Rhetorik und Körperchemie: gute Redner kennen die Wirkung von Oxytocin

Rhetorik und Körperchemie: gute Redner kennen die Wirkung von Oxytocin

Was ist ein Redner ohne Publikum und was hat das mit der Körperchemie zu tun?
gute Redner kennen die Wirkung von Oxytozin

Rhetorik und Oxytocin

 

Was ist ein Redner ohne Publikum und was hat das mit der Körperchemie zu tun? Welche Rolle spielt Oxytocin bei Reden und Präsentationen?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Der Mensch, das Herdentier

 

Von wegen Individuen; Menschen sind Herdentiere. Herden haben die Angewohnheit, ihre Anführer zu imitieren und nachzuahmen. Es spielt also eine große Rolle, was sie beobachten. Bei der Wahl der Kaffeesorte folgen viele Georg Clooney, selbst wenn das bedeutet eine Menge Geld für viel Aluminium und etwas Kaffee zu bezahlen. Bei einer Präsentation übernimmt der Redner die Aufgaben eines Anführers. Weitgehend unbewusst neigt das Publikum deshalb dazu sich am Redner zu orientieren.

Es liegt in der menschlichen Natur; das menschliche Gehirn ist bestrebt Sicherheit in der Gruppe zu suchen. Deshalb schüttet es entsprechende Stoffe aus. Sie sorgen dafür, dass wir uns in der Gruppe sicherer fühlen.

Wenn wir uns auf einer emotionalen Ebene sicher im Kontakt mit anderen Menschen fühlen, dann fühlen wir uns verbunden. Dann vertrauen wir dem was gesagt wird eher. Und unsere Spiegelneuronen sorgen dafür, dass wir uns besser in andere Menschen hineinversetzen können. Wir können fühlen, was andere Menschen fühlen. Der Stoff Oxytocin ist daran maßgeblich beteiligt. Oxytocin sorgt dafür, dass Menschen sich einander vertrauen, fördert Zusammenhalt und Loyalität, indem er Angst vermindert.

 

 

 

Spiegelneuronen und Co.

 

Da wir auf unbewusster Ebene mitbekommen, wie sich die anderen in unserem Umfeld fühlen und uns dies beeinflusst, haben diese Zusammenhänge großen Einfluss auf unser Leben und auch auf unsere Wirkung als Redner. Wir erkennen wie der andere sich fühlt und passen unser Fühlen, Denken, Verhalten und unsere Physiologie an.

Gruppen – wie das Publikum bei einer Rede – neigen zu übereinstimmenden Emotionen. Auch wenn eine Gruppe aus einzelnen Individuen besteht entwickelt sie eine ganz eigene Dynamik.

Aus diesen Gründen übernimmt das Publikum Teile der Stimmung und des Verhaltens des Redners. Fühlt sich der Redner wohl und sicher, hat dies eine andere Wirkung auf das Publikum, als wenn er unbewusst signalisiert, dass er eigentlich lieber flüchten möchte. Letzteres triggert archaische Bereiche des Gehirns, die dadurch ebenfalls auf den Modus Kampf bzw. Flucht schalten. Dies mag einen Stamm in früher Urzeit vor wilden Tieren geschützt haben, heute ist es wenig hilfreich für den Erfolg einer Rede.

 

 

 

Ein teuflischer Teufelskreis

 

Ausstoß von Adrenalin und Co.: Wenn es erst begonnen hat entzieht es sich weitgehend der persönlichen Kontrolle. Meist führt dies zu einem Kreislauf, in dem sich Redner und Publikum gegenseitig in einen schlechteren Zustand bringen. Der Redner hält dann das Publikum für besonders schwierig, fühlt sich selbst dadurch noch unsicherer, vermittelt das nonverbal, das Publikum reagiert … Ein Kreislauf, der sich weiter und weiter verstärkt, wenn er nicht frühzeitig unterbrochen wird.

 

 

 

Besser, viel besser

 

Es färbt ab, so oder so: Glücklicherweise gilt das auch in die andere Richtung. Wenn Sie sich sicher fühlen steigen die Chancen, dass auch Ihr Publikum sich sicher fühlt. Also sorgen Sie dafür, dass Sie in den Zuständen sind, in die Sie Ihr Publikum einladen. Möge das Oxytocin mit Ihnen sein!

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

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P.S.

 

Berücksichtigen Sie diese Zusammenhänge bei Ihren Reden und Präsentationen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. August 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNB
Ü:

So erzeugt Ihr Lächeln gute Gefühle und wirkt Wunder

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Ausstrahlung und Wirkung: Lächeln macht glücklich!

Lächeln erzeugt gute Gefühle und wirkt Wunder

Lächeln erzeugt gute Gefühle und wirkt Wunder

 

Ein echtes Lächeln regt nicht nur das eigene Wohlbefinden an und bringt die Körperchemie in Bewegung, es wirkt auch auf die Umgebung.

 

 

 

Überblick

Kein Medikament ersetzt ein Lächeln.

Sprichwort

Video

Lächeln macht glücklicher

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Lächeln? Alles kalter Kaffee?

 

Hat das Thema einen Bart? Die Erwähnung des Zusammenhanges zwischen Lächeln und Gefühlen empfinde ich manchmal etwas zwiespältig; er ist ja erstens weitgehend bekannt. Und zweitens wirkt es – als reine Technik – irgendwie etwas oberflächlich. Das ändert nur nichts daran, dass es stimmt! Und gerade das Offensichtliche wird gerne links liegen gelassen. Es ist einfach zu naheliegend, als dass es wertgeschätzt wird.

 

 

 

6 positive Nebenwirkungen

 

 

1. Ein echtes Lächeln wirkt Wunder

 

Ein echtes Lächeln regt nicht nur das eigene Wohlbefinden an und bringt die Körperchemie in Bewegung, es wirkt auch auf die Umgebung. Ein echtes Lächeln strahlt aus, es öffnet Herzen und Türen, hebt die Stimmung. Lächeln ist eine Wunderwaffe in der Kommunikation. Echtes Lächeln natürlich. Ein echtes Lächeln signalisiert Wohlwollen, Kooperationsbereitschaft, Vertrauen und vieles mehr.

Wieso ich so oft auf die Echtheit anspiele? Weil es mit der passenden inneren Haltung wirksamer ist als mit einer Maske.

 

 

 

2. Ansteckungsgefahr

 

Es kann nur dann ein Lächeln aus dem Spiegel schauen, wenn ein Lächelnder hineinschaut.

Chinesisches Sprichwort

 

 

 

3. Echtes Lächeln?

 

Ein echtes Lächeln kommt langsam, zeigt sich an Augenfältchen, erhellt das Gesicht und löst sich langsam wieder auf. Wenn die Augen lächeln, öffnet sich das Herz. Lächeln wir auf diese Weise jemanden an, nehmen wir positiven Einfluss. Wir machen ein unausgesprochenes Angebot. Häufig wird ein echtes Lächeln erwidert und hinterlässt Wirkung. Es ist ansteckend; die meisten Menschen lächeln automatisch zurück, wenn sie angelächelt werden. Lächeln löst dabei oft ein Gefühl der Dankbarkeit aus.

 

 

 

4. Beziehungsförderung: Lachen als Schmiermittel für die Kommunikation

 

Es gibt ein gutes Mittel, einen Freund zu gewinnen: das Lächeln. Ein offenes und freies Lächeln. Lächeln zu können, welche Macht! Es gibt mir die Macht zu beruhigen, zu lindern, auf andere einzuwirken.

Guy de Larigaudie

 

 

 

5. Vom Lächeln zum Lachen

 

Wenn das Gehirn einen entsprechenden Reiz empfängt, löst es das eigene Lachen aus. Es ist ein intensives Ganzkörpererlebnis, an dem über hundert Muskeln beteiligt sind – von der Gesichtsmuskulatur bis zur Atemmuskulatur. Bei vollem Lachen wird der ganze Körper erfasst: Der Kopf wird bewegt, der Körper biegt und krümmt sich vor Lachen. Dabei wird deutlich tiefer geatmet als sonst üblich und das wirkt sich im ganzen Körper aus. Die Körperzellen werden mit mehr Sauerstoff versorgt und die Bronchien durchflutet, Stoffwechselprozesse beschleunigt, Muskeln entspannt sowie Herz und Kreislauf angeregt.

 

 

 

6. Tiefenwirkung

 

Lachen fördert bei der Gelegenheit auch gleich noch Heilungsprozesse im Körper. Das Gehirn bremst beim Lachen beispielsweise die Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Durch das Lachen werden Anspannung und Stress wie über ein Sicherheitsventil abgelassen. Und beim Lachen wird verstärkt Serotonin ausgeschüttet, das auch gerne vereinfacht, als Glückshormon bezeichnet wird. Rein in den Selbstversuch. Auch der Praxistest zeigt; wer viel lacht, fühlt sich besser. Und das ganz ohne Rezept und unerwünschte Nebenwirkungen!

P.S.

 

Welche Wirkung hat ein Lächeln?

Falten im Gesicht 
sollten nur darauf hinweisen 
wo das Lächeln war.  Mark Twain

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 8. Januar 2016
AN: #45443
Ü:
K:

Stimme am Telefon: klar, souverän und glaubwürdig sprechen

Stimme am Telefon: So wirkst du klar, präsent und glaubwürdig

Klar, souverän und glaubwürdig sprechen
Sang- und klanglos? Steigern Sie die Wirkung Ihrer Stimme am Telefon

Stimme am Telefon: So wirkst du klar, präsent und glaubwürdig

 

Am Telefon fehlt das Bild.

Dein Gegenüber sieht nicht:

  • deine Mimik
  • deine Gestik
  • deine Haltung

Dadurch bekommt etwas anderes mehr Gewicht:

deine Stimme.

Sie transportiert nicht nur Worte.

Sie beeinflusst auch:

  • Verständlichkeit
  • Rhythmus
  • Nähe
  • Präsenz
  • Glaubwürdigkeit

Das bedeutet nicht:

Du brauchst eine besonders tiefe oder eindrucksvolle Stimme.

Wichtiger ist:

Wie gut unterstützt deine Stimme das, was du sagen möchtest?

 

 

 

Warum die Stimme am Telefon so wichtig ist

 

In einem persönlichen Gespräch stehen mehrere Informationskanäle zur Verfügung.

Am Telefon fallen viele davon weg.

Das erhöht die Bedeutung von:

  • Sprechtempo
  • Lautstärke
  • Artikulation
  • Betonung
  • Pausen

Auch die Gesprächsstruktur wird wichtiger.

Denn dein Gegenüber kann nicht immer durch:

Blickkontakt oder Gestik

erkennen, wann ein Gedanke beendet ist oder wann du etwas besonders hervorheben möchtest.

 

 

 

Stimme ist kein Charaktertest

 

Aus einer Stimme lassen sich Eindrücke bilden.

Das bedeutet nicht:

Sie verrät zuverlässig den Charakter.

Eine leise Stimme kann viele Gründe haben.

Eine schnelle Stimme ebenfalls.

Zum Beispiel:

  • Gewohnheit
  • Aufregung
  • technische Bedingungen
  • Gesprächsdynamik

Deshalb würde ich nicht fragen:

„Was verrät meine Stimme über mich?“

Sondern:

„Welche Wirkung unterstützt meine Stimme in dieser Situation?“

 

 

 

Verständlichkeit ist wichtiger als Stimmideal

 

Viele Menschen wünschen sich:

eine schönere Stimme.

Für berufliche Telefonate ist etwas anderes häufig relevanter:

eine gut verständliche Stimme.

Dazu gehören:

  • klare Artikulation
  • angemessenes Tempo
  • ausreichende Lautstärke
  • deutliche Satzenden

Gerade bei komplexen Informationen gilt:

Verständlichkeit ist Wirkung.

 

 

 

Sprechtempo: schnell ist nicht automatisch dynamisch

 

Unter Zeitdruck oder Anspannung sprechen viele Menschen:

schneller.

Dann steigen die Anforderungen an das Gegenüber.

Besonders bei:

  • Zahlen
  • Namen
  • Terminen
  • komplexen Zusammenhängen

ist ein etwas ruhigeres Tempo häufig hilfreicher.

Die Lösung lautet nicht:

künstlich langsam sprechen.

Sondern:

dem Inhalt genügend Zeit geben.

 

 

 

Pausen ersetzen am Telefon teilweise sichtbare Signale

 

Eine Pause kann anzeigen:

  • Ein Gedanke ist beendet.
  • Etwas ist besonders wichtig.
  • Jetzt ist Raum für eine Antwort.

Menschen vermeiden Pausen manchmal aus Sorge:

„Das wirkt unsicher.“

Oft ist das Gegenteil der Fall.

Eine kurze, bewusste Pause kann:

Orientierung schaffen.

 

 

 

Betonung macht Bedeutung hörbar

 

Der Satz:

„Wir brauchen die Unterlagen heute.“

kann unterschiedlich wirken.

Je nachdem, welches Wort betont wird.

Zum Beispiel:

„WIR brauchen die Unterlagen heute.“

Oder:

„Wir brauchen die Unterlagen HEUTE.“

Betonung hilft:

Bedeutung hörbar zu machen.

 

 

 

Monotonie entsteht selten nur durch die Stimme

 

Eine Stimme klingt häufig monoton, wenn:

  • jeder Satz ähnlich beginnt
  • das Tempo kaum variiert
  • Pausen fehlen
  • inhaltliche Schwerpunkte nicht hörbar werden

Lebendiges Sprechen bedeutet nicht:

ständig mehr Energie zu zeigen.

Es bedeutet:

Bedeutung hörbar zu machen.

→ Monotonie beim Sprechen vermeiden

 

 

 

Lautstärke: deutlich statt druckvoll

 

Am Telefon führt schlechte Technik manchmal dazu, dass Menschen:

lauter werden.

Das verbessert die Verbindung nicht.

Es kann eher:

angespannt oder druckvoll

wirken.

Prüfe besser:

  • Mikrofonposition
  • Verbindung
  • Umgebungsgeräusche

und sprich:

klar statt kraftvoll.

 

 

 

Eine tiefere Stimme ist nicht automatisch überzeugender

 

Immer wieder wird empfohlen:

„Sprich tiefer, dann wirkst du souveräner.“

Das ist zu einfach.

Eine künstlich abgesenkte Stimme kann:

  • angestrengt
  • unnatürlich
  • weniger flexibel

klingen.

Stärker ist:

in einer für dich tragfähigen Sprechstimmlage zu sprechen.

Präsenz entsteht nicht allein durch Tonhöhe.

 

 

 

Lächeln hört man – manchmal

 

Der Satz:

„Man hört ein Lächeln am Telefon.“

ist populär.

Dahinter steckt ein sinnvoller Gedanke:

Gesichtsausdruck und Körperspannung können:

die Stimme beeinflussen.

Ein erzwungenes Dauerlächeln ist trotzdem keine gute Technik.

Es kann bei ernsten Themen:

unpassend wirken.

Die bessere Frage lautet:

Passt mein stimmlicher Ausdruck zum Inhalt?

 

 

 

Haltung beeinflusst das Sprechen

 

Auch wenn dein Gegenüber dich nicht sieht, kann deine Körperhaltung:

dein Sprechen beeinflussen.

Wenn du stark zusammensinkst, verändert sich möglicherweise:

  • Atmung
  • Stimmgebung
  • Artikulation

Deshalb kann es hilfreich sein:

aufrecht und beweglich zu sitzen oder zu stehen.

Nicht für die Kamera.

Sondern:

für deine eigene Stimme.

 

 

 

Stehen oder sitzen?

 

Beides kann funktionieren.

Bei längeren oder wichtigen Telefonaten kann Stehen helfen:

  • beweglicher zu sprechen
  • mehr körperliche Präsenz zu erleben
  • aufrechter zu bleiben

Wenn du im Sitzen konzentrierter bist:

bleib sitzen.

Es gibt keine universelle Regel.

 

 

 

Atmung: nicht als Trick, sondern als Grundlage

 

Unter Anspannung verändert sich häufig die Atmung.

Dann entstehen:

  • kürzere Sätze
  • schnelleres Tempo
  • mehr Druck

Hilfreich kann sein:

vor dem Gespräch kurz anzukommen und nicht bereits außer Atem zu starten.

Während des Gesprächs:

lass Satzenden auch wirklich Satzenden sein.

Dann entsteht automatisch Raum zum Atmen.

 

 

 

Ein Telefonat braucht eine erkennbare Struktur

 

Am Telefon kann ein Gespräch schnell unübersichtlich werden.

Besonders wenn mehrere Punkte geklärt werden sollen.

Eine einfache Struktur:

1. Anlass

Warum rufst du an?

2. Ziel

Was soll nach dem Gespräch geklärt sein?

3. Kernpunkte

Welche zwei oder drei Themen gehören hinein?

4. Vereinbarung

Was geschieht als Nächstes?

So entsteht:

Orientierung.

 

 

 

Beginne nicht mit unnötiger Vorrede

 

Gerade bei beruflichen Gesprächen hilft ein klarer Einstieg.

Zum Beispiel:

„Ich rufe wegen des Termins am Donnerstag an. Ich möchte zwei Punkte mit Ihnen klären.“

Jetzt weiß das Gegenüber:

worum es geht.

Das spart Zeit und reduziert Missverständnisse.

 

 

 

Sprich in vollständigen Gedanken

 

Am Telefon können lange verschachtelte Sätze besonders schwer verständlich werden.

Hilfreicher sind:

  • kurze bis mittlere Sätze
  • ein Gedanke pro Satz
  • klare Übergänge

Besonders bei wichtigen Informationen gilt:

erst der Kern, dann die Erläuterung.

 

 

 

Zahlen und Namen brauchen zusätzliche Klarheit

 

Bei:

  • Telefonnummern
  • Terminen
  • Beträgen
  • Namen

solltest du:

bewusst langsamer werden.

Bei wichtigen Angaben:

wiederholen oder bestätigen lassen.

Zum Beispiel:

„Nur zur Sicherheit: Wir sprechen vom 18. November um 14 Uhr.“

 

 

 

Aktives Zuhören ist am Telefon besonders wichtig

 

Da sichtbare Rückmeldungen fehlen, kann dein Gegenüber nicht immer erkennen:

ob du noch aufmerksam bist.

Deshalb helfen gelegentliche kurze Rückmeldungen.

Zum Beispiel:

  • „Ja.“
  • „Verstanden.“
  • „Ich höre.“

Ohne ständig dazwischenzusprechen.

 

 

 

Fasse wichtige Punkte zusammen

 

Nach einem längeren Abschnitt kann eine kurze Zusammenfassung helfen.

Zum Beispiel:

„Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind für Sie zwei Punkte entscheidend …“

Das prüft:

ob beide Seiten noch über dasselbe sprechen.

 

 

 

Unterbrechen am Telefon ist besonders heikel

 

Wenn visuelle Hinweise fehlen, entstehen leichter:

gleichzeitige Redeanfänge.

Das ist normal.

Wenn es passiert:

kurz zurücknehmen.

Zum Beispiel:

„Bitte, machen Sie Ihren Gedanken zuerst zu Ende.“

Das ist oft souveräner als:

mit Lautstärke um das Rederecht zu kämpfen.

 

 

 

Wenn das Gespräch emotional wird

 

Eine gereizte Stimme erzeugt schnell:

eine gereizte Gegenreaktion.

Hilfreich kann sein:

  • Tempo reduzieren
  • Sätze verkürzen
  • den Sachpunkt benennen

Zum Beispiel:

„Ich höre, dass der Punkt für Sie sehr wichtig ist. Lassen Sie uns genau diesen Punkt klären.“

Das bedeutet nicht:

der anderen Person automatisch recht zu geben.

 

 

 

Schwierige Nachrichten am Telefon

 

Nicht jede Nachricht eignet sich:

für einen kurzen Telefonanruf.

Bei sensiblen Themen sollte überlegt werden:

  • Ist Telefon das passende Medium?
  • Braucht es Video oder persönliche Begegnung?
  • Braucht die andere Person Zeit für Rückfragen?

Medium und Botschaft sollten:

zusammenpassen.

 

 

 

Telefonieren ist nicht gleich Videokonferenz

 

Bei Video kommen wieder visuelle Signale hinzu.

Das verändert:

  • Blickverhalten
  • Gesprächsübergänge
  • Wirkung

Viele Grundprinzipien bleiben trotzdem gleich:

  • klar sprechen
  • gut strukturieren
  • aufmerksam zuhören
  • technische Qualität sichern

 

 

 

Technik beeinflusst Stimme stärker, als viele denken

 

Ein schlechtes Mikrofon kann eine gute Stimme:

schlecht klingen lassen.

Typische Probleme:

  • Hall
  • Störgeräusche
  • Clipping
  • zu großer Mikrofonabstand
  • instabile Verbindung

Deshalb gehört zu professioneller Telefonkommunikation auch:

brauchbare Technik.

 

 

 

Headset oder Telefon in der Hand?

 

Ein gutes Headset kann helfen:

  • konstanten Mikrofonabstand zu halten
  • die Hände frei zu haben
  • natürlicher zu gestikulieren

Entscheidend ist:

wie gut die Sprachqualität tatsächlich ist.

Nicht:

welches Gerät professioneller aussieht.

 

 

 

Stimme bei Akquise und Kundengesprächen

 

Gerade beim Erstkontakt entsteht häufig:

schnell ein Eindruck.

Dabei wirken zusammen:

  • Inhalt
  • Stimme
  • Gesprächsführung

Eine freundlich klingende Stimme kann helfen.

Sie ersetzt jedoch nicht:

einen relevanten Gesprächsanlass.

Wer ohne erkennbaren Nutzen anruft, wird nicht durch bessere Stimmlage plötzlich überzeugend.

 

 

 

Stimme bei Führungsgesprächen

 

Führungskräfte telefonieren häufig über:

  • Entscheidungen
  • Prioritäten
  • Konflikte
  • kritische Rückmeldungen

Dann ist besonders wichtig:

Klarheit ohne unnötigen Druck.

Eine ruhige Stimme kann helfen.

Entscheidend bleibt:

wie klar die Botschaft selbst ist.

 

 

 

Stimme in Verhandlungen

 

In einer Verhandlung lohnt sich:

nicht jede Pause sofort zu füllen.

Wenn du eine Frage gestellt hast:

warte auf die Antwort.

Menschen reden aus Nervosität häufig weiter und:

schwächen ihre eigene Position.

Eine Pause kann:

Teil souveräner Gesprächsführung sein.

 

 

 

Stimme im Bewerbungsgespräch am Telefon

 

Auch hier gilt:

Natürlichkeit vor Technik.

Hilfreich sind:

  • klare Antworten
  • ruhiges Tempo
  • gute Vorbereitung
  • passende Gesprächsumgebung

Du musst nicht versuchen:

besonders „kompetent“ zu klingen.

Kompetenz sollte vor allem:

im Inhalt sichtbar werden.

 

 

 

Aufzeichnung als Trainingswerkzeug

 

Viele Menschen erleben ihre eigene Stimme auf einer Aufnahme zunächst:

ungewohnt.

Das ist normal.

Eine Aufnahme kann trotzdem sehr hilfreich sein.

Achte beispielsweise auf:

  • Tempo
  • Verständlichkeit
  • Pausen
  • Betonung
  • Satzenden

Frag weniger:

„Gefällt mir meine Stimme?“

Und mehr:

„Unterstützt meine Stimme die Botschaft?“

 

 

 

Eine einfache Übung für die Stimme am Telefon

 

Nimm einen Satz wie:

„Ich möchte heute drei Punkte mit Ihnen besprechen.“

Sprich ihn:

  • einmal sehr schnell
  • einmal zu langsam
  • einmal monoton
  • einmal mit klarer Betonung

Dann hör dir die Unterschiede an.

Die Übung macht hörbar:

wie stark Rhythmus und Betonung die Wirkung verändern.

 

 

 

Eine zweite Übung: Kernbotschaft in 20 Sekunden

 

Vor einem wichtigen Telefonat:

Formuliere:

Was möchte ich in maximal 20 Sekunden erklären können?

Dann sprich es laut.

Wenn der Gedanke zu kompliziert klingt:

vereinfache die Struktur.

Nicht:

die Bedeutung.

 

 

 

Vorbereitung für wichtige Telefonate

 

Vor einem Gespräch mit hoher Bedeutung lohnt sich ein kurzer Check.

  1. Was ist mein Ziel?
  2. Was ist der wichtigste Punkt?
  3. Welche Frage erwarte ich?
  4. Welche Zahl oder Information muss exakt sein?
  5. Welche Vereinbarung soll am Ende stehen?

Dann entsteht aus einem Telefonat:

ein vorbereitetes Gespräch.

 

 

 

Wenn die Stimme dauerhaft belastet ist

 

Heiserkeit kann viele Ursachen haben.

Wenn die Stimme:

  • über längere Zeit heiser bleibt
  • häufig ausfällt
  • Schmerzen verursacht
  • deutlich eingeschränkt ist

sollte sie medizinisch beziehungsweise stimmfachlich abgeklärt werden.

Stimmtraining ersetzt:

keine medizinische Diagnostik.

 

 

 

Was Stimmcoaching leisten kann

 

Stimmcoaching kann helfen, wenn es beispielsweise um Folgendes geht:

  • Verständlichkeit
  • Sprechtempo
  • Betonung
  • Pausen
  • Präsenz
  • Gesprächsführung

Das Ziel ist nicht:

eine künstlich andere Stimme zu erzeugen.

Sondern:

deine vorhandene Stimme bewusster und situationsgerechter einzusetzen.

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Stimme, Telefonkommunikation oder wiederkehrende berufliche Gesprächssituationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkretes Gespräch hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Am Telefon wird Bedeutung hörbar

 

Wenn das Bild fehlt, bekommt die Stimme mehr Gewicht.

Das bedeutet nicht:

Du brauchst eine perfekte Stimme.

Wichtiger sind:

  • Verständlichkeit
  • angemessenes Tempo
  • klare Betonung
  • gute Pausen
  • eine erkennbare Gesprächsstruktur

Und vor allem:

Die Stimme sollte zur Botschaft passen.

Denn professionelle Wirkung entsteht nicht daraus, möglichst beeindruckend zu klingen.

Sie entsteht, wenn dein Gegenüber:

dich gut versteht, dir gut folgen kann und erlebt, dass Inhalt und Ausdruck zusammenpassen.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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  • worum es geht
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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

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P.S.​

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 30. Juni 2015
Überarbeitung: 1. Juli 2026

TV-Duell Merkel–Steinbrück 2013: Rhetorik, Körpersprache und Wirkung

TV-Duell Merkel–Steinbrück 2013: Rhetorik, Körpersprache und Wirkung

Bundestagswahlkampf 2013. Was gibt es Jahre später noch zu lernen?
TV- Duell Angela Merkel und Peer Steinbrück

TV-Duell Angela Merkel und Peer Steinbrück

 

Am Sonntagabend war es endlich so weit: Das erste und einzige Mal, dass Kanzlerin Angela Merkel und Rivale Peer Steinbrück in Deutschland vor der Wahl am 1. September 2013 von 20:30 Uhr bis 22:00 Uhr in einem TV-Duell aufeinander trafen.

Drei Wochen vor der Bundestagswahl forderte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in einer Fernsehdebatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heraus. Als Experte für Körpersprache analysierte ich das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück.

Auch bei diesem TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) wirken sich nicht nur die gesprochenen Worte aus. Ich war deshalb auch neugierig, wie sich die beiden Kontrahenten mit ihrer Körpersprache präsentierten. Mehrere Medien hatten mich auch diesmal um Analysen des Auftritts gebeten.

 

 

 

 

Das TV-Duell

 

Beide haben sich eher zurückhaltend gezeigt. Sowohl Merkel als auch Steinbrück sind nicht in der Lage gewesen, die Beziehung zum Zuschauer durch körpersprachliche Gesten zu fördern.

 

 

 

a.) Angela Merkel, wie wir sie kennen

 

In Bezug auf ihren Herausforderer hat sich Merkel etwas geschickter angestellt. Was sie sehr clever gemacht hat: sie hat sich eher vom Status, von der Ausstrahlung her souveräner gezeigt, als er. Sie wandte sich ihm zu, richtete ihre Körperhaltung in seine Richtung, hat ihn angeschaut, während er die ganze Zeit am Pult klebte, die ganze Zeit frontal dazu stehen blieb. Sie hatte die Alpha-Position.

 

 

Raab verärgerte Merkel

 

Ich habe sie lange nicht mehr so verärgert gesehen. Die Bundeskanzlerin war in der ersten halben Stunde des TV-Duells sichtlich genervt, von den Fragen des Co-Moderators Stefan Raab. Sie ist jemand, der nicht gewohnt ist, auf solche Fragen Antworten zu geben und sich vor allen Dingen nicht dazu zwingen zu lassen, etwas zu sagen, was sie nicht möchte. Ich habe sie lange nicht mehr so verärgert gesehen.

Angela Merkel machte, was sie immer tut. Sie erklärte und zitierte das Statistische Bundesamt. Mitgebracht hat sie dazu einige schöne Worthülsen.

 

 

 

b.) Peer Steinbrück: Sachlich, zu sachlich

 

Der Herausforderer Peer Steinbrück versuchte anzugreifen. Doch jeder Anlauf prallte an Merkel ab. Er ist einfach zu zaghaft, zu unverständlich bei seinen Attacken.

Steinbrück vermittelte durch seine Körpersprache den Eindruck, als wenn er nicht mehr sehr viel zu verlieren habe. Chance vertan: Als wirklicher Macher hat der SPD-Kanzlerkandidat sich nicht präsentiert. Er hat die Ausstrahlung eines Technokraten. Das ist keiner, der Menschen führen kann, motivieren kann, da ist kein Enthusiasmus. So wirkt jemand, der Dinge sachlich abarbeiten kann.

 

 

 

 

Fazit

 

Einen klaren Sieger des Duells ist nicht auszumachen. Null zu Null: Wirklich überzeugt haben beide Kandidaten nicht. In wenigen Tagen wird das Zusammentreffen ohne Auswirkungen sein.

Das war kein TV-Duell, sondern gepflegte Langeweile. Das Herunterbeten von Parteiprogrammen ersetzt keine Leidenschaft. Blass wirken beide, doch sie ist im Amt. Steinbrück hatte dem Kanzlerbonus nichts entgegenzusetzen.

 

 

 

 

Hätte, hätte, Deutschlandkette

 

Wenn es einen Sieger zu küren gilt, dann ist es die schwarz-gold-rote Halskette von Kanzlerin Angela Merkel.

Selbst einen Tag nach der Debatte war das Schmuckstück noch ein Topthema beim Kurznachrichtendienst Twitter. Während Angela Merkel und ihr Herausforderer Peer Steinbrück noch vor der Kamera standen, erhielt die Halskette der Kanzlerinnen mit #schlandkette einen eigenen Hashtag. Auch vielen anderen Medien war die Aufregung um die Kette Beachtung wert.

Merkel dürfte sich bei der Wahl dieses Accessoires etwas gedacht haben. Bei so einer Gelegenheit überlässt niemand unnötig etwas dem Zufall.

Was sich aus einem historischen TV-Duell über politische Rhetorik, Körpersprache und Medienwirkung lernen lässt

 

Hinweis: Dieser Beitrag bezieht sich auf das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück vor der Bundestagswahl 2013. Das Ereignis ist historisch. Die rhetorischen und kommunikativen Fragen dahinter sind weiterhin aktuell.

Ein TV-Duell ist eine besondere Form politischer Kommunikation.

Zwei Menschen stehen einander gegenüber.

Beide sind vorbereitet.

Beide kennen ihre Botschaften.

Beide wissen, dass nicht ausschließlich die gesprochenen Argumente bewertet werden.

Auch Stimme, Körpersprache, Reaktionsfähigkeit, Glaubwürdigkeit und Präsenz wirken mit.

Und im Hintergrund steht eine zusätzliche Herausforderung:

Die eigentliche Zielgruppe sitzt weniger ausschließlich im Studio.

Millionen Menschen sehen Ausschnitte.

Medien formulieren Schlagzeilen.

Einzelne Sätze werden am nächsten Tag wiederholt.

Bilder bleiben im Gedächtnis.

Deshalb eignet sich ein historisches TV-Duell hervorragend als Fallstudie für politische Rhetorik.

 

 

 

Ein TV-Duell ist mehr als eine Diskussion

 

In einem gewöhnlichen Gespräch kann es darum gehen, gemeinsam zu einer Lösung zu kommen.

Im TV-Duell gelten andere Bedingungen.

Die Beteiligten möchten:

eigene Positionen vermitteln,

Unterschiede sichtbar machen,

Glaubwürdigkeit stärken,

Angriffe beantworten,

eigene Themen setzen,

und gleichzeitig gegenüber einem großen Publikum überzeugend wirken.

Das macht die Situation kommunikativ anspruchsvoll.

Du sprichst gleichzeitig:

mit deinem Gegenüber,

mit den Moderierenden,

mit den Menschen im Studio

und mit einem unsichtbaren Millionenpublikum.

 

 

 

Wer ist eigentlich das Publikum?

 

Das ist eine der interessantesten Fragen bei politischen Fernsehduellen.

Ein Kandidat spricht vielleicht unmittelbar zu seinem Gegenüber.

Strategisch richtet sich die Botschaft jedoch an Menschen vor dem Bildschirm.

Darunter können sein:

bereits überzeugte Anhänger,

Unentschlossene,

kritische Wähler,

Menschen mit geringer politischer Bindung,

Medien,

Parteimitglieder

und Menschen, die später lediglich einen kurzen Ausschnitt sehen.

Das bedeutet:

Eine gute Antwort muss im Moment funktionieren und gleichzeitig außerhalb des Moments verständlich bleiben.

 

 

 

Kernbotschaften brauchen Klarheit

 

In einem TV-Duell steht wenig Zeit zur Verfügung.

Deshalb braucht politische Kommunikation Kernbotschaften.

Eine gute Antwort sollte möglichst erkennen lassen:

Was ist meine Position?

Warum vertrete ich sie?

Was bedeutet sie konkret?

Je länger der Weg bis zur eigentlichen Aussage dauert, desto größer das Risiko, dass sie beim Publikum weniger ankommt.

Gerade im Fernsehen gilt:

Klarheit ist ein Wettbewerbsvorteil.

 

 

 

Argumente und Wirkung

 

Ein starkes Argument braucht Substanz.

Doch die Wahrnehmung eines Arguments hängt zusätzlich davon ab, wie es vermittelt wird.

Spricht jemand:

  • ruhig?
  • angespannt?
  • aggressiv?
  • unsicher?
  • präzise?
  • ausweichend?

Eine sachlich gute Antwort kann Wirkung verlieren, wenn sie schwer verständlich oder wenig präsent vermittelt wird.

Umgekehrt kann ein rhetorisch starker Satz kurzfristig überzeugen, obwohl seine sachliche Grundlage dünn ist.

Deshalb lohnt sich beim Zuschauen die Trennung:

Was wird gesagt?

und

Wie wirkt es?

 

 

 

Körpersprache im politischen Duell

 

Politische TV-Auftritte werden häufig stark über Körpersprache kommentiert.

Dabei lohnt sich Vorsicht.

Eine einzelne Geste erlaubt selten eine zuverlässige psychologische Interpretation.

Interessanter ist das Gesamtbild.

Zum Beispiel:

Wie stabil wirkt der Stand?

Wie wird Blickkontakt genutzt?

Wie reagiert jemand bei Kritik?

Wie verändert sich die Körperspannung?

Wie selbstverständlich wird Raum eingenommen?

Wie passen Mimik, Stimme und Inhalt zusammen?

Körpersprache gewinnt Bedeutung im Kontext.

 

 

 

Blickkontakt

 

Im TV-Duell gibt es mehrere mögliche Blickrichtungen.

Zum Gegenüber.

Zu den Moderierenden.

Zur Kamera.

Vielleicht ins Studiopublikum.

Jede Richtung erzeugt eine andere Beziehung.

Wer ausschließlich zum politischen Gegner spricht, kann beim Publikum Distanz erzeugen.

Wer jede Antwort direkt in die Kamera richtet, kann wiederum künstlich wirken.

Die Herausforderung besteht darin, Gesprächssituation und mediale Ansprache miteinander zu verbinden.

 

 

 

Stimme

 

Die Stimme beeinflusst politische Wirkung erheblich.

Tempo.

Pausen.

Lautstärke.

Betonung.

Tonhöhe.

Rhythmus.

Unter Druck steigt das Tempo bei vielen Menschen.

Andere werden monotoner.

Manche antworten zunehmend hart.

Eine tragfähige Stimme unterstützt dagegen den Eindruck:

Diese Person bleibt auch unter Widerstand bei sich.

 

 

 

Ruhe kann Stärke vermitteln

 

TV-Duelle erzeugen Druck.

Eine Frage kommt.

Das Gegenüber greift an.

Die Moderation drängt auf eine kurze Antwort.

Dann entsteht leicht Hektik.

Gerade deshalb kann eine kurze Pause stark wirken.

Sie signalisiert:

Ich höre.

Ich denke.

Ich entscheide, was ich sage.

Schnelligkeit ist weniger automatisch Souveränität.

 

 

 

Angriffe beantworten

 

Politische Duelle leben von Konfrontation.

Die entscheidende Frage lautet:

Wie reagiert jemand auf einen Angriff?

Mögliche Strategien sind:

zurückweisen,

korrigieren,

nachfragen,

kontern,

die eigene Position erklären,

oder den Angriff bewusst weniger zum Zentrum machen.

Nicht jeder Angriff verdient dieselbe Aufmerksamkeit.

Manchmal ist die souveränste Antwort:

kurz klären und zur eigenen Botschaft zurückkehren.

 

 

 

Die Gefahr der Rechtfertigung

 

Ein Angriff kann den Gesprächsrahmen verändern.

Plötzlich spricht ein Kandidat mehrere Minuten über die Vorwürfe des Gegenübers.

Damit bestimmt die andere Seite das Thema.

Deshalb lohnt sich bei jeder Rechtfertigung die Frage:

Wie viel Antwort braucht dieser Angriff wirklich?

Danach zurück zur eigenen Linie.

 

 

 

Fragen statt Verteidigung

 

Eine gute Gegenfrage kann wirksamer sein als eine lange Verteidigung.

Zum Beispiel:

„Was wäre Ihre konkrete Alternative?“

„Wie soll das finanziert werden?“

„Welche Konsequenz hätte Ihr Vorschlag?“

Damit wird das Gegenüber gezwungen, die eigene Position genauer zu erklären.

Gute Fragen sind ein unterschätztes rhetorisches Instrument.

 

 

 

Fakten brauchen Bedeutung

 

Eine Zahl allein überzeugt selten.

Politische Kommunikation arbeitet deshalb idealerweise mit:

Fakt

und

Bedeutung.

Zum Beispiel:

Was bedeutet diese Zahl für:

Arbeitsplätze?

Steuern?

soziale Sicherheit?

Unternehmen?

Familien?

Zukunftsinvestitionen?

Menschen erinnern sich häufig stärker an die Bedeutung als an die exakte Zahl.

 

 

 

Vorsicht mit Zahlen

 

Gleichzeitig sollte ein politischer Auftritt Zahlen weniger als reine Autoritätsverstärker einsetzen.

Das Publikum braucht Kontext.

Im Vergleich womit?

Über welchen Zeitraum?

Welche Quelle?

Welche Unsicherheit?

Eine präzise Einordnung stärkt Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Persönliche Angriffe

 

Persönliche Angriffe können Aufmerksamkeit erzeugen.

Sie bergen gleichzeitig Risiken.

Sie können:

unsouverän wirken,

vom Sachthema ablenken,

Sympathie für die angegriffene Person erzeugen,

oder die gesamte Debatte unnötig verhärten.

Politische Härte braucht weniger persönliche Abwertung.

Die stärkere Kritik richtet sich auf Entscheidungen, Aussagen und Konsequenzen.

 

 

 

Humor

 

Humor kann in einem TV-Duell ausgesprochen wirksam sein.

Er kann:

Spannung lösen,

Selbstsicherheit zeigen,

einen Angriff entschärfen,

oder eine Botschaft erinnerbar machen.

Er funktioniert besonders gut, wenn er spontan und passend wirkt.

Zu stark vorbereitete Pointen können dagegen schnell künstlich erscheinen.

 

 

 

Schlagfertigkeit

 

Schlagfertigkeit wird häufig überschätzt.

Ein brillanter Konter kann im Fernsehen einen starken Moment erzeugen.

Trotzdem gewinnt weniger automatisch die Person mit den meisten Pointen.

Interessanter ist:

Kann jemand auch nach einem unerwarteten Angriff klar weiterdenken und die eigene Linie behalten?

Das ist für mich die wichtigere Form von Schlagfertigkeit.

 

 

 

Unterschiede sichtbar machen

 

Ein TV-Duell braucht Kontrast.

Wenn beide Kandidaten ähnlich sprechen, bleibt wenig Orientierung.

Deshalb versucht jede Seite deutlich zu machen:

Hier unterscheiden wir uns.

Bei:

  • Prioritäten.
  • Werten.
  • Maßnahmen.
  • Führungsstil.
  • Zukunftsvorstellungen.

Die Herausforderung lautet:

Unterschied deutlich machen, ohne die Gegenposition künstlich zu verzerren.

 

 

 

Strohmann-Argumente

 

Politische Debatten verführen dazu, die Position des Gegenübers möglichst schwach darzustellen.

Dann lässt sie sich leichter angreifen.

Das ist ein sogenannter Strohmann.

Für eine faire Debatte wäre die stärkere Form:

Die Gegenposition so wiedergeben, dass deren Vertreter sagen könnte:

„Ja, genau das meine ich.“

Dann argumentieren.

Das ist anspruchsvoller.

Und demokratisch wertvoller.

 

 

 

Moderation verändert das Spiel

 

Auch Moderatorinnen und Moderatoren prägen ein TV-Duell.

Durch:

Fragen.

Nachfragen.

Unterbrechungen.

Zeitvorgaben.

Themenwechsel.

und die Entscheidung, wann eine Antwort als ausreichend gilt.

Für die Beteiligten bedeutet das:

Sie müssen gleichzeitig auf Moderation und Gegenüber reagieren.

Und trotzdem ihre eigene Botschaft behalten.

 

 

 

Vorbereitung versus Spontaneität

 

Natürlich sind politische TV-Duelle intensiv vorbereitet.

Botschaften.

Zahlen.

Angriffe.

wahrscheinliche Fragen.

mögliche Gegenargumente.

Trotzdem braucht der Auftritt Spontaneität.

Denn ein echtes Duell entwickelt eine Dynamik.

Ein Kandidat sagt etwas Unerwartetes.

Eine Nachfrage verändert die Richtung.

Eine vorbereitete Antwort passt plötzlich weniger.

Gute Vorbereitung schafft weniger ein starres Skript. Sie schafft Beweglichkeit.

 

 

 

Was Zuschauer häufig wahrnehmen

 

Nach politischen Debatten fragen Medien gerne:

Wer hat gewonnen?

Das reduziert ein komplexes Ereignis auf einen Wettkampf.

Interessanter finde ich andere Fragen:

Wer hat seine Position verständlich gemacht?

Wer konnte mit Gegenwind umgehen?

Wer wirkte glaubwürdig?

Wer beantwortete Fragen?

Wer wich aus?

Welche Botschaft blieb hängen?

Welche Position wurde besser nachvollziehbar?

Diese Fragen liefern mehr als eine Siegerliste.

 

 

 

Fernsehen vergrößert kleine Signale

 

Im persönlichen Gespräch nehmen wir den ganzen Menschen wahr.

Im Fernsehen bestimmt der Bildausschnitt.

Eine kleine Mimik.

Ein Blick.

Eine kurze Reaktion.

Sie können plötzlich sehr sichtbar werden.

Deshalb verändert Kamera die Wirkung.

Wer vor der Kamera spricht, braucht weniger eine andere Persönlichkeit.

Er braucht Bewusstsein dafür, wie Medien Wahrnehmung verändern.

 

 

 

Nach dem Duell beginnt die zweite Debatte

 

Ein politischer TV-Auftritt endet weniger mit der Sendung.

Danach folgen:

Schlagzeilen.

Social Media.

Kommentare.

Umfragen.

Videoausschnitte.

Memes.

Analysen.

Ein einzelner Satz kann das gesamte Ereignis überlagern.

Deshalb gehört zur Vorbereitung auch:

Welche Aussagen sollen zitierfähig sein?

Und:

Welche Formulierung möchte ich morgen weniger aus dem Zusammenhang gerissen sehen?

 

 

 

Was wir aus historischen TV-Duellen lernen können

 

Das Duell Merkel–Steinbrück ist heute Geschichte.

Gerade deshalb eignet es sich als Fallstudie.

Mit zeitlichem Abstand können wir weniger fragen:

„Wer gewinnt die Wahl?“

Und stärker:

„Welche kommunikativen Mechanismen lassen sich erkennen?“

Das macht historische politische Auftritte weiterhin interessant.

 

 

 

Sieben Fragen für die Analyse eines TV-Duells

 

Wenn du ein politisches Duell ansiehst, achte auf:

1. Was sind die drei wichtigsten Kernbotschaften jeder Seite?

2. Welche Fragen werden tatsächlich beantwortet?

3. Welche Fragen werden umgangen?

4. Wie reagieren die Beteiligten unter Druck?

5. Wie passen Stimme, Körpersprache und Inhalt zusammen?

6. Wie fair werden Gegenpositionen dargestellt?

7. Welche Aussage bleibt nach dem Ende am stärksten im Gedächtnis?

Damit analysierst du deutlich mehr als Sympathie.

 

 

 

Politische Kommunikation ist Verantwortung

 

Eine politische Rede oder Debatte dient weniger ausschließlich dem persönlichen Erfolg.

Sie beeinflusst:

öffentliche Wahrnehmung.

Vertrauen.

Konflikte.

politische Entscheidungen.

und möglicherweise das Bild ganzer gesellschaftlicher Gruppen.

Deshalb gilt für politische Kommunikation ein hoher Anspruch.

Wirkung und Verantwortung gehören zusammen.

 

 

 

Unterstützung bei politischen und öffentlichen Auftritten

 

Wenn ein politischer oder öffentlicher Auftritt besondere Bedeutung hat, können wir ihn gezielt vorbereiten.

Zum Beispiel:

  • Rede.
  • Interview.
  • Podiumsdiskussion.
  • TV-Auftritt.
  • Pressegespräch.
  • kritische Fragerunde.
  • oder eine Präsentation vor einem politischen Gremium.

Wir arbeiten bei Bedarf an:

  • Kernbotschaft.
  • Argumentation.
  • Sprache.
  • Fragen und Einwänden.
  • Stimme.
  • Körpersprache.
  • Kamerawirkung.
  • und realitätsnahen Probeläufen.

Die politische Position bleibt deine.

Meine Aufgabe liegt bei Kommunikation, Wirkung und Vorbereitung.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

→ Medienauftritte vorbereiten

 

 

Noch ein Gedanke

 

Politische TV-Duelle werden gerne wie Boxkämpfe betrachtet.

Wer hat getroffen?

Wer musste einstecken?

Wer hat gewonnen?

Für demokratische Kommunikation finde ich eine andere Perspektive interessanter:

Haben wir nach dem Duell besser verstanden, wofür die Beteiligten stehen, welche Entscheidungen sie treffen möchten und weshalb?

Wenn ja, hat politische Rhetorik einen wichtigen Zweck erfüllt.

Wenn weniger, bleibt vielleicht vor allem die Inszenierung.

Und genau deshalb lohnt es sich, historische politische Auftritte auch Jahre später noch einmal anzusehen:

Nicht um die Wahl erneut auszutragen.

Sondern um zu verstehen, wie politische Kommunikation funktioniert.

Antworten auf häufige Fragen

Warum sind historische TV-Duelle heute noch interessant?

Sie bieten konkrete Fallbeispiele für politische Rhetorik, Argumentation, Körpersprache, Kamerawirkung und den Umgang mit Druck.

Was ist bei einem TV-Duell wichtiger: Inhalt oder Wirkung?

Beides beeinflusst sich gegenseitig. Gute Inhalte brauchen verständliche Vermittlung. Starke Wirkung ersetzt weniger belastbare Argumente.

Kann Körpersprache zeigen, ob jemand die Wahrheit sagt?

Aus einzelnen Gesten lässt sich Wahrheit oder Lüge weniger zuverlässig ablesen. Aussagekräftiger sind Kontext und das Zusammenspiel verschiedener Signale.

Werden TV-Duelle vollständig vorbereitet?

Sie werden intensiv vorbereitet. Gleichzeitig bleibt spontane Reaktionsfähigkeit wichtig, weil Fragen und Aussagen des Gegenübers weniger vollständig planbar sind.

Was macht einen politischen Auftritt souverän?

Unter anderem klare Botschaften, nachvollziehbare Argumentation, Präsenz, angemessene Reaktion auf Kritik und die Fähigkeit, auch unter Druck beim Thema zu bleiben.

Unterstützung für deinen Medienauftritt

 

Ein Interview, ein Statement oder ein anderer Medienauftritt kann weitreichende Wirkung haben. Eine gute Vorbereitung hilft dir, deine Botschaften zu schärfen, auch auf kritische Fragen klar zu antworten und vor Kamera oder Mikrofon präsent zu bleiben.

Ich unterstütze dich individuell bei der Vorbereitung deines konkreten Medienauftritts. Wir können mögliche Fragen und kritische Situationen durchspielen, Antworten präzisieren und den Auftritt realitätsnah simulieren.

Besonders wertvoll ist ein Probelauf mit professionellem Feedback. So erfährst du vor dem tatsächlichen Auftritt, wie deine Botschaften wirken, wo Missverständnisse entstehen können und welche Veränderungen deine Wirkung stärken.

Je nach Anlass können wir beispielsweise arbeiten an:

  • Kernbotschaften und Formulierungen
  • Interviews und kritischen Fragen
  • schwierigen oder überraschenden Nachfragen
  • kurzen Statements und O-Tönen
  • Stimme, Körpersprache und Kamerapräsenz
  • Umgang mit Anspannung und Auftrittsdruck
  • realitätsnahen Interviewsimulationen

Die Vorbereitung erfolgt individuell 1:1 in Berlin oder online. Umfang und Intensität richten sich nach Bedeutung, Ausgangssituation und Anforderungen des Medienauftritts.

→ Medienauftritt individuell vorbereiten

→ Honorare und Konditionen

 

Bei Lampenfieber

Starke Anspannung kann den Zugang zu Fähigkeiten erschweren, die dir sonst selbstverständlich zur Verfügung stehen. Wenn Lampenfieber bei deinem Medienauftritt eine größere Rolle spielt, können wir diesen Aspekt gezielt in die Vorbereitung einbeziehen.

→ Unterstützung bei Lampenfieber

Christian Wulff im TV-Interview: Körpersprache und Wirkung

Körpersprache von Christian Wulff im TV-Interview: eine historische Analyse

Christian Wulff im TV-Interview: Körpersprache und Wirkung
Überdurchschnittliche Reden halten

Körpersprache von Christian Wulff im TV-Interview: eine historische Analyse

 

Wie wirkte Bundespräsident Christian Wulff in seinem viel beachteten Fernsehinterview vom 4. Januar 2012?

Damals wurde ich von Spiegel Online gebeten, den Auftritt aus der Perspektive von Körpersprache und persönlicher Wirkung zu analysieren.

Das Gespräch fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem Christian Wulff öffentlich erheblich unter Druck stand. In dem Interview von ARD und ZDF stellte er sich den Fragen von Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten und nahm zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung.

Dieser Beitrag dokumentiert meine damalige Analyse und ordnet sie zugleich aus heutiger Sicht neu ein.

Wichtig: Körpersprache erlaubt keine zuverlässigen Rückschlüsse auf Gedanken, Motive, Ehrlichkeit oder innere Zustände. Einzelne Gesten besitzen keine feste universelle Bedeutung. Seriöser ist die Frage: Welche Wirkung kann das Zusammenspiel von Haltung, Blick, Stimme und Verhalten in einem bestimmten Kontext erzeugen?

 

 

 

Historischer Kontext

 

Am 4. Januar 2012 gaben ARD und ZDF Bundespräsident Christian Wulff Gelegenheit, sich in einem ausführlichen Fernsehinterview zu den damaligen Vorwürfen zu äußern.

Das Gespräch fand im ARD-Hauptstadtstudio statt und wurde am selben Abend ausgestrahlt.

Wulff erklärte unter anderem, dass er keinen Rücktritt plane und weiterhin davon überzeugt sei, nichts Unrechtes getan zu haben, zugleich jedoch nicht alles richtig gemacht zu haben.

Der öffentliche Druck war zu diesem Zeitpunkt erheblich.

Für die Betrachtung seines Auftritts ist dieser Kontext wichtig.

Denn Körpersprache entsteht nicht im luftleeren Raum.

Ein Mensch, der in einer hochkritischen Situation öffentlich befragt wird, befindet sich in einer vollkommen anderen Lage als bei einer vorbereiteten Rede oder einem Routineinterview.

 

 

 

Die Fragen meiner damaligen Analyse

 

Im Mittelpunkt standen drei Fragen:

  • Wie wirkt Christian Wulff in diesem Interview?
  • Wie passen verbale Botschaft und nonverbale Wirkung zusammen?
  • Welche Wirkung können Haltung, Blick und Verhalten beim Publikum erzeugen?

Genau diese dritte Frage halte ich auch heute für die interessanteste.

Weniger:

„Was verrät diese Geste über den Menschen?“

Mehr:

„Welche Wirkung entsteht beim Betrachter?“

 

 

 

Körpersprache lesen: Wirkung statt Gedankenlesen

 

Frühere Körperspracheanalysen wurden häufig sehr direkt formuliert.

Eine verschränkte Haltung galt als Abwehr.

Wenig Blickkontakt als Unsicherheit.

bestimmte Augenbewegungen als Hinweis auf innere Vorgänge.

Solche eindeutigen Zuschreibungen halte ich heute für zu weitgehend.

Menschen bewegen sich aus vielen Gründen.

Eine Person kann die Arme verschränken, weil ihr kalt ist.

Sie kann nach unten schauen, weil sie nachdenkt.

Sie kann unruhig wirken, weil eine Situation ungewöhnlich belastend ist.

Ohne zusätzlichen Kontext kennen wir die Ursache nicht.

Was wir jedoch beschreiben können, ist die wahrnehmbare Wirkung.

 

 

 

Ein Auftritt unter außergewöhnlichem Druck

 

Christian Wulff saß im Interview mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper am Tisch.

Seine Haltung wirkte über längere Strecken kompakt und zurückgenommen.

Die Hände lagen häufig eng zusammen.

Auch die Beine und Füße wirkten in Teilen des Gesprächs eher zurückgezogen.

In der Gesamtwirkung entstand dadurch weniger das Bild eines offensiven, raumgreifenden Auftritts.

Der Auftritt wirkte über weite Strecken kontrolliert, ernst und angespannt.

Das ist zunächst eine Beschreibung der Wirkung.

Warum genau diese Haltung entstand, lässt sich daraus allein nicht sicher ableiten.

 

 

 

Amt und Person

 

Besonders interessant war damals der Kontrast zwischen zwei Rollen.

Christian Wulff trat einerseits als Privatperson auf, die sich zu persönlichen Vorwürfen äußern musste.

Gleichzeitig war er Bundespräsident.

Dieses Amt besitzt eine stark repräsentative Funktion.

Das Publikum betrachtet deshalb nicht nur:

Was sagt Christian Wulff?

Sondern auch:

Wie wirkt ein Bundespräsident in einer solchen Situation?

Damit steigen die Erwartungen an Ruhe, Klarheit, Würde und persönliche Präsenz.

 

 

 

Die Wirkung der Körperhaltung

 

Eine aufrechte, entspannte Haltung wird häufig mit Präsenz und Sicherheit verbunden.

Im Interview wirkte Wulffs Haltung dagegen phasenweise stärker nach innen orientiert.

Er richtete sich zwischendurch auf und veränderte seine Position.

In der Gesamtwirkung entstand dadurch ein Wechsel zwischen Aufrichtung und Rückzug.

Aus heutiger Sicht würde ich daraus keine Aussage über einen inneren Zustand ableiten.

Interessant ist die Wirkung:

Der Auftritt vermittelte weniger körperliche Weite und Selbstverständlichkeit, als viele Menschen möglicherweise mit einem repräsentativen Staatsamt verbinden.

 

 

 

Raum einnehmen

 

Menschen unterscheiden sich darin, wie viel Raum sie körperlich beanspruchen.

Auch Situation, Möbel, Kleidung und Gesprächsformat spielen eine Rolle.

Wulff wirkte in Teilen des Interviews eher kompakt.

Diese kompakte Haltung kann beim Betrachter einen zurückgenommenen Eindruck erzeugen.

Das ist etwas anderes als die Behauptung:

„Er wollte möglichst wenig Raum beanspruchen.“

Seine Absicht kennen wir nicht.

Wir können lediglich die sichtbare Wirkung beschreiben.

 

 

 

Blickkontakt

 

Auch beim Blickkontakt ist Vorsicht mit eindeutigen Interpretationen sinnvoll.

Menschen unterbrechen Blickkontakt beispielsweise beim Nachdenken, beim Erinnern oder beim Formulieren komplexer Antworten.

Im Interview wandert Wulffs Blick wiederholt.

Teilweise hält er den Kontakt zu den Journalisten, teilweise löst er ihn.

In einer ohnehin angespannten Situation kann dieser Wechsel beim Publikum Nervosität oder innere Belastung vermitteln.

Er beweist jedoch weder Unsicherheit noch Unehrlichkeit.

 

 

 

Unruhige Augen sind kein Lügendetektor

 

Diesen Punkt würde ich heute besonders deutlich formulieren.

Aus Augenbewegungen lässt sich kaum zuverlässig erkennen, ob ein Mensch die Wahrheit sagt.

Auch vermeintliches „Augenflackern“ erlaubt keine seriöse Aussage darüber, ob Worte und Gefühle übereinstimmen.

Was wir beschreiben können:

Unruhige Blickbewegungen können beim Publikum den Eindruck von Nervosität, hoher Konzentration oder Belastung verstärken.

Mehr sollten wir daraus ohne weitere Informationen nicht ableiten.

 

 

 

Worte und Wirkung

 

Spannend ist bei öffentlichen Auftritten häufig weniger eine einzelne Geste als das Zusammenspiel verschiedener Ebenen.

Zum Beispiel:

  • Wortwahl
  • Stimme
  • Sprechtempo
  • Pausen
  • Blick
  • Haltung
  • Mimik

Wenn diese Ebenen ähnlich wirken, entsteht beim Publikum häufig ein stimmiger Gesamteindruck.

Wenn sie sehr unterschiedlich wirken, kann Irritation entstehen.

 

 

 

Was bedeutet Kongruenz?

 

In der Kommunikationsarbeit wird häufig von Kongruenz gesprochen.

Gemeint ist:

Wirken Worte, Stimme und Körpersprache stimmig miteinander?

Auch hier sollte eine wichtige Grenze beachtet werden.

Fehlende Kongruenz beweist keine Täuschung.

Ein Mensch kann überzeugt von seiner Aussage sein und gleichzeitig:

nervös sein.

erschöpft sein.

unter enormem Druck stehen.

oder sich in einer ungewohnten Situation befinden.

Die Wirkung beim Publikum kann trotzdem widersprüchlich sein.

 

 

 

Die Stimme

 

Neben Körpersprache spielt Stimme eine erhebliche Rolle.

Eine Stimme vermittelt unter anderem:

  • Tempo
  • Spannung
  • Energie
  • Ruhe
  • Entschlossenheit

Gerade in Kriseninterviews entsteht Wirkung deshalb kaum ausschließlich durch das, was gesagt wird.

Wie etwas ausgesprochen wird, prägt die Wahrnehmung mit.

 

 

 

Warum solche Interviews so anspruchsvoll sind

 

Ein vorbereitetes Statement lässt sich proben.

Ein kritisches Interview ist dialogisch.

Fragen kommen.

Nachfragen folgen.

Antworten werden unterbrochen.

Ein Journalist greift einen Widerspruch auf.

Die nächste Frage entsteht aus der vorherigen Antwort.

Damit steigt die Belastung.

Und gleichzeitig wird spontane Selbstregulation wichtiger.

 

 

 

Executive Presence unter Druck

 

Heute würde ich den Auftritt deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Executive Presence betrachten.

Executive Presence zeigt sich besonders dann, wenn eine Situation schwierig wird.

Zum Beispiel:

  • bei kritischen Fragen
  • bei öffentlichem Widerspruch
  • unter Zeitdruck
  • bei persönlicher Betroffenheit
  • bei unvollständiger Kontrolle über das Gespräch

Dann wird sichtbar:

Wie stabil bleibt die Person?

Wie klar formuliert sie?

Wie geht sie mit Unsicherheit um?

Wie reagiert sie auf Druck?

 

 

 

Ruhe bedeutet nicht Emotionslosigkeit

 

Eine Person muss in einer solchen Situation kaum völlig entspannt wirken.

Das wäre möglicherweise sogar unglaubwürdig.

Ein ernstes Thema darf sich in Mimik und Stimme spiegeln.

Entscheidend ist eher:

Bleibt trotz Belastung ausreichend Klarheit und Handlungsfähigkeit erhalten?

 

 

 

Der Rahmen beeinflusst die Wahrnehmung

 

Auch das Interviewformat selbst spielt eine Rolle.

Ein Tisch.

zwei Journalisten.

ein Staatsoberhaupt.

kritische Fragen.

Großaufnahmen.

wenig Ablenkung.

Jede kleine Bewegung wird sichtbarer.

Eine Haltung, die in einem normalen Gespräch kaum auffallen würde, kann im Fernsehen erheblich stärker wirken.

 

 

 

Die Kamera vergrößert Signale

 

Vor der Kamera gilt:

Kleine Veränderungen werden groß.

Ein kurzer Blick nach unten.

ein tiefes Ausatmen.

eine Bewegung der Hände.

eine Pause.

All das bekommt durch Nahaufnahmen zusätzliche Bedeutung.

Das bedeutet allerdings erneut:

Sichtbarkeit ist nicht gleich Bedeutung.

Nur weil eine Bewegung deutlich zu sehen ist, kennen wir ihre Ursache noch nicht.

 

 

 

Welche Rolle spielen Erwartungen?

 

Menschen betrachten öffentliche Personen nicht neutral.

Sie bringen Erwartungen mit.

An einen Bundespräsidenten bestehen andere Erwartungen als an:

einen Unternehmer.

einen Wissenschaftler.

einen Schauspieler.

oder einen privaten Gesprächspartner.

Diese Erwartungen prägen die Wirkung.

Dasselbe Verhalten kann deshalb je nach Rolle vollkommen unterschiedlich bewertet werden.

 

 

 

Die Würde des Amtes als Erwartung

 

Beim Bundespräsidenten spielen symbolische Erwartungen eine besondere Rolle.

Das Amt soll repräsentieren.

integrieren.

Orientierung bieten.

Dadurch steigt auch die Erwartung an öffentliche Auftritte.

In einem Kriseninterview entsteht deshalb eine doppelte Aufgabe:

persönliche Fragen beantworten.

und gleichzeitig die Rolle des Amtes sichtbar tragen.

 

 

 

Warum Körperspracheanalysen schnell zu weit gehen

 

Öffentliche Auftritte laden zu schnellen Deutungen ein.

„Er schaut weg – also lügt er.“

„Sie verschränkt die Arme – also lehnt sie etwas ab.“

„Er berührt sein Gesicht – also ist er unsicher.“

Solche Aussagen klingen eindeutig.

Sie sind fachlich häufig kaum haltbar.

Eine einzelne Geste besitzt selten eine einzige eindeutige Bedeutung.

 

 

 

Was lässt sich sinnvoll analysieren?

 

Hilfreicher sind Fragen wie:

  • Welche Gesamtwirkung entsteht?
  • Welche Signale treten wiederholt auf?
  • Wann verändert sich das Verhalten?
  • Wie passt es zum Gesprächskontext?
  • Wie wirken Stimme, Sprache und Körper zusammen?
  • Welche Alternativerklärungen gibt es?

Damit wird aus Körpersprachebeobachtung weniger Gedankenlesen und stärker Wirkungsanalyse.

 

 

 

Was können Führungskräfte daraus lernen?

 

Auch wenn dieser Fall aus der Politik stammt, lassen sich einige kommunikative Prinzipien auf andere High-Stakes-Situationen übertragen.

Zum Beispiel:

  • Vorstandspräsentationen
  • Medieninterviews
  • Krisengespräche
  • Townhalls
  • kritische Mitarbeiterveranstaltungen
  • Verhandlungen

Je höher der Druck, desto wichtiger wird die Vorbereitung auf die Situation selbst.

 

 

1. Inhalt allein reicht nicht

 

Du kannst sachlich gute Antworten geben und trotzdem eine widersprüchliche Wirkung erzeugen.

Deshalb sollte Vorbereitung auch berücksichtigen:

  • Stimme
  • Tempo
  • Blick
  • Haltung
  • Pausen

 

2. Unter Druck wird Selbstregulation sichtbar

 

Stress verändert:

Atmung.

Stimme.

Sprechtempo.

Körperhaltung.

Aufmerksamkeit.

Wer solche Situationen vorbereitet, sollte deshalb kaum nur Antworten formulieren.

Auch der Umgang mit eigener Anspannung gehört dazu.

 

 

3. Schwierige Fragen sollten tatsächlich geprobt werden

 

Eine Liste möglicher Fragen zu lesen reicht wenig.

Hilfreicher ist eine realistische Simulation.

Jemand fragt kritisch.

hakt nach.

unterbricht.

stellt eine unangenehme Nachfrage.

Dann zeigt sich, ob die Vorbereitung trägt.

 

 

4. Weniger Rechtfertigung, mehr Klarheit

 

Unter Druck entsteht leicht der Wunsch, immer ausführlicher zu erklären.

Das kann die Wirkung schwächen.

Oft ist hilfreicher:

Frage verstehen.

direkt antworten.

kurz begründen.

Pause.

 

 

5. Körpersprache lässt sich weniger kontrollieren als Haltung

 

Wer während eines kritischen Interviews ständig denkt:

„Was mache ich mit meinen Händen?“

verliert Aufmerksamkeit.

Die bessere Vorbereitung beginnt tiefer.

Was ist meine Position?

Was weiß ich?

Was kann ich nicht beantworten?

Welche Verantwortung übernehme ich?

Welche Grenze setze ich?

Innere Klarheit unterstützt häufig auch eine ruhigere äußere Wirkung.

 

 

 

Rückblick auf Christian Wulffs Auftritt

 

Aus heutiger Sicht würde ich den damaligen Auftritt vorsichtiger interpretieren, als ich es in meiner ursprünglichen Analyse getan habe.

Ich würde kaum behaupten, einzelne Bewegungen würden eine bestimmte innere Haltung beweisen.

Was ich weiterhin interessant finde, ist die Gesamtwirkung.

Der Auftritt vermittelt über weite Strecken hohe Belastung und eine eher kompakte, kontrollierte körperliche Präsenz.

Das stand im Spannungsfeld mit den hohen Erwartungen an die repräsentative Rolle des Bundespräsidenten.

Ob und was Christian Wulff innerlich empfand, lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten.

 

 

 

Was danach geschah

 

Christian Wulff blieb nach dem Interview zunächst im Amt.

Am 17. Februar 2012 erklärte er seinen Rücktritt als Bundespräsident.

Der Rücktritt erfolgte nach weiteren Entwicklungen und wachsendem politischen und öffentlichen Druck.

Aus der späteren Entwicklung lässt sich jedoch rückwirkend kaum ableiten, dass bestimmte Gesten im Interview bereits etwas „verraten“ hätten.

Das wäre genau jene Überinterpretation, vor der eine seriöse Körperspracheanalyse schützen sollte.

 

 

 

Körpersprache ist kein Lügendetektor

 

Vielleicht ist das die wichtigste Ergänzung zu meiner damaligen Analyse.

Wer Körpersprache beobachtet, sollte bescheiden bleiben.

Wir sehen Verhalten.

Wir erleben Wirkung.

Wir kennen den Kontext teilweise.

Was wir nicht unmittelbar sehen:

Gedanken.

Motive.

Wahrheit.

innere Gewissheit.

Körpersprache kann Wirkung sichtbar machen. Sie erlaubt uns kaum, zuverlässig in einen Menschen hineinzuschauen.

 

 

 

Was gute Körperspracheanalyse leisten kann

 

Sie kann helfen zu verstehen:

  • wie ein Auftritt wirkt
  • wo verbale und nonverbale Signale unterschiedlich wahrgenommen werden
  • wie Stress die Wirkung verändert
  • welche Rolle Kontext spielt
  • wie Menschen ihre eigene Präsenz verbessern können

Das ist bereits sehr viel.

Dafür brauchen wir keine vermeintlichen Geheimcodes.

 

 

 

Was Führungskräfte für eigene Auftritte mitnehmen können

 

Vor einem kritischen Gespräch oder öffentlichen Auftritt lohnt sich deshalb weniger die Frage:

„Welche Körpersprache muss ich zeigen?“

Hilfreicher sind:

Was ist meine zentrale Botschaft?

Welche Verantwortung übernehme ich?

Welche Fragen werden schwierig?

Wie bleibe ich unter Druck klar?

Wie möchte ich wirken?

Passt mein Verhalten zu meiner Botschaft?

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Körpersprache beeinflusst die Wirkung eines Auftritts.

Gerade unter hohem Druck.

Doch sie ist keine geheime Sprache mit einem eindeutigen Wörterbuch.

Ein gesenkter Blick besitzt nicht automatisch eine bestimmte Bedeutung.

Verschränkte Arme beweisen keine Abwehr.

Unruhige Augen beweisen keine Unehrlichkeit.

Interessant ist das Gesamtbild.

Der Kontext.

Die Veränderung.

Und vor allem:

die Wirkung.

Beobachte Körpersprache aufmerksam. Interpretiere sie vorsichtig. Und unterscheide konsequent zwischen dem, was du siehst, und dem, was du nur vermutest.

 

 

 

Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags

 

Die ursprüngliche Fassung dieses Artikels entstand 2012 im Zusammenhang mit einer Anfrage von Spiegel Online zur Körpersprache Christian Wulffs in seinem Fernsehinterview.

Ich habe den Beitrag später überarbeitet und aus heutiger Sicht fachlich neu eingeordnet.

Der politische Inhalt steht dabei nicht im Mittelpunkt.

Mich interessiert an diesem Beispiel die kommunikative Wirkung eines Menschen in einer außergewöhnlich anspruchsvollen öffentlichen Situation.

Solche Auftritte zeigen besonders deutlich, wie eng Sprache, Stimme, Körpersprache, Rolle, Erwartungen und Verhalten unter Druck miteinander verbunden sind.

 

 

 

Körpersprache und Executive Presence in wichtigen Situationen

 

Wenn du selbst vor einem wichtigen Auftritt, einem kritischen Gespräch oder einer Präsentation mit hoher Tragweite stehst, können wir unmittelbar an deiner tatsächlichen Situation arbeiten.

Zum Beispiel bei:

  • Vorstands- und Geschäftsführungsmeetings
  • kritischen Präsentationen
  • Medienauftritten
  • schwierigen Gesprächen
  • öffentlichen Auftritten
  • Kommunikation unter Druck

Im persönlichen 1:1 betrachten wir je nach Situation:

  • Kernbotschaft
  • Argumentation
  • Stimme
  • Körpersprache
  • persönliche Präsenz
  • kritische Fragen
  • Umgang mit Druck
  • Gesamtwirkung

Dabei geht es weniger darum, Gesten einzustudieren.

Das Ziel ist eine stimmige, glaubwürdige und tragfähige Präsenz.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Fragen, Sichtweise, …? ?

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