Einwandvorwegnahme: Argumente besser vorbereiten und überzeugen

Einwandvorwegnahme

Argumente besser vorbereiten und überzeugen
Einwandvorwegnahme

Einwandvorwegnahme: Gute Argumente halten kritischen Fragen stand

 

Du hast eine gute Idee.

Die Argumente wirken schlüssig.

Du kennst dein Ziel.

Und dann kommt eine Frage, mit der du kaum gerechnet hast.

Plötzlich verändert sich das Gespräch.

Nicht unbedingt, weil dein Vorschlag schlecht ist.

Vielleicht hast du lediglich eine Perspektive übersehen.

Genau hier beginnt der Wert der Einwandvorwegnahme.

Dabei geht es keineswegs darum, jede kritische Stimme im Voraus rhetorisch unschädlich zu machen.

Viel wertvoller ist etwas anderes:

Du prüfst deine eigene Position, bevor es andere tun.

Das verbessert Argumente.

Es macht Entscheidungen belastbarer.

Und es erhöht Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Was bedeutet Einwandvorwegnahme?

 

Einwandvorwegnahme bedeutet, mögliche Bedenken, Gegenargumente oder kritische Fragen bereits vor einem Gespräch, einer Entscheidung oder einer Präsentation zu erkennen und bewusst zu berücksichtigen.

Du fragst dich beispielsweise:

Was könnte gegen meinen Vorschlag sprechen?

Welche Risiken sieht mein Gegenüber?

Welche Annahmen habe ich bisher kaum geprüft?

Welche Frage würde ich stellen, wenn ich auf der anderen Seite säße?

Welche Schwachstelle meiner Argumentation könnte jemand entdecken?

Damit verändert sich die Vorbereitung.

Du bereitest dich weniger darauf vor, Recht zu behalten.

Du bereitest dich darauf vor, tragfähig zu argumentieren.

 

 

 

Einwände sind keine Störung

 

Ein Einwand fühlt sich manchmal wie Widerstand an.

Dabei kann er wertvolle Information enthalten.

Vielleicht zeigt er:

eine fehlende Information,

ein anderes Interesse,

eine unklare Annahme,

ein reales Risiko,

eine Sorge,

oder schlicht eine andere Perspektive.

Deshalb lohnt sich eine Haltung, die in wichtigen Gesprächen viel verändert:

Ein Einwand ist zunächst Information.

Er kann falsch sein.

Er kann auf einem Missverständnis beruhen.

Er kann taktisch eingesetzt werden.

Und er kann genau auf den Punkt hinweisen, den du bisher übersehen hast.

Wer Einwände ausschließlich abwehren möchte, verschenkt diese Information.

 

 

 

Die stärkste Einwandvorwegnahme beginnt mit Selbstkritik

 

Gerade wenn wir von unserer eigenen Idee überzeugt sind, steigt das Risiko, Gegenargumente zu unterschätzen.

Wir kennen unsere Gründe.

Wir sehen die Vorteile.

Wir haben uns vielleicht lange mit dem Thema beschäftigt.

Damit entsteht leicht eine Form von Betriebsblindheit.

Deshalb gehört zu guter Vorbereitung die Frage:

Was würde ein kluger Kritiker an meiner Position beanstanden?

Nicht irgendein Gegner.

Ein intelligenter, informierter Mensch, der die Sache anders sieht.

Das ist anspruchsvoller.

Und wesentlich wertvoller.

Denn wer nur schwache Gegenargumente sammelt, bestätigt sich am Ende vor allem selbst.

 

 

 

Der Steelman statt des Strohmanns

Eine hilfreiche Methode besteht darin, die Gegenposition möglichst stark zu formulieren.

Nicht:

„Was könnte irgendein Nörgler sagen?“

Sondern:

„Wie würde die beste Version des Gegenarguments aussehen?“

Das wird häufig als Steelmanning bezeichnet.

Du formulierst die Gegenposition so überzeugend, dass auch ein ernsthafter Vertreter dieser Position sagen könnte:

„Ja, genau das ist mein Punkt.“

Erst dann prüfst du deine eigene Antwort.

Das hat einen großen Vorteil:

Wenn deine Position einem starken Gegenargument standhält, ist sie wesentlich belastbarer.

Und wenn sie es nicht tut, erfährst du es früh.

Das ist ebenfalls ein Gewinn.

 

 

 

Gute Vorbereitung kann die eigene Meinung verändern

 

Dieser Punkt wird bei Einwandvorwegnahme häufig übersehen.

Vielleicht stellst du bei der Vorbereitung fest:

Der Einwand ist berechtigt.

Dann hast du mehrere Möglichkeiten.

Du kannst deinen Vorschlag verbessern.

Du kannst Einschränkungen benennen.

Du kannst zusätzliche Informationen beschaffen.

Oder du kannst deine Position verändern.

Das ist keine Schwäche.

Im Gegenteil:

Wenn neue Informationen deine Einschätzung verbessern, funktioniert dein Denken.

Einwandvorwegnahme ist deshalb mehr als Rhetorik.

Sie ist eine Methode zur Qualitätskontrolle.

 

 

 

Warum es glaubwürdig wirkt, eigene Schwächen anzusprechen

 

Menschen reagieren häufig positiv darauf, wenn jemand relevante Gegenargumente selbst benennt.

Zum Beispiel:

„Dieser Vorschlag hat einen Nachteil, den wir ernst nehmen sollten.“

Oder:

„Der größte Einwand gegen diese Lösung ist aus meiner Sicht …“

Oder:

„Unter diesen Bedingungen würde ich selbst davon abraten.“

Das wirkt häufig glaubwürdiger als eine Präsentation, in der scheinbar alles ausschließlich Vorteile besitzt.

Denn das Publikum weiß:

Fast jede relevante Entscheidung hat Nachteile, Risiken oder Zielkonflikte.

Wer sie vollständig ausblendet, wirkt schnell wie ein Verkäufer der eigenen Idee.

Wer sie angemessen einordnet, wirkt eher wie jemand, der die Sache verstanden hat.

 

 

 

Ehrlichkeit ist stärker als taktisches Vorwegnehmen

 

Einwandvorwegnahme kann manipulativ eingesetzt werden.

Dann werden harmlose Einwände genannt und scheinbar souverän beantwortet, während die tatsächlich schwierigen Punkte unerwähnt bleiben.

Das erzeugt den Eindruck:

„Wir haben alle Kritik berücksichtigt.“

Obwohl genau das kaum geschehen ist.

Deshalb ist die entscheidende Qualitätsfrage:

Spreche ich wirklich über die relevanten Einwände?

Oder lediglich über jene, die ich bequem beantworten kann?

Glaubwürdige Kommunikation braucht die erste Variante.

 

 

 

Wann solltest du einen Einwand selbst ansprechen?

 

Nicht jeder denkbare Einwand gehört ungefragt auf den Tisch.

Sonst kannst du ein Gespräch mit Risiken überladen, die für dein Gegenüber bislang kaum Bedeutung besitzen.

Besonders sinnvoll ist das Vorwegnehmen, wenn ein Einwand:

naheliegend ist,

für die Entscheidung relevant ist,

mit hoher Wahrscheinlichkeit auftauchen wird,

deine Glaubwürdigkeit gefährden könnte, wenn du ihn verschweigst,

oder sich früh wesentlich besser klären lässt als später.

Dann gilt häufig:

Sprich den kritischen Punkt an, bevor er wie eine Entdeckung gegen dich wirkt.

 

 

 

Ein Beispiel

 

Angenommen, du schlägst ein Projekt vor, das kurzfristig höhere Kosten verursacht.

Du könntest ausschließlich die langfristigen Vorteile präsentieren.

Doch dein Publikum sieht die Kosten wahrscheinlich ohnehin.

Dann kann es stärker sein, selbst zu sagen:

„Der offensichtlichste Nachteil ist die höhere Anfangsinvestition. Deshalb sollten wir uns anschauen, wann sie sich amortisiert und welches Risiko wir übernehmen.“

Nun passiert etwas Wichtiges.

Du hast den kritischen Punkt weder versteckt noch dramatisiert.

Du hast ihn eingeordnet.

Das schafft eine bessere Grundlage für die Entscheidung.

 

 

 

Einwände haben häufig mehrere Ebenen

 

Nicht jeder Einwand richtet sich gegen deine Sachargumente.

Es kann um unterschiedliche Ebenen gehen.

 

Sachebene

„Die Kosten sind zu hoch.“

 

Risikobezogene Ebene

„Was passiert, wenn die Umsetzung scheitert?“

 

Beziehungsebene

„Warum wurden wir vorher nicht einbezogen?“

 

Interessenebene

„Was bedeutet das für meinen Verantwortungsbereich?“

 

Vertrauensebene

„Warum sollten wir dieser Prognose glauben?“

Wer ausschließlich sachliche Antworten vorbereitet, kann deshalb am eigentlichen Einwand vorbeireden.

Eine gute Frage lautet:

Was steckt hinter diesem Einwand?

 

 

 

Nicht jeder Einwand braucht sofort eine Antwort

 

Manchmal reagieren Menschen auf Einwände zu schnell.

Kaum ist die Kritik ausgesprochen, beginnt die Gegenargumentation.

Dabei wäre zuerst eine Frage hilfreicher:

„Was genau bereitet Ihnen dabei Sorgen?“

Oder:

„Welcher Aspekt ist für Sie besonders kritisch?“

Oder:

„Was müsste geklärt sein, damit Sie den Vorschlag anders bewerten könnten?“

Damit erfährst du, was der Einwand tatsächlich bedeutet.

Ein Satz wie „Das ist zu teuer“ kann schließlich sehr Unterschiedliches heißen.

„Mein Budget reicht nicht.“

„Ich erkenne den Wert noch nicht.“

„Ich habe ein günstigeres Angebot.“

„Ich möchte verhandeln.“

Gleiche Worte.

Völlig unterschiedliche Antworten.

 

 

 

Der Einwand-Check: sechs Fragen für eine belastbare Vorbereitung

 

Vor wichtigen Gesprächen, Präsentationen und Entscheidungen helfen sechs Fragen.

 

1. Was ist meine zentrale Behauptung?

Was möchte ich eigentlich vertreten?

Formuliere sie möglichst klar.

 

2. Welche Annahmen tragen meine Position?

Was setze ich voraus?

Welche dieser Annahmen könnten andere anders beurteilen?

 

3. Was ist das stärkste Gegenargument?

Nicht das bequemste.

Das stärkste.

 

4. Welche Interessen hat mein Gegenüber?

Was könnte aus seiner Perspektive problematisch sein?

 

5. Welcher Einwand wäre berechtigt?

Wo besitzt meine Position tatsächlich Grenzen, Risiken oder Nachteile?

 

6. Was möchte ich damit tun?

Kann ich den Vorschlag verbessern?

Brauche ich zusätzliche Informationen?

Sollte ich den Einwand offen ansprechen?

Oder verändert er sogar meine Entscheidung?

Damit wird Einwandvorwegnahme zu mehr als einer rhetorischen Technik.

Sie wird zu strukturierter Urteilsarbeit.

 

 

 

Einwandvorwegnahme bei Entscheidungen

 

Besonders wertvoll ist dieses Prinzip, bevor du selbst eine wichtige Entscheidung triffst.

Angenommen, du hast dich innerlich bereits für eine Option entschieden.

Dann frag dich:

Was müsste wahr sein, damit diese Entscheidung ein Fehler wäre?

Oder:

Welche Information würde meine Entscheidung verändern?

Oder:

Welche Einwände würde jemand vorbringen, dessen Urteil ich respektiere?

Diese Fragen helfen, Bestätigungsfehler zu reduzieren.

Denn sobald wir eine bevorzugte Lösung haben, suchen wir leicht nach Argumenten dafür.

Gute Entscheidungen brauchen auch die Gegenprobe.

 

 

 

Die Pre-Mortem-Frage

 

Eine besonders wirkungsvolle Variante ist das sogenannte Pre-Mortem.

Stell dir vor:

Du hast deine Entscheidung getroffen.

Ein Jahr später ist sie deutlich schlechter ausgegangen als erwartet.

Nun fragst du:

„Was ist vermutlich schiefgegangen?“

Diese Perspektive kann Risiken sichtbar machen, die im normalen Optimismus leicht untergehen.

Vielleicht fehlten Ressourcen.

Vielleicht war eine Annahme falsch.

Vielleicht wurde Widerstand unterschätzt.

Vielleicht war der Zeitplan unrealistisch.

Solche Erkenntnisse lassen sich nutzen, bevor etwas schiefgeht.

 

 

 

Einwandvorwegnahme in Präsentationen

 

In einer Präsentation kann es sinnvoll sein, den Gedanken des Publikums einen Schritt voraus zu sein.

Du erklärst einen Vorschlag.

Und an der Stelle, an der vermutlich die Frage entsteht:

„Was kostet das?“

sprichst du die Kosten an.

Oder:

„Das klingt theoretisch gut. Funktioniert es auch praktisch?“

Dann folgen Beispiele oder Daten.

Dadurch entsteht ein angenehmer Eindruck:

Der Redner versteht meine Perspektive.

Das erhöht Aufmerksamkeit und Vertrauen.

 

 

 

Einwandvorwegnahme in Verhandlungen

 

Auch in Verhandlungen ist Vorbereitung entscheidend.

Welche Einwände wird die andere Seite vermutlich haben?

Was ist tatsächlich relevant?

Was ist taktischer Widerstand?

Wo kannst du Interessen berücksichtigen?

Und wo brauchst du eine klare Grenze?

Je besser du diese Punkte kennst, desto weniger musst du im Gespräch improvisieren.

Dabei bleibt ein wichtiger Grundsatz:

Bereite Antworten vor. Bleib neugierig auf den tatsächlichen Einwand.

Denn dein Gegenüber kann anders denken, als du erwartet hast.

 

 

 

Die Gefahr der Übervorbereitung

 

Auch Einwandvorwegnahme lässt sich übertreiben.

Wer jedes denkbare Problem vorwegnehmen möchte, kann:

eine Botschaft unnötig kompliziert machen,

Unsicherheit erzeugen,

Risiken hervorheben, die kaum relevant sind,

oder sich selbst in endlosen Szenarien verlieren.

Deshalb braucht Vorbereitung Prioritäten.

Frag:

Wie wahrscheinlich ist der Einwand?

Wie relevant ist er?

Wie groß wäre seine Wirkung?

Was muss vorab geklärt werden?

Nicht jede denkbare Frage verdient denselben Aufwand.

 

 

 

Gute Argumentation zeigt ihre Belastbarkeit

 

Vielleicht ist das die wichtigste Perspektive.

Starke Argumente zeichnen sich weniger dadurch aus, dass niemand widerspricht.

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch bei kritischer Prüfung tragen.

Deshalb musst du Einwände keineswegs fürchten.

Du kannst sie nutzen.

Als Test.

Als Informationsquelle.

Als Perspektiverweiterung.

Und manchmal als Anlass, die eigene Position besser zu machen.

 

 

 

Fazit: Prüfe deine Argumente, bevor andere es tun

 

Einwandvorwegnahme ist mehr als ein rhetorischer Trick.

Sie ist eine Form vorausschauender Kommunikation.

Und eine Form guten Denkens.

Frag dich vor wichtigen Gesprächen:

Was könnte gegen meine Position sprechen?

Was ist das stärkste Gegenargument?

Welche Perspektive habe ich bisher zu wenig berücksichtigt?

Welche Risiken sollte ich offen ansprechen?

Und was würde meine eigene Meinung verändern?

Dann gehst du anders in Gespräche.

Weniger mit dem Wunsch, jeden Einwand abzuwehren.

Mehr mit der Bereitschaft, eine Position zu vertreten, die kritischer Prüfung standhält.

Denn überzeugende Kommunikation beginnt häufig lange vor dem ersten Satz:

mit der Bereitschaft, die eigene Sicht selbst auf die Probe zu stellen.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Juni 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #56466
K:CNB
Ü:

Das erste Angebot bei Verhandlungen: annehmen oder nachverhandeln?

Das erste Angebot bei Verhandlungen

Annehmen oder nachverhandeln?
Verhandlungen

Das erste Angebot in Verhandlungen: Annehmen, nachverhandeln oder genauer hinschauen?

 

Du bekommst ein Angebot.

Der Preis passt.

Die Bedingungen wirken attraktiv.

Vielleicht ist das Angebot sogar besser als erwartet.

Also zusagen?

Oder gehört es zu einer guten Verhandlung, grundsätzlich erst einmal ein Gegenangebot zu machen?

Die häufig gehörte Regel lautet:

„Akzeptiere niemals das erste Angebot.“

Als Orientierung kann dieser Gedanke hilfreich sein.

Als starre Regel greift er zu kurz.

Denn gute Verhandlungsführung besteht weniger darin, möglichst lange zu handeln.

Sie besteht darin, den Wert eines Angebots einschätzen zu können und bewusst zu entscheiden, was als Nächstes sinnvoll ist.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Ist dieses Angebot bereits gut – oder gibt es einen guten Grund, weiterzuverhandeln?

 

 

 

Das erste Angebot hat eine besondere Wirkung

 

Das erste konkrete Angebot verändert eine Verhandlung.

Aus Vorstellungen werden Zahlen.

Aus Möglichkeiten werden Bedingungen.

Plötzlich steht etwas im Raum, auf das sich beide Seiten beziehen können.

Damit setzt das erste Angebot häufig einen sogenannten Anker.

Es beeinflusst, welcher Bereich anschließend als realistisch oder angemessen wahrgenommen wird.

Gerade deshalb lohnt es sich, ein erstes Angebot aufmerksam zu betrachten.

Nicht reflexartig ablehnen.

Nicht reflexartig annehmen.

Sondern prüfen.

 

 

 

Warum Menschen ein gutes erstes Angebot trotzdem hinterfragen

 

Stell dir vor, du hast mit deutlich schwierigeren Bedingungen gerechnet.

Dann nennt die andere Seite einen Preis oder eine Leistung, die deine Erwartungen sogar übertrifft.

Du sagst sofort:

„Einverstanden.“

Eigentlich müsste die andere Person zufrieden sein.

Manchmal geschieht etwas anderes.

Sie denkt:

„Das ging erstaunlich schnell.“

„War mein Angebot zu großzügig?“

„Hätte ich mehr verlangen können?“

„Habe ich etwas übersehen?“

Ein sofort akzeptiertes Angebot kann deshalb paradoxerweise auf beiden Seiten Unsicherheit erzeugen.

Die eine Seite fragt sich, ob sie zu viel gegeben hat.

Die andere beginnt möglicherweise später zu überlegen, ob noch mehr möglich gewesen wäre.

So kann selbst ein objektiv gutes Ergebnis einen unnötigen Beigeschmack bekommen.

 

 

 

Ein gutes Ergebnis braucht mehr als einen guten Preis

 

Verhandlungen drehen sich häufig um Zahlen.

Doch gute Verhandlungsergebnisse bestehen aus mehreren Komponenten.

Zum Beispiel:

Preis.

Leistungsumfang.

Zeitpunkt.

Qualität.

Zahlungsbedingungen.

Verantwortlichkeiten.

Risiken.

Service.

Flexibilität.

Verbindlichkeit.

Zukünftige Zusammenarbeit.

Vielleicht ist der Preis bereits hervorragend.

Dafür gibt es bei anderen Punkten noch Gestaltungsspielraum.

Deshalb lohnt sich vor einer schnellen Zusage die Frage:

Was gehört für mich insgesamt zu einem guten Ergebnis?

 

 

 

Vorbereitung entscheidet mehr als Verhandlungstricks

 

Wer seine eigenen Maßstäbe kennt, braucht weniger taktische Spielchen.

Vor einer wichtigen Verhandlung solltest du möglichst klar wissen:

Was ist mein ideales Ergebnis?

Was wäre ein gutes Ergebnis?

Welche Bedingungen sind mir besonders wichtig?

Wo habe ich Spielraum?

Welche Punkte haben für die andere Seite vermutlich hohen Wert?

Welche Alternativen habe ich?

Und ab welchem Punkt ist ein Angebot so attraktiv, dass eine Zusage sinnvoll wird?

Wer diese Fragen vorher beantwortet, kann ein erstes Angebot wesentlich besser bewerten.

Ohne diesen Maßstab entsteht schnell eine eigenartige Situation:

Das Angebot wird danach bewertet, ob noch mehr herauszuholen wäre.

Das ist ein anderer Maßstab als:

Ist dieses Ergebnis für mich gut?

 

 

 

Der wichtigste Unterschied: optimieren oder maximieren?

 

In Verhandlungen werden zwei Ziele leicht verwechselt.

Das eine lautet:

Ein gutes Ergebnis erreichen.

Das andere:

Jeden möglichen Vorteil ausschöpfen.

Beides kann sinnvoll sein.

Es führt jedoch zu unterschiedlichem Verhalten.

Wer maximieren möchte, sucht häufig weiter, selbst wenn bereits ein sehr gutes Ergebnis vorliegt.

Wer optimiert, betrachtet auch Zeit, Beziehung, Risiko und zukünftige Möglichkeiten.

Gerade bei langfristigen Geschäftsbeziehungen kann ein gutes Ergebnis für beide Seiten wertvoller sein als ein maximaler kurzfristiger Vorteil.

 

 

 

Wann ein Gegenangebot sinnvoll sein kann

 

Weiterzuverhandeln kann besonders sinnvoll sein, wenn:

der erste Vorschlag deutlich außerhalb deiner Erwartungen liegt,

wichtige Interessen bislang kaum berücksichtigt werden,

offensichtlich Verhandlungsspielraum vorhanden ist,

mehrere Bestandteile des Angebots offen sind,

die andere Seite ausdrücklich mit Verhandlungen rechnet,

oder weitere Informationen für eine gute Entscheidung erforderlich sind.

Dann kann ein Gegenangebot helfen, Interessen sichtbar zu machen und bessere Bedingungen zu entwickeln.

Ein gutes Gegenangebot lautet dabei selten einfach:

„Mehr.“

Hilfreicher ist eine Verbindung aus Ziel und Begründung.

Zum Beispiel:

„Wenn wir beim Zeitrahmen flexibler werden, kann ich Ihnen beim Preis entgegenkommen.“

Oder:

„Der Umfang passt für mich. Beim Zahlungsziel wünsche ich mir eine andere Lösung.“

So entsteht Bewegung.

 

 

 

Wann ein erstes Angebot bereits sehr gut sein kann

 

Ein erstes Angebot kann selbstverständlich auch genau passen.

Vielleicht kennst du Marktwert und Rahmenbedingungen sehr gut.

Vielleicht ist das Angebot transparent und fair.

Vielleicht stimmt es mit deinen wichtigsten Zielen überein.

Vielleicht ist die Beziehung wichtiger als ein zusätzlicher kleiner Vorteil.

Vielleicht ist Schnelligkeit selbst ein Wert.

Dann darf eine schnelle Einigung ausgesprochen klug sein.

Professionalität zeigt sich keineswegs darin, jede Verhandlung künstlich zu verlängern.

Sie zeigt sich darin, ein gutes Angebot als gutes Angebot erkennen zu können.

 

 

 

Fairness ist ebenfalls eine Verhandlungsstrategie

 

Manche Menschen betrachten Verhandlungen vor allem als Wettbewerb.

Wer gewinnt mehr?

Wer gibt weniger nach?

Wer setzt sich durch?

Diese Sichtweise passt zu bestimmten Situationen.

Viele Verhandlungen betreffen jedoch Menschen, mit denen wir später erneut zu tun haben.

Kunden.

Geschäftspartner.

Kollegen.

Dienstleister.

Mitarbeiter.

Dann gehört die Qualität der zukünftigen Beziehung ebenfalls zum Verhandlungsergebnis.

Ein Satz, den ich für sehr hilfreich halte, lautet:

Gut verhandelt hast du auch dann, wenn dein Gegenüber anschließend gerne wieder mit dir verhandelt.

Ein Ergebnis, das eine Seite als Niederlage erlebt, kann später teuer werden.

 

 

 

Vorsicht vor dem Verhandlungsreflex

 

Es gibt Menschen, die grundsätzlich nachverhandeln.

Ein Preis wird genannt.

Die automatische Antwort lautet:

„Da muss noch etwas gehen.“

Das kann funktionieren.

Es kann ebenso Vertrauen kosten.

Besonders bei hochwertigen Dienstleistungen, individuellen Leistungen oder langfristiger Zusammenarbeit kann permanentes Feilschen ein Signal senden:

Der Preis zählt stärker als Qualität, Beziehung und Passung.

Dann lohnt sich die Frage:

Verhandle ich gerade, weil es sinnvoll ist – oder weil ich glaube, dass man eben verhandeln muss?

 

 

 

Zugeständnisse haben einen Wert

 

Wenn die andere Seite dir entgegenkommt, sollte ein Zugeständnis als wertvoll erkennbar bleiben.

Wer Zugeständnisse sehr schnell und ohne Gegenleistung macht, kann unbeabsichtigt signalisieren:

Hier war ohnehin viel Luft.

Hilfreicher ist häufig ein Austausch.

„Wenn wir diesen Punkt verändern, können wir dort entgegenkommen.“

So bleiben Zugeständnisse Teil einer bewussten Verhandlung.

Und beide Seiten erleben Bewegung.

 

 

 

Schweigen kann ein gutes Werkzeug sein

 

Ein Angebot liegt auf dem Tisch.

Jetzt entsteht häufig der Impuls, sofort zu reagieren.

Dabei kann ein kurzer Moment ausgesprochen wertvoll sein.

Nachdenken.

Prüfen.

Fragen stellen.

Das Angebot wirken lassen.

Eine Pause vermittelt keineswegs automatisch Ablehnung.

Sie kann zeigen:

Ich nehme diese Entscheidung ernst.

Gerade Menschen, die Verhandlungen möglichst schnell abschließen möchten, verschenken durch vorschnelle Reaktionen häufig wertvolle Informationen.

 

 

 

Die Reaktion auf ein Angebot liefert Informationen

 

Achte bei Verhandlungen auch darauf, wie die andere Seite reagiert.

Auf Fragen.

Auf Gegenangebote.

Auf Pausen.

Auf Bedingungen.

Auf Alternativen.

Manchmal verrät die Reaktion mehr als das ursprüngliche Angebot.

Zum Beispiel:

Welche Punkte scheinen besonders wichtig?

Wo besteht Flexibilität?

Welche Themen werden schnell abgewehrt?

Wo entsteht echtes Interesse?

Welche Bedingungen spielen möglicherweise eine größere Rolle als der Preis?

Gute Verhandlungsführung bedeutet deshalb ebenfalls:

zuhören und beobachten.

 

 

 

Der Angebots-Check: fünf Fragen vor der Entscheidung

 

Bevor du ein erstes Angebot annimmst oder ein Gegenangebot machst, können fünf Fragen helfen.

 

1. Wie gut ist das Angebot gemessen an meinen Zielen?

Passt es zu dem, was ich vorher als gutes Ergebnis definiert habe?

 

2. Welche Punkte sind noch offen?

Preis?

Umfang?

Risiko?

Zeit?

Flexibilität?

Verbindlichkeit?

 

3. Gibt es einen konkreten Grund für weitere Verhandlungen?

Oder entsteht der Wunsch vor allem aus dem Gedanken:

„Vielleicht geht noch mehr.“

 

4. Was könnte weiteres Verhandeln kosten?

Zeit?

Vertrauen?

Geschwindigkeit?

Beziehung?

Eine gute Gelegenheit?

 

5. Welches Ergebnis möchte ich langfristig?

Eine einzelne maximale Position?

Oder eine tragfähige Vereinbarung, die auch später noch gut wirkt?

Damit wird aus einem Reflex eine Entscheidung.

 

 

 

Das erste Angebot ist ein Datenpunkt

 

Vielleicht ist das der hilfreichste Perspektivwechsel:

Das erste Angebot ist weder automatisch gut noch schlecht. Es ist Information.

Es zeigt dir etwas über die Erwartungen der anderen Seite.

Über den möglichen Verhandlungsspielraum.

Über Prioritäten.

Und manchmal auch über die Bereitschaft zu einer Einigung.

Behandle es deshalb wie einen Datenpunkt.

Prüfe.

Frage.

Ordne ein.

Und entscheide dann.

 

 

 

Gute Verhandler wissen, wann genug erreicht ist

 

Verhandeln bedeutet keineswegs, jeden Zentimeter Spielraum auszunutzen.

Manchmal besteht die größte Kompetenz darin zu erkennen:

Das ist ein gutes Ergebnis.

Denn jede weitere Verhandlungsrunde hat einen Preis.

Sie kostet Zeit.

Sie kann Unsicherheit erzeugen.

Sie kann Vertrauen belasten.

Und sie kann eine gute Einigung gefährden.

Die Frage lautet also weniger:

„Kann ich noch mehr herausholen?“

Hilfreicher ist:

„Verbessert eine weitere Verhandlung das Gesamtergebnis wirklich?“

 

 

 

Fazit: Das erste Angebot prüfen statt reflexartig reagieren

 

Starre Verhandlungsregeln klingen praktisch.

Die Wirklichkeit verlangt meistens mehr Urteilsfähigkeit.

Ein erstes Angebot kann Verhandlungsspielraum enthalten.

Es kann ebenso bereits hervorragend sein.

Deshalb:

Prüfe deine Ziele.

Betrachte das Gesamtpaket.

Achte auf Interessen und Alternativen.

Berücksichtige Beziehung und Zukunft.

Und frage dich:

Was macht dieses Angebot für mich zu einem guten Ergebnis?

Welcher Punkt verdient noch Klärung?

Was gewinne ich durch weiteres Verhandeln?

Und was könnte ich dadurch verlieren?

Gute Verhandlungsführung bedeutet weniger, automatisch weiterzuverhandeln.

Sie bedeutet:

den eigenen Maßstab zu kennen, Spielräume zu erkennen und im richtigen Moment entscheiden zu können.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
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Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Kontaktformular

 

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026

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Manche Aussagen klingen sofort einleuchtend.

Sie passen zu dem, was wir ohnehin vermuten.

Sie werden selbstbewusst vorgetragen.

Vielleicht gibt es sogar eine eingängige Geschichte dazu.

Und innerhalb weniger Sekunden entsteht der Eindruck:

„Ja, das ergibt Sinn.“

Genau hier lohnt sich Aufmerksamkeit.

Denn etwas kann plausibel klingen und trotzdem schlecht begründet, unvollständig oder schlicht falsch sein.

Dafür gibt es einen hilfreichen Begriff:

Pseudoplausibilität.

Pseudoplausibilität entsteht, wenn eine Behauptung überzeugend wirkt, obwohl die tatsächliche Begründung wenig trägt.

Und gerade deshalb ist sie gefährlich.

Denn offensichtlich schlechte Argumente erkennen wir häufig schnell.

Die schwierigeren Fälle sind jene, die sich zunächst gut anhören.

 

 

 

Plausibel ist noch lange nicht wahr

 

Plausibilität bedeutet zunächst:

Etwas erscheint nachvollziehbar.

Es passt zu unserem bisherigen Wissen.

Es klingt wahrscheinlich.

Das ist wertvoll.

Wir können schließlich kaum jede Information vollständig überprüfen.

Unser Gehirn braucht schnelle Einschätzungen.

Schwierig wird es, wenn aus:

„Das klingt plausibel“

unbemerkt wird:

„Dann wird es wohl stimmen.“

Genau zwischen diesen beiden Aussagen liegt ein wichtiger Unterschied.

Plausibilität ist ein Hinweis. Sie ist kein Beweis.

 

 

 

Ein einfaches Beispiel

 

Stell dir vor, jemand sagt:

„Seit wir diese neue Strategie eingeführt haben, steigen die Umsätze. Also funktioniert die Strategie.“

Das klingt plausibel.

Vielleicht stimmt es sogar.

Doch bevor wir das wissen, fehlen einige Fragen.

Sind die Umsätze tatsächlich wegen dieser Strategie gestiegen?

Gab es gleichzeitig andere Veränderungen?

Hat sich der Markt verändert?

Gab es saisonale Effekte?

Wurden Preise angepasst?

Hat ein wichtiger Wettbewerber Probleme?

Die ursprüngliche Aussage kann am Ende richtig sein.

Die Begründung reicht zunächst noch nicht.

Und genau das ist typisch für Pseudoplausibilität:

Eine nachvollziehbar klingende Geschichte ersetzt eine belastbare Prüfung.

 

 

 

Warum Pseudoplausibilität so gut funktioniert

 

Unser Denken liebt Zusammenhänge.

Wenn zwei Dinge gut zusammenpassen, entsteht schnell das Gefühl:

„Das erklärt es.“

Hinzu kommt:

Eine einfache Erklärung fühlt sich häufig angenehmer an als eine komplizierte Wirklichkeit.

Wir bevorzugen Geschichten mit klaren Ursachen.

Ein Ereignis.

Eine Erklärung.

Ein Ergebnis.

Die Realität ist oft weniger ordentlich.

Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig.

Informationen fehlen.

Zusammenhänge bleiben unsicher.

Und genau in dieser Lücke gedeihen scheinbar plausible Erklärungen besonders gut.

 

 

 

Je besser die Geschichte, desto genauer lohnt sich der Blick

 

Eine gute Geschichte kann ein Argument verständlicher machen.

Sie kann zugleich Schwächen verdecken.

Stell dir vor, jemand erzählt einen eindrucksvollen Einzelfall.

Ein Mensch hat etwas getan.

Danach geschah etwas Außergewöhnliches.

Und daraus wird eine allgemeine Schlussfolgerung gezogen.

Das fühlt sich überzeugend an.

Doch eine Geschichte beantwortet noch keine Fragen nach Häufigkeit, Ursachen oder Übertragbarkeit.

Einzelfälle können Hinweise liefern.

Sie ersetzen keine belastbare Grundlage.

Deshalb lohnt sich besonders bei sehr anschaulichen Erklärungen die Frage:

Welche Belege tragen die Schlussfolgerung – jenseits der Geschichte?

 

 

 

Selbstbewusstsein ist kein Qualitätsnachweis

 

Auch die Art der Präsentation beeinflusst unsere Einschätzung.

Eine Behauptung wirkt glaubwürdiger, wenn jemand sie:

klar,

flüssig,

selbstbewusst

und mit großer Überzeugung vorträgt.

Das ist menschlich.

Sicherheit wird leicht mit Kompetenz verwechselt.

Doch ein Mensch kann ausgesprochen überzeugend irren.

Und jemand kann vorsichtig formulieren, gerade weil er viel über ein Thema weiß.

Deshalb:

Die Sicherheit eines Redners sagt wenig darüber aus, wie sicher seine Aussage ist.

Gerade bei komplexen Themen ist sorgfältige Sprache häufig ein Qualitätsmerkmal.

 

 

Fachbegriffe können Kompetenz zeigen – oder Kompetenz simulieren

 

Auch Fachsprache kann Pseudoplausibilität verstärken.

Eine Erklärung klingt plötzlich wissenschaftlich.

Es tauchen komplizierte Begriffe auf.

Vielleicht Diagramme.

Zahlen.

Abkürzungen.

Und schnell entsteht der Eindruck:

„Das muss fundiert sein.“

Doch Fachsprache kann erklären.

Oder beeindrucken.

Die entscheidende Frage lautet:

Wird die Aussage dadurch nachvollziehbarer – oder lediglich schwerer zu hinterfragen?

Wer etwas verstanden hat, kann häufig auch die grundlegende Logik erklären.

Komplexität darf komplex bleiben.

Unverständlichkeit ist jedoch kein Beweis für Tiefe.

 

 

 

Zahlen wirken präzise – auch wenn sie wenig aussagen

 

Zahlen haben einen besonderen Überzeugungseffekt.

„Viele Menschen sind betroffen.“

klingt weniger stark als:

„73 Prozent sind betroffen.“

Die zweite Aussage wirkt präzise.

Doch sofort entstehen neue Fragen:

73 Prozent von wem?

Wie groß war die Stichprobe?

Wie wurde gefragt?

Wann?

Unter welchen Bedingungen?

Was bedeutet „betroffen“?

Eine präzise Zahl kann aus einer unpräzisen Untersuchung stammen.

Deshalb gilt:

Präzision in der Darstellung garantiert keine Qualität der Grundlage.

 

 

 

Eine häufige Falle: Erklärung mit Ursache verwechseln

 

Menschen möchten wissen, warum etwas geschieht.

Das lädt zu schnellen Kausalgeschichten ein.

„A geschah vor B, also hat A B verursacht.“

Das kann stimmen.

Es muss es keineswegs.

Zeitliche Abfolge ist noch keine Ursache.

Zusammenhang ist noch keine Ursache.

Plausibilität ist noch keine Ursache.

Eine hilfreiche Frage lautet deshalb:

Welche andere Erklärung könnte dieselben Beobachtungen ebenfalls erklären?

Schon diese eine Frage verbessert die Qualität des Denkens erheblich.

 

 

 

Pseudoplausibilität lebt von fehlenden Alternativen

 

Eine Erklärung wirkt oft besonders überzeugend, solange wir keine zweite kennen.

Sobald mehrere plausible Erklärungen nebeneinanderstehen, verändert sich die Situation.

Angenommen, ein Mitarbeiter liefert plötzlich schlechtere Ergebnisse.

Eine einfache Erklärung lautet:

„Er ist unmotiviert.“

Plausibel.

Andere Möglichkeiten:

Die Aufgabe ist unklar.

Die Arbeitsbelastung ist gestiegen.

Es fehlen Informationen.

Es gibt private Belastungen.

Ein Prozess funktioniert schlecht.

Die ursprüngliche Erklärung kann weiterhin stimmen.

Doch nun behandeln wir sie als Hypothese statt als Tatsache.

Das ist ein großer Fortschritt.

 

 

 

Die wichtigste Gegenfrage: Woher wissen wir das?

 

Wenn eine Behauptung sehr einleuchtend klingt, hilft eine erstaunlich einfache Frage:

Woher wissen wir das?

Nicht aggressiv.

Nicht misstrauisch.

Aus Interesse an einer tragfähigen Grundlage.

Weitere hilfreiche Fragen sind:

Welche Belege sprechen dafür?

Welche anderen Erklärungen gibt es?

Was würde gegen diese Behauptung sprechen?

Unter welchen Bedingungen wäre sie falsch?

Was wissen wir tatsächlich – und was vermuten wir?

Diese Fragen schaffen Abstand zwischen Eindruck und Urteil.

 

 

 

Der Plausibilitäts-Check

 

Für wichtige Aussagen empfehle ich einen einfachen Check mit fünf Fragen.

 

1. Was wird konkret behauptet?

Formuliere die Aussage möglichst nüchtern.

Oft verliert sie bereits dabei einen Teil ihrer rhetorischen Verpackung.

 

2. Welche Begründung wird geliefert?

Gibt es Daten?

Beobachtungen?

Eine nachvollziehbare Argumentationskette?

Oder vor allem eine überzeugende Geschichte?

 

3. Welche Annahmen sind notwendig?

Welche Voraussetzungen müssen stimmen, damit die Schlussfolgerung trägt?

Viele Argumente wirken erst deshalb selbstverständlich, weil ihre Annahmen unsichtbar bleiben.

 

4. Welche Alternativen gibt es?

Welche andere Erklärung könnte ebenfalls passen?

Je wichtiger die Entscheidung, desto wertvoller ist mindestens eine ernsthafte Alternative.

 

5. Was müsste ich wissen, bevor ich darauf handle?

Vielleicht reicht die vorhandene Information für eine kleine Entscheidung.

Für eine weitreichende Entscheidung brauchst du möglicherweise mehr.

Diese Unterscheidung schützt vor unnötiger Sicherheit.

 

 

 

Pseudoplausibilität in Diskussionen

 

In Diskussionen kann Pseudoplausibilität bewusst eingesetzt werden.

Dann werden schwache Argumente geschickt verpackt.

Zum Beispiel durch:

starke Bilder,

eingängige Vergleiche,

emotionale Beispiele,

vermeintliche Selbstverständlichkeiten,

selektive Zahlen,

Autoritätsverweise

oder Ablenkungen vom entscheidenden Punkt.

Das Ziel muss keineswegs immer eine offene Lüge sein.

Häufig reicht es, eine bestimmte Interpretation besonders selbstverständlich erscheinen zu lassen.

Deshalb gehört zur guten Argumentationsfähigkeit mehr als überzeugendes Sprechen.

Ebenso wichtig ist:

überzeugend Klingendes prüfen zu können.

 

 

 

Und wenn die plausible Geschichte unsere eigene ist?

 

Pseudoplausibilität betrifft keineswegs nur die Argumente anderer.

Wir erzählen uns selbst ebenfalls überzeugende Geschichten.

„Ich kann das nicht, weil ich einfach nicht der Typ dafür bin.“

„Dieses Projekt wird scheitern, weil es beim letzten Mal auch schwierig war.“

„Die Person reagiert so, weil sie mich nicht respektiert.“

Vielleicht stimmt das.

Vielleicht gibt es andere Erklärungen.

Unsere eigenen Geschichten fühlen sich besonders plausibel an, weil wir sie bereits kennen.

Genau deshalb lohnt sich auch im inneren Dialog die Frage:

Was weiß ich – und was erkläre ich mir gerade?

Diese Unterscheidung schafft Handlungsspielraum.

 

 

 

Besonders wichtig bei Entscheidungen

 

Je größer die Konsequenzen einer Entscheidung, desto gefährlicher ist eine plausible Geschichte ohne ausreichende Prüfung.

Das gilt für:

berufliche Entscheidungen,

Investitionen,

Personalfragen,

Konflikte,

Partnerschaften,

strategische Entscheidungen

und persönliche Veränderungen.

Unter Zeitdruck greifen wir besonders gerne zur ersten Erklärung, die Sinn ergibt.

Manchmal ist das erforderlich.

Wenn Zeit vorhanden ist, lohnt sich ein zweiter Blick.

Denn:

Eine gute Entscheidung braucht keineswegs absolute Sicherheit. Sie braucht eine angemessene Qualität der Grundlage.

 

 

 

Vorsicht vor dem anderen Extrem

 

Kritisches Denken bedeutet zugleich, plausiblen Aussagen nicht grundsätzlich zu misstrauen.

Wir könnten jede Behauptung endlos prüfen.

Jede Erklärung anzweifeln.

Immer weitere Informationen verlangen.

Dann wird aus Sorgfalt Entscheidungsvermeidung.

Deshalb geht es um Angemessenheit.

Wie wichtig ist die Entscheidung?

Wie hoch ist das Risiko?

Wie reversibel ist sie?

Wie teuer wäre ein Irrtum?

Danach richtet sich, wie viel Prüfung sinnvoll ist.

Gutes Denken sucht weder maximale Skepsis noch maximale Sicherheit. Es sucht eine tragfähige Grundlage.

 

 

 

Ein guter Satz für schwierige Situationen

 

Wenn dir etwas sofort einleuchtet, halte innerlich für einen Moment inne und sage dir:

„Plausibel. Und woher weiß ich, dass es stimmt?“

Dieser Satz verbindet Offenheit mit Prüfung.

Du musst eine Erklärung weder vorschnell akzeptieren noch reflexartig ablehnen.

Du behandelst sie als das, was sie zunächst ist:

eine mögliche Erklärung.

 

 

 

Fazit: Überzeugend klingt noch lange nicht überzeugend begründet

 

Pseudoplausibilität ist so wirkungsvoll, weil sie unser Bedürfnis nach verständlichen Zusammenhängen anspricht.

Eine Geschichte passt.

Eine Erklärung klingt logisch.

Eine Zahl wirkt präzise.

Eine Person spricht überzeugend.

Und schon entsteht Gewissheit.

Gerade dann lohnt sich ein zweiter Blick.

Frag:

Was wird tatsächlich behauptet?

Welche Belege tragen die Aussage?

Welche Annahmen stecken darin?

Welche anderen Erklärungen sind möglich?

Reicht die Grundlage für die Entscheidung, die ich treffen möchte?

Denn gute Urteilsfähigkeit bedeutet weder, alles zu glauben noch alles anzuzweifeln.

Sie bedeutet:

Plausibilität als Ausgangspunkt zu nutzen – und Klarheit durch Prüfung zu gewinnen.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 01. Mai 2016
Überarbeitung: 12. April 2021
Englische Version:

7 Techniken, damit gute Argumente keine Frage des Zufalls sind

7 Techniken, damit gute Argumente keine Frage des Zufalls sind

Überzeugungskraft durch fundierte Vorbereitung von Gesprächen, Verhandlungen, Debatten,…
Gute Argumente sind keine Frage des Zufalls

Gute Argumente

 

Ob schriftlich oder  mündlich, ob in Gesprächen oder Präsentationen: Viele Menschen überlassen die Qualität ihrer Argumente weitgehend dem Zufall. Zu oft wird erst während einer Diskussion erkannt, welche Lücken übersehen wurden. Bereiten Sie sich lieber gleich entsprechend vor.

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So überzeugst du jeden — Die Kunst, starke Argumente zu entwickeln

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So gelangen Sie zu überzeugenden Argumente

 

Das Argument gleicht dem Schuss einer Armbrust - es ist gleichermaßen wirksam, ob ein Riese oder ein Zwerg geschossen hat.

Francis Bacon

 

 

 

Argumente: Wie steht es mit Ihrer verbalen Munition?

 

Wenn das Zitat stimmt, weshalb überlassen so viele Menschen die Qualität ihrer Argumente weitgehend dem Zufall? Weshalb ist mancher Pfeil so stumpf, weshalb sind so viele Argumentationen lieblos vorbereitet?

Viel zu oft wird erst in der Hitze einer Diskussion erkannt, welche Lücken übersehen wurden.

Schade! Keine Patronen mehr im Magazin oder Ladehemmung? Dann wurde am falschen Ende gespart. Einmal gespart, zweimal bezahlt. Eine ordentliche Vorbereitung ist hilfreicher als sich anschließend zu ärgern. Ich zeige Ihnen, wie Sie noch überzeugender argumentieren. Wie so oft hängt die Entscheidung vom Verhältnis Aufwand zu erwartetem Ergebnis ab. Mit manchen Klienten arbeite ich kurz an ihrer Argumentation und mit manchen über viele Stunden. Sie können selbst am besten einschätzen, was sich lohnt. Das Ergebnis dem Zufall zu überlassen ist wenig empfehlenswert und Korrekturen sind dann oft teuer.

 

 

 

Also, Ärmel hoch …

 

Gute Argumente kommen selten aus dem Nichts, sondern sie sind das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung. Es gilt möglichst viele relevante Perspektiven zu erkunden und so vorwegzunehmen, was kommen könnte.

Ob für Gespräche, Verhandlungen, Präsentation oder Medienauftritt; Vorbereitung lohnt sich, wenn es um etwas Relevantes geht! Schon bei der Vorbereitung wird weitgehend über den Erfolg entschieden. Wie Sie die wichtigsten Argumente finden, erfahren Sie in diesem Artikel. Sie können ihn natürlich auch überspringen und mich gleich anrufen. Dann krempeln wir gemeinsam die Ärmel hoch und bereiten Sie vor.

 

 

 

7 Techniken für überzeugende Argumente

 

Die folgenden Techniken helfen Ihnen dabei sich einen Überblick zu verschaffen, mögliche Motive und Argumente aus verschiedensten Interessenrichtungen aufzudecken und zu beantworten. So kommen Sie selbst den besten Gegenargumenten anderer Parteien zuvor.

 

 

 

1. Clustering: Häufchenbildung

 

Der englische Begriff „Clustering“ bedeutet Büschel, Gruppe oder Anhäufung. So lässt sich erst einmal Ordnung schaffen, indem verwandte Informationen mit ähnlichen Merkmalen gesammelt und zu Gruppen zusammengefasst werden.

Clustering ist sehr hilfreich dabei die eigenen Gedanken und Ideen zu strukturieren. Zuerst wird ein Kernbegriff auf ein Blatt Papier geschrieben und mit einem Kreis umrahmt. Alles, was Ihnen zu diesem Kernbegriff einfällt, notieren Sie ebenfalls und verbinden es mittels Strichen mit dem Kernbegriff oder anderen Gedanken. Suchen Sie nicht lange nach Begriffen oder Wörtern, sondern schreiben Sie einfach ungehemmt alles auf, das Ihnen spontan einfällt. Wenn Ihnen zu den Clustern nichts mehr einfällt, kann die Darstellung nochmals überarbeitet werden.

Überlegen Sie sich gut, welche Begriffe wesentlich sind und welche nicht. Bei Bedarf können Sie weitere Cluster erarbeiten, in denen Sie die zentralen Themen und Begriffe näher ausarbeiten. Ziel ist es auf diese Weise den Überblick zu gewinnen und zu erkennen, an welchen Stellen, welche Argumente genutzt werden können.

Weitere Tipps für die Verwendung des Clustering finden Sie hier.

 

 

 

2. Mind Mapping: Gehirnlandkarten erstellen

 

Mind Mapping regt die Kreativität an, indem es beide Gehirnhälften beteiligt. Mind Mapping wurde 1970 von Mentaltrainer Tony Buzan entwickelt. Das war zu der Zeit, als Gabriele Rico das verwandte Clustering beschrieb, das ohne hierarchische Strukturierung der Inhalte arbeitet.

Beim Mind Mapping packen Sie Ihr Thema oder einen Aspekt davon als Hauptbegriff in das Zentrum eines möglichst großen Blattes Papier. Von dort aus führen verschiedene Zweige zu weiterführenden, spezifischen Aspekten. Unterthemen dieses Hauptbegriffes werden um den Hauptbegriff herum an Hauptästen angeordnet. Von dort wiederum gehen einzelne Begriffe an Nebenäste ab und so weiter.

Wenn Sie die Möglichkeiten des Mind Mapping erkunden wollen, finden Sie dazu hier einen Beitrag.

 

 

 

3. Sechs Perspektiven: Hutwechsel und Sichtweise

 

Edward de Bono´s Methode „Six Thinking Hats“, „Die 6-Hut-Methode“ oder auch die „Sechs Perspektiven“ ist eine Denk- und Diskussionsmethode in Form eines Rollenspiels. Sie nehmen unterschiedliche Perspektiven ein. Das hilft Ihnen dabei, gewohnte Denkmuster zu überwinden und weitere Einblicke in mögliche Sichten zu gewinnen. Sechs verschiedene Hüte beziehungsweise Perspektiven stehen für sechs verschiedene Denkrichtungen zu einem Thema. Rollen, die jeweils analytisches Denken, persönliches Empfinden, Zweifel, positives Denken, Kreativität oder Ordnung fördern. Durch das (gedachte oder auch tatsächliche) Aufsetzen eines Hutes wird das Thema aus der jeweiligen Perspektive heraus erkundet. So lassen sich Argumente, Gegenargumente, Entkräftungen, Ideen und Strategien finden.

Diese Methode fördert die Flexibilität des Denkens und hat sich auch bei der Vorbereitung von Gesprächen, Verhandlungen und Debatten bewährt.

 

Eine ausführliche Beschreibung zu den Sechs Perspektiven finden Sie hier.

 

 

 

4. Visualisierung: Die innere Leinwand nutzen

 

Durch die eigenständige oder geführte Visualisierung des angestrebten Gespräches, der Verhandlung oder Debatte werden die Möglichkeiten erkundet und Reaktionen und Gegenargumente durchgespielt. So lassen sich oft interessante Argumente finden.

Mehr zur Visualisierungen finden Sie hier.

 

 

 

5. Walt-Disney-Technik: Die Räume erkunden

 

Indem Sie in verschiedene Rollen schlüpfen, nutzen Sie auch hier intensiv verschiedene Perspektiven, mit denen Sie Argumente finden und verbessern können. Das geschieht in drei verschiedenen Rollen, die es nacheinander einzunehmen gilt:

  • die Rolle des Träumers (Visionär, Ideenlieferant),
  • die Rolle des Realisten (Verwirklicher, Macher)
  • und die des Kritikers (Qualitäts-Manager, Controller).

In der Träumerrolle sind alle auch noch so unrealistisch erscheinenden Ideen erlaubt. In der Realistenrolle geht es darum die Argumente und Strategien auszuarbeiten, also zu realisieren, um sich dann in der Kritikerrolle kritisch damit auseinandersetzen. Dieser Kreislauf wird immer wieder und wieder durchlaufen. Der Prozess gilt dann als abgeschlossen, wenn für alle relevanten Aspekte Argumente gefunden wurden und Gegenargumente entkräftet werden können.

Mehr zur Walt-Disney-Strategie erfahren Sie hier.

 

 

 

 

6. Wunderfrage

 

Manche Fragen führen tiefer und tiefer hinein in das Problem. Besonders die Fragen, die mit Warum beginnen, machen die Sache oft nicht besser. Und es gibt Fragen, die auf wundersame Weise den Blick zu den Lösungen wandern lassen. Die Technik der Wunderfrage fördert das.

 

Wunderfragen:

  • Wenn das Problem verschwunden wäre, woran würden Sie das merken?
  • Was wäre anders?
  • Wem fällt es noch auf?

Mittels der Wunderfrage lassen sich mögliche Zielszenarien beziehungsweise Bestandteile der Lösung finden. Erkunden Sie im ausführlichen Artikel die Wunderfrage.

 

 

7. bis …

 

Wenn es wirklich darauf ankommt, lassen Sie sich von mir helfen. Sie bekommen dann mehr als nur Techniken.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Wie finden Sie die besten Argumente, wenn Sie andere Menschen überzeugen wollen?

Man überzeugt im allgemeinen besser durch Gründe, die man selbst gefunden hat, als durch die, die anderen eingefallen sind. Blaise Pascal

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 11. August 2014
Überarbeitung: 6. Januar 2020
AN: #562179
K: CNB
Ü: A
K:

Viel Spaß: Diskutieren mit Fundamentalisten, Fanatikern, Extremisten und …

Viel Spaß: Diskutieren mit Fundamentalisten, Fanatikern, Extremisten und ...

Auf den Spuren von Don Quichote? Fanatiker überzeugen: Na dann, viel Spaß!
Hat jemand das U gesehen? Fanatiker überzeugen

Fanatiker überzeugen?

 

Was Sie bei Diskussionen mit Fundamentalsten, Fanatikern und Extremisten erwartet. Was Sie tun können und was Sie sich sparen können. Tipps für ideologische Debatten. Was geht und was ist Zeitverschwendung? Weshalb es trotzdem wichtig ist zu reden.

 

 

 

Überblick

 

Video

Diskutieren mit Narzissten, Fanatikern & Fundamentalisten? Was hilft – und wann du besser gehst

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Fanatiker, Fundamentalisten, Extremisten, …

 

Bei grundlegenden Konflikten stoßen Argumente auf Grenzen. Kann überhaupt mit jemandem inhaltlich debattiert werden, wenn man mit ihm in den fundamentalen Prinzipien nicht übereinstimmt?

 

Fanatiker meinen Kommunikation bedeutet, ihnen zuzustimmen.

 

 

 

Fanatismus

 

 

Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

Fanatismus ist Unmenschlichkeit im Namen vermeintlich hoher Ideale. Der Zweck heiligt die Mittel. Fanatismus ist das Gegenteil von Toleranz. Das Grundprinzip des Fanatismus lautet: „Meine Wahrheit verdient einen Sonderstatus gegenüber allen falschen Lehren.“ Verbindet sich ein solches Prinzip mit der Meinung „Ich besitze die Wahrheit“ zeigt sich die Intoleranz für Andersdenkende. Formen von Fanatismus sind politische Ideologien, Rassismus, Nationalismus.

Selbst wer gerne in durchaus kontroversen Gesprächen Meinungen abgleicht, ja, bei Bedarf sogar den eigenen Standpunkt zu hinterfragen und anzupassen bereit ist, verliert dabei die Lust, wenn es sich um fanatische Personen handelt. Zumindest unterstreichen das nicht nur meine Erfahrungen.

 

Der Fanatismus ist nämlich die einzige „Willensstärke“, zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Wer nicht den Nerv und die Geduld hat, sich in einen Fanatiker hineinzuversetzen, um seine Sicht auf seiner Ebene zu verstehen, sollte jegliche direkte Diskussion vermeiden. Im besten Fall geht es darum Schaden zu reduzieren und unentschlossene Beobachter zum Nachdenken zu bewegen.

 

Man müsste es dahin bringen, dass sich alle Menschen des Fanatismus und der Intoleranz schämen.

Friedrich II., der Große

 

 

 

Fanatiker erkennen

 

Fanatiker werden auf die Frage, unter welchen Umständen Sie bereit sind, ihre Postion nochmals zu überdenken, kaum glaubhafte Antworten liefern, sondern die im Artikel beschriebenen typischen Reaktionen an den Tag legen.

Tatsächliche Fanatiker werden auf Teufel komm raus alles tun, um aus ihrer Sicht Recht zu behalten. Jegliche Regeln des logischen Denkens sind dann außer Kraft. Auf je mehr Widerstand Fanatiker treffen, desto hemmungsloser werden sie und setzen, in die Enge getrieben, auch Gewalt ein.

 

 

 

Fanatiker überzeugen, geht das überhaupt?

 

Wir argumentieren und streiten regelmäßig, weil es sowohl Alltag als auch zahlreiche Herausforderungen fordern. Im konstruktiven Streit, im Austausch von Argumenten, findet Entwicklung statt. Wir diskutieren, um herauszufinden, ob ein Gedanke wirkungsvoll oder ein Plan durchführbar ist. Wir streiten, um zu erfahren, was andere wissen. Wir sind bestrebt, mit den Mitteln der Sprache unsere Mitmenschen für unsere Position zu gewinnen. So weit, so gut funktioniert das meist.

Anders beim Zusammentreffen mit Fanatikern. Ein Fanatiker ist stur, verbockt und will es einfach nicht einsehen. Obwohl er eigentlich null Argumente hat, gibt es stundenlange Schein-Diskussionen, die sich im Kreise drehen, bis Übelkeit droht. Am Ende gilt es aufzupassen, nicht die eigene Souveränität zu verlieren und mit seinen Argumenten dumm dazustehen, während der Fundamentalist mit einem Grinsen im Gesicht von dannen zieht und vorher sogar noch neutrale Zuschauer durch seine Beharrlichkeit überzeugt hat.

Das Problem beim Fundamentalismus: Er arbeitet wie die Blutpresse: Ohne Fakten, aber mit archaischen Emotionen; vereinfacht, leicht verständlich und emotional schnell aufnehmbar.

Es gibt einige Möglichkeiten beim Umgang mit Fanatikern besser dazustehen und typische Fallstrick zu umgehen. Nur eine Lösung, wie ein Fundamentalist wirklich überzeugt wird, so dass er es selbst tatsächlich einsieht, ist sehr unwahrscheinlich. Fanatiker lassen sich schon aus Überzeugung nicht überzeugen, sonst wären sie ja auch keine Fanatiker.

Der Versuch, mit einer noch so logischen Argumentation zum Ziel zu kommen, scheitert, er erreicht den Fanatiker nicht. Das macht ihn aus; es perlt an ihm ab. Mit jemandem, der bereits unsere Prinzipien ablehnt, können wir nicht diskutieren. Das ist der Normalfall im Streit zwischen zwei Ideologien. Ein argumentativer Kampf zwischen ihnen ist kaum möglich, denn argumentieren setzt eine Basis voraus.

 

 

 

Wenn Argumente an Grenzen stoßen

 

Jeder sieht die Grenzen seines Gesichtsfeldes als die Grenzen der Welt an, meinte Arthur Schopenhauer. Und was, wenn das stimmt? Sich der eigenen Grenzen bewusst zu sein, hilft, diese zu verschieben. Doch die Bereitschaft dazu ist uns nicht in die Wiege gelegt. Bei grundlegenden Konflikten stoßen Argumente auf Grenzen. Kann mit jemandem inhaltlich debattiert werden, wenn man mit ihm in den fundamentalen Prinzipien nicht übereinstimmt? Woran sind Fanatiker zu erkennen und können sie überhaupt überzeugt werden?

 

 

 

Wortverdreher

 

Fanatiker aller Couleur, Ideologen – manchmal auch Wald-, Feld- und Wiesenpolitiker – erfreuen sich an zweifelhaften Redestrategien, mit dubiosen Vergleichen, Scheinargumenten und anderen Tricks aus der untersten Schublade. Um ihnen zu begegnen, ist es zuerst erforderlich, sie als solche zu erkennen.

Fanatiker verschließen schnell ihre Ohren und öffnen umso weiter ihren Mund. Eine Argumentation findet nur solange statt, wie es die Vorbereitung durch die Gehirnwäsche ermöglicht. Fanatiker lieben es dann einem das Wort im Mund zu verdrehen und anstatt Fragen zu beantworten, sollen rabiate Angriffe ablenken. Dabei werden sie oft sehr aggressiv – je schlechter ihre Begründungen sind – und ignorieren jede Verhältnismäßigkeit. Recht behaupten sie selbst dann zu haben, wenn es haarsträubend wird.

Nur nicht unterschätzen: Nicht alle Fanatiker sind dumm, doch sie zielen auf die Dummheit anderer Menschen. Wer da nur die kleinsten Fehler bei der Argumentation begeht, eröffnet Ansatzpunkte, an denen brachial die Brechstange ans Werk geht.

Mit Fanatikern zu diskutieren ist so vielversprechend wie ein Tauziehen mit einem Gegner, der sein Ende heimlich an einen Baum gebunden hat. Da gelten nur dessen Regeln und die können willkürlich geändert werden. Da ist es schon ein Achtungserfolg, dabei nicht selbst den Verstand zu verlieren.

 

 

 

Was tun?

 

Hier hat schon Voltaire, immerhin ein erfolgreicher Streiter gegen religiöse Dogmatik, pessimistisch festgestellt: „Gegen diese epidemische Krankheit (des Fanatismus) gibt es kein Mittel, als den Geist der Philosophie, der allmählich die Sitten der Menschen besänftigt und den Ausbruch des Übels vorhersieht. Wenn dieses Übel nämlich einmal um sich gegriffen hat, muss man die Flucht ergreifen und abwarten, dass die Luft wieder rein wird.“
Also lieber den Fanatikern das Feld überlassen?

 

 

 

Ist Argumentieren mit Fanatikern vergebene Liebesmüh?

 

Handelt es sich nur um vergebliche, manchmal sogar gefährliche Bemühungen? Es kommt auf die Absichten an!

Meist ist es hilfreicher sich für den Moment auf die Aussagen von Fundamentalisten einzulassen, um sie konsequent weiterzudenken, anstatt ihnen mit Gegenargumenten zu begegnen. Dann gilt es alle Konsequenzen einer Haltung darzulegen und diese insbesondere in ihrer Einstellung nicht Gefestigten klarzumachen, ganz nach dem Prinzip „Wenn Sie A sagen, dann müssen Sie auch B sagen“. Ein fundamentalistisches Glaubenssystem kann nur dadurch erschüttert werden, dass die Vernunft subversiv genutzt wird.

 

 

 

Ansatzpunkte

 

Subversive Kritik bedeutet genaue Informationen aufzuzeigen über eine Ideologie, eine umfassende Darstellung ihrer Probleme, Seltsamkeiten, Absurditäten und Alternativen zu geben. Es gilt, immer wieder andere Denkmöglichkeiten darzulegen. Es geht nicht darum zu widerlegen oder mit böswilligen Unterstellungen zu diffamieren, sondern die realen Handlungen und die Aussagen einer Ideologie klar und in aller Offenheit darzustellen und somit auf Peinlichkeiten und Widersprüche hinzuweisen. So behaupten Sie in Ihrer subversiven Argumentation nicht, irgendetwas zu beweisen oder zu widerlegen. Sie informieren, demonstrieren, führen andere Denkmöglichkeiten vor. So zeigen Sie, was die betreffende Ideologie alles beinhaltet und wohin sie führt.

Den in seinem geistigen Fundament starr verankerten Fundamentalisten wird auch das wenig beeindrucken, das gehört zu seinen Wesensmerkmalen. Selbst bei den besseren Argumenten ist im besten Fall untereinander meist nur ein technisches Unentschieden zu erreichen. Allerdings geht es oft ja ohnehin eher darum, das Publikum zu gewinnen. Wer gegen Fanatismus argumentiert, scheint sich an die Fanatiker zu wenden, um sie von den Vorzügen einer besseren und menschlicheren Sache zu überzeugen. In Wirklichkeit wenden wir uns aber an die noch nicht oder noch nicht unwiderruflich Überzeugten und streben an, sie zu immunisieren.

Das Ziel ist dabei also nicht den Fanatiker direkt zu widerlegen, sondern zu verhindern, dass seine Missionsversuche breites Interesse finden. All jene, die noch imstande sind, sich mental flexibler zu bewegen, können mit dieser subversiven Strategie darauf aufmerksam machen, dass der Gegenüber ein Fundamentalist ist und seine Glaubenshaltung nicht nur angepriesene positive Auswirkungen hat. Dabei darf es dem Fundamentalisten nicht gelingen, alle Spielregeln zu bestimmen und seine Widersacher dazu zu bringen, im Bemühen Werte zu schützen, selbst bedeutende Werte zu verletzen und so an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ein englisches Sprichwort lehrt: Don’t wrestle with a pig! Also Vorsicht: Beim Schlammringen sehen alle Beteiligten nach kurzer Zeit nicht mehr gut aus. Geben Sie auf sich acht!

Video

https://youtu.be/mLcNT9fNGeU

P.S.

 

Haben Sie schon versucht einen Fanatiker zu überzeugen?

19Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2015
Überarbeitung: 19. April 2021
AN: #49320
K:
Ü:A
Englische Version:

Grenzen der Kommunikation: Souverän bleiben, wenn Worte verdreht werden

Grenzen der Kommunikation

Souverän bleiben, wenn Worte verdreht werden
Barrieren

Grenzen der Kommunikation: Souverän bleiben, wenn Worte verdreht werden

 

Manche Gespräche scheitern an Missverständnissen.
Andere scheitern an Absicht.

Wer diesen Unterschied erkennt, kommuniziert souveräner.

Gute Kommunikation kann viel bewirken. Sie kann Vertrauen schaffen, Orientierung geben, Menschen verbinden und schwierige Situationen in Bewegung bringen.

Gleichzeitig hat Kommunikation Grenzen.

Selbst eine klare Botschaft kann verdreht werden.
Selbst sorgfältige Vorbereitung kann auf unfaire Deutung treffen.
Selbst ein guter Gedanke kann verkürzt, zugespitzt oder gegen dich verwendet werden.

Diese Seite hilft dir, schwierige Kommunikationssituationen früher zu erkennen, deine Botschaft zu schützen und auch unter Druck souverän zu bleiben.

Denn wer verstehen will, braucht Bereitschaft.
Wer verdrehen will, findet Material.

 

Für wen diese Seite gedacht ist

 

Diese Seite ist besonders relevant für Menschen, die wichtige Gespräche führen, Verhandlungen vorbereiten, Führungsverantwortung tragen oder vor Publikum, Kamera beziehungsweise Gremien auftreten.

Sie richtet sich an Menschen, die mit schwierigen Gesprächspartnern umgehen, ihre Botschaft klarer vertreten, in Konflikten ruhig bleiben und ihre Wirkung in anspruchsvollen Situationen verbessern wollen.

Gerade wenn viel auf dem Spiel steht, braucht Kommunikation mehr als gute Worte.

Dann braucht es Klarheit.
Struktur.
Haltung.
Strategie.
Und ein gutes Gespür für den Rahmen.

 

 

 

Wenn Verständigung ausbleibt

 

Es gibt Gespräche, in denen echtes Verstehen möglich ist.

Menschen hören zu.
Sie fragen nach.
Sie prüfen ihre Eindrücke.
Sie lassen sich auf einen Gedanken ein.
Sie suchen gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung.

Solche Gespräche verdienen Einsatz.

Und dann gibt es Situationen, in denen Worte zu Spielfiguren werden.

Aus einer sachlichen Aussage wird ein Angriff.
Aus einer Grenze wird angebliche Härte.
Aus Klarheit wird Arroganz.
Aus einem differenzierten Gedanken wird ein bequemes Zerrbild.

Dann wird Kommunikation zum Machtspiel.

In solchen Momenten hilft es, den Rahmen zu erkennen.

Geht es um Verständigung?
Geht es um Klärung?
Geht es um die Sache?
Oder geht es darum, dich zu verunsichern, deine Botschaft zu schwächen oder vor anderen ungünstig erscheinen zu lassen?

Diese Unterscheidung verändert alles.

 

 

 

Wenn Kommunikation zum Machtspiel wird

 

Manche Kommunikationssituationen sind anspruchsvoll.
Andere sind gezielt manipulativ.

Dieser Unterschied ist wesentlich.

Anspruchsvolle Kommunikation braucht Geduld, Klarheit und gutes Zuhören.
Manipulative Kommunikation nutzt Verwirrung, Unterstellungen, Ablenkung und Druck.

Bei anspruchsvollen Gesprächen lohnt sich mehr Klärung.
Bei unfairen Mustern lohnt sich vor allem mehr Struktur.

Denn dort geht es oft stärker um Wirkung als um Wahrheit.
Stärker um Kontrolle als um Lösung.
Stärker um Eindruck als um Verständigung.

Wer diesen Unterschied erkennt, spart Kraft und trifft bessere Entscheidungen über den passenden Rahmen.

 

 

 

Professionelle Kommunikation beginnt vor dem ersten Wort

 

In meiner Arbeit geht es häufig darum, Botschaften so zu klären, dass sie auch unter Druck tragfähig bleiben.

In wichtigen Gesprächen.
In Verhandlungen.
In Konflikten.
In Präsentationen.
In Führungsrollen.
In öffentlichen Situationen.
Bei Auftritten vor Publikum, Kamera oder Gremien.

Professionelle Kommunikation beginnt vor dem ersten Wort.

Was soll wirklich ankommen?
Wer hört zu?
Welche Interessen wirken im Hintergrund?
Welche Missverständnisse sind wahrscheinlich?
Welche Einwände verdienen Vorbereitung?
Welche Dynamiken könnten die Botschaft verzerren?

Gute Vorbereitung bedeutet, die eigene Botschaft zu klären, wahrscheinliche Einwände vorauszudenken, kritische Dynamiken zu erkennen und passende Formulierungen griffbereit zu haben.

 

 

 

Gute Botschaften brauchen gute Übersetzung

 

Wer eine wichtige Botschaft hat, sollte sie so formulieren, dass sie eine faire Chance bekommt.

Dazu gehören ein klarer Kerngedanke, passende Sprache, gute Struktur, Verständnis für die Zielgruppe, Bewusstsein für mögliche Einwände, Sorgfalt bei Beispielen und ein passender Ton.

Eine gute Botschaft verdient eine gute Form.

Gerade in beruflichen Situationen, in Verhandlungen, Präsentationen, Führungsgesprächen oder öffentlichen Auftritten entscheidet oft die Übersetzung:

Welche Worte erreichen dieses Publikum?
Welche Beispiele schaffen Verbindung?
Welche Begriffe brauchen Erklärung?
Welche Widerstände könnten entstehen?
Welche Missverständnisse lassen sich im Vorfeld reduzieren?

Hier lohnt sich Vorbereitung.

Denn viele Botschaften scheitern weniger am Inhalt als an der Form, in der sie präsentiert werden.

 

 

 

Wahrnehmung ist selten neutral

 

Menschen hören durch Filter.

Durch Erfahrungen.
Durch Vorannahmen.
Durch Sympathie oder Abneigung.
Durch Interessen.
Durch Zugehörigkeiten.
Durch innere Geschichten über sich und andere.

Deshalb hören zwei Menschen denselben Gedanken und verstehen Unterschiedliches.

Ein Mensch hört eine Einladung.
Ein anderer hört Kritik.
Ein Mensch hört Klarheit.
Ein anderer hört Angriff.
Ein Mensch hört Verantwortung.
Ein anderer hört Kontrolle.

Das macht Kommunikation anspruchsvoll.

Wer kommuniziert, sollte diese Filter ernst nehmen. Denn Wirkung entsteht immer im Zusammenspiel von Botschaft, Sender, Empfänger und Situation.

 

 

 

Unterschiedliche Ziele der Kommunikation

 

Kommunikation hat verschiedene Aufgaben.

Manchmal geht es um Verständigung. Dann stehen Zuhören, Fragen und gemeinsames Denken im Vordergrund.

Manchmal geht es um Klärung. Dann braucht es Struktur, Präzision und den Mut, Wesentliches auszusprechen.

Manchmal geht es um Wirkung. Dann zählt, was beim Publikum ankommt und welche Haltung sichtbar wird.

Manchmal geht es um Abgrenzung. Dann ist Klarheit wichtiger als Zustimmung.

Manchmal geht es um den passenden Rahmen. Dann kann ein Gespräch verlagert, vertagt, schriftlich festgehalten oder beendet werden.

Diese Unterscheidung schützt vor einer häufigen Falle:

Menschen versuchen Verständigung herzustellen, während das Gegenüber längst auf Wirkung, Dominanz oder Verunsicherung spielt.

Wer das erkennt, kommuniziert souveräner.

 

 

 

Woran du erkennst, dass ein Gespräch kippt

 

Ein Gespräch kippt oft schrittweise.

Zunächst wirkt alles sachlich.
Dann verschiebt sich die Dynamik.

Typische Hinweise sind:

Das Thema wird ständig gewechselt.
Deine Aussagen werden verkürzt wiedergegeben.
Nebensätze werden größer gemacht als der eigentliche Punkt.
Du sollst dich immer weiter rechtfertigen.
Fragen wirken wie Vorwürfe.
Es werden Motive unterstellt.
Deine Klarstellungen werden erneut verdreht.
Der Ton wirkt freundlich, die Wirkung zugleich abwertend.
Es geht zunehmend um Eindruck statt um Inhalt.
Das Publikum wird wichtiger als die Sache.

Dann lohnt sich ein innerer Schritt zurück.

Was geschieht hier gerade?
Dient dieses Gespräch der Klärung?
Oder entsteht gerade eine Bühne für ein anderes Spiel?

Diese Fragen helfen, den Rahmen wieder zu sehen.

 

 

 

Typische Muster unfairer Kommunikation

 

Unfaire Kommunikation zeigt sich oft in wiederkehrenden Mustern.

Ein Gedanke wird absichtlich verkürzt.
Ein Nebensatz wird zum Hauptthema gemacht.
Eine Formulierung wird aus dem Zusammenhang gerissen.
Der Gesprächsgegenstand wird ständig verschoben.
Es werden Motive unterstellt.
Fragen funktionieren wie Vorwürfe.
Details verdecken die Hauptbotschaft.
Empörung ersetzt Klärung.
Wirkung ersetzt Verständigung.

Dann entsteht ein Gespräch, das äußerlich wie Austausch aussieht und innerlich einem Wettkampf ähnelt.

In solchen Situationen bringt endloses Erklären selten Klarheit. Mehr Worte schaffen dann zusätzliche Angriffsfläche.

 

 

 

Erste Hilfe, wenn ein Gespräch kippt

 

Wenn ein Gespräch kippt, hilft eine einfache innere Struktur.

Innehalten.
Kernbotschaft erinnern.
Tatsache und Deutung trennen.
Auf den Punkt zurückführen.
Den Rahmen benennen.
Bei Bedarf das Gespräch verlagern.

Das klingt schlicht.
In angespannten Situationen ist genau diese Schlichtheit wertvoll.

 

 

 

Was dann sinnvoll ist

 

1. Kernbotschaft halten

 

Was ist dein zentraler Gedanke?

Formuliere ihn kurz.
Wiederhole ihn ruhig.
Bleibe beim Wesentlichen.

 

 

2. Tatsache und Deutung trennen

 

Viele Konflikte entstehen durch vermischte Ebenen.

Eine Aussage ist eine Aussage.
Eine Interpretation ist eine Interpretation.
Eine Unterstellung ist eine Unterstellung.

Hilfreiche Formulierungen sind:

„Das ist eine Deutung. Mein Punkt ist folgender.“

„Lassen Sie uns zwischen Aussage und Interpretation unterscheiden.“

„Ich komme gern zur Sachfrage zurück.“

 

 

3. Den Rahmen benennen

 

Manchmal braucht es einen Gedanken über das Gespräch selbst.

Zum Beispiel:

„Ich habe den Eindruck, wir entfernen uns vom eigentlichen Thema.“

„Für eine sinnvolle Klärung brauchen wir einen gemeinsamen Bezugspunkt.“

„Ich beantworte gern die Frage, wenn sie sich auf den konkreten Sachverhalt bezieht.“

 

 

4. Auf den Punkt zurückführen

 

Unfaire Kommunikation lebt oft von Ablenkung.

Darum ist Rückführung so wirkungsvoll.

„Der entscheidende Punkt ist …“

„Meine zentrale Aussage lautet …“

„Darauf möchte ich den Fokus legen …“

 

 

5. Das Publikum mitdenken

 

In manchen Situationen ist dein direktes Gegenüber kaum erreichbar.

Dann kommunizierst du vor allem für die Menschen, die zuhören.

Das gilt in Meetings.
In Verhandlungen.
In öffentlichen Diskussionen.
In Gremien.
In Konflikten mit mehreren Beteiligten.

Dann zählt, ob du ruhig, klar und glaubwürdig bleibst.

 

 

6. Den Rahmen wechseln

 

Manche Gespräche brauchen einen anderen Rahmen.

Einen kleineren Kreis.
Eine schriftliche Zusammenfassung.
Eine Moderation.
Eine klare Agenda.
Eine spätere Fortsetzung.
Eine bewusste Beendigung.

Das ist kommunikative Klugheit.

 

 

 

Wenn das Publikum wichtiger wird als das Gegenüber

 

In manchen Situationen ist dein Gegenüber kaum erreichbar.

Dann besteht die Aufgabe darin, die eigene Botschaft für die Zuhörenden klar zu halten.

Das gilt besonders für Führungskräfte, Selbstständige, Expertinnen und Experten sowie Menschen, die öffentlich sichtbar sind.

Dann geht es weniger darum, das Gegenüber zu überzeugen.

Es geht darum, Haltung zu zeigen.
Es geht darum, ruhig zu bleiben.
Es geht darum, den roten Faden zu halten.
Es geht darum, deine Botschaft vor Verzerrung zu schützen.

Ein klarer Gedanke kann dann mehr bewirken als lange Erklärungen.

Zum Beispiel:

„Ich komme gern zum eigentlichen Punkt zurück.“

„Meine Aussage war eine andere. Ich formuliere sie noch einmal präzise.“

„Das ist eine Interpretation. Mein Anliegen ist folgendes.“

„Ich beantworte gern die Sachfrage.“

„Lassen Sie uns zwischen Vermutung und belegbarer Aussage unterscheiden.“

Solche Formulierungen schützen den Rahmen.

 

 

 

Die Kunst, sich weniger verstricken zu lassen

 

Unfaire Kommunikation lebt oft davon, dass Menschen sich verstricken.

Sie rechtfertigen sich.
Sie erklären immer weiter.
Sie reagieren auf jede Spitze.
Sie verlieren den eigenen roten Faden.
Sie versuchen, jede Verdrehung vollständig zu korrigieren.

Das ist menschlich verständlich.

Souveräner wird es, wenn du innerlich sortierst:

Was ist der Kern meiner Botschaft?
Welche Reaktion verdient eine Antwort?
Welche Provokation darf vorbeiziehen?
Welche Grenze braucht Klarheit?
Welche Wirkung soll beim Publikum entstehen?

So entsteht kommunikative Selbstführung.

Du reagierst weniger aus Druck.
Du antwortest aus Haltung.

 

 

 

Gute Kommunikation braucht Haltung und Strategie

 

Wer fair kommuniziert, sucht Verständigung.

Wer unfair kommuniziert, sucht Wirkung.

Genau deshalb braucht es in schwierigen Situationen mehr als gute Worte.

Es braucht Haltung.
Strategie.
Innere Ruhe.
Klare Sprache.
Und die Fähigkeit, den Rahmen bewusst zu wählen.

Gute Kommunikation beginnt mit Klarheit.

Professionelle Kommunikation erkennt außerdem, wann Klarheit allein den Rahmen verändern sollte.

 

 

 

Vorbereitung schützt deine Botschaft

 

Wer sich und seine Botschaft überzeugend präsentieren will, sollte systematisch vorgehen.

Dazu gehört:

  • den eigenen Kern klar formulieren,
  • die Zielgruppe verstehen,
  • mögliche Einwände prüfen,
  • unfaire Deutungen vorhersehen,
  • prägnante Antworten vorbereiten,
  • persönliche Druckpunkte erkennen,
  • den Gesprächsrahmen bewusst wählen,
  • die eigene Wirkung reflektieren.

Gerade bei wichtigen Gesprächen, Präsentationen, Verhandlungen und öffentlichen Auftritten lohnt sich diese Vorbereitung.

Denn Klarheit entsteht selten zufällig.

Sie entsteht durch gutes Denken, passende Sprache und innere Ausrichtung.

 

 

 

Grenzen erkennen ist Stärke

 

Manche Menschen glauben, gute Kommunikation müsse jedes Gespräch retten.

Das klingt sympathisch.

In der Praxis führt es oft zu Erschöpfung.

Kommunikation braucht auf beiden Seiten ein Mindestmaß an Bereitschaft:

  • Bereitschaft zum Zuhören.
  • Bereitschaft zur Fairness.
  • Bereitschaft zur Genauigkeit.
  • Bereitschaft zur gemeinsamen Sache.

Wenn diese Bereitschaft fehlt, verändert sich die Aufgabe.

Dann geht es um Orientierung.
Um Schutz der eigenen Botschaft.
Um klare Grenzen.
Um einen passenden Rahmen.
Um die Entscheidung, welche Gespräche sich lohnen und welche Form der Kommunikation angemessen ist.

Das ist professionelle Klugheit.

 

 

 

Wobei ich dich unterstützen kann

 

Ich unterstütze Menschen dabei, anspruchsvolle Kommunikationssituationen strategisch vorzubereiten: klar im Denken, präzise in der Sprache, souverän in der Wirkung.

Dabei kann es zum Beispiel um folgende Themen gehen:

Wichtige Gespräche vorbereiten.
Verhandlungen strukturieren.
Kernbotschaften präzise formulieren.
Auf Einwände souverän reagieren.
Unfaire Kommunikation erkennen.
Die eigene Wirkung verbessern.
In Konflikten den roten Faden behalten.
Präsentationen und öffentliche Auftritte vorbereiten.
Mit schwierigen Gesprächspartnern professionell umgehen.
Unter Druck ruhig und klar bleiben.

Im Mittelpunkt steht die Frage:

Was willst du bewirken, und welche Kommunikation unterstützt dieses Ziel?

 

 

 

Unterstützung in Berlin und online

 

Wenn es auf jedes Wort ankommt, lohnt sich gute Vorbereitung.

Das gilt für berufliche Gespräche.
Für Verhandlungen.
Für Präsentationen.
Für Konflikte.
Für Medienauftritte.
Für Führungsaufgaben.
Für Situationen, in denen deine Botschaft klar, glaubwürdig und wirksam ankommen soll.

Ich begleite dich dabei, deine Gedanken zu sortieren, deine Botschaft zu schärfen und dich auf anspruchsvolle Kommunikationssituationen vorzubereiten.

In Berlin und online.

 

 

 

Fazit

 

Kommunikation hat große Kraft.

Sie kann verbinden.
Sie kann klären.
Sie kann bewegen.
Sie kann Orientierung schaffen.

Und Kommunikation hat Grenzen.

Vor allem dort, wo Fairness, Zuhören und echtes Interesse fehlen.

Dann geht es darum, die Situation richtig einzuschätzen, die eigene Botschaft zu schützen und souverän zu bleiben.

Wer sich gut vorbereitet, erhöht die Chance, verstanden zu werden.

Wer die Grenzen der Kommunikation erkennt, bleibt auch dann handlungsfähig, wenn andere unfair spielen.

Der entscheidende Punkt ist:

Du darfst deine Botschaft klären.
Du darfst deinen Rahmen wählen.
Du darfst mit Haltung kommunizieren.

 

 

 

 

Einladung

 

Wenn ein wichtiges Gespräch, eine Verhandlung oder eine öffentliche Situation bevorsteht, unterstütze ich dich dabei, deine Botschaft zu klären, mögliche Dynamiken vorauszudenken und souverän aufzutreten.

Gemeinsam klären wir, worum es wirklich geht, welche Botschaft ankommen soll und wie du glaubwürdig, ruhig und wirksam auftrittst.

In Berlin und online.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen dir zum Thema? Wie weit geht deine Vorbereitung und Bereitschaft dich für deine Botschaft einzusetzen?

Antworten auf häufige Fragen

Was ist ein Missverständnis?

Ein Missverständnis liegt vor, wenn ein Kommunikationsvorgang misslingt, weil das, was die Sprechenden auszudrücken beabsichtigen, von dem abweicht, was die Hörenden glauben, dass ausgedrückt worden ist.

Was sind die Auswirkungen von Missverständnissen?

Missverständnisse können große Auswirkungen auf unsere persönlichen und beruflichen Beziehungen haben. In unserem persönlichen Leben können Missverständnisse zu Verbitterung, angespannten Beziehungen zu unseren Angehörigen oder sogar zu extremen Situationen wie Scheidungen und Trennungen führen. Auf der Basis von Missverständnissen werden Entscheidungen aufgrund falscher Annahmen getroffen.

Warum missverstehen sich Menschen?

Menschen missverstehen sich, weil wir uns nicht immer klar ausdrücken. Wir merken es vielleicht nicht, aber manchmal können unsere Worte unterschiedlich interpretiert werden. Das kann zu Missverständnissen und Konflikten führen. Ein weiterer Grund, warum wir missverstanden werden, ist, dass Gesprächspartner nicht hellsehen können, nicht wissen, was wir fühlen.

Was sind die häufigen Fehler in Gesprächen?

Es gibt viele häufige Fehler, die in Gesprächen auftreten können. Hier sind einige der häufigsten:

 

1. Nicht zuhören

 

Ein häufiger Fehler in Gesprächen ist, dass Menschen nicht wirklich zuhören, sondern stattdessen darauf warten, dass sie sprechen können. Dies kann dazu führen, dass wichtige Informationen verpasst werden oder dass der Gesprächspartner das Gefühl hat, nicht gehört oder verstanden zu werden.
Unterbrechen: Das Unterbrechen des Gesprächspartners ist ein weiterer häufiger Fehler, der dazu führen kann, dass wichtige Informationen verloren gehen und der Gesprächspartner das Gefühl hat, nicht respektiert zu werden.

 

 

 

2. Hellsehen und Annahmen treffen

 

Oft treffen Menschen Annahmen über den Gesprächspartner oder die Situation, bevor sie vollständig verstanden haben, was der Gesprächspartner sagt. Dies kann zu Missverständnissen und Konflikten führen.

 

 

 

3. Nonverbale Signale übersehen

 

Nicht auf nonverbale Signale achten: Nonverbale Signale wie Körpersprache, Augenkontakt und Tonfall können oft wichtige Informationen über die Gefühle und Bedürfnisse des Gesprächspartners vermitteln. Wenn diese Signale ignoriert werden, kann dies dazu führen, dass der Gesprächspartner das Gefühl hat, nicht verstanden oder respektiert zu werden.

 

 

 

4. Falsch kommunizieren

 

Es ist wichtig, sich klar und präzise auszudrücken, um Missverständnisse zu vermeiden. Wenn eine Person nicht in der Lage ist, ihre Gedanken oder Bedürfnisse klar auszudrücken, kann dies zu Frustration und Missverständnissen führen.

 

 

 

5. Destruktive Kommunikation, wie Kritik oder Angriffe

 

Kritik oder Angriffe können dazu führen, dass Gesprächspartner sich defensiv fühlen und das Gespräch abbrechen, direkt oder zumindest mental. Es ist wichtig, Feedback auf eine konstruktive und respektvolle Weise zu geben, um eine offene und positive Diskussion zu fördern.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Wer will, versteht uns falsch. - Karsten Noack

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 31. März 2020
Überarbeitung: 31. März 2020
AN: #345
K: CNC
Ü:

Strohmann-Argument als rhetorischer Trick: Einsatz und Abwehr!

Strohmann-Argument als rhetorischer Trick: Einsatz und Abwehr!

So geben Sie Ihrer Botschaft die verdiente Chance.
Strohmann-Argument

Vorsicht vor dem Strohmann-Argument

 

Ich mag lebhafte Diskussionen. Ein fairer Austausch zu Positionen ist bereichernd. Es dient der Meinungsbildung, wenn ein Standpunkt konsequent eingenommen und für ihn geworben wird. Doch leider wird bisweilen mit unfairen Mitteln und trotz wackliger Argumente versucht die Oberhand zu gewinnen. Ein häufiger eingesetztes Mittel ist dabei das Strohmann-Argument. Hier erfährst du, wie du solche fiesen Versuche erkennst, und was du dagegen tun können.

 

 

 

Überblick

 

Video

Unfaire Rhetorik: Achtung, Strohmann-Argumente!

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Fiese rhetorische Tricks: Strohmann-Argument

 

So ein Strohmann-Argument (engl. straw man fallacy oder straw man argument) soll dazu dienen, Redner aus dem rhetorischen Gleichgewicht zu bringen. Die Gefahr ist groß, wenn Erfahrungen fehlen, und eine entsprechende Vorbereitung unterlassen wird. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Darum geht es in diesem Beitrag.

 

 

 

Das Strohmann-Argument

 

Es war einmal … Der Begriff des Strohmanns kommt aus der Zeit, als an Strohpuppen der Kampf mit Hieb- und Stichwaffen geübt wurde. Dass die daran übenden Menschen dabei die Oberhand behielten und somit den sicheren Sieg davon trugen, findet sich heute in der metaphorischen Verwendung wieder.

 

 

 

Ablenkungsmanöver

 

Das Strohmann-Argument, auch Strohmann-Trugschluss genannt, ist im Grunde ein Ablenkungsmanöver, das auch als Red Herring bezeichnet wird. Der Trick: Es wird eine Position unterstellt. Statt auf die tatsächlichen Argumente der Gegenpartei einzugehen, werden Argumente widerlegt, die von dieser überhaupt nicht aufgeführt wurden oder die höchstens nebensächlich im Verhältnis zum Hauptargument sind.

 

 

 

Einsatzbereiche

 

Besonders gerne wird der Strohmann in der Politik an den Haaren herbeigezogen und muss dann dafür herhalten, einen Standpunkt lächerlich zu machen. Der Strohmann vertritt dann oft haarsträubende Positionen, die deutlich radikaler sind als die des Gegenspielers. Der steht dann wie ein begossener Pudel beziehungsweise, wie ein Fanatiker da, wenn er nicht aufpasst.

Da der Angreifer die Deutungshoheit nutzt, hat er einen entsprechenden Spielraum. Er kann absichtlich Äußerungen falsch verstehen oder sogar erfinden. Zuhörer sollen zu logischen Fehlschlüssen veranlasst werden. Vage Aussagen, die beispielsweise mit dem Wunsch geäußert wurden, sich nicht zu sehr zu positionieren, sollen auf diese Weise ins Licht gerückt, also eine Positionierung erzwungen werden.

 

 

 

Formen der Strohmann-Argumentation

 

Es gibt verschiedene Formen des Tricksens mit dem Strohmann.

 

 

1. Form: Verzerrung, Übertreibung, Unterstellung

 

Die These eines Gegenspielers wird verzerrt, übertrieben oder falsch dargestellt. Ihm wird also ein Standpunkt unterstellt, eine falsche Prämisse, die er nicht wirklich vertritt. Dann wird die entstellte These widerlegt und behauptet, dass damit die ursprüngliche These widerlegt ist.

 

 

 

2. Form: Fokus auf konstruierte schwache Argumente

 

Ein Strohmann wird in vielen Einzelheiten beschrieben. Dieser Strohmann verteidigt die gegnerische These mit wenig überzeugenden Argumenten. Diese Argumente werden widerlegt und ohne Berücksichtigung anderer möglicher Begründungen der These wird behauptet, dass dadurch jeder Vertreter dieser These und somit auch die These selbst widerlegt sei.

 

 

 

3. Form: Scheinanalogien

 

Scheinbare Analogien werden zur generischen Position vorgebracht, die sich leicht widerlegen lassen. So lassen sich Analogien hinzuziehen, die wesentlich einfacher zu widerlegen sind als die eigentlich zu widerlegende These.

 

 

 

4. Form: Unglaubwürdiger Stellvertreter

 

Anstatt mit einem Gegenspieler zu diskutieren, der einem zu stark erscheint, wird ein Strohmann konstruiert, der schwächer oder zumindest bedenklich erscheint. Zu diesem Zweck wird eine Person beschrieben, die mit fragwürdigen Anschauungen oder Handlungen als typisch für die Vertreter der gegnerischen These dargestellt wird. Dieser fiktive und wehrlose Gegner wird dann instrumentalisiert.

 

 

 

Was tun?

 

Als Reaktion auf ein Strohmann-Argument, von der eigenen Position abzurücken, wirkt nicht sehr konsequent und senkt den Status. Es kann dir unterstellt werden, dich vorher geirrt zu haben und nun schnell die Fahne in den Wind zu halten. Das schadet dann darüber hinaus Botschaften und Ansehen.

 

 

 

Besser

 

Besser ist es souverän, die unangebrachte Gleichsetzung der eigenen Position mit der des Strohmanns zu verdeutlichen. Soll eine Distanzierung unterbleiben, weil es der eigenen Position schadet, dann kann ein solcher Angriff durch den Vergleich mit dem Verhalten des Gegenspielers zurückgewiesen werden. So können Gegenspielern Scheinheiligkeit und Projektionen vorgeworfen werden.

Setze dich für den fairen rhetorischen Austausch zu Positionen ein.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

 

Sind dir schon Strohmann-Argumente untergekommen?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Antworten auf häufige Fragen

Was ist ein Strohmann-Argument?

Ein Strohmann ist ein trügerisches Scheinargument, das einen gegnerischen Standpunkt verzerrt, um ihn leichter angreifen zu können. Im Wesentlichen gibt die Person, die das Strohmann-Argument verwendet, vor, den Standpunkt des Gegners anzugreifen, während sie in Wirklichkeit eine verzerrte Version dieses Standpunkts angreift, die der Gegner nicht unbedingt unterstützt. Das Strohmann-Argument ist passenderweise nach einer harmlosen, leblosen Vogelscheuche benannt.

Was bedeutet es, ein Strohmann-Argument vorzubringen?

Ein Strohmann-Argument bedeutet, dass ein Standpunkt zu einem Thema geschaffen und dann dagegen argumentiert wird, den in Wirklichkeit niemand vertritt. Dies geschieht meist in Form einer extremen oder übertriebenen Behauptung.
Kaum etwas ist so, wie es zu sein scheint.

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2004
Überarbeitung: 28. Januar 2021
AN: #879879
K:CNC
Ü:

Umgang mit Schwachstellen in der eigenen Argumentation

Umgang mit Schwachstellen in der eigenen Argumentation

Sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren
Argumentation

Schwachstellen in der eigenen Argumentation

 

Was tun, wenn wir in der eigenen Argumentation eine Schwachstelle erkennen und sie sich nicht so einfach beheben lässt? Hier die Antwort auf eine häufige Frage.

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https://youtu.be/FOJL-u0_bas

Was tun mit Schwachstellen in der Argumentation?

 

Eine häufige Frage: „Was tun, wenn wir in der eigenen Argumentation eine Schwachstelle finden?“.

Jedes Argument ist angreifbar. Und jedes Argument hat seine eigenen Schwachstellen, an denen es besonders einfach widerlegt werden kann. Es ist keine Freude, wenn das Gegenspieler bei der eigenen Argumentation entdecken. Erfahrene Redner suchen deswegen selbst sehr aufmerksam nach Schwächen der eigenen Argumentation und stärken diese Schwachstellen.

Finden Sie heraus, wo die eigene Argumentation am einfachsten angreifbar ist. Um die schwächste Stelle eines Arguments zu identifizieren, bietet sich die Erkundung unterschiedlicher Perspektiven an. Bewegen Sie sich selbst in die Rolle der Gegenspieler. Erkunden Sie deren Sichtweise. Bitten Sie kritische Geister um Feedback. Wenn sie diese Stellen ausfindig gemacht haben, stehen drei grundsätzliche Wege zur Auswahl.

 

 

 

1. Lassen Sie die Nachteile und schwachen Argumente weg

 

Was keiner weiß, macht keinen heiß? Vielleicht merkt es ja niemand. Das halte ich für keine gute Idee. Wer sich dafür entscheidet, die Schwachstelle zu verschweigen, geht ein Risiko ein. Es kann gut gehen, einen Bogen um unangenehme Aspekte zu machen. Wird eine Schwachstelle jedoch von anderen aufgedeckt, kann das einen dunklen Schatten auf die Persönlichkeit, deren Kompetenz, Integrität und Glaubwürdigkeit werfen. Es erfordert dann mitunter sehr hohen Aufwand, den entstandenen Schaden wieder zu richten. Besonders heikel wird es, wenn Emotionen ins Spiel kommen und das Vertrauen beschädigt wurde.

 

 

 

2. Den Argumenten den Rücken stärken

 

Untermauern Sie die schwachen Argumente mit zusätzlichen Begründungen, Beispiele, Analogien, Zahlen, Daten, Fakten. Setzen Sie Kreativitätstechniken ein und lassen Sie sich gegebenenfalls unterstützen, wenn Ihnen Ihr Anliegen am Herzen liegt.

Auf dieser Homepage finden Sie einige Artikel mit Hinweisen, wie Sie Ihre Argumentation systematisch aufbauen.  Gestalten und entscheiden Sie weise.

 

 

 

3. Schwachstellen selbst ansprechen

 

Die meist praktikabelste Vorgehensweise ist es, selbst die Nachteile zu nennen und ins Verhältnis zu den Vorteilen zu stellen.

Ob diese Empfehlung eine gute Idee ist, hängt vom Publikum ab. Ehrlichkeit sollte belohnt werden, wird es aber nicht immer. Bei feindseligem Publikum ist besondere Vorsicht angebracht. Zu große Offenheit wird hier häufiger gegen einen Redner eingesetzt. Dann ist besonders darauf zu achten, so zu formulieren, dass es nicht so leicht ist, Ihnen die Worte im Mund umzudrehen.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. April 2020
Überarbeitung: 8. Februar 2022
AN: #654
K: CNC
Ü:

Trugschluss: Wenn Argumente richtiger klingen als sie sind! 17 Beispiele

Trugschluss: Wenn Argumente richtiger klingen als sie sind! 17 Beispiele

Keine gute Basis für Entscheidungen
Trugschluss: Wenn Argumente richtiger klingen als sie sind!

Trugschluss bei Argumenten

 

Ein Trugschluss ist eine Schlussfolgerung, die logisch erscheint, obwohl das nicht der Fall sein muss. Wie lässt sich ein Trugschluss vermeiden?

Überblick

 

 

 

 

Trugschluss

 

Ein Trugschluss (= lateinisch fallacia, auch als Fehlschluss oder Paralogismus bezeichnet) ist eine Schlussfolgerung, die logisch erscheint und anscheinend wahr ist, obwohl das nicht der Fall sein muss. Die auf dieser Basis getroffenen Entscheidungen stehen auf wackligem Grund, selbst dann, wenn die grundlegende Aussage nicht wirklich falsch ist.

 

 

 

Ursachen

 

Mögliche Ursachen sind:

  • verborgene logische Fehler
  • Verallgemeinerungen
  • Mehrdeutigkeiten

 

 

 

Beispiele

 

1. Steine werfen (ad lapidem)

 

Bei diesem logischen Fehlschluss wird ein gegnerisches Argument dreist als falsch hingestellt, ohne eine Begründung zu liefern. Der Fehlschluss besteht in der Annahme, dass schon das bloße, nicht weiter begründete Verneinen eines gegnerischen Arguments für seine Demontage ausreicht.

 

 

2. Diffamieren (ad hominem)

 

Argumente ad hominem (lateinisch = zum Menschen hin) zielen nicht auf die Aussage selber, sondern auf den Menschen, der sie vertritt. Die ad hominem-Argumentation ist logisch nicht zulässig, da der Wahrheitsgehalt einer Aussage nicht davon abhängt, wer sie sagt.

 

 

3. Falschaussagen wiederholen (ad nauseam)

 

Wörtlich übersetzt bedeutet „ad nauseam“ „bis zur Übelkeit“ bzw. sinngemäß „bis zum Erbrechen“, indem ein Argument so lange wiederholt wird, bis einem davon sprichwörtlich übel wird. Diese Argumentationsmethode baut auf der irrigen Überzeugung, dass ein falsches Argument irgendwann geglaubt wird, wiederholt man es nur oft genug. Doch nur, weil etwas immer wieder zu hören ist, wird es nicht zur Wahrheit.

 

 

4. Das Neuere ist richtig (ad novitam)

 

Ein Argument ad novitam ist ein Fehlschluss, der auf der Annahme basiert, dass etwas Neueres prinzipiell richtiger sein muss als etwas Altes. Und auch wenn es nicht grundsätzlich falsch ist, dass althergebrachte Einstellungen überkommen sein können, weil sich die Voraussetzungen, auf denen sie beruhen, mittlerweile vielleicht geändert haben, gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass es auch so sein muss. Sind die Voraussetzungen unverändert geblieben, ist eine Aussage auch weiterhin gültig.

 

 

5. Appellieren an die Abscheu

 

Durch das Appellieren an die Abscheu soll, mittels Hervorrufen von Ekel der Gegenposition, der eigene Standpunkt als erstrebenswerter erscheinen. Für die Richtigkeit einer Aussage ist es jedoch vollkommen irrelevant, ob man sie oder ihre Konsequenzen als angenehm oder unangenehm empfunden hat. Auch, wenn in Gesellschaften gewisse Normen gelten, ist das allzu oft eine Frage der persönlichen Sichtweise und schon gar nicht der Logik.

 

 

6. Auslavieren

 

Beim Auslavieren handelt es sich eher um eine rhetorische Methode als um ein Fehlschluss im engeren Sinn. Auslavieren bezweckt, die Konsequenzen eines schon entkräfteten eigenen Arguments zu ignorieren. Die Entkräftung wird einfach ausgeblendet und die Argumentation ungehemmt fortgeführt. Der logische Fehlschluss liegt darin begründet, dass von einer bestimmten Grundlage abgeleitete Aussagen hinfällig werden, wenn sich diese Grundlage sich als falsch erweist. Ohne Fundament lässt sich kein argumentatives Gebäude errichten. Durch aufmerksames Zuhören und Beharren auf der Klärung der ursprünglichen Frage kann dieser rhetorischen Methode recht leicht begegnet werden.

 

 

7. Falscher Schluss vom Teil auf das Ganze

 

Dieser Fehlschluss beruht darauf, einer Eigenschaft eines Elements eines Systema fälschlicherweise zu unterstellen, sie treffe auf das gesamte System zu. So handelt es sich bei diesem Fehlschluss um eine unzulässige Verallgemeinerung. Der Unterschied zum Fehlschluss vom bedingt Gesagtem zum schlechthin Gesagten besteht darin, dass dieser eine unzulässige Verallgemeinerung nicht von Eigenschaften, sondern von Ursachen und Wirkungen darstellt.

 

 

8. Falsches Dilemma

 

Dieser Fehlschluss geht davon aus, dass bei einem bestimmten Sachverhalt nur zwei einander ausschließende Standpunkte existieren und dass Zwischenstufen oder weitere Standpunkte nicht möglich sind.

 

 

9. Naturalistischer Fehlschluss

 

Moralische Werte können von anderen moralischen Grundsätzen aus bewertet werden, doch daran, wie Dinge von ihrer Natur sind, wie die Dinge sein sollten, ist nicht zu rütteln. Wer das trotzdem versucht, macht einen Fehlschluss, weil damit der Natur ein moralischer Grundsatz unterstellt wird.

 

 

11. Ursachen erfinden (non causa pro causa)

 

Diese Art von Fehlschluss ist ein Sammelbegriff für weitere Fehlschlüsse wie beispielsweise post hoc, ergo propter hoc oder cum hoc, ergo propter hoc. Sie alle beruhen auf dem Prinzip, Zusammenhänge zu behaupten, wo keine sind. Im Gegensatz zu non sequitur handelt es sich dabei allerdings um einen kausalen und nicht um einen logischen Fehler, es werden also nicht aus den Voraussetzungen falsche Schlüsse gezogen, sondern die Voraussetzungen an sich sind bereits falsch.

 

 

12. Aus der Luft greifen (non sequitur)

 

Die Übersetzung der Taktik „non sequitur“ bedeutet; es folgt nicht. Ein Argument non sequitur ist eines, bei dem die Schlussfolgerung nicht aus den Voraussetzungen folgt, unabhängig davon, ob die Voraussetzungen zutreffen oder nicht.

 

 

13. Strohmannargument

 

Bei einem Strohmannargument werden dem Diskussionsgegner Argumente unterstellt und dann eine Widerlegung dieser verzerrten Argumente, als Widerlegung der eigentlichen Argumente glaubhaft zu machen. Bei einem Strohmannargument wird nicht auf den tatsächlichen Sachverhalt reagiert, sondern stattdessen ein selbst aufgestelltes Gegenargument als Strohmann attackiert.

 

 

14. Sie tun es doch auch, oder? (tu quoque)

 

Dieser Fehlschluss besteht darin, einen Fehler in der eigenen Argumentation dadurch zu rechtfertigen, dass die Gegenseite ihn auch gemacht hat. Unzulässig als Argumentation ist das deswegen, weil ein Fehler ein Fehler bleibt, ganz egal wer ihn macht.

 

 

15. Verweis auf Autoritäten

 

Eigentlich handelt es sich um ein Argument ad hominem, das davon ausgeht, dass Menschen, die in einem Gebiet als Autoritäten gelten, eher Richtiges sagen als andere. Logische Beweiskraft hat es nicht, zumal sich auch kluge Leute irren können. Ist ein Argument logisch nicht schlüssig, dann ist es hinfällig, ganz egal, von wem es ausgesprochen worden ist.

 

 

16. Vom bedingt Gesagten zum schlechthin Gesagten

 

Dieser Fehlschluss wird lateinisch als „a dicto secundum quid ad dictum simpliciter“ bezeichnet. Er basiert auf der Annahme, dass eine bestimmte Aussage, die unter bestimmtem (möglicherweise sogar: unter den meisten) Bedingungen wahr ist, immer wahr sein muss. Die Anwendung dieses Fehlschlusses beruht in der Regel auf einem mangelnden Verständnis der Zusammenhänge, so ist jemand, der jemandem anderen mit einem Messer in den Brustkorb sticht, ein Verbrecher, nicht allerdings ein Chirurg, der eine Operation vornimmt.

Hier wird von einer Aussage, die unter den meisten Bedingungen wahr ist, fälschlicherweise angenommen, dass sie immer wahr sein muss, nicht nur, wenn der Stich in den Brustkorb mit verbrecherischer Absicht erfolgt. Dieser Fehlschluss ist vereinfacht formuliert eine unzulässige Verallgemeinerung beim Schließen von Ursachen aus deren Wirkungen. Der Unterschied zum Fehlschluss vom Teil aufs Ganze besteht darin, dass dieser eine unzulässige Verallgemeinerung von Eigenschaften ist, und nicht von Ursachen und Wirkungen.

 

 

17. Zirkelschlüsse

 

Es handelt sich um einen Zirkelschluss, wenn sich eine Argumentation im Kreis dreht, wenn aus einem Umstand ein zweiter ergibt, dann ein weiterer, und aus diesem wieder der erste. Unfug, der auf Unfug baut, mag in sich auf den ersten Blick schlüssig wirken, auf den zweiten Blick fehlt das Fundament. Deshalb hat ein Zirkelschluss keine Beweiskraft, da er seinen Wahrheitsanspruch letzten Endes daraus ableitet, selber wahr zu sein.

 

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Irren ist menschlich, aber aus Leidenschaft im Irrtum zu verharren ist teuflisch. Augustinus Aurelius

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 26. September 2016
Überarbeitung: 13. Juli 2020
AN: #433119
K:CNC
Ü: X
Englische Version:

Polemik, Polemiker und 6 Tipps, zum Umgang damit

Polemik, Polemiker und 6 Tipps, zum Umgang damit

Wie Sie sich von Polemikern nicht die Butter vom Brot nehmen lassen
6 Tipps, zum Umgang mit Polemikern

Polemiker und ihre Polemik

 

Polemische Redner teilen aus und setzen auf Überlegenheit durch Frontalangriffe mit Breitseitenbeschuss. Sie hauen auf alles, was nicht schnell genug auf den Bäumen ist! Wer zögert, hat verloren. Häufig werde ich gefragt, wie mit Polemik umgegangen werden soll. Deswegen habe ich hier ein paar grundsätzliche Empfehlungen für den Fall der Fälle. Wie Sie sich von Polemikern nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Tipps für verbales Judo!

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Polemik, Poliwas, Poliwer?

 

Ich sehe, nichts ist ohne Rücksicht gut.

William Shakespeare

 

Sie waren nicht gerade die umgänglichsten Zeitgenossen; Personen, wie Franz Joseph Strauß und Herbert Wehner. Doch langweilig war den Zuschauern in der Regel nicht, wenn sie loslegten. So ist der Polemiker, er sucht nicht den Konsens, sondern will im rhetorischen Wettstreit seinen Argumenten zum Durchbruch verhelfen. Und das koste, was wolle!

Ursprünglich wurde die wissenschaftliche Streitkunst zwischen Experten als Polemik bezeichnet. Polemik ist heute ein scharfer, oftmals unsachlicher Meinungsstreit, eine Kontroverse, die mit persönlichen Angriffen gespickt ist. Polemische Streitgespräche gibt es häufiger bei literarischen, wissenschaftlichen, religiösen, philosophischen und auch politischen Themen.

Eine polemisch geführte Diskussion unterscheidet sich von einer normalen Diskussion in der Wahl der Argumente. Polemiker suchen selten den Konsens, sondern versuchen im rhetorischen Wettstreit ihrem Standpunkt zum Durchbruch zu verhelfen. Und das koste, was es wolle, ohne große Umwege, immer auf das Schlimme.

Das Streitgespräch wirkt aggressiv und verlässt meist die sachliche Ebene. Die Argumente eines polemischen Redners wollen ins Schwarze treffen und sind oft provokant. Der Zweck heiligt die Mittel, wenn es darum geht, den erklärten Gegner zu besiegen. Dessen Glaubwürdigkeit, Reputation und häufig auch seine Integrität insgesamt werden angezweifelt. Der polemische Redner bedient sich bei seinen Argumenten des Sarkasmus oder der Ironie. Ein derartiges Streitgespräch kann darauf abzielen, den Gegner rhetorisch bloßzustellen, ihn mit seinen eigenen Argumenten zu schlagen. Der polemische Redner führt sein Gegenüber vor und übernimmt stets die Gesprächsführung. Er hinterfragt dessen Glaubwürdigkeit und widerlegt dessen Argumente. So wird der erklärte Gegner demontiert, indem die Widersprüche in seinen Äußerungen aufgezeigt werden und dabei stark übertrieben wird.

 

 

 

Polemik und Publikumswirkung

 

Die Wahrscheinlichkeit schnellstens ein paar Punkte zu machen, steht auf der Seite der Polemiker, zumindest in der ersten Publikumswirkung. Ein polemischer Beitrag erfreut viele Zuschauer. Er braucht nicht unbedingt Substanz, er muss nicht allzu elegant sein, sonst strengt es viel zu sehr an zuzuhören, er muss nicht einmal ganz richtig oder relevant sein. Wenigstens ist jetzt mal etwas los. Das graue Allerlei drückt auf die Stimmung und Abwechslung ist willkommen. Die meisten Redebeiträge sind einfach zu uniform, zu farblos. Etwas Kontrast bitte, ruhig kontrovers und etwas giftig. Das verspricht viel Aufmerksamkeit bei vertretbarem Risiko.

Polemische Redner teilen aus und setzen auf Überlegenheit durch Frontalangriffe mit Breitseitenbeschuss. Drauf. Wer zögert, hat verloren.

Und wer sich dagegen ausspricht, begibt sich in die undankbare Position der humorlosen, bierernsten Spaßbremse. Getretene Hunde beißen eher und wer so überempfindlich ist, hat dazu sicherlich auch einen Grund, oder?

Eine schon vorher beim Publikum vielleicht noch diffus vorhandene Verärgerung bekommt endlich eine Bühne. Wogegen es geht, das ist nicht so wichtig. Am besten zieht es sich gegen wacklige Themen in den Kampf, von denen nur Minderheiten begeistert sind. Was raus will, muss raus. Das ist eine Welle, auf der sich mit Polemik weitgehend folgenlos reiten lässt. Nur nicht so zimperlich: Das muss doch mal gesagt werden!

 

 

 

Einsatz und Umgang mit Polemik

 

Wie bastle ich mir eine Polemik? Das ist ein optionales Thema in Rhetorik & Präsentation III und Rhetorik & Präsentation IV. Dort oder im Einzeltraining erfahren Sie auch, wie Sie souverän mit Polemikern umgehen können. Sie haben die Wahl!

 

 

 

Polemiker

 

Allein im Grunde ist alles polemische Wirken gegen meine eigentliche Natur und ich habe daran wenig Freude.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Viele Polemiker machen einen äußerst kompetenten Eindruck, wobei die Kompetenz auch als Arroganz ausgelegt werden kann. Geübte Polemiker passen sich dem Gesprächspartner an und beherrschen ein umfangreiches rhetorisches Repertoire, sodass sie in Gesprächen die Richtung vorgeben. Sie lenken das Gespräch und lassen ihre Überlegenheit spüren. Rhetoriker, die sich der Polemik bedienen, werden deshalb als aalglatt und nicht zu greifen empfunden.

Zu den bekanntesten deutschen Polemikern gehören Persönlichkeiten wie Karl Marx, Friedrich Engels, Arthur Schopenhauer, Kurt Tucholsky und Gotthold Ephraim Lessing. Bedeutende Politiker der Nachkriegszeit, die sich regelmäßig der Polemik bedient haben, waren Herbert Wehner oder Franz Josef Strauss. Die Auftritte dieser beiden Politiker waren selten zurückhaltend. Und zahlreiche Zeugnisse dafür sind im Internet zu finden.

 

 

 

6 Tipps zum Umgang mit Polemik

 

Die Teilnehmer in meinen Workshops fragen im Zusammenhang mit Polemik immer wieder danach, wie sie damit umgehen sollen. Deswegen habe ich hier ein paar grundsätzliche Empfehlungen für den Fall der Fälle:

 

 

 

1. Ruhe bewahren

 

Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, denn das lässt Sie nur unglaubwürdiger wirken. Wer souverän bleibt, wird vom Publikum als glaubwürdiger wahrgenommen. Gelingt es Ihnen den Polemiker unmenschlich und arrogant aussehen zu lassen, reißen sie ihm die Maske vom Gesicht. Je unsympathischer er dem Publikum erscheint, desto besser.

 

 

 

2. Polemik als solche erkennen

 

Entlarven Sie Grenzüberschreitungen und legen Sie diese als solche offen. Aber Achtung: Machen Sie sich nicht zum Opfer oder Spielverderber. So etwas wird zum Eigentor, lässt Sie nicht gut aussehen. Im Artikel Weshalb funktioniert Polemik so oft? können Sie nochmals nachlesen, wie die Mechanismen sind und wo die Fettnäpfchen lauern.

 

 

 

3. Polemik nicht mit Polemik beantworten

 

Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andren zu! Neben moralischen Aspekten spricht auch der Vorteil aus der hochwertigeren Position heraus zu handeln, dafür lieber die saubere Haltung auszubauen, ohne langweilig zu erscheinen.

 

 

 

4. Fehler aufdecken

 

Es genügt meist schon zwei bis drei offensichtliche Fehler des Polemikers aufzudecken. Mitunter genügt es, Zweifel zu säen. Größtenteils lässt sich jedoch gleich das ganze wackelige Gebäude umpusten, weil es keine Substanz hat.

 

 

 

5. Ordnung ins Spiel bringen

 

Vereinfachen Sie komplexe Zusammenhänge so weit es möglich ist, ohne sich selbst den Vorwurf der Verfälschung einzuhandeln.

 

 

 

6. Bedeutung vermitteln

 

Verbales Jiu-Jitsu: Verdeutlichen Sie die Bedeutung und Konsequenzen der gegnerischen Argumente für das Publikum. Mitunter bleibt dem Publikum dann das Lachen im Hals stecken und es ist selbst über den gerade noch gar so heftigen Polemiker erbost. Der darf sich dann möglichst selbst noch weiter um Kopf und Kragen reden. Wer Zwietracht sät, sollte nicht allergisch sein.

 

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Wie gehen Sie mit Polemikern um?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2012
Überarbeitung: 7. Juni 2019
AN: #1756300
K: CNB
Ü: