Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Verantwortungsverschiebung, Rückschaufehler und die Frage, wer wofür tatsächlich verantwortlich war
Durchblick

Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

 

Verantwortungsverschiebung, Rückschaufehler und die Frage, wer wofür tatsächlich verantwortlich war

 

Das Projekt läuft gut.

Dann heißt es:

„Das haben wir gemeinsam geschafft.“

Das Projekt läuft schlecht.

Plötzlich heißt es:

„Du hattest doch die Verantwortung.“

Solche Situationen sind in Unternehmen besonders heikel.

Denn Verantwortung wird häufig erst dann intensiv diskutiert, wenn das Ergebnis bereits bekannt ist.

Und genau dann verändert sich unser Blick auf die Vergangenheit.

Was vorher unsicher war, erscheint im Rückblick offensichtlich.

Was gemeinsam entschieden wurde, wirkt plötzlich wie die Entscheidung einer einzelnen Person.

Aus akzeptierten Risiken werden vermeidbare Fehler.

Aus:

„Das machen wir gemeinsam.“

wird:

„Du hattest das vorgeschlagen.“

Deshalb ist bei schwierigen Verantwortungsfragen eine Frage besonders wertvoll:

Wie war die Verantwortung verteilt, bevor wir wussten, wie die Sache ausgeht?

 

 

 

Ein schlechtes Ergebnis beweist keine schlechte Entscheidung

 

Das klingt zunächst selbstverständlich.

Im Unternehmensalltag wird es trotzdem häufig verwechselt.

Eine gute Entscheidung kann schlecht ausgehen.

Eine schlechte Entscheidung kann gut ausgehen.

Warum?

Weil Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden.

Du kannst Informationen sammeln.

Risiken bewerten.

Alternativen vergleichen.

Annahmen prüfen.

Wahrscheinlichkeiten einschätzen.

Und trotzdem kennst du die Zukunft weniger.

Deshalb sollten zwei Dinge getrennt betrachtet werden:

Entscheidungsqualität

und

Ergebnisqualität.

 

 

 

Eine gute Entscheidung kann scheitern

 

Stell dir vor, drei Geschäftsführer entscheiden über eine größere Investition.

Die verfügbaren Informationen werden geprüft.

Risiken werden diskutiert.

Alternativen werden betrachtet.

Eine Person befürwortet die Investition besonders deutlich.

Am Ende stimmen alle zu.

Sechs Monate später entwickelt sich der Markt anders.

Die Investition wird teuer.

Jetzt beginnt die Erinnerung sich zu verändern.

„Das war doch vor allem dein Projekt.“

„Du hast uns dazu geraten.“

„Du warst derjenige, der das unbedingt wollte.“

Vielleicht stimmt es, dass eine Person die Entscheidung besonders stark vertreten hat.

Das ist jedoch weniger automatisch dasselbe wie:

Diese Person hat allein entschieden und trägt allein die Verantwortung.

 

 

 

Engagement ist weniger dasselbe wie alleinige Verantwortung

 

In Führungsteams gibt es häufig Menschen, die eine Position besonders engagiert vertreten.

Das ist wertvoll.

Problematisch wird es, wenn starke Fürsprache im Nachhinein als alleinige Verantwortung interpretiert wird.

Deshalb lohnt sich die Rekonstruktion:

Wer hat entschieden?

Wer war beteiligt?

Wer hat zugestimmt?

Wer hatte Bedenken?

Welche Alternativen wurden betrachtet?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Annahmen lagen zugrunde?

Und:

Wie wurde Verantwortung zu diesem Zeitpunkt verstanden?

Nicht heute.

Damals.

 

 

 

Der Rückblick verändert unsere Wahrnehmung

 

Sobald wir das Ergebnis kennen, wirkt die Vergangenheit klarer.

Ein Risiko, das eingetreten ist, erscheint plötzlich vorhersehbarer.

Warnsignale wirken deutlicher.

Eine Alternative erscheint offensichtlich besser.

Dann entstehen Sätze wie:

„Das hätte man doch sehen müssen.“

Manchmal stimmt das.

Vielleicht wurden wichtige Informationen ignoriert.

Vielleicht war die Analyse schlecht.

Vielleicht wurde fahrlässig entschieden.

Und manchmal betrachten wir die damalige Entscheidung mit Wissen, das damals noch weniger verfügbar war.

Deshalb ist eine faire Analyse weniger:

„Was wissen wir heute?“

Sondern:

„Was konnten wir zum Zeitpunkt der Entscheidung vernünftigerweise wissen?“

 

 

 

Aus „Wir“ wird „Du“

 

Ein weiteres Warnsignal ist die Sprache.

Vor der Entscheidung:

„Wir gehen dieses Risiko ein.“

Nach einem guten Ergebnis:

„Das haben wir richtig entschieden.“

Nach einem schlechten Ergebnis:

„Du hattest das doch vorgeschlagen.“

Achte auf diesen Wechsel.

Denn darin kann sich eine problematische Verantwortungsarchitektur zeigen:

Erfolg wird gemeinsam verteilt.

Misserfolg wird individuell zugerechnet.

Wenn sich dieses Muster wiederholt, beeinflusst es irgendwann das Verhalten der Menschen.

 

 

 

Verantwortung und Schuld sind unterschiedliche Fragen

 

Verantwortung fragt:

Was war deine Rolle?

Was hast du entschieden?

Welche Informationen hattest du?

Welchen Anteil hattest du?

Was kannst du jetzt beitragen?

Was lernen wir daraus?

Schuld fragt häufig zuerst:

Wer hat das verursacht?

Auch Schuldfragen können in bestimmten Situationen berechtigt sein.

Bei Pflichtverletzungen.

Bewusster Täuschung.

Fahrlässigkeit.

Verstößen.

Für gutes organisationales Lernen reicht die Suche nach einem Schuldigen jedoch selten aus.

Denn ein Unternehmen muss verstehen:

Wie ist diese Entscheidung entstanden?

 

 

 

Wenn Verantwortung gefährlich wird

 

Stell dir vor, eine Führungskraft lernt:

Wenn meine Entscheidung funktioniert, war es Teamarbeit.

Wenn sie scheitert, war es meine Entscheidung.

Was wird sie beim nächsten Mal tun?

Vielleicht mehr absichern.

Mehr E-Mails schreiben.

Mehr Personen ins CC nehmen.

Mehr Freigaben verlangen.

Entscheidungen nach oben delegieren.

Länger warten.

Oder weniger Verantwortung übernehmen.

Das ist nachvollziehbar.

Und für das Unternehmen teuer.

 

 

 

Eine problematische Regel kann entstehen

 

Die unausgesprochene Regel lautet dann:

Triff keine Entscheidung, deren Scheitern dir später allein zugerechnet werden könnte.

Damit entsteht das Gegenteil dessen, was viele Unternehmen offiziell wünschen.

Auf Folien steht:

Eigenverantwortung.

Unternehmertum.

Entscheidungsfreude.

Mut.

In der gelebten Kultur lernen Menschen:

Sichere dich ab.

Das ist ein strukturelles Problem.

 

 

 

„Du bist doch der Experte“

 

Auch dieser Satz verdient Aufmerksamkeit.

Vor der Entscheidung klingt er nach Vertrauen.

„Du bist der Experte. Was empfiehlst du?“

Nach einem schlechten Ergebnis kann daraus werden:

„Du bist doch der Experte. Du hättest das wissen müssen.“

Damit verändert sich die Bedeutung von Expertise.

Ein Experte kann:

Informationen bewerten.

Risiken erkennen.

Szenarien entwickeln.

Wahrscheinlichkeiten einschätzen.

Empfehlungen geben.

Expertise bedeutet weniger:

die Zukunft garantieren.

 

 

 

Beratung und Entscheidung sollten getrennt werden

 

Gerade bei großen Entscheidungen ist es hilfreich, Rollen klar zu benennen.

Wer liefert Expertise?

Wer gibt eine Empfehlung?

Wer entscheidet?

Wer trägt die Umsetzung?

Wer akzeptiert welches Risiko?

Sonst kann später aus:

„Wir haben auf Grundlage deiner Expertise entschieden“

leicht werden:

„Du hast entschieden.“

Das ist weniger dasselbe.

 

 

 

Vereinbarungen können sich nachträglich ebenfalls verändern

 

Verantwortungsverschiebung betrifft weniger nur große strategische Entscheidungen.

Sie kann auch im Alltag entstehen.

Im Gespräch heißt es:

„Ja, das übernehme ich.“

Später:

„Ich hatte nur gesagt, dass ich mich darum kümmere.“

Oder:

„Wir entscheiden das heute.“

Später:

„Das war doch nur eine erste Diskussion.“

Oder:

„Bis Freitag.“

Später:

„Freitag war nur eine Orientierung.“

Einmal kann das ein Missverständnis sein.

Wiederholt sich das Muster, lohnt sich die Frage:

In welche Richtung verändern sich Vereinbarungen?

 

 

 

Wer profitiert von der neuen Version?

 

Das ist eine hilfreiche Beobachtung.

Werden Vereinbarungen zufällig unterschiedlich erinnert?

Oder verändert sich die Interpretation regelmäßig zugunsten derselben Person?

Wird Verantwortung kleiner, wenn etwas weniger funktioniert?

Wird der eigene Anteil größer, wenn etwas erfolgreich war?

Wandert Verantwortung nach einem Misserfolg zu anderen?

Dann geht es möglicherweise weniger nur um Erinnerung.

Es geht um die Verteilung von Verantwortung.

 

 

 

Verantwortung kann den Besitzer wechseln

 

Ein Beispiel:

Eine Person sagt:

„Ich kümmere mich darum.“

Später geschieht wenig.

Auf Nachfrage heißt es:

„Du hättest mich noch einmal daran erinnern müssen.“

Jetzt ist etwas Interessantes geschehen.

Aus:

„Ich übernehme die Aufgabe“

wurde:

„Du warst dafür verantwortlich, dass ich die Aufgabe erledige.“

Die Verantwortung hat den Besitzer gewechselt.

Solche Verschiebungen wirken im Einzelfall klein.

Wiederholt können sie Zusammenarbeit erheblich verändern.

 

 

 

Ist das Gaslighting?

 

Wenn Gespräche und Vereinbarungen wiederholt anders dargestellt werden, fällt schnell der Begriff Gaslighting.

Gaslighting bezeichnet manipulative Verhaltensweisen, durch die die Wahrnehmung oder Erinnerung eines anderen Menschen systematisch infrage gestellt oder destabilisiert werden kann.

Ob hinter einer konkreten Situation tatsächlich eine solche bewusste Strategie steht, lässt sich aus der Distanz häufig weniger sicher beurteilen.

Für die praktische Zusammenarbeit ist eine andere Frage oft hilfreicher:

Kann ich mit dieser Person belastbare Vereinbarungen treffen?

Und:

Kann Verantwortung anschließend noch nachvollziehbar zugeordnet werden?

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Verhaltensmustern kann der Umgang mit Fehlern, Kritik und negativen Ergebnissen schwieriger sein.

Manche Menschen schreiben Erfolge stärker der eigenen Person zu und negative Ergebnisse eher äußeren Umständen oder anderen Menschen.

Auch Schwierigkeiten, den eigenen Anteil an problematischen Entwicklungen anzuerkennen, können eine Rolle spielen.

Für deine unternehmerische Entscheidung braucht es weniger eine Diagnose.

Eine wesentlich praktischere Frage lautet:

Kann diese Person ihren eigenen Anteil anerkennen, wenn etwas schiefläuft?

Das ist beobachtbar.

 

 

 

Zusammenarbeit zeigt sich unter Druck

 

Solange alles gut läuft, ist Verantwortungsübernahme leicht.

Interessant wird es bei:

einem verlorenen Kunden,

einem gescheiterten Projekt,

einer schlechten Investition,

einem Konflikt,

kritischen Fragen der Gesellschafter,

oder einem Reputationsproblem.

Kann jemand dann sagen:

„Das war mein Anteil.“

Kann die Person einen Fehler korrigieren?

Kann sie Verantwortung übernehmen, ohne gleichzeitig die Verantwortung aller anderen auf sich zu nehmen?

Und kann sie akzeptieren, dass Verantwortung häufig auf mehrere Rollen verteilt ist?

Das ist professionelle Verantwortungsfähigkeit.

 

 

 

Der Vorher-Nachher-Test

 

Bei einer schwierigen Situation kannst du zwei Bilder erstellen.

 

Vor dem Ergebnis

 

Wer war beteiligt?

Wer wusste was?

Wer entschied?

Wer stimmte zu?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Verantwortung war verteilt?

 

Nach dem Ergebnis

 

Wie wird heute darüber gesprochen?

Wer soll jetzt verantwortlich sein?

Welche Rollen werden plötzlich anders beschrieben?

Welche damaligen Unsicherheiten erscheinen heute angeblich selbstverständlich?

Dann vergleichst du beide Bilder.

Hat sich die Verantwortung verändert, nachdem das Ergebnis bekannt wurde?

Das ist ein sehr aufschlussreicher Test.

 

 

 

Verantwortung sollte vor der Entscheidung klarer sein

 

Bei wichtigen Entscheidungen lohnt es sich, vorher festzuhalten:

Was entscheiden wir?

Wer entscheidet?

Wer berät?

Wer liefert Informationen?

Wer setzt um?

Welche Annahmen liegen zugrunde?

Welche Risiken kennen wir?

Welche Risiken akzeptieren wir bewusst?

Wer trägt welche Verantwortung?

Das braucht weniger ein zwanzigseitiges Protokoll.

Häufig reichen wenige klare Sätze.

 

 

 

Eine besonders wertvolle Frage vor riskanten Entscheidungen

 

Frag:

„Wie bewerten wir diese Entscheidung später, falls das Ergebnis schlecht ausfällt?“

Diese Frage ist erstaunlich wirkungsvoll.

Denn sie zwingt euch, vor dem Ergebnis zu klären:

Was wäre ein Fehler?

Was wäre ein akzeptiertes Risiko?

Welche Unsicherheit nehmen wir bewusst in Kauf?

Welche Kriterien verwenden wir zur Bewertung der Entscheidung?

Damit wird Verantwortung präziser, bevor Rückschauwissen die Perspektive verändert.

 

 

 

Was Führungskräfte nach einem Misserfolg zuerst fragen können

 

Die spontane Frage lautet häufig:

„Wer hat das entschieden?“

Eine bessere erste Frage kann sein:

„Was wussten wir zum Zeitpunkt der Entscheidung?“

Danach:

Welche Alternativen hatten wir?

Welche Risiken kannten wir?

Welche Annahmen waren falsch?

Welche Informationen fehlten?

War der Entscheidungsprozess gut?

Was lernen wir?

Und selbstverständlich:

Wer hatte welchen Anteil?

Damit analysierst du die Qualität der Entscheidung, statt nur ihr Ergebnis.

 

 

 

Sonst belohnst du Glück und bestrafst vernünftiges Risiko

 

Das ist für Unternehmen gefährlich.

Eine leichtsinnige Entscheidung kann zufällig hervorragend ausgehen.

Eine vernünftig vorbereitete Entscheidung kann trotz guter Analyse scheitern.

Wenn nur Ergebnisse bewertet werden, lernst du möglicherweise die falschen Lektionen.

Du belohnst Glück.

Und bestrafst Menschen, die unter Unsicherheit vernünftige Risiken übernommen haben.

Langfristig kann das Entscheidungsqualität verschlechtern.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und Verantwortung nach Konflikten oder Misserfolgen regelmäßig neu verteilt wird, lohnt sich eine strukturierte Rekonstruktion.

Geht es um unklare Rollen?

Unklare Entscheidungsrechte?

Schlecht dokumentierte Vereinbarungen?

Rückschaufehler?

Schuldverschiebung?

Macht?

Oder schwierige beziehungsweise narzisstisch geprägte Verhaltensmuster?

Im Executive Sparring können wir vertraulich klären:

Was war vereinbart?

Wer wusste was?

Wer entschied?

Welche Risiken waren bekannt?

Welche Verantwortung gehört tatsächlich zu wem?

Und:

Wie stellen wir wieder Handlungsfähigkeit her?

 

 

 

Fazit

 

Wenn am Ende immer du verantwortlich sein sollst, musst du weder reflexhaft alles zurückweisen noch alles übernehmen.

Rekonstruiere.

Was war deine Rolle?

Was war die Rolle der anderen?

Welche Informationen lagen vor?

Wer hat entschieden?

Welche Risiken waren bekannt?

Welcher Anteil gehört tatsächlich zu dir?

Und welcher weniger?

Das ist keine Schuldabwehr.

Das ist saubere Verantwortungsübernahme.

Denn gute Zusammenarbeit zeigt sich weniger nur darin, wie Menschen Erfolge teilen.

Sie zeigt sich auch darin, wie sie Verantwortung tragen, wenn etwas schiefläuft.

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

→ Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

→ Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

 

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

→ Narzissmus im Unternehmen

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht erreichen | Karsten Noack

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

Informationsfilter, Schweigen und verspätete schlechte Nachrichten im Unternehmen
Durchblick

Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

 

Informationsfilter, Schweigen und verspätete schlechte Nachrichten im Unternehmen.

„Warum erfahre ich das jetzt erst?“

Diese Frage stellen Geschäftsführer häufig zu spät.

Ein wichtiger Kunde ist kurz vor dem Absprung.

Ein Projekt läuft seit Wochen aus dem Ruder.

Ein Konflikt im Führungsteam ist längst eskaliert.

Ein Leistungsträger denkt über Kündigung nach.

Ein finanzielles Risiko ist größer als angenommen.

Und dann stellt sich heraus:

Andere wussten es schon länger.

Die Information war vorhanden.

Sie hat die Führung nur zu spät erreicht.

Das ist mehr als ein Kommunikationsproblem.

Denn bei wichtigen Informationen gilt:

Je später sie ankommen, desto kleiner kann der Handlungsspielraum werden.

 

 

 

Führung ist auf Informationen angewiesen

 

Mit wachsender Verantwortung entsteht ein interessantes Paradox.

Du trägst mehr Verantwortung.

Und gleichzeitig bist du zunehmend darauf angewiesen, dass andere dir relevante Informationen geben.

Du kannst weniger jedes Kundengespräch selbst führen.

Du kannst weniger jedes Projekt beobachten.

Du sitzt weniger bei jedem Konflikt dabei.

Du kennst weniger jedes operative Detail.

Das ist ein normaler Teil von Führung.

Führung funktioniert deshalb nur dann gut, wenn entscheidungsrelevante Informationen ihren Weg zu dir finden.

Weniger jede Information.

Die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt.

 

 

 

Das Problem ist häufig weniger fehlendes Wissen

 

Vielleicht weiß der Projektleiter längst, dass der Termin gefährdet ist.

Der Vertrieb kennt die Unzufriedenheit des Kunden.

HR weiß von Spannungen.

Eine Führungskraft erkennt ein Risiko.

Mehrere Mitarbeitende haben dieselbe Beobachtung gemacht.

Die Information existiert also.

Die entscheidende Frage lautet:

Warum bewegt sie sich weniger weiter?

 

 

 

Schlechte Nachrichten bewegen sich häufig langsamer

 

Gute Nachrichten lassen sich leicht weitergeben.

„Der Kunde hat zugesagt.“

„Das Projekt liegt im Plan.“

„Wir haben den Auftrag.“

„Die Zahlen sehen gut aus.“

Schwierige Nachrichten erzeugen mehr innere Fragen:

  • Ist das schon sicher?
  • Sollte ich noch warten?
  • Kann ich das selbst lösen?
  • Wie wird die Führung reagieren?
  • Brauche ich erst mehr Belege?
  • Mache ich unnötig Unruhe?
  • Vielleicht erledigt sich das Problem von selbst?

So vergeht Zeit.

Und aus einem frühen Hinweis kann ein akutes Problem werden.

 

 

 

Der Zeitpunkt verändert den Wert einer Information

 

Stell dir vor, ein wichtiger Kunde beginnt unzufrieden zu werden.

In Woche eins erfährst du:

„Da entwickelt sich etwas. Wir sollten genauer hinschauen.“

Jetzt hast du möglicherweise viele Optionen:

  • ein persönliches Gespräch
  • eine andere Betreuung
  • eine Korrektur im Projekt
  • zusätzliche Ressourcen
  • eine Intervention auf Führungsebene

In Woche acht erfährst du:

„Der Kunde möchte kündigen.“

Es geht möglicherweise um dasselbe Grundproblem.

Der Handlungsspielraum hat sich jedoch verändert.

Frühe Information schafft Optionen.

 

 

 

„Warum erfahre ich das jetzt erst?“ ist eine wichtige Frage

 

Nur würde ich sie weniger als ersten Vorwurf formulieren.

Denn wenn die unmittelbare Reaktion auf eine schlechte Nachricht lautet:

„Warum hast du mir das nicht früher gesagt?“

kann die Organisation etwas lernen, das du gar nicht beabsichtigt hast:

Schlechte Nachrichten sind gefährlich.

Die Person, die endlich informiert, wird gleichzeitig für die verspätete Information verantwortlich gemacht.

Das kann den nächsten Informationsfluss zusätzlich erschweren.

Eine hilfreichere erste Reaktion kann sein:

„Gut, dass ich es jetzt weiß. Was muss ich wissen?“

Und anschließend:

„Was hätte es leichter gemacht, mich früher einzubeziehen?“

Damit schützt du zunächst den Informationsfluss.

Danach kannst du die Ursachen klären.

 

 

 

Trenne die Botschaft vom Überbringer

 

Das ist eine wichtige Führungsaufgabe.

Eine unangenehme Information wird weniger angenehmer, wenn du die Person angreifst, die sie überbringt.

Wenn Menschen erleben, dass schlechte Nachrichten regelmäßig zu Ärger, Abwertung oder persönlichen Konsequenzen führen, passen sie ihr Verhalten an.

Sie warten länger.

Sie sammeln mehr Beweise.

Sie formulieren vorsichtiger.

Oder sie hoffen, dass jemand anderes das Thema anspricht.

Für den Einzelnen kann das verständlich sein.

Für das Unternehmen kann es gefährlich werden.

 

 

 

Schlechte Nachrichten werden auf dem Weg nach oben manchmal schöner

 

Aus:

„Das Projekt ist ernsthaft gefährdet.“

wird:

„Das Projekt ist herausfordernd.“

Aus:

„Der Kunde steht kurz vor dem Absprung.“

wird:

„Der Kunde ist momentan etwas unzufrieden.“

Aus:

„Wir haben einen erheblichen Konflikt.“

wird:

„Es gibt unterschiedliche Auffassungen.“

Das muss keine bewusste Täuschung sein.

Manchmal wird Sprache mit jeder Hierarchiestufe etwas vorsichtiger.

Am Ende erreicht die Geschäftsführung eine Realität mit immer weicheren Kanten.

Und reagiert entsprechend später.

 

 

 

Wenn die Wahrheit erst nach dem Meeting beginnt

 

Ein weiteres Warnsignal:

Das Meeting endet.

Es gab wenig Widerspruch.

Die Entscheidung scheint klar.

Und danach beginnen die Einzelgespräche.

„Was ich im Meeting weniger sagen wollte …“

„Unter uns sehe ich das ganz anders.“

„Ich glaube, wir unterschätzen das Risiko.“

Jetzt stellt sich eine wichtige Frage:

Wo befinden sich die besseren Informationen?

Im offiziellen Meeting?

Oder danach auf dem Flur, am Telefon und in vertraulichen Einzelgesprächen?

 

 

 

Schweigen ist weniger automatisch Zustimmung

 

Ein ruhiges Meeting kann ein gutes Meeting sein.

Es kann bedeuten:

  • Die Informationen waren vollständig.
  • Die Argumente wurden gehört.
  • Die Beteiligten tragen die Entscheidung mit.

Es kann ebenso bedeuten:

Menschen haben gelernt, dass Widerspruch wenig bringt oder einen hohen Preis hat.

Deshalb ist die interessantere Frage weniger:

„Dürfen Menschen hier widersprechen?“

Fast jedes Unternehmen würde darauf mit Ja antworten.

Interessanter ist:

„Was geschieht, nachdem jemand widersprochen hat?“

Menschen lernen aus Konsequenzen.

 

 

 

Eine einzige Situation kann viel lehren

 

Vielleicht widerspricht eine Führungskraft in einem wichtigen Meeting.

Sachlich.

Gut vorbereitet.

Und anschließend erlebt sie:

  • Abwertung
  • Ausschluss
  • persönliche Angriffe
  • sichtbaren Ärger
  • berufliche Nachteile

Die anderen beobachten das.

Niemand muss anschließend offiziell verkünden:

„Widerspruch ist hier unerwünscht.“

Die Organisation hat die Botschaft bereits verstanden.

Beim nächsten Mal wird es ruhiger.

 

 

 

Psychologische Sicherheit ist mehr als freundliche Atmosphäre

 

Psychologische Sicherheit bedeutet weniger, dass sich alle jederzeit wohlfühlen.

Entscheidend ist, ob Menschen relevante Beobachtungen, Zweifel, Fehler und Risiken ansprechen können, ohne unangemessene soziale oder berufliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Gerade für Führung ist das wirtschaftlich relevant.

Denn Risiken werden selten kleiner, weil niemand darüber spricht.

Sie werden lediglich später sichtbar.

 

 

 

Wenn zwei Informationssysteme entstehen

 

In manchen Organisationen entstehen zwei parallele Informationssysteme.

Das offizielle System:

  • Meetings
  • Berichte
  • Protokolle
  • Präsentationen
  • Entscheidungsvorlagen

Und daneben ein zweites System:

  • Flurgespräche
  • Telefonate
  • private Nachrichten
  • vertrauliche Einzelgespräche
  • Hinweise hinter verschlossenen Türen

Beides kann seine Berechtigung haben.

Vertraulichkeit ist manchmal notwendig.

Problematisch wird es, wenn die entscheidungsrelevanten Informationen regelmäßig im zweiten System besser sind als im ersten.

 

 

 

Die Führungskraft als Sammler privater Wahrheiten

 

Das kann zunächst sogar schmeichelhaft wirken.

Menschen kommen zu dir.

Sie vertrauen dir.

Sie erzählen dir, was sie im Meeting weniger gesagt haben.

Du weißt dadurch viel.

Und trotzdem kann eine Falle entstehen:

Du weißt immer mehr. Die Organisation klärt gleichzeitig immer weniger.

Du wirst zum Knotenpunkt vertraulicher Informationen.

Die eigentlichen Konflikte und Risiken kehren jedoch weniger in die passenden Entscheidungsräume zurück.

Dann ersetzt dein persönliches Informationsnetz zunehmend funktionierende Strukturen.

 

 

 

Vertraulichkeit und Informationsfluss sind keine Gegensätze

 

Natürlich gibt es Informationen, die geschützt werden müssen.

Zum Beispiel:

  • Personalthemen
  • Gesundheitsinformationen
  • rechtliche Angelegenheiten
  • Hinweise auf Fehlverhalten
  • strategisch sensible Informationen

Vertraulichkeit ist wichtig.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Muss alles offen ausgesprochen werden?“

Sondern:

„Gibt es einen sicheren und verlässlichen Weg, damit entscheidungsrelevante Informationen die richtige Stelle erreichen?“

 

 

 

Wenn du selbst beginnst, Informationen zurückzuhalten

 

Das gilt auch zwischen Geschäftspartnern, Geschäftsführern und Gesellschaftern.

Vielleicht stellst du fest:

„Das sage ich ihm lieber noch nicht.“

Es gibt legitime Gründe für Vertraulichkeit.

Interessant wird es, wenn du Informationen weniger wegen ihres Inhalts zurückhältst als wegen der erwarteten Reaktion einer bestimmten Person.

Dann frage:

Schütze ich gerade die Information – oder schütze ich mich vor der Reaktion?

Das ist ein wichtiger Unterschied.

 

 

 

Macht kann Informationen filtern

 

Je größer der Einfluss einer Person ist, desto stärker kann ihre erwartete Reaktion beeinflussen, welche Informationen sie erreichen.

Das muss weniger bewusst geschehen.

Wenn Menschen erwarten:

  • Ärger
  • Abwertung
  • Schuldzuweisung
  • Unberechenbarkeit
  • erhebliche persönliche Konsequenzen

dann steigt möglicherweise der wahrgenommene Preis einer unangenehmen Nachricht.

Damit entsteht eine paradoxe Situation:

Gerade die Person mit der größten Entscheidungsverantwortung erhält möglicherweise ein zunehmend gefiltertes Bild der Realität.

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Verhaltensmustern können Kritik, Widerspruch, Statusfragen und Verantwortung besonders konfliktgeladen sein.

Wenn schlechte Nachrichten als persönliche Kränkung erlebt werden,

wenn Widerspruch regelmäßig abgewertet wird,

oder wenn Verantwortung schnell auf andere verschoben wird,

kann das den Informationsfluss erheblich beeinflussen.

Für eine unternehmerische Entscheidung braucht es weniger eine Ferndiagnose.

Die praktischere Frage lautet:

Welche Informationen erreichen diese Person – und welche bleiben regelmäßig auf dem Weg hängen?

Und:

Was haben Menschen über die Konsequenzen gelernt, wenn sie unangenehme Informationen weitergeben?

 

 

 

Führung braucht weniger alle Informationen

 

Ein Geschäftsführer muss weniger alles wissen.

Das wäre weder möglich noch sinnvoll.

Entscheidend ist:

Welche Informationen müssen dich früh erreichen?

Das sollte weniger dem Zufall überlassen bleiben.

Definiere Informations- und Eskalationsschwellen.

Zum Beispiel:

  • Wann muss ein Kundenrisiko eskaliert werden?
  • Wann muss die Geschäftsführung über Projektabweichungen informiert werden?
  • Welche finanziellen Schwellen gelten?
  • Welche personellen Risiken gehören nach oben?
  • Welche Compliance-Themen müssen sofort gemeldet werden?
  • Welche Konflikte können Führungskräfte selbst lösen?
  • Wann braucht es eine höhere Ebene?

Klarheit reduziert die Frage:

„Soll ich damit schon kommen?“

 

 

 

Früh informiert sein bedeutet weniger, alles selbst zu übernehmen

 

Manche Führungskräfte fürchten, dass frühe Information dazu führt, ständig in operative Themen hineingezogen zu werden.

Das lässt sich trennen.

Du kannst sagen:

„Ich möchte früh informiert sein. Die Verantwortung für die Bearbeitung bleibt bei dir.“

Oder:

„Informiere mich, sobald dieser Schwellenwert erreicht ist. Du führst das Thema weiter.“

Damit unterscheidest du zwischen:

Information.

Und:

operativer Übernahme.

 

 

 

Deine Reaktion heute beeinflusst die Informationen von morgen

 

Das ist vielleicht der wichtigste Führungshebel in diesem gesamten Thema.

Wenn dir jemand eine schlechte Nachricht bringt, beobachte deine erste Reaktion.

Wirst du sofort ärgerlich?

Suchst du einen Schuldigen?

Unterbrichst du?

Reagierst du auf den Überbringer statt auf das Problem?

Oder kannst du zunächst fragen:

„Was wissen wir?“

„Was wissen wir noch nicht?“

„Was braucht ihr von mir?“

Menschen beobachten diese Reaktionen sehr genau.

Deine Reaktion heute beeinflusst, welche Informationen dich morgen erreichen.

 

 

 

Der Überraschungs-Test

 

Nimm die letzten drei unangenehmen Überraschungen in deinem Verantwortungsbereich.

Und frage:

  • Wer wusste vorher davon?
  • Seit wann?
  • Welche Hinweise gab es?
  • Warum erreichte mich die Information später?
  • Welche früheren Reaktionen von mir oder anderen könnten eine Rolle gespielt haben?
  • Gab es unklare Eskalationswege?
  • Wo wurde die Information sprachlich abgeschwächt?
  • An welchem früheren Zeitpunkt hätte diese Information meinen Handlungsspielraum vergrößert?

Damit wird aus:

„Warum hat mir das niemand gesagt?“

eine Führungsanalyse.

 

 

 

Sieben Fragen für Geschäftsführer und Führungsteams

 

Wenn du prüfen möchtest, wie gut dein Informationssystem funktioniert, helfen diese Fragen:

  1. Welche schlechten Nachrichten erfahre ich regelmäßig zu spät?
  2. Welche Themen werden erst nach Meetings offen angesprochen?
  3. Bei welchen Personen wird besonders vorsichtig formuliert?
  4. Welche Reaktionen von Führung erschweren offenen Widerspruch?
  5. Welche Informationen brauchen klare Eskalationsschwellen?
  6. Wo hängen Entscheidungen zu stark von informellen Netzwerken ab?
  7. Wie schnell würde ich erfahren, dass eine meiner wichtigsten Annahmen falsch ist?

Die letzte Frage finde ich besonders wertvoll.

Wie schnell erfährst du, dass dein Bild der Realität nicht mehr stimmt?

 

 

 

Wenn das Informationsproblem bei dir selbst beginnt

 

Das ist die unbequemste Perspektive.

Vielleicht liegt das Problem weniger ausschließlich in Prozessen.

Vielleicht spielt auch dein eigenes Führungsverhalten eine Rolle.

Zum Beispiel:

  • Wie reagierst du auf schlechte Nachrichten?
  • Wie reagierst du auf Widerspruch?
  • Wie gehst du mit Fehlern um?
  • Wie schnell suchst du Verantwortliche?
  • Wie gut kannst du Unsicherheit aushalten?
  • Wie oft änderst du deine Meinung sichtbar, wenn bessere Informationen auftauchen?

Das ist weniger eine Frage von Schuld.

Es ist eine Frage von Wirkung.

Führung beeinflusst das Informationsverhalten eines Systems.

 

 

 

Executive Presence zeigt sich auch darin, schlechte Nachrichten hören zu können

 

Executive Presence wird häufig mit Auftreten, Klarheit und Entscheidungsstärke verbunden.

Dazu gehört noch etwas:

Realität aushalten zu können.

Auch wenn sie unangenehm ist.

Auch wenn sie die eigene Position infrage stellt.

Auch wenn eine Entscheidung korrigiert werden muss.

Auch wenn jemand widerspricht.

Eine Führungskraft, die unangenehme Informationen aufnehmen kann, ohne den Informationsfluss zu bestrafen, erhöht ihre eigene Entscheidungsfähigkeit.

→ Mehr über Executive Presence

 

 

 

Executive Sparring bei Informations- und Führungsproblemen

 

Für Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung gehört dieses Thema zum Executive Sparring.

Wenn wichtige Informationen zunehmend spät, gefiltert oder nur über informelle Wege bei dir ankommen, können wir gemeinsam prüfen:

  • Welche Informationen brauchst du tatsächlich?
  • Welche erreichen dich rechtzeitig?
  • Welche erreichen dich zu spät?
  • Wo werden Informationen gefiltert?
  • Welche Rolle spielen Hierarchie und Macht?
  • Welche Rolle spielt die Meetingkultur?
  • Welche Rolle spielt dein eigenes Führungsverhalten?
  • Welche Eskalationswege fehlen?
  • Welche Reaktionen erschweren offenen Widerspruch?
  • Wie lässt sich dein Informationssystem verbessern?

Dabei kann es ebenso um eine konkrete akute Situation wie um die längerfristige Entwicklung deiner Führung gehen.

Auf Geschäftsführungs-, Vorstands- und Inhaberebene erfolgt diese Arbeit im Executive Sparring.

→ Executive Sparring

 

 

 

Was gilt für andere Führungskräfte?

 

Auch Bereichsleitungen, Abteilungsleitungen und andere Führungskräfte können Informationskultur in ihrem Verantwortungsbereich gezielt entwickeln.

Geht es um ein klassisches Entwicklungsziel, kann BUSINESS 1:1 der passende Rahmen sein.

Zum Beispiel:

Abteilungsleiterin möchte in ihrem Team eine offenere Feedback- und Informationskultur entwickeln.
→ BUSINESS 1:1

Bereichsleiter entdeckt kurz vor einer Vorstandssitzung ein erhebliches Risiko und muss die Situation strategisch vorbereiten.
→ EXECUTIVE SPARRING

Geschäftsführer stellt fest, dass kritische Informationen ihn regelmäßig zu spät erreichen.
→ EXECUTIVE SPARRING

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du den Eindruck hast, dass relevante Informationen dich zu spät, zu vorsichtig oder nur über informelle Wege erreichen, lohnt sich ein genauer Blick.

Beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • was aktuell geschieht
  • welche Informationen dich zu spät erreichen
  • welche Folgen daraus entstehen
  • welche Personen oder Ebenen beteiligt sind
  • was du verändern möchtest

Wir können von der ersten Sitzung an direkt mit deiner tatsächlichen Situation arbeiten.

→ Executive Sparring anfragen

 

 

 

Fazit

 

Eine Führungskraft kann nur mit der Realität arbeiten, die sie erreicht.

Deshalb ist weniger nur wichtig, welche Informationen im Unternehmen vorhanden sind.

Entscheidend ist:

Welche Informationen erreichen die richtigen Menschen?

Wie unverfälscht kommen sie an?

Und wann kommen sie an?

Zwischen:

„Da könnte ein Problem entstehen.“

und:

„Jetzt haben wir ein Problem.“

liegt häufig etwas sehr Wertvolles:

Handlungsspielraum.

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf.

Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

→ Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

→ Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

→ Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Schwierige Schlüsselperson im Unternehmen

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Alleingänge, wieder geöffnete Entscheidungen und Vereinbarungen, die anschließend anders umgesetzt werden
Durchblick

Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

 

Sonderregeln, Abhängigkeit und die unsichtbaren Kosten problematischer Leistungsträger

 

„So ist er eben.“

„Bei ihm musst du ein bisschen vorsichtiger sein.“

„Sprich du mit ihm. Auf dich hört er wenigstens.“

„Das Thema würde ich heute lieber weniger ansprechen.“

„Ohne ihn geht es ohnehin nicht.“

Solche Sätze können harmlos klingen.

Manchmal sind sie Ausdruck pragmatischer Zusammenarbeit mit einem anspruchsvollen Menschen.

Interessant wird es, wenn sich immer mehr Menschen, Prozesse und Entscheidungen um eine einzelne Person herum organisieren.

Dann lohnt sich eine andere Frage:

Wie schwierig ist diese Person wirklich – und wie stark hat sich das Unternehmen bereits an sie angepasst?

Denn irgendwann liegt das Problem weniger nur im Verhalten eines Menschen.

Die Anpassung selbst wird Teil des Systems.

 

 

 

Anpassung kann zunächst vernünftig sein

 

Menschen sind unterschiedlich.

Eine gute Führungskraft berücksichtigt das.

Der eine braucht direkte Worte.

Die andere mehr Kontext.

Ein Mitarbeiter möchte früh einbezogen werden.

Ein anderer arbeitet am besten mit viel Eigenständigkeit.

Das ist keine Schwäche.

Das ist Führung.

Problematisch wird Anpassung dort, wo sie zunehmend dazu dient, vorhersehbare schwierige Reaktionen einer Person zu vermeiden.

Dann geht es weniger um:

„Wie arbeiten wir gut zusammen?“

und zunehmend um:

„Wie verhindern wir, dass er schwierig wird?“

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

 

 

 

„So ist er eben“

 

Dieser Satz interessiert mich besonders.

Denn er kann zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen haben.

Die erste:

Wir kennen diesen Menschen und können mit seinen Eigenheiten gut umgehen.

Vollkommen in Ordnung.

Die zweite:

Wir haben aufgehört, bestimmtes Verhalten infrage zu stellen.

Dann wird aus einer Beschreibung möglicherweise eine Erlaubnis.

Unzuverlässigkeit?

„So ist er eben.“

Respektlosigkeit?

„So ist er eben.“

Alleingänge?

„So ist er eben.“

Wutausbrüche?

„So ist er eben.“

Vereinbarungen gelten nur manchmal?

„So ist er eben.“

Die hilfreiche Anschlussfrage lautet deshalb:

„Und was bedeutet das für uns?“

Damit wird aus einer Persönlichkeitsbeschreibung wieder eine unternehmerische Frage.

 

 

 

Das Problem kann leiser werden, ohne kleiner zu werden

 

Das ist eine der wichtigsten Dynamiken.

Am Anfang gibt es vielleicht Konflikte.

Menschen widersprechen.

Grenzen werden angesprochen.

Es gibt Beschwerden.

Irgendwann wird es ruhiger.

Das kann nach Verbesserung aussehen.

Und manchmal ist es tatsächlich Verbesserung.

Es kann jedoch auch etwas anderes geschehen sein:

Die Menschen haben gelernt, welche Themen sie besser meiden.

Sie wissen, wann sie schweigen.

Sie wissen, wer bestimmte Nachrichten überbringen sollte.

Sie formulieren vorsichtiger.

Sie laden bestimmte Personen zu bestimmten Gesprächen ein.

Sie vermeiden Entscheidungen, die Widerstand auslösen könnten.

Der Konflikt ist weniger sichtbar.

Die Anpassung ist nur effizienter geworden.

 

 

 

Wenig Konflikt ist deshalb weniger automatisch ein gutes Zeichen

 

Ein Team kann ruhig sein, weil die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert.

Ein Team kann auch ruhig sein, weil Widerspruch zu teuer geworden ist.

Deshalb interessiert mich bei schwierigen Führungssituationen weniger nur:

„Wie häufig gibt es Streit?“

Eine zweite Frage ist mindestens ebenso wichtig:

„Wie frei können Menschen widersprechen?“

Und:

„Was geschieht anschließend mit den Menschen, die widersprechen?“

Denn Harmonie und Anpassung können von außen erstaunlich ähnlich aussehen.

 

 

 

Wenn immer die Vernünftigen nachgeben sollen

 

In schwierigen Systemen entsteht häufig ein nachvollziehbarer Reflex.

Mit wem spricht man?

Mit der Person, die zugänglich ist.

Wer soll mehr Verständnis zeigen?

Die Person, die reflektiert ist.

Wer soll seine Kommunikation verändern?

Die Person, mit der sich darüber reden lässt.

Wer soll noch einmal nachgeben?

Die Person, die wahrscheinlich nachgeben wird.

Kurzfristig ist das effizient.

Langfristig kann daraus eine problematische Regel entstehen:

Das System verändert bevorzugt die Menschen, die sich leichter verändern lassen.

 

 

 

Die schwierige Person wird zur festen Größe

 

Und alle anderen werden zur Variablen.

„Kannst du es ihm anders erklären?“

„Kannst du heute ein bisschen vorsichtiger sein?“

„Kannst du das übernehmen?“

„Kannst du noch einmal auf ihn zugehen?“

„Kannst du seinen Anteil diesmal mit auffangen?“

Jede einzelne Bitte kann sinnvoll sein.

Das Muster ist entscheidend.

Wer bekommt regelmäßig den Veränderungsauftrag?

Und wer bleibt davon weitgehend ausgenommen?

 

 

 

Selbstreflexion braucht eine zweite Hälfte

 

Ich halte Selbstreflexion für wertvoll.

Die Frage:

„Was ist mein Anteil?“

kann sehr hilfreich sein.

Nur braucht sie zwei weitere Fragen:

„Was ist der Anteil der anderen Person?“

Und:

„Was ist der Anteil des Systems?“

Sonst kann Selbstreflexion unbeabsichtigt zur Einbahnstraße werden.

Eine kooperative Person analysiert immer genauer ihr eigenes Verhalten.

Während das Verhalten der schwierigeren Person zunehmend als unveränderliche Tatsache behandelt wird.

 

 

 

„Bei dir kann man das wenigstens ansprechen“

 

Das klingt zunächst wie ein Kompliment.

Und häufig ist es auch so gemeint.

In schwierigen Konstellationen kann dieser Satz jedoch eine zweite Bedeutung bekommen:

Deshalb bekommst du auch den Veränderungsauftrag.

Die zugänglichere Person übernimmt dann zunehmend die Anpassungsarbeit.

Sie denkt voraus.

Übersetzt.

Vermittelt.

Beruhigt.

Fängt Reaktionen auf.

Bereitet andere vor.

Korrigiert hinterher.

Diese Arbeit taucht in kaum einer Stellenbeschreibung auf.

Und trotzdem kostet sie Zeit, Aufmerksamkeit und Energie.

 

 

 

Wer bezahlt den Preis?

 

Das ist eine der wichtigsten Fragen bei schwierigen Schlüsselpersonen.

Vielleicht liefert die Person hervorragende Ergebnisse.

Vielleicht bringt sie wichtige Kunden.

Vielleicht besitzt sie außergewöhnliches Fachwissen.

Vielleicht arbeitet sie enorm viel.

Vielleicht ist sie entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg.

Dann sollte diese Leistung selbstverständlich berücksichtigt werden.

Nur ist sichtbare Leistung nicht dasselbe wie der gesamte Beitrag zum Unternehmen.

Deshalb lohnt sich eine breitere Betrachtung:

Was produziert diese Person?

Und:

Welche Kosten entstehen gleichzeitig um sie herum?

 

 

 

Unsichtbare Kosten bleiben leicht unberücksichtigt

 

Zum Beispiel:

zusätzliche Abstimmung,

Konfliktklärung,

Fluktuation,

verlorene Mitarbeiter,

Informationsverluste,

langsamere Entscheidungen,

zusätzliche Kontrolle,

Führungskapazität,

vermeidbare Fehler,

Kundenrisiken,

oder die ständige Anpassungsarbeit anderer.

Ein Top Performer kann weiterhin ein Top Performer sein.

Und gleichzeitig erhebliche indirekte Kosten erzeugen.

Beides kann wahr sein.

Die unternehmerische Frage lautet deshalb:

Wie sieht der Gesamtbeitrag aus?

 

 

 

„Ohne ihn geht es nicht“

 

Dieser Satz verdient besondere Aufmerksamkeit.

Vielleicht stimmt er.

Und genau dann hast du eine wichtige Information.

Denn wenn ein Unternehmen tatsächlich ohne eine einzelne Person kaum funktionieren kann, besitzt es weniger nur einen außergewöhnlich wertvollen Mitarbeiter oder Geschäftspartner.

Es besitzt möglicherweise ein Schlüsselpersonenrisiko.

Frag deshalb:

Was genau geht ohne diese Person nicht?

Ist es Wissen?

Kundenkontakt?

Entscheidungsbefugnis?

Zugang zu wichtigen Personen?

Technisches Know-how?

Beziehungen zu Lieferanten?

Passwörter oder Systeme?

Historisches Wissen?

Die Antwort verwandelt ein diffuses Gefühl von Unersetzlichkeit in konkrete Abhängigkeiten.

 

 

 

Der Drei-Monats-Test

 

Eine einfache Gedankenübung:

Was würde geschehen, wenn diese Person ab morgen drei Monate lang nicht verfügbar wäre?

Weniger als Drohung.

Weniger als Plan, die Person zu ersetzen.

Als Risikotest.

Welche Prozesse würden stehen?

Welche Kundenbeziehungen wären gefährdet?

Welche Entscheidungen könnten weniger getroffen werden?

Welches Wissen wäre nicht zugänglich?

Wo gäbe es keinen Ersatz?

Je konkreter die Antworten, desto klarer wird das tatsächliche Risiko.

 

 

 

Macht entsteht auch durch fehlende Alternativen

 

Macht entsteht weniger nur durch Hierarchie.

Sie kann auch dadurch entstehen, dass andere kaum Alternativen haben.

Wenn nur eine Person etwas weiß,

nur eine Person einen wichtigen Kunden halten kann,

nur eine Person Zugang zu bestimmten Kontakten besitzt,

oder nur eine Person zentrale Entscheidungen treffen kann,

verändert das Verhandlungen.

Grenzen.

Konflikte.

Und Führung.

Denn jede Auseinandersetzung findet vor dem Hintergrund der Frage statt:

„Was passiert, wenn diese Person geht?“

Diese Abhängigkeit kann das Verhalten des gesamten Unternehmens beeinflussen.

 

 

 

Erfolgreiche Unternehmen können solche Abhängigkeiten selbst erzeugen

 

Das geschieht häufig ohne böse Absicht.

Ein Mensch ist besonders gut.

Also bekommt er mehr Verantwortung.

Er kennt den Kunden am besten.

Also übernimmt er immer mehr Kontakt.

Er löst Probleme schnell.

Also fragen irgendwann alle ihn.

Er kennt das System.

Also wird Dokumentation weniger wichtig.

Das ist kurzfristig effizient.

Und langfristig kann daraus Fragilität entstehen.

Was kurzfristig effizient ist, kann langfristig abhängig machen.

 

 

 

Abhängigkeit reduzieren bedeutet weniger, einen Menschen abzuwerten

 

Das ist mir wichtig.

Wenn jemand außergewöhnlich wertvoll ist, darf das anerkannt werden.

Redundanz bedeutet weniger:

„Wir brauchen dich weniger.“

Sie bedeutet:

„Wir gestalten das Unternehmen so, dass deine Bedeutung weniger zum Unternehmensrisiko wird.“

Wissenstransfer.

Stellvertretungen.

Dokumentation.

Mehrere Kundenkontakte.

Klare Entscheidungswege.

Zugänge, die dem Unternehmen gehören.

Das schützt das Unternehmen.

Und häufig auch die Schlüsselperson selbst.

 

 

 

Welche Rolle können narzisstisch geprägte Verhaltensmuster spielen?

 

Schwierige Dynamiken können viele Ursachen haben.

Bei ausgeprägt narzisstisch geprägten Mustern können beispielsweise Status, Kontrolle, Sonderstellung, Empfindlichkeit gegenüber Widerspruch oder ein starkes Anspruchsdenken eine Rolle spielen.

Manche Menschen fördern Abhängigkeiten aktiv.

Andere tun es weniger bewusst.

Und manche Abhängigkeiten entstehen schlicht durch schlechte Organisationsentwicklung.

Deshalb ist eine Ferndiagnose für die unternehmerische Entscheidung weniger hilfreich.

Die praktischeren Fragen lauten:

Welche Verhaltensmuster beobachten wir?

Welche Abhängigkeiten bestehen?

Welche Sonderregeln haben sich entwickelt?

Und welche Folgen entstehen daraus?

 

 

 

Ein besonders aufschlussreicher Test

 

Frag:

Wie würden wir reagieren, wenn jemand anderes dasselbe Verhalten zeigen würde?

Wenn die Antwort lautet:

„Das würden wir bei niemand anderem akzeptieren“

dann lohnt sich die nächste Frage:

Warum akzeptieren wir es hier?

Vielleicht gibt es einen guten Grund.

Vielleicht ist die Person tatsächlich außergewöhnlich wichtig.

Dann sollte dieser Grund bewusst benannt werden.

Denn eine Sonderregel, die bewusst beschlossen wurde, ist etwas anderes als eine Sonderregel, die sich unbemerkt eingeschlichen hat.

 

 

 

Wenn Anpassung zur Kultur wird

 

Irgendwann betrifft die Dynamik weniger nur die Schlüsselperson.

Neue Mitarbeiter lernen:

„Das sprichst du bei ihm besser weniger an.“

„Da brauchst du gar nicht erst zu widersprechen.“

„Das läuft bei ihm anders.“

„Wenn er etwas möchte, geht es meistens durch.“

Damit werden informelle Regeln weitergegeben.

Die Person muss sie weniger selbst durchsetzen.

Die Organisation übernimmt diese Aufgabe.

Spätestens dann ist aus einem zwischenmenschlichen Problem ein organisatorisches Thema geworden.

 

 

 

Und manchmal geht irgendwann die falsche Person

 

Das ist eine besonders teure Folge.

Die schwierige Schlüsselperson bleibt.

Die kooperative Führungskraft geht.

Der reflektierte Mitarbeiter kündigt.

Die Person, die jahrelang vermittelt hat, hat genug.

Von außen kann das überraschend wirken.

Intern war möglicherweise lange eine Person damit beschäftigt, das System stabil zu halten.

Wenn sie geht, wird sichtbar, wie viel unsichtbare Arbeit sie übernommen hatte.

 

 

 

Was Führung konkret prüfen kann

 

Wenn du den Eindruck hast, dass sich dein Unternehmen zunehmend um eine bestimmte Person herum organisiert, prüfe vier Bereiche:

1. Verhalten

Welches konkrete Verhalten verursacht Schwierigkeiten?

2. Anpassung

Was tun andere inzwischen anders, um mit dieser Person zurechtzukommen?

3. Abhängigkeit

Was würde ohne diese Person kurzfristig weniger funktionieren?

4. Kosten

Welche direkten und indirekten Kosten entstehen durch Verhalten, Anpassung und Abhängigkeit?

Damit verlässt du die Frage:

„Ist dieser Mensch schwierig?“

und kommst zu einer unternehmerisch wesentlich ergiebigeren Frage:

„Was bewirkt diese Konstellation in unserem Unternehmen?“

 

 

 

Was braucht die zugänglichere Person?

 

Wenn du mit einer Führungskraft sprichst, die seit längerer Zeit den größten Teil der Anpassungsarbeit übernimmt, würde ich weniger sofort fragen:

„Was kannst du noch anders machen?“

Eine bessere Frage kann sein:

„Was brauchst du, damit diese Zusammenarbeit für dich wieder tragfähig wird?“

Das verändert die Perspektive.

Von noch mehr Anpassung hin zu Bedingungen für professionelle Zusammenarbeit.

 

 

 

Und welche Verantwortung hat die Organisation?

 

Die vielleicht wichtigste Frage lautet:

Welches Verhalten ermöglichen wir durch unsere eigene Anpassung?

Das bedeutet weniger, der Organisation die Schuld für das Verhalten einer schwierigen Person zu geben.

Menschen bleiben für ihr eigenes Verhalten verantwortlich.

Und gleichzeitig gestalten Systeme Anreize.

Wenn problematisches Verhalten regelmäßig dazu führt, dass alle anderen nachgeben, zusätzliche Arbeit übernehmen oder Sonderregeln schaffen, entstehen Konsequenzen.

Das sollte Führung erkennen.

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Wenn du Geschäftsführer, Unternehmer oder Gesellschafter bist und eine schwierige Schlüsselperson zunehmend Einfluss auf Entscheidungen, Zusammenarbeit oder Unternehmenskultur bekommt, lohnt sich eine strukturierte Betrachtung.

Dabei kann es um einen Mitgeschäftsführer gehen.

Einen Gesellschafter.

Eine zentrale Führungskraft.

Einen Top Performer.

Oder einen wichtigen Geschäftspartner.

Im Executive Sparring können wir vertraulich klären:

Welche Leistung ist tatsächlich vorhanden?

Welche Kosten entstehen?

Welche Abhängigkeiten bestehen?

Welche Macht ergibt sich daraus?

Welche Anpassungen haben sich entwickelt?

Welche Risiken sollten reduziert werden?

Und:

Wie gewinnst du Handlungsspielraum zurück, ohne vorschnell wertvolle Beziehungen oder Kompetenzen zu zerstören?

 

 

 

Fazit

 

Eine schwierige Schlüsselperson ist weniger automatisch ein Unternehmensproblem.

Problematisch wird es, wenn das Unternehmen zunehmend um diese Person herum gebaut wird.

Wenn Sonderregeln selbstverständlich werden.

Wenn die Zugänglichen immer mehr Anpassungsarbeit übernehmen.

Wenn Abhängigkeiten wachsen.

Wenn Widerspruch verschwindet.

Und wenn irgendwann alle sagen:

„So ist er eben.“

Dann ergänze den Satz um eine Frage:

„Und was bedeutet das für uns?“

Denn entscheidend ist weniger nur, wie schwierig ein Mensch ist.

Entscheidend ist, was das Unternehmen inzwischen tut, um mit diesem Menschen zu funktionieren.

 

 

 

 

 

Verwandte Unternehmensdynamiken

 

Schwierige Macht- und Konfliktdynamiken treten häufig gemeinsam auf. Je nach Situation können deshalb auch diese Themen relevant sein:

→ Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht mehr erreichen

→ Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

Bei ausgeprägt schwierigen oder narzisstisch geprägten Verhaltensmustern:

→ Narzissmus im Unternehmen

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü:

Wenn Entscheidungen ihre Verbindlichkeit verlieren

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

Alleingänge, wieder geöffnete Entscheidungen und Vereinbarungen, die anschließend anders umgesetzt werden
Durchblick

Wenn Entscheidungen im Unternehmen ihre Verbindlichkeit verlieren

 

Eine Entscheidung ist getroffen. Und trotzdem beginnt die Diskussion danach von vorn.

Im Meeting scheint alles klar.

Zuständigkeiten sind benannt.

Die Richtung ist beschlossen.

Und wenige Tage später passiert etwas Merkwürdiges.

Die Entscheidung wird neu interpretiert.

Ein Teil der Organisation verhält sich, als wäre sie vorläufig.

Ein anderer wartet ab.

Jemand eröffnet die Diskussion erneut.

Und irgendwann stellt sich die Frage:

War das eigentlich eine Entscheidung?

 

 

 

Wenn Beschlüsse nur noch Empfehlungen sind

 

Unternehmen brauchen Diskussion.

Sie brauchen unterschiedliche Perspektiven.

Sie brauchen Widerspruch.

Und sie brauchen die Möglichkeit, Entscheidungen zu korrigieren, wenn neue Informationen auftauchen.

Etwas anderes ist es, wenn Entscheidungen regelmäßig ihre Verbindlichkeit verlieren.

Dann entsteht Unsicherheit.

Wer entscheidet tatsächlich?

Wann gilt etwas?

Wie lange gilt es?

Und wer darf eine getroffene Entscheidung wieder öffnen?

Wenn diese Fragen unklar werden, kostet das Zeit, Energie und Führungskapazität.

 

 

 

Eine Entscheidung braucht einen erkennbaren Abschluss

 

In vielen Meetings wird lange diskutiert.

Am Ende heißt es:

„Dann machen wir das so.“

Alle gehen auseinander.

Und trotzdem haben mehrere Personen unterschiedliche Vorstellungen davon, was gerade beschlossen wurde.

Eine belastbare Entscheidung braucht deshalb Klarheit über:

  • Was wurde entschieden?
  • Was wurde ausdrücklich weniger entschieden?
  • Wer trägt die Verantwortung?
  • Was geschieht als Nächstes?
  • Bis wann?
  • Unter welchen Bedingungen wird die Entscheidung erneut geprüft?

Je wichtiger die Entscheidung, desto weniger sollte ihre Bedeutung zwischen den Zeilen bleiben.

 

 

 

Diskussion vor der Entscheidung – Verbindlichkeit danach

 

Eine gesunde Entscheidungskultur erlaubt offenen Widerspruch.

Vor der Entscheidung darf argumentiert werden.

Es darf gestritten werden.

Risiken dürfen benannt werden.

Annahmen dürfen infrage gestellt werden.

Dann folgt die Entscheidung.

Und damit verändert sich die Aufgabe.

Jetzt geht es um Umsetzung.

Das bedeutet weniger, dass niemand mehr denken oder kritisieren darf.

Es bedeutet:

Eine Entscheidung bleibt handlungsleitend, bis sie auf einem klaren Weg verändert wird.

 

 

 

Wenn Entscheidungen nachträglich ausgehöhlt werden

 

Das kann sehr subtil geschehen.

Zum Beispiel:

  • Aufgaben werden verschleppt.
  • Vereinbarungen werden nur teilweise umgesetzt.
  • Verantwortlichkeiten werden neu interpretiert.
  • Parallel entstehen Gegenlösungen.
  • Die Diskussion beginnt außerhalb des Entscheidungsraums erneut.
  • Einzelne Personen holen informell neue Zustimmung ein.
  • Entscheidungen werden nach oben oder unten weiterdelegiert.

Formal bleibt der Beschluss bestehen.

Praktisch verliert er Wirkung.

 

 

 

Das eigentliche Problem ist häufig weniger die einzelne Entscheidung

 

Wenn dieses Muster wiederholt auftritt, lohnt sich ein Blick auf das System.

Vielleicht geht es um:

  • unklare Entscheidungsbefugnisse
  • Rollenunklarheit
  • Machtkonflikte
  • fehlende Konsequenz
  • zu wenig Beteiligung vor Entscheidungen
  • zu viel Beteiligung nach Entscheidungen
  • mangelndes Vertrauen
  • persönliche Rivalitäten

Dann wird aus einem einzelnen Umsetzungsproblem eine Frage der Führungskultur.

 

 

 

Wer darf eine Entscheidung wieder öffnen?

 

Diese Frage wird in vielen Organisationen erstaunlich selten geklärt.

Natürlich können neue Informationen eine Neubewertung erforderlich machen.

Dann sollte jedoch klar sein:

  • Welche neuen Informationen liegen vor?
  • Warum verändern sie die Entscheidung?
  • Wer besitzt die Befugnis zur Neubewertung?
  • Wie wird die Änderung kommuniziert?

Sonst entsteht ein Zustand permanenter Vorläufigkeit.

Und Vorläufigkeit schwächt Verantwortung.

 

 

 

Wenn Mitarbeitende abwarten, ob die Entscheidung wirklich gilt

 

Organisationen lernen aus Erfahrung.

Wenn Entscheidungen häufig verändert, abgeschwächt oder stillschweigend ignoriert werden, entsteht eine rationale Strategie:

Warten.

Noch weniger anfangen.

Noch weniger investieren.

Noch weniger Verantwortung übernehmen.

Denn vielleicht gilt die Entscheidung nächste Woche ohnehin anders.

So entsteht eine Kultur, in der Verbindlichkeit immer teurer wird.

 

 

 

Führung sendet Signale

 

Menschen beobachten sehr genau, was nach einer Entscheidung passiert.

Wird sie umgesetzt?

Wird sie kontrolliert?

Wird sie bei Widerstand sofort relativiert?

Oder bleibt Führung klar?

Wenn Entscheidungen regelmäßig ohne nachvollziehbaren Prozess aufgeweicht werden, entsteht ein Signal:

Beschlüsse sind verhandelbar, wenn der Widerstand groß genug ist.

 

 

 

Das kann auch aus Harmoniebedürfnis entstehen

 

Nicht jede schwache Entscheidungskultur entsteht aus Machtkampf.

Manchmal möchte Führung Konflikte reduzieren.

Also wird eine Entscheidung getroffen.

Widerstand entsteht.

Dann folgen Ausnahmen.

Noch eine Ausnahme.

Eine Sonderregel.

Eine zusätzliche Rücksprache.

Und irgendwann weiß niemand mehr genau, was gilt.

Kurzfristige Harmonie kann langfristig Klarheit kosten.

 

 

 

Zu viel Konsens kann Entscheidungen ebenfalls schwächen

 

Beteiligung ist wertvoll.

Sie erhöht Informationsqualität und Akzeptanz.

Doch irgendwann braucht ein Unternehmen Entscheidung.

Wenn jede Entscheidung erst dann gelten darf, wenn wirklich jede Person zustimmt, entsteht schnell Stillstand.

Führung braucht die Fähigkeit:

zuzuhören.

unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen.

und anschließend Verantwortung für eine Entscheidung zu übernehmen.

 

 

 

Entscheidungskompetenz braucht Rollenklärung

 

Hilfreiche Fragen sind:

  • Wer entscheidet?
  • Wer berät?
  • Wer muss gehört werden?
  • Wer setzt um?
  • Wer wird informiert?
  • Wer darf die Entscheidung später verändern?

Diese Klarheit wirkt oft unspektakulär.

Und sie verhindert viele spätere Konflikte.

 

 

 

Wenn Geschäftsführung und Führungsteam unterschiedliche Entscheidungslogiken haben

 

Ein häufiges Spannungsfeld entsteht, wenn unterschiedliche Ebenen Entscheidungen unterschiedlich verstehen.

Die Geschäftsführung glaubt:

„Das ist entschieden.“

Das Führungsteam glaubt:

„Das ist die aktuelle Präferenz.“

Oder umgekehrt.

Dann entsteht weniger böser Wille als unterschiedliche Erwartung.

Deshalb lohnt sich explizite Sprache.

Zum Beispiel:

„Wir haben heute entschieden, dass …“

„Diese Entscheidung gilt ab …“

„Wir prüfen sie erneut, wenn …“

„Bis dahin arbeiten wir auf dieser Grundlage.“

 

 

 

Widerspruch nach einer Entscheidung

 

Menschen dürfen weiterhin anderer Meinung sein.

Das ist etwas anderes als die Umsetzung zu blockieren.

Eine gesunde Kultur kann beide Sätze gleichzeitig halten:

„Ich hätte anders entschieden.“

Und:

„Ich trage die getroffene Entscheidung professionell mit.“

Diese Fähigkeit ist besonders in Führungsteams wichtig.

 

 

 

Wenn Loyalität mit Zustimmung verwechselt wird

 

Loyalität bedeutet weniger permanente Zustimmung.

Gute Führungsteams brauchen Menschen, die vor einer Entscheidung widersprechen können.

Und sie brauchen Menschen, die nach einer Entscheidung zuverlässig handeln.

Wenn Widerspruch bereits als Illoyalität gilt, wird die Informationsqualität schlechter.

Wenn jede abweichende Meinung nach der Entscheidung zur Neuverhandlung führt, wird die Handlungsfähigkeit schlechter.

Beides braucht Balance.

 

 

 

Wann sollte eine Entscheidung tatsächlich neu geöffnet werden?

 

Zum Beispiel wenn:

  • entscheidende neue Informationen vorliegen
  • wichtige Annahmen nachweislich falsch waren
  • Rahmenbedingungen sich erheblich verändert haben
  • neue Risiken sichtbar werden
  • rechtliche oder wirtschaftliche Voraussetzungen entfallen

Dann kann eine Neubewertung sogar Ausdruck guter Führung sein.

Entscheidend ist, dass sie bewusst geschieht.

Und weniger durch schleichende Erosion.

 

 

 

Ein einfacher Entscheidungsabschluss

 

Am Ende wichtiger Meetings können fünf Fragen helfen:

  1. Was haben wir entschieden?
  2. Wer trägt die Verantwortung?
  3. Was passiert als Nächstes?
  4. Bis wann?
  5. Unter welchen Bedingungen überprüfen wir die Entscheidung erneut?

Das kostet wenige Minuten.

Und kann sehr viel spätere Unklarheit verhindern.

 

 

 

Wenn immer dieselbe Person Entscheidungen neu öffnet

 

Dann lohnt sich ein genauerer Blick.

Was geschieht dort?

Geht es um fachliche Qualität?

Um Kontrollbedürfnis?

Um Status?

Um Misstrauen?

Um persönlichen Einfluss?

Oder darum, dass die Person Entscheidungen nur akzeptiert, solange sie der eigenen Position entsprechen?

Für die Führung ist weniger die Etikettierung entscheidend.

Interessanter ist:

Welche Wirkung hat dieses Verhalten auf Entscheidungsfähigkeit und Verantwortung im Unternehmen?

 

 

 

Schwierige Schlüsselpersonen können Entscheidungsstrukturen verändern

 

Wenn eine einflussreiche Person Entscheidungen regelmäßig infrage stellt, umgeht oder neu verhandelt, kann sich die Organisation langsam daran anpassen.

Andere beginnen vorauszudenken:

„Was wird diese Person davon halten?“

Entscheidungen werden bereits im Vorfeld verändert.

Oder später erneut auf ihre Zustimmung geprüft.

Damit kann informeller Einfluss formale Entscheidungswege überlagern.

→ Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

 

 

 

Verantwortung braucht Entscheidungsspielraum

 

Ein weiteres Problem entsteht, wenn Menschen für Ergebnisse verantwortlich gemacht werden, ohne echte Entscheidungskompetenz zu besitzen.

Dann heißt es:

„Du bist verantwortlich.“

Und gleichzeitig:

Jede relevante Entscheidung kann von anderer Stelle jederzeit verändert werden.

Das führt schnell zu Frustration und Absicherung.

Verantwortung und Entscheidungsspielraum sollten zusammenpassen.

 

 

 

Wenn Verantwortung nachträglich verschoben wird

 

Besonders problematisch wird es, wenn nach einer schwierigen Entwicklung plötzlich unklar wird, wer eine Entscheidung eigentlich getroffen hat.

Dann erscheinen Sätze wie:

„Das war doch dein Vorschlag.“

Oder:

„So hatte ich das nie gemeint.“

Oder:

„Dafür war der Bereich verantwortlich.“

Deshalb lohnt sich eine klare Dokumentation wichtiger Entscheidungen.

Weniger aus Misstrauen.

Mehr aus Verantwortungsclarity.

→ Wenn Verantwortung im Unternehmen ihre Richtung verändert

 

 

 

Executive Presence zeigt sich auch in Entscheidungsklarheit

 

Executive Presence wird häufig mit Auftreten und Kommunikation verbunden.

Dazu gehört ebenfalls:

Entscheidungen herbeiführen.

Verantwortung übernehmen.

Widerspruch aushalten.

Entscheidungen verständlich vertreten.

Und sie bei neuen Informationen bewusst korrigieren.

Souveränität bedeutet weniger, an jeder Entscheidung festzuhalten.

Sie bedeutet, nachvollziehbar zwischen Verbindlichkeit und notwendiger Neubewertung zu unterscheiden.

→ Mehr über Executive Presence

 

 

 

Executive Sparring bei Entscheidungs- und Führungsproblemen

 

Für Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung gehört dieses Thema zum Executive Sparring.

Wenn Entscheidungen im Unternehmen regelmäßig an Verbindlichkeit verlieren, können wir beispielsweise prüfen:

  • Wie werden Entscheidungen tatsächlich getroffen?
  • Wer besitzt formale und informelle Entscheidungsmacht?
  • Wo entstehen Unklarheiten?
  • Welche Entscheidungen werden regelmäßig wieder geöffnet?
  • Welche Rolle spielen einzelne Schlüsselpersonen?
  • Wie wird Widerspruch vor und nach Entscheidungen behandelt?
  • Wie passen Verantwortung und Entscheidungskompetenz zusammen?
  • Wie konsequent werden Entscheidungen kommuniziert?
  • Welche eigenen Führungsmuster tragen möglicherweise zum Problem bei?

Dabei kann es um eine konkrete eskalierte Situation gehen.

Oder um die längerfristige Entwicklung von Entscheidungs- und Führungskultur.

Auf Geschäftsführungs-, Vorstands- und Inhaberebene erfolgt diese Arbeit im Executive Sparring.

→ Executive Sparring

 

 

 

Was gilt für andere Führungskräfte?

 

Auch andere Führungskräfte können an Entscheidungsklarheit in ihrem Verantwortungsbereich arbeiten.

Geht es um ein klassisches Entwicklungsziel, kann BUSINESS 1:1 passen.

Zum Beispiel:

Abteilungsleiter möchte Entscheidungen im eigenen Team klarer kommunizieren und konsequenter umsetzen.
→ BUSINESS 1:1

Bereichsleiter steht in einem eskalierten Macht- und Entscheidungsstreit mit erheblicher strategischer Tragweite.
→ EXECUTIVE SPARRING

Geschäftsführer erlebt, dass zentrale Unternehmensentscheidungen regelmäßig informell ausgehebelt werden.
→ EXECUTIVE SPARRING

 

 

 

Sieben Fragen für deine nächste Führungsrunde

 

  1. Welche Entscheidungen werden bei uns regelmäßig erneut diskutiert?
  2. Ist nach wichtigen Meetings wirklich klar, was entschieden wurde?
  3. Wer darf Entscheidungen neu öffnen?
  4. Unter welchen Bedingungen darf das geschehen?
  5. Passen Verantwortung und Entscheidungsspielraum zusammen?
  6. Welche Personen besitzen informell mehr Entscheidungsmacht als formal vorgesehen?
  7. Was lernen Mitarbeitende daraus, wie wir mit getroffenen Entscheidungen umgehen?

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn wichtige Entscheidungen in deinem Unternehmen regelmäßig an Verbindlichkeit verlieren, lohnt sich ein genauer Blick auf das Muster dahinter.

Beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • welche Entscheidungen betroffen sind
  • wer beteiligt ist
  • wie sich die fehlende Verbindlichkeit zeigt
  • welche Auswirkungen daraus entstehen
  • was du verändern möchtest

Wir können von der ersten Sitzung an direkt mit deiner tatsächlichen Situation arbeiten.

→ Executive Sparring anfragen

 

 

 

Fazit

 

Organisationen brauchen die Freiheit, schlechte Entscheidungen zu korrigieren.

Und sie brauchen die Fähigkeit, gute Entscheidungen verbindlich umzusetzen.

Beides gehört zusammen.

Wenn jeder Beschluss permanent offenbleibt, wird Verantwortung unscharf.

Wenn jede Entscheidung unveränderlich wird, verliert die Organisation Lernfähigkeit.

Gute Führung schafft Klarheit darüber, wann diskutiert wird, wann entschieden ist und wann eine Entscheidung aus guten Gründen neu bewertet wird.

 

 

 

Verwandte Themen

 

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht erreichen

→ Wenn sich das Unternehmen an eine schwierige Schlüsselperson anpasst

→ Wenn Verantwortung im Unternehmen plötzlich ihre Richtung verändert

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus im professionellen Kontext

 

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022

Disruptive Innovation: Bedeutung, Beispiele und Strategie

Disruptive Innovation

Bedeutung, Beispiele und Strategie
Expat-Coaching

Disruptive Innovation: Wenn neue Lösungen alte Spielregeln verändern

 

Manche Innovationen verbessern etwas Bestehendes.

Andere verändern das Spiel selbst.

Plötzlich gelten andere Erwartungen.

Andere Anbieter werden relevant.

Andere Geschäftsmodelle entstehen.

Und Unternehmen, die jahrelang erfolgreich waren, merken mitunter spät, dass ihre bisherigen Stärken kaum noch dieselbe Wirkung entfalten.

Genau hier wird der Begriff disruptive Innovation interessant.

 

 

 

Was bedeutet disruptive Innovation?

 

Der Begriff wurde vor allem durch den Wirtschaftswissenschaftler Clayton M. Christensen geprägt.

Gemeint ist ursprünglich eine Innovation, die etablierte Märkte von einer zunächst wenig beachteten Position aus verändert.

Typisch ist:

Eine neue Lösung ist anfangs einfacher, günstiger oder für etablierte Anbieter wenig attraktiv.

Sie erreicht zunächst Kundengruppen, die vom bisherigen Markt schlecht bedient werden.

Dann verbessert sie sich.

Und irgendwann wird sie auch für den bestehenden Hauptmarkt relevant.

Dadurch können bisher erfolgreiche Anbieter unter Druck geraten.

 

 

 

Disruptiv bedeutet mehr als spektakulär

 

Heute wird fast jede große Neuerung als „disruptiv“ bezeichnet.

Das verwässert den Begriff.

Eine Innovation ist keineswegs automatisch disruptiv, weil sie:

neu,

technologisch beeindruckend,

schnell wachsend

oder sehr erfolgreich ist.

Christensens Idee war präziser.

Disruption beginnt häufig am Rand eines Marktes.

Dort, wo etablierte Anbieter wenig Aufmerksamkeit investieren.

 

 

 

Ein einfaches Beispiel

 

Stell dir einen Markt vor, in dem hochwertige Lösungen teuer und komplex sind.

Die etablierten Anbieter konzentrieren sich auf anspruchsvolle Kunden.

Dann kommt ein neuer Anbieter.

Seine Lösung kann zunächst weniger.

Sie ist jedoch:

einfacher,

günstiger,

zugänglicher.

Für die Premiumkunden wirkt sie zunächst uninteressant.

Für andere Menschen reicht sie vollkommen aus.

Mit der Zeit wird die Lösung besser.

Und irgendwann genügt sie auch den Anforderungen eines größeren Marktsegments.

Dann verändert sich der Markt.

 

 

 

Unterschied zu inkrementeller Innovation

 

Eine inkrementelle Innovation verbessert etwas Bestehendes schrittweise.

Zum Beispiel:

mehr Leistung,

bessere Bedienung,

höhere Qualität,

geringere Kosten.

Das bestehende Spiel bleibt im Wesentlichen erhalten.

Disruptive Innovation kann dagegen die Frage verändern:

Wer braucht überhaupt noch die bisherige Lösung?

Damit betrifft sie weniger einzelne Produkteigenschaften als die Struktur des Marktes.

 

 

 

Warum erfolgreiche Unternehmen Disruption übersehen können

 

Das ist einer der spannendsten Gedanken hinter Christensens Arbeit.

Unternehmen scheitern keineswegs immer, weil sie schlecht geführt werden.

Manchmal tun sie genau das, was lange vernünftig war.

Sie hören auf ihre wichtigsten Kunden.

Sie investieren in profitable Produkte.

Sie verbessern Qualität.

Sie konzentrieren Ressourcen auf attraktive Märkte.

Und genau dadurch kann eine neue Entwicklung zunächst unwichtig erscheinen.

Die Gefahr lautet:

Was heute wirtschaftlich unbedeutend wirkt, kann morgen die Spielregeln verändern.

 

 

 

Erfolg kann den Blick verengen

 

Je erfolgreicher ein Modell ist, desto plausibler erscheint es, daran festzuhalten.

Das gilt für Unternehmen.

Und manchmal auch für Menschen.

„Das hat doch immer funktioniert.“

Dieser Satz kann Erfahrung ausdrücken.

Er kann ebenso eine Warnung sein.

Denn erfolgreiche Strategien erzeugen Gewohnheiten.

Gewohnheiten erzeugen Erwartungen.

Und Erwartungen beeinflussen, welche Veränderungen wir überhaupt ernst nehmen.

 

 

 

Die interessantere Frage lautet weniger: Was verändert sich?

 

Stärker ist:

Welche unserer Annahmen könnte durch diese Veränderung bedeutungslos werden?

Zum Beispiel:

Kunden wollen persönliche Beratung.

Produkte müssen gekauft werden.

Menschen arbeiten im Büro.

Expertenwissen ist schwer zugänglich.

Informationen sind knapp.

Bestimmte Dienstleistungen brauchen geografische Nähe.

Wenn sich eine solche Annahme verändert, reicht eine kleine Produktverbesserung möglicherweise kaum aus.

 

 

 

Disruption beginnt oft unspektakulär

 

Rückblickend wirken disruptive Entwicklungen häufig offensichtlich.

Am Anfang können sie ausgesprochen unscheinbar sein.

Sie bedienen einen kleinen Markt.

Die Qualität wirkt begrenzt.

Die Umsätze sind gering.

Die Margen wenig attraktiv.

Genau deshalb werden sie leicht ignoriert.

Das macht disruptive Entwicklungen strategisch interessant.

Sie verlangen die Fähigkeit, zwischen kurzfristiger Bedeutung und langfristigem Potenzial zu unterscheiden.

 

 

 

Nicht jede Bedrohung braucht Panik

 

Wer über Disruption spricht, landet schnell bei Alarmismus.

„Alles wird sich verändern.“

„Diese Technologie ersetzt unsere Branche.“

„Wer jetzt weniger sofort reagiert, verschwindet.“

Solche Aussagen erzeugen Aufmerksamkeit.

Sie helfen selten automatisch bei guten Entscheidungen.

Eine bessere Haltung lautet:

ernst nehmen, prüfen, experimentieren.

Welche Entwicklung sehen wir tatsächlich?

Welche Annahmen verändern sich?

Welche Kundengruppen nutzen die neue Lösung?

Welche Fähigkeiten verbessert sie?

Welche Grenzen bestehen noch?

Welche Entwicklung ist realistisch?

So entsteht Strategie statt Panik.

 

 

 

Disruptive Innovation und künstliche Intelligenz

 

Aktuelle technologische Veränderungen laden besonders schnell zu großen Prognosen ein.

Künstliche Intelligenz kann beispielsweise Prozesse verändern, Zugänge vereinfachen und bestehende Dienstleistungen neu organisieren.

Ob eine konkrete Anwendung tatsächlich disruptive Wirkung entfaltet, zeigt sich jedoch erst daran, wie Märkte, Geschäftsmodelle und Nutzungsverhalten sich entwickeln.

Die entscheidende Frage lautet weniger:

„Ist KI disruptiv?“

Interessanter ist:

„Welche bisher teure, komplizierte oder schwer zugängliche Leistung wird dadurch einfacher verfügbar?“

Dort wird der Begriff praktisch.

 

 

 

Disruption und Entscheidungen

 

Für Führungskräfte entsteht daraus ein anspruchsvolles Problem.

Zu frühes Reagieren kann Ressourcen verschwenden.

Zu spätes Reagieren kann Marktposition kosten.

Deshalb braucht es Urteilskraft.

Welche Signale sind relevant?

Was ist vorübergehender Hype?

Was verändert tatsächlich Verhalten?

Wo entstehen neue Erwartungen?

Welche Fähigkeiten brauchen wir künftig?

Und welche unserer heutigen Stärken könnten morgen weniger wertvoll sein?

 

 

 

Die gefährlichste Frage für erfolgreiche Unternehmen

 

Eine hilfreiche Frage lautet:

„Was müsste passieren, damit unser heutiges erfolgreiches Geschäftsmodell deutlich weniger relevant wird?“

Diese Frage kann unangenehm sein.

Genau deshalb ist sie wertvoll.

Sie zwingt dazu, über die Grenzen des heutigen Erfolgs hinauszudenken.

 

 

 

Kannibalisierung oder Selbstschutz?

 

Ein klassisches Dilemma lautet:

Soll ein Unternehmen eine neue Lösung entwickeln, die möglicherweise das eigene bestehende Geschäft schwächt?

Kurzfristig spricht vieles dagegen.

Warum ein profitables Produkt angreifen?

Langfristig kann die bessere Frage lauten:

„Wenn wir es nicht tun – wer tut es dann?“

Das ist keine Einladung zu hektischer Selbstzerstörung.

Es ist eine Einladung, Interessenkonflikte ehrlich zu betrachten.

 

 

 

Disruptive Innovation braucht Lernfähigkeit

 

Wer auf Veränderung reagieren möchte, braucht mehr als Prognosen.

Hilfreich sind kleine Experimente.

Testmärkte.

Prototypen.

Pilotprojekte.

Gespräche mit ungewöhnlichen Kundengruppen.

Beobachtung neuer Nutzungsverhalten.

Dadurch entsteht Wissen.

Anstatt ausschließlich darüber zu diskutieren, was passieren könnte, lässt sich prüfen, was tatsächlich funktioniert.

 

 

 

Innovation braucht Widerspruch

 

Gerade erfolgreiche Organisationen brauchen Menschen, die unbequeme Fragen stellen dürfen.

Zum Beispiel:

„Warum sollte ein Kunde in fünf Jahren noch genauso kaufen wie heute?“

„Welche Leistung bezahlen Kunden derzeit hauptsächlich, weil es keine bessere Alternative gibt?“

„Welcher kleine Anbieter wirkt heute irrelevant und könnte morgen gefährlich werden?“

„Welche unserer Annahmen basiert stärker auf Gewohnheit als auf Fakten?“

Das sind strategisch wertvolle Fragen.

 

 

 

Disruption ist kein Selbstzweck

 

Eine weitere wichtige Unterscheidung:

Neu ist weniger automatisch besser.

Veränderung ist weniger automatisch Fortschritt.

Ein Unternehmen muss kaum jede bestehende Struktur zerstören, um innovativ zu wirken.

Die entscheidende Frage lautet:

Welche Veränderung schafft für Menschen tatsächlich mehr Wert?

Das schützt vor Innovationsromantik.

 

 

 

Disruptive Innovation und persönliche Entwicklung

 

Der Gedanke lässt sich vorsichtig auch auf persönliche Entscheidungen übertragen.

Manchmal verbessern wir jahrelang ein bestehendes Modell.

Mehr Effizienz.

Mehr Erfahrung.

Mehr Routine.

Und irgendwann stellt sich eine andere Frage:

Will ich dieses Modell überhaupt weiter optimieren?

Vielleicht geht es weniger darum, die bisherige Arbeit noch effizienter zu gestalten.

Vielleicht braucht es eine andere Rolle.

Weniger Aufgaben.

Andere Kunden.

Eine neue Form von Zusammenarbeit.

Das ist keine disruptive Innovation im wirtschaftswissenschaftlichen Sinn.

Die Denkbewegung ist trotzdem interessant:

Manchmal braucht es weniger Verbesserung des Bestehenden und mehr Prüfung der Grundannahmen.

 

 

 

Die stärkere strategische Frage

 

Viele Menschen fragen:

„Wie können wir das besser machen?“

Das ist eine gute Frage.

Gelegentlich lohnt sich zusätzlich:

„Was würden wir heute anders aufbauen, wenn wir ganz neu beginnen würden?“

Diese Frage löst Denkgewohnheiten.

Sie macht Alternativen sichtbar.

Und sie zeigt, welche Strukturen vor allem aus Vergangenheit bestehen.

 

 

 

Ein Disruptions-Kompass

 

Für strategische Entscheidungen können fünf Fragen helfen:

 

1. Welche Annahmen tragen unser heutiges Modell?

Was halten wir für selbstverständlich?

 

2. Welche dieser Annahmen verändern sich?

Technologie, Verhalten, Erwartungen, Kosten, Regulierung?

 

3. Wer wird bisher schlecht bedient?

Welche Menschen oder Unternehmen finden bestehende Lösungen zu teuer, kompliziert oder unzugänglich?

 

4. Welche neue Lösung erscheint heute noch zu klein?

Wo entsteht etwas, das etablierte Anbieter wenig ernst nehmen?

 

5. Was sollten wir testen?

Welches kleine Experiment liefert mehr Erkenntnis als weitere Diskussion?

 

 

 

Disruption braucht Ruhe

 

Große Veränderungen erzeugen leicht hektische Entscheidungen.

Gerade dann ist Souveränität wichtig.

Weder Verleugnung noch Panik sind gute Strategien.

Hilfreicher ist:

beobachten,

fragen,

prüfen,

experimentieren,

lernen,

entscheiden.

So entsteht Beweglichkeit.

 

 

 

Souveränität bedeutet, den eigenen Erfolg infrage stellen zu können

 

Das ist für mich der größere Gedanke hinter disruptiver Innovation.

Es braucht Mut, ein offensichtlich gescheitertes Modell zu verändern.

Es braucht häufig noch mehr Mut, ein erfolgreiches Modell zu hinterfragen.

Denn Erfolg liefert Argumente fürs Weitermachen.

Genau deshalb lohnt sich gelegentlich die Frage:

„Was sehen wir möglicherweise zu spät, weil unser heutiges Modell noch gut funktioniert?“

 

 

 

Strategisches Sparring bei Veränderungen

 

Gerade bei großen Veränderungen fehlen häufig weniger Informationen als ein unabhängiger Blick.

Welche Entwicklung verdient Aufmerksamkeit?

Welche Annahme sollte überprüft werden?

Was ist echter Wandel und was vorübergehender Hype?

Welche Möglichkeiten ergeben sich?

Welche Risiken verdienen Absicherung?

Und welche Entscheidung passt zur langfristigen Richtung?

Im individuellen Sparring können wir solche Fragen gemeinsam prüfen.

Weniger mit dem Ziel, jede Veränderung vorherzusagen.

Mehr mit dem Ziel, auch dann klar und beweglich zu bleiben, wenn sich die Spielregeln verändern.

 

 

 

Der wichtigste Gedanke

 

Disruptive Innovation bedeutet weniger:

„Alles Alte wird zerstört.“

Interessanter ist:

Eine zunächst unscheinbare neue Lösung kann bestehende Märkte verändern, weil sie andere Menschen erreicht und sich weiterentwickelt.

Für Unternehmen entsteht daraus eine wertvolle Haltung:

Schütze deinen Erfolg.

Und prüfe gleichzeitig regelmäßig, welche Annahmen ihn tragen.

Denn manchmal liegt die größte Gefahr weniger in einer starken Konkurrenz.

Sie liegt in einer Veränderung, die zunächst kaum wichtig genug erscheint, um ernst genommen zu werden.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 3. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Narzisstische Eltern: Trost finden und innerlich frei werden

Narzisstische Eltern: Trost finden, ohne die Vergangenheit schönzureden

Was aus einer schwierigen Kindheit wachsen kann – ohne das Erlebte schönzureden
Narzisstische Eltern: Etwas Trost im Unglück?

Narzisstische Eltern: Trost finden, ohne die Vergangenheit schönzureden

 

Vielleicht bist du schon lange erwachsen und hoffst trotzdem noch auf etwas, das du von deiner Mutter oder deinem Vater bisher kaum bekommen hast: Verständnis, Anerkennung oder eine ehrliche Entschuldigung. Vielleicht fragst du dich auch, ob deine schwierige Kindheit wenigstens etwas Gutes hervorgebracht hat. Wie kannst du Trost finden, ohne die Vergangenheit zu beschönigen? Und wie gelingt es, das eigene Leben weniger von der erhofften Veränderung deiner Eltern abhängig zu machen?

 

Vielleicht kennst du diesen Wunsch.

Ein einziges Mal soll deine Mutter sagen:

„Ich verstehe heute, wie schwer das für dich war.“

Oder dein Vater:

„Ich hätte damals anders mit dir umgehen sollen.“

Vielleicht wartest du nicht auf eine große Erklärung.

Vielleicht würde dir schon eine kleine Geste genügen.

Eine ehrliche Frage danach, wie es dir geht.

Ein Gespräch, in dem du dich nicht wieder verteidigen musst.

Ein Zeichen dafür, dass deine Erfahrungen ernst genommen werden.

Doch vielleicht kommt dieses Zeichen nicht.

Oder du erlebst nach kurzen Momenten der Hoffnung erneut dieselben Verletzungen.

Dann kannst du in einen schmerzhaften inneren Konflikt geraten.

Du möchtest die Hoffnung nicht aufgeben.

Gleichzeitig möchtest du dich nicht immer wieder enttäuschen lassen.

Und möglicherweise fragst du dich:

„Wie finde ich damit Frieden?“

Du musst deine Vergangenheit weder vergessen noch als wertvolle Erfahrung umdeuten, um heute mehr Selbstbestimmung zu entwickeln.

Trost kann auch darin liegen, das Geschehene ernst zu nehmen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und neue Möglichkeiten für das heutige Leben zu gestalten.

 

 

 

Was ist mit narzisstischen Eltern gemeint?

 

Der Begriff „narzisstische Eltern“ wird häufig für Mütter oder Väter verwendet, deren Verhalten stark von Selbstbezogenheit, Kontrollbedürfnissen, Kränkbarkeit oder mangelnder Berücksichtigung kindlicher Bedürfnisse geprägt ist.

Vielleicht hast du wiederholte Abwertung erlebt.

Vielleicht war Anerkennung an Leistung gebunden.

Oder deine Gefühle wurden regelmäßig zurückgewiesen.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Auch Eltern ohne eine solche Diagnose können verletzend, kontrollierend oder emotional wenig verfügbar handeln.

Für deine persönliche Entwicklung ist die genaue Diagnose deiner Eltern häufig weniger wichtig als die Frage, welche Erfahrungen du gemacht hast und wie du heute damit umgehen möchtest.

Die unterschiedlichen Beziehungsmuster und Möglichkeiten der Abgrenzung behandle ich ausführlicher im Beitrag Narzisstische Eltern: Wie du dich als erwachsenes Kind abgrenzt.

 

 

 

Du musst in einer belastenden Kindheit kein Geschenk erkennen

 

Vielleicht hast du schon einmal gehört:

„Alles hat seinen Sinn.“

„Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.“

Oder:

„Du bist doch gerade wegen deiner schwierigen Kindheit so geworden, wie du heute bist.“

Solche Aussagen können gut gemeint sein.

Manchmal fühlen sie sich jedoch wie eine zusätzliche Abwertung an.

Vielleicht möchtest du gar nicht hören, dass die schwierigen Erfahrungen einen höheren Zweck hatten.

Du möchtest zunächst anerkennen dürfen, dass vieles unnötig schmerzhaft war.

Und das ist berechtigt.

Kinder benötigen Schutz, Verlässlichkeit und eine angemessene Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse.

Wenn diese Bedingungen fehlen, muss daraus kein besonderer persönlicher Gewinn entstehen.

Es gibt keinen Grund, Leid nachträglich zu rechtfertigen.

 

Eine wichtige Unterscheidung

Vielleicht hast du trotz deiner Erfahrungen besondere Fähigkeiten entwickelt.

Vielleicht hast du gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

Oder du kannst dich heute gut in andere Menschen hineinversetzen.

Du darfst solche Fähigkeiten schätzen.

Das bedeutet nicht, dass du die belastenden Erfahrungen dafür gebraucht hast.

Du kannst stolz auf das sein, was du entwickelt hast, ohne dankbar für das sein zu müssen, was dich verletzt hat.

 

 

 

1. Wenn du noch immer auf Anerkennung wartest

 

Vielleicht hast du vieles erreicht.

Du hast dir ein selbstständiges Leben aufgebaut.

Du hast berufliche Herausforderungen bewältigt.

Du übernimmst Verantwortung.

Und trotzdem trifft dich die Kritik deiner Mutter oder deines Vaters noch immer besonders stark.

Vielleicht wäre ein einfaches „Ich bin stolz auf dich“ von großer Bedeutung.

Doch die Anerkennung bleibt aus.

Oder sie wird sofort relativiert.

„Das ist ja schön, aber andere haben noch mehr erreicht.“

Vielleicht verstärkst du daraufhin deine Anstrengungen.

Du möchtest zeigen, dass du Anerkennung verdienst.

Doch irgendwann kann die Frage entstehen:

„Wie lange möchte ich noch auf eine Bestätigung warten, die möglicherweise nie in der erhofften Form kommt?“

 

Was dir helfen kann

Versuche, die Bedeutung deiner eigenen Maßstäbe stärker wahrzunehmen.

Was ist dir wichtig?

Welche Entscheidungen entsprechen deinen Werten?

Welche Entwicklungen möchtest du selbst würdigen?

Das ersetzt nicht automatisch die vermisste elterliche Anerkennung.

Es eröffnet jedoch eine zusätzliche Grundlage für dein Selbstwertgefühl.

 

 

 

2. Wenn du dir eine Entschuldigung wünschst

 

Vielleicht hast du deine Eltern bereits mehrfach auf frühere Verletzungen angesprochen.

Du hast beschrieben, wie du bestimmte Situationen erlebt hast.

Vielleicht hast du sogar konkrete Beispiele genannt.

Doch statt einer Entschuldigung hörst du:

„So schlimm war das nicht.“

„Du übertreibst.“

„Wir haben unser Bestes gegeben.“

Oder:

„Jetzt hör doch endlich auf, in der Vergangenheit herumzuwühlen.“

Vielleicht fühlst du dich danach erneut nicht gesehen.

Der Wunsch nach Anerkennung des erlebten Unrechts ist verständlich.

Doch eine Entschuldigung lässt sich nicht erzwingen.

Und selbst wenn sie kommt, muss sie nicht alle Folgen der früheren Erfahrungen auflösen.

 

Eine mögliche neue Perspektive

„Was kann ich für mich klären, auch wenn meine Eltern ihre Sicht nicht verändern?“

Diese Frage verlangt nicht, dass du die Hoffnung sofort aufgibst.

Sie eröffnet dir jedoch Handlungsmöglichkeiten, die nicht vollständig vom Verhalten deiner Eltern abhängen.

 

 

 

3. Wenn du die liebevollen Seiten deiner Eltern nicht vergessen möchtest

 

Vielleicht war deine Kindheit nicht ausschließlich belastend.

Es gab schöne Momente.

Vielleicht gemeinsame Ausflüge.

Vielleicht Zuwendung.

Vielleicht praktische Unterstützung in wichtigen Situationen.

Und gleichzeitig gab es Verhaltensweisen, die dich verletzt haben.

Diese Erfahrungen dürfen nebeneinander bestehen.

Du musst deine Eltern nicht ausschließlich als gute oder schlechte Menschen betrachten.

Du darfst schöne Erinnerungen bewahren und zugleich anerkennen, dass andere Erfahrungen problematisch waren.

Eine differenzierte Sicht bedeutet nicht, Grenzüberschreitungen zu entschuldigen.

Sie ermöglicht dir, deine Geschichte möglichst vollständig wahrzunehmen.

 

 

 

4. Wenn du um eine Kindheit trauerst, die du nicht hattest

 

Manche Verluste sind schwer zu benennen.

Vielleicht hast du deine Eltern noch.

Vielleicht besteht weiterhin Kontakt.

Und trotzdem vermisst du etwas Wesentliches.

Die Erfahrung, dich bedingungslos angenommen zu fühlen.

Die Sicherheit, bei Fehlern nicht beschämt zu werden.

Oder die Möglichkeit, mit deinen Sorgen zu einem Erwachsenen zu gehen, der dich beruhigt und unterstützt.

Vielleicht trauerst du nicht nur um vergangene Ereignisse.

Du trauerst auch um Erfahrungen, die du dir gewünscht hast und die ausgeblieben sind.

Solche Gefühle können sich auch im Erwachsenenalter zeigen.

Du musst sie nicht durch positive Gedanken überspielen.

Manchmal besteht ein wichtiger Schritt darin, den Verlust überhaupt benennen zu können.

 

Eine hilfreiche Frage

„Was hätte ich damals gebraucht?“

Vielleicht Respekt.

Ermutigung.

Trost.

Oder Schutz.

Die Antwort kann dir helfen, deine heutigen Bedürfnisse klarer zu erkennen.

 

 

 

5. Wenn du dich selbst dafür kritisierst, noch immer betroffen zu sein

 

Vielleicht sagst du dir:

„Ich bin doch längst erwachsen.“

„Das ist so lange her.“

„Warum beschäftigt mich das immer noch?“

Vielleicht schämst du dich sogar dafür, dass die Worte deiner Eltern weiterhin starke Gefühle auslösen.

Doch vertraute Beziehungsmuster können sehr beständig sein.

Wenn du über viele Jahre gelernt hast, auf bestimmte Reaktionen besonders aufmerksam zu achten, verändern sich solche Gewohnheiten nicht allein durch eine rationale Einsicht.

Du kannst heute wissen, dass du unabhängig bist, und dich in einzelnen Situationen trotzdem stark verunsichert fühlen.

Das ist kein Beweis dafür, dass du persönlich versagt hast.

Du darfst deine heutigen Reaktionen verstehen lernen, ohne dich zusätzlich dafür abzuwerten.

 

 

 

6. Wenn du eine Stärke entwickelt hast, die dich gleichzeitig belastet

 

Vielleicht kannst du Stimmungen anderer Menschen sehr schnell wahrnehmen.

Du bemerkst kleine Veränderungen in Gesichtsausdruck und Tonfall.

Du erkennst häufig früh, wenn sich ein Konflikt anbahnt.

Diese Aufmerksamkeit kann in manchen Situationen hilfreich sein.

Doch möglicherweise fällt es dir schwer, dich zu entspannen.

Du beobachtest ständig, wie andere auf dich reagieren.

Vielleicht übernimmst du schnell Verantwortung für ihre Stimmung.

Dann ist die Fähigkeit zugleich mit Belastung verbunden.

 

Was daraus folgen kann

Vielleicht möchtest du lernen, deine soziale Sensibilität bewusster einzusetzen.

Du kannst aufmerksam bleiben, ohne jede emotionale Veränderung eines anderen Menschen zu deiner Aufgabe zu machen.

Es geht nicht darum, eine wertvolle Fähigkeit aufzugeben.

Es geht darum, mehr Wahlmöglichkeiten im Umgang damit zu gewinnen.

 

 

 

7. Wenn du besonders verantwortungsbewusst geworden bist

 

Vielleicht hast du früh Aufgaben übernommen.

Du warst zuverlässig.

Du hast dich um andere gekümmert.

Du hast Probleme gelöst, bevor jemand darum bitten musste.

Diese Fähigkeiten können heute hilfreich sein.

Doch vielleicht fällt es dir schwer, Unterstützung anzunehmen.

Du möchtest niemandem zur Last fallen.

Oder du fühlst dich schuldig, sobald du einmal nicht verfügbar bist.

Dann kann die Frage hilfreich sein:

„Wie kann ich verantwortungsvoll handeln, ohne mich dauerhaft zu überfordern?“

Du darfst zuverlässig sein und trotzdem Grenzen haben.

 

 

 

8. Wenn du gelernt hast, besonders selbstständig zu sein

 

Vielleicht hast du schon früh vieles allein geregelt.

Du warst darauf vorbereitet, Probleme selbst zu lösen.

Heute bist du möglicherweise sehr unabhängig.

Doch vielleicht fällt es dir schwer, dich auf andere Menschen zu verlassen.

Du erwartest wenig Unterstützung.

Oder du vermeidest es, persönliche Bedürfnisse zu zeigen.

Selbstständigkeit kann eine Stärke sein.

Gleichzeitig darfst du lernen, Hilfe anzunehmen und Vertrauen schrittweise aufzubauen.

Unabhängigkeit und Verbundenheit müssen keine Gegensätze sein.

 

 

 

9. Wenn du die Beziehung zu deinen Eltern weiterhin gestalten möchtest

 

Vielleicht möchtest du den Kontakt nicht abbrechen.

Du liebst deine Eltern möglicherweise trotz schwieriger Erfahrungen.

Oder du möchtest aus anderen persönlichen Gründen in Verbindung bleiben.

Dann kann es sinnvoll sein, den heutigen Kontakt bewusster zu gestalten.

Vielleicht möchtest du bestimmte Themen nicht mehr besprechen.

Vielleicht kürzere Telefonate führen.

Oder Besuche so planen, dass du anschließend ausreichend Zeit für dich hast.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zwischen vollständiger Anpassung und vollständigem Kontaktabbruch.

Entscheidend ist, welche Form des Kontakts unter deinen tatsächlichen Lebensbedingungen tragfähig und sicher ist.

 

 

 

10. Wenn du erkennst, dass sich deine Eltern möglicherweise nicht verändern

 

Vielleicht hast du viele Gespräche geführt.

Du hast erklärt, was dich verletzt.

Du hast um Verständnis gebeten.

Du hast gehofft, dass sich etwas verändert.

Doch bestimmte Muster bleiben bestehen.

Dann kann es hilfreich sein, die eigenen Erwartungen zu überprüfen.

Das bedeutet nicht, dass Menschen sich grundsätzlich nicht verändern können.

Veränderung ist möglich.

Doch sie erfordert gewöhnlich eine entsprechende Bereitschaft und tatsächliche Schritte.

Du kannst diese Bereitschaft nicht allein herstellen.

Vielleicht besteht Trost deshalb auch darin, dein heutiges Leben nicht länger vollständig an die erhoffte Entwicklung deiner Eltern zu knüpfen.

 

 

 

Was bedeutet es, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen?

 

Vielleicht klingt diese Formulierung so, als müsstest du deinen Eltern vergeben.

Oder als solltest du die Vergangenheit für abgeschlossen erklären.

Das ist nicht gemeint.

Mit der Vergangenheit Frieden zu schließen kann sehr Unterschiedliches bedeuten.

Vielleicht möchtest du bestimmte Erfahrungen besser verstehen.

Vielleicht deine heutige Selbstabwertung reduzieren.

Vielleicht möchtest du deine Eltern realistischer einschätzen.

Oder du möchtest persönliche Entscheidungen treffen, ohne dich ständig von alten Erwartungen bestimmen zu lassen.

Es gibt dafür keinen vorgeschriebenen Ablauf.

Auch Vergebung ist keine Pflicht.

Du kannst innerlich mehr Ruhe entwickeln und trotzdem klare Grenzen behalten.

 

 

 

Praktische Übung: Was gehört zu meiner Vergangenheit – und was möchte ich heute gestalten?

 

Diese Übung ist für Menschen gedacht, die sich durch wiederkehrende Gedanken an ihre Eltern belastet fühlen und mehr Klarheit gewinnen möchten.

Sie kann mehrfach verwendet werden.

Wähle eine Situation, die du betrachten kannst, ohne dich dabei erheblich zu überfordern.

Bei starken traumabezogenen Reaktionen ist eine therapeutisch begleitete Vorgehensweise geeigneter.

Schritt 1: Was beschäftigt mich gerade?

Benennen eine konkrete Situation.

Vielleicht ein Telefonat.

Eine Bemerkung deiner Mutter.

Oder eine Erinnerung an deinen Vater.

Beschreibe möglichst sachlich, was geschehen ist oder woran du dich erinnerst.

Schritt 2: Was habe ich damals gebraucht?

Vielleicht Trost.

Schutz.

Anerkennung.

Oder das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Versuche, das Bedürfnis möglichst konkret zu benennen.

Schritt 3: Was empfinde ich heute?

Vielleicht Traurigkeit.

Wut.

Enttäuschung.

Sehnsucht.

Oder mehrere dieser Gefühle gleichzeitig.

Du musst sie nicht sofort verändern.

Schritt 4: Worauf hoffe ich noch immer?

Vielleicht wünschst du dir eine Entschuldigung.

Eine Anerkennung.

Oder eine liebevollere Beziehung.

Prüfe, welche Hoffnung dir wichtig ist und welche Erwartungen dich möglicherweise immer wieder belasten.

Schritt 5: Was liegt heute in meiner Hand?

Du kannst nicht rückwirkend verändern, was geschehen ist.

Du kannst auch nicht erzwingen, dass deine Eltern deine Erfahrungen anerkennen.

Doch vielleicht kannst du den heutigen Kontakt anders gestalten.

Vielleicht eine Grenze formulieren.

Oder dir Unterstützung suchen.

Schritt 6: Welche Stärke möchte ich behalten?

Vielleicht hast du besondere soziale Sensibilität entwickelt.

Vielleicht Ausdauer.

Selbstständigkeit.

Oder Verantwortungsbewusstsein.

Du darfst diese Fähigkeiten wertschätzen.

Du musst dafür nicht die belastenden Erfahrungen rechtfertigen.

Schritt 7: Welche Belastung möchte ich reduzieren?

Vielleicht möchtest du nicht mehr für jede Stimmung deiner Eltern Verantwortung übernehmen.

Vielleicht weniger Rechtfertigungsdruck empfinden.

Oder mehr Vertrauen in deine eigenen Entscheidungen entwickeln.

Wähle einen kleinen, realistischen Schritt.

Schritt 8: Was kann ich mir heute selbst zugestehen?

Vielleicht:

„Ich darf enttäuscht sein und trotzdem mein eigenes Leben gestalten.“

Oder:

„Ich kann anerkennen, was ich gelernt habe, ohne das Erlebte schönzureden.“

Vielleicht findest du auch einen ganz anderen Satz, der besser zu dir passt.

Die Übung soll nicht dazu führen, dass du deine Vergangenheit positiv bewertest. Sie soll dir helfen, die heutige Handlungsmöglichkeit neben den vergangenen Erfahrungen wieder deutlicher wahrzunehmen.

 

 

 

Fünf Gedanken, die Trost geben können

 

1. Ich muss meine Vergangenheit nicht rechtfertigen

Vielleicht waren deine Erfahrungen belastend.

Du musst darin keinen verborgenen Nutzen finden.

Du darfst das Geschehene anerkennen, ohne es schönzureden.

2. Ich darf meine Eltern differenziert sehen

Vielleicht gab es liebevolle und verletzende Erfahrungen.

Du darfst beides wahrnehmen.

Eine differenzierte Sicht bedeutet nicht, dass du Grenzen aufgeben musst.

3. Meine Bedürfnisse sind auch heute wichtig

Vielleicht hast du lange gelernt, zuerst auf andere Menschen zu achten.

Du darfst heute auch deine eigenen Wünsche und Grenzen berücksichtigen.

4. Ich bin nicht für jede Enttäuschung meiner Eltern verantwortlich

Du darfst respektvoll handeln.

Gleichzeitig dürfen deine Eltern mit einer Entscheidung unzufrieden sein.

Nicht jede Enttäuschung bedeutet, dass du etwas Unrechtes getan hast.

5. Meine Zukunft muss nicht meine Kindheit wiederholen

Frühere Erfahrungen können dich prägen.

Sie legen jedoch nicht endgültig fest, wie du heute Beziehungen gestalten wirst.

Neue Erfahrungen und bewusste Entscheidungen können Veränderungen ermöglichen.

 

 

 

Wie viel Kontakt zu deinen Eltern ist für dich sinnvoll?

 

Vielleicht hast du das Gefühl, nur zwischen zwei Möglichkeiten wählen zu können.

Entweder du akzeptierst die bisherigen Beziehungsmuster.

Oder du brichst den Kontakt vollständig ab.

Doch häufig gibt es weitere Möglichkeiten.

Vielleicht möchtest du bestimmte Themen ausklammern.

Vielleicht den Kontakt seltener gestalten.

Oder persönliche Entscheidungen weniger ausführlich rechtfertigen.

Manche Menschen benötigen zeitweise oder dauerhaft mehr Abstand.

Welche Form angemessen ist, hängt unter anderem von den bisherigen Erfahrungen, möglichen Verpflichtungen und deiner Sicherheit ab.

Weitere Anregungen findest du im Beitrag Kontaktsperre oder Silent Treatment: Welche Form von Abstand ist sinnvoll?.

 

 

 

Was, wenn deine Eltern inzwischen alt oder hilfsbedürftig sind?

 

Vielleicht werden deine Eltern älter.

Sie brauchen Unterstützung.

Und du möchtest verantwortungsvoll handeln.

Gleichzeitig sind die früheren Beziehungsmuster möglicherweise noch immer belastend.

Dann kann eine sorgfältige Unterscheidung wichtig sein.

Welche Unterstützung möchtest du freiwillig übernehmen?

Welche Aufgaben kannst du tatsächlich leisten?

Welche anderen Angehörigen oder professionellen Dienste können helfen?

Und welche rechtlichen Verpflichtungen bestehen gegebenenfalls?

Du darfst die Bedürfnisse deiner Eltern berücksichtigen, ohne deine eigenen Kräfte unbegrenzt zur Verfügung zu stellen.

Rechtliche Fragen zu Unterhalt, Betreuung oder Vollmachten sollten qualifiziert juristisch geklärt werden.

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

Vielleicht sind die Folgen früherer Erfahrungen so ausgeprägt, dass sie deinen Alltag erheblich beeinträchtigen.

Du leidest unter starken Ängsten.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Du hast belastende Erinnerungen.

Oder du erlebst wiederkehrende Situationen, in denen du dich kaum beruhigen kannst.

Solche Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.

Bei erheblicher oder anhaltender Belastung kann eine fachliche Einschätzung sinnvoll sein.

Wenn behandlungsbedürftige psychische Beschwerden vorliegen, ist Psychotherapie der geeignete Rahmen.

Informationen zu meiner gesonderten therapeutischen Tätigkeit findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung: Den heutigen Umgang mit deinen Eltern klären

 

Vielleicht möchtest du deine Kindheit besser einordnen.

Vielleicht beschäftigt dich die Frage, weshalb die Anerkennung deiner Eltern noch immer so wichtig für dich ist.

Oder du möchtest den heutigen Kontakt anders gestalten.

Dann kann individuelle Unterstützung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching betrachten wir deine aktuelle Situation und deine Handlungsmöglichkeiten.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Wiederkehrende familiäre Beziehungsmuster erkennen
  • Eigene Bedürfnisse und Erwartungen klären
  • Schuldgefühle und Rechtfertigungsdruck einordnen
  • Persönliche Grenzen entwickeln
  • Gespräche mit Mutter oder Vater vorbereiten
  • Mit ausbleibender Anerkennung umgehen
  • Den Kontakt bewusster gestalten
  • Selbstbestimmte Entscheidungen vorbereiten

Es geht nicht darum, deine Eltern aus der Ferne zu diagnostizieren.

Im Mittelpunkt stehen deine Erfahrungen, deine Bedürfnisse und die Frage, wie du dein heutiges Leben gestalten möchtest.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei belastenden Familienbeziehungen erfahren →

Informationen zu den Honoraren und organisatorischen Rahmenbedingungen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen: Trost und Orientierung bei narzisstischen Eltern

 

Kann eine schwierige Kindheit mit narzisstischen Eltern auch positive Folgen haben?

Manche Menschen entwickeln im Umgang mit schwierigen Erfahrungen Fähigkeiten wie Selbstständigkeit oder soziale Sensibilität. Diese Entwicklungen sind jedoch weder zwangsläufig noch rechtfertigen sie das erlebte Leid. Du musst in deiner Kindheit keinen verborgenen Nutzen erkennen.

Muss ich meinen Eltern vergeben, um innerlich zur Ruhe zu kommen?

Nein. Vergebung ist keine Voraussetzung für persönliche Entwicklung. Du kannst deine Erfahrungen anerkennen, Grenzen gestalten und neue Perspektiven entwickeln, ohne deinen Eltern vergeben zu müssen.

Warum wünsche ich mir als Erwachsener noch immer Anerkennung von meinen Eltern?

Elterliche Anerkennung kann eine besondere emotionale Bedeutung behalten. Frühere Beziehungserfahrungen können beeinflussen, wie stark du auf Zustimmung oder Kritik reagierst. Das bedeutet nicht, dass du dauerhaft von dieser Bestätigung abhängig bleiben musst.

Was hilft, wenn meine Eltern sich niemals entschuldigen?

Du darfst dir eine Entschuldigung wünschen. Gleichzeitig kannst du prüfen, welche Schritte du unabhängig davon für dich gehen möchtest. Vielleicht helfen eine neue Kontaktgestaltung, persönliche Grenzen oder professionelle Unterstützung.

Darf ich schöne Erinnerungen an narzisstisch geprägte Eltern haben?

Ja. Eine Beziehung kann liebevolle und belastende Erfahrungen enthalten. Du musst dich nicht für eine ausschließlich positive oder negative Darstellung entscheiden.

Warum fühle ich mich nach Gesprächen mit meinen Eltern manchmal wieder klein?

Vertraute Beziehungsmuster können auch im Erwachsenenalter starke Gefühle auslösen. Vielleicht reagierst du auf bestimmte Aussagen noch immer mit alten Erwartungen oder Selbstzweifeln. Eine bewusste Auseinandersetzung kann helfen, solche Reaktionen besser zu verstehen.

Kann ich den Kontakt zu meinen Eltern behalten und trotzdem Grenzen setzen?

Ja. Du kannst beispielsweise die Häufigkeit des Kontakts verändern, bestimmte Themen ausklammern oder Gespräche bei Abwertungen beenden. Welche Grenzen sinnvoll sind, hängt von deiner Situation und möglichen Risiken ab.

Ist es normal, um die eigene Kindheit zu trauern?

Manche erwachsene Kinder empfinden Traurigkeit über Schutz, Zuwendung oder Anerkennung, die sie vermisst haben. Solche Gefühle können auch lange nach der Kindheit entstehen. Bei erheblicher psychischer Belastung kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein.

Kann ich trotz narzisstisch geprägter Eltern gesunde Beziehungen führen?

Ja. Frühere Erfahrungen können Beziehungsmuster beeinflussen, bestimmen jedoch nicht zwangsläufig deine späteren Beziehungen. Neue Erfahrungen, Selbstreflexion und gegebenenfalls geeignete Unterstützung können Veränderungen ermöglichen.

Wann ist Coaching und wann Psychotherapie sinnvoll?

Coaching kann bei aktuellen Fragen zu Grenzen, Kontaktgestaltung und Entscheidungen unterstützen. Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden, beispielsweise erheblichen Angst- oder Traumafolgesymptomen, ist eine therapeutische Behandlung angemessen.

 

 

 

Du möchtest deine Vergangenheit ernst nehmen und dein heutiges Leben freier gestalten?

 

Vielleicht hast du lange gehofft, dass deine Eltern irgendwann anders mit dir umgehen.

Vielleicht wünschst du dir noch immer ein Gespräch, in dem du dich wirklich verstanden fühlst.

Und vielleicht weißt du inzwischen, dass diese Hoffnung allein dir keine Orientierung für die nächsten Schritte gibt.

Du möchtest deine Erfahrungen einordnen.

Du möchtest persönliche Grenzen entwickeln.

Und du möchtest entscheiden, welche Rolle deine Eltern heute in deinem Leben einnehmen sollen.

Dann können wir deine konkrete Situation gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind einige kurze Angaben hilfreich:

  • Geht es um deine Mutter, deinen Vater oder mehrere Angehörige?
  • Welche Situationen beschäftigen dich heute besonders?
  • Welche Erwartungen oder Schuldgefühle möchtest du klären?
  • Welche Entscheidung oder Veränderung möchtest du vorbereiten?
  • Wünschst du einen Termin in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Familienbeziehungen, persönlichen Grenzen und selbstbestimmter Lebensgestaltung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack

Coaching und Beratung bei belastenden Beziehungen, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

P.S.​

 

Hast du Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

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Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. August 2021
Überarbeitung: 23. Januar 2026

Narzisstische Geschäftspartner: Warnsignale & Umgang

Narzisstische Geschäftspartner: Wenn Zusammenarbeit zum Risiko wird

Narzisstische Geschäftspartner: Wenn Zusammenarbeit zum Risiko wird
Durchblick

Warnsignale erkennen, Dynamiken einordnen und handlungsfähig bleiben

 

Am Anfang war die Zusammenarbeit überzeugend.

Energie.

Ideen.

Große Pläne.

Vielleicht sogar außergewöhnliche Erfolge.

Und irgendwann verändert sich etwas.

Vereinbarungen werden unterschiedlich erinnert.

Entscheidungen fallen plötzlich im Alleingang.

Erfolge haben einen eindeutigen Urheber.

Für Fehler sind andere verantwortlich.

Widerspruch führt zu persönlichen Angriffen, Rückzug oder Machtspielen.

Und du beginnst dich zu fragen:

„Hat mein Geschäftspartner narzisstische Züge?“

Diese Frage kann verständlich sein.

Für deine nächsten Schritte ist eine andere Frage meist hilfreicher:

Was geschieht konkret – und welche Bedeutung hat dieses Verhalten für unsere Zusammenarbeit?

 

 

 

Eine Diagnose brauchst du für deine Entscheidung selten

 

Aus der Distanz lässt sich keine seriöse Diagnose stellen.

Und für deine geschäftlichen Entscheidungen brauchst du sie meist auch nicht.

Wichtiger sind beobachtbare Fragen:

Werden Vereinbarungen eingehalten?

Ist Verantwortung möglich?

Wie reagiert dein Geschäftspartner auf Widerspruch?

Können unterschiedliche Interessen offen besprochen werden?

Wie werden gemeinsame Erfolge verteilt?

Was geschieht nach Fehlern?

Werden Informationen transparent geteilt?

Sind Grenzen möglich?

Und lassen sich Konflikte tatsächlich klären?

Ein einzelnes schwieriges Gespräch sagt wenig.

Wiederkehrende Muster sagen wesentlich mehr.

 

 

 

11 Warnsignale bei schwierigen Geschäftspartnern

 

1. Vereinbarungen verändern sich im Nachhinein

 

Ihr habt etwas besprochen.

Später klingt die Geschichte plötzlich anders.

Das kann gelegentlich durch unterschiedliche Erinnerungen entstehen.

Wenn daraus ein wiederkehrendes Muster mit einseitigem Vorteil wird, lohnt sich Aufmerksamkeit.

 

 

 

2. Entscheidungen fallen zunehmend im Alleingang

 

Gemeinsame Verantwortung braucht gemeinsame Entscheidungsprozesse.

Kritisch wird es, wenn dein Geschäftspartner regelmäßig Tatsachen schafft und dich anschließend darüber informiert.

 

 

 

3. Erfolge werden vereinnahmt

 

Aus einem gemeinsamen Erfolg wird:

„Das war meine Idee.“

Beiträge anderer verschwinden zunehmend aus der Erzählung.

 

 

 

4. Verantwortung wandert

 

Bei Erfolgen steht eine Person im Mittelpunkt.

Bei Problemen tauchen plötzlich viele andere Verantwortliche auf.

Achte weniger auf einzelne Rechtfertigungen und stärker auf das wiederkehrende Muster.

 

 

 

 

5. Widerspruch verändert die Beziehung

 

Eine tragfähige geschäftliche Partnerschaft braucht unterschiedliche Meinungen.

Interessant wird deshalb:

Was geschieht, wenn du widersprichst?

Bleibt die Auseinandersetzung sachlich?

Oder folgen Abwertung, Rückzug, Druck, Drohungen oder persönliche Angriffe?

 

 

 

6. Informationen werden zu Machtmitteln

Informationen können zurückgehalten, selektiv weitergegeben oder strategisch eingesetzt werden.

Das verändert die Machtbalance innerhalb einer Partnerschaft.

 

 

 

7. Menschen werden gegeneinander ausgespielt

 

Mitarbeiter hören unterschiedliche Versionen.

Gesellschafter erhalten unterschiedliche Informationen.

Vertrauliche Aussagen gelangen gezielt zu Dritten.

So können Allianzen und Abhängigkeiten entstehen.

 

 

 

8. Regeln gelten unterschiedlich

 

Von dir werden Verbindlichkeit, Transparenz und Loyalität erwartet.

Für deinen Geschäftspartner gelten großzügigere Maßstäbe.

Eine solche Asymmetrie verdient Aufmerksamkeit.

 

 

 

9. Grenzen werden immer wieder getestet

 

Du formulierst eine Grenze.

Kurz darauf entsteht die nächste Situation.

Dann die nächste.

Entscheidend ist weniger die einzelne Grenzüberschreitung.

Entscheidend ist das Muster.

 

 

 

10. Das Unternehmen wird zunehmend von einer Person abhängig

 

Kundenkontakte.

Wissen.

Passwörter.

Informationen.

Mitarbeiterbeziehungen.

Entscheidungen.

Je stärker zentrale Ressourcen an einer Person hängen, desto größer wird ihr faktischer Einfluss.

 

 

 

11. Immer mehr Energie fließt in die Beziehung

 

Vielleicht ist das eines der wichtigsten Signale.

Du beschäftigst dich ständig damit:

Was wird er tun?

Wie sage ich es?

Wie wird sie reagieren?

Was geschieht beim nächsten Meeting?

Irgendwann kostet die Regulierung einer einzigen Beziehung unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit.

 

 

 

Die entscheidende Frage lautet weniger: Narzisst oder kein Narzisst?

 

Für deine nächsten Schritte sind andere Fragen hilfreicher:

Ist unter diesen Bedingungen eine tragfähige Zusammenarbeit möglich?

Welche Veränderungen wären dafür erforderlich?

Welche davon liegen tatsächlich in meinem Einflussbereich?

Welche Grenzen brauche ich?

Welche Konsequenzen folgen, wenn diese Grenzen erneut überschritten werden?

Und schließlich:

Was geschieht, wenn im Wesentlichen alles so weitergeht wie bisher?

Diese Fragen führen vom Etikett zur Entscheidung.

 

 

 

Wenn wirtschaftliche Interessen hinzukommen

 

Bei Geschäftspartnern geht es selten allein um die Beziehung.

Es geht möglicherweise auch um:

  • Unternehmensanteile.
  • Kunden.
  • Mitarbeiter.
  • Kapital.
  • Verträge.
  • Reputation.
  • Know-how.
  • Entscheidungsbefugnisse.
  • Und die Zukunft des Unternehmens.

Deshalb braucht eine solche Situation mehr als allgemeine Kommunikationstipps.

Psychologische Dynamik und Unternehmensrealität gehören gemeinsam betrachtet.

 

 

 

Was du jetzt tun kannst

 

1. Beobachtungen von Interpretationen trennen

 

Schreibe auf, was tatsächlich geschehen ist.

Wer hat was gesagt?

Was wurde vereinbart?

Was geschah anschließend?

Das schafft Klarheit.

 

 

 

2. Wiederkehrende Muster suchen

 

Ein schwieriger Tag ist ein schwieriger Tag.

Ein wiederkehrender Ablauf liefert wesentlich mehr Informationen.

 

 

 

3. Abhängigkeiten sichtbar machen

 

Wo besitzt dein Geschäftspartner Einfluss?

Wo besitzt du Einfluss?

Wo bestehen gegenseitige Abhängigkeiten?

Wo ist das Unternehmen unnötig verwundbar?

 

 

 

4. Dein Ziel klären

 

Was möchtest du erreichen?

Eine bessere Zusammenarbeit?

Klare Verantwortlichkeiten?

Neue Entscheidungsregeln?

Mehr Transparenz?

Eine Neuordnung?

Oder prüfst du bereits eine Trennung?

 

 

 

5. Das nächste wichtige Gespräch vorbereiten

 

Gerade bei festgefahrenen Macht- und Konfliktdynamiken lohnt es sich, ein entscheidendes Gespräch sorgfältig vorzubereiten.

Welche Botschaft soll ankommen?

Welche Grenze formulierst du?

Welche Fragen stellst du?

Welche Reaktionen erwartest du?

Und was tust du anschließend?

 

 

 

Wenn viel auf dem Spiel steht

 

Bei Konflikten zwischen Geschäftspartnern und Gesellschaftern treffen persönliche Dynamiken und wirtschaftliche Interessen unmittelbar aufeinander.

Dann kann ein unabhängiger Sparringspartner helfen, die Situation zu sortieren.

Im Executive Sparring betrachten wir beispielsweise:

die konkrete Dynamik,

Interessen und Machtverhältnisse,

Abhängigkeiten,

Handlungsoptionen,

Gesprächs- und Verhandlungsstrategien,

mögliche Reaktionen

und die Konsequenzen unterschiedlicher Entscheidungen.

Dabei geht es weniger darum, deinen Geschäftspartner psychologisch zu etikettieren.

Es geht darum, deine Handlungsfähigkeit zu stärken.

→ Narzissmus im Unternehmen: Professioneller Umgang und Sparring

→ Konflikte mit Geschäftspartnern und Gesellschaftern

→ EXECUTIVE SPARRING

 

 

 

Rechtliche Fragen

 

Auseinandersetzungen zwischen Geschäftspartnern und Gesellschaftern können erhebliche rechtliche Konsequenzen besitzen.

Verträge, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Haftung und andere juristische Fragen gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachleute.

Meine Arbeit konzentriert sich auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Strategie, Entscheidungsfindung und deine persönliche Handlungsfähigkeit.

 

 

 

Dein nächster Schritt

 

Wenn du gerade in einer solchen Situation steckst, können wir mit deiner konkreten Lage beginnen.

Was geschieht?

Was steht auf dem Spiel?

Was möchtest du erreichen?

Und welcher nächste Schritt ist unter den tatsächlichen Bedingungen sinnvoll?

→ EXECUTIVE SPARRING

Video

Narzisstische Persönlichkeiten im Business: So schützt du dich als Führungskraft

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

P.S.​

 

Wie steht es mit Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2026

Unehrliche Geschäftspartner: Warnsignale & Konsequenzen

Unehrliche Geschäftspartner

Warnsignale & Konsequenzen
Geschäfte mit unehrlichen Menschen

Geschäfte mit unehrlichen Menschen

 

Wann Vertrauen endet und klare Konsequenzen beginnen

 

Lohnen sich Geschäfte mit unehrlichen Menschen?

Die einfache Antwort wäre:

Wenn die Rechnung am Ende trotzdem aufgeht, vielleicht.

Die bessere Frage lautet aus meiner Sicht:

Was kostet dich die Unehrlichkeit wirklich?

Nicht nur finanziell.

Auch an Zeit.

Aufmerksamkeit.

Kontrollaufwand.

Nerven.

Vertrauen.

Reputation.

Und an Energie, die dir für gute Kunden und verlässliche Geschäftspartner fehlt.

Denn ein Geschäft kann auf dem Papier profitabel aussehen und trotzdem ein schlechtes Geschäft sein.

 

 

 

Nicht jeder Geschäftsverlust steht auf einer Rechnung

 

Ein Fachmagazin für Handwerker fragte mich einmal:

Muss man mit Menschen zusammenarbeiten, die es mit Ehrlichkeit und Verbindlichkeit weniger genau nehmen?

Und falls sich eine Geschäftsbeziehung kaum vermeiden lässt:

Wie schützt man sich?

Gerade Handwerker kennen Beispiele.

Die Leistung ist erbracht.

Die Rechnung gestellt.

Und plötzlich beginnt eine erstaunlich kreative Diskussion darüber, weshalb gerade diese Rechnung jetzt weniger bezahlt werden sollte.

Am Ende entstehen:

offene Forderungen,

Mahnaufwand,

Zeitverlust,

Ärger

und häufig zunehmendes Misstrauen.

Der finanzielle Verlust ist dabei lediglich ein Teil des Schadens.

 

 

 

Die rein wirtschaftliche Rechnung

 

Man könnte nüchtern kalkulieren:

Wie hoch ist der durchschnittliche Gewinn?

Wie groß ist das Ausfallrisiko?

Wie viel zusätzliche Absicherung brauche ich?

Wie hoch ist der Aufwand für Mahnungen, Kontrolle und Konflikte?

Bleibt danach genügend Ergebnis übrig, könnte man sagen:

Geschäft lohnt sich.

Rechnerisch stimmt das möglicherweise.

Strategisch kann es trotzdem eine schlechte Entscheidung sein.

 

 

 

Denn irgendjemand bezahlt für die Unehrlichkeit

 

Wenn ein Teil der Kunden Rechnungen weniger zuverlässig bezahlt, muss dieser Verlust irgendwo aufgefangen werden.

Durch höhere Preise.

Mehr Rücklagen.

Mehr Verwaltungsaufwand.

Mehr Kontrolle.

Oder geringere Gewinne.

Damit entsteht ein unangenehmer Nebeneffekt:

Verlässliche Kunden tragen indirekt einen Teil der Kosten unzuverlässiger Kunden mit.

Das ist ein guter Grund, weniger ausschließlich auf Umsatz zu schauen.

 

 

 

Umsatz ist weniger automatisch ein gutes Geschäft

 

Ein großer Auftrag kann attraktiv aussehen.

Wenn anschließend:

Zahlungen verspätet kommen,

ständig nachverhandelt wird,

Vereinbarungen verändert werden,

Zusatzleistungen selbstverständlich erwartet werden,

oder jedes Gespräch neue Unsicherheit erzeugt,

sieht die Rechnung irgendwann anders aus.

Dann lohnt sich die Frage:

Wie profitabel ist dieser Kunde nach Einrechnung des gesamten Aufwands wirklich?

 

 

 

Unehrlichkeit erkennen

 

Natürlich trägt niemand ein Schild:

„Vorsicht, ich werde Vereinbarungen später kreativ interpretieren.“

Deshalb lohnt sich Aufmerksamkeit für Muster.

Zum Beispiel:

  • Aussagen ändern sich auffällig häufig

  • klare Zusagen werden später relativiert

  • Verantwortung wandert zuverlässig zu anderen

  • Rechnungen werden erst nach mehreren Erinnerungen bezahlt

  • bereits Vereinbartes wird erneut verhandelt

  • Informationen werden selektiv weitergegeben

  • Druck soll sorgfältige Prüfung ersetzen

  • mündliche Zusagen werden ungern schriftlich bestätigt

  • kleine Grenzüberschreitungen werden selbstverständlich behandelt

  • bei Fehlern entstehen viele Erklärungen und wenig Verantwortung

Ein einzelnes Ereignis sagt wenig.

Wiederholung sagt deutlich mehr.

 

 

 

Verlässlichkeit zeigt sich in kleinen Dingen

 

Große Probleme kündigen sich manchmal früh an.

Wie geht jemand mit einer kleinen Vereinbarung um?

Kommt eine Rückmeldung wie angekündigt?

Wird ein Termin eingehalten?

Werden Unterlagen geschickt?

Werden Absprachen bestätigt?

Wie reagiert die Person auf eine Grenze?

Kleine Situationen liefern Informationen über spätere größere Situationen.

Deshalb lohnt es sich, frühe Irritationen weniger vorschnell wegzuerklären.

 

 

 

Was ist mit dem Bauchgefühl?

 

Ich nehme ein ungutes Gefühl ernst.

Als Entscheidung allein reicht es mir weniger.

Ein Bauchgefühl ist ein Signal:

Schau genauer hin.

Was hat dieses Gefühl ausgelöst?

Eine widersprüchliche Aussage?

Ungewöhnlicher Druck?

Ein zu gutes Versprechen?

Unklare Zahlungsbedingungen?

Eine Reaktion auf deine Grenze?

Wenn du das Gefühl in konkrete Beobachtungen übersetzen kannst, wird aus Intuition eine bessere Entscheidungsgrundlage.

 

 

 

Vertrauen braucht weniger Blindheit

 

Vertrauen ist im Geschäftsleben wertvoll.

Es reduziert Aufwand.

Beschleunigt Entscheidungen.

Macht Zusammenarbeit angenehmer.

Doch Vertrauen bedeutet weniger:

Ich verzichte auf sinnvolle Absicherung.

Ein guter Vertrag widerspricht Vertrauen weniger.

Klare Zahlungsbedingungen ebenfalls.

Dokumentierte Entscheidungen ebenso.

Professionelle Absicherung ist kein persönlicher Angriff.

Sie schafft Klarheit für beide Seiten.

 

 

 

Wer Vertrauen fordert, darf Verlässlichkeit zeigen

 

Besondere Aufmerksamkeit verdient für mich eine Situation:

Jemand pocht sehr energisch auf Vertrauen und reagiert gleichzeitig empfindlich auf nachvollziehbare Absicherung.

Zum Beispiel:

„Wenn Sie mir vertrauen würden, bräuchten wir das doch nicht schriftlich.“

„Unter Geschäftspartnern braucht man solche Klauseln doch wirklich nicht.“

„Warum sind Sie so misstrauisch?“

Dann lohnt sich Ruhe.

Du kannst antworten:

„Klare Vereinbarungen helfen uns beiden.“

Mehr braucht es häufig weniger.

 

 

 

Wenn du trotzdem zusammenarbeiten möchtest

 

Vielleicht ist der Auftrag wirtschaftlich interessant.

Vielleicht gibt es wenige Alternativen.

Vielleicht kennst du das Risiko und entscheidest dich bewusst dafür.

Dann gilt:

Mehr Unsicherheit braucht mehr Absicherung.

Zum Beispiel durch:

  • klare Leistungsbeschreibungen,
  • schriftliche Vereinbarungen,
  • Abschlagszahlungen,
  • Vorkasse,
  • Teilzahlungen,
  • definierte Meilensteine,
  • klare Abnahmeprozesse,
  • Zahlungsfristen,
  • Dokumentation,
  • und eindeutige Zuständigkeiten.

Welche rechtlichen Instrumente sinnvoll sind, gehört im konkreten Fall zu entsprechend qualifizierter juristischer Beratung.

 

 

 

Der Aufwand für Unsicherheit gehört in die Kalkulation

 

Ein Kunde mit höherem Risiko verursacht zusätzlichen Aufwand.

Das ist wirtschaftlich relevant.

Wenn du:

mehr kontrollieren,

häufiger erinnern,

Zusagen dokumentieren,

Zahlungen absichern,

oder Konflikte bearbeiten musst,

gehört dieser Aufwand in deine Entscheidung.

Risiko ist kein abstrakter Wert. Es kostet Ressourcen.

 

 

 

Vorsicht bei künstlicher Dringlichkeit

 

„Das müssen wir heute entscheiden.“

„Der Auftrag ist weg, wenn Sie jetzt zögern.“

„Wir brauchen sofort Ihre Zusage.“

Zeitdruck kann real sein.

Er kann ebenso dazu dienen, Prüfung zu verkürzen.

Je größer die wirtschaftliche Bedeutung, desto eher lohnt sich ein kurzer innerer Schritt zurück:

Was genau verliere ich, wenn ich diese Entscheidung erst prüfe?

Ein guter Geschäftspartner verträgt häufig eine vernünftige Prüfung.

 

 

 

Schriftlichkeit ist dein Freund

 

Gerade wenn Aussagen später unterschiedlich erinnert werden, ist Schriftlichkeit wertvoll.

Nach einem Gespräch beispielsweise:

Vielen Dank für das Gespräch. Ich halte kurz fest, was wir vereinbart haben …

Das wirkt sachlich.

Professionell.

Und schafft einen gemeinsamen Bezugspunkt.

Je schwieriger die Geschäftsbeziehung, desto wertvoller wird nachvollziehbare Dokumentation.

 

 

 

Bezahlt ein Kunde schlecht, ist das ebenfalls Kommunikation

 

Zahlungsverhalten ist mehr als Verwaltung.

Es zeigt:

Wie ernst werden Vereinbarungen genommen?

Welche Priorität besitzt die eigene Verpflichtung?

Wie reagiert jemand auf eine berechtigte Erinnerung?

Ein verspäteter Zahlungseingang kann passieren.

Ein wiederkehrendes Muster ist etwas anderes.

 

 

 

Der ideale Kunde ist mehr als zahlungsfähig

 

Ein guter Kunde bringt Umsatz.

Ein sehr guter Kunde bringt zusätzlich:

  • Verlässlichkeit.
  • Fairness.
  • Respekt.
  • klare Kommunikation.
  • realistische Erwartungen.
  • und eine Zusammenarbeit, bei der beide Seiten profitieren.

Deshalb lohnt es sich, weniger jeden Auftrag anzunehmen.

Du gestaltest auch durch Auswahl die Qualität deines Geschäfts.

→ Den idealen Kunden auswählen

 

 

 

Kann ich mir meine Kunden überhaupt aussuchen?

 

Manchmal lautet die Antwort zunächst:

Kaum.

Besonders wenn Aufträge fehlen oder wirtschaftlicher Druck hoch ist.

Genau dann kann ein problematischer Kunde besonders attraktiv erscheinen.

Das schafft ein Dilemma.

Kurzfristig brauchst du Umsatz.

Langfristig kann derselbe Auftrag zusätzliche Risiken erzeugen.

Deshalb lohnt sich eine realistische Betrachtung:

Welche Alternative habe ich?

Wie groß ist das Risiko?

Wie kann ich es begrenzen?

Welche Bedingungen brauche ich, damit der Auftrag vertretbar wird?

So wird aus einem scheinbaren Entweder-oder eine strategische Entscheidung.

 

 

 

Wann würde ich auf ein Geschäft verzichten?

 

Besonders aufmerksam würde ich werden, wenn mehrere Punkte zusammenkommen:

  • wiederholte Unwahrheiten,
  • gebrochene Zusagen,
  • große wirtschaftliche Risiken,
  • fehlende Transparenz,
  • Druck,
  • Ablehnung sinnvoller Absicherung,
  • ständige Veränderung von Vereinbarungen,
  • und geringe Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Dann lautet die Frage weniger:

Kann ich diesen Auftrag noch irgendwie retten?

Sondern:

Warum möchte ich diese Geschäftsbeziehung unbedingt behalten?

 

 

 

Bereits investierte Zeit ist kein guter Grund weiterzumachen

 

Ein häufiger Denkfehler:

„Jetzt haben wir schon so viel Zeit investiert.“

Das kann dazu führen, dass weitere Zeit, Geld und Energie in eine ungünstige Geschäftsbeziehung fließen.

Die bessere Frage lautet:

Würde ich unter den heutigen Bedingungen diese Geschäftsbeziehung neu beginnen?

Wenn die Antwort klar ausfällt, liefert sie wertvolle Orientierung.

 

 

 

Fairness schützt auch gute Kunden

 

Ein weiterer Punkt ist mir wichtig.

Wenn du ständig Ressourcen für schwierige Kunden brauchst, fehlen diese Ressourcen an anderer Stelle.

Für:

  • gute Kunden.
  • Weiterentwicklung.
  • Qualität.
  • Mitarbeitende.
  • Akquise.
  • Erholung.
  • Innovation.

Deshalb bedeutet eine Grenze gegenüber problematischen Geschäftspartnern manchmal gleichzeitig:

mehr Aufmerksamkeit für die Menschen, mit denen Zusammenarbeit funktioniert.

 

 

 

Misstrauen darf weniger zum Geschäftsmodell werden

 

Nach schlechten Erfahrungen entsteht leicht:

„Man kann niemandem mehr vertrauen.“

Das wäre ein hoher Preis.

Denn funktionierende Geschäftsbeziehungen brauchen Vertrauen.

Die bessere Konsequenz lautet:

weniger Naivität.

mehr Klarheit.

bessere Auswahl.

gute Vereinbarungen.

und konsequenter Umgang mit Warnsignalen.

Erfahrung darf dich klüger machen, ohne dich grundsätzlich misstrauisch zu machen.

 

 

 

Ein einfacher Geschäftsbeziehungs-Check

 

Wenn du unsicher bist, helfen fünf Fragen:

 

1. Werden Vereinbarungen eingehalten?

Wiederholt und ohne ständigen Druck?

 

2. Werden Fehler offen angesprochen?

Oder braucht es jedes Mal einen Schuldigen?

 

3. Kannst du Grenzen setzen?

Wie reagiert dein Gegenüber darauf?

 

4. Ist die Geschäftsbeziehung nach vollständiger Kalkulation attraktiv?

Einschließlich Risiko, Zeit und Zusatzaufwand?

 

5. Würdest du diese Zusammenarbeit heute erneut beginnen?

Diese letzte Frage kann erstaunlich aufschlussreich sein.

 

 

 

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Manche Geschäftsentscheidungen sind weniger schwarz oder weiß.

Der Kunde ist schwierig und gleichzeitig wirtschaftlich bedeutend.

Ein Geschäftspartner ist unzuverlässig und besitzt zugleich wichtige Ressourcen.

Eine Trennung hat Konsequenzen.

Dann kann eine unabhängige Perspektive helfen.

Wir können:

Möglichkeiten betrachten.

Annahmen prüfen.

Risiken einordnen.

Prioritäten klären.

Handlungsoptionen entwickeln.

und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine.

Ziel ist eine klarere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

 

Wenn ein schwieriges Gespräch bevorsteht

 

Vielleicht ist deine Entscheidung bereits klar.

Jetzt muss sie kommuniziert werden.

Eine Zahlungsbedingung.

Eine Grenze.

Neue Vertragsbedingungen.

Die Ablehnung eines Auftrags.

Oder das Ende einer Zusammenarbeit.

Dann kann Vorbereitung besonders wertvoll sein.

→ Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen

 

Noch ein Gedanke

Du brauchst weniger herauszufinden, warum jemand unehrlich ist.

Vielleicht liegt es an Angst.

Gier.

Gewohnheit.

Druck.

Oder etwas ganz anderem.

Für deine geschäftliche Entscheidung ist häufig eine andere Frage wichtiger:

Kann ich mich unter diesen Bedingungen auf diese Person verlassen?

Und falls die Antwort zunehmend ungünstig ausfällt:

Welche Konsequenz ziehe ich daraus?

Vertrauen ist wertvoll.

Gerade deshalb lohnt es sich, es dort zu investieren, wo Verlässlichkeit erkennbar ist.

Antworten auf häufige Fragen

Sollte ich mit unehrlichen Menschen Geschäfte machen?

Das hängt von Situation, Risiko und Absicherung ab. Wiederholte Unehrlichkeit erhöht jedoch den Aufwand und kann finanzielle, rechtliche und zwischenmenschliche Risiken erheblich vergrößern.

Woran erkenne ich einen unehrlichen Geschäftspartner?

Achte auf wiederkehrende Widersprüche, veränderte Zusagen, mangelnde Verantwortungsübernahme, Ablehnung schriftlicher Vereinbarungen und auffälliges Verhalten bei Zahlungen oder Grenzen.

Sollte ich meinem Bauchgefühl vertrauen?

Ein ungutes Gefühl kann ein wertvoller Hinweis sein. Besonders hilfreich wird es, wenn du prüfst, welche konkreten Beobachtungen dieses Gefühl ausgelöst haben.

Ist schriftliche Absicherung ein Zeichen von Misstrauen?

Nein. Klare Vereinbarungen schaffen Orientierung für alle Beteiligten und können Konflikte vermeiden.

Wann sollte ich eine Geschäftsbeziehung beenden?

Das lässt sich weniger pauschal beantworten. Wiederholte Unehrlichkeit, hohe Risiken, mangelnde Verbindlichkeit und fehlende Klärbarkeit sind wichtige Gründe, die Fortsetzung kritisch zu prüfen.

Video

 

Mit wem Geschäfte sich lohnen – und bei wem Abstand klug ist

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Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

P.S.

 

Wie stehst du zu Geschäften mit unehrlichen Menschen?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Artikel rund um die Selbstständigkeit

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Dezember 2015
Überarbeitung: 9. August 2020
AN: #3450
K:
Ü:

Narzisstische Manipulation: Woher wissen Narzissten, welche Knöpfe sie drücken müssen?

Narzisstische Manipulation: Woher wissen Narzissten, welche Knöpfe sie drücken müssen?

Tipps und Coaching, jedoch keinerlei Rechtsberatung!

Woher wissen Narzissten, welche Knöpfe sie drücken müssen? Narzisstische Manipulation.

Narzisstische Manipulation

 

Geht es darum zu manipulieren und auszuteilen, treffen narzisstische Zeitgenossen oft schmerzlich gut den Nerv ihrer Zielpersonen. Weshalb wissen Narzissten so genau, welche Knöpfe sie drücken müssen?

Woher wissen Narzissten, welche Knöpfe sie drücken müssen?

 

Wenn es so schlechte Zuhörer sind, und sie nur an sich interessiert sind, woher wissen Narzissten dann, welche Knöpfe sie bei anderen Menschen drücken müssen?

 

 

 

Achtung

 

Dieser Beitrag gilt nicht der Diagnostik pathologischer Narzissten, sondern dem Ziel, fiesen Zeitgenossen aus dem Weg zu gehen und sich nicht ausnutzen zu lassen. Zur Vereinfachung nenne ich Frauen und Männer mit deutlich narzisstischen Tendenzen, die andere Menschen benachteiligen und verletzen, an dieser Stelle Narzissten und andere Fieslinge, meist Fieslinge.

 

 

 

Narzissten wissen, welche Knöpfe sie drücken müssen

 

Hatten Sie es jemals mit Narzissten zu tun, konnten Sie bemerken, dass diese genau wissen, welche Knöpfe sie drücken müssen, um Sie zu verärgern. Solche Leute äußern ohne zu Zögern harte, herabsetzende Aussagen, als ob diese nur darauf gewartet hätten, die Dinge zu sagen, die Sie am meisten verletzen. Solche Zeitgenossen scheinen hingegen nicht in der Lage zu sein, unterstützende Aussagen zu finden, die Ihnen guttun. Es ist, als wüssten Narzissten, welche Knöpfe sie drücken müssen, um Sie am meisten zu verletzen, während sie jegliche Unterstützung, die Sie von ihnen gebrauchen könnten, ignorieren.

Der folgende Videobeitrag widmet sich der Frage, wie es Narzissten gelingt, so gezielt die Knöpfe ihrer Zielpersonen zu drücken.

Video

DAHER wissen Narzissten, welche Knöpfe sie bei DIR drücken müssen. Narzisstische Manipulation.

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

P.S.​

 

Haben Sie Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. August 2021
Überarbeitung: 23. Januar 2023
AN: #756
K: CNC
Ü:

Unternehmensnachfolge von Narzissten

Familiäre Unternehmensnachfolge von Narzissten

Was tun, wenn die Unternehmensübernahme von einem Narzissten kompliziert wird? Tipps und Coaching, jedoch keinerlei Rechtsberatung!
Was tun, wenn die Unternehmensübernahme von einem Narzissten kompliziert wird? Tipps und Coaching, jedoch keinerlei Rechtsberatung!

Unternehmensnachfolge von Narzissten

 

Was tun, wenn die Unternehmensübernahme von einem Narzissten, einer Narzisstin kompliziert wird? Gerade bei der Familienfolge sind Enttäuschungen häufig. Es folgen Tipps, jedoch keinerlei Rechtsberatung!

Video

Video im Schnitt!

Unternehmensnachfolge von Narzissten

 

Meist wird recht spät erkannt, dass bei der Unternehmensnachfolge etwas nicht stimmt. Gerade bei der familiären Nachfolge werden die Hoffnungen der potenziell Nachfolgenden seltener erfüllt und ein gutes Stück Leben bleibt auf der Strecke.

 

 

 

Achtung

 

Dieser Beitrag gilt nicht der Diagnostik pathologischer Narzissten, sondern dem Ziel, fiesen Zeitgenossen aus dem Weg zu gehen und sich nicht ausnutzen zu lassen. Zur Vereinfachung nenne ich Frauen und Männer mit deutlich narzisstischen Tendenzen, die andere Menschen benachteiligen und verletzen, an dieser Stelle Narzissten.

 

 

 

Schattenseiten von Erfolg

 

Mit nichts anzufangen und ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen, ist durchaus eine Leistung. Es erfordert Energie, Talent, harte Arbeit und Glück. Gründer stehen vor gewaltigen Herausforderungen und müssen entschlossen und von sich und ihrer Idee überzeugt sein. Kein Wunder, dass diejenigen, die nach jahrelangen Bemühungen erfolgreich sind, als Helden gefeiert werden wollen.

Ein Teil dieses Erfolges kann auf Eigenschaften zurückzuführen sein, die auch für Narzissmus typisch sind. Narzisstische Motivation ist häufig ein Grund dafür, dass sich Unternehmer dafür entscheiden, ihre eigenen Wege zu gehen.

Sind die Gründer von Familienunternehmen erst einmal erfolgreich, können der Status und die Privilegien, die der Erfolg mit sich bringt, auch zu einem ungesunden Narzissmus führen, der sich durch ein Verlangen nach Aufmerksamkeit und Anerkennung, eine Fixierung auf Erfolg und öffentliche Anerkennung und einen Mangel an Empathie für andere auszeichnet. Wenn diese dunkle Seite nicht verstanden wird, kann sie die Gesundheit des Unternehmens und die Kompetenz potenzieller Nachfolger gefährden. Derartige Eigenschaften der Gründer können zu großen Stolpersteinen bei der Unternehmensnachfolge führen und die Chancen von Nachfolgern reduzieren. Fehlende Lern- und Einsichtsbereitschaft bringen viele zusätzliche Nachteile mit sich.

 

 

 

Das Unternehmen soll in der Familie bleiben

 

Wird der Nachwuchs als Erweiterung der eigenen Person betrachtet, ist klar, wer das Unternehmen einst übernehmen soll. Da wird oft schon sehr früh im Leben des Nachwuchses erwartet und darauf hingearbeitet. Widerstand wird nicht akzeptiert und entsprechend bei der Vorbereitung ans Werk gegangen. Wer sich dem widersetzen will, sollte mit Repressalien rechnen. Und selbst, wer sich dem fügt, gerät in eine ungünstige Position. Sind mehrere Anwärter vorhanden wird ein Wettbewerb gefördert, der übliche Grenzen außer Acht lässt. Angemessenheit spielt eher keine Rolle.

 

 

 

In die Falle gegangen

 

Die Aussicht, einst das Unternehmen zu übernehmen und dann eigenverantwortlich Entscheidungen treffen zu können, tröstet und wird seitens narzisstischer Nochinhaber genährt. Je weiter sich potenzielle Nachfolger engagieren, desto schwieriger wird es dem zu entkommen, denn ursprüngliche Vereinbarungen der Übernahme werden aus verschiedensten Gründen immer wieder vertagt. Solange Narzissten noch den Fuß in der Tür haben kehrt keine Ruhe ein. Es liegt in der Natur, narzisstischer Zeitgenossen ein für Infomierte recht vorhersehbares Verhalten an den Tag zu legen, das wenig Freude bereitet. Das kostet Haare, Lebensqualität, oft die besten Mitarbeitenden und führt zu weiteren Nachteilen. Betroffene verstehen die Zusammenhänge meist erst sehr spät.

 

 

 

Einfluss auf Privat- und Geschäftsleben

 

Privat- und Geschäftsleben lassen sich nur bedingt voneinander trennen und es wird oft noch komplizierter, weil weitere Rollen hinzukommen. Häufig haben angehende Nachfolger es zusätzlich mit dem Unternehmensinhaber zu tun, der weitere Ansprüche anmeldet und sich oft auch in das Tagesgeschäft einmischt. Selbst, wer eine geschäftsführende Stellung innehat wird von mehreren Rollen der Narzissten bedrängt. Das kann sehr verwirrend und belastend sein. Entsprechende Rechtsberatung ist erforderlich und hilft, doch davon unbeeindruckt richtet sich narzisstisches Verhalten nur widerwillig daran aus, wenn überhaupt.

 

 

 

Hinter der Fassade

 

So schillernd oft die Fassade narzisstischer Zeitgenossen erscheint, so düster sieht es dahinter aus. Die tief sitzenden Verletzungen, das Wissen um die eigenen Defizite und die Leere soll vor anderen Menschen und sogar sich selbst versteckt werden. Das erscheint Narzissten existenziell erforderlich und sie sind bereit dafür zu kämpfen. Schon die Ahnung es drohe eine narzisstische Verletzung führt zu Wutausbrüchen und andern unangemessenen Verhaltensweisen.

 

 

 

Was tun, wenn es sich um eine Person mit ausgeprägten narzisstischen Zügen handelt? 

 

Üblicherweise fehlt das Bewusstsein für das Thema Narzissmus und die damit verbundenen Eigenarten. Entsprechend umfangreich sind beim Zeitpunkt der Erkenntnis die schon getätigten eigenen Investitionen. Viele angehende Nachfolger werden davon überrascht, wenn es auf einmal sie betrifft. Sie wollten es nicht sehen und nun wird es kompliziert. In vielen Fällen handelt es sich um Elternteile und bei der familiären Nachfolge gibt es zusätzliche Eigenarten zu beachten. Wer sie kennt erspart sich einige graue Haare.

Was Sie tun können, wenn sich Nochinhaber oder Mehrheitsbeteiligte als Narzissten entpuppen? Sie könnten damit beginnen, den Beitrag Zu viel ist zu viel! Umgang mit Narzissten. 30 Tipps für die Kommunikation mit Narzissten zu lesen. Dann können Sie sich Unterstützung für den Umgang mit Narzissten suchen. Und das schnellstens, denn es ist leichter Problemen vorzubeugen, als sie zu korrigieren. Narzissten sind äußerst empfindlich und vergessen auch vermeintliche Schmach niemals. Sie sind sich möglicherweise nicht bewusst, dass Sie etwas getan haben, was für Narzissten unentschuldbar ist. Doch Narzissten empfinden selbst nachvollziehbares, konstruktives Feedback als persönliche Beleidigung. Nachwuchs, der nicht mitspielt wird als undankbar betrachtet und muss zur Vernunft gebracht werden. Dann werden sie bestrebt sein, Sie dafür irgendwann leiden zu lassen.

Vieles, das in anderen Situationen zur guten Kommunikation und Beziehungspflege geeignet ist, verschlimmert Situationen, an denen Narzissten beteiligt sind. Bei zwischenmenschlichen Konflikte gehen Narzissten nicht fair ans Werk. Wenn sie es für erforderlich halten, nehmen sie auch eigene Nachteile in Kauf. Das kann beachtlichen Schaden anrichten, kann ganze Unternehmen und die beteiligten Menschen in den Ruin treiben. Für juristische Fragen wenden Sie sich an entsprechende Experten. Damit Sie die kommunikativen und psychologischen Möglichkeiten berücksichtigen, bin ich für Sie da.

Wenn Sie Hilfe im Umgang mit Narzissten wünschen, dann finden Sie hier weitere Informationen.

Video

38 Hinweise, um Narzissten zu erkennen | #narzissmus

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Antworten auf häufige Fragen

Was ist bei der Unternehmensnachfolge zu beachten?

Es gibt keine absoluten Schritte bei der Unternehmensnachfolge, doch einige Schritte gehören üblicherweise dazu:

Auswahl geeigneter Unternehmen
Sorgfältige Prüfung des Unternehmens.
Professionellen Businessplan erstellen.
Ermittlung des Kaufpreises.
Gestaltung des Kaufvertrags.

Sind Narzissten nachtragend?

Menschen mit narzisstischen Persönlichkeistendenzen fehlt meistens die Fähigkeit, sich in andere Menschen einfühlsam einzufühlen. Solche Leute sind sie leicht kränkbar und gehen dann destruktiv, nachtragend oder sogar hasserfüllt-abwertend mit ihrer Kränkung um.

Was passiert wenn Narzissten aufeinandertreffen?

Treffen zwei Narzissten aufeinander, sind ihnen die Verhaltensweisen des anderen zwar nicht fremd. Die Narzissten beneiden einander und versuchen den anderen ständig zu übertrumpfen.

Wie reagieren Narzissten auf Rückzug?

Narzissten reagieren empfindlich auf kleinste Irritationen und Zurückweisungen, empfinden andere Menschen schnell als feindselig oder egoistisch, sind abweisend, ziehen sich zurück, reagieren beleidigt oder aggressiv.

P.S.​

 

Haben Sie Gedanken, Fragen oder Anregungen zum Thema?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

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Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 24. August 2015
Überarbeitung: 14. Juni 2022
AN: #7236
K: CNC
Ü: