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Medienkompetenz: Es ist gut zu wissen, wann ein Interview oder Auftritt tatsächlich beendet ist. Hier führen Unachtsamkeiten häufiger zu Nachteilen.
So mancher lieferte ein recht passables Interview oder Auftritt, um sich im Anschluss selbst ins Knie zu schießen. Oft geschieht es, wenn das Interview oder die Frage- und Antwortrunde nach einer Präsentation beendet zu sein scheint. Dann fällt der Druck ab und es fühlt sich gut an, die Maske abzulegen. Endlich wieder locker! Beine hoch! Mit entsprechenden Äußerungen soll dem dann noch zusätzlich Ausdruck verliehen werden. Doch diese unbedachten Aussagen können ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Beispielsweise, wenn das Mikrofon noch nicht ausgeschaltet war, ein Journalist oder eine andere Person es später bezeugt. Dann spricht nicht nur die Aussage selbst gegen einen. Besonders der Kontrast zur ursprünglichen Erscheinung und den Behauptungen kann die eigene Glaubwürdigkeit maßgeblich beschädigen. Sie wurden entlarvt: Von nun an wird Unehrlichkeit und Verstellung unterstellt. Dann ist oft immenser Aufwand erforderlich, um den Schaden zu reduzieren und den schlechten Eindruck wieder loszuwerden. Und das auch dann, wenn es sich nur um einen Scherz gehandelt hat. Es findet sich oft jemand ein, der eigene Interessen mit dem Aufgreifen der Verfehlung verfolgt. Die Entwicklungen können dann eine unerfreuliche Richtung nehmen.
Scherzhafte Aussagen nach einem Interview; US-Präsident Reagan liefert entsprechende Beispiele. 1982 bezeichnete er die polnische Regierung als Bande verlauster Pennbrüder. Einmal hätte er fast den 3. Weltkrieg ausgelöst. Am 11. August 1984 verkündete er die Bombardierung Russlands; „In fünf Minuten beginnen wir mit der Bombardierung!“. Er sagte das als Tonprobe und zur Einstimmung vor einer Radio- und Fernsehübertragung. Reagan fand das lustig, die Russen nicht! Übrigens: Während das Ausland verärgert war, wurde der Ex-Schauspieler kurz darauf wiedergewählt. Andere Länder, anderer Humor.
Unbedarfte Redner machen sich nach Frage- und Antwortrunde über eine Frage lustig. Das bringt Menschen gegen einen auf. Lästern ist sonst schon keine gute Idee, hier kann es großen Schaden anrichten.
In der Pause oder im Anschluss wird das Funkmikrofon oder die noch laufende Aufzeichnung vergessen.
In falscher Sicherheit wiegen: Off the record? Es gibt in Interviews keine sicheren Auszeiten.
Bleiben Sie wachsam! Und sagen Sie auch im Anschluss ausschließlich Dinge, die Sie auch vor der Kamera sagen würden.
Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Januar 2026
AN: #456
K:
Ü:
Soziale Netzwerke gehören für viele Menschen zum Alltag. Segen oder Qual? Chancen und Risiken, Möglichkeiten, Tipps, Tricks, Gedanken.
Ich hätte fast auf Facebook angefangen zu diskutieren. Man muss ja so aufpassen.
Bevor es in Beiträgen ins Detail geht: Was bedeuten die Begriffe Soziale Medien beziehungsweise Soziale Netzwerke? Erst einmal eine Begriffsklärung.
Der Begriff Soziale Medien beziehungsweise Social Media beschreibt Webseiten und Apps, über die ihre Nutzer Inhalte erstellen, teilen und sich vernetzen können. Zentrales Merkmal von Social Media ist die Interaktivität. Soziale Interaktion zwischen Nutzern bis hin zur Zusammenarbeit prägen den Dialog, die sogenannte Many-to-many-Kommunikation. Nutzer erstellen Inhalte (User Generated Content), über die ein permanenter, zeitlich unbegrenzter Austausch mit anderen stattfindet. Social Media kann als Oberbegriff für diese Art sozialer Medien verstanden werden, aber auch als Überbegriff für eine Mediengattung.
Zu den bedeutendsten Netzwerken zählen unter anderem
Erst, wenn Sie das Video starten wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.
Soziale Medien sind Online-Plattformen, die es Menschen ermöglichen, miteinander zu kommunizieren, Inhalte zu teilen und sich auszutauschen. Sie können in verschiedenen Formen vorliegen, wie zum Beispiel als soziale Netzwerke, Blogs, Foren oder Video-Plattformen. Einige bekannte Beispiele für soziale Medien sind Facebook, Instagram, Twitter und YouTube.
Soziale Medien ermöglichen es Menschen, mit anderen in Kontakt zu bleiben und sich auszutauschen, auch wenn sie räumlich weit voneinander entfernt sind. Sie können auch dazu beitragen, dass Menschen sich vernetzen und sich mit anderen zu bestimmten Themen oder Interessen austauschen. Allerdings können soziale Medien auch eine Sucht auslösen und zu negativen Auswirkungen wie sozialer Isolation oder Cybermobbing führen, wenn sie übermäßig genutzt werden. Es ist daher wichtig, eine gesunde Balance zu finden und sich bewusst mit sozialen Medien auseinanderzusetzen.
Digitales Detox bedeutet, dass man sich bewusst von digitalen Medien und Geräten wie Smartphones, Computern und Tablets für eine bestimmte Zeit abkapselt. Der Begriff „Detox“ kommt aus dem Englischen und steht für „Entgiftung“. Im Zusammenhang mit digitalen Medien geht es darum, sich von der ständigen Erreichbarkeit und dem Dauer-Konsum von digitalen Inhalten zu „entgiften“ und sich wieder mehr auf die reale Welt und die eigene innere Ruhe zu konzentrieren.
Digitales Detox kann auf unterschiedliche Weise stattfinden. Manche Menschen nehmen sich bewusst Zeit, um sich von allen digitalen Geräten zu trennen und sich auf andere Aktivitäten wie Sport, Lesen oder Spazierengehen zu konzentrieren. Andere reduzieren ihre Nutzung von digitalen Medien bewusst auf bestimmte Zeiten des Tages oder beschränken sich auf bestimmte Plattformen oder Funktionen.
Das Ziel eines digitalen Detox ist es, eine gesündere Beziehung zu digitalen Medien aufzubauen und sich wieder mehr auf die eigene innere Stimme und die Bedürfnisse des eigenen Körpers und Geistes zu konzentrieren. Es kann helfen, Stress zu reduzieren und die eigene Konzentration und Kreativität zu fördern.
Soziale Medien bieten Experten zahlreiche Chancen, um sich zu vernetzen, ihr Wissen und ihre Expertise zu teilen und sich als Fachexperte zu positionieren. Einige Möglichkeiten, wie Experten von sozialen Medien profitieren können, sind:
Aufbau eines professionellen Netzwerks
Soziale Medien bieten die Möglichkeit, sich mit anderen Experten und Fachleuten auszutauschen und ein professionelles Netzwerk aufzubauen.
Teilen von Wissen und Expertise
Experten können ihr Wissen und ihre Expertise auf sozialen Medien teilen, indem sie Blogs schreiben, Podcasts produzieren oder Videos aufnehmen. Auf diese Weise können sie ihr Fachwissen mit einem breiteren Publikum teilen und sich als Experte positionieren.
Gewinnung von neuen Kunden
Soziale Medien bieten auch die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen, indem man seine Dienstleistungen und Produkte bewirbt und mit potenziellen Kunden in Kontakt tritt.
Teilnahme an Diskussionen und Debatten
Experten können sich auf sozialen Medien an Diskussionen und Debatten beteiligen und ihre Expertise einbringen. Auf diese Weise können sie ihr Wissen und ihre Meinungen mit anderen teilen und sich als Meinungsführer positionieren.
Es ist wichtig, dass Experten bei der Nutzung von sozialen Medien professionell auftreten und sich immer an ihre beruflichen Ethikrichtlinien halten. Auf diese Weise können sie von sozialen Medien profitieren, ohne ihren Ruf zu gefährden.
Soziale Medien haben sich im Laufe der Jahre stark verändert und werden auch weiterhin Veränderungen unterworfen sein. Einige Faktoren, die zu Veränderungen bei sozialen Medien beitragen, sind:
Technologische Entwicklungen
Soziale Medien sind stark von der Entwicklung neuer Technologien abhängig. Neue Funktionen und Möglichkeiten, die durch die Entwicklung von Hardware und Software entstehen, können dazu beitragen, dass sich soziale Medien verändern.
Nutzerverhalten
Auch das Verhalten der Nutzer von sozialen Medien kann dazu beitragen, dass sich soziale Medien verändern. Wenn zum Beispiel bestimmte Funktionen oder Plattformen besonders beliebt werden, könnten andere Plattformen diese Funktionen übernehmen oder ähnliche Angebote schaffen, um mithalten zu können.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Soziale Medien unterliegen auch rechtlichen Vorgaben, die sich im Laufe der Zeit verändern können. Dies kann dazu führen, dass Plattformen bestimmte Funktionen anbieten oder einschränken müssen oder sich in anderer Weise verändern.
Wettbewerb
Der Wettbewerb zwischen verschiedenen sozialen Medien-Plattformen kann auch dazu beitragen, dass sich soziale Medien verändern. Plattformen könnten versuchen, sich von anderen abzuheben, indem sie neue Funktionen oder Services anbieten.
Insgesamt ist es wahrscheinlich, dass soziale Medien auch in Zukunft weiterhin Veränderungen unterworfen sein werden. Es ist wichtig, sich über diese Veränderungen auf dem Laufenden zu halten und sich bewusst mit sozialen Medien auseinanderzusetzen, um ihre Möglichkeiten und Risiken zu verstehen.
Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.
Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.
Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.
Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. Januar 2015
Überarbeitung: 5. Februar 2021
AN: #453
K: CNC
Ü:
Selbst kleine Krisen können unerwartet aus dem Ruder geraten, wenn nicht professionell auf ein solches Ereignis reagiert wird. Es kommt es auf jedes Wort an, selbst zwischen den Zeilen wird gelesen. Tipps für die Krisenkommunikation.
Nicht schön und doch können sie immer wieder auftauchen: Krisensituationen. Wer etwas unternimmt, kann dabei Fehler machen.
Nicht jede Krise muss dabei augenscheinlich so groß erscheinen, um das Ansehen eines Unternehmens oder einer Organisation zu bedrohen. Aber selbst kleine Krisen können unerwartet aus dem Ruder geraten, wenn nicht professionell auf ein solches Ereignis reagiert wird.
Für die gelungene Krisenkommunikation ist in erster Linie die sorgfältige Vorbereitung zuständig. Wenn geschehen ist, was nicht geschehen sollte, ist es üblicherweise etwas spät für ein Medientraining. So oder so, hier folgen ein paar grundlegende Empfehlungen für den Krisenfall.
Es ist passiert: Jetzt schnell die durchdachte Sammlung mit Plänen für Krisen aus der Schublade holen. Wer gut vorbereitet ist, wählt eine geeignete vorbereitete Strategie, die gegebenenfalls angepasst wird. Und, wenn keine Strategie in der Schublade wartet? Dann braucht es trotzdem eine Strategie. Blinder Aktionismus richtet mehr Schaden an, als er bringt.
Verstecken hilft nicht: Gerade bei spektakulären Ereignissen wollen die Medien rasche Antworten. Hoppla, der Andrang ist ungewohnt: Je nach Nachrichtenlage sind es überwältigend viele Medienanfragen, die da hereinstürmen. Damit effektiv umzugehen gelingt nur denen, die sich blitzschnell organisieren können, weil die Hausaufgaben gemacht wurden.
Unter großem Druck kann es schnell geschehen, dass unterschiedliche Sprecher unterschiedliche Aussagen machen. Deshalb empfiehlt es sich möglichst nur einen Sprecher zu benennen. Wenn das nicht praktikabel ist sollten den verschiedenen Sprechern möglichst klare Rollen und Zuständigkeiten zugeordnet und eine enge Abstimmung sichergestellt werden.
Mehr Sprecher kommen zum Einsatz, wenn eine Krise sich länger hinzieht oder so viele Anfragen erfolgen, dass ein Sprecher allein das nicht mehr schaffen kann. Dennoch ist es förderlich, einen Hauptsprecher einzusetzen. Auch, um ein vertrautes Gesicht anzubieten.
Um Spielraum nach oben zu behalten, sollten die Vertreter der Unternehmensspitze in der Regel nicht in der ersten Phase der Krise selbst sprechen. Wenn doch, dann zu grundsätzlichen Themen. Solange die Fakten nicht gesichert sind, können voreilige Äußerungen leicht der Glaubwürdigkeit schaden.
Außerdem haben Auftritte der obersten Repräsentanten in einer Krisensituation Signalwirkung. Mit ihrem Erscheinen wird eine Herausforderung zur Chefsache.
Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind nicht nur Worte, sie haben eine Bedeutung, die Sie durch Ihr Verhalten unterstreichen sollten. Gesagt, getan! Wenn Sie beispielsweise kurzfristig Informationen in Aussicht stellen, halten Sie Ihr Wort. Die Informationen müssen dann auch folgen. Wenn Sie ein Interview versprechen, geben Sie es auch. Im Zweifelsfall denken Sie lieber zweimal nach bevor Sie Versprechungen machen.
Vertrauen braucht Zeit, gerade im Hinblick um Partner bei den Medien. Investieren Sie frühzeitig in das gegenseitige Vertrauen.
Zahlen, Fakten und Zahlen sind gut, aber üblicherweise nicht ausreichend. Gerade in Krisensituation brauchen Sie eine geeignete Botschaft. Diese Botschaft soll verständlich, programmatisch, zukunftsgerichtet und lösungsorientiert sein. Entsprechend durchdacht sollten Botschaften gewählt werden, was sich meist besser im Team als im Eifer des Gefechtes macht.
Ihr Auftreten ist gerade in solchen Situationen sehr wichtig. Das Publikum liest auch zwischen den Zeilen. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die zu einer negativen Interpretation und zum Verlust Ihrer Glaubwürdigkeit führen. Es gilt die Sicherheit zu vermitteln, mindestens das Notwendige zu tun und die erwartete Einsicht für Fehler an den Tag zu legen. Den passenden Tonfall zu finden, ist nicht immer so einfach. Jeder noch so kleine Hinweis auf Arroganz kann eine unangenehme Dynamik in Gang bringen. Wie auch sonst gilt: Der Empfänger entscheidet über die Bedeutung einer Botschaft.
Gerade gestandene Persönlichkeiten sind es gewohnt, zu überzeugen, sich durchzusetzen. Sie unterschätzen deswegen sehr häufig Krisensituationen. Doch hier gelten eigene Spielregeln.
Überzeugen werden Sie nur, wenn Ihr Publikum sowohl Ihnen als Persönlichkeit und den Aussagen vertraut. Das Eine geht nicht ohne das Andere.
Achten Sie immer wieder auf den Überblick. Ich empfehle Ihnen hierzu das Mindmapping. Verinnerlichen Sie vor Ihrem Auftritt Ihre beabsichtigten Aussagen. Gut vorbereitet – auch in bewegten Zeiten findet sich dafür der erforderliche Raum – haben Sie dann mehr Fokus auf Ihr Auftreten, auf die Fragen der Journalisten und die Strategie.
Krisenkommunikation erfordert Fingerspitzengefühl.
Bereiten Sie sich daher gut vor. Lassen Sie sich nicht von der angespannten Situation aus der Ruhe bringen, sondern handeln Sie stets überlegt.
Schnell ist nicht identisch mit überhastet und unüberlegt. Besser: Kurz innehalten und nachdenken. Dann: Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Gerade bei unangenehmen Ereignissen ist das Bestreben groß, spontan zu reagieren und die Dinge geradezubiegen. So verständlich das Bestreben ist schnell zu handeln, darunter leidet leicht die Präzision. Mit bestem Gewissen geantwortet, doch wenn sich später herausstellt, dass eine Aussage zwar im besten Wissen, jedoch ohne ausreichende Prüfung erfolgte, kann das sehr schaden. Selbst, wenn es sich um ein Detail handelt, beginnt genau dort die Glaubwürdigkeit zu bröckeln. Unwahrheiten in Interviews bergen sehr große Risiken. Deshalb gilt es sauber auf Detailtreue zu achten.
Bei einer Krise stehen nicht nur Sie, sondern auch die Medien unter einem hohen Druck. Deren Publikum orientiert sich dort, wo die Neuigkeiten am schnellsten geliefert werden. Und das Publikum bevorzugt Quellen, von denen immer wieder etwas Neues zu erfahren ist. Insofern sollten auch Sie daran interessiert sein kontinuierlich neue Informationen anzubieten. Falls Sie als interessanter Gesprächspartner nicht zur Verfügung stehen und somit Informationsquellen versiegen, bedienen sich die Medien anderswo. Und damit reduziert sich Ihre Einflussnahme.
Bei Krisen sind Sie häufig nicht ganz allein. Reden Sie miteinander. Vereinbaren Sie, wer worüber Auskunft gibt und geben Sie diejenigen Themen ab, die von einem anderen Beteiligten zu vertreten sind.
Aber Achtung: Nicht mit jedem Beteiligten wollen Sie in Zusammenhang gebracht werden. Jeder Beteiligte hat außerdem eigene Interessen, die nicht mit Ihren im Einklang stehen müssen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellantransporter.
Regelmäßig tauchen bei Krisen heikle Fragen auf. Wieso solltest du warten, bis es zu spät ist?
Überlegen Sie im Vorfeld, aus welcher Richtung auf Sie geschossen werden könnte, welche Vorwürfe gemacht werden könnten. Und bereiten Sie gute Antworten darauf vor. Und weil wir nun mal als Menschen blinde Flecken haben, holen Sie sich professionelle Unterstützung ins Boot. Das ist übrigens eine meiner Kompetenzen. Bei der Vorbereitung ins Schwimmen zu kommen ist als Trainingssituation in Ordnung, vor der Öffentlichkeit nicht. Wieso solltest du auch?
„Eine Lüge geht um die halbe Welt, bevor die Wahrheit auch nur die Hosen anziehen kann“, wusste schon Winston Churchill. Besonders dank der Beliebtheit von Social Media verbreiten sich Gerüchte und Halbwahrheiten rasant. Kein Wunder, sie sind oft medienwirksamer als die Realität. Während ein Unternehmen früher in aller Ruhe ein Statement vorbereiten konnte, ist heute eine zeitnahe Kommunikation erforderlich.
Doch dazu ist es erforderlich nah am Geschehen zu sein und das findet heutzutage auf vielen Ebenen zeitgleich statt. Nutzen Sie ein wirksames Monitoring, um die Reaktionen im Auge zu behalten. Beobachten Sie die relevanten Kanäle und unterschätzen Sie auch die scheinbaren Nischenmedien nicht. Je besser Sie informiert sind, desto abgestimmter können Sie handeln.
Eine Krise kann schnell zum Haifischbecken werden. Bei Krisen tauchen oft Gerüchte auf. Manche aus dubiosen Quellen, mit unterschiedlichsten Interessen. Wettbewerber nutzen die Gunst der Stunde und Medien suchen O-Töne. Vermeintliche Experten sehen ihre Chance, sich in den Vordergrund zu rücken und stellen mehr oder weniger wilde Thesen auf. All das kann dem Ansehen Ihrer Organisation nachhaltig schaden. Deshalb bleiben Sie wachsam.
Es hilft zu wissen, wann es besser ist die Dinge auszusitzen beziehungsweise im Hintergrund zu gestalten. Nicht immer ist es die beste Entscheidung, sofort und auf alles zu reagieren.
Krisenkommunikation muss nicht immer offensiv sein. Auch wenn Krisenkommunikationsberater Ihnen raten, immer alles auf den Tisch zu legen: Es gibt durchaus Ereignisse, die schneller und mit einem geringeren Schaden für den Ruf über die Bühne gehen, wenn Sie schweigen.
Ein Troll ist so ein Beispiel, auf den es mitunter besser ist, nicht zu reagieren. Wenn Sie auf einen Troll reagieren und ihm Bedeutung und Relevanz zumessen, dann kann es passieren, dass aus einem winzigen Funken ein Strohfeuer wird. Erst einmal durchatmen, ist es das überhaupt wert? Allerdings: Ist dessen Kritik berechtigt, dann solltest du auch reagieren und den Beitrag kommentieren. Denn Kritik einfach totzuschweigen, ist in Zeiten von Social Media selten eine hilfreiche Entscheidung.
Um einzuschätzen, welche Strategie, die richtige ist, braucht es allerdings viel Fingerspitzengefühl und eine gute Kenntnis der Medienbranche. Je höher die Chance, dass Ihre Krise öffentlich wird, umso besser ist es in der Regel, die Kommunikation anzuführen, bevor es jemand anderes macht. Übernimmt jemand anderes, verlieren Sie wesentlich an Einfluss auf die Deutung der Ereignisse. Sprechen Sie also besser selbst über die Angelegenheit, bevor das andere an Ihrer Stelle tun, die eigene Interessen haben.
Bei der Planung von Strategien im Krisenfall werden die jeweiligen Experten beziehungsweise Teilnehmer am Krisenstab bestimmt. Der wird pragmatisch zusammengesetzt; Juristen, Fachexperten, Marketing, Analysten, Kommunikationsberater, Sprecher etc. Die jeweilige Zusammensetzung hat große Bedeutung. Jede relevante Perspektive kann ihren Beitrag leisten. Je besser diese im Fall der Fälle zusammenarbeiten, desto besser. Auch dafür ist im Vorfeld zu sorgen. Jetzt zeigt sich, wie gut die Vorbereitung war. Gemeinsam lässt sich die Kuh am elegantesten vom Eis holen.
Ich habe ja nichts gegen ein Stoßgebet. Doch wenn die Krise da ist, hilft kein Wunschdenken, sondern entschlossenes Handeln und die geeignete Kommunikation. So unangenehm das Ereignis sein mag, nehmen Sie Einfluss auf das, was Sie beeinflussen können. Während zu oft weiteres Porzellan zerschlagen wird, können Sie es besser machen.
Sie entscheiden, welches Bild Sie in der Öffentlichkeit vermitteln. Das wird nicht nur maßgeblich über den Ausgang der Krise entscheiden. Es bietet auch die Chance, gestärkt aus ihr hervorzugehen.
Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Januar 2026
AN: #4336
K:
Ü:
Vorsicht vor der Columbo-Technik; immer schön wachsam im Interview bleiben! Nicht jede Frage in Interviews ist so harmlos, wie sie klingt.
Für diejenigen, die von 1973 bis 2003 nicht die Gelegenheit genutzt haben Peter Falk als Inspektor beziehungsweise Lieutenant Columbo zu sehen: Columbo ist ein unordentlich, zerstreut und manchmal begriffsstutzig wirkender Polizeibeamter. Er präsentierte sich – frei von Prahlsucht – mit geringem Status und täuscht so die Umgebung, denn tatsächlich ist er hochintelligent. Ein Gegenspieler drückte es so aus: „Der bringt es fertig und sucht im alten Testament nach Fehlern!“ Tatsächlich löste er seine Fälle durch seine sehr genaue Beobachtungsgabe, registrierte selbst kleinste Details und Widersprüchlichkeiten.
Das eigentliche Interview ist erledigt, die Spannung und Vorsicht legen sich. Und genau jetzt wird unauffällig clever angesetzt. Der Verabschiedung folgt im letzten Moment an der Ausgangstür der harmlos klingende Satz; „Übrigens, ich hätte da noch eine Frage“.
Für diesen Satz wurde Kommissar Columbo mit der gleichnamigen TV-Serie bekannt. In seinem Fall am Schluss eines Interviews mit einem Verdächtigen. Darauf konnte schon gewartet werden; auf diese scheinbar nebensächliche Frage, in der es um wesentliche Aspekte ging. Der Gesprächspartner, meist ein Täter, der sich für besonders gerissen hielt, erwies sich in diesem Moment verwundbar, weil er meinte es nun geschafft zu haben. Gedanklich wurde schon der Raum verlassen und die zurechtgebastelten Erklärungen wurden weggepackt. Jedoch sagt er, was tatsächlich in seinem Kopf ist. Schlecht für den Bösewicht: Fall gelöst!
„Ach ja, fast hätte ich es vergessen, wo waren Sie an …?“. Diese und andere nebensächliche Frage erscheinen überwiegend harmlos und können gerade dadurch zu verheerend sein, selbst, wenn jemand keinen Dreck am Stecken hat. So kann selbst ein Medieninterview, das bis dahin sehr gut verlief, bei Unachtsamkeit an dieser Stelle noch entgleisen. Also; stets achtsam bleiben! Es gilt der andere TV-Klassiker-Spruch: „Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht, zu jeder Vernehmung einen Verteidiger hinzuzuziehen. Wenn Sie sich keinen Verteidiger leisten können, wird Ihnen einer gestellt. Haben Sie das verstanden?“
Die Columbo Technik ist eine Destabilisierungstechnik. Sie erinnert daran, wie wichtig es ist mit überraschenden Situationen konstruktiv umgehen zu können. Wobei Sie nicht nur acht darauf geben sollten ihr auf den Leim zugehen, sondern Sie auch gegebenenfalls selbst einsetzen zu können. Sie kann auch für Nichtkriminologen recht hilfreich sein. Halten Sie es wie Columbo. Stellen Sie sich ruhig einmal unwissender als Sie sind und bringen Sie Ihren Gesprächspartner zum Reden, indem Sie vorgeben, nicht zu verstehen: „Können Sie mir das genauer erklären?“, oder „Was ich noch nicht richtig verstehe, ist…“. Solche Fragen dienen Ihnen dazu, sich noch nicht festzulegen. Sie bekommen so Informationen Ihres Gesprächspartners, Informationen, die noch sehr nützlich sein können und vermeiden Hinweise auf Ihre eigenen Ziele und Strategien. Sie bekommen so jedoch weitere Hinweise, die noch nützlich sein können. Dazu ist es allerdings erforderlich, sich etwas in den Tiefstatus (Understatement) zu bewegen, also das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen, um unterschätzt zu werden.
Columbo war der Protagonist der gleichnamigen US-amerikanischen Krimiserie, die von 1968 bis 2003 ausgestrahlt wurde. Columbo wurde von Peter Falk gespielt und war ein kauziger und schlauer Polizist der für die Los Angeles Police Department arbeitete. Er war bekannt für sein unordentliches Aussehen und seine lässige Art, bekannt, die regelmäßig dazu führte, dass er unterschätzt wurde. Doch er verfügte über eine scharfe Beobachtungsgabe und eine Fähigkeit, Verbrecher zu überführen. Er war ein sehr geduldiger und methodischer Ermittler, der sich nicht leicht abschütteln ließ und dafür bekannt war, dass er Verbrecher mit seiner scheinbar naiven Art überraschte und aus der Fassung brachte.
Columbo wurde von vielen Zuschauern als sympathischer und unterhaltsamer Charakter wahrgenommen und so zu einem der bekanntesten und beliebtesten Krimi-Charaktere der Fernsehgeschichte.
Columbo war ein sehr erfolgreicher Detective, der für seine scharfe Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, Verbrecher zu überführen, bekannt war. Er war ein sehr geduldiger und methodischer Ermittler, der sich nicht leicht abschütteln ließ und sich Zeit nahm, um alle Details und Hinweise gründlich zu untersuchen. Er war sehr gut darin, Verbrecher mit seiner scheinbar naiven und lässigen Art zu überraschen und aus der Fassung zu bringen. Columbo nutzte die Fähigkeit, sie dazu zu bringen, sich selbst zu verraten, indem er sie mit seinen scheinbar harmlosen Fragen und Bemerkungen aus dem Konzept brachte.
Insgesamt war Columbo ein sehr gewiefter und schlauer Polizist, der durch seine Einfühlsamkeit und seine Fähigkeit, Verbrecher zu durchschauen, viele Fälle lösen konnte.
Understatement ist eine rhetorische Haltung, bei der eine Aussage absichtlich untertrieben oder heruntergespielt wird, um ihre Bedeutung oder Tragweite zu verringern. Es wird verwendet, um eine Aussage zu beschreiben oder zu kommentieren, ohne sie zu übertreiben oder in den Vordergrund zu stellen.
Understatement wird häufig verwendet, um eine Aussage zu ironisieren oder zu karikieren, um Humor zu vermitteln oder um eine sarkastische oder ironische Bemerkung zu machen. Es kann aber auch dazu verwendet werden, um Bescheidenheit oder Höflichkeit auszudrücken oder um eine Aussage zu relativieren.
Ein Beispiel für Understatement wäre: „Es hat ein bisschen geregnet.“ Klitschnass! Diese Aussage untertreibt die Tatsache, dass es wahrscheinlich stark geregnet hat, um die Tragweite der Regenmenge zu verringern oder um Humor zu vermitteln.
Arroganz kann Widerstand provozieren, weil sie als respektlos und überheblich wahrgenommen wird. Sie kann dazu führen, dass Menschen sich ausgeschlossen oder nicht ernst genommen fühlen und dass sie sich in ihrem Stolz verletzt fühlen. Arroganz kann auch dazu führen, dass Menschen sich bedroht oder unter Druck gesetzt fühlen, wenn jemand versucht, seine Meinung oder seine Autorität aufzwingen zu wollen. Sie kann zu Spannungen und Konflikten führen, wenn Menschen sich nicht respektiert fühlen oder wenn sie das Gefühl haben, dass jemand sie nicht als gleichwertig anerkennt.
Es ist wichtig, zu lernen, respektvoll und bescheiden zu sein, um zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern und Konflikte zu vermeiden. Eine offene und ehrliche Kommunikation und der Respekt gegenüber den Meinungen und Gefühlen anderer Menschen können dazu beitragen, Arroganz und Widerstand zu vermeiden.
Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2007
Überarbeitung: 28. Juli 2019
AN: #23222
K:
Ü:
Präsentieren mit Mikrofon gehört zu den wesentlichen Kompetenzen von Rednern. Tipps zum Präsentieren mit Mikrofon und zur Wahl und Nutzung eines geeigneten Mikrofons.
Manche Redner fühlen sich mit einem Mikrofon wie Rockstars und andere wollen um jeden Preis auf diesen Fremdkörper verzichten. Dabei ist es ein Werkzeug wie viele andere; hilfreich bei kompetenter Nutzung und unvorbereitet voller Risiken.
Stellen Sie sich zuerst die Frage, ob Sie überhaupt ein Mikrofon brauchen. Die Antwort hängt von der Größe des Raumes, des Publikums und Ihrer Stimme ab.
Es gilt vorher einen Akustiktest zu machen. Jeder Raum hat ihre Eigenarten; sehr niedrige und sehr hohe Räume sprechen für den Einsatz eines Mikrofons. Ebenso dicker Teppich und andere Einrichtung, die den Schall schlucken. Die Akustik eines Raumes verändert sich außerdem sehr, sobald mehr Publikum im Raum ist. Die Menschen dämmen einerseits und erzeugen andererseits Nebengeräusche.
Wenn es Raum und Stimme zulassen, empfehle ich erst ab rund 50 Teilnehmern die Stimme verstärken zu lassen. Der Kontakt zum Publikum ist persönlicher ohne Mikrofon. Zusätzlich verlockt eine zu starke Verstärkung die Teilnehmer zu Gesprächen untereinander.
Wenn Ihre Stimme – wenn Sie ab und zu leise sprechen – bei normalem Geräuschpegel wie raschelndem Papier, nicht mehr in der letzten Reihe zu verstehen ist, dann brauchen Sie ein Mikrofon. Ebenso, wenn Sie durch eine Erkältung, Heiserkeit oder ähnliches stimmlich angeschlagen sind.
Wer stimmlich geübter ist, hat mehr Spielraum bei der Entscheidung. Wobei diese Erfahrung sich auch beim Einsatz von Mikrofonen bemerkbar macht.
Nur keine falsche Zurückhaltung. Sprint oder Marathon? Es ist ein Unterschied, ob Sie fünf Minuten oder vielleicht sogar Stunden sprechen. Wenn Sie den Zwang verspüren, besonders laut sprechen zu müssen, dient das nicht Ihrer Wirkung. Mal abgesehen von Joe Cocker und Co.: Die Attraktivität einer heiseren Stimme wird überbewertet, die Spiegelneuronen des Publikums lassen es mitleiden.
Wenn Sie die Wahl zwischen verschiedenen Arten von Mikrofonen haben, wählen Sie das Bügelmikrophon (Headset-Mikrofon). Mit einem Bügel über dem Kopf oder hinter dem Nacken wird das Mikro hier seitlich vom Mund positioniert. Da sie heute sehr klein und mitunter auch hautfarben sind, fallen sie selbst bei Bildaufnahmen kaum auf. Wenn die Qualität stimmt, haben Sie eine gute Wahl getätigt.
Insbesondere Brillenträger sollten den Sitz vorher ausgiebig testen, da es bei falscher Einstellung nach einer Weile recht unangenehm werden kann. Ein Tontechniker kann hier sehr hilfreich sein.
Sollten Sie gerade unter Husten leiden ist diese Wahl jedoch nicht sehr empfehlenswert, da Ihr Publikum akustisch sehr direkt daran teilhaben würde und darauf selten dankbar reagiert.
Ansteckmikrophone, die an Kleidung oder Krawatte festgesteckt werden, sind ebenfalls gut, doch die Entfernung zum Mund ist größer und bei Bewegungen des Kopfes verändert sich schnell die Qualität und Lautstärke. Es erfordert Selbstdisziplin, um das zu kompensieren und schränkt den Freiraum ein.
Im Vergleich zum Bügelmikrofon können Sie sich bei Hustenreiz zumindest etwas vom Mikrofon abwenden.
Dass die Finger nichts in der Nähe des Ansteckmikrofons zu suchen haben, sollte sich von allein verstehen. Doch wenn die Nervosität steigt, gerät das leicht in Vergessenheit.
Gleiches gilt für den Hinweis, dass Ansteckmikrofone angesteckt werden und nicht abgenommen werden, um sie als Handmikrofon vor den Mund zu führen. Trotzdem ist es immer wieder zu beobachten, belastet die Nerven des Publikums und treibt die Tontechniker in den Wahnsinn.
Es gibt tatsächlich Redner, die ein Handmikrofon für eine gute Wahl halten. Der häufigste Grund ist, weil sie sich dann zumindest für eine Hand keine Gedanken mehr machen, was sie während des Auftritts mit ihr tun sollen.
Tatsächlich ist ein Handmikrophon die schlechteste aller beweglichen Möglichkeiten, denn es schränkt die Bewegungsfreiheit zu sehr ein. Es nimmt zu viele Ausdrucksmöglichkeiten. Gesten werden schwieriger und können nur noch asymmetrisch mit der freien Hand ausgeführt werden. Um weitere Nachteile zu vermeiden, gehört das Mikrofon in die nicht-dominante Hand! Nehmen Sie es als Rechtshänder also nicht in die rechte, sondern in die weniger aktiv linke Hand.
Dort bleibt es dann möglichst ruhig im immer gleichen Abstand vor Ihrem Mund. Halten Sie das Mikro in der Verlängerung Ihrer Nase und so tief, dass es ungefähr vor Ihrem Kinn platziert ist. Wenn Sie es sich direkt vor die Lippen halten hat führt das zu sehr störende Nebengeräuschen. Und das, was Atemwind und kleinere Berührungen mit den Lippen erzeugen passt meist nicht zur beabsichtigten Wirkung. Auch Ringe oder sonstiger Schmuck, sind recht klangvoll, wenn sie gegen das Mikro knallen.
Die Methode, sich das Mikrofon mit einem Band um den Hals zu hängen, ist eine Notlösung. Es erinnert an Marktschreier, die beide Hände für die Ware frei haben müssen. Die Gefahr dabei sind Geräusche durch Aufschlagen auf den Kragen, doch Sie haben beide Hände frei.
Hat das Handmikro auch noch ein Kabel, dann erinnert Ihre Bewegungsfreiheit an ein Schaf an einem Pflog.
Weil sich das Kabel in Ihren Beinen verfangen kann und irgendwann wie eine Leine zusende ist, werden Sie ungünstig oft nach unten sehen, sobald Sie gehen.
Ein fest angebrachtes Mikrofon solltest du nur in absoluten Ausnahmesituationen akzeptieren. Ob frei stehend oder am Pult angebracht; es hat zu viele Nachteile, um es freiwillig zu tun. So ein Pult nimmt Ihnen viel Wirkung! Wenn Sie es schon benutzen müssen achten Sie auf ein paar Dinge.
Die Hände haben dabei auf dem oder am Pult zu suchen. Sie werden für die Gestik gebraucht und nicht um dort vermeintliche Stabilität und Sicherheit zu suchen. Gute Redner haben einen sicheren Standpunkt, bei verkrampften Rednern verstärkt ein Pult es eher noch. Sich in das Material bohrende Fingernägel schmerzen nicht nur den Redner, sondern auch die Spiegelneuronen des Publikums.
Hier ist Vorbereitung besonders wichtig, denn sobald der Kopf zu weit gedreht wird, ist die Wirkung weg. Vor allem, wenn nur ein Mikro am Pult befestigt ist. Der Abstand zum Mikrofon beträgt möglichst zwei Handbreiten. Und weil bei Präsentationen mit Publikum üblicherweise kein Popschutz vorhanden ist, schützt das Mikrofon auch nichts vor feuchter Aussprache. Also Achtung!
Auch auf die passende Höheneinstellung gilt es zu achten, da sonst Verrenkungen drohen.
Also, Zeit nehmen und selbstbewusst alles so einstellen wie man es möchte. Erst dann beginnen.
Eine weitere Unterscheidung: Niere oder Kugel?
Kugelausführungen von Mikrofonen sind empfindlicher und nehmen Geräusche der Umgebung aus allen Richtungen auf. Sie sind leichter anzubringen, da die Richtung keinen Unterschied macht.
Die Nierenform hat eine Richtung, aus der sie bevorzugt Schall aufnimmt (Richtcharakteristik). Richtig angebracht, ist sie unempfindlicher gegen Rückkoppelungen. Sie erlaubt es eher sich frei im Raum und ggf. auch mitten in das Publikum zu gehen, ohne Rückkoppelungen auszulösen.
Kaum jemand bereitet sich ausreichend auf den Gebrauch von Mikrofonen vor. Das ist schade, denn der souveräne Umgang mit den gängigen Mikrofontypen gehört zum Grundwissen für alle, die regelmäßig präsentieren. Bei professionellem Anspruch gehört das zu den Kernkompetenzen, denn fehlende Erfahrungen mit der Technik sind der Hauptgrund für die weitverbreitete Abneigung gegenüber der Veranstaltungstechnik. Und das reduziert den Erfolg vieler Auftritte.
Wenn Sie Ihr eigenes Mikrofonset mit Funkübertragung benutzen wollen; denken Sie an die entsprechenden Adapter, da es viele unterschiedliche Anschlüsse gibt.
Einer der Vorteile ist, dass Sie mit dessen Eigenarten vertraut sind. So wird es zu einem selbstverständlichen Werkzeug, das Sie kennen. Jedes Mikrofon hat letztlich noch seine Eigenarten hinsichtlich Richtcharakteristik, Empfindlichkeit, Klangdynamik, … Bei einem eigenen Mikrofon wissen Sie, was Sie bekommen!
Lassen Sie sich ausführlich zu den Frequenzen bei Funkübertragung beraten. Hier hat sich einiges geändert.
Im Idealfall gibt es einen Tontechniker, der sich um Ihr Mikro kümmert. Dann solltest du das Mikrofon schon vor Ihrem Auftritt einschalten und der Techniker regelt es so lange ab, bis Sie beginnen zu sprechen. Auch die Lautstärke sollte Sie nun nicht weiter interessieren, darum wird sich der Techniker kümmern. Sprechproben oder die Frage „Bin ich zu hören?“ sind unnötig und solltest du unterlassen.
Haben Sie niemanden, der sich um die Technik kümmert, schalten Sie das Mikro möglichst unsichtbar für Ihr Publikum ein, wenn Sie aufstehen und nach vorne gehen. Die Funktion und Lautstärke haben Sie lang genug vorher überprüft, sodass Sie einfach beginnen zu sprechen.
Verzichten Sie auf Klopfen oder andere Funktionstests. Sollten Sie nicht zu hören sein – je nach Anordnung der Lautsprecher – meist können Sie das selbst nicht beurteilen – wird Sie das Publikum darauf aufmerksam machen.
Wobei:
Verzichten Sie möglichst auf ein Mikrofon mit zu leicht erreichbarem und möglichst noch uneindeutigem Ein- und Ausschalter, den Sie versehentlich betätigen können. Bei Aufregung kann das sonst zu eigenartigen Effekten oder zumindest dazu führen, dass Sie nicht zu hören sind.
Wenn Ihre Stimme alles übertönt, trauen sich die Teilnehmer eher Nebengespräche zu führen, es wird anonymer. Am besten ist es, wenn das Publikum nur beiläufig registriert, dass Sie ein Mikrofon verwenden.
Normalerweise ist hierfür ein Tontechniker zuständig.
Manche Menschen sprechen trotz Verstärker weiterhin sehr laut. Empfehlung: Sprechen Sie eher leise, Ihre Stimme klingt besser und wird trotzdem auf die richtige Lautstärke verstärkt.
Vermeiden Sie durch geeignete Platzierung und Aussprache störende Geräusche bei der Ausatmung.
So schön der Schmuck aussehen mag, wenn er für Störgeräusche sorgt lassen Sie ihn lieber zu Hause. Auch der Klang eines Piercings, das den Kontakt mit dem Mikrofon sucht, ist nicht sehr förderlich.
Lieber etwas paranoid: Doppelprüfung, ob das Mikrofon wirklich ausgeschaltet ist
Wer mit seinen privaten Gedanken allzu unbedacht umgeht, kann sich gleich selbst in den Fuß schießen. Zumindest dann, wenn dem Publikum gerade ein anderer Eindruck vermittelt wurde als mit der falschen Überzeugung, das Mikrofon wäre ausgeschaltet, nun deutlichste geäußert wird. „Endlich sind wir wieder unter uns!“, gefolgt von etwas zu offenen Meinungskundgebungen, die das vorher Gesagte etwas unglücklich ergänzen, gab es schon oft.
Was gab es da schon für unterhaltsame Zwischenfälle, insbesondere, wenn beispielsweise Politiker dachten, das Mikrofon wäre ausgeschaltet. So lustig und erhellend das für manch einen ist, so verheerend können die Folgen sein. Schlagartig verändern sich dadurch Beziehungen, es können Eiszeiten zwischen Staaten sich entwickeln.
„We begin bombing in five minutes …“. US-Präsident Ronald Reagan fand 1984 nach einer Rundfunkansprache die Ankündigung der Bombardierung Russlands, bei vermeintlich ausgeschaltetem Mikrofon, lustiger als viele andere. Ein mehr oder weniger geschmackvoller Scherz, der ziemlich in die Hose gehen kann.
Oft genug sind die Folgen zwar nicht so global, aber für Unbedachte persönlich umso schlimmer. Der Ruf kann so dauerhaft ruiniert sein. Im entgegengesetzten Verhältnis zum Bekanntheitsgrad geht das Ansehen den Bach hinunter.
Die Rettung der Ehre gelingt dann selbst unter großem Aufwand nur wenigen. Zu verlockend ist es für die Medien, dem öffentlichen Interesse an Fettnäpfchen nachzukommen und es auszuschlachten. Es empfiehlt sich den menschlichen Druck bei heiklen Themen nicht vor Publikum durch undurchdachte Äußerungen abbauen zu wollen. Aus dem Zusammenhang gerissen lassen sich selbst harmlose Äußerungen leicht gegen einen instrumentalisieren. Das selbst im vertrauten Gespräch unter vier Augen voller Risiken, so ein Mikrofon ermöglicht allerdings noch mehr Zeugen — gesagt ist gesagt! Da nutzen dann auch die ist Beteuerungen wenig, es nicht so gemeint zu haben.
Und selbst, wenn Sie nichts Verwerfliches sagen, ist das Mikrofon besser ausgeschaltet, wenn es nicht gebraucht wird. Denke Sie an Leslie Nielsen der in der Rolle des Polizisten Frank Drebin nach einer Pressekonferenz in den WC-Raum geht, vergisst, sein Mikrofon auszuschalten, und so den gesamten Saal unterhält. Darüber kann nicht jeder lachen!
Mikrofone sind gewöhnungsbedürftig. Je sorgfältiger Sie den Umgang mit dem jeweiligen Mikrofon und der weiteren Technik üben, desto vertrauter sind sie damit. So werden Sie nicht unnötig abgelenkt und können sich auf Ihren Auftritt konzentrieren. Außerdem nutzen Sie die Technik so gezielter für ihre Zwecke.
Für Fragen aus dem Publikum stellen Sie mindestens ein extra Mikrofon zur Verfügung und jemand, der es schnell zu den Fragestellern bringt. Bei größerem Publikum sorgen mehrere Mikrofone dafür, dass keine unnötigen Pausen stören.
Steht kein Mikrofon für das Publikum zur Verfügung, wiederholen Sie deren Beiträge notfalls wortwörtlich und ohne Interpretation durch Ihr Mikrofon.
Sehr besitznehmenden Personen ein Mikrofon in die Hand zu geben ist mit dem Risiko verbunden, dass diese es nicht so ohne weiteres wieder aus der Hand geben.
Achten Sie darauf, dass Ihr Mikrofon Sie nicht so sehr ablenkt, dass es so wirkt, als würden Sie zu ihm sprechen und nicht zu Ihrem Publikum. Erinnern Sie sich, was Sie über Augenkontakt gelernt haben.
Wenn Sie kein Akustikspaßvogel sind; Finger weg vom aktiven Teil des Mikrofons. Es macht nicht nur Geräusche bei Berührung, sondern kann auch zu Rückkopplungen und Hall führen, die Kopfschmerzen verursachen.
Selbst, wenn es anders aussieht; Mikrofone sind empfindlich. Viele reagieren sehr allergisch auf Staub, Rauch und Feuchtigkeit. Ich lagere meine stets in entsprechenden Boxen, damit ihre Klangqualität möglichst lange erhalten bleibt.
Übrigens gilt auch hier bei den Befestigungen; nach ganz fest kommt ganz locker!
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Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.
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Es gibt viele verschiedene Arten von Mikrofonen, die für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Einige der häufigsten Arten von Mikrofonen sind:
Dynamische Mikrofone
Dynamische Mikrofone werden häufig für die Verwendung bei Live-Veranstaltungen wie Konzerte oder Reden verwendet. Sie sind robust und können hohe Schalldruckpegel aushalten.
Kondensatormikrofone
Kondensatormikrofone haben in der Regel eine bessere Klangqualität als Dynamikmikrofone und werden häufig für Aufnahmen in Studios verwendet. Sie sind jedoch empfindlicher und erfordern in der Regel eine externe Stromversorgung.
Richtmikrofone
Richtmikrofone sind dafür konzipiert, Schall von einer bestimmten Richtung aufzunehmen und andere Geräusche zu ignorieren. Sie werden häufig für Interviews oder Aufnahmen in lauten Umgebungen verwendet.
Lavaliermikrofone
Lavaliermikrofone sind kleine, tragbare Mikrofone, die häufig an der Kleidung befestigt werden und für Aufnahmen in Bewegung verwendet werden. Sie werden oft bei Fernsehinterviews oder für den Einsatz in Dokumentationen verwendet.
Stereomikrofone
Stereomikrofone werden verwendet, um Schall von mehreren Richtungen aufzunehmen und eine dreidimensionale Klangwiedergabe zu ermöglichen. Sie werden häufig für Aufnahmen in Naturumgebungen oder für die Aufnahme von Musik verwendet.
USB-Mikrofone
USB-Mikrofone sind Mikrofone, die direkt über eine USB-Schnittstelle mit einem Computer verbunden werden können. Sie sind bequem zu verwenden und eignen sich gut für Aufnahmen in Heimstudios oder für Podcasts.
Headset-Mikrofon: Headset-Mikrofone sind Mikrofone, die Teil eines Headsets sind und die über Ohr- oder Kopfbügel getragen werden. Sie werden häufig für Telefonate oder für den Einsatz in Callcentern verwendet.
Es gibt mehrere Gründe, warum sich Redner und Rednerinnen mit dem Mikrofon vertraut machen sollten:
Verständlichkeit
Wenn Redner und Rednerinnen das Mikrofon richtig verwenden, können sie sicherstellen, dass ihre Stimme gut verständlich ist und dass ihre Botschaft deutlich rüberkommt.
Klangqualität
Die Verwendung eines geeigneten Mikrofons und die richtige Handhabung können dazu beitragen, dass die Klangqualität der Rede verbessert wird und dass sie professioneller wirkt.
Sicherheit
Das richtige Mikrofon und die richtige Verwendung können dazu beitragen, dass die Rede sicher abläuft und dass es nicht zu technischen Problemen oder Unfällen kommt.
Vertrauen
Wenn Redner und Rednerinnen das Mikrofon sicher und professionell handhaben, können sie das Vertrauen der Zuhörer gewinnen und ihre Glaubwürdigkeit stärken.
Insgesamt ist es wichtig, dass Redner und Rednerinnen sich mit dem Mikrofon vertraut machen, um sicherzustellen, dass ihre Rede erfolgreich und professionell ist und dass ihre Botschaft deutlich rüberkommt.
Es kommt wie so oft darauf an … Als Orientierung für Redende ist am besten, wenn Sie etwa 20-30 cm von Ihrem Mikrofon entfernt sind, wenn Sie sprechen. Diese Entfernung ist optimal, um eine gute Klangqualität zu erzielen, ohne dass das Mikrofon zu viel Hintergrundgeräusche aufnimmt oder Ihre Stimme zu leise wird. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass jedes Mikrofon unterschiedlich ist und Sie möglicherweise die optimale Entfernung anpassen müssen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Mai 2009
Überarbeitung: 02. Januar 2026
AN: #98765
K:
Ü:X
Teleprompters haben so ihre Eigenarten, ihre Vor- und Nachteile. Erst bei fundierter Vorbereitung ist der Einsatz eines Teleprompters empfehlenswert. In diesem Artikel erwarten Sie Tricks und Tipps zur Verwendung eines Teleprompters.
Vor wenigen Tagen gab der Vorstand eines großen Fahrzeugherstellers ein Statement vor laufender Kamera. Viele Menschen waren neugierig darauf, welche Antwort er auf eine Krise geben wird. Dann war es soweit, Kamera und Teleprompter waren bereit. Nur der Vorstand war es nicht. Es war sicher gut gemein, doch schlecht gemacht!
Jetzt hat ein anderer seinen begehrten Posten. Wobei auf einem anderen Blatt steht, ob eine glaubhaftere Stellungnahme in diesem heiklen Fall geholfen hätte. Geschadet hätte sie sicher nicht!
Wie glaubhaft sind Stellungnahmen, bei denen deutlich ersichtlich ist, dass der Text unbeteiligt abgelesen wird, wie in diesem Fall? Und weshalb machen Menschen das überhaupt?
Die Verwendung eines Teleprompters soll ungeübten Sprechern bzw. in heiklen Fällen auch anderen Sicherheit vermitteln. Doch leider fehlen ohne Übung wesentliche Voraussetzungen für die professionelle Verwendung eines Teleprompters. Und dann wirkt der Auftritt nicht authentisch. Besonders die bei ungünstiger Verwendung leicht hin und her zuckenden Augen sowie die unnatürliche Betonung hinterlassen kaum den gewünschten Eindruck.
Wenn schon, dann bitte professionell! Bei richtiger Verwendung kann so ein Teleprompter durchaus ein gutes Hilfsmittel sein. Dann, und nur dann!
Nur ein Mythos: Der Einsatz von Telepromptern reduziert die Vorbereitungszeit. Für ungeübte Nutzer stimmt genau das Gegenteil; es erfordert mehr Vorbereitung, um zu überzeugen. Was bei versierten Moderatoren, Nachrichtensprechern und Politikern so einfach aussieht, basiert auf jahrelanger Übung. Wer entscheiden will, ob es wirklich eine gute Idee ist einen Teleprompter zu verwenden, sollte sich erst einmal mit dessen Eigenarten, Vor- und Nachteilen beschäftigen.
Je nach Verwendung läuft bei einem Teleprompter der ganze Text durch oder er liefert Stichworte. Manche Redner lassen sich auch ihre Präsentationsfolien anzeigen. Wer gut in der freien Rede ist, hat so einen roten Faden. Diese Option ist für diejenigen, die im Thema zuhause und geübt sind, meist die überzeugendste. Im Vergleich dazu braucht es bei der Verwendung von Fließtext eine Menge Übung, damit es nicht monoton und unbeteiligt klingt.
Steif ist leicht: Der Aufwand einen Text so auszuarbeiten, dass er wie gesprochene Sprache klingt, ist höher und nicht jeder beherrscht das gleichermaßen. Herauszufinden, ob der Fluss stimmt, in welcher Geschwindigkeit der Text durchlaufen werden soll, ob die Schriftgröße passt und ob genügend Raum zwischen den Absätzen eingebaut sind braucht Zeit. Und wer die nicht zur Verfügung hat oder zu nutzen weiß, schadet sich leicht.
In der Praxis relativ unwahrscheinlich und in Komödien aus Hollywood lustiger; der Text wird ohne Wissen des Ablesenden geändert und der ist so beschäftigt, dass er es selbst zu spät merkt. Reine Fiktion? Tatsächlich würden das viele wirklich nicht bemerken und so klingt es dann auch wenig authentisch.
Leider machen viele Nutzer von Telepromptern den Fehler, alles an die Technik abzugeben. Doch gerade weil hier die Gefahr so groß ist den Kontakt zum Inhalt zu verlieren, ist eine besonders tiefe Beziehung zum Thema erforderlich. Das Publikum merkt sehr schnell an der Stimme, wenn ein Text herzlos abgelesen wird. Das klingt dann so ähnlich, wie vor vielen Jahre die Computerstimme oder sogar noch schlimmer. Siri hat dagegen dann schon fast Profisprecherqualitäten.
Wenn das Thema es hergibt, darf ruhig etwas mit der Kamera geflirtet werden! Wenn Sie die Kamera nicht als ein lebloses Stück Technik betrachten, sondern bei deren Ansprache einen möglichst konkreten Menschen vor Augen haben, werden Sie lebendiger, echter, glaubhafter. Zwar sind die kleinsten Augenbewegungen beim Ablesen noch sichtbar, fallen aber bei einer lebhaften Mimik weniger auf. Etwas Halluzinationskompetenz hilft, der Kamera so in Ihre Linse zu schauen, wie einem Menschen, der vor Ihnen stehen würde.
Augenkontakt: Es gilt, was auch in einem persönlichen Gespräch gilt; wer den Augenkontakt vermeidet, wirkt unehrlich, wer starrt verschreckt wie Klaus Kinski.
Erzählen Sie der Kamera, was Sie vermitteln wollen. Für gute Redner gilt; erst denken, fühlen und dann aussprechen! Es braucht die Verzahnung von Denken und Sprechen. Unmittelbarkeit nennen das manche. Und wo bleibt die bei der Verwendung eines Teleprompters?
Sie geht verloren, wenn auswendig gelernte Texte stocksteif reproduziert oder abgelesen werden. Das klingt deshalb meistens unbeteiligt und unecht. Ein ausformulierter Promptertext ist eher ein optimiertes Transkript als ein Fachbuchgesetzestextfolterinstrument. Leiernde Stimmen, Sätze wie von Bürokraten formuliert: Wer will so etwas hören? Also bitte keine umständlichen Formulierungen, sondern gut betonte gesprochene Sprache, mit eher kurzen Sätzen.
Kurze proaktive Sätze sind einfacher zu handhaben. Lange Sätze lassen sich nur mit Übung verinnerlichen. Sie klingen deswegen oft zerstückelt, weil der Sprecher auf dem schmalen Laufband des Teleprompters nur einen kurzen Teil des Satzes aufnimmt. Wie soll auch jemand Sätze richtig betonen, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Erst die richtige Betonung macht einen gesprochenen Satz verständlich.
Ein gutes Sprechtempo ermöglicht es Zuhörern zu folgen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Der Teleprompter verführt jedoch dazu, mehr und schneller zu reden, als menschliche Ohren und die Auswertungsmechanismen des Gehirns vertragen. Kurze Sätze, Übung, Betonungszeichen und die geeignete Formatierung für den Prompterbildschirm helfen, dies zu verbessern.
Kleinere Bildschirme oder mehr Abstand sorgen dafür, dass sich die Augen beim Ablesen nicht so weit von links nach rechts bewegen müssen. Soweit das Auge es mitmacht sollte das beim Aufbau berücksichtigt werden.
Im Ernst; was schiefgehen kann, geht irgendwann schief. Murphy meldet sich im ungünstigsten Moment. So manche Panne schon hat Sprecher aus dem Konzept gebracht. Einige meistern sie und andere geben sich der Panik hin und flüchten. Zu einer guten Vorbereitung gehört auch der souveräne Umgang mit unvorhersehbaren und vorhersehbaren Störungen. Nicht nur Michael Bay kann davon ein Lied singen. Ihn brachte der Ausfall eines Teleprompters derart aus dem Konzept, dass er von der Bühne flüchtete.
Im Internet finden Sie Anleitungen für den Bau eines Teleprompters. Vor Jahren habe ich selbst ein ansehnliches Exemplar nach meinen Plänen und Wünschen aus Holz bauen lassen. Es hat sehr gut funktioniert. Allerdings ist die Wahl des Spion-Spiegels wesentlich. Übliche Spion-Spiegel haben keine ausreichende Lichtdurchlässigkeit. Hochwertiges, leicht verspiegeltes Glas ist empfehlenswerter.
Wie so oft gilt, es zu üben bis sich Vertrautheit einstellt. So ein Teleprompter hat es durchaus in sich.
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Ein Teleprompter (auch Autocue genannt) ist ein Gerät, das bei Reden und Präsentationen verwendet wird, um dem Sprecher oder der Sprecherin den Text anzuzeigen, ohne dass dieser oder diese ein Skript oder Manuskript in der Hand halten muss. Der Text wird in der Regel auf einem Bildschirm angezeigt, der sich vor den Augen des Sprechers befindet und der sich entsprechend der Geschwindigkeit der Rede bewegt.
Der Teleprompter ermöglicht es dem Sprecher oder der Sprecherin, den Text auf eine natürliche Weise vorzutragen, ohne dass er oder sie dabei auf das Skript oder Manuskript schauen muss. Dadurch wirkt die Rede oder Präsentation weniger einstudiert und authentischer.
Der Teleprompter wird häufig bei politischen Reden, Nachrichtensendungen oder TV-Shows eingesetzt, um die Rede sicherer und flüssiger zu gestalten. Er kann aber auch in anderen Kontexten, zum Beispiel bei Firmenpräsentationen oder bei Hochzeiten, verwendet werden.
Teleprompter werden verwendet, um dem Sprecher oder der Sprecherin den Text einer Rede oder Präsentation anzuzeigen, ohne dass dieser oder diese ein Skript oder Manuskript in der Hand halten muss. Der Text wird in der Regel auf einem Bildschirm angezeigt, der sich vor den Augen des Sprechers befindet und der sich entsprechend der Geschwindigkeit der Rede bewegt.
Um einen Teleprompter zu verwenden, wird der Text der Rede oder Präsentation in der Regel vorher in das System eingepflegt und der Sprecher oder die Sprecherin liest den Text von dem Bildschirm ab, während er oder sie spricht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der Sprecher oder die Sprecherin den Teleprompter bedienen kann, zum Beispiel durch das Drücken von Tasten oder durch das Bewegen des Kopfes.
Es ist wichtig, dass der Sprecher oder die Sprecherin den Blickkontakt mit dem Publikum aufrechterhält und nicht zu sehr auf den Teleprompter schaut. Der Teleprompter sollte als Unterstützung und nicht als Ersatz für das eigene Gedächtnis oder die eigene Vorbereitung verwendet werden.
Es gibt auch spezielle Teleprompter-Apps, die auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets verwendet werden können. Diese Apps können zum Beispiel bei Videopräsentationen oder Online-Meetings eingesetzt werden, um dem Sprecher oder der Sprecherin den Text anzuzeigen, ohne dass ein separates Gerät benötigt wird.
Es ist wichtig, dass der Sprecher oder die Sprecherin den Teleprompter im Vorfeld gut einübt und sich an die richtige Bedienung des Systems gewöhnt, um eine möglichst flüssige und natürliche Rede oder Präsentation zu gewährleisten.
In der Regel wird der Teleprompter von einer Person bedient, die dem Sprecher oder der Sprecherin bei der Rede oder Präsentation assistiert. Diese Person kann zum Beispiel ein Redenschreiber, ein Redecoach oder ein Techniker sein.
Die Person, die den Teleprompter bedient, ist in der Regel für das Einpflegen des Textes in das System und das Einstellen der Geschwindigkeit und anderer Einstellungen verantwortlich. Sie kann auch dafür sorgen, dass der Teleprompter reibungslos funktioniert und bei eventuellen Problemen schnell reagieren.
In manchen Fällen kann der Sprecher oder die Sprecherin den Teleprompter auch selbst bedienen, indem er oder sie bestimmte Tasten drückt oder das Kopf bewegt, um den Text anzuzeigen. Es ist wichtig, dass der Sprecher oder die Sprecherin den Teleprompter im Vorfeld gut einübt und sich an die richtige Bedienung des Systems gewöhnt, um eine möglichst flüssige und natürliche Rede oder Präsentation zu gewährleisten.
Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. September 2015
Überarbeitung: 02. Januar 2026
AN: #85923
K: CNB
Ü:
Warten Sie einen Moment, bevor Sie Medieninterviews zusagen. Diese Fragen helfen Ihnen bei der Entscheidung.
Sie bekommen den Anruf eines Journalisten, der Sie interviewen will. Und weil Sie die Gelegenheit reizt, wollen Sie sofort zusagen. Warten Sie lieber einen Moment: Vorsorge ist ja bekanntlich empfehlenswerter als Nachsorge!
Wenn Sie für ein größeres Unternehmen arbeiten fragen Sie die Marketingabteilung, bevor Sie entscheiden. Die Experten dort können Sie bei der Entscheidung und der Vorbereitung unterstützen. Und wenn Sie auf sich selbst gestellt sind: Denken Sie sorgfältig nach, bevor Sie zusagen!
In meinen Medientrainings konzentrieren wir uns in erster Linie darauf, die Teilnehmer darauf vorzubereiten während des Interviews sich und ihr Anliegen zu präsentieren. Ich empfehle ihnen allerdings auch, was sie tun sollten, bevor das Interview beginnt – und auch was zu tun ist, bevor sie überhaupt einem Interview zusagen.
Meine Empfehlung: Bevor Sie sich für ein Interview bereiterklären, interviewen Sie den Interviewer. Erfahren Sie so viel wie möglich über die Story, an der gearbeitet wird. So werden Sie auch in der Lage sein sich später optimal vorzubereiten. Viele Journalisten sind bereit zumindest die grundlegenden Informationen zum Beitrag zu teilen, manche berichten sogar sehr bereitwillig über ihr Vorhaben. Und wenn ich es mir aussuchen kann, dann bevorzuge ich Interviews mit Journalisten, die ich schon kenne und denen ich Vertrauen entgegenbringe. Die Vorbereitung ist aber ebenso unerlässlich. Schließlich haben Journalisten ein Jobprofil, das sich an deren Publikum ausrichtet und nicht am Interviewten.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie sich dem Interview stellen, sind hier ein paar Fragen, die bei der Entscheidung helfen:
Lieber zweimal nachdenken und erst dann ein Medieninterview zusagen!
Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.
Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.
Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.
Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Januar 2026
AN: #371
K:
Ü:
Von der Presse wurde ich aufgefordert spontan die Lance-Armstrong-Show hinsichtlich der Körpersprache zu betrachten. Teil 1 der von Lance Armstrong durch und durch inszenierten TV-Beichte (manche nennen sie die Häppchen-Beichte) in einer Hotelsuite in Austin / Texas. Was erwartet den Zuschauer? Wenn bei dieser Gelegenheit eine Prise echter Reue durchschimmert, könnte er zusätzliche Punkte holen. Wobei ich das nicht erwartet habe. Wer genauer die Geschichte von Lance Armstrong betrachtet, findet einige der Elemente, die typisch für Narzissmus sind.
Ein dunkler Anzug, blaues Hemd. Das linke Bein übergeschlagen; soll das locker wirken oder ist es eine Sicherheitsbarriere?
Chance verpasst: Ich vermisse glaubhafte Signale von Reue, beispielsweise indem er den Blick regelmäßig senkt, sich kleiner macht. Das ist nicht ernsthaft zu sehen.
Er will halbwegs locker dasitzen, Oprah Winfrey direkt gegenüber. Das soll vermutlich Offenheit signalisieren. Aber er nimmt damit auch eine Schutzhaltung ein. So wirkt er sehr kontrolliert. Und wenn er lacht, lachen die Augen nicht mit. Von einem echten Lachen kann nicht die Rede sein (Duchenne-Lächeln). Das hat etwas Gezwungenes an sich.
Der ganz Auftritt ist für ein Alphamännchen wie ihn schon zurückhaltend.
Sein Versuch, die Dopingübertretungen mit seiner Krebserkrankung zu koppeln wirkt zu berechnet. Es sei erst das zweite Mal gewesen, dass er die Kontrolle über das Geschehen nicht mehr gehabt habe. „Das erste Mal war beim Krebs.‟ Doch seine vermutlich sorgfältig ausgearbeitet Argumentationskette leidet unter den zahlreichen inkongruenten körpersprachlichen Hinweisen.
Armstrong griff sich immer wieder ins Gesicht.
Wenn Armstrong im Interview besonders gestresst wirkt, zieht er seine Backenmuskeln sehr stark zusammen.
Er beißt sich häufig auf die Lippen. Hier gibt es zwei Interpretationsmöglichkeiten: Er will in dem Moment etwas nicht sagen oder sein Berater hat ihm dazu geraten, es absichtlich zu tun, um reumütiger zu wirken. So wie es damals Bill Clinton bei seinem Geständnis zu Monica Lewinsky gemacht hat. Der ist aus alledem doch recht gut hervorgegangen, oder?
In diesem Fall, obwohl der Auftritt von Armstrong sehr gut vorbereitet und gut inszeniert war, nehme ich ihm seine Aussagen nicht als echte Reue ab. Es genügt nicht zu sagen, dass es ihm leidtue. Um glaubhaft zu wirken, fehlen entsprechende Hinweise. Indem er Uneinsichtigkeit signalisierte, entwertete er seine Geständnisse.
Diesen Beitrag schrieb ich nach dem Interview beim Spiegel zum Thema Körpersprache des Bundespräsidenten. Gewünscht wurde eine Analyse des Fernsehauftritts des Bundespräsidenten Christian Wulff. Am Abend des 4. Januars 2011 beantwortete er im eher geschützten Rahmen die Fragen zweier Journalisten.
Die Fragen an mich:
Das Video meines Beitrags bei Spiegel Online finden Sie hier (externer Link).
Den Kopf gesenkt, die Ellbogen auf der braunen Tischplatte, die Hände ineinander gefaltet. So sitzt er da, der Bundespräsident Christian Wulff. In seinen Worten sind wenig Selbstzweifel erkennbar; „Ich weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, aber nicht alles richtig war, was ich getan habe.“. Körpersprachlich sieht es anders aus: Zahlreiche Hinweise auf eine innere Zerrissenheit sind während des Auftritts ersichtlich. Und sie sind auch nachvollziehbar. Es ist womöglich der wichtigste Moment in seiner Karriere. Schließlich ist Herr Wulff dort sowohl als Bundespräsident und auch als private Person unter Druck. Und von jeder dieser Rollen wird etwas anderes erwartet.
Vom Bundespräsidenten erwarten wir die Würde des Amtes. Ein Bundespräsident hat eine vereinigende und repräsentierende Aufgabe. Diese Rolle ist mit einem hohen Symbolwert und damit mit Status verbunden. Im Interview war davon allerdings nicht viel zu sehen.
Im Gegenteil; körpersprachlich macht er sich während des Interviews immer kleiner. Ein hoher Status zeigt sich zum Beispiel durch eine aufrechte Haltung. Wir sehen aber einen Mann mit einem oftmals gebeugten Rücken, der immer wieder versuchte, dem Status gerecht zu werden, indem er sich aufrichtet.
Die Beine waren unter dem Stuhl zurückgezogen, um möglichst wenig Raum zu beanspruchen und um nur keine Ansprüche geltend zu machen. Das macht jemand, der sich um eine Ausbildungsstelle bewirbt und richtig unter Druck steht. Überkreuzte Füße signalisieren eine geschlossene Körperhaltung und Schutzhaltung.
In Momenten, die ihm vermutlich unangenehm sind, fällt es ihm besonders schwer den Journalisten in die Augen zu schauen.
Es scheint, als ob ein Teil in ihm zu den Vorwürfen nichts sagen möchte, er aber gleichzeitig dazu gezwungen wird, es doch zu tun. Es ist zwischendurch zu sehen, wie seine Augen flackern. Das ist ein Hinweis dafür, dass das Gesagte nicht unbedingt im Einklang mit den Gefühlen steht. Dieses Augenflackern lässt sich bewusst sehr schlecht steuern, da macht sich das Unbewusste bemerkbar. Überhaupt wirken seine Augen nervös und müde. So wirkt er als Opfer und lässt den Betrachter mitleiden.
Von der Privatperson Wulff möchten wir Auskunft und Einsicht. Aber wir wollen auch einen Bundespräsidenten, der uns repräsentiert. Schließlich ist das sein Job! Und für den bezahlen wir ihn.
Einsicht signalisiert er mit seinem Auftritt nicht. Was bleibt, ist der Eindruck einer Zerrissenheit. Der Konflikt zwischen den Ansprüchen des Amtes und den Forderungen der Öffentlichkeit wird nach diesem Auftritt nicht geringer.
Am Ende war der Druck doch zu groß. Bundespräsident Christian Wulff erklärte am 17. Februar 2012 seinen Rücktritt. Gerade im Rückblick zeigt sich wie wichtig eine angemessene Reaktion in solchen Situationen ist. Es geht im Wesentlichen um die Wahrnehmung.
In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.
Was ist das nur mit den Lügen? Lügen zu erkennen ist eine hilfreiche Fähigkeit. Allerdings säen manche Menschen auch Zweifel, obwohl sie die Wahrheit sagen.
Ja, Charisma ist im Wesentlichen sicher eine Zuschreibung und somit an die eigene Betrachtung gekoppelt. War etwas in der Zeit von Brandt, Schmidt und Co anders, oder wirken Menschen auf Schwarz-Weiß-Bildern einfach charakteristischer?
Es ist die erste offizielle Pressekonferenz von Donald Trump nach der Wahl. Nun ein Blick auf verbale Sprache, Körpersprache und Impulskontrolle. Was verrät der Auftritt?
Was Redner von Barack Obama lernen können. Mindestens 22 Tipps, von denen jeder Redner profitiert.
Heute ging es nach der Arbeit noch nach Kreuzberg ins Ratibor zu den Gorillas. Dieses Ensemble gehört für mich schon lange zu den besten Improschauspielern – und ich habe viele gesehen. Ich habe Glück mit der Besetzung; auf der Bühne Billa Christe und Barbara Klehr. Das sind Persönlichkeiten, denen nicht nur ihre Bühnenerfahrung anzusehen ist. Der dritte in der Runde ist Michael Wolf. Eine lebhafte Mimik haben alle drei, doch bei ihm spricht schon die Mimik, lange bevor er den Mund aufmacht. Ein Gesicht, das voller Geschichten steckt. Die Vorstellung ihn gegen einen aalglatten Seifenopernschauspieler zu wechseln, würde das Erlebnis ruinieren. Würden die Schauspieler hier eine Botox-Flatrate bekommen, wäre das Programm wohl bald uninteressant. Die Mimik würde einfach fehlen. Diese drei Improschauspieler können selbst Unfug so spielen, dass deren Persönlichkeit noch für Tiefgang sorgt. Viele starke Menschen hatten keine einfache Vergangenheit. Aalglatt ist möglicherweise niedlich, nur halt auch schnell langweilig.
Weshalb vertrauen wir einer Person, misstrauen einer anderen? Kommen Zweifel, geht das Vertrauen. Tipps zur Vertrauensbildung mit Körpersprache. Ich zeige Ihnen, worauf es sich lohnt zu achten. Das hilft Ihnen dabei, dass Sie und Ihr Angebot überzeugen – in Reden und Präsentationen.
Als Barack Obama „Yes we can!“ rief, lockte das zumindest für eine ganze Weile erstaunlich viele Menschen, auch außerhalb der USA, hinter dem Ofen hervor und verbreitete Aufbruchstimmung. Das merkelsche „Wir-schaffen-das!“ verursacht hingegen zurückhaltendere Reaktionen. Wie steht es um die rhetorischen Qualitäten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel?
Was verrät Ihre Körpersprache über Ihren Status? Bei jedem Zusammentreffen von Menschen wird das Statusspiel gespielt. Mit diesen Tipps können Sie Ihren Status beeinflussen, beruflich und privat.
Im ZDF-Sommerinterview am 10. Juli 2016 stellte Bettina Schauten der Bundeskanzlerin Angela Merkel Fragen zu Themen wie Brexit, Flüchtlingskrise, Gauck-Nachfolge und Kanzlerkandidatur 2017.
Im ZDF-Hauptstadtstudio geschieht, was in solchen Situationen meist geschieht: Angela Merkel lässt provokante Fragen zu heiklen Themen unbeantwortet und umschifft weitgehend unbeeindruckt schwierige Themen. Und was sagt ihre Körpersprache?