Schreiben verändert

Schreiben verändert

Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben
Die Grenzen der Sprache ...

Schreiben verändert

 

So lassen sich Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben fördern.

Überblick

 

 

 

 

 

Schreiben verändert: Veränderungs- und Bewältigungsprozesse

 

Es gibt viele Gründe Gedanken aufs Papier oder auf die Tastatur zu bringen. Eine nicht von jedem Menschen ausreichend gewürdigte Möglichkeit; mit Schreiben Veränderungs- und Bewältigungsprozess unterstützen. Wenn es uns gelingt die Gedanken aufs Papier zu bringen, können wir sie dort ordnen, Zusammenhänge erkennen, klären und dabei zu Einblicken und Erkenntnissen gelangen. Etwas niederzuschreiben kann dabei helfen den Überblick zu bekommen, auch, weil wir mit unterschiedlichen Abständen spielen können.

 

 

 

Wie?

 

Es gibt viele Möglichkeiten sich mit kreativem Schreiben zu beschäftigen. Wer an und mit sich arbeiten möchte, findet im Buch „Selbstwirksam schreiben – Wege aus der Rat und Ratlosigkeit“ von Carmen C. Unterholzer zahlreiche Anregungen dafür. Das Büchlein liefert greifbare Ideen für Veränderungsinteressierte und Therapeuten.

 

 

 

Digital oder analog?

 

Auf welche Weise Sie Ihre Gedanken vom Kopf aus in lesbare Worte übertragen ist eine persönliche Entscheidung. Ich empfehle dafür einen klassischen Stift, vorzugsweise mit Feder und Tinte, für diesen speziellen Zweck zu reservieren. Irgendwie beeinflussen selbst Federform und Tintenfarbe den Prozess. Spielerisch ans Werk zu gehen lohnt sich.

 

 

 

Es lohnt sich

 

So oder so; wenn wir Dinge aussprechen, verändert sich etwas und wenn wir es aufschreiben ebenfalls. Wir gewinnen jedes Mal eine zusätzliche Sicht. Schreiben dient der Psychohygiene. Werden ein paar hilfreiche Prinzipien berücksichtigt, wirkt Schreiben entlastend und heilend.

P.S.

 

Was halten Sie von Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben?.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2016
Überarbeitung: 28. Mai 2019
AN: #87866
Englische Version:
K:
Ü:A

Kassandra-Syndrom: Wenn dir in toxischen Beziehungen niemand glaubt

Narzissmus: Kassandra-Syndrom

Missbrauch durch Narzissten erkennen und sich schützen
Missverständnis

Kassandra-Syndrom: Wenn dir niemand glaubt

 

Verunsicherung, Isolation und Realitätsverlust in toxischen Beziehungen

 

Du erlebst etwas.

Du versuchst, es zu erklären.

Und bekommst zu hören:

„So schlimm kann das kaum sein.“

„Das passt überhaupt nicht zu ihm.“

„Sie ist doch immer so freundlich.“

„Vielleicht bist du einfach sehr empfindlich.“

„Bist du sicher, dass du das richtig verstanden hast?“

Das kann tief verunsichern.

Besonders dann, wenn du in einer belastenden oder toxischen Beziehung ohnehin schon beginnst, deiner eigenen Wahrnehmung weniger zu vertrauen.

Für dieses Erleben wird gelegentlich der Begriff Kassandra-Syndrom verwendet.

Wichtig dabei:

Das Kassandra-Syndrom ist keine anerkannte psychische Diagnose.

Der Begriff kann jedoch als Metapher hilfreich sein für eine sehr reale Erfahrung:

Du erlebst etwas Belastendes – und hast gleichzeitig das Gefühl, dass dir niemand glaubt.

 

 

 

Woher kommt der Name Kassandra?

 

Kassandra stammt aus der griechischen Mythologie.

Sie ist eine Tochter des trojanischen Königs Priamos.

In einer bekannten Überlieferung erhält sie von Apollo die Fähigkeit, zukünftige Ereignisse vorherzusehen.

Nachdem sie Apollo zurückweist, wird sie dazu verdammt, dass ihre zutreffenden Prophezeiungen keinen Glauben finden.

Kassandra warnt beispielsweise vor dem Untergang Trojas.

Sie sieht die Gefahr.

Sie spricht darüber.

Und wird weniger ernst genommen.

Genau dieses Bild hat den Begriff geprägt:

Etwas wahrnehmen – davor warnen – und trotzdem keinen Glauben finden.

 

 

 

Was bedeutet „Kassandra-Syndrom“ heute?

 

Der Begriff wird heute in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.

Besonders bekannt wurde er für das Erleben emotionaler Isolation in bestimmten neurodiversen Partnerschaften. Auch dort handelt es sich um einen beschreibenden Begriff, weniger um eine formale Diagnose. (The Hart Centre)

Im Zusammenhang mit toxischen oder manipulativen Beziehungen lässt sich das Bild weiter fassen:

Ein Mensch erlebt wiederholt problematisches Verhalten.

Das Umfeld sieht davon wenig.

Die betreffende Person wirkt nach außen freundlich, charmant oder vollkommen unauffällig.

Und die betroffene Person beginnt irgendwann selbst zu fragen:

„Bilde ich mir das alles ein?“

 

 

 

Wenn Außenwirkung und private Wirklichkeit auseinandergehen

 

Eine besonders belastende Dynamik entsteht, wenn jemand nach außen vollkommen anders wirkt als im engen Kontakt.

Nach außen vielleicht:

  • charmant.
  • hilfsbereit.
  • großzügig.
  • kompetent.
  • aufmerksam.
  • Im privaten Kontakt dagegen möglicherweise:
  • abwertend.
  • kontrollierend.
  • unberechenbar.
  • grenzüberschreitend.
  • manipulativ.

Das Umfeld kennt häufig vor allem die erste Seite.

Du kennst beide.

Genau daraus kann eine schmerzhafte Situation entstehen:

Andere beurteilen deine Erfahrung anhand einer Person, die sie in einem vollkommen anderen Kontext erleben.

 

 

 

„Das kann ich mir bei ihm überhaupt nicht vorstellen“

 

Dieser Satz klingt zunächst harmlos.

Für Betroffene kann er sehr belastend sein.

Denn seine Botschaft kann ankommen wie:

„Deine Wahrnehmung passt weniger zu meiner Erfahrung. Also stimmt vermutlich deine Wahrnehmung weniger.“

Dabei können beide Erfahrungen gleichzeitig wahr sein.

Eine Person kann im beruflichen Umfeld ausgesprochen angenehm auftreten und in einer engen Beziehung sehr problematische Verhaltensweisen zeigen.

Menschen zeigen in unterschiedlichen Beziehungen unterschiedliche Seiten.

 

 

 

Warum erzählen Betroffene häufig erst spät?

 

Von außen wirkt manchmal unverständlich:

„Warum hast du das so lange mitgemacht?“

„Warum hast du früher wenig gesagt?“

„Warum erzählst du das erst jetzt?“

Doch belastende Beziehungen entwickeln sich häufig schrittweise.

Eine kleine Grenzüberschreitung.

Eine Erklärung.

Eine Entschuldigung.

Eine gute Phase.

Der nächste Vorfall.

Verwirrung.

Hoffnung.

Selbstzweifel.

So entsteht weniger plötzlich eine klare Situation.

Es entsteht ein Muster, dessen Bedeutung häufig erst mit Abstand deutlicher wird.

 

 

 

Die eigene Wahrnehmung wird unsicher

 

Besonders problematisch wird es, wenn du selbst immer weniger sicher bist, was eigentlich geschieht.

Vielleicht hörst du wiederholt:

„Das habe ich nie gesagt.“

„Das hast du falsch verstanden.“

„Du übertreibst.“

„Du bist viel zu empfindlich.“

„Du machst aus allem ein Drama.“

Dann beginnt leicht eine zweite Ebene des Problems.

Neben der ursprünglichen Belastung entsteht die Frage:

„Kann ich meiner eigenen Wahrnehmung überhaupt noch vertrauen?“

 

 

 

Gaslighting und das Kassandra-Erleben

 

Hier kann es Überschneidungen mit Gaslighting geben.

Gaslighting beschreibt ein Muster, bei dem Wahrnehmung, Erinnerung oder Einschätzung eines Menschen wiederholt infrage gestellt oder verzerrt werden.

Die Folge kann sein:

Du weißt zunehmend weniger, welchem Eindruck du trauen kannst.

Wenn anschließend auch das Umfeld deine Erfahrungen relativiert, verstärkt sich diese Verunsicherung zusätzlich.

Der Mensch erlebt etwas – und verliert gleichzeitig soziale Bestätigung dafür.

 

 

 

Isolation verstärkt die Wirkung

 

Menschen brauchen andere Menschen auch zur Orientierung.

Wir vergleichen Wahrnehmungen.

Wir erzählen.

Wir fragen:

„Wie siehst du das?“

In toxischen Beziehungen kann genau dieser soziale Realitätsabgleich zunehmend fehlen.

Vielleicht hat dein Gegenüber bereits Einfluss auf gemeinsame Freunde genommen.

Vielleicht ziehst du dich selbst zurück.

Vielleicht möchtest du weniger ständig erklären.

Vielleicht schämst du dich.

Oder du hast erlebt, dass dir ohnehin kaum geglaubt wird.

Dann entsteht Isolation.

Und Isolation macht Manipulation leichter.

 

 

 

Wenn die andere Person ihre Geschichte zuerst erzählt

 

Ein weiterer belastender Mechanismus:

Dein Gegenüber spricht bereits mit anderen über dich.

Vielleicht wird erzählt:

Du seist schwierig.

instabil.

überempfindlich.

aggressiv.

kontrollierend.

eifersüchtig.

unzuverlässig.

Wenn du später versuchst, deine Perspektive zu erklären, kann alles, was du sagst, durch diese vorbereitete Deutung betrachtet werden.

Deine Reaktion wird plötzlich zum Beleg für die Geschichte über dich.

Das kann ausgesprochen zermürbend sein.

 

 

 

Muss dir jeder glauben?

 

Nein.

Du wirst weniger erreichen können, dass jeder Mensch deine Sicht übernimmt.

Andere Menschen verfügen über eigene Erfahrungen und Beziehungen.

Manche möchten Konflikte vermeiden.

Manche verstehen die Dynamik kaum.

Manche wollen ihre bisherige Einschätzung einer Person behalten.

Deshalb ist ein wichtiges Ziel weniger:

„Wie überzeuge ich alle?“

Hilfreicher ist:

„Welche Menschen sind bereit und fähig, meine Erfahrung ernsthaft anzuhören?“

 

 

 

Glauben bedeutet weniger, alles ungeprüft zu übernehmen

 

Auch Unterstützung braucht Differenzierung.

Jemand kann sagen:

„Ich weiß weniger genau, was zwischen euch geschehen ist. Gleichzeitig nehme ich ernst, dass du sehr belastet bist.“

Das ist etwas anderes als:

„Alles, was du sagst, muss exakt so passiert sein.“

Hilfreiche Unterstützung kombiniert:

  • Offenheit.
  • Respekt.
  • Neugier.
  • und Bereitschaft zur sorgfältigen Einordnung.

 

 

 

Was hilft, wenn du deiner Wahrnehmung weniger traust?

 

 

1. Werde konkret

 

Statt:

„Er manipuliert mich.“

notiere:

Was wurde gesagt?

Was geschah vorher?

Was geschah danach?

Wie reagierte ich?

Was wurde vereinbart?

Konkrete Beobachtungen helfen stärker als Etiketten.

 

 

2. Trenne Beobachtung und Interpretation

 

Zum Beispiel:

Beobachtung:

„Sie sagte gestern A und heute B.“

Interpretation:

„Sie versucht mich absichtlich zu verwirren.“

Die Interpretation kann stimmen.

Der erste Satz bleibt trotzdem belastbarer.

Diese Trennung hilft, Klarheit zurückzugewinnen.

 

 

3. Dokumentiere wichtige Situationen

 

Bei wiederkehrenden problematischen Mustern kann es helfen, zentrale Ereignisse festzuhalten:

  • Datum.
  • Situation.
  • Aussagen.
  • Vereinbarungen.
  • Nachrichten.
  • Relevante Unterlagen.

Das kann besonders bei beruflichen, finanziellen oder rechtlich bedeutsamen Situationen sinnvoll sein.

Dokumentation ersetzt weniger professionelle Beratung.

Sie schafft zunächst Orientierung.

 

 

4. Suche verlässlichen Realitätsabgleich

 

Wähle Menschen, die:

zuhören können.

weniger vorschnell urteilen.

Fragen stellen.

Komplexität aushalten.

und weder dich noch dein Gegenüber sofort diagnostizieren müssen.

Eine gute Rückmeldung hilft dir, genauer zu sehen.

Weniger, eine fertige Geschichte zu übernehmen.

 

 

5. Achte auf Muster

 

Eine einzelne schwierige Situation sagt wenig.

Interessanter sind Wiederholungen.

Was geschieht immer wieder?

Welche Themen lösen ähnliche Abläufe aus?

Was passiert, wenn du eine Grenze setzt?

Was geschieht nach Kritik?

Ist Klärung möglich?

Werden Vereinbarungen später wieder verändert?

Muster liefern mehr Information als einzelne Episoden.

 

 

6. Prüfe die Klärbarkeit

 

Das ist eine meiner wichtigsten Fragen bei schwierigen Beziehungen:

Kann etwas geklärt werden?

Menschen machen Fehler.

Sie missverstehen sich.

Sie verletzen einander.

Gesunde Beziehungen unterscheiden sich weniger dadurch, dass all das ausbleibt.

Ein wichtiger Unterschied ist:

Was geschieht danach?

Kann gesprochen werden?

Kann Verantwortung übernommen werden?

Kann etwas korrigiert werden?

Oder beginnt nach jedem Klärungsversuch die nächste Runde aus Abwehr, Angriff und Schuldumkehr?

 

 

7. Vertraue deiner Wahrnehmung und prüfe sie zugleich

 

Selbstvertrauen bedeutet weniger:

„Alles, was ich wahrnehme, muss stimmen.“

Es bedeutet:

„Meine Wahrnehmung verdient Beachtung.“

Dann darfst du prüfen.

Informationen sammeln.

Perspektiven einholen.

Widersprüche ansehen.

Und anschließend deine eigene Entscheidung treffen.

Das ist etwas anderes als entweder blindes Misstrauen oder blindes Vertrauen.

 

 

 

Der Realitäts-Kompass

 

Bei starker Verunsicherung können vier Fragen helfen:

 

Was ist konkret passiert?

Weniger Interpretation.

Mehr beobachtbare Situation.

 

Was ist ein wiederkehrendes Muster?

Ein einzelner Fehler oder eine dauerhafte Dynamik?

 

Ist Klärung möglich?

Kann dein Gegenüber deine Perspektive überhaupt aufnehmen?

 

Welche Konsequenz brauche ich?

Gespräch?

Grenze?

Abstand?

Dokumentation?

Unterstützung?

Klarheit wächst häufig, wenn aus diffusem Erleben konkrete Fragen werden.

 

 

Wenn selbst Fachleute deine Erfahrung relativieren

 

Auch professionelle Unterstützung kann weniger automatisch passend sein.

Eine hilfreiche Fachperson sollte weder vorschnell dein Gegenüber diagnostizieren noch deine Erfahrung pauschal entwerten.

Professionelle Unterstützung bedeutet für mich:

genau zuhören.

konkret werden.

Muster prüfen.

alternative Erklärungen berücksichtigen.

Wirkungen ernst nehmen.

und gemeinsam herausfinden, welche nächsten Schritte dir dienen.

Wenn du dich bei einer Fachperson dauerhaft weniger verstanden und stärker verunsichert fühlst, darfst du prüfen, ob dieser Rahmen zu dir passt.

 

 

 

Das Etikett ist weniger entscheidend

Vielleicht fragst du dich:

Ist diese Person ein Narzisst?

Ist das Gaslighting?

Ist das emotionaler Missbrauch?

Habe ich das Kassandra-Syndrom?

Solche Begriffe können Orientierung geben.

Sie können gleichzeitig vom Wesentlichen ablenken.

Die praktischeren Fragen lauten:

Was geschieht?

Wie häufig geschieht es?

Was macht es mit mir?

Ist Klärung möglich?

Welche Grenze brauche ich?

Du brauchst weniger eine perfekte Diagnose des anderen Menschen, um auf problematisches Verhalten zu reagieren.

 

 

Vorsicht mit dem Begriff Narzissmus

 

Menschen können selbstbezogen, manipulativ, kontrollierend oder abwertend handeln, ohne dass eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde.

Umgekehrt erlaubt eine Diagnose allein kaum eine zuverlässige Vorhersage über jedes Verhalten einer Person.

Deshalb spreche ich bei vielen Alltagssituationen lieber über:

narzisstische Tendenzen

oder ganz konkret über das beobachtbare Verhalten.

Das schafft mehr Präzision.

 

 

Kassandra-Syndrom ist keine Diagnose

 

Dieser Punkt ist wichtig.

Das Kassandra-Syndrom gehört weniger zu den anerkannten Diagnosen psychiatrischer Klassifikationssysteme.

Der Begriff wird eher beschreibend und metaphorisch verwendet.

Er kann Menschen helfen, ein bestimmtes Erleben zu benennen:

Ich nehme etwas Belastendes wahr und fühle mich damit gleichzeitig ungesehen, ungehört oder unglaubwürdig gemacht.

Als Beschreibung kann das hilfreich sein.

Als medizinische Diagnose sollte der Begriff weniger verwendet werden.

 

 

 

Ein Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen

 

Auch das gehört zur Genauigkeit.

„Kassandra-Syndrom“ wird keineswegs ausschließlich im Zusammenhang mit Narzissmus verwendet.

Besonders verbreitet ist der Begriff auch im Zusammenhang mit belastenden Erfahrungen in neurodiversen Partnerschaften.

Diese Verwendung ist wiederum umstritten, weil sie schnell zu pauschalen Zuschreibungen gegenüber autistischen Menschen führen kann.

Deshalb ist Zurückhaltung sinnvoll.

Das Erleben von Einsamkeit und Unglauben kann real sein, ohne dass daraus eine pauschale Erklärung über eine ganze Personengruppe folgt. 

 

 

 

Was du weniger brauchst

 

Du brauchst weniger:

alle Menschen von deiner Version überzeugen.

deinem Gegenüber eine Diagnose beweisen.

jede einzelne Situation bis ins letzte Detail rekonstruieren.

dich für jede Reaktion rechtfertigen.

oder auf ein Etikett warten, bevor du deine Grenzen ernst nimmst.

Du brauchst Orientierung.

 

 

 

Was du stattdessen brauchst

 

Möglichst:

  • verlässliche Informationen.
  • konkrete Beobachtungen.
  • Menschen, die differenziert zuhören.
  • einen guten Realitätsabgleich.
  • klare Grenzen.
  • und wieder mehr Vertrauen in deine Fähigkeit, Situationen zu prüfen und Entscheidungen zu treffen.

Das Ziel ist weniger, Recht zu bekommen.

Das Ziel ist, wieder handlungsfähig zu werden.

 

 

 

Unterstützung bei toxischen Beziehungsmustern

 

Wenn du seit längerer Zeit in einer Beziehung oder einem anderen engen Kontakt immer stärker an deiner Wahrnehmung, deinen Grenzen oder Entscheidungen zweifelst, kann eine unabhängige Perspektive hilfreich sein.

Wir können gemeinsam betrachten:

Was geschieht konkret?

Welche Muster zeigen sich?

Welche Erklärungen sind plausibel?

Wo liegen deine Grenzen?

Welche Möglichkeiten hast du?

Und welche nächsten Schritte passen zu deiner Situation?

Dabei geht es weniger darum, aus der Ferne eine andere Person zu diagnostizieren.

Es geht um dich, deine Orientierung und deine Handlungsfähigkeit.

→ Hilfe im Umgang mit toxischen und narzisstisch geprägten Beziehungen

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Kassandra hatte weniger das Problem, dass sie nichts erkannte.

Ihr Problem war:

Ihre Wahrnehmung fand keinen Glauben.

Genau darin liegt die Kraft dieser Metapher.

Wenn Menschen dir widersprechen, bedeutet das weniger automatisch, dass du dich irrst.

Und wenn du dir sehr sicher bist, bedeutet auch das weniger automatisch, dass jede Interpretation stimmt.

Der hilfreiche Weg liegt dazwischen:

wahrnehmen, prüfen, einordnen und dir selbst wieder zutrauen, auf dieser Grundlage zu entscheiden.

Antworten auf häufige Fragen

Was ist das Kassandra-Syndrom?

Das Kassandra-Syndrom ist kein anerkannter klinischer Diagnosebegriff. Er wird metaphorisch für Erfahrungen verwendet, bei denen Menschen sich mit wichtigen Wahrnehmungen, Sorgen oder belastenden Beziehungserfahrungen dauerhaft wenig gehört oder geglaubt fühlen.

Was hat Kassandra mit Narzissmus zu tun?

In toxischen oder narzisstisch geprägten Beziehungsmustern kann das Bild passend erscheinen, wenn Betroffene problematisches Verhalten erleben, während das Umfeld die betreffende Person vollkommen anders wahrnimmt und die Erfahrungen der Betroffenen relativiert.

Ist das Kassandra-Syndrom eine Folge von narzisstischem Missbrauch?

So pauschal würde ich es weniger formulieren. Menschen nach belastenden oder manipulativen Beziehungen können Erfahrungen von Isolation, Unglauben und Selbstzweifeln machen. Der Begriff Kassandra-Syndrom ist dafür eine mögliche Metapher, keine medizinische Diagnose.

Ist Kassandra-Syndrom dasselbe wie Gaslighting?

Nein. Gaslighting bezeichnet ein bestimmtes Muster der Realitätsverunsicherung. Das Kassandra-Bild beschreibt stärker das Erleben, mit der eigenen Wahrnehmung wenig Glauben oder Resonanz zu finden. Beides kann gemeinsam auftreten.

Wie kann ich meiner eigenen Wahrnehmung wieder mehr vertrauen?

Hilfreich sind konkrete Dokumentation, Trennung von Beobachtung und Interpretation, Realitätsabgleich mit vertrauenswürdigen Menschen sowie die Betrachtung wiederkehrender Muster.

Was ist das Kassandra-Syndrom im Zusammenhang mit narzisstischem Missbrauch?

Das Kassandra-Syndrom ist ein Begriff, der in Zusammenhang mit narzisstischem Missbrauch verwendet wird. Es beschreibt die Situation, in der eine Person (in Anlehnung an die griechische Mythologie) prophetische Warnungen oder Bedenken äußert, die jedoch von anderen ignoriert werden, insbesondere von denen, die eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben.

Das Kassandra-Syndrom wird oft verwendet, um das Gefühl der Ohnmacht und Frustration zu beschreiben, das Menschen erleben, wenn sie versuchen, andere vor dem narzisstischen Missbrauch zu warnen, aber ihre Warnungen nicht gehört werden. Die Betroffenen fühlen sich oft isoliert und unverstanden, da ihr Wissen und ihre Erfahrungen von anderen nicht anerkannt werden.

Muss ich beweisen, dass mein Gegenüber narzisstisch ist?

Nein. Für deine eigenen Grenzen und Entscheidungen ist vor allem relevant, welches Verhalten du erlebst, welche Wirkung es hat und ob eine konstruktive Klärung möglich ist.

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Hattest du es schon mit toxischen Menschen wie Narzissten zu tun und wie hasst du auf dich acht gegeben? Welche Erfahrungen haben Sie mit  dem Kassandra-Syndrom gemacht?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Mai 20120
Überarbeitung: 26. August 2021
AN: #849
English version:
Ü:
K:

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg

Steve de Shazer, Insoo Kim Berg und die Kurzzeittherapie

Modelle - Stellen Sie sich vor, es wäre ein Wunder geschehen

 

Überblick

 

 

 

 

Kommunikation ist eine Kette mehr oder weniger nützlicher Missverständnisse.

Steve de Shazer

 

Steve de Shazer (1940 bis 2005) und seine Frau Insoo Kim Berg (1934 bis 2007) sind untrennbar mit der Entwicklung der Kurzzeittherapie verbunden. 1982 gründeten sie das Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee/Wisconsin, USA.

Systemische Beratung

Problemtalk creates problems. Solutiontalk creates solutions.

Steve de Shazer

 

 

 

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg

 

Stellen Sie sich vor, es wäre ein Wunder geschehen… Die bekannteste aus ihrer gemeinsamen Arbeit hervorgegangene Technik ist die sogenannte „Wunderfrage“. Die Grundannahme hierbei ist, dass schon die Beantwortung der Frage „Woran werden Sie merken, dass Ihr Problem gelöst ist?“ Veränderungen anregt, da durch sie Potenziale zur Lösungsfindung aktiviert werden. Bei Kurzzeitinterventionen befindet sich die Lösung von Konflikten und Problemen im Zentrum der Betrachtung. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch über die entsprechenden Ressourcen verfügt, die er für die Lösung seines Problems benötigt.

 

 

Gerade wenn man glaubt etwas ganz sicher zu wissen, muss man sich um eine andere Perspektive bemühen.

(Satz im Film „Der Club der toten Dichter)

 

Der Kreislauf immer wiederkehrender Schwierigkeiten wird durchbrochen, indem der Klient lernt, sich in typischen Situationen anders zu verhalten. Dies wiederum bewirkt eine Veränderung beim Klienten und auch bei seinem Umfeld. In der Zusammenarbeit wird besonderer Wert auf die Wahrnehmung und Förderung der Fähigkeiten und Ressourcen von Menschen gelegt. Diese Haltung findet sich in wirksamen Coachings und Therapien wieder, wie der Arbeit mit Hypnobalancing™. Inspiriert wurde sie maßgeblich von Milton H. Erickson.

 

 

 

Ja, und? Die Grundprinzipien

 

Wenn es funktioniert, dann mache mehr davon.
Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, dann mache etwas anderes.

Steve de Shazer

 

 

1. Lösungsfokussierung

 

Lösungsfokussierung bedeutet, die positiven Unterschiede zu erkennen, zu verstärken und gegebenenfalls gezielter zu nutzen.

  • Was nicht kaputt ist, muss auch nicht repariert werden.
  • Wenn etwas nicht funktioniert, sollte etwas anderes gemacht werden.
  • Das, was funktioniert, sollte häufiger getan werden.

 

 

2. Einfachheit (Simplicity)

 

  • Kleine Schritte können zu großen Veränderungen führen.
  • Die Lösung hängt nicht zwangsläufig direkt mit dem Problem zusammen.
  • Die Sprache der Lösungsentwicklung ist eine andere als die, die zur Problembeschreibung notwendig ist.
  • Kein Problem besteht ohne Unterlass. Es gibt üblicherweise Ausnahmen, die zur Orientierung genutzt werden können.
  • Die Zukunft ist sowohl etwas Geschaffenes als auch etwas Verhandelbares.

 

 

3. Perspektiverweiterung

 

10 Besprechungteilnehmer, 11 Meinungen, was vereinbart wurde. Paul Watzlawick erinnerte uns daran, dass jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist. Doch mit den Worten von Henry David Thoreau kommen mehr Lösungen ins Spiel; „Indem wir unser Denken verändern, verändern wir unser Leben.‟ Ein Sprichwort sagt; Mit der Drehung des Kopfes löst sich nicht das Problem, sondern es ergeben sich Blickwinkel, aus denen sich die Lösung ergibt.

 

 

Sie haben beide Eindruck hinterlassen

 

Nur weil ich lösungsorientiert bin, bedeutet das noch lange nicht, dass ich eine Problemphobie habe.

Insoo Kim Berg

 

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg haben bei mir und vielen anderen Menschen einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ich hatte das Glück, sie mehrmals in Ausbildungen zu erleben und empfand sie als sehr inspirierend. Ihre Ideen werden in der Arbeit vieler Praktiker weiterleben, viele Klienten davon profitieren.

 

Wenn sie unzufrieden über ihre Beziehung sind, dann überlegen sie sich, bevor sie etwas verändern, was unbedingt nicht verändert werden sollte.

Steve de Shazer

 

 

 

Bücher von Steve de Shazer

 

Die Kraft des Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst.
Sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.

Tolstoi

 

 

Wege der erfolgreichen Kurztherapie

 

Vorstellung der Methode der „Wunderfrage“ und anderer Interventionen. Wirklich leicht und gut lesbar ist dieses Buch nicht. Als Anschaffung für Interessierte ist es dennoch empfehlenswert.

 

 

„… Worte waren ursprünglich Zauber“. Lösungsorientierte Therapie in Theorie und Praxis

 

De Shazer untersucht in diesem Buch die therapeutische Konversation mit Bezugnahme auf Bateson, Freud, Lacan, Wittgenstein, Sherlock Holmes und andere. Hilfreich sind die detaillierten, kommentierten Transkripte lösungsorientierter Therapiesitzungen mit Anschauungsmaterial, Lernhilfen und Praxisbeispielen, die Neulinge wie erfahrene Therapeuten nutzen können.

 

 

Der Dreh: Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie

 

Die Meinungen zu diesem Buch gehen weit auseinander. Er beschreibt hier die Verschmelzung hypnotherapeutischer Interventionen Milton Ericksons mit lösungsorientierten Vorgehensweisen der systemischen Kurzzeittherapie.

 

 

Das Spiel mit den Unterschieden. Wie therapeutische Lösungen lösen

 

Im Buches geht es um die Therapie als ein beobachtetes Gespräch zwischen Klient und Therapeut. In Fallbeschreibungen erläutert Steve de Shazer die Aspekte des lösungsorientierten therapeutischen Gesprächs als eine fortschreitende, sinnvolle Erzählung. Erzählen gelingt ihm in diesem Buch selbst allerdings nicht. Große Teile des Buches ziehen sich, bis es endlich kurz etwas interessanter wird. Unterhaltsam geht anders, der Experte hält beim Lesen durch.

 

 

Mehr als ein Wunder: Die Kunst der lösungsorientierten Kurzzeittherapie

 

Das Buch knüpft an die Titel „Der Dreh“ und „Das Spiel mit Unterschieden“ an. Es werden darin verschiedene Interventionen beschrieben. Auch hier ist das Ziel die Ressourcen von Klienten zu aktivieren, mit denen diese Lösungen für ihr Problem finden und umsetzen können. „Mehr als ein Wunder“ ist das letzte Buch, an dem Steve de Shazer mitgeschrieben hat.

P.S.

 

Hatten Sie Berührungen mit diesen Steve de Shazer und Insoo Kim Berg oder ihren Methoden?

 

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 17. Februar 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43340
K:
Ü:

Frank Farelly und die Provokative Therapie

Frank Farrelly und die Provokative Therapie

Modelle

 

Frank Farelly und Karsten Noack

Ein Lächeln kostet viel weniger als elektrischer Strom und gibt mehr Licht.

Schottisches Sprichwort

 

 

Frank Farrelly

 

Es gibt diese kostbaren Begegnungen mit Menschen, die einen verändern. Für mich war er einer davon: Frank Farrelly (1931 bis 2013), gebürtiger Amerikaner mit irischer Abstammung, ein Mann, der mich im positivsten Sinne an Santa Claus erinnert. Und das nicht nur, weil er mir optisch in dieser Rolle eine gute Besetzung erschien, sondern vor allem wegen seiner Ausstrahlung. Er konnte sagen, was er wollte, es klang stets wohlwollend. Manches, was er sagte, hätte anderen Zeitgenossen wohl gar ein blaues Auge eingebracht. Doch bei ihm war immer zu spüren, dass er es gut mit einem meinte.

 

 

 

Wie die Provokative Therapie entstand

 

Seine Ausbildung absolvierte Farrelly in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie bei Carl Rogers, begann aber schon bald darauf, seinen ganz eigenen Stil zu entwickeln: Frank Farrelly forderte seine Patienten humorvoll heraus; seine Grundhaltung dabei charakterisierte er als die eines Advocatus Diaboli. Die Rolle beherrschte er. Überraschung, Verwirrung, Einsichten: in das Weltbild des Klienten einsteigen, es ausleben, globalisieren, pauschalisieren, persiflieren und einen Zerrspiegel anbieten; für Symptome begeistern statt Ratschläge liefern; und wenn überhaupt Empfehlungen, dann solche, die nicht angenommen werden, sondern konstruktiven Widerspruch fördern. All das gelang ihm auf unerwartete Weise in hypnotischer Sprache. Unterschwellig legte er so die Basis für Veränderung, während er auf anderer Ebene Denkverkrustungen löste und so das gesamte System in Bewegung brachte. Innerhalb kürzester Zeit werden neue Perspektiven aus den tiefsten Tiefen an die Oberfläche befördert.

 

 

 

Was mich an Frank Farrelly so begeistert

 

Frank Farrelly gehört zu den Menschen, die mich bei meiner Arbeit besonders inspirieren. Es war stets eine Freude, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Es sind sicher einige hundert Stunden, die ich mit seinem Thema in Workshops, Sitzungen, mit Literatur, Videos und Tondokumenten verbracht habe, um herauszufinden, wie er arbeitet und wie ich die Provokative Therapie authentisch selbst einsetzen kann.

Mich begeisterte Frank Farrelly vom ersten Moment an mit seiner bei genauerem Hinsehen äußerst respektvollen Art, mit Menschen umzugehen. Wenn er mit Menschen arbeitete, sah er in ihnen immer deren Möglichkeiten, sich zu ändern und ihre Ziele zu erreichen. Genau das vermittelte er durch seine unkonventionelle Art stets glaubhaft. Diese ermutigende Grundhaltung ist weit mächtiger als das Verbale und zeigt dem Klienten, dass mit ihm gelacht anstatt über ihn gelacht wird. Frank Farrelly starb am 10. Februar 2013 und wird vielen Menschen unvergessen bleiben. Seine Arbeit hat die Welt ein Stück liebens- und lebenswerter gemacht.

 

 

 

Literatur zum Thema Provokative Therapie (externe Links)

 

Provokative Therapie
von Frank Farrelly, Jeffrey M. Brandsma

O-Ton Frank Farrelly, als ich ihm das Buch zum Signieren gab: „Ohh, thatʼs the book they want an arm in Germany for.“ Ein Buch, das seinen Preis wert ist. Es gibt einen guten Einblick in die Arbeit von Frank Farrelly.

 

Das wäre doch gelacht! Humor und Provokation in der Therapie
von Eleonore Höfner, Hans-Ulrich Schachtner

Eine anschauliche Einführung in das Thema mit zahlreichen Beispielen. Eleonore Höfner berichtet hier, wie sie selbst den Provokativen Stil einsetzt.

 

Lachen lernen. Einführung in die Provokative Therapie Frank Farrellys
von Jürgen Wippich, Ingrid Derra-Wippich

Neben den theoretischen Anmerkungen fesselt das Buch, insbesondere durch die Mitschriften der Sitzungen/Module. Diese Transkripte allein machen den Kauf schon lohnenswert.

 

P.S.​

 

Hatten Sie das Glück Frank Farelly oder die Provokative Therapie kennenzulernen oder davon gelesen? Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü: