Besser präsentieren mit der 10-20-30-Regel

Besser präsentieren mit der 10-20-30-Regel

Überzeugend präsentieren

Besser präsentieren mit der 10-20-30-Regel

10-20-30-Regel bei Präsentationen

 

Erfahre, wie die 10-20-30-Regel dabei helfen kann, effektiv zu präsentieren. Und das nicht nur beim Pitch vor Kapitalgebern, sondern auch bei vielen anderen Präsentationen.

Video

https://youtu.be/DWne7XQuyrQ

Die 10-20-30-Regel

 

Die 10-20-30-Regel besagt, dass Präsentationen nicht mehr als 10 Folien umfassen, maximal 20 Minu­ten dauern und die Schriftgröße 30 Punkt nicht unterschreiten sollten. Diese Regel, von Guy Kawasaki formuliert, diente ursprünglich für Pitches vor Kapitalgebern. Sie ist darüber hinaus für Verkaufspräsentationen, Pressekonferenzen, die Vorstellung der Geschäftszahlen und viele weitere Präsentationen anwendbar.

 

 

 

10 Folien

 

Die menschliche Aufnahmefähigkeit hat ihre Grenzen. Und weil es gilt je Folie maximal einen wesentlichen Gedanken unterzubringen, dienen 10 Folien als Maximalanzahl.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum maximal zehn Powerpoint-Folien pro Präsentation empfohlen werden. Wer beispielsweise bei einem Pitch mehr als zehn Folien braucht, um die geniale Geschäftsidee zu beschreiben, ist vermutlich noch nicht bereit für die Präsentation. Klare Gedanken sind die Voraussetzung, die Dinge auf den Punkt zu bringen und eine klare Aussage zu liefern.

 

 

 

20 Minuten

 

Ein guter Elevator Pitch, dauert der Bezeichnung entsprechend, so lange, wie eine Fahrstuhlfahrt. Je nach Komplexität und Kontext darf eine Präsentation auch mal etwas länger sein. Als maximale Länge gelten bei der 10-20-30-Regel 20 Minuten.

 

 

 

Schriftgröße 30 Punkt

 

Eine Präsentationsfolie ist kein Spickzettel, wie er in der Schulzeit bei Prüfungen zum Einsatz gekommen sein mag. Alles Wissen an einem Ort, dichtgedrängte und weitgehend unübersichtlich. Das versuchen Redner dann mehr oder weniger gekonnt dem Publikum zu präsentieren. Meist wird der Text stur vorgelesen und die erforderlichen Fähigkeiten für gutes Vorlesens unterschätzt. Das Publikum liest dann doch lieber selbst. Was für eine Verschwendung der Gelegenheit!
Aus dieser Beobachtung resultiert die Forderung, auf Folien Schriftgröße 30 zu verwenden. Das zwingt dazu, die wichtigsten Punkte herauszufinden und auf den Punkt zu bringen.

 

 

 

Bringt die Regel etwas?

 

Präsentationen mit PowerPoint und Co. können für das Publikum zur Belastungsprobe werden. Da trösten auch Kaffee und Besprechungskekse nicht immer. Überschrittene Redezeit, unverständlich vorgelesene Zahlen und Buchstabenkombinationen von Präsentationsfolien, die Augenschmerzen verursachen und viele weitere Unarten lassen sich mithilfe der 10-20-30-Regel reduzieren. Sich an ihr zu orientieren, ist ein guter Anfang.

 

 

 

Wie ernst ist diese Regel zu nehmen?

 

Diese Re­gel stets zu befolgen, dürfte oft schwierig sein und ist auch sicher nicht immer sinnvoll. Die 10-20-30-Regel kann dabei helfen, sich daran zu erinnern, dass es darum geht, Inhalte auf das Wesentliche zu reduzieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich häufig noch striktere Prinzipien bei Präsentationen empfehle. Wobei es gilt, solche Angaben als Prinzipien und nicht als Gesetze zu betrachten.

P.S.​

 

Was für Gedanken kommen zum Thema? Kanntest du die 10-20-30-Regel schon?

 

 

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Artikel zu Rhetorik, Reden und Präsentationen

Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

Authentisch präsentieren statt perfekt wirken: Erfahre, wie Kompetenz, Persönlichkeit, Nahbarkeit und gute Vorbereitung gemeinsam überzeugen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. März 2020
Überarbeitung: 11. August 2020
AN: #937
K: CNC
Ü:

Laserpointer und weshalb Sie lieber anders präsentieren sollten

Laserpointer und weshalb Sie lieber anders präsentieren sollten

Wieso veranstalten manche Redner eine Lasershow?
Laserpointer

Laserpointer

 

Tipps für überzeugende Präsentationen? Gerne. Thema: Laserpointer. Wie empfehlenswert ist der Einsatz von Laserpointern bei Präsentationen?

Überblick

 

 

 

 

Laserpointer

 

Mitunter ist es schwer, sich auf Redner oder Beamerpräsentation zu konzentrieren. Zu wild flitzt der Lichtfleck über die Folien und zeichnet lustige Formen darüber. Bei aufgeregten Rednern wird auch gleich der Herzschlag visualisiert. Nicht, dass ich etwas gegen eine Retro-Lasershow hätte. Das ist so schön, 70er. Nur ist das bisher noch kein Grund für mich gewesen, einer Präsentation beizuwohnen.

 

 

 

Lasershow: Wieso machen manche Redner das?

 

Endlich etwas in der Hand, damit die Frage „Wohin mit den Händen?“ beantwortet ist. Leider ist die Idee nicht so gut, wie es erscheint, denn darunter leidet meist die Gestik.

Im Bemühen, das gesamte Redemanuskript auf die Folien zu bringen, bleibt kaum eine Fläche ungenutzt. Nun soll mit einem Laserpointer versucht werden am Ball beziehungsweise Wort zu bleiben. Obwohl die Formulierung recht nah dran ist; auf den Punkt bringen geht auf anderen Wegen besser. Es erinnert eher an Karaoke, macht dem Publikum aber weniger Spaß!

Überfrachtete Folien werden durch das Beleuchten mit einem Laserstrahl nicht einleuchtender. Wer zwei Hasen jagt, fängt keinen. Schon nach kurzer Zeit verabschiedet sich das Publikum mental vom Redner.

 

 

 

Besser, viel besser

 

 

1. Foliengestaltung

 

Weg mit dem Schnickschnack. Übersichtliche Folien benötigen keinen zusätzlichen Hinweis, worum es gerade geht. Also; weniger ist mehr!

 

 

2. Ein Gedanke, eine Folie

 

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Publikum weiß, worum es gerade geht. Zeigen Sie nur das, worüber Sie auch gerade reden.

 

 

3. Auf Folien verzichten

 

Unpluged: Es geht auch ohne Präsentationsfolien! Auch wenn das in der heute dominanten Präsentationskultur kaum zu glauben ist; Sie können ohne Ablenkung viel überzeugender präsentieren. Folien sollen Sie unterstützen und nicht ersetzen. Wie wäre es live zu visualisieren, mit einem Whiteboard oder Flipchart?

Umfrageergebnis

 

Die Leser dieses Blogs verwenden Laserpointer in Präsentationen …

%

... oft.

%

... selten.

%

... nie.

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage (n= 741)

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

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  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

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Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

 

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 8. August 2014
Überarbeitung: 12. November 2021
Englische Version:
AN: #399
K: CNB
Ü:

28 Tipps für das Whiteboard: Präsentieren vor Publikum

28 Tipps für das Whiteboard

Präsentieren am Whiteboard
Whiteboard

Whiteboard: Eigenarten, Einsatz, Tipps

 

Erfahren Sie, wie Sie den Einsatz von Whiteboard beherrschen. Setzen Sie mit dessen Hilfe live Ihre Botschaft zu unterstützen. So überzeugen Sie auch am Whiteboard.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Whiteboard

 

Ein Whiteboard ist eine glatt beschichtete Wandtafel, auf der mit entsprechenden Stiften geschrieben und gezeichnet werden kann. Sie ist auch trocken leicht abwischbar. Hier erfahren Sie, worauf es sich lohnt zu achten, damit Persönlichkeit und Botschaft überzeugen.

 

 

 

Handhabung

 

Die Handhabung ist grundsätzlich einfach, wenn auch professionelle Nutzer einige lohnenswerte Feinheiten trainieren. Dazu gehört es, so auf der Tafel zu schreiben, dass man den anderen Teilnehmern möglichst nicht unnötig den Rücken zeigt, sondern sich häufig dem Publikum zuwendet und so schreibt, dass auch dabei die Sicht auf das Geschriebene möglich ist. Dies erfordert meist einige Zeit der Übung. Am besten ist dieser Aspekt schon bei der Sitzplatzgestaltung zu berücksichtigen, da die Tafeln üblicherweise fest montiert sind.

Obwohl für Whiteboards meistens Stifte mit abgerundeter Spitze vorhanden sind, lohnt es sich, passende (farbige) Stifte mit abgeschrägter Kante zu besorgen. Mit etwas Übung wirken diese deutlich ansprechender und professioneller, was der Wirkung und Überzeugungskraft sehr förderlich ist. Besonders ungeübte Hände erzeugen vor allem mit runden Stiftspitzen eine wenig ansprechende, kritzelig und unsicher wirkende Schrift. So, jetzt Schritt für Schritt:

 

 

 

28 Tipps für den erfolgreichen Einsatz eines Whiteboards

 

 

1. Auswahl

 

Whiteboards sind überwiegend aus eisenhaltigen Blechen gefertigt, sodass beispielsweise Ausdrucke mit Magneten befestigt werden können. Dabei ist auf gute Magnete zu achten, da besonders bei den billigen Angeboten mit nur sehr geringer magnetische Haltekraft die Blätter schnell der Schwerkraft erliegen und im doppelten Sinne des Wortes bei den Betrachtern durchfallen.

Einfache Modelle sind mit Kunststoff oder dünnem Lack beschichtet. Dadurch sind Sie recht empfindlich.

Whiteboards mit Porzellan-, Emaille-Beschichtung oder sogar Glas besitzen eine besonders glatte und harte Oberfläche. Sie sind besonders unempfindlich gegen Kratzer. Selbst Permanentmarker lassen sich dort entfernen. Doch hat Qualität auch hier ihren Preis.

Matt emaillierte Whiteboards sind auch als Projektionsfläche für Beamer, Tageslichtprojektor etc. geeignet.

 

 

 

 

2. Stifte

 

In die eigene Grundausstattung gehört stets ein großzügiger Vorrat an geeigneten Stiften in verschiedenen Farben. In fremden Konferenzräumen oder Schulungsräumen mögen zwar Stifte vorhanden sein, nur in welchem Zustand? Wenn deswegen plötzlich beim Schreiben der Stift versagt oder deren Zustand nicht den Erfordernissen entsprechen, geht das Zulasten des eigenen Ansehens. Schöne Grüße von Murphy. Nur mit sehr guten Stiften sind anspruchsvolle Visualisierungen eine Freude.

 

 

 

3. Skizze

 

Erleichtern Sie sich das Leben. Machen Sie vorher einen Entwurf des Designs, dass Sie später auf dem Whiteboard Schritt für Schritt entwickeln wollen. Skizzieren Sie bei der Vorbereitung, was Sie an welcher Stelle auf das Whiteboard bringen wollen. Dann gehen Sie systematischer ans Werk und das Publikum spürt, Sie wissen, was Sie tun. Außerdem werden Zeichnungen so besser.

 

 

 

4. Position während der Verwendung

 

Wenn Sie zur Gruppe gewandt sind, solltest du als Rechtshänder rechts neben dem Whiteboard stehen. Dadurch verdecken Sie es nicht so sehr und können sich immer wieder zur Gruppe wenden.

 

 

 

5. Aufteilung

 

Weniger Fülle ist besser, als der Versuch, möglichst viel auf einem Whiteboard unterzubringen. Machen Sie es Ihrem Publikum leicht, sich zurechtzufinden. Lassen Sie dazu oben und unten sowie an den Seiten Ränder frei. Wenn Sie nicht alles bis an den Seitenrand quetschen, wirkt das Whiteboard aufgeräumter und großzügiger. Wenn Sie stets linksbündig schreiben, dann ist es am leichtesten zügig und ordentlich ans Werk zu gehen.

 

 

 

6. Überschrift

 

Verwenden Sie aussagekräftige Überschriften. Die Teilnehmer können die Inhalte dadurch besser nachvollziehen. Auf einen Blick ist ersichtlich, worum es geht.

 

 

 

7. Stichpunkte statt Textwüste

 

Weniger ist oft besser. Überladen Sie das Whiteboard nicht mit zu vielen Stichpunkten oder gar vollständigen Sätzen. Ihr Publikum soll Ihnen ja weiterhin zuhören und nicht mit Lesen beschäftigt sein. Wobei die Versuchung bei Whiteboards zumindest schon etwas geringer ist als bei Bildschirmfolien. Nutzen Sie auch hier lieber Stichworte, die Ihre Botschaft unterstützen und nicht ersetzen.

 

 

 

8. Schriftgröße

 

Damit die Schrift gut zu lesen ist verwenden Sie bei einer Gruppengröße mit bis zu 30 Teilnehmern und naher Bestuhlung lieber Großbuchstaben.

 

 

 

9. Groß- und Kleinschreibung

 

Für die Beschriftung von Whiteboards hat sich eine serifenlose Groß- und Kleinschreibung bewährt, die in guten Trainerausbildungen gelehrt wird. Die übertriebene Verwendung von Großbuchstaben macht selbst Überschriften schlechter lesbar und sie wirkt lautschreierisch.

10. Ober- und Unterlängen

 

Buchstaben wie f, g oder p bzw. Umlaute wie ä, ö oder ü benötigen aufgrund ihrer Darstellung etwas mehr Raum nach oben oder unten. Verkleinern Sie deswegen die Ober- und Unterlängen. Unterlängen sind die Bereiche von Buchstabens, unterhalb der Grundlinie. Oberlängen sind die Bereiche eines Buchstabens, der die Mittellinie nach oben überschreiten. Diese Bereiche sollten nicht übertrieben werden, da sonst zu viel Platz belegt wird oder die Buchstaben ineinander übergehen. Als Orientierung sollten die Ober- und Unterlängen maximal die Hälfte der Mittellänge haben.

 

 

 

11. Farbe

 

Gerade bei aufwendigeren Zeichnung sind Farben sehr nützlich. Verwenden Sie möglichst wenigstens drei kräftige und leuchtende Farben, um die Aufmerksamkeit zu fördern und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Bringen Sie etwas Farbe ins Spiel, aber treiben Sie es nicht zu bunt. Ich verwende für Text Schwarz und manchmal Blau, rote Stifte nur für Hervorhebungen. Für Strukturen verwende ich eine Vielzahl von Stiften.

 

 

 

12. Zwei Stiftarten

 

Für das Schreiben am Whiteboard haben sich zwei Stiftarten bewährt. Dünnere Stifte werden für die Beschriftung von Karten, für Gruppenarbeiten und schnelles Schreiben des Moderators verwendet. Dickere Filzstifte werden für professionelles Arbeiten am Whiteboard genutzt, weil dicke Stifte ein ansehnliches Schriftbild erleichtern.

 

 

 

13. Keilstifte

 

Verwenden Sie Keilstifte für das Schreiben am Whiteboard. Breitere Keilstifte erzeugen ein schönes Schriftbild, wenn sie richtig gehalten werden. Die richtige Stifthaltung am Whiteboard benötigt etwas Übung für ein einheitliches Schriftbild. Dazu gilt es den Stift mit seiner Schreibfläche vollkommen aufzusetzen und mit dieser Breitseite zu arbeiten. Keilstifte werden im Winkel von 45° gehalten. Wenn Sie darauf achten, den Stift beim Schreiben nicht zu drehen, wird das Ergebnis sofort gleichmäßiger. Die lange Stiftseite zeigt währenddessen zur Körpermitte des Nutzers. Den meisten Menschen geht eine etwas nach rechts gestellte Schrift leichter von der Hand.

 

 

 

14. Druckbuchstaben

 

Sie haben eine ansehnliche Schreibschrift? Fein! Verwenden Sie trotzdem lieber Druckbuchstaben. Druckbuchstabenschrift ist besser lesbar als saubere Schreibschrift. Mit etwas Übung der Druckschrift für Whiteboards können Sie Ihr Schriftbild und die Professionalität Ihres Auftritts verbessern.

 

 

 

15. Änderungen

 

Entdecken Sie auf einem vorbereiteten Whiteboard, in den Sie schon einigen Aufwand gesteckt haben, einen Fehler, dann überdecken Sie ihn mit einem Stück Papier. Im guten Moderatorenkoffer befindet sich Magnete, die Sie zur Befestigung verwenden können.

 

 

 

16. Ideen für Visualisierungen

 

Pablo Picasso: „Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.“ Also lassen Sie Ihre Ideen Gestalt annehmen!

Sammeln Sie Ideen für Visualisierungen. Sie können zur Inspiration auch einen Blick in Visualisierungswörterbücher werfen. Ich habe ein Notizbuch, in dem ich bei Bedarf Ideen herausfische. Visualisieren Sie Ihr Thema doch mittels Mind Mapping. Visualisieren können Sie trainieren. Je häufiger Sie sich von etwas ein Bild machen, desto leichter fällt es Ihnen.

 

 

 

17. Symbole

 

Machen Sie es anschaulich. Einfacher ist meist besser, auch bei der Illustration. Verwenden Sie einfache Symbole, die für sich sprechen und die Aussage unterstreichen. Beliebt sind beispielsweise Smileys, Blitze, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Strichmännchen, Rahmen, Pfeile.

 

 

 

18. Eines nach dem anderen

 

Ordnung ist das halbe Leben. Wenn Sie aufwendige Elemente vorbereitet haben, sollten diese erst dann aufgedeckt werden, wenn Sie auch an der Reihe sind. Sonst ist das Publikum abgelenkt und es reduziert sich die Spannung. Um nicht sofort den gesamten Inhalt eines Whiteboards zu entblößen, können Sie Bereiche abdecken, beispielsweise mit selbstmehrfachhaftenden Notizzetteln.

 

 

 

19. Text und Grafik kombinieren

 

Auf dem Whiteboard machen sich Kombinationen von Text und unterstützender Grafik gut. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Geeignete Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, transportieren die Botschaft und bleiben länger im Gedächtnis.

 

 

 

20. Whiteboard als Pinwand

 

Präsentieren Sie Ihre Botschaften möglichst anschaulich und abwechslungsreich an. Sie können das Whiteboard wie eine Pinnwand einsetzen. Wenn Sie metallische Whiteboards einsetzen, geht das mit Magneten sehr gut. Auf diese Weise können Sie auf dem Whiteboard auch klassische Moderationskarten befestigen.

 

 

 

21. Besser eine Skizze als keine Grafik

 

„Bitte … zeichne mir ein Schaf!“ Sie sind kein begnadeter Grafiker und Ihr Elefanten in einer Riesenschlange ähnelt eher einem Hut? Na und! Selbst eine Visualisierung mit deutlichem handwerklichen Entwicklungspotential ist besser als keine. Ohne Übung sieht die Schrift nun mal in der Regel nicht wie gedruckt aus. Der Einsatz eines Whiteboards ist trotzdem eine gute Idee, die Vorteile überwiegen. Und ein Strichmännchen bekommen Sie doch noch hin, oder?

 

 

 

22. Stiftablage

 

So mancher Redner mit Stift in der Hand erinnert mich an Loriots Szene mit der wandernden Nudel. Seine Gesprächspartnerin kann ihm nicht folgen, da die Nudel ihre Aufmerksamkeit vollkommen beansprucht. Unbewusst entwickeln die Hände mancher Redner Ambitionen zur Akrobatik. Der wandernde Stift wirkt dann wie eine Nudel. Das schränkt die Unterstützung durch Körpersprache ein und lenkt das Publikum ab. Eine Stiftablage ist von Vorteil, da sonst viele Nutzer dazu neigen die Stifte unnötig lange in den Händen zu halten.

 

 

 

23. Blickkontakt

 

Reden Sie möglichst nur dann, wenn Sie Blickkontakt haben, sonst verlieren Sie leicht das Publikum. Entwickeln Sie den Inhalt gemeinsam.

 

 

 

24. Reinigung

 

Reinigen lassen sich Whiteboards mit dem üblichen Löschschwamm. Genügt das nicht, dann helfen spezielle Whiteboard-Reiniger.

Permanentmarker sollten nicht in der Nähe gelagert werden. Zu oft hinterlassen sie Erinnerungen auf Whiteboards. Die Tinte richtiger Boardmarker enthält kein Xylol und Toluol (Methylbenzol), wie Permanentmarker.

 

 

 

25. Dokumentation

 

Da das Whiteboard für die weitere Nutzung wieder gewischt werden muss, ist frühzeitig an die Sicherung der Zwischen- und Endergebnisse zu denken. Fotos mit der Digitalkamera oder dem Smartphone haben sich dafür sehr bewährt. Mitunter kann so sogar auf Protokolle verzichtet werden beziehungsweise können diese sehr kurz gehalten werden, wenn die Teilnehmer diese farbigen Bilder beispielsweise per E-Mail erhalten.

Die Teilnehmer haben dann eine vertraute Dokumentation.

 

Tipps, die Ihnen Nacharbeit und somit Zeit sparen:

  • Ordnung
    Denken Sie an die Reihenfolge und Ordnung. Das setzt ein möglichst strukturiertes Vorgehen und gegebenenfalls Vorbereitung voraus.
  • Dick und dunkel
    Dicke dunkle Linien von ebensolchen Stiften sind auf Fotografien besser zu erkennen.
  • Belichtung
    Statt künstlichem Licht sorgt natürliches Licht für bessere Ergebnisse. Die Verendung von Blitz ist bei sehr glatten Whiteboards nicht empfehlenswert. Die Reflexionen spiegeln sich wider und machen die Bilder unansehnlich.
  • Weißabgleich
    Wer vorher an den Weißabgleich denkt, braucht später weniger zu korrigieren.
  • Perspektive
    Fotografieren Sie möglichst auf der Höhe der Whiteboards und senkrecht darauf, denn sonst kommt es zu perspektivischen Verzerrungen. Ist die Kamera waagerecht ausgerichtet, verlaufen die Kanten des Whiteboards parallel mit den Bildkanten.

 

 

 

26. Üben, üben, üben

 

Die Verwendung von Whiteboards wird mit entsprechender Übung durch noch überzeugendere Präsentationen belohnt. Es lohnt sich, machen Sie sich mit dem Medium vertraut!

 

 

 

27. Trickkiste

 

Schauen Sie in die Trickkiste von Kollegen und Trainern. Bereichern Sie Ihr Repertoire und füllen Sie den Werkzeugkoffer. Damit erfreuen Sie Ihr Publikum und sich selbst.

 

 

 

28. Unterstützung

 

Lassen Sie sich im Umgang mit dem Whiteboard unterstützen. Wissen ist mitunter käuflich und das ist auch gut so.

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Mai 2005
Überarbeitung: 4. Juli 2019
AN: #52371
Ü:
K:

Bodenanker für zusätzliche Wirkung in Reden und Präsentationen

Bodenanker für zusätzliche Wirkung in Reden und Präsentationen

Damit Sie und Ihjre Botschaft überzeugen

Bodenanker

 

Was sind Bodenanker und wozu sind sie gut? Deshalb sollte sie jeder gute Redner kennen und einsetzen.

Überblick

 

 

 

 

Bodenanker

 

Bodenanker sind sichtbare oder gedachte Bodenmarkierungen mit dem Ziel, eine bestimmte abrufbare Reaktion für sich selbst an diesem Punkt zu installieren, beispielsweise als Ressourcenpunkt mit geankerten Zuständen.

Es handelt sich um eine Technik, die auch im NLP und in der systemischen Therapie und Beratung angewendet wird. So einfach das Prinzip ist, so groß ist die mögliche Wirkung des Einsatzes von Bodenanker.

 

 

 

So geht es

 

Personen, Zustände und Stimmungen werden mit Orten (Bodenanker) oder Symbolen verknüpft. Wird beispielsweise ein Standpunkt mit einem Ort im Raum assoziiert und ein anderer mit der Gegenposition, kann zwischen den Orten gewechselt werden. Selbst, wenn das nicht offiziell thematisiert wird, registriert das Publikum es zumindest unbewusst. Wird es konsequent verfolgt, trägt es zur Intensivierung bei.

 

 

 

Beispiele für die Anwendung

 

Als Redner kann ich mir verschiedene Stellen auf der Bühne markieren. Hilfreich ist dafür Klebeband oder ich merke mir bestimmte Stellen im Teppichmuster. Bei den Proben lasen sich Notizblätter einsetzen.

 

  • Moderation
    Meist bietet sich ein mittiger Ort für die Moderatorenposition an. So dass von dort aus auf die anderen Positionen verwiesen werden kann.
  • Pro
  • Contra
  • Wissen
    An einer Stelle trete ich nun immer, wenn ich Wissen vermitteln möchte oder eine Botschaft an das Publikum habe.
  • Interaktion
    An eine andere Marke begebe ich mich, um mit den Teilnehmern in Interaktion zu kommen, zu fragen oder zu appellieren.
  • Emotionale Zustände
    Eine dritte Position nehme ich ein, um Geschichten und Erlebnisse zu erzählen, wenn ich damit eher die Emotionen ansprechen oder einfach unterhalten will.

 

Nach kurzer Zeit nehmen die Zuhörer unbewusst wahr, an welcher Stelle, welche Position beziehungsweise Zustand ist. Und so geraten sie in einen eher aufmerksam lernenden, in einen aktiven oder in einen für Emotionen offenen Zustand. Sie sind dadurch aufnahmebereiter für Botschaften.

 

 

 

Auf engem Raum oder im Sitzen

 

Ankern ist die Fähigkeit, systematisch bestimmte Elemente einer Rede mit einem Platz, einer Geste oder einer Haltung zu verknüpfen. Nur was tun, wenn das Platzangebot eingeschränkt ist oder Sie sitzen? Dann können Sie beispielsweise durch Gesten, Mimik und Gegenstände ankern.

 

 

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Wenn Sie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für Bodenanker kennenlernen wollen, haben Sie dazu in den Gruppen- und Einzeltrainings Rhetorik & Präsentation III und Rhetorik & Präsentation IV die Gelegenheit. Im Einzeltraining können wir besonders gezielt für ihre Situationen und Ziele die Möglichkeiten erkunden und trainieren.

 

 

Professioneller Einsatz von

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 5. September 2019
AN: #454

Stichwortkarten für Reden: 15 Tipps für freies Sprechen

Stichwortkarten für Rede und Präsentation: 15 Tipps für freies Sprechen mit sicherer Struktur

Stichwortkarten bzw. Moderationskarten
Stichwortkarten

Stichwortkarten für Rede und Präsentation: 15 Tipps für freies Sprechen mit sicherer Struktur

 

Stichwortkarten sollen dir Sicherheit geben.

Sie sollen dich nicht an das Papier binden.

Genau darin liegt ihre Stärke.

Eine gute Karte erinnert dich:

Was kommt als Nächstes?

Sie schreibt dir nicht vor:

Welchen vollständigen Satz musst du jetzt vorlesen?

So kannst du:

  • den roten Faden behalten
  • freier sprechen
  • auf dein Publikum reagieren
  • Blickkontakt halten
  • bei einem kurzen Blackout leichter wieder einsteigen

Die Karte ist Sicherheitsnetz und Orientierungshilfe.

Nicht dein eigentlicher Auftritt.

 
 
 

Wann sind Stichwortkarten sinnvoll?

 

Stichwortkarten können besonders hilfreich sein bei:

  • Reden
  • Präsentationen
  • Moderationen
  • Podiumsdiskussionen
  • Begrüßungen
  • Grußworten
  • Fragerunden

Sie eignen sich gut, wenn du frei sprechen möchtest und trotzdem bestimmte Punkte zuverlässig erreichen willst.

Das ist etwas anderes als ein vollständig ausformuliertes Manuskript.

 
 
 

Stichwortkarten oder Manuskript?

 

Beides kann sinnvoll sein.

Es erfüllt nur unterschiedliche Aufgaben.

 

Ein Manuskript

ist hilfreich, wenn jedes Wort besonders wichtig ist.

Zum Beispiel bei:

  • juristisch sensiblen Aussagen
  • offiziellen Erklärungen
  • präzisen Zitaten
  • bestimmten feierlichen Anlässen

 

Stichwortkarten

sind stärker, wenn du:

  • frei sprechen
  • flexibel reagieren
  • natürlich formulieren
  • engeren Kontakt zum Publikum halten

möchtest.

Die Frage lautet deshalb weniger:

„Welche Methode ist grundsätzlich besser?“

Sondern:

„Welche Unterstützung passt zu diesem Auftritt?“

 
 
 

1. Schreibe Stichworte statt vollständiger Sätze

 

Der Name sagt bereits, worum es geht:

Stichwortkarten.

Notiere Begriffe und kurze Formulierungen, die einen Gedanken in deinem Kopf aktivieren.

Zum Beispiel:

  • Ausgangslage
  • Beispiel Kunde Berlin
  • drei Ursachen
  • Kontrast vorher / nachher
  • Handlungsaufforderung

Damit bleibt Raum für natürliche Sprache.

Wenn auf der Karte bereits ein kompletter Absatz steht, wird aus der Stichwortkarte schnell ein Mini-Manuskript.

Und damit steigt die Versuchung, abzulesen.

 
 
 

2. Notiere nur Stichworte, die bei dir tatsächlich etwas auslösen

 

Ein Stichwort muss nicht für andere verständlich sein.

Es muss:

für dich funktionieren.

Ein Begriff wie:

„Bahnhof“

kann dich beispielsweise zuverlässig an eine ganze Geschichte erinnern.

Dann reicht dieses eine Wort.

Je vertrauter du mit deinem Inhalt bist, desto weniger Text brauchst du.

 
 
 

3. Eine Karte – ein Hauptgedanke

 

Das ist eine der hilfreichsten Regeln.

Eine Karte sollte eine klar erkennbare Einheit enthalten.

Zum Beispiel:

  • Einleitung
  • Problem
  • Beispiel
  • zweiter Hauptpunkt
  • Schluss

Dann kannst du deinen Vortrag bereits an den Karten erkennen.

Und wenn du eine Karte wechselst, wechselst du gleichzeitig:

zum nächsten Gedanken.

 
 
 

4. Nummeriere deine Karten

 

Dieser Tipp klingt banal.

Er wird wichtig, sobald Karten:

  • herunterfallen
  • vertauscht werden
  • vor dem Auftritt noch einmal umsortiert werden

Eine kleine Nummer in derselben Ecke jeder Karte reicht.

So ist die Reihenfolge jederzeit schnell wiederhergestellt.

 
 
 

5. Schreibe groß und gut lesbar

 

Die Karte soll mit einem kurzen Blick erfassbar sein.

Du solltest sie nicht erst:

  • näher heranholen
  • entziffern
  • durchsuchen

müssen.

Nutze deshalb:

  • große Schrift
  • klare Abstände
  • kräftigen Kontrast
  • wenig Text

Die Frage lautet:

Kann ich innerhalb eines Augenblicks erkennen, was als Nächstes kommt?

 
 
 

6. Nutze stabile Karten

 

Dünnes Papier knickt leicht.

Es flattert.

Und es wirkt in der Hand oft unruhig.

Stabiler Karton ist praktischer.

Bewährt haben sich beispielsweise Formate in der Größenordnung von:

  • DIN A6
  • DIN A5

Welche Größe besser passt, hängt ab von:

  • deiner Schriftgröße
  • deinem Sehvermögen
  • der Art des Auftritts
  • der Menge an Informationen

Wichtig ist weniger die Normgröße.

Wichtig ist:

Die Karte muss zuverlässig funktionieren und angenehm in der Hand liegen.

 
 
 

7. Beschrifte die Karten nur auf einer Seite

 

Beidseitig beschriftete Karten sparen Papier.

Auf der Bühne können sie jedoch schnell Verwirrung erzeugen.

Bei einseitiger Verwendung ist sofort klar:

Wenn die Karte erledigt ist, kommt die nächste.

Du musst nicht überlegen, ob auf der Rückseite noch etwas steht.

 
 
 

8. Lege ein einheitliches Kartenlayout fest

 

Ein festes Muster erleichtert die Orientierung.

Zum Beispiel:

Oben links

Kartennummer.

Oben rechts

Zeitmarke.

In der Mitte

Hauptgedanke.

Unten

Zahl, Zitat oder Übergang.

Je vorhersehbarer das Layout ist, desto schneller findest du die Information.

 
 
 

9. Markiere Zahlen, Namen und Zitate besonders

 

Manches möchtest du frei formulieren.

Manches sollte exakt stimmen.

Dazu gehören häufig:

  • Zahlen
  • Jahreszahlen
  • Namen
  • Quellen
  • Zitate

Diese Informationen dürfen auffälliger auf der Karte stehen.

Ein Zitat kann auch vollständig notiert sein, wenn sein genauer Wortlaut wichtig ist.

Das widerspricht nicht der Grundregel.

Die Karte enthält dann bewusst genau die Information, die exakt bleiben soll.

 
 
 

10. Notiere Zeitmarken

 

Besonders bei festem Zeitrahmen können kleine Zeitangaben sehr hilfreich sein.

Zum Beispiel:

  • 5 Min.
  • 12 Min.
  • 18 Min.

Du erkennst dadurch schnell:

Bin ich ungefähr im Plan?

Noch hilfreicher wird das, wenn du vorher geprobt hast.

Denn erst dann weißt du ungefähr, wie lange einzelne Abschnitte tatsächlich dauern.

 
 
 

11. Markiere optionale Inhalte

 

Bei vielen Auftritten verändert sich die verfügbare Zeit.

Vielleicht:

  • beginnt die Veranstaltung später
  • entsteht eine längere Diskussion
  • wird dein Zeitfenster kurzfristig verkürzt

Dann ist es hilfreich, bereits vorher zu wissen:

Was kann ich weglassen, ohne dass die Botschaft auseinanderfällt?

Markiere solche Inhalte beispielsweise mit:

OPTIONAL

oder einem einfachen Symbol.

Dann kannst du souverän kürzen.

 
 
 

12. Schreibe Übergänge auf, wenn sie wichtig sind

 

Viele Redner wissen, was sie zu ihren einzelnen Punkten sagen möchten.

Schwieriger ist manchmal:

Wie komme ich elegant zum nächsten Gedanken?

Dann kann ein kurzer Übergang auf der Karte hilfreich sein.

Zum Beispiel:

„Damit sind wir bei der entscheidenden Frage …“

Oder nur:

„Folge → Entscheidung“

Das genügt oft, um den nächsten Abschnitt natürlich einzuleiten.

 
 
 

13. Schau auf die Karte – und sprich anschließend zum Publikum

 

Das ist vielleicht die wichtigste Anwendungstechnik.

Der Ablauf lautet:

Blick auf die Karte.

Gedanken erfassen.

Blick wieder hoch.

Dann sprechen.

Vermeide möglichst:

gleichzeitig lesen und sprechen.

Denn dann wandert deine Aufmerksamkeit schnell vom Publikum auf die Karte.

Die Stichwortkarte soll dir den Gedanken liefern.

Die Botschaft geht anschließend:

zum Publikum.

 
 
 

14. Übe den Umgang mit den Karten

 

Verwende die Karten bereits bei den Proben.

Dann lernst du:

  • wie viel darauf stehen sollte
  • wie schnell du Informationen findest
  • wann du die Karte wechselst
  • wie sie deine Gestik beeinflusst

Ein Hilfsmittel, das erst auf der Bühne zum ersten Mal verwendet wird, erzeugt leicht zusätzliche Aufmerksamkeit.

Beim Proben sollte es bereits selbstverständlich werden.

 
 
 

15. Nutze so wenige Karten wie sinnvoll

 

Ein dicker Stapel kann zum eigenen Stressfaktor werden.

Und er signalisiert möglicherweise schon vor dem ersten Satz:

Das könnte länger dauern.

Reduziere deshalb.

Frag bei jeder Karte:

Brauche ich diese Erinnerung wirklich?

Wenn du einen Abschnitt ohnehin zuverlässig kennst, muss er nicht umfangreich dokumentiert werden.

Stichwortkarten sollen:

Komplexität reduzieren.

Nicht neue erzeugen.

 
 
 

Wohin mit den Karten während des Auftritts?

 

Das hängt von der Situation ab.

 

In der Hand

Das ist besonders bei freiem Stehen praktisch.

Halte die Karten ruhig und natürlich.

Vermeide es, ständig:

  • damit zu wedeln
  • sie zu knicken
  • mit ihnen zu spielen

 

 

Auf einem Rednerpult

Dann können die Karten abgelegt werden.

Das gibt beiden Händen mehr Freiheit.

Gleichzeitig entsteht die Gefahr, dass du dich stärker zum Pult orientierst.

Auch hier gilt:

kurz schauen, dann wieder zum Publikum sprechen.

 
 
 

Müssen Stichwortkarten in die nicht dominante Hand?

 

Das wird häufig empfohlen.

Es ist jedoch keine Pflicht.

Die bessere Regel lautet:

Halte die Karten so, dass deine natürliche Gestik möglichst wenig eingeschränkt wird.

Für viele Rechtshänder ist die linke Hand praktisch.

Für andere funktioniert es anders besser.

Teste das bei der Probe.

 
 
 

Wie wechselst du die Karten unauffällig?

 

Wenn eine Karte erledigt ist, kannst du sie:

  • nach hinten in den Stapel legen
  • auf einem Pult ablegen
  • auf einem Tisch separat platzieren

Wichtig ist ein klares System.

Dann brauchst du während des Vortrags nicht darüber nachzudenken.

 
 
 

Was tun bei einem Blackout?

 

Genau hier können Stichwortkarten ihren größten psychologischen Nutzen entfalten.

Du musst in einem kurzen Leerlauf nicht hektisch nach dem verlorenen Satz suchen.

Mach eine Pause.

Schau auf die Karte.

Finde den nächsten Gedanken.

Und sprich weiter.

Das Publikum weiß meistens nicht, was du ursprünglich als nächsten Satz geplant hattest.

Du brauchst nicht zum verlorenen Satz zurück. Du brauchst nur zum nächsten sinnvollen Gedanken.

 
 
 

Stichwortkarten gegen Lampenfieber?

 

Sie können Sicherheit geben.

Gerade die Erfahrung:

„Wenn ich den Faden verliere, finde ich ihn wieder.“

kann entlastend wirken.

Stichwortkarten lösen jedoch nicht automatisch ausgeprägtes Lampenfieber.

Sie sind ein Hilfsmittel.

Kein Ersatz für:

  • gute Vorbereitung
  • realistische Proben
  • Vertrautheit mit dem Inhalt
  • einen hilfreichen Umgang mit Auftrittsdruck

 
 
 

Solltest du den Vortrag auswendig lernen?

 

Ich empfehle meist, weniger den gesamten Wortlaut auswendig zu lernen als:

  • die Struktur
  • die Kernbotschaften
  • wichtige Übergänge
  • den Einstieg
  • den Schluss

besonders gut zu kennen.

Dann bleibt die Sprache lebendiger.

Und du kannst besser auf das reagieren, was während des tatsächlichen Auftritts geschieht.

 
 
 

Einstieg und Schluss dürfen stärker vorbereitet sein

 

Gerade die ersten und letzten Sätze sind besonders wichtig.

Deshalb kann es sinnvoll sein, sie:

  • sehr genau vorzubereiten
  • mehrfach zu proben
  • gegebenenfalls nahezu wortgetreu zu kennen

Dazwischen darf häufig deutlich freier gesprochen werden.

So verbindest du:

Präzision mit Natürlichkeit.

 
 
 

Stichwortkarten oder Teleprompter?

 

Auch diese Frage hängt vom Einsatz ab.

 

Stichwortkarten eignen sich besonders

wenn du frei im Raum sprichst und flexibel auf Publikum und Situation reagieren möchtest.

 

Ein Teleprompter eignet sich besonders

wenn Formulierungen genauer eingehalten werden sollen oder du direkt in eine Kamera sprichst.

Beides kann professionell eingesetzt werden.

Problematisch wird weniger das Hilfsmittel.

Problematisch wird:

wenn das Hilfsmittel stärker sichtbar wird als die Botschaft.

 
 
 

Stichwortkarten bei Moderationen

 

Bei Moderationen erfüllen Karten häufig noch zusätzliche Aufgaben.

Sie können enthalten:

  • Namen
  • Funktionen
  • Aussprachehinweise
  • Überleitungen
  • Zeitmarken
  • Fragen
  • organisatorische Hinweise

Hier darf eine Karte durchaus stärker funktional sein.

Entscheidend bleibt:

Du moderierst Menschen. Nicht deine Karten.

 
 
 

Stichwortkarten bei Interviews und Podiumsdiskussionen

 

Hier können Karten besonders helfen, wichtige Fragen und Themen im Blick zu behalten.

Notiere weniger:

jede geplante Formulierung.

Notiere eher:

  • Kernfragen
  • mögliche Nachfragen
  • kritische Fakten
  • Themen, die auf jeden Fall angesprochen werden sollen

So bleibt Raum für echtes Zuhören.

 
 
 

Farbe auf Stichwortkarten: hilfreich oder Spielerei?

 

Farbe kann Orientierung unterstützen.

Zum Beispiel:

  • Rot = zentrale Zahl
  • Blau = Beispiel
  • Grün = Übergang

Das funktioniert nur, wenn das System:

einfach und vertraut

ist.

Fünf Textmarkerfarben, Symbole und komplizierte Codes erzeugen schnell mehr Suchaufwand als Nutzen.

 
 
 

Emotionen auf Karten notieren?

 

Die bisherige Empfehlung, emotionale Zustände oder Emoticons auf Karten einzutragen, würde ich differenzierter betrachten.

Du kannst markieren:

  • Pause
  • Tempo reduzieren
  • Frage ins Publikum
  • bewusst leiser

Das sind konkrete Hinweise für die Gestaltung.

Eine Anweisung wie:

„Jetzt emotional!“

führt dagegen leicht zu gespielter Wirkung.

Emotion sollte aus dem Gedanken entstehen, nicht aus einem Regiezeichen.

 
 
 

Was auf einer Stichwortkarte stehen kann

 

Zum Beispiel:

  • Hauptgedanke
  • Kernbotschaft
  • Beispiel
  • Geschichte
  • Zahl
  • Name
  • Zitat
  • Übergang
  • Frage
  • Zeitmarke
  • Handlungsaufforderung

Das ist genug.

Der Vortrag selbst entsteht:

in deinem Kopf, deiner Stimme und im Kontakt mit dem Publikum.

 
 
 

Was besser nicht auf die Karten gehört

 

  • lange Absätze
  • komplette Folientexte
  • jede einzelne Formulierung
  • Informationen, die du sicher kennst
  • unnötige Details

Je voller die Karte, desto länger braucht dein Blick, um das Wesentliche zu finden.

 
 
 

Ein Beispiel für eine gute Stichwortkarte

 

Eine Karte könnte beispielsweise so aufgebaut sein:

4 | ca. 8 Min.

WARUM VERÄNDERUNG?

  • Kunde wartet 9 statt 3 Tage
  • Beispiel München
  • Kosten: +18 %
  • Übergang: Was ist die Ursache?

Mehr brauchst du vielleicht nicht.

Jede Zeile aktiviert einen Gedanken.

Die konkrete Formulierung entsteht beim Sprechen.

 
 
 

Ein Beispiel für eine ungünstige Stichwortkarte

 

Sie enthält:

„Wie ich bereits zu Beginn meiner Präsentation erwähnt habe, ist es aufgrund der derzeitigen Marktbedingungen für unser Unternehmen von besonders großer strategischer Bedeutung, dass wir …“

Das ist keine Stichwortkarte mehr.

Das ist ein Manuskript in kleiner Schrift.

 
 
 

Proben entscheidet über den Nutzen der Karten

 

Eine gute Stichwortkarte entsteht häufig erst beim Proben.

Dabei merkst du:

  • welche Stichworte funktionieren
  • welche zu abstrakt sind
  • welche Informationen fehlen
  • welche Karten überflüssig sind

Deshalb lohnt es sich, die Karten nach einem Probelauf noch einmal zu überarbeiten.

 
 
 

Teste auch den Ernstfall

 

Probiere bei einer Probe bewusst:

mitten im Vortrag zu stoppen.

Dann:

Schau auf deine Karten.

Finde innerhalb weniger Sekunden den nächsten sinnvollen Einstieg.

Wenn das gelingt, erfüllen die Karten eine wichtige Funktion:

Sie machen dich unabhängiger von einem perfekten Ablauf.

 
 
 

Stichwortkarten sollen Freiheit vergrößern

 

Das ist der zentrale Gedanke.

Ein gutes Hilfsmittel macht dich nicht abhängiger.

Es gibt dir mehr Spielraum.

Du kannst:

  • kürzen
  • ergänzen
  • reagieren
  • eine Frage aufnehmen
  • einen Abschnitt überspringen

und trotzdem zuverlässig zum roten Faden zurückkehren.

 
 
 

Die 15 wichtigsten Tipps auf einen Blick

 

  1. Stichworte statt vollständiger Sätze notieren.
  2. Begriffe verwenden, die bei dir zuverlässig Gedanken aktivieren.
  3. Pro Karte einen Hauptgedanken festhalten.
  4. Karten nummerieren.
  5. Groß und gut lesbar schreiben.
  6. Stabile Karten verwenden.
  7. Nur eine Seite beschriften.
  8. Ein einheitliches Layout verwenden.
  9. Zahlen, Namen und Zitate besonders markieren.
  10. Zeitmarken notieren.
  11. Optionale Inhalte kennzeichnen.
  12. Wichtige Übergänge vormerken.
  13. Erst schauen, dann zum Publikum sprechen.
  14. Den Umgang mit den Karten realistisch proben.
  15. So wenige Karten wie sinnvoll verwenden.

 
 
 

Wenn ein wichtiger Auftritt bevorsteht

 

Dann geht es häufig nicht nur darum, welche Stichworte auf einer Karte stehen.

Entscheidender sind:

  • Ziel
  • Kernbotschaft
  • Struktur
  • Dramaturgie
  • Sprache
  • Präsenz
  • Umgang mit kritischen Situationen

Stichwortkarten können diese Vorbereitung unterstützen.

Sie können sie nicht ersetzen.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

 
 
 

Ein Probelauf zeigt schnell, ob deine Karten funktionieren

 

Bei einer realistischen Probe wird sichtbar:

  • wie oft du auf die Karten schaust
  • ob du Informationen schnell findest
  • ob die Karten deine Gestik einschränken
  • wo du zu viel Text notiert hast
  • wo dir Orientierung fehlt

Das lässt sich vor dem tatsächlichen Auftritt leicht korrigieren.

→ Rede und Präsentation professionell vorbereiten

 
 
 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Präsentationskompetenz, freies Sprechen, Moderation oder wiederkehrende berufliche Auftritte geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkreter Auftritt hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 
 
 

Fazit: Die beste Stichwortkarte verschwindet während des Sprechens

 

Eine gute Stichwortkarte gibt dir Orientierung.

Dann tritt sie wieder in den Hintergrund.

Du weißt:

Wo bin ich?

Was kommt als Nächstes?

Welche Information darf ich nicht vergessen?

Mehr muss sie häufig nicht leisten.

Das Ziel ist nicht, perfekt von Karten zu sprechen.

Das Ziel ist:

mit Unterstützung der Karten frei zum Publikum zu sprechen.

Denn letztlich soll dein Publikum sich nicht an deine Karte erinnern.

Es soll sich an deine Botschaft erinnern.

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Präsentationspsychologie: 50 Prinzipien für wirkungsvollere Präsentationen

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Erfahre, wie Aufmerksamkeit, Struktur,
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Psychologie wirkungsvoller Präsentationen: 50 Prinzipien für wirkungsvollere Präsentationen

 

Warum bleiben manche Präsentationen im Gedächtnis und andere kaum?

Warum versteht ein Publikum einen komplexen Zusammenhang manchmal sofort?

Und warum verliert es bei einer anderen Präsentation schon nach wenigen Minuten den Faden?

Psychologie kann darauf einige hilfreiche Antworten geben.

Nur selten lauten sie:

„Nutze diesen einen Präsentationstrick.“

Wirkung entsteht eher aus einem Zusammenspiel von:

  • Aufmerksamkeit
  • Verarbeitung
  • Gedächtnis
  • Vorwissen
  • Erwartungen
  • sozialer Wahrnehmung

Deshalb lohnt es sich, Präsentationen nicht nur rhetorisch zu betrachten.

Sondern auch aus der Perspektive:

Wie verarbeitet ein Mensch eigentlich das, was ich gerade vermittle?

 

 

 

Psychologie ersetzt keine gute Botschaft

 

Psychologische Prinzipien können eine Präsentation verständlicher und zugänglicher machen.

Sie können jedoch:

fehlende Substanz nicht retten.

Wenn die Botschaft unklar ist, hilft auch die eleganteste Folie wenig.

Wenn die Argumentation schwach ist, macht Storytelling sie nicht automatisch überzeugend.

Wenn der Vortrag für das Publikum irrelevant ist, rettet auch ein aufmerksamkeitsstarker Einstieg nur begrenzt.

Deshalb beginnt gute Präsentation weiterhin mit:

einem relevanten Gedanken.

 

 

 

1. Aufmerksamkeit ist begrenzt

 

Ein Publikum verfügt nicht über unbegrenzte Aufmerksamkeit.

Das klingt selbstverständlich.

In Präsentationen wird es trotzdem häufig ignoriert.

Menschen hören zu und gleichzeitig:

  • denken sie über das Gehörte nach
  • lesen Folien
  • beobachten den Redner
  • erinnern sich an eigene Erfahrungen
  • werden durch ihre Umgebung abgelenkt

Deshalb braucht eine Präsentation:

Aufmerksamkeitsführung.

 

 

Die Zehn-Minuten-Regel ist keine Naturkonstante

Häufig wird behauptet:

„Nach zehn Minuten verliert jeder Mensch die Aufmerksamkeit.“

So präzise lässt sich Aufmerksamkeit nicht takten.

Wie lange Menschen aufmerksam bleiben, hängt unter anderem ab von:

  • Interesse
  • Schwierigkeit
  • Vorwissen
  • Relevanz
  • Präsentationsqualität
  • Situation

Ein spannender Gedanke kann länger tragen.

Ein irrelevanter Gedanke kann schon nach wenigen Sekunden Aufmerksamkeit verlieren.

Die bessere Frage lautet deshalb:

„Wann braucht mein Publikum einen neuen Orientierungspunkt?“

 

 

 

2. Aufmerksamkeit braucht Veränderung

 

Gleichförmigkeit erleichtert Abschweifen.

Veränderung kann Aufmerksamkeit neu bündeln.

Zum Beispiel durch:

  • eine Frage
  • eine neue Perspektive
  • ein Beispiel
  • eine Visualisierung
  • einen deutlichen Übergang
  • eine kurze Interaktion

Das bedeutet nicht:

alle paar Minuten Unterhaltung produzieren.

Die Veränderung sollte einen inhaltlichen Grund haben.

Variation dient der Bedeutung.

 

 

 

3. Das Arbeitsgedächtnis ist begrenzt

 

Menschen können nur eine begrenzte Menge neuer Information gleichzeitig aktiv verarbeiten.

Das hat unmittelbare Konsequenzen für Präsentationen.

Wenn du gleichzeitig:

  • einen komplizierten Satz sprichst
  • eine vollgeschriebene Folie zeigst
  • eine komplexe Grafik erklärst

konkurrieren diese Informationen um Verarbeitungskapazität.

Das Publikum braucht dann Energie, um überhaupt herauszufinden:

Worauf soll ich gerade achten?

 

 

Reduziere unnötige Belastung

 

Eine Folie sollte deshalb nicht alles zeigen, was du weißt.

Sie sollte zeigen:

was für diesen Gedanken gerade gebraucht wird.

Die Forschung zum multimedialen Lernen spricht hier unter anderem vom Kohärenzprinzip:

Unnötige zusätzliche Informationen können Verarbeitung erschweren.

 

 

 

4. Weniger kann mehr Verarbeitung ermöglichen

 

Mehr Inhalt bedeutet nicht automatisch mehr vermitteltes Wissen.

Wenn ein Publikum zu viel gleichzeitig verarbeiten muss, sinkt möglicherweise:

  • Verständlichkeit
  • Orientierung
  • Erinnerung

Deshalb ist Kürzen kein rein ästhetischer Vorgang.

Es ist:

kognitive Priorisierung.

Frag bei jedem Detail:

„Braucht das Publikum diese Information genau jetzt?“

 

 

 

5. Struktur entlastet

 

Struktur hilft Menschen, neue Informationen einzuordnen.

Wenn eine Präsentation einem erkennbaren Muster folgt, muss das Publikum weniger Energie darauf verwenden:

den Zusammenhang selbst zu rekonstruieren.

Hilfreiche Grundstrukturen können sein:

  • Problem → Ursache → Lösung
  • Vergangenheit → Gegenwart → Zukunft
  • Ausgangslage → Optionen → Entscheidung
  • Was? → Was bedeutet das? → Was jetzt?

Keine dieser Strukturen ist universell überlegen.

Entscheidend ist:

Sie passt zur Aufgabe.

 

 

 

6. Orientierung sollte hörbar sein

 

Struktur gehört nicht nur auf die Agenda-Folie.

Sie sollte während der Präsentation immer wieder erkennbar werden.

Zum Beispiel:

„Bis hierhin ging es um die Ursache.“

„Jetzt kommen wir zur eigentlichen Entscheidung.“

„Dafür sind drei Kriterien besonders wichtig.“

Solche sprachlichen Signale helfen dem Publikum:

den gedanklichen Weg mitzugehen.

In der Forschung zum multimedialen Lernen wird dieses Prinzip als Signaling beziehungsweise Cueing beschrieben.

 

 

 

7. Überschriften sollten Aussagen transportieren

 

Eine Überschrift wie:

„Marktentwicklung“

sagt wenig.

Eine Aussage wie:

„Unser Kernmarkt schrumpft seit drei Jahren“

gibt dem Publikum sofort Orientierung.

Das ist besonders hilfreich bei komplexen Präsentationen.

Die Folie beantwortet damit bereits:

Was soll ich hier erkennen?

Die Grafik oder die Daten liefern anschließend den Beleg.

 

 

 

8. Die Dreierregel ist nützlich – nicht magisch

 

Drei Punkte können angenehm überschaubar sein.

Deshalb funktionieren Dreierstrukturen rhetorisch häufig gut.

Zum Beispiel:

  • Problem
  • Lösung
  • nächster Schritt

Oder:

  • schneller
  • einfacher
  • sicherer

Doch daraus folgt nicht:

Menschen können sich grundsätzlich nur drei Dinge merken.

Und auch nicht:

Jede Präsentation darf höchstens drei Argumente haben.

Die Dreierregel ist ein Gestaltungsprinzip.

Kein Gedächtnisgesetz.

 

 

 

9. Bilder können Verständnis unterstützen

 

Visualisierungen sind besonders hilfreich, wenn etwas:

  • räumlich
  • prozessual
  • quantitativ
  • vergleichend

leichter gezeigt als beschrieben werden kann.

Zum Beispiel:

  • eine Entwicklung über Zeit
  • eine Architektur
  • ein Prozess
  • ein Größenvergleich

Dann ergänzt die Visualisierung das Gesagte.

Sie verdoppelt es nicht nur.

 

 

 

10. „Die meisten Menschen sind visuelle Lerner“ ist kein guter Grund

 

Die verbreitete Vorstellung, Menschen ließen sich stabil in:

  • visuelle
  • auditive
  • kinästhetische

Lerntypen einteilen und müssten entsprechend unterrichtet werden, ist wissenschaftlich nicht überzeugend belegt.

Das heißt nicht:

Bilder sind unwichtig.

Es bedeutet:

Das Medium sollte zum Inhalt passen.

Eine Landkarte versteht sich leichter visuell.

Eine Aussprache muss gehört werden.

Ein Bewegungsablauf profitiert möglicherweise von Demonstration.

Wähle die Darstellung nach der Information – nicht nach einem vermeintlichen Lerntyp.

 

 

 

11. Folien vorlesen erzeugt unnötige Redundanz

 

Eine häufige Präsentationssituation:

Auf der Folie steht ein vollständiger Absatz.

Der Redner liest genau diesen Absatz vor.

Das Publikum kann:

lesen

oder:

zuhören.

Beides gleichzeitig konkurriert um Aufmerksamkeit.

Das bedeutet nicht, dass Text auf Folien grundsätzlich schlecht ist.

Einzelne:

  • Begriffe
  • Kernaussagen
  • Zahlen

können ausgesprochen hilfreich sein.

Nur sollten Folie und Sprache:

unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben übernehmen.

 

 

 

12. Zeige Informationen dort, wo sie gebraucht werden

 

Wenn eine Grafik auf einer Seite steht und die Erklärung weit davon entfernt, muss das Publikum gedanklich hin- und herspringen.

Besser:

verbundene Informationen auch visuell verbinden.

Zum Beispiel:

  • Beschriftung direkt an der Grafik
  • Markierung des relevanten Datenpunkts
  • Hervorhebung des gerade besprochenen Bereichs

Das reduziert Suchaufwand.

Und unterstützt Orientierung.

 

 

 

13. Lenke Aufmerksamkeit gezielt

 

Eine komplexe Folie muss nicht sofort vollständig sichtbar sein.

Du kannst Informationen:

  • schrittweise aufbauen
  • markieren
  • visuell hervorheben

Das kann besonders bei:

  • Diagrammen
  • Prozessen
  • komplexen Modellen

hilfreich sein.

Das Ziel lautet:

Das Publikum sieht möglichst genau das, worüber du gerade sprichst.

 

 

 

14. Vorwissen verändert, wie Menschen Informationen verstehen

 

Was für dich selbstverständlich ist, kann für dein Publikum neu sein.

Und was du ausführlich erklären möchtest, kann für Experten längst bekannt sein.

Deshalb sollte eine Präsentation immer fragen:

Was weiß dieses Publikum bereits?

Vorwissen beeinflusst:

  • wie schnell neue Informationen verstanden werden
  • welche Begriffe erklärt werden müssen
  • welche Details relevant sind

Expertise des Redners ersetzt keine Analyse des Publikums.

 

 

 

15. An vorhandenes Wissen anknüpfen

 

Neue Informationen lassen sich leichter einordnen, wenn sie mit Bekanntem verbunden werden.

Hilfreich können sein:

  • Analogien
  • Vergleiche
  • bekannte Situationen
  • bereits etablierte Modelle

Zum Beispiel:

„Stell dir das System wie ein Straßennetz vor.“

Jetzt besitzt das Publikum einen mentalen Ausgangspunkt.

Die Analogie muss allerdings tragen.

Eine schlechte Analogie kann ebenso verwirren.

 

 

 

16. Beispiele machen Abstraktes greifbar

 

Eine abstrakte Aussage lautet:

„Unsere interne Kommunikation ist zu langsam.“

Ein konkretes Beispiel:

„Der Kunde wusste am Dienstag, dass das Projekt gefährdet ist. Die verantwortliche Geschäftsführung erfuhr es am Freitag.“

Jetzt wird der Gedanke:

vorstellbar.

Beispiele helfen besonders dort, wo abstrakte Begriffe sonst unterschiedlich interpretiert werden könnten.

 

 

 

17. Geschichten können Informationen zugänglicher machen

 

Geschichten besitzen eine Struktur:

  • Ausgangssituation
  • Entwicklung
  • Konflikt
  • Konsequenz

Das kann Informationen leichter nachvollziehbar machen.

Eine große Meta-Analyse zu narrativen und sachlich-erklärenden Texten fand im Durchschnitt Vorteile von Geschichten bei Verständnis und Erinnerung.

Das bedeutet nicht:

jede Information sollte als Geschichte erzählt werden.

Manchmal ist eine klare Tabelle die bessere Lösung.

Storytelling ist ein Werkzeug.

Keine Pflicht.

 

 

 

Die Oxytocin-Erklärung ist zu einfach

 

In populären Präsentationsratgebern findet sich häufig die Behauptung:

Geschichten setzen Oxytocin frei und erzeugen dadurch automatisch Empathie und Vertrauen.

Solche Erklärungen reduzieren komplexe psychologische Prozesse auf einzelne Hormone.

Das ist unnötig.

Wir brauchen keine Hormonformel, um zu begründen, warum Geschichten hilfreich sein können.

Stärker ist:

Geschichten organisieren Informationen in einem nachvollziehbaren Zusammenhang.

 

 

 

18. Geschichten brauchen Relevanz

 

Eine unterhaltsame Geschichte kann Aufmerksamkeit erzeugen.

Sie kann genauso gut:

vom eigentlichen Thema ablenken.

Frag deshalb:

„Welche Funktion erfüllt diese Geschichte?“

Zum Beispiel:

  • Problem verständlich machen
  • Konsequenz zeigen
  • eine abstrakte Idee konkretisieren
  • einen Übergang schaffen

Wenn die Geschichte keine Funktion erfüllt:

streichen.

 

 

 

19. Menschen erinnern Bedeutungen besser als Formulierungen

 

Nach einer Präsentation wird das Publikum selten deine Sätze wörtlich wiedergeben.

Es erinnert eher:

  • Kernaussagen
  • Bilder
  • Schlussfolgerungen
  • auffällige Beispiele

Deshalb solltest du weniger fragen:

„Wie formuliere ich jeden Satz perfekt?“

Und stärker:

„Welche drei oder vier Gedanken sollen später noch verfügbar sein?“

 

 

 

20. Wiederholung unterstützt Erinnerung

 

Eine zentrale Botschaft darf mehrfach auftauchen.

Zum Beispiel:

  • im Einstieg
  • im Hauptteil
  • im Fazit

Das muss keine wortgleiche Wiederholung sein.

Die Botschaft kann:

  • erklärt
  • belegt
  • angewendet

werden.

Gute Wiederholung entwickelt einen Gedanken weiter.

 

 

 

21. Aktive Verarbeitung ist stärker als bloßes Zuhören

 

Wenn Menschen etwas selbst beantworten, vergleichen oder anwenden, verarbeiten sie Informationen anders als beim reinen Zuhören.

Deshalb können kleine Aktivierungen sinnvoll sein.

Zum Beispiel:

„Welche dieser drei Risiken ist für Ihren Bereich am relevantesten?“

Oder:

„Was würde diese Veränderung konkret für Ihren Alltag bedeuten?“

Eine Präsentation muss dafür nicht zum Workshop werden.

Schon eine gute Frage kann Verarbeitung verändern.

 

 

 

22. Rhetorische Fragen funktionieren nur, wenn wirklich gedacht wird

 

Manche Redner stellen eine Frage und beantworten sie sofort selbst.

Zum Beispiel:

„Was ist also die Lösung? Ganz einfach …“

Das ist rhetorisch möglich.

Wenn du möchtest, dass dein Publikum tatsächlich nachdenkt:

gib ihm Zeit.

Eine kurze Pause verändert die Frage von einer sprachlichen Verzierung zu:

einem Denkimpuls.

 

 

 

23. Überraschung kann Aufmerksamkeit erhöhen

 

Menschen reagieren auf Abweichungen von Erwartungen.

Das kann ein:

  • unerwarteter Befund
  • ungewöhnliches Beispiel
  • Kontrast
  • Perspektivwechsel

sein.

Überraschung ist jedoch kein Selbstzweck.

Ein spektakulärer Einstieg, der mit dem Rest der Präsentation nichts zu tun hat, erzeugt:

Aufmerksamkeit ohne Richtung.

 

 

 

24. Kontrast erleichtert Orientierung

 

Menschen verstehen Unterschiede oft leichter als isolierte Eigenschaften.

Zum Beispiel:

„Heute dauert der Prozess zwölf Tage. Unser Ziel sind vier.“

Oder:

„Wir haben kein Wissensproblem. Wir haben ein Entscheidungsproblem.“

Kontraste schaffen:

  • Struktur
  • Spannung
  • Erinnerbarkeit

Sie sollten nur fair bleiben.

Ein künstliches Schwarz-Weiß-Schema vereinfacht möglicherweise zu stark.

 

 

 

25. Zahlen brauchen Bedeutung

 

Eine Zahl allein ist selten selbsterklärend.

Zum Beispiel:

„12,7 Prozent.“

Interessanter wird:

„Damit verlieren wir jedes Jahr ungefähr jeden achten Kunden.“

Oder:

„Das sind rund 2,4 Millionen Euro Umsatz.“

Jetzt bekommt die Zahl:

Kontext.

 

 

 

26. Zu viele Zahlen konkurrieren miteinander

 

Eine Tabelle mit 40 Kennzahlen mag vollständig sein.

Sie beantwortet jedoch nicht automatisch:

Welche Zahl ist für die Entscheidung entscheidend?

Deshalb:

  • priorisieren
  • markieren
  • vergleichen
  • interpretieren

Das Publikum sollte nicht selbst herausfinden müssen:

welcher Datenpunkt relevant ist.

 

 

 

27. Das Publikum sucht nach Bedeutung

 

Eine Präsentation besteht nicht nur aus:

Was ist?

Das Publikum möchte häufig ebenfalls wissen:

Was bedeutet das?

Und:

Was folgt daraus?

Deshalb ist eine hilfreiche Struktur:

  1. Was sehen wir?
  2. Wie ist es zu interpretieren?
  3. Welche Konsequenz hat es?

Gerade fachlich starke Redner bleiben häufig zu lange bei Punkt eins.

 

 

 

28. Relevanz steuert Aufmerksamkeit

 

Menschen interessieren sich besonders für Informationen, die etwas mit:

  • ihren Zielen
  • Problemen
  • Entscheidungen
  • Risiken

zu tun haben.

Deshalb sollte eine Präsentation früh beantworten:

„Warum ist das für dieses Publikum wichtig?“

Nicht erst auf der vorletzten Folie.

 

 

 

29. Publikumsperspektive vor Senderperspektive

 

Der Redner denkt:

„Was möchte ich erzählen?“

Das Publikum denkt eher:

„Was bedeutet das für mich?“

Eine starke Präsentation verbindet beide Perspektiven.

Frag deshalb:

  • Was weiß mein Publikum?
  • Was interessiert es?
  • Was könnte es bezweifeln?
  • Welche Konsequenz betrifft es?

 

 

 

30. Verstehen kommt vor Überzeugen

 

Ein Publikum kann einer Schlussfolgerung kaum sinnvoll zustimmen, wenn es:

die zugrunde liegende Argumentation nicht versteht.

Deshalb sollte Überzeugung nicht auf:

  • mehr Lautstärke
  • mehr Emotionalität
  • mehr Wiederholung

reduziert werden.

Stärker ist:

eine nachvollziehbare Argumentationskette.

 

 

 

31. Glaubwürdigkeit entsteht nicht nur durch Selbstsicherheit

 

Ein sehr selbstsicherer Auftritt kann beeindruckend wirken.

Er beweist noch keine Kompetenz.

Glaubwürdigkeit entsteht eher aus einem Zusammenspiel von:

  • fachlicher Substanz
  • klarer Argumentation
  • Transparenz
  • angemessener Sicherheit

Auch ein Satz wie:

„Das wissen wir derzeit noch nicht.“

kann Glaubwürdigkeit erhöhen.

 

 

 

32. Übertriebene Sicherheit kann Vertrauen kosten

 

Wenn Daten unsicher sind, sollte die Sprache das spiegeln.

Zum Beispiel:

„Unsere derzeit beste Schätzung liegt bei …“

ist häufig glaubwürdiger als:

„Das wird definitiv so kommen.“

Psychologisch überzeugend bedeutet nicht:

maximal selbstsicher.

Es bedeutet:

angemessen sicher.

 

 

 

33. Persönliche Wirkung beeinflusst die Botschaft

 

Menschen nehmen nicht nur Informationen wahr.

Sie nehmen auch wahr:

  • wer sie vermittelt
  • wie diese Person spricht
  • wie sie auf Fragen reagiert
  • wie stimmig Inhalt und Auftreten zusammenpassen

Deshalb gehören zur Präsentationswirkung auch:

  • Stimme
  • Blickkontakt
  • Haltung
  • Gestik
  • Präsenz

Diese Elemente sollten die Botschaft unterstützen.

Nicht von ihr ablenken.

 

 

 

34. Natürlichkeit ist stärker als Körpersprache-Choreografie

 

Präsentationspsychologie bedeutet nicht:

„Setze diese Geste ein, dann wirkst du glaubwürdig.“

Einzelne Körpersignale besitzen keine universelle Bedeutung.

Stärker ist:

Kongruenz.

Wenn ein Gedanke wichtig ist, darf:

  • Stimme
  • Mimik
  • Gestik

seine Bedeutung unterstützen.

 

 

 

35. Ein guter Einstieg braucht Relevanz

 

Der Beginn einer Präsentation prägt Erwartungen.

Deshalb sollte er möglichst schnell beantworten:

Warum lohnt es sich zuzuhören?

Möglichkeiten sind:

  • eine relevante Frage
  • eine konkrete Situation
  • ein Problem
  • eine überraschende Beobachtung

Weniger hilfreich ist ein spektakulärer Einstieg, der nur Aufmerksamkeit erzeugt.

Aufmerksamkeit braucht Richtung.

 

 

 

36. Der Schluss braucht Entscheidung

 

Viele Präsentationen enden mit:

„Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.“

Das ist höflich.

Es ist jedoch noch kein inhaltlicher Abschluss.

Der Schluss sollte möglichst klären:

  • Was ist die wichtigste Erkenntnis?
  • Was folgt daraus?
  • Was soll jetzt geschehen?

Damit bekommt die Präsentation:

Konsequenz.

 

 

 

37. Primacy und Recency nicht übertreiben

 

Häufig wird gesagt:

Menschen erinnern nur Anfang und Ende.

Auch das ist zu pauschal.

Positionseffekte im Gedächtnis sind gut bekannt.

Doch eine Präsentation ist kein einfacher Wortlistentest.

Relevanz, Struktur, Vorwissen, Wiederholung und Verarbeitung spielen ebenfalls eine große Rolle.

Der praktische Schluss bleibt trotzdem sinnvoll:

Einstieg und Abschluss verdienen besondere Sorgfalt.

 

 

 

38. Emotion kann Aufmerksamkeit und Erinnerung beeinflussen

 

Emotionale Bedeutung verändert, worauf Menschen achten und was sie erinnern.

Das bedeutet nicht:

jede Präsentation muss emotionalisiert werden.

Gerade künstliche Dramatisierung kann Glaubwürdigkeit beschädigen.

Emotion sollte dort entstehen, wo:

der Inhalt tatsächlich Bedeutung besitzt.

 

 

 

39. Angst ist kein nachhaltiges Überzeugungsinstrument

 

Risiken dürfen klar benannt werden.

Problematisch wird es, wenn Präsentationen hauptsächlich darauf setzen:

Angst zu erzeugen.

Menschen brauchen bei Bedrohungskommunikation auch:

  • Orientierung
  • Handlungsmöglichkeiten
  • realistische Einschätzung

Sonst kann starke Bedrohung eher:

Abwehr

erzeugen als:

konstruktive Handlung.

 

 

 

40. Ein Publikum ist keine homogene Masse

 

Menschen im selben Raum unterscheiden sich in:

  • Vorwissen
  • Interessen
  • Rollen
  • Erwartungen
  • Entscheidungsmacht

Deshalb sollte eine Präsentation nicht nur fragen:

„Wer ist meine Zielgruppe?“

Sondern:

„Welche unterschiedlichen Perspektiven sitzen in diesem Raum?“

 

 

 

41. Wiedererkennen ist nicht dasselbe wie Verstehen

 

Ein Publikum kann nicken, weil Begriffe vertraut klingen.

Das bedeutet noch nicht:

Der Zusammenhang wurde verstanden.

Bei entscheidenden Punkten lohnt sich deshalb:

  • ein Beispiel
  • eine Rückfrage
  • eine Anwendung

Vertrautheit kann sich subjektiv wie Verständnis anfühlen.

 

 

 

42. Einfach bedeutet nicht banal

 

Komplexe Themen klar zu erklären ist anspruchsvoll.

Einfachheit bedeutet dabei nicht:

Komplexität zu verleugnen.

Sie bedeutet:

Komplexität so zu strukturieren, dass sie zugänglich wird.

Ein guter Experte zeigt:

  • was wichtig ist
  • was davon abhängt
  • wo Grenzen bestehen

 

 

 

43. Das Gehirn braucht keine dauernde Show

 

Viele Präsentationstipps vermitteln den Eindruck:

Alle paar Minuten müsse etwas:

  • überraschen
  • unterhalten
  • emotionalisieren

Das kann selbst anstrengend werden.

Ein Publikum braucht auch:

  • Ruhe
  • Verarbeitung
  • klare Zusammenhänge

Aufmerksamkeit entsteht nicht nur durch Intensität. Sie entsteht auch durch Relevanz und Klarheit.

 

 

 

44. Präsentationen sollten Entscheidungen erleichtern

 

Besonders im beruflichen Kontext hat eine Präsentation häufig einen konkreten Zweck.

Zum Beispiel:

  • eine Entscheidung vorbereiten
  • eine Strategie erklären
  • Orientierung geben
  • Handlung ermöglichen

Dann sollte die Präsentation diese Aufgabe unterstützen.

Das bedeutet:

Informationsmenge allein ist kein Qualitätsmaßstab.

 

 

 

45. Entscheidungsrelevantes zuerst

 

Bei Führungskräften und Entscheidungsgremien ist häufig hilfreich:

die entscheidende Aussage früh zu nennen.

Dann:

  • begründen
  • belegen
  • Risiken einordnen

Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass der eigentliche Punkt zwischen Hintergrundinformationen verschwindet.

 

 

 

46. Das Publikum sollte wissen, was du von ihm brauchst

 

Am Ende einer Entscheidungsvorlage muss klar sein:

Welche Entscheidung steht an?

Oder:

Welche Handlung soll folgen?

Manche Präsentationen erklären 30 Minuten lang eine Situation und lassen anschließend offen:

was jetzt eigentlich geschehen soll.

Das ist kein psychologisches Problem.

Es ist ein Kommunikationsproblem.

 

 

 

47. Fragen aktivieren mehr als „Noch Fragen?“

 

Am Ende eines Abschnitts kannst du statt:

„Gibt es Fragen?“

gezielter fragen:

„Welcher Punkt ist für Ihre Entscheidung noch unklar?“

Oder:

„Wo sehen Sie das größte Risiko?“

Damit bekommt Beteiligung:

eine Richtung.

 

 

 

48. Kritische Fragen gehören zur Präsentation

 

Wenn Menschen widersprechen, bedeutet das nicht automatisch:

Die Präsentation ist gescheitert.

Kritische Fragen können zeigen:

  • wo Argumentation noch nicht trägt
  • welche Interessen berührt werden
  • welche Informationen fehlen

Eine gute Präsentation plant diese Phase mit ein.

Sie betrachtet Q&A nicht als:

Störung nach dem eigentlichen Vortrag.

 

 

 

49. Gute Präsentationen erzeugen mentale Modelle

 

Ein besonders wertvolles Ergebnis ist:

Das Publikum kann den Zusammenhang anschließend selbst erklären.

Dann wurde nicht nur Information geliefert.

Es entstand:

ein inneres Modell.

Das sollte bei komplexen Themen das eigentliche Ziel sein.

 

 

 

50. Die entscheidende Frage lautet: Was soll im Kopf des Publikums passieren?

 

Vor der Gestaltung einer Präsentation kannst du fragen:

  • Was soll verstanden werden?
  • Was soll erinnert werden?
  • Was soll anders bewertet werden?
  • Welche Entscheidung soll möglich werden?
  • Welche Handlung soll folgen?

Erst danach kommt:

Welche Folien brauche ich?

Das verändert die Reihenfolge der Präsentationsentwicklung grundlegend.

 

 

 

Eine psychologische Checkliste für deine Präsentation

 

  1. Ist für das Publikum früh erkennbar, warum das Thema relevant ist?
  2. Ist meine Kernbotschaft klar?
  3. Hat die Präsentation eine erkennbare Struktur?
  4. Markiere ich wichtige Übergänge sprachlich?
  5. Reduziere ich unnötige Informationen?
  6. Unterstützen Visualisierungen den Gedanken?
  7. Vermeide ich Folien, die ich nur vorlese?
  8. Passen Darstellung und Medium zum Inhalt?
  9. Berücksichtige ich das Vorwissen des Publikums?
  10. Nutze ich konkrete Beispiele?
  11. Setze ich Geschichten nur dort ein, wo sie etwas erklären?
  12. Sind wichtige Zahlen eingeordnet?
  13. Ist erkennbar, was die Daten bedeuten?
  14. Kann das Publikum wichtige Zusammenhänge selbst rekonstruieren?
  15. Gibt es sinnvolle Wiederholungen?
  16. Schaffe ich Möglichkeiten zur aktiven Verarbeitung?
  17. Sind Einstieg und Schluss sorgfältig gestaltet?
  18. Ist klar, welche Konsequenz oder Entscheidung folgt?

 

 

 

Psychologie sinnvoll einsetzen

 

Psychologisches Wissen kann Präsentationen verbessern.

Es sollte jedoch nicht zu einer Sammlung vermeintlicher Gehirntricks werden.

Sei vorsichtig bei Regeln wie:

  • Menschen hören nur zehn Minuten zu
  • Menschen können nur drei Dinge erinnern
  • die meisten Menschen sind visuelle Lerntypen
  • Geschichten erzeugen automatisch Oxytocin und Vertrauen

Solche Regeln klingen präzise.

Gerade das macht sie attraktiv.

Die tatsächliche Psychologie ist häufig differenzierter.

Und für Präsentationen trotzdem sehr nützlich.

 

 

 

Vorbereitung wichtiger Präsentationen

 

Bei wichtigen Präsentationen lohnt sich eine Betrachtung aus mehreren Perspektiven.

Zum Beispiel:

  • Was soll das Publikum verstehen?
  • Welche Entscheidung steht an?
  • Welche Informationen werden wirklich gebraucht?
  • Wie lässt sich die Argumentation strukturieren?
  • Welche Visualisierung unterstützt?
  • Welche Einwände sind wahrscheinlich?
  • Wie wirkt der Auftritt unter Druck?

→ Wichtige Reden und Präsentationen vorbereiten

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Präsentationskompetenz, Struktur, Visualisierung und wiederkehrende berufliche Auftritte geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Präsentation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Fazit: Gute Präsentationspsychologie reduziert unnötige Denkarbeit

 

Die Psychologie wirkungsvoller Präsentationen besteht weniger aus Tricks.

Sie beginnt mit einer einfachen Einsicht:

Das Publikum muss deine Botschaft gleichzeitig aufnehmen, verstehen, einordnen und bewerten.

Du kannst diesen Prozess erleichtern.

Durch:

  • Relevanz
  • klare Struktur
  • Priorisierung
  • passende Visualisierung
  • Beispiele
  • Orientierung
  • aktive Verarbeitung

Die Frage lautet deshalb weniger:

„Mit welchem psychologischen Trick halte ich Aufmerksamkeit?“

Die stärkere Frage lautet:

„Wie mache ich es meinem Publikum leichter, das Wesentliche zu erkennen, zu verstehen und weiterzudenken?“

Eine wirkungsvolle Präsentation verlangt dem Publikum nicht mehr Denkarbeit ab als nötig. Sie sorgt dafür, dass diese Denkarbeit an der richtigen Stelle stattfindet.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

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  • bis wann das Thema relevant ist
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Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

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Artikel zu Rhetorik, Reden und Präsentationen

Authentisch präsentieren: Warum Persönlichkeit überzeugt

Authentisch präsentieren statt perfekt wirken: Erfahre, wie Kompetenz, Persönlichkeit, Nahbarkeit und gute Vorbereitung gemeinsam überzeugen.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. März 2018
Überarbeitung: 11. August 2026

Präsentationstechnik: Hilfsmittel für Präsentationen

Präsentationstechnik: Hilfsmittel für Präsentationen

Wissenswertes zu Hilfsmitteln bei Präsentationen
Praesentationstechnik

Präsentationstechnik

 

Hier finden Sie Wissenswertes zu Hilfsmitteln, die bei Präsentationen eingesetzt werden können.

Überblick

 

 

 

 

Präsentationstechnik

 

An dieser Stelle finden Sie Wissenswertes zu Hilfsmitteln, die bei Präsentationen eingesetzt werden.

 

P.S.

 

Welche Hilfsmittel setzen Sie bei Präsentationen ein?

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

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Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

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Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
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Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 8. August 2015
Überarbeitung: 12. November 2021
Englische Version:
AN: #399
K: CNB
Ü: