Euphemismus, Euphemismen, Schönfärberei, nix Tacheles! Sprache, die manipulieren will.

Euphemismus, Euphemismen, Schönfärberei, Aufblähungen, nix Tacheles!

Die Flucht vor Wahrheit und Verantwortung: Manipulation, Sprachkompetenz, Beispiele, ...
Euphemismus, Euphemismen, Schönfärberei

Euphemismus, Euphemismen, Schönfärberei, …

 

Euphemismen dienen der Schönfärberei, durch sprachliche Kosmetik soll Hässliches weniger hässlich erscheinen. Euphemismen sind nicht nur in der Politik im Einsatz. Lerne Schönfärberei schneller zu erkennen.

Video

Wie Euphemismen dich austricksen

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Euphemismen

 

Schönfärberei auf Wortebene:
Pflicht statt Zwang, Peanuts statt Kleinkram, naturidentisch statt künstlich.
Besser wird es dadurch nicht.

Schönfärberei

 

Ein paar Häuser weiter steht ein Gebäude, das seit heute in wunderschönen Farben erstrahlt. Vor wenigen Tagen sah es noch grau und abrissreif oder zumindest verkommen aus. Es ist schon erstaunlich, wie mit etwas Fassadenfarbe der äußere Schein beeinflusst werden kann.

Wie ich erfahren habe, sollen die einzelnen Einheiten nun als Eigentumswohnungen möglichst gewinnbringend an Frau und Mann gebracht werden. Vermutlich wird das nur bei Menschen gelingen, die das Objekt nicht kennen und hinter die Fassade schauen. Die Käufer tun mir leid, denn hinter dem oberflächlichen Farbauftrag verbirgt sich eine traurige Bausubstanz. Wie so oft, so ging auch hier der ganze Aufwand in die Verpackung, anstatt sich dem Inhalt zu widmen. Das wird ein trauriges Erwachen für diejenigen, die das nicht durchschauen.

Nach dem ersten Studium, als Dipl.-Ingenieur, hatte ich es selbst mit Gebäuden und deren Zustand zu tun. Heute begegnen mir Verschleierungsversuche anderenorts und statt Farbe kommen in erster Linie Worte zum Einsatz. Diese der Schönfärberei gewidmeten Worte nennen sich Euphemismen.

 

 

Was ist ein Euphemismus?

 

Der Begriff Euphemismus stammt aus dem Griechischen und heißt frei übersetzt „Worte von guter Bedeutung“. Ein Euphemismus ist ein Stilmittel, mit dessen Hilfe ein Sachverhalt, ein Gegenstand oder eine Person beschönigend umschrieben wird. Es gibt viele Zusammenhänge, in denen es erstrebenswert erscheint, unangenehme Wahrheiten positiver klingen zu lassen. So begegnen uns Euphemismen an vielen Stellen wie beispielsweise im Alltag, in der Politik, in der Werbung, in der Wirtschaft und in der Literatur.

Flucht vor der Wahrheit und Verantwortung

 

Euphemismen dienen der Schönfärberei. Wer sollte etwas gegen mehr Farbe in der Welt haben?

Leider geht es bei Euphemismen seltener darum, der Welt etwas Gutes zu tun. Durch sprachliche Kosmetik soll Hässliches weniger hässlich erscheinen. Wird beispielsweise statt von Entlassungen von Freisetzungen gesprochen, dann mit der Hoffnung, dass, wenn es nicht mehr so hässlich klingt, auch die Reaktionen weniger heftig ausfallen. Häufig wird der Versuch erkannt, denn nicht die Worte sind hässlich, sondern die Tatsachen, für die sie stehen. Deshalb bekommen die verwendeten Worte mit der Zeit eine neue Bedeutung, einen neuen Anstrich oder zumindest einen Beigeschmack. Allzu oft jedoch werden sie nicht als Nepp erkannt.

Solche Schönfärberei ist mehr als eine schlechte Angewohnheit. Sie ist verräterisch und in ihrer Wirkung hinsichtlich der Beziehungen destruktiv. Verräterisch ist sie deshalb, weil sie deutlich macht, dass jemand, wenn es kritisch wird, die Dinge nicht beim Namen nennt und zur Verantwortung steht, sondern versucht, die Folgen des eigenen Handelns zu verharmlosen.

Beispiele

Euphemismen A

 

  • aalglatt statt geschickt skrupellos
  • abenteuerlich statt unglaubwürdig
  • Abfallentsorgung statt Müllentfernung
  • abfüllen statt betrunken machen
  • abgetakelt statt alt und unansehnlich
  • abknüpfen statt kopieren
  • Ableben statt Tod
  • Abschreckungsmittel statt Atombombe
  • abstottern statt Raten zahlen
  • Allgemeinmediziner statt Hausarzt
  • alternative Verhörmethoden statt Folter
  • alternativlos statt nicht diskutierbar
  • antifachistischer Schutzwall statt Berliner Mauer
  • Asket statt Geizhals
  • ausradieren statt vernichten, umbringen

Euphemismen B

 

  • Bammel statt Angst
  • Baustelle statt Problem
  • Befreiung statt Unterwerfung
  • Beharrlichkeit statt Sturheit
  • Beitragsanpassung statt Beitragserhöhung
  • belastbar statt ausbeutbar
  • Belehrung statt Tadel
  • beratungsresistent statt uneinsichtig, dumm
  • Betreuer statt Vormund
  • bildungsferne Schichten statt ungebildete Menschen
  • blauer Dunst statt giftiger Zigarettenrauch
  • böhmische Dörfer statt Unverständliches
  • breit statt betrunken
  • Bürgernähe statt Populismus

Euphemismen C

 

  • Compliance statt Befolgung therapeutischer Empfehlungen

Euphemismen D

 

  • Dampf ablasen statt wütend toben
  • defekt statt kaputt
  • Demokratur statt als Demokratie getarnte Diktatur

Euphemismen E

 

  • Ehrenmord statt archaisch motivierter Mord
  • einbuchten statt einsperren
  • einfach statt dumm
  • einkommensschwach statt arm
  • eliminieren statt ermorden
  • entblättern statt ausziehen
  • Erfindung statt Lüge
  • erledigen statt ermorden

Euphemismen F

 

  • Fahrgestell statt Unterkörper
  • Facility Manager statt Hausmeister
  • Farbe ins Spiel bringen statt etwas interessanter machen
  • farbig statt dunkler Hautfarbe
  • Fehltritt statt Straftat
  • Fersengeld geben statt flüchten
  • Feuchtbiotop statt Sumpf
  • flatterhaft statt liederlich
  • Flitzer statt Exhibitionist
  • flüssiges Brot statt Bier
  • förderungswürdig statt schlecht
  • Frau in den besten Jahren statt ältere Frau
  • freie Mitarbeiter stat Scheinselbstständige
  • Freiheitsstrafe statt Gefängnisstrafe
  • Freitod statt Selbsttötung
  • Freisetzung statt Entlassung
  • fremdfinanzierten statt Schulden machen
  • fremdgehen statt außerehelich GV ausüben
  • Freudenhaus statt Bordell
  • Freudenmädchen statt Prostituierte
  • Freund und Helfer statt Polizist
  • Freundliches Feuer (Friendly Fire) statt Beschuss durch eigene Arme
  • Frontanpassung statt Rückzug
  • Fuchs statt schlauer Mensch
  • für sich behalten statt verschweigen
  • förderungswürdig statt schlecht

Euphemismen G

 

  • gefallen statt im Krieg gestorben
  • gehörlos statt taub
  • Geisterfahrer statt Falschfahrer
  • geistige Getränke statt alkoholische Getränke
  • geistige Umnachtung statt Wahnsinn
  • Gelackmeierter statt Benachteiligter
  • gemütskrank statt psychisch krank
  • Geopolitik statt Machtpolitik
  • Gerstenkaltschale statt Glas Bier
  • Gerstensaft statt Bier
  • Gerstentee statt Bier
  • Geschichten erzählen statt lügen
  • Geschwisterliebe statt Inzest
  • Gesichtserker statt große Nase
  • gesund statt geschmacklos, nüchtern
  • Gewinnwarnung statt Verlustankündigung
  • Gleichstellung statt Frauenförderung
  • glücklos statt erfolglos
  • Gottesacker statt Friedhof
  • Gotteshaus stat Kirche
  • gute Stube statt Wohnzimmer
  • guter Hoffnung statt schwanger
  • Gänsewein statt Mineralwasser
  • gutsituiert statt reich

Euphemismen H

 

  • Hahnrei statt betrogener Ehemann
  • Halbgott in Schwarz statt Richter
  • Halbgott in Weiß statt Arzt
  • Halbwelt statt kriminelles Milieu
  • halt die Luft an! statt Schweig!
  • Hand an sich legen statt sich umbringen
  • Handicap statt Behinderung
  • harte Spielweise statt unfaire Spielweise
  • Hasenfuß statt ängstlicher Mensch
  • Heilanstalt statt Irrenanstalt
  • Heiliger Krieg statt religiös gerechtfertigter Krieg
  • Heiliger Vater statt Papst
  • Heimgang statt Tod
  • heimgehen statt sterben
  • Heimkino statt Fernsehen
  • Herausforderung statt Problem
  • hinter schwedischen Gardinen statt im Gefängnis
  • hohe Stirn statt Halbglatze
  • hochpreisig statt teuer
  • Holocaust statt Völkermord
  • Hopfensaft statt Bier
  • horizontal herausgefordert statt fett
  • hopp gehen statt sterben
  • horizontales Gewerbe statt Prostitution
  • Hosenstall statt Hosenschlitz
  • Humankapital statt Menschen die für eine Sache zum Einsatz kommen

Euphemismen I

 

  • Individualist statt Sonderling
  • inhalieren statt gierig essen
  • Instandbesetzung statt Hausbesetzung
  • ins Gras beissen statt sterben
  • Interessengruppe statt Lobby
  • introvertiert statt kontaktscheu
  • Irritation statt Hautrötung oder Pickel

Euphemismen J

 

  • Jagdschein statt Unzurechnungsfähigkeit
  • Jägerlatein statt Lüge

Euphemismen K

 

  • kalt erwischt statt unvorbereitet überrascht
  • Kernenergie statt Atomkraft
  • Kernwaffen statt Atomwaffen
  • Kessel statt militärische Umzingelung
  • Kies statt Geld
  • Kinderspiel statt einfaches Vorhaben
  • Knacki statt Inhaftierter
  • Knacks stat Psychose
  • Knarre statt Schusswaffe
  • kognitiv herausgefordert statt dumm
  • Kollateralschaden statt beiläufige Tötung von Zivilisten
  • Konspiration statt Verschwörung
  • korpulent statt übergewichtig
  • korrekt statt pedantisch, pingelig
  • kostenintensiv statt teuer
  • kostenneutral stat umsonst
  • kreative Buchführung statt Bilanzfälschung
  • kräftig statt übergewichtig
  • Kunde der Polizei statt Krimineller
  • kühl statt feindselig

Euphemismen L

 

  • Landesverteidiger statt Soldat
  • Landwirt statt Bauer
  • lange Finger machen statt stehlen
  • Langfinger statt Dieb
  • Leasing statt Ratenzahlung
  • liebenswürdige Übertreibung statt Lüge
  • linken statt betrügen
  • Loch statt Gefängnis
  • Lohnangleichung statt Lohnsenkung

Euphemismen M

 

  • mental herausgefordert statt dumm
  • militärische Lösung statt Krieg
  • Mitbewerber statt Konkurrent
  • Moos statt Geld

Euphemismen N

 

  • Nachbarschaftshilfe statt Schwarzarbeit
  • nah am Wasser gebaut statt weinerlich
  • Nassauer statt Schmarotzer
  • naturidentisch statt künstlich
  • negativer Ertragsüberschuss statt Verlust
  • negatives Wirtschaftswachstum statt Wirtschaftsrückgang
  • nicht alle Latten am Zaun haben statt verrückt sein
  • nicht alle Tassen im Schrank haben statt verrückt sein
  • nicht auf dem Damm statt krank sein
  • nicht auf dem Posten statt krank sein
  • nicht auf der Höhe der Zeit statt veraltet
  • nicht auf der Höhe statt krank sein
  • nicht bei Trost sein statt verrückt sein
  • nicht mehr taufrisch statt alt
  • niederkommen statt gebären
  • Nullwachstums statt Stillstand der Wirtschaftsentwicklung

Euphemismen O

 

  • Ölteppich statt Ölpest
  • ohne Fortune statt glücklos
  • Ordnungshüter statt Polizist
  • ohne Stellung statt arbeitslos
  • orgeln statt schnarchen
  • Outsourcing statt Entlassung

Euphemismen P

 

  • Pazifizierung statt Unterwerfung
  • Peanuts statt Kleinkram
  • Perle statt Freundin
  • Pfeife statt Versager
  • Pferdeapfel statt Pferdekot
  • Pflicht statt Zwang
  • physisch herausgefordert statt körperlich behindert
  • Politik der Stärke statt militärische Aufrüstung
  • Politikverdrossenheit statt Desinteresse an Demokratie
  • positive Diskriminierung statt Benachteiligung von Männern
  • potjomkinsche Dörfer statt Vorspiegelungen
  • Preisanpassung statt Preiserhöhung
  • preisgünstig statt billig
  • preiswert statt billig
  • Prekariat statt Unterschicht

Euphemismen Q

 

  • —

Euphemismen R

 

  • Rachenputzer statt Schnaps
  • Rationalisierung statt Einsparung bzw. Entlassungen
  • Raumpflegerin statt Putzfrau
  • redaktionelle Entscheidung statt Zensur
  • Reibereien statt Konflikte
  • reif statt alt
  • Remis statt Unentschieden
  • Repräsentant statt Vertreter
  • requirieren statt beschlagnahmen
  • reserviert statt feindselig
  • Rückbau statt Abriss
  • Rückgang der Beschäftigtenzahl statt Zunahme der Arbeitslosenzahlen
  • Rückschlag statt Misslingen
  • rustikal statt einfach, eingeschränkt, ländlich

Euphemismen S

 

  • Säumniszuschlag statt Mahngebühr
  • Schadstoffemission statt Luftvergiftung
  • Schatten der Vergangenheit statt frühere Vergehungen
  • Schaumschlägerei statt Angeberei
  • schief geladen haben statt betrunken sein
  • schmieren statt bestechen
  • Schnee statt Kokain, Heroin
  • Schnellrestaurant statt Frittenbude
  • schräg statt eigenartig
  • Schutzgeld statt Erpressung
  • schwach belegt statt pleite
  • Schwarzes Gold statt Erdöl
  • Seemannsgarn statt Lügen
  • Seitensprung statt außerehelicher GV
  • Selbstbedienung statt Diebstahl
  • Selbstverwirklichung statt Egotrip
  • sexueller Übergriff statt Vergewaltigung
  • sinnfrei statt sinnlos
  • sozial schwach statt arm
  • Sozialreform statt Sozialabbau
  • steiler Zahn statt attraktive Frau
  • stellenlos statt arbeitslos
  • stellungslos statt arbeitslos
  • stempeln gehen statt arbeitslos gemeldet sein
  • sterbliche Hülle statt Leiche
  • stibitzen statt stehlen
  • stiften gehen statt flüchten
  • stubenrein statt moralisch einwandfrei
  • suboptimal statt schlecht
  • Stuhl statt Kot
  • super statt gut
  • Superwaffen statt Atomwaffen
  • Synergie-Effekte statt Einsparungen durch Zusammenlegung von Bereichen
  • sägen statt schnarchen

Euphemismen T

 

  • talentfrei statt untalentiert
  • textilarm statt nackt
  • textilfrei statt nackt
  • textillos statt nackt
  • thermisches Recycling statt Müllverbrennung
  • tilgen statt vernichten
  • Torte statt Frau
  • transpirieren statt schwitzen
  • Treue statt Gehorsam
  • türken statt fälschen

Euphemismen U

 

  • übersichtlich statt spärlich
  • umlegen statt ermorden
  • umsatteln statt sich verändern
  • Umsiedlung statt Vertreibung
  • Umstrukturierung statt Entlassung
  • Ungeziefer statt Insekten
  • unglückliche Äusserung statt Beleidigung
  • unschädlich machen statt töten
  • unter dem Pantoffel stehen statt in Beziehung unterdrückt werden
  • unter die Haube kommen statt heiraten
  • unterbelichtet statt dumm
  • unterkühlt statt temperamentlos
  • unterprivilegiert statt arm
  • untersetzt statt dick
  • Unterwelt statt kriminelles Milieu
  • unvernünftig statt dumm
  • unvorteilhaft statt schlecht
  • unwahr statt falsch

Euphemismen V

 

  • verbale Unrichtigkeit statt Lüge
  • Verbesserungspotential statt Schwäche, Fehler
  • verduften statt fliehen
  • verhaltensoriginell statt verhaltensgestört
  • Vergütung statt Gehalt, Lohn
  • Verhältnis statt Liebesbeziehung
  • verscheiden statt sterben
  • vermögend statt reich
  • Verteidigungsfall statt Krieg
  • Verteidigungsbündnis statt Militärbündnis
  • vertikal herausgefordert statt kleinwüchsig
  • Vertreibung statt Umsiedlung
  • Vitamin C statt persönliche Netzwerke
  • Vitamin B statt Beziehungen
  • volksnah statt populistisch
  • Volksvertreter statt Politiker
  • voll statt betrunken
  • voll wie eine Rakete statt sturzbetrunken
  • vollschlank statt dick
  • von allen übeln erlöst statt tot
  • vorprogrammiert statt erwartet
  • Vorstoß in den rückwärtigen Sektor statt Flucht
  • Vorwärtsverteidigung statt Angriffskrieg

Euphemismen W

 

  • Wachstumspause statt Wirtschaftsstillstand, Rezession
  • Waffengewalt anwenden statt Schusswaffeneinsatz
  • Wehrdienst statt Kriegsdienst
  • Wehrpflicht statt Zwangsrekrutierung
  • weiche Ziele statt Menschen
  • Werbung statt Reklame
  • Wertstoffe statt Müll
  • Wettbewerb statt Konkurrenz
  • windig statt unseriös
  • wohlgenährt statt dick
  • wohnsituiert statt reich
  • Wohlstandsrolle statt Bauch
  • Wohnpark statt Ghetto
  • Würfelhusten statt Erbrechen

Euphemismen X

 

  • —

Euphemismen Y

 

  • —

Euphemismen Z

 

  • Zeit ist abgelaufen statt sterben
  • zeitnah statt bald oder auch nicht
  • zierlich statt dürr
  • zu Papier bringen statt aufschreiben
  • zurückhaltend statt nichtssagend, langweilig
  • zurücktreten statt ein Amt aufgeben
  • zurückbauen statt abreissen
  • zwangspausierend statt gesperrt sein

Dysphemismen

 

Das Gegenstück des Euphemismus ist der Dysphemismus, auch Kakophemismus genannt. Der selten verwendete Begriff Dysphemismus beschreibt die Übersteigerung eines Tabus, während beim Euphemismus die negative Wirkung einer Aussage reduziert werden soll. Beide haben gemeinsam, dass sie beeinflussen wollen.

Rhetorischer Stilmittel und Tricks

 

Den zeitgemäßen Einsatz rhetorischer Stilmittel in Reden und. Präsentationen können Sie in den Kursen Rhetorik & Präsentation III und Training Rhetorik & Präsentation IV kennen, schätzen und einsetzen lernen. Und natürlich im Einzeltraining mit mir. Bei der Gelegenheit erfahren Sie auch, wie Sie gekonnt auf Manipulationsversuche reagieren können.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

P.S.

 

Kennst du weitere Euphemismen und wie stehst du zu ihnen?

YouTube-Kanal @karstennoack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.

Zum Kanal @karstennoack (Der externe Link öffnet meinen YouTube-Kanal in einem neuen Fenster.)

YOUTUBE.COM/@KARSTENNOACK

Wer uns vor nutzlosen Wegen warnt, leistet uns einen ebenso guten Dienst, wie derjenige, der uns den rechten Weg anzeigt. Heinrich Heine

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2006
Überarbeitung: 06. Januar 2025
AN: #323160
K: CNB
Ü:

Körpersprache bei Präsentationen: 25 Tipps für mehr Präsenz

Körpersprache bei Präsentationen: 25 Tipps für mehr Präsenz

Der Körper spricht. Mit Körpersprache die Botschaft stärken
Körpersprache in Präsentationen

Körpersprache bei Präsentationen

 

20+ Tipps für Präsenz, Gestik, Blickkontakt und einen souveränen Auftritt

 

Noch bevor dein Publikum jeden Gedanken erfasst hat, entsteht bereits ein Eindruck.

Wie stehst du?

Wie bewegst du dich?

Wohin schaust du?

Was machen deine Hände?

Wie viel Raum nimmst du ein?

Wie passen Stimme, Haltung und Botschaft zusammen?

Körpersprache wirkt bei Präsentationen ständig mit.

Dabei geht es weniger darum, bestimmte Gesten einzustudieren.

Viel interessanter ist:

Unterstützt dein Auftreten das, was du vermitteln möchtest?

Hier findest du konkrete Anregungen für eine Körpersprache, die präsent, glaubwürdig und zu dir passend wirkt.

 

 

 

Körpersprache ist mehr als Gestik

 

Beim Stichwort Körpersprache denken viele zuerst an Hände und Arme.

Zur Körpersprache gehören deutlich mehr Aspekte:

  • Haltung

  • Stand

  • Bewegung

  • Gestik

  • Mimik

  • Blickkontakt

  • räumliche Distanz

  • Ausrichtung zum Publikum

  • Umgang mit Rednerpult und Bühne

  • Zusammenspiel mit der Stimme

Entscheidend ist die Gesamtwirkung.

Eine einzelne Geste erzählt selten die ganze Geschichte.

 

 

 

Vorsicht mit Körpersprache-Rezepten

 

„Verschränkte Arme bedeuten Ablehnung.“

„Wer nach links schaut, lügt.“

„Breite Gesten zeigen Selbstbewusstsein.“

Solche einfachen Übersetzungen sind verführerisch.

Menschen und Situationen sind komplexer.

Jemand verschränkt vielleicht die Arme, weil die Haltung angenehm ist.

Eine Person bewegt sich viel, weil sie begeistert ist.

Eine andere bewegt sich wenig und wirkt gerade dadurch ausgesprochen präsent.

Deshalb gilt:

Kontext, Persönlichkeit und Gesamtbild sind wichtiger als einzelne vermeintliche Signale.

 

 

 

1. Sorge zuerst für einen stabilen Stand

 

Ein stabiler Stand schafft eine gute Grundlage.

Beide Füße haben Kontakt zum Boden.

Das Gewicht ist sinnvoll verteilt.

Die Knie bleiben beweglich.

Der Körper wirkt aufgerichtet und gleichzeitig frei.

Ein guter Stand gibt dir weniger eine starre Position.

Er gibt dir Bewegungsfreiheit.

 

 

 

2. Aufrichtung statt militärischer Haltung

 

Präsenz braucht weniger stramme Haltung.

Eine natürliche Aufrichtung wirkt meist überzeugender.

Kopf.

Schultern.

Brustkorb.

Becken.

Sie dürfen sich so organisieren, dass Atmung, Stimme und Bewegung frei bleiben.

Das Ziel lautet:

aufgerichtet und lebendig.

 

 

 

3. Nutze deine Hände

 

Viele Menschen fragen vor Präsentationen:

„Was mache ich mit meinen Händen?“

Meine Empfehlung:

Nutze sie.

Gestik kann Gedanken sichtbar machen.

Größen zeigen.

Unterschiede markieren.

Strukturen verdeutlichen.

Richtungen zeigen.

Und Energie transportieren.

Die Hände dürfen Teil deiner Sprache sein.

 

 

 

4. Lass Gesten aus dem Gedanken entstehen

 

Einstudierte Gesten wirken schnell mechanisch.

Interessanter wird es, wenn deine Bewegung aus dem entsteht, was du gerade sagst.

Du beschreibst einen Unterschied.

Deine Hände markieren zwei Seiten.

Du sprichst von Entwicklung.

Die Bewegung unterstützt die Richtung.

Du betonst einen zentralen Gedanken.

Die Gestik wird ruhiger und klarer.

Gute Gestik unterstützt Bedeutung.

 

 

 

5. Gib deinen Händen eine ruhige Ausgangsposition

 

Zwischen Gesten brauchen die Hände einen Ort.

Eine lockere Position vor dem Körper funktioniert für viele Menschen gut.

Dann entsteht weniger hektische Dauerbewegung.

Die Hände können von dort aus aktiv werden und wieder zur Ruhe kommen.

Ruhe und Bewegung bekommen dadurch einen natürlichen Wechsel.

 

 

 

6. Vermeide Dauerbeschäftigung

 

Kugelschreiber drehen.

Karten knicken.

Ringe bewegen.

Mit dem Presenter spielen.

Finger ineinander verschränken und ständig bewegen.

Solche Gewohnheiten entstehen häufig unter Anspannung.

Für das Publikum können sie visuelle Unruhe erzeugen.

Je weniger deine Hände mit Nebentätigkeiten beschäftigt sind, desto leichter können sie deine Botschaft unterstützen.

 

 

7. Bewegung braucht einen Grund

 

Auf einer Bühne darfst du dich bewegen.

Sehr gerne sogar.

Hilfreich ist lediglich die Frage:

Warum bewege ich mich gerade?

Ein neuer Abschnitt kann mit einem Ortswechsel verbunden sein.

Eine Bewegung zum Publikum kann Nähe unterstützen.

Ein Schritt zur Seite kann einen Perspektivwechsel markieren.

Wenn du dagegen permanent hin und her läufst, verliert Bewegung ihre Bedeutung.

Bewegung wirkt stärker, wenn auch Ruhe möglich ist.

 

 

 

8. Bleib bei wichtigen Aussagen einen Moment stehen

 

Manche Sätze verdienen Ruhe.

Wenn du eine zentrale Botschaft aussprichst und gleichzeitig über die Bühne wanderst, konkurrieren Bewegung und Inhalt miteinander.

Ein bewusster Moment im Stand kann eine Aussage stärker tragen.

Gedanke.

Pause.

Blickkontakt.

Dann weiter.

 

 

 

9. Nutze den Raum

 

Ein Raum bietet Möglichkeiten.

Bühne.

Leinwand.

Publikum.

Flipchart.

Rednerpult.

Vielleicht mehrere Bereiche.

Überlege:

Wo möchtest du stehen?

Welche Wege sind sinnvoll?

Wo blockierst du die Sicht?

Wo entsteht gute Verbindung zum Publikum?

Raumnutzung gehört zur Dramaturgie deines Auftritts.

 

 

 

10. Das Rednerpult ist ein Werkzeug

 

Ein Rednerpult kann hilfreich sein.

Für Manuskript.

Mikrofon.

Unterlagen.

Formelle Anlässe.

Gleichzeitig reduziert es Bewegungsfreiheit und verdeckt einen Teil des Körpers.

Nutze es deshalb bewusst.

Wenn du frei sprechen kannst und das Setting es erlaubt, kann ein Schritt vom Pult weg zusätzliche Nähe schaffen.

Wenn du das Pult brauchst, darfst du es selbstverständlich nutzen.

Entscheidend ist der Zweck.

 

 

 

11. Schau Menschen an

 

Blickkontakt gehört zu den stärksten Verbindungsmöglichkeiten bei Präsentationen.

Sprich weniger mit:

der Leinwand,

deinen Folien,

dem Boden,

oder einem imaginären Punkt über den Köpfen.

Sprich mit Menschen.

Lass den Blick für einen Gedanken bei einer Person oder einem Bereich des Publikums bleiben.

Dann weiter.

So entsteht wesentlich mehr Kontakt als durch hektisches Scannen des Raumes.

 

 

 

12. Verteile deinen Blick

 

Besonders bei größeren Gruppen lohnt es sich, unterschiedliche Bereiche des Raums einzubeziehen.

Links.

Mitte.

Rechts.

Vorne.

Hinten.

Menschen spüren schnell, wenn ein Redner überwiegend mit einer einzigen Seite des Raumes kommuniziert.

Das ganze Publikum gehört zum Gespräch.

 

 

 

13. Gib Gedanken Zeit

 

Blickkontakt und Pausen gehören zusammen.

Ein wichtiger Satz endet.

Schau dein Publikum an.

Lass den Gedanken wirken.

Dann geht es weiter.

Pausen können Präsenz erzeugen, ohne dass du dafür irgendetwas zusätzlich tun musst.

 

 

 

14. Mimik darf zur Botschaft passen

 

Ein ernstes Thema braucht weniger ein Dauerlächeln.

Eine erfreuliche Nachricht darf sichtbar Freude auslösen.

Eine überraschende Entwicklung darf sich im Gesicht zeigen.

Die wirkungsvollste Mimik entsteht häufig dort, wo du gedanklich wirklich mit deinem Inhalt verbunden bist.

Dein Gesicht darf mitdenken.

 

 

 

15. Lächeln ist eine Möglichkeit

 

Ein Lächeln kann Wärme und Kontakt schaffen.

Es kann einen Einstieg erleichtern.

Humor unterstützen.

Oder eine freundliche Verbindung herstellen.

Als permanente Technik verliert es schnell seine Natürlichkeit.

Nutze dein Gesicht weniger nach Rezept und stärker passend zum Moment.

 

 

 

16. Achte auf die Verbindung von Stimme und Körper

 

Stimme und Körpersprache beeinflussen sich gegenseitig.

Eine zusammengesunkene Haltung verändert Atmung und Klang.

Hohe Spannung kann Stimme enger machen.

Ein stabiler Stand kann mehr Ruhe ermöglichen.

Deshalb lohnt sich bei Präsentationen immer der Blick auf das Zusammenspiel:

Körper – Atem – Stimme – Botschaft.

 

 

 

17. Unter Druck wird Körpersprache deutlicher

 

Nervosität zeigt sich bei Menschen unterschiedlich.

Schnellere Bewegungen.

Kleinere Gesten.

Wippen.

Verlagerung von einem Fuß auf den anderen.

Häufigeres Berühren des Gesichts.

Starre Haltung.

Sehr wenig Blickkontakt.

Das ist menschlich.

Interessant wird die Frage:

Welche Muster tauchen bei dir auf?

Wer sie kennt, kann gezielt daran arbeiten.

 

 

 

18. Weniger Selbstkontrolle, mehr Kontakt

 

Während einer Präsentation ständig zu prüfen:

Wo sind meine Hände?

Stehe ich richtig?

Lächle ich genug?

Wie wirke ich?

… bindet viel Aufmerksamkeit.

Diese Aufmerksamkeit fehlt dann beim Publikum.

Deshalb lohnt sich Körpersprachetraining vor dem Auftritt.

Im Auftritt selbst darf dein Fokus wieder auf:

Botschaft.

Publikum.

Situation.

und Kontakt liegen.

 

 

 

19. Video schafft Klarheit

 

Die eigene Körpersprache fühlt sich von innen anders an, als sie von außen wirkt.

Video kann deshalb ausgesprochen wertvoll sein.

Vielleicht entdeckst du:

Eine Bewegung, die sich riesig angefühlt hat, ist kaum sichtbar.

Eine vermeintlich ruhige Haltung wirkt unruhiger als erwartet.

Eine Gestik, über die du dir Sorgen gemacht hast, passt hervorragend zu dir.

Video liefert Informationen.

Es ersetzt Vermutungen durch Beobachtung.

 

 

 

20. Suche auch nach dem, was bereits funktioniert

 

Videoanalyse wird häufig zur Fehlersuche.

Das verschenkt eine große Chance.

Frage ebenso:

Wann wirke ich besonders präsent?

Welche Gesten passen gut?

Wann klingt meine Stimme tragfähig?

Wo entsteht guter Kontakt?

Welche Haltung unterstützt mich?

Was funktioniert, darf bewusst erhalten und verstärkt werden.

 

 

 

21. Persönlichkeit schlägt Standardgesten

 

Ein ruhiger Mensch braucht weniger die Gestik eines energiegeladenen Entertainers.

Eine lebhafte Person muss weniger künstlich stillstehen.

Eine erfahrene Führungskraft wirkt anders als ein junger Gründer.

Eine wissenschaftliche Präsentation braucht einen anderen Rahmen als eine Keynote.

Die interessante Frage lautet:

Welche Form von Präsenz passt zu dir und zu diesem Auftritt?

 

 

 

22. Körpersprache und Inhalt müssen zusammenpassen

 

Wenn du sagst:

„Das ist der entscheidende Punkt.“

und gleichzeitig bereits zur nächsten Folie blickst, sendet dein Körper ein anderes Signal.

Wenn du Vertrauen vermitteln möchtest und dich körperlich stark zurückziehst, kann ebenfalls ein Widerspruch entstehen.

Glaubwürdigkeit steigt, wenn:

Worte.

Stimme.

Körpersprache.

und innere Haltung

eine ähnliche Richtung haben.

 

 

 

23. Körpersprache bei kritischen Fragen

 

Die Präsentation läuft gut.

Dann kommt eine unangenehme Frage.

Gerade jetzt wird Körpersprache interessant.

Ziehst du dich zurück?

Verschränkst dich?

Lächelst nervös?

Gehst du körperlich in den Angriff?

Oder bleibst du präsent und zugewandt?

Ein hilfreicher Ablauf:

Frage hören.

kurz sammeln.

Kontakt halten.

antworten.

Kritische Fragen sind deshalb ein guter Bestandteil realistischer Präsentationsproben.

 

 

 

24. Körpersprache vor Entscheidern

 

Vor Vorständen, Geschäftsführungen oder anderen wichtigen Entscheidern versuchen Menschen manchmal, besonders souverän zu wirken.

Dann entsteht leicht zu viel Kontrolle.

Zu tiefe Stimme.

Übertrieben ruhige Gestik.

Künstlich dominanter Stand.

Das braucht es selten.

Entscheider interessieren sich vor allem für:

Klarheit.

Kompetenz.

Orientierung.

Verantwortung.

Und die Fähigkeit, auch bei Rückfragen präsent zu bleiben.

Natürlich wirkende Autorität trägt weiter als inszenierte Dominanz.

 

 

 

25. Körpersprache vor der Kamera

 

Die Kamera verändert Wahrnehmung.

Der Bildausschnitt ist kleiner.

Mimik bekommt mehr Gewicht.

Gesten verschwinden möglicherweise aus dem Bild.

Blickkontakt funktioniert über die Linse.

Deshalb braucht Kamerapräsenz eigene Anpassungen.

→ Kameratraining 1:1

 

 

 

Körpersprache und PowerPoint

 

Eine Leinwand zieht Aufmerksamkeit.

Auch deine eigene.

Viele Redner drehen sich deshalb regelmäßig vom Publikum weg und sprechen zur Präsentation.

Hilfreicher:

Schau kurz auf die Information.

Dann zurück zum Publikum.

Sprich mit Menschen über die Folie.

Weniger mit der Folie über Menschen.

 

 

 

Körpersprache mit Mikrofon

 

Handmikrofon, Headset und Lavalier verändern deine Bewegungsmöglichkeiten unterschiedlich.

Ein Headset lässt beide Hände frei.

Ein Handmikrofon bindet eine Hand und braucht konstante Führung.

Auch das lässt sich trainieren.

→ Präsentieren mit Mikrofon

 

 

 

Körpersprache lässt sich entwickeln

 

Körpersprache ist weniger eine Sammlung einstudierter Gesten.

Hilfreicher ist es, die eigene Wirkung wahrzunehmen und herauszufinden, welche Haltung, Gestik, Bewegung und Präsenz zur eigenen Persönlichkeit und zur jeweiligen Situation passen.

Besonders wertvoll kann professionelles Feedback sein.

Videoaufnahmen machen beispielsweise sichtbar:

  • wie du stehst und dich bewegst

  • wie deine Gestik wirkt

  • wie du Blickkontakt nutzt

  • welche Gewohnheiten deine Botschaft unterstützen

  • wo unnötige Unruhe entsteht

  • wie sich deine Körpersprache unter Druck verändert

Das Ziel ist weniger eine perfekte Körpersprache.

Es geht um eine stimmige Verbindung von Persönlichkeit, Botschaft und Auftreten.

 

 

 

Eine kleine Übung

 

Nimm zwei Minuten eines Vortrags mit dem Smartphone auf.

Sprich über ein Thema, das dir vertraut ist.

Schau dir das Video zunächst ohne Ton an.

Frage:

Wo wirkt mein Körper präsent?

Wann entsteht Unruhe?

Wie nutze ich meine Hände?

Wie bewege ich mich?

Wie ist mein Blick?

Dann schaue es erneut mit Ton.

Frage:

Wie passen Körpersprache und Inhalt zusammen?

Du wirst wahrscheinlich mehr lernen als durch zehn allgemeine Körpersprache-Regeln.

 

 

 

Unterstützung bei einem wichtigen Auftritt

 

Wenn eine konkrete Präsentation bevorsteht, können wir unmittelbar an deinem tatsächlichen Auftritt arbeiten.

Dabei betrachten wir bei Bedarf:

  • Körpersprache.
  • Stimme.
  • Raumwirkung.
  • Botschaft.
  • Folien.
  • kritische Fragen.
  • und den gesamten Probelauf.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn du deine persönliche Präsenz und Wirkung grundsätzlich weiterentwickeln möchtest:

→ Präsenz, Ausstrahlung und persönliche Wirkung

Wenn du rhetorische Fähigkeiten insgesamt entwickeln möchtest:

→ Individuelles Rhetoriktraining 1:1

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Deine Körpersprache muss weniger beweisen, dass du souverän bist.

Sie darf entstehen, wenn du:

weißt, was du sagen möchtest,

mit deinem Publikum verbunden bist,

deinem Körper genügend Freiheit gibst,

und den Moment weniger permanent kontrollierst.

Präsenz wirkt stärker als eine perfekte Geste.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

Weshalb ich auch fragwürdige Interpretationen erwähne?

 
Viele verbreitete Deutungen von Körpersprache sind fachlich wenig belastbar. Trotzdem können sie relevant sein.

Denn Menschen kennen solche Deutungen, glauben an sie und interpretieren das Verhalten anderer entsprechend.

Für die persönliche Wirkung zählt deshalb neben der beabsichtigten Botschaft auch, wie wahrscheinlich sie beim Gegenüber verstanden wird.

Meine Aufgabe ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich und ihre Botschaft klar, glaubwürdig und überzeugend zu präsentieren. Dazu gehört auch die Frage:

Welche Wirkung kann ein Verhalten beim Gegenüber auslösen – unabhängig davon, ob dessen Interpretation fachlich gerechtfertigt ist?

Wer typische Interpretationsmuster kennt, kann mögliche Missverständnisse früher erkennen, bewusster kommunizieren und dafür sorgen, dass Körpersprache und Botschaft möglichst stimmig zusammenwirken.

Kurz gesagt:

Eine Interpretation kann falsch sein – und trotzdem Wirkung entfalten.

Genau deshalb lohnt es sich, sie zu kennen.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Auf welche Aspekte der Körpersprache achtest du bei dir und anderen Menschen in Reden, Präsentationen und auch sonst?

Artikel zum Thema Körpersprache

Nahbar führen, ohne Respekt zu verlieren: Executive Presence

Wie bleibst du als Führungskraft nahbar und zugleich klar? Über Empathie, Grenzen, Gravitas und respektvolle Executive Presence.

Rapport

Rapport

Rapport schafft die Grundlage für gute Gespräche. Erfahre, wie Zuhören, Präsenz, Vertrauen und kommunikative Flexibilität echte Verbindung fördern.

mehr lesen

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 8. August 2018
Überarbeitung: 20. März 2020
Englische Version:
AN: 56235
K: CNB
Ü:

Warum lügen Narzissten? 10 Gründe und was dir hilft

Warum lügen Narzissten? 10 mögliche Gründe und wie du dich schützt

Was tun?
Missverständnis

Warum lügen Narzissten? 10 mögliche Gründe und wie du dich schützt

 

Du hast herausgefunden, dass dein Partner dich angelogen hat. Vielleicht war es eine wichtige Angelegenheit. Vielleicht eine scheinbare Kleinigkeit. Besonders irritierend ist, wenn dein Gegenüber selbst bei eindeutig überprüfbaren Tatsachen bei seiner Darstellung bleibt. Warum lügen Menschen mit ausgeprägten narzisstischen Verhaltensweisen? Glauben sie manchmal ihre eigenen Geschichten? Und was kannst du tun, wenn du nicht mehr weißt, welchen Aussagen du vertrauen kannst?

 

Du erinnerst dich genau an eine Vereinbarung.

Doch dein Gegenüber behauptet, sie habe nie existiert.

Du findest eine Nachricht, die das Gegenteil zeigt.

Jetzt heißt es, du hättest den Zusammenhang falsch verstanden.

Vielleicht kennst du solche Situationen.

Oder du hast festgestellt, dass dir und anderen Menschen unterschiedliche Geschichten erzählt werden.

Du fragst nach.

Dein Gegenüber wirkt völlig überzeugt von seiner Darstellung.

Vielleicht wird er sogar wütend, weil du Zweifel äußerst.

Und irgendwann stellst du dir die Frage:

„Warum lügt dieser Mensch selbst dann, wenn sich die Wahrheit leicht überprüfen lässt?“

Vielleicht beginnt eine lange Suche nach Erklärungen.

Du liest über Narzissmus.

Über Manipulation.

Über Gaslighting.

Und über Menschen, die scheinbar mühelos Geschichten erfinden.

Doch bei aller Suche nach den Motiven kann eine wichtige Frage in den Hintergrund geraten:

„Wie gehe ich damit um, dass ich mich auf bestimmte Aussagen nicht mehr verlassen kann?“

Du musst nicht vollständig verstehen, weshalb jemand lügt, um die Auswirkungen auf dein Vertrauen und deine Entscheidungen ernst zu nehmen.

 

 

 

Lügen narzisstische Menschen grundsätzlich häufiger?

 

Narzissmus ist kein Synonym für Unehrlichkeit.

Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitszügen unterscheiden sich erheblich darin, wie sie mit Wahrheit, Verantwortung und zwischenmenschlichen Beziehungen umgehen.

Bestimmte narzisstische Merkmale können mit Verhaltensweisen verbunden sein, bei denen Selbstdarstellung, Status oder eigene Vorteile stark im Mittelpunkt stehen.

Das kann in manchen Situationen die Bereitschaft zu Übertreibungen oder Täuschungen begünstigen.

Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Mensch mit narzisstischen Eigenschaften chronisch lügt.

Auch lässt sich aus einzelnen Unwahrheiten keine narzisstische Persönlichkeitsstörung ableiten.

Für den Umgang mit einer belastenden Beziehung ist eine andere Perspektive häufig hilfreicher.

Welche Aussagen stimmen nicht mit überprüfbaren Tatsachen überein?

Welche Muster wiederholen sich?

Welche Konsequenzen entstehen daraus?

Und welche Entscheidungen kannst du selbst treffen?

 

 

 

Was ist überhaupt eine Lüge?

 

Nicht jede falsche Aussage ist eine Lüge.

Menschen können sich irren.

Sie können Informationen falsch verstanden haben.

Sie können sich unvollständig erinnern.

Oder sie beurteilen dieselbe Situation unterschiedlich.

Von einer Lüge sprechen wir üblicherweise dann, wenn ein Mensch bewusst eine falsche Information vermittelt, um bei anderen einen unzutreffenden Eindruck zu erzeugen.

Der Unterschied liegt also nicht allein darin, ob eine Aussage wahr ist.

Auch die Absicht spielt eine Rolle.

Diese ist von außen häufig schwer festzustellen.

Deshalb kann es hilfreich sein, zunächst von einer nachweislich falschen oder widersprüchlichen Aussage zu sprechen, wenn die Täuschungsabsicht unklar bleibt.

 

Ein Beispiel

Dein Partner sagt, dass er eine Rechnung bereits überwiesen habe.

Später stellt sich heraus, dass keine Überweisung erfolgt ist.

Vielleicht hatte er den Vorgang vergessen.

Vielleicht glaubte er, ihn erledigt zu haben.

Oder er wollte bewusst verhindern, dass du nachfragst.

Das Ergebnis ist in allen Fällen dasselbe: Die Rechnung wurde nicht bezahlt.

Für die Einschätzung der Zuverlässigkeit ist der Umgang mit dem Fehler entscheidend.

Wird er anerkannt und korrigiert?

Oder entstehen weitere widersprüchliche Erklärungen?

 

 

 

10 mögliche Gründe, warum Menschen mit narzisstischen Verhaltensmustern lügen

 

Die folgenden Gründe sind mögliche psychologische Erklärungen.

Sie erlauben keine sichere Aussage über die Absichten einer konkreten Person.

Auch können mehrere Motive gleichzeitig eine Rolle spielen.

1. Das eigene Selbstbild schützen

Vielleicht möchte ein Mensch sich selbst als besonders erfolgreich, überlegen oder fehlerfrei erleben.

Ein Misserfolg passt dann nur schwer zu diesem Selbstbild.

Vielleicht wird der eigene Anteil heruntergespielt.

Vielleicht werden Erfolge ausgeschmückt.

Oder unangenehme Tatsachen verschwinden aus der Darstellung.

Eine solche Verzerrung kann helfen, ein gewünschtes Selbstbild aufrechtzuerhalten.

Für andere Menschen wird dadurch jedoch schwieriger, die tatsächliche Situation einzuschätzen.

2. Anerkennung und Bewunderung gewinnen

Vielleicht erzählt jemand von außergewöhnlichen Leistungen.

Von einflussreichen Kontakten.

Von besonderen Fähigkeiten.

Oder von Erfolgen, die sich später kaum überprüfen lassen.

Manchmal entstehen solche Aussagen aus dem Wunsch, interessant oder bewundernswert zu erscheinen.

Das kann bei ausgeprägten narzisstischen Eigenschaften eine Rolle spielen.

Doch auch andere Menschen übertreiben gelegentlich, um einen guten Eindruck zu machen.

Entscheidend sind Häufigkeit, Ausmaß und Folgen.

3. Scham und Kränkung vermeiden

Vielleicht fällt es deinem Gegenüber schwer, eigene Fehler anzuerkennen.

Eine falsche Entscheidung könnte Scham auslösen.

Ein Schuldeingeständnis könnte sich wie eine persönliche Niederlage anfühlen.

Dann kann es kurzfristig leichter erscheinen, den Vorfall zu bestreiten.

Beispielsweise:

„Das habe ich nie gesagt.“

Oder:

„Das war ganz anders.“

Scham kann ein möglicher Hintergrund sein.

Sie rechtfertigt jedoch keine bewusste Täuschung.

Du darfst Verantwortung erwarten, auch wenn deinem Gegenüber die Auseinandersetzung mit einem Fehler schwerfällt.

4. Konsequenzen vermeiden

Vielleicht würde die Wahrheit unangenehme Folgen haben.

Ein Versprechen wurde gebrochen.

Eine Vereinbarung missachtet.

Oder eine wichtige Information verschwiegen.

Dann kann eine Lüge dazu dienen, Verantwortung zu vermeiden.

Solche Täuschungen können besonders belastend sein, wenn sie deine persönlichen Entscheidungen beeinflussen.

Vielleicht hast du dich auf eine Zusage verlassen.

Vielleicht hast du Geld eingesetzt.

Oder eine Entscheidung getroffen, die du bei vollständigen Informationen anders beurteilt hättest.

5. Einfluss und Kontrolle erhalten

Informationen beeinflussen Entscheidungen.

Wer wichtige Informationen bewusst zurückhält oder verfälscht, kann damit die Handlungsmöglichkeiten anderer Menschen einschränken.

Vielleicht werden bestimmte Kontakte verschwiegen.

Vielleicht erhältst du eine falsche Darstellung deiner finanziellen Situation.

Oder du wirst durch widersprüchliche Informationen verunsichert.

In manchen Beziehungen kann Täuschung Teil eines größeren Musters kontrollierenden Verhaltens sein.

Das ist besonders ernst zu nehmen, wenn zusätzlich Drohungen, Isolation oder andere Formen der Einschüchterung auftreten.

6. Einen Konflikt kurzfristig vermeiden

Nicht jede Lüge dient dem Wunsch nach Macht oder Bewunderung.

Manche Menschen vermeiden durch Unwahrheiten unangenehme Gespräche.

Vielleicht geben sie ein Versprechen, das sie gar nicht einhalten möchten.

Vielleicht stimmen sie einer Vereinbarung zu, um zunächst Ruhe zu haben.

Oder sie bestreiten ein Verhalten, um keine Diskussion führen zu müssen.

Kurzfristig kann das eine Auseinandersetzung verhindern.

Langfristig kann es Vertrauen und Verlässlichkeit beschädigen.

7. Die eigene Version der Geschichte aufrechterhalten

Vielleicht erzählt dir jemand eine bestimmte Geschichte über einen vergangenen Konflikt.

Darin ist er selbst ausschließlich das Opfer.

Andere Menschen erscheinen grundsätzlich unfair oder böswillig.

Informationen, die nicht zu dieser Darstellung passen, werden ausgelassen.

Manchmal können bewusste Verzerrungen eine Rolle spielen.

Manchmal können auch selektive Wahrnehmung und Selbstrechtfertigung dazu beitragen.

Menschen rekonstruieren Erinnerungen.

Sie erinnern sich nicht wie eine Videokamera.

Darum solltest du zwischen überprüfbaren Fakten, persönlichen Erinnerungen und Interpretationen unterscheiden.

8. Mitleid oder Unterstützung gewinnen

Vielleicht schildert ein Mensch seine Erfahrungen auf besonders dramatische Weise.

Er stellt sich als hilflos dar.

Andere erscheinen rücksichtslos.

Und du fühlst dich aufgefordert, ihn zu schützen oder Partei zu ergreifen.

Eine solche Darstellung kann aufrichtig sein.

Menschen dürfen über belastende Erfahrungen sprechen und Unterstützung suchen.

Problematisch wird es, wenn nachweislich falsche Angaben eingesetzt werden, um andere gezielt zu beeinflussen.

Auch hier sind konkrete Tatsachen wichtiger als eine vorschnelle Bewertung der Persönlichkeit.

9. Beziehungen und Loyalitäten beeinflussen

Vielleicht erfährst du, dass dein Gegenüber anderen Menschen etwas völlig anderes erzählt hat als dir.

Du fragst nach.

Doch die Erklärungen bleiben widersprüchlich.

In manchen Fällen können unterschiedliche Informationen eingesetzt werden, um Menschen gegeneinander auszuspielen.

Vielleicht entsteht Misstrauen zwischen Freunden.

Vielleicht kommt es zu familiären Konflikten.

Oder jemand gewinnt Einfluss darauf, welche Person wem glaubt.

Bei solchen Mustern kann es sinnvoll sein, wichtige Informationen direkt aus verlässlichen Quellen einzuholen.

10. Frühere Lügen aufrechterhalten

Vielleicht wurde zunächst nur eine kleine Unwahrheit erzählt.

Doch anschließend entstanden Rückfragen.

Eine neue Erklärung wurde nötig.

Dann noch eine.

Und irgendwann gibt es mehrere widersprüchliche Versionen.

Menschen können daran festhalten, weil sie die Konsequenzen eines späteren Eingeständnisses fürchten.

Vielleicht wäre ihnen die Wahrheit inzwischen besonders unangenehm.

Doch für dich wird dadurch möglicherweise immer schwieriger, den Aussagen zu vertrauen.

Du musst nicht jede einzelne Version widerlegen, um diese Entwicklung ernst zu nehmen.

 

 

 

Glauben narzisstische Menschen manchmal ihre eigenen Lügen?

 

Vielleicht wirkt dein Gegenüber vollkommen überzeugt.

Er erzählt eine Geschichte mit großer Sicherheit.

Er reagiert überrascht oder empört, sobald du widersprichst.

Und du fragst dich:

„Weiß dieser Mensch überhaupt noch, was wirklich geschehen ist?“

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.

Bewusste Täuschung, Selbstrechtfertigung, selektive Erinnerung und Selbsttäuschung können unterschiedlich ineinandergreifen.

Ein überzeugendes Auftreten beweist weder Ehrlichkeit noch Unehrlichkeit.

Auch starke emotionale Reaktionen erlauben keine sichere Aussage darüber, ob jemand bewusst täuscht.

Für dich kann deshalb eine andere Frage hilfreicher sein:

„Wie zuverlässig sind die Informationen, auf deren Grundlage ich Entscheidungen treffen soll?“

 

 

 

Warum manche Lügen besonders überzeugend wirken

 

Vielleicht erzählt dein Gegenüber seine Geschichte sehr selbstsicher.

Er spricht flüssig.

Er zeigt kaum Unsicherheit.

Und er reagiert empört, wenn jemand widerspricht.

Das kann glaubwürdig wirken.

Doch Selbstsicherheit ist kein zuverlässiger Wahrheitsindikator.

Auch Körpersprache, Blickkontakt und scheinbar spontane Antworten ermöglichen keine sichere Erkennung von Lügen.

Manche ehrlichen Menschen wirken nervös.

Manche Menschen, die täuschen, wirken ruhig.

Deshalb ist eine sorgfältige Prüfung konkreter Informationen hilfreicher als die Suche nach vermeintlich eindeutigen Körpersignalen.

 

 

 

Wann werden Lügen zu Gaslighting?

 

Nicht jede bewusste Unwahrheit ist Gaslighting.

Eine Person kann beispielsweise über ein Fehlverhalten lügen, ohne systematisch deine Wahrnehmung untergraben zu wollen.

Beim Gaslighting geht es um ein wiederkehrendes Muster, bei dem die Wahrnehmung, Erinnerung oder Urteilsfähigkeit eines anderen Menschen gezielt verunsichert wird.

Vielleicht hörst du regelmäßig:

„Das bildest du dir ein.“

„Du erinnerst dich völlig falsch.“

„Du bist zu empfindlich.“

Wenn solche Aussagen mit systematischen Verzerrungen und Abwertungen verbunden sind, kann deine Sicherheit in die eigene Wahrnehmung leiden.

Die Begriffe sollten dennoch sorgfältig verwendet werden.

Eine einzelne abweichende Erinnerung ist kein ausreichender Beweis für Gaslighting.

Weitere Informationen findest du im Beitrag Gaslighting: Wenn deine Wahrnehmung infrage gestellt wird.

 

 

 

Was kannst du tun, wenn dein Gegenüber wiederholt lügt?

 

1. Konzentriere dich auf überprüfbare Informationen

Vielleicht möchtest du herausfinden, weshalb dein Gegenüber eine bestimmte Aussage gemacht hat.

Doch die Motive bleiben unklar.

Beginne deshalb mit der Frage:

„Welche Informationen kann ich tatsächlich überprüfen?“

Vielleicht gibt es schriftliche Vereinbarungen.

Nachrichten.

Dokumente.

Oder unabhängige Informationsquellen.

2. Trenne wichtige von unwichtigen Widersprüchen

Nicht jede ungenaue Erinnerung erfordert eine umfangreiche Klärung.

Entscheidend ist, welche Bedeutung die Information für dich hat.

Geht es um eine kleine alltägliche Einzelheit?

Oder um Geld, Gesundheit, gemeinsame Verpflichtungen oder die Sicherheit deiner Beziehung?

Je größer die möglichen Folgen, desto wichtiger kann eine unabhängige Überprüfung sein.

3. Dokumentiere relevante Vereinbarungen

Gerade bei wiederholt widersprüchlichen Aussagen können schriftliche Vereinbarungen helfen.

Sie schaffen eine nachvollziehbare Grundlage.

Bei sensiblen Themen solltest du beachten, ob die Dokumentation sicher und rechtlich zulässig ist.

Heimliche Tonaufnahmen sind in Deutschland rechtlich besonders problematisch und sollten nicht als allgemeines Mittel zur Beweissicherung eingesetzt werden.

4. Begrenze endlose Diskussionen

Vielleicht hast du bereits alle relevanten Informationen vorgelegt.

Doch dein Gegenüber verändert immer wieder seine Darstellung.

Dann kann es wenig hilfreich sein, dieselben Argumente fortlaufend zu wiederholen.

Frage dich stattdessen:

„Welche praktische Konsequenz hat es, dass ich mich auf diese Aussage nicht verlassen kann?“

5. Beobachte den Umgang mit Fehlern

Menschen können sich irren.

Wichtig ist auch, wie sie reagieren, wenn sich ein Irrtum zeigt.

Wird die Aussage korrigiert?

Gibt es eine Erklärung?

Wird Verantwortung übernommen?

Oder entstehen immer neue Widersprüche?

6. Verlasse dich bei wichtigen Entscheidungen nicht ausschließlich auf Versprechen

Vielleicht wurden wiederholt Zusagen gemacht, die nicht eingehalten wurden.

Dann kann es sinnvoll sein, Entscheidungen stärker an nachprüfbaren Handlungen auszurichten.

Vertrauen darf auf tatsächlichen Erfahrungen beruhen.

7. Prüfe deine persönlichen Grenzen

Vielleicht möchtest du eine Beziehung unter bestimmten Voraussetzungen fortsetzen.

Vielleicht brauchst du verbindlichere Absprachen.

Oder du erkennst, dass du bei wichtigen Themen kein ausreichendes Vertrauen mehr entwickeln kannst.

Du darfst entscheiden, welche Konsequenzen du daraus ziehst.

 

 

 

Praktische Übung: Der Wahrheits- und Vertrauenscheck

 

Diese Übung hilft dir, wenn du wiederholt widersprüchliche Aussagen erhältst und zunehmend verunsichert bist.

Sie dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder therapeutische Beratung.

Schritt 1: Welche Aussage beschäftigt mich?

Notiere die betreffende Aussage möglichst genau.

Beispielsweise:

„Mein Partner sagte, dass die Rechnung bereits bezahlt sei.“

Schritt 2: Was weiß ich tatsächlich?

Welche überprüfbaren Informationen liegen vor?

Welche Dokumente gibt es?

Was wurde schriftlich vereinbart?

Was beruht nur auf deiner Erinnerung?

Schritt 3: Was vermute ich?

Vielleicht glaubst du, dass dein Gegenüber bewusst getäuscht hat.

Vielleicht vermutest du, dass er einen Fehler verbergen möchte.

Trenne diese Interpretation von den überprüfbaren Tatsachen.

Schritt 4: Welche Bedeutung hat die Information?

Ist die Aussage für eine wichtige Entscheidung relevant?

Welche Folgen entstehen, wenn sie unzutreffend ist?

Gibt es wirtschaftliche, persönliche oder rechtliche Risiken?

Schritt 5: Wie reagiert mein Gegenüber auf eine sachliche Klärung?

Ist eine Überprüfung möglich?

Wird ein Fehler korrigiert?

Oder wird jede Nachfrage abgewertet?

Wenn eine direkte Nachfrage gefährlich sein könnte, solltest du geeignete Unterstützung einbeziehen.

Schritt 6: Welche Handlungsmöglichkeiten habe ich?

Vielleicht kannst du eine Vereinbarung schriftlich festhalten.

Vielleicht eine unabhängige Auskunft einholen.

Oder bestimmte Entscheidungen vorerst nicht auf diese Aussage stützen.

Schritt 7: Welche Konsequenz ist angemessen?

Vielleicht ist ein klärendes Gespräch ausreichend.

Vielleicht brauchst du verbindlichere Grenzen.

Oder du möchtest die Beziehung und den weiteren Kontakt grundsätzlicher betrachten.

Du musst nicht jede vermutete Lüge vollständig erklären können, um deine Entscheidungen auf verlässlichere Informationen zu stützen.

 

 

 

Sechs Sätze, mit denen du auf Widersprüche reagieren kannst

 

Wenn zwei Aussagen nicht zusammenpassen

„Du hast mir zuvor etwas anderes gesagt. Ich möchte klären, welche Information zutrifft.“

Wenn eine Vereinbarung bestritten wird

„Ich habe die Vereinbarung anders in Erinnerung. Lass uns gemeinsam nachsehen, was wir schriftlich festgehalten haben.“

Wenn dein Gegenüber deine Erinnerung pauschal abwertet

„Wir erinnern uns unterschiedlich. Ich möchte mich auf die Informationen konzentrieren, die wir überprüfen können.“

Wenn immer neue Erklärungen entstehen

„Ich habe inzwischen mehrere unterschiedliche Darstellungen gehört. Für meine Entscheidung benötige ich verlässliche Informationen.“

Wenn du eine Entscheidung absichern möchtest

„Bevor ich diese Zusage mache, möchte ich die entscheidenden Angaben unabhängig prüfen.“

Wenn eine weitere Diskussion nicht hilfreich ist

„Wir kommen bei dieser Frage nicht weiter. Ich werde meine nächsten Schritte anhand der Informationen entscheiden, die mir vorliegen.“

Diese Formulierungen sind für Situationen gedacht, in denen eine sachliche Kommunikation möglich und sicher ist.

 

 

 

Musst du jede Lüge aufdecken?

 

Vielleicht hast du das Gefühl, erst dann wieder Ruhe finden zu können, wenn alle Unwahrheiten aufgeklärt sind.

Du möchtest die gesamte Geschichte verstehen.

Du suchst nach Widersprüchen.

Du vergleichst Aussagen.

Und du hoffst, irgendwann eine endgültige Erklärung zu erhalten.

Das kann sehr viel Kraft kosten.

Besonders dann, wenn dein Gegenüber jede Klärung verweigert.

Eine wichtige Frage lautet deshalb:

„Was würde sich für mich verändern, wenn ich diese weitere Unwahrheit nachweisen könnte?“

Vielleicht hat die Information erhebliche praktische Bedeutung.

Dann kann eine Überprüfung notwendig sein.

Vielleicht geht es jedoch vor allem um die Hoffnung, dass dein Gegenüber endlich Einsicht zeigt.

Diese Einsicht kannst du nicht erzwingen.

Du darfst deshalb auch ohne eine vollständige Erklärung über deine persönlichen Grenzen entscheiden.

 

 

 

Was, wenn die Person trotz eindeutiger Belege alles abstreitet?

 

Vielleicht hast du eine schriftliche Nachricht gefunden.

Sie widerspricht der aktuellen Darstellung deines Gegenübers.

Du zeigst die Nachricht.

Doch statt einer Klärung folgen neue Erklärungen.

Vielleicht wird dir vorgeworfen, misstrauisch zu sein.

Oder dein Gegenüber wechselt das Thema.

Dann kann es sinnvoll sein, den Schwerpunkt zu verändern.

Du musst nicht immer weiter beweisen, dass eine überprüfbare Information tatsächlich vorliegt.

Stattdessen kannst du fragen:

„Welche Bedeutung hat diese wiederholte Unzuverlässigkeit für meine Entscheidungen?“

Vielleicht benötigst du künftig schriftliche Vereinbarungen.

Vielleicht möchtest du bestimmte finanzielle Entscheidungen getrennt treffen.

Oder du erkennst, dass dir eine wesentliche Grundlage für Vertrauen fehlt.

 

 

 

Kann Vertrauen nach wiederholten Lügen zurückkehren?

 

Das ist grundsätzlich möglich.

Doch es hängt nicht allein davon ab, ob sich jemand entschuldigt.

Wichtig ist, ob die Person Verantwortung übernimmt.

Ob sie widersprüchliche Angaben korrigiert.

Ob sie ihre Zusagen einhält.

Und ob über längere Zeit verlässliches Verhalten erkennbar wird.

Auch deine eigene Bereitschaft spielt eine Rolle.

Vielleicht kannst du Vertrauen schrittweise wieder aufbauen.

Vielleicht ist zu viel geschehen.

Beides kann eine nachvollziehbare persönliche Entscheidung sein.

Vertrauen lässt sich nicht durch ein Versprechen erzwingen. Es kann durch wiederholte verlässliche Erfahrungen wachsen.

 

 

 

Wenn Lügen mit Kontrolle, Drohungen oder Gewalt verbunden sind

 

Manchmal geht es um mehr als Unehrlichkeit.

Vielleicht werden Informationen bewusst verfälscht, um deine Entscheidungen zu kontrollieren.

Vielleicht werden finanzielle Angelegenheiten verschleiert.

Oder es gibt Drohungen, Einschüchterung und Überwachung.

Dann solltest du die gesamte Situation unter Sicherheitsgesichtspunkten betrachten.

Eine direkte Konfrontation kann unter solchen Umständen riskant sein.

Spezialisierte Beratungsstellen können bei der Einschätzung und Planung geeigneter Schutzmaßnahmen helfen.

Bei unmittelbarer Gefahr erreichst du in Deutschland die Polizei unter 110.

Bei rechtlichen oder wirtschaftlichen Streitigkeiten kann zusätzlich qualifizierte Rechtsberatung erforderlich sein.

 

 

 

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

 

Vielleicht haben wiederholte Täuschungen und belastende Beziehungserfahrungen dein Vertrauen erheblich beeinträchtigt.

Du zweifelst ständig an dir.

Du bist dauerhaft angespannt.

Du hast starke Ängste.

Oder belastende Erinnerungen und Schlafprobleme beeinträchtigen deinen Alltag.

Solche Beschwerden können verschiedene Ursachen haben.

Wenn sie erheblich ausgeprägt sind oder länger anhalten, ist eine fachliche Einschätzung sinnvoll.

Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden kann Psychotherapie der geeignete Rahmen sein.

Informationen zu meinem gesonderten therapeutischen Angebot findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung: Wieder Klarheit und Vertrauen in die eigene Einschätzung gewinnen

 

Vielleicht hast du schon viele widersprüchliche Aussagen erlebt.

Du möchtest wissen, was du glauben kannst.

Du möchtest deine Wahrnehmung wieder ernst nehmen.

Und du möchtest entscheiden, welche Konsequenzen du aus wiederholter Unehrlichkeit ziehst.

Dann kann individuelle Unterstützung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching betrachten wir deine konkrete Situation.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Widersprüchliche Aussagen sorgfältig einordnen
  • Beobachtungen und Vermutungen unterscheiden
  • Wiederkehrende Beziehungsmuster erkennen
  • Selbstzweifel und Rechtfertigungsdruck reduzieren
  • Vertrauen und Verlässlichkeit realistisch beurteilen
  • Persönliche Grenzen entwickeln
  • Schwierige Gespräche vorbereiten
  • Kontaktgestaltung und Entscheidungen klären
  • Die eigene Handlungsfähigkeit stärken

Es geht nicht darum, eine abwesende Person aus der Ferne zu diagnostizieren.

Im Mittelpunkt stehen deine Erfahrungen, deine Bedürfnisse und deine Handlungsmöglichkeiten.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen erfahren →

Informationen zu den aktuellen Honoraren und organisatorischen Rahmenbedingungen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen: Warum lügen Narzissten?

 

Warum lügen Menschen mit narzisstischen Eigenschaften?

Mögliche Gründe sind Selbstwertschutz, der Wunsch nach Anerkennung, die Vermeidung von Scham oder Konsequenzen sowie der Versuch, Einfluss zu behalten. Die tatsächlichen Motive unterscheiden sich individuell.

Lügen Narzissten häufiger als andere Menschen?

Bestimmte narzisstische Merkmale können mit unehrlichem oder selbstwertdienlichem Verhalten zusammenhängen. Daraus folgt jedoch nicht, dass alle Menschen mit narzisstischen Eigenschaften häufiger lügen. Eine pauschale Aussage wäre wissenschaftlich und psychologisch zu undifferenziert.

Glauben Narzissten ihre eigenen Lügen?

Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Bewusste Täuschung, Selbsttäuschung, selektive Erinnerung und nachträgliche Rechtfertigung können unterschiedliche Rollen spielen.

Warum lügen manche Menschen auch bei Kleinigkeiten?

Vielleicht möchten sie Fehler vermeiden, einen bestimmten Eindruck aufrechterhalten oder unangenehmen Gesprächen ausweichen. Einzelne Unwahrheiten erlauben keine sichere Aussage über die Persönlichkeit.

Woran erkenne ich, dass mein Partner lügt?

Am verlässlichsten sind überprüfbare Widersprüche und unabhängige Informationen. Körpersprache, Nervosität oder selbstsicheres Auftreten sind keine zuverlässigen Lügensignale.

Ist jede Lüge Gaslighting?

Nein. Gaslighting bezeichnet eine bestimmte Form systematischer Verunsicherung der Wahrnehmung oder Urteilsfähigkeit. Nicht jede bewusste Unwahrheit erfüllt diese Merkmale.

Sollte ich eine Lüge immer direkt ansprechen?

Das hängt von der Bedeutung der Information, dem gewünschten Ergebnis und deiner Sicherheit ab. Manchmal ist eine sachliche Klärung sinnvoll. In anderen Situationen ist es hilfreicher, wichtige Informationen unabhängig zu überprüfen und die eigene Entscheidung darauf zu stützen.

Was mache ich, wenn mein Partner trotz Beweisen alles abstreitet?

Du kannst prüfen, ob eine weitere Diskussion neue Erkenntnisse ermöglicht. Wenn dies nicht der Fall ist, kann es sinnvoll sein, dich auf deine Grenzen, verlässliche Informationen und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu konzentrieren.

Kann ich einem Menschen nach wiederholten Lügen wieder vertrauen?

Vertrauen kann durch Verantwortungsübernahme, nachvollziehbare Korrekturen und längerfristig verlässliches Verhalten wieder wachsen. Ob und in welchem Umfang du Vertrauen entwickeln möchtest, ist eine persönliche Entscheidung.

Muss ich nachweisen, dass mein Partner narzisstisch ist?

Nein. Du kannst wiederholte Unwahrheiten und ihre Folgen ernst nehmen, ohne eine Persönlichkeitsstörung des anderen Menschen diagnostizieren zu müssen.

 

 

 

Du möchtest wieder erkennen, welchen Aussagen du vertrauen kannst?

 

Vielleicht hast du lange versucht, die Widersprüche eines anderen Menschen zu verstehen.

Du hast nachgefragt.

Du hast Informationen verglichen.

Du hast dich erklärt.

Und du hast gehofft, dass irgendwann eine verlässliche Klärung möglich wird.

Jetzt möchtest du stärker auf deine eigenen Entscheidungen schauen.

Du möchtest Fakten und Vermutungen unterscheiden.

Du möchtest persönliche Grenzen entwickeln.

Und du möchtest wieder handlungsfähiger werden.

Dann können wir deine konkrete Situation gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind einige kurze Informationen hilfreich:

  • In welcher Beziehung treten die widersprüchlichen Aussagen auf?
  • Welche Situationen beschäftigen dich besonders?
  • Was möchtest du für dich klären?
  • Welche Veränderung möchtest du erreichen?
  • Wünschst du einen Termin in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen, wiederholter Verunsicherung, Grenzen und persönlichen Entscheidungen.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack
Coaching und Beratung bei belastenden Beziehungen, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

Artikel

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. September 2021
Überarbeitung: 17. September 2026

Unehrliche Geschäftspartner: Warnsignale & Konsequenzen

Unehrliche Geschäftspartner

Warnsignale & Konsequenzen
Geschäfte mit unehrlichen Menschen

Geschäfte mit unehrlichen Menschen

 

Wann Vertrauen endet und klare Konsequenzen beginnen

 

Lohnen sich Geschäfte mit unehrlichen Menschen?

Die einfache Antwort wäre:

Wenn die Rechnung am Ende trotzdem aufgeht, vielleicht.

Die bessere Frage lautet aus meiner Sicht:

Was kostet dich die Unehrlichkeit wirklich?

Nicht nur finanziell.

Auch an Zeit.

Aufmerksamkeit.

Kontrollaufwand.

Nerven.

Vertrauen.

Reputation.

Und an Energie, die dir für gute Kunden und verlässliche Geschäftspartner fehlt.

Denn ein Geschäft kann auf dem Papier profitabel aussehen und trotzdem ein schlechtes Geschäft sein.

 

 

 

Nicht jeder Geschäftsverlust steht auf einer Rechnung

 

Ein Fachmagazin für Handwerker fragte mich einmal:

Muss man mit Menschen zusammenarbeiten, die es mit Ehrlichkeit und Verbindlichkeit weniger genau nehmen?

Und falls sich eine Geschäftsbeziehung kaum vermeiden lässt:

Wie schützt man sich?

Gerade Handwerker kennen Beispiele.

Die Leistung ist erbracht.

Die Rechnung gestellt.

Und plötzlich beginnt eine erstaunlich kreative Diskussion darüber, weshalb gerade diese Rechnung jetzt weniger bezahlt werden sollte.

Am Ende entstehen:

offene Forderungen,

Mahnaufwand,

Zeitverlust,

Ärger

und häufig zunehmendes Misstrauen.

Der finanzielle Verlust ist dabei lediglich ein Teil des Schadens.

 

 

 

Die rein wirtschaftliche Rechnung

 

Man könnte nüchtern kalkulieren:

Wie hoch ist der durchschnittliche Gewinn?

Wie groß ist das Ausfallrisiko?

Wie viel zusätzliche Absicherung brauche ich?

Wie hoch ist der Aufwand für Mahnungen, Kontrolle und Konflikte?

Bleibt danach genügend Ergebnis übrig, könnte man sagen:

Geschäft lohnt sich.

Rechnerisch stimmt das möglicherweise.

Strategisch kann es trotzdem eine schlechte Entscheidung sein.

 

 

 

Denn irgendjemand bezahlt für die Unehrlichkeit

 

Wenn ein Teil der Kunden Rechnungen weniger zuverlässig bezahlt, muss dieser Verlust irgendwo aufgefangen werden.

Durch höhere Preise.

Mehr Rücklagen.

Mehr Verwaltungsaufwand.

Mehr Kontrolle.

Oder geringere Gewinne.

Damit entsteht ein unangenehmer Nebeneffekt:

Verlässliche Kunden tragen indirekt einen Teil der Kosten unzuverlässiger Kunden mit.

Das ist ein guter Grund, weniger ausschließlich auf Umsatz zu schauen.

 

 

 

Umsatz ist weniger automatisch ein gutes Geschäft

 

Ein großer Auftrag kann attraktiv aussehen.

Wenn anschließend:

Zahlungen verspätet kommen,

ständig nachverhandelt wird,

Vereinbarungen verändert werden,

Zusatzleistungen selbstverständlich erwartet werden,

oder jedes Gespräch neue Unsicherheit erzeugt,

sieht die Rechnung irgendwann anders aus.

Dann lohnt sich die Frage:

Wie profitabel ist dieser Kunde nach Einrechnung des gesamten Aufwands wirklich?

 

 

 

Unehrlichkeit erkennen

 

Natürlich trägt niemand ein Schild:

„Vorsicht, ich werde Vereinbarungen später kreativ interpretieren.“

Deshalb lohnt sich Aufmerksamkeit für Muster.

Zum Beispiel:

  • Aussagen ändern sich auffällig häufig

  • klare Zusagen werden später relativiert

  • Verantwortung wandert zuverlässig zu anderen

  • Rechnungen werden erst nach mehreren Erinnerungen bezahlt

  • bereits Vereinbartes wird erneut verhandelt

  • Informationen werden selektiv weitergegeben

  • Druck soll sorgfältige Prüfung ersetzen

  • mündliche Zusagen werden ungern schriftlich bestätigt

  • kleine Grenzüberschreitungen werden selbstverständlich behandelt

  • bei Fehlern entstehen viele Erklärungen und wenig Verantwortung

Ein einzelnes Ereignis sagt wenig.

Wiederholung sagt deutlich mehr.

 

 

 

Verlässlichkeit zeigt sich in kleinen Dingen

 

Große Probleme kündigen sich manchmal früh an.

Wie geht jemand mit einer kleinen Vereinbarung um?

Kommt eine Rückmeldung wie angekündigt?

Wird ein Termin eingehalten?

Werden Unterlagen geschickt?

Werden Absprachen bestätigt?

Wie reagiert die Person auf eine Grenze?

Kleine Situationen liefern Informationen über spätere größere Situationen.

Deshalb lohnt es sich, frühe Irritationen weniger vorschnell wegzuerklären.

 

 

 

Was ist mit dem Bauchgefühl?

 

Ich nehme ein ungutes Gefühl ernst.

Als Entscheidung allein reicht es mir weniger.

Ein Bauchgefühl ist ein Signal:

Schau genauer hin.

Was hat dieses Gefühl ausgelöst?

Eine widersprüchliche Aussage?

Ungewöhnlicher Druck?

Ein zu gutes Versprechen?

Unklare Zahlungsbedingungen?

Eine Reaktion auf deine Grenze?

Wenn du das Gefühl in konkrete Beobachtungen übersetzen kannst, wird aus Intuition eine bessere Entscheidungsgrundlage.

 

 

 

Vertrauen braucht weniger Blindheit

 

Vertrauen ist im Geschäftsleben wertvoll.

Es reduziert Aufwand.

Beschleunigt Entscheidungen.

Macht Zusammenarbeit angenehmer.

Doch Vertrauen bedeutet weniger:

Ich verzichte auf sinnvolle Absicherung.

Ein guter Vertrag widerspricht Vertrauen weniger.

Klare Zahlungsbedingungen ebenfalls.

Dokumentierte Entscheidungen ebenso.

Professionelle Absicherung ist kein persönlicher Angriff.

Sie schafft Klarheit für beide Seiten.

 

 

 

Wer Vertrauen fordert, darf Verlässlichkeit zeigen

 

Besondere Aufmerksamkeit verdient für mich eine Situation:

Jemand pocht sehr energisch auf Vertrauen und reagiert gleichzeitig empfindlich auf nachvollziehbare Absicherung.

Zum Beispiel:

„Wenn Sie mir vertrauen würden, bräuchten wir das doch nicht schriftlich.“

„Unter Geschäftspartnern braucht man solche Klauseln doch wirklich nicht.“

„Warum sind Sie so misstrauisch?“

Dann lohnt sich Ruhe.

Du kannst antworten:

„Klare Vereinbarungen helfen uns beiden.“

Mehr braucht es häufig weniger.

 

 

 

Wenn du trotzdem zusammenarbeiten möchtest

 

Vielleicht ist der Auftrag wirtschaftlich interessant.

Vielleicht gibt es wenige Alternativen.

Vielleicht kennst du das Risiko und entscheidest dich bewusst dafür.

Dann gilt:

Mehr Unsicherheit braucht mehr Absicherung.

Zum Beispiel durch:

  • klare Leistungsbeschreibungen,
  • schriftliche Vereinbarungen,
  • Abschlagszahlungen,
  • Vorkasse,
  • Teilzahlungen,
  • definierte Meilensteine,
  • klare Abnahmeprozesse,
  • Zahlungsfristen,
  • Dokumentation,
  • und eindeutige Zuständigkeiten.

Welche rechtlichen Instrumente sinnvoll sind, gehört im konkreten Fall zu entsprechend qualifizierter juristischer Beratung.

 

 

 

Der Aufwand für Unsicherheit gehört in die Kalkulation

 

Ein Kunde mit höherem Risiko verursacht zusätzlichen Aufwand.

Das ist wirtschaftlich relevant.

Wenn du:

mehr kontrollieren,

häufiger erinnern,

Zusagen dokumentieren,

Zahlungen absichern,

oder Konflikte bearbeiten musst,

gehört dieser Aufwand in deine Entscheidung.

Risiko ist kein abstrakter Wert. Es kostet Ressourcen.

 

 

 

Vorsicht bei künstlicher Dringlichkeit

 

„Das müssen wir heute entscheiden.“

„Der Auftrag ist weg, wenn Sie jetzt zögern.“

„Wir brauchen sofort Ihre Zusage.“

Zeitdruck kann real sein.

Er kann ebenso dazu dienen, Prüfung zu verkürzen.

Je größer die wirtschaftliche Bedeutung, desto eher lohnt sich ein kurzer innerer Schritt zurück:

Was genau verliere ich, wenn ich diese Entscheidung erst prüfe?

Ein guter Geschäftspartner verträgt häufig eine vernünftige Prüfung.

 

 

 

Schriftlichkeit ist dein Freund

 

Gerade wenn Aussagen später unterschiedlich erinnert werden, ist Schriftlichkeit wertvoll.

Nach einem Gespräch beispielsweise:

Vielen Dank für das Gespräch. Ich halte kurz fest, was wir vereinbart haben …

Das wirkt sachlich.

Professionell.

Und schafft einen gemeinsamen Bezugspunkt.

Je schwieriger die Geschäftsbeziehung, desto wertvoller wird nachvollziehbare Dokumentation.

 

 

 

Bezahlt ein Kunde schlecht, ist das ebenfalls Kommunikation

 

Zahlungsverhalten ist mehr als Verwaltung.

Es zeigt:

Wie ernst werden Vereinbarungen genommen?

Welche Priorität besitzt die eigene Verpflichtung?

Wie reagiert jemand auf eine berechtigte Erinnerung?

Ein verspäteter Zahlungseingang kann passieren.

Ein wiederkehrendes Muster ist etwas anderes.

 

 

 

Der ideale Kunde ist mehr als zahlungsfähig

 

Ein guter Kunde bringt Umsatz.

Ein sehr guter Kunde bringt zusätzlich:

  • Verlässlichkeit.
  • Fairness.
  • Respekt.
  • klare Kommunikation.
  • realistische Erwartungen.
  • und eine Zusammenarbeit, bei der beide Seiten profitieren.

Deshalb lohnt es sich, weniger jeden Auftrag anzunehmen.

Du gestaltest auch durch Auswahl die Qualität deines Geschäfts.

→ Den idealen Kunden auswählen

 

 

 

Kann ich mir meine Kunden überhaupt aussuchen?

 

Manchmal lautet die Antwort zunächst:

Kaum.

Besonders wenn Aufträge fehlen oder wirtschaftlicher Druck hoch ist.

Genau dann kann ein problematischer Kunde besonders attraktiv erscheinen.

Das schafft ein Dilemma.

Kurzfristig brauchst du Umsatz.

Langfristig kann derselbe Auftrag zusätzliche Risiken erzeugen.

Deshalb lohnt sich eine realistische Betrachtung:

Welche Alternative habe ich?

Wie groß ist das Risiko?

Wie kann ich es begrenzen?

Welche Bedingungen brauche ich, damit der Auftrag vertretbar wird?

So wird aus einem scheinbaren Entweder-oder eine strategische Entscheidung.

 

 

 

Wann würde ich auf ein Geschäft verzichten?

 

Besonders aufmerksam würde ich werden, wenn mehrere Punkte zusammenkommen:

  • wiederholte Unwahrheiten,
  • gebrochene Zusagen,
  • große wirtschaftliche Risiken,
  • fehlende Transparenz,
  • Druck,
  • Ablehnung sinnvoller Absicherung,
  • ständige Veränderung von Vereinbarungen,
  • und geringe Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Dann lautet die Frage weniger:

Kann ich diesen Auftrag noch irgendwie retten?

Sondern:

Warum möchte ich diese Geschäftsbeziehung unbedingt behalten?

 

 

 

Bereits investierte Zeit ist kein guter Grund weiterzumachen

 

Ein häufiger Denkfehler:

„Jetzt haben wir schon so viel Zeit investiert.“

Das kann dazu führen, dass weitere Zeit, Geld und Energie in eine ungünstige Geschäftsbeziehung fließen.

Die bessere Frage lautet:

Würde ich unter den heutigen Bedingungen diese Geschäftsbeziehung neu beginnen?

Wenn die Antwort klar ausfällt, liefert sie wertvolle Orientierung.

 

 

 

Fairness schützt auch gute Kunden

 

Ein weiterer Punkt ist mir wichtig.

Wenn du ständig Ressourcen für schwierige Kunden brauchst, fehlen diese Ressourcen an anderer Stelle.

Für:

  • gute Kunden.
  • Weiterentwicklung.
  • Qualität.
  • Mitarbeitende.
  • Akquise.
  • Erholung.
  • Innovation.

Deshalb bedeutet eine Grenze gegenüber problematischen Geschäftspartnern manchmal gleichzeitig:

mehr Aufmerksamkeit für die Menschen, mit denen Zusammenarbeit funktioniert.

 

 

 

Misstrauen darf weniger zum Geschäftsmodell werden

 

Nach schlechten Erfahrungen entsteht leicht:

„Man kann niemandem mehr vertrauen.“

Das wäre ein hoher Preis.

Denn funktionierende Geschäftsbeziehungen brauchen Vertrauen.

Die bessere Konsequenz lautet:

weniger Naivität.

mehr Klarheit.

bessere Auswahl.

gute Vereinbarungen.

und konsequenter Umgang mit Warnsignalen.

Erfahrung darf dich klüger machen, ohne dich grundsätzlich misstrauisch zu machen.

 

 

 

Ein einfacher Geschäftsbeziehungs-Check

 

Wenn du unsicher bist, helfen fünf Fragen:

 

1. Werden Vereinbarungen eingehalten?

Wiederholt und ohne ständigen Druck?

 

2. Werden Fehler offen angesprochen?

Oder braucht es jedes Mal einen Schuldigen?

 

3. Kannst du Grenzen setzen?

Wie reagiert dein Gegenüber darauf?

 

4. Ist die Geschäftsbeziehung nach vollständiger Kalkulation attraktiv?

Einschließlich Risiko, Zeit und Zusatzaufwand?

 

5. Würdest du diese Zusammenarbeit heute erneut beginnen?

Diese letzte Frage kann erstaunlich aufschlussreich sein.

 

 

 

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Manche Geschäftsentscheidungen sind weniger schwarz oder weiß.

Der Kunde ist schwierig und gleichzeitig wirtschaftlich bedeutend.

Ein Geschäftspartner ist unzuverlässig und besitzt zugleich wichtige Ressourcen.

Eine Trennung hat Konsequenzen.

Dann kann eine unabhängige Perspektive helfen.

Wir können:

Möglichkeiten betrachten.

Annahmen prüfen.

Risiken einordnen.

Prioritäten klären.

Handlungsoptionen entwickeln.

und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine.

Ziel ist eine klarere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

 

 

 

Wenn ein schwieriges Gespräch bevorsteht

 

Vielleicht ist deine Entscheidung bereits klar.

Jetzt muss sie kommuniziert werden.

Eine Zahlungsbedingung.

Eine Grenze.

Neue Vertragsbedingungen.

Die Ablehnung eines Auftrags.

Oder das Ende einer Zusammenarbeit.

Dann kann Vorbereitung besonders wertvoll sein.

→ Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen

 

Noch ein Gedanke

Du brauchst weniger herauszufinden, warum jemand unehrlich ist.

Vielleicht liegt es an Angst.

Gier.

Gewohnheit.

Druck.

Oder etwas ganz anderem.

Für deine geschäftliche Entscheidung ist häufig eine andere Frage wichtiger:

Kann ich mich unter diesen Bedingungen auf diese Person verlassen?

Und falls die Antwort zunehmend ungünstig ausfällt:

Welche Konsequenz ziehe ich daraus?

Vertrauen ist wertvoll.

Gerade deshalb lohnt es sich, es dort zu investieren, wo Verlässlichkeit erkennbar ist.

Antworten auf häufige Fragen

Sollte ich mit unehrlichen Menschen Geschäfte machen?

Das hängt von Situation, Risiko und Absicherung ab. Wiederholte Unehrlichkeit erhöht jedoch den Aufwand und kann finanzielle, rechtliche und zwischenmenschliche Risiken erheblich vergrößern.

Woran erkenne ich einen unehrlichen Geschäftspartner?

Achte auf wiederkehrende Widersprüche, veränderte Zusagen, mangelnde Verantwortungsübernahme, Ablehnung schriftlicher Vereinbarungen und auffälliges Verhalten bei Zahlungen oder Grenzen.

Sollte ich meinem Bauchgefühl vertrauen?

Ein ungutes Gefühl kann ein wertvoller Hinweis sein. Besonders hilfreich wird es, wenn du prüfst, welche konkreten Beobachtungen dieses Gefühl ausgelöst haben.

Ist schriftliche Absicherung ein Zeichen von Misstrauen?

Nein. Klare Vereinbarungen schaffen Orientierung für alle Beteiligten und können Konflikte vermeiden.

Wann sollte ich eine Geschäftsbeziehung beenden?

Das lässt sich weniger pauschal beantworten. Wiederholte Unehrlichkeit, hohe Risiken, mangelnde Verbindlichkeit und fehlende Klärbarkeit sind wichtige Gründe, die Fortsetzung kritisch zu prüfen.

Video

 

Mit wem Geschäfte sich lohnen – und bei wem Abstand klug ist

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

Du stehst vor einer wichtigen Entscheidung?

 

Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.

Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.

Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.

→ Unterstützung bei wichtigen Entscheidungen

P.S.

 

Wie stehst du zu Geschäften mit unehrlichen Menschen?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Artikel rund um die Selbstständigkeit

Verantwortungsverschiebung im Unternehmen

Wenn Verantwortung nach einem Misserfolg plötzlich anders verteilt wird: Entscheidungsqualität, Rückschaufehler und Verantwortungsverschiebung erkennen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Dezember 2015
Überarbeitung: 9. August 2020
AN: #3450
K:
Ü:

Unter welchen Umständen ist es in Ordnung zu lügen?

Unter welchen Umständen ist es in Ordnung zu lügen?

Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren

Unter welchen Umständen ist es in Ordnung zu lügen?

Akzeptable Lügen?

 

Gibt es akzeptable Gründe zu lügen?

 

Ich sag nur; „Weihnachtsmann

 

 

Überblick

 

 

 

 

Wann sind Lügen akzeptabel?

 

 

Eltern erzählen ihren Kindern von Osterhase und Weihnachtsmann, um dann anschließend darauf zu bestehen, dass es wichtig ist stets die Wahrheit zu sagen.

Gibt es Gründe und Situationen, in denen es vertretbar erscheint, nicht die Wahrheit zu sagen? Ist es dann in Ordnung sich damit zu beschäftigen, wie das nicht so schnell zu erkennen ist?

Video

Die Sprache der Lüge — Warum wir lügen und was wir lernen können

Erst, bei Start des Videos wird eine Verbindung zu YouTube™ hergestellt. Dann gelten die Datenschutzerklärungen von Google. Mehr bei den Hinweisen zum Datenschutz.

P.S.​

 

Gibt es akzeptable Gründe zu lügen?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Artikel

Euphemismus, Euphemismen, Schönfärberei, nix Tacheles! Sprache, die manipulieren will.

Euphemismen dienen der Schönfärberei, durch sprachliche Kosmetik soll Hässliches weniger hässlich erscheinen. Euphemismen sind nicht nur in der Politik im Einsatz. Lernen Sie Schönfärberei schneller zu erkennen.

Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Propaganda umfasst die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher Ideen und Meinungen mitunter mittels drastischer Methoden. In diesem Zusammenhang spielen auch Gegenpropaganda, Fake News und Verschwörungstheorien eine Rolle. Wie funktioniert sie und was schützt? Kleiner Hinweis: Der Aluhut ist es nicht!

mehr lesen

Lügen in Interviews ist keine gute Idee

Lügen haben kurze Beine. Was nicht schnellstens durch den Faktencheck enthüllt wird, wird später aufgedeckt. So oder so gibt die Körpersprache in viel zu vielen Interviews Hinweise darauf, dass mit den Aussagen etwas nicht stimmt.

mehr lesen

21 Wege, wie Sie Lügen am Telefon aufdecken

Geflunker, Weglassungen, Ablenkungsmanöver, Schwindel, Betrug, Täuschungen oder Lügen. Wenn wir sie nicht früh genug erkennen, kann das eine Menge Schaden anrichten und sehr schmerzhaft sein. Wir sind dem nicht ausgeliefert; wer wachsam ist und auch am Telefon die Antennen ausfährt, bekommt zahlreiche Hinweise.

mehr lesen

YouTube-Kanal @karstennoack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karstennoack findest du Beiträge zu Psychologie, Philosophie, persönlicher Entwicklung und guter Lebensführung.

Dort übersetze ich Gedanken aus Psychologie, Philosophie und Beratungspraxis in alltagstaugliche Impulse.
Für mehr Klarheit.
Mehr innere Stärke.
Mehr Würde im Umgang mit dir selbst und anderen.

Die Videos ergänzen meine Arbeit als Coach, Therapeut und Berater.
Sie bilden eine öffentlich zugängliche Mediathek für Menschen, die sich selbst, ihre Beziehungen und das Leben bewusster gestalten möchten.

Wenn du weitere Beiträge zu diesen Themen ansehen möchtest, gelangst du hier zu meinem YouTube-Kanal.

Zum Kanal @karstennoack (Der externe Link öffnet meinen YouTube-Kanal in einem neuen Fenster.)

YOUTUBE.COM/@KARSTENNOACK

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 6. Januar 2022
Überarbeitung: 6. Januar 2022
AN: #134
K: CNB
Ü:

Lügen von Narzissten entlarven: Fakten statt Machtkampf

Lügen von Narzissten entlarven: Was vor Publikum und Gericht wirklich hilft

Keinerlei Rechtsberatung!
Missverständnis

Lügen von Narzissten entlarven: Was vor Publikum und Gericht wirklich hilft

 

Jemand verbreitet falsche Behauptungen über dich. Vielleicht im Freundeskreis, innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz oder sogar in einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Du weißt, dass wichtige Aussagen nicht stimmen. Doch dein Gegenüber wirkt überzeugend, ruhig und selbstsicher. Wie kannst du dich gegen falsche Darstellungen wehren, ohne dich in einem Machtkampf zu verlieren? Was hilft, wenn andere Menschen einer unzutreffenden Geschichte glauben? Und worauf solltest du besonders achten, wenn rechtliche Fragen eine Rolle spielen?

 

Du hörst, was über dich erzählt wird.

Vielleicht bist du zunächst sprachlos.

Die Darstellung stimmt nicht mit deinen Erfahrungen überein.

Wichtige Informationen fehlen.

Vielleicht wurden einzelne Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen.

Oder dir werden Handlungen zugeschrieben, die du nicht begangen hast.

Du möchtest sofort widersprechen.

Du möchtest erklären, wie es wirklich war.

Vielleicht bist du wütend.

Vielleicht verzweifelt.

Besonders schwer fällt es dir, ruhig zu bleiben, wenn andere Menschen deinem Gegenüber glauben.

Er wirkt freundlich.

Er spricht selbstsicher.

Er hat auf jede Frage eine Antwort.

Und du hast das Gefühl, dich gegen eine Geschichte verteidigen zu müssen, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat.

Vielleicht denkst du:

„Wie kann ich diesen Menschen endlich entlarven?“

Doch genau hier lohnt es sich, das Ziel sorgfältig zu prüfen.

Du musst die Persönlichkeit eines Menschen nicht entlarven. Wichtiger ist, nachweislich falsche Aussagen sachlich richtigzustellen, relevante Informationen zu sichern und deine Interessen angemessen zu vertreten.

Das gilt im persönlichen Umfeld ebenso wie bei öffentlichen und rechtlichen Konflikten.

 

 

 

Was bedeutet es, Lügen von Narzissten zu entlarven?

 

Im Alltag wird der Begriff „Narzissten entlarven“ häufig verwendet, wenn Menschen nachweisen möchten, dass eine andere Person bewusst die Unwahrheit sagt.

Doch hier sind zwei unterschiedliche Fragen zu beachten.

Die erste lautet:

„Ist eine konkrete Aussage falsch?“

Die zweite lautet:

„Hat die Person bewusst gelogen?“

Eine unzutreffende Aussage kann auf einer Lüge beruhen.

Sie kann jedoch auch durch Irrtum, unvollständige Informationen oder eine falsche Erinnerung entstehen.

Für eine sachliche Richtigstellung kann es bereits ausreichen, einen tatsächlichen Widerspruch nachzuweisen.

Du musst dafür nicht immer auch eine Täuschungsabsicht belegen.

Ebenso ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung weder Voraussetzung noch Beweis für bewusstes Lügen.

Menschen mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeitsmerkmalen können falsche Behauptungen verbreiten.

Der Schwerpunkt sollte deshalb auf den konkreten Aussagen und den verfügbaren Belegen liegen.

 

 

 

Warum eine überzeugende Darstellung noch kein Beweis für Wahrheit ist

 

Vielleicht spricht dein Gegenüber flüssig und selbstsicher.

Er schaut andere Menschen direkt an.

Er wirkt ruhig.

Vielleicht erzählt er seine Geschichte sogar mit Humor.

Du bist dagegen angespannt.

Deine Stimme zittert.

Du suchst nach Worten.

Und du befürchtest, dadurch weniger glaubwürdig zu wirken.

Doch Körpersprache und Auftreten sind keine zuverlässigen Beweise für Wahrheit oder Täuschung.

Ein ehrlicher Mensch kann nervös sein.

Ein Mensch, der die Unwahrheit sagt, kann ruhig und überzeugend wirken.

Deshalb ist es wichtig, zwischen persönlicher Wirkung und überprüfbarem Inhalt zu unterscheiden.

Überzeugendes Auftreten kann Aufmerksamkeit gewinnen. Die Richtigkeit einer Behauptung muss anhand geeigneter Informationen beurteilt werden.

1. Kläre zuerst, welche Behauptung du richtigstellen möchtest

Vielleicht erzählt die andere Person eine lange Geschichte.

Sie enthält zahlreiche Einzelheiten.

Einige stimmen.

Andere stimmen nur teilweise.

Wieder andere widersprechen den verfügbaren Informationen.

Wenn du versuchst, alles gleichzeitig zu widerlegen, kann dein eigener Beitrag unübersichtlich werden.

Beginne deshalb mit einer einfachen Frage:

„Welche konkrete Aussage ist falsch oder irreführend?“

Beispiel

Dein Gegenüber behauptet:

„Wir hatten vereinbart, dass du die Zahlung übernimmst.“

Vielleicht gibt es eine schriftliche Vereinbarung, die etwas anderes festhält.

Dann kannst du dich auf diese konkrete Abweichung konzentrieren.

Du musst nicht gleichzeitig die gesamte Persönlichkeit des anderen Menschen bewerten.

2. Trenne Tatsachen, Erinnerungen und Bewertungen

Viele Konflikte eskalieren, weil unterschiedliche Arten von Aussagen vermischt werden.

Eine Tatsache ist beispielsweise, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Nachricht verschickt wurde.

Eine Erinnerung ist deine persönliche Rekonstruktion eines vergangenen Gesprächs.

Eine Bewertung beschreibt, welche Bedeutung du einem Verhalten gibst.

Diese Ebenen können zusammenhängen.

Sie sind jedoch nicht identisch.

Ein Beispiel

„Am Dienstag erhielt ich diese Nachricht.“

Das kann anhand der Nachricht überprüfbar sein.

„Ich hatte den Eindruck, dass ich dadurch unter Druck gesetzt werden sollte.“

Das beschreibt deine Interpretation.

„Ich fühlte mich bedroht.“

Das beschreibt dein persönliches Erleben.

Alle drei Aussagen können relevant sein.

Für eine sachliche Darstellung sollten sie jedoch klar unterschieden werden.

3. Sammle Informationen sorgfältig und rechtmäßig

Vielleicht gibt es bereits Unterlagen, die für die Klärung wichtig sein können.

Dazu können gehören:

  • Verträge und schriftliche Vereinbarungen
  • E-Mails und andere rechtmäßig vorhandene Nachrichten
  • Rechnungen und Zahlungsnachweise
  • Terminbestätigungen
  • Offizielle Schreiben
  • Eigene zeitnahe Gedächtnisnotizen
  • Angaben zu möglichen Zeugen

Entscheidend ist, dass du Informationen nicht unzulässig beschaffst oder verbreitest.

Greife nicht unbefugt auf fremde Konten, Geräte oder private Unterlagen zu.

Verändere keine Dokumente, um sie überzeugender erscheinen zu lassen.

Und beachte den Schutz persönlicher Daten anderer Menschen.

Vorsicht bei heimlichen Tonaufnahmen

In Deutschland kann die unbefugte Aufnahme nichtöffentlich gesprochener Worte nach § 201 Strafgesetzbuch strafbar sein.

Du solltest deshalb keine heimlichen Gesprächsaufnahmen als allgemeine Methode zur Beweissicherung einsetzen.

Auch bei der Verwendung vorhandener Aufnahmen können rechtliche Fragen entstehen.

Welche Unterlagen du rechtmäßig sichern und in einem Verfahren verwenden darfst, solltest du bei Bedarf anwaltlich klären.

4. Erstelle eine nachvollziehbare Chronologie

Wenn ein Konflikt über längere Zeit besteht, können viele Ereignisse zusammenkommen.

Vielleicht gab es zahlreiche Gespräche.

Absprachen.

Nachrichten.

Und widersprüchliche Aussagen.

Eine sachliche Chronologie kann helfen, den Überblick zu behalten.

Notiere dazu möglichst:

  • Datum und gegebenenfalls Uhrzeit
  • Das konkrete Ereignis
  • Die beteiligten Personen
  • Die betreffende Aussage oder Handlung
  • Vorhandene Unterlagen
  • Offene Fragen

Unterscheide dabei zwischen zeitnah dokumentierten Beobachtungen und späteren Erinnerungen.

Wenn du dir bei einer Einzelheit nicht sicher bist, kennzeichne diese Unsicherheit.

Eine glaubwürdige Darstellung muss nicht den Eindruck erwecken, dass du jede Sekunde vollständig rekonstruieren kannst.

Sorgfalt bedeutet auch, eigene Wissensgrenzen zu benennen.

5. Achte auf den Zusammenhang von Aussagen

Vielleicht findest du eine Nachricht, die auf den ersten Blick eindeutig wirkt.

Doch eine einzelne Nachricht kann Teil eines längeren Gesprächs sein.

Deshalb ist es wichtig, den Zusammenhang zu berücksichtigen.

Was wurde zuvor besprochen?

Worauf bezog sich die Antwort?

Gab es später eine Korrektur?

Wurde eine Vereinbarung verändert?

Eine sorgfältige Einordnung berücksichtigt auch Informationen, die deiner bisherigen Vermutung widersprechen könnten.

Das kann deine Darstellung präziser und belastbarer machen.

6. Vermeide persönliche Angriffe

Vielleicht möchtest du öffentlich sagen:

„Dieser Mensch ist ein pathologischer Lügner.“

Oder:

„Er ist ein Narzisst und manipuliert jeden.“

Solche Aussagen können den Konflikt verschärfen.

Sie werfen zudem rechtliche und fachliche Fragen auf.

Eine psychologische Diagnose lässt sich nicht allein aus einem persönlichen Konflikt ableiten.

Bei einer sachlichen Richtigstellung ist es häufig hilfreicher, die betreffende Behauptung unmittelbar zu prüfen.

Beispiel

Statt:

„Du bist ein notorischer Lügner.“

Kannst du sagen:

„Diese Darstellung stimmt nicht mit der schriftlichen Vereinbarung vom 12. Juni überein. Dort ist etwas anderes festgehalten.“

Du lenkst die Aufmerksamkeit damit auf den überprüfbaren Widerspruch.

7. Lass dich nicht durch Provokationen vom Thema abbringen

Vielleicht reagiert dein Gegenüber auf deine Richtigstellung mit einem persönlichen Angriff.

Du wirst als überempfindlich bezeichnet.

Vielleicht wird deine Glaubwürdigkeit infrage gestellt.

Oder es werden plötzlich ganz andere Konflikte angesprochen.

Dann kann es schwerfallen, sachlich zu bleiben.

Du möchtest dich verteidigen.

Du möchtest jeden Vorwurf zurückweisen.

Doch dadurch kann das ursprüngliche Thema verloren gehen.

Eine hilfreiche Formulierung

„Ich möchte bei der konkreten Aussage bleiben. Sie lässt sich anhand der vorliegenden Unterlagen überprüfen.“

Du musst nicht auf jede Provokation reagieren.

In manchen Situationen kann es sinnvoller sein, die weitere Kommunikation Fachleuten zu überlassen.

8. Warum du niemanden absichtlich provozieren solltest

Vielleicht hast du gehört, dass sich narzisstisch geprägte Menschen durch eine gezielte Kränkung entlarven lassen.

Die Vorstellung dahinter lautet:

Wenn du das Selbstbild der Person angreifst, wird sie möglicherweise wütend und zeigt ihr angeblich wahres Gesicht.

Davon rate ich ab.

Eine Provokation kann den Konflikt verschärfen.

Sie kann deine eigene Glaubwürdigkeit beeinträchtigen.

Und sie kann in angespannten oder gewalttätigen Situationen gefährlich werden.

Außerdem beweist eine wütende Reaktion weder eine Persönlichkeitsstörung noch die Unwahrheit einer vorherigen Aussage.

Eine sorgfältige Richtigstellung stützt sich auf überprüfbare Informationen und angemessene Kommunikation.

Dein Ziel sollte nicht sein, dein Gegenüber zu einer entlarvenden Reaktion zu bringen. Dein Ziel sollte sein, die relevanten Tatsachen klar darzustellen.

9. Wenn andere Menschen der falschen Darstellung glauben

Vielleicht hat dein Gegenüber bereits Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen von seiner Version überzeugt.

Du fühlst dich allein.

Du möchtest sofort alle Beteiligten kontaktieren.

Und du möchtest jede Unwahrheit richtigstellen.

Doch nicht jeder Mensch benötigt dieselben Informationen.

Frage dich deshalb:

Wer ist unmittelbar betroffen?

Wer muss eine Entscheidung treffen?

Wer kann zur Klärung beitragen?

Und bei wem würde eine weitere Diskussion vor allem zusätzliche Belastung verursachen?

Vielleicht ist eine kurze sachliche Richtigstellung sinnvoll.

Vielleicht benötigst du eine fachliche Begleitung.

Oder du entscheidest, bestimmte persönliche Diskussionen nicht fortzusetzen.

Du musst nicht das gesamte soziale Umfeld überzeugen.

10. Wie du dich bei öffentlichen Vorwürfen verhältst

Vielleicht werden falsche Behauptungen in einer größeren Gruppe geäußert.

In einer Familienrunde.

Bei einer Versammlung.

Oder in einer beruflichen Besprechung.

Dann kann der Wunsch entstehen, möglichst sofort und ausführlich zu reagieren.

Doch eine lange spontane Verteidigung ist nicht immer hilfreich.

Prüfe zunächst, welche Aussage tatsächlich relevant ist.

Eine kurze Klarstellung kann beispielsweise lauten:

„Diese Darstellung ist nach meinem Kenntnisstand nicht zutreffend. Ich kann die betreffende Vereinbarung schriftlich belegen.“

Oder:

„Ich widerspreche dieser Behauptung. Für eine sachliche Klärung sollten wir die vorhandenen Unterlagen berücksichtigen.“

Du musst nicht sofort alle Einzelheiten vortragen.

Wenn rechtliche oder erhebliche berufliche Konsequenzen drohen, solltest du die weitere Kommunikation sorgfältig abstimmen.

 

 

 

Was ist vor Gericht besonders wichtig?

 

Gerichtliche Verfahren folgen rechtlichen Regeln.

Welche Tatsachen relevant sind, welche Beweise benötigt werden und wer wofür die Beweislast trägt, hängt unter anderem von der Verfahrensart und dem konkreten Streitgegenstand ab.

Im Zivilprozess können beispielsweise Urkunden, Zeugen und Sachverständigengutachten eine Rolle spielen.

Andere Verfahren unterliegen teilweise anderen Regeln.

Deshalb gibt es keine allgemeine psychologische Technik, mit der sich eine Lüge vor Gericht zuverlässig entlarven lässt.

Ebenso wenig genügt es, dem Gericht zu erklären, dass die andere Person narzisstisch sei.

Wichtiger ist die Zusammenarbeit mit einer qualifizierten Rechtsanwältin oder einem qualifizierten Rechtsanwalt.

Die juristische Strategie, die Auswahl geeigneter Beweismittel und das Verhalten im Verfahren gehören in diesen professionellen Rahmen.

 

 

 

Was du für die Zusammenarbeit mit deinem Rechtsbeistand vorbereiten kannst

 

Wenn du bereits anwaltlich vertreten wirst, kann eine gut strukturierte Übersicht hilfreich sein.

Vielleicht möchtest du folgende Informationen zusammenstellen:

  • Eine kurze Beschreibung des Konflikts
  • Eine zeitliche Übersicht wichtiger Ereignisse
  • Die konkreten Behauptungen, die du für falsch hältst
  • Die jeweiligen Gründe für deine Einschätzung
  • Vorhandene rechtmäßig beschaffte Unterlagen
  • Angaben zu möglichen unabhängigen Zeugen
  • Offene Fragen an deinen Rechtsbeistand

Welche Informationen tatsächlich benötigt werden, sollte deine anwaltliche Vertretung bestimmen.

Es ist nicht sinnvoll, Unterlagen ungefragt an möglichst viele Personen zu verteilen.

Das kann Datenschutz, Vertraulichkeit und Verfahrensinteressen berühren.

Ein wichtiger Grundsatz

Beschreibe, was du selbst beobachtet hast.

Kennzeichne Informationen, die du nur aus Erzählungen kennst.

Und trenne persönliche Vermutungen von überprüfbaren Tatsachen.

 

 

 

Warum die Diagnose „Narzisst“ vor Gericht häufig wenig weiterhilft

 

Vielleicht bist du davon überzeugt, dass dein Gegenüber ausgeprägte narzisstische Persönlichkeitszüge hat.

Du hast viele wiederkehrende Verhaltensweisen beobachtet.

Vielleicht möchtest du deshalb, dass alle Beteiligten die Person als Narzissten erkennen.

Doch eine solche Zuschreibung beantwortet noch nicht die juristisch entscheidenden Fragen.

War eine Aussage falsch?

Wurde eine vertragliche Pflicht verletzt?

Gab es eine Drohung?

Welche Tatsachen sind für die rechtliche Entscheidung erheblich?

Diese Fragen sollten im Mittelpunkt stehen.

Eine Persönlichkeitsdiagnose darf nicht aus einzelnen Konfliktschilderungen abgeleitet werden.

Falls eine psychologische oder psychiatrische Begutachtung in einem Verfahren relevant ist, gehört ihre rechtliche und fachliche Einordnung in die Hände der zuständigen Fachpersonen.

 

 

 

Wenn du vor Gericht selbst aussagen musst

 

Vielleicht befürchtest du, vor anderen Menschen nervös zu werden.

Du möchtest alles richtig sagen.

Du hast Angst, eine Frage falsch zu verstehen.

Oder du möchtest verhindern, dass dein Gegenüber dich provoziert.

Eine gute Vorbereitung kann dir helfen, deine Gedanken zu ordnen.

Du kannst üben, Fragen aufmerksam anzuhören.

Du kannst dir bewusst machen, welche Informationen du tatsächlich aus eigener Wahrnehmung kennst.

Und du kannst lernen, zwischen sicheren Erinnerungen und Unsicherheiten zu unterscheiden.

Wichtig ist, dass du bei der Wahrheit bleibst.

Wenn du dich an etwas nicht erinnerst, solltest du das sagen.

Du musst keine scheinbar perfekte Geschichte präsentieren.

Konkrete rechtliche Fragen zum Aussageverhalten, zu Pflichten und Rechten solltest du mit deiner anwaltlichen Vertretung klären.

Kommunikative Vorbereitung darf nicht zur inhaltlichen Abstimmung oder Veränderung einer Aussage dienen.

 

 

 

Was hilft, wenn du dich durch die Situation stark unter Druck gesetzt fühlst?

 

Vielleicht hast du das Gefühl, ständig gegen eine falsche Darstellung kämpfen zu müssen.

Du überprüfst Nachrichten.

Du bereitest Antworten vor.

Du überlegst, welche neuen Behauptungen folgen könnten.

Und du kommst kaum zur Ruhe.

Dann kann es hilfreich sein, den Umgang mit dem Konflikt bewusst zu strukturieren.

Vielleicht legst du bestimmte Zeiten fest, in denen du dich mit Unterlagen beschäftigst.

Vielleicht besprichst du rechtliche Fragen ausschließlich mit deinem Rechtsbeistand.

Oder du möchtest Unterstützung nutzen, um deine persönliche Belastung besser zu bewältigen.

Du musst nicht jede freie Minute damit verbringen, dein Gegenüber zu widerlegen.

Bei erheblichen psychischen Beschwerden ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.

 

 

 

Praktische Übung: Der Fakten- und Kommunikationscheck

 

Diese Übung kannst du verwenden, wenn eine falsche oder widersprüchliche Behauptung über dich verbreitet wird.

Sie hilft dir, deine Gedanken zu sortieren und zwischen einer sachlichen Richtigstellung und einem belastenden Rechtfertigungskampf zu unterscheiden.

Die Übung ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine Anleitung zur Beweisführung vor Gericht.

Schritt 1: Formuliere die konkrete Behauptung

Welche Aussage möchtest du prüfen oder richtigstellen?

Schreibe sie möglichst genau auf.

Vermeide zunächst allgemeine Bewertungen der anderen Person.

Schritt 2: Was weißt du selbst?

Welche Ereignisse hast du unmittelbar erlebt?

Welche Informationen kennst du aus eigener Wahrnehmung?

Bei welchen Einzelheiten bist du unsicher?

Schritt 3: Welche unabhängigen Informationen gibt es?

Gibt es schriftliche Vereinbarungen?

Rechtmäßig vorhandene Nachrichten?

Offizielle Dokumente?

Oder unabhängige Personen, die relevante Ereignisse selbst beobachtet haben?

Schritt 4: Was ist Interpretation?

Welche Motive vermutest du beim Gegenüber?

Welche psychologischen Erklärungen erscheinen dir plausibel?

Welche dieser Annahmen sind tatsächlich überprüfbar?

Schritt 5: Wer benötigt die Information?

Geht es um ein privates Missverständnis?

Um eine berufliche Entscheidung?

Um eine behördliche Angelegenheit?

Oder um ein laufendes Gerichtsverfahren?

Die richtige Vorgehensweise hängt stark vom Rahmen ab.

Schritt 6: Was kannst du sinnvoll selbst tun?

Vielleicht reicht eine kurze Klarstellung.

Vielleicht möchtest du vorhandene Unterlagen ordnen.

Vielleicht ist eine unabhängige Beratung erforderlich.

Oder du solltest die weitere Kommunikation deiner anwaltlichen Vertretung überlassen.

Schritt 7: Was ist dein nächster angemessener Schritt?

Entscheide, was jetzt tatsächlich hilfreich und sicher ist.

Du musst nicht jede falsche Darstellung in jedem Umfeld ausführlich widerlegen.

Manchmal ist eine gezielte, sachliche Reaktion wirksamer als eine umfangreiche Auseinandersetzung.

Eine gute Richtigstellung konzentriert sich auf relevante Tatsachen, statt einen Menschen öffentlich vorzuführen.

 

 

 

Fünf Formulierungen für sachliche Richtigstellungen

 

Wenn du einer Behauptung widersprechen möchtest

„Diese Aussage entspricht nicht meinem Kenntnisstand. Ich möchte den betreffenden Sachverhalt anhand der vorhandenen Informationen klären.“

Wenn du einen konkreten Widerspruch benennst

„In der Nachricht vom betreffenden Tag steht etwas anderes. Ich schlage vor, dass wir zunächst diese Information berücksichtigen.“

Wenn dein Gegenüber persönlich wird

„Ich möchte die persönliche Bewertung nicht fortsetzen. Mir geht es um die konkrete Aussage und ihre Richtigkeit.“

Wenn eine Diskussion ohne neue Erkenntnisse weitergeht

„Ich habe meine Sicht und die vorhandenen Informationen dargelegt. Weitere Fragen sollten wir anhand konkreter Unterlagen klären.“

Wenn rechtliche Interessen betroffen sind

„Da diese Angelegenheit rechtliche Fragen berührt, werde ich das weitere Vorgehen mit meiner anwaltlichen Vertretung abstimmen.“

Verwende solche Formulierungen nur, wenn sie zu deiner tatsächlichen Situation passen.

Bei laufenden Verfahren solltest du öffentliche oder schriftliche Stellungnahmen zuvor rechtlich abstimmen.

Was du besser vermeiden solltest

Vielleicht möchtest du dein Gegenüber mit seinen eigenen Mitteln schlagen.

Du möchtest ihn provozieren.

Du möchtest öffentlich zeigen, wie manipulativ er ist.

Oder du möchtest möglichst viele Menschen gegen ihn aufbringen.

Solche Vorgehensweisen können die Auseinandersetzung verschärfen.

Vermeide insbesondere:

  • Bewusste Provokationen, um emotionale Reaktionen auszulösen
  • Unbelegte öffentliche Anschuldigungen
  • Ferndiagnosen als vermeintliche Beweise
  • Die Verbreitung vertraulicher Unterlagen ohne rechtliche Prüfung
  • Unzulässige heimliche Aufnahmen
  • Das gezielte Verändern oder Verkürzen von Belegen
  • Endlose Diskussionen ohne neues Erkenntnisziel

Du darfst dich gegen falsche Behauptungen wehren.

Doch deine Vorgehensweise sollte deine eigenen Interessen und deine Sicherheit schützen.

 

 

 

Wann solltest du professionelle rechtliche Unterstützung einbeziehen?

 

Spätestens wenn aus falschen Behauptungen erhebliche rechtliche oder wirtschaftliche Konsequenzen entstehen können, ist anwaltliche Beratung sinnvoll.

Das gilt beispielsweise bei Streitigkeiten über Verträge, Vermögen, Unterhalt, Sorge- und Umgangsrecht, arbeitsrechtliche Fragen oder strafrechtliche Vorwürfe.

Welche Schritte erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Rechtsgebiet und dem konkreten Fall ab.

Warte bei laufenden Fristen nicht darauf, dass sich die andere Person irgendwann zu einer Richtigstellung bereit erklärt.

Ein Kommunikationscoaching kann dich bei der persönlichen Vorbereitung unterstützen.

Es ersetzt keine anwaltliche Beratung, keine Rechtsvertretung und keine prozessuale Beweisstrategie.

 

 

 

Wann ist therapeutische Unterstützung sinnvoll?

 

Manche Menschen entwickeln durch lang anhaltende belastende Konflikte erhebliche psychische Beschwerden.

Vielleicht bist du ständig angespannt.

Du leidest unter Ängsten.

Du schläfst schlecht.

Oder du beschäftigst dich fast ununterbrochen mit den Vorwürfen.

Wenn solche Beschwerden erheblich sind oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, kann eine fachliche Einschätzung sinnvoll sein.

Bei behandlungsbedürftigen psychischen Beschwerden ist ein therapeutischer Rahmen angemessen.

Informationen zu meiner gesonderten therapeutischen Tätigkeit findest du auf noack-hypnose.de.

 

 

 

Private 1:1-Unterstützung: Sachlich bleiben und handlungsfähig werden

 

Vielleicht verbreitet ein Mensch über dich Behauptungen, die du für falsch hältst.

Vielleicht möchtest du dich auf ein schwieriges Gespräch vorbereiten.

Oder du fühlst dich durch wiederholte Widersprüche und persönliche Angriffe stark verunsichert.

Dann kann eine individuelle Begleitung hilfreich sein.

Im privaten 1:1-Coaching beschäftigen wir uns mit deiner konkreten Situation.

 

Mögliche Schwerpunkte

  • Belastende Kommunikationsmuster erkennen
  • Fakten, Erinnerungen und Bewertungen unterscheiden
  • Die eigene Darstellung verständlich strukturieren
  • Schwierige Gespräche vorbereiten
  • Auf persönliche Angriffe sachlich reagieren
  • Rechtfertigungsdruck und Selbstzweifel reduzieren
  • Persönliche Grenzen und Kontaktgestaltung klären
  • Unter erheblicher Belastung handlungsfähig bleiben

Wenn eine rechtliche Auseinandersetzung besteht, kann die kommunikative Vorbereitung ergänzend zur anwaltlichen Arbeit erfolgen.

Die rechtliche Bewertung, Beweisführung und Verfahrensstrategie bleiben dabei ausdrücklich Aufgabe deiner Rechtsvertretung.

Im Coaching geht es nicht darum, Aussagen zu beeinflussen oder Beweismittel strategisch zu verändern.

Die Zusammenarbeit ist vertraulich, persönlich in Berlin oder online möglich.

Mehr über private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen erfahren →

Die aktuellen Honorare und organisatorischen Informationen findest du auf meiner Honorarseite.

 

 

 

Häufige Fragen: Lügen von Narzissten entlarven

 

Wie kann ich die Lügen eines Narzissten entlarven?

Konzentriere dich auf konkrete überprüfbare Aussagen. Vergleiche sie mit rechtmäßig vorhandenen Informationen und unterscheide zwischen nachweisbaren Widersprüchen und Vermutungen über Absichten. Eine psychologische Diagnose ist dafür nicht erforderlich.

Warum wirken manche Menschen so glaubwürdig, obwohl sie lügen?

Selbstsicheres Auftreten kann überzeugend wirken. Es ist jedoch kein zuverlässiger Hinweis auf Wahrheit. Die Glaubwürdigkeit einer konkreten Aussage sollte anhand geeigneter Informationen beurteilt werden.

Wie kann ich mich gegen falsche Anschuldigungen wehren?

Eine sachliche Richtigstellung kann sinnvoll sein. Wenn erhebliche rechtliche, berufliche oder wirtschaftliche Interessen betroffen sind, solltest du qualifizierte Beratung einbeziehen und die weitere Kommunikation gegebenenfalls abstimmen.

Sollte ich einen narzisstischen Menschen öffentlich provozieren?

Nein. Provokationen können Konflikte verschärfen, die eigene Glaubwürdigkeit beeinträchtigen und Sicherheitsrisiken auslösen. Eine emotionale Reaktion beweist weder eine Lüge noch eine Persönlichkeitsstörung.

Kann ich einen Narzissten vor Gericht entlarven?

Gerichte prüfen rechtlich relevante Sachverhalte und vorhandene Beweismittel nach den jeweils geltenden Verfahrensregeln. Eine allgemeine Methode zur psychologischen Entlarvung gibt es nicht. Die Prozessstrategie gehört in die Hände qualifizierter Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Darf ich heimlich Gespräche aufnehmen, um Lügen nachzuweisen?

Unbefugte Tonaufnahmen nichtöffentlich gesprochener Worte können nach § 201 Strafgesetzbuch strafbar sein. Auch die Verwendung vorhandener Aufnahmen kann rechtliche Fragen aufwerfen. Kläre solche Fragen mit einer qualifizierten Rechtsberatung.

Wie erkenne ich, ob eine Aussage bewusst gelogen ist?

Eine nachweislich falsche Aussage beweist nicht automatisch eine Täuschungsabsicht. Menschen können sich irren oder unvollständig erinnern. Die Absicht muss gesondert beurteilt werden.

Was mache ich, wenn meine Familie oder Freunde der anderen Person glauben?

Du kannst relevante Aussagen sachlich richtigstellen und geeignete Informationen vorlegen. Es ist jedoch nicht immer sinnvoll oder möglich, das gesamte Umfeld zu überzeugen. Konzentriere dich auf Personen und Situationen, bei denen eine Klärung tatsächlich erforderlich ist.

Ist eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vor Gericht ein Beweis für Unehrlichkeit?

Nein. Eine Persönlichkeitsdiagnose beweist nicht, dass eine konkrete Aussage falsch ist. Entscheidend sind die rechtlich relevanten Tatsachen und ihre fachgerechte Prüfung.

Kann ein Kommunikationscoach bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung helfen?

Kommunikatives Coaching kann dabei helfen, Gedanken zu strukturieren, mit Anspannung umzugehen und die eigene Kommunikation klarer zu gestalten. Es ersetzt keine Rechtsberatung und darf weder zur Manipulation von Aussagen noch zur Veränderung der tatsächlichen Darstellung dienen.

 

 

 

Du möchtest dich gegen falsche Darstellungen behaupten, ohne dich in einem Machtkampf zu verlieren?

 

Vielleicht hast du schon viel Energie darauf verwendet, falsche Aussagen richtigzustellen.

Du hast erklärt.

Argumentiert.

Und immer neue Informationen zusammengetragen.

Doch inzwischen merkst du, wie sehr dich der Konflikt belastet.

Vielleicht möchtest du deine Gedanken wieder klarer ordnen.

Du möchtest sachlich kommunizieren.

Du möchtest persönliche Grenzen entwickeln.

Und du möchtest Entscheidungen treffen, die deine Interessen berücksichtigen.

Dann können wir deine konkrete Situation gemeinsam betrachten.

Für deine Anfrage sind folgende Informationen hilfreich:

  • In welchem Zusammenhang werden falsche Behauptungen verbreitet?
  • Welche konkreten Aussagen beschäftigen dich?
  • Welche Gespräche oder Entscheidungen stehen an?
  • Welche rechtlichen Fragen werden gegebenenfalls bereits anwaltlich betreut?
  • Wünschst du einen Termin in Berlin oder online?

Private 1:1-Unterstützung bei belastenden Beziehungen, schwieriger Kommunikation, Selbstschutz und persönlicher Handlungsfähigkeit – keine Rechtsberatung.

Individuelle Unterstützung anfragen →

Karsten Noack
Coaching und Beratung in Berlin und online.

 

 

 

Weiterführende Artikel

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. August 2026

Flying Monkeys bei Narzissmus: Bedeutung & Umgang

Flying Monkeys bei Narzissmus: Bedeutung & Umgang

Was sind Flying Monkeys bei narzisstischen Dynamiken?
Missverständnis

Flying Monkeys bei Narzissmus: Wenn Dritte in einen Konflikt hineingezogen werden

 

Du hast einen Konflikt mit einem Menschen.

Und plötzlich melden sich andere.

Eine Freundin erklärt dir, wie du dich verhalten solltest.

Ein Familienmitglied überbringt eine Nachricht.

Ein Kollege berichtet, was angeblich über dich gesagt wird.

Oder mehrere Menschen scheinen plötzlich dieselbe Version der Geschichte zu kennen.

Im Zusammenhang mit narzisstisch geprägten und manipulativen Beziehungen wird dafür häufig der Ausdruck Flying Monkeys verwendet.

Der Begriff ist anschaulich.

Und er braucht etwas Einordnung.

 

 

 

Was sind Flying Monkeys?

 

„Flying Monkeys“, auf Deutsch „fliegende Affen“, ist kein klinischer oder diagnostischer Begriff.

Er stammt ursprünglich aus Der Zauberer von Oz.

Dort schickt die böse Hexe geflügelte Affen los, die ihre Befehle ausführen.

In populärpsychologischen Beiträgen wird der Ausdruck heute für Menschen verwendet, die innerhalb einer konflikthaften oder manipulativen Dynamik die Interessen einer anderen Person unterstützen.

Sie können beispielsweise:

  • Botschaften überbringen
  • Informationen weitergeben
  • Partei ergreifen
  • Druck ausüben
  • Gerüchte verbreiten
  • Kontakt herstellen
  • eine bestimmte Darstellung des Konflikts verstärken

Entscheidend ist dabei die Rolle im Konflikt – nicht das Etikett für die Person.

 

 

 

Nicht jeder Flying Monkey weiß, welche Rolle er spielt

 

Das wird in vielen Darstellungen übersehen.

Ein Mensch kann sich in einen Konflikt einmischen und überzeugt sein:

„Ich helfe doch nur.“

Vielleicht kennt er nur eine Seite.

Vielleicht hält er die erzählte Geschichte für wahr.

Vielleicht möchte er Frieden herstellen.

Vielleicht empfindet er Loyalität.

Vielleicht fürchtet er selbst Konflikte mit der betreffenden Person.

Und natürlich gibt es auch Menschen, die bewusst Druck ausüben oder Informationen beschaffen.

Aus dem Verhalten allein lässt sich die Motivation nicht immer zuverlässig erkennen.

 

 

 

Der fachlich passendere Begriff: Triangulation

 

Viele Situationen, die online als „Flying Monkeys“ bezeichnet werden, lassen sich besser mit dem Begriff Triangulation beschreiben.

Eine dritte Person wird in eine Beziehung oder einen Konflikt zwischen zwei Menschen hineingezogen.

Statt:

A spricht mit B.

entsteht:

A spricht mit C über B.

Und C wirkt anschließend auf B ein.

Das verändert die gesamte Dynamik.

 

 

 

Ein typisches Beispiel

 

Du hast dich von einem Partner getrennt.

Direkt miteinander ist vieles bereits gesagt.

Dann ruft eine gemeinsame Freundin an:

„Er ist völlig fertig. Du solltest ihm wenigstens noch eine Chance geben.“

Vielleicht möchte sie tatsächlich helfen.

Gleichzeitig entsteht Druck auf dich.

Aus einem Konflikt zwischen zwei Menschen wird ein Dreieck.

 

 

 

Warum werden Dritte einbezogen?

 

Die Gründe können sehr verschieden sein.

Dritte können beispielsweise genutzt werden, um:

  • Unterstützung und Bestätigung zu gewinnen
  • die eigene Sichtweise zu verbreiten
  • Informationen zu erhalten
  • den Kontakt trotz einer Grenze aufrechtzuerhalten
  • sozialen Druck zu erhöhen
  • den eigenen Ruf zu schützen
  • die andere Person zu beeinflussen

Manchmal geschieht das strategisch.

Manchmal entwickelt sich die Dynamik ohne bewussten Plan.

 

 

 

Flying Monkeys und Narzissmus

 

Triangulation kann bei stark narzisstisch geprägten Beziehungsmustern eine Rolle spielen.

Besonders relevant kann sie werden, wenn Status, Kontrolle, Bewunderung oder das eigene öffentliche Bild eine große Bedeutung haben.

Dann können Dritte helfen, eine bestimmte Darstellung aufrechtzuerhalten.

Wichtig bleibt:

Triangulation ist kein exklusives Merkmal von Narzissmus.

Auch Menschen ohne narzisstische Persönlichkeitsstruktur ziehen andere in Konflikte hinein.

 

 

 

Deshalb sind Ferndiagnosen wenig hilfreich

 

Vielleicht beobachtest du:

  • starke Selbstbezogenheit
  • Manipulation
  • Abwertung
  • Schuldumkehr
  • Triangulation

Diese Beobachtungen können für deinen Umgang sehr relevant sein.

Sie erlauben trotzdem keine sichere Diagnose einer abwesenden Person.

Für deinen nächsten Schritt reicht es meist, das konkrete Muster zu erkennen.

 

 

 

Wie können Dritte in die Dynamik hineingezogen werden?

 

1. Als Botschafter

„Ich soll dir ausrichten …“

Eine Person übermittelt Nachrichten zwischen zwei anderen.

Das kann organisatorisch sinnvoll sein.

In Konflikten kann es jedoch direkte Klärung verhindern und zusätzlichen Druck erzeugen.

 

2. Als Vermittler

„Ihr müsst euch doch wieder vertragen.“

Vermittlung kann hilfreich sein, wenn beide Seiten sie wünschen.

Sie wird problematisch, wenn eine Person dadurch dazu gebracht werden soll, eine bereits gesetzte Grenze zurückzunehmen.

 

3. Als Fürsprecher

„Du verstehst ihn einfach falsch.“

Oder:

„Nach allem, was sie erlebt hat, musst du doch Verständnis haben.“

Hintergründe können Verhalten erklären.

Sie heben Verantwortung für das eigene Verhalten nicht auf.

 

4. Als Informationsquelle

„Hat sie jemanden Neues?“

„Wo wohnt er jetzt?“

„Was hat sie über mich gesagt?“

Manche Dritte werden genutzt, um Informationen zu erhalten, die direkt nicht mehr verfügbar sind.

 

5. Als Druckverstärker

„Alle finden, dass du übertreibst.“

„Die ganze Familie versteht deine Entscheidung nicht.“

„Du musst jetzt endlich vernünftig sein.“

Hier entsteht sozialer Druck.

 

 

 

„Alle sagen, dass du …“

 

Diese Formulierung verdient Aufmerksamkeit.

Sie erzeugt den Eindruck einer großen Mehrheit.

Frag ruhig:

„Wer genau sagt das?“

Und:

„Welche Informationen haben diese Menschen überhaupt?“

Fünf Menschen können dieselbe Geschichte erzählen und trotzdem nur eine einzige Quelle haben.

Mehr Stimmen bedeuten nicht automatisch mehr unabhängige Informationen.

 

 

 

Warum solche Situationen so verunsichern können

 

Wenn mehrere Menschen dieselbe Sicht vertreten, entsteht leicht der Gedanke:

„Vielleicht liege tatsächlich ich falsch.“

Eine Außenperspektive kann wertvoll sein.

Sie sollte trotzdem kritisch geprüft werden.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Was weiß diese Person aus eigener Erfahrung?
  • Was wurde ihr erzählt?
  • Kennt sie beide Perspektiven?
  • Hat sie eigene Interessen im Konflikt?

 

 

 

Flying Monkeys und Gaslighting

 

Triangulation und Gaslighting können gemeinsam auftreten.

Wenn mehrere Menschen dieselbe Darstellung wiederholen, kann das Zweifel an der eigenen Wahrnehmung verstärken.

Trotzdem sind die Begriffe verschieden.

Gaslighting beschreibt stärker die wiederholte Untergrabung der Wahrnehmung, Erinnerung oder Urteilsfähigkeit eines Menschen.

Triangulation beschreibt die Einbeziehung einer dritten Person in die Beziehungsdynamik.

→ „Du bist zu empfindlich“: Wann daraus Gaslighting werden kann

 

 

 

Wenn aus einem Konflikt eine Rufkampagne wird

 

Besonders belastend kann es werden, wenn private Informationen, Halbwahrheiten oder falsche Behauptungen im Umfeld verbreitet werden.

Dann entsteht leicht der Impuls:

„Ich muss jetzt allen erklären, was wirklich passiert ist.“

Das ist verständlich.

Und es kann enorme Ressourcen verbrauchen.

 

 

 

Du musst nicht jeden überzeugen

 

Überlege:

Welche Menschen sind für dein Leben tatsächlich relevant?

Dort kann eine sachliche Klarstellung sinnvoll sein.

Bei entfernten Bekannten oder Menschen, die bereits festgelegt sind, bringt eine umfangreiche Verteidigung häufig wenig.

Wähle deine Gespräche bewusst.

 

 

 

1. Bleib bei konkreten Vorgängen

Statt:

„Alle sind gegen mich.“

hilft:

„Diese Person hat diese konkrete Information weitergegeben.“

Konkretheit reduziert das Gefühl einer unüberschaubaren Front.

 

 

2. Prüfe die Rolle der dritten Person

Frag dich:

  • Will diese Person verstehen?
  • Will sie vermitteln?
  • Will sie mich überzeugen?
  • Sammelt sie Informationen?
  • Respektiert sie meine Grenze?

Danach kannst du entscheiden, wie viel Gespräch sinnvoll ist.

 

 

3. Fördere direkte Kommunikation

Wenn jemand sagt:

„X findet, dass du …“

kannst du antworten:

„Wenn X etwas mit mir klären möchte, kann X gern direkt mit mir sprechen.“

Damit greifst du den Boten nicht an.

Du veränderst die Kommunikationsstruktur.

 

 

4. Steig aus der Dreieckskommunikation aus

Eine weitere mögliche Formulierung:

„Ich möchte dieses Thema nicht über Dritte besprechen.“

Oder:

„Das kläre ich direkt mit der betreffenden Person.“

Solche Sätze können überraschend viel Komplexität reduzieren.

 

 

5. Begrenze Informationen bewusst

Wenn persönliche Informationen regelmäßig weitergetragen werden, kannst du entscheiden, was du künftig wem mitteilst.

Das bedeutet nicht:

„Ich darf niemandem mehr vertrauen.“

Es bedeutet:

„Ich wähle bewusster, wem ich welche Informationen anvertraue.“

 

 

6. Schütze deine Privatsphäre

Je nach Konflikt können auch digitale Grenzen sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

  • Sichtbarkeit persönlicher Beiträge überprüfen
  • Kontaktlisten bewusst gestalten
  • Passwörter und Zugänge kontrollieren
  • Standort- und Freigabeeinstellungen prüfen

Wie weit solche Maßnahmen gehen sollten, hängt von der tatsächlichen Situation ab.

Selbstschutz sollte zur realen Gefährdung passen.

 

 

7. Vermeide endlose Rechtfertigungen

Wenn ein Mensch bereits eine feste Überzeugung hat, führt eine längere Erklärung nicht automatisch zu größerer Offenheit.

Manchmal genügt:

„Ich sehe die Situation anders und möchte die Details nicht weiter mit dir besprechen.“

 

 

8. Vertrauenswürdige Menschen behalten

Bei schwierigen sozialen Dynamiken ist Rückzug verständlich.

Vollständige Isolation ist jedoch selten ein hilfreiches Ziel.

Wertvoll sind Menschen, die:

  • zuhören
  • Fragen stellen
  • nicht vorschnell Partei ergreifen
  • deine Grenzen respektieren
  • auch Unsicherheit aushalten können

 

 

9. Relevante Vorgänge dokumentieren

Bei wiederkehrenden Konflikten kann sachliche Dokumentation Orientierung geben.

Zum Beispiel:

  • Vereinbarungen
  • relevante Nachrichten
  • Zeitpunkte
  • konkrete Vorfälle

Gerade im beruflichen Kontext können schriftlich bestätigte Vereinbarungen hilfreich sein.

Bei rechtlich relevanten Fragen solltest du klären lassen, welche Dokumentation zulässig und sinnvoll ist.

 

 

10. Konsequenzen statt Feindeslisten

Die Frage:

„Wer gehört alles zu den Flying Monkeys?“

kann selbst viel Aufmerksamkeit binden.

Hilfreicher ist häufig:

„Wie verhält sich diese konkrete Person mir gegenüber?“

Respektiert sie deine Grenzen?

Geht sie verantwortungsvoll mit Informationen um?

Ist eine faire Kommunikation möglich?

Darauf kannst du deine Entscheidungen stützen.

 

 

 

Wenn du selbst in die Rolle hineingezogen wirst

 

Vielleicht sagt jemand zu dir:

„Kannst du ihr bitte ausrichten …?“

Oder:

„Du musst ihm endlich klarmachen, dass …“

Dann kannst du fragen:

„Warum sprichst du das nicht direkt mit der Person?“

Oder:

„Ich möchte zwischen euch keine Botschaften übermitteln.“

So schützt du auch dich davor, Teil einer Dreiecksdynamik zu werden.

 

 

 

Direkte Kommunikation ist nicht immer die beste Lösung

 

Es gibt eine wichtige Ausnahme.

Bei:

  • Gewalt
  • Bedrohung
  • Stalking
  • anderen ernsthaften Sicherheitsrisiken

kann direkte Kommunikation ungeeignet sein.

Dann können professionelle, juristische oder klar geregelte indirekte Kommunikationswege sinnvoller sein.

Sicherheit hat Vorrang.

 

 

 

Flying Monkeys bei einer Trennung

 

Gerade nach konflikthaften Trennungen werden gemeinsame Freunde und Familienmitglieder häufig einbezogen.

Dann hörst du vielleicht:

„Sie leidet so sehr.“

„Du solltest ihm wenigstens noch einmal zuhören.“

„Kannst du nicht einfach Frieden schließen?“

Diese Menschen können es gut meinen.

Du darfst trotzdem bei einer getroffenen Entscheidung bleiben.

→ Trennung von Menschen mit stark narzisstischen Mustern

 

 

 

Eine mögliche Grenze gegenüber gemeinsamen Freunden

 

„Ich weiß, dass dir beide Seiten wichtig sind. Meine Entscheidung möchte ich trotzdem nicht über Dritte diskutieren.“

Damit respektierst du die Beziehung zur dritten Person und schützt gleichzeitig deine Grenze.

 

 

 

Flying Monkeys im Beruf

 

Auch Unternehmen kennen Dreieckskommunikation.

Beispielsweise:

Eine Führungskraft hat ein Problem mit einem Mitarbeiter.

Statt direkt mit ihm zu sprechen, wird über andere Führungskräfte oder Kollegen Einfluss genommen.

Oder Informationen werden gezielt über informelle Kanäle verteilt.

Dann können entstehen:

  • Allianzen
  • Loyalitätskonflikte
  • Gerüchte
  • Informationsfilter
  • politische Dynamiken

 

 

 

Im Unternehmen würde ich weniger von „Flying Monkeys“ sprechen

 

Im professionellen Kontext sind Begriffe wie diese meist hilfreicher:

  • Triangulation
  • indirekte Kommunikation
  • informelle Allianzen
  • politische Einflussnahme

Sie beschreiben das beobachtbare Verhalten, ohne Menschen unnötig zu etikettieren.

 

 

 

Professionell zurück zur direkten Kommunikation

 

Zum Beispiel:

„Danke für die Information. Wenn es Kritik an meiner Arbeit gibt, würde ich sie gern direkt mit der verantwortlichen Person besprechen.“

Oder:

„Wer entscheidet das konkret? Mit dieser Person würde ich die Frage gern klären.“

 

 

 

Wenn direkte Kommunikation im Unternehmen nicht ausreicht

 

Bei starken politischen Dynamiken können weitere Schritte sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

  • klare Zuständigkeiten
  • schriftliche Vereinbarungen
  • bewusste Informationswege
  • sachliche Dokumentation
  • geeignete Eskalationswege

Je höher die Tragweite, desto wichtiger wird eine strategische Betrachtung.

 

 

 

Wenn Reputation oder Karriere betroffen sind

 

Dann lohnt sich eine nüchterne Analyse:

  • Welche konkrete Aussage kursiert?
  • Wer ist tatsächlich relevant?
  • Welche Information lässt sich sachlich richtigstellen?
  • Wo lohnt eine Reaktion?
  • Wo würde sie den Konflikt nur vergrößern?

Strategische Kommunikation ist etwas anderes als spontane Gegenwehr.

 

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte und manipulative Dynamiken können in unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

 

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaften oder das gemeinsame soziale Umfeld?

Dann können wir beispielsweise betrachten:

  • Welche Dynamik entsteht?
  • Wie gehst du mit Dritten um?
  • Welche Informationen möchtest du teilen?
  • Welche Grenzen brauchst du?
  • Welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Im beruflichen Kontext spielen zusätzlich Faktoren eine Rolle wie:

  • Macht
  • Interessen
  • Verantwortung
  • Reputation
  • Karriere
  • wirtschaftliche Konsequenzen

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche psychische Folgen hinterlassen haben

 

Manche belastenden Beziehungen wirken weit über den aktuellen Konflikt hinaus.

Vielleicht bestehen:

  • starke Ängste
  • anhaltende Selbstzweifel
  • innere Alarmbereitschaft
  • Schlafprobleme
  • Traumafolgen

Dann kann ein therapeutischer Rahmen passend sein.

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch von Coaching und Beratung getrennt.

→ Psychotherapie bei Ängsten und Traumafolgen

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Kommunikation, Konflikte und den professionellen Umgang mit schwierigen Dynamiken geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können:

  • Verhaltensweisen betrachten
  • Muster erkennen
  • Dynamiken verstehen
  • Auswirkungen einordnen
  • Handlungsmöglichkeiten entwickeln

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Bei konflikthaften Trennungen, Auseinandersetzungen im Beruf, möglichen Rufschädigungen, Bedrohungen oder anderen eskalierten Situationen können rechtliche Fragen entstehen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen Handlungsspielraum.

 

 

 

Acht Fragen für mehr Klarheit

 

  1. Wer kommuniziert hier eigentlich mit wem?
  2. Was weiß die dritte Person aus eigener Erfahrung?
  3. Was wurde ihr erzählt?
  4. Welche Rolle übernimmt sie gerade?
  5. Welche Rolle soll ich übernehmen?
  6. Welche Informationen möchte ich noch teilen?
  7. Welche Grenze brauche ich?
  8. Wie sähe eine klarere Kommunikationsstruktur aus?

 

 

 

Fazit: Schau auf die Rolle, nicht nur auf das Etikett

 

„Flying Monkeys“ ist ein anschaulicher Begriff für ein reales Phänomen:

Dritte können in Konflikte hineingezogen werden und dadurch Druck, Informationen oder bestimmte Darstellungen weitertragen.

Doch Menschen übernehmen solche Rollen aus sehr unterschiedlichen Gründen.

Manche handeln bewusst.

Andere glauben, zu helfen.

Deshalb finde ich eine andere Frage hilfreicher als:

„Wer ist ein Flying Monkey?“

Frag lieber:

„Welche Rolle übernimmt diese Person gerade – und wie möchte ich damit umgehen?“

Das führt weg von Feindbildern.

Und zurück zu deinem Handlungsspielraum.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

YouTube-Kanal Schutz vor Narzissten & Co. @karsten-noack

 

Auf meinem YouTube-Kanal @karsten-noack „Narzissmus & Selbstschutz“ findest du eine umfangreiche Fachmediathek zu narzisstischen Dynamiken, toxischen Beziehungsmustern, emotionaler Manipulation und den Folgen für Betroffene.

Die Videos sind aus meiner langjährigen Arbeit als Therapeut, Coach und Berater entstanden.
Sie geben Orientierung, ordnen typische Muster ein und vermitteln konkrete Impulse für mehr Klarheit, Selbstschutz und innere Stabilität.

Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen den Kanal als Begleitung, zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
Die Videos ergänzen diese Arbeit als öffentlich zugängliche Fachmediathek.

Externer Link zu YT-Kanal @karsten-noack (es geltem die Datenschutzbedingungen von Google/YouTube)

Artikel zu Narzissten und Narzissmus

Warum du dich für deine Bedürfnisse schämst | Narzissmus

Warum schämst du dich nach einer narzisstischen Beziehung für deine Bedürfnisse? Erfahre, wie Scham entsteht und wie du wieder mehr Selbstachtung entwickelst.

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

22+ Tipps für gesundes Selbstvertrauen

Echtes Selbstvertrauen kommt von innen, ist auch dann verfügbar, wenn es darauf ankommt. Ich unterstütze dich dabei, den Zugang zu deine eigenen Ressourcen zu nutzen, für mehr Selbstsicherheit und mehr Durchsetzungsvermögen.

mehr lesen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2019
Überarbeitung: 12. Juli 2026

Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Was schützt gegen Propaganda, Fake News und eigenartige Theorien?
Propaganda

Propaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

 

Propaganda umfasst die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher Ideen und Meinungen mitunter mittels drastischer Methoden. In diesem Zusammenhang spielen auch Gegenpropaganda, Fake News und Verschwörungstheorien eine Rolle. Wie funktioniert sie und was schützt? Kleiner Hinweis: Der Aluhut ist es nicht!

Wollt Ihr den totalen Krieg?

 

Am 18. Februar 1943 hielt der Propagandaminister Goebbels im Sportpalast an der Potsdamer Straße in Berlin eine Rede, um die Massen in einer zweistündigen Rede auf den totalen Krieg einzuschwören. Das ausgewählte Publikum jubelte ihm zu. Über das Radio wurde die Rede übertragen und dann an den kommenden zwei Tagen mehrmals ausgestrahlt.

Zwei Wochen vorher, am 2. Februar 1943, hatte die Wehrmacht in Stalingrad kapituliert. Schwer vorstellbar, dass noch jemand glaubte, der Krieg sei noch nicht verloren.

Rhetorisch gesehen war die Sportplatzrede schnell gestrickt, einige sprachliche Mittel sind vergleichsweise einfach zusammengewürfelt worden.

 

Sprachliche Mittel in der Sportpalastrede:

  • Emotionalisierung
  • Superlative
  • Übertreibung
  • Euphemismen
  • imperativer Stil
  • Wiederholungen
  • religiöser Sprachgebrauch
  • wertende Adjektive zur Diffamierung

 

Für viele Menschen gilt sie als Beispiel für perfide Propaganda. Dabei war sie außerhalb des Sportpalasts relativ wirkungslos.

Wenn es um Propaganda geht, sind Nationalsozialismus und Kommunismus, die häufigsten Untersuchungsthemen. Doch es gibt auch heute zahlreiche Beispiele für Propaganda. Nicht nur die sozialen Medien und Fake News werden für vielerlei Interessen eingesetzt.

 

 

 

Was ist Propaganda?

 

Propaganda umfasst die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher Ideen und Meinungen mitunter mittels drastischer Methoden. So soll die Meinungsbildung beeinflusst werden. Propaganda zielt auf die Masse ab. Wer Propaganda betreibt, möchte vor allem die Meinungshoheit erobern und so bestimmen, was die Massen als Wahrheit akzeptieren.

 

 

 

Wer übt Propaganda wie aus?

 

Besonders unrühmliche Beispiele liefert die Propaganda der Nationalsozialisten. Für die Mobilisierung der Massen wurde bei der politischen Arbeit der Fokus auf die Propaganda gelegt. Adolf Hitler hatte bereits in Mein Kampf die Prinzipien beschrieben:

  • Die Konzentration auf wenige Themen und Schlagworte
  • Schön einfach halten und Nachdenken vermeiden
  • Ansprechen der Emotionen der Massen
  • Vermeidung von Differenzierungen
  • Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung

 

Am 13. März 1933 – also einen Tag nach der nationalsozialistischen Machtergreifung – wurde von Adolf Hitler die „Gleichschaltung des politischen Willens der Länder“ angeordnet. Genutzt wurde dazu das von diesem Moment von Propagandaminister Joseph Goebbels geleitete Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.

Doch nicht nur in der nationalsozialistischen Propaganda wurden diese Prinzipien höchst erfolgreich missbraucht. Propaganda wird von unterschiedlichsten Akteuren und Interessen eingesetzt. Staaten, Medien, Unternehmen, Gruppen, Einzelpersonen nutzen Instrumente der Propaganda für sich und ihre Ziele. Mal geht es darum, Kriege zu legitimieren, sich selbst, die eigene Leistung oder eigene Produkte besser dastehen zu lassen, oder darum, andere Meinungen und Menschen zu diffamieren. Propaganda ist Manipulation. Diese Manipulation dient der Täuschung.

 

 

 

Was schützt vor Propaganda?

 

Propaganda arbeitet mit Ängsten und Hoffnungen. Propaganda verspricht denen, die folgen, zu den Starken, Guten, zu den Siegern zu gehören. Wer folgt, gehört nun zu einer Gruppe und das suggeriert Sicherheit durch den Zusammenhalt. Doch der Preis der vereinfachten Wahrheiten ist Unterwerfung.

Je mündiger und informierter das Publikum, desto eher perlt Propaganda an ihm ab. Deswegen sind diejenigen die Propaganda ausüben auch daran interessiert Einfluss auf die freie Meinungsbildung zu nehmen.

Aufklärung und Information helfen. Und damit es nicht wie Propaganda wirkt, ist Transparenz gefragt. Angebote zur Aufklärung erfolgt möglichst im freien Austausch, im neugierigen Ringen um Perspektiven. So wird die Meinungsbildung gefördert, anstatt mit Gewalt die Sicht korrigiert. Erst echte Einsichten gehen tief genug, um Veränderungen zu fördern. Reine Kosmetik an der Oberfläche sorgt bestenfalls dafür, dass Meinungen nur noch hinter verschlossenen Türen geäußert oder – noch gefährlicher – einseitig bestätigt und radikalisiert werden. Filterblase und Echokammer erschweren die freie Meinungsbildung zusätzlich. Wer im eigenen Saft schmort, bildet sich keine umfassende Meinung mehr, sondern empfindet nur Bestätigung für vorhandene Überzeugungen. Es sind entsprechende Informationen notwendig, mit denen es möglich ist sich eine eigene Meinung zu erarbeiten.

 

 

 

Gegenpropaganda: Propaganda gegen Propaganda

 

Gegenpropaganda ist Propaganda, die sich gegen die Ausbreitung bestimmter Vorstellungen, Gedanken, Vermutungen, Gerüchte oder Ähnliches richtet.

Gut gemeint und schlecht gemacht: Selbst gut gemeinte Gegenpropaganda bleibt Propaganda. Sie hinterlässt einen unangenehmen Nachgeschmack, da der manipulierende Charakter bitter auf alles durchfärbt. Das erzeugt Widerstand, selbst bei wünschenswerten Anliegen.

 

 

 

Medien

 

Massenmedien dienen der Meinungsbildung. Da ist die Propaganda nicht weit. Hier wird versucht, kollektive Überzeugungen und Emotionen zu beeinflussen, für bestimmte Handlungen zu motivieren.

Die Mittel für Propaganda sind heute vielfältiger als je zuvor. Wo früher Radio, Film, Fernsehen und Presse die wichtigsten propagandistischen Mittel waren, kommen heute die verschiedenen Netzwerke und digitalen Medien hinzu. Die Auswertungen persönlicher Daten ermöglicht heute eine zunehmend gezieltere Ansprache und Manipulation.

Ähnlich wie Boulevardmedien wird in den sozialen Medien weniger mit Zahlen, Daten, Fakten gearbeitet, sondern mit Emotionen. Die gesunkene Glaubwürdigkeit der klassischen Nachrichten und Medien öffnet selbst skurrilen Quellen Tür und Tor.

Propaganda nutzt die Medien und wird als Waffe spätestens dann eingesetzt, wenn es darum geht, ein bevorstehendes Ereignis so zu beeinflussen, dass das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht. Oft gilt es Ereignisse, wie bei Fake News an Ereignisse, für eigene Zwecke zu alternativen Realitäten beziehungsweise alternativen Fakten zu machen.

 

 

 

Alternative Fakten

 

Die Bezeichnung alternative Fakten (englisch: alternative facts) wurde durch Kellyanne Conway, die Beraterin des seit 20. Januar 2017 amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, zum Auslöser von Spott. Sie verteidigte die falschen Angaben des Pressesprechers des Weißen Hauses Sean Spicer über die Größe des Publikums während der Amtseinführung von Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Als der Journalist Chuck Todd von NBC sie während des Interviews fragte, weshalb Spicer widerlegbar falsche Behauptungen äußere, antwortete Conway:

„Don’t be that overly dramatic about it, Chuck. You’re saying it’s a falsehood, and they’re giving — Sean Spicer, our press secretary, gave alternative facts to that.“ Übersetzt: „Chuck, seien Sie nicht so übertrieben dramatisch. Sie sagen, es sei eine falsche Behauptung, und … unser Pressesprecher Sean Spicer präsentierte dazu alternative Fakten.“

Chuck Todd entgegnete daraufhin: „Alternative facts are not facts. They are falsehoods.“, also „Alternative Fakten sind keine Fakten. Es sind Unwahrheiten.“

Fake News wirken mitunter wie Satire, doch das ist nicht ihre Funktion. Mit ihnen soll ein Publikum für bestimmte Zwecke, politisch, sozial oder wirtschaftlich manipuliert werden.

 

 

 

System?

 

Alternative Fakten werden in Donald Trumps Buch The Art of the Deal (deutsch: Die Kunst des Geschäfts) im Sinne von „truthful hyperbole“ (deutsch: wahrheitsgemäße Übertreibung) als eine harmlose Form der Übertreibung und sehr wirksame Form der Werbung dargestellt. Es wird behauptet, dass die Menschen glauben wollen, dass etwas das Größte, Gewaltigste und Spektakulärste ist. Also sollte das Publikum mit Gigantomanie glücklich gemacht werden.

Obwohl diese Machenschaften selbst mit wenig Aufwand erkennbar sind, entfalten sie bei manchen Zielgruppen besonders leicht ihre Wirkung. Sie haben gewissermaßen den Zweck, der Wahrnehmung zu widersprechen. Die Mechanismen sind in uns angelegt. Menschen neigen dazu, neue Informationen mit dem eigenen Wissen abzugleichen. Stimmen sie mit Vorhandenem überein, bestärken sie das eigene Wissen. Widersprechen sie sich, entsteht kognitive Dissonanz. Diesen unangenehmen Zustand wollen Menschen möglichst vermeiden, indem eigenes Wissen mit den neuen Fakten abgestimmt wird. Immensen Einfluss hat dabei heute die Verwirrung und Belastung durch die Vielfalt der widersprüchlichen Informationen in den sozialen Medien.

Die Absicht offensichtlicher Lügen ist die Verwirrung, die Verschiebung des Diskurses, wodurch plötzlich vieles infrage gestellt wird. Diese Zusammenhänge machen sich manche Interessen zunutze und bereichern uns mit alternativen Fakten. Es ist auch eine Machtdemonstration; wer sie trotz besseren Wissens weitererzählt, wird belohnt und wer nicht mitspielt, der wird bestraft. Insofern sind alternative Fakten und die dahinterstehende Strategie weniger harmlos, als die kabarettistischen Reaktionen auf den ersten Blick vermuten lassen.

Aluhut und Weltverschwörung

 

Kriege, Terroranschläge oder Pandemien: In Zeiten der Verunsicherung sind Menschen empfänglicher für eigenartige Ideen. Krisen liefern einen ergiebigen Nährboden für Fantasien. Bei empfundenen Kontrollverlust steigt die Bereitschaft sie zu glauben. Dann haben Verschwörungstheorien leichter verbreitet zu werden. Die Zeit der Coronakrise zeigt das in deutlichem Maße.

Was früher hinter vorgehaltener Hand und flüsternd mit Gleichdenkenden geteilt wurde, wird heute öffentlich herausposaunt. Das Internet hat das erleichtert. Ein Blick in die sozialen Medien zeigt, dass Verschwörungstheorien, Fake News und Propaganda nicht ausschließlich von vermeintlichen gesellschaftlichen Randpersonen verbreitet und geglaubt werden. Selbst einige Zeitgenossen, die wir bisher für selbstständig denkend gehalten haben, driften ab in Scheinwelten. Sie scheinen nun in entfernten Realitäten unterwegs zu sein. Newton, andere Experten und wissenschaftliche Standards gelten nun nicht mehr.

Im empörten Ton verbreiten sich einfache Erklärungen. Werden dann auch noch die Schuldigen genannt, ist dies für eine erstaunlich große Anzahl von Menschen  attraktiv. Endlich verspricht etwas, Ordnung in eine verwirrende Welt zu bringen, und wenn es noch so bodenlose Verschwörungstheorien sind. An einem Tag ist es Corona-Pandemie, an einem anderen wird Darwin und die Evolution bezweifelt, es existieren sogar Anhänger der These, die Erde wäre eine Scheibe.

Dass die Freiheit, selbst eigenartige Äußerungen verbreiten zu dürfen, als ein Indiz für Demokratie und Meinungsfreiheit gedeutet werden könnte, streiten vehemente Verfechter von Verschwörungstheorien ab. Ein tatsächlicher Austausch verschiedener Standpunkte wird dann oft abgelehnt, beziehungsweise bricht zunehmend die Gesprächsgrundlage weg. Was nicht lässt, wird passend gemacht. Als gesichert geltende Erkenntnisse und angesehene Experten werfen ignoriert, infrage gestellt und als Propagandawerkzeuge gebrandmarkt. Einige Theorien sind liebenswert verschoben, andere extrem und gefährlich, besonders die rassistischen.

Eigene Quellen halten oft nicht einmal einer oberflächlichen Betrachtung stand, doch auf solche Hinweise wird häufig mit Aggression reagiert. Mit verschiedensten Interessen machen sich Menschen und Organisationen die Gelegenheit zunutze. Solch ein Nährboden eignet sich sehr gut für Propaganda. Ein genauer Blick auf die Quelle und Interessen wäre auch hier sehr erhellend, ist jedoch eher selten.

 

Hilfreiche Fragen:

  • Wer hat welche Vorteile?
  • Auf welche Daten stützt sich die Behauptung?
  • Lassen die Daten sich überprüfen?
  • Welche Glaubwürdigkeit haben die Beteiligten?
  • Wer steckt dahinter?
  • Ist das errichtete Modell in sich schlüssig?
  • Wie wird mit anderen Sichtweisen umgegangen?
  • Welche Knöpfe werden gedrückt?
  • Gibt es Hinweise auf Manipulationsversuche?
  • Weshalb will ich die Behauptung glauben?
  • Wie wahrscheinlich ist die Behauptung?

 

 

 

Verschwörungen

 

Gesunder Zweifel ist empfehlenswert. Ein genauerer Blick weist auf die Einflussfaktoren hin:

  • prägende Kultur
  • religiöse Einflüsse beziehungsweise Esoterik
  • Soziale Medien (Echokammer, Bots)
  • Fehlende Bildung beziehungsweise Halbwissen

 

Wobei es wichtig ist auch anzuerkennen, dass es tatsächlich Verschwörungen gab und gibt. Es existieren in der Menschheitsgeschichte einige Beispiele dafür, dass der Masse der Menschen bestimmte Informationen vorenthalten wurden. Oft erst eine ganze Weile später werden mitunter die Archive geöffnet und wir dadurch erfahren, was tatsächlich geschehen ist.

Als Verschwörung wird im Allgemeinen der Zusammenschluss von mindestens zwei Personen bezeichnet, die einem unlauteren, ehrlosen oder illegalen Zweck dient. Findet die Zusammenarbeit dieser Personen verdeckt statt, wird das als Konspiration bezeichnet, und die Verbindung von Verschwörung und Konspiration als Komplott. Verschwörungen richten sich gegen konkrete Personen, Einrichtungen oder bestehende Zustände. Sie dienen beispielsweise der Vertuschung und Strafvereitelung.

P.S.

 

Was halten Sie von Propaganda und Gegenproganda? Wie schützen wir uns am besten?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
Nutze die Suche oder entdecke weitere Beiträge im Themenbereich.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. September 2015
Überarbeitung: 13. Mai 2020
Englische Version:
AN: #54654
K: CNB
Ü:

Lügen in Interviews ist keine gute Idee

Lügen in Interviews ist keine gute Idee

Medienkompetenz, Entscheidungen und Körpersprache
Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren, auch in den Medien

Lügen in Interviews

 

Lügen haben kurze Beine. Was nicht schnellstens durch den Faktencheck enthüllt wird, wird später aufgedeckt. So oder so gibt die Körpersprache in viel zu vielen Interviews Hinweise darauf, dass mit den Aussagen etwas nicht stimmt.

Überblick

 

 

 

 

 

Lügen in Interviews ist keine gute Idee

 

Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.

Martin Luther

 

Abgasskandale, Doping und andere Verfehlungen gehören selten zum Gegenstand von Prahlereien. Dabei will kaum jemand erwischt werden. So weit, so verständlich.

Lügen ist schon sonst keine schöne Sache, doch während eines Interviews multiplizieren sich die Konsequenzen, sobald die Wahrheit ans Licht kommt. Und das geschieht früher oder später, Lügen haben ja bekanntlich kurze Beine.

 

Drei Worte: Hundertprozent glaubwürdiges Dementi.

Independence Day

 

Was nicht schnellstens durch den Faktencheck enthüllt wird, wird doch irgendwann aufgedeckt. So oder so gibt die Körpersprache in viel zu vielen Interviews Hinweise darauf, dass mit den Aussagen etwas nicht stimmt. Körpersprachexperten sehen so etwas täglich, ungeübte Beobachter haben zumindest ein komisches Bauchgefühl. Nicht nur deshalb sind Lügen in Interviews eine sehr schlechte Idee.

 

 

 

Bärendienst und Nebenwirkungen

 

Warum auch lügen? Ohne Not zu lügen, hat wenig Sinn und bei der Krisenkommunikation stellt Lügen ohnehin die denkbar schlechteste Reaktion dar. Der ohnehin schon erfolgte Schaden wird dadurch nicht nur vergrößert, sondern auch für lange Zeit in Stein gemeißelt bzw. digital vervielfältigt.

Leute wie Dr. Cal Lightman und auch ich, werden regelmäßig gebeten Auftritte in den Medien daraufhin zu analysieren, wie glaubhaft die Aussagen sind. Gerade die Körpersprache gibt hierzu oft mehr preis als es dem Interviewten recht ist. Wenn das Gesicht nicht zur Stimme passt, die Stimme nicht zum Inhalt oder der Inhalt nicht zu den Gesten, dann stimmt etwas nicht. Es ist nicht ein Hinweis, es gilt auf so viele wie möglich in ihrem Kontext zu achten. Das Gesicht hat zwar nur 43 Muskeln, kann damit jedoch mehr als 10.000 Gesichtsausdrücke erzeugen und die können gedeutet werden. Und wie sich zeigt, sind die darauf basierenden Einschätzungen durchaus brauchbar. Manchmal dauert es zwar etwas mit der Bestätigung, doch irgendwann kommt die Wahrheit schließlich heraus. Meist ist es besser, die Verantwortung von sich aus zu tragen.

 

 

 

Also vollkommen offenbaren?

 

Ehrlichkeit ist eine willkommene Tugend, wobei radikale Ehrlichkeit eher weniger gut für die soziale Verträglichkeit ist.

Allerdings ist es auch nicht erforderlich, das Kind mit dem Bade auszuschütten und sich ohne Grund vollkommen zu entkleiden. Selbst bei aggressiven Fragen ist es empfehlenswerter den Hinweisen im Artikel „Kein Kommentar!“ zu folgen, als Dinge zu sagen, die Sie nicht sagen wollen. Nicht jedes Publikum ist fair und wohlwollend, weswegen missverständliche Äußerungen leicht missbraucht werden.

 

 

 

Relative Wahrheit?

 

Heute lügt jeder. Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners, meinte Heinz von Foerster. Er sah die Grenze von Wahrheit und Lüge so nicht. Auf eine weniger philosophische Weise würde Donald Trump beipflichten. Es gibt aus Sicht mancher Leute keine Lügen mehr, sondern nur alternative Fakten. Falschmeldungen oder irrtümlich als Fakt dargestellte Neuigkeiten werden als Fake News bezeichnet. Faktencheck? Das braucht doch niemand oder doch? Tatsächlich ändert er nur noch bedingt etwas. Das Internet ist nicht nur schneller bei der Aufdeckung von Lügen, sondern auch bei deren Vervielfältigung. Früher gab es den Spruch „Das Archiv ist die Rache der Journalisten an den Politikern.“ und das hat mittlerweile viele seiner Zähne verloren.

An dieser Stelle bemerke ich, dass meine Gedanken in unterschiedliche Richtungen gehen. So manch ein Zeitgenosse könnte nun meinen, wenn der Zeitgeist es so will, dann gehören relative Wahrheiten nun halt dazu. Ich halte die Behauptung, der Zweck heilige die Mittel, für problematisch. Es macht die Welt zu einem schlechteren Ort!

P.S.

 

Wir leben nun also im sogenannten postfaktischen Zeitalter, ist vielerorts zu lesen. Wenn das so sein sollte, belassen wir es dabei?

Unterstützung für deinen Medienauftritt

 

Ein Interview, ein Statement oder ein anderer Medienauftritt kann weitreichende Wirkung haben. Eine gute Vorbereitung hilft dir, deine Botschaften zu schärfen, auch auf kritische Fragen klar zu antworten und vor Kamera oder Mikrofon präsent zu bleiben.

Ich unterstütze dich individuell bei der Vorbereitung deines konkreten Medienauftritts. Wir können mögliche Fragen und kritische Situationen durchspielen, Antworten präzisieren und den Auftritt realitätsnah simulieren.

Besonders wertvoll ist ein Probelauf mit professionellem Feedback. So erfährst du vor dem tatsächlichen Auftritt, wie deine Botschaften wirken, wo Missverständnisse entstehen können und welche Veränderungen deine Wirkung stärken.

Je nach Anlass können wir beispielsweise arbeiten an:

  • Kernbotschaften und Formulierungen
  • Interviews und kritischen Fragen
  • schwierigen oder überraschenden Nachfragen
  • kurzen Statements und O-Tönen
  • Stimme, Körpersprache und Kamerapräsenz
  • Umgang mit Anspannung und Auftrittsdruck
  • realitätsnahen Interviewsimulationen

Die Vorbereitung erfolgt individuell 1:1 in Berlin oder online. Umfang und Intensität richten sich nach Bedeutung, Ausgangssituation und Anforderungen des Medienauftritts.

→ Medienauftritt individuell vorbereiten

→ Honorare und Konditionen

 

Bei Lampenfieber

Starke Anspannung kann den Zugang zu Fähigkeiten erschweren, die dir sonst selbstverständlich zur Verfügung stehen. Wenn Lampenfieber bei deinem Medienauftritt eine größere Rolle spielt, können wir diesen Aspekt gezielt in die Vorbereitung einbeziehen.

→ Unterstützung bei Lampenfieber

Lügen

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 29. Januar 2020
AN: #882
K:
Ü:

21 Wege, wie Sie Lügen am Telefon aufdecken

21 Wege, wie Sie Lügen am Telefon aufdecken

Lügen haben kurze Beine
Wie Sie Lügen am Telefon aufdecken

Lügen am Telefon erkennen

 

Geflunker, Weglassungen, Schwindel, Betrug, Täuschungen oder Lügen am Telefon können schmerzhaft werden. Wer sie früh erkennt, kann sich schützen.

Überblick

Eine Lüge ist wie ein Schneeball.
Je länger man ihn rollen lässt, desto größer wird er.

Martin Luther

Bauchgefühl

Im Nachhinein sind wir oft schlauer. Wir hätten es besser wissen können und irgendwie wussten bzw. ahnten wir es auch schon. Schon einige Zeit bevor wir uns bewusst darüber im Klaren sind, haben wir oft schon ein komisches Gefühl im Bauch, wenn jemand nicht ehrlich zu uns ist. Oft trauen wir diesem Gefühl nur nicht, besonders dann nicht, wenn wir es nicht glauben wollen!

In einem direkten Gespräch – Auge in Auge – ist dafür in erster Linie die Körpersprache verantwortlich. Zumindest unbewusst registrieren wir im direkten Kontakt oft sehr schnell, dass etwas nicht stimmt. Jemand wirkt nicht kongruent: Verbale und nonverbale Kommunikation widersprechen sich.

Am Telefon fehlt diese zusätzliche Informationsquelle. Ich vermute, das ist auch der Grund, weshalb das Telefon ein für Lügen so favorisiertes Medium ist. 
Bei einer E-Mail gibt es ja Beweise, also eine Risikoquelle, während Telefongespräche selten aufgezeichnet werden. Das senkt zusätzlich die Hürde, die Hemmungen nehmen ab.

Wie Sie Lügen am Telefon aufdecken

Geflunker, Weglassungen, Ablenkungsmanöver, Schwindel, Betrug, Täuschungen oder Lügen. Wenn wir sie nicht früh genug erkennen, kann das eine Menge Schaden anrichten und sehr schmerzhaft sein. Wir sind dem nicht ausgeliefert; wer wachsam ist und auch am Telefon die Antennen ausfährt, bekommt zahlreiche Hinweise.

Es folgen daher einige Anregungen. Aber Achtung: Es handelt sich nicht um eindeutige Beweise für eine Lüge, sondern um Hinweise, die Sie auffordern genauer hinzuhören und nachzufragen.

21 Hinweise auf Lügen

 

 

1. Drum herumreden

 

Irgendwie wirken die Antworten wie Wischiwaschi. Es fehlen die klaren Aussagen. Fragen werden mehr oder weniger elegant umschifft, Fragen und Antworten verschleppt, alles liegt im Nebel. Es wird herumgeeiert, anstatt die Frage zu beantworten. Diese wiederholte Vermeidung von direkten Antworten und Aussagen sollte ein Alarmsignal auslösen.

Die dahinterliegende Absicht: Was nicht gesagt wird, kann auch nicht gegen einen verwendet werden. Selbst bei weitgehend hemmungslosen Zeitgenossen existiert ein Widerwille, Lügen selbst auszusprechen.

 

 

 

2. Geheimnistuerei

 

Informationen werden nur auf Nachfrage und dann auch nur soweit erforderlich gegeben.

Eine Variante: Es werden zu viele Details geliefert. Als Folge der Verzweiflung, eine Lüge irgendwie glaubhafter zu machen, wird die Anzahl der Informationen übertrieben. 
Die dahinter liegende Überzeugung: Viel hilft viel und im Nebel geht der Überblick verloren.

 

 

 

4. Allgemeinplätze

 

Es werden Allgemeinplätze statt konkrete Fakten genannt.

Sprachliche Hinweise sind: „Wie Sie sicher wissen …“, 
„Wie allgemein bekannt ist …“ Nur nicht unnötig konkret werden. Lügner denken, was sie nicht sagen, darauf kann sie auch niemand festnageln.

 

 

 

5. Zu schnelle Antworten

 

Eine zu schnelle Antwort – auf eine Frage die Nachdenken erfordert – kann ein Hinweis auf eine Lüge sein. Oft werden Antworten auf erwartete Fragen vorbereitet und deshalb auffällig schnell gegeben.

 

 

 

6. Zu langsame Antworten

 

Ein zu langsames Antworten kann wiederum ein Hinweis dafür sein, dass Aufwand erforderlich ist, um eine Antwort zu konstruieren. Je länger gelogen wird, desto schwieriger wird es, die Behauptungen schlüssig zu halten. Entsprechend wird zusätzliche Gehirnleistung benötigt, um Widersprüche zu vermeiden.
 Und weil Menschen auf der bewussten Ebene nur bedingt – wenn überhaupt – multitaskingfähig sind, fehlen dabei Ressourcen für andere Aufgaben.

 

 

 

7. Häufigere sprachliche Unterbrechungen

 

Sprachliche Unterbrechungen, Disfluenzen genannt, sind willkürliche und bedeutungslose Laute wie Seufzen, Ähhs, Räuspern, Lachen und Pausen. Versuchen unehrliche Personen Zeit zu gewinnen, um sich eine Geschichte auszudenken oder weiterzuentwickeln, können dabei sprachliche Disfluenzen zunehmen. Auch hier geht es um die Veränderung und nicht die Unterbrechungen selbst, erst diese Veränderungen liefern Hinweise.

 

 

 

8. Widersprüche

 

Umso komplexer das Gebäude der Unwahrheiten wird, desto schwieriger wird der konsequente Aufbau. Wird der Stress weiter gesteigert, nehmen die Verstrickungen zu und damit die Wahrscheinlichkeit für Widersprüche.

 

 

 

9. Versprecher

 

Sprachliche Fehlleistungen können auf unbewusste Hemmungen und Unstimmigkeiten hinweisen.

 

 

 

10. Wiederholung der Fragen und Anklagen

 

Durch die Wiederholung, oft eher ein Nachsprechen als eine Nachfrage, soll Zeit gewonnen werden, um nachzudenken und eine plausible Antwort zu finden.

 

 

 

11. Häufige Verneinungen

 

Eine defensive Haltung kann ein Hinweis auf Unwahrheiten sein.

 

 

 

12. Monotones Reden

 

Monotones Reden dient dazu Gefühle und Hinweise zu vermeiden. Nur keine unnötigen Hinweise liefern!

 

 

 

13. Unangemessener Humor und Sarkasmus

 

So soll das Thema unattraktiv und vermieden werden. Das Gebiet soll dadurch vermint werden, damit es zukünftig gemieden wird. Dafür wird häufig ein Schuldgefühl vermittelt.

 

 

 

14. Eigenartige Formulierungen

 

Irgendwie passen die Formulierungen und verwendeten Wörter nicht. Wer krampfhaft versucht seine Schuld zu verbergen, spricht mitunter deutlich gewählter als sonst. Es wirkt, als wenn jemand emotional weniger beteiligt ist, als eine ehrliche Person in einer solchen Situation.

 

 

 

15. Spontane Erleichterung

 

Auffällig ist eine spontane Erleichterung, wenn ein Thema gewechselt wurde.
 Wechseln Sie spontan das Thema und reagiert Ihr Gesprächspartner darauf erleichtert, anstatt mit Irritation, ist der vorhergehende Teil eine besondere Betrachtung wert.

 

 

 

16. Übertreibungen

 

Die Superlative häufen sich an. Insbesondere Emotionen werden gerne übertrieben.
 Statt etwas nur als „gut“ zu beschreiben, wird es als „fantastisch“ bezeichnet. So soll das Gesagte überzeugender wirken.

 

 

 

17. Untertreibungen

 

„So schlimm ist das doch nicht!“ Die Folgen sollen relativiert sein, es wird gerne für Verständnis geworben, falls „JEMAND“ so etwas getan hat.

Wer schaufelt schon das eigene Grab selbst tiefer? Wobei genau das auch mitunter aus strategischen Gründen zur Ablenkung geschieht; Distanzierung durch Verdammung einer Tat.

 

 

 

18. Schwüre

 

Übertriebene Schwüre werden oft als Verschleierungstaktik eingesetzt und sind umso deutlichere Hinweise, wenn jemand sonst nicht zu ihnen neigt.

 

 

 

19. Sprachliche Distanzierung

 

Es wird die Dritte Person verwendet an Stelle der Ersten Person ICH
. Wer lügt, vermeidet lieber das Wort „Ich“ und spricht lieber in der dritten Person Plural („sie“).

 

 

 

20. Schwammige und distanzierende Sprache

 

Die Verwendung von Sprache, die darauf hinweist, dass jemand sich vom Gesagten selbst distanziert. Besonders das Wort „eigentlich“ ist ein wertvoller Hinweisgeber. Wer mit etwas nicht in Verbindung gebracht werden möchte, lässt häufiger korrekte Personalpronomen weg und verwendet stattdessen beispielsweise „man“.

 

 

 

21. Stimmlage

 

Anders als bei einem direkten Gespräch, bei dem wir die Körpersprache mit in Betracht ziehen können, ist dies am Telefon kaum möglich. Aber zumindest die Stimme als Teil der nonverbalen Sprache, entzieht sich der bewussten Kontrolle und liefert hier Hinweise.

Also ab sofort nur noch auf Unwahrheiten achten?

 

Wer nur noch misstrauisch hinter jedem Wort einen Betrug wittert, tut sich und seinem Umfeld damit wohl keinen Gefallen. Kooperieren können Menschen allerdings nur, wenn sie einander vertrauen. Ohne Vertrauen geht es nicht, doch es lohnt bei wichtigen Entscheidungen gut auf sich Acht zu geben. Und wenn das Bauchgefühl Unbehagen meldet, haben Sie es mit diesen Hinweisen leichter.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen
(Keinerlei Rechtsberatung!)

 

Ein wichtiges Gespräch lässt sich selten vollständig planen.

Du kannst dich jedoch so vorbereiten, dass du mit Klarheit, Orientierung und Handlungsspielraum hineingehst.

Wir können gemeinsam beispielsweise:

  • Ziele und Prioritäten klären
  • Interessen und mögliche Motive der Beteiligten betrachten
  • Argumentationen entwickeln und prüfen
  • Gesprächsstrategien vorbereiten
  • kritische Fragen und Einwände antizipieren
  • schwierige Gesprächsverläufe simulieren
  • Formulierungen ausprobieren
  • Grenzen und Alternativen klären
  • persönliche Wirkung und Präsenz betrachten
  • den Umgang mit Druck und überraschenden Wendungen vorbereiten

Dabei geht es weniger um ein auswendig gelerntes Gesprächsskript.

Du sollst wissen, was du erreichen möchtest, worauf es ankommt und wie du auch bei unerwarteten Entwicklungen beweglich bleiben kannst.

Je nach Anliegen verbinde ich Coaching, Beratung, Einzeltraining und Sparring.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

PRIVAT 1:1

Für wichtige Gespräche im persönlichen Kontext, beispielsweise in Partnerschaft, Familie oder im Umgang mit schwierigen Personen.

→ PRIVAT 1:1

 

BUSINESS 1:1

Für berufliche Gesprächssituationen und die gezielte Entwicklung deiner Gesprächs- und Verhandlungskompetenz.

→ BUSINESS 1:1

 

EXECUTIVE SPARRING

Für konkrete Gespräche und Verhandlungen mit hoher wirtschaftlicher, beruflicher oder strategischer Tragweite.

→ EXECUTIVE SPARRING

Aktuelle Honorare und Rahmenbedingungen findest du jeweils auf den entsprechenden Angebotsseiten.

 

P.S.

 

Wie gut erkennen Sie am Telefon Unwahrheiten und wie?​

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel

Euphemismus, Euphemismen, Schönfärberei, nix Tacheles! Sprache, die manipulieren will.

Euphemismen dienen der Schönfärberei, durch sprachliche Kosmetik soll Hässliches weniger hässlich erscheinen. Euphemismen sind nicht nur in der Politik im Einsatz. Lernen Sie Schönfärberei schneller zu erkennen.

Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Propaganda, Gegenpropaganda, Fake News, Verschwörungstheorien

Propaganda umfasst die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher Ideen und Meinungen mitunter mittels drastischer Methoden. In diesem Zusammenhang spielen auch Gegenpropaganda, Fake News und Verschwörungstheorien eine Rolle. Wie funktioniert sie und was schützt? Kleiner Hinweis: Der Aluhut ist es nicht!

mehr lesen

Lügen in Interviews ist keine gute Idee

Lügen haben kurze Beine. Was nicht schnellstens durch den Faktencheck enthüllt wird, wird später aufgedeckt. So oder so gibt die Körpersprache in viel zu vielen Interviews Hinweise darauf, dass mit den Aussagen etwas nicht stimmt.

mehr lesen

21 Wege, wie Sie Lügen am Telefon aufdecken

Geflunker, Weglassungen, Ablenkungsmanöver, Schwindel, Betrug, Täuschungen oder Lügen. Wenn wir sie nicht früh genug erkennen, kann das eine Menge Schaden anrichten und sehr schmerzhaft sein. Wir sind dem nicht ausgeliefert; wer wachsam ist und auch am Telefon die Antennen ausfährt, bekommt zahlreiche Hinweise.

mehr lesen
VoltaireAlles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. Voltaire

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Januar 2015
Überarbeitung: 17. Juli 2019
AN: #656170
K: CNB
Ü: A