Schreiben verändert

Schreiben verändert

Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben
Die Grenzen der Sprache ...

Schreiben verändert

 

So lassen sich Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben fördern.

Überblick

 

 

 

 

 

Schreiben verändert: Veränderungs- und Bewältigungsprozesse

 

Es gibt viele Gründe Gedanken aufs Papier oder auf die Tastatur zu bringen. Eine nicht von jedem Menschen ausreichend gewürdigte Möglichkeit; mit Schreiben Veränderungs- und Bewältigungsprozess unterstützen. Wenn es uns gelingt die Gedanken aufs Papier zu bringen, können wir sie dort ordnen, Zusammenhänge erkennen, klären und dabei zu Einblicken und Erkenntnissen gelangen. Etwas niederzuschreiben kann dabei helfen den Überblick zu bekommen, auch, weil wir mit unterschiedlichen Abständen spielen können.

 

 

 

Wie?

 

Es gibt viele Möglichkeiten sich mit kreativem Schreiben zu beschäftigen. Wer an und mit sich arbeiten möchte, findet im Buch „Selbstwirksam schreiben – Wege aus der Rat und Ratlosigkeit“ von Carmen C. Unterholzer zahlreiche Anregungen dafür. Das Büchlein liefert greifbare Ideen für Veränderungsinteressierte und Therapeuten.

 

 

 

Digital oder analog?

 

Auf welche Weise Sie Ihre Gedanken vom Kopf aus in lesbare Worte übertragen ist eine persönliche Entscheidung. Ich empfehle dafür einen klassischen Stift, vorzugsweise mit Feder und Tinte, für diesen speziellen Zweck zu reservieren. Irgendwie beeinflussen selbst Federform und Tintenfarbe den Prozess. Spielerisch ans Werk zu gehen lohnt sich.

 

 

 

Es lohnt sich

 

So oder so; wenn wir Dinge aussprechen, verändert sich etwas und wenn wir es aufschreiben ebenfalls. Wir gewinnen jedes Mal eine zusätzliche Sicht. Schreiben dient der Psychohygiene. Werden ein paar hilfreiche Prinzipien berücksichtigt, wirkt Schreiben entlastend und heilend.

P.S.

 

Was halten Sie von Veränderungs- und Bewältigungsprozesse durch Schreiben?.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2016
Überarbeitung: 28. Mai 2019
AN: #87866
Englische Version:
K:
Ü:A

Kassandra-Syndrom bei Narzissmus: Wenn dir niemand glaubt

Kassandra-Syndrom bei Narzissmus: Wenn dir niemand glaubt und du an dir zweifelst

Was bedeutet Kassandra-Syndrom bei narzisstischen Beziehungen? Was tun?
Missverständnis

Kassandra-Syndrom bei Narzissmus: Wenn dir niemand glaubt und du an dir zweifelst

 

Du erlebst in deiner Beziehung etwas Belastendes. Du sprichst darüber, doch dein Umfeld glaubt dir nicht. Vielleicht wird deine Erfahrung heruntergespielt. Vielleicht gilt dein Partner als ausgesprochen freundlich und charmant. Und irgendwann fragst du dich, ob du dich selbst täuschst. Dieses Erleben wird manchmal als Kassandra-Syndrom bezeichnet. Was steckt hinter dem Begriff, warum kann die fehlende Unterstützung so belastend sein und was hilft dir, deiner Wahrnehmung wieder mehr zu vertrauen?

 

Du erzählst einer Freundin, wie dein Partner mit dir gesprochen hat.

Sie sieht dich überrascht an.

„Das kann ich mir bei ihm überhaupt nicht vorstellen.“

Du berichtest von wiederholten Abwertungen.

Doch dein Umfeld erlebt diesen Menschen als hilfsbereit und aufmerksam.

Vielleicht hörst du:

„So schlimm wird es schon nicht sein.“

„Vielleicht hast du ihn falsch verstanden.“

„Er ist doch immer so freundlich.“

„Du bist möglicherweise einfach zu empfindlich.“

Du überlegst, wie du deine Erfahrungen besser erklären kannst.

Du suchst nach Beispielen.

Du erinnerst dich an einzelne Sätze.

Und du möchtest endlich verstanden werden.

Doch mit jeder erfolglosen Erklärung wächst deine Verunsicherung.

Vielleicht entsteht irgendwann die Frage:

„Wenn mir niemand glaubt, stimmt dann womöglich etwas mit meiner Wahrnehmung nicht?“

Es kann sehr belastend sein, schwierige Erfahrungen zu machen und gleichzeitig kaum Verständnis dafür zu finden.

Genau dieses Erleben beschreibt das Bild der Kassandra.

 

 

 

Was ist das Kassandra-Syndrom?

 

Der Begriff Kassandra-Syndrom wird verwendet, wenn Menschen das Gefühl haben, mit wichtigen Wahrnehmungen, Warnungen oder belastenden Erfahrungen keinen Glauben zu finden.

Er ist keine anerkannte psychische Diagnose.

Vielmehr handelt es sich um eine Metapher für ein bestimmtes zwischenmenschliches Erleben.

Ein Mensch nimmt etwas wahr.

Er versucht, andere darauf aufmerksam zu machen.

Doch seine Aussagen werden ignoriert, relativiert oder zurückgewiesen.

Das kann zu Frustration, Hilflosigkeit und Selbstzweifeln führen.

Der Begriff wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet und ist nicht auf narzisstisch geprägte Beziehungen beschränkt.

Auch bei familiären Konflikten, beruflichen Missständen oder anderen belastenden Situationen kann dieses Erleben auftreten.

Entscheidend ist deshalb weniger das Etikett als die Frage, was konkret geschieht.

 

 

 

Woher stammt der Name Kassandra?

 

Kassandra ist eine Figur aus der griechischen Mythologie.

Sie war eine Tochter des trojanischen Königs Priamos.

In einer bekannten Überlieferung erhielt sie von Apollon die Fähigkeit, zukünftige Ereignisse vorherzusehen.

Doch ihre zutreffenden Warnungen fanden keinen Glauben.

Kassandra erkannte eine drohende Gefahr und konnte andere trotzdem nicht davon überzeugen.

Dieses Bild ist bis heute eindrucksvoll.

Etwas wahrnehmen.

Darüber sprechen.

Und damit allein bleiben.

Wichtig ist jedoch eine Unterscheidung:

Die mythologische Kassandra hatte recht. Im wirklichen Leben bedeutet fehlende Zustimmung nicht automatisch, dass die eigene Interpretation vollständig zutrifft.

Gerade deshalb ist eine sorgfältige Einordnung so wichtig.

 

 

 

Was hat das Kassandra-Syndrom mit Narzissmus zu tun?

 

In narzisstisch geprägten oder manipulativen Beziehungen können besondere Situationen entstehen.

Vielleicht erlebst du deinen Partner im privaten Alltag ganz anders als deine Freunde oder Kollegen.

Nach außen erscheint er freundlich und hilfsbereit.

Im persönlichen Kontakt verhält er sich möglicherweise abwertend, kontrollierend oder unberechenbar.

Wenn du darüber sprichst, können andere deine Erfahrungen kaum mit ihrem eigenen Eindruck vereinbaren.

Vielleicht glauben sie, dass es sich um ein Missverständnis handelt.

Oder sie halten dich für besonders empfindlich.

Diese Reaktionen können deine Unsicherheit verstärken.

Es ist allerdings wichtig, das Verhalten eines Menschen nicht vorschnell mit einer Persönlichkeitsstörung zu erklären.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann nicht anhand einzelner Berichte über Konflikte diagnostiziert werden.

Für deinen Umgang mit der Situation ist ohnehin zunächst wichtiger, welches konkrete Verhalten du erlebst und wie es sich auf dich auswirkt.

 

 

 

1. Wenn ein Mensch nach außen anders wirkt als im privaten Kontakt

 

Vielleicht ist dein Partner bei gemeinsamen Treffen aufmerksam.

Er hört anderen zu.

Er zeigt Interesse.

Er ist charmant und hilfsbereit.

Zu Hause erlebst du dagegen wiederholte Vorwürfe.

Vielleicht werden deine Bedürfnisse abgewertet.

Oder du hast Angst vor der nächsten Auseinandersetzung.

Deine Freunde sehen vor allem den Menschen, den sie bei gemeinsamen Treffen erleben.

Du kennst zusätzlich den privaten Alltag.

Beide Perspektiven können deshalb sehr unterschiedlich ausfallen.

 

„So kenne ich ihn gar nicht“

Dieser Satz bedeutet zunächst nur, dass dein Gegenüber eine andere Erfahrung gemacht hat.

Er beweist nicht, dass deine Erfahrung falsch ist.

Gleichzeitig beweist deine Erfahrung nicht, dass jede positive Beobachtung anderer Menschen unecht ist.

Menschen können sich in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich verhalten.

Deshalb lohnt sich eine konkrete Betrachtung.

Was wurde gesagt?

Was wurde getan?

In welchem Zusammenhang?

Und wiederholt sich ein bestimmtes Muster?

 

 

 

2. Wenn deine Erfahrungen immer wieder heruntergespielt werden

 

Vielleicht erzählst du von einer verletzenden Bemerkung.

Eine vertraute Person antwortet:

„Das war bestimmt nicht so gemeint.“

Du berichtest von wiederholten Grenzüberschreitungen.

Und hörst:

„Jede Beziehung hat schwierige Phasen.“

Solche Aussagen können gut gemeint sein.

Vielleicht möchte jemand beruhigen oder einen Konflikt nicht weiter verschärfen.

Doch wenn deine Erfahrungen immer wieder relativiert werden, kann das sehr einsam machen.

Du beginnst möglicherweise, deine eigene Einschätzung infrage zu stellen.

Besonders belastend wird es, wenn die fehlende Unterstützung zu einer bereits bestehenden Verunsicherung hinzukommt.

 

Was hilfreiche Unterstützung auszeichnet

Ein unterstützender Mensch muss nicht sofort jede deiner Schlussfolgerungen übernehmen.

Er kann beispielsweise sagen:

„Ich weiß nicht genau, was zwischen euch geschehen ist. Doch ich nehme ernst, dass dich diese Erfahrungen belasten. Wenn du möchtest, höre ich dir zu.“

Das verbindet Offenheit mit einer angemessenen Zurückhaltung.

Es ermöglicht Unterstützung, ohne voreilige Urteile zu verlangen.

 

 

 

3. Wenn du deiner eigenen Wahrnehmung immer weniger vertraust

 

Vielleicht wurden deine Erinnerungen in der Beziehung häufig bestritten.

Du erinnerst dich an eine konkrete Aussage.

Dein Gegenüber behauptet, sie nie gemacht zu haben.

Du beschreibst, wie verletzt du dich gefühlt hast.

Die andere Person wirft dir vor, alles falsch zu verstehen.

Oder dir wird wiederholt erklärt, du seist überempfindlich.

Mit der Zeit kann sich deine Unsicherheit verstärken.

Du suchst zunehmend nach Bestätigung.

Du möchtest möglichst genau beweisen, was geschehen ist.

Und du hast Angst, dich auf deine eigene Erinnerung zu verlassen.

Ein hilfreicher Unterschied

Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass du immer recht hast.

Es bedeutet, dass du deine Wahrnehmung ernst nimmst und sorgfältig überprüfst.

Du darfst offen für neue Informationen sein.

Du darfst eigene Irrtümer erkennen.

Und du musst deine Einschätzung nicht automatisch verwerfen, sobald ein anderer Mensch widerspricht.

 

 

 

4. Gaslighting und das Kassandra-Erleben

 

Vielleicht bist du bei deiner Recherche auf den Begriff Gaslighting gestoßen.

Damit wird eine Form der psychischen Manipulation beschrieben, bei der die Wahrnehmung, Erinnerung oder Urteilsfähigkeit einer Person gezielt untergraben wird.

Betroffene können zunehmend an der eigenen Wahrnehmung zweifeln.

Das Kassandra-Erleben beschreibt dagegen stärker die Erfahrung, mit den eigenen Beobachtungen keinen Glauben zu finden.

Beide Phänomene können gemeinsam auftreten.

Sie sind jedoch nicht identisch.

Auch ist nicht jede Meinungsverschiedenheit oder unterschiedliche Erinnerung ein Beleg für Gaslighting.

Eine angemessene Einordnung berücksichtigt insbesondere Wiederholungen, Zusammenhänge und das tatsächliche Verhalten.

 

 

 

5. Wenn mehrere Menschen die Darstellung deines Gegenübers übernehmen

 

Vielleicht erzählt dein Partner bereits anderen Menschen von euren Konflikten.

Er schildert seine Perspektive.

Vielleicht behauptet er, du seist schwierig, überempfindlich oder unzuverlässig.

Wenn du später mit denselben Menschen sprichst, begegnen sie dir möglicherweise bereits mit einer bestimmten Erwartung.

Dann kann es schwerfallen, deine Sicht darzustellen.

Manchmal werden solche Konstellationen mit Begriffen wie Triangulation oder im populären Sprachgebrauch „Flying Monkeys“ beschrieben.

Diese Bezeichnungen ersetzen keine genaue Analyse.

 

Eine wichtige Frage

Haben die beteiligten Menschen das Verhalten selbst beobachtet?

Oder übernehmen sie lediglich die Darstellung einer anderen Person?

Mehrere Menschen, die dieselbe Geschichte gehört haben, verfügen nicht automatisch über mehrere unabhängige Belege.

Umgekehrt können übereinstimmende unabhängige Beobachtungen wichtige Hinweise liefern.

Es lohnt sich deshalb, die Herkunft von Informationen zu berücksichtigen.

 

 

 

6. Warum viele Betroffene lange schweigen

 

Vielleicht wirst du gefragt:

„Warum hast du das nicht früher erzählt?“

Oder:

„Warum bist du so lange geblieben?“

Solche Fragen können zusätzlich belasten.

Schwierige Beziehungen entwickeln sich häufig schrittweise.

Vielleicht gab es zunächst nur einzelne irritierende Situationen.

Dann folgten Erklärungen und Entschuldigungen.

Vielleicht hast du auf Veränderungen gehofft.

Oder du hattest praktische, wirtschaftliche oder familiäre Gründe, die Beziehung fortzusetzen.

Manche Menschen sprechen erst spät über ihre Erfahrungen, weil sie diese zunächst selbst verstehen möchten.

Andere schämen sich oder befürchten, dass ihnen niemand glaubt.

Eine späte Schilderung beweist deshalb weder die Richtigkeit noch die Unrichtigkeit eines Berichts.

Es ist sinnvoller, die konkreten Erfahrungen sorgfältig zu betrachten.

 

 

 

7. Wenn du dich zunehmend isoliert fühlst

 

Vielleicht hast du den Kontakt zu Freunden reduziert.

Du möchtest nicht immer wieder über die Beziehung sprechen.

Vielleicht gab es auch Konflikte, weil andere deine Situation anders beurteilen.

Oder dein Gegenüber hat versucht, deinen Kontakt zu bestimmten Menschen zu beeinflussen.

Mit der Zeit kann dein soziales Umfeld kleiner werden.

Dann fehlen dir möglicherweise Menschen, mit denen du Erfahrungen und Gedanken besprechen kannst.

Verlässliche Beziehungen können dabei helfen, belastende Situationen einzuordnen und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Es kann deshalb sinnvoll sein, geeignete Kontakte wieder zu stärken.

Wähle Menschen, die zuhören, Fragen stellen und unterschiedliche Perspektiven aushalten können.

Du musst deine gesamte Geschichte nicht jedem Menschen erzählen.

 

 

 

8. Warum du nicht jeden Menschen überzeugen musst

 

Vielleicht hast du viel Energie darauf verwendet, andere von deiner Erfahrung zu überzeugen.

Du hast immer weitere Einzelheiten erzählt.

Nachrichten gezeigt.

Widersprüche erklärt.

Und gehofft, endlich verstanden zu werden.

Doch manche Menschen bleiben bei ihrer bisherigen Einschätzung.

Vielleicht fehlen ihnen Informationen.

Vielleicht möchten sie ihre Beziehung zu der betreffenden Person nicht infrage stellen.

Oder sie sehen die Situation tatsächlich anders.

Du kannst sachlich erklären, was du erlebt hast.

Du kannst relevante Tatsachen belegen.

Und du kannst geeignete Unterstützung suchen.

Doch du kannst nicht bestimmen, welche Schlussfolgerung jeder andere Mensch zieht.

Du musst nicht die Zustimmung deines gesamten Umfelds erreichen, bevor du deine eigenen Grenzen und Handlungsmöglichkeiten ernst nehmen darfst.

 

 

 

Was hilft, wenn dir niemand glaubt?

 

Wenn du dich unverstanden und verunsichert fühlst, können einige Schritte hilfreich sein.

 

1. Beschreibe konkrete Situationen

Statt eine Person pauschal als manipulativ oder narzisstisch zu bezeichnen, beschreibe zunächst das beobachtete Verhalten.

Beispielsweise:

„Ich habe gestern eine Bitte geäußert. Daraufhin wurde ich mehrfach als egoistisch bezeichnet.“

Eine solche Beschreibung erleichtert eine sachliche Einordnung.

2. Trenne Beobachtung und Interpretation

Vielleicht hast du bemerkt, dass dein Gegenüber widersprüchliche Aussagen macht.

Das ist eine Beobachtung.

Die Annahme, er wolle dich absichtlich verwirren, ist eine Interpretation.

Sie kann zutreffen, muss jedoch gesondert geprüft werden.

3. Achte auf wiederkehrende Muster

Wie oft entsteht eine ähnliche Situation?

Was geschieht, wenn du Kritik äußerst?

Werden deine Grenzen berücksichtigt?

Ist eine sachliche Klärung möglich?

Wiederkehrende Verhaltensweisen können für die Einschätzung wichtiger sein als einzelne misslungene Gespräche.

4. Dokumentiere relevante Ereignisse, wenn es sicher ist

Bei wiederholten problematischen Situationen kann eine kurze sachliche Dokumentation sinnvoll sein.

Notiere beispielsweise Datum, Situation, relevante Aussagen und bestehende Vereinbarungen.

Bewahre gegebenenfalls wichtige Nachrichten auf.

Wenn du dich in einer kontrollierenden oder bedrohlichen Beziehung befindest, prüfe zuvor, ob persönliche Aufzeichnungen sicher sind.

Bei rechtlichen Fragen kann fachkundige Beratung erforderlich sein.

5. Suche einen geeigneten Gesprächspartner

Vielleicht gibt es einen Menschen, der bereit ist, dir zuzuhören und die Situation sorgfältig mit dir zu betrachten.

Das kann ein vertrauter Freund oder eine fachkundige Beratungsstelle sein.

Hilfreich ist eine Person, die weder vorschnell urteilt noch deine Erfahrungen pauschal abwertet.

6. Kläre, was du erreichen möchtest

Suchst du Verständnis?

Möchtest du eine Entscheidung vorbereiten?

Brauchst du Schutz vor weiteren Grenzüberschreitungen?

Oder benötigst du fachliche Unterstützung für eine belastende psychische Situation?

Je klarer dein Anliegen ist, desto gezielter kannst du handeln.

7. Berücksichtige deine Sicherheit

Wenn Drohungen, Gewalt, Stalking oder erhebliche Kontrolle auftreten, steht deine Sicherheit im Vordergrund.

Dann kann eine spezialisierte Beratungsstelle helfen, geeignete Schritte zu planen.

Eine direkte Konfrontation ist nicht in jeder Situation sicher oder sinnvoll.

 

 

 

Praktische Übung: Der Realitäts-Kompass

 

Diese Übung kannst du nutzen, wenn du nach einem belastenden Gespräch stark an deiner Wahrnehmung zweifelst.

Sie unterstützt dich dabei, Beobachtungen, Interpretationen und Handlungsmöglichkeiten auseinanderzuhalten.

Du kannst sie wiederholt anwenden.

Schritt 1: Was ist konkret geschehen?

Beschreibe die Situation in wenigen Sätzen.

Welche Aussagen oder Handlungen kannst du tatsächlich benennen?

Vermeide zunächst allgemeine Bewertungen.

Schritt 2: Was denke ich darüber?

Welche Bedeutung gibst du dem Ereignis?

Welche Absichten vermutest du?

Welche Gefühle löst die Situation aus?

Trenne möglichst deutlich zwischen Beobachtung, Interpretation und Gefühl.

Schritt 3: Welche Informationen fehlen?

Gibt es weitere relevante Tatsachen?

Wiederholt sich dieses Verhalten?

Gibt es unabhängige Beobachtungen?

Welche anderen Erklärungen sind möglich?

Schritt 4: Was ist mein eigentliches Anliegen?

Möchtest du verstanden werden?

Eine Grenze setzen?

Eine Entscheidung treffen?

Oder dich vor einem weiteren Konflikt schützen?

Schritt 5: Was liegt in meiner Hand?

Welche konkrete Handlung kannst du selbst beeinflussen?

Vielleicht möchtest du eine sachliche Nachricht schreiben.

Vielleicht eine Grenze formulieren.

Oder Unterstützung suchen.

Vielleicht erkennst du auch, dass eine weitere Diskussion derzeit keinen hilfreichen Zweck erfüllt.

Schritt 6: Welche Entscheidung ist jetzt angemessen?

Du musst nicht jede offene Frage beantworten.

Entscheide, welcher nächste Schritt auf Grundlage deiner bisherigen Erkenntnisse sinnvoll und sicher ist.

Du darfst deiner Wahrnehmung Aufmerksamkeit schenken, ohne sie für unfehlbar zu halten. Genau darin liegt eine wichtige Form persönlicher Klarheit.

 

 

 

Wie sprichst du mit Menschen, die deine Erfahrung nicht nachvollziehen können?

 

Vielleicht möchtest du einem Angehörigen oder Freund erklären, warum die Situation dich so belastet.

Eine kurze, konkrete Formulierung kann hilfreicher sein als eine umfangreiche Rechtfertigung.

Beispiel 1: Unterschiedliche Erfahrungen anerkennen

„Ich verstehe, dass du diesen Menschen anders erlebst. Im privaten Kontakt habe ich jedoch wiederholt andere Erfahrungen gemacht. Ich möchte dir erklären, was konkret geschehen ist.“

Beispiel 2: Die gewünschte Unterstützung benennen

„Du musst die Situation nicht sofort beurteilen. Mir würde helfen, wenn du mir zunächst zuhörst und meine Belastung ernst nimmst.“

Beispiel 3: Eine belastende Diskussion begrenzen

„Ich merke, dass wir die Situation unterschiedlich einschätzen. Ich möchte meine Erfahrungen nicht immer wieder verteidigen. Deshalb beende ich das Gespräch für heute.“

Welche Formulierung angemessen ist, hängt von der Beziehung und der konkreten Situation ab.

Wenn du bedrohliches oder kontrollierendes Verhalten befürchten musst, sollte Sicherheit vor Gesprächsführung stehen.

 

 

 

Was ist, wenn sogar Fachleute deine Erfahrungen relativieren?

 

Vielleicht hast du bereits professionelle Unterstützung gesucht.

Doch du hattest das Gefühl, dass deine Erfahrungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Das kann zusätzlich verunsichern.

Eine hilfreiche fachliche Begleitung sollte deine Belastung ernst nehmen und zugleich sorgfältig prüfen, welche Zusammenhänge tatsächlich bestehen.

Sie sollte keine abwesende Person vorschnell diagnostizieren.

Und sie sollte deine Erfahrungen nicht pauschal abwerten.

Wenn du dich in einer Beratung nicht verstanden fühlst, kannst du deine Bedenken ansprechen.

Gegebenenfalls kann auch eine zweite fachliche Einschätzung sinnvoll sein.

Entscheidend ist ein professioneller Rahmen, in dem du deine Erfahrungen differenziert betrachten und hilfreiche Schritte entwickeln kannst.

 

 

 

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

 

Manchmal geht die Belastung über Verunsicherung und schwierige Beziehungskonflikte hinaus.

Vielleicht leidest du unter starken Ängsten.

Du schläfst schlecht.

Du fühlst dich dauerhaft bedroht.

Oder belastende Erinnerungen beeinträchtigen deinen Alltag erheblich.

Solche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.

Sie sollten bei erheblicher Ausprägung fachlich eingeordnet werden.

Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden ist ein therapeutischer Rahmen angemessen.

Informationen zu meinem gesonderten therapeutischen Angebot findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen

 

Vielleicht hast du lange versucht, anderen Menschen zu erklären, was in deiner Beziehung geschieht.

Du hast immer wieder nach den richtigen Worten gesucht.

Du möchtest verstanden werden.

Doch inzwischen bist du so verunsichert, dass dir selbst die Einordnung schwerfällt.

Dann kann eine individuelle Begleitung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching beschäftigen wir uns mit deiner konkreten Situation.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Belastende Beziehungserfahrungen einordnen
  • Beobachtungen und Interpretationen unterscheiden
  • Wiederkehrende Kommunikationsmuster erkennen
  • Selbstzweifel und Rechtfertigungsdruck reduzieren
  • Persönliche Grenzen entwickeln
  • Schwierige Gespräche vorbereiten
  • Kontaktgestaltung und Entscheidungen klären
  • Die eigene Handlungsfähigkeit stärken

Es geht nicht darum, einen anderen Menschen aus der Ferne zu diagnostizieren.

Im Mittelpunkt stehen deine Erfahrungen, deine Bedürfnisse und deine Handlungsmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen erfahren →

Die aktuellen Honorare und organisatorischen Informationen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen zum Kassandra-Syndrom

 

Was ist das Kassandra-Syndrom?

Der Begriff beschreibt metaphorisch die Erfahrung, dass wichtige Wahrnehmungen oder Warnungen von anderen Menschen nicht ernst genommen werden. Es handelt sich nicht um eine anerkannte psychische Diagnose.

Was hat das Kassandra-Syndrom mit Narzissmus zu tun?

In narzisstisch geprägten oder manipulativen Beziehungen können Betroffene erleben, dass ihr Gegenüber nach außen anders auftritt als im privaten Kontakt. Wenn das Umfeld ihre Erfahrungen nicht nachvollziehen kann, kann ein Kassandra-ähnliches Erleben entstehen.

Ist das Kassandra-Syndrom eine Traumafolgestörung?

Nein. Der Begriff bezeichnet keine eigenständige Traumafolgestörung. Belastende Beziehungserfahrungen können jedoch mit psychischen Beschwerden verbunden sein, die gegebenenfalls fachlich eingeordnet werden sollten.

Ist das Kassandra-Syndrom dasselbe wie Gaslighting?

Nein. Gaslighting beschreibt eine Form gezielter Verunsicherung der Wahrnehmung oder Erinnerung. Das Kassandra-Erleben bezieht sich stärker darauf, dass eigene Erfahrungen oder Warnungen von anderen Menschen nicht ernst genommen werden.

Warum glauben andere Menschen meinem Partner mehr als mir?

Vielleicht kennen sie ihn aus anderen Situationen oder verfügen über weniger Informationen. Auch Loyalitäten und bestehende Erwartungen können eine Rolle spielen. Daraus lässt sich allein noch nicht ableiten, welche Darstellung zutrifft.

Wie kann ich meiner eigenen Wahrnehmung wieder vertrauen?

Hilfreich ist es, konkrete Beobachtungen festzuhalten, Interpretationen davon zu unterscheiden, wiederkehrende Muster zu betrachten und geeignete Rückmeldungen einzuholen.

Muss ich beweisen, dass mein Gegenüber narzisstisch ist?

Nein. Für deine eigenen Entscheidungen sind vor allem konkrete Verhaltensweisen, ihre Auswirkungen und deine Handlungsmöglichkeiten wichtig. Eine Persönlichkeitsstörung kann nur in einem geeigneten diagnostischen Rahmen festgestellt werden.

Was mache ich, wenn meine Familie mir nicht glaubt?

Du kannst deine Erfahrungen anhand konkreter Beispiele schildern und benennen, welche Unterstützung du dir wünschst. Wenn Gespräche wiederholt belastend verlaufen, kann es sinnvoll sein, weitere geeignete Ansprechpartner zu suchen.

Kann Coaching bei solchen Erfahrungen helfen?

Coaching kann hilfreich sein, wenn du vor allem deine Situation klären, Grenzen entwickeln und Entscheidungen vorbereiten möchtest. Bei erheblichen psychischen Beschwerden ist therapeutische Unterstützung angezeigt.

 

 

 

Du möchtest deine Wahrnehmung wieder ernst nehmen und klarer handeln?

 

Vielleicht hast du lange versucht, andere Menschen von deinen Erfahrungen zu überzeugen.

Du hast erklärt.

Argumentiert.

Und dich immer wieder infrage gestellt.

Jetzt möchtest du mehr Klarheit gewinnen.

Du möchtest verstehen, was tatsächlich geschieht.

Du möchtest deine Grenzen besser erkennen.

Und du möchtest Entscheidungen treffen, die zu deiner Situation passen.

Dann können wir deine Erfahrungen gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind folgende Informationen hilfreich:

  • Welche Beziehungssituation beschäftigt dich?
  • In welchen Situationen wird deine Wahrnehmung infrage gestellt?
  • Welche Fragen möchtest du klären?
  • Was möchtest du durch die Zusammenarbeit erreichen?
  • Wünschst du eine Sitzung in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungserfahrungen, Selbstzweifeln und persönlicher Neuorientierung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack
Coaching und Beratung bei belastenden Beziehungen, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Mai 20120
Überarbeitung: 26. August 2026

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg

Steve de Shazer, Insoo Kim Berg und die Kurzzeittherapie

Modelle - Stellen Sie sich vor, es wäre ein Wunder geschehen

 

Überblick

 

 

 

 

Kommunikation ist eine Kette mehr oder weniger nützlicher Missverständnisse.

Steve de Shazer

 

Steve de Shazer (1940 bis 2005) und seine Frau Insoo Kim Berg (1934 bis 2007) sind untrennbar mit der Entwicklung der Kurzzeittherapie verbunden. 1982 gründeten sie das Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee/Wisconsin, USA.

Systemische Beratung

Problemtalk creates problems. Solutiontalk creates solutions.

Steve de Shazer

 

 

 

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg

 

Stellen Sie sich vor, es wäre ein Wunder geschehen… Die bekannteste aus ihrer gemeinsamen Arbeit hervorgegangene Technik ist die sogenannte „Wunderfrage“. Die Grundannahme hierbei ist, dass schon die Beantwortung der Frage „Woran werden Sie merken, dass Ihr Problem gelöst ist?“ Veränderungen anregt, da durch sie Potenziale zur Lösungsfindung aktiviert werden. Bei Kurzzeitinterventionen befindet sich die Lösung von Konflikten und Problemen im Zentrum der Betrachtung. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch über die entsprechenden Ressourcen verfügt, die er für die Lösung seines Problems benötigt.

 

 

Gerade wenn man glaubt etwas ganz sicher zu wissen, muss man sich um eine andere Perspektive bemühen.

(Satz im Film „Der Club der toten Dichter)

 

Der Kreislauf immer wiederkehrender Schwierigkeiten wird durchbrochen, indem der Klient lernt, sich in typischen Situationen anders zu verhalten. Dies wiederum bewirkt eine Veränderung beim Klienten und auch bei seinem Umfeld. In der Zusammenarbeit wird besonderer Wert auf die Wahrnehmung und Förderung der Fähigkeiten und Ressourcen von Menschen gelegt. Diese Haltung findet sich in wirksamen Coachings und Therapien wieder, wie der Arbeit mit Hypnobalancing™. Inspiriert wurde sie maßgeblich von Milton H. Erickson.

 

 

 

Ja, und? Die Grundprinzipien

 

Wenn es funktioniert, dann mache mehr davon.
Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, dann mache etwas anderes.

Steve de Shazer

 

 

1. Lösungsfokussierung

 

Lösungsfokussierung bedeutet, die positiven Unterschiede zu erkennen, zu verstärken und gegebenenfalls gezielter zu nutzen.

  • Was nicht kaputt ist, muss auch nicht repariert werden.
  • Wenn etwas nicht funktioniert, sollte etwas anderes gemacht werden.
  • Das, was funktioniert, sollte häufiger getan werden.

 

 

2. Einfachheit (Simplicity)

 

  • Kleine Schritte können zu großen Veränderungen führen.
  • Die Lösung hängt nicht zwangsläufig direkt mit dem Problem zusammen.
  • Die Sprache der Lösungsentwicklung ist eine andere als die, die zur Problembeschreibung notwendig ist.
  • Kein Problem besteht ohne Unterlass. Es gibt üblicherweise Ausnahmen, die zur Orientierung genutzt werden können.
  • Die Zukunft ist sowohl etwas Geschaffenes als auch etwas Verhandelbares.

 

 

3. Perspektiverweiterung

 

10 Besprechungteilnehmer, 11 Meinungen, was vereinbart wurde. Paul Watzlawick erinnerte uns daran, dass jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist. Doch mit den Worten von Henry David Thoreau kommen mehr Lösungen ins Spiel; „Indem wir unser Denken verändern, verändern wir unser Leben.‟ Ein Sprichwort sagt; Mit der Drehung des Kopfes löst sich nicht das Problem, sondern es ergeben sich Blickwinkel, aus denen sich die Lösung ergibt.

 

 

Sie haben beide Eindruck hinterlassen

 

Nur weil ich lösungsorientiert bin, bedeutet das noch lange nicht, dass ich eine Problemphobie habe.

Insoo Kim Berg

 

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg haben bei mir und vielen anderen Menschen einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ich hatte das Glück, sie mehrmals in Ausbildungen zu erleben und empfand sie als sehr inspirierend. Ihre Ideen werden in der Arbeit vieler Praktiker weiterleben, viele Klienten davon profitieren.

 

Wenn sie unzufrieden über ihre Beziehung sind, dann überlegen sie sich, bevor sie etwas verändern, was unbedingt nicht verändert werden sollte.

Steve de Shazer

 

 

 

Bücher von Steve de Shazer

 

Die Kraft des Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst.
Sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.

Tolstoi

 

 

Wege der erfolgreichen Kurztherapie

 

Vorstellung der Methode der „Wunderfrage“ und anderer Interventionen. Wirklich leicht und gut lesbar ist dieses Buch nicht. Als Anschaffung für Interessierte ist es dennoch empfehlenswert.

 

 

„… Worte waren ursprünglich Zauber“. Lösungsorientierte Therapie in Theorie und Praxis

 

De Shazer untersucht in diesem Buch die therapeutische Konversation mit Bezugnahme auf Bateson, Freud, Lacan, Wittgenstein, Sherlock Holmes und andere. Hilfreich sind die detaillierten, kommentierten Transkripte lösungsorientierter Therapiesitzungen mit Anschauungsmaterial, Lernhilfen und Praxisbeispielen, die Neulinge wie erfahrene Therapeuten nutzen können.

 

 

Der Dreh: Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie

 

Die Meinungen zu diesem Buch gehen weit auseinander. Er beschreibt hier die Verschmelzung hypnotherapeutischer Interventionen Milton Ericksons mit lösungsorientierten Vorgehensweisen der systemischen Kurzzeittherapie.

 

 

Das Spiel mit den Unterschieden. Wie therapeutische Lösungen lösen

 

Im Buches geht es um die Therapie als ein beobachtetes Gespräch zwischen Klient und Therapeut. In Fallbeschreibungen erläutert Steve de Shazer die Aspekte des lösungsorientierten therapeutischen Gesprächs als eine fortschreitende, sinnvolle Erzählung. Erzählen gelingt ihm in diesem Buch selbst allerdings nicht. Große Teile des Buches ziehen sich, bis es endlich kurz etwas interessanter wird. Unterhaltsam geht anders, der Experte hält beim Lesen durch.

 

 

Mehr als ein Wunder: Die Kunst der lösungsorientierten Kurzzeittherapie

 

Das Buch knüpft an die Titel „Der Dreh“ und „Das Spiel mit Unterschieden“ an. Es werden darin verschiedene Interventionen beschrieben. Auch hier ist das Ziel die Ressourcen von Klienten zu aktivieren, mit denen diese Lösungen für ihr Problem finden und umsetzen können. „Mehr als ein Wunder“ ist das letzte Buch, an dem Steve de Shazer mitgeschrieben hat.

P.S.

 

Hatten Sie Berührungen mit diesen Steve de Shazer und Insoo Kim Berg oder ihren Methoden?

 

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 17. Februar 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43340
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Ü:

Frank Farelly und die Provokative Therapie

Frank Farrelly und die Provokative Therapie

Modelle

 

Frank Farelly und Karsten Noack

Ein Lächeln kostet viel weniger als elektrischer Strom und gibt mehr Licht.

Schottisches Sprichwort

 

 

Frank Farrelly

 

Es gibt diese kostbaren Begegnungen mit Menschen, die einen verändern. Für mich war er einer davon: Frank Farrelly (1931 bis 2013), gebürtiger Amerikaner mit irischer Abstammung, ein Mann, der mich im positivsten Sinne an Santa Claus erinnert. Und das nicht nur, weil er mir optisch in dieser Rolle eine gute Besetzung erschien, sondern vor allem wegen seiner Ausstrahlung. Er konnte sagen, was er wollte, es klang stets wohlwollend. Manches, was er sagte, hätte anderen Zeitgenossen wohl gar ein blaues Auge eingebracht. Doch bei ihm war immer zu spüren, dass er es gut mit einem meinte.

 

 

 

Wie die Provokative Therapie entstand

 

Seine Ausbildung absolvierte Farrelly in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie bei Carl Rogers, begann aber schon bald darauf, seinen ganz eigenen Stil zu entwickeln: Frank Farrelly forderte seine Patienten humorvoll heraus; seine Grundhaltung dabei charakterisierte er als die eines Advocatus Diaboli. Die Rolle beherrschte er. Überraschung, Verwirrung, Einsichten: in das Weltbild des Klienten einsteigen, es ausleben, globalisieren, pauschalisieren, persiflieren und einen Zerrspiegel anbieten; für Symptome begeistern statt Ratschläge liefern; und wenn überhaupt Empfehlungen, dann solche, die nicht angenommen werden, sondern konstruktiven Widerspruch fördern. All das gelang ihm auf unerwartete Weise in hypnotischer Sprache. Unterschwellig legte er so die Basis für Veränderung, während er auf anderer Ebene Denkverkrustungen löste und so das gesamte System in Bewegung brachte. Innerhalb kürzester Zeit werden neue Perspektiven aus den tiefsten Tiefen an die Oberfläche befördert.

 

 

 

Was mich an Frank Farrelly so begeistert

 

Frank Farrelly gehört zu den Menschen, die mich bei meiner Arbeit besonders inspirieren. Es war stets eine Freude, ihm bei der Arbeit zuzusehen. Es sind sicher einige hundert Stunden, die ich mit seinem Thema in Workshops, Sitzungen, mit Literatur, Videos und Tondokumenten verbracht habe, um herauszufinden, wie er arbeitet und wie ich die Provokative Therapie authentisch selbst einsetzen kann.

Mich begeisterte Frank Farrelly vom ersten Moment an mit seiner bei genauerem Hinsehen äußerst respektvollen Art, mit Menschen umzugehen. Wenn er mit Menschen arbeitete, sah er in ihnen immer deren Möglichkeiten, sich zu ändern und ihre Ziele zu erreichen. Genau das vermittelte er durch seine unkonventionelle Art stets glaubhaft. Diese ermutigende Grundhaltung ist weit mächtiger als das Verbale und zeigt dem Klienten, dass mit ihm gelacht anstatt über ihn gelacht wird. Frank Farrelly starb am 10. Februar 2013 und wird vielen Menschen unvergessen bleiben. Seine Arbeit hat die Welt ein Stück liebens- und lebenswerter gemacht.

 

 

 

Literatur zum Thema Provokative Therapie (externe Links)

 

Provokative Therapie
von Frank Farrelly, Jeffrey M. Brandsma

O-Ton Frank Farrelly, als ich ihm das Buch zum Signieren gab: „Ohh, thatʼs the book they want an arm in Germany for.“ Ein Buch, das seinen Preis wert ist. Es gibt einen guten Einblick in die Arbeit von Frank Farrelly.

 

Das wäre doch gelacht! Humor und Provokation in der Therapie
von Eleonore Höfner, Hans-Ulrich Schachtner

Eine anschauliche Einführung in das Thema mit zahlreichen Beispielen. Eleonore Höfner berichtet hier, wie sie selbst den Provokativen Stil einsetzt.

 

Lachen lernen. Einführung in die Provokative Therapie Frank Farrellys
von Jürgen Wippich, Ingrid Derra-Wippich

Neben den theoretischen Anmerkungen fesselt das Buch, insbesondere durch die Mitschriften der Sitzungen/Module. Diese Transkripte allein machen den Kauf schon lohnenswert.

 

P.S.​

 

Hatten Sie das Glück Frank Farelly oder die Provokative Therapie kennenzulernen oder davon gelesen? Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü: