Grundlagen effektiver Kommunikation

Grundlagen effektiver Kommunikation

So lässt sich die Kommunikation verbessern.
Kommunikation

Grundlagen effektiver Kommunikation

 

So lässt sich die Kommunikation mit einfachen Mitteln verbessern.

Überblick

 

 

 

 

Grundlagen effektiver Kommunikation

 

Menschen kommunizieren auf die eine oder andere Weise, doch nicht jeder Menschen beherrscht die Fähigkeit der wirklich effektiven Kommunikation. Kommunikationsstörungen treten oft auf und führen dann zu einer Vielzahl zwischenmenschlicher Probleme, von verletzten Gefühlen und Wut bis hin zu Scheidung und sogar Gewalt.

 

 

 

 

Tipps

 

Kommunikation ist ein Prozess, bei dem es sowohl um das Senden von Botschaften als auch um das Empfangen von Botschaften geht. Das Scheitern einer effektiven Kommunikation kann auf ein Problem an einem oder beiden Enden des Prozesses zurückzuführen sein. Eine effektive Kommunikation lässt sich in der Regel erreichen, wenn die Beteiligten sich an einige Grundlagen halten. Doch gerade die werden häufig unterschätzt und missachtet.

Es folgen fünf einfache und grundlegende Tipps für die Kommunikation.

 

 

1. Aufmerksamkeit

 

Vergewissern Sie sich, dass Sie die Aufmerksamkeit Ihres Gesprächspartners haben, indem Sie einen angenehmen Blickkontakt herstellen und halten.

 

 

 

2. Kommen Sie auf den Punkt

 

Sagen Sie, was Sie meinen, und meinen Sie, was Sie sagen. Seien Sie direkt und ehrlich anstatt um den heißen Brei herum zu reden und spielen Sie keine Spielchen.

 

 

3. Klare Botschaften

 

Senden Sie möglichst klare Botschaften, die sowohl in verbaler als auch in nonverbaler Hinsicht kongruent sind. Um kongruent zu sein, achten Sie darauf, dass Ihr Tonfall und Ihre Lautstärke mit dem Inhalt der Botschaft übereinstimmen, die Sie senden. Sobald Sie meinen, was Sie sagen, wird das mit höherer Wahrscheinlichkeit der Fall sein. Wenn Sie sich freuen, sehen Sie glücklich aus und klingen Sie glücklich und wenn Sie verärgert sind, sehen Sie verärgert aus und klingen Sie verärgert.

 

 

4. Fragen statt hellsehen

Bitten Sie um Rückmeldung, um sicherzustellen, dass die Botschaft, die Sie gesendet haben, so empfangen wurde, wie sie gemeint war. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie die Nachricht verstanden haben, stellen Sie Fragen und bitten Sie um Klärung. Schließlich solltest du das Gehörte umschreiben, damit der Absender sicher sein kann, dass Sie es richtig verstanden haben.

 

 

5. Zuhören

 

Effektive rezeptive Kommunikation basiert auf gutem Zuhören. Schauen Sie Gesprächspartnern an, während diese sprechen und halten Sie Augenkontakt. Nicken Sie, lächeln Sie oder machen Sie gelegentlich bestätigende Äußerungen oder andere Reaktionen, die Absendern zeigen, dass Sie ihnen zuhören. Warten Sie, bis die Person einen Gedanken zu Ende gebracht hat, ohne sie zu unterbrechen, um Ihre eigenen Ideen zu äußern.

 

 

 

Fazit

 

Wenn Sie diese einfachen Empfehlungen befolgen, können Sie Ihre Kommunikationsfähigkeiten erheblich verbessern, ein besseres Verständnis in Ihren Beziehungen fördern und alle Beteiligten werden davon profitieren.

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

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Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie lässt sich mit einfachen Mitteln die Kommunikation pflegen?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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1. Regel der Rhetorik: Beginnen wir bei den Grundlagen der Rhetorik

1. Regel der Rhetorik: Beginnen wir bei den Grundlagen der Rhetorik

Ich hatte einen ansonsten geschätzten Kollegen, der pflegte die Angewohnheit sich regelmäßig alle 15 Minuten zu äußern. Und das weitgehend unabhängig vom Thema und der Relevanz des persönlichen Beitrags dazu. Er hatte irgendwo in einem Karriereführer gelesen das wäre gut, um voran zu kommen. Das widerspricht leider den Grundlagen der Rhetorik.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 5. Juli 2019
AN: #7670
K:
Ü: B

Diese 20+ Gesprächstipps lassen dich ohne Unterbrechungen ausreden!

Mit diesen 20+ Gesprächstipps lassen dich ausreden. Schluss mit Unterbrechungen!

Manche Menschen werden besonders oft unterbrochen, andere selten
Manche Menschen werden besonders oft unterbrochen

So kannst du in Gesprächen ausreden

 

Was sind das nur für Leute, die einen nicht ausreden lassen? In einem guten Gespräch kommt jeder zum Zuge. Jeder darf ausreden und lässt den anderen zu Wort kommen. Doch, wieso werden manche Menschen besonders häufig unterbrochen und was lässt sich dagegen tun? Diese Tipps helfen dir, in Gesprächen zu Wort zu kommen, ohne unterbrochen zu werden.

Überblick

Jeder darf mal

 

In einem guten Gespräch kommt jeder zum Zuge. Jeder Teilnehmer darf ausreden und lässt die anderen zu Wort kommen. Jeder relevante Beitrag hat es verdient, gehört zu werden. Anderen Menschen ins Wort zu fallen, ist nicht sehr höflich. Und doch geschieht es so oft.
 Zugegeben; im Eifer des Gefechts ist es mitunter auch nicht so einfach, sich zurückzuhalten. Die Körperchemie kocht gerne ihr eigenes Süppchen.

Manche Menschen unterbrechen andere und manche Menschen werden häufiger unterbrochen. Was sind das nur für Leute, die einen nicht ausreden lassen? Die Gründe für das Unterbrechen mögen schlechte Kinderstube, Überlegenheitsgefühle, soziale und kommunikative Defizite sein. 
Viele Menschen haben niemals gelernt, gute Zuhörer zu sein. Doch woran liegt es, dass manche Personen besonders häufig unterbrochen werden? In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ausreden können.

 

 

 

Lösungsversuche: Was tun?

 

Es gelingt nicht jedem gleichermaßen gut auszureden. Wir leben in einer Kultur, in der es an der Tagesordnung ist andere Menschen zu unterbrechen und in vielen Situationen wird das auch geduldet. Viele machen keine Pause beim Reden, weil befürchtet wird nicht den wesentlichen Punkt zu erreichen.
 Das macht nicht entspannter, sondern atemlos.
 Um dem entgegenzuwirken, behalten viele ihre Stimme am Satzende oben und vermeiden Pausen. Nur keinen Ansatzpunkt bieten und
 wenig Raum für eine Blutgrätsche liefern. Allerdings hat die gute Absicht auch Nachteile.
 Wer deswegen ständig am Ende des Satzes mit der Stimme oben bleibt, lange Sätze macht und Pausen vermeidet, wirkt dadurch nicht gerade souverän, sondern ängstlich. Aussagen klingen dann eher wie Fragen. All das schadet dem Selbstmarketing, dem Eindruck, den wir auf andere Menschen machen.

Einige Menschen können trotz Unterbrechungsversuche beharrlich weiterreden, beweisen einen langen Atem und die besseren Nerven. 
Selbst, wenn diese Vorgehensweise mitunter funktioniert, hat sie ihre Grenzen. 
Es wirkt nicht sehr sympathisch und echte Gespräche werden erschwert. Besser; bei besonders einnehmenden Zeitgenossen die wiederholte Unterbrechung ansprechen und die Regeln für die weitere Kommunikation klären.

 

 

 

20 Gesprächstipps: So können Sie ausreden

 

Sie müssen das Einschreiten in Ihr Gespräch nicht stillschweigend hinnehmen. Schließlich sollte in einem Unternehmen ein professioneller Umgang untereinander möglich sein. Diese Tipps können Ihnen dabei helfen, sich souverän gegen eine Gesprächsunterbrechung zu wehren oder diese sogar gänzlich zu verhindern.

 

 

 

1. Vorsorge ist besser als Nachsorge

 

Empfehlenswert: Es lohnt sich schon im Vorfeld durch das gesamte Auftreten möglichen Unterbrechungen zu begegnen. 
Ein souveräner Auftritt reduziert die Wahrscheinlichkeit von Angriffen.
 Wer deutlich macht sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen, bietet sich nicht so bereitwillig als Opfer an.
 Wer sich hingegen leicht aus dem Konzept bringen lässt, lädt zu weiteren Unterbrechungen ein.
 Also immer schön das Große und Ganze im Auge behalten!

 

 

 

2. Relevante Beiträge

 

Wer erst den Ruf hat, die Zeit anderer Menschen mit unwichtigen Beiträgen zu vergeuden, der wird aus nachvollziehbaren Gründen häufiger unterbrochen. Deswegen ist es besser lieber nichts zu sagen als etwas Unwichtiges. Wenn Sie das beherzigen, erwerben Sie den Ruf einer Person, die weiß, worauf es ankommt und Sie bekommen die verdiente Aufmerksamkeit.

 

 

 

3. Machen Sie es Zuhörern leichter

 

Es gibt Menschen, die etwas beizutragen haben, denen es allerdings nicht gelingt, das auch entsprechend zu vermitteln. Machen Sie es Zuhörern leichter die Bedeutung Ihrer Botschaft zu verstehen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Botschaft auch verstanden wird. Konzentrieren Sie sich auf klare und überzeugende Kommunikation. Das beinhaltet eine klare Redestruktur, selbst für kurze Redebeiträge. Unterstützen Sie Ihre Botschaft verbal und nonverbal. Denken Sie also auch an die Körpersprache. Redner mit einer guten unterstützenden Gestik formulieren meist klarere Gedanken in kürzeren und deutlicher betonten Sätzen. Klebt das Publikum an Ihren Lippen, hat es kaum einen Grund, Sie zu unterbrechen.

 

 

 

4. Brunftzeit

 

Unterbrechungen sind eine Option, um in zwischenmenschlichen Situationen Macht zu demonstrieren. Jemandem ins Wort zu fallen, ist möglicherweise der Versuch, Dominanz zu vermitteln. Manche Gespräche erinnern deshalb an Kämpfe um den Status als Platzhirsch. Das mag in der freien Natur bei Hirschen nett anzuschauen sein, ist aber in der Regel nicht gut für den eigenen Ruf. Entsprechend gilt es, sich souverän von solchen Spielereien zu distanzieren, ohne sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Zähne zeigen und lächeln!

Wenn Sie in einen solchen Machtkampf verwickelt werden sollen, setzen Sie lieber auf die Hinweise in diesem Artikel.

 

 

 

5. Die eigenen Ziele und Prioritäten kennen

 

Wenn Sie Ihre Ziele und Prioritäten präsent haben, ist es leichter den roten Faden zu behalten und sich nicht ablenken zu lassen. So zeigen Sie, dass Sie sich trotz Unterbrechungsversuchen nicht vom Weg abbringen lassen. Das lässt solche Versuche nutzlos werden.

 

 

 

6. Bleiben Sie konzentriert

 

Ein Gespräch zu unterbrechen funktioniert in der Regel nur deshalb so gut, weil die beiden Gesprächspartner aus ihren Gedanken gerissen werden. Es wird also nicht nur das Gespräch, sondern vor allem auch die Konzentration unterbrochen. Dem Unterbrecher kommt dann die volle Aufmerksamkeit zu, er hat sein Ziel erreicht. Verhindern können Sie dieses Verhalten ﹣ auch für zukünftige Situationen ﹣ indem Sie sich nicht auf die Ablenkung einlassen. Ohne die entsprechende Aufmerksamkeit geht auch der Anreiz verloren, sich in fremde Gespräche einzumischen.

 

 

 

7. Halten Sie den geeigneten Augenkontakt

 

Ebenfalls eine gute Strategie, um eine Unterbrechung zu verhindern, bevor diese überhaupt passieren kann, ist der ständige Blickkontakt. Einige Kollegen warten auf den richtigen Zeitpunkt, um ihre Meinung zu äußern und damit in ein fremdes Gespräch einzusteigen. Durch ständigen Augenkontakt schaffen Sie jedoch eine Gesprächssituation, die deutlich signalisiert, dass kein Platz für die Einwände einer weiteren Person vorhanden ist.

Für chronische Unterbrecher lässt sich das Machtanstarren verwenden. Machtanstarren bedeutet jemanden länger anzuschauen als üblich. Unbeirrt längere Zeit jemanden anzustarren bedeutet einen höheren Status zu beanspruchen. Es signalisiert, dass Sie sich nicht die Kontrolle aus der Hand nehmen lassen. Allerdings wirkt das auch aggressiv und wenig vertrauenerweckend auf Beobachter.

Seien Sie vorsichtig mit Augenkontakt, der als Aufforderung gewertet werden könnte zu kommentieren und Sie zu unterbrechen.

 

 

 

8. Sprechen Sie das Verhalten an

 

Häufiges und aggressives Unterbrechen deutet auf fehlenden Respekt hin und stört. Sollte Sie jemand dennoch unterbrechen oder Ihnen sogar ins Wort fallen, bleiben Sie so freundlich wie möglich und konfrontieren Sie ihn direkt mit seinem Verhalten. Es ist durchaus legitim zu sagen „Sie haben mich gerade unterbrochen, lassen Sie mich diesen Punkt bitte noch ausführen.“ So machen Sie darauf aufmerksam, dass Sie mit dem Verhalten nicht einverstanden sind. Sie zeigen damit auch, dass Sie in der Lage sind, sich durchzusetzen.

9. Bieten Sie von sich aus Raum für andere

 

Ohne Zwang anderen Menschen Raum einzuräumen,  vermittelt Respekt und Souveränität, es erhöht den Status.

 

 

 

10. Körpersprache

 

Der effektive Einsatz von Körpersprache hat einen wesentlichen Anteil an der Kommunikation. Die Körpersprache signalisiert, was wir wirklich denken. Sie verrät auch, was wir so nicht aussprechen wollen. Wir signalisieren, wo wir uns selbst im Statusspiel einordnen. Zu hoch eingeordnet wirken wir leicht unsympathisch und fordern so zu Angriffen auf, zu niedrig eingeordnet wollen andere ihren Statusvorteil ausbauen. Siehe Brunftzeit!

Setzen Sie unterstützende Körpersprache ein, die Ihre Position stärkt. Setzen Sie auf angemessene und großzügigere Gesten und, wenn erforderlich, mit Bedacht sogenannte Power-Posen.

 

 

 

11. Überhören Sie die Unterbrechung

 

Zugegeben, es ist nicht gerade die feinste Art, um mit einer Unterbrechung umzugehen. Doch bei manch einem penetranten Störer, der bereits dafür bekannt ist, sich in Gespräche einzumischen, kann es effektiv sein. Gehen Sie einfach über die Zwischenrufe des Kollegen hinweg und führen Sie das Gespräch selbstbewusst weiter. Hierbei hilft es, wenn Ihr Gesprächspartner die Unterbrechung ebenfalls ignoriert.

 

 

 

12. Suchen Sie anschließend den Dialog

 

Ziehen Sie in Betracht, dass viele chronische Unterbrecher nicht wissen, dass sie chronische Unterbrecher sind oder die Auswirkungen unterschätzen. Ihre Beziehung zum Unterbrecher hat Einfluss auf die Art der Reaktion. Wenn es möglich und sinnvoll ist, dann führen Sie ein grundsätzliches Gespräch über die zukünftige Kommunikation.

Der beste Zeitpunkt für ein klärendes Gespräch mit dem Unterbrecher ist erst einige Zeit später, wenn der erste Ärger ausreichend verraucht ist und Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können. Bitten Sie den Unterbrecher zu einem Gespräch unter vier Augen und sprechen Sie an, wie Sie das Verhalten wahrgenommen haben. Erwähnen Sie dabei ruhig, dass Sie die Unterbrechung als respektlos empfunden haben und in Zukunft ein anderes Verhalten erwarten.

Tipp: 
In Rollenspielen lässt sich das sehr gut üben.

 

 

 

13. Vorsicht mit Pausen

 

Seien Sie vorsichtig mit Pausen, denn sie ermöglichen anderen sie zu unterbrechen. Viele Menschen interpretieren Pausen als Einladungen, nun sprechen zu dürfen. Entsprechende Vorsicht hat allerdings auch den Nachteil, dass Sie möglicherweise auf die Wirkung dramatischer Pausen verzichten. Wer ständig bemüht ist, keine Pausen zu machen wirkt gehetzt und unsicher. Das reduziert den eigenen Status und wer so etwas praktiziert, der wirkt nicht mehr so kompetent.

 

 

 

14. Missverständliche Signale

 

Seien Sie vorsichtig, mit missverständlichen Signalen, die als Einladung verstanden werden könnten Sie zu unterbrechen. Vermeiden Sie folgenden Signale:

 

  • Eine zu einladende offene Körpersprache
  • Anheben der Augenbrauen
  • Unterwürfige Körpersprache
  • Langsamer sprechen
  • Leiser sprechen

 

 

 

15. Zustandsmanagement: In der Mitte bleiben

 

Unterbrechungen können schon sehr unverschämt sein, doch ausufernde Verärgerung und Wutausbrüche sind selten empfehlenswerte Reaktionen. Natürlich können Sie sich über eine Unterbrechung aufregen, dem unfreundlichen Zeitgenossen ordentlich die Meinung geigen und anschließend das Gespräch, noch immer vor Wut schnaubend, weiterführen. Ein solches Verhalten stellt Sie jedoch eher auf eine Stufe mit dem Unterbrecher und macht auch auf Ihre Gesprächspartner nicht den Eindruck, den Sie hinterlassen wollen.

 

 

 

16. Unterbrechen Sie Unterbrecher

 

In äußerst seltenen Fällen kann es helfen, chronische Unterbrecher zu unterbrechen. Das liefert Ihnen möglicherweise einen besseren Ausgangspunkt für klärende Gespräche. Für Ihr Ansehen ist das allerdings ein Risiko. Beobachter könnten Ihr Verhalten für bedenklich halten und Ihnen schlechten Kommunikationsstil unterstellen.

 

 

 

17. Schneller reden

 

Wenn Sie etwas schneller reden wird es schwerer Sie zu unterbrechen. Die Schattenseite ist, dass es schwerer für Zuhörer wird Ihnen zu folgen. Außerdem wirkt gehetztes Reden weniger souverän.

 

 

 

18. Lauter reden

 

Steigern Sie die Lautstärke, in der Sie reden, wenn jemand versucht Sie zu unterbrechen. So gut das funktioniert, so unangenehm kann es für das Publikum sein. Es wirkt tendenziell aggressiver. Obendrein reduziert ein ständig intensiverer Stimmeinsatz die Vielfalt der stimmlichen Möglichkeiten. Eine abwechslungsreiche Stimme ist deutlich angenehmer und wirkungsvoller.

 

 

 

19. Tiefere Stimme

 

Achten Sie darauf, im Eifer des Gefechts, nicht eine immer höher werdende Stimme zu entwickeln. Stress sorgt tendenziell für eine höhere Stimme und die wirkt weniger kompetent und kraftvoll. Passen Sie auf, dass Ihre Stimme nicht am Ende des Satzes oben bleibt. Geht Ihre Stimme am Ende des Satzes nicht nach unten, dann wirkt das Gesagte eher wie eine Frage als ein Statement. Das erhöht unter anderem die Wahrscheinlichkeit von Unterbrechungen.

 

 

 

20. Üben, üben, üben

 

Die Kommunikationskompetenz zu verbessern, erfordert ständiges Üben. Dabei können Sie übrigens auch von Experten profitieren, die Sie coachen und trainieren.

 

 

 

Weshalb Menschen andere Menschen unterbrechen

 

Es ist hilfreich zu verstehen, welche Motivation hinter der schlechten Gewohnheit steckt, andere Menschen zu unterbrechen. Hier sind ein paar weitverbreitete Gründe für Unterbrechungen:

  • Begeisterung
    Jemand ist aufgeregt oder brennt leidenschaftlich für das aktuelle Thema, was das Warten auf die passende Gelegenheit erschweren kann.
  • Mangel an Selbstbewusstsein
    Manche Menschen wissen einfach nicht, dass sie andere unterbrechen oder dass es ein schlechtes Verhalten ist. Sie sind möglicherweise so mit Ihrer eigenen Unsicherheit beschäftigt, dass sie es nicht mitbekommen.
  • Angst zu vergessen
    Anstatt aktiv zuzuhören, scheint es wichtig, jetzt eine Idee zu liefern.
  • Ego
    Der starke Wunsch, sich als Experte oder Entscheider eines behandelten Themas zu beweisen.
  • Wunsch nach Zugehörigkeit
    Jemand möchten ein Teil der Konversation sein, aber es gibt keine Unterbrechungen in der Konversation.
  • Kooperative Unterbrechung
    Der Grund für das Unterbrechen kann eine gute Absicht sein. Zum Beispiel ist es ein Versuch, sich auf die sprechende Person zu beziehen; durch positive Aussagen oder durch das Teilen von Perspektiven.
  • Wettbewerb
    Es kann der Versuch sein, das Thema zu wechseln, um die eigene Agenda zu unterstützen oder die Aufmerksamkeit des Publikums zu erlangen.
  • Geschlecht (Manterrupting)
    Männer unterbrechen Frauen viel häufiger als andere Männer. Das ist heute weniger als vor vielen Jahren, aber es ist immer noch Realität.
  • Umfeld / Kultur
    In manchem Kontext ist das Phänomen der Unterbrechung eine übliche Erfahrung, die nicht hinterfragt wird. Wenn auch alle anderen unterbrechen, scheint es normal und in Ordnung zu sein.

 

 

 

Manterupting: Werden Frauen häufiger von Männern unterbrochen?

 

 

In einem Interview mit dem Radiosender SWR 3 ging es darum, dass Frauen in Gesprächen häufiger von Männern unterbrochen werden als andersherum. Der Beitrag mit mir ist noch eine Weile im Archiv zu finden.

Gibt es das sogenannte Manterrupting tatsächlich und wenn ja, 1.) weshalb und 2.) was tun?

 

Umfrageergebnis

 

Männer unterbrechen Frauen häufiger als andersherum

%

Stimmt

%

Stimmt nicht

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n=559)

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
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→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie sorgst du dafür auszureden?

Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug ist, ist auch nicht menschlich genug. Joseph Joubert

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Gesprächspausen: Warum Stille Gespräche besser machen kann

Gesprächspausen schaffen Raum für Denken, Zuhören und klare Entscheidungen. Erfahre, wie du Stille souverän in Gesprächen und Verhandlungen nutzt.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 15. Juni 2015
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #433656

Fanatismus schadet, weil der Zweck nicht die Mittel heiligt

Fanatismus schadet, weil der Zweck nicht die Mittel heiligt

Fanatiker sind keine Helden
Wenn bei Fanatikern der Zweck die Mittel heiligen soll

Fanatismus

 

Ein Fanatiker ist kein Held, sondern jemand, der oft mit hohen Werten startet, diese Werte dann vergisst und dafür umso rücksichtsloser weiterkämpft. Wer von einer Sache überzeugt ist, braucht keine Gewalt, sondern eine deutliche Stimme.

Video

https://youtu.be/vamN4YakeG4

Fanatiker sind keine Helden

 

Ein Fanatiker ist jemand, der oft mit hohen Werten startet, dann, im ausufernden Eifer die Bedeutung dieser Werte vergisst und dafür umso rücksichtsloser weiterkämpft. Umso vehementer wird mit Scheuklappen der eingeschlagene Weg beschritten. Es wirkt die Überzeugung, der Zweck heilige jegliche Mittel. Dabei wird dann nicht nur respektlos immenser Schaden angerichtet, sondern es werden auch oft noch die ursprünglich zu schützenden Werte in den Dreck gezogen.

 

 

 

Fanatismus hat viele Formen

 

Fanatismus taucht immer wieder in vielerlei Formen auf. Allerlei Ideologien bauen darauf auf. Manche reformieren sich mit der Zeit. Doch das erfordert mutige Persönlichkeiten, wie beispielsweise Martin Luther. Um sich aus den dunklen Zeiten und Missbräuchen mitunter guter Ideen zu verabschieden, braucht es Menschen, die infrage stellen, was in Stein gemeißelt scheint. Fanatismus hat viele Formen und Reformation wird bekämpft. Offene und versteckte Interessen kämpfen gegen Veränderungen. Diejenigen, die vom Status Quo profitieren oder sich einen zukünftigen Vorteil erhoffen, sind bereit dafür schlimme Dinge zu tun.

 

Es ist die Pflicht eines jeden Katholiken, Ketzer zu verfolgen.

Papst Gregor IX (ca. 1167–1241)

 

O, die ihr glaubt, kämpft gegen diejenigen, die in eurer Nähe sind von den Ungläubigen!
Sie sollen in euch Härte vorfinden.

Sure 9, 123

 

 

 

 

Fanatiker meiden das Nachdenken

 

Damit sie nicht vom rechten Glauben abkommen, betrügen sie auch sich selbst. Oft glauben Fanatiker, dass sie das Zeug zum Helden haben und wollen daher auf keinen Fall der Realität ins Auge schauen. Fanatiker bekämpfen schon zarteste Ansätze zur Reformation. Deshalb sind auch klärende Gespräche mit fanatischen Menschen schwierig und mit echten Fanatikern so gut wie unmöglich. Während an Wachstum und Entwicklung interessierte Menschen auch Zweifel zulassen, ja ihn sogar suchen, bekämpfen Fanatiker krampfhaft die Versuchung in unerwünschte Richtungen zu denken. Wenn der verteidigte Gedanke tatsächlich Substanz und Bestand hat, würde eine Auseinandersetzung ihn sogar kräftigen. Doch wird ein Mangel befürchtet, werden Scheuklappen gewählt und wenn die nicht genügen sogar offene Aggressionen.

 

 

 

Kommunikation mit Fanatikern?

 

Wie beschrieben lohnt sich die inhaltliche Diskussion mit Fanatikern nicht, falls es darum gehen soll, sie zu überzeugen. Das ist ja per Definition keine realistische Option. Wer in eine solche Situation kommt, kann zuhören, um die Beweggründe zu erfahren. Das eigene Zustandsmanagement wird dabei oft auf eine harte Probe gestellt. Leicht werden respektlose Gesprächspartner zu Gegnern und der Ton auf beiden Seiten rauer. Wer dann aus der Haut fährt, verletzt selbst grundlegende Werte. So oder so; der Zweck heiligt nicht die Mittel. Wenn es ohnehin unwahrscheinlich ist sich anzunähern beziehungsweise die Positionen zumindest zu überprüfen, dann kann es nur noch darum gehen das Umfeld zu überzeugen. Und das gelingt am besten, indem Sie sich und Ihren Werten treu bleiben, anstatt es Fanatikern gleichzutun.

P.S.

 

Wie gehen Sie mit Fanatikern um?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

Integrität zeigt sich dort, wo Werte etwas kosten. Erfahre, was Integrität bedeutet und wie du Entscheidungen triffst, die zu deiner Haltung passen.

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Der Zweck heiligt nicht automatisch die Mittel. Karsten Noack

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. November 2016
Überarbeitung: 28. Juli 2019
AN: #7670
K: CNA
Ü:

Recht haben oder freundlich sein? Klug mit Streit umgehen

Recht haben oder freundlich sein? Wie du Konflikte klärst, ohne dich zu verbiegen

Recht haben oder freundlich sein? Konflikte souverän klären
Recht behalten oder freundlich sein?

Recht haben oder freundlich sein? Wie du Konflikte klärst, ohne dich zu verbiegen

 

Möchtest du recht haben?

Oder möchtest du etwas erreichen?

Diese beiden Ziele können zusammenpassen.

Sie müssen es weniger.

Manchmal ist es wichtig, einer Sache deutlich zu widersprechen.

Manchmal lohnt es sich, auf einer korrekten Information zu bestehen.

Und manchmal merken wir mitten in einer Diskussion:

Es geht längst weniger um die Sache.

Es geht darum, wer gewinnt.

 

 

 

Recht haben und Recht behalten sind zwei verschiedene Dinge

 

Du kannst sachlich recht haben.

Und trotzdem ein Gespräch verlieren.

Du kannst ein hervorragendes Argument besitzen.

Und trotzdem Vertrauen beschädigen.

Umgekehrt kannst du freundlich bleiben und gleichzeitig einen wichtigen Fehler stehen lassen.

Deshalb lautet die entscheidende Frage weniger: Recht oder Freundlichkeit?

Sie lautet:

Was braucht diese Situation?

 

 

 

Wann ist es wichtig, auf einer Sache zu bestehen?

 

Zum Beispiel wenn:

  • Sicherheit betroffen ist
  • eine wichtige Entscheidung auf falschen Informationen beruht
  • rechtliche oder wirtschaftliche Folgen entstehen
  • Grenzen überschritten werden
  • Verantwortung verschoben wird

Dann kann Schweigen die schlechtere Lösung sein.

 

 

 

Freundlichkeit bedeutet weniger Nachgeben

 

Das wird häufig verwechselt.

Du kannst freundlich sagen:

„Ich sehe das anders.“

Du kannst freundlich sagen:

„Diese Zahl stimmt weniger.“

Du kannst freundlich sagen:

„Damit bin ich weniger einverstanden.“

Freundlichkeit beschreibt den Umgang.

Sie entscheidet weniger über deine Position.

 

 

 

Eine klare Position kann respektvoll sein

 

Zum Beispiel:

„Ich verstehe dein Argument. In diesem Punkt komme ich zu einem anderen Ergebnis.“

Oder:

„Wir bewerten das unterschiedlich. Meine Entscheidung bleibt trotzdem bestehen.“

Das ist weder aggressiv noch nachgiebig.

Es ist klar.

 

 

 

Warum wollen wir überhaupt recht behalten?

 

Dafür gibt es viele mögliche Gründe.

Zum Beispiel:

  • wir möchten einen Fehler verhindern
  • wir fühlen uns missverstanden
  • wir möchten Anerkennung
  • wir fühlen uns angegriffen
  • wir erleben Widerspruch als Statusverlust

Deshalb lohnt sich im Konflikt eine zweite Frage:

Was verteidige ich gerade eigentlich?

 

 

 

Die Sache oder mein Selbstbild?

 

Manchmal diskutieren wir über ein Thema.

Und unbemerkt wird daraus:

„Wenn ich hier nachgebe, verliere ich.“

Dann verändert sich die Qualität des Gesprächs.

Es geht weniger um Erkenntnis.

Es geht um Position.

 

 

 

Rechthaben kann zum Statuskampf werden

 

Das zeigt sich zum Beispiel, wenn:

  • jede Gegenposition als Angriff erlebt wird
  • kleine Ungenauigkeiten sofort korrigiert werden
  • das letzte Wort besonders wichtig wird
  • ein Zugeständnis wie Niederlage wirkt

Dann lohnt sich:

„Was würde tatsächlich verloren gehen, wenn ich hier sage: Du hast recht?“

 

 

 

Intellektuelle Bescheidenheit

 

Ein hilfreicher Begriff dafür ist intellektuelle Bescheidenheit.

Gemeint ist weniger:

„Ich weiß nichts.“

Sondern:

„Ich habe gute Gründe für meine Position und könnte trotzdem etwas übersehen.“

Das ist keine Schwäche.

Es verbessert die Qualität von Gesprächen.

 

 

 

Eine starke Position braucht Korrekturfähigkeit

 

Du kannst sagen:

„Nach allem, was ich weiß, ist das die beste Lösung.“

Und gleichzeitig:

„Wenn du bessere Informationen hast, möchte ich sie hören.“

Beides passt zusammen.

 

 

 

Was die Forschung über Konflikte zeigt

 

Untersuchungen zu intellektueller Bescheidenheit zeigen:

Menschen, die stärker akzeptieren können, dass die eigenen Überzeugungen begrenzt oder korrigierbar sind, reagieren in Konflikten häufiger konstruktiv und seltener destruktiv.

Das gilt sowohl in privaten Beziehungen als auch im Arbeitskontext.

 

 

 

Recht haben ist weniger dasselbe wie verstanden werden

 

Vielleicht präsentierst du ein hervorragendes Argument.

Dein Gegenüber erlebt jedoch:

„Du willst mich nur widerlegen.“

Dann erreicht die Information die andere Person möglicherweise weniger.

Wirkung und sachliche Richtigkeit sind zwei verschiedene Ebenen.

 

 

 

Ein gutes Argument kann schlecht vermittelt werden

 

Zum Beispiel:

„Das ist Unsinn.“

Vielleicht ist die Aussage sachlich tatsächlich falsch.

Doch diese Formulierung erhöht häufig die Verteidigungsbereitschaft.

Hilfreicher könnte sein:

„Ich komme bei diesem Punkt zu einem anderen Ergebnis. Lass uns die Annahmen vergleichen.“

 

 

 

Direktheit kann sehr hilfreich sein

 

Freundlichkeit bedeutet weniger, jedes Problem weichzuzeichnen.

Bei wichtigen veränderbaren Problemen kann direkte Kommunikation sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

„Dieses Verhalten belastet unsere Zusammenarbeit. Ich möchte, dass wir es verändern.“

Das ist deutlich.

Und respektvoll.

 

 

 

Manchmal ist Harmonie weniger hilfreich

 

Wer Konflikte ausschließlich vermeiden möchte, kann wichtige Probleme verschleppen.

Zum Beispiel:

  • schlechtes Verhalten
  • unklare Verantwortung
  • falsche Entscheidungen
  • wiederkehrende Grenzüberschreitungen

Eine angenehme Atmosphäre ist weniger immer ein Zeichen für eine gute Beziehung.

 

 

 

Konfliktfähigkeit braucht Widerspruch

 

Eine gute Beziehung oder Zusammenarbeit hält weniger nur Zustimmung aus.

Sie sollte auch Raum haben für:

„Nein.“

„Das sehe ich anders.“

„Damit bin ich weniger einverstanden.“

 

 

 

Und wann lohnt es sich weniger, weiterzudiskutieren?

 

Zum Beispiel wenn:

  • das Thema kaum Bedeutung hat
  • die Positionen bereits vollständig ausgetauscht sind
  • keine Entscheidung davon abhängt
  • das Gespräch nur noch Wiederholungen produziert

Dann kann die klügere Entscheidung lauten:

„Wir sehen das unterschiedlich.“

 

 

 

Nicht jeder Unterschied braucht einen Sieger

 

Menschen können verschiedene:

  • Geschmäcker
  • Werte
  • Prioritäten
  • Einschätzungen

haben.

Manche Unterschiede lassen sich weniger endgültig auflösen.

 

 

 

Eine wichtige Frage: Ist das überhaupt eine Tatsachenfrage?

 

Manche Diskussionen wirken sachlich, sind jedoch Wertfragen.

Zum Beispiel:

„Welcher Lebensstil ist besser?“

„Was ist eine gute Führungskraft?“

„Was ist wichtiger: Sicherheit oder Freiheit?“

Dafür gibt es weniger immer eine objektiv richtige Antwort.

 

 

 

Fakten, Bewertungen und Präferenzen unterscheiden

 

Das kann Konflikte erheblich vereinfachen.

Frag:

Reden wir gerade über eine überprüfbare Tatsache?

Über eine Bewertung?

Oder über eine persönliche Präferenz?

 

 

 

Bei Fakten lohnt sich Überprüfung

 

Zum Beispiel:

„Wie hoch war der Umsatz tatsächlich?“

Dann helfen:

  • Daten
  • Quellen
  • Dokumente

Weniger rhetorische Dominanz.

 

 

 

Bei Bewertungen braucht es Kriterien

 

Zum Beispiel:

„Welche der beiden Strategien ist besser?“

Dann lautet die nächste Frage:

Nach welchen Kriterien?

 

 

 

Bei Präferenzen darf Unterschied bestehen bleiben

 

Zum Beispiel:

„Ich finde diese Gestaltung schöner.“

Da hilft wenig:

„Nein, meine ist objektiv besser.“

 

 

 

Der Wunsch nach dem letzten Wort

 

Manche Diskussionen laufen weiter, obwohl alles gesagt wurde.

Warum?

Weil beide Seiten weniger die offene Frage klären.

Sie möchten das Gespräch gewinnen.

Ein hilfreicher Test:

„Wenn mein Gegenüber jetzt nichts mehr sagt – wäre ich zufrieden?“

Wenn ja, geht es möglicherweise stärker um Sieg als um Erkenntnis.

 

 

 

Rechthaberei

 

Umgangssprachlich sprechen wir von Rechthaberei, wenn jemand immer wieder darauf besteht, recht zu haben.

Der entscheidende Punkt ist weniger, dass dieser Mensch tatsächlich häufig recht hat.

Problematisch wird:

Das Bedürfnis nach Bestätigung dominiert die Beziehung oder das Gespräch.

 

 

 

Rechthaberei kann Beziehungen teuer machen

 

Vielleicht gewinnst du die Diskussion.

Und verlierst:

  • Kooperation
  • Offenheit
  • Vertrauen
  • Einfluss

Dann war der Sieg möglicherweise weniger wert, als er sich im Moment angefühlt hat.

 

 

 

„Willst du recht haben oder glücklich sein?“

 

Dieser bekannte Satz ist eingängig.

Und zu einfach.

Manchmal hängt Glück gerade davon ab, dass du:

  • eine Grenze vertrittst
  • einer falschen Behauptung widersprichst
  • Ungerechtigkeit ansprichst

Die bessere Frage lautet:

„Ist dieser Konflikt wichtig genug, und führe ich ihn auf eine Weise, die meinem Ziel dient?“

 

 

 

Freundlichkeit darf weniger Selbstverleugnung werden

 

Manche Menschen geben zu schnell nach, weil sie:

  • Konflikte vermeiden
  • gemocht werden möchten
  • Harmonie erhalten wollen

Dann ist die Entwicklungsaufgabe weniger:

„Werde freundlicher.“

Sondern:

„Vertrete deine Position klarer.“

 

 

 

Andere brauchen die gegenteilige Entwicklung

 

Sie vertreten ihre Position bereits sehr klar.

Vielleicht sogar brillant.

Doch sie lassen wenig Raum für:

  • Widerspruch
  • Korrektur
  • Beziehung

Dann lautet die Entwicklungsaufgabe:

„Du musst weniger jeden Punkt gewinnen.“

 

 

 

Was ist dein Muster?

 

Gibst du zu schnell nach?

Oder kämpfst du zu lange?

Beides kann problematisch sein.

 

 

 

Recht haben und Wirkung erzielen

 

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.

Du kannst eine sachlich korrekte Position vertreten.

Wenn du willst, dass sie berücksichtigt wird, brauchst du zusätzlich:

  • Timing
  • Verständlichkeit
  • Beziehungsbewusstsein
  • gute Argumentation

Recht haben und Wirkung erzielen sind zwei verschiedene Dinge.

 

 

 

Frag zuerst nach dem Ziel

 

Bevor du dich in eine Diskussion hineinziehst, frag:

„Was möchte ich nach diesem Gespräch erreicht haben?“

Zum Beispiel:

  • eine bessere Entscheidung
  • eine Grenze
  • Verständnis
  • eine Verhaltensänderung
  • eine Information korrigieren

Dann kannst du deine Kommunikation daran ausrichten.

 

 

 

Ein Beispiel aus dem Beruf

 

Ein Kollege präsentiert eine Zahl, die falsch ist.

Du weißt es.

Die Entscheidung hängt davon ab.

Dann wäre es wenig hilfreich, aus Höflichkeit zu schweigen.

Du kannst sagen:

„Bevor wir entscheiden, möchte ich eine Zahl prüfen. Nach meinen Unterlagen liegt der Wert bei 18 statt 28 Prozent.“

Klar.

Sachlich.

Ohne Gesichtsverlust zu produzieren.

 

 

 

Ein anderes Beispiel

 

Dein Partner sagt:

„Der Film war großartig.“

Du fandest ihn langweilig.

Hier braucht niemand zu gewinnen.

„Ich habe ihn ganz anders erlebt.“

reicht vollkommen.

 

 

 

Konflikte werden leichter, wenn du Kategorien unterscheidest

 

Frag:

  • Ist das wichtig?
  • Ist es überprüfbar?
  • Ist eine Entscheidung erforderlich?
  • Kann etwas verändert werden?

Je nachdem braucht das Gespräch eine andere Intensität.

 

 

 

Wenn du merkst, dass du nur noch gewinnen willst

 

Dann kann eine Pause helfen.

Frag dich:

„Welche neue Information tauschen wir gerade überhaupt noch aus?“

Wenn die Antwort lautet:

„Keine.“

ist das möglicherweise ein guter Zeitpunkt aufzuhören.

 

 

 

Eine elegante Möglichkeit, einen Konflikt zu beenden

 

Zum Beispiel:

„Ich glaube, wir haben beide unsere Position ausreichend erklärt. Wir kommen heute zu keinem gemeinsamen Ergebnis.“

Das ist weniger Niederlage.

Es ist Gesprächsführung.

 

 

 

Du kannst deine Meinung ändern

 

Auch während einer Diskussion.

Zum Beispiel:

„Der Punkt überzeugt mich. Da lag ich falsch.“

Viele Menschen erleben solche Sätze als ungewöhnlich stark.

Denn sie zeigen:

Die Sache ist wichtiger als das Ego.

 

 

 

Warum fällt das so schwer?

 

Weil eine Positionsänderung sich anfühlen kann wie:

  • Gesichtsverlust
  • Unterlegenheit
  • Inkonsistenz

Doch Lernen bedeutet genau:

Eine neue Information verändert meine Einschätzung.

 

 

 

In Führung ist das besonders wichtig

 

Führungskräfte müssen Entscheidungen treffen.

Sie müssen Orientierung geben.

Das verlangt Selbstvertrauen.

Es darf weniger bedeuten:

„Ich muss immer recht haben.“

 

 

 

Wenn die Führungskraft immer recht haben muss

 

Dann lernen Mitarbeitende schnell:

„Widerspruch lohnt sich weniger.“

Die Folgen können erheblich sein.

Probleme werden später angesprochen.

Schlechte Nachrichten werden gefiltert.

Fehlentscheidungen bleiben länger bestehen.

 

 

 

Die stärkere Führungskraft kann sagen:

 

„Das war meine Einschätzung. Die neuen Informationen verändern sie.“

Das reduziert Autorität weniger.

Es kann sie erhöhen.

 

 

 

Intellektuelle Bescheidenheit und Vertrauen

 

Aktuelle Forschung zeigt, dass intellektuelle Bescheidenheit auch für Vertrauen relevant sein kann.

Menschen wirken weniger glaubwürdig, wenn sie so tun, als wüssten sie alles.

Glaubwürdiger kann sein:

„Das weiß ich.“

„Das vermute ich.“

„Das weiß ich noch weniger.“

 

 

 

Sicherheit durch Präzision statt durch Absolutheit

 

Du musst weniger sagen:

„Das ist definitiv so.“

wenn deine tatsächliche Aussage lautet:

„Nach den Informationen, die wir derzeit haben, halte ich diese Option für die beste.“

Das ist präziser.

Und häufig souveräner.

 

 

 

Recht behalten um jeden Preis

 

Arthur Schopenhauer beschrieb in seiner eristischen Dialektik Kunstgriffe, mit denen Menschen eine Diskussion gewinnen können, unabhängig davon, welche Seite sachlich recht hat.

Das ist rhetorisch interessant.

Und kommunikativ eine Warnung.

→ Eristische Dialektik: Die Kunst, Recht zu behalten

 

 

 

Eine Diskussion zu gewinnen ist weniger dasselbe wie eine gute Entscheidung zu treffen

 

Gerade im Beruf ist dieser Unterschied entscheidend.

Die rhetorisch stärkste Person besitzt weniger automatisch das beste Argument.

Organisationen brauchen Prozesse, bei denen:

  • Daten
  • Expertise
  • Gegenargumente

mehr zählen als Dominanz.

 

 

 

Was hilft in schwierigen Diskussionen?

 

1. Kläre dein Ziel

Was soll nach dem Gespräch anders sein?

 

2. Trenne Person und Position

Ein schlechtes Argument macht weniger einen schlechten Menschen.

 

3. Frag nach Kriterien

„Woran würden wir erkennen, welche Lösung besser ist?“

 

4. Benenne Gemeinsamkeiten

„Wir wollen beide vermeiden, dass der Termin erneut verschoben wird.“

 

5. Formuliere Widerspruch klar

„In diesem Punkt widerspreche ich.“

 

6. Prüfe Gegenargumente ernsthaft

Widerspruch ist weniger nur Material für deine nächste Antwort.

 

7. Beende Endlosschleifen

„Wir wiederholen inzwischen dieselben Argumente.“

 

 

 

Was weniger hilft

 

  • Sarkasmus
  • Demütigung
  • persönliche Angriffe
  • ständiges Unterbrechen
  • die Position des anderen absichtlich schwächer darstellen

Damit lässt sich möglicherweise kurzfristig dominieren.

Es verbessert weniger die Qualität des Ergebnisses.

 

 

 

Recht haben in privaten Beziehungen

 

In einer Partnerschaft können Fakten selbstverständlich wichtig sein.

Doch viele Konflikte drehen sich weniger ausschließlich um Fakten.

Sie handeln von:

  • Bedürfnissen
  • Bedeutungen
  • Erwartungen
  • Verletzungen

Dann reicht:

„Sachlich habe ich recht.“

häufig weniger.

 

 

 

Zwei Menschen können dieselbe Situation unterschiedlich erlebt haben

 

Zum Beispiel:

„Für mich war dein Ton verletzend.“

Die Antwort:

„Das war objektiv weniger unhöflich.“

löst wenig.

Ein subjektives Erleben lässt sich weniger widerlegen wie eine falsche Jahreszahl.

 

 

 

Du kannst Absicht und Wirkung unterscheiden

 

Zum Beispiel:

„Ich wollte dich weniger verletzen. Ich höre trotzdem, dass es bei dir so angekommen ist.“

Damit musst du weniger eine Schuld anerkennen, die du anders siehst.

Du erkennst die Wirkung an.

 

 

 

Freundlichkeit braucht Grenzen

 

Freundlichkeit ist weniger:

„Du darfst alles mit mir machen.“

Eine freundliche Grenze kann lauten:

„Über das Thema spreche ich gern. Beleidigungen akzeptiere ich weniger.“

 

 

 

Und Grenzen brauchen weniger Feindseligkeit

 

Du kannst eine Konsequenz klar vertreten.

Ohne:

  • zu beleidigen
  • zu drohen
  • den anderen abzuwerten

 

 

 

Wenn du häufig nachgibst, um Frieden zu haben

 

Dann lohnt sich eine andere Frage:

„Was kostet mich diese Harmonie?“

Wenn du regelmäßig:

  • eigene Bedürfnisse zurückstellst
  • Grenzen weniger aussprichst
  • Konflikte schluckst

kann der kurzfristige Frieden langfristig teuer werden.

 

 

 

Wenn du häufig kämpfen musst, um recht zu bekommen

 

Dann frag:

„Wie viele dieser Kämpfe sind wirklich notwendig?“

Vielleicht gibt es Themen, bei denen:

„Wir sehen das anders.“

vollkommen ausreicht.

 

 

 

Eine praktische Entscheidungshilfe

 

Bevor du weiterdiskutierst, prüfe vier Fragen:

  1. Wie wichtig ist das Thema?
  2. Welche Folgen hat es, wenn die andere Position bestehen bleibt?
  3. Kann ich überhaupt etwas verändern?
  4. Welche Art von Gespräch erhöht die Chance auf ein gutes Ergebnis?

 

 

 

Im Beruf

 

Die Fähigkeit, Widerspruch professionell zu gestalten, ist besonders wertvoll bei:

  • Verhandlungen
  • Entscheidungen
  • Konflikten
  • Vorstands- und Managementgesprächen
  • kritischen Präsentationen

Dort geht es weniger darum:

„Wie gewinne ich die Diskussion?“

Sondern:

„Wie sorge ich dafür, dass die beste verfügbare Entscheidung getroffen wird?“

 

 

 

Executive Presence zeigt sich auch im Widerspruch

 

Souveränität bedeutet weniger, Widerspruch zu vermeiden.

Sie zeigt sich darin, klar zu widersprechen, ohne unnötig Beziehung oder Status anzugreifen.

Zum Beispiel:

„Ich teile die Einschätzung weniger. Die Daten sprechen aus meiner Sicht für eine andere Entscheidung.“

 

 

 

Und ebenso darin, sich korrigieren zu können

 

Zum Beispiel:

„Der Einwand ist berechtigt. Ich ändere meine Empfehlung.“

Das kann mehr Autorität zeigen als das Festhalten an einer schwächer gewordenen Position.

 

 

 

Wenn du schwierige Gespräche vorbereiten möchtest

 

Dann kann es beispielsweise darum gehen:

  • klar zu widersprechen
  • eine Grenze zu vertreten
  • mit dominanten Gesprächspartnern umzugehen
  • kritische Informationen anzusprechen
  • eine festgefahrene Diskussion zu beenden

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Gesprächsführung, Konflikte oder berufliche Kommunikation geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Zehn Fragen vor der nächsten Diskussion

 

  1. Was möchte ich tatsächlich erreichen?
  2. Wie wichtig ist das Thema?
  3. Geht es um Fakten, Bewertungen oder Präferenzen?
  4. Welche Folgen hätte es, wenn ich weniger widerspreche?
  5. Höre ich die Gegenargumente wirklich?
  6. Welche Information könnte meine Position verändern?
  7. Verteidige ich die Sache oder mein Selbstbild?
  8. Wie kann ich widersprechen, ohne unnötig abzuwerten?
  9. Wann wäre genug gesagt?
  10. Was wäre hier die souveränste Form von Klarheit?

 

 

 

Fazit: Du musst dich weniger zwischen Recht und Freundlichkeit entscheiden

 

Manchmal ist es wichtig, recht zu haben.

Noch wichtiger kann sein, dass eine richtige Information tatsächlich berücksichtigt wird.

Manchmal ist Beziehung wichtiger als ein unbedeutender Streitpunkt.

Und manchmal ist vermeintliche Freundlichkeit nur Konfliktvermeidung.

Die bessere Frage lautet deshalb weniger:

„Will ich recht behalten oder freundlich sein?“

Sondern:

„Was möchte ich hier erreichen – und welche Art der Kommunikation dient diesem Ziel?“

Du kannst klar sein.

Du kannst widersprechen.

Du kannst Grenzen setzen.

Und du kannst gleichzeitig offen bleiben für den Gedanken:

„Vielleicht habe ich etwas übersehen.“

Genau diese Kombination macht aus Rechthaben gute Gesprächsführung.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Wie siehst du das?

Artikel

Integrität: Werte leben, wenn es darauf ankommt

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Wer Recht hat, muss sich nicht rechthaberisch aufführen. Beziehung vor Ego-Sieg.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 22. Mai 2006
Überarbeitung: 6. März 2019
AN: #43349
K:CNB
Ü:

Konflikte an der Wurzel lösen, insbesondere bei der Zusammenarbeit in Teams

Konflikte an der Wurzel lösen, insbesondere bei der Zusammenarbeit in Teams

Lösungen statt Kosmetik. Sicherheitshalber: Coaching, keinerlei Rechtsberatung!
Konflikte an der Wurzel lösen

Übersicht

 

 

 

 

Menschliche Konflikte

 

Konflikte tauchen nicht ohne Grund auf und sie verschwinden nicht, bevor wir uns den Ursachen widmen.
Augen zu und durch, ist keine gute Idee.

Ursachen von Konflikten

 

 

Ein erheblicher Teil von Konflikten resultiert daraus, dass den Beteiligten zu wenig über die anderen bekannt ist, daher zu wenig Verständnis aufbringen kann für die Gründe, aus denen sich die jeweils anderen in einer ganz bestimmten Weise verhalten. Daraus kann unter Umständen sogar die Überzeugung entwickelt werden, andere Bereiche handelten aus Absicht in einer für sie schädlichen Weise. Besonders deutlich wird das in Unternehmen und Organisationen, bei denen die Bereiche sich voneinander abgrenzen sowie in Projekten mit Beteiligten aus solchen Bereichen.

All das führt häufig zu einer Form des Konkurrenzdenkens, bei dem die Abwehr vermeintlicher Intrigen die Wahrnehmung, das Denken und Handeln dominiert.

 

 

 

Zusammenarbeit

 

Henry Ford meinte; Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.

Leicht ist es oft nicht. Früher oder später gibt es eine unterschiedliche Sichtweise auf die Dinge. Bei der Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessen, beispielsweise in einem Projekt, sind Konflikte sehr häufig. Selbst bei besten Absichten sind zumindest Reibereien, unbewusste und auch offene Konflikte sehr wahrscheinlich. Jeder Bereich bringt seine eigene Kultur mit, hat eigene Erfordernisse, die gesetzten Ziele so erfolgreich wie möglich zu erreichen. So ärgerlich die aus der Unterschiedlichkeit resultierenden Konflikte erscheinen, so interessant sind die dadurch möglichen Vorteile, wenn es gelingt die Zusammenarbeit konstruktiv zu gestalten. Erst wenn alle im Team an einem Strang ziehen sind erfolgreiche Projekte schlank, effizient und schnell umsetzbar. In komplexeren Projekten sollte zeitgemäßes Projektmanagement genau dafür sorgen.

 

Geeignete Strukturen bei Komplexität

 

Wenn der Überblick verloren geht, lässt sich nicht nur schlechter entscheiden, es resultieren aus dem Wunsch der persönlichen Absicherung unnötige Konflikte.

Besser: Mit möglichst schlanken und flexiblen Prozessen, wenigen Regeln und geringem bürokratischem Aufwand lässt sich schneller und effizienter zu sichtbaren und funktionierenden Ergebnissen kommen. Das Ergebnis befindet sich im Fokus, die Prozesse berücksichtigen auch die – bisher zu oft ignorierten – menschliche Aspekte. Der Zusammenarbeit wird deshalb die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet, was zu besserer Kommunikation sowie mehr Transparenz und Vertrauen führt.

Die Ausrichtung auf eigenverantwortliche Strukturen innerhalb der Teams ermöglicht es den Rahmen des konkreten Vorhabens für die Lösung der Aufgabe zu gestalten, damit hinderliche Bedingungen identifiziert und vermieden werden.

Komplexität wird bewältigt, indem die Intelligenz der Organisation erschlossen wird, meinte Betriebswirt und Begründer der Managementkybernetik Anthony Safford Beer. Er formulierte dazu schon 1959 ein Modell (Viable System Modell) in dem er darauf hinwies, das Hierarchie und Selbstorganisation ins Gleichgewicht zu bringen sind. Es bedarf der Balance zwischen Autonomie und Hierarchie.

Dafür sind unter anderem die folgenden Fragen zu klären:

  • Welche Freiheiten sind zu gewähren, damit im Sinne des Einzelnen dessen maximales Potenzial im Sinne des Projektes entfalten wird?
  • Wie kann eine Fehlerkultur gelebt werden?
  • Wie geht ein Projektteam damit um, das seine abweichenden Strukturen nicht dem der Ursprungsabteilungen, dem Mutterkonzerns oder dem Joint Venture entsprechen?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Wie gehen Sie mit zwischenmenschlichen Konflikten um?

Konflikte tauchen nicht ohne Grund auf und sie verschwinden nicht, bevor wir uns den Ursachen widmen.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2015
Überarbeitung: 15. Januar 2019
AN: #371

Nettsein, Freundlichkeit: Sind Sie zu nett für diese Welt? Geht das überhaupt?

Nettsein, Freundlichkeit: Sind Sie zu nett für diese Welt?

Können Menschen überhaupt zu nett sein?

Wie nett!

 

Können Menschen zu nett sein? Ja, wenn Sie dadurch ausgenutzt und nicht ausreichend gewürdigt werden! Wer eigene Bedürfnisse ständig denen anderer unterordnet, braucht sich nicht wundern, wenn er nie auf seine Kosten kommt. Was tun?

 

 

 

Übersicht

 

 

 

 

Können Menschen zu nett sein?

 

Was für eine Frage ist das denn bitte? Das ist doch eine sehr angenehme Eigenschaft. Können Menschen zu nett sein? Arbeitsthese: Ja, wenn Sie dadurch ausgenutzt und nicht ausreichend gewürdigt werden! Wer seine eigenen Bedürfnisse ständig denen anderer unterordnet, braucht sich nicht wundern, wenn er nie auf seine Kosten kommt. Was bringt es, um jeden Preis, von jemanden gemocht zu werden, der einen nur ausnutzen will?

 

 

 

Leider lautet die Antwort wohl JA

 

Besonders freundliche Kollegen werden von vielen Kollegen und Vorgesetzten sehr geschätzt, in Führungspositionen sind sie eher selten zu finden. Wobei es im Umkehrschluss nicht unbedingt empfehlenswert ist nun rücksichtslos ans Werk zu gehen. Darüber habe ich mir auch in einem früheren Artikel (Hat nur Erfolg, wer über Leichen geht?) Gedanken gemacht.

 

Typische Probleme:

  • Persönliche Grenzen missachten
    Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Grenzen. Manchmal sind sie enger gesteckt und manchmal großzügig. Nicht jeder ist bereit diese Grenzen deutlich genug zu markieren. Solange andere unsere Grenzen respektieren ist alles Ordnung. Setzen sich allerdings andere Menschen über unsere Grenzen hinweg und wird es schwierig.
  • Nicht Nein sagen können
    Dahinter steckt die Angst vor negativen Konsequenzen, die Angst vor Ablehnung und Zurückweisung.
  • Fehlende Durchsetzungskraft
  • Fehleinschätzung
    Das kann beispielsweise zur Einschätzung fehlender Führungsqualität führen. Es haftet dann an einem wie ein Stigma und ist schwer wieder loszuwerden. Dann sind dadurch bestimmte Karriereschritte verbaut. Ob das den Tatsachen entspricht oder nicht, spielt kaum eine Rolle.
  • Übertriebenes Harmoniebedürfnis
    So etwas wird gerne ausgenutzt.

 

 

 

Nett sein

 

Nett zu sein ist angenehm für den Selbstwert. Wer nett ist, kommt sich gemocht und gebraucht vor und das vermittelt ein gutes Gefühl. So werden wir üblicherweise auch erzogen.

Was dazu gehört:

  • Aufmerksamkeit und Interesse an anderen Menschen
  • Großzügigkeit
  • Interesse an Verbundenheit und Gemeinschaftssinn
  • Rücksichtnahme
  • Hilfsbereitschaft

 

 

 

Was also tun?

 

Lesen Sie den Artikel Fluch des Nettseins oder schauen Sie ihn sich hier an. Dann arbeiten Sie an ihrem authentischen Selbstmarketing. Meine Spezialisierung; damit Sie sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren.

Video

Nett sein? Wann es dir schadet – 10 Anzeichen, dass du es übertreibst

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

P.S.

 

Können Menschen tatsächlich zu nett sein?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 16. Mai 2008
Überarbeitung 20. Dezember 2018
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19 Tipps für besseres Zuhören. Zuhören als Kunstfertigkeit

19 Tipps für besseres Zuhören. Zuhören als Kunst

Es ist so langweilig Ihnen zuzuhören, könnten Sie bitte schneller reden?!

 

Karsten Noack Zuhören üben

Zuhören

 

Kaum eine Fähigkeit wird so unterschätzt, wie das Zuhören. Wie Sie die Kunst des Zuhörens pflegen können, verrät dieser Artikel. Konkrete Empfehlungen machen Sie zum besseren Zuhörer, wenn Sie bereit dazu sind.

Definition Zuhören

 

Zuhören geht über das Hören hinaus, erfordert Fähigkeit und Bereitschaft sich auf Botschaften einzulassen, sie verstehen zu wollen.

 

 

 

Zuhören ist aber manchmal auch schwierig, oder?

 

Ein Zeitschriftenartikel erklärt die Sache mit dem Zuhören auf eine durchaus …. na ja … andere Weise: Weil wir Menschen geistig mehr Wörter verarbeiten können als die Nicht-Dieter-Thomas-Hecks Worte herausschleudern können, ist es für das unterforderte menschliche Gehirn so langweilig zuzuhören. Mm. Auch dass die These mit Zahlen aus Studien untermauert wird, macht sie für mich nicht schmackhafter. Die Behauptung „Wer schneller redet, dem wird zugehört!“, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.

Wieso überhaupt Zuhören?

 

Kaum jemand ist der Meinung, die Fähigkeit zuzuhören sei unwichtig! Im Gegenteil; sie gehört zu den oft genannten Erfolgsfaktoren von Führungspersönlichkeiten. Und in der Praxis? Viele Menschen beschweren sich darüber, dass andere nicht gut zuhören können. Doch wie ist es beim Blick in den Spiegel, dem Griff an die eigene Nase? Wieso findet das Zuhören in der Praxis dann nicht tatsächlich auch die verdiente Beachtung, sondern fristet eher ein Schattendasein?

 

 

 

Ursachenforschung

 

Ist in unserem egozentrischen Alltag Reden das vorrangige Mittel zur Selbstbestätigung und Zuhören etwas, dass wir nur einseitig von unserem Publikum fordern? Machen Macher in erster Linie, sind aktiv und Zuhören ist da etwas zu passives? Oder liegt es daran, dass wir das Hören, das Horchen auch automatisch als Aufforderung zum Gehorchen übersetzen und vermeiden? Fragen über Fragen …

 

 

 

Um zu verstehen, muss man zuhören

 

Hauptstressfaktoren am Arbeitsplatz sind Zeit- und Termindruck. Gerade, wenn der Druck mal wieder besonders groß ist, geht die Kommunikation oft baden. Es entstehen Missverständnisse, die zu Problemen führen und durch die sich die Arbeit erheblich verzögert. Wer sich stattdessen lieber die Zeit nimmt, um seine Aufmerksamkeit zu schärfen, bereit ist Augen und Ohren zu öffnen, arbeitet deutlich effektiver und hat damit einen klaren Karrierevorteil.

Die Qualität der Zusammenarbeit hängt auch davon ab, wie wir miteinander umgehen. Beziehungen spielen in vielen Bereichen eine große Rolle. Menschen, die echtes Interesse zeigen, sind mitten im Geschehen. Und Interesse lässt sich am besten vermitteln, indem Fragen gestellt werden und aufmerksam zugehört wird. Wer gut zuhört, ist beliebter und erreicht mehr. Nur wer präsent ist, nutzt alle ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Dazu gehört eine Menge, auch die Fähigkeit, die Körpersprache zu verstehen, zwischen den Zeilen zu lesen und die psychische Verfassung des Gegenübers zu erahnen.

 

 

 

Hindernisse auf dem Weg zum guten Zuhörer

 

Gründe, weshalb wir nicht besonders gut zuhören:

  • Konzentration: Wir werden abgelenkt oder lenken uns selber ab. Angeblich soll ja das Fernsehen wesentlich dazu beigetragen haben, dass unsere Aufmerksamkeit(s)panne mittlerweile unter 20 Sekunden liegt.
  • Zeitdruck: Wir stehen zeitlich unter Druck, sind in Eile.
  • Prioritäten: Wir sprechen etwas anderem eine höhere Priorität zu.
  • Multitasking: Wir versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, obwohl Multitasking nicht hält, was es verspricht.
  • Emotionen: Intensive Gefühle beeinflussen unsere Aufmerksamkeit und unser Verhalten.
  • Überforderte Aufnahmefähigkeit, es ist nicht immer leicht die Prioritäten zu erkennen.
  • Körperliche und geistige Überforderung: Müdigkeit, an der auch der viele Kaffee nichts ändert.
  • Hier bin ich ja sowieso und schön ist es auch anderswo: Das Smartphone liefert vermeintlich viel wichtigere Nachrichten und ist überhaupt viel bunter und spannender. Dagegen ist die Realität oft ziemlich grau.
  • Selektion:  „Habe ich es doch gewusst!“. Wir wollen etwas Bestimmtes hören und blenden dadurch anderes aus.
  • Bewertungen: Wir urteilen bereits während des Hörens über das Gesagte.
  • Hellsehen: Wir glauben bereits zu wissen, was gesagt wird.
  • Voreilen: Wir beschäftigen uns zu sehr mit unserer eigenen Antwort. Ein typisches Beispiel sind Vorstellungsrunden, bei denen kaum jemand den anderen Anwesenden zuhört, sondern lieber noch schnell die eigene Vorstellung zusammenzimmert. Da bleibt dann kein Ohr zum Zuhören offen.
  • Das Haar in der Suppe benennen: Wir erarbeiten eine Erwiderung oder Entgegnung.
  • Ungeduld: Wir lassen den anderen nicht ausreden. Schnell eine Grätsche in die nächstbeste Atempause und …
  • Unsicherheit: Wir verteidigen uns, weil wir uns angegriffen fühlen.
  • Eigenwillige Gesprächspartner: Manchen Menschen kommunizieren etwas eigenwillig, sodass es tatsächlich einige Mühen macht zuzuhören.

 

Es gibt viele mögliche Ausreden, weshalb nur mit halbem Ohr oder eher beiläufig zugehört wird. Doch für Ausreden gibt es keine Belohnung. Die Realität: Die meisten Menschen schätzen es sehr, wenn ihnen gut zugehört wird. Und eine der häufigsten Klagen nach Gesprächen ist; der Gesprächspartner hätte überhaupt nicht zugehört. Mm …

 

 

 

19 Tipps für besseres Zuhören

 

George Bernard Shaw meinte; „Das größte Problem in der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden.“ Wir können uns also weiterhin der Illusion hingeben, dass unsere Botschaften stets auch so ankommen, wie es beabsichtigt war. Oder wir pflegen die Kunst des Zuhörens.

Also, was hilft besser zuzuhören?

 

 

 

1. Die Haltung

 

Eine offene, interessierte, vielleicht sogar neugierige Grundeinstellung hilft immens und auf vielen Ebenen. Zum Einen hilft es einem selbst direkt. Außerdem färbt die innere Haltung auf andere ab. Wenn Sie entspannt sind, wirkt sich das ebenso aus wie eine wütende Innenwelt. Wie wir in den Wald hinein sprechen, so spricht es hinaus. Oder war es SCHREIEN? Die Stimmung wirkt sich aus: Nicht nur verbal dringt unsere Haltung nach außen. Gerade die Körpersprache findet ihre eigenen Wege mehr über uns Preis zu geben, als uns oft recht ist. Eine geeignete innere Haltung hingegen lässt uns vieles ganz von allein richtig machen.

 

 

 

2. Ausreden lassen

 

Gleichzeitig reden spart nur bedingt Zeit und dient nicht der Verständlichkeit.

Karsten Noack

 

Bei einem guten Gespräch sind Reden und Zuhören ausgewogen. Tatsächlich kann immer nur einer reden und einer zuhören. Wie geht es Ihnen, wenn Sie unterbrochen werden? Ich kenne niemanden, der das mag. Die meisten Menschen reagieren darauf sehr allergisch. Egal, weshalb sie unterbrochen werden!

Mehr zum Thema finden Sie im Beitrag: Manche Menschen werden besonders häufig unterbrochen.

 

 

 

3. Lernbereitschaft

 

Lernbereitschaft ist eine gute Voraussetzung. Die grundsätzliche Bereitschaft dazulernen zu wollen macht es leichter aufmerksam zu bleiben. Wer zuhört, erfährt auch eine Menge über sich selbst.

 

 

 

4. Zeit nehmen

 

Sich Zeit zum Zuhören zu nehmen macht nicht nur das Zuhören selbst leichter. Es vermittelt auch Wertschätzung und fördert so die Beziehung. Wo möglich können wir schon mit dem Rahmen, in dem wir ein Gespräch anbieten, deutliche Signale setzen, die sich positiv auswirken. So ist es dann auch besser für manches Gespräch zuerst den Rahmen zu schaffen, als es nebenbei zu führen.

 

 

 

5. Zuhören heißt auch sich öffnen

 

Nicht nur die Ohren müssen sich beim Zuhören öffnen, sondern der Zuhörer muss bereit sein mehr an sich heranzulassen. Erst durch diese Nähe ist es möglich intensiver zuzuhören.

Sehr hilfreich ist das möglichst angstfreie Sich-Einlassen auf die Perspektive, die Sicht des Gesprächspartners. Richtig zuhören heißt, auch das zu hören, was wir nicht gerne hören. Verstehen ist nicht automatisch Akzeptieren. Die Unterscheidung zwischen Verstehen und Einverstanden sein erleichtert das Zuhören und die Reaktionen darauf. Verstehen bedeutet nicht notwendigerweise auch Einverständnis.

 

Anmerkung:

Bei aller Bedeutung von Empathie; wer solche Nähe erlaubt, sollte auch lernen konstruktiv mit dem Gehörten umzugehen. Manches, das wir hören, kann sonst die eigene Seele sehr belasten. Coaches und Therapeuten können davon ein Lied singen. Sie lernen den Umgang damit und nehmen regelmäßige Supervision.

 

 

 

6. Zugewandtheit

 

Die körperliche Zuwendung zum Sprechenden signalisiert körpersprachlich geistige Zugewandtheit. Eine offene Körpersprache wirkt auf den Sprechenden ebenso wie auf den Gesprächspartner. Fluchtwünsche hingegen zeigen sich beispielsweise durch Füße, die Richtung Tür zeigen und selbst, wenn es nicht so gemeint ist, sollten solche Signale unterlassen werden.

Wo es angemessen ist, fördert ein echtes Lächeln Zuwendung und Offenheit.

 

 

 

7. Augenhöhe

 

Halten Sie auf angenehme Art und Weise den Blickkontakt mit dem Sprechenden. Augenhöhe empfiehlt sich bei der innerlichen Haltung und auch räumlich. Wer mag es schon von oben herab behandelt zu werden? Auf manche Menschen wirkt schon der Blick über die Brille arrogant. Unnötige Statussymbole und -verhaltensweisen erschweren die Kommunikation auf Augenhöhe. Wobei Status im Sinne von Orientierung, Hilfe und Sicherheit wiederum förderlich wirken kann, wenn er angenommen wird.

 

 

 

8. Präsent sein

 

Wer mit sich selbst beschäftigt ist, wird schwerlich präsent sein. Dazu wird Aufmerksamkeit und Konzentration, Aufgeräumtheit und geistige Wachheit benötigt. Präsent zu sein hört sich allerdings leichter an, als es mitunter ist. So viele Themen ringen um Aufmerksamkeit, so vieles ist zu berücksichtigen. Vergangenes und Zukünftiges drängen sich in die Gedanken; und dann ganz im Hier-und-Jetzt zu sein, also nicht nur körperlich anwesend zu sein, ist oft eine Herausforderung!

 

 

 

9. Zwischen den Zeilen lesen

 

Es hat nicht nur das Gesagte Bedeutung, sondern auch wie es gesagt wird und was nicht gesagt wird. Besondere Achtsamkeit gilt hier körpersprachlichen Signalen, sie geben Hinweise. Wie authentisch wirkt jemand bei einzelnen Aussagen, wann verändert sich etwas? Auch hier gilt; Beobachtungen als Hinweise und nicht als Wahrheiten, als Beweise zu behandeln.

 

 

 

10. Hellsehen vermeiden

 

Ein Narr antwortet, ehe er zugehört hat.

 

Viel sicherer als Hellsehen ist Nachfragen, ob der andere richtig verstanden wurde bzw. die eigene Botschaft angekommen ist. Hierzu gibt es verschiedene Techniken, wie die Wiedergabe des Gehörten in Form wörtlicher Wiederholung, eine Wiederholung mit eigenen Worten oder einer passenden Zusammenfassung. In Kommunikationstrainings gehört das Aktive Zuhören mit Nachfragen, Verbalisieren, Paraphrasieren, Zusammenfassen, Klären, Weiterführen und Abwägen zu den Standardtechniken.

 

 

 

11. Geduld

 

Manche Menschen neigen dazu durch Vervollständigung angefangener Sätze Zeit sparen zu wollen. Warten Sie lieber, bis Ihr Gesprächspartner seine Worte gefunden und ausgesprochen hat. Ganz nebenbei; die Wortwahl liefert auch oft interessante Hinweise für die Verbesserung der Kommunikation und die Lösungsfindung.

 

 

 

12. Ratschläge in der Tasche lassen

 

Manchmal ist tatsächlich nur Zuhören gefordert. Bei allem Stolz Besitzer einer vermeintlichen Lösung zu sein: Nicht jeder Mensch möchte ungefragt Patentrezepte und Meinungen erhalten – belehrt zu werden mag kaum jemand. So ein ungebetener Ratschlag belastet schnell die Beziehung.

 

 

 

13. Respekt

 

Nehmen Sie die Antwort ernst. Auch dann, wenn sie nicht gefällt. Auch das ist mitunter leichter gesagt, als getan. Die Körpersäfte haben dazu oft eine ganz eigene Meinung und wenn die Wellen hochschlagen zeigt sich, wie es mit dem gegenseitigen Respekt tatsächlich aussieht.

 

 

 

14. Umgang mit Stille

 

Nicht jede Pause muss zwanghaft mit etwas gefüllt werden. Manches reift in diesen Momenten des Innehaltens, wenn es nicht davon abgehalten wird.  Tick, tick, tick … Der Zeiger der Uhr ist so deutlich zu hören wie die fallende Stecknadel: Stille! Doch es fällt vielen Menschen schwer Stille zu ertragen, sie ist ihnen nicht geheuer.

 

 

 

15. Raum geben

 

Zum Weitersprechen ermunternde verbale und nonverbalen Botschaften signalisieren, dass der erforderliche Raum angeboten wird. Urteile führen in eine Verteidigungshaltung. Fragen kann zugestimmt oder sie können beantwortet werden. Geeignete Fragen laden dazu ein weiterzureden. Wohlwollende offene Fragen laden zu weiteren Erkundungen ein. Sie fördern die Öffnung.

 

 

 

16. Unterschiede als Chance betrachten

 

Während wir uns normalerweise möglichst mit Menschen umgeben, die uns ähnlich sind, liefern gerade andere Sichtweisen und Erfahrungen die Chance zu lernen. Wer immer nur über das spricht, dass er ohnehin schon kennt, erweitert schwerlich den eigenen Horizont.

 

 

 

17. Rückmeldungen

 

Ein freundliches Nicken, ein leises „Aha!“ sind noch keine Zustimmung. Doch sie können signalisieren, dass zugehört wird. Wobei es auch Zeitgenossen gibt, die solcherlei eher automatisiert von sich geben, ohne tatsächlich Anteil zu nehmen. Spätestens bei der Antwort ist dann zu merken, ob jemand nur körperlich oder auch geistig anwesend war.

 

 

 

18. Konstruktive Fragetechniken

 

Sie dienen der Klärung und der Lösungsfindung. Geeignete Fragen führen zu eigenen Einsichten. Und die gehen tiefer und führen zu anhaltenderen Entwicklungen, als von außen aufgezwungene Zugeständnisse. Allerdings sind Gesprächs- und somit auch Fragetechniken nur dann wirklich hilfreich, wenn die passende Haltung vorhanden ist. Gerade frische Teilnehmer nach Kommunikationstrainings kleben gern beharrlich an den Techniken, und das Gespräch ähnelt dann eher einem Verhör.

 

 

 

19. Flexibilität

 

Anstatt gnadenlos einem starren Gesprächsleitfaden zu folgen wie die Anrufer beim so lästigen Telefonverkauf während es TV-Blockbusters, ergeben sich die nächsten Schritte aus dem Gehörten. Oft liefert es auch die nächsten Fragen und bringt so Gespräche auf natürliche Weise voran.

 

 

 

Und wozu? Der Nutzen guten Zuhörens

 

Von wegen, wer fragt, der führt. Das genügt nicht! Wer etwas zu sagen hat, muss auch zuhören können. Wer gut zuhören kann, hat viele Vorteile, erzielt nicht nur in Verhandlungen bessere Ergebnisse. Ja, wer gut zuhören kann, kommt voran, macht schneller Karriere. Doch richtiges Zuhören ist harte Arbeit. Gutes Zuhören ist eine Frage der Übung. Und dieses Training lohnt sich. Kommunikative Fähigkeiten werden im Berufs- und Privatleben immer wichtiger.

 

Vorteile des guten Zuhörens:

  • Bessere Entscheidungen
    Wer sich zu früh und ohne ausreichende Informationen eine Meinung bildet, trifft eher Fehlentscheidungen. Wer ohnehin nicht zuhört, bekommt mit der Zeit manche Informationen gar nicht mehr.
  • Wertschätzung
    Zuhören vermittelt Gesprächspartnern und ihren Anliegen gegenüber Wertschätzung.
  • Beziehungspflege
    Beziehungen werden dadurch gestärkt und vertieft.
  • Informationen
    Kenntnisse und Wissen werden erweitert.
  • Kommunikation
    Die Verständigung wird vereinfacht, schneller und effektiver.
  • Vertrauen
    Vertrautheit und damit gegenseitiges Vertrauen werden gefördert.
  • Selbstvertrauen
    Selbstvertrauen wird gestärkt.
  • Druckentlastung
    Anspannungen und Stress werden verringert.
  • Abstimmung
    Missverständnisse werden vermieden.
  • Wohlbefinden
    Positive Wirkung auf das Wohlbefinden.
  • Verantwortung
    Der persönliche Einfluss wird gesteigert.
  • Glaubwürdigkeit
    Die Glaubwürdigkeit wird gesteigert. Selbst tun, was andere nur fordern und behaupten.
  • Loyalität
    Die Loyalität wird gefördert.
  • Bessere Argumente
    Wer anderen zuhört, hat mehr und vor allem relevantere Argumente zur Verfügung.
  • Kommunizieren, statt nur informieren Ins Gespräch kommen und bleiben.

 

 

 

Von Momo lernen

 

Im Fokus von Weiterbildungen stehen Präsentieren, Argumentieren und Überzeugen. Doch auch das Zuhören ist eine Kernkompetenz, die gepflegt werden möchte. Denn die Fähigkeit gut zuhören zu können ist ein wirksames Mittel, um persönliche und berufliche Beziehungen zu fördern. Außerdem liefert sie Voraussetzungen dafür, dass andere Kompetenzen wirksam zum Einsatz kommen können.

Umfrageergebnisse

 

a. Gute Zuhörer schätze ich sehr.

%

Stimmt!

%

Stimmt nicht!

Nicht repräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n=934)

b. Wie gut können die meisten Menschen zuhören?

%

Schlecht

%

Ausreichend

%

Gut

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n= 997)

Ergänzende Artikel

 

P.S.

 

Welchen Stellenwert hat gutes Zuhören für Sie?

Die Neugier lehrt reden, die Wissbegier schweigen. Karl Friedrich Theodor Ludwig
Es ist sehr gefährlich, zuzuhören. Hört man zu, kann man überzeugt werden, und wer sich durch ein Argument überzeugen läßt, ist ein von Grund auf unvernünftiger Mensch. Oscar Wilde

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43389
K:
Ü:

Gelassenheit ist besser als der Krampf, es jedem Menschen recht machen zu wollen

Gelassenheit ist besser als der Krampf, es jedem recht machen zu wollen

Wissen, was wirklich wichtig ist

 

Wissen, was wichtig ist

Es allen Menschen recht machen wollen

 

Gesunde Gelassenheit und Mut authentisch für Überzeugungen einzustehen. Bekommen Sie Respekt und die Anerkennung von relevanten Menschen. Weshalb sollten wir auch um jeden Preis jenen Menschen gefallen, deren Ansichten wir nicht teilen?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Der Krampf, es jedem recht machen zu wollen

 

Besteht die einzige Möglichkeit, nichts falsch und sich keine Feinde zu machen, darin, niemals das Bett zu verlassen, das Internet und das Telefon abzumelden? Nur nicht anecken?

Wir sind so eitel, dass uns sogar an der Meinung der Leute, an denen uns nichts liegt, etwas gelegen ist.

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Ja, es steckt aus gutem Grund in uns Menschen; wir wollen gemocht werden, ein Teil einer Gruppe sein.

Grundlegende menschliche Bedürfnisse

 

Außerhalb einer Gruppe zu sein ist unangenehm, es bedeutete insbesondere in den Anfängen der Menschheitsgeschichte Lebensgefahr. Möglichst weit in der Mitte einer Herde zu sein sorgte für Wärme und minimierte die Gefahr, von Raubtieren gefressen zu werden.

Obwohl sich die Bedingungen weitgehend geändert haben sind diese Bedürfnisse noch immer in unseren archaischen Programmen aktiv und beeinflussen auch heute noch unser Denken und Handeln.

Auch heute sind Sympathien und Zugehörigkeit, insbesondere von der angestrebten Zielgruppe, von Vorteil. Das zu fördern ist hilfreich. Allerdings sind manche Menschen derart bemüht sympathisch zu erscheinen, dass es zum Krampf wird. Dann werden eigene Interessen weit nach hinten gestellt, dass jede Authentizität im Nebel verschwindet.

Wissen, was wichtig ist

Gut gemeint und …

 

Anstatt die Fähigkeit sich zu verbiegen zu bewundern, nimmt das Umfeld solche Menschen als schwach wahr. Die Graue-Maus-Rolle wirkt so wenig attraktiv, wie eine Verkleidung wirkt. Solange das Umfeld davon Vorteile hat und es ausgenutzt werden kann, werden solche Menschen geduldet.

Die Ausprägung oder besser formuliert; die fehlende Ausprägung von Persönlichkeit führt nicht zum erwünschten Ergebnis. Es lauert die Harmoniefalle.

Die Folgen für die eigene Seele

Ständige Ja-Sager werden von einschränkenden Überzeugungen gesteuert. Die Folgen dieser Strategie sind permanente Unzufriedenheit und die bestehende Angst, von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Wer es so allen recht machen will überfordert sich sehr schnell, fühlt sich ausgelaugt und ausgebrannt.

Wer braucht schon Integrität, wenn der Weg des geringsten Widerstandes lockt? Allerdings klingt das ökonomischer, als es tatsächlich ist. Es kostet auf Dauer eine Menge Kraft sich zu verbiegen und so ein Spagat kann zu schmerzhaften Verzerrungen führen. Es kommt mehr und mehr zur Selbstaufgabe und der Verlust der Selbstachtung führt zu Frust!

Eine eng verwandte Strategie, um anderen Menschen keine Angriffsfläche zu bieten, besteht darin, in allem perfekt sein zu wollen. Doch dieser unangemessen hohe Anspruch lässt sich nicht lange auf gesunde Weise bedienen. Schon die Angst, die Maske könnte fallen, drückt auf die Seele und hinterlässt Narben.

Die Gelassenheit sich authentisch zu zeigen und der Mut für eigene Überzeugungen einzustehen braucht Gelegenheiten gelebt zu werden, sonst verkümmert sie. Manchmal steigt der Druck im Inneren und bricht sich an ungeeigneten Stellen Bahn. Oder es nagt an einem und schadet der seelischen und auch der körperlichen Gesundheit.

Wissen, was wichtig ist

Die Folgen für Beziehungen

 

Wer Everybody’s Darling sein möchte ist bald Everybody’s Depp.

 

Es allen Menschen Recht machen zu wollen ist der sicherste Weg keinen Erfolg zu haben und intensiven Beziehungen aus dem Weg zu gehen.

Geringer Status ist mit geringem Einfluss verbunden. Das führt allerdings eher dazu anderen Menschen ausgeliefert zu sein, als mehr Gestaltungsspielraum zu gewinnen. Und das hat Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit bestimmter Beziehungen.

Wahrscheinlicher sind dominierende Beziehungen, die auf einseitigen Vorteilen und nicht auf echter Sympathie beruhen. Wie auch, wenn die tatsächliche Persönlichkeit verborgen wird.

Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.

Otto von Bismarck

 

Es fehlen selbst bei geringer Ausprägung sehr schnell Akzente, es wird langweilig. Nichts, woran wir uns reiben könnten. Inspiration ist da nicht zu erwarten. Da sind dann mitunter Selbstgespräche kritischer und interessanter. Wer erwartet schon ehrliche Antworten von jemandem, der keine eigene Meinung hat?

Der Schlüssel zum Scheitern
ist der Versuch, es allen recht zu machen.

Bill Cosby (sollte ich jetzt wegen des Skandals jemand anderen zitieren)

 

Mit zunehmender Mutlosigkeit und dem Verlust jeglicher Selbstachtung verringert sich auch der Respekt des Umfeldes.

Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg: Es jedem recht machen zu wollen.

Platon

 

Wer es allen recht machen will erlangt die Duldung der meist falschen Menschen und wird für viele andere unsichtbar. Es fehlt das Profil, es fehlt Echtheit, die als Grundlage tieferer Beziehungen zu wichtig ist.

 

 

 

Und?

 

Aus diesen Gedanken resultieren für mich die folgenden Thesen:

  • Wir können es nicht jedem Menschen recht machen.
  • Es wäre auch nicht erstrebenswert.
  • Der Preis für den Weg mit dem geringsten Widerstand ist am Ende zu hoch.
  • Perfektionismus ist keine Alternative.

 

Es lohnt sich die eigenen grundlegenden Werte zu kennen, einschränkende Überzeugungen aufzulösen und förderliche zu pflegen. Einmal genügt nicht, denn es ist eine regelmäßige Aufgabe, mit Respekt anderen Menschen und sich selbst gegenüber deutlich für Überzeugungen einzustehen. Profil zu zeigen ist sehr gut vereinbar mit Respekt und ehrlich gemeinter Rücksicht.

Ich wünsche Ihnen eine gesunde Gelassenheit und den Mut, authentisch für Ihre Überzeugungen einzustehen. Dann bekommen Sie auch den Respekt und die Anerkennung von relevanten Menschen.

Wissen, was einem wirklich wichtig ist!

 

Träumen Sie schon lange davon, es immer allen recht machen zu können? Wäre es nicht toll, von allen gemocht zu werden? Menschen, die versuchen, selbstlos zu sein und ihr Leben vor allem nach den Erwartungen anderer zu richten, finden viele nett. Doch ob das wirklich so eine gute Idee ist?

Sie wissen vermutlich längst; es ist ohnehin unmöglich, es allen Menschen recht zu machen. Und falls Sie das könnten, würden Sie sich selbst dabei vermutlich verlieren.

Was viel besser ist: Es hilft zu wissen, was einem selbst wirklich wichtig ist, um sich daran zu orientieren. Eine der wichtigsten und zugleich auch schwierigsten Anforderungen an ein funktionierendes Management der verfügbaren Ressourcen wie der Zeit ist das Setzen von Prioritäten.

 

 

 

Klärung der Prioritäten

 

Prioritäten richtig setzen – des Lebens größte Kunst. Viele Menschen haben Probleme dabei Prioritäten zu setzen oder genauer formuliert: Sie haben Probleme dabei, die Prioritäten richtig zu setzen. Ein paar Anregungen dazu:

  • Machen Sie sich Ihre eigenen Ziele im Leben bewusst. Was wäre nett und was wirklich wichtig?
  • Welchen Werten fühlen Sie sich verpflichtet?
    Dazu ist erforderlich, dass Sie Ihre Werte kennen.
  • Nehmen Sie auch Ihr Bauchgefühl wahr und berücksichtigen es bei Ihren Entscheidungen.
  • Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit für sich selbst.
  • Wer oder was setzt Energie bei Ihnen frei, wer oder was raubt Ihnen Kraft?
  • Gönnen Sie sich und anderen Menschen Wertschätzung.
  • Erinnern Sie sich an den Unterschied zwischen WICHTIG und DRINGEND.
    Nach dem Eisenhower-Prinzip werden vier Prioritätenklassen (A, B, C, D) unterschieden:
    • A-Aufgaben
      Wichtig und dringend.
      A-Aufgaben werden sofort und selbst erledigt.
    • B-Aufgaben
      Wichtig und nicht dringend.
      B-Aufgaben werden ebenfalls selbst erledigt, jedoch nicht sofort.
    • C-Aufgaben
      Dringend, aber nicht wichtig.
      C-Aufgaben werden delegiert an Mitarbeiter oder Drittparteien.
    • D-Aufgaben
      Weder wichtig noch dringend.
      D-Aufgaben werden nicht beachtet.

Eisenhower-Matrix

Eisenhower-Prinzip

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie halten Sie es mit der Gelassenheit?

Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.  Marie von Ebner-Eschenbach

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2015
Überarbeitung: 25. Oktober 2019
AN: #23218
K: CNB
Ü:

18 Kommunikationstipps, damit Missverständnisse die Ausnahme sind

18 Kommunikationstipps: Es ist ein Wunder, dass Missverständnisse nicht die Regel sind

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken (Samuel Johnson)

Missverständnisse.

Missverständliche Kommunikation

 

Über das Risiko einander misszuverstehen, denken wir normalerweise erst dann nach, wenn etwas schiefgegangen ist. Missverständnisse gehören zur Kommunikation. Im Artikel erfahren Sie, wie Sie die Kommunikation konstruktiv gestalten.

 

 

 

Überblick

 

 

Der Empfänger entscheidet über die Bedeutung der Botschaft

 

Apfelstrudel sind sogar für Nichtschwimmer ungefährlich! Für Sprache gilt das oft nicht, denn die ist missverständlich.

Wenn noch nicht einmal einzelne Wörter für jeden einzelnen Menschen dieselbe Bedeutung haben, wie soll das dann mit ganzen Sätzen funktionieren?

Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse.

Antoine de Saint-Exupéry

 

 

 

Sprache als Werkzeug

 

Sprache ist ein Instrument der Verständigung, zumindest ist das die Absicht. Das Ergebnis des sprachlichen Austauschs überzeugt allerdings nicht immer!

Über das Risiko einander misszuverstehen denken wir normalerweise erst dann nach, wenn etwas schiefgegangen ist. Ob es uns gefällt oder nicht; Missverständnisse gehören zur Kommunikation. Selbst mit noch so bewährten Kommunikationsstrategien wird es nicht immer gelingen, sie zu verhindern.

Visionen


Sprache ist ein tückisches Terrain

 

Punkt, Komma, Strich; schon die Interpunktion sorgt bei Texten für unfreiwillige Missdeutungen. Komm essen wir(,) Opa. Satzzeichen können Leben retten!

Sprache – ob schriftlich oder mündlich genutzt – ist ein mehrdeutiges Wesen. Es führt mitunter ein überraschendes Eingenleben. Schon das Wort Disambiguierung (die Auflösung von Mehrdeutigkeiten bei der Verarbeitung natürlicher Sprache) erzeugt tendenziell Irritation.

Zusätzlichen Kummer bereitete mir als Kind die sprachliche Formulierung „in einem Affenzahn zu rennen“. Ich war schon damals davon überzeugt, das würde nie funktionieren und außerdem taten mir die Tiere leid.

Im Grunde ist es ein Wunder, dass wir uns überhaupt so oft verstehen. Überall lauern Missverständnisse. Mehrdeutigkeiten, Unklarheiten und andere Stolpersteine werfen so manches Gespräch aus der vorgesehenen Bahn. Noch dazu kommunizieren wir auf so vielen Ebenen, dass es schon eine beachtliche Leistung ist, die beabsichtigte Bedeutung zu ergattern.

Wenn zwei Menschen scheinbar vom Gleichen sprechen, meinen sie nicht unbedingt dasselbe. Umso wichtiger sind Mechanismen, mit denen Sender und Empfänger sich abgleichen. Werkzeuge gibt es eine Menge: Paraphrasieren, aktives Zuhören, …. Doch es braucht auch eine ausreichende Portion Empathie und die Bereitschaft, sie zur Geltung kommen zu lassen. Aufmerksamkeit, Bereitschaft und Fähigkeit zur Abstimmung sind wesentlich, doch leider nicht selbstverständlich.

18 Tipps für bessere Kommunikation

 

 

1. Bereiten Sie sich gut vor

 

Verschaffen Sie sich einen Überblick. Ich mache mir gerne ein Mindmap vor wichtigen Gesprächen. Beschaffen Sie die notwendigen Voraussetzungen.

Versetzen Sie sich in die Position des Gesprächspartners. Erkunden Sie die Perspektive; warum geht es in erster Linie, was ist von Interesse, welche Motive, welche Argumente zählen und welche Gegenargumente sind zu erwarten?

 

 

 

2. Wissen, wohin Sie wollen

 

Welchen Spielraum wollen Sie nutzen? Legen Sie für sich Minimalziele und Maximalziele fest. Wenn Sie sich über die Botschaft im Klaren sind, finden sich die passenden Worte.

 

 

 

3. Gute Beziehung

 

Es gibt Tage, da führt jede noch so harmlos klingende Äußerung zu heftigen Konflikten während an anderen Tagen sogar heikle Bemerkungen ohne Folgen für die Gesundheit bleiben. Der Deutungsspielraum wird ausgeschöpft; so oder so. Je besser die Beziehung, desto größer das Wohlwollen auch bei Interpretationen. Je schlechter die Beziehung, desto wahrscheinlicher ist eine negative Interpretation Ihrer Aussage. Ja, der Empfänger entscheidet über die Bedeutung einer Botschaft.

 

 

 

4. Bleiben Sie respektvoll

 

Der Ton macht die Musik! Und nicht nur mit Ihrer Stimme beeinflussen Sie die Beziehung. Die tatsächliche innere Haltung findet ihren Weg an die Oberfläche.

 

 

 

5. Achten Sie auf Ihre Körpersprache

 

Sie senden ständig nonverbale Signale. Gut, wenn diese im Einklang mit Ihren verbalen Äußerungen sind.

 

 

 

6. Machen Sie sich Notizen

 

Wird es komplexer, dann behalten Sie mit Notizen den Überblick. Außerdem zeigt es Gesprächspartnern, dass es Ihnen wichtig ist.

 

 

 

7. Verzichten Sie auf Hellsehen

 

Humma Kavula: „Zaphod Beeblebrox! Was führt Dich auf meinen bescheidenen Planeten?“

Zaphod: „Oh, ich glaube, Du weißt, warum ich hier bin!“

Humma Kavula: „Das glaube ich nicht!“

Zaphod: „Ich glaube, Du glaubst nur, Du glaubst es nicht… Doch wir beide wissen, dass Du es weißt!“

Per Anhalter durch die Galaxis

 

Kommunikation ist Interpretation. Nur ist der Spielraum oft so groß, dass es eher dem Hellsehen ähnelt. Gerade in heiklen Situationen sind die Vermutungen, auf deren Grundlage eine Botschaft interpretiert wird, oft weit von der Absicht entfernt.

Sehr hilfreich bei der Vermeidung von Missverständnisse sind Rückfragen. Fragen Sie dann doch lieber nach, anstatt zu raten und sich auf die eigene Interpretation zu verlassen, bitten Sie doch lieber den Gesprächspartner, bei der Deutung seiner Nachricht behilflich zu sein. Rückfragen sind kein Zeichen von Dummheit, sondern von kommunikativer Kompetenz.

 

 

 

8. Wirkung vor Absicht: Beachten Sie die Ebenen der Kommunikation

 

Wenn wir interpretieren, was jemand sagt tun wir das auf vier Ebenen. Jede Botschaft beinhaltet die vier Ebenen, jeder Empfänger interpretiert auf vier Ebenen.

  • Die Sachebene
    Worüber wird informiert?
  • Selbstkundgabe
    Was gebe ich von mir zu erkennen?
  • Beziehungsebene
    Was halte ich vom anderen und wodurch und wie zeige ich das?
  • Appellebene
    Was möchte ich erreichen?

 

 

 

9. Bleiben Sie offen

 

Mit der Bereitschaft sich auch in die Perspektive Ihres Gesprächspartners hineinzubegeben, erweitern Sie Ihre Sicht der Dinge, gewinnen Einblicke und somit Erkenntnisse. Übrigens soll eine offene Körperhaltung das erleichtern. Probieren Sie es aus.

 

 

 

10. Zuhören, Zuhören, Zuhören

 

Spricht Ihr Gesprächspartner, so schenken Sie ihm Ihre vollste Aufmerksamkeit. Zuhören ist eine Kernkompetenz für gute Kommunikation. Und Zuhören ist anspruchsvoller, als es erscheint. Ein gutes Gespräch findet hier eine Balance.

Abstimmung braucht die Fähigkeit, sich in Gesprächspartner einzufühlen; aktiv und aufmerksam zuzuhören! Und sich auch immer wieder und wieder zu vergewissern, wie die Botschaften ankommen. Zuhören ist nicht gleich Zuhören, ist leicht zu unterschätzen, doch Zuhören ist eine Kunst.

 

 

 

11. Den geeigneten Rahmen wählen

 

Der Kontext beeinflusst die Kommunikation wesentlich. Sorgen Sie dafür, dass die Bedingungen einen Austausch fördern.

Verständigung braucht auch einen geeigneten Rahmen und genügend Zeit. Hektik und Zeitmangel nagen an der Gesprächsqualität ebenso wie ein ungeeigneter Ort, an dem Störungen und Unterbrechungen sich einmischen. Entspannte Rahmenbedingungen können die Verständigung und vor allem die Bereitschaft dazu hingegen deutlich fördern.

 

 

 

12. Ich-Botschaften

 

Kritisches Feedback solltest du lieber als Ich-Botschaften geben. Das ist dann eine persönliche Meinung, Ihre Empfindung, statt eine grundsätzliche Anklage.

 

 

 

13. Kurz fassen

 

Selbst wohlwollende Gesprächspartner schalten bei anhaltenden Monologen früher oder später ab. Es ist nicht so einfach längere Zeit Informationen auf sich einprasseln zu lassen, wie ein Platzregen. Die Körpersprache signalisiert Ihnen, wenn ein Gesprächspartner ausgestiegen ist. Besser, Sie reagieren früher.

Fördern Sie lieber einen regen Austausch von Gedanken, statt einen Vortrag zu halten.

 

 

 

14. Aufmerksamkeit

 

Schenken Sie Ihren Gesprächspartnern die verdiente Aufmerksamkeit. Und wenn Sie merken, dass es Zeit ist sich zu sammeln, die Informationen zu verdauen, bitten Sie um die Gelegenheit dafür. Mit Krampf geht es nicht!

Gesprächspartner merken sehr gut, ob wir ihnen Aufmerksamkeit entgegenbringen; uns voll und ganz auf sie konzentrieren. Wird der Blickkontakt gehalten und eine zugewandte Körperhaltung eingenommen? Wie ehrlich ist das Interesse? Ehrliches Interesse wird beispielsweise durch interessiertes Nachfragen signalisiert.

 

 

 

15. Positive, statt negativer Aussagen

 

Sagen Sie was Sie wollen und nicht, was Sie nicht wollen. Negative Aussagen belasten die Beziehung und sorgen für Missverständnisse.

 

 

 

16. Empfängerorientiert kommunizieren

 

Lernen Sie, auf unterschiedliche Kommunikationsmuster gezielt einzugehen. Besonders die Art und Weise, wie Menschen motiviert werden macht einen großen Unterschied. Orientieren Sie Ihre Angebote an den Sprachmustern, die Sie entdecken. Es hilft sehr, wenn wir auf der gleichen Wellenlänge kommunizieren.

 

 

 

17. Einigungen im SMART-Format

 

Wenn Sie sich auf etwas geeinigt haben formulieren Sie es mit dem SMART-Format, damit alle Beteiligten eine identische Vereinbarung mitnehmen.

Zur Erinnerung: SMARTe Ziele angemessen, überprüfbar – also messbar – und interessant, positiv – also attraktiv – formuliert. Aussichtslose Ziele verschlimmern die Situation, daher sollen Ziele realistisch formuliert und zeitlich erreichbar – ggf. in Etappen terminiert – werden.

 

 

 

18. Was sagt die Körpersprache des Gesprächspartners?

 

Passt die Körpersprache zu den verbalen Aussagen, ist sie kongruent? Achten Sie auf Hinweise, die Ihnen zusätzliche Anhaltspunkte geben, was jemand tatsächlich denkt. Anregungen dazu finden Sie in einigen der Artikel im Blog von www.karstennoack.de: Lügner und ihre Lügen erkennen, Lass das, ich hass‘ das: Manipulationstechniken erkennen und Was lässt sich tatsächlich von den Augen ablesen?

P.S.

 

Wie sorgen Sie dafür Missverständnissen vorzubeugen?

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1. Regel der Rhetorik: Beginnen wir bei den Grundlagen der Rhetorik

1. Regel der Rhetorik: Beginnen wir bei den Grundlagen der Rhetorik

Ich hatte einen ansonsten geschätzten Kollegen, der pflegte die Angewohnheit sich regelmäßig alle 15 Minuten zu äußern. Und das weitgehend unabhängig vom Thema und der Relevanz des persönlichen Beitrags dazu. Er hatte irgendwo in einem Karriereführer gelesen das wäre gut, um voran zu kommen. Das widerspricht leider den Grundlagen der Rhetorik.

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Der grundlegende Denkfehler heißt: Der andere denkt wie ich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2010
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #32468
K:
Ü:

Provokation & Tabubruch: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne Vertrauen zu verlieren

Tabubruch und Provokation: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne die Botschaft zu beschädigen

Provokation & Tabubruch: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne Vertrauen zu verlieren

Tabubruch und Provokation: Aufmerksamkeit erzeugen, ohne die Botschaft zu beschädigen

 

Provokation kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Das ist ihre Stärke.

Und manchmal ihr größtes Problem.

Denn Aufmerksamkeit allein beantwortet noch keine dieser Fragen:

  • Wird die Botschaft verstanden?
  • Bleibt der richtige Gedanke hängen?
  • Wächst Glaubwürdigkeit?
  • Entsteht konstruktive Auseinandersetzung?
  • Oder erinnert sich das Publikum am Ende nur an den Tabubruch?

Genau deshalb ist Provokation rhetorisch interessant.

Sie kann eine Botschaft verstärken.

Sie kann sie ebenso überdecken.

 
 
 

Was ist ein Tabubruch?

 

Ein Tabu bezeichnet eine soziale Grenze.

Bestimmte Themen, Wörter oder Verhaltensweisen gelten in einem konkreten kulturellen oder sozialen Kontext als:

  • unangemessen
  • anstößig
  • beschämend
  • respektlos
  • oder nicht öffentlich besprechbar

Ein Tabubruch überschreitet eine solche Grenze.

Das kann bewusst geschehen.

Oder unbeabsichtigt.

 
 
 

Tabus verändern sich

 

Was in einer Generation kaum öffentlich ausgesprochen wurde, kann später selbstverständlich diskutiert werden.

Umgekehrt entstehen neue gesellschaftliche Sensibilitäten und Grenzen.

Tabus sind deshalb nicht statisch.

Sie hängen unter anderem ab von:

  • Zeit
  • Kultur
  • Milieu
  • Situation
  • Publikum

Das macht den gezielten Tabubruch anspruchsvoll.

Was für eine Gruppe mutig wirkt, kann für eine andere banal oder respektlos sein.

 
 
 

Was ist Provokation?

 

Provokation ist breiter als Tabubruch.

Du kannst provozieren, ohne ein gesellschaftliches Tabu zu verletzen.

Zum Beispiel durch:

  • eine unerwartete These
  • eine unbequeme Frage
  • einen starken Kontrast
  • eine überraschende Perspektive
  • eine bewusste Zuspitzung

Provokation unterbricht Erwartung.

Genau dadurch kann Aufmerksamkeit entstehen.

 
 
 

Warum Provokation Aufmerksamkeit erzeugen kann

 

Menschen reagieren auf Abweichungen.

Wenn etwas:

  • unerwartet
  • ungewohnt
  • emotional
  • oder normverletzend

wirkt, bekommt es leichter Aufmerksamkeit.

Das erklärt, warum provokante:

  • Werbung
  • Schlagzeilen
  • Reden
  • Kampagnen
  • Social-Media-Beiträge

häufig wahrgenommen werden.

Die entscheidende Frage kommt danach:

Was macht diese Aufmerksamkeit mit der Botschaft?

 
 
 

Aufmerksamkeit ist nur der Anfang

 

Viele Kommunikationsfehler entstehen, weil Aufmerksamkeit mit Wirkung verwechselt wird.

Ein Beitrag kann:

  • viele Klicks
  • viele Kommentare
  • große Empörung
  • starke Erinnerung

erzeugen.

Und trotzdem:

  • die falsche Botschaft vermitteln
  • Vertrauen beschädigen
  • von der Sache ablenken
  • eine Organisation schlechter aussehen lassen

Aufmerksamkeit ist ein Kommunikationsziel unter mehreren.

Nicht automatisch das wichtigste.

 
 
 

Provokation kann funktionieren und trotzdem schaden

 

Gerade Werbung zeigt dieses Spannungsfeld gut.

Provokante beziehungsweise tabuisierte Inhalte können Aufmerksamkeit und Erinnerungsleistung erhöhen.

Gleichzeitig können sie:

  • die Haltung gegenüber einer Marke verschlechtern
  • soziale Ablehnung erzeugen
  • die Kaufabsicht reduzieren

Das bedeutet:

„Es ist aufgefallen“ ist noch kein Erfolgskriterium.

 
 
 

Die entscheidende Frage lautet: Wofür provozierst du?

 

Provokation kann sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Aufmerksamkeit

Menschen sollen überhaupt erst hinschauen oder zuhören.

 

Irritation

Ein gewohntes Denkmuster soll kurz unterbrochen werden.

 

Perspektivwechsel

Das Publikum soll eine Frage aus einer anderen Richtung betrachten.

 

Konfrontation

Ein unbequemes Thema soll nicht länger umgangen werden.

 

Positionierung

Eine Person oder Marke möchte deutlich zeigen, wofür sie steht.

All das kann legitim sein.

Problematisch wird Provokation dort, wo die eigentliche Antwort lautet:

„Damit überhaupt jemand reagiert.“

 
 
 

Provokation ohne Botschaft nutzt sich schnell ab

 

Wenn die Form stärker wird als der Inhalt, entsteht ein Problem.

Dann braucht der nächste Auftritt:

  • mehr Lautstärke
  • mehr Grenzüberschreitung
  • mehr Schock
  • mehr Zuspitzung

um denselben Aufmerksamkeitseffekt zu erzeugen.

Das ist kommunikativ teuer.

Denn irgendwann bestimmt nicht mehr die Botschaft die Form.

Die Notwendigkeit weiterer Eskalation bestimmt sie.

 
 
 

Der Eskalationseffekt

 

Wer regelmäßig über Provokation auffällt, schafft Erwartungen.

Das Publikum denkt:

„Was kommt diesmal?“

Dann wird Normalität schwerer.

Die Kommunikationsstrategie beginnt, sich selbst zu treiben.

Das kann besonders bei:

  • Marken
  • Influencern
  • politischen Akteuren
  • Künstlern
  • Rednern

sichtbar werden.

 
 
 

Provokation oder bloße Aufmerksamkeitssuche?

 

Ein hilfreicher Test lautet:

Würde der Gedanke auch ohne die Provokation tragen?

Wenn die Antwort Nein lautet, besteht möglicherweise vor allem:

Inszenierung.

Wenn die Antwort Ja lautet, kann Provokation eine vorhandene Botschaft verstärken.

 
 
 

Ein guter Tabubruch öffnet etwas

 

Produktive Tabubrüche können:

  • Schweigen beenden
  • unsichtbare Probleme sichtbar machen
  • überholte Normen infrage stellen
  • Betroffenen Sprache geben
  • gesellschaftliche Diskussion ermöglichen

Dann ist der Tabubruch nicht das Ziel.

Er öffnet einen Raum für:

etwas Relevantes.

 
 
 

Nicht jedes Tabu verdient Schutz

 

Manche Tabus haben dazu beigetragen, dass wichtige Themen lange kaum besprochen wurden.

Zum Beispiel können Themen rund um:

  • Krankheit
  • psychische Belastung
  • Sexualität
  • Gewalt
  • Sterben

mit Scham oder Schweigen verbunden sein.

Ein bewusster Umgang damit kann gesellschaftlich hilfreich sein.

Das bedeutet nicht, dass jede Form der Grenzüberschreitung hilfreich ist.

Ein relevantes Thema verdient nicht automatisch jede denkbare Darstellungsform.

 
 
 

Manche Grenzen haben eine Funktion

 

Andere Tabus oder soziale Normen schützen beispielsweise:

  • Würde
  • Privatsphäre
  • Persönlichkeitsrechte
  • gegenseitigen Respekt

Deshalb ist:

„Ich breche ein Tabu“

noch kein Qualitätsmerkmal.

Die entscheidende Frage lautet:

Welche Grenze breche ich – und warum?

 
 
 

Provokation und Respekt schließen sich nicht aus

 

Eine Aussage kann unbequem sein und trotzdem respektvoll formuliert werden.

Zum Beispiel:

„Vielleicht ist nicht dein Zeitmanagement das Problem. Vielleicht hast du zu viele Aufgaben akzeptiert, die gar nicht zu deinen Prioritäten gehören.“

Das kann provozieren.

Es braucht keine Beleidigung.

Provokation kann aus:

  • Klarheit
  • Kontrast
  • ungewohnter Perspektive

entstehen.

Nicht nur aus Grenzverletzung.

 
 
 

Die stärkste Provokation ist manchmal ein klarer Satz

 

Viele Menschen verbinden Provokation mit:

  • Schimpfwörtern
  • Sexualität
  • Schockbildern
  • Beleidigungen

Das ist eine sehr enge Vorstellung.

Ein Satz wie:

„Vielleicht ist dein Problem nicht fehlende Motivation, sondern ein Ziel, das du gar nicht mehr willst.“

kann sehr viel stärker irritieren.

Gerade weil er:

inhaltlich provoziert.

 
 
 

Inhaltliche Provokation ist häufig nachhaltiger als sprachlicher Schock

 

Sie stellt:

  • Annahmen
  • Gewohnheiten
  • Selbstverständlichkeiten

infrage.

Das Publikum reagiert dann auf:

den Gedanken.

Nicht nur auf:

die Verpackung.

 
 
 

Fäkalsprache: Kann das funktionieren?

 

Natürlich.

Ein ungewöhnliches oder grobes Wort kann:

  • überraschen
  • Nähe erzeugen
  • eine Situation emotional verdichten
  • Authentizität vermitteln

Es kann ebenso:

  • billig wirken
  • Professionalität beschädigen
  • Menschen unnötig abstoßen
  • vom Inhalt ablenken

Die Wirkung hängt stark vom Kontext ab.

 
 
 

Die Frage ist nicht: Darf ich dieses Wort sagen?

 

Interessanter ist:

Was leistet dieses Wort hier?

Bringt es:

  • Präzision?
  • Emotion?
  • Nähe?
  • Kontrast?

Oder liefert es lediglich:

einen kleinen Schock?

 
 
 

Fluchen kann authentisch sein – und trotzdem unpassend

 

Authentizität bedeutet nicht:

jeden Impuls ungefiltert auszudrücken.

Professionelle Kommunikation berücksichtigt:

  • eigene Persönlichkeit
  • Publikum
  • Anlass
  • Rolle
  • Ziel

Ein Ausdruck kann vollkommen authentisch sein und trotzdem für den konkreten Anlass die falsche Wahl.

 
 
 

Provokation bei Reden und Präsentationen

 

Hier kann sie besonders wirkungsvoll sein.

Zum Beispiel im Einstieg.

Eine unerwartete These kann Aufmerksamkeit bündeln.

Beispielsweise:

„Die meisten Präsentationen scheitern nicht an schlechten Folien.“

Das erzeugt eine offene Frage:

Woran dann?

Die Provokation führt direkt in den Inhalt.

Genau so sollte es sein.

 
 
 

Provokation braucht eine Auflösung

 

Wenn du mit einer starken Aussage beginnst, sollte später nachvollziehbar werden:

Warum hast du sie gemacht?

Sonst bleibt:

  • Irritation
  • Empörung
  • Verwirrung

ohne Erkenntnis.

Die Provokation eröffnet den Gedanken.

Die Argumentation muss ihn anschließend tragen.

 
 
 

Clickbait ist das verwandte Problem

 

Online lässt sich dieselbe Mechanik beobachten.

Eine Überschrift verspricht:

maximale Überraschung.

Dann liefert der Inhalt wenig.

Kurzfristig kann das Klicks erzeugen.

Langfristig lernt das Publikum:

Die Versprechen sind größer als der Inhalt.

Das kostet Vertrauen.

 
 
 

Aufmerksamkeit auf Kredit

 

So lässt sich Clickbait betrachten.

Du bekommst Aufmerksamkeit:

vorab.

Der Inhalt muss sie anschließend rechtfertigen.

Wenn er das regelmäßig nicht tut, sinkt die Glaubwürdigkeit.

 
 
 

Provokation in sozialen Medien

 

Soziale Medien belohnen häufig Inhalte, die Reaktionen erzeugen.

Das kann Anreize schaffen für:

  • stärkere Zuspitzung
  • Konflikt
  • Empörung
  • Polarisierung

Dann verschiebt sich leicht das Ziel.

Aus:

„Ich möchte etwas Relevantes vermitteln.“

wird:

„Ich brauche Reaktion.“

 
 
 

Reaktion ist nicht dasselbe wie Resonanz

 

Das ist eine hilfreiche Unterscheidung.

Reaktion kann sein:

  • Empörung
  • Widerspruch
  • Spott
  • Neugier

Resonanz bedeutet stärker:

Ein Gedanke hat tatsächlich etwas ausgelöst, das über den ersten Reflex hinausgeht.

 
 
 

Provokation in der Werbung

 

Werbung nutzt Provokation häufig, um in einem überfüllten Aufmerksamkeitsmarkt aufzufallen.

Das kann funktionieren.

Forschung zu Tabuwerbung zeigt, dass solche Inhalte Aufmerksamkeit und Erinnern erhöhen können.

Gleichzeitig können negative Bewertungen der Marke entstehen.

Deshalb sollte nicht nur gefragt werden:

„Erinnert sich jemand an die Werbung?“

Sondern:

„Woran erinnert sich die Person – und mit welcher Haltung?“

 
 
 

Provokation kann die Marke verschlucken

 

Ein bekanntes Problem:

Menschen erinnern sich an:

  • das Motiv
  • den Skandal
  • den Witz

und kaum an:

das eigentliche Angebot.

Dann hat die Kommunikation Aufmerksamkeit erzeugt.

Die Zuordnung ist jedoch schwach.

 
 
 

Die Botschaft sollte stärker sein als der Schock

 

Ein einfacher Test lautet:

Was soll das Publikum am nächsten Tag erzählen?

Nur:

„Hast du gesehen, was der gesagt hat?“

Oder:

„Der hat einen interessanten Gedanken formuliert.“

Das ist ein großer Unterschied.

 
 
 

Provokation in Führung und Unternehmen

 

Auch Führungskräfte können bewusst provozieren.

Zum Beispiel mit einer Frage wie:

„Welche unserer Regeln würden wir heute nicht mehr einführen?“

Das kann Denken öffnen.

Provokation kann hier ein Werkzeug sein, um:

  • Selbstverständlichkeiten zu prüfen
  • blinde Flecken sichtbar zu machen
  • Diskussion anzustoßen

Sie sollte jedoch nicht zum:

Machtdemonstrationsinstrument

werden.

 
 
 

Provokation von oben hat eine andere Wirkung

 

Hierarchie verändert Kommunikation.

Ein provokanter Satz eines Kollegen kann als Denkanstoß wahrgenommen werden.

Derselbe Satz von einer Führungskraft kann wie:

  • Kritik
  • Drohung
  • Bewertung

wirken.

Deshalb sollte eine Führungskraft besonders aufmerksam prüfen:

Welche Wirkung erzeugt meine Rolle zusätzlich zur Formulierung?

 
 
 

Provokation und Humor

 

Humor kann Provokation leichter machen.

Er kann Spannung reduzieren und eine unerwartete Perspektive öffnen.

Doch Humor schützt nicht automatisch vor Wirkung.

Der Satz:

„War doch nur ein Witz.“

macht eine verletzende Aussage nicht automatisch harmlos.

Auch humorvolle Provokation braucht:

  • Kontextgefühl
  • Publikumskenntnis
  • Verantwortung

 
 
 

Provokation nach unten ist besonders riskant

 

Humor auf Kosten von Personen mit weniger:

  • Status
  • Macht
  • Einfluss

wirkt schnell anders als eine Provokation gegen etablierte Macht.

Deshalb lohnt sich die Frage:

Wer trägt den Preis für den Effekt?

 
 
 

Provokation und Ironie

 

Ironie kann elegant sein.

Sie enthält jedoch ein besonderes Risiko:

Sie kann missverstanden werden.

Gerade bei:

  • unbekanntem Publikum
  • schriftlicher Kommunikation
  • internationalen Kontexten
  • angespannten Situationen

fehlen möglicherweise Signale, die die ironische Absicht deutlich machen.

→ Ironie in der Kommunikation

 
 
 

Provokation und Polarisierung

 

Provokation kann Menschen zwingen, Position zu beziehen.

Das kann hilfreich sein.

Es kann ebenso Zwischentöne zerstören.

Dann entsteht aus einer komplexen Frage:

dafür oder dagegen.

Polarisierung erhöht häufig Aufmerksamkeit.

Sie erhöht nicht automatisch Erkenntnis.

 
 
 

Die Mitte ist kommunikativ oft unspektakulär

 

Differenzierte Aussagen enthalten:

  • Bedingungen
  • Ausnahmen
  • Unsicherheit
  • Abwägung

Das macht sie sachlich häufig besser.

Und kommunikativ weniger explosiv.

Genau deshalb ist gute Kommunikation manchmal weniger spektakulär als schlechte.

 
 
 

Wann Provokation besonders riskant ist

 

Zum Beispiel wenn:

  • Menschen persönlich betroffen sind
  • Trauer oder Krankheit eine Rolle spielen
  • hohe Machtunterschiede bestehen
  • der Kontext öffentlich ist
  • juristische Konsequenzen möglich sind
  • die Organisation bereits unter Vertrauensproblemen leidet

Dann sollte der mögliche Aufmerksamkeitsgewinn besonders sorgfältig gegen mögliche Schäden abgewogen werden.

 
 
 

Wann Provokation hilfreich sein kann

 

Zum Beispiel wenn:

  • ein relevantes Thema übersehen wird
  • eine festgefahrene Denkweise aufgebrochen werden soll
  • ein Widerspruch sichtbar gemacht werden muss
  • ein Publikum gedanklich aktiviert werden soll
  • die Provokation direkt zur Botschaft führt

 
 
 

Sieben Fragen vor einer Provokation

 

  1. Was möchte ich damit erreichen?
  2. Welche Botschaft soll danach klarer sein?
  3. Würde mein Argument auch ohne die Provokation tragen?
  4. Wen könnte die Form unnötig treffen?
  5. Passt sie zu meiner Rolle?
  6. Was passiert, wenn jemand sie wörtlich nimmt?
  7. Ist die zu erwartende Wirkung den möglichen Preis wert?

 
 
 

Eine achte Frage ist besonders wichtig

 

Bin ich bereit, die Wirkung meiner Provokation zu verantworten?

Das ist etwas anderes als:

„Ich habe es doch gar nicht so gemeint.“

Kommunikation besteht aus:

  • Absicht
  • Botschaft
  • Wirkung

Professionelle Kommunikation berücksichtigt alle drei Ebenen.

 
 
 

Absicht entschuldigt nicht jede Wirkung

 

Du kannst etwas:

humorvoll

gemeint haben.

Und es kann:

verletzend

wirken.

Die angemessene Reaktion lautet dann weniger:

„Du hast meinen Humor nicht verstanden.“

Interessanter ist:

„Was ist hier kommunikativ passiert?“

 
 
 

Ebenso wenig ist jede Empörung ein Beweis für schlechte Kommunikation

 

Auch das gehört zur Differenzierung.

Eine relevante Aussage kann Menschen verärgern.

Unbequeme Kritik kann:

  • Widerstand
  • Abwehr
  • Empörung

auslösen.

Das macht sie nicht automatisch falsch.

Die entscheidende Frage bleibt:

Ist die Aussage sachlich begründet und die Form angemessen?

 
 
 

Provokation darf etwas kosten

 

Eine echte Positionierung wird nicht immer allen gefallen.

Wer jede negative Reaktion vermeiden möchte, kommuniziert schnell:

beliebig.

Deshalb lautet die Alternative zu provokativer Kommunikation nicht:

Harmlosigkeit.

Die Alternative lautet:

bewusste Klarheit.

 
 
 

Klarheit ist nicht dasselbe wie Härte

 

Du kannst deutlich sagen:

„Diese Entscheidung halte ich für falsch.“

Ohne zu sagen:

„Wer das entscheidet, hat keine Ahnung.“

Der erste Satz kritisiert eine Entscheidung.

Der zweite wertet Personen ab.

Beides erzeugt Wirkung.

Nur eine Variante hält die Diskussion leichter bei der Sache.

 
 
 

Provokation als rhetorisches Mittel

 

Rhetorisch lässt sich Provokation gut einsetzen als:

  • These
  • Frage
  • Kontrast
  • Paradox
  • bewusste Übertreibung

Wichtig ist:

Das Publikum sollte irgendwann verstehen, was die Provokation leisten sollte.

 
 
 

Provokante Fragen sind häufig besonders stark

 

Zum Beispiel:

„Welche Ihrer erfolgreichsten Entscheidungen würden Sie heute nicht mehr treffen?“

Oder:

„Welche Probleme in Ihrem Unternehmen bestehen nur deshalb weiter, weil niemand zuständig sein möchte?“

Eine solche Frage provoziert Denken.

Sie muss niemanden beleidigen.

 
 
 

Selbstprovokation kann besonders glaubwürdig sein

 

Wer nur andere provoziert, wirkt schnell belehrend.

Wer auch eigene:

  • Annahmen
  • Fehler
  • Widersprüche

offenlegt, erzeugt eine andere Gesprächssituation.

Dann lautet die Botschaft:

„Ich stelle nicht nur euch infrage. Ich prüfe auch mich selbst.“

 
 
 

Provokation in wichtigen Reden

 

Bei einer wichtigen Rede sollte die Provokation der Dramaturgie dienen.

Prüfe:

  • Warum kommt sie genau hier?
  • Was soll danach passieren?
  • Wie wird sie aufgelöst?
  • Welche Kernbotschaft verstärkt sie?

Wenn diese Fragen keine klaren Antworten haben, ist die Provokation möglicherweise entbehrlich.

 
 
 

Provokation bei Executive-Kommunikation

 

Je höher Verantwortung und Sichtbarkeit, desto größer können die Folgen eines einzelnen Satzes sein.

Ein zugespitztes Zitat kann:

  • intern motivieren
  • extern missverstanden werden
  • medial verkürzt werden
  • Reputation beeinflussen

Deshalb lohnt sich dort besonders die Frage:

Funktioniert meine Aussage auch außerhalb des Raums, in dem ich sie äußere?

 
 
 

Der Screenshot-Test

 

Für öffentliche Kommunikation ist ein einfacher Test hilfreich:

Wie wirkt dieser Satz, wenn er morgen ohne Kontext als Screenshot verbreitet wird?

Das ist keine Aufforderung zu ängstlicher Kommunikation.

Es ist eine Erinnerung daran:

Öffentliche Aussagen können ihren ursprünglichen Kontext verlassen.

 
 
 

Wenn Provokation schiefgeht

 

Dann gibt es mehrere Möglichkeiten.

Missverständnis klären

Erkläre, was du gemeint hast.

Wirkung anerkennen

Wenn die Form unnötig verletzt hat, lässt sich das benennen.

Formulierung korrigieren

Du kannst sagen:

„Die Zuspitzung war unnötig. Mein eigentlicher Punkt ist …“

Bei der Sache bleiben

Wenn die Aussage bewusst und sachlich begründet war, darfst du sie auch halten.

 
 
 

Eine Korrektur kostet weniger als hartnäckige Verteidigung

 

Menschen verteidigen missglückte Provokationen manchmal weiter, weil eine Korrektur wie Schwäche wirkt.

Das Gegenteil kann der Fall sein.

Eine klare Korrektur signalisiert:

  • Urteilsfähigkeit
  • Verantwortung
  • Souveränität

Du musst keine schlechte Formulierung retten, nur weil sie von dir stammt.

 
 
 

12 Fragen für wirksame Provokation

 

  1. Was ist meine eigentliche Botschaft?
  2. Warum braucht sie hier Provokation?
  3. Wen möchte ich erreichen?
  4. Welche Norm oder Erwartung breche ich?
  5. Warum ist diese Grenzüberschreitung sinnvoll?
  6. Wen könnte sie unnötig verletzen?
  7. Passt sie zu meiner Rolle und Positionierung?
  8. Bleibt der Inhalt stärker als der Effekt?
  9. Würde die Aussage auch ohne den Schock tragen?
  10. Kann sie ohne Kontext missverstanden werden?
  11. Bin ich bereit, die Wirkung zu verantworten?
  12. Was soll das Publikum anschließend denken oder tun?

 
 
 

Aufmerksamkeit ohne Tabubruch

 

Es gibt viele andere Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Zum Beispiel:

  • eine relevante Frage
  • eine überraschende Information
  • eine starke Geschichte
  • ein klarer Konflikt
  • ein unerwarteter Kontrast
  • eine präzise Kernbotschaft

Tabubruch ist damit:

eine Möglichkeit.

Nicht:

die Voraussetzung für Aufmerksamkeit.

 
 
 

Relevanz schlägt Provokation

 

Ein Publikum hört besonders aufmerksam zu, wenn es erkennt:

„Das betrifft mich.“

Dann braucht es häufig deutlich weniger künstliche Zuspitzung.

Provokation kann Aufmerksamkeit öffnen.

Relevanz kann sie tragen.

 
 
 

Wenn du einen wichtigen Auftritt vorbereitest

 

Dann kann es sinnvoll sein, provokante Formulierungen vorab zu prüfen.

Zum Beispiel:

  • Passt der Einstieg zur Botschaft?
  • Wo liegt die Grenze zwischen Klarheit und unnötiger Härte?
  • Wie reagiert ein kritisches Publikum?
  • Welche Formulierung könnte aus dem Kontext gerissen werden?
  • Welche Alternative erzielt dieselbe Wirkung mit geringerem Risiko?

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

 
 
 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Sprache, Positionierung, Reden, Präsentationen oder schwierige Kommunikationssituationen geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Aussage, Rede, Präsentation oder öffentliche Kommunikation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 
 
 

Fazit: Provokation ist ein Verstärker, kein Ersatz für Substanz

 

Provokation kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Sie kann:

  • Denken anregen
  • Tabus sichtbar machen
  • festgefahrene Perspektiven öffnen
  • eine Botschaft verstärken

Sie kann ebenso:

  • Menschen unnötig verletzen
  • Vertrauen beschädigen
  • vom Inhalt ablenken
  • nur noch sich selbst inszenieren

Deshalb ist weniger entscheidend:

„Wie provozierend kann ich sein?“

Interessanter ist:

„Welchen Beitrag leistet diese Provokation zu meiner Botschaft?“

Wenn darauf keine gute Antwort folgt, brauchst du vermutlich eine andere Form.

Provokation ist ein Verstärker. Sie kann einen starken Gedanken stärker machen. Einen schwachen Gedanken ersetzt sie nicht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Wer interessieren will, muss provozieren. Salvador Dali

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

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Es gibt ja leider Sachen und Geschichten,
 nie reizend und pikant,
 nur werden sie von Tanten und von Nichten 
niemals genannt. Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,
 sei zart und schweig auch du! Bedenk. 
Man liebt den Käse wohl – indessen, man deckt ihn zu. Wilhelm Busch

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026