Grenzsituationen meistern: Klar bleiben und handlungsfähig entscheiden

Grenzsituationen meistern

Klar bleiben und handlungsfähig entscheiden
Verschwörungstheorien

Grenzsituationen: Wie du klar bleibst, wenn Gewohntes nicht mehr trägt

 

Es gibt Situationen, auf die wir uns vorbereiten können.

Wir sammeln Informationen.

Wir entwickeln einen Plan.

Wir rechnen mit Schwierigkeiten.

Und dann gibt es Situationen, in denen genau das plötzlich kaum noch reicht.

Eine Diagnose.

Ein Verlust.

Eine Trennung.

Eine berufliche Krise.

Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen.

Eine unerwartete Veränderung.

Oder ein Moment, in dem du merkst:

So wie bisher geht es nicht weiter.

Solche Erfahrungen können zu Grenzsituationen werden.

Sie bringen uns an einen Punkt, an dem vertraute Routinen, Sicherheiten oder Erklärungen nicht mehr vollständig tragen.

Die entscheidende Frage lautet dann selten:

Wie bekomme ich möglichst schnell wieder alles unter Kontrolle?

Hilfreicher ist:

Wie bleibe ich handlungsfähig, obwohl gerade vieles offen ist?

 

 

 

Was ist eine Grenzsituation?

 

Der Begriff Grenzsituation wird besonders mit dem Philosophen Karl Jaspers verbunden.

Gemeint sind grundlegende Situationen menschlicher Existenz, denen wir nicht einfach ausweichen können.

Tod.

Leiden.

Schuld.

Kampf.

Zufall.

Situationen also, in denen wir mit Grenzen unserer Kontrolle und unserer bisherigen Vorstellungen konfrontiert werden.

Im Alltag verwenden wir den Begriff häufig weiter.

Dann kann eine Grenzsituation jeder Moment sein, in dem unser bisheriges Denken und Handeln an eine spürbare Grenze kommt.

Etwas funktioniert nicht mehr.

Eine bisherige Rolle trägt nicht mehr.

Eine Entscheidung lässt sich nicht länger vertagen.

Eine Gewissheit verliert ihre Sicherheit.

Und plötzlich braucht es mehr als eine gewohnte Lösung.

 

 

 

Grenzsituationen nehmen uns vertraute Antworten

 

Solange der Alltag funktioniert, müssen wir vieles kaum hinterfragen.

Wir wissen, wie der Tag abläuft.

Was von uns erwartet wird.

Wie Beziehungen funktionieren.

Welche Rolle wir spielen.

Welche Entscheidungen sich bewährt haben.

Eine Grenzsituation kann diese Selbstverständlichkeiten erschüttern.

Dann tauchen Fragen auf wie:

Was ist mir wirklich wichtig?

Was trägt noch?

Was möchte ich behalten?

Was muss ich verändern?

Welche Wahrheit habe ich bisher vermieden?

Und manchmal:

Wer möchte ich in dieser Situation sein?

Genau darin liegt die besondere Bedeutung solcher Phasen.

Sie zwingen uns keineswegs automatisch zum Wachstum.

Sie können uns jedoch dazu bringen, genauer hinzusehen.

 

 

 

Der Wunsch nach Kontrolle ist verständlich

 

Wenn Sicherheit verloren geht, wächst häufig der Wunsch nach Kontrolle.

Wir recherchieren.

Planen.

Analysieren.

Suchen Erklärungen.

Fragen andere Menschen.

Versuchen, möglichst schnell wieder festen Boden zu finden.

Das kann sinnvoll sein.

Doch manche Situationen lassen sich nur teilweise kontrollieren.

Dann entsteht leicht ein anstrengender Kampf:

Wir versuchen, Sicherheit dort herzustellen, wo gerade nur begrenzte Sicherheit möglich ist.

Eine wichtige Unterscheidung lautet deshalb:

Was kann ich kontrollieren?

Was kann ich beeinflussen?

Und was muss ich zunächst als offen akzeptieren?

Diese drei Bereiche auseinanderzuhalten, spart enorme Kraft.

 

 

 

Unsicherheit aushalten bedeutet nicht Passivität

 

Unsicherheit zu akzeptieren heißt keineswegs, sich zurückzulehnen und alles geschehen zu lassen.

Im Gegenteil.

Gerade wenn vieles offen ist, wird die Qualität der nächsten Entscheidung besonders wichtig.

Du brauchst vielleicht keine Antwort auf die gesamte Zukunft.

Du brauchst den nächsten tragfähigen Schritt.

Vielleicht:

ein Gespräch führen.

eine Information beschaffen.

eine Grenze setzen.

eine Nacht darüber schlafen.

Unterstützung suchen.

eine Entscheidung vertagen.

oder gerade eine Entscheidung treffen.

Eine gute Frage lautet:

Was ist jetzt der nächste sinnvolle Schritt, obwohl ich noch nicht alles weiß?

Das ist häufig realistischer als der Versuch, vollständige Gewissheit herzustellen.

 

 

 

Grenzsituationen verengen den Blick

 

Unter starkem Druck verändert sich unsere Wahrnehmung.

Aufmerksamkeit wird enger.

Gefahren erscheinen größer.

Alternativen werden leichter übersehen.

Wir denken schneller in:

entweder oder.

jetzt oder nie.

alles oder nichts.

genau deshalb lohnt sich unter Druck häufig eine bewusste Verlangsamung.

Nicht um Schwierigkeiten kleinzureden.

Sondern um den eigenen Denkraum wieder zu vergrößern.

Frage:

Welche Möglichkeit sehe ich gerade möglicherweise nicht?

Oder:

Welche Entscheidung würde ich treffen, wenn ich zehn Prozent ruhiger wäre?

Schon ein kleiner innerer Abstand kann neue Optionen sichtbar machen.

 

 

 

Eine Grenzsituation ist kein Charaktertest

 

Menschen reagieren unter außergewöhnlicher Belastung unterschiedlich.

Manche werden sehr aktiv.

Andere ziehen sich zurück.

Manche suchen Nähe.

Andere brauchen Abstand.

Einige werden ausgesprochen sachlich.

Andere emotional.

Solche Reaktionen sagen keineswegs automatisch, wer stärker, reifer oder besser vorbereitet ist.

Menschen regulieren Unsicherheit auf unterschiedliche Weise.

Interessanter ist:

Hilft mir meine aktuelle Reaktion dabei, mit der Situation umzugehen?

Wenn ja, darf sie ihren Platz haben.

Wenn sie dich zunehmend handlungsunfähig macht, lohnt sich eine andere Strategie.

 

 

 

Gefühle sind Informationen – keine vollständigen Lageberichte

 

Angst kann anzeigen:

Hier könnte Gefahr bestehen.

Ärger kann anzeigen:

Eine Grenze wurde berührt.

Trauer kann anzeigen:

Etwas Bedeutendes geht verloren.

Scham kann anzeigen:

Mein Selbstbild oder meine soziale Zugehörigkeit fühlt sich bedroht.

Diese Gefühle sind wichtig.

Sie erzählen etwas.

Doch sie erzählen selten die gesamte Geschichte.

Deshalb hilft in Grenzsituationen die Trennung:

Was fühle ich?

Was weiß ich?

Was vermute ich?

Was brauche ich?

Das schafft Orientierung, ohne Gefühle abzuwerten.

 

 

 

Wenn alte Strategien nicht mehr funktionieren

 

Grenzsituationen zeigen häufig besonders deutlich, welche Strategien wir bisher genutzt haben.

Leistung.

Kontrolle.

Anpassung.

Rückzug.

Perfektionismus.

Humor.

Vermeidung.

Durchhalten.

Manche dieser Strategien haben uns lange geholfen.

Und plötzlich funktionieren sie weniger gut.

Das kann verunsichern.

Denn dann lautet die Herausforderung nicht lediglich:

„Wie löse ich dieses Problem?“

Sondern:

„Welche neue Art des Umgangs brauche ich?“

Gerade darin kann eine Entwicklungsaufgabe liegen.

 

 

 

Vorsicht vor vorschnellen Sinnangeboten

 

Bei schwierigen Erfahrungen taucht schnell der Gedanke auf:

„Alles hat einen Sinn.“

Oder:

„Daran wirst du wachsen.“

Solche Sätze können trösten.

Sie können zugleich Druck erzeugen.

Denn Menschen müssen aus einer Krise weder sofort etwas lernen noch anschließend dankbar dafür sein.

Manche Erfahrungen sind einfach schmerzhaft.

Manche Verluste bleiben Verluste.

Persönliche Entwicklung kann entstehen.

Sie lässt sich jedoch kaum erzwingen.

Hilfreicher finde ich die Frage:

Was möchte ich aus dem machen, was geschehen ist?

Das lässt mehr Freiheit.

 

 

 

Wachstum nach Krisen: möglich, keineswegs garantiert

 

Menschen berichten nach schweren Erfahrungen manchmal von positiven Veränderungen.

Zum Beispiel:

klarere Prioritäten.

intensivere Beziehungen.

größere Wertschätzung.

mehr Vertrauen in die eigene Bewältigungsfähigkeit.

neue Lebensrichtungen.

Dafür wird häufig der Begriff posttraumatisches Wachstum verwendet.

Wichtig ist die Differenzierung:

Wachstum macht das vorherige Leid weder sinnvoll noch notwendig.

Und es entsteht keineswegs bei jedem Menschen.

Es ist eine mögliche Entwicklung.

Keine Pflicht.

 

 

 

Werte werden in Grenzsituationen konkret

 

Über Werte lässt sich leicht sprechen, solange wenig auf dem Spiel steht.

Interessanter wird es, wenn Werte Kosten verursachen.

Wie wichtig ist mir Freiheit?

Loyalität?

Sicherheit?

Würde?

Verantwortung?

Aufrichtigkeit?

Nähe?

Selbstbestimmung?

Eine Grenzsituation kann solche Fragen plötzlich sehr konkret machen.

Dann zeigt sich:

Welche Werte dienen mir tatsächlich als Orientierung?

Und welche klangen bisher vor allem gut?

Das muss keineswegs angenehm sein.

Es kann jedoch Klarheit schaffen.

 

 

 

Entscheidungen unter Unsicherheit

 

Viele wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden, bevor alle Informationen verfügbar sind.

Das gehört zu Grenzsituationen.

Die Vorstellung:

„Wenn ich genug nachdenke, werde ich irgendwann völlig sicher sein“

kann deshalb zur Falle werden.

Vielleicht entsteht diese Sicherheit nie.

Dann braucht es einen anderen Maßstab.

Nicht:

„Bin ich absolut sicher?“

Sondern:

„Ist die Grundlage gut genug für den nächsten Schritt?“

Dazu gehören:

die verfügbaren Informationen,

deine Werte,

realistische Risiken,

deine Alternativen

und die Frage, wie reversibel eine Entscheidung ist.

 

 

 

Reversible und irreversible Entscheidungen unterscheiden

 

Diese Unterscheidung kann enorm entlasten.

Manche Entscheidungen lassen sich später leicht korrigieren.

Andere kaum.

Bei einer reversiblen Entscheidung brauchst du häufig weniger Gewissheit.

Du kannst ausprobieren.

Beobachten.

Nachjustieren.

Bei schwer reversiblen Entscheidungen lohnt sich mehr Sorgfalt.

Die Frage:

„Wie endgültig ist dieser Schritt eigentlich?“

kann den Entscheidungsdruck deutlich verändern.

 

 

 

Was jetzt – und was später?

 

Unter Belastung versuchen Menschen häufig, viele Fragen gleichzeitig zu lösen.

Was passiert morgen?

In sechs Monaten?

In fünf Jahren?

Wie reagieren andere?

Was bedeutet das für alles Weitere?

Dadurch wächst die innere Last.

Hilfreicher kann eine zeitliche Sortierung sein.

Was muss ich heute entscheiden?

Was kann diese Woche geklärt werden?

Was darf später offenbleiben?

Diese Staffelung bringt Struktur in eine Situation, die sich zunächst überwältigend anfühlt.

 

 

 

Der Grenzsituations-Kompass

 

Wenn Gewohntes gerade kaum trägt, helfen sechs Fragen.

 

1. Was ist tatsächlich geschehen?

Trenne Fakten von Befürchtungen und Interpretationen.

 

2. Was kann ich beeinflussen?

Worauf habe ich realen Einfluss?

 

3. Was braucht heute eine Entscheidung?

Nicht jede offene Frage ist sofort entscheidungsreif.

 

4. Welche Werte sollen mich dabei leiten?

Was möchte ich auch unter Druck nicht aus den Augen verlieren?

 

5. Welche Unterstützung ist sinnvoll?

Welche Perspektive, Expertise oder Begleitung würde meine Handlungsmöglichkeiten erweitern?

 

6. Was ist der nächste tragfähige Schritt?

Kein perfekter Schritt.

Ein tragfähiger.

Das reicht häufig zunächst.

 

 

 

Unterstützung ist kein Zeichen mangelnder Selbstständigkeit

 

Grenzsituationen können die eigene Perspektive stark verengen.

Dann kann ein Gespräch mit einem geeigneten Menschen sehr hilfreich sein.

Nicht damit jemand dir sagt, was du tun sollst.

Sondern damit du wieder klarer siehst.

Ein guter Gesprächspartner kann helfen:

Gedanken zu sortieren.

Annahmen zu prüfen.

Optionen sichtbar zu machen.

Prioritäten zu klären.

Und einen Schritt zurückzugewinnen, bevor eine wichtige Entscheidung fällt.

Gerade Menschen, die gewohnt sind, viel selbst zu tragen, unterschätzen diesen Wert manchmal.

 

 

 

Der Unterschied zwischen Rat und Sparring

 

In wichtigen Situationen brauchst du keineswegs immer einen Ratgeber.

Ratschläge sind schnell gegeben.

„Ich würde an deiner Stelle …“

Doch niemand ist vollständig an deiner Stelle.

Hilfreicher kann Sparring sein.

Jemand stellt Fragen.

Prüft deine Argumentation.

Fordert Annahmen heraus.

Zeigt blinde Flecken.

Hilft dir, deinen eigenen Maßstab zu finden.

Die Entscheidung bleibt bei dir.

Und genau das ist häufig entscheidend.

 

 

 

Was Grenzsituationen über uns zeigen können

 

Wenn vertraute Sicherheiten wegfallen, wird manches sichtbar, das im Alltag leichter überdeckt bleibt.

Welche Beziehungen tragen?

Welche Rollen sind längst zu eng?

Welche Prioritäten stimmen noch?

Welche Entscheidungen werden seit Langem vermieden?

Was braucht wirklich Aufmerksamkeit?

Nicht jede Grenzsituation verlangt eine vollständige Neuorientierung.

Manchmal bestätigt sie auch:

Genau diesen Weg möchte ich weitergehen.

Auch das ist wertvolle Klarheit.

 

 

 

Zurück zum Alten – oder bewusst weiter?

 

Nach einer schwierigen Phase entsteht häufig der Wunsch:

„Hoffentlich wird wieder alles wie vorher.“

Das ist verständlich.

Manchmal ist genau das möglich und sinnvoll.

Manchmal wäre es schade, automatisch zu alten Routinen zurückzukehren.

Dann lohnt sich die Frage:

Was möchte ich aus der Zeit davor zurückhaben – und was darf sich verändern?

Vielleicht hat die Grenzsituation etwas sichtbar gemacht.

Eine Priorität.

Eine Grenze.

Eine Beziehung.

Eine Entscheidung.

Eine Sehnsucht.

Dann kann Rückkehr bedeuten:

Bewährtes behalten und zugleich etwas neu ordnen.

 

 

 

Handlungsfähigkeit ist wichtiger als vollständige Kontrolle

 

Vielleicht ist das der zentrale Gedanke.

In Grenzsituationen bekommen wir selten vollständige Kontrolle zurück.

Wir können jedoch Handlungsfähigkeit zurückgewinnen.

Das ist etwas anderes.

Kontrolle sagt:

„Ich weiß, was passieren wird.“

Handlungsfähigkeit sagt:

„Ich weiß, wie ich mit dem nächsten Schritt umgehen möchte.“

Das ist realistischer.

Und häufig stärker.

 

 

 

Fazit: Klarheit entsteht Schritt für Schritt

 

Grenzsituationen gehören zu den Erfahrungen, in denen einfache Antworten schnell an ihre Grenzen kommen.

Sie können Gewissheiten erschüttern.

Rollen verändern.

Entscheidungen erzwingen.

Und Fragen sichtbar machen, die vorher leichter zu vermeiden waren.

Dann hilft weder hektischer Aktionismus noch der Anspruch, sofort einen tieferen Sinn zu erkennen.

Hilfreicher sind Klarheit und ein tragfähiger nächster Schritt.

Frag dich:

Was ist tatsächlich geschehen?

Was liegt in meinem Einflussbereich?

Was braucht jetzt eine Entscheidung?

Welche Werte sollen mich leiten?

Welche Unterstützung erweitert meinen Blick?

Und was ist der nächste tragfähige Schritt?

Denn Souveränität zeigt sich gerade in Grenzsituationen weniger darin, alles unter Kontrolle zu haben.

Sie zeigt sich darin, auch mit Unsicherheit klarer denken, bewusst entscheiden und handlungsfähig bleiben zu können.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Vorsicht, Kommentare!

 

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Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. April 2020
Überarbeitung: 01. September 2026

Verantwortung übernehmen: Vom Ärgern zum Gestalten

Verantwortung übernehmen

Vom Ärgern zum Gestalten
Olof-Palme-Platz in Berlin

Verantwortung übernehmen: Was liegt wirklich in deiner Hand?

 

Es gibt vieles, worüber wir uns ärgern können.

Über Entscheidungen anderer Menschen.

Über gesellschaftliche Entwicklungen.

Über Zustände im Unternehmen.

Über Ungerechtigkeit.

Über Rücksichtslosigkeit.

Über Dinge, die längst anders sein sollten.

Manchmal ist dieser Ärger berechtigt.

Doch irgendwann stellt sich eine wichtigere Frage:

Was mache ich jetzt damit?

Denn zwischen Wahrnehmen und Verändern liegt ein entscheidender Schritt:

Verantwortung.

Nicht für alles.

Nicht für jeden.

Sondern für den eigenen Anteil und den eigenen Einflussbereich.

 

 

 

Eine Beobachtung am frühen Morgen

 

Zu meinen geschätzten morgendlichen Momenten gehört der Blick über Berlin.

Vor mir liegt der Tiergarten. Dazwischen der Zoologische Garten, das Aquarium und der Olof-Palme-Platz.

Eines Morgens beobachtete ich dort einen Mann.

Er sammelte Papier zusammen.

Mein erster Gedanke war wenig freundlich.

Auf dem Platz hatte es immer wieder Probleme mit offenen Feuerstellen gegeben. Also entstand in meinem Kopf schnell eine Geschichte:

Da bereitet jemand vermutlich das nächste Feuer vor.

Ich beobachtete weiter.

Der Papierhaufen wurde größer.

Auch mein Ärger.

Und dann geschah etwas, das meine Interpretation ziemlich gründlich zerlegte.

Der Mann holte große Müllsäcke hervor.

Er sammelte das Papier ein.

Er räumte den Platz auf.

Früh am Morgen.

Ohne Publikum.

Ohne Applaus.

Ohne Pressefoto.

Ein Mensch sah etwas, das aus seiner Sicht getan werden sollte.

Und tat es.

 

 

 

Wir sehen – und interpretieren

 

Diese kleine Begebenheit hat für mich zwei interessante Ebenen.

Die erste:

Wie schnell wir aus einer Beobachtung eine Geschichte machen.

Ich sah Papier.

Ich kannte frühere Erfahrungen.

Mein Gehirn ergänzte den Rest.

Die zweite Ebene ist für diesen Beitrag noch wichtiger:

Während ich oben stand und mich über einen vermeintlichen Missstand ärgerte, war unten jemand bereits dabei, etwas zu verbessern.

Das ist eine ziemlich gute Erinnerung daran, dass zwischen:

„Das müsste jemand ändern“

und

„Was kann ich beitragen?“

eine ganze Lebenshaltung liegt.

 

 

 

Ärger kann ein Hinweis sein

 

Ärger besitzt eine Funktion.

Er kann uns zeigen:

Hier stimmt etwas für mich nicht.

Hier wurde eine Grenze überschritten.

Hier wird ein Wert verletzt.

Hier wünsche ich mir Veränderung.

Damit liefert Ärger Information.

Interessant wird, was anschließend geschieht.

Wir können uns weiter ärgern.

Wir können Schuldige suchen.

Wir können kommentieren.

Wir können uns zurückziehen.

Oder wir fragen:

Was liegt jetzt in meinem Einflussbereich?

Damit wird aus emotionaler Energie möglicherweise Handlungskraft.

 

 

 

Verantwortung bedeutet keineswegs Schuld

 

Verantwortung und Schuld werden häufig miteinander verwechselt.

Dabei sind es unterschiedliche Fragen.

Die Schuldfrage blickt häufig zurück:

Wer hat das verursacht?

Die Verantwortungsfrage blickt nach vorn:

Wer kann jetzt etwas beitragen?

Manchmal ist dieselbe Person für beides zuständig.

Manchmal überhaupt nicht.

Du kannst für eine Situation keinerlei Verantwortung tragen und trotzdem Verantwortung dafür übernehmen, wie du jetzt damit umgehst.

Genau darin liegt eine große Form persönlicher Freiheit.

 

 

 

Du bist nicht für alles verantwortlich

 

Verantwortungsbereitschaft kann leicht überzogen werden.

Dann entsteht aus:

„Was kann ich beitragen?“

schnell:

„Ich muss alles lösen.“

Das führt kaum zu mehr Wirksamkeit.

Es führt eher zu Überforderung.

Du bist weder für sämtliche Probleme deiner Umgebung zuständig noch für die Entscheidungen anderer Menschen.

Deshalb gehört zu gesunder Verantwortungsübernahme auch eine Grenze.

Eine hilfreiche Unterscheidung lautet:

Was kann ich kontrollieren?

Was kann ich beeinflussen?

Was liegt außerhalb meines Einflusses?

Diese drei Bereiche verdienen unterschiedliche Aufmerksamkeit.

 

 

 

1. Was du kontrollieren kannst

 

Dazu gehören vor allem deine eigenen Entscheidungen und Handlungen.

Was sage ich?

Was tue ich?

Wofür setze ich meine Zeit ein?

Welche Grenze ziehe ich?

Welche Entscheidung treffe ich?

Worauf richte ich meine Aufmerksamkeit?

Hier ist dein Einfluss besonders groß.

 

 

 

2. Was du beeinflussen kannst

 

Hier wird es interessanter.

Du kannst andere Menschen kaum kontrollieren.

Du kannst jedoch Einfluss nehmen.

Durch Gespräche.

Argumente.

Vorbild.

Entscheidungen.

Kooperation.

Engagement.

Oder dadurch, dass du eine Initiative beginnst.

Der Ausgang bleibt offen.

Trotzdem besitzt du Handlungsmöglichkeiten.

 

 

 

3. Was außerhalb deines Einflusses liegt

 

Es gibt Entwicklungen, auf die dein unmittelbarer Einfluss äußerst gering ist.

Wenn du deine gesamte Energie dort investierst, entsteht leicht Ohnmacht.

Das bedeutet keineswegs Gleichgültigkeit.

Es bedeutet, deine Kräfte dort einzusetzen, wo sie Wirkung entfalten können.

Verantwortung braucht auch Realismus.

 

 

 

Die Frage nach dem eigenen Anteil

 

In Konflikten beschäftigen wir uns besonders gern mit dem Anteil der anderen.

Was hat sie falsch gemacht?

Warum verhält er sich so?

Wer hätte etwas tun müssen?

Das kann berechtigt sein.

Für die eigene Handlungsfähigkeit ist jedoch eine andere Frage häufig wertvoller:

Welcher Teil davon gehört zu mir?

Vielleicht fünf Prozent.

Vielleicht fünfzig.

Vielleicht neunzig.

Die Zahl ist zweitrangig.

Entscheidend ist:

Diesen Anteil kannst du bearbeiten.

Der Anteil der anderen gehört ihnen.

 

 

 

Verantwortung schafft Handlungsspielraum

 

Solange die Lösung vollständig bei anderen liegt, bist du von deren Verhalten abhängig.

„Wenn mein Kollege endlich …“

„Wenn meine Partnerin endlich …“

„Wenn mein Chef endlich …“

„Wenn die anderen endlich verstehen würden …“

Vielleicht wäre deren Veränderung tatsächlich wünschenswert.

Doch solange sie ausbleibt, stellt sich die Frage:

Welche Möglichkeiten habe ich trotzdem?

Genau deshalb bedeutet Verantwortungsübernahme für mich weniger Last als Handlungsspielraum.

Du verlagerst Aufmerksamkeit von dem, was geschehen müsste, auf das, was du tun kannst.

 

 

 

Verantwortung bedeutet auch, Nein zu sagen

 

Verantwortungsübernahme wird leicht mit zusätzlichem Engagement verwechselt.

Noch mehr tun.

Noch mehr helfen.

Noch mehr tragen.

Manchmal sieht Verantwortung genau andersherum aus.

Eine Aufgabe zurückgeben.

Eine Grenze setzen.

Eine Zusammenarbeit beenden.

Eine Forderung ablehnen.

Eine Entscheidung treffen, die längst fällig ist.

Verantwortung bedeutet nicht automatisch:

mehr übernehmen.

Sie bedeutet:

das übernehmen, was tatsächlich zu dir gehört.

Und das andere dort lassen, wo es hingehört.

 

 

 

Verantwortung ohne Publikum

 

Die Szene am Olof-Palme-Platz beschäftigt mich auch aus einem anderen Grund.

Der Mann räumte dort auf, als kaum jemand zusah.

Das gefällt mir.

Denn manche Handlungen verlieren ihren Wert keineswegs dadurch, dass niemand davon erfährt.

Vielleicht ist sogar das Gegenteil interessant.

Was tun wir, wenn es dafür:

keinen Applaus,

keine Likes,

keine Anerkennung,

keinen Statusgewinn

und kein Publikum gibt?

Das ist ein guter Test für unsere Motive.

Charakter zeigt sich häufig dort, wo der Applaus ausbleibt.

 

 

 

Zeichen setzen bedeutet keineswegs, die Welt retten zu müssen

 

Der Gedanke „Ich kann die Welt ohnehin nicht verändern“ klingt zunächst vernünftig.

Schließlich kann ein einzelner Mensch tatsächlich vieles kaum beeinflussen.

Doch daraus folgt keineswegs, dass der eigene Beitrag bedeutungslos ist.

Wir beeinflussen Menschen.

Menschen beeinflussen andere Menschen.

Verhalten schafft Erwartungen.

Mut kann ansteckend sein.

Verantwortungsbereitschaft ebenfalls.

Eine Person spricht etwas an.

Eine andere schließt sich an.

Jemand beginnt.

Andere merken:

Es geht.

So entstehen Veränderungen häufig.

Weniger spektakulär, als wir uns Heldengeschichten vorstellen.

Und wesentlich alltäglicher.

 

 

 

Die Gefahr des moralischen Hochsitzes

 

Es gibt noch eine andere Form der Verantwortungslosigkeit.

Sie klingt ausgesprochen engagiert.

Wir wissen sehr genau, was andere tun müssten.

Die Politik.

Die Unternehmen.

Die Nachbarn.

Die Kollegen.

Die Gesellschaft.

Die jüngere Generation.

Die ältere Generation.

Je länger diese Liste wird, desto interessanter wird eine Frage:

Und ich?

Was lebe ich selbst von dem, was ich fordere?

Das ist manchmal unbequem.

Und genau deshalb wertvoll.

Denn Glaubwürdigkeit beginnt dort, wo Anspruch und eigenes Verhalten zusammenfinden.

 

 

 

Verantwortung für die eigenen Entscheidungen

 

Besonders deutlich zeigt sich Verantwortung bei Entscheidungen.

Wir können Entscheidungen hinausschieben.

Andere um ihre Einschätzung bitten.

Noch mehr Informationen sammeln.

Umstände verantwortlich machen.

Und irgendwann bleibt trotzdem eine Tatsache:

Bestimmte Entscheidungen kann uns niemand abnehmen.

Dann bedeutet Verantwortung:

Ich prüfe sorgfältig.

Ich berücksichtige Folgen.

Ich höre auf kluge Menschen.

Und schließlich sage ich:

Das ist meine Entscheidung.

Damit gehört auch der Umgang mit den Konsequenzen zu mir.

Diese Haltung schafft innere Klarheit.

 

 

 

Verantwortung bedeutet auch, Entscheidungen zu korrigieren

 

Verantwortung heißt keineswegs, an jeder einmal getroffenen Entscheidung festzuhalten.

Manchmal zeigen neue Informationen:

Das war ein Irrtum.

Dann kann Verantwortungsübernahme bedeuten:

den Fehler einzugestehen,

eine Entscheidung zu korrigieren,

sich zu entschuldigen,

Schaden zu begrenzen

und neu zu entscheiden.

Das verlangt häufig mehr Stärke als der Versuch, eine schlechte Entscheidung um jeden Preis zu verteidigen.

 

 

 

Der Verantwortungs-Kompass

 

Wenn dich eine Situation beschäftigt, helfen fünf Fragen.

 

1. Was geschieht tatsächlich?

Trenne Beobachtung und Interpretation.

Meine Geschichte vom vermeintlichen Feuer am Olof-Palme-Platz ist dafür eine brauchbare Erinnerung.

 

2. Was davon liegt in meinem Einflussbereich?

Was kann ich kontrollieren?

Was kann ich beeinflussen?

Was gehört außerhalb meines Handlungsspielraums?

 

3. Welcher Anteil gehört zu mir?

Welche Entscheidung, Handlung oder Unterlassung liegt bei mir?

 

4. Was wäre ein sinnvoller nächster Schritt?

Weniger:

„Wie löse ich das gesamte Problem?“

Mehr:

„Was kann ich jetzt konkret tun?“

 

5. Woran erkenne ich, dass meine Verantwortung endet?

Diese Frage schützt davor, fremde Verantwortung zu übernehmen.

 

 

 

Vom Ärgern zum Gestalten

 

Vielleicht ist das der entscheidende Wechsel.

Ärger schaut auf das, was falsch läuft.

Verantwortung schaut auf den eigenen Handlungsspielraum.

Das eine schließt das andere keineswegs aus.

Du darfst dich ärgern.

Du darfst Missstände benennen.

Du darfst deutlich werden.

Und dann kommt die Frage, die etwas verändert:

Was mache ich daraus?

Manchmal lautet die Antwort:

Ich spreche es an.

Manchmal:

Ich helfe.

Manchmal:

Ich setze eine Grenze.

Manchmal:

Ich treffe eine Entscheidung.

Manchmal:

Ich lasse etwas los, das außerhalb meines Einflusses liegt.

Und manchmal:

Ich nehme einen Müllbeutel und fange einfach an.

 

 

 

Fazit: Es wird auch, was wir daraus machen

 

Wir bestimmen keineswegs alles, was uns begegnet.

Wir entscheiden jedoch wesentlich mit, wie wir darauf reagieren.

Deshalb bedeutet Verantwortung für mich weder Selbstbeschuldigung noch die Verpflichtung, sämtliche Probleme zu lösen.

Sie bedeutet:

den eigenen Einflussbereich erkennen und ihn bewusst nutzen.

Frag dich:

Was sehe ich tatsächlich?

Was davon kann ich beeinflussen?

Welcher Anteil gehört zu mir?

Was ist der nächste sinnvolle Schritt?

Und welche Verantwortung gehört anderen?

Vielleicht verändert diese Haltung keineswegs sofort die ganze Welt.

Sie verändert jedoch den Punkt, an dem Veränderung überhaupt beginnen kann:

bei dem, was wir selbst tun.

P.S.

 

Wo fängt Verantwortung an, wo hört sie auf? Wie wäre es, wenn wir selbst mehr Verantwortung übernehmen und gestalten?

 

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
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  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 22. November 2020
Überarbeitung: 01. September 2026

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Veränderung beginnt bei dir

 

Was du beeinflussen kannst, wenn du dir Veränderung wünschst

 

Es gibt Situationen, in denen wir uns dringend Veränderung wünschen.

Der Kollege sollte sich anders verhalten.

Die Führungskraft endlich zuhören.

Der Partner etwas verstehen.

Das Team Verantwortung übernehmen.

Die Organisation beweglicher werden.

Die anderen müssten doch nur …

Und manchmal stimmt das sogar.

Andere Menschen könnten sehr viel beitragen.

Trotzdem bleibt eine entscheidende Frage:

Was davon kannst du tatsächlich beeinflussen?

Hier beginnt Selbstführung.

Weniger mit Selbstbeschuldigung.

Mehr mit der Bereitschaft, den eigenen Handlungsspielraum zu erkennen.

 

 

 

Veränderung beginnt weniger mit Schuld

 

„Fang bei dir selbst an“ kann schnell so klingen, als seist du für alles verantwortlich.

Das bist du weniger.

Andere Menschen tragen Verantwortung für ihr Verhalten.

Organisationen für ihre Strukturen.

Führungskräfte für ihre Entscheidungen.

Und manche Situationen lassen sich durch dein Verhalten allein kaum lösen.

Selbstverantwortung bedeutet etwas anderes:

Ich unterscheide zwischen dem, was außerhalb meiner Kontrolle liegt, und dem, worauf ich Einfluss habe.

Genau dort investiere ich meine Energie.

 

 

 

Der eigene Anteil ist der interessanteste

 

Warum?

Weil du ihn verändern kannst.

Du kannst weniger bestimmen, ob dein Gegenüber:

einsichtig wird,

freundlich reagiert,

Verantwortung übernimmt,

oder deine Entscheidung begrüßt.

Du kannst beeinflussen:

wie klar du sprichst,

welche Grenze du setzt,

welche Entscheidung du triffst,

wie lange du dich auf eine Diskussion einlässt,

welche Erwartungen du überprüfst,

und welche Konsequenz du ziehst.

Der eigene Anteil ist weniger automatisch der größte. Er ist derjenige, mit dem du unmittelbar arbeiten kannst.

 

 

 

Selbstführung beginnt mit Beobachtung

 

Viele Reaktionen laufen automatisch.

Jemand kritisiert dich.

Du rechtfertigst dich.

Jemand wird laut.

Du wirst ebenfalls lauter.

Jemand zieht sich zurück.

Du versuchst, die Verbindung sofort wiederherzustellen.

Jemand erwartet etwas.

Du sagst zu, obwohl du eigentlich Nein meinst.

Der erste Schritt besteht weniger darin, sofort alles anders zu machen.

Zunächst:

Bemerken.

Was geschieht in mir?

Was tue ich automatisch?

Welche Wirkung hat das?

Und:

Welche andere Möglichkeit hätte ich?

 

 

 

Zwischen Reiz und Reaktion entsteht Freiheit

 

Eine der wertvollsten Fähigkeiten besteht darin, einen kleinen Raum zwischen Ereignis und Reaktion zu schaffen.

Manchmal sind es wenige Sekunden.

Ein Atemzug.

Eine Rückfrage.

Eine Pause.

Ein Satz wie:

„Darüber möchte ich kurz nachdenken.“

Diese kleine Unterbrechung kann verhindern, dass ein altes Muster automatisch die Führung übernimmt.

 

 

 

Du brauchst weniger eine neue Persönlichkeit

 

Veränderung wird schnell zu groß gedacht.

„Ich müsste selbstbewusster werden.“

„Ich müsste vollkommen gelassen sein.“

„Ich müsste endlich lernen, mich durchzusetzen.“

Das klingt nach einem Persönlichkeitsumbau.

Oft ist der nächste sinnvolle Schritt viel kleiner.

Zum Beispiel:

eine Antwort weniger rechtfertigen.

eine Frage mehr stellen.

fünf Sekunden länger zuhören.

eine Grenze einmal früher aussprechen.

eine Entscheidung weniger sofort treffen.

Kleine Veränderungen können die Dynamik eines ganzen Gesprächs verändern.

 

 

 

Was du vorlebst, wirkt

 

Besonders deutlich wird das in Führung.

Eine Führungskraft kann Offenheit verlangen und gleichzeitig auf Kritik defensiv reagieren.

Eigenverantwortung fordern und jede Entscheidung kontrollieren.

Ruhe erwarten und selbst permanent Druck erzeugen.

Menschen orientieren sich weniger ausschließlich an dem, was gesagt wird.

Sie beobachten:

Was geschieht tatsächlich?

Deshalb ist das eigene Verhalten ein wichtiges Führungsinstrument.

 

 

 

Führung beginnt mit Selbstführung

 

Wer andere Menschen führen möchte, braucht Zugang zur eigenen Handlungsfähigkeit.

Gerade unter Druck.

Wie reagierst du bei Unsicherheit?

Bei Widerstand?

Bei Kritik?

Bei Konflikten?

Bei Fehlern?

Bei Entscheidungen mit hoher Tragweite?

Selbstführung bedeutet weniger, immer ruhig oder vollkommen souverän zu sein.

Es bedeutet:

den eigenen Zustand wahrnehmen und trotzdem möglichst bewusst handeln können.

 

 

 

Veränderung braucht mehr als Einsicht

 

Vielleicht weißt du längst:

Ich sollte klarer Grenzen setzen.

Ich sollte früher sprechen.

Ich sollte weniger erklären.

Ich sollte Entscheidungen konsequenter treffen.

Und trotzdem geschieht im entscheidenden Moment wieder das alte Verhalten.

Das ist wenig überraschend.

Erkenntnis allein verändert Gewohnheiten selten vollständig.

Veränderung braucht:

Beobachtung.

Übung.

neue Erfahrungen.

Wiederholung.

und häufig einen konkreten Anlass, an dem du das neue Verhalten tatsächlich ausprobierst.

 

 

 

Beginne klein genug

 

Eine Veränderung scheitert häufig weniger am fehlenden Willen als an ihrer Größe.

Statt:

„Ab jetzt lasse ich mir nichts mehr gefallen.“

konkreter:

„Beim nächsten Gespräch werde ich diesen einen Punkt klar ansprechen.“

Statt:

„Ich werde ein völlig anderer Chef.“

konkreter:

„In der nächsten Besprechung frage ich zuerst nach den Einschätzungen meines Teams.“

Verhalten lässt sich leichter verändern als ein abstraktes Selbstbild.

 

 

 

Drei Fragen für mehr Selbstführung

 

Wenn du eine Situation verändern möchtest, helfen drei Fragen:

 

1. Was geschieht gerade?

So konkret wie möglich.

 

2. Was davon liegt in meinem Einflussbereich?

Weniger Wunschdenken. Mehr tatsächlicher Handlungsspielraum.

 

3. Was wäre mein nächster sinnvoller Schritt?

Weniger der perfekte Endzustand.

Der nächste Schritt.

 

 

 

Der Einfluss-Kompass

 

Ich finde vier Bereiche besonders hilfreich:

 

Direkt beeinflussbar

Deine Worte.

Deine Entscheidungen.

Deine Grenzen.

Deine Vorbereitung.

Deine Reaktion.

 

Indirekt beeinflussbar

Gesprächsklima.

Zusammenarbeit.

Vertrauen.

Motivation anderer.

 

Verhandelbar

Zuständigkeiten.

Prioritäten.

Ressourcen.

Vereinbarungen.

 

Außerhalb deiner Kontrolle

Entscheidungen anderer.

deren Persönlichkeit.

deren Zustimmung.

Vergangenheit.

Je klarer du diese Bereiche trennst, desto gezielter kannst du deine Energie einsetzen.

 

 

 

Selbstveränderung bedeutet weniger Anpassung

 

Es gibt einen wichtigen Unterschied.

Sich selbst zu verändern bedeutet weniger:

noch verständnisvoller werden.

noch mehr aushalten.

noch flexibler sein.

noch besser funktionieren.

Manchmal besteht die sinnvollste Veränderung gerade darin:

klarer Nein zu sagen.

weniger Verantwortung für andere zu übernehmen.

einen Konflikt anzusprechen.

eine Situation zu verlassen.

oder eine Entscheidung zu treffen, die anderen weniger gefällt.

Selbstentwicklung kann auch bedeuten, weniger angepasst zu werden.

 

 

 

Manche Situationen brauchen weniger Selbstoptimierung

 

Das ist mir besonders wichtig.

Wenn du in einer dauerhaft unfairen, manipulativen oder entwürdigenden Situation steckst, lautet die Lösung weniger:

„Wie kann ich mich noch besser darauf einstellen?“

Dann kann die entscheidende Veränderung heißen:

Grenzen setzen.

Unterstützung holen.

Rahmenbedingungen verändern.

Distanz schaffen.

oder gehen.

Selbstverantwortung bedeutet weniger, die Verantwortung anderer Menschen zu übernehmen.

 

 

 

Veränderung und Geduld

 

Neue Verhaltensweisen fühlen sich anfangs häufig ungewohnt an.

Ein klares Nein kann sich hart anfühlen.

Eine Pause unsicher.

Weniger Rechtfertigung unhöflich.

Ein neues Führungsverhalten künstlich.

Das bedeutet weniger automatisch, dass es falsch ist.

Ungewohnt und falsch sind zwei unterschiedliche Dinge.

Gib neuen Möglichkeiten genügend Gelegenheit, vertrauter zu werden.

 

 

 

Woran erkennst du Fortschritt?

 

Weniger daran, dass jede Situation plötzlich leicht wird.

Vielleicht bemerkst du:

Du erkennst ein Muster früher.

Du reagierst weniger automatisch.

Du brauchst kürzer, um dich wieder zu sammeln.

Du sprichst eine Grenze früher aus.

Du grübelst nach einem Gespräch weniger lange.

Du kannst einen Fehler eingestehen, ohne dich selbst abzuwerten.

Du triffst Entscheidungen klarer.

Das sind echte Veränderungen.

 

 

 

Veränderung beginnt bei dir – und endet weniger dort

 

Der eigene Anteil ist ein guter Ausgangspunkt.

Danach kann es um mehr gehen.

Ein Gespräch.

Eine neue Vereinbarung.

Andere Strukturen.

Eine Entscheidung.

Eine Trennung.

Ein neues Team.

Ein neuer beruflicher Weg.

Selbstführung bedeutet weniger Rückzug ins Private.

Sie schafft die Grundlage dafür, im Außen bewusster zu handeln.

 

 

 

Unterstützung bei wichtigen Veränderungen

 

Manche Veränderungen lassen sich allein gut gestalten.

Andere werden leichter, wenn eine unabhängige Perspektive hinzukommt.

Gerade wenn viel auf dem Spiel steht, können wir gemeinsam klären:

Was geschieht tatsächlich?

Was möchtest du verändern?

Was liegt in deinem Einflussbereich?

Welche Muster wiederholen sich?

Welche Optionen hast du?

Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen und Veränderungen

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Wir wünschen uns verständlicherweise, dass andere Menschen sich verändern.

Manchmal tun sie es.

Manchmal weniger.

Deine Handlungsfähigkeit sollte weniger davon abhängen.

Eine stärkere Frage lautet:

Was kann ich heute tun, damit ich meinem eigenen Anspruch ein Stück näher komme?

Vielleicht verändert sich dadurch auch dein Umfeld.

Vielleicht verändert sich vor allem deine Position darin.

Beides kann viel bewirken.

P.S.

 

Wo kann jeder von uns heute bei sich selbst beginnen?

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

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Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 8. Februar 2007
Überarbeitung: 2. August 2020
AN: #565

Zeit zum Umdenken! Milchmädchenrechnung: Gut gemeint und schlecht gemacht!

Zeit zum Umdenken! Milchmädchenrechnung: Gut gemeint und schlecht gemacht!

Gedanken zu Beobachtungen und der Notwendigkeit von Veränderungen
Milchmädchenrechnung

Gut gemeint und schlecht gemacht!

 

So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten. Wenn wir die Welt verändern wollen, ist es Zeit, in Zusammenhängen zu denken und zu handeln. Das mag manch einem Menschen zu unbequem sein, doch was sind die Alternativen?

 

 

 

Überblick

 

Video

Milchmädchenrechnung erklärt – Dieses Phänomen betrifft uns alle!

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Milchmädchenrechnung

 

So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten.

Ich bin wohl ein Romantiker, weil ich drauf hoffe, dass Visionen etwas weisere Entscheidungen hervorbringen könnten. In vielen Bereichen reicht der Blick leider nur wenige Tage in die Zukunft. Fernseher aus, genug Politik für heute. Der Begriff Milchmädchenrechnung will mir jedoch nicht aus dem Kopf.

 

 

 

Definition Milchmädchenrechnung

 

Der Begriff Milchmädchenrechnung wird in übertragener Bedeutung verwendet für eine Entscheidung, bei der jemand davon überzeugt ist, dass er einen Vorteil durch sein Handeln hat, sich darin allerdings täuscht. Eine gute Portion Blauäugigkeit ist für eine Milchmädchenrechnung erforderlich.

 

 

 

Beispiele

 

  • Über die Grenze fahren, um dort billiger zu tanken, dabei jedoch mehr Benzinkosten zu verfahren, als eingespart zu haben.
  • Ausgaben für die Wartung zu sparen, um später umso mehr für die aufwendige Reparatur aufwenden zu müssen.
  • Die Ausbildung abzubrechen, um sofort Geld zu verdienen. Dann später mit Mindestlohnjobs gerade so über die Runden kommen.
  • Das kostenlose Smartphone ergattern und dann Dank des überteuerten Knebelvertrags lange Zeit durch die höheren monatlichen Kosten darauf zu zahlen.
  • Der ach so sparsame Sprung in die Selbstständigkeit ohne Businessplan, weil der ja Geld kosten könnte.

 

 

 

Ursprung

 

Der Begriffsursprung von Milchmädchenrechnung ist nicht ganz eindeutig. Möglicherweise basiert er auf der Vorstellung eines Mädchens, das Milch verkauft und sich dabei zu ihren Ungunsten verrechnet hat.

Ein weiterer möglicher Ursprung ist die Fabel „La laitiere et la pot au lait“ (Das Milchmädchen und der Milchtopf) von Jean de la Fontaine. Der französische Dichter veröffentlichte sie 1678. In dieser Fabel stellt sich die Bäuerin auf dem Weg zum Markt vor, was sie sich vom Erlös des Milchverkaufs alles leisten könnte. Doch dann fällt ihr der Topf herunter und zerbricht.

Der Begriff „Milchmädchenrechnung“ ist allerdings erst im 20. Jahrhundert aufgetaucht und steht seitdem für eine naive Rechnung, die nicht aufgehen kann.

 

 

 

Was beugt Milchmädchenrechnungen vor?

 

Hoch lebe eine fundierte Analyse der Ursachen-Wirkungs-Beziehungen. Eine logische Gesamtbetrachtung der beteiligten Faktoren, Zusammenhänge und Ergebnisse unterschiedlicher Optionen hilft dabei, die geeignete Wahl zu treffen. Und Amortisationszeit ist kein Synonym für die Dauer einer kurzen Liebschaft. Zugegeben; nicht jede Entscheidung erfordert eine Vorbereitung in Form einer Plan-Bilanz. Doch ab und zu wäre es schon wünschenswert, wenn Nachhaltigkeit nicht nur als Modewort im Einsatz wäre.

 

 

 

Verwandte Phänomene und weshalb es jeden Menschen angeht

 

Allzu häufig wird mit guten Absichten Schaden angerichtet, weil Faktoren ignoriert und Zusammenhänge übersehen werden. Wer beispielsweise mit dem Flugzeug oder SUV zur Umweltdemo reist, wer rücksichtslos für Respekt kämpft, erweist sich und dem Anliegen einen Bärendienst.

Während meine Beispiele recht eindeutig sind, ist es in der Praxis oft nicht so einfach, die Konsequenzen von Unterlassungen oder Handlungen zu erkennen. Doch genau das brauchen wir, um die Herausforderungen zu meistern.

 

 

 

Appell

 

Es ist schon ein großer Schritt, wenn sich Menschen ans Werk machen, um sich für etwas einzusetzen, dass ihnen am Herzen liegt. Nun gilt es im nächsten Schritt bereit zu sein, das Gesamtbild zu betrachten und im Auge zu behalten. So gut es der Seele tut, sich konsequent für ein Ziel, für Werte einzusetzen, so notwendig ist es für einen tatsächlichen Erfolg über den Tellerrand zu schauen. Sonst kann der Schaden insgesamt dadurch noch vergrößert werden oder der vermeidliche Erfolg hat nur kurzzeitig Bestand. Es genügt halt nicht sich beispielsweise fanatisch für Technologie wie Elektrofahrzeuge einzusetzen, wenn die Folgen und Notwendigkeiten ignoriert werden. Umwelt-, Ernährungs- und Energiepolitik sind wichtige Themen, doch ohne Veränderung des weltweiten Konsumverhaltens und Lösungen für die Überbevölkerung verpuffen auch die besten Ideen.

Wir brauchen mehr utopisches Denken, über das Bestehende hinaus. Wir brauchen die Bereitschaft in Zusammenhängen zu denken, die Punkte zu verbinden und dabei selbst Teil zu nehmen.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

P.S.

 

Wie schützen Sie sich vor Milchmädchenrechnungen? Und wie verträgt sich der Mut zum großen Denken mit Realismus.

Helmut Schmidt meinte; „In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte.“ Was meinen Sie?

Was mich am meisten interessiert; a.) wie lassen sich die vielen Einzelinitiativen ins Gespräch miteinander bringen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen und zu berücksichtigen und b.) wie lassen sich mehr Menschen dafür gewinnen sich konstruktiv für eine lebenswerte Welt einzusetzen?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. November 2018
Überarbeitung: 30. August 2019
AN: #37124
K:
Ü:

Weltverbesserer vor: Machen wir die Welt ein Stück besser!

Weltverbesserer vor: Machen wir die Welt ein Stück besser!

Bist du ein Weltverbesserer? Dann helfe ich dir, dich und deine Botschaft überzeugend zu präsentieren.
Sind Sie ein Weltverbesserer? Dann helfe ich Ihnen sich und Ihr Angebot überzeugend zu präsentieren.

Willst du die Welt verbessern?

 

Du hast den Eindruck, es ist an der Zeit sich einzubringen und diese Welt mitzugestalten? Dann erfährst du hier, wie und unter welchen Umständen ich dir dabei helfe, dich und deine Botschaft überzeugend zu präsentieren. Machen wir die Welt gemeinsam lebenswerter. Wir brauchen mehr Menschen, die Verantwortung übernehmen, Heldinnen und Helden sowie Reisebegleiter für diese Persönlichkeiten.

Video

Video ist im Schnitt!

Weltverbesserer gesucht!

 

Als ich diese Aktion ins Leben rief, schrieb ich: „Nicht alles ist eitel Sonnenschein in unserer Welt. Doch weder Resignation, Nörgeln noch Aggression machen es besser. Weder Stein-, Farbbeutel- noch Tortenwurf liefern einen konstruktiven Beitrag. All das ist letztlich Ausdruck des Gefühls, keinen Einfluss nehmen zu können. Ich bin davon überzeugt, dass eine Welt, in der auch die leisen Töne eine Chance haben gehört zu werden, für alle von Vorteil und lebenswerter ist.“

Nun ist durch die Coronakrise noch mehr in Bewegung – oder trifft es eher Erstarrung? – als vorher. Der Wunsch, möglichst bald wieder zur Normalität zurückzukehren, wird spürbarer und an vielen Stellen geäußert. Aber, wollen wir das wirklich? Oder mit anderen Worten; wie wäre es, Normalität neu zu definieren? Jetzt ist ein guter Moment, um die schon lange vorhandenen Probleme endlich anzugehen. Vieles wird aktuell nur überdeckt.

 

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Die Ärzte, Deine Schuld

 

Persönlich ziehe ich das Wort Verantwortung dem Wort Schuld vor. Schuld ist oft rückwärtsgewandt und es geht darum, jemanden zu finden, der den schwarzen Peter zieht. Der Lösung bringt es eher keinen Nutzen. Was wir brauchen, sind mehr Menschen, die Verantwortung übernehmen.

 

 

 

Du willst deinen Beitrag leisten?

 

Du willst dich engagieren? Doch du weißt nicht genau wo oder wie?

Die Möglichkeiten, sich zu engagieren, sind vielfältig. Allein das Internet ist voll von Initiativen, die tatkräftige Unterstützung brauchen. Vielleicht gibt es auch ein eigenes Thema, für das du dich einsetzen willst.

Die meisten von uns stolpern jeden Tag über Dinge, die verbessert werden könnten. Oder findest du etwas ungerecht?
Mach die Welt ein bisschen lebenswerter!

 

 

 

Walk your Talk

 

Ich selbst unterstütze Projekte von Gruppen und Einzelpersonen, indem ich ihnen helfe, auf respektvolle Art und Weise Gehör zu finden. Und wenn es die Sache aus meiner Sicht verdient hat, mache ich das bei fehlenden finanziellen Mitteln auch ehrenamtlich. Bei Interesse bitte das Projekt beschreiben und zusammen mit den Erwartungen an mich per E-Mail (mail@karstennoack.de) senden.

 

 

 

Welche Projekte ich auf diese Weise unterstütze

 

Die Voraussetzungen sind einfach; ich unterstütze ausgewählte Projekte, die respektvoll ans Werk gehen und die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Es liefert einen positiven Beitrag, von dem mehr Menschen (oder Tiere, der Planet Erde oder ….) profitieren.
  • Es werden dadurch nicht absehbar unangebrachte Nachteile hervorgerufen oder Grundwerte verletzt.

 

 

 

Wie ich unterstütze

 

Ich unterstütze mit dem, was ich am besten kann. Und darüber gibt es auf der Homepage www.karstennoack.de ja genügend Hinweise. Meist geht es darum, durch überzeugende Präsentationen in Gesprächen, vor Gruppen oder in den Medien für eine Idee einzutreten, etwas zum Besseren zu bewegen. Darauf bereite ich vor. Wer also eine Idee hat und nur noch auf eine Gelegenheit gewartet hat, es der Welt mitzuteilen, darf sich auf den Weg machen.

 

 

 

Wie weit die Unterstützung geht

 

Der zeitliche Rahmen richtet sich nach dem Projekt und meinen Ressourcen.

 

 

 

Wir brauchen mehr … Du bist ein Experte, eine Expertin und willst Helden:innen unterstützen?

 

Mache mit! Dazu braucht es kein Kostüm wie Superman oder Wonder Woman, sondern die Bereitschaft, sich einzubringen.

Bringe dich dort ein, wo du am besten bist. Melde dich bei mir, ich stelle den Kontakt her. Wir können etwas bewirken. Und es fühlt sich übrigens sehr gut an.

Umfrageergebnis

 

Ich würde gerne einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten.

%

Stimmt, ich weiß nur nicht wie.

%

Stimmt, mache ich auch!

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018, n= 946)

Ergänzende Artikel

 

 

Reisebegleitung für Helden

Visionen und Zukunftspläne: Wie aus Zukunftsbildern Richtung wird

Eine gute Vision braucht mehr als große Ziele. Erfahre, wie Zukunftsbilder Orientierung geben, Entscheidungen erleichtern und konkrete Schritte ermöglichen.

P.S.

 

 

Wie findest du die Idee?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 01. Mai 2016
Überarbeitung: 01. März 2024
Englische Version:
AN: #656
K: CNB
Ü:

Mut haben, den Mund aufzumachen, wo andere schweigen

Mut haben, den Mund aufzumachen, wo andere schweigen

Haben wir den Mut, den Mund aufzumachen? Wenn wir eine Botschaft haben, dann ...
Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit.
Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit.

Video

Mutig für Überzeugungen einstehen – Wie du deine Meinung selbstbewusst vertrittst

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Wer sind die mutigen Menschen, die den Mund aufmachen?

 

„Ein einziger Mensch mit Mut ist die Mehrheit“, behauptete der siebte Präsident der USA Andrew Jackson —zugegeben durchaus ein nicht ganz so unumstrittenerer Zitatlieferant. Die Geschichtsbücher berichten nicht nur Positives über den Indianerhasser Jackson. Für das Tagesmotto bietet das Zitat sich dennoch an; kann ein einziger Mensch mit Mut Einfluss nehmen?

 

 

 

Man müsste da mal was machen

 

Etwas ist nicht so, wie es aus Ihrer Sicht  sein sollte? Es wäre schön, wenn sich jemand dem Thema annimmt und ein Problem löst, eine Besserung herbeiführt? Weshalb macht den niemand etwas? Asche zu Asche, Staub zu Staub. Schließlich unternimmt niemand etwas.

 

 

 

Was, wenn Sie es sind?

 

Was, wenn Sie es sind? Wie steht es mit Ihrem Mut, den Mund aufzumachen, wenn die Mehrheit zögert? Haben Sie eine Botschaft und sind bereit, sie respektvoll zu vertreten? Wenn es Ihnen wirklich ein Anliegen ist, dann überlassen Sie es nicht irgendjemanden und dem  Zufall. Möglicherweise denken die anderen Menschen genauso und es geschieht nichts, weil jeder darauf zählt, es werde schon jemand angehen Tun Sie es selbst!

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen dir zu diesem Tagesmotto?

 

Der nächste Schritt

 

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Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Mai 2015
Überarbeitung: 29. März 2020
Englische Version:
AN: #9925
K: CNB
Ü:

Veränderungen beginnen bei uns selbst

Veränderungen beginnen bei uns selbst

Glaubwürdigkeit: Sagen was man tut und tun was man sagt
Veränderungen beginnen bei Reformer:innen

Wer für Veränderungen wirbt, geht voran

 

Sich für Veränderungen einzusetzen, ist nicht immer leicht. Oft ist Unterstützung erforderlich. Wer sich für etwas einsetzt, braucht Glaubwürdigkeit, wenn andere folgen sollen.

Walk your talk

 

Die besten Reformer, die die Welt je gesehen hat, sind diejenigen, die bei sich selbst anfangen.

Georg Bernard Shaw

Video

Du willst Veränderungen, dann beginn bei dir

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Walk your Talk?

 

Mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe; „Denn es muss sich in der Weltgeschichte immerfort wiederholen, dass ein Altes, Gegründetes, Geprüftes, Beruhigendes durch auftauchende Neuerungen gedrängt, verschoben, verrückt und, wo nicht getilgt, doch in den engsten Raum eingepfercht werde.“ So floskelhaft, so wahr: Das Verlässlichste ist der Wandel. Doch, selbst wer sich für den Wandel einsetzen will, hat es als Mensch nicht immer leicht. Wer sich für etwas einsetzt, braucht Glaubwürdigkeit, wenn andere folgen sollen. Da gilt es vorauszugehen, auch wenn es unbequem ist. Walk your Talk!

 

 

 

Leichter gesagt, als getan

 

Dabei klingt Walk your Talk – an der eigenen Messlatte orientieren – mitunter leichter, als es in der Praxis ist. Umso besser; dann können Sie zeigen, dass Sie bereit sind auch selbst diesen steinigen Weg zu gehen. Wasser predigen und Wein saufen ist zwar beliebt bei Komfortzonenrevoluzzern, aber nicht sehr glaubwürdig. Andererseits ist bei der Glaubwürdigkeit auch darauf zu achten, ob die für andere geltenden Einschränkungen bei einem selbst denselben Stellenwert haben. Gerade Lichtgestalten können Schatten werfen. Wird ersichtlich, dass all das nur symbolischen Charakter hat, reduziert es die Wirkung oder kehrt sie sogar ins Gegenteil. Interessanter wird es, wenn es tatsächlich ans eigene Eingemachte geht. Wenn nur die eigenen Kühe heilig sind, könnte das irgendwann zu Recht bemerkt werden. Wer folgt schon Menschen, denen er nicht vertraut? Niemand, wenn es nicht spezielle Interessen gibt – zumindest dann nicht, wenn ein anderer Reformer glaubwürdiger erscheint.

Wer sich dafür entscheidet, neue Wege zu beschreiten, wird enttäuschen. Das liegt in der Natur der Sache. Enttäuschung ist das bewusste Ende einer unbewussten Selbsttäuschung. Das wird nicht sofort jedem Menschen gefallen. Doch mit der passenden Unterstützung ist es leichter.

Umfrageergebnis

 

Glaubwürdigkeit erfordert selbst den eigenen Ansprüchen gerecht zu sein.

 

%

Stimmt

%

Stimmt nicht

%

Stimmt nur bedingt

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n= 901)

P.S.

 

Wie sehen Sie das?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten. Wenn wir die Welt verändern wollen, ist es Zeit in Zusammenhängen zu denken und zu handeln. Das mag manch einem Menschen zu unbequem sein, doch was sind die Alternativen?

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Mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe; „Denn es muss sich in der Weltgeschichte immerfort wiederholen, dass ein Altes, Gegründetes, Geprüftes, Beruhigendes durch auftauchende Neuerungen gedrängt, verschoben, verrückt und, wo nicht getilgt, doch in den engsten Raum eingepfercht werde.“ Das Verlässlichste ist der Wandel. Doch, selbst wer sich für den Wandel einsetzen will, hat es als Mensch nicht immer leicht. Wer sich für etwas einsetzt, braucht Glaubwürdigkeit, wenn andere folgen sollen. Da gilt es vorauszugehen, auch wenn es unbequem ist. Walk your Talk!

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Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

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Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Walk your Talk

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 26. Juni 2005
Überarbeitung: 21. Oktober 2022
AN: #767
K:
Ü:

Warum es so schwer ist, die Menschen für das Leiden der Massen zu begeistern

Warum es so schwer ist, die Menschen für das Leiden der Massen zu begeistern

Nützliche Psychologie für überzeugende Reden, Präsentationen, Medienauftritte: Einzelschicksale interessieren mehr.

Peace

Interesse für das Leiden von Menschen wecken

 

Weshalb es so schwer ist, Menschen für das Leid von Massen zu interessieren? Was gilt es zu beachten, wenn etwas Wichtiges mehr Beachtung finden soll?

Video

Video ist im Schnitt!

Die Menschen reagieren nicht wie erwartet auf eine Tragödie, woran liegt es?

 

Sie berichten in Gesprächen, Reden, Präsentationen, Artikeln oder anderswo über große Tragödien, doch die Zielgruppe reagiert nicht wie erwartet. Die Leute müssten doch auf die Barrikaden gehen und etwas ändern? Was ist da los?

 

 

 

Wir kümmern uns mehr um eine einzelne Person als um anonyme Tragödien

 

Wir Menschen kümmern uns mehr um eine einzelne Person als um große Tragödien mit vielen unbekannten Beteiligten. Einzelschicksale führen zu einer deutlich größeren Identität.

Menschen spenden beispielsweise deutlich mehr, wenn sie von dem kleinen Mädchen hören, das leidet, als wenn sie noch so fundierte Statistiken hören. Es ist davon auszugehen, dass wir dazu veranlagt sind, dem Menschen vor uns zu helfen, aber wenn das Problem zu groß ist, denken wir, dass unser kleiner Beitrag nicht viel bringt. Je größer die Zahl der Opfer einer Tragödie wird, desto machtloser fühlen wir uns, wenn es darum geht zu helfen. Also schalten wir diese Gefühle der Empathie ab.

 

 

 

Was hat es mit psychischer Abstumpfung auf sich?

 

Einzelne Person stehen uns näher, als noch so große anonyme Massen. Das Phänomen der psychischen Abstumpfung führt dazu, dass uns das Leiden einer großen Zahl von Menschen weniger berührt. Joseph Stalin wird das Zitat zugeschrieben; „Ein Tod ist eine Tragödie, eine Million Tote sind eine Statistik“.

Steigt die Zahl der Opfer einer Tragödie, nimmt das Mitgefühl von Menschen ab. Es kommt zur zunehmenden Taubheit vor dem Leid. Genaugenommen gilt das nicht nur für das Leid von Menschen, sondern beispielsweise auch von Tieren. Spielt ein Tier in einem Film eine herzzerreißende Rolle, entsteht eine Beziehung zum Zuschauer. Während das Hot Dog schmeckt, erzeugt die Vorstellung, das süße Ferkel aus dem Film zu töten Kopfschütteln. Ein namenloses Tier aus der Fleischindustrie macht weniger Kopfzerbrechen, es hat kein Gesicht.

 

 

 

Wer die Menschen bewegen will, muss sie berühren

 

Ob Foto, Film, Rede, Bericht … es geht um Individuen, um Einzelschicksale. Wer beispielsweise vor Publikum die Menschen bewegen will, muss sie berühren. Das erfordert, wie in den meisten Büchern und Filmen, eine Beziehung zu Protagonisten herzustellen. Zahlen, Daten, Fakten bewegen ohne Gesicht deutlich weniger. Es ist wichtig, persönlicher zu werden. Die größten Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist, betreffen eine große Anzahl von Menschen, doch wir sind gefühlsmäßig nur in der Lage, die Probleme auf individueller Ebene zu bewältigen. Jedes Mal, wenn wir die Individualität, die einzigartige Menschlichkeit der Menschen inmitten einer großen Tragödie hervorheben können, kann das helfen. Im Herzen sind die meisten Menschen gut, wollen helfen. Große Probleme in der Welt erfordern mehr Aufmerksamkeit. Und wir sollten gegen die Tendenz ankämpfen, ihnen gegenüber abgestumpft zu werden.

Antworten auf häufige Fragen

Weshalb ist es wichtig, das Publikum zu motivieren?

Es ist erforderlich, das Publikum zum Handeln zu motivieren. Wenn Sie es nicht schaffen, die Menschen dafür zu motivieren, haben Sie lediglich Informationen weitergegeben, die weder für Sie noch für die Zuhörer etwas gebracht haben.

Warum es so schwer ist, Menschen für das Leid von Massen zu interessieren?

Steigt die Zahl der Opfer einer Tragödie, nimmt das Mitgefühl von Menschen ab. Es kommt zur zunehmenden Taubheit vor dem Leid.

 

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Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. April 2016
Überarbeitung: 6. Januar 2021
AN: #76739
Ü:
K:

Willst du Berühmtheit oder Held:in sein?

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Solange es Ungerechtigkeiten gibt, werden Helden gebraucht! Moderne Helden sind die Verbindung zwischen dem, was wir gegenwärtig sind und dem, was wir sein können.
Wollen Sie lieber eine Berühmtheit oder Helden und Heldinnen sein?

Berühmtheit oder Held?

 

Setzen Sie sich ein! Machen Sie die Welt zu einem besseren Platz. Wenn Sie etwas zu sagen haben, sagen Sie es. Erfahren Sie, wie Sie gehört werden.

 

 

 

Überblick

 

Video

https://youtu.be/fE6E4wbRATk

Was ist der Unterschied zwischen Berühmtheiten und Helden?

 

Öffentlichkeit ist für Helden nicht das Ziel, sondern mitunter ein Verbündeter.

 

Habe nur ich den Eindruck, dass heutzutage das Wort „Held“ seine Bedeutung etwas verschoben hat und zu oft eher wie „Promi“oder „Berühmtheit“ verwendet wird? Hatte es nicht ursprünglich eine andere Bedeutung?

 

 

 

Promis

 

Promis suchen die Öffentlichkeit, wie die Motte das Licht. Das ist ihr Antrieb. Sie unternehmen einiges, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aufzufallen, das ist ihr Antrieb. Berühmt oder berüchtigt? Egal! Es ist ihre Priorität bekannt zu sein, oft ist ihnen dabei weitgehend egal auf welchem Wege. Sie unternehmen einiges, um nur bemerkt zu werden. Oft genug wirken die krampfhaften Bemühungen grotesk. Die Mittel und Wege berücksichtigen dabei oft weder den guten Geschmack noch die Frage, ob es irgendeinen relevanten Beitrag für die Gesellschaft liefert. Das wird höchstens billigend in Kauf genommen, wenn die eigenen Vorteile dabei dominieren.

 

 

 

Helden

 

Helden sind Helden, weil sie sich für eine Sache einsetzen und dabei ein Risiko eingehen. Oft geschieht das, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Ruhm und Anerkennung, der Titel Held? Darum geht es Helden zumindest aus eigener Sicht nicht. Auf leisen Sohlen wandeln die Schönheit, das wahre Glück und das echte Heldentum. (Wilhelm Raabe)

Manchen Vorhaben kommt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zugute, weil es den Einfluss vergrößert und Unterstützung fördert. Öffentlichkeit ist für Helden nicht das Ziel, sondern ein Verbündeter.

 

 

 

Moderne Helden

 

In der Antike waren Helden die Verbindungsglieder zwischen den Menschen und den Göttern. Moderne Helden sind Frauen und Männer, die etwas tun, von dem viele andere Menschen denken, dass sie es tun würden, wenn sie etwas stärker, etwas schneller oder etwas selbstloser wären. Wenn, wenn, wenn nur….

Moderne Helden sind die Verbindung zwischen dem, was wir gegenwärtig sind und dem, was wir sein können.

 

Helden werden nicht geboren, sie bekommen manchmal einen kleinen Schubs und wachsen dann auf der Reise.

Karsten Noack

 

 

 

Folgen Sie dem Ruf: Erlauben Sie sich, ein Held oder eine Heldin zu sein!

 

Sie brauchen keine Rüstung, kein Pferd und keine Kampflanze, um heute ein Held zu sein. Zumal mit Gewalt ohnehin so gut wie nichts Wünschenswertes zu erreichen ist. Das ist etwas für Fanatiker.

Setzen Sie Ihre vorhandenen Talente ein und entstauben Sie die brachliegenden. So können Sie wirksam einen Beitrag leisten. Mit den richtigen Gefährten brauchen Sie auch nicht alles selbst zu können.

Es wird noch lange Ungerechtigkeiten geben und ungezählte Potenziale für eine ideale Welt warten darauf, aktiviert zu werden. In dem Sinne brauchen wir jede Menge Helden.

Setzen Sie sich ein! Machen Sie die Welt zu einem besseren Ort. Wenn Sie etwas zu sagen haben, sagen Sie es. Am besten so, dass Ihre Botschaft auch die verdiente Chance bekommt, gehört und verstanden zu werden.

Bringen Sie Ihre Angebote ein. Es gibt keinen Grund Ausreden zu finden, auch wenn die meisten Helden eine Weile gezögert haben, bis sie ihre Verantwortung angenommen und sich auf die Reise gemacht haben. Wenn Sie einen interessanten Beitrag für die Gesellschaft anzubieten haben, sind die Chancen gut Unterstützung zu bekommen. Selbst dann, wenn die finanziellen Mittel dafür nicht vorhanden sind, gibt es Wege. Ich unterstütze beispielsweise ehrenamtlich Projekt, indem ich dafür sorge, dass deren Botschaft überzeugend präsentiert wird.

Jeder kann einen Beitrag leisten. Helden werden nicht geboren, sie bekommen manchmal einen kleinen Schubs und wachsen dann auf der Reise.

 

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Umfrageergebnis

 

Ich würde gerne einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt leisten.

%

Stimmt, ich weiß nur nicht wie.

%

Stimmt, mache ich auch!

%

Nein

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (2018, n= 946)

P.S.

 

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So eine Milchmädchenrechnung muss nichts mit Lebensmitteln zu tun haben. Sie ist auch in Unternehmen, in der Politik und im Privatleben zu finden. Schön sind die Folgen selten. Wenn wir die Welt verändern wollen, ist es Zeit in Zusammenhängen zu denken und zu handeln. Das mag manch einem Menschen zu unbequem sein, doch was sind die Alternativen?

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Veränderungen beginnen bei uns selbst

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Mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe; „Denn es muss sich in der Weltgeschichte immerfort wiederholen, dass ein Altes, Gegründetes, Geprüftes, Beruhigendes durch auftauchende Neuerungen gedrängt, verschoben, verrückt und, wo nicht getilgt, doch in den engsten Raum eingepfercht werde.“ Das Verlässlichste ist der Wandel. Doch, selbst wer sich für den Wandel einsetzen will, hat es als Mensch nicht immer leicht. Wer sich für etwas einsetzt, braucht Glaubwürdigkeit, wenn andere folgen sollen. Da gilt es vorauszugehen, auch wenn es unbequem ist. Walk your Talk!

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Politik und Rhetorik

Politik und Rhetorik

Je nach Sichtweise führt das Gespann von Rhetorik und Politik zu Ablehnung oder Begeisterung. Wie so oft lassen sich wirksame Werkzeuge für das Gute und das Schlechte einsetzen. Was tun?

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Oktober 2016
Überarbeitung: 8. Februar 2022
Englische Version:
AN: #264
K: CNB
Ü:

Politik und Rhetorik

Politik und Rhetorik

Teilnehmen statt ...
Zusammen geht es leichter!

Politik und Rhetorik

 

Je nach Sichtweise führt das Gespann von Rhetorik und Politik zu Ablehnung oder Begeisterung. Wie so oft lassen sich wirksame Werkzeuge für das Gute und das Schlechte einsetzen. Was tun?

Welche Rolle spielt Rhetorik in der Politik?

 

In der Politik geht es nicht darum, recht zu haben, sondern recht zu behalten.

Konrad Adenauer

 

 

 

Politische Rhetorik kann sowohl Segen als auch Qual bringen

 

Öffentliche und politische Reden können viel erreichen. Im Idealfall bewirken sie einen Wende- oder Höhepunkt im Denken und Handeln der Adressaten. Reden können Leidenschaften entfesseln. Rhetorik hat eine lange Tradition. Schon im antiken Griechenland wurde sie gepflegt. Wobei Rhetorik seither als mächtiges Werkzeug ein zweischneidiges Schwert ist; es kann Gutes und Schreckliches bewirken, von Kriegserklärungen bis zu flammenden Appellen für den Frieden.

Reden offenbaren die Tugenden und auch die Charaktermängel der Redner. Ein Blick auf einige historische Reden erinnert daran, dass die Geisteshaltung mancher Redner durch Wahn oder zumindest widerwärtige Absichten gekennzeichnet ist. Worte können Sachverhalte verzerren und verschleiern, aber vermögen auch zu enthüllen und zu erleuchten. Worte sind Macht und Macht erfordert Verantwortung. Der beste Schutz vor Letzterem ist Aufklärung und Förderung der Stimmen, die gehört werden sollten. Wobei es in einer Demokratie nicht darum geht, ob die Botschaft willkommen ist. Solange sie sich den Grundwerten verpflichtet, muss sie eine Chance haben gehört zu werden. Sonst ist es mit der Demokratie nicht weit her. Und diese Chance muss auch haben, wer kein routinierter Profi ist, wie einige der Berufspolitiker.

 

 

 

Politische Entscheidungen: Mr. Spock entscheidet sachlicher

 

Politische Entscheidungen können sehr weitreichende Folgen haben. Umso wichtiger sind gute Entscheidungen.

Politik findet größtenteils nicht auf der bewussten Ebene statt, ist nicht rational und objektiv. Schade? Mag sein, aber es ist, wie es ist, ob es uns gefällt oder nicht. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke. Es ist wie beim Autofahren. Da halten sich auch fast alle für gesegnete Autofahrer, der Kategorie Michael Schumacher. Bei der Meinungsbildung ist es nicht anders, solange allzu menschliche Anteile wirken. Und wer ist davon wirklich frei?

Außerdem wirken unterschiedlichste Interessen auf Entscheidungen. Die Beteiligten ebenso wie die Beobachter haben die Aufgabe hier sehr wachsam zu sein, damit es nicht zu einseitigen Einflüssen kommt. Debatten können hier eine sehr wichtige Rolle spielen, wenn das Publikum sie zu deuten versteht.

 

 

 

Politische Bildung und Einblick in die Rhetorik

 

Profis nutzen die Möglichkeiten der Rhetorik und andere Möglichkeiten der Einflussnahme ohnehin. Insofern halte ich es für wichtig, das Bewusstsein für Mittel und deren Wirkung zu fördern. Und das möglichst breit, denn das hat viele Vorteile. Unfaire Mittel werden als solche erkannt und ihr Einsatz reduziert. Wer will, kann teilnehmen, sich einbringen, mitgestalten. Rattenfängern wird es dadurch auch erschwert. Insofern gehören politische Bildung und Rhetorik zueinander in die Bevölkerung.

 

 P.S.

 

Wie sehen Sie die Rolle der Rhetorik in der Politik? Was ist und was könnte die Rhetorik in unserer politischen Welt sein?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Verantwortung übernehmen, statt Opferrolle.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 23. Januar 2021
AN: #623
K:
Ü: