte laden ein.

Die Situation signalisiert Distanz.

Wer Verantwortung trägt, sollte deshalb gelegentlich prüfen:

„Welche Wirkung erzeugt meine Rolle bereits – und was füge ich durch meine Körpersprache hinzu?“

Manchmal braucht Souveränität sogar weniger Statussignale.

 

 

 

Körpersprache in Konflikten

 

Unter Stress verändert sich Körpersprache.

Muskeln spannen sich an.

Bewegungen werden schneller oder starrer.

Der Blick verändert sich.

Die Stimme wird höher, härter oder lauter.

Wir lehnen uns vor.

Oder ziehen uns zurück.

Das geschieht häufig automatisch.

Deshalb hilft in schwierigen Gesprächen weniger die Anweisung:

„Achte auf deine Körpersprache.“

Hilfreicher ist zunächst:

Achte auf deinen Zustand.

Denn Körpersprache entsteht wesentlich aus ihm.

 

 

 

Erst Zustand, dann Körpersprache

 

Wer angespannt ist und versucht, gleichzeitig vollkommen locker auszusehen, hat eine anspruchsvolle Aufgabe.

Deshalb arbeite ich lieber von innen nach außen.

Wie stehst oder sitzt du gerade?

Wie atmest du?

Wo hältst du unnötige Spannung?

Wie schnell sprichst du?

Kannst du dein Gegenüber noch wirklich wahrnehmen?

Schon kleine Veränderungen können helfen.

Ausatmen.

Schultern beweglicher werden lassen.

Boden unter den Füßen wahrnehmen.

Tempo reduzieren.

Aufmerksamkeit wieder zum Gegenüber bringen.

Dann verändert sich häufig auch die Körpersprache.

 

 

 

Sympathie lässt sich weniger herstellen als erleichtern

 

Es gibt viele Tipps, wie Menschen angeblich sofort sympathischer wirken.

Lächeln.

Offene Hände.

Blickkontakt.

Spiegeln.

Bestimmte Körperhaltung.

Solche Hinweise können nützlich sein.

Wer sie mechanisch anwendet, wirkt allerdings schnell künstlich.

Deshalb bevorzuge ich einen anderen Ansatz:

Schaffe Bedingungen, unter denen echte Zugewandtheit sichtbar werden kann.

Sei präsent.

Sei interessiert.

Lass dem anderen Raum.

Höre zu.

Zeige Resonanz.

Dann entsteht vieles, was wir als positive Körpersprache bezeichnen, von selbst.

 

 

 

Körpersprache lesen: Vorsicht vor schnellen Urteilen

 

Dieses Thema hat zwei Seiten.

Wir senden Körpersprache.

Und wir interpretieren die Körpersprache anderer.

Dabei entstehen schnell Fehlschlüsse.

„Sie verschränkt die Arme. Sie lehnt meine Idee ab.“

„Er schaut weg. Er lügt.“

„Sie lächelt kaum. Sie mag mich nicht.“

Vielleicht.

Vielleicht auch vollkommen anders.

Eine bessere Haltung lautet:

Beobachtung zuerst. Interpretation danach.

Und wenn es wichtig ist:

nachfragen.

Das schützt vor unnötigen Missverständnissen.

 

 

 

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung

 

Wir erleben unsere eigene Körpersprache von innen.

Andere erleben sie von außen.

Deshalb unterscheiden sich Selbst- und Fremdwahrnehmung häufig.

Du empfindest dich als:

konzentriert.

Andere erleben dich als:

streng.

Du möchtest kompetent wirken.

Andere erleben dich als:

distanziert.

Du möchtest entschlossen sein.

Andere erleben dich als:

dominant.

Das lässt sich kaum vollständig vermeiden.

Doch es lässt sich untersuchen.

 

 

 

Die entscheidende Frage lautet weniger: „Wie wirke ich sympathisch?“

 

Diese Frage führt leicht zur Selbstinszenierung.

Ich finde eine andere stärker:

„Welche Bedingungen möchte ich für dieses Gespräch schaffen?“

Vertrauen?

Klarheit?

Augenhöhe?

Ruhe?

Offenheit?

Entschlossenheit?

Dann kannst du prüfen:

Unterstützt meine Körpersprache diese Wirkung?

Damit wird Körpersprache vom Trick zum Bestandteil bewusster Kommunikation.

 

 

 

Der Präsenz-Kompass

 

Vor einem wichtigen Gespräch, einer Präsentation oder einem öffentlichen Auftritt helfen fünf Fragen.

 

1. Zustand

Wie bin ich gerade da?

Ruhig?

Gehetzt?

Angespannt?

Konzentriert?

 

2. Aufmerksamkeit

Bin ich wirklich beim Gegenüber?

Oder hauptsächlich bei mir selbst?

 

3. Raum

Wie gehe ich mit Nähe, Distanz und Raum um?

Gibt es genügend Platz für beide Seiten?

 

4. Resonanz

Ist sichtbar, dass ich zuhöre und reagiere?

Passt meine nonverbale Reaktion zur Situation?

 

5. Kongruenz

Erzählen Worte, Stimme und Körper dieselbe Geschichte?

Je besser diese Ebenen zusammenpassen, desto leichter entsteht Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Körpersprache in Präsentationen und wichtigen Gesprächen

 

Gerade wenn viel auf dem Spiel steht, richtet sich die Aufmerksamkeit häufig stark auf den eigenen Auftritt.

„Wie stehe ich?“

„Was mache ich mit meinen Händen?“

„Wie schaue ich?“

Das kann paradoxerweise steif machen.

Eine stärkere Orientierung lautet:

Was möchte ich hier ermöglichen?

Was soll mein Gegenüber verstehen?

Welche Beziehung möchte ich herstellen?

Welche Haltung möchte ich verkörpern?

Dann bekommt Körpersprache einen Zweck.

Sie unterstützt die Botschaft.

 

 

 

Souveränität ist mehr als selbstbewusst aussehen

 

Manche Körpersprachetipps zielen darauf, möglichst mächtig oder selbstbewusst zu wirken.

Breiter stehen.

Mehr Raum einnehmen.

Blick halten.

Große Gesten.

Das kann in bestimmten Situationen funktionieren.

Doch Souveränität ist etwas anderes.

Ein souveräner Mensch kann:

Raum einnehmen.

Raum geben.

Blickkontakt halten.

Blickkontakt lösen.

Klar widersprechen.

Aufmerksam zuhören.

Stärke zeigen.

Und sich trotzdem zugewandt verhalten.

Souveränität braucht weniger Dominanz als innere Beweglichkeit.

 

 

 

Wenn Körpersprache Beziehungen verbessert

 

Vielleicht ist das der wertvollste Perspektivwechsel:

Körpersprache dient weniger dazu, Menschen zu beeindrucken.

Sie kann dabei helfen, Begegnung zu erleichtern.

Ich bin da.

Ich höre dich.

Ich nehme dich ernst.

Ich kenne meinen Standpunkt.

Du darfst deinen ebenfalls haben.

Diese Haltung lässt sich schwer künstlich imitieren.

Und genau deshalb wirkt sie.

 

 

 

Individuelles Sparring für Präsenz und Wirkung

 

Gerade bei wichtigen Gesprächen, Präsentationen und öffentlichen Auftritten lohnt sich ein realistischer Blick auf die eigene Wirkung.

Wie erlebst du dich selbst?

Wie erleben dich andere?

Welche deiner nonverbalen Signale unterstützen deine Botschaft?

Wo entsteht unbeabsichtigt Distanz?

Wie verändert sich deine Körpersprache unter Druck?

Und wie kannst du präsent und souverän bleiben, ohne eine Rolle zu spielen?

Im individuellen Sparring können wir genau damit arbeiten.

Weniger mit einstudierten Gesten.

Mehr mit:

Wahrnehmung.

Zustand.

Präsenz.

Kongruenz.

Und bewusster Wirkung.

Denn überzeugende Körpersprache beginnt weniger bei den Händen.

Sie beginnt bei der Haltung, mit der du anderen Menschen begegnest.

Man kann nicht nicht kommunizieren.

Paul Watzlawick

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Antworten auf häufige Fragen

Was macht Menschen unsympathisch?

Die meisten Menschen sind abgeneigt gegenüber Menschen, die verzweifelt nach Aufmerksamkeit streben. Um Menschen für sich zu gewinnen, hilft es, freundlich und rücksichtsvoll zu sein. Wenn Sie freundlich, selbstbewusst und prägnant sprechen, sind die Menschen viel aufmerksamer und zugänglicher als wenn versucht wird, ihnen zu zeigen, dass wir wichtiger als sie sind.

Was sind die Anzeichen für negative Körpersprache?

Beispiele für negative Körpersprache sind:

  • Schlechte Körperhaltung oder Nachlässigkeit
    Nimmt die Person, mit der Sie kommunizieren, eine geduckte Haltung ein oder ist angespannt, wird das beispielsweise als ein Zeichen dafür interpretiert, dass sie desinteressiert oder abgelenkt ist.
  • Vermeidung von Augenkontakt.
  • Starren
  • Verschränkte Arme oder Gegenstände vor dem Körper
  • Unruhige Bewegungen
  • Negativer Gesichtsausdruck

Welche Körpersprache gilt als unhöflich?

Folgendes Verhalten gilt beispielsweise als unhöflich: Heben wir unser Kinn über die neutrale waagerechte Ebene hinaus, können wir damit den Eindruck erwecken, dass wir aggressiv sind und die Führung übernehmen wollen oder dass wir unseren Mitmenschen gegenüber respektlos sind. Wenn Sie vermeiden wollen, jemandem zu drohen, solltest du die Augen senken und den Kopf nach unten halten. Die gegenteilige Bewegung vermittelt eine Bedrohung oder den Versuch der Dominanz.

Was ist defensive Körpersprache?

Negative Körpersprache wird oft als defensive Körpersprache bezeichnet. Dies ist der Fall, wenn Bewegungen und Gesten vermitteln, dass Sie unsicher, verschlossen, unnahbar, feindselig oder desinteressiert sind.

Was ist aggressive Körperhaltung?

Als aggressive Körperhaltung wird eine drohende Haltung empfunden, bei der beispielsweise die Füße auseinander stehen und Hände in die Hüften gestemmt werden. Diese Haltung lässt Menschen größer und damit bedrohlicher erscheinen. Menschen, die diese Haltung einnehmen, wollen ihre Dominanz demonstrieren. Ihr Brustkorb und ihre Kehle sind angreifbar und sie wissen es, doch sie sind bereit für die Herausforderung.

Was ist passiv-aggressive Körpersprache?

Die meisten Menschen, die passiv-aggressives Verhalten an den Tag legen, versuchen, unschuldig und gutmütig zu wirken, während sie Sie angreifen. Sie haben die Absicht, gemein zu sein oder Sie zu verletzen, doch sie geben das nicht zu. Deshalb kommt es häufiger zu Inkongruenzen von verbalen und nonverbalen Botschaften.

Passive Aggression ist eine ungesunde Art, Ärger auszudrücken. Zu den typischen Taktiken passiv-aggressiver Menschen gehören Sarkasmus, bissige Witze, Zusagen, die dann in letzter Minute wieder zurückgenommen werden, Schmollen, Ewigkeiten brauchen, um eine einfache Aufgabe zu erledigen, absichtlich Fehler machen oder Dinge „aus Versehen“ kaputt machen.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2015
Überarbeitung: 29. Juli 2019
AN: #45415
K:
Ü:

David-Goliath-Effekt: Braucht Positionierung einen Gegner?

David-Goliath-Effekt

Braucht Positionierung einen Gegner?
Das Feindbild für das Marketing - David gegen Goliath

David gegen Goliath: Braucht eine starke Positionierung einen Gegner?

 

David gegen Goliath.

Klein gegen groß.

Mutig gegen mächtig.

Außenseiter gegen Marktführer.

Solche Geschichten funktionieren.

Im Marketing.

In der Politik.

In Unternehmen.

In gesellschaftlichen Debatten.

Und in unserem persönlichen Denken.

Sobald ein gemeinsamer Gegner auftaucht, wird vieles einfacher:

Wir wissen, wer „wir“ sind.

Und wer „die anderen“ sind.

Genau das macht Feindbilder kommunikativ so wirksam.

Und genau das macht sie gefährlich.

 

 

 

Der David-Goliath-Effekt

 

Die Geschichte von David und Goliath ist zu einem Sinnbild für ungleiche Auseinandersetzungen geworden.

Auf der einen Seite:

Macht.

Größe.

Ressourcen.

Dominanz.

Auf der anderen:

der Außenseiter.

Weniger Mittel.

Weniger Einfluss.

Und trotzdem eine Chance.

Menschen sympathisieren häufig mit dem vermeintlich Schwächeren.

Wir wünschen uns, dass David eine Chance bekommt.

Das lässt sich kommunikativ nutzen.

 

 

 

Der Underdog hat einen Sympathievorteil

 

Wer als Außenseiter wahrgenommen wird, kann leichter Unterstützung gewinnen.

Ein kleines Unternehmen tritt gegen einen mächtigen Konzern an.

Eine unbekannte Kandidatin gegen einen etablierten Amtsinhaber.

Ein kleines Team gegen den Branchenführer.

Eine neue Idee gegen ein etabliertes System.

Plötzlich geht es um mehr als Produkte, Personen oder Argumente.

Es entsteht eine Geschichte.

David gegen Goliath.

Und Geschichten bewegen Menschen.

 

 

 

Warum wir Außenseiter mögen

 

Der Underdog verkörpert etwas Attraktives.

Mut.

Hoffnung.

Aufstieg.

Unabhängigkeit.

Die Möglichkeit, dass Macht weniger alles entscheidet.

Wir können uns mit ihm identifizieren.

Vielleicht auch deshalb, weil viele Menschen Situationen kennen, in denen sie selbst weniger Einfluss hatten als andere.

Der Außenseiter wird dadurch zum Projektionsraum:

„Wenn David gewinnen kann, ist vielleicht mehr möglich, als es zunächst scheint.“

 

 

 

Reaktanz: Wenn Macht Widerstand erzeugt

 

Ein weiterer psychologischer Mechanismus kann hinzukommen.

Menschen möchten Wahlfreiheit.

Wenn wir den Eindruck bekommen, jemand wolle unsere Entscheidung stark kontrollieren, kann Widerstand entstehen.

In der Psychologie wird in diesem Zusammenhang von Reaktanz gesprochen.

Ein dominanter Anbieter kann dadurch ungewollt seinen kleineren Konkurrenten interessanter machen.

Der Kleine steht plötzlich für:

Alternative.

Freiheit.

Unabhängigkeit.

Widerspruch.

Das kann ausgesprochen wirkungsvoll sein.

 

 

 

Marketing liebt klare Gegensätze

 

Aus kommunikativer Sicht haben Gegensätze einen großen Vorteil:

Sie reduzieren Komplexität.

Alt gegen neu.

Groß gegen klein.

Teuer gegen günstig.

Tradition gegen Innovation.

Bürokratie gegen Freiheit.

Mensch gegen Maschine.

Wir gegen die anderen.

Das Publikum versteht sofort, worum es angeblich geht.

Doch genau hier beginnt die Verantwortung.

Denn Klarheit und Vereinfachung sind zwei unterschiedliche Dinge.

 

 

 

Ein Feindbild schafft Identität

 

Ein gemeinsamer Gegner verbindet.

„Wir sind diejenigen, die gegen X kämpfen.“

Das erzeugt Zugehörigkeit.

Menschen müssen weniger lange erklären, wofür sie stehen.

Es reicht beinahe zu sagen, wogegen sie stehen.

Das funktioniert bei Marken.

Bei Organisationen.

Bei politischen Bewegungen.

Und sogar in persönlichen Beziehungen.

Der Gegner wird zum Orientierungspunkt der eigenen Identität.

 

 

 

Das Problem: Wer sich über den Gegner definiert, braucht ihn

 

Genau hier liegt die Schwäche dieser Strategie.

Wenn meine Identität lautet:

„Wir sind gegen die anderen“

brauche ich die anderen, um zu wissen, wer ich bin.

Der Gegner bekommt damit erstaunlich viel Macht.

Er bestimmt:

meine Themen,

meine Aufmerksamkeit,

meine Sprache,

meine Emotionen,

meine Positionierung.

Das ist weniger Unabhängigkeit, als es zunächst aussieht.

 

 

 

Wogegen bist du – und wofür stehst du?

 

Deshalb finde ich eine Frage wesentlich stärker:

Wofür stehst du?

Es ist leicht zu sagen:

„Wir sind gegen schlechte Beratung.“

Interessanter ist:

„Was bedeutet gute Beratung für uns?“

Es ist leicht zu sagen:

„Wir kämpfen gegen die alten Strukturen.“

Interessanter ist:

„Welche besseren Strukturen möchten wir schaffen?“

Es ist leicht, einen Gegner zu benennen.

Anspruchsvoller ist eine eigene Position.

 

 

 

Positionierung braucht Unterschiede

 

Das bedeutet keineswegs, dass gute Positionierung konfliktfrei sein muss.

Im Gegenteil.

Wer für etwas steht, wird automatisch Dinge ablehnen.

Wenn du für Transparenz stehst, wirst du bestimmte Formen der Verschleierung kritisieren.

Wenn du für Selbstbestimmung stehst, wirst du Bevormundung anders bewerten.

Wenn du für Qualität stehst, wirst du bestimmte Kompromisse weniger attraktiv finden.

Eine klare Haltung erzeugt Unterschiede.

Der entscheidende Unterschied lautet:

Der Gegner ist die Folge deiner Haltung – weniger ihre Grundlage.

 

 

 

Menschen oder Probleme?

 

Für Marketing und Kommunikation ist diese Unterscheidung besonders hilfreich.

Statt Menschen oder Unternehmen zum Feind zu erklären, kann der Gegner ein Problem sein.

Zum Beispiel:

unnötige Komplexität,

Zeitverschwendung,

schlechte Verständlichkeit,

Bürokratie,

Intransparenz,

Verschwendung,

Angst,

Orientierungslosigkeit,

schlechte Kommunikation.

Dann entsteht weiterhin Spannung.

Doch die Geschichte bekommt eine konstruktivere Richtung.

 

 

 

Der bessere Gegner ist häufig ein Zustand

 

Das verändert Kommunikation erheblich.

Statt:

„Wir gegen die anderen.“

entsteht:

„Wir gemeinsam gegen ein Problem.“

Das Publikum wird weniger zum Mitstreiter gegen Menschen.

Es wird zum Mitgestalter einer besseren Situation.

Das ist eine wesentlich tragfähigere Form der Positionierung.

 

 

 

Was wäre Batman ohne Joker?

 

Geschichten brauchen Konflikt.

James Bond braucht Gegenspieler.

Sherlock Holmes braucht schwierige Fälle.

David braucht Goliath.

Ohne Hindernis entsteht wenig Spannung.

Das gilt auch für Storytelling.

Doch ein Konflikt braucht keineswegs einen bösen Menschen.

Der Gegner einer Geschichte kann ebenso sein:

eine schwierige Situation,

eine falsche Annahme,

eine Gewohnheit,

eine technische Grenze,

ein gesellschaftliches Problem,

eine innere Überzeugung.

Gutes Storytelling braucht Widerstand.

Es braucht weniger Feindseligkeit.

 

 

 

Feindbilder vereinfachen die Welt

 

Feindbilder sind attraktiv, weil sie Komplexität reduzieren.

Wenn jemand schuld ist, wird die Geschichte übersichtlich.

Der Gute.

Der Böse.

Ursache.

Wirkung.

Lösung.

Die Wirklichkeit ist häufig komplizierter.

Menschen haben unterschiedliche Interessen.

Organisationen handeln unter verschiedenen Bedingungen.

Entscheidungen entstehen aus mehreren Motiven.

Deshalb verdient jede sehr einfache Freund-Feind-Erzählung eine zusätzliche Frage:

„Was wird durch diese Geschichte ausgeblendet?“

 

 

 

Polarisierung erzeugt Aufmerksamkeit

 

Konflikt funktioniert kommunikativ.

Eine scharfe Position erzeugt Reaktionen.

Zustimmung.

Widerspruch.

Kommentare.

Reichweite.

Das macht Polarisierung attraktiv.

Doch Aufmerksamkeit und Wirkung sind verschiedene Dinge.

Die entscheidende Frage lautet:

„Welche Wirkung möchte ich langfristig erzeugen?“

Wer Vertrauen aufbauen möchte, braucht andere Mittel als jemand, der ausschließlich kurzfristige Aufmerksamkeit sucht.

 

 

 

Die Versuchung der Empörung

 

Empörung ist ein starker Aufmerksamkeitsverstärker.

„Unglaublich, was diese Menschen tun!“

„Jetzt reicht es!“

„Die Wahrheit über …“

Solche Botschaften erzeugen Energie.

Das Publikum weiß sofort, welche Emotion erwartet wird.

Das kann Reichweite bringen.

Doch wer dauerhaft Empörung verkauft, braucht immer neuen Anlass für Empörung.

Das Kommunikationsmodell beginnt, sich selbst zu füttern.

 

 

 

Haltung ist stärker als Feindseligkeit

 

Eine klare Position darf unbequem sein.

Sie darf widersprechen.

Sie darf Missstände benennen.

Sie darf sagen:

„Das halte ich für falsch.“

Haltung braucht jedoch weniger Abwertung.

Du kannst eine Idee entschieden kritisieren und dem Menschen dahinter weiterhin Würde zugestehen.

Du kannst Grenzen setzen.

Du kannst widersprechen.

Du kannst dich klar positionieren.

Und trotzdem differenziert bleiben.

Das ist anspruchsvoller als ein Feindbild.

Und häufig glaubwürdiger.

 

 

 

David kann selbst zu Goliath werden

 

Eine interessante Schwierigkeit der David-Goliath-Strategie zeigt sich beim Erfolg.

Was geschieht, wenn David gewinnt?

Das kleine Unternehmen wächst.

Der Außenseiter wird Marktführer.

Der Herausforderer wird Institution.

Plötzlich funktioniert die alte Geschichte weniger gut.

Wer weiterhin behauptet, der kleine Rebell zu sein, obwohl er längst erhebliche Macht besitzt, verliert Glaubwürdigkeit.

Erfolg verlangt deshalb manchmal eine neue Geschichte.

 

 

 

Macht verändert Verantwortung

 

Wer Einfluss gewinnt, sollte die eigene Rolle neu betrachten.

Welche Macht habe ich inzwischen?

Welche Verantwortung entsteht daraus?

Welche Kritik, die ich früher an anderen geübt habe, gilt inzwischen möglicherweise auch für mich?

Das ist eine anspruchsvolle Form von Selbstreflexion.

Und sie gilt weit über Marketing hinaus.

 

 

 

Der Feind meines Feindes ist noch lange kein Freund

 

Ein gemeinsamer Gegner kann Menschen schnell verbinden.

Doch diese Verbindung sagt wenig darüber aus, ob sie gemeinsame Werte haben.

Zwei Menschen können dasselbe ablehnen und vollkommen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was stattdessen entstehen soll.

Deshalb ist eine gemeinsame Ablehnung eine schwache Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.

Die stärkere Frage lautet:

„Was wollen wir gemeinsam schaffen?“

 

 

 

Positionierung ohne Feindbild

 

Eine starke Positionierung kann auf vier Fragen beruhen:

 

1. Wofür stehe ich?

Welche Werte und Prinzipien sind wesentlich?

 

2. Welches Problem möchte ich lösen?

Was soll durch meine Arbeit besser werden?

 

3. Was mache ich bewusst anders?

Wo unterscheidet sich mein Ansatz?

 

4. Welche Zukunft möchte ich ermöglichen?

Was soll entstehen, wenn meine Arbeit erfolgreich ist?

Damit entsteht Profil.

Ganz ohne künstlichen Bösewicht.

 

 

 

Der Haltungs-Kompass

 

Wenn du überlegst, dich kommunikativ deutlich gegen jemanden oder etwas zu positionieren, helfen fünf Fragen:

 

1. Kritisiere ich einen Menschen oder ein konkretes Verhalten?

Präzision reduziert unnötige Feindseligkeit.

 

2. Welche meiner Werte begründen meine Position?

Dann wird sichtbar, wofür du stehst.

 

3. Würde meine Aussage auch ohne Empörung überzeugen?

Das ist ein guter Qualitätstest.

 

4. Was möchte ich stattdessen?

Kritik wird stärker, wenn eine Alternative sichtbar wird.

 

5. Kann ich meine Position vertreten und gleichzeitig differenziert bleiben?

Genau dort zeigt sich Souveränität.

 

 

 

Ein Gegner kann Orientierung geben – ein eigener Kompass ist stärker

 

Das ist für mich der wichtigste Gedanke.

Es ist einfach, sich an einem Gegner auszurichten.

Wenn er nach links geht, gehe ich nach rechts.

Wenn er dafür ist, bin ich dagegen.

Doch dann bestimmt weiterhin der Gegner die Richtung.

Eigenständigkeit beginnt dort, wo du einen eigenen Kompass hast.

Was halte ich für richtig?

Welche Werte möchte ich vertreten?

Welche Wirkung möchte ich erzielen?

Was möchte ich beitragen?

Dann darfst du widersprechen.

Auch entschieden.

Doch deine Richtung entsteht aus deiner Haltung.

 

 

 

Kommunikation braucht Konfliktfähigkeit

 

Souveräne Kommunikation bedeutet keineswegs, jedem Konflikt auszuweichen.

Manchmal braucht es klare Worte.

Manchmal ein Nein.

Manchmal deutlichen Widerspruch.

Manchmal eine öffentliche Position.

Die entscheidende Fähigkeit lautet:

Konflikt führen, ohne vom Konflikt geführt zu werden.

Das ist ein großer Unterschied.

 

 

 

David gegen Goliath neu gedacht

 

Vielleicht liegt die bleibende Faszination der Geschichte weniger darin, dass David einen Feind braucht.

Vielleicht liegt sie darin, dass ein Mensch trotz ungünstiger Ausgangslage seinen eigenen Handlungsspielraum erkennt.

Er akzeptiert weniger automatisch die Spielregeln des Stärkeren.

Er nutzt seine eigenen Möglichkeiten.

Er handelt.

Das ist die interessantere Botschaft.

Souveränität beginnt weniger mit der Größe des Gegners als mit Klarheit über die eigenen Möglichkeiten.

 

 

 

Wofür möchtest du stehen?

 

Vielleicht ist das die stärkere Alternative zum Feindbild.

Weniger:

„Gegen wen kämpfen wir?“

Mehr:

„Wofür lohnt es sich, einzutreten?“

Weniger:

„Wer ist schuld?“

Mehr:

„Was können wir verbessern?“

Weniger:

„Wie grenzen wir uns ab?“

Mehr:

„Was macht unsere Haltung erkennbar?“

So entsteht Positionierung aus Identität statt aus Feindschaft.

 

 

 

Individuelles Sparring für klare Positionierung

 

Gerade in exponierten Rollen entstehen Situationen, in denen eine klare Position gefragt ist.

Wie deutlich möchtest du dich äußern?

Wo lohnt sich Widerspruch?

Welche Auseinandersetzung dient deinem Anliegen?

Welche lenkt davon ab?

Welche Werte sollen in deiner Kommunikation erkennbar werden?

Und wie kannst du eine starke Position vertreten, ohne dich von der Gegenseite definieren zu lassen?

Im individuellen Sparring können wir genau diese Fragen klären.

Denn eine starke Position braucht Ecken und Kanten.

Sie braucht keinen künstlichen Feind.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel

 

Demografischer Wandel: Was er für Unternehmen und Führung bedeutet

Alternde Belegschaften, Fachkräftebedarf und Wissenstransfer: Was der demografische Wandel für Unternehmen, Führungskräfte und die Arbeitswelt bedeutet.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 18. Mai 2014
Überarbeitung: 1. September 2026
AN: #4334

Limbisches System: Emotionen, Stress und Entscheidungen

Limbisches System

Emotionen, Stress und Entscheidungen
Limbisches System

Limbisches System: Warum unser Zustand Denken und Entscheiden beeinflusst

 

Du kennst wahrscheinlich diese Erfahrung:

In ruhigen Momenten kannst du differenziert denken.

Du siehst mehrere Möglichkeiten.

Du kannst abwägen.

Du kannst warten.

Unter starkem Stress verändert sich etwas.

Der Blick wird enger.

Gefahren wirken größer.

Bestimmte Erinnerungen werden schneller verfügbar.

Und Entscheidungen fühlen sich plötzlich dringlicher an.

Das hat mit komplexen Wechselwirkungen im Gehirn zu tun.

Der Begriff limbisches System wird häufig verwendet, um einige der daran beteiligten Strukturen zusammenzufassen.

 

 

 

Was ist das limbische System?

 

Das limbische System ist kein einzelnes Organ und auch kein klar abgegrenztes „Gefühlszentrum“.

Historisch wurde der Begriff verwendet, um verschiedene miteinander verbundene Hirnstrukturen zu beschreiben, die unter anderem an Emotion, Motivation, Lernen, Gedächtnis und Bewertung beteiligt sind.

Dazu werden je nach Modell beispielsweise gerechnet:

  • Amygdala,

  • Hippocampus,

  • Teile des cingulären Cortex,

  • hypothalamische Strukturen,

  • weitere verbundene Bereiche.

Heute wird der Begriff vorsichtiger verwendet, weil diese Funktionen auf verschiedene Netzwerke verteilt sind und kaum sauber einem einzigen System zugeordnet werden können.

 

 

 

Das Gehirn arbeitet in Netzwerken

 

Das ist ein wichtiger Punkt.

Emotionen entstehen weniger in einem einzelnen Zentrum.

Auch Entscheidungen.

Auch Erinnerungen.

Auch Motivation.

Viele Hirnregionen arbeiten gleichzeitig zusammen.

Deshalb ist die Vorstellung:

„Hier sitzt die Vernunft und dort sitzen die Gefühle“

zu einfach.

Denken und Fühlen beeinflussen sich gegenseitig.

Und genau das ist für den Alltag viel interessanter.

 

 

 

Die Amygdala

 

Die Amygdala spielt unter anderem eine Rolle bei der Verarbeitung emotional bedeutsamer Reize.

Besonders gut untersucht sind Zusammenhänge mit:

Angst,

Bedrohungsbewertung,

Lernen,

emotionaler Erinnerung.

Sie hilft dem Organismus dabei, Reize schnell auf Bedeutung zu prüfen.

Das ist ausgesprochen nützlich.

Wenn etwas möglicherweise gefährlich ist, braucht unser System Geschwindigkeit.

 

 

 

Der Hippocampus

 

Der Hippocampus spielt eine wichtige Rolle für Gedächtnis und Kontext.

Er hilft unter anderem dabei, Erfahrungen zeitlich und räumlich einzuordnen.

Vereinfacht:

Die Amygdala kann signalisieren:

„Das ist bedeutsam.“

Der Hippocampus hilft eher bei Fragen wie:

„Wann und wo habe ich etwas Ähnliches erlebt?“

Beide Funktionen beeinflussen sich.

 

 

 

Emotion verändert Aufmerksamkeit

 

Wenn etwas emotional bedeutsam wird, verändert sich unsere Aufmerksamkeit.

Unter Bedrohung richten wir sie stärker auf mögliche Risiken.

Das ist evolutionär sinnvoll.

Wenn ein Tiger vor dir steht, brauchst du weniger Kreativität als schnelle Orientierung.

Im modernen Alltag entsteht jedoch manchmal ein Problem:

Das System reagiert ähnlich stark auf soziale oder berufliche Situationen.

Kritik.

Konflikte.

Statusverlust.

Ablehnung.

Unsicherheit.

Dann verändert sich Wahrnehmung.

 

 

 

Unter Stress wird Denken enger

 

Hohe Aktivierung kann dazu führen, dass wir weniger Möglichkeiten sehen.

Wir reagieren schneller.

Wir greifen eher auf bekannte Muster zurück.

Wir interpretieren mehr als Gefahr.

Wir möchten die Spannung rasch reduzieren.

Das erklärt, weshalb Menschen unter Druck manchmal Entscheidungen treffen, die ihnen später selbst wenig nachvollziehbar erscheinen.

 

 

 

Zustand beeinflusst Entscheidung

 

Das ist für mich der wichtigste praktische Gedanke.

Eine Entscheidung entsteht weniger ausschließlich aus Fakten.

Auch der Zustand des entscheidenden Menschen spielt eine Rolle.

Müde.

Ängstlich.

Wütend.

Euphorisch.

Unter Zeitdruck.

Gut reguliert.

All diese Zustände können die Bewertung einer Situation verändern.

Deshalb lohnt sich bei wichtigen Entscheidungen eine zusätzliche Frage:

„In welchem Zustand entscheide ich gerade?“

 

 

 

Emotionen sind Informationen

 

Emotionen werden gelegentlich als Gegner rationaler Entscheidungen dargestellt.

Das greift zu kurz.

Gefühle liefern Informationen.

Angst weist auf mögliche Gefahr hin.

Ärger kann auf eine Grenzverletzung aufmerksam machen.

Freude kann zeigen, dass etwas bedeutsam ist.

Enttäuschung kann Erwartungen sichtbar machen.

Die entscheidende Frage lautet weniger:

„Wie werde ich dieses Gefühl los?“

Sondern:

„Was zeigt mir dieses Gefühl – und welche Handlung folgt daraus wirklich?“

 

 

 

Gefühl ist kein Befehl

Das ist die zweite wichtige Unterscheidung.

Ein Gefühl darf stark sein.

Es muss trotzdem keine Entscheidung diktieren.

Du kannst Angst spüren und trotzdem handeln.

Du kannst Ärger spüren und trotzdem ruhig bleiben.

Du kannst Begeisterung spüren und trotzdem Risiken prüfen.

Das schafft Handlungsspielraum.

 

 

 

Das Gehirn belohnt und bewertet

Motivation hängt auch mit Belohnungsprozessen zusammen.

Dabei spielen unter anderem dopaminerge Systeme und Strukturen wie der Nucleus accumbens eine Rolle.

Vereinfacht:

Unser Gehirn lernt, welche Erfahrungen sich lohnen.

Was erwarten wir?

Was fühlt sich attraktiv an?

Was möchten wir wiederholen?

Diese Prozesse beeinflussen Verhalten.

Auch hier gilt:

Es gibt weniger ein einziges „Belohnungszentrum“ als vernetzte Prozesse.

 

 

 

Erfahrung prägt Bewertung

 

Wenn du etwas wiederholt erlebt hast, beeinflusst das deine Erwartungen.

Ein Mensch, der häufig Kritik erlebt hat, reagiert möglicherweise schneller auf kritische Signale.

Ein Mensch mit vielen positiven Erfahrungen interpretiert dieselbe Situation anders.

Das bedeutet:

Wir reagieren weniger ausschließlich auf das, was jetzt geschieht, als auch auf das, was wir gelernt haben.

 

 

 

Wahrnehmung ist weniger neutral, als sie sich anfühlt

 

Menschen erleben ihre Wahrnehmung häufig als objektiv.

„Ich sehe doch, wie die Situation ist.“

Tatsächlich wird Wahrnehmung ständig gefiltert.

Aufmerksamkeit.

Erwartung.

Erfahrung.

Emotion.

Kontext.

Deshalb kann eine hilfreiche Frage lauten:

„Was beobachte ich tatsächlich – und was interpretiere ich bereits?“

Diese Unterscheidung kann in Konflikten ausgesprochen wertvoll sein.

 

 

 

Kommunikation unter Stress

 

Auch Gespräche verändern sich mit dem eigenen Zustand.

Unter hoher Aktivierung:

  • hören wir selektiver,

  • reagieren schneller,

  • rechtfertigen uns stärker,

  • nehmen Kritik schärfer wahr,

  • verlieren leichter den Überblick.

Deshalb beginnt gute Kommunikation weniger ausschließlich mit der richtigen Formulierung.

Sie beginnt auch mit dem eigenen Zustand.

 

 

 

Erst Zustand, dann Botschaft

 

Vor wichtigen Gesprächen kann es sinnvoll sein, kurz zu prüfen:

Wie aktiviert bin ich?

Wie atme ich?

Wie viel Spannung halte ich?

Kann ich mein Gegenüber noch wirklich hören?

Kann ich mehrere Perspektiven sehen?

Wenn die Antwort kaum lautet, braucht es vielleicht zunächst Regulation.

 

 

 

Selbstregulation schafft Wahlfreiheit

 

Selbstregulation bedeutet weniger, jede Emotion zu beseitigen.

Sie bedeutet:

genug innere Stabilität herstellen, um wieder wählen zu können.

Dann entstehen Möglichkeiten.

Antworten.

Warten.

Nachfragen.

Grenzen setzen.

Neu bewerten.

Eine Pause machen.

Oder die eigene Position korrigieren.

 

 

 

Entscheidungen unter hoher Aktivierung

 

Gerade bei weitreichenden Entscheidungen lohnt sich Vorsicht.

Wenn eine Situation stark aktiviert, können sich Risiken und Chancen anders anfühlen.

Deshalb hilft:

Zeit gewinnen.

Informationen prüfen.

Zustand regulieren.

Perspektiven wechseln.

Dann entscheiden.

Das bedeutet weniger, Gefühle zu ignorieren.

Es bedeutet, sie in einen größeren Kontext zu stellen.

 

 

 

Körper und Gehirn gehören zusammen

 

Auch der körperliche Zustand beeinflusst Denken.

Schlaf.

Erschöpfung.

Hunger.

Bewegung.

Atmung.

Stress.

All das verändert kognitive Leistungsfähigkeit.

Das zeigt:

Selbstführung ist auch körperliche Selbstführung.

Ein erschöpfter Mensch trifft andere Bewertungen als ein erholter.

 

 

 

Warum Atem und Bewegung helfen können

 

Langsame Atmung, Bewegung und Orientierung im Raum können den Zustand beeinflussen.

Das ist weniger ein magischer Trick.

Es sind Möglichkeiten, dem Organismus andere Signale zu geben.

Gerade bei hoher Aktivierung kann das helfen, wieder mehr Handlungsspielraum zu bekommen.

 

 

 

Limbisches System und Präsentationen

 

Der alte Marketinggedanke lautet oft:

„Sprich das limbische System deines Publikums an.“

Das klingt griffig.

Es ist wissenschaftlich zu simpel.

Menschen lassen sich kaum durch ein einzelnes „Emotionszentrum“ überzeugen.

Trotzdem bleibt ein wichtiger Gedanke:

Menschen hören Botschaften immer in einem emotionalen Zustand.

Eine Präsentation beeinflusst deshalb nicht nur über Fakten.

Auch über:

Vertrauen,

Relevanz,

Bedeutung,

Geschichten,

Unsicherheit,

Erwartung,

Beziehung.

 

 

 

Emotion ohne Manipulation

 

Wer Kommunikation versteht, kann Emotionen beeinflussen.

Damit entsteht Verantwortung.

Die Frage lautet weniger:

„Wie aktiviere ich das limbische System?“

Stärker ist:

„Wie schaffe ich Bedingungen, in denen mein Gegenüber eine Botschaft klar verstehen und selbst bewerten kann?“

Das ist eine wesentlich erwachsenere Form von Kommunikation.

 

 

 

Sicherheit erweitert den Denkraum

 

Wenn Menschen sich bedroht fühlen, wird ihr Denken häufig enger.

Wenn sie sich ausreichend sicher fühlen, können sie eher:

abwägen,

lernen,

zuhören,

Alternativen prüfen,

neue Ideen zulassen.

Deshalb ist psychologische Sicherheit so wertvoll.

Nicht als Kuschelfaktor.

Sondern als Voraussetzung für gutes Denken.

 

 

 

Der Zustands-Kompass

 

Vor einer wichtigen Entscheidung oder einem Gespräch helfen fünf Fragen:

 

1. Was spüre ich gerade?

Angst?

Ärger?

Anspannung?

Erschöpfung?

 

2. Was interpretiere ich daraus?

Welche Geschichte entsteht?

 

3. Welche Fakten habe ich tatsächlich?

Trenne Beobachtung und Bewertung.

 

4. Welche weiteren Möglichkeiten existieren?

Erweitere den Denkraum.

 

5. Welche Handlung kann ich später vertreten?

Dann entsteht Entscheidung statt Reflex.

 

Das limbische System als Metapher mit Vorsicht

 

Der Begriff ist weiterhin nützlich.

Er erinnert daran:

Emotion.

Gedächtnis.

Motivation.

Bewertung.

Körperlicher Zustand.

All das beeinflusst unser Verhalten.

Die Vorstellung eines einzelnen „Gefühlshirns“ ist jedoch zu einfach.

Der Mensch ist ein hoch vernetztes System.

Und genau deshalb lohnt sich differenziertes Denken.

 

 

 

Der wichtigste Gedanke

 

Vielleicht lautet die stärkste praktische Erkenntnis:

Dein Zustand verändert die Welt weniger – er verändert, wie du sie gerade wahrnimmst.

Das bedeutet keineswegs, dass Probleme eingebildet sind.

Es bedeutet:

Unter verschiedenen Zuständen sehen wir unterschiedliche Aspekte derselben Situation.

Deshalb kann es sinnvoll sein, wichtige Entscheidungen in mehreren Zuständen zu betrachten.

 

 

 

Souveränität beginnt mit Selbstwahrnehmung

 

Souveränität bedeutet weniger, immer ruhig zu sein.

Sie bedeutet, zu bemerken, was gerade geschieht.

In dir.

Im Gegenüber.

In der Situation.

Und dann genug Raum zu schaffen, um bewusst zu handeln.

Das ist Selbstführung.

 

 

 

Individuelles Sparring bei anspruchsvollen Situationen

 

Gerade bei wichtigen Entscheidungen, Konflikten und öffentlichen Auftritten beeinflusst der eigene Zustand die Qualität des Denkens.

Im individuellen Sparring können wir deshalb mehr betrachten als Argumente.

Welche Situationen aktivieren dich?

Was passiert dann mit deiner Wahrnehmung?

Welche Muster werden schneller?

Was hilft dir, wieder Orientierung zu gewinnen?

Und wie kannst du auch unter Druck mehr Wahlfreiheit behalten?

Denn Klarheit entsteht weniger ausschließlich durch bessere Gedanken.

Sie entsteht auch durch einen Zustand, in dem gutes Denken wieder möglich wird.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Rhetorik, Reden und Präsentationen

Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

Authentisch präsentieren statt perfekt wirken: Erfahre, wie Kompetenz, Persönlichkeit, Nahbarkeit und gute Vorbereitung gemeinsam überzeugen.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Mitarbeiteridentifikation stärken: Wie Video und YouTube helfen

Mitarbeiteridentifikation stärken: Was Video und YouTube wirklich leisten können

Führung, gelebte Kultur, glaubwürdige interne Kommunikation und tatsächliche Erfahrungen der Mitarbeitenden
Medienkompetenz

Mitarbeiteridentifikation stärken: Was Video und YouTube wirklich leisten könne

 

Ein Unternehmensvideo schafft noch keine Unternehmenskultur.

Und ein YouTube-Kanal erzeugt noch keine Identifikation.

Trotzdem können Videos etwas Wertvolles leisten.

Sie können sichtbar machen, wofür ein Unternehmen steht.

Sie können Menschen eine Stimme geben.

Sie können erklären, weshalb Entscheidungen getroffen werden.

Und sie können Mitarbeitenden zeigen, welche Menschen, Leistungen und Geschichten Teil des Unternehmens sind.

Video kann Identifikation sichtbar und erlebbar machen. Entstehen muss sie im wirklichen Arbeitsalltag.

 

 

 

Kann YouTube die Identifikation von Mitarbeitenden stärken?

 

Ja – unter bestimmten Voraussetzungen.

Weniger deshalb, weil YouTube eine besondere psychologische Wirkung besitzt.

Entscheidend ist der Inhalt.

Und noch entscheidender ist, ob dieser Inhalt mit der tatsächlichen Erfahrung der Mitarbeitenden übereinstimmt.

Wenn Führungskräfte öffentlich von Vertrauen, Wertschätzung und Beteiligung sprechen und Mitarbeitende im Alltag etwas völlig anderes erleben, entsteht kaum Identifikation.

Dann kann professionelle Kommunikation sogar den Widerspruch deutlicher machen.

Wenn Worte und Erfahrung zusammenpassen, können Videos hingegen verstärken, was bereits vorhanden ist.

 

 

 

Identifikation lässt sich kaum verordnen

 

Unternehmen wünschen sich engagierte Mitarbeitende.

Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Die gute Arbeit ihres Unternehmens gern zeigen.

Und vielleicht sogar öffentlich sagen:

„Ich arbeite gern hier.“

Das lässt sich kaum durch eine Kommunikationskampagne anordnen.

Glaubwürdige Identifikation entsteht eher dort, wo Menschen erleben:

  • Meine Arbeit hat Bedeutung.
  • Mein Beitrag wird wahrgenommen.
  • Informationen werden nachvollziehbar kommuniziert.
  • Führung ist ansprechbar.
  • Werte zeigen sich auch im Alltag.
  • Ich kann mich einbringen.
  • Das öffentliche Bild meines Arbeitgebers passt zu meiner Erfahrung.

Kommunikation kann solche Erfahrungen unterstützen und sichtbar machen.

 

 

 

Interne Kommunikation kommt vor externer Selbstdarstellung

 

Dieser Punkt ist besonders wichtig.

Wenn Mitarbeitende wichtige Veränderungen zuerst über LinkedIn oder YouTube erfahren, läuft etwas schief.

Externe Kommunikation sollte interne Kommunikation kaum ersetzen.

Bei wesentlichen Themen lautet die sinnvolle Reihenfolge häufig:

  1. Mitarbeitende informieren.
  2. Fragen ermöglichen.
  3. Orientierung schaffen.
  4. anschließend nach außen kommunizieren.

So entsteht eher das Gefühl:

„Ich gehöre dazu.“

statt:

„Ich erfahre von meinem eigenen Unternehmen aus den sozialen Medien.“

 

 

 

YouTube oder interne Videoplattform?

 

Auch der Kanal muss zum Zweck passen.

YouTube eignet sich besonders für öffentliche Inhalte.

Zum Beispiel:

  • Einblicke in die Unternehmenskultur
  • Mitarbeitendenporträts
  • Projektgeschichten
  • Führungskommunikation mit externer Relevanz
  • Recruiting und Employer Branding
  • Expertise aus dem Unternehmen

Für vertrauliche interne Informationen sind interne Kommunikationskanäle in der Regel geeigneter.

Die Frage sollte also weniger lauten:

„Was können wir alles auf YouTube stellen?“

Sondern:

„Welche Botschaft gehört zu welchem Publikum und auf welchen Kanal?“

 

 

 

1. Mitarbeitende sichtbar machen

 

Menschen identifizieren sich leichter mit Menschen als mit Organigrammen.

Deshalb können Beiträge über konkrete Mitarbeitende sehr wirkungsvoll sein.

Zum Beispiel:

  • Wer arbeitet an einem wichtigen Projekt?
  • Welche Herausforderung wurde gelöst?
  • Was begeistert jemanden an seiner Arbeit?
  • Welche Fähigkeiten stecken hinter einem Ergebnis?
  • Wie arbeiten verschiedene Bereiche zusammen?

Dabei sollte die Person mehr sein als Dekoration für die Unternehmensmarke.

Sie braucht eine eigene Stimme.

 

 

 

2. Leistungen würdigen, ohne Werbefernsehen zu produzieren

 

Anerkennung kann Verbindung stärken.

Videos können dafür einen guten Rahmen bieten.

Entscheidend ist die Art der Würdigung.

Ein standardisiertes „Mitarbeiter des Monats“-Format kann funktionieren.

Häufig sind konkrete Geschichten stärker:

„Dieses Team hat innerhalb von drei Wochen eine Lösung gefunden, nachdem …“

Dadurch wird sichtbar, was geleistet wurde und warum es Bedeutung hat.

 

 

 

3. Führung sichtbar und verständlich machen

 

Führungskommunikation besteht aus mehr als Unternehmenszahlen.

Mitarbeitende wollen häufig wissen:

  • Wo stehen wir?
  • Wohin wollen wir?
  • Warum entscheiden wir uns dafür?
  • Was bedeutet das für meinen Bereich?
  • Was geschieht als Nächstes?

Video kann Führung unmittelbarer erlebbar machen.

Dafür braucht es weniger Hochglanz als Klarheit.

Ein glaubwürdiger Geschäftsführer mit einer klaren Botschaft wirkt häufig stärker als ein perfekt produzierter Film ohne erkennbare Haltung.

 

 

 

4. Entscheidungen erklären

 

Menschen müssen einer Entscheidung keineswegs immer zustimmen, um sie nachvollziehen zu können.

Verständliche Kommunikation hilft.

Eine gute Führungskraft kann beispielsweise erläutern:

  • Welche Situation liegt vor?
  • Welche Optionen wurden geprüft?
  • Welche Kriterien waren entscheidend?
  • Warum wurde dieser Weg gewählt?
  • Welche Konsequenzen folgen?

Damit wird Kommunikation zu Orientierung.

 

5. Unternehmenswerte konkret machen

 

Viele Unternehmen haben Werte.

Respekt.

Innovation.

Verantwortung.

Teamgeist.

Auf einer Website klingen solche Begriffe schnell austauschbar.

Interessanter wird die Frage:

Wo kann ich diesen Wert konkret beobachten?

Ein Video kann genau diese Geschichte erzählen.

Welche Entscheidung zeigt Verantwortung?

Welches Verhalten zeigt Respekt?

Welches Projekt steht tatsächlich für Innovation?

So wird aus einem Schlagwort ein Beispiel.

 

 

 

6. Mitarbeitende zu Beteiligten machen

 

Unternehmenskommunikation wirkt schnell künstlich, wenn ausschließlich Kommunikationsabteilung und Geschäftsführung vorkommen.

Mitarbeitende können selbst zu Erzählern werden.

Zum Beispiel:

  • als Fachleute
  • in Projektberichten
  • in kurzen Interviews
  • bei Einblicken in Arbeitsbereiche
  • bei der Erklärung von Innovationen
  • mit eigenen Erfahrungen

Forschung zu Employee Advocacy betrachtet Mitarbeitende zunehmend als aktive Mitgestalter einer Arbeitgebermarke statt als reine Empfänger von Unternehmensbotschaften.

Genau darin liegt eine große Chance.

 

 

 

Employee Advocacy: Wenn Mitarbeitende freiwillig für ihren Arbeitgeber sprechen

 

Employee Advocacy beschreibt vereinfacht, dass Mitarbeitende positiv über das Unternehmen sprechen und es gegenüber anderen vertreten.

Das kann offline geschehen.

Oder auf LinkedIn, YouTube und anderen Plattformen.

Der entscheidende Begriff lautet:

freiwillig.

Ein glaubwürdiger Botschafter spricht aus eigener Überzeugung.

Eine verordnete Begeisterung wirkt schnell wie Werbung.

 

 

 

Keine Mitarbeitenden als Werbefläche behandeln

 

Wer Mitarbeitende vor die Kamera stellt, trägt Verantwortung.

Menschen sollten wissen:

  • wo der Beitrag veröffentlicht wird
  • in welchem Zusammenhang er erscheint
  • wie ihre Aussagen verwendet werden
  • welche Reichweite möglich ist
  • welche organisatorischen und rechtlichen Regelungen gelten

Besonders wichtig:

Ein Auftritt sollte freiwillig sein.

Hierarchische Beziehungen können sonst subtilen Druck erzeugen.

Ein Mensch darf eine Kamera ablehnen und trotzdem ein engagierter Mitarbeiter sein.

 

 

 

Authentizität bedeutet weniger Inszenierung

 

Unternehmensvideos werden manchmal so stark produziert, dass kaum noch ein Mensch darin vorkommt.

Sätze werden auswendig gelernt.

Antworten werden mehrfach neu aufgenommen.

Jede spontane Formulierung wird geglättet.

Das Ergebnis ist technisch sauber und menschlich erstaunlich fern.

Professionelle Vorbereitung sollte deshalb etwas anderes leisten:

Menschen so gut vorbereiten, dass sie klar und glaubwürdig selbst sprechen können.

 

 

 

Vor der Kamera: Leitgedanken statt auswendig gelernter Sätze

 

Gerade Mitarbeitende ohne Kameraerfahrung profitieren von einer klaren Vorbereitung.

Hilfreich sind Fragen wie:

  • Was ist meine zentrale Botschaft?
  • Welche drei Punkte möchte ich vermitteln?
  • Welche konkrete Geschichte kann ich erzählen?
  • Was soll beim Zuschauer hängen bleiben?
  • Welche Formulierungen passen wirklich zu mir?

Dadurch entsteht Sicherheit.

Und die Person klingt weiterhin wie sie selbst.

 

 

 

Was schlechte Unternehmensvideos verraten können

 

Manchmal liegt das eigentliche Problem weniger vor der Kamera.

Eine Führungskraft soll Begeisterung für eine Entscheidung vermitteln, hinter der sie selbst kaum steht.

Mitarbeitende sollen Werte loben, die sie im Alltag anders erleben.

Menschen sollen spontan von einer Unternehmenskultur schwärmen, die intern gerade erheblich unter Druck steht.

Dann hilft wenig Kameratraining.

Die Kommunikation weist lediglich auf ein tieferes Problem hin.

Kommunikation kann Kultur sichtbar machen. Sie kann eine fehlende Kultur kaum ersetzen.

 

 

 

Video als Teil von Employer Branding

 

Für potenzielle Bewerber können Mitarbeitende eine besonders interessante Informationsquelle sein.

Sie zeigen:

Wer arbeitet dort?

Wie sprechen Menschen miteinander?

Welche Themen beschäftigen das Unternehmen?

Wie wirken Führungskräfte?

Welche Projekte entstehen?

Dadurch bekommt eine Arbeitgebermarke ein Gesicht.

Auch hier gilt:

Langfristig trägt vor allem ein Bild, das zur tatsächlichen Erfahrung passt.

 

 

 

Was stärkt Mitarbeiteridentifikation wirklich?

 

Videos allein kaum.

Wichtiger sind beispielsweise:

  • glaubwürdige Führung
  • faire Arbeitsbedingungen
  • verständliche Kommunikation
  • erlebte Wertschätzung
  • Einflussmöglichkeiten
  • psychologische Sicherheit
  • Sinn und Bedeutung der Arbeit
  • Übereinstimmung zwischen verkündeten und gelebten Werten

Studien zur internen Kommunikation und Employee Advocacy zeigen Zusammenhänge zwischen Kommunikationsqualität, Engagement, Vertrauen, Identifikation und der Bereitschaft, positiv für die Organisation einzutreten.

Video kann diesen Prozess unterstützen.

Es ist ein Medium innerhalb eines größeren Systems.

 

 

 

7 Fragen vor dem nächsten Unternehmensvideo

 

1. Was soll dieser Beitrag bewirken?

 

Informieren?

Orientierung geben?

Ein Projekt sichtbar machen?

Recruiting unterstützen?

Vertrauen stärken?

Ohne Ziel wird Video schnell zum Selbstzweck.

 

 

2. Wer ist das Publikum?

 

Bestehende Mitarbeitende?

Bewerber?

Kunden?

Öffentlichkeit?

Die Antwort beeinflusst Inhalt, Sprache und Kanal.

 

 

3. Ist diese Botschaft intern bereits geklärt?

 

Gerade bei Veränderungen verdient interne Kommunikation Vorrang.

 

 

4. Wer sollte sprechen?

 

Geschäftsführung?

Projektleitung?

Fachleute?

Mitarbeitende?

Die glaubwürdigste Person ist keineswegs automatisch die ranghöchste.

 

 

5. Welche konkrete Geschichte erzählt den Gedanken?

 

Ein Beispiel bleibt häufig stärker hängen als fünf Unternehmenswerte.

 

 

6. Wie viel Produktion braucht der Beitrag?

 

Technische Qualität ist wichtig.

Hochglanz ist kein Selbstzweck.

Die Produktionsform sollte zur Botschaft passen.

 

 

7. Passt das Gesagte zur gelebten Realität?

 

Diese Frage ist die wichtigste.

Denn Mitarbeitende kennen die Antwort bereits.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Kann YouTube die Mitarbeiterbindung erhöhen?

YouTube allein erzeugt kaum Bindung. Glaubwürdige Kommunikation, Beteiligung, Führung und positive Arbeitserfahrungen können Bindung und Identifikation fördern. Videos können diese Erfahrungen sichtbar machen und die Kommunikation unterstützen.

 

Ist YouTube für interne Kommunikation geeignet?

Für öffentliche oder bewusst extern sichtbare Kommunikation kann YouTube sehr geeignet sein. Für vertrauliche interne Informationen sind geschützte interne Plattformen meist passender.

 

Was ist Employee Advocacy?

Employee Advocacy beschreibt die freiwillige positive Unterstützung und Kommunikation von Mitarbeitenden für ihre Organisation. Dies kann persönlich, beruflich oder über soziale Medien geschehen.

 

Sollten Mitarbeitende in Unternehmensvideos auftreten?

Wenn es zum Thema passt und die Beteiligung freiwillig erfolgt, können Mitarbeitende große Glaubwürdigkeit erzeugen. Wichtig sind transparente Rahmenbedingungen und eine gute Vorbereitung.

 

Wie authentisch sollten Unternehmensvideos sein?

Authentisch bedeutet weniger, völlig unvorbereitet vor die Kamera zu treten. Gute Vorbereitung schafft Klarheit. Die Sprache und Persönlichkeit des Menschen sollten dabei erhalten bleiben.

 

Was macht ein glaubwürdiges Unternehmensvideo aus?

Eine klare Botschaft, konkrete Beispiele, passende Menschen und eine sichtbare Übereinstimmung zwischen Kommunikation und tatsächlicher Unternehmenskultur.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Unternehmen können mit Video viel sichtbar machen.

Menschen.

Leistung.

Haltung.

Führung.

Kultur.

Die Reihenfolge bleibt entscheidend.

Erst braucht es etwas Glaubwürdiges, mit dem Menschen sich identifizieren können. Dann kann Kommunikation helfen, es sichtbar zu machen.

 

 

 

Wenn Führungskräfte oder Mitarbeitende vor die Kamera gehen

 

Gerade bei wichtigen Unternehmensvideos lohnt sich professionelle Vorbereitung.

Dabei geht es weniger darum, Menschen einen perfekten Text auswendig lernen zu lassen.

Es geht darum, dass sie ihre Botschaft kennen und vor der Kamera überzeugend selbst vermitteln können.

Im persönlichen 1:1 können wir beispielsweise an folgenden Punkten arbeiten:

  • Ziel und Botschaft
  • Adressaten
  • Interviewfragen
  • klare Antworten
  • Storytelling
  • Sprache
  • Stimme
  • Körpersprache
  • Präsenz vor der Kamera
  • Umgang mit Nervosität
  • realistische Probeaufnahmen

Besonders bei Führungskommunikation geht es dabei immer auch um die Frage:

Wie werden Klarheit, Haltung und Persönlichkeit sichtbar?

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Welche Erfahrungen oder Erwartungen sind mit Beiträgen auf YouTube & Co. verbunden? Welche Wirkung hat das auf Mitarbeitende? Was ist zu beachten? Welche Fragen gibt es dazu?

Unterstützung für YouTube & Co.

 

Du willst die Gelegenheit beim Schopf packen, dich den Fragen stellen, eigene stellen und überzeugende Antworten entwickeln? Dann unterstütze ich dich bei der Vorbereitung deiner Planung und Aktivitäten auf YouTube & Co. Über den Umfang der Unterstützung entscheidest du.

In zahlreichen Beiträgen findest du Anregungen, welche Optionen existieren und wobei ich unterstützen kann. Details findest du hier.

Was kostet eine solche professionelle Unterstützung? Hier findest du die Honorare. Du weißt selbst am besten, welcher Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht. Profitiere vom Vorsprung. Das geht übrigens auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung.

Es wird meist verschwiegen, doch leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor der Kamera unter intensivem Lampenfieber. Schade, weil das mit entsprechender Hilfe nicht notwendig ist. Nur, für den Fall, …

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Videobeiträgen im Web bei YouTube™ und Co.

 

Plausibel argumentieren: So werden Aussagen nachvollziehbar und glaubwürdig

Warum wirken manche Aussagen plausibel und andere nicht? So verbindest du Fakten, Argumentation, Sprache und Wirkung zu einer nachvollziehbaren Botschaft.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. März 2014
Überarbeitung: 20. Juni 2024

Mitarbeitergewinnung durch YouTube & Co.

Mitarbeitergewinnung durch YouTube & Co.

Medienkompetenz: Mit Persönlichkeit und Botschaft überzeugen — auch vor der Kamera
Medienkompetenz

Mitarbeiter gewinnen mit Video: Wie Arbeitgeber glaubwürdig sichtbar werden

 

Menschen bewerben sich nicht bei einem Logo.

Sie bewerben sich bei einem Unternehmen, in dem sie einen erheblichen Teil ihres Lebens verbringen werden.

Deshalb möchten viele potenzielle Bewerber mehr wissen als:

  • Aufgaben
  • Anforderungen
  • Gehalt
  • Benefits

Sie möchten Menschen sehen.

Sie möchten verstehen, wie dort gearbeitet wird.

Wie Führung wirkt.

Welche Atmosphäre herrscht.

Was tatsächlich hinter den üblichen Begriffen wie „Teamgeist“, „Verantwortung“ oder „moderne Unternehmenskultur“ steckt.

Genau hier kann Video sehr stark sein.

Ein gutes Recruitingvideo verkauft keinen perfekten Arbeitsplatz. Es hilft Menschen einzuschätzen, ob dieser Arbeitsplatz zu ihnen passt.

 

 

Kann YouTube bei der Mitarbeitergewinnung helfen?

 

Ja.

Doch YouTube ist dabei weniger die Strategie als ein möglicher Kanal.

Die eigentliche Frage lautet:

Welche Menschen möchtest du erreichen, welche Informationen brauchen sie und wo suchen sie danach?

Je nach Zielgruppe können geeignete Kanäle beispielsweise sein:

  • YouTube
  • LinkedIn
  • Karriereseite
  • Instagram
  • Stellenanzeigen
  • Recruiting-Landingpages
  • Mitarbeiterempfehlungen

Video lässt sich über mehrere dieser Kanäle einsetzen.

Deshalb würde ich heute weniger von „Recruiting mit YouTube“ sprechen und stärker von Recruiting mit glaubwürdigem Videocontent.

 

 

 

Was Video besser kann als eine klassische Stellenanzeige

 

Eine Stellenanzeige kann Aufgaben und Anforderungen präzise beschreiben.

Ein Video kann zusätzlich zeigen:

  • wie Menschen im Unternehmen sprechen
  • wie Arbeitsbereiche aussehen
  • wie Führungskräfte auftreten
  • welche Projekte tatsächlich bearbeitet werden
  • wie Mitarbeitende ihre Arbeit beschreiben
  • welche Atmosphäre ein Unternehmen vermittelt

LinkedIn beschreibt Recruitingvideos deshalb unter anderem als Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten einen konkreteren Eindruck von Unternehmenskultur, Arbeitsplatz, Team und Tätigkeit zu vermitteln.

Genau darin liegt ihre Stärke.

 

 

 

Der größte Fehler: Arbeitgeberwerbung statt Einblick

 

Viele Recruitingvideos sehen aus wie klassische Werbung.

Perfekte Büros.

Perfekt lächelnde Menschen.

Perfekte Teams.

Perfekte Unternehmenskultur.

Alle sind begeistert.

Alle duzen sich.

Alle trinken hervorragenden Kaffee.

Das Problem:

Potenzielle Bewerber kennen Werbung.

Sie wissen, dass Unternehmen sich von ihrer besten Seite zeigen.

Deshalb entsteht Glaubwürdigkeit weniger durch Perfektion als durch Konkretheit.

Je austauschbarer das Lob über den Arbeitgeber, desto geringer der Informationswert.

 

 

 

Zeige Arbeit statt Schlagwörter

 

Statt zu sagen:

„Bei uns steht Teamarbeit an erster Stelle.“

zeige eine Situation, in der Zusammenarbeit sichtbar wird.

Statt:

„Wir bieten spannende Aufgaben.“

lass jemanden ein konkretes Projekt erklären.

Statt:

„Bei uns können Sie Verantwortung übernehmen.“

lass eine Mitarbeiterin erzählen, welche Entscheidung sie tatsächlich selbst getroffen hat.

Konkrete Geschichten wirken meist glaubwürdiger als Arbeitgeberfloskeln.

 

 

 

Welche Fragen wollen Bewerber wirklich beantwortet haben?

 

Gute Recruitingvideos orientieren sich weniger daran, was ein Unternehmen gern erzählen möchte.

Sie orientieren sich stärker daran, was geeignete Bewerber wissen möchten.

Zum Beispiel:

  • Was werde ich dort tatsächlich tun?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
  • Wie arbeitet das Team?
  • Wie führt meine zukünftige Führungskraft?
  • Was wird von mir erwartet?
  • Welche Freiräume habe ich?
  • Wie werden Entscheidungen getroffen?
  • Wie sieht Entwicklung aus?
  • Was ist an dieser Arbeit anspruchsvoll?
  • Warum bleiben Menschen im Unternehmen?

Gerade die Frage nach den Herausforderungen wird häufig vergessen.

Dabei erhöht sie Glaubwürdigkeit.

 

 

Ein Recruitingvideo darf auch sagen, was anspruchsvoll ist

 

Jeder Arbeitsplatz hat Schattenseiten.

Hohe Geschwindigkeit.

Viel Eigenverantwortung.

Komplexe Kunden.

Reisetätigkeit.

Unregelmäßige Belastung.

Strenge Qualitätsanforderungen.

Wenn solche Aspekte relevant sind, darf ein Recruitingvideo sie benennen.

Das kann sogar helfen, passendere Bewerbungen zu erhalten.

Gutes Recruiting will nicht möglichst viele Menschen überzeugen. Es will die passenden Menschen erreichen.

 

 

 

Mitarbeitende vor der Kamera

 

Bestehende Mitarbeitende können für potenzielle Bewerber besonders glaubwürdige Gesprächspartner sein.

Denn sie beantworten eine unausgesprochene Frage:

Wie ist es wirklich, dort zu arbeiten?

Geeignete Themen sind beispielsweise:

  • Warum hast du dich damals für das Unternehmen entschieden?
  • Was hat dich nach deinem Einstieg überrascht?
  • Was macht deine Arbeit interessant?
  • Was ist anspruchsvoll?
  • Wie arbeitet dein Team zusammen?
  • Was kannst du heute, das du beim Einstieg noch lernen musstest?
  • Was sollte jemand mitbringen, der hier erfolgreich sein möchte?

Solche Fragen erzeugen meist interessantere Antworten als:

„Warum ist unser Unternehmen ein toller Arbeitgeber?“

 

 

 

Menschen brauchen keine Werbesätze zum Auswendiglernen

 

Ein häufiger Fehler bei Unternehmensvideos besteht darin, Mitarbeitenden fertige Antworten vorzugeben.

Das klingt schnell:

glatt.

kontrolliert.

und erstaunlich wenig menschlich.

Gute Vorbereitung funktioniert anders.

Die Person kennt:

  • das Ziel des Beitrags
  • ihre zentralen Gedanken
  • die relevanten Beispiele
  • die wichtigsten Fragen

Dann spricht sie in ihrer eigenen Sprache.

Das ist für die Kamera meistens deutlich stärker.

 

 

 

Führungskräfte sind Teil der Arbeitgebermarke

 

Eine Führungskraft im Recruitingvideo vermittelt mehr als Informationen.

Potenzielle Bewerber beobachten gleichzeitig:

Wie spricht dieser Mensch?

Wie klar ist die Botschaft?

Wie wirkt die Person?

Wie spricht sie über Mitarbeitende?

Welche Haltung wird sichtbar?

Das macht Führungskommunikation im Recruiting besonders sensibel.

Denn ein Geschäftsführer kann zehnmal sagen:

„Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt.“

Die Art, wie er über Menschen spricht, vermittelt häufig mehr als dieser Satz.

 

 

 

7 Videoformate für die Mitarbeitergewinnung

 

1. Die reale Stellenbeschreibung

Die Person, die später mit dem neuen Kollegen arbeitet, erklärt die Aufgabe.

Was wird konkret erwartet?

Welche Projekte stehen an?

Was macht die Position attraktiv?

Und was fordert sie?

 

2. Ein Tag im Arbeitsalltag

Begleite eine Person durch typische Situationen.

So entsteht ein konkreteres Bild als durch allgemeine Beschreibungen.

 

3. Mitarbeiterinterviews

Kurze authentische Gespräche über Aufgaben, Team und persönliche Erfahrungen.

 

4. Projektgeschichten

Zeige, woran Menschen tatsächlich arbeiten.

Was war die Herausforderung?

Wie wurde sie gelöst?

Welche Rolle spielte das Team?

 

5. Die zukünftige Führungskraft

Wer wird die neue Person führen?

Welche Erwartungen hat diese Führungskraft?

Wie beschreibt sie gute Zusammenarbeit?

Das kann für Bewerber ausgesprochen relevant sein.

 

6. Fragen von Bewerbern beantworten

Sammle Fragen aus Bewerbungsgesprächen.

Dann beantworte sie öffentlich.

So entsteht Content mit direktem Nutzen.

 

7. Die ehrliche Frage: Für wen passt diese Stelle?

Dieses Format finde ich besonders stark.

Zum Beispiel:

„Diese Position passt gut zu dir, wenn …“

Und ebenso:

„Wenn du dagegen X suchst, wirst du bei uns wahrscheinlich wenig glücklich.“

Das spart auf beiden Seiten Zeit.

 

 

 

YouTube, LinkedIn oder Karriereseite?

 

Die Antwort hängt vom Ziel ab.

 

YouTube

Gut für längerfristig auffindbaren Videocontent, Einblicke, Interviews und Expertise.

LinkedIn

Besonders relevant für berufliche Zielgruppen, Employer Branding und die direkte Verbreitung über Mitarbeitende und Führungskräfte.

 

Karriereseite

Hier sollten zentrale Recruitingvideos dauerhaft auffindbar sein.

Denn dort befinden sich Menschen bereits in einer konkreteren Entscheidungsphase.

In vielen Fällen ist deshalb eine Kombination sinnvoll.

Ein Video wird einmal produziert und anschließend sinnvoll über mehrere geeignete Kanäle eingesetzt.

 

 

 

Recruitingvideos und Employer Branding

 

Recruiting beginnt häufig lange vor einer konkreten Bewerbung.

Menschen nehmen Unternehmen wahr.

Sie sehen Beiträge.

Sie erleben Führungskräfte.

Sie beobachten Mitarbeitende.

Mit der Zeit entsteht ein Bild.

Employer Branding bedeutet deshalb mehr als eine einzelne Recruitingkampagne.

Es geht um die langfristige Wahrnehmung des Unternehmens als Arbeitgeber.

LinkedIn beschreibt Employer Branding und Recruitment Marketing entsprechend als kontinuierliche Arbeit an Sichtbarkeit, Arbeitgebermarke und relevanten Zielgruppen.

 

 

 

Die Arbeitgebermarke muss zur Realität passen

 

Das lässt sich kaum oft genug sagen.

Video verstärkt Sichtbarkeit.

Es kann ebenso Widersprüche verstärken.

Wenn ein Unternehmen öffentlich eine Kultur zeigt, die Mitarbeitende intern kaum wiedererkennen, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Eine starke Arbeitgebermarke beginnt deshalb weniger mit einer Kamera.

Sie beginnt mit der Frage:

Warum sollten passende Menschen tatsächlich gern bei uns arbeiten?

 

 

 

Was ist eure Employee Value Proposition?

 

Im Employer Branding wird häufig von der Employee Value Proposition, kurz EVP, gesprochen.

Gemeint ist vereinfacht das Gesamtversprechen eines Arbeitgebers an seine Mitarbeitenden.

Zum Beispiel:

  • Welche Arbeit können Menschen hier leisten?
  • Welche Entwicklung ist möglich?
  • Welche Kultur erleben sie?
  • Welche Rahmenbedingungen bietet das Unternehmen?
  • Welche Bedeutung hat ihre Arbeit?

Eine gute EVP entsteht kaum am Schreibtisch einer Werbeagentur.

Sie sollte auf der tatsächlichen Erfahrung im Unternehmen beruhen.

 

 

 

Vor jedem Recruitingvideo: 8 Fragen

 

1. Wen wollen wir erreichen?

Je genauer die Zielgruppe, desto konkreter die Botschaft.

 

2. Was interessiert diese Menschen?

Die Antwort kann deutlich von dem abweichen, was das Unternehmen gern erzählen möchte.

 

3. Welche Stelle oder welches Arbeitsumfeld zeigen wir?

Konkretheit erhöht den Informationswert.

 

4. Was unterscheidet uns tatsächlich?

„Tolles Team“ und „flache Hierarchien“ reichen selten.

 

5. Was ist an der Arbeit anspruchsvoll?

Auch das gehört zu einem realistischen Bild.

 

6. Wer sollte vor die Kamera?

Die glaubwürdigste Person ist keineswegs immer die ranghöchste.

 

7. Was sollen Zuschauer anschließend tun?

Eine Stellenanzeige ansehen?

Sich bewerben?

Kontakt aufnehmen?

Weitere Einblicke ansehen?

 

8. Wie messen wir den Nutzen?

Zum Beispiel anhand von:

  • qualifizierten Bewerbungen
  • Zugriffen auf Stellenangebote
  • Verweildauer
  • Bewerberfeedback
  • Qualität der Bewerbungen
  • Konversionsrate

Reichweite allein sagt wenig über erfolgreiches Recruiting aus.

 

 

Was macht ein gutes Recruitingvideo aus?

 

Für mich vor allem fünf Dinge:

  1. Klarheit: Was soll vermittelt werden?
  2. Relevanz: Was interessiert die Zielgruppe?
  3. Konkretheit: Welche echten Beispiele zeigen den Arbeitsplatz?
  4. Glaubwürdigkeit: Passen Aussagen und Realität zusammen?
  5. Persönlichkeit: Sprechen echte Menschen verständlich und überzeugend?

Die technische Produktion unterstützt diese Punkte.

Sie ersetzt sie kaum.

 

 

Hochglanz oder Smartphone?

 

Beides kann funktionieren.

Ein hochwertiger Imagefilm kann für bestimmte Zwecke sinnvoll sein.

Ein gutes Smartphonevideo kann für andere Formate glaubwürdiger und schneller sein.

Die Produktionsqualität sollte zum Anlass passen.

Wichtiger ist:

Kann ich die Menschen verstehen und möchte ich ihnen zuhören?

Auch LinkedIn weist darauf hin, dass überzeugender Recruiting-Videocontent keineswegs zwingend große Produktionsbudgets verlangt.

 

 

 

Typische Fehler bei Recruitingvideos

 

  • zu viele allgemeine Werbeaussagen
  • auswendig gelernte Statements
  • unklare Zielgruppe
  • keine konkrete Stelle oder Tätigkeit
  • ausschließlich Führungskräfte vor der Kamera
  • zu wenig Einblick in den tatsächlichen Arbeitsalltag
  • fehlender nächster Schritt
  • starke Inszenierung bei geringer Glaubwürdigkeit

 

 

 

Recruitingvideos können auch Bewerbungen verhindern – und das ist gut

 

Dieser Gedanke klingt zunächst ungewöhnlich.

Ein gutes Recruitingvideo kann dazu führen, dass jemand sagt:

„Das passt zu mir.“

Es kann ebenso dazu führen:

„Das ist kaum das Umfeld, das ich suche.“

Auch das ist ein Erfolg.

Eine Bewerbung weniger kann wertvoll sein, wenn dadurch eine spätere Fehlbesetzung vermieden wird.

Recruitingkommunikation sollte Auswahl auf beiden Seiten erleichtern.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Kann YouTube bei der Mitarbeitergewinnung helfen?

Ja. YouTube kann Arbeitgeber, Mitarbeitende, Tätigkeiten und Unternehmenskultur sichtbar machen. Ob es der beste Kanal ist, hängt von Zielgruppe, Inhalt und Recruitingstrategie ab.

 

Was sollte ein Recruitingvideo zeigen?

Besonders hilfreich sind konkrete Einblicke in Tätigkeit, Team, Führung, Arbeitsweise, Anforderungen und Unternehmenskultur. Aussagen gewinnen an Glaubwürdigkeit, wenn sie durch reale Beispiele sichtbar werden.

 

Wie lang sollte ein Recruitingvideo sein?

Die passende Länge hängt vom Format und Kanal ab. Ein kurzer Stellenclip erfüllt eine andere Aufgabe als ein ausführliches Mitarbeiterinterview. Entscheidend ist, dass jede Minute für die Zielgruppe relevant bleibt.

 

Wer sollte in einem Recruitingvideo sprechen?

Menschen, die für die jeweilige Frage glaubwürdig sind. Das können Mitarbeitende, zukünftige Kolleginnen und Kollegen, Führungskräfte oder Fachverantwortliche sein.

 

Müssen Recruitingvideos professionell produziert werden?

Sie sollten technisch gut genug sein, damit Bild und Ton angenehm funktionieren. Ein großes Produktionsbudget ist jedoch keine Voraussetzung für glaubwürdigen Videocontent.

 

Was ist wichtiger: Reichweite oder passende Bewerbungen?

Für Recruiting ist die Qualität der erreichten Kandidatinnen und Kandidaten meist wichtiger als reine Reichweite. Erfolg sollte deshalb stärker an geeigneten Bewerbungen und der Candidate Journey gemessen werden.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Video kann Recruiting persönlicher machen.

Menschen sehen Menschen.

Sie hören Stimmen.

Sie bekommen einen Eindruck von Arbeit, Kultur und Führung.

Damit entsteht etwas, das eine klassische Stellenanzeige nur begrenzt leisten kann.

Der entscheidende Maßstab bleibt Glaubwürdigkeit.

Zeige nicht den Arbeitgeber, der ihr gern wärt. Zeige so gut wie möglich den Arbeitgeber, der ihr tatsächlich seid.

 

 

 

Wenn Führungskräfte oder Mitarbeitende vor die Kamera sollen

 

Ein gutes Recruitingvideo steht und fällt häufig mit den Menschen vor der Kamera.

Gerade Führungskräfte und Fachleute sind selten professionelle Sprecher.

Das müssen sie auch nicht sein.

Sie sollten ihre Botschaft verstehen, relevante Beispiele kennen und vor der Kamera glaubwürdig sprechen können.

Im persönlichen 1:1 können wir konkret an einem bevorstehenden Recruiting- oder Unternehmensvideo arbeiten:

  • Ziel und Kernbotschaft klären
  • Zielgruppe berücksichtigen
  • Fragen entwickeln
  • Antworten strukturieren
  • Werbesprache reduzieren
  • Storytelling nutzen
  • Auftritt vor der Kamera vorbereiten
  • Stimme und Körpersprache optimieren
  • Probeaufnahmen auswerten

So entsteht kein auswendig gelerntes Werbegespräch.

Es entsteht ein glaubwürdiger Auftritt mit klarer Botschaft.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Welche Erfahrungen oder Erwartungen sind mit Beiträgen auf YouTube & Co. verbunden? Welche Fragen gibt es dazu?

Unterstützung für YouTube & Co.

 

Du willst die Gelegenheit beim Schopf packen, dich den Fragen stellen, eigene stellen und überzeugende Antworten entwickeln? Dann unterstütze ich dich bei der Vorbereitung deiner Planung und Aktivitäten auf YouTube & Co. Über den Umfang der Unterstützung entscheidest du.

In zahlreichen Beiträgen findest du Anregungen, welche Optionen existieren und wobei ich unterstützen kann. Details findest du hier.

Was kostet eine solche professionelle Unterstützung? Hier findest du die Honorare. Du weißt selbst am besten, welcher Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht. Profitiere vom Vorsprung. Das geht übrigens auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung.

Es wird meist verschwiegen, doch leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor der Kamera unter intensivem Lampenfieber. Schade, weil das mit entsprechender Hilfe nicht notwendig ist. Nur, für den Fall, …

Artikel zu Videobeiträgen im Web bei YouTube™ und Co.

 

Plausibel argumentieren: So werden Aussagen nachvollziehbar und glaubwürdig

Warum wirken manche Aussagen plausibel und andere nicht? So verbindest du Fakten, Argumentation, Sprache und Wirkung zu einer nachvollziehbaren Botschaft.

YouTube-Kanal @karstennoack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.

Zum Kanal @karstennoack (Der externe Link öffnet meinen YouTube-Kanal in einem neuen Fenster.)

YOUTUBE.COM/@KARSTENNOACK

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. März 2014
Überarbeitung: 20. Juni 2024

Chancen, wenn Unternehmen an Universitäten präsentieren

Chancen, wenn Unternehmen an Universitäten präsentieren

Chancen nutzen

Präsentieren

Unternehmen an Universitäten präsentieren: Wie du Studierende wirklich erreichst

 

Studierende wollen selten eine Unternehmensbroschüre vorgelesen bekommen.

Sie wollen verstehen:

  • Was macht dieses Unternehmen eigentlich?
  • Woran würde ich dort arbeiten?
  • Welche Menschen arbeiten dort?
  • Welche Möglichkeiten hätte ich?
  • Wie ist die Kultur tatsächlich?
  • Warum könnte das für mich interessant sein?

Genau darin liegt die Chance einer guten Unternehmenspräsentation an Universitäten und Hochschulen.

Menschen begegnen Menschen.

Fragen entstehen.

Arbeit bekommt ein Gesicht.

Und aus einem zunächst unbekannten Unternehmen kann plötzlich ein interessanter Arbeitgeber, Kooperationspartner oder fachlicher Gesprächspartner werden.

Eine gute Hochschulpräsentation verkauft kein Unternehmen. Sie macht verständlich, weshalb es für dieses Publikum relevant sein könnte.

 

 

 

Warum sollten Unternehmen an Hochschulen präsentieren?

 

Der offensichtlichste Grund ist Recruiting.

Doch die Möglichkeiten reichen weiter.

Eine gute Präsenz an Hochschulen kann helfen:

  • potenzielle Mitarbeitende früh kennenzulernen
  • Praktikanten und Werkstudierende zu gewinnen
  • Trainee-Programme sichtbar zu machen
  • die Arbeitgebermarke zu stärken
  • Fachkontakte aufzubauen
  • Forschungskooperationen anzubahnen
  • Expertise sichtbar zu machen
  • Kontakte zu Lehrenden und Instituten aufzubauen
  • langfristig Bekanntheit in relevanten Fachgruppen zu entwickeln

Entscheidend ist, dass die Präsentation zum Publikum passt.

 

 

 

Die erste Frage lautet nicht: Was wollen wir erzählen?

 

Viele Unternehmenspräsentationen beginnen intern.

Welche Folien haben wir bereits?

Welche Unternehmenszahlen sollen hinein?

Welche Erfolge möchten wir zeigen?

Welche Botschaft hat das Marketing vorbereitet?

Die wichtigere Frage lautet:

Was interessiert die Menschen im Raum?

Studierende betrachten dein Unternehmen aus einer anderen Perspektive als Investoren, Kunden oder Führungskräfte.

Sie interessieren sich beispielsweise für:

  • konkrete Aufgaben
  • Einstiegsmöglichkeiten
  • Entwicklung
  • Arbeitsalltag
  • Technologien
  • Verantwortung
  • Führung
  • Unternehmenskultur
  • Sinn und Wirkung der Arbeit

Je besser du diese Fragen beantwortest, desto relevanter wird deine Präsentation.

 

 

 

Eine Unternehmensgeschichte ersetzt den Unternehmenslebenslauf

 

Viele Präsentationen beginnen so:

„Unser Unternehmen wurde 1987 gegründet. Heute beschäftigen wir 3.400 Mitarbeiter an 17 Standorten …“

Diese Informationen können wichtig sein.

Sie erzeugen selten sofort Aufmerksamkeit.

Stärker ist häufig eine konkrete Geschichte.

Zum Beispiel:

„Vor drei Jahren stand unser Entwicklungsteam vor einem Problem, das unsere Branche seit Jahren beschäftigt …“

Oder:

„Wenn du heute bei uns als Ingenieur anfängst, könnte dein erster Arbeitstag ungefähr so aussehen …“

Plötzlich wird aus dem Unternehmen eine erlebbare Welt.

 

 

 

Zeige Arbeit statt Arbeitgeberfloskeln

 

Begriffe wie:

  • innovativ
  • dynamisch
  • teamorientiert
  • international
  • agil
  • wertschätzend

stehen auf unzähligen Karriereseiten.

Die spannendere Frage lautet:

Woran können Studierende das erkennen?

Statt zu sagen:

„Wir geben jungen Menschen früh Verantwortung.“

erzähle:

„Eine unserer heutigen Projektleiterinnen begann bei uns als Werkstudentin. Ihr erstes eigenes Projekt übernahm sie nach …“

Konkrete Beispiele machen Kultur glaubwürdiger.

 

 

 

1. Zeige reale Projekte

 

Besonders bei technischen, wissenschaftlichen oder spezialisierten Zielgruppen interessieren konkrete Aufgaben.

Zeige beispielsweise:

  • welche Probleme ihr löst
  • welche Technologien eingesetzt werden
  • welche Fragen gerade offen sind
  • welche Fähigkeiten gebraucht werden
  • welche Wirkung eure Arbeit hat

So wird aus einer Unternehmenspräsentation gleichzeitig fachlicher Inhalt.

 

 

 

2. Lass Mitarbeitende sprechen

 

Eine HR-Präsentation kann gut sein.

Ein Entwickler kann jedoch etwas anderes glaubwürdig erklären.

Eine Projektleiterin ebenfalls.

Oder ein ehemaliger Student derselben Hochschule.

Menschen, die den Weg selbst gegangen sind, beantworten unausgesprochene Fragen:

„Wie ist das wirklich?“

„Wie kommt jemand wie ich dort hinein?“

„Was erwartet mich?“

 

 

 

3. Alumni können eine besondere Brücke bilden

 

Ehemalige Studierende derselben Universität besitzen einen natürlichen Verbindungspunkt.

Sie kennen:

  • den Studiengang
  • die Hochschule
  • typische Fragen
  • den Übergang in den Beruf

Ihre Geschichte kann deshalb ausgesprochen anschlussfähig sein.

Wichtig ist auch hier:

Kein Werbetext.

Eine reale Geschichte.

 

 

 

4. Zeige Einstiegsmöglichkeiten konkret

 

„Wir suchen Talente“ sagt wenig.

Hilfreicher ist:

  • Welche Praktika gibt es?
  • Welche Werkstudentenstellen?
  • Welche Einstiegspositionen?
  • Welche Trainee-Programme?
  • Welche Abschlussarbeiten können begleitet werden?
  • Welche Fachrichtungen werden gesucht?
  • Wann lohnt sich eine Bewerbung?

Je konkreter der nächste Schritt ist, desto leichter entsteht Handlung.

 

 

 

5. Sprich auch über Anforderungen

 

Attraktivität entsteht keineswegs daraus, dass alles leicht klingt.

Eine gute Präsentation darf auch sagen:

„Diese Arbeit verlangt viel Eigenständigkeit.“

„Die Lernkurve ist steil.“

„Bei uns wird früh Verantwortung übernommen.“

„Wer klare Strukturen für jeden Schritt erwartet, wird sich bei uns möglicherweise weniger wohlfühlen.“

Solche Aussagen helfen bei der Passung.

Recruiting wird besser, wenn Menschen erkennen können, ob sie wirklich zueinander passen.

 

 

 

6. Gib Studierenden echten Nutzen

 

Eine Hochschulpräsentation darf mehr sein als Recruiting.

Unternehmen können etwas Wertvolles mitbringen.

Zum Beispiel:

  • Einblicke in aktuelle Branchenthemen
  • Fallbeispiele
  • Praxiswissen
  • Technologietrends
  • Einblicke in reale Entscheidungsprozesse
  • Lessons Learned aus Projekten

So entsteht ein Austausch auf Augenhöhe.

Das Unternehmen nimmt weniger Aufmerksamkeit und gibt mehr zurück.

 

 

 

7. Plane Fragen als Teil der Präsentation

 

Die interessantesten Minuten entstehen häufig nach dem Vortrag.

Studierende fragen vielleicht:

  • Wie sieht das Gehalt aus?
  • Wie flexibel ist die Arbeit?
  • Welche Fehler machen Bewerber häufig?
  • Wie schnell kann ich Verantwortung übernehmen?
  • Was ist an der Arbeit schwierig?
  • Wie sieht Führung bei euch aus?
  • Wie wichtig sind Noten wirklich?

Solche Fragen verdienen konkrete Antworten.

Gerade dort entsteht Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Die Vortragenden sind Teil der Botschaft

 

Ein Unternehmen kann hervorragende Inhalte vorbereitet haben.

Wenn die Person vorne:

  • einen Text abliest
  • jede Frage wie eine Gefahr behandelt
  • über Mitarbeitende distanziert spricht
  • sichtbar wenig Interesse am Publikum hat

entsteht trotzdem ein Eindruck.

Studierende erleben nicht nur das Unternehmen.

Sie erleben einen Menschen dieses Unternehmens.

Die Person auf der Bühne wird für eine Stunde zum Gesicht der Organisation.

 

 

 

Wer sollte präsentieren?

 

Die ranghöchste Person ist keineswegs automatisch die beste Wahl.

Hilfreicher ist die Frage:

Wer hat für dieses Publikum etwas Relevantes zu erzählen?

Das kann sein:

  • eine Geschäftsführerin
  • ein technischer Experte
  • eine junge Führungskraft
  • eine ehemalige Absolventin
  • ein Projektleiter
  • eine Mitarbeiterin aus dem Fachbereich

Auch eine Kombination kann sehr gut funktionieren.

 

 

 

Fachvortrag statt Unternehmenswerbung

 

Eine interessante Variante besteht darin, zunächst ein fachliches Thema anzubieten.

Zum Beispiel:

„Was wir aus unserem letzten KI-Projekt gelernt haben.“

Oder:

„Warum unser erstes Produktkonzept gescheitert ist – und was wir daraus gemacht haben.“

Oder:

„Welche Kompetenzen Ingenieure in unserer Branche in den kommenden fünf Jahren brauchen.“

Das Unternehmen wird dabei automatisch sichtbar.

Und gleichzeitig bekommen die Studierenden einen echten fachlichen Nutzen.

 

 

 

Workshops können noch stärker wirken

 

Wenn das Format und die Hochschule es ermöglichen, kann ein Workshop eine interessante Alternative zur klassischen Präsentation sein.

Studierende arbeiten dabei aktiv an:

  • einem realen Problem
  • einer Fallstudie
  • einer technischen Herausforderung
  • einer strategischen Frage

Das Unternehmen erlebt potenzielle Talente in Aktion.

Und die Studierenden bekommen Einblick in Denkweise und Arbeitswelt des Unternehmens.

 

 

 

Was solltest du vermeiden?

 

1. Den Unternehmensfilm mit Menschen davor

Ein Vortrag sollte mehr leisten als die Karriereseite laut vorzulesen.

 

2. Zu viele Unternehmenszahlen

Zahlen brauchen Bedeutung.

Wähle diejenigen, die für dein Publikum relevant sind.

 

3. Dreißig Folien in zwanzig Minuten

Weniger Folien geben häufig mehr Raum für echte Kommunikation.

 

4. Werbesprache

Je stärker ein Vortrag wie Marketing klingt, desto vorsichtiger wird ein erfahrenes Publikum.

 

5. Unklare nächste Schritte

Wenn jemand nach der Präsentation interessiert ist, sollte klar sein:

Was jetzt?

 

 

 

Die Präsentation sollte ein klares Ziel haben

 

Bevor du den Vortrag entwickelst, kläre:

Was soll nach dieser Veranstaltung geschehen?

Vielleicht sollen Studierende:

  • das Unternehmen erstmals kennenlernen
  • Interesse an einer bestimmten Tätigkeit entwickeln
  • sich für ein Praktikum bewerben
  • einen Ansprechpartner kennenlernen
  • einen Newsletter abonnieren
  • an einem Workshop teilnehmen
  • eine Abschlussarbeit im Unternehmen erwägen

Je klarer das Ziel, desto leichter lässt sich die Präsentation gestalten.

 

 

 

Eine mögliche Struktur für den Hochschulvortrag

 

1. Einstieg

Beginne mit einer Frage, einem Problem oder einer konkreten Geschichte.

 

2. Relevanz

Warum betrifft dieses Thema die Studierenden?

 

3. Einblick

Zeige reale Arbeit, Projekte oder Herausforderungen.

 

4. Menschen

Wer arbeitet daran und welche Wege haben diese Menschen genommen?

 

5. Möglichkeiten

Welche Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?

 

6. Fragen

Plane ausreichend Zeit für Austausch.

 

7. Nächster Schritt

Mach klar, wie Interessierte den Kontakt fortsetzen können.

 

 

 

Networking beginnt nach dem Applaus

 

Die Präsentation kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Beziehungen entstehen häufig danach.

Plane deshalb Zeit für Gespräche.

Menschen möchten vielleicht:

  • eine individuelle Frage stellen
  • Kontaktdaten austauschen
  • mehr über eine Stelle erfahren
  • ein Projekt diskutieren

Gerade dieser informelle Teil kann ausgesprochen wertvoll sein.

 

 

 

Kooperation mit Hochschulen langfristig denken

 

Eine einzelne Präsentation kann sinnvoll sein.

Eine langfristige Beziehung kann deutlich mehr bewirken.

Mögliche Formen sind:

  • regelmäßige Gastvorträge
  • Praxisprojekte
  • Abschlussarbeiten
  • Forschungskooperationen
  • Mentoring
  • Praktika
  • Werkstudententätigkeiten
  • gemeinsame Veranstaltungen

Damit wird aus Recruiting Beziehungspflege.

 

 

 

Ein wichtiger Punkt: Hochschulen sind kein Verkaufsraum

 

Universitäten und Hochschulen haben einen Bildungsauftrag.

Das sollten Unternehmen respektieren.

Wer ausschließlich Werbung abliefert, nutzt die Aufmerksamkeit des Publikums.

Wer fachliche Einsichten, reale Erfahrungen und Dialog anbietet, trägt zum Austausch bei.

Das stärkt gleichzeitig die eigene Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Warum sollten Unternehmen an Universitäten präsentieren?

Unternehmen können dadurch potenzielle Mitarbeitende kennenlernen, ihre Arbeitgebermarke sichtbar machen, Fachkontakte aufbauen und Kooperationen mit Hochschulen entwickeln.

 

Was interessiert Studierende bei Unternehmenspräsentationen?

Besonders relevant sind konkrete Aufgaben, Projekte, Einstiegsmöglichkeiten, Unternehmenskultur, Entwicklungsmöglichkeiten und ehrliche Einblicke in den Arbeitsalltag.

 

Wer sollte für ein Unternehmen an Hochschulen präsentieren?

Menschen, die für das konkrete Publikum relevante Erfahrungen und glaubwürdige Einblicke vermitteln können. Das kann eine Führungskraft, ein Fachmensch oder ein ehemaliger Absolvent der Hochschule sein.

 

Wie lang sollte eine Unternehmenspräsentation an einer Universität sein?

Das hängt vom Veranstaltungsformat ab. Häufig lohnt es sich, den Vortrag konzentriert zu halten und ausreichend Zeit für Fragen und persönlichen Austausch einzuplanen.

 

Was sollte ein Unternehmen vermeiden?

Reine Werbepräsentationen, austauschbare Arbeitgeberfloskeln, zu viele Folien und eine Darstellung, die kaum Einblick in die tatsächliche Arbeit ermöglicht.

 

Wie wird eine Hochschulpräsentation authentisch?

Durch konkrete Geschichten, reale Projekte, verständliche Sprache, glaubwürdige Vortragende und die Bereitschaft, auch anspruchsvolle Aspekte der Arbeit offen zu benennen.

 

Der entscheidende Gedanke

Unternehmen haben an Hochschulen eine besondere Gelegenheit.

Sie können jungen Menschen begegnen, bevor Lebensläufe verschickt und Vorstellungsgespräche geführt werden.

Sie können zeigen:

Wer sind wir?

Woran arbeiten wir?

Was ist uns wichtig?

Und welche Menschen könnten bei uns etwas bewegen?

Eine gute Unternehmenspräsentation hinterlässt weniger den Eindruck „Was für eine tolle Firma“. Sie weckt den Gedanken: „Das könnte für mich interessant sein.“

 

 

Wenn dein Unternehmen an einer Hochschule präsentiert

 

Gerade bei einem wichtigen Hochschulauftritt lohnt sich eine Vorbereitung, die über die Folien hinausgeht.

Im persönlichen 1:1 können wir konkret an der bevorstehenden Präsentation arbeiten:

  • Ziel und Zielgruppe klären
  • Kernbotschaft entwickeln
  • relevante Inhalte auswählen
  • Storytelling einsetzen
  • Werbesprache reduzieren
  • Präsentationsstruktur entwickeln
  • Folien prüfen
  • Fragen der Studierenden vorbereiten
  • Stimme, Körpersprache und Präsenz optimieren
  • den Vortrag realistisch proben

Wir arbeiten an der Präsentation, die tatsächlich gehalten wird.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Welche Erfahrungen gibt es? Wie können Unternehmen davon profitieren, wenn sie an akademischen und anderen Einrichtungen präsentieren? Welche Fragen gibt es dazu?

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 26. März 2084
Überarbeitung: 20. Juni 2024

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Imagefilm für Recruiting: Wie Unternehmen passende Mitarbeitende erreichen

 

 

Ein schöner Imagefilm ist noch kein guter Recruitingfilm.

Perfekte Bilder.

Drohnenflug über das Firmengebäude.

Menschen, die lächelnd durch helle Büros gehen.

Dazu Sätze wie:

„Bei uns stehen Menschen im Mittelpunkt.“

„Wir leben Innovation.“

„Gemeinsam gestalten wir die Zukunft.“

Das kann professionell aussehen.

Für potenzielle Bewerber bleibt trotzdem eine entscheidende Frage offen:

Wie ist es wirklich, dort zu arbeiten?

Genau hier entscheidet sich, ob ein Unternehmensfilm lediglich Image produziert oder tatsächlich bei der Mitarbeitergewinnung hilft.

 

 

 

Imagefilm oder Recruitingfilm?

 

Beide Formate können sich überschneiden.

Ihre Ziele unterscheiden sich jedoch.

Ein klassischer Imagefilm soll ein positives Gesamtbild des Unternehmens vermitteln.

Ein Recruitingfilm hat eine konkretere Aufgabe:

Er soll Menschen helfen einzuschätzen, ob dieses Unternehmen, diese Aufgabe und diese Arbeitswelt zu ihnen passen.

Damit verschiebt sich der Fokus.

Weniger:

„Wie beeindruckend sehen wir aus?“

Mehr:

„Was müssen geeignete Bewerber verstehen, damit sie eine gute Entscheidung treffen können?“

 

 

 

Ein Recruitingfilm sollte Auswahl erleichtern

 

Gutes Recruiting bedeutet weniger, möglichst viele Bewerbungen zu erzeugen.

Es geht um passende Bewerbungen.

Ein gutes Video darf deshalb zwei Reaktionen auslösen:

„Das klingt nach einem Umfeld, in dem ich gerne arbeiten würde.“

Und ebenso:

„Das passt kaum zu dem, was ich suche.“

Beides kann wertvoll sein.

Glaubwürdige Recruitingkommunikation hilft beiden Seiten, Passung früh zu erkennen.

 

 

 

Der wichtigste Perspektivwechsel

 

Viele Unternehmensfilme entstehen aus der Innensicht.

Was wollen wir über uns erzählen?

Welche Werte wollen wir zeigen?

Welche Leistungen sollen vorkommen?

Welche Bilder wünschen wir uns?

Für Recruiting braucht es zusätzlich die Perspektive der Zielgruppe.

Potenzielle Bewerber interessieren sich beispielsweise für:

  • Was werde ich konkret tun?
  • Mit wem arbeite ich?
  • Wie werde ich geführt?
  • Wie werden Entscheidungen getroffen?
  • Wie viel Verantwortung bekomme ich?
  • Was ist an dieser Arbeit attraktiv?
  • Was ist daran anspruchsvoll?
  • Welche Entwicklung ist möglich?
  • Wie sieht der Arbeitsalltag tatsächlich aus?

Je mehr ein Video diese Fragen beantwortet, desto nützlicher wird es.

 

 

 

Zeige Arbeit statt Arbeitgeberfloskeln

 

Begriffe wie „innovativ“, „wertschätzend“ oder „teamorientiert“ sind schwer überprüfbar.

Konkrete Situationen sind stärker.

Statt:

„Bei uns übernehmen Mitarbeitende früh Verantwortung.“

zeige eine junge Projektleiterin, die erzählt, welche Entscheidung sie tatsächlich selbst getroffen hat.

Statt:

„Teamarbeit wird bei uns großgeschrieben.“

zeige ein Projekt, bei dem mehrere Bereiche gemeinsam ein Problem gelöst haben.

Statt:

„Wir fördern Entwicklung.“

lass jemanden beschreiben, wie sich seine Rolle in drei Jahren verändert hat.

Behauptungen schaffen Image. Beispiele schaffen Glaubwürdigkeit.

 

 

 

1. Zeige echte Mitarbeitende

 

Menschen interessieren sich für Menschen.

Bestehende Mitarbeitende können deshalb besonders glaubwürdige Einblicke geben.

Geeignete Fragen sind beispielsweise:

  • Was machst du hier tatsächlich?
  • Was hat dich beim Einstieg überrascht?
  • Was macht deine Arbeit interessant?
  • Was ist herausfordernd?
  • Warum bist du geblieben?
  • Was sollte jemand mitbringen, der hier gut arbeiten möchte?

Solche Antworten wirken stärker als vorformulierte Werbesätze.

 

 

 

2. Zeige die zukünftige Führungskraft

 

Für viele Menschen ist die direkte Führungskraft einer der wichtigsten Faktoren im Arbeitsalltag.

Deshalb kann es sehr sinnvoll sein, sie im Recruitingvideo sichtbar zu machen.

Interessant ist dabei weniger:

„Wie sympathisch wirkt diese Person?“

Sondern:

  • Wie spricht sie über Mitarbeitende?
  • Welche Erwartungen formuliert sie?
  • Wie beschreibt sie Verantwortung?
  • Wie geht sie mit Fehlern um?
  • Wie klar ist ihre Kommunikation?

Ein potenzieller Bewerber bekommt dadurch Informationen, die keine Stellenanzeige liefern kann.

 

 

 

3. Zeige reale Arbeitsbedingungen

 

Arbeitsumgebung gehört zur Arbeitgeberkommunikation.

Dabei geht es um mehr als schöne Büroräume.

Interessant sind beispielsweise:

  • Arbeitsweise
  • Teamgröße
  • Präsenz und mobiles Arbeiten
  • Schichtmodelle
  • Reisetätigkeit
  • technische Ausstattung
  • Kommunikationswege
  • Entscheidungsspielräume

Je konkreter diese Informationen sind, desto mehr Orientierung entsteht.

 

 

 

4. Zeige auch, was anspruchsvoll ist

 

Dieser Punkt erhöht Glaubwürdigkeit enorm.

Jede Arbeit hat Anforderungen.

Vielleicht ist das Tempo hoch.

Vielleicht brauchen Mitarbeitende viel Eigeninitiative.

Vielleicht gehören anspruchsvolle Kunden dazu.

Vielleicht sind Qualitätsanforderungen besonders hoch.

Vielleicht verändert sich die Organisation schnell.

Ein Unternehmen verliert nichts, wenn es solche Realitäten klar beschreibt.

Im Gegenteil.

Passende Menschen können sich bewusst dafür entscheiden.

 

 

 

5. Zeige Entwicklung konkret

 

„Bei uns gibt es viele Entwicklungsmöglichkeiten“ klingt gut.

Ein konkreter Weg ist besser.

Zum Beispiel:

„Anna begann bei uns als Werkstudentin. Heute leitet sie …“

Oder:

„Wer in dieser Rolle startet, kann sich typischerweise in folgende Richtungen entwickeln …“

So wird Entwicklung nachvollziehbar.

 

 

 

6. Mission und Werte brauchen Beispiele

 

Unternehmenswerte können wichtig sein.

Im Video wirken sie besonders dann, wenn sie im Verhalten sichtbar werden.

Frage:

Welche Geschichte beweist, dass dieser Wert bei uns tatsächlich eine Rolle spielt?

Wenn die Antwort schwerfällt, braucht vielleicht weniger der Film Arbeit als der Wert selbst.

 

 

 

7. Zeige spannende Projekte

 

Gerade für Fachkräfte sind konkrete Aufgaben oft attraktiver als allgemeine Unternehmensaussagen.

Zeige:

  • welche Probleme gelöst werden
  • welche Technologien eingesetzt werden
  • welche Verantwortung besteht
  • was fachlich besonders anspruchsvoll ist
  • welche Wirkung das Ergebnis hat

So erkennen potenzielle Bewerber schneller, ob ihre Interessen und Fähigkeiten passen.

 

 

 

Der klassische Imagefilm hat trotzdem seine Berechtigung

 

Imagefilme können sinnvoll sein.

Zum Beispiel, wenn ein Unternehmen:

  • seine Marke emotional erlebbar machen möchte
  • einen Überblick über Organisation und Leistungen geben will
  • unterschiedliche Zielgruppen anspricht
  • eine übergeordnete Unternehmensgeschichte erzählen möchte

Das Problem entsteht erst, wenn derselbe Film sämtliche Aufgaben gleichzeitig erfüllen soll.

Ein Film für Kunden.

Für Investoren.

Für Bewerber.

Für Mitarbeitende.

Und am besten noch für Presse und Social Media.

Dann wird die Botschaft schnell beliebig.

Je klarer Zielgruppe und Ziel, desto klarer kann der Film werden.

 

 

 

Imagefilm und Recruitingfilm kombinieren?

 

Das kann sinnvoll sein.

Entscheidend ist die Struktur.

Vielleicht gibt es einen übergeordneten Unternehmensfilm.

Ergänzend entstehen kürzere Beiträge zu:

  • einzelnen Berufsbildern
  • Teams
  • Standorten
  • Projekten
  • Führungskräften
  • Einstiegsmöglichkeiten

So lässt sich ein Content-System entwickeln, das unterschiedliche Fragen beantwortet.

 

 

 

Hochglanz oder echte Menschen?

 

Das ist kein echter Gegensatz.

Ein Video darf hervorragend produziert sein.

Glaubwürdigkeit leidet erst dann, wenn die Produktion den Menschen überdeckt.

Perfekte Beleuchtung ersetzt keine klare Aussage.

Eine aufwendige Kamerafahrt ersetzt keine interessante Geschichte.

Und Musik ersetzt keine Haltung.

Die stärksten Momente entstehen häufig dann, wenn ein Mensch etwas konkret und glaubwürdig erzählt.

 

 

 

Authentizität bedeutet keine schlechte Vorbereitung

 

Dieser Irrtum begegnet mir häufig.

Menschen sollen „authentisch“ vor der Kamera sein.

Also lässt man sie einfach reden.

Das Ergebnis ist häufig:

zu lang.

zu unklar.

zu viele Nebensätze.

zu wenig Botschaft.

Gute Vorbereitung bedeutet etwas anderes.

Die Person weiß:

  • Was ist das Ziel?
  • Wer sieht diesen Beitrag?
  • Was sind meine wichtigsten Gedanken?
  • Welche konkrete Geschichte möchte ich erzählen?
  • Was soll hängen bleiben?

Dann kann sie frei und zugleich klar sprechen.

Authentisch wirkt selten der Mensch ohne Vorbereitung. Authentisch wirkt der Mensch, der vorbereitet genug ist, um wirklich selbst zu sprechen.

 

 

 

Werbesprache ist vor der Kamera besonders sichtbar

 

Geschriebene Marketingtexte können auf einer Website funktionieren.

Gesprochen klingen dieselben Sätze häufig künstlich.

Zum Beispiel:

„Bei uns erwartet Sie ein dynamisches Umfeld mit innovativen Lösungen und attraktiven Entwicklungsperspektiven.“

Kaum jemand spricht so.

Stärker wäre:

„Bei uns verändert sich viel. Wer gern Verantwortung übernimmt und sich schnell in neue Themen einarbeitet, findet hier viel Spielraum.“

Der Gedanke bleibt ähnlich.

Der Mensch wird hörbarer.

 

 

 

Die Botschaft bestimmt den Film

 

Vor der Produktion sollte eine Frage geklärt sein:

Was soll ein geeigneter Bewerber nach diesem Video denken, verstehen oder tun?

Vielleicht:

„Diese Arbeit klingt fachlich interessant.“

„Diese Kultur passt zu mir.“

„Mit dieser Führungskraft würde ich gern arbeiten.“

„Ich möchte mehr über diese Stelle erfahren.“

„Ich bewerbe mich.“

Je klarer dieses Ziel ist, desto leichter werden Inhalt und Dramaturgie.

 

 

 

Ein klarer Call-to-Action gehört dazu

 

Wenn Interesse entstanden ist, sollte der nächste Schritt einfach sein.

Zum Beispiel:

  • Stelle ansehen
  • Karriereseite besuchen
  • Kontakt aufnehmen
  • Recruitingevent besuchen
  • Bewerbung starten

Der Übergang sollte konkret und leicht auffindbar sein.

 

 

 

Wo sollte der Film veröffentlicht werden?

 

Ein Recruitingfilm kann auf mehreren Kanälen sinnvoll eingesetzt werden.

Zum Beispiel:

  • Karriereseite
  • Stellenanzeigen
  • LinkedIn
  • YouTube
  • Recruiting-Landingpages
  • Hochschulmarketing
  • Social-Media-Kanäle

Die Auswahl hängt von der Zielgruppe und ihrer Candidate Journey ab.

Ein guter Film verdient eine gute Distribution.

 

 

 

Was sollte gemessen werden?

 

Reine Aufrufzahlen sind wenig aussagekräftig.

Interessanter sind beispielsweise:

  • qualifizierte Bewerbungen
  • Besuche der Karriereseite
  • Klicks auf konkrete Stellen
  • Bewerbungsquote
  • Rückmeldungen von Bewerbern
  • Qualität der Bewerbungen
  • Fragen in Bewerbungsgesprächen

Das Ziel ist Recruitingwirkung, weniger Videoreichweite um ihrer selbst willen.

 

 

 

7 Fragen vor der Produktion

 

1. Wen wollen wir erreichen?

Welche Menschen sollen sich angesprochen fühlen?

 

2. Was interessiert diese Menschen tatsächlich?

Welche Fragen haben sie?

 

3. Was unterscheidet unseren Arbeitsplatz konkret?

Welche Beispiele belegen das?

 

4. Wer sollte vor die Kamera?

Wer kann glaubwürdig über dieses Thema sprechen?

 

5. Welche Geschichte erzählen wir?

Menschen erinnern Geschichten leichter als Unternehmensclaims.

 

6. Was soll nach dem Film geschehen?

Definiere den nächsten Schritt.

 

7. Passt das Gezeigte zur Realität?

Diese Frage ist entscheidend.

Neue Mitarbeitende werden die Antwort früh genug kennenlernen.

 

 

 

Wenn Film und Realität auseinanderfallen

 

Das kann teuer werden.

Ein Film erzeugt Erwartungen.

Wenn die tatsächliche Arbeit deutlich anders aussieht, beginnt die Enttäuschung bereits kurz nach dem Einstieg.

Deshalb ist eine realistische Arbeitgeberkommunikation keineswegs weniger attraktiv.

Sie schafft bessere Erwartungen.

Ein glaubwürdiger Recruitingfilm verspricht weniger – und zeigt mehr.

 

 

 

Häufige Fragen

 

Was ist der Unterschied zwischen Imagefilm und Recruitingfilm?

Ein Imagefilm vermittelt ein übergeordnetes Bild des Unternehmens. Ein Recruitingfilm richtet sich gezielt an potenzielle Mitarbeitende und beantwortet Fragen zu Arbeit, Team, Führung, Kultur und Einstieg.

 

Kann ein Imagefilm bei der Mitarbeitergewinnung helfen?

Ja. Besonders dann, wenn er relevante Einblicke für potenzielle Bewerber bietet. Ein reiner Markenfilm ohne konkrete Informationen zur Arbeitswelt erfüllt diese Aufgabe deutlich weniger.

 

Sollten Mitarbeitende im Recruitingfilm auftreten?

Echte Mitarbeitende können hohe Glaubwürdigkeit schaffen. Wichtig sind freiwillige Beteiligung, transparente Rahmenbedingungen und eine Vorbereitung, die ihre eigene Sprache erhält.

 

Sollte auch die Geschäftsführung vor die Kamera?

Wenn Führung für die Botschaft relevant ist, kann das sehr sinnvoll sein. Gerade potenzielle Bewerber gewinnen dadurch einen Eindruck davon, wie eine Führungskraft denkt, spricht und über Mitarbeitende redet.

 

Wie lang sollte ein Recruitingfilm sein?

Die Länge folgt der Aufgabe. Ein kurzer Stellenclip braucht weniger Zeit als ein ausführlicher Einblick in ein Team oder Projekt. Entscheidend ist, dass der Inhalt relevant bleibt.

 

Muss ein Imagefilm teuer produziert sein?

Die Produktion sollte professionell genug für Anlass und Marke sein. Ein hohes Budget garantiert jedoch weder Glaubwürdigkeit noch Recruitingwirkung. Botschaft, Menschen und konkrete Inhalte sind entscheidend.

 

Was macht einen Recruitingfilm glaubwürdig?

Reale Menschen, konkrete Beispiele, verständliche Sprache, nachvollziehbare Arbeitsbedingungen und eine erkennbare Übereinstimmung zwischen Film und tatsächlichem Arbeitsalltag.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Ein Film kann ein Unternehmen attraktiv aussehen lassen.

Recruiting braucht mehr.

Menschen möchten verstehen, worauf sie sich einlassen.

Sie wollen Arbeit sehen.

Menschen erleben.

Führung einschätzen.

Und herausfinden, ob sie hineinpassen.

Ein guter Recruitingfilm inszeniert keinen perfekten Arbeitgeber. Er macht einen echten Arbeitgeber verständlich.

 

 

 

Wenn Führungskräfte oder Mitarbeitende vor die Kamera gehen

 

Die technische Produktion übernimmt häufig eine Agentur oder ein internes Medienteam.

Eine andere Frage bleibt:

Wie wirken die Menschen vor der Kamera?

Gerade Führungskräfte und Fachleute brauchen selten Schauspieltraining.

Sie brauchen Klarheit.

Was ist ihre Botschaft?

Welche Beispiele tragen?

Wie sprechen sie verständlich und glaubwürdig?

Wie bleiben Persönlichkeit und Professionalität gleichzeitig sichtbar?

Im persönlichen 1:1 können wir genau daran arbeiten:

  • Ziel und Botschaft klären
  • Fragen und Antworten vorbereiten
  • Werbesprache reduzieren
  • Geschichten und Beispiele auswählen
  • Stimme und Körpersprache prüfen
  • Präsenz vor der Kamera entwickeln
  • Nervosität regulieren
  • Probeaufnahmen auswerten

Wir arbeiten an dem Video und dem Auftritt, der tatsächlich ansteht.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Welche Erfahrungen oder Erwartungen sind mit Imagevideos verbunden? Welche Fragen gibt es dazu?

Unterstützung für deinen Medienauftritt

 

Ein Interview, ein Statement oder ein anderer Medienauftritt kann weitreichende Wirkung haben. Eine gute Vorbereitung hilft dir, deine Botschaften zu schärfen, auch auf kritische Fragen klar zu antworten und vor Kamera oder Mikrofon präsent zu bleiben.

Ich unterstütze dich individuell bei der Vorbereitung deines konkreten Medienauftritts. Wir können mögliche Fragen und kritische Situationen durchspielen, Antworten präzisieren und den Auftritt realitätsnah simulieren.

Besonders wertvoll ist ein Probelauf mit professionellem Feedback. So erfährst du vor dem tatsächlichen Auftritt, wie deine Botschaften wirken, wo Missverständnisse entstehen können und welche Veränderungen deine Wirkung stärken.

Je nach Anlass können wir beispielsweise arbeiten an:

  • Kernbotschaften und Formulierungen
  • Interviews und kritischen Fragen
  • schwierigen oder überraschenden Nachfragen
  • kurzen Statements und O-Tönen
  • Stimme, Körpersprache und Kamerapräsenz
  • Umgang mit Anspannung und Auftrittsdruck
  • realitätsnahen Interviewsimulationen

Die Vorbereitung erfolgt individuell 1:1 in Berlin oder online. Umfang und Intensität richten sich nach Bedeutung, Ausgangssituation und Anforderungen des Medienauftritts.

→ Medienauftritt individuell vorbereiten

→ Honorare und Konditionen

 

Bei Lampenfieber

Starke Anspannung kann den Zugang zu Fähigkeiten erschweren, die dir sonst selbstverständlich zur Verfügung stehen. Wenn Lampenfieber bei deinem Medienauftritt eine größere Rolle spielt, können wir diesen Aspekt gezielt in die Vorbereitung einbeziehen.

→ Unterstützung bei Lampenfieber

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

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Unsympathische Körpersprache: 12 Signale, die Distanz schaffen

Welche Körpersprache lässt uns unsympathisch wirken? 12 Signale, typische Missverständnisse und Tipps für mehr Präsenz, Sympathie und souveräne Wirkung.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. März 2014
Überarbeitung: 20. Juni 2024

O-Ton im Unternehmensvideo: Klar, glaubwürdig und natürlich sprechen

O-Ton im Unternehmensvideo: So klingt eine Botschaft glaubwürdig

Wie entsteht ein kurzer, glaubwürdiger O-Ton, der wirklich nach Mensch klingt und trotzdem eine klare Botschaft transportiert?
Medienkompetenz

O-Ton im Unternehmensvideo: So klingt eine Botschaft glaubwürdig

 

„Sag einfach ein paar Sätze in die Kamera.“

Klingt leicht.

Bis das rote Licht angeht.

Plötzlich werden einfache Gedanken kompliziert.

Sätze werden länger.

Die Stimme klingt fremd.

Der Blick sucht Orientierung.

Und aus einer klaren Botschaft wird eine kleine Rede.

Genau deshalb verdient ein guter O-Ton Vorbereitung.

Ein überzeugender O-Ton klingt spontan. Er muss deshalb noch lange nicht unvorbereitet sein.

 

 

 

Was ist ein O-Ton?

 

Ein O-Ton ist eine originale gesprochene Aussage einer Person, die in einem Video, Interview oder journalistischen Beitrag verwendet wird.

In Unternehmensvideos können solche Aussagen beispielsweise von folgenden Personen stammen:

  • Geschäftsführung
  • Führungskräften
  • Mitarbeitenden
  • Fachleuten
  • Projektverantwortlichen
  • Kunden
  • Geschäftspartnern

Der große Vorteil:

Die Botschaft kommt direkt von einem Menschen.

Dadurch werden Unternehmen persönlicher und Aussagen greifbarer.

 

 

 

Wozu braucht ein Unternehmensvideo O-Töne?

 

Ein guter O-Ton kann unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Zum Beispiel:

  • eine Entscheidung erklären
  • eine Strategie einordnen
  • ein Projekt verständlich machen
  • Fachkompetenz zeigen
  • Unternehmenskultur erlebbar machen
  • eine persönliche Perspektive ergänzen
  • Vertrauen unterstützen

Entscheidend ist weniger, dass jemand vor der Kamera spricht.

Entscheidend ist, ob die Person etwas Relevantes zu sagen hat.

 

 

 

Der häufigste Fehler: Erst Kamera, dann Botschaft

 

Viele Videoaufnahmen beginnen mit Technik.

Kamera steht.

Licht steht.

Mikrofon läuft.

Dann kommt die Frage:

„Was möchtest du eigentlich sagen?“

Ich würde die Reihenfolge umdrehen.

Zuerst:

Was soll beim Zuschauer hängen bleiben?

Dann:

Wer sollte diese Botschaft vermitteln?

Welche Geschichte oder welches Beispiel macht sie glaubwürdig?

Und erst danach:

Wie nehmen wir das auf?

Die Kamera zeichnet auf. Die Wirkung entsteht vorher.

 

 

 

Eine Botschaft pro O-Ton

 

Ein O-Ton wird stärker, wenn er einen klaren Gedanken transportiert.

Problematisch wird es, wenn in zwanzig Sekunden gleichzeitig:

  • Unternehmensgeschichte
  • Strategie
  • Produkt
  • Werte
  • Zukunftsvision
  • und ein Call-to-Action

untergebracht werden sollen.

Dann entsteht sprachliche Verdichtung.

Und häufig genau das Gegenteil von Klarheit.

Eine hilfreiche Frage lautet:

Welcher eine Gedanke verdient diesen O-Ton?

 

 

 

Der O-Ton braucht ein Ziel

 

Bevor du formulierst, kläre:

Was soll dieser Satz beim Zuschauer bewirken?

Zum Beispiel:

„Die Mitarbeitenden sollen verstehen, warum wir diesen Weg gehen.“

„Bewerber sollen erkennen, was diese Position anspruchsvoll und interessant macht.“

„Kunden sollen verstehen, welchen konkreten Nutzen diese Veränderung bringt.“

„Die Öffentlichkeit soll eine klare Einordnung bekommen.“

Mit einem klaren Ziel wird Sprache leichter.

 

 

 

Natürlich sprechen statt Unternehmenssprache

 

Viele O-Töne scheitern weniger am Menschen als am Text.

Zum Beispiel:

„Mit unserer innovativen Transformationsstrategie schaffen wir nachhaltige Mehrwerte für sämtliche Stakeholder.“

Vielleicht steht dieser Satz in einem Strategiepapier.

Kaum jemand spricht so.

Vor der Kamera klingt er entsprechend fremd.

Stärker wäre beispielsweise:

„Wir verändern diesen Prozess, weil unsere Kunden schneller eine verlässliche Antwort brauchen.“

Konkreter.

Kürzer.

Menschlicher.

 

 

 

Schreiben fürs Auge und sprechen fürs Ohr sind zwei verschiedene Dinge

 

Ein Satz kann auf Papier hervorragend aussehen und gesprochen schwer funktionieren.

Beim Sprechen helfen:

  • kurze Satzstrukturen
  • konkrete Verben
  • weniger Substantive
  • eine klare Aussage pro Satz
  • verständliche Begriffe
  • natürlicher Rhythmus

Deshalb lohnt sich ein einfacher Test:

Lies den Satz laut.

Wenn du dabei selbst stolperst, wird er vor der Kamera kaum leichter.

 

 

 

Auswendig lernen oder frei sprechen?

 

Für viele Menschen funktioniert weder extremes Auswendiglernen noch völlige Improvisation besonders gut.

Beim Auswendiglernen entsteht leicht:

  • starre Betonung
  • sichtbares Erinnern
  • Angst vor dem nächsten Wort
  • weniger natürliche Mimik

Bei völliger Improvisation entstehen dagegen häufig:

  • lange Antworten
  • Nebenthemen
  • Wiederholungen
  • unklare Schlusspunkte

Die bessere Mitte:

Kenne deinen Gedanken sehr genau. Formuliere ihn im Moment in deiner eigenen Sprache.

 

 

 

Mit Kernbotschaften arbeiten

 

Statt einen vollständigen Text auswendig zu lernen, kann eine Person drei Dinge kennen:

1. Kernbotschaft

Was soll unbedingt gesagt werden?

2. Beleg oder Beispiel

Was macht die Aussage konkret?

3. Schlusspunkt

Wo endet die Antwort?

Diese Struktur gibt Sicherheit und lässt trotzdem Raum für natürliche Sprache.

 

 

 

Eine gute Frage erzeugt einen besseren O-Ton

 

O-Töne entstehen häufig als Antworten.

Die Qualität der Frage spielt deshalb eine große Rolle.

Wenig hilfreich:

„Erzählen Sie doch einmal etwas über Ihre Unternehmenskultur.“

Konkreter wäre:

„Woran erkennt ein neuer Mitarbeiter nach zwei Wochen, wie bei Ihnen Zusammenarbeit funktioniert?“

Oder statt:

„Was macht Ihr Unternehmen innovativ?“

besser:

„Welche Entscheidung haben Sie im vergangenen Jahr getroffen, die vor drei Jahren noch undenkbar gewesen wäre?“

Konkrete Fragen produzieren häufiger konkrete Antworten.

 

 

 

Die ersten zehn Sekunden einer Antwort sind selten die besten

 

Viele Menschen beginnen ihre Antwort mit Anlauf.

„Also, grundsätzlich muss man dazu vielleicht erst einmal sagen …“

Der eigentliche Gedanke kommt später.

Bei der Vorbereitung lohnt sich deshalb die Frage:

Wo beginnt die interessante Aussage wirklich?

Oft kann der erste Satz deutlich näher an den Kern.

 

 

 

Kurze Antworten sind kein Selbstzweck

 

Ein guter O-Ton sollte prägnant sein.

Das bedeutet keineswegs:

so kurz wie möglich.

Entscheidend ist:

Ist der Gedanke vollständig?

Ist er verständlich?

Kann er sinnvoll geschnitten und verwendet werden?

Manche Aussagen brauchen zehn Sekunden.

Andere dreißig.

Die Botschaft bestimmt die Länge.

 

 

 

Antworten sollten möglichst auch ohne Frage funktionieren

 

In vielen Unternehmensvideos ist die Interviewfrage später kaum zu hören.

Dann sollte die Antwort für sich verständlich sein.

Statt:

„Ja, das ist für uns sehr wichtig.“

besser:

„Frühe Verantwortung ist für uns wichtig, weil neue Mitarbeitende dadurch schneller eigene Entscheidungen treffen können.“

Jetzt besitzt der O-Ton einen eigenen Kontext.

 

 

 

Führungskräfte vor der Kamera

 

Bei Führungskräften wird ein O-Ton schnell zu mehr als einer Sachinformation.

Zuschauer beobachten gleichzeitig:

  • Wie klar spricht diese Person?
  • Wie wirkt sie unter Druck?
  • Wie spricht sie über andere Menschen?
  • Wie glaubwürdig wirkt ihre Überzeugung?
  • Wie gut passen Worte und Auftreten zusammen?

Deshalb ist ein CEO-Statement immer auch Führungskommunikation.

Die Botschaft wird gehört. Die Haltung wird mitgesehen.

 

 

 

Mitarbeitende vor der Kamera

 

Auch Mitarbeitende brauchen Vorbereitung.

Nur eine andere.

Sie sollen selten wie Pressesprecher wirken.

Gerade ihre persönliche Perspektive macht sie interessant.

Hilfreich sind Fragen wie:

  • Was hast du selbst erlebt?
  • Was hat dich überrascht?
  • Was macht dieses Projekt besonders?
  • Was würdest du jemandem erklären, der deine Arbeit kaum kennt?

Je näher eine Aussage an eigener Erfahrung liegt, desto leichter wird sie häufig vor der Kamera.

 

 

 

Authentizität ist keine Technik

 

„Sei authentisch!“ klingt gut.

Vor der Kamera hilft diese Aufforderung selten.

Authentizität entsteht eher dadurch, dass:

  • die Person die Botschaft tatsächlich versteht
  • sie hinter der Aussage steht
  • die Formulierungen zu ihrer Sprache passen
  • sie ausreichend vorbereitet ist
  • die Situation psychologisch sicher genug ist

Wenn jemand einen Satz sagen soll, an den er selbst kaum glaubt, wird auch das beste Kameratraining wenig retten.

 

 

 

Was tun mit Nervosität?

 

Viele Menschen sind vor einer Kamera zunächst angespannter als in einem normalen Gespräch.

Das ist wenig überraschend.

Plötzlich werden sie beobachtet.

Aufgezeichnet.

Und die eigene Aussage kann lange sichtbar bleiben.

Hilfreich sind:

  • vorherige Orientierung über Ablauf und Fragen
  • ein kurzer Probedurchlauf
  • Zeit zum Ankommen
  • ein Gespräch statt einer Prüfungssituation
  • mehrere Aufnahmen ohne Perfektionsdruck

Ziel ist weniger vollständige Entspannung.

Ziel ist, wieder Zugriff auf die eigene Sprache und Persönlichkeit zu bekommen.

 

 

 

Blickkontakt: Kamera oder Interviewpartner?

 

Das hängt vom Format ab.

Bei einem klassischen Interview blickt die Person häufig leicht an der Kamera vorbei zum Gesprächspartner.

Bei einer direkten Ansprache schaut sie in die Kamera.

Beides kann funktionieren.

Wichtig ist die bewusste Entscheidung vor dem Dreh.

 

 

 

Körpersprache: weniger kontrollieren, besser ausrichten

 

Viele Menschen fragen:

„Was soll ich mit meinen Händen machen?“

Ich halte wenig davon, jede Bewegung zu kontrollieren.

Eine stabilere Ausgangshaltung, natürliche Gestik und eine klare Botschaft helfen meist mehr.

Wer ständig seine Hände beobachtet, verliert Aufmerksamkeit für den eigenen Gedanken.

Die Körpersprache sollte die Aussage unterstützen.

Sie muss keinstudiert aussehen.

 

 

 

Stimme und Sprechtempo

 

Nervosität beschleunigt häufig.

Dann werden Pausen kürzer und Gedanken schwieriger verständlich.

Eine gute Gegenstrategie:

Den ersten Satz bewusst ruhig beginnen.

Gedanken abschließen.

Pausen zulassen.

Und wichtige Wörter tatsächlich betonen.

Das wirkt meist natürlicher als künstlich verlangsamtes Sprechen.

 

 

 

Was ist mit Füllwörtern?

 

Füllwörter gehören zur gesprochenen Sprache.

Ein gelegentliches „also“ oder „äh“ zerstört kaum die Glaubwürdigkeit.

Problematisch wird es, wenn Redeticks so häufig auftreten, dass sie Aufmerksamkeit binden oder Unsicherheit verstärken.

Das Ziel ist deshalb weniger sterile Sprache.

Das Ziel ist verständliche Sprache.

 

 

 

Ein O-Ton braucht Persönlichkeit

 

Unternehmenskommunikation wird schnell austauschbar.

Besonders dann, wenn jede Person denselben Sprachstil verwendet.

Ein technischer Leiter darf anders sprechen als eine Geschäftsführerin.

Eine Auszubildende anders als der Personalchef.

Diese Unterschiede sind wertvoll.

Sie machen sichtbar, dass echte Menschen sprechen.

 

 

 

Technik ist wichtig – und selten dein Hauptproblem

 

Guter Ton ist wichtig.

Passendes Licht ebenfalls.

Auch Bildkomposition und Hintergrund verdienen Aufmerksamkeit.

In professionellen Produktionen übernehmen diese Aufgaben meist andere Menschen.

Für die Person vor der Kamera ist eine andere Frage wichtiger:

Was möchte ich sagen, und wie sage ich es so, dass es wirklich nach mir klingt?

 

 

 

Recht und Einverständnis

 

Wenn Mitarbeitende, Kunden oder andere Personen in Unternehmensvideos erscheinen, sollten Nutzungsrechte, Einwilligungen und geplante Veröffentlichungswege vorab geklärt sein.

Das gilt besonders, wenn Material über längere Zeit und auf mehreren Plattformen eingesetzt werden soll.

Bei rechtlichen Fragen lohnt sich fachkundige Beratung.

 

 

 

7 Fragen vor einem O-Ton

 

1. Was soll hängen bleiben?

Formuliere die Kernbotschaft in einem Satz.

 

2. Wer ist das Publikum?

Sprache und Beispiel sollten dazu passen.

 

3. Warum spreche gerade ich?

Welche Perspektive oder Kompetenz bringst du mit?

 

4. Welches Beispiel macht meine Aussage konkret?

Konkrete Erfahrungen erhöhen Verständlichkeit und Glaubwürdigkeit.

 

5. Wie würde ich das einem Menschen gegenüber formulieren?

Diese Frage hilft gegen Unternehmenssprache.

 

6. Wo endet meine Antwort?

Ein klarer Schlusspunkt verhindert unnötige Schleifen.

 

7. Funktioniert der Satz ohne die Interviewfrage?

Das macht den O-Ton später flexibler einsetzbar.

 

 

 

Eine einfache Struktur für starke O-Töne

 

Wenn du Orientierung brauchst, nutze drei Schritte:

Aussage.

Beispiel.

Bedeutung.

Zum Beispiel:

„Wir geben neuen Mitarbeitenden früh Verantwortung. Eine unserer heutigen Projektleiterinnen leitete nach sechs Monaten ihr erstes eigenes Kundenprojekt. Genau diese Entwicklungsmöglichkeiten möchten wir ermöglichen.“

Die Struktur klingt einfach.

Gerade deshalb funktioniert sie gut.

 

 

 

Was ich unmittelbar vor der Aufnahme vermeiden würde

 

  • noch schnell einen komplett neuen Text auswendig lernen
  • jede Geste kontrollieren
  • Antworten Wort für Wort perfektionieren
  • zehn Botschaften gleichzeitig unterbringen
  • die Aufnahme als Prüfung behandeln

Hilfreicher ist:

  • Gedanken kennen.
  • Beispiel kennen.
  • Atmen.
  • Menschen ansehen.
  • Sprechen.

 

 

 

Häufige Fragen zum O-Ton

 

Was ist ein O-Ton im Unternehmensvideo?

Ein O-Ton ist eine originale gesprochene Aussage einer Person, die direkt im Video verwendet wird. Das kann beispielsweise ein Statement einer Führungskraft, eines Mitarbeitenden oder eines Kunden sein.

 

Wie lang sollte ein O-Ton sein?

So lang, wie der Gedanke braucht. Für viele Videos sind kurze und in sich verständliche Aussagen hilfreich. Entscheidend sind Klarheit und Verwendbarkeit, weniger eine starre Sekundenregel.

 

Sollte ein O-Ton auswendig gelernt werden?

Meist ist es hilfreicher, Kernbotschaft, Beispiel und Schlusspunkt sehr gut zu kennen und die konkrete Formulierung natürlich entstehen zu lassen.

 

Wie wirkt ein O-Ton authentisch?

Wenn Sprache, Persönlichkeit und Aussage zusammenpassen. Gute Vorbereitung unterstützt das. Sie sollte den Menschen klarer machen, statt ihn in einen fremden Sprachstil zu pressen.

 

Wie reduziere ich Nervosität vor der Kamera?

Hilfreich sind ein klarer Ablauf, bekannte Fragen, Probeaufnahmen, genügend Zeit und eine Gesprächssituation, in der du dich auf deine Botschaft statt auf die Kamera konzentrieren kannst.

 

Soll ich direkt in die Kamera schauen?

Bei einer direkten Ansprache meist ja. In Interviewformaten wird häufig mit Blick zum Interviewpartner gearbeitet. Das gewünschte Format sollte vor dem Dreh geklärt sein.

 

Sind Füllwörter im O-Ton schlecht?

Gelegentliche Füllwörter gehören zu natürlicher Sprache. Häufige Redeticks können ablenken. Entscheidend ist die Gesamtwirkung.

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Ein O-Ton muss keineswegs perfekt klingen.

Er sollte klar sein.

Verständlich.

Glaubwürdig.

Und nach dem Menschen klingen, der ihn ausspricht.

Die beste Vorbereitung macht einen Menschen vor der Kamera weniger künstlich – nicht mehr.

 

 

 

Wenn dein O-Ton wirklich sitzen muss

 

Bei einem wichtigen Unternehmensvideo lohnt es sich, die Person vor der Kamera ebenso sorgfältig vorzubereiten wie Licht, Ton und Schnitt.

Im persönlichen 1:1 können wir konkret an der bevorstehenden Aufnahme arbeiten:

  • Kernbotschaft schärfen
  • Antworten strukturieren
  • Unternehmenssprache in gesprochene Sprache übersetzen
  • Beispiele auswählen
  • kritische Fragen vorbereiten
  • Stimme und Sprechtempo optimieren
  • Körpersprache und Präsenz prüfen
  • Nervosität regulieren
  • Probeaufnahmen auswerten

Wir arbeiten an den Aussagen, die tatsächlich aufgenommen werden sollen.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Was ist bei einem O-Ton für ein Unternehmensvideo zu beachten? Welche Erfahrungen oder Fragen gibt es dazu?

Unterstützung für deinen Medienauftritt

 

Ein Interview, ein Statement oder ein anderer Medienauftritt kann weitreichende Wirkung haben. Eine gute Vorbereitung hilft dir, deine Botschaften zu schärfen, auch auf kritische Fragen klar zu antworten und vor Kamera oder Mikrofon präsent zu bleiben.

Ich unterstütze dich individuell bei der Vorbereitung deines konkreten Medienauftritts. Wir können mögliche Fragen und kritische Situationen durchspielen, Antworten präzisieren und den Auftritt realitätsnah simulieren.

Besonders wertvoll ist ein Probelauf mit professionellem Feedback. So erfährst du vor dem tatsächlichen Auftritt, wie deine Botschaften wirken, wo Missverständnisse entstehen können und welche Veränderungen deine Wirkung stärken.

Je nach Anlass können wir beispielsweise arbeiten an:

  • Kernbotschaften und Formulierungen
  • Interviews und kritischen Fragen
  • schwierigen oder überraschenden Nachfragen
  • kurzen Statements und O-Tönen
  • Stimme, Körpersprache und Kamerapräsenz
  • Umgang mit Anspannung und Auftrittsdruck
  • realitätsnahen Interviewsimulationen

Die Vorbereitung erfolgt individuell 1:1 in Berlin oder online. Umfang und Intensität richten sich nach Bedeutung, Ausgangssituation und Anforderungen des Medienauftritts.

→ Medienauftritt individuell vorbereiten

→ Honorare und Konditionen

 

Bei Lampenfieber

Starke Anspannung kann den Zugang zu Fähigkeiten erschweren, die dir sonst selbstverständlich zur Verfügung stehen. Wenn Lampenfieber bei deinem Medienauftritt eine größere Rolle spielt, können wir diesen Aspekt gezielt in die Vorbereitung einbeziehen.

→ Unterstützung bei Lampenfieber

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Auftritten vor der Kamera

Unsympathische Körpersprache: 12 Signale, die Distanz schaffen

Welche Körpersprache lässt uns unsympathisch wirken? 12 Signale, typische Missverständnisse und Tipps für mehr Präsenz, Sympathie und souveräne Wirkung.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. März 2014
Überarbeitung: 20. Juni 2024

Wie wirkst du vor der Kamera?

Wie wirkst du vor der Kamera?

Wirkung vor der Kamera: Damit du und deine Botschaft auch vor der Kamera überzeugen
Damit Sie und Ihre Botschaft auch vor der Kamera überzeugen

Wie wirkst du vor der Kamera?

 

Selbst die persönliche Wirkung vor der Kamera einzuschätzen, ist nicht wirklich einfach. Zahlreiche öffentliche Beispiele erinnern daran, dass es mit dem Abgleich von Selbst- und Selbsteinschätzung auch vor der Kamera so eine Sache ist. Was gibt es zu beachten?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Eher früher als später geht es vor die Kamera

 

Videokonferenzen und Videobeiträge haben im Zeitalter der Digitalisierung immer häufiger Anteil an der Kommunikation. Wo früher große Veranstaltungen live an oft noch vielen Orten dafür genutzt wurden, um Zielgruppen von Botschaften zu überzeugen, geschieht das zunehmend mittels Video.

Soziale Medien, wie YouTube™, haben sich zu sehr erfolgreichen Kommunikationsplattformen entwickelt. Was früher die Ausnahme war, wird zur Normalität. Doch selbst der scheinbar spielerische Umgang mit weit verbreiteter Technik erfordert Kenntnisse, Fähigkeiten und Vorbereitung. Viele Beiträge zeugen davon, dass nicht jeder spontan vor die Kamera treten sollte. Sehr viele schaden sich mit ihren Auftritten und scheinen sich dessen nicht bewusst zu sein.

Zahlreiche Beispiele sind dafür zu finden, dass beste Absichten nicht immer genügen vor der Kamera, die eigene Persönlichkeit und die Inhalte überzeugen zu präsentieren. Was früher in kleiner Runde als Rede oder Präsentation mit der Wiederholung reifen konnte, wird heute in alle Welt getragen.

 

 

 

Unter uns …

 

Selbst habe ich unzählige Male vor der Kamera gestanden und dabei eine recht gute Figur gemacht. Sonst wäre ich nicht wiederholt gebucht und honoriert worden. Ich bin davon ausgegangen, es zu beherrschen. Doch als ich allein vor der Kamera all die Rollen (von Tonassistent, Kameramann, Moderator und Protagonist) selbst übernehmen wollte, war ich in einer Anfängerposition. Und das trotz all der Erfahrungen vor und hinter richtigen Kameras. Bewusst lasse ich auch diese Beweise im Internet, und hoffe die Entwicklung ist erkennbar. Wobei die Bühne ja üblicherweise meinen Klienten gehört.

 

 

 

Wirkung vor der Kamera

 

Wer die persönliche Wirkung vor der Kamera entfalten will, beginnt am besten damit die aktuelle Wirkung genauer zu betrachten. Vieles, das für überzeugende Gespräche und Präsentationen gilt, hat auch hier Bestand. Doch es kommen weitere Eigenarten hinzu.

Erschwerend macht sich die heutige Vielfalt von Kameras und Medientechnik bemerkbar. Früher galt, umso größer, umso wichtiger. Das kann heute ganz anders sein. So etwas erzeugt zusätzliche Unsicherheit. Schon so gibt es genug zu beachten, weitere Aspekte machen Präsenz und Überzeugungskraft nicht gerade leichter.

 

 

 

Ist-Aufnahme: So wirkst du vor der Kamera

 

Wie sehr überzeugen du und deine Botschaften vor der Kamera? 112 Faktoren spielen eine wesentliche Rolle? Seit 1998 analysiere ich Redebeiträge. Nach tausenden ausgewerteten Reden und Präsentationen sowie sehr vielen Videobeiträgen kann ich sehr genau sagen, was auf welches Publikum welche Wirkung hat. Lass dir von mir das Feedback geben, welches dich voranbringt. Du bekommst grundsätzliche Rückmeldungen und Empfehlungen, sowie für konkrete Auftritte vor der Kamera die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie wirkst du vor der Kamera und woher bekommst du Feedback? Worauf achtest du?

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Juni 2016
Überarbeitung: 11. April 2020
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