Amygdala und Ängste

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Die grauen Zellen

Amygdala und Ängste

Amygdala und Ängste

 

Welche Rolle spielt der Gehirnbereich der Amygdala bei Ängsten und somit bei Wahrnehmung, Denken und Handeln?

Amygdala und Ängste

 

Angst spielt an vielen Stellen eine Rolle; bei Entscheidungen, Lampenfieber oder sogar Redeangst.

Als Coach helfe ich Menschen mit Lampenfieber und bei Entscheidungen, als Therapeut helfe ich Menschen mit Ängsten und Angststörungen. Es lohnt sich, die Zusammenhänge zu verstehen. Die Hardware, das Gehirn, hat Eigenarten, die Konsequenzen haben. Darum geht es in diesem Beitrag.

Video

https://youtu.be/AmoJUpJGqHs

P.S.

 

Wie gehen Sie mit alltäglichen und speziellen Ängsten um?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Rhetorik, Reden und Präsentationen

Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

Authentisch präsentieren statt perfekt wirken: Erfahre, wie Kompetenz, Persönlichkeit, Nahbarkeit und gute Vorbereitung gemeinsam überzeugen.

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Thalamus: Was Redner über die grauen Zellen wissen sollten!

Thalamus: Was Redner über die grauen Zellen wissen sollten!

Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken. Ambrose Bierce
Thalamus

Thalamus?

 

Wir werden den ganzen Tag lang mit Informationsangeboten bombardiert, die Reize können schon mal zu Überflutung führen. Der Thalamus will helfen.

Video

https://youtu.be/E0sEi3McAdM

Das Publikum bei Reden und Präsentationen erreichen

 

Es ist mitunter so wie bei einem Türsteher vor einem elitären Club; manche Besuchswilige müssen in der Schlange anstehen, manche dürfen direkt eintreten und andere werden abgewiesen. So ist das auch mit Botschaften in Reden und Präsentationen.

 

 

 

Der Thalamus als Türsteher

 

In unseren Kopf wollen mehr Informationen als wir benötigen und beherbergen können. Wir werden den ganzen Tag lang mit Informationsangeboten bombardiert. Die Reize können schon mal zu Überflutung führen. Um dieser ständigen Reizüberflutung zu entgehen, besitzt das menschliche Gehirn ausgefeilte Filtersysteme. Diese Filter ermöglichen es, Reize zu filtern, noch bevor wir diese überhaupt bewusst wahrgenommen haben. Im Thalamus wird entschieden, welche Informationen für uns Bedeutung haben und welche nicht. Er entscheidet, welche Reize uns bewusst werden und welche wir verdrängen.

 

 

 

Thalawas? Thalamus!

 

Der Thalamus ist ein einflussreicher Bereich, der einen großen Teil des Zwischenhirns ausmacht. Als Vermittlungsstelle motorischer Signale besitzt er umfangreiche Verbindungen zum Großhirnkortex. Fast alle sensibel-sensorischen Informationen werden im Thalamus verarbeitet und verteilt. Eine Ausnahme macht der Geruchssinn. Die Verbindung des Geruchssinns von der Nasenschleimhaut zum Geruchszentrum des Gehirns erfolgt direkt.

 

 

 

Thalamus und Präsentationen

 

Wer als Redner trotz dieses Filtersystems wahrgenommen werden will, benötigt dazu entsprechende Kommunikationskompetenz. Ansonsten geht das beste Angebot im Grundrauschen unter. So gilt es die Filter zu berücksichtigen und individuelle Aspekte zu nutzen, um den Türsteher davon zu überzeugen, dass Ihre Botschaft der ideale Besucher ist. Bei der Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen gehört das dazu.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

P.S.

 

Welche Eigenarten des menschlichen Gehirns berücksichtigen Sie, wenn Sie eine Rede oder Präsentation halten?

Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken. Ambrose Bierce

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Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 7. Januar 2017
Überarbeitung: 14. Januar 2019
AN: #371

Wir benutzen nur 10 % unseres Gehirns?

Wir benutzen nur 10 % unseres Gehirns?

Ein Blick auf Mythen, die sich zu unrecht halten
Wir benutzen nur 10 % unseres Gehirns?

Mythen über das Gehirn

 

Ein Mythos behauptet, normal sterbliche Menschen nutzen nur 10 % ihres Gehirns. Stimmt das? Was geht wirklich?

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/_WBDwkHj9Tk

Wir benutzen nur 10 % unseres Gehirns?

 

Es gibt eine Menge Unfug, der nicht nur dank Internet kursiert und dann mit der Anzahl der Wiederholungen irgendwann geglaubt wird.

Ein Mythos behauptet, normal sterbliche Menschen nutzen nur 10 % ihres Gehirns. Wem es gelingt, weitere Prozentpunkte freizusetzen, der sei zu wahrlich Großem imstande. Hört, hört! Die restlichen 90 % werden von den meisten Menschen nur so herumgetragen. Vorwiegend wird dann als nächstes Nobelpreisträger Albert Einstein oder ein anderer revolutionärer Denker bemüht und dessen Geheimnis in Aussicht gestellt. Auf so einen Wettbewerbsvorteil haben viele gewartet. Mit solchen Sehnsüchten wird deswegen schon mal versucht, Kasse zu machen. Viele Versprechungen, wenig Lieferung!

 

 

 

Gedanken zum Mythos

 

Im menschlichen Gehirn vermuten manche ein vor sich hin schlummerndes Potenzial, das darauf wartet, ausgeschöpft zu werden. Es scheint so zu sein, wie in manchem Büroklischee; wenige machen die Arbeit, der Rest des Teams faulenzt vor sich hin. Bei bildgebenden Verfahren wie MRT und PET flackern jeweils nur kleine Bereiche des Gehirns auf und signalisieren, dass sie aktiv sind. Rechtfertigt das die Behauptung, wir Menschen verwenden nur einen kleinen Teil unseres Gehirns oder gar der Vorwurf wir würden 90 % verschwenden?

Nein! Aus folgenden Gründen handelt es sich um einen Mythos:

 

 

1. Betriebsbereitschaft

 

Bei einem Anteil von nur 2 % an der Körpermasse benötigt das Gehirn immerhin 20 % des gesamten Energiebedarfs. Die Hälfte dieser Energie wird dafür eingesetzt, damit das Gehirn bei Bedarf betriebsbereit ist und die anderen für den eigentlichen Betrieb.

 

 

 

2. Neuroplastizität

 

Bei geschädigten Gehirnen, beispielsweise nach einem Unfall mit Verletzungen am Gehirn, erwerben Betroffene erstaunlicherweise verlorene Fähigkeiten zurück. Das wird häufig als Argument verwendet, wir würden zu wenig Bereiche unseres Gehirns verwenden, wenn da so viel brachliegt.

Tatsächlich ist die sogenannte Neuroplastizität dafür zuständig. Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich den Erfordernissen anzupassen. Das Gehirn ist keine starre Masse, sondern innerhalb seiner Möglichkeiten beachtlich anpassungsfähig. Aufgaben mit Prioritäten erhalten mehr Ressourcen.

 

 

 

3. Die Evolution mag keine Energieverschwendung

 

Wären Gehirnbereiche tatsächlich längere Zeit ohne Funktion – ohne Wettbewerbsvorteil – lässt die Evolution sie verschwinden. Energieverschwendung mag die Evolution nicht. Das menschliche Gehirn hat sich ja im Laufe der Menschwerdung verändert und das hält an. Wobei das schon üblicherweise etwas Zeit braucht. Auf ein Update zu warten, lohnt nicht. Besser ist es, aus dem Vorhandenen möglichst Gutes zu machen.

 

 

 

4. Lastspitzen

 

Das Gehirn geht mit der Energie möglichst sparsam um, indem es jeweils nur die relevanten Bereiche aktiviert. Werden verschiedene Bereiche benötigt, dann werden nacheinander verschiedene Gehirnareale aktiviert. Die gleichzeitige Aktivierung von beteiligten Bereichen könnte mehr Energie erfordern, als bei hohem Bedarf verfügbar ist.

 

 

 

5. Von wegen Ruhezeiten

 

Das Gehirn ist selten wirklich untätig. Das sogenannte Ruhenetzwerk wird dann aktiv, wenn aktuell sonst nichts Konkretes ansteht. Wird dann wieder eine Aufgabe begonnen, dann reduziert dieses Netzwerk seine Aktivität wieder.

Auch während des Schlafs ist unser Gehirn nicht ausgeschaltet. Dann verarbeitet und ordnet es die gemachten Eindrücke im synchronisierten Zustand des Tiefschlafs.

 

 

 

Fazit

 

Viele Menschen sind geistig träge. Darauf bezog sich wohl auch der Kommentar des US-amerikanischen Psychologen William James, der schon so häufig für den Mythos hinhalten musste; „Die meisten Menschen erreichen nicht ihr volles geistiges Potenzial.“

Ja, viele Menschen sind körperlich und geistig träge. Gesunder Geist, gesunder Körper und andersherum. Beides beeinflusst sich gegenseitig und beides, Körper und Geist, erfordern Grundvoraussetzung, um zu funktionieren. Ohne Pflege sind kaum Spitzenleistungen zu erwarten. Was nicht gebraucht wird, verkümmert und verschwindet dann mit der Zeit vollständig. Insofern ist da eine Menge Potenzial, das genutzt werden will. Nur bei Versprechungen zu Geheimrezepten für die Aktivierung der 90 % wäre ich zurückhaltend.

P.S.

 

Haben Sie schon Angebote gesehen, die Ihnen versprochen haben das Gehirn endlich vollständig zu nutzen? Wie pflegen Sie Ihr Gehirn?

Artikel

Amygdala und Ängste

Weshalb Sie das limbische System Ihrer Zielgruppe interessieren sollte.

Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken. Ambrose Bierce

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack 10. Oktober 2009
#0

Hemisphären-Theorie: Alles Quatsch oder …?

Hemisphären-Theorie

Hemisphärenmodell des Gehirns: Alles Quatsch oder ...?
Hemisphären-Theorie

Die linke und die rechte Gehirnhälfte

 

Roger Sperry stellte 1975 die These auf, dass die deutliche anatomische Unterteilung des Großhirns auch unterschiedliche physiologische Funktionen bedingt. Stimmt das tatsächlich?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Hemisphären-Theorie

 

Von Roger Sperry wurde 1975 die These aufgestellte, dass die deutliche anatomische Unterteilung des Großhirns auch unterschiedliche physiologische Funktionen bedingt. Andere Personen leiteten davon übermütig die Kategorisierung in „Linkshirnler“ und „Rechtshirnler“ ab.

Bei Letzterem handelt es sich um eine überholte Theorie über die unterschiedliche Funktionsweise der beiden Gehirnhälften des Großhirns. Der linken Hemisphäre wurde das rationale, logische und analytische Denken zugeschrieben; der rechten Hemisphäre das fantasievolle, ganzheitliche und intuitiv-emotionale Denken. Forschungen haben allerdings nachgewiesen, dass einzelne Funktionen auch wechselseitig genutzt werden können.

Das Modell der Hemisphären dient deshalb heute als Metapher dafür, dass Menschen unterschiedliche Denkstile mitbringen. Diese Stile können auch aufgrund von externen Einflüssen und Anforderungen entwickelt beziehungsweise verstärkt werden, wie durch die Erziehung, bei der Ausbildung, durch den Beruf und das Umfeld.

Wie, was geteiltes Gehirn?

 

Nachdem wir die übertriebene Therapie der Link- und Rechtshirnler verwerfen durften, haben wir es gleich zu sehr in die andere Richtung übertrieben.

Haben wir nicht vielleicht doch ein geteiltes Hirn mit unterschiedlichen Eigenschaften auf den Seiten? Ja; meint Psychiater und Autor Iain McGilchrist. 

Unser Gehirn führt ein Doppelleben. Seine beiden Hälften verfolgen ihm zufolge unterschiedliche Interessen. Die beiden Hirnhälften sind vergleichsweise schlecht miteinander verbunden. Die Brücke zwischen ihnen ist im Zuge der menschlichen Entwicklung sogar immer kleiner geworden. Das Corpus callosum ist im Vergleich zum Volumen des Gehirns im Laufe der Evolution nicht gewachsen, sondern geschrumpft.

 

 

 

Was denn nun?

 

Die Arbeitsteilung zwischen den Hirnhemisphären ist nach heutiger Lehrmeinung nicht ganz so scharf, wie früher vermutet wurde. Beide Hemisphären sind am Denken und Fühlen beteiligt; sie tauschen sich aus, und fällt eine Hirnhälfte aus, kann die andere zum Teil deren Aufgaben übernehmen. Im Normalfall arbeiten die beiden Hälften so gut zusammen, dass sie ein einheitliches Bewusstsein erzeugen. Wir benötigen die Ergebnisse beider Hälften für eine optimale Entscheidung. Deshalb wird – außer in Artikeln, die alte Informationen ohne Prüfung übernehmen – nicht mehr von einer strikten Zweiteilung des Gehirns ausgegangen.

 

 

 

Schade

 

Leider wird so manches falsche Modell von Trainern unreflektiert kopiert und so am Leben gehalten. Informierte Zeitgenossen erkennen daran die Qualität von Kommunikationstrainern.

 

 

 

Machen Sie sich ein eigenes Bild

 

In einem Video beschreibt Iain McGilchrist den Einfluss unseres geteilten Gehirns auf Verhalten, Kultur und Gesellschaft.

Video bei Youtube: RSA Animate – The Divided Brain

P.S.

 

Was fällt Ihnen zu dieser Theorie ein?

Artikel

Amygdala und Ängste

Weshalb Sie das limbische System Ihrer Zielgruppe interessieren sollte.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 22. Februar 2013
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #43322
K:CNC
Ü:

9 Tipps für Super-Brain-Food: So denkt es sich besser!

9 Tipps für Super-Brain-Food: So denkt es sich besser!

Gedanken zu Nahrungsmittels, die eine positive Wirkung auf das Gehirn haben.
Super-Brain-Food

Besser denken mit Brain-Food?

 

In diesem Artikel warten Gedanken zu Nahrungsmitteln, die eine positive Wirkung auf das Gehirn haben sollen. Denkt es sich so besser?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Super-Brain-Food

 

Nahrungsmittel, die eine positive Wirkung auf das Gehirn haben. So denkt es sich besser!

Als nicht Nahrungsmittelwissenschaftler habe ich für mich unter anderem die folgenden Nahrungsmittel, hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Gehirn, als interessant im Blick. Vielleicht liest ja ein Experte mit, der uns am Fachwissen teilhaben lässt? Bis dahin hier meine Gedanken.

 

 

 

9 Tipps für Brain-Food

 

 

1. Nüsse

 

Es sind wohl alle Nusssorten reich an Vitamin E und B6, Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Nüsse sind gesund, deshalb darf man auf Abwechslung setzen und sich jeden Tag eine Hand voll unterschiedlichster Nüsse gönnen. Zu bevorzugen sind naturbelassene Nüsse.

 

 

 

2. Studentenfutter

 

Die Mischung von verschiedenen Nüssen, Mandeln und Rosinen rettet mich mitunter, wenn für nichts anderes Zeit ist. Die Bestandteile sind gut verdaulich und enthalten Nährstoffe und Fettsäuren, die sich positiv auf die Konzentration und die Leistungsfähigkeit auswirken sollen. Außerdem soll das Zusammenwirken von Nüssen und roten Beeren einen positiven Effekt auf die kognitive Wahrnehmung haben. Mir schmeckt es jedenfalls!

 

 

 

3. Bananen

 

Der Verzehr einer Banane steigert die Leistungsfähigkeit, macht zufrieden und ausgeglichen. Ob Bananenkonsum tatsächlich ein schönes Fell macht, konnte ich nicht überprüfen. Bananen enthalten neben Fruchtzucker auch Tryptophan. Daraus bildet der Körper das Hormon Serotonin ein Neurotransmitter, der für die Steuerung der Stimmung verantwortlich sein soll.

 

 

 

4. Ginkgo

 

Ginkgo ist ein Wirkstoff der für eine schnelle Ausschüttung von Dopamin sorgen soll. Dopamin regt die Gehirnzellen dazu an, neue Verbindungen zu bilden. Das wirkt sich positiv auf die Gedächtnisleistung aus. Übliche Darreichungsformen sind Kapseln, Dragees, Tabletten oder Säfte.

 

 

 

5. Fisch

 

Ich erwähne ihn hier der Vollständigkeit halber, doch für mich ist er nichts! Unter Wasser schaue ich sie mir gerne an, doch essen würde ich Fisch nicht einmal als Sushi.

Gesundheitlichen Nutzen kann man ihm dennoch nicht absprechen: Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren machen die Zellmembranen durchlässig und fördern die Verarbeitung und Weitergabe von Informationen.

Der Proteinanteil liefert Bausteine für Körper und Geist.

 

 

 

6. Wasser, Wasser, Wasser

 

Damit die kostbaren Bau- und Nährstoffe auch trotz der filigranen Blutgefäßen des Gehirns an der richtigen Stelle ankommen, muss das Blut ständig dünnflüssig sein.

Welche Wasseraufnahme individuell erforderlich ist, darf jeder für sich klären. Ich achte darauf, über den Tag gleichmäßig verteilt mindestens 2 Liter Flüssigkeit in Form von purem Wasser zu mir zu nehmen.

 

 

 

7. Kaffee?

 

Finger weg von zu viel Kaffee. Koffein führt zwar zu einem raschen Energieschub. Koffein regt allerdings auch die Produktion des Stresshormons Cortisol an und erhöht Blutdruck sowie Herzfrequenz. Nach dem Hoch fallen wir in ein noch tieferes Tief. Außerdem macht es noch nervöser.

 

 

 

8. Schwarze Schokolade

 

Könnte, in zu hohem Maße genossen wohl dick machen, einem kleinen Stückchen zwischendurch jedoch wird nachgesagt, das Gehirn zu pushen, Stress auszubremsen, das Herz zu stärken und den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren.

 

 

 

9. Avocados

 

Obwohl der Fettgehalt der Avocado mit 24g Fett pro 100g recht hoch ist, so ist sie doch ein wohl aus gutem Grund gehyptes Superfood. In ihr stecken Vitamine, Mineralstoffe und lebenswichtige Fettsäuren. Ihr wird nachgesagt den Cholesterinspiegel zu senken, die, in ihr enthaltenen B-Vitamine sind ein Stresskiller, weiter enthält sie Folsäure, viele Ballaststoffe und große Mengen der Vitamine A und E.

P.S.

 

Was denken Sie über Brain-Food? Womit helfen Sie sich über die Runden, wenn Denkleistung gefordert ist?

Brain-Food

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:X

Gehirndoping & Neuroenhancement: Macht die Pille wirklich klüger?

Gehirndoping und Neuroenhancement: Macht uns die Pille wirklich leistungsfähiger?

Mehr Konzentration. Mehr Leistung. Weniger Müdigkeit. Am besten auf Knopfdruck.
Gehirn-Dopping

Gehirndoping und Neuroenhancement: Macht uns die Pille wirklich leistungsfähiger?

 

Mehr Konzentration. Mehr Leistung. Weniger Müdigkeit. Am besten auf Knopfdruck.

Die Vorstellung ist verführerisch.

Wenn Kaffee nicht mehr reicht, müsste es doch etwas Stärkeres geben.

Eine Tablette für mehr Fokus.

Eine Substanz für längeres Durchhalten.

Vielleicht sogar etwas, das Denken, Lernen und Erinnern verbessert.

Genau hier beginnt die Debatte über Gehirndoping und Neuroenhancement.

Die entscheidende Frage lautet jedoch:

Werden gesunde Menschen dadurch tatsächlich geistig leistungsfähiger?

Und selbst wenn sich einzelne Leistungen kurzfristig verbessern:

Was kostet dieser Vorteil?

 

 

 

Was bedeutet Gehirndoping?

 

Der Begriff Gehirndoping ist kein eindeutig definierter medizinischer Fachbegriff.

Meist geht es um die nichtmedizinische Verwendung von Substanzen mit dem Ziel, geistige Leistungsfähigkeit zu steigern.

Dafür wird auch der Begriff pharmakologisches Neuroenhancement verwendet.

Gemeint sein können beispielsweise Veränderungen bei:

  • Wachheit
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Ausdauer
  • Gedächtnisleistung

Wichtig ist die Unterscheidung:

Ein Medikament zur Behandlung einer Erkrankung ist etwas anderes als dieselbe oder eine ähnliche Substanz zur Leistungssteigerung bei einem gesunden Menschen.

 

 

 

Medizinische Behandlung und Leistungssteigerung sind zwei verschiedene Dinge

 

Verschreibungspflichtige Medikamente können für Menschen mit einer entsprechenden Diagnose sehr hilfreich sein.

Das gilt zum Beispiel für bestimmte Stimulanzien bei ADHS oder für Medikamente bei anderen klaren medizinischen Indikationen.

Eine ärztlich begleitete Behandlung verfolgt ein therapeutisches Ziel.

Bei Gehirndoping geht es dagegen darum, ohne entsprechende medizinische Indikation über das gewöhnliche Leistungsniveau hinauszukommen oder Anforderungen länger durchzuhalten.

Diese beiden Situationen sollten nicht vermischt werden.

 

 

 

Macht Gehirndoping tatsächlich klüger?

 

Die einfache Antwort lautet:

So eindeutig ist es nicht.

Einzelne Substanzen können bestimmte Aspekte von:

  • Wachheit
  • Aufmerksamkeit
  • Reaktionsfähigkeit

beeinflussen.

Daraus folgt jedoch nicht automatisch:

mehr Intelligenz.

Ebenso wenig folgt daraus automatisch:

bessere Entscheidungen, mehr Kreativität oder dauerhaft bessere Lernleistung.

 

 

 

Leistungsfähigkeit ist mehr als Konzentration

 

Wer geistige Leistung beurteilen möchte, sollte genauer hinschauen.

Zu guter kognitiver Leistungsfähigkeit gehören beispielsweise:

  • Aufmerksamkeit
  • Arbeitsgedächtnis
  • Lernen
  • Urteilsvermögen
  • Impulskontrolle
  • kognitive Flexibilität
  • Kreativität

Eine Substanz kann eine dieser Funktionen beeinflussen und eine andere kaum verbessern.

Oder sie verbessert die subjektiv erlebte Wachheit stärker als die tatsächliche Leistung.

 

 

 

Wach sein ist nicht dasselbe wie gut denken

 

Das ist eine zentrale Unterscheidung.

Wer sich wacher fühlt, erlebt möglicherweise:

„Ich kann noch weitermachen.“

Das bedeutet nicht automatisch:

„Ich treffe jetzt bessere Entscheidungen.“

Gerade unter hoher Belastung kann das problematisch werden.

Das Gefühl zusätzlicher Leistungsfähigkeit und die tatsächliche Qualität des Denkens müssen nicht identisch sein.

 

 

 

Was ist mit verschreibungspflichtigen Stimulanzien?

 

Verschreibungspflichtige Stimulanzien sind Medikamente.

Sie sollten entsprechend ihrer medizinischen Indikation und ärztlichen Verordnung eingesetzt werden.

Die nichtmedizinische Nutzung ist etwas anderes.

Sie kann mit Risiken verbunden sein, darunter:

  • Schlafprobleme
  • Unruhe
  • Angst
  • Fehlgebrauch
  • Abhängigkeit
  • Überdosierung

Wer ein verschreibungspflichtiges Medikament benötigt, gehört damit in medizinische Behandlung.

Wer es ohne entsprechende Verordnung zur Leistungssteigerung einsetzen möchte, sollte daraus kein Selbstexperiment machen.

 

 

 

Warum Gehirndoping trotzdem attraktiv wirkt

 

Weil die Idee perfekt zu einem verbreiteten Leistungsproblem passt:

Die Anforderungen steigen schneller als die verfügbaren Ressourcen.

Dann entsteht die Hoffnung:

Vielleicht kann ich meine Grenzen einfach chemisch verschieben.

Das kann besonders attraktiv wirken, wenn:

  • Deadlines näher rücken
  • Schlaf fehlt
  • Prüfungen bevorstehen
  • hoher Konkurrenzdruck besteht
  • Fehler teuer werden

 

 

 

Das eigentliche Problem kann woanders liegen

 

Manchmal lautet die entscheidende Frage weniger:

„Wie kann ich noch mehr aus meinem Gehirn herausholen?“

Sondern:

„Warum muss mein Gehirn dauerhaft mehr leisten, als meine Ressourcen erlauben?“

Das ist eine vollkommen andere Fragestellung.

Und häufig die interessantere.

 

 

 

Gehirndoping kann ein Systemproblem verdecken

 

Stell dir vor, jemand arbeitet dauerhaft:

  • zu lange
  • mit zu wenig Schlaf
  • unter chronischem Zeitdruck
  • mit ständigen Unterbrechungen

Dann entsteht irgendwann Leistungsabfall.

Die Frage ist:

Braucht dieser Mensch stärkere Stimulation?

Oder:

Braucht das System eine Veränderung?

 

 

 

Schlaf lässt sich nur begrenzt wegoptimieren

 

Schlafmangel beeinträchtigt unter anderem Funktionen, die für anspruchsvolle geistige Arbeit wichtig sind.

Dazu gehören Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle.

Wer versucht, Schlafmangel ausschließlich mit Stimulation zu kompensieren, behandelt deshalb möglicherweise das Gefühl der Müdigkeit stärker als deren Ursachen.

 

 

 

Mehr Wachheit ersetzt keine Erholung

 

Das ist für anspruchsvolle berufliche Situationen besonders relevant.

Wer:

  • verhandelt
  • komplexe Entscheidungen trifft
  • Teams führt
  • unter Unsicherheit priorisiert

braucht mehr als Wachheit.

Er braucht ein Gehirn, das Informationen vernünftig verarbeiten kann.

 

 

 

Bewegung statt Wunderpille?

 

Auch Bewegung wird manchmal wie ein neues Wundermittel vermarktet.

Das wäre ebenfalls zu einfach.

Es gibt jedoch gute Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität mit kognitiven Funktionen zusammenhängen und diese unter bestimmten Bedingungen positiv beeinflussen kann.

Die Effekte sind keine Magie.

Sie sind auch nicht in jeder Studie gleich groß.

Doch Bewegung hat gegenüber pharmakologischem Selbstexperiment einen entscheidenden Vorteil:

Sie ist Teil eines insgesamt gesundheitsförderlichen Lebensstils.

 

 

 

Auch Lernen braucht weniger Trick und mehr Bedingungen

 

Lernen funktioniert besser, wenn Aufmerksamkeit überhaupt verfügbar ist.

Dazu gehören unter anderem:

  • ausreichende Erholung
  • überschaubare Informationsmengen
  • Wiederholung
  • Anwendung
  • Verknüpfung mit vorhandenem Wissen

Das klingt weniger spektakulär als eine Pille.

Es entspricht jedoch stärker der Art, wie nachhaltiges Lernen funktioniert.

 

 

 

Was ist mit Koffein?

 

Koffein ist vermutlich die gesellschaftlich bekannteste Substanz zur Steigerung von Wachheit und Aufmerksamkeit.

Kaffee kann durchaus dazu beitragen, sich wacher und aufmerksamer zu fühlen.

Auch hier gilt:

Mehr ist nicht automatisch besser.

Zu viel Koffein kann beispielsweise:

  • Unruhe
  • Nervosität
  • Herzklopfen
  • Schlafprobleme

begünstigen.

Und schlechter Schlaf kann am nächsten Tag genau die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, die eigentlich verbessert werden sollte.

 

 

 

Die klassische Verstärkerspirale

 

Sie kann ungefähr so aussehen:

Zu wenig Schlaf.

Mehr Koffein.

Später weniger müde.

Noch später einschlafen.

Am nächsten Morgen wieder müde.

Dann beginnt die nächste Runde.

Der kurzfristige Leistungsgewinn kann so Teil des langfristigen Problems werden.

 

 

 

Was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln und Nootropics?

 

Hier lohnt sich besondere Skepsis.

Der Begriff Nootropics wird heute für sehr unterschiedliche Produkte verwendet.

Darunter befinden sich:

  • Substanzen mit pharmakologischer Wirkung
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Pflanzenextrakte
  • Marketingmischungen

Dass ein Produkt als „Brain Booster“ verkauft wird, belegt seine Wirkung noch nicht.

 

Marketing ist kein Wirksamkeitsnachweis

Bei solchen Produkten lohnt sich zu fragen:

  • Welche konkrete Wirkung wird behauptet?
  • Für welche Personengruppe?
  • In welcher Dosierung?
  • Auf welcher Studiengrundlage?
  • Wie groß ist der Effekt?
  • Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

Eine Liste beeindruckender Inhaltsstoffe beantwortet diese Fragen nicht.

 

„Natürlich“ bedeutet nicht automatisch harmlos

Auch pflanzliche oder frei verkäufliche Produkte können:

  • Nebenwirkungen
  • Wechselwirkungen
  • Dosierungsprobleme

haben.

Wer Medikamente einnimmt oder gesundheitliche Beschwerden hat, sollte entsprechende Fragen mit medizinisch qualifizierten Fachpersonen klären.

 

 

 

Mehr Leistung oder nur mehr Leistungsgefühl?

 

Das ist eine der spannendsten Fragen beim Thema Neuroenhancement.

Menschen beurteilen ihre eigene geistige Leistungsfähigkeit nicht immer zuverlässig.

Es kann deshalb einen Unterschied geben zwischen:

„Ich fühle mich leistungsfähiger.“

und:

„Meine objektive Leistung ist tatsächlich besser.“

 

Selbstvertrauen kann steigen, ohne dass die Qualität proportional steigt

Gerade bei komplexen Aufgaben wäre das ein problematischer Effekt.

Denn dann wächst möglicherweise:

die Sicherheit.

Ohne dass im selben Umfang wächst:

die Qualität des Urteils.

Für Entscheidungen unter hoher Verantwortung ist genau diese Differenz wichtig.

 

 

 

Was soll überhaupt verbessert werden?

 

Bevor du über Leistungssteigerung nachdenkst, lohnt sich eine einfachere Frage:

Welche Leistung fehlt mir konkret?

Ist es:

  • Konzentration?
  • Wachheit?
  • Gedächtnis?
  • Motivation?
  • Entscheidungskraft?
  • Kreativität?
  • Belastbarkeit?

Diese Dinge sind nicht dasselbe.

Deshalb brauchen sie auch nicht dieselbe Antwort.

 

 

Müdigkeit ist kein Konzentrationsproblem

Zumindest nicht immer.

Wenn du nach vier Stunden Schlaf Konzentrationsprobleme hast, kann die naheliegende Ursache:

Schlafmangel

sein.

Dann wäre es merkwürdig, ausschließlich nach einer besseren Konzentrationstechnik zu suchen.

 

 

Überforderung ist kein Motivationsproblem

Auch das wird häufig verwechselt.

Wer dauerhaft zu viele Aufgaben gleichzeitig bewältigen soll, braucht möglicherweise weniger:

mehr Motivation.

Er braucht:

  • Prioritäten
  • Entscheidungen
  • Grenzen
  • Ressourcen

 

 

 

Geistige Leistungsfähigkeit beginnt mit guter Arbeitsgestaltung

 

Bevor du nach chemischer Optimierung suchst, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Bedingungen.

Zum Beispiel:

  • Wie oft werde ich unterbrochen?
  • Wie viele Aufgaben bearbeite ich gleichzeitig?
  • Wann erledige ich anspruchsvolle Denkarbeit?
  • Wie viel Schlaf bekomme ich?
  • Wie regelmäßig bewege ich mich?
  • Wie viele Entscheidungen treffe ich unnötigerweise?

 

 

Multitasking ist selten das Leistungswunder, für das es gehalten wird

Bei vielen anspruchsvollen Aufgaben findet weniger echtes paralleles Arbeiten statt.

Stattdessen wechselt Aufmerksamkeit zwischen Tätigkeiten.

Jeder Wechsel kostet Orientierung.

Wer seine geistige Leistungsfähigkeit verbessern möchte, kann deshalb bereits viel gewinnen durch:

weniger unnötige Wechsel.

 

 

Konzentriertes Arbeiten braucht geschützte Zeit

Für komplexe Aufgaben kann es hilfreich sein:

  • Benachrichtigungen auszuschalten
  • Kommunikationszeiten zu bündeln
  • anspruchsvolle Aufgaben zu priorisieren
  • Unterbrechungen gezielt zu reduzieren

Das ist wenig spektakulär.

Und häufig sehr wirksam.

 

 

 

Was ist mit Kreativität?

 

Kreativität lässt sich ebenfalls nur begrenzt auf „mehr Gehirnleistung“ reduzieren.

Kreative Arbeit braucht häufig einen Wechsel zwischen:

  • konzentrierter Arbeit
  • Inkubation
  • Abstand
  • neuen Eindrücken

Permanent maximale Fokussierung wäre deshalb nicht einmal für jede geistige Aufgabe ideal.

 

 

Das Gehirn ist keine Maschine mit einem einzigen Leistungsregler

 

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt.

Mehr Aktivierung bedeutet nicht automatisch:

mehr Leistung.

Manchmal braucht eine Aufgabe:

Fokus.

Manchmal:

Ruhe.

Manchmal:

Abstand.

Und manchmal schlicht:

Schlaf.

 

 

 

Die ethische Frage hinter Gehirndoping

 

Das Thema betrifft nicht nur Gesundheit.

Es wirft auch Fragen über Leistungskultur auf.

Zum Beispiel:

  • Wann wird freiwillige Leistungssteigerung zum indirekten Zwang?
  • Was passiert, wenn andere glauben, mithalten zu müssen?
  • Welche Form von Leistung wollen wir eigentlich belohnen?
  • Wo endet Selbstoptimierung?

 

 

Wenn alle optimieren, wird Optimierung schnell zum neuen Normal

Das ist ein bekanntes Problem in Wettbewerbssystemen.

Ein individueller Vorteil kann verschwinden, sobald viele denselben Weg wählen.

Was bleibt, ist möglicherweise:

ein höheres allgemeines Leistungsniveau bei höheren persönlichen Kosten.

 

 

Die Frage nach Fairness

Auch die Analogie zum Doping im Sport kommt daher.

Wenn Menschen mit pharmakologischer Unterstützung länger oder intensiver arbeiten können, stellt sich die Frage:

Ist das persönliche Freiheit?

Oder entsteht irgendwann:

ein Leistungsdruck auf alle anderen?

Einfache Antworten gibt es darauf kaum.

Die Frage verdient trotzdem Aufmerksamkeit.

 

 

Warum ich bei der Idee der Wunderpille skeptisch bin

 

Mich überzeugt vor allem eines wenig:

die Vorstellung, komplexe geistige Leistung ließe sich auf einen einfachen chemischen Regler reduzieren.

Leistung entsteht aus vielen Faktoren.

Dazu gehören:

  • Wissen
  • Erfahrung
  • Schlaf
  • Motivation
  • Aufmerksamkeit
  • körperliche Verfassung
  • Arbeitsbedingungen
  • gute Entscheidungen

Eine Tablette löst dieses System nicht.

 

 

 

Sieben Fragen vor dem Griff zum vermeintlichen Leistungsbooster

 

  1. Welche Leistung möchte ich konkret verbessern?
  2. Was beeinträchtigt diese Leistung aktuell?
  3. Fehlt mir tatsächlich Leistungsfähigkeit oder fehlen mir Erholung und Ressourcen?
  4. Welche Evidenz gibt es für die behauptete Wirkung?
  5. Welche Risiken und Nebenwirkungen existieren?
  6. Ist das ein medizinisches Thema, das ärztlich abgeklärt gehört?
  7. Welche Veränderung der Bedingungen könnte das eigentliche Problem lösen?

 

 

 

Was geistige Leistungsfähigkeit langfristig eher unterstützt

 

Die weniger spektakuläre Liste:

  • ausreichender Schlaf
  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • gute Arbeitsorganisation
  • gezielte Pausen
  • konzentrierte Arbeitsphasen
  • kontinuierliches Lernen
  • realistische Prioritäten

Keiner dieser Punkte liefert „mehr IQ auf Bestellung“.

Gemeinsam schaffen sie jedoch bessere Bedingungen für leistungsfähiges Denken.

 

 

 

Leistungsfähigkeit und Selbstführung

 

Gerade bei hoher Verantwortung ist die Fähigkeit wichtig, die eigenen Ressourcen realistisch einzuschätzen.

Dazu gehört auch zu erkennen:

Wann brauche ich mehr Einsatz?

Und:

Wann brauche ich eine andere Strategie?

Mehr Anstrengung ist nicht immer die beste Antwort.

 

Die gefährliche Frage: Wie halte ich noch länger durch?

Manchmal wäre die bessere Frage:

Warum muss ich überhaupt so lange durchhalten?

Oder:

Welche Entscheidung habe ich zu lange vermieden?

Oder:

Welche Aufgabe gehört gar nicht mehr auf meinen Tisch?

Das sind weniger pharmakologische Fragen.

Es sind Fragen der Selbstführung.

 

 

 

Geistige Leistung unter hohem Druck

 

Bei wichtigen Entscheidungen, Präsentationen und Verhandlungen zählt nicht, wie viele Stunden jemand maximal wach bleiben kann.

Entscheidend ist:

  • Was wird wahrgenommen?
  • Was wird übersehen?
  • Wie sauber wird priorisiert?
  • Wie gut werden Konsequenzen eingeschätzt?
  • Wie klar wird kommuniziert?

Das ist die Art geistiger Leistungsfähigkeit, die mich in meiner Arbeit besonders interessiert.

 

 

 

Wenn hohe Anforderungen dauerhaft werden

 

Dann lohnt es sich, nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit zu optimieren.

Prüfe auch:

  • Aufgaben
  • Strukturen
  • Erwartungen
  • Entscheidungswege
  • Prioritäten

Sonst wird Selbstoptimierung möglicherweise zum Versuch, ein unpassendes System länger auszuhalten.

 

 

 

Coaching ersetzt keine medizinische Behandlung

 

Wenn Konzentrationsprobleme, starke Müdigkeit, Schlafprobleme oder andere Beschwerden anhalten, kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein.

Im Coaching geht es nicht um Diagnose, Medikamente oder deren Dosierung.

Hier kann es beispielsweise darum gehen:

  • Arbeitsbedingungen zu analysieren
  • Prioritäten zu klären
  • Überlastungsmuster zu erkennen
  • Entscheidungen vorzubereiten
  • Selbstführung unter Druck zu verbessern

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbstführung, Prioritäten, Leistungsfähigkeit und anspruchsvolle berufliche Situationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche oder strategische Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Das stärkste Gehirndoping ist selten eine Pille

 

Der Wunsch nach mehr geistiger Leistungsfähigkeit ist nachvollziehbar.

Wir wollen:

  • klarer denken
  • schneller lernen
  • länger konzentriert bleiben
  • bessere Entscheidungen treffen

Die Vorstellung einer einfachen pharmakologischen Abkürzung ist deshalb attraktiv.

Die Realität ist komplexer.

Wachheit ist nicht dasselbe wie Intelligenz.

Konzentration ist nicht dasselbe wie gutes Urteilsvermögen.

Und länger arbeiten bedeutet nicht automatisch besser arbeiten.

Deshalb interessiert mich eine andere Frage stärker:

Wie schaffen wir Bedingungen, unter denen das Gehirn seine vorhandenen Fähigkeiten möglichst gut nutzen kann?

Dazu gehören häufig weniger spektakuläre Dinge:

Schlaf. Bewegung. Lernen. Fokus. Pausen. Prioritäten. Gute Entscheidungen.

Vielleicht ist genau das die unbequemere Form des Gehirndopings:

nicht immer mehr aus sich herauszupressen, sondern die Bedingungen für gutes Denken ernst zu nehmen.

P.S.​

 

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Dopamin

Dopamin

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...

Dopamin

 

Dopamin wird umgangssprachlich oft als „Glückshormon“ bezeichnet und ist ein wichtiger Neurotransmitter. Was hat es damit auf sich?

Dopamin

 

Dopamin wird umgangssprachlich oft als „Glückshormon“ bezeichnet und ist ein wichtiger Neurotransmitter und ein Hormon. Die Hormone Serotonin und Dopamin, synthetisiert aus Phenylalanin beziehungsweise Tyrosin, sind steigern die Antriebskraft und Stimmung. Studien berichten darüber, dass Menschen mit Dopaminmangel zur Prokrastination (Verschieberitis) neigen.

Dopamin wird ausgeschüttet, wenn wir auf irgendeine Art und Weise belohnt werden. Menschen, Aktiviäten und Dinge, die uns glücklich machen, beeinflussen die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn. So können Sie durch Sport, Hobbyaktivitäten, Musik, soziale Interaktion und ein erfüllendes Liebesleben Ihren Dopaminspiegel pflegen. Viel Spaß! Ihr Ernährungsberater hat sicher auch noch ein paar Tipps dazu. Fragen Sie nach Quellen für Omega-3-Fettsäuren.

 

 

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2013
Überarbeitung: 17. September 2019
Englische Version:
AN: #562
K: CNB
Ü:

Warum ist Gähnen ansteckend? Empathie, Nähe und soziale Ansteckung

Warum Gähnen ansteckend ist – und was es mit Empathie und Beziehungen zu tun hat

 

Jemand gähnt.

Und plötzlich bemerkst du:

Du musst auch gähnen.

Vielleicht reicht sogar:

  • ein Foto
  • ein Video
  • das Geräusch eines Gähnens
  • oder dieser Text

Das Phänomen heißt:

ansteckendes Gähnen.

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob es etwas mit:

  • Empathie
  • sozialer Nähe
  • emotionaler Ansteckung

zu tun hat.

Die kurze Antwort lautet:

Möglicherweise spielen soziale Faktoren eine Rolle. Als einfacher Empathietest taugt Gähnen jedoch nicht.

 

 

 

Warum gähnen Menschen überhaupt?

 

Diese Frage ist erstaunlich schwer eindeutig zu beantworten.

Gähnen tritt unter anderem auf:

  • bei Müdigkeit
  • beim Aufwachen
  • bei Langeweile
  • in Übergängen zwischen Aktivierungszuständen

Es gibt verschiedene Hypothesen darüber, welche physiologischen Funktionen Gähnen erfüllt.

Keine davon erklärt bisher:

jedes Gähnen in jeder Situation.

Deshalb lohnt es sich, zwei Fragen auseinanderzuhalten:

Warum gähnt ein Mensch spontan?

Das betrifft die physiologische Funktion des Gähnens.

Warum gähnt ein Mensch, nachdem jemand anderes gegähnt hat?

Das betrifft:

ansteckendes Gähnen.

 

 

 

Was ist ansteckendes Gähnen?

 

Ansteckendes Gähnen bedeutet:

Das Wahrnehmen eines Gähnens erhöht die Wahrscheinlichkeit, selbst zu gähnen.

Das kann geschehen, wenn wir:

  • eine andere Person gähnen sehen
  • ein Video davon anschauen
  • ein Gähnen hören

Bei manchen Menschen tritt der Effekt stark auf.

Bei anderen kaum.

Diese Unterschiede sind:

normal.

Schon deshalb wäre es problematisch, aus einem einzelnen Gähnen weitreichende Aussagen über Persönlichkeit oder Beziehung abzuleiten.

 

 

 

Hat ansteckendes Gähnen etwas mit Empathie zu tun?

 

Diese Vermutung ist populär.

Sie entstand unter anderem deshalb, weil einige Studien Zusammenhänge fanden zwischen:

  • ansteckendem Gähnen
  • sozialer Nähe
  • bestimmten Empathiemaßen

Das klingt zunächst plausibel.

Wenn Menschen stärker auf Personen reagieren, die ihnen emotional nahestehen, könnte ansteckendes Gähnen Teil:

sozialer Abstimmung

sein.

Die Forschung liefert dafür jedoch:

kein einheitliches Bild.

 

Studien mit Zusammenhang

In einigen Untersuchungen gähnten Menschen häufiger mit, wenn die gähnende Person:

  • zur Familie gehörte
  • befreundet war
  • emotional näher stand

als bei fremden Personen.

 

Studien ohne klaren Zusammenhang

Andere Untersuchungen fanden keinen stabilen Zusammenhang zwischen:

ansteckendem Gähnen und Empathie.

Auch Faktoren wie:

  • Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmung
  • soziale Situation
  • individuelle Unterschiede

können das Ergebnis beeinflussen.

Deshalb ist die Aussage:

„Wer mitgähnt, ist empathisch“

zu einfach.

 

 

 

Soziale Nähe könnte trotzdem eine Rolle spielen

 

Eine viel zitierte Beobachtungsstudie untersuchte ansteckendes Gähnen bei Erwachsenen in natürlichen Situationen.

Dort zeigte sich:

Je enger die soziale Beziehung, desto häufiger und schneller trat ansteckendes Gähnen auf.

Am stärksten war der Effekt bei nahen Bezugspersonen.

Danach folgten:

  • Freunde
  • Bekannte
  • Fremde

Das ist interessant.

Es beweist jedoch noch nicht:

Empathie ist die Ursache.

Enge Beziehungen unterscheiden sich schließlich auch in anderen Punkten.

Zum Beispiel:

  • Aufmerksamkeit
  • Vertrautheit
  • gemeinsamer Alltag
  • räumliche Nähe

 

 

 

Ansteckendes Gähnen ist kein Empathietest

 

Das ist die wichtigste praktische Konsequenz.

Du kannst aus folgendem Verhalten nicht seriös schließen:

„Diese Person gähnt nicht mit. Also fehlt ihr Empathie.“

Ebenso wenig:

„Diese Person gähnt sofort mit. Also besitzt sie besonders viel Einfühlungsvermögen.“

Dafür ist das Phänomen:

viel zu unspezifisch.

Empathie selbst ist außerdem komplex.

Sie umfasst unterschiedliche Fähigkeiten.

Zum Beispiel:

  • Emotionen anderer wahrzunehmen
  • Perspektiven nachzuvollziehen
  • emotional mitzuschwingen
  • angemessen auf andere zu reagieren

Ein einzelner Reflex kann das nicht abbilden.

 

 

 

Autismus und Gähnen: Vorsicht mit einfachen Schlussfolgerungen

 

Die bisherige Fassung dieser Seite stellt eine direkte Verbindung her zwischen:

Autismus, geringerer Empathie und weniger ansteckendem Gähnen.

So würde ich das heute nicht mehr formulieren.

Einige ältere Studien fanden bei autistischen Personen tatsächlich Unterschiede beim ansteckenden Gähnen.

Spätere Forschung weist jedoch darauf hin, dass beispielsweise:

Aufmerksamkeit für Gesichter und soziale Reize

eine wichtige Rolle spielen kann.

Außerdem ist die Gleichung:

Autismus = mangelnde Empathie

fachlich zu grob.

Empathische Prozesse können sich bei autistischen Menschen:

anders zeigen und unterschiedlich ausgeprägt sein.

Aus der Reaktion auf ein Gähnen lässt sich darüber keine zuverlässige Diagnose oder Charaktereinschätzung ableiten.

 

 

 

Warum die Empathie-Erklärung trotzdem so attraktiv ist

 

Sie erzählt eine schöne Geschichte.

Jemand gähnt.

Du gähnst mit.

Also seid ihr:

emotional miteinander verbunden.

Solche Erklärungen sind:

  • einfach
  • anschaulich
  • leicht zu merken

Genau deshalb lohnt sich wissenschaftliche Vorsicht.

Ein plausibler Zusammenhang ist noch kein:

bewiesener Mechanismus.

 

 

 

Aufmerksamkeit könnte einen Teil erklären

 

Damit ein Gähnen ansteckend wirken kann, muss es zunächst:

wahrgenommen werden.

Das klingt banal.

Ist aber wichtig.

Menschen unterscheiden sich darin:

  • wohin sie schauen
  • wie stark sie soziale Signale beachten
  • wie intensiv sie eine andere Person beobachten

Wenn jemand einen Gähnreiz gar nicht oder nur schwach wahrnimmt, sinkt natürlich:

die Wahrscheinlichkeit einer entsprechenden Reaktion.

Deshalb kann Aufmerksamkeit bei Studien leicht mit vermeintlichen Empathieunterschieden verwechselt werden.

 

 

 

Auch soziale Hemmung kann eine Rolle spielen

 

Gähnen gilt in vielen Situationen als:

unhöflich.

Menschen können versuchen, es zu unterdrücken.

Zum Beispiel:

  • im Vorstellungsgespräch
  • bei einem wichtigen Meeting
  • in einem Gespräch mit einer Respektsperson

Dann zeigt die beobachtbare Reaktion nicht unbedingt:

wie stark der eigentliche Gähnimpuls war.

Auch deshalb sollte sichtbares Gähnen nicht überinterpretiert werden.

 

 

 

Fördert gemeinsames Gähnen Beziehungen?

 

Der bisherige Titel dieser Seite suggeriert:

Gähnen fördert Beziehungen.

Dafür würde ich keine starke Behauptung mehr machen.

Es gibt Hinweise darauf, dass soziale Nähe mit ansteckendem Gähnen zusammenhängen kann.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch:

gemeinsames Gähnen macht eine Beziehung enger.

Die Kausalrichtung kann ganz anders sein.

Vielleicht führt:

größere Vertrautheit zu mehr Verhaltenssynchronität.

Das wäre etwas anderes als:

Gähnen erzeugt Nähe.

 

 

 

Was soziale Synchronität interessant macht

 

Menschen passen ihr Verhalten ständig aneinander an.

Oft kaum bewusst.

Zum Beispiel bei:

  • Sprechtempo
  • Pausen
  • Bewegungen
  • Mimik

Ansteckendes Gähnen könnte in einen größeren Bereich solcher:

sozialen Abstimmungsprozesse

gehören.

Das macht das Phänomen interessant.

Wir brauchen dafür jedoch keine einfache Geschichte wie:

„Gähnen zeigt Empathie.“

 

 

 

Menschen synchronisieren sich nicht immer aus Sympathie

 

Auch dieser Punkt ist wichtig.

Ähnliches Verhalten bedeutet nicht automatisch:

positive Beziehung.

Menschen können sich gegenseitig beeinflussen durch:

  • Aufmerksamkeit
  • Umgebung
  • gemeinsame Aktivierung
  • soziale Normen

Deshalb sollte aus synchronem Verhalten nicht sofort auf:

Sympathie, Vertrauen oder Empathie

geschlossen werden.

 

 

 

Was bedeutet das für Menschenkenntnis?

 

Vielleicht die wichtigste Erkenntnis lautet:

Ein einzelnes Verhalten erzählt selten die ganze Geschichte.

Das gilt für:

  • Gähnen
  • Blickkontakt
  • Gestik
  • Körperhaltung

Menschenkenntnis wird besser, wenn wir unterscheiden zwischen:

Beobachtung

und:

Interpretation.

Beobachtung:

„Die Person gähnt nicht mit.“

Interpretation:

„Die Person besitzt wenig Empathie.“

Zwischen beiden Aussagen liegt:

eine große Schlussfolgerung.

→ Menschenkenntnis: Beobachtung und Interpretation besser trennen

 

 

 

Was wir aus ansteckendem Gähnen lernen können

 

Vielleicht weniger über:

den Charakter einzelner Menschen.

Und mehr darüber:

wie stark soziale Wahrnehmung unser eigenes Verhalten beeinflussen kann.

Wir reagieren auf andere.

Oft:

ohne bewusste Entscheidung.

Das macht soziale Interaktion so interessant.

Und erinnert daran:

Menschen sind keine voneinander unabhängigen Systeme.

 

 

 

Fazit: Gähnen ist ansteckend – die Erklärung bleibt komplizierter

 

Dass Gähnen ansteckend sein kann, ist gut belegt.

Spannend ist die Frage:

warum.

Soziale Nähe könnte eine Rolle spielen.

Einige Studien finden auch Zusammenhänge mit Empathie.

Andere Untersuchungen und Übersichtsarbeiten mahnen:

Die Evidenz reicht nicht für eine einfache Gleichung.

Deshalb gilt:

Wer mitgähnt, beweist damit keine besondere Empathie.

Und wer nicht mitgähnt:

offenbart dadurch keinen Beziehungsmangel.

Das Phänomen bleibt trotzdem faszinierend.

Denn es zeigt:

Wie unmittelbar das Verhalten anderer Menschen unser eigenes Verhalten beeinflussen kann.

Ansteckendes Gähnen kann etwas über soziale Abstimmung verraten. Als Empathietest ist es viel zu simpel.

Rhetorik und Körperchemie: gute Redner kennen die Wirkung von Oxytocin

Rhetorik und Körperchemie: gute Redner kennen die Wirkung von Oxytocin

Was ist ein Redner ohne Publikum und was hat das mit der Körperchemie zu tun?
gute Redner kennen die Wirkung von Oxytozin

Rhetorik und Oxytocin

 

Was ist ein Redner ohne Publikum und was hat das mit der Körperchemie zu tun? Welche Rolle spielt Oxytocin bei Reden und Präsentationen?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Der Mensch, das Herdentier

 

Von wegen Individuen; Menschen sind Herdentiere. Herden haben die Angewohnheit, ihre Anführer zu imitieren und nachzuahmen. Es spielt also eine große Rolle, was sie beobachten. Bei der Wahl der Kaffeesorte folgen viele Georg Clooney, selbst wenn das bedeutet eine Menge Geld für viel Aluminium und etwas Kaffee zu bezahlen. Bei einer Präsentation übernimmt der Redner die Aufgaben eines Anführers. Weitgehend unbewusst neigt das Publikum deshalb dazu sich am Redner zu orientieren.

Es liegt in der menschlichen Natur; das menschliche Gehirn ist bestrebt Sicherheit in der Gruppe zu suchen. Deshalb schüttet es entsprechende Stoffe aus. Sie sorgen dafür, dass wir uns in der Gruppe sicherer fühlen.

Wenn wir uns auf einer emotionalen Ebene sicher im Kontakt mit anderen Menschen fühlen, dann fühlen wir uns verbunden. Dann vertrauen wir dem was gesagt wird eher. Und unsere Spiegelneuronen sorgen dafür, dass wir uns besser in andere Menschen hineinversetzen können. Wir können fühlen, was andere Menschen fühlen. Der Stoff Oxytocin ist daran maßgeblich beteiligt. Oxytocin sorgt dafür, dass Menschen sich einander vertrauen, fördert Zusammenhalt und Loyalität, indem er Angst vermindert.

 

 

 

Spiegelneuronen und Co.

 

Da wir auf unbewusster Ebene mitbekommen, wie sich die anderen in unserem Umfeld fühlen und uns dies beeinflusst, haben diese Zusammenhänge großen Einfluss auf unser Leben und auch auf unsere Wirkung als Redner. Wir erkennen wie der andere sich fühlt und passen unser Fühlen, Denken, Verhalten und unsere Physiologie an.

Gruppen – wie das Publikum bei einer Rede – neigen zu übereinstimmenden Emotionen. Auch wenn eine Gruppe aus einzelnen Individuen besteht entwickelt sie eine ganz eigene Dynamik.

Aus diesen Gründen übernimmt das Publikum Teile der Stimmung und des Verhaltens des Redners. Fühlt sich der Redner wohl und sicher, hat dies eine andere Wirkung auf das Publikum, als wenn er unbewusst signalisiert, dass er eigentlich lieber flüchten möchte. Letzteres triggert archaische Bereiche des Gehirns, die dadurch ebenfalls auf den Modus Kampf bzw. Flucht schalten. Dies mag einen Stamm in früher Urzeit vor wilden Tieren geschützt haben, heute ist es wenig hilfreich für den Erfolg einer Rede.

 

 

 

Ein teuflischer Teufelskreis

 

Ausstoß von Adrenalin und Co.: Wenn es erst begonnen hat entzieht es sich weitgehend der persönlichen Kontrolle. Meist führt dies zu einem Kreislauf, in dem sich Redner und Publikum gegenseitig in einen schlechteren Zustand bringen. Der Redner hält dann das Publikum für besonders schwierig, fühlt sich selbst dadurch noch unsicherer, vermittelt das nonverbal, das Publikum reagiert … Ein Kreislauf, der sich weiter und weiter verstärkt, wenn er nicht frühzeitig unterbrochen wird.

 

 

 

Besser, viel besser

 

Es färbt ab, so oder so: Glücklicherweise gilt das auch in die andere Richtung. Wenn Sie sich sicher fühlen steigen die Chancen, dass auch Ihr Publikum sich sicher fühlt. Also sorgen Sie dafür, dass Sie in den Zuständen sind, in die Sie Ihr Publikum einladen. Möge das Oxytocin mit Ihnen sein!

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

 

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Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

Authentisch präsentieren statt perfekt wirken: Erfahre, wie Kompetenz, Persönlichkeit, Nahbarkeit und gute Vorbereitung gemeinsam überzeugen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. August 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:CNB
Ü: