Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

Keine Kritik ist genug Lob

 

Richtig betonen: Bogensätze statt Girlandensätze

Die Bedeutung von Wertschätzung in Unternehmen

 

Als Coach war ich in diesem Jahr für ein Unternehmen tätig, dass sich vorgenommen hat, die definierten Werte auch tatsächlich in die Tat umzusetzen. Im Nachgang gab ich für deren Mitarbeiterzeitung ein Interview zum Thema Wertschätzung. Hier meine Antworten und ergänzenden Anmerkungen.

 

 

 

Was ist wertschätzender Umgang?

 

Der Begriff Wertschätzung verkommt zum Buzzword, er wird heute inflationär verwendet und selten ehrlich gemeint. Obwohl Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung für Leistungen verwechselt wird, reicht echte Wertschätzung deutlich weiter. Sie betrachtet die Kollegen als Menschen, die schon aufgrund ihrer Fähigkeiten, Persönlichkeit und Einzigartigkeit wertvoll sind. Unabhängig von der Position im Unternehmen verfügt jeder Mitarbeiter über enormes Potenzial in unterschiedlichen Bereichen.

Zu gelebter Wertschätzung gehören Respekt, Anerkennung und Wohlwollen. Wertschätzung zeichnet sich durch Interesse, Aufmerksamkeit,  Zugewandtheit und Freundlichkeit aus.

Wertschätzung ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis im Berufs- genauso wie im Privatleben. Wir wollen, mit dem, was wir sind, was wir tun und leisten, gesehen und anerkannt, also wertgeschätzt werden.

Vorteile echter Wertschätzung

… für das Unternehmen

 

  • Positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima
    Mitarbeiterbindung, geringere Fluktuation
    Attraktivität als Arbeitgeber
  • Steigerung der Motivation
    Leistungsbereitschaft
    Kreativität
  • Gesündere Mitarbeiter
    Reduzierte Fehlzeiten
  • Verbesserte Kommunikation

… für die Mitarbeiter

 

  • Positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima
    Wohlbefinden
    Konzentration
  • Steigerung der Motivation
    Kreativität
  • Gesundheit
    Positive psychische und physische Auswirkungen
  • Verbesserte Kommunikation

Wertschätzen hat direkt mit Geld zu tun, oder?

 

Geld ist ein flexibles Hilfsmittel für den Austausch von Leistungen. So gilt guter Verdienst für gute Arbeit als fair. Doch Geld allein genügt nicht für ein erfüllendes Berufsleben. Wir Menschen werden bewusst und unbewusst durch unsere Werte gesteuert. Unsere Werte treiben uns an, sie sind der Motor unserer Motivation. Sie stehen dafür, was uns im Privat- und Berufsleben besonders wichtig ist. Werden grundlegende Werte nicht befriedigt, fehlt etwas, das sich mit Geld nur bedingt ausgleichen lässt

 

 

 

Wie zeigen Unternehmen Wertschätzung?

 

Was kann oder besser noch sollte ein Unternehmen tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertzuschätzen?

Menschen verabscheuen das Gefühl, nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe zu sein. Teil eines großen Ganzen zu sein, kann hingegen sehr motivierend sein.

Lob aus der Gießkanne schadet. Wertschätzung ist stets individuell. Ohne ehrliches Interesse bleibt es an der Oberfläche und perlt ab. Die tatsächliche Haltung dringt früher oder später durch.

Unternehmen, die es mit der Wertschätzung ernst meinen, sollten die kommunizierten Werte dann auch konsequent leben. Und das ist eher eine Seltenheit! Zu oft wird Wasser gepredigt und Wein gesoffen. Umso erfreulicher, wenn Unternehmen auch die nächste Stufe nehmen. Es gibt nur wenige glaubhafte Ausnahmen, denen ich als Berater begegnet bin. Allzu oft bleibt es bei Erklärungen auf dem Papier. Ein Slogan verbessert noch keine Unternehmenskultur. Zugegeben, die Werte vom Papier in den Alltag zu transportieren ist eine dauerhafte Herausforderung und keine leichte. Es erfordert einige Aufmerksamkeit, doch es lohnt sich für alle Beteiligten.

 

 

 

Tipps für die Mitarbeiter: Was kann jeder einzelne tun?

 

Das Thema ist ja nicht nur geeignet, sich das Verhältnis Arbeitgeber und Arbeitnehmer anzusehen, sondern auch das der Kollegen untereinander. Wie kann ich zeigen, dass ich meine Kolleginnen und Kollegen wertschätze?

Den Mund aufmachen und selbst Wertschätzung an den Tag legen. Übrigens sind auch Vorgesetzte nur Menschen. Es ist kaum möglich zu oft genug Danke zu sagen und es kostet so wenig. Mit Menschen, die sich geschätzt fühlen, arbeitet es sich besser zusammen. Wer andere Menschen mit Respekt behandelt, wird in den meisten Fällen ebenfalls mit Respekt behandelt. Dabei spielt übrigens auch die Körpersprache eine große Rolle, weil sie zeigt, ob das Gesagte auch tatsächlich gemeint ist.

Ruhig mal aussprechen, was aneinander geschätzt wird. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft; ob verbal oder durchaus mal symbolisch materiell. Schon ein ehrlich gemeintes Lächeln kann Bände sprechen. Und ungeteilte Aufmerksamkeit, so selbstverständlich sie sein sollte und doch nicht ist, ist ein kostbares Gut.

 

 

Noch ein paar Beispiele?

 

  • Menschen auf Augenhöhe begegnen
  • Lächeln
    Ein echtes Lächeln vermittelt Wärme und Sympathie, Zeichen der Wertschätzung.
  • Interesse
    Zuhören und ungeteilte Aufmerksamkeit
  • Verzicht auf Floskeln und Lippenbekenntnisse
  • Aufmerksamkeiten

 

 

 

Weshalb tun sich manche Menschen damit so schwer?

 

Viele Menschen tun sich schwer mit der Wertschätzung. Ein Grund dafür: Weil wir nicht geben können, was wir selbst nicht spüren. Ohne stabiles Selbstwertgefühl gibt es auch keine Wertschätzung für andere Menschen. Wer selbst glaubt, nicht wertvoll zu sein, ist kaum in der Lage, sich selbst und andere wirklich wertzuschätzen. Stattdessen dominieren Neid und Missgunst – ich bin zuerst dran -, die leider in unserer Gesellschaft zu viel Raum eingenommen haben. Wer Wertschätzung an den Tag legt, macht die Welt ein Stück lebenswerter.

Umfrageergebnisse

 

Fühlen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber wertgeschätzt?

%

Selten bis nie

%

Gerade so ausreichend

%

Oftmals

Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de und bei Teilnehmern an Veranstaltungen von NOACK Training & Coaching Berlin (n= 633)

Wertschätzung im Unternehmen ist …

%

selten ernst gemeint.

%

meist ernst gemeint.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de und bei Teilnehmern an Veranstaltungen von NOACK Training & Coaching Berlin (n= 645)

Ergänzende Artikel

 

Echte Kultur offenbart sich in der Wertschätzung der Persönlichkeit. Paul de Lagarde

Interview zum Thema Wertschätzung in Unternehmen

 

Im Anschluss an ein Projekt wurde ich interviewt. Hier die Fragen und meine Antworten:

 

Respekt, Wohlwollen und Anerkennung

 

Karsten Noack arbeitet seit fast 20 Jahren als Coach und Berater, für Unternehmen und Führungskräfte. Beim Mitarbeiterfest der STADT UND LAND hat er mit den Kolleginnen und Kollegen über wertschätzenden Umgang im Unternehmen gesprochen. Wir haben nachgefragt, was für ihn dahintersteckt:

 

 

Herr Noack, was ist wertschätzender Umgang? 

 

Der Begriff Wertschätzung wird heute beinahe inflationär und leider viel zu oft falsch verwendet. Umgangssprachlich wird Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung von Leistung gleichgesetzt. Echte Wertschätzung geht weiter, betrachtet die Kollegen als Menschen, die schon aufgrund ihrer Fähigkeiten, Persönlichkeit und Einzigartigkeit wertvoll sind. Unabhängig von der Position im Unternehmen verfügt jeder Mitarbeiter über enormes Potenzial in unterschiedlichen Bereichen. Zu gelebter Wertschätzung gehören Respekt, Wohlwollen und Anerkennung. Wertschätzung drückt sich in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit aus. 

 

 

 

Was kann oder besser noch sollte ein Unternehmen tun, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertzuschätzen? 

 

Unternehmen, die es mit der Wertschätzung ernst meinen, sollten die geteilten auch Werte konsequent leben. Leider ist das allerdings eher die Ausnahme! Umso erfreulicher, dass die STADT UND LAND bereit war, diesen nächsten Schritt weiterzugehen. Das ist eine der wenigen glaubhaften Ausnahmen, denen ich als Berater begegnet bin. Allzu oft bleibt es bei Absichtserklärungen auf dem Papier. 

 

 

 

Haben Sie auch einen Tipp für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst? Was kann jeder einzelne Mitarbeiter beitragen? 

 

Jeder von uns kann den Mund aufmachen, sich in geeigneter Weise ausdrücken und selbst Wertschätzung an den Tag legen. Übrigens sind auch Vorgesetzte weiterhin Menschen. Danke können wir nicht oft genug sagen. Es kostet so wenig und bringt so viel. 

 

 

 

Und wie kann ich meinen Kolleginnen und Kollegen gegenüber ausdrücken, dass ich sie wertschätze?

 

Ruhig mal aussprechen, was aneinander geschätzt wird. Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft; ob verbal oder ruhig mal symbolisch materiell. Schon ein ehrlich gemeintes Lächeln kann Bände sprechen. Und auch ungeteilte Aufmerksamkeit, so selbstverständlich sie sein sollte und doch nicht ist, ist ein kostbares Gut. 

P.S.

 

Wie stehst du zum Thema Wertschätzung?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2017
Überarbeitung: 13. August 2019
Englische Version:
AN: #64160
K: CNB
Ü:

Hass und Polarisierung: Was gute Streitkultur braucht

Wenn gesellschaftliche Debatten zu Hass werden: Was wir gegen die Eskalation tun können

Hass und Polarisierung: Was gute Streitkultur braucht
Welle des Hasses in Deutschland: Bluttriefende E-Mails, tote Ratten und tätliche Angriffe

Wenn gesellschaftliche Debatten zu Hass werden: Was wir gegen die Eskalation tun können

 

Eine harte Auseinandersetzung gehört zu einer lebendigen Gesellschaft.

Menschen dürfen widersprechen.

Sie dürfen protestieren.

Sie dürfen politische Entscheidungen kritisieren.

Sie dürfen deutlich werden.

Doch etwas verändert sich, sobald aus Widerspruch Verachtung wird.

Wenn aus Kritik Beleidigung wird.

Aus Empörung Bedrohung.

Und aus politischen Gegnern Menschen, denen zunehmend die Legitimität abgesprochen wird.

Eine Demokratie braucht Streit.

Sie braucht zugleich Regeln, unter denen dieser Streit möglich bleibt.

 

 

 

Hass und politische Gewalt sind reale Probleme

 

Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe gegen politisch engagierte Menschen sind mehr als ein unangenehmer Nebeneffekt öffentlicher Auseinandersetzungen.

Sie können Menschen einschüchtern.

Sie können dazu führen, dass sich Menschen aus politischem oder gesellschaftlichem Engagement zurückziehen.

Und sie können das Klima verändern, in dem öffentliche Debatten stattfinden.

Deshalb lohnt sich die Frage:

Wie können wir leidenschaftlich streiten, ohne den anderen Menschen zum Feind zu erklären?

 

 

 

Konflikt ist etwas anderes als Feindseligkeit

 

Politische und gesellschaftliche Konflikte verschwinden kaum dadurch, dass wir weniger darüber sprechen.

Unterschiedliche Interessen gehören zum Zusammenleben.

Menschen haben verschiedene Werte.

Sie beurteilen Risiken unterschiedlich.

Sie haben unterschiedliche Erfahrungen und Prioritäten.

Das Problem beginnt daher selten mit dem Widerspruch selbst.

Problematisch wird es, wenn aus einer unterschiedlichen Position ein Urteil über den gesamten Menschen entsteht.

Dann lautet die Botschaft schnell:

Du liegst nicht einfach falsch.

Du bist schlecht.

Dumm.

Bösartig.

Gefährlich.

Ab diesem Punkt wird Verständigung erheblich schwieriger.

 

 

 

Was Polarisierung mit Gesprächen macht

 

Polarisierung verändert die Wahrnehmung.

Zwischentöne verschwinden.

Positionen werden zu Lagern.

Aus einzelnen Aussagen entstehen Zuschreibungen über ganze Gruppen.

Die Frage lautet dann weniger:

„Was meinst du genau?“

und immer häufiger:

„Zu welcher Seite gehörst du?“

Das führt schnell zu Schwarz-Weiß-Denken.

Und Schwarz-Weiß-Denken ist für komplexe gesellschaftliche Fragen ein erstaunlich schlechtes Werkzeug.

 

 

 

Soziale Medien verstärken bestimmte Dynamiken

 

Digitale Plattformen ermöglichen Beteiligung und Austausch in einem Ausmaß, das früher kaum vorstellbar war.

Gleichzeitig verändern sie die Bedingungen von Kommunikation.

Kurze Aussagen konkurrieren um Aufmerksamkeit.

Empörung erzeugt Reaktionen.

Nuancen brauchen Platz.

Kontext braucht Zeit.

Und ein Mensch auf einem Bildschirm lässt sich leichter beschimpfen als ein Mensch, der direkt gegenübersteht.

Deshalb lohnt es sich, vor dem Senden gelegentlich einen Moment länger hinzusehen.

Würde ich diesen Satz einem Menschen auch direkt ins Gesicht sagen?

 

 

 

Zuhören bedeutet keine Zustimmung

 

Hier entsteht häufig ein Missverständnis.

Zuhören bedeutet keineswegs, eine Position zu übernehmen.

Du kannst eine Ansicht ablehnen und trotzdem verstehen wollen, wie jemand zu ihr gelangt ist.

Du kannst einem Argument widersprechen und trotzdem die Person respektieren.

Du kannst Grenzen setzen und gleichzeitig neugierig bleiben.

Zuhören bedeutet zunächst:

Ich möchte verstehen, was du tatsächlich sagst, bevor ich darauf antworte.

 

 

 

Verstehen ist etwas anderes als Recht geben

 

Gerade bei emotionalen Themen wird beides leicht verwechselt.

Wer nach den Gründen einer Position fragt, legitimiert sie dadurch noch lange nicht.

Eine Erklärung ist keine Rechtfertigung.

Das gilt besonders bei Hass, Bedrohung und Gewalt.

Diese Handlungen brauchen klare Grenzen.

Gleichzeitig können Gesellschaft und Wissenschaft danach fragen, welche Faktoren Eskalation fördern und welche Bedingungen sie reduzieren.

Beides lässt sich gleichzeitig tun.

 

 

 

Das Recht auf Widerspruch schützt alle Seiten

 

Eine demokratische Kultur zeigt ihre Stärke gerade dort, wo Menschen widersprechen.

Meinungsfreiheit bedeutet deshalb mehr als die Freiheit der eigenen Meinung.

Sie beinhaltet auch, dass andere Ansichten äußern dürfen, die wir für falsch halten.

Der Rahmen dafür sind Recht, Menschenwürde und die Freiheit anderer Menschen.

Eine gute Debattenkultur braucht deshalb zwei Fähigkeiten:

klar widersprechen und Widerspruch aushalten.

 

 

 

Kritik wird stärker, wenn sie präzise bleibt

 

Beleidigungen wirken häufig wie besonders deutliche Kritik.

In Wirklichkeit machen sie eine Aussage oft schwächer.

„Du bist ein Idiot“ enthält wenig Information.

„Ich halte diese Entscheidung aus drei Gründen für problematisch“ eröffnet eine Debatte.

Präzision erhöht die argumentative Kraft.

Wer überzeugen möchte, profitiert deshalb von einer einfachen Regel:

Kritisiere die konkrete Aussage, Entscheidung oder Handlung.

Mache daraus möglichst kein Gesamturteil über den Menschen.

 

 

 

Sprache beeinflusst das Klima

 

Worte sind Handlungen im sozialen Raum.

Wer Menschen dauerhaft als Feinde, Verräter, Abschaum oder ähnliche Kategorien beschreibt, verändert die Grenze dessen, was im Gespräch normal erscheint.

Das gilt unabhängig davon, aus welcher politischen Richtung solche Begriffe kommen.

Deshalb lohnt sich Verantwortung bei der eigenen Sprache.

Deutlichkeit braucht keine Entmenschlichung.

Empörung braucht keine Beleidigung.

Konflikt braucht keine Verachtung.

 

 

 

Die Versuchung der moralischen Überlegenheit

 

Besonders schwierig werden Debatten, wenn beide Seiten überzeugt sind, ausschließlich die moralisch richtige Position zu vertreten.

Dann wird aus:

„Ich halte dein Argument für falsch“

schnell:

„Ein guter Mensch könnte so etwas gar nicht denken.“

Damit wird eine Sachfrage zur Identitätsfrage.

Und sobald Menschen ihre Identität verteidigen, wird ein Gespräch erheblich schwieriger.

Hilfreicher ist es, Argumente möglichst konkret zu prüfen.

Welche Behauptung steht im Raum?

Welche Belege gibt es?

Welche Interessen spielen eine Rolle?

Welche Folgen hätte die vorgeschlagene Lösung?

 

 

 

Auch gute Absichten schützen vor schlechtem Verhalten kaum

 

Menschen rechtfertigen aggressive Kommunikation häufig mit einem guten Zweck.

Die Sache sei schließlich wichtig.

Genau deshalb müsse jetzt besonders hart gesprochen werden.

Doch ein moralisch wichtiges Ziel macht jedes Mittel noch lange sinnvoll.

Wer Respekt fordert und gleichzeitig Menschen entwürdigt, erzeugt einen Widerspruch zwischen Botschaft und Verhalten.

Die Qualität eines Anliegens zeigt sich auch darin, wie es vertreten wird.

 

 

 

Was tun, wenn eine Diskussion eskaliert?

 

In angespannten Gesprächen helfen einige einfache Prinzipien.

 

1. Konkret werden

Welche Aussage ist strittig?

Welche Entscheidung?

Welches Verhalten?

Je konkreter die Frage, desto geringer wird die Versuchung, ganze Personengruppen zu beurteilen.

 

 

2. Begriffe klären

Menschen verwenden häufig dieselben Wörter und meinen unterschiedliche Dinge.

Frage deshalb:

„Was genau meinst du damit?“

 

 

3. Erst verstehen, dann antworten

Fasse die Position deines Gegenübers so zusammen, dass die Person sich darin wiedererkennt.

Danach formuliere deinen Widerspruch.

 

 

4. Person und Position unterscheiden

Ein problematisches Argument macht einen Menschen noch nicht vollständig zu einem problematischen Menschen.

 

 

5. Grenzen setzen

Ein Gespräch braucht Regeln.

Bei Drohungen, persönlichen Angriffen oder fortgesetzten Beleidigungen darf ein Gespräch beendet werden.

 

 

 

Was Führungskräfte und öffentliche Personen beitragen können

 

Menschen mit großer Reichweite besitzen besondere kommunikative Verantwortung.

Ihre Worte werden häufiger gehört, geteilt und nachgeahmt.

Deshalb ist gerade bei Konflikten Präzision wichtig.

Welche konkreten Handlungen werden kritisiert?

Welche Aussagen sind belegt?

Wo handelt es sich um Interpretation?

Wo bestehen Unsicherheiten?

Welche Sprache trägt zur Klärung bei?

Vorbildliche Kommunikation bedeutet dabei keineswegs, Konflikte weichzuzeichnen.

Sie bedeutet, Konflikte so präzise wie möglich zu benennen.

 

 

 

Was jeder Einzelne beitragen kann

 

Gesellschaftliche Debatten wirken riesig.

Unser eigener Einfluss erscheint dagegen klein.

Und trotzdem entsteht Gesprächskultur aus vielen einzelnen Gesprächen.

Du kannst:

  • Behauptungen prüfen, bevor du sie weitergibst.
  • zwischen Fakten und Bewertungen unterscheiden.
  • nachfragen, bevor du Motive unterstellst.
  • Menschen widersprechen, ohne sie abzuwerten.
  • Unsicherheit eingestehen.
  • eigene Irrtümer korrigieren.
  • Grenzen gegenüber Beleidigungen und Drohungen setzen.
  • Menschen unterstützen, die sachlich und respektvoll diskutieren.

 

 

 

Respekt bedeutet keineswegs Beliebigkeit

 

Respektvolle Kommunikation wird manchmal mit Harmonie verwechselt.

Darum geht es nicht.

Manche Konflikte brauchen deutlichen Widerspruch.

Manche Handlungen brauchen klare Konsequenzen.

Manche Behauptungen brauchen eine entschiedene Widerlegung.

Respekt bedeutet dabei:

Ich kann entschieden gegen deine Position argumentieren, ohne dir deine Würde als Mensch abzusprechen.

 

 

 

Eine lebendige Demokratie braucht Zumutungen

 

Demokratische Debatten sind gelegentlich anstrengend.

Wir hören Ansichten, die uns ärgern.

Wir erleben Entscheidungen, die wir für falsch halten.

Wir müssen Mehrheiten akzeptieren und dürfen gleichzeitig weiter für Veränderungen werben.

Diese Spannung gehört zum demokratischen Zusammenleben.

Die Alternative wäre eine Gesellschaft, in der Widerspruch nur so lange willkommen ist, wie er der eigenen Position entspricht.

 

 

 

Fazit: Mehr Streitkultur, weniger Verachtung

 

Eine offene Gesellschaft braucht Auseinandersetzung.

Sie braucht Menschen, die widersprechen.

Sie braucht Protest.

Sie braucht Kritik.

Und sie braucht Grenzen gegenüber Hass, Bedrohung und Gewalt.

Die entscheidende Aufgabe besteht daher kaum darin, Konflikte abzuschaffen.

Sie besteht darin, mit Konflikten so umzugehen, dass Verständigung weiterhin möglich bleibt.

Streiten wir über Ideen.

Prüfen wir Argumente.

Setzen wir klare Grenzen.

Und behalten wir dabei den Menschen im Blick.

P.S.

 

Wie sthet es mit Kommentaren, Fragen etc.?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Juni 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Reden können die Welt verändern: Wer gehört wird wirft weder Torten noch Steine.

Reden können die Welt verändern: Wer gehört wird, wirft weder Torten noch Steine.

Gedanken zu einem Interview, dass ich dem RTL-Nachtjournal am 2. Juni 2016 gab

Was soll das mit dem Tortenwurf?

Überblick

 

 

 

 

Von Torten, Steine und faulen Eiern

 

9:40 Uhr, kurz bevor ich einen Termin mit dem ersten Klienten habe. RTL möchte mich zu den zunehmenden Farbbeutel-, Stein- und Tortenwürfen befragen. Gleich nach meinen Sitzungen treffe ich mich mit dem RTL-Team. Ich bin neugierig, was mir dazu einfällt. Ganz im Sinne der improRhetorik™ biete ich meine Sichtweise an. Hier folgt sie:

 

 

 

Gewalt statt Rhetorik?

 

Gewalt ist die Waffe des Schwachen.

Mahatma Gandhi

 

Tortenwurf: Für den einen ist es begrüßenswerte Aktionskunst, für den anderen eine nicht akzeptable Form des Terrors. Wurfattacken als Mittel des Ausdrucks? Wobei ja stellvertretend auch gefährlichere Gegenstände geworfen werden.

Arbeitsthese zum Mechanismus: Wenn Menschen sich in die Ecke gedrängt fühlen entlädt sich das leider mitunter in ohnmächtiger Gewalt. Und das in Abstufungen; ob verbale Entgleisung, Ei, Farbbeutel, Torte, Stein oder Schuhe wie 2008 bei George H. W. Bush. Mal geht es mehr um die Verletzung, mal mehr um die Symbolik; Gewalt ist es so oder so, denn es verletzt.

Missgeleitet: Einen Flüchtling wegen einer missbilligten Politik anzugreifen oder jemanden wegen seiner politischen Meinung; es gibt respektvollere Wege sich zu engagieren. Wer hat das Recht, Gewalt gegen Menschen auszuüben? So mancher Ankläger ist nicht besser als der von ihm Beklagte.

Gewalt ist dann das Problem, als dessen Lösung sie sich ausgibt. Isaac Asimov meinte, Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Allerdings gibt es uns Hinweise darauf, was präventiv möglich ist; zuhören! Und das frühzeitig, anstatt Sorgen zu tabuisieren.

 

 

 

Woher kommt das?

 

Wer meint, im Grunde keinen Einfluss nehmen zu können, kommt auf blöde Ideen. Er ist dann auch bereit, selbst grundsätzliche Werte zu verletzen. So jemand meint dann, der Zweck heilige die Mittel und verletzt deshalb dabei bewusst anerkannte Werte. Meint, nur so die sonst ungewürdigte Botschaft hörbar zu machen.

 

 

 

Ist das ein neuer Trend?

 

Solche Aktionen sind nicht neu. Allerdings hat sich die Hemmschwelle in einem breiten Teil der Bevölkerung deutlich gesenkt. Auch bei Menschen, von denen es die wenigsten erwartet haben. Vermutlich haben daran verschiedene Entwicklungen ihren Anteil. Im Internet herrscht durch eine gewisse Anonymität oft ein barscherer Ton. Vielleicht hat das Auswirkung auf die Bereitschaft, sich auch im echten Leben weniger zurückzuhalten. Außerdem ist die Anzahl der Plattformen für die Meinungskundgabe durch das Internet inflationär gestiegen. Jeder kann sich darstellen, kann seine eigene Bühne nutzen. Allerdings hört in der Regel so gut wie niemand zu, denn die Masse ist damit beschäftigt ihre eigene Plattform zu befeuern. Das frustriert! Zahlreiche Politiker haben gerade in der letzten Zeit recht rücksichtslos ihnen unerwünschte Kommentare mit extremen Wertungen gebrandmarkt. Es wurden auch hier Grenzen der fairen Auseinandersetzung überschritten. Das hat viele verärgert, fördert Aggressivität und die Polemisierung breitet sich aus.

 

 

 

Welche geeigneten Reaktionen gibt es auf solche Würfe?

 

Das Problem; führen solche Eskapaden zu Aufmerksamkeit für Angreifer und deren Botschaften, nehmen diese zu. Eine Zwickmühle!

 

 

 

Aber es war doch nur eine Torte

 

So ein Tortenangriff soll einem Menschen gegen dessen Willen, ohne Warnung und ohne Möglichkeit zur Gegenwehr den Mund stopfen, ihn zum Schweigen bringen und dem Gelächter preisgeben. Die Behauptung, eine Torte wäre harmloser als ein Stein, mag zwar hinsichtlich der körperlichen Konsequenzen richtig sein, und doch entstammt der Wurf in solchen Situationen der gleichen fiesen Geisteshaltung. Etwas passt mir nicht, … und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt … in einer Demokratie eher nicht akzeptabel. Öffentlicher Widerstand mündiger Bürger, weil der Staat nicht dazu in der Lage ist? Wo würde das hinführen? Wer setzt die Maßstäbe?

Übrigens: Auch ein Tortenwurf ist mitunter weniger harmlos, als es den Anschein haben mag. Wer durch einen solchen Angriff daran erinnert wird, dass er leicht angreifbar ist, reagiert darauf mitunter traumatisiert. Daran ändert dann auch das eilends aufgesetzte vermeintlich souveräne Lächeln im Anschluss nichts und tiefe Verletzungen der Seele sind oft die Folge.

 

 

 

Schadenfreude

 

So manches Opfer hat sich im Vorfeld durch provozierende Aussagen zur Zielscheibe gemacht. So ist dann häufiger zu hören, das wäre ihm mit recht geschehen. Solche Häme und Schadenfreude sind aus mehreren Gründen nicht angebracht, denn das ist, auch wenn es sich nicht um kriminelle Elemente handelt und für sie ist ja die Polizei da, stets auch ein Angriff auf die gesamte Meinungsfreiheit. Dagegen sollten sich auch jene Beobachter verwehren, die selbst im besten Fall die Aussagen der Opfer mit einem Kopfschütteln quittieren. Der Zweck heiligt nicht die Mittel!

 

 

 

Was lässt sich verbessern?

 

So ein Tortenwurf ist kein verlängerter Kindergeburtstag. Aggression führt zu weiterer Aggression, Lösungen rücken so in weite Ferne. Wer konstruktiver ans Werk gehen möchte, kann einen wichtigen Beitrag leisten; zuhören! Wobei zuhören nicht gleichbedeutend mit einverstanden sein ist. Zuhören bedeutet; sich mit gegebenenfalls auch nicht so intellektuell formulierten Gedanken auseinanderzusetzen, sich auszutauschen, anstatt darauf zu pochen selbst im Recht zu sein. Schwarz-weiß ist meist Scheiß!

Konstruktive Streitkultur sieht anders aus. Raus aus der Hilflosigkeit. Teil meiner Arbeit; ich helfe Menschen und ihrer Botschaft Gehör zu finden. Nicht immer sind es meine Wunschthemen. Nicht von jedem Angebot bin ich selbst begeistert. Was mich begeistert; wenn sich jemand für sein Anliegen einsetzt. Soweit es meine grundlegenden Werte nicht verletzt, unterstütze ich auch solche Themen. Das ist allenthalben besser, als dass sich der Frust ausbreitet, keinen Einfluss nehmen zu können. Wer wirklich etwas zu sagen hat, kann so dafür sorgen, dass andere Menschen davon erfahren. Und das wirkungsvoll und mit Respekt!

Mit Reden die Welt verändern

 

Menschen, die Farbbeutel, Steine und Torten werfen, haben wohl den Eindruck das sie ohne Gewalt nicht wahrgenommen werden. Es geht auch mit Respekt, indem die Stimme eingesetzt wird. So geht es!

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Video

https://youtu.be/vamN4YakeG4

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. August 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

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Shitstorm

 

Manche blöden Ideen sind so blöd …  Steine, billige Steine, Steine,… Wer heute einen Fehler nach einem Fehler macht, kann einen Shitstorm erleben.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Blöde Ideen und ein heftiger Shitstorm

 

Blöde Ideen können jeden infizieren. Doch manche sind so blöd, dass es ein Gebet wert ist, damit so ein Kelch an einem selbst vorbeigehen möge. Typisch an Schnapsideen ist, dass jeder geistig gesunde Zeitgenosse sie als solche identifizieren kann. Für manche Menschen, die ihren spontanen Eingebungen unreflektiert gefolgt sind, hoffe ich zumindest, dass sie es im Nachhinein erkennen. Wobei ich das Werfen von Steinen ebenfalls für eine miese Idee halte: Vorsicht Glashaus! Selbst Affen sollen schon vom Baum gefallen sein.

 

 

 

Auch Wohlwollen hat seine Grenzen

 

Bei allem Wohlwollen für die menschliche Sorglosigkeit: Bei manchen blöden Ideen fällt es mir allerdings schon sehr schwer, die positive Absicht zu erkennen. Bei anderen gelingt es mir nicht oder ich verzichte von vornherein darauf. Manches ist einfach zu widerwärtig und lässt an geistiger Gesundheit zweifeln.

 

 

 

Druck ablassen oder tatsächlich etwas verändern?

 

Und welche Sau treiben wir heute durch’s Dorf?

Schwarz-weiß ist meist Scheiß. Leider werden so manche anschließenden Steinigungen auch nicht gerade von differenzierten Gedanken begleitet. Im Gegenteil: Manche Reaktionen des Mob ähneln zu sehr den Taten der Bösewichte. Er begibt sich auf ein ähnlich niedriges Niveau. Wobei es vermutlich der angesammelte Frust bei manchen Themen ist, der sich in solchen Momenten ungehemmt Bahn bricht. Endlich jemand, der für die Ungerechtigkeiten der Welt zu belangen ist. Zahltag; eine greifbare Gelegenheit ist gekommen, der Antichrist offenbart sein Gesicht. Es ist Zeit ein Exempel zu statuieren! Steine, billige Steine, Steine …

Doch ob der Energieeinsatz hier am besten investiert ist, steht oft zu bezweifeln. Vielleicht schreckt es den einen oder anderen davon ab, der dunklen Seite der Macht zu folgen. Nur, um welchen Preis geschieht das, wenn dabei die eigene Unschuld verloren geht?

 

 

 

Vor der eigenen Tür beginnen

 

Es wäre ein riesiger Erfolg, wenn wir – jeder für sich – häufiger vor der eigenen Tür fegen würden. Die erleuchteten Zeitgenossen gehen über Wasser, die anderen quälen sich mit dem SUV hupend durch den Stau zur Umweltdemo. Ich gehe vor die Tür,…

… mein Besen wartet!

P.S.

 

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Der nächste Schritt

 

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Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

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  • was du erreichen möchtest
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Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 12. Februar 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
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Tipps und Unterstützung bei der Vorbereitung einer Abschiedsrede für jemand anderen

Tipps und Unterstützung bei der Vorbereitung einer Abschiedsrede für jemand anderen

Redevorbereitung: Hilfe und 8 Tipps
Vorbereitung einer Abschiedsrede

Abschiedsrede für jemand anderen

 

Eine Abschiedsrede ist eine Ansprache, mit der jemand aus einem Team, von einem Amt oder aus einem Unternehmen verabschiedet wird. Sie ist meist verbunden mit dem Dank für die Zusammenarbeit in der zurückliegenden Zeit.

Sie wurden gebeten eine Abschiedsrede für jemanden zu halten? Hier erfahren Sie, was es bei einer Abschiedsrede zu beachten gibt.

Die Vorbereitung einer Abschiedsrede für jemanden anderen

 

Eine Abschiedsrede ist eine Ansprache, mit der Mitarbeitende aus einem Team, von einem Amt oder aus einem Unternehmen verabschiedet. Sie ist meist verbunden mit dem Dank für die Zusammenarbeit in der zurückliegenden Zeit.

Abschiedsreden haben über die verabschiedete Person hinaus Wirkung auf das Umfeld, je nach Gestaltung förderlich oder auch negative.

 

 

 

8 Tipps für eine Abschiedsrede

 

 

1. Wer ist als Redner für eine Abschiedsrede geeignet?

 

Redende sollten Vertraute der Adressaten sein und ein positives Verhältnis zu diesen haben. Ein Abschiedsredner sollte mit dem Adressaten verbunden sein, ein befreundeter Kollege, ein langjähriger Mitarbeiter. Und dieses positive persönliche Verhältnis sollte in der Rede auch zum Ausdruck kommen.

Wenn Sie gebeten werden, einen Kollegen zu verabschieden, mit dem Sie jahrelang im Streit gelegen haben, lassen Sie es. Sie sollten höflich unter einem Vorwand ablehnen und einen geeigneten Kollegen empfehlen. Ihre Abschiedsrede könnte sonst schnell frostig oder scheinheilig – auf jeden Fall peinlich berührend empfunden – werden.

 

 

 

2. Vorbereitung

 

Informationssammlung und Überblick

 

Rückblick: Lassen Sie die Vergangenheit auf der inneren Leinwand Revue passieren. Schöpfen Sie aus gemeinsamen Erfahrungen und Meilensteinen, die Sie in Erinnerung bringen können. Dazu gehören auch die relevanten Zahlen, Daten, Fakten. Selbst, wenn Sie nicht alle Informationen benötigen ist es hilfreich sie zu kennen, sich zu erinnern, um so bei der späteren Auswahl aus dem Vollen schöpfen zu können.

Mein Tipp: Wenn Sie Mindmaps zu nutzen wissen; erstellen Sie auf einem sehr großen Blatt eines für die Abschied nehmende Person. Das spart Zeit, geht in die Tiefe, liefert die Struktur und prägt sich ein.

 

Hilfreich Fragen:

  • Welche Anekdote gibt es zu erzählen?
  • Welche positiven Persönlichkeitsmerkmale gibt es?
  • Welches war das schönste, welches das lustigste gemeinsame Erlebnis?
  • Welches schwierige Erlebnis bzw. welche schwere Situation haben Sie gemeinsam gemeistert?
  • Welche Erfolge wurden für das Unternehmen oder die Organisation erreicht?
  • Was wird wer in Zukunft besonders vermissen?
  • Welche Fähigkeiten und Stärken haben die Persönlichkeit besonders ausgezeichnet?
  • Gibt es erwähnenswerte und liebenswerte Eigenarten?

 

 

Weitere Inspirationsquellen:

  • Soweit zugänglich; Personalakte
  • Auszüge aus der Firmengeschichte
  • Pressenotizen, Zeitungsausschnitte aus dem Archiv
  • Bücher oder Internetseiten zum Thema Was geschah an welchem Tag?
  • Aussagen von Kollegen und Freunden, Widersachern

 

 

 

3. Inhalt der Abschiedsrede

 

Was du willst, dass man dir tut … Die wichtigste Regel: Versetzen Sie sich in die Perspektive des Empfängers. Was würden Sie selbst gerne in seiner Situation über sich hören?

 

 

 

4. Dauer einer Abschiedsrede

 

10 Minuten dürften in der Regel die maximale Dauer für eine Abschiedsrede sein.

 

 

 

5. Passender Rahmen einer Abschiedsrede

 

Wählen Sie für die Rede einen angemessenen Rahmen, beispielsweise bei einem gemeinsamen Essen oder einem Umtrunk. Was ist angemessen für einen Menschen, der sich um gemeinsame Ziel verdient gemacht hat? Der Aufwand und die Aufmerksamkeit, die diesem Menschen entgegengebracht wird, wird von Beobachtern interpretiert. Sie schließen dann darauf, ob Einsatz anerkannt wird oder nicht. Insofern ist eine Abschiedsrede ein interessantes Führungsinstrument, mit Wirkung auf diejenigen, die sich weiterhin für die Sache einsetzen sollen.

 

 

 

6. Mittelpunkt der Abschiedsrede

 

Sprechen Sie den Empfänger immer wieder direkt an und widmen Sie ihm einen großen Anteil des Augenkontaktes und damit die Aufmerksamkeit.

 

 

 

7. Struktur der Abschiedsrede

 

Wählen Sie eine geeignete Redestruktur und einen roten Faden.

 

 

a. Redeeinstieg

 

Beginnen Sie mit einer kurzen Anekdote, die auf positive Weise die Persönlichkeit des Abschiedsnehmenden verdeutlicht. So wecken Sie auch das Interesse des Publikums.

 

 

b. Überblick

 

Erinnern Sie an einige Hintergrundinformationen zur Person. Halten Sie diesen Abschnitt knackig. Mitunter wird hier der gesamte Lebenslauf mit allerlei Einheiten zitiert. Das ermüdet alle Beteiligten. Beleuchten Sie stattdessen interessante Meilensteine, die möglichst auch für die anderen Anwesenden Relevanz haben.

Liebgewonnene Eigenarten dürfen mit einem Augenzwinkern erwähnt werden.

 

 

c. Danksagung

 

Danken Sie für alles Positive in der Zusammenarbeit und die Leistungen für das Unternehmen.

 

 

d. Zukunftswünsche

 

Einer kurzen Information über die zukünftige Tätigkeit folgen die besten Wünsche für die Zukunft. Schließlich ist es ja keine Trauerrede für einen Verstorbenen. Wobei leider so viele Abschiedsreden so klingen, als wenn das Leben nun vorbei ist.

 

 

e. Abschluss

 

Knüpfen Sie beispielsweise zum Abschluss nochmals am Einstieg an; das rundet die Rede ab.

Oft gibt es noch ein Abschiedsgeschenk, das nun überreicht wird. Mit dem Überreichen geht dann auch die gesamte Aufmerksamkeit von Ihnen als Redner zum Empfänger über. Häufig wird es ihm noch ein paar Dankesworte geben.

 

 

 

8. Präsentation

 

Tragen Sie die Abschiedsrede möglichst frei vor. Für Zahlen, Daten, Fakten können Sie sich eine Karteikarte erstellen.

Üben Sie die Rede vorher. So prägt sie sich den Inhalt ein und Sie erkennen, was noch zu verbessern ist.

Antworten auf häufige Fragen

Weshalb lohnt es sich eine Abschiedsrede für jemanden zu halten?

Die Welt ist klein, wir sehen uns oft wieder. Einen Menschen der geht resepektvoll zu verabschieden zeigt Charakter. Es ist ein Ausdruck guter Wünsche für die Menschen, die eine Institution oder einen Arbeits- oder Wohnort verlassen. Eine Verabschiedung wird organisiert, um sich zu verabschieden und den Menschen, die gehen, alles Gute zu wünschen. Sie dient dazu, auch dazu denjenigen, die sie bleiben, mitzuteilen, wie miteinander umgegangen wird.

Was gehört in eine Abschiedsrede eines Mitarbeitenden?

Machen Sie es positiv, wenn Sie die eine Abschiedsrede eines Kollegen oder Mitarbeitenden halten. Am wichtigsten sind Wünsche für die Zukunft und Dank für das, was geteilt wurde.

Was ist der Nutzen eine Rede zur Verabschiedung aus Sicht des Arbeitgebers?

Der Nutzen eine Rede zur Verabschiedung aus Sicht des Arbeitgebers:

  • Mit einer Abschiedsrede werden Dank und Wertschätzung geäußert.
    Das zeigt auch den bleibenden Personen, wie mit Mitarbeitenden umgegangen wird.
  • Eine Abschiedsrede kann wichtige Botschaften transportieren und zum Nachdenken anregen.
  • Die Welt ist klein und wir treffen uns oft wieder.

Was sind typische Elemente einer Abschiedsrede für Mitarbeitende

Eine Rede zur Verabschiedung eines Mitarbeitendes sollte eine respektvolle und würdige Atmosphäre schaffen. Hier ist eine mögliche Struktur:

1. Begrüßung:
– Beginnen Sie mit einer herzlichen Begrüßung der Anwesenden.
– Nennen Sie den Grund für die Versammlung.

2. Vorstellung des Mitarbeiters:
– Stellen Sie den Mitarbeiter vor, der verabschiedet wird.
– Erwähnen Sie seine beruflichen Erfolge und Beiträge.

3. Persönliche Anerkennung:
– Teilen Sie persönliche Erlebnisse oder Anekdoten, die die Arbeit des Mitarbeiters würdigen.
– Betonen Sie seine positiven Eigenschaften und Qualitäten.

4. Dank und Wertschätzung:
– Drücken Sie im Namen des Unternehmens Dankbarkeit für die geleistete Arbeit aus.
– Erwähnen Sie die Bedeutung des Mitarbeiters für das Team und die Organisation.

5. Zukunftspläne:
– Sprechen Sie über die Zukunftspläne des Mitarbeiters und wünschen ihm viel Erfolg.

6. Geschenkübergabe (optional):
– Wenn Sie ein Geschenk oder eine Erinnerung überreichen möchten, tun Sie dies an dieser Stelle.

7. Abschluss:
– Betonen Sie erneut den Dank und die Wertschätzung.
– Ermutigen Sie die Anwesenden, sich persönlich zu verabschieden.

8. Schlusswort:
– Beenden Sie die Rede mit guten Wünschen für die Zukunft des Mitarbeiters und einem Dank an alle für ihre Teilnahme.

9. Optional: Offene Mikrofone:
– Geben Sie den Anwesenden die Möglichkeit, sich ebenfalls zu äußern und Abschiedsworte zu teilen.

10. Sozialer Teil:
– Schließen Sie die Veranstaltung mit einem sozialen Moment, z.B. einem Empfang oder einem kleinen Snack.

Achten Sie darauf, dass die Rede respektvoll und positiv ist, und berücksichtigen Sie die Persönlichkeit des Mitarbeitendes sowie die Unternehmenskultur. Es ist wünschenswerte, wenn die Rede auch eine Botschaft für die Anwesenden enthält.

Unterstützung

 

Sie wollen auf eine Abschiedsrede halten? Dabei kann ich Sie unterstützen. Von den Erfahrungen aus Marketing, Psychologie und Kommunikation werden Sie profitieren. Die Investition in professionelle Unterstützung lohnt sich, wenn Sie etwas zu sagen haben.

Falls Sie nicht in Berlin sind, dann geht es auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung.

Übrigens leiden sehr viele Menschen bei ihren Auftritten vor Publikum unter sehr intensivem Lampenfieber und durchleiden den Auftritt. In diesem Zustand ist es nicht so einfach zu überzeugen. Gut zu wissen, dass ich Ihnen auch hier helfen kann, wenn Sie das wünschen. Nur, für den Fall … Damit Sie und Ihr Angebot überzeugen!

Wie wirkst du – und was würde den größten Unterschied machen?

 

Wie wirkst du mit deiner Präsentation, Rede oder deinem Auftritt auf andere?

Welche Botschaften kommen klar an?

Wo entsteht Präsenz?

Wo verliert die Wirkung an Kraft?

Und welche Veränderungen würden den größten Unterschied machen?

Ein Probelauf mit professionellem Feedback schafft dafür eine gute Grundlage.

Seit 1998 analysiere ich Reden und Präsentationen. Dabei verbinde ich meine Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing, Präsentationspraxis und persönlicher Wirkung.

Du erhältst eine klare Rückmeldung dazu,

  • was bereits gut funktioniert,
  • wie deine Botschaft beim Publikum ankommt,
  • wo Potenzial für mehr Klarheit und Wirkung liegt,
  • welche Veränderungen besonders lohnend sind
  • und wie du deinen Auftritt konkret weiterentwickeln kannst.

Bei einer anstehenden Rede oder Präsentation arbeiten wir unmittelbar an deinem realen Auftritt.

Wir können beispielsweise Botschaft, Dramaturgie, Sprache, Körpersprache, Stimme, Präsenz, Folien sowie den Umgang mit Fragen und Einwänden betrachten.

Der Vorteil eines Probelaufs ist einfach: Du erfährst vorher, was einen Unterschied machen kann – und kannst es noch nutzen.

Auch eine einzelne konzentrierte Sitzung kann bereits wertvolle Hinweise liefern.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Worauf achten Sie bei einer Abschiedsrede?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2008
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #65639
Ü:
K: 

Laudatio halten: Aufbau, Beispiele und 12 Tipps

Laudatio halten: So gelingt eine persönliche und wirkungsvolle Lobrede

Tipps und Unterstützung für eine überzeugende Laudatio
Tipps für die Vorbereitung einer Laudatio / Lobrede

Laudatio halten: So gelingt eine persönliche und wirkungsvolle Lobrede

 

Eine gute Laudatio sagt mehr als: „Dieser Mensch hat Großartiges geleistet.“ Sie zeigt, weshalb diese Leistungen Bedeutung haben.

Vielleicht sollst du einen Menschen würdigen.

Für einen Preis.

Ein Jubiläum.

Eine Ehrung.

Eine berufliche Leistung.

Oder einen besonderen persönlichen Anlass.

Dann stehst du vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Du möchtest Wertschätzung ausdrücken, ohne in Floskeln zu geraten.

Du möchtest persönlich sprechen, ohne privat zu werden.

Du möchtest Leistungen würdigen, ohne einen Lebenslauf vorzulesen.

Und du möchtest erreichen, dass sich die geehrte Person wirklich gesehen fühlt.

Eine gute Laudatio zählt Leistungen auf. Eine hervorragende Laudatio macht ihre Bedeutung sichtbar.

 

 

 

Was ist eine Laudatio?

 

Eine Laudatio ist eine würdigende Rede zu Ehren eines Menschen, einer Gruppe oder gelegentlich auch einer Institution.

Sie wird beispielsweise gehalten bei:

  • Preisverleihungen
  • Ehrungen
  • Jubiläen
  • Verabschiedungen
  • beruflichen Auszeichnungen
  • kulturellen Veranstaltungen
  • akademischen Anlässen
  • besonderen persönlichen Ereignissen

Die Aufgabe besteht darin, Leistungen, Haltung und Bedeutung der geehrten Person für das Publikum lebendig werden zu lassen.

Das unterscheidet eine Laudatio deutlich von einem Lebenslauf.

Ein Lebenslauf berichtet, was geschehen ist.

Eine Laudatio zeigt, weshalb es Bedeutung hat.

 

 

 

Die wichtigste Frage vor jeder Laudatio

 

Bevor du formulierst, solltest du eine Frage beantworten:

Was soll das Publikum nach dieser Rede über diesen Menschen verstanden haben?

Vielleicht lautet deine Antwort:

Dieser Mensch hat etwas verändert.

Er hat andere Menschen geprägt.

Sie hat Mut gezeigt.

Sie hat Verantwortung übernommen.

Er hat eine Idee konsequent verfolgt.

Sie verbindet fachliche Exzellenz mit Menschlichkeit.

Dieser zentrale Gedanke wird zum roten Faden deiner Laudatio.

Ohne einen solchen roten Faden entsteht schnell eine Aneinanderreihung von Stationen, Eigenschaften und Komplimenten.

 

 

 

Die größte Gefahr: der vorgelesene Lebenslauf

 

Viele Laudationen beginnen ungefähr so:

„Geboren wurde sie im Jahr … Danach studierte sie … Anschließend arbeitete sie … Im Jahr … wechselte sie zu …“

Solche Informationen können wichtig sein.

Eine Rede gewinnt jedoch erst dann Leben, wenn Fakten mit Bedeutung verbunden werden.

Statt zehn berufliche Stationen aufzuzählen, wähle lieber zwei oder drei Momente, die etwas über diesen Menschen erzählen.

Zum Beispiel:

  • eine Entscheidung
  • eine Herausforderung
  • eine ungewöhnliche Haltung
  • eine prägende Begegnung
  • eine Situation, die seinen Charakter sichtbar macht

Menschen erinnern sich an Geschichten leichter als an Jahreszahlen.

 

 

 

Eine einfache Struktur für deine Laudatio

 

Eine überzeugende Laudatio kann sehr unterschiedlich aufgebaut sein.

Die folgende Struktur funktioniert für viele Anlässe besonders gut.

 

1. Beginne mit einem starken Moment

Starte möglichst nah am Menschen.

Zum Beispiel mit:

  • einer kurzen Szene
  • einem überraschenden Satz
  • einer charakteristischen Beobachtung
  • einer persönlichen Begegnung
  • einer Frage

Zum Beispiel:

„Wer mit Anna Müller arbeitet, erlebt früher oder später diesen einen Moment: Alle erklären, weshalb etwas schwierig ist. Anna fragt: Was brauchen wir, damit es trotzdem gelingt?“

Schon dieser Einstieg erzählt mehr über einen Menschen als mehrere Lebenslaufdaten.

 

 

2. Zeige, was diesen Menschen besonders macht

 

Welche Eigenschaft zieht sich durch sein Handeln?

Mut?

Neugier?

Ausdauer?

Integrität?

Kreativität?

Menschlichkeit?

Fachliche Konsequenz?

Wähle lieber wenige prägnante Eigenschaften als eine lange Liste positiver Adjektive.

 

 

3. Erzähle eine konkrete Geschichte

 

Eine gute Geschichte macht Eigenschaften sichtbar.

Statt zu sagen:

„Er ist unglaublich hilfsbereit.“

erzähle eine Situation, in der diese Hilfsbereitschaft sichtbar wurde.

Das Publikum darf die Schlussfolgerung selbst ziehen.

Dadurch wirkt deine Würdigung glaubwürdiger.

 

 

4. Ordne die Leistung ein

 

Was wurde erreicht?

Und weshalb ist diese Leistung bemerkenswert?

Welche Widerstände gab es?

Welche Wirkung entstand?

Welche Menschen profitierten davon?

Was wäre ohne diesen Beitrag anders?

Damit bekommt die Leistung Kontur.

 

 

5. Zeige den Menschen hinter der Leistung

 

Auszeichnungen gelten häufig einer Leistung.

Menschen interessieren sich zugleich für den Menschen dahinter.

Welche Haltung hat diese Leistung ermöglicht?

Wie geht die Person mit anderen um?

Was zeichnet sie jenseits der offiziellen Erfolge aus?

Hier entsteht häufig der emotional stärkste Teil einer Laudatio.

 

 

6. Führe zum Anlass zurück

 

Jetzt beantwortest du die entscheidende Frage:

Warum wird dieser Mensch heute geehrt?

Formuliere die Antwort klar.

Dieser Moment darf groß sein.

Eine Ehrung lebt von Würdigung.

 

 

7. Ende mit einem Satz, der bleibt

 

Der letzte Satz verdient besondere Aufmerksamkeit.

Vermeide ein Ende wie:

„Ja, das war es eigentlich. Vielen Dank.“

Führe stattdessen noch einmal zum Kern deiner Würdigung.

Zum Beispiel:

„Für all das, was du geschaffen hast – und für die Art, wie du es geschaffen hast – gebührt dir heute diese Auszeichnung.“

Dann:

Name nennen. Würdigung aussprechen. Pause.

 

 

 

12 Tipps für eine überzeugende Laudatio

 

1. Sprich über einen Menschen, nicht über einen Lebenslauf

 

Daten liefern Orientierung.

Geschichten schaffen Bedeutung.

Nutze Fakten deshalb bevorzugt dort, wo sie etwas erklären.

 

 

2. Finde eine zentrale Botschaft

 

Eine Laudatio gewinnt Kraft, wenn sich ein Gedanke durch die gesamte Rede zieht.

Frage dich:

Wenn mein Publikum nur einen Gedanken behält – welcher soll es sein?

 

 

3. Recherchiere gründlich

 

Sprich mit Menschen, die die geehrte Person gut kennen.

Frage nach konkreten Situationen.

Nicht nur:

„Wie ist sie?“

Sondern:

„Wann hast du diese Eigenschaft besonders erlebt?“

Solche Fragen liefern Geschichten.

 

 

4. Prüfe Fakten

 

Namen.

Funktionen.

Jahreszahlen.

Projekttitel.

Auszeichnungen.

Eine fehlerhafte Information fällt bei einer Ehrung besonders unangenehm auf.

 

 

5. Wähle Geschichten sorgfältig

 

Eine Geschichte sollte zur Würdigung beitragen.

Eine lustige Anekdote kann hervorragend funktionieren.

Sie sollte den Geehrten dabei respektvoll zeigen.

Die Frage lautet:

Würde sich diese Person mit dieser Geschichte wohlfühlen?

 

 

6. Vermeide Insider, die kaum jemand versteht

 

Eine Laudatio richtet sich an den gesamten Raum.

Wenn eine Geschichte Hintergrundwissen benötigt, gib dem Publikum kurz den notwendigen Kontext.

 

 

7. Vorsicht mit Superlativen

 

„Einzigartig.“

„Genial.“

„Unglaublich.“

„Der Beste überhaupt.“

Solche Wörter verlieren schnell ihre Wirkung.

Konkrete Beispiele überzeugen stärker.

 

 

8. Nutze Humor mit Respekt

 

Humor kann einer Laudatio Wärme geben.

Besonders gut funktioniert Humor, der liebevoll etwas Typisches sichtbar macht.

Vermeide Pointen auf Kosten der geehrten Person.

Bei einer Laudatio steht Würdigung im Mittelpunkt.

 

 

9. Sprich zu den Menschen im Raum

 

Eine Laudatio ist kein vorgelesener Artikel.

Schau zur geehrten Person.

Schau ins Publikum.

Lass wichtige Gedanken wirken.

Sprich so, als würdest du etwas erzählen, das dir wirklich wichtig ist.

 

 

10. Schreibe für das Sprechen

 

Gesprochene Sprache braucht andere Sätze als geschriebene Sprache.

Kurze Sätze helfen.

Klare Gedanken helfen.

Pausen helfen.

Lies deinen Entwurf laut.

Du hörst dabei sofort, wo ein Satz zu kompliziert geworden ist.

 

 

11. Kürze konsequent

 

Fast jede Rede gewinnt durch Kürzung.

Frage bei jedem Abschnitt:

Trägt dieser Gedanke wirklich zur Würdigung bei?

Wenn zwei Geschichten dasselbe zeigen, behalte die stärkere.

Eine konzentrierte Laudatio wirkt häufig großzügiger als eine sehr lange.

 

 

12. Probe die Rede laut

 

Eine Laudatio existiert erst vollständig, wenn sie gesprochen wird.

Probe sie deshalb laut.

Prüfe:

  • Wie klingt der Einstieg?
  • Wo entstehen gute Pausen?
  • Welche Wörter brauchen Betonung?
  • Wo wird der Text zu lang?
  • Wie wirkt der Schluss?

Gerade bei einer wichtigen Ehrung lohnt sich ein vollständiger Probelauf.

 

 

 

Wie persönlich darf eine Laudatio sein?

 

Persönlich ist gut.

Privat braucht Fingerspitzengefühl.

Eine persönliche Beobachtung kann eine Laudatio besonders wertvoll machen.

Zum Beispiel:

„Was mich an dir seit unserer ersten Zusammenarbeit beeindruckt, ist …“

Damit zeigst du eine echte Beziehung zur geehrten Person.

Private Informationen, sensible Erlebnisse oder überraschende Enthüllungen gehören nur dann in die Rede, wenn ihre Veröffentlichung eindeutig angemessen ist.

Die geehrte Person sollte sich durch die Laudatio gesehen und gewürdigt fühlen.

Bloßstellung gehört auf eine andere Bühne.

 

 

 

Wie lang sollte eine Laudatio sein?

 

Die passende Länge hängt vom Anlass und vom Veranstaltungsformat ab.

Viele Laudationen funktionieren sehr gut in etwa fünf bis zehn Minuten.

Bei großen Preisverleihungen können andere Vorgaben gelten.

Entscheidend ist weniger die absolute Länge als die dramaturgische Dichte.

Eine siebenminütige Rede kann lang wirken.

Eine zehnminütige Rede kann wie ein Augenblick vergehen.

Das hängt davon ab, ob jeder Teil etwas beiträgt.

 

 

 

Soll ich meine Laudatio auswendig lernen?

 

Vollständiges Auswendiglernen ist selten erforderlich.

Viel wichtiger ist, dass du deinen Aufbau und deine wichtigsten Gedanken sicher kennst.

Je vertrauter dir deine Rede ist, desto leichter kannst du Kontakt zum Publikum halten.

Für viele Redner funktioniert ein vollständig formulierter Text gut, wenn er intensiv laut geprobt wurde.

Andere arbeiten lieber mit Stichpunkten.

Wähle die Form, die dir Sicherheit gibt und gleichzeitig lebendiges Sprechen ermöglicht.

 

 

 

Laudatio mit Manuskript: Worauf achten?

 

Wenn du mit Manuskript sprichst, gestalte es für deine Augen und deine Stimme.

  • große Schrift
  • großer Zeilenabstand
  • kurze Absätze
  • deutliche Seitenzahlen
  • keine Trennung wichtiger Sätze über zwei Seiten
  • markierte Schlüsselbegriffe

Schau regelmäßig auf.

Besonders bei persönlichen Aussagen gehört dein Blick zur geehrten Person.

 

 

 

Eine Laudatio schreiben lassen?

 

Bei einer wichtigen Rede entsteht schnell der Wunsch, den gesamten Text schreiben zu lassen.

Das kann funktionieren.

Besonders überzeugend wird die Rede jedoch, wenn deine persönliche Perspektive darin hörbar bleibt.

Deshalb arbeite ich bei wichtigen Reden bevorzugt gemeinsam mit dem Redner oder der Rednerin.

Wir klären:

  • Was soll diese Laudatio bewirken?
  • Was zeichnet die geehrte Person wirklich aus?
  • Welche Geschichten gehören hinein?
  • Welche Dramaturgie trägt?
  • Welche Formulierungen passen zu dir?
  • Wie entsteht ein überzeugender Schluss?

So entsteht eine Rede, die professionell vorbereitet ist und trotzdem nach dir klingt.

 

 

Der entscheidende Gedanke

Bei einer Laudatio geht es um einen Menschen.

Um seine Leistungen.

Um seine Haltung.

Um die Spuren, die er hinterlassen hat.

Und um die Frage, weshalb all das heute gewürdigt wird.

Wenn diese Antwort klar ist, wird auch deine Rede klarer.

Eine starke Laudatio lässt einen Menschen für einige Minuten durch die Augen derjenigen sichtbar werden, die seinen Wert erkannt haben.

 

 

 

Wenn diese Laudatio wirklich zählen soll

 

Vielleicht steht eine wichtige Preisverleihung, Ehrung, Verabschiedung oder ein Jubiläum bevor.

Vielleicht hast du bereits einen Entwurf.

Vielleicht existieren bisher einzelne Geschichten und Gedanken.

Oder du möchtest von Anfang an eine klare Dramaturgie entwickeln.

Im persönlichen 1:1 können wir unmittelbar an deiner konkreten Laudatio arbeiten:

  • Kernbotschaft klären
  • Material und Geschichten auswählen
  • Dramaturgie entwickeln
  • Formulierungen schärfen
  • Einstieg und Schluss optimieren
  • Rede laut proben
  • Stimme und Körpersprache einbeziehen
  • den tatsächlichen Auftritt vorbereiten

So entsteht eine Laudatio, die würdigt, berührt und zu dir passt.

Online oder persönlich in Berlin.

Antworten auf häufige Fragen

Was gehört in eine Laudatio?

In einer Laudatio werden Verdienste gewürdigt, meist einer Person, mitunter auch einer Gruppe oder einer Institution. In die Lobrede gehören in erster Linie die Verdienste, dann Dank und Wünsche.

Was ist eine Laudatio?

Eine Laudatio ist eine Lobreden in der die Verdienste einer Person, einer Gruppe oder einer Institution, gewürdigt werden. Im Mittelpunkt stehen die Verdienste, dann Dank und Wünsche. Anlass kann ein Jubiläum oder eine Preisverleihung sein.

Der häufigste Fehler bei einer Laudatio?

Bei einer Laudatio geht es um die Person, die Gruppe oder die Institution, die gewürdigt werden soll. Laudatoren neigen allerdings dazu, das zu vergessen und bringen sich selbst zu sehr ein. Das ist der häufigste Fehler, der bei Lobreden zu beobachten ist.

Wie lang sollte eine Laudatio sein?

Eine Laudatio sollte so lang sein, wie der Inhalt und die Botschaft erfordern und nicht länger. Selten gelingt es bei solchen Gelegenheiten, die Aufmerksamkeit mehr als 10 Minuten aufrechtzuerhalten. Wie so oft gilt, was nicht hilft, schadet.

Wie beendet man eine Laudatio?

Führe am Ende zum Kern der Ehrung zurück. Formuliere klar, weshalb dieser Mensch heute gewürdigt wird. Der letzte Satz darf emotional und prägnant sein.

Darf eine Laudatio lustig sein?

Ja. Humor kann Wärme und Nähe erzeugen. Besonders gut funktioniert respektvoller Humor, der etwas Liebenswertes oder Charakteristisches über die geehrte Person zeigt.

Was ist der Unterschied zwischen Laudatio und Lobrede?

Die Begriffe werden häufig ähnlich verwendet. Eine Laudatio bezeichnet meist eine feierliche Würdigung anlässlich einer Ehrung, Preisverleihung oder eines besonderen Ereignisses. „Lobrede“ ist der allgemeinere deutsche Begriff.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Auf was achtest du bei einer Laudatio?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. November 2015
Überarbeitung: 26. September 2019

Klartext reden: Klare Ansagen, die Menschen erreichen

Klartext reden: Klare Ansagen, die Menschen erreichen.

Mut für Verantwortung: Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren

Klare Ansagen statt Floskeln

 

Die negativen Beispiele der Floskeln großer Unternehmen nerven. Davon können Sie für Ihr eigenes Selbstmarketing lernen. Welche Floskeln schaden?

Der Wunsch zu gestalten ist tief in der menschlichen Natur verankert. Doch der Gestaltungsspielraum hat seine Grenzen. Viele wichtige Dinge entscheiden die anderen, die da oben, die Lobbyisten, die in Brüssel, der Papst und überhaupt. Viele Menschen sehen sich heute nur noch als ein kleines Rad im Getriebe, die Globalisierung verstärkt diesen Eindruck noch. Das drückt auch auf die Seele, schadet nicht erst, wenn der Druck zu sehr ansteigt und sich entlädt. Selbst Menschen mit deutlich mehr Einfluss als die meisten Menschen trauen sich zu oft nicht Tacheles zu reden. Es könnte ja jemand anderer Meinung sein. Deswegen die weit verbreitete Devise: Nur nicht auffallen, möglichst geräuschlos durch das Leben. Auf die Bühne geht es nur, wenn der Applaus als sicher gilt. Schade, denn diese Form der (rhetorischen) Risikovermeidung hat ihren Preis. Wer möglichst wenig Angriffsfläche bieten will, entscheiden sich meist auch für die gepflegte Langeweile und setzt sich den Umständen aus.

Klartext geht auch mit Respekt und ist kein Synonym für Unverschämtheit!

Wer Klartext redet, riskiert verstanden zu werden.

Karsten Noack

 

Meinung mit Format

 

Klartext geht auch mit Respekt und ist kein Synonym für Unverschämtheit. Und manchmal braucht es etwas mehr Mut zum Anecken. Schluss mit Floskeln und dem extra starken Verbal-Weichspüler, der auch gleich noch den Rest an Farbe entfernt. Es geht bei Klartext um Meinung mit Format, um Verantwortung. Und das ist oft leichter gedacht als gesagt. Es braucht den Mut, sich eine eigene Meinung zu leisten und für sie einzustehen. Es erfordert den Schritt nach vorne, heraus aus der schützenden Masse. Eine Selbstverständlichkeit? Nicht, wenn es mit Risiken verbunden ist! Nicht jede Tür öffnet sich bereitwillig. Nicht jedem gefällt es, wenn Veränderung droht, nicht einmal, wenn sie positiv ist. Wobei es oft auch bei schlimmsten Zuständen jene gibt, die davon profitieren und es gerne auch weiterhin wollen.

 

 

 

Mut, Zuversicht, Kraft, Vertrauen …

 

Setzen Sie sich für Ihre Überzeugung ein. Haben Sie den Mut nicht nur für Ihr Angebot zu kämpfen, sondern dabei auch die Werte zu schützen, für die Sie eintreten. Auch wenn es oft anders wirkt: Der Zweck heiligt nicht alle Mittel! Wem Respekt wichtig ist, der zeigt das auch an der angemessenen Vorgehensweise. Dabei geht es im Wesentlichen um den Respekt anderen Menschen gegenüber. Themen können oberhalb der Gürtellinie ausgesprochen werden. Selbst Toleranz ist etwas anderes als Ignoranz! Wer nicht den Mut hat jenen mit einer anderen Meinung zuzuhören, wird zum Fundamentalist.

Wer gehört wird, braucht nicht zu schreien, braucht keinen Dampf abzulassen, dort wo es verpufft, sondern wird da aktiv, wo die Stimme gehört wird. Deshalb gilt es nicht nur wirksame Techniken zu erlernen, um besser gehört und verstanden zu werden. Es braucht auch ein stabiles Fundament von Überzeugungen. Ein Ziel, das den Aufwand lohnt. Ohne diese Basis ist es eher wie eine Seereise auf einer schmelzenden Eisscholle. Helfen Sie mit – sich und weitere Menschen – zu ermuntern, sich einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Haben Sie den Mut für Visionen.

Zum Mut gehört das Vertrauen, dass Sie es schaffen können. Und auch die Zuversicht, dass Sie gegebenenfalls mit Hindernissen zurechtkommen können. Beweisen Sie Mut, indem Sie lernen, Ihre Meinung zu sagen. Treten Sie für eine Sache ein, von der Sie überzeugt sind. Selbst, wenn Sie mit Ihrer Meinung anfangs allein dastehen. Gegen den Strom zu schwimmen, erfordert Kraft. Seine Ansichten aus Angst zu verbergen, schadet der Seele und dem Ansehen.

Seien Sie nicht zu misstrauisch, wenn Ihnen zugehört wird und Sie Zustimmung bekommen.

 

 

 

Vorbereitung

 

In Gesprächen unter vier Augen, in Gesprächsrunden, vor kleinem und großem Publikum, am Tisch oder auf der Bühne, direkt oder in den Medien; wer sich für eine Überzeugung starkmacht, braucht Rückgrat. Und die Fähigkeit, sich und das Angebot überzeugend zu präsentieren. Wenn es die Sache wert ist, geben Sie sich und ihr eine Chance. Bereiten Sie sich vor.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Reden Sie Klartext?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

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Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 7. Juli 2019
AN: #7670
K:
Ü: B

Rede auf der Betriebsversammlung: Vorbereitung für Geschäftsführer & Führungskräfte

Rede auf einer Betriebsversammlung vorbereiten: souverän, klar und glaubwürdig

Vorbereitung für Geschäftsführer & Führungskräfte
Tipps für Führungskräfte für die Vorbereitung einer Rede auf einer Betriebsversammlung

Rede auf einer Betriebsversammlung vorbereiten: souverän, klar und glaubwürdig

 

Eine Rede auf einer Betriebsversammlung ist kein gewöhnlicher Unternehmensauftritt.

Du sprichst nicht vor irgendeinem Publikum.

Du sprichst vor Menschen, die:

  • die Folgen betrieblicher Entscheidungen unmittelbar erleben
  • eigene Interessen und Fragen mitbringen
  • möglicherweise bereits eine klare Meinung haben

Dazu kommen:

  • Betriebsrat
  • möglicherweise Gewerkschaftsvertreter
  • wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • laufende Veränderungen oder Konflikte

Deshalb braucht eine gute Rede auf einer Betriebsversammlung:

Klarheit, Glaubwürdigkeit und sehr gute Vorbereitung.

 

 

 

Die besondere Situation einer Betriebsversammlung

 

Die Betriebsversammlung ist nach dem Betriebsverfassungsgesetz kein gewöhnliches Unternehmensmeeting.

Sie besteht aus den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des Betriebs und wird vom Betriebsrat geleitet.

Der Arbeitgeber wird eingeladen und ist berechtigt, zu sprechen.

Mindestens einmal im Jahr muss der Arbeitgeber oder sein Vertreter unter anderem über folgende Themen berichten:

  • Personal- und Sozialwesen
  • Gleichstellung von Frauen und Männern
  • Integration ausländischer Beschäftigter
  • wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Betriebs
  • betrieblichen Umweltschutz

Soweit Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse gefährdet würden, bestehen Grenzen der Offenlegung.

Die rechtlichen Einzelheiten gehören im Zweifel in fachkundige arbeitsrechtliche Beratung.

 

 

 

Deine Rolle: Unternehmensvertreter, nicht Gastgeber

 

Auch wenn die Versammlung im eigenen Unternehmen stattfindet:

Als Vertreter der Unternehmensleitung führst du diese Versammlung nicht.

Das tut der Betriebsrat.

Diese Rollenklärung hilft.

Du musst den Raum nicht:

  • beherrschen
  • zurückerobern
  • für dich gewinnen

Deine Aufgabe ist vielmehr:

die Unternehmensposition klar, glaubwürdig und angemessen zu vertreten.

Gerade bei angespannter Stimmung ist das eine starke Haltung.

 

 

 

Was Beschäftigte wirklich wissen wollen

 

Bei einer Betriebsversammlung interessiert Beschäftigte selten nur:

Was sagt die Geschäftsleitung?

Interessanter ist:

  • Was bedeutet das für mich?
  • Was verändert sich?
  • Was bleibt?
  • Was ist entschieden?
  • Was ist noch offen?
  • Welche Risiken bestehen?
  • Was geschieht als Nächstes?

Deshalb sollte die Rede nicht aus Sicht der Unternehmenskommunikation beginnen.

Sondern aus Sicht:

der Informationsbedürfnisse der Beschäftigten.

 

 

 

Trenne Fakten, Einschätzungen und Entscheidungen

 

Besonders bei Veränderungen hilft eine klare Unterscheidung:

  • Was wissen wir?
  • Was erwarten wir?
  • Was ist entschieden?
  • Was wird noch geprüft?

Das schafft Orientierung.

 

 

 

Sprich relevante Unsicherheit aus

 

Wenn etwas noch nicht feststeht, ist ein klarer Satz oft stärker als eine scheinbar eindeutige Aussage.

Zum Beispiel:

„Dazu ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir rechnen mit einer Klärung bis Ende November.“

 

 

 

Eine gute Struktur für die Rede

Gerade bei schwierigen Themen sollte das Publikum früh verstehen:

Worum geht es und was bedeutet es?

Eine mögliche Struktur:

 

1. Ausgangslage

Was ist derzeit relevant?

2. Bedeutung

Warum beschäftigt sich das Unternehmen damit?

3. Fakten

Was ist belastbar bekannt?

4. Konsequenzen

Was bedeutet das für Betrieb und Beschäftigte?

5. Entscheidungen und offene Punkte

Was steht fest und was noch nicht?

6. Nächste Schritte

Was geschieht wann?

7. Gespräch

Welche Fragen und Einwände sind zu erwarten?

Diese Struktur ist oft stärker als:

eine lange chronologische Unternehmensdarstellung.

 

 

 

13 Empfehlungen für deine Vorbereitung

 

1. Kenne Tagesordnung und Kontext

Prüfe nicht nur die offiziellen Punkte.

Frag auch:

  • Welche Themen beschäftigen die Belegschaft derzeit?
  • Welche Gerüchte kursieren?
  • Welche Entscheidungen werden kritisch gesehen?
  • Welche Fragen sind bereits an den Betriebsrat herangetragen worden?

Eine unangenehme Frage wird nicht dadurch weniger relevant:

dass sie nicht ausdrücklich auf der Tagesordnung steht.

 

 

2. Formuliere deine Kernbotschaften

Was sollen Beschäftigte nach deinem Beitrag verstanden haben?

Begrenze dich auf wenige zentrale Aussagen.

Zum Beispiel:

  • Was ist die Lage?
  • Was tut das Unternehmen?
  • Was bedeutet das konkret?

 

 

3. Bereite belastbare Fakten vor

Gerade bei kontroversen Themen braucht Glaubwürdigkeit:

Substanz.

Prüfe Zahlen, Daten und Formulierungen.

Wenn du eine Zahl nicht erklären kannst, gehört sie möglicherweise nicht in die Rede.

 

 

4. Sprich verständlich

Vermeide unnötigen:

  • Managementjargon
  • Fachsprache
  • Abkürzungen
  • Worthülsen

Sätze wie:

„Wir müssen Synergien heben und unsere Workforce an die zukünftige Operating Structure anpassen“

erzeugen eher Abstand als Orientierung.

Sag, was du meinst.

 

 

5. Verwende konkrete Beispiele

Abstrakte Aussagen werden verständlicher, wenn deutlich wird:

Wie sieht das im Arbeitsalltag aus?

Konkretheit schafft Verständlichkeit.

 

 

6. Bereite kritische Punkte selbst vor

Überlege:

Welche Frage möchte ich am wenigsten hören?

Genau diese Frage gehört in deine Vorbereitung.

 

 

7. Trenne Antwort und Position

Bei einer kritischen Frage:

Antworte zuerst.

Dann kannst du die Unternehmensperspektive erläutern.

Wer die Frage sofort umgeht, erzeugt schnell:

Misstrauen.

 

 

8. Bereite Grenzen der Auskunft vor

Es kann Themen geben, zu denen du:

  • rechtlich
  • vertraglich
  • aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes

keine Details nennen kannst.

Bereite dafür eine klare Erklärung vor.

Zum Beispiel:

„Zu personenbezogenen Einzelheiten kann ich hier nichts sagen. Ich kann Ihnen aber erläutern, welches Verfahren angewendet wird.“

 

 

9. Sprich, statt vorzulesen

Ein vollständig ausformulierter Text kann Sicherheit geben.

Auf der Bühne entsteht jedoch leicht:

Distanz.

Hilfreicher sind häufig:

  • klare Gliederung
  • Stichworte
  • gut vorbereitete Übergänge

Entscheidend ist:

Du solltest mit den Menschen sprechen, nicht mit deinem Manuskript.

 

 

10. Achte auf Stimme und Tempo

Bei Spannung beginnen viele Menschen:

schneller zu sprechen.

Dann sinkt Verständlichkeit.

Hilfreich sind:

  • ruhiges Tempo
  • klare Betonung
  • bewusste Pausen

 

 

11. Körpersprache soll zur Botschaft passen

Es braucht keine einstudierten Dominanzgesten.

Wichtiger sind:

  • stabiler Stand
  • offener Blick
  • ruhige Gestik
  • sichtbare Aufmerksamkeit

Besonders relevant:

Deine Wirkung beginnt vor deinem Redebeitrag und endet danach nicht sofort.

Auch dein Verhalten beim Zuhören wird wahrgenommen.

 

 

12. Probe den Auftritt realistisch

Probe nicht nur:

die Rede.

Probe auch:

  • kritische Fragen
  • Unterbrechungen
  • Einwände
  • emotionale Situationen

So zeigt sich vor dem echten Auftritt:

wo deine Vorbereitung noch nicht trägt.

 

 

13. Plane deinen letzten Satz

Beende die Rede nicht:

irgendwie.

Der letzte Gedanke sollte noch einmal klar machen:

  • wo die Situation steht
  • was jetzt wichtig ist
  • was als Nächstes geschieht

 

 

 

Mit Kritik und Gegenwind souverän umgehen

Auf einer Betriebsversammlung musst du nicht:

alle überzeugen.

Das ist häufig unrealistisch.

Du solltest jedoch zeigen können:

dass du auch unter Druck klar und respektvoll kommunizierst.

 

Kritik vollständig anhören

Unterbrich nicht vorschnell.

Hör zuerst:

Was ist der tatsächliche Punkt?

 

 

Berechtigte Kritik anerkennen

Wenn ein Punkt stimmt:

sag es.

Eine sachliche Anerkennung nimmt dir keine Autorität.

 

 

Falsche Aussagen korrigieren

Sachlich.

Konkret.

Ohne öffentliche Demütigung.

Zum Beispiel:

„Diesen Punkt möchte ich korrigieren. Die Zahl beträgt nicht 120, sondern 73.“

 

 

Bei Polemik beim Thema bleiben

Du musst keine:

persönliche Auseinandersetzung

daraus machen.

Ein ruhiger Satz kann genügen:

„Auf die persönliche Bewertung möchte ich nicht eingehen. Den Sachpunkt beantworte ich gern.“

 

 

Emotionen sind nicht verboten

Die bisherige Vorstellung, Emotionen hätten auf einer Betriebsversammlung nichts verloren, halte ich für zu pauschal.

Menschen erwarten keine Maschine.

Angemessene:

  • Betroffenheit
  • Ernsthaftigkeit
  • Zuversicht

kann glaubwürdig sein.

Problematisch wird:

unkontrollierte Reaktivität.

 

 

 

Was du besser vermeidest

 

Drohungen

Insbesondere Andeutungen beruflicher Konsequenzen als Reaktion auf Kritik sind kommunikativ und gegebenenfalls rechtlich hochproblematisch.

 

 

Spontane Versprechen

Wenn die Konsequenzen nicht überblickbar sind, versprich:

Prüfung statt Ergebnis.

Zum Beispiel:

„Ich nehme den Punkt mit und lasse ihn bis Freitag prüfen.“

 

 

Herablassung

Rechthaberei, Ironie und Belehrungen können einen sachlichen Konflikt unnötig:

personalisieren.

 

 

Öffentliche Abrechnung mit dem Betriebsrat

 

Du kannst Aussagen korrigieren und Positionen deutlich widersprechen.

Eine öffentliche Demütigung hilft selten:

der zukünftigen Zusammenarbeit.

 

 

Künstliche Harmonie

Ebenso wenig hilfreich ist:

so zu tun, als gäbe es keine Unterschiede.

Arbeitgeber und Betriebsrat können:

  • unterschiedliche Interessen vertreten
  • unterschiedliche Einschätzungen haben
  • trotzdem professionell zusammenarbeiten

 

 

Managementsprache ohne Inhalt

Wenn Beschäftigte nach Arbeitsplatzsicherheit fragen, hilft:

keine Vision aus Schlagwörtern.

Beantworte die relevante Frage.

 

 

Personelle Einzelfälle öffentlich diskutieren

Bei personenbezogenen Themen bestehen besondere Grenzen.

Solche Einzelfälle gehören in geeignete Verfahren und nicht ohne Weiteres:

in die Betriebsöffentlichkeit.

 

 

Parteipolitische Betätigung

Hier ist eine wichtige Unterscheidung nötig.

Das Betriebsverfassungsgesetz verlangt von Arbeitgeber und Betriebsrat:

parteipolitische Betätigung im Betrieb zu unterlassen.

Das bedeutet jedoch nicht:

„Politische Themen sind grundsätzlich verboten.“

Tarifpolitische, sozialpolitische, umweltpolitische und wirtschaftliche Fragen können Gegenstand einer Betriebsversammlung sein, wenn sie den Betrieb oder seine Beschäftigten unmittelbar betreffen.

Bei Unsicherheit über die konkrete Grenze sollte:

arbeitsrechtlicher Rat eingeholt werden.

 

 

 

Glaubwürdigkeit schlägt Beschwichtigung

 

Besonders in wirtschaftlich schwierigen Situationen entsteht leicht der Wunsch:

die Stimmung zu beruhigen.

Das ist verständlich.

Beschwichtigung kann jedoch nach hinten losgehen.

Wenn Beschäftigte eine reale Unsicherheit erleben und hören:

„Es besteht überhaupt kein Grund zur Sorge“

obwohl das niemand belastbar sagen kann, leidet:

Glaubwürdigkeit.

Stärker ist:

„Die Situation ist anspruchsvoll. Folgendes wissen wir heute. Folgendes ist noch offen. Und diese Schritte gehen wir jetzt.“

 

Versprich nur, was du halten kannst

Gerade bei einer Betriebsversammlung werden Aussagen:

erinnert und weitergetragen.

Aus einer spontanen Formulierung kann schnell:

eine wahrgenommene Zusage

werden.

Deshalb sollten Zusagen:

präzise und belastbar

sein.

 

 

 

Eine kurze Checkliste vor dem Auftritt

 

  1. Was ist das wichtigste Informationsbedürfnis der Belegschaft?
  2. Welche drei Kernbotschaften sollen hängen bleiben?
  3. Welche Fakten und Zahlen brauche ich?
  4. Welche Aussagen muss ich rechtlich prüfen lassen?
  5. Was ist entschieden?
  6. Was ist noch offen?
  7. Welche kritische Frage erwarte ich?
  8. Welche Frage möchte ich am wenigsten hören?
  9. Welche Aussage des Betriebsrats könnte ich anders bewerten?
  10. Wie korrigiere ich sie sachlich?
  11. Welche personenbezogenen Themen darf ich nicht öffentlich behandeln?
  12. Welche Zusage kann ich tatsächlich geben?
  13. Wie lautet mein letzter Satz?

 

 

 

Professionelle Vorbereitung bei hoher Tragweite

 

Eine Rede auf einer Betriebsversammlung kann weitreichende Folgen haben.

Besonders bei:

  • Restrukturierungen
  • Standortentscheidungen
  • Personalabbau
  • Krisen
  • größeren Veränderungsprozessen

Dann lohnt sich ein realistischer Probelauf.

Wir können beispielsweise arbeiten an:

  • Kernbotschaften
  • Struktur
  • kritischen Formulierungen
  • Fragen und Einwänden
  • Stimme und Körpersprache
  • Auftritt unter Druck

Wichtig:

Kommunikationsberatung ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung.

Wenn Formulierungen oder Inhalte rechtlich relevant sind, sollten sie zusätzlich fachkundig geprüft werden.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Bei Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern, Vorständen, Inhabern, geschäftsführenden Gesellschaftern und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung erfolgt die Vorbereitung einer Betriebsversammlung im Rahmen des:

EXECUTIVE SPARRINGS.

Auch bei anderen Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit im EXECUTIVE SPARRING, wenn der konkrete Auftritt hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

 

 

 

Fazit: Auf einer Betriebsversammlung zählt, was auch unter Druck trägt

 

Eine Rede auf einer Betriebsversammlung ist keine Gelegenheit:

möglichst glanzvoll aufzutreten.

Sie ist eine Gelegenheit:

  • Orientierung zu geben
  • Positionen klar zu machen
  • Unsicherheit ehrlich einzuordnen
  • auf Kritik professionell zu reagieren

Gerade bei schwierigen Themen beobachten Beschäftigte nicht nur:

was du sagst.

Sie beobachten:

wie du mit unangenehmen Fragen, Widerspruch und Unsicherheit umgehst.

Deshalb ist die wichtigste Vorbereitung nicht:

jede kritische Situation zu verhindern.

Sondern:

auch dann klar, glaubwürdig und handlungsfähig zu bleiben, wenn die Situation anspruchsvoll wird.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
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  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

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Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 20. Oktober 2015
Überarbeitung: 19. Juni 2026

Christian Wulff im TV-Interview: Körpersprache und Wirkung

Körpersprache von Christian Wulff im TV-Interview: eine historische Analyse

Christian Wulff im TV-Interview: Körpersprache und Wirkung
Überdurchschnittliche Reden halten

Körpersprache von Christian Wulff im TV-Interview: eine historische Analyse

 

Wie wirkte Bundespräsident Christian Wulff in seinem viel beachteten Fernsehinterview vom 4. Januar 2012?

Damals wurde ich von Spiegel Online gebeten, den Auftritt aus der Perspektive von Körpersprache und persönlicher Wirkung zu analysieren.

Das Gespräch fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem Christian Wulff öffentlich erheblich unter Druck stand. In dem Interview von ARD und ZDF stellte er sich den Fragen von Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten und nahm zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung.

Dieser Beitrag dokumentiert meine damalige Analyse und ordnet sie zugleich aus heutiger Sicht neu ein.

Wichtig: Körpersprache erlaubt keine zuverlässigen Rückschlüsse auf Gedanken, Motive, Ehrlichkeit oder innere Zustände. Einzelne Gesten besitzen keine feste universelle Bedeutung. Seriöser ist die Frage: Welche Wirkung kann das Zusammenspiel von Haltung, Blick, Stimme und Verhalten in einem bestimmten Kontext erzeugen?

 

 

 

Historischer Kontext

 

Am 4. Januar 2012 gaben ARD und ZDF Bundespräsident Christian Wulff Gelegenheit, sich in einem ausführlichen Fernsehinterview zu den damaligen Vorwürfen zu äußern.

Das Gespräch fand im ARD-Hauptstadtstudio statt und wurde am selben Abend ausgestrahlt.

Wulff erklärte unter anderem, dass er keinen Rücktritt plane und weiterhin davon überzeugt sei, nichts Unrechtes getan zu haben, zugleich jedoch nicht alles richtig gemacht zu haben.

Der öffentliche Druck war zu diesem Zeitpunkt erheblich.

Für die Betrachtung seines Auftritts ist dieser Kontext wichtig.

Denn Körpersprache entsteht nicht im luftleeren Raum.

Ein Mensch, der in einer hochkritischen Situation öffentlich befragt wird, befindet sich in einer vollkommen anderen Lage als bei einer vorbereiteten Rede oder einem Routineinterview.

 

 

 

Die Fragen meiner damaligen Analyse

 

Im Mittelpunkt standen drei Fragen:

  • Wie wirkt Christian Wulff in diesem Interview?
  • Wie passen verbale Botschaft und nonverbale Wirkung zusammen?
  • Welche Wirkung können Haltung, Blick und Verhalten beim Publikum erzeugen?

Genau diese dritte Frage halte ich auch heute für die interessanteste.

Weniger:

„Was verrät diese Geste über den Menschen?“

Mehr:

„Welche Wirkung entsteht beim Betrachter?“

 

 

 

Körpersprache lesen: Wirkung statt Gedankenlesen

 

Frühere Körperspracheanalysen wurden häufig sehr direkt formuliert.

Eine verschränkte Haltung galt als Abwehr.

Wenig Blickkontakt als Unsicherheit.

bestimmte Augenbewegungen als Hinweis auf innere Vorgänge.

Solche eindeutigen Zuschreibungen halte ich heute für zu weitgehend.

Menschen bewegen sich aus vielen Gründen.

Eine Person kann die Arme verschränken, weil ihr kalt ist.

Sie kann nach unten schauen, weil sie nachdenkt.

Sie kann unruhig wirken, weil eine Situation ungewöhnlich belastend ist.

Ohne zusätzlichen Kontext kennen wir die Ursache nicht.

Was wir jedoch beschreiben können, ist die wahrnehmbare Wirkung.

 

 

 

Ein Auftritt unter außergewöhnlichem Druck

 

Christian Wulff saß im Interview mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper am Tisch.

Seine Haltung wirkte über längere Strecken kompakt und zurückgenommen.

Die Hände lagen häufig eng zusammen.

Auch die Beine und Füße wirkten in Teilen des Gesprächs eher zurückgezogen.

In der Gesamtwirkung entstand dadurch weniger das Bild eines offensiven, raumgreifenden Auftritts.

Der Auftritt wirkte über weite Strecken kontrolliert, ernst und angespannt.

Das ist zunächst eine Beschreibung der Wirkung.

Warum genau diese Haltung entstand, lässt sich daraus allein nicht sicher ableiten.

 

 

 

Amt und Person

 

Besonders interessant war damals der Kontrast zwischen zwei Rollen.

Christian Wulff trat einerseits als Privatperson auf, die sich zu persönlichen Vorwürfen äußern musste.

Gleichzeitig war er Bundespräsident.

Dieses Amt besitzt eine stark repräsentative Funktion.

Das Publikum betrachtet deshalb nicht nur:

Was sagt Christian Wulff?

Sondern auch:

Wie wirkt ein Bundespräsident in einer solchen Situation?

Damit steigen die Erwartungen an Ruhe, Klarheit, Würde und persönliche Präsenz.

 

 

 

Die Wirkung der Körperhaltung

 

Eine aufrechte, entspannte Haltung wird häufig mit Präsenz und Sicherheit verbunden.

Im Interview wirkte Wulffs Haltung dagegen phasenweise stärker nach innen orientiert.

Er richtete sich zwischendurch auf und veränderte seine Position.

In der Gesamtwirkung entstand dadurch ein Wechsel zwischen Aufrichtung und Rückzug.

Aus heutiger Sicht würde ich daraus keine Aussage über einen inneren Zustand ableiten.

Interessant ist die Wirkung:

Der Auftritt vermittelte weniger körperliche Weite und Selbstverständlichkeit, als viele Menschen möglicherweise mit einem repräsentativen Staatsamt verbinden.

 

 

 

Raum einnehmen

 

Menschen unterscheiden sich darin, wie viel Raum sie körperlich beanspruchen.

Auch Situation, Möbel, Kleidung und Gesprächsformat spielen eine Rolle.

Wulff wirkte in Teilen des Interviews eher kompakt.

Diese kompakte Haltung kann beim Betrachter einen zurückgenommenen Eindruck erzeugen.

Das ist etwas anderes als die Behauptung:

„Er wollte möglichst wenig Raum beanspruchen.“

Seine Absicht kennen wir nicht.

Wir können lediglich die sichtbare Wirkung beschreiben.

 

 

 

Blickkontakt

 

Auch beim Blickkontakt ist Vorsicht mit eindeutigen Interpretationen sinnvoll.

Menschen unterbrechen Blickkontakt beispielsweise beim Nachdenken, beim Erinnern oder beim Formulieren komplexer Antworten.

Im Interview wandert Wulffs Blick wiederholt.

Teilweise hält er den Kontakt zu den Journalisten, teilweise löst er ihn.

In einer ohnehin angespannten Situation kann dieser Wechsel beim Publikum Nervosität oder innere Belastung vermitteln.

Er beweist jedoch weder Unsicherheit noch Unehrlichkeit.

 

 

 

Unruhige Augen sind kein Lügendetektor

 

Diesen Punkt würde ich heute besonders deutlich formulieren.

Aus Augenbewegungen lässt sich kaum zuverlässig erkennen, ob ein Mensch die Wahrheit sagt.

Auch vermeintliches „Augenflackern“ erlaubt keine seriöse Aussage darüber, ob Worte und Gefühle übereinstimmen.

Was wir beschreiben können:

Unruhige Blickbewegungen können beim Publikum den Eindruck von Nervosität, hoher Konzentration oder Belastung verstärken.

Mehr sollten wir daraus ohne weitere Informationen nicht ableiten.

 

 

 

Worte und Wirkung

 

Spannend ist bei öffentlichen Auftritten häufig weniger eine einzelne Geste als das Zusammenspiel verschiedener Ebenen.

Zum Beispiel:

  • Wortwahl
  • Stimme
  • Sprechtempo
  • Pausen
  • Blick
  • Haltung
  • Mimik

Wenn diese Ebenen ähnlich wirken, entsteht beim Publikum häufig ein stimmiger Gesamteindruck.

Wenn sie sehr unterschiedlich wirken, kann Irritation entstehen.

 

 

 

Was bedeutet Kongruenz?

 

In der Kommunikationsarbeit wird häufig von Kongruenz gesprochen.

Gemeint ist:

Wirken Worte, Stimme und Körpersprache stimmig miteinander?

Auch hier sollte eine wichtige Grenze beachtet werden.

Fehlende Kongruenz beweist keine Täuschung.

Ein Mensch kann überzeugt von seiner Aussage sein und gleichzeitig:

nervös sein.

erschöpft sein.

unter enormem Druck stehen.

oder sich in einer ungewohnten Situation befinden.

Die Wirkung beim Publikum kann trotzdem widersprüchlich sein.

 

 

 

Die Stimme

 

Neben Körpersprache spielt Stimme eine erhebliche Rolle.

Eine Stimme vermittelt unter anderem:

  • Tempo
  • Spannung
  • Energie
  • Ruhe
  • Entschlossenheit

Gerade in Kriseninterviews entsteht Wirkung deshalb kaum ausschließlich durch das, was gesagt wird.

Wie etwas ausgesprochen wird, prägt die Wahrnehmung mit.

 

 

 

Warum solche Interviews so anspruchsvoll sind

 

Ein vorbereitetes Statement lässt sich proben.

Ein kritisches Interview ist dialogisch.

Fragen kommen.

Nachfragen folgen.

Antworten werden unterbrochen.

Ein Journalist greift einen Widerspruch auf.

Die nächste Frage entsteht aus der vorherigen Antwort.

Damit steigt die Belastung.

Und gleichzeitig wird spontane Selbstregulation wichtiger.

 

 

 

Executive Presence unter Druck

 

Heute würde ich den Auftritt deshalb auch unter dem Gesichtspunkt der Executive Presence betrachten.

Executive Presence zeigt sich besonders dann, wenn eine Situation schwierig wird.

Zum Beispiel:

  • bei kritischen Fragen
  • bei öffentlichem Widerspruch
  • unter Zeitdruck
  • bei persönlicher Betroffenheit
  • bei unvollständiger Kontrolle über das Gespräch

Dann wird sichtbar:

Wie stabil bleibt die Person?

Wie klar formuliert sie?

Wie geht sie mit Unsicherheit um?

Wie reagiert sie auf Druck?

 

 

 

Ruhe bedeutet nicht Emotionslosigkeit

 

Eine Person muss in einer solchen Situation kaum völlig entspannt wirken.

Das wäre möglicherweise sogar unglaubwürdig.

Ein ernstes Thema darf sich in Mimik und Stimme spiegeln.

Entscheidend ist eher:

Bleibt trotz Belastung ausreichend Klarheit und Handlungsfähigkeit erhalten?

 

 

 

Der Rahmen beeinflusst die Wahrnehmung

 

Auch das Interviewformat selbst spielt eine Rolle.

Ein Tisch.

zwei Journalisten.

ein Staatsoberhaupt.

kritische Fragen.

Großaufnahmen.

wenig Ablenkung.

Jede kleine Bewegung wird sichtbarer.

Eine Haltung, die in einem normalen Gespräch kaum auffallen würde, kann im Fernsehen erheblich stärker wirken.

 

 

 

Die Kamera vergrößert Signale

 

Vor der Kamera gilt:

Kleine Veränderungen werden groß.

Ein kurzer Blick nach unten.

ein tiefes Ausatmen.

eine Bewegung der Hände.

eine Pause.

All das bekommt durch Nahaufnahmen zusätzliche Bedeutung.

Das bedeutet allerdings erneut:

Sichtbarkeit ist nicht gleich Bedeutung.

Nur weil eine Bewegung deutlich zu sehen ist, kennen wir ihre Ursache noch nicht.

 

 

 

Welche Rolle spielen Erwartungen?

 

Menschen betrachten öffentliche Personen nicht neutral.

Sie bringen Erwartungen mit.

An einen Bundespräsidenten bestehen andere Erwartungen als an:

einen Unternehmer.

einen Wissenschaftler.

einen Schauspieler.

oder einen privaten Gesprächspartner.

Diese Erwartungen prägen die Wirkung.

Dasselbe Verhalten kann deshalb je nach Rolle vollkommen unterschiedlich bewertet werden.

 

 

 

Die Würde des Amtes als Erwartung

 

Beim Bundespräsidenten spielen symbolische Erwartungen eine besondere Rolle.

Das Amt soll repräsentieren.

integrieren.

Orientierung bieten.

Dadurch steigt auch die Erwartung an öffentliche Auftritte.

In einem Kriseninterview entsteht deshalb eine doppelte Aufgabe:

persönliche Fragen beantworten.

und gleichzeitig die Rolle des Amtes sichtbar tragen.

 

 

 

Warum Körperspracheanalysen schnell zu weit gehen

 

Öffentliche Auftritte laden zu schnellen Deutungen ein.

„Er schaut weg – also lügt er.“

„Sie verschränkt die Arme – also lehnt sie etwas ab.“

„Er berührt sein Gesicht – also ist er unsicher.“

Solche Aussagen klingen eindeutig.

Sie sind fachlich häufig kaum haltbar.

Eine einzelne Geste besitzt selten eine einzige eindeutige Bedeutung.

 

 

 

Was lässt sich sinnvoll analysieren?

 

Hilfreicher sind Fragen wie:

  • Welche Gesamtwirkung entsteht?
  • Welche Signale treten wiederholt auf?
  • Wann verändert sich das Verhalten?
  • Wie passt es zum Gesprächskontext?
  • Wie wirken Stimme, Sprache und Körper zusammen?
  • Welche Alternativerklärungen gibt es?

Damit wird aus Körpersprachebeobachtung weniger Gedankenlesen und stärker Wirkungsanalyse.

 

 

 

Was können Führungskräfte daraus lernen?

 

Auch wenn dieser Fall aus der Politik stammt, lassen sich einige kommunikative Prinzipien auf andere High-Stakes-Situationen übertragen.

Zum Beispiel:

  • Vorstandspräsentationen
  • Medieninterviews
  • Krisengespräche
  • Townhalls
  • kritische Mitarbeiterveranstaltungen
  • Verhandlungen

Je höher der Druck, desto wichtiger wird die Vorbereitung auf die Situation selbst.

 

 

1. Inhalt allein reicht nicht

 

Du kannst sachlich gute Antworten geben und trotzdem eine widersprüchliche Wirkung erzeugen.

Deshalb sollte Vorbereitung auch berücksichtigen:

  • Stimme
  • Tempo
  • Blick
  • Haltung
  • Pausen

 

2. Unter Druck wird Selbstregulation sichtbar

 

Stress verändert:

Atmung.

Stimme.

Sprechtempo.

Körperhaltung.

Aufmerksamkeit.

Wer solche Situationen vorbereitet, sollte deshalb kaum nur Antworten formulieren.

Auch der Umgang mit eigener Anspannung gehört dazu.

 

 

3. Schwierige Fragen sollten tatsächlich geprobt werden

 

Eine Liste möglicher Fragen zu lesen reicht wenig.

Hilfreicher ist eine realistische Simulation.

Jemand fragt kritisch.

hakt nach.

unterbricht.

stellt eine unangenehme Nachfrage.

Dann zeigt sich, ob die Vorbereitung trägt.

 

 

4. Weniger Rechtfertigung, mehr Klarheit

 

Unter Druck entsteht leicht der Wunsch, immer ausführlicher zu erklären.

Das kann die Wirkung schwächen.

Oft ist hilfreicher:

Frage verstehen.

direkt antworten.

kurz begründen.

Pause.

 

 

5. Körpersprache lässt sich weniger kontrollieren als Haltung

 

Wer während eines kritischen Interviews ständig denkt:

„Was mache ich mit meinen Händen?“

verliert Aufmerksamkeit.

Die bessere Vorbereitung beginnt tiefer.

Was ist meine Position?

Was weiß ich?

Was kann ich nicht beantworten?

Welche Verantwortung übernehme ich?

Welche Grenze setze ich?

Innere Klarheit unterstützt häufig auch eine ruhigere äußere Wirkung.

 

 

 

Rückblick auf Christian Wulffs Auftritt

 

Aus heutiger Sicht würde ich den damaligen Auftritt vorsichtiger interpretieren, als ich es in meiner ursprünglichen Analyse getan habe.

Ich würde kaum behaupten, einzelne Bewegungen würden eine bestimmte innere Haltung beweisen.

Was ich weiterhin interessant finde, ist die Gesamtwirkung.

Der Auftritt vermittelt über weite Strecken hohe Belastung und eine eher kompakte, kontrollierte körperliche Präsenz.

Das stand im Spannungsfeld mit den hohen Erwartungen an die repräsentative Rolle des Bundespräsidenten.

Ob und was Christian Wulff innerlich empfand, lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten.

 

 

 

Was danach geschah

 

Christian Wulff blieb nach dem Interview zunächst im Amt.

Am 17. Februar 2012 erklärte er seinen Rücktritt als Bundespräsident.

Der Rücktritt erfolgte nach weiteren Entwicklungen und wachsendem politischen und öffentlichen Druck.

Aus der späteren Entwicklung lässt sich jedoch rückwirkend kaum ableiten, dass bestimmte Gesten im Interview bereits etwas „verraten“ hätten.

Das wäre genau jene Überinterpretation, vor der eine seriöse Körperspracheanalyse schützen sollte.

 

 

 

Körpersprache ist kein Lügendetektor

 

Vielleicht ist das die wichtigste Ergänzung zu meiner damaligen Analyse.

Wer Körpersprache beobachtet, sollte bescheiden bleiben.

Wir sehen Verhalten.

Wir erleben Wirkung.

Wir kennen den Kontext teilweise.

Was wir nicht unmittelbar sehen:

Gedanken.

Motive.

Wahrheit.

innere Gewissheit.

Körpersprache kann Wirkung sichtbar machen. Sie erlaubt uns kaum, zuverlässig in einen Menschen hineinzuschauen.

 

 

 

Was gute Körperspracheanalyse leisten kann

 

Sie kann helfen zu verstehen:

  • wie ein Auftritt wirkt
  • wo verbale und nonverbale Signale unterschiedlich wahrgenommen werden
  • wie Stress die Wirkung verändert
  • welche Rolle Kontext spielt
  • wie Menschen ihre eigene Präsenz verbessern können

Das ist bereits sehr viel.

Dafür brauchen wir keine vermeintlichen Geheimcodes.

 

 

 

Was Führungskräfte für eigene Auftritte mitnehmen können

 

Vor einem kritischen Gespräch oder öffentlichen Auftritt lohnt sich deshalb weniger die Frage:

„Welche Körpersprache muss ich zeigen?“

Hilfreicher sind:

Was ist meine zentrale Botschaft?

Welche Verantwortung übernehme ich?

Welche Fragen werden schwierig?

Wie bleibe ich unter Druck klar?

Wie möchte ich wirken?

Passt mein Verhalten zu meiner Botschaft?

 

 

 

Der entscheidende Gedanke

 

Körpersprache beeinflusst die Wirkung eines Auftritts.

Gerade unter hohem Druck.

Doch sie ist keine geheime Sprache mit einem eindeutigen Wörterbuch.

Ein gesenkter Blick besitzt nicht automatisch eine bestimmte Bedeutung.

Verschränkte Arme beweisen keine Abwehr.

Unruhige Augen beweisen keine Unehrlichkeit.

Interessant ist das Gesamtbild.

Der Kontext.

Die Veränderung.

Und vor allem:

die Wirkung.

Beobachte Körpersprache aufmerksam. Interpretiere sie vorsichtig. Und unterscheide konsequent zwischen dem, was du siehst, und dem, was du nur vermutest.

 

 

 

Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags

 

Die ursprüngliche Fassung dieses Artikels entstand 2012 im Zusammenhang mit einer Anfrage von Spiegel Online zur Körpersprache Christian Wulffs in seinem Fernsehinterview.

Ich habe den Beitrag später überarbeitet und aus heutiger Sicht fachlich neu eingeordnet.

Der politische Inhalt steht dabei nicht im Mittelpunkt.

Mich interessiert an diesem Beispiel die kommunikative Wirkung eines Menschen in einer außergewöhnlich anspruchsvollen öffentlichen Situation.

Solche Auftritte zeigen besonders deutlich, wie eng Sprache, Stimme, Körpersprache, Rolle, Erwartungen und Verhalten unter Druck miteinander verbunden sind.

 

 

 

Körpersprache und Executive Presence in wichtigen Situationen

 

Wenn du selbst vor einem wichtigen Auftritt, einem kritischen Gespräch oder einer Präsentation mit hoher Tragweite stehst, können wir unmittelbar an deiner tatsächlichen Situation arbeiten.

Zum Beispiel bei:

  • Vorstands- und Geschäftsführungsmeetings
  • kritischen Präsentationen
  • Medienauftritten
  • schwierigen Gesprächen
  • öffentlichen Auftritten
  • Kommunikation unter Druck

Im persönlichen 1:1 betrachten wir je nach Situation:

  • Kernbotschaft
  • Argumentation
  • Stimme
  • Körpersprache
  • persönliche Präsenz
  • kritische Fragen
  • Umgang mit Druck
  • Gesamtwirkung

Dabei geht es weniger darum, Gesten einzustudieren.

Das Ziel ist eine stimmige, glaubwürdige und tragfähige Präsenz.

Online oder persönlich in Berlin.

P.S.​

 

Fragen, Sichtweise, …? ?

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