Mit Körpersprache im Vorstellungsgespräch punkten

Wie Sie mit Körpersprache im Vorstellungsgespräch punkten

Auf allen Ebenen beim Vorstellungsgespräch überzeugen

 

Wie Sie mit Körpersprache im Vorstellungsgespräch punkten

Körpersprache im Vorstellungsgespräch

 

Wie steht es mit Mimik und Gestik, Körperhaltung und Bewegungen im Vorstellungsgespräch? Erfahren Sie, wie Sie durch gezielten Einsatz der Körpersprache mehr Erfolg im Vorstellungsgespräch erzielen.

Körpersprache im Vorstellungsgespräch

 

Der erste Einruck ist schnell geformt. So mancher Bewerber:innen hat schon verloren, bevor groß geredet wurde. Andere überzeugen in erster Linie durch Ihre Erscheinung. Woran liegt das?

Selbst wenn wir schweigen, gibt unser Körper immer noch vieles preis. Gerade im Vorstellungsgespräch beruht die Wirkung der Selbstpräsentation enorm von der Mimik und Gestik, also den Gesichtszügen, der Körperhaltung und den Bewegungen ab. Die Körpersprache kann Sympathie wecken und auch das Gegenteil. Wir kommunizieren ständig, selbst wenn wir es nicht beabsichtigen. Und dabei senden wir gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen eine Vielzahl von Informationen. Dabei sind die Botschaften auf der verbalen und nonverbalen Ebene nicht immer identisch. Schade! Erst dann, wenn die nonverbalen Signale zu den Aussagen und dem restlichen Bild des Bewerber:innens passen, entsteht ein stimmiges Bild und damit Glaubwürdigkeit und Authentizität, die bei einem Vorstellungsgespräch eine entscheidende Rolle spielen.

 

 

 

Manchmal sind wir besonders überzeugend

 

Manchmal gelingt es uns andere Menschen zu überzeugen und manchmal nicht. Häufig liegt es nicht daran, was wir sagen, sondern wie wir insgesamt auf den Zuhörer wirken. Und daran hat die Körpersprache einen wesentlichen Anteil. Doch viele Menschen sind sich dieser Zusammenhänge nicht bewusst oder ignorieren sie und wundern sich dann über die Ergebnisse.

 

 

 

Kommunikation in Bewerbungssituationen

 

Zu den Momenten, in denen Kommunikation von besonderer Bedeutung ist, gehören Vorstellungsgespräche. Wie in vielen anderen Situationen entscheidet auch hier die Körpersprache, ob wir authentisch wahrgenommen werden. Die nonverbalen Hinweise beeinflussen nun mal sehr, wie wir jemanden einschätzen. Personalverantwortliche sind auch Menschen. Auch Entscheider machen sich so ein Bild vom Bewerber:innen. Aber der Druck und der kurze Zeitraum, der für die Bildung von Rapport zur Verfügung steht, macht das nicht so einfach. Doch der Interviewer kann für seine Entscheidung nur nutzen, was ihm zur Verfügung steht.

 

 

 

Gewohnheiten

 

Wenn wir aufgeregt sind oder uns unwohl fühlen, haben viele von uns Gewohnheiten (der Begriff Tick ist hier mitunter abgebracht), die andere Menschen irritieren können. Manche zupfen an sich herum, machen eigenartige Bewegungen und signalisieren unbewusst ihr Unbehagen, ihre Unsicherheit. Der Körper spricht ständig! So nachteilig manche Signale der Körpersprache sein können, so förderlich wirkt überzeugende Körpersprache. Mit Körpersprache können Aussagen verstärkt und der Eindruck vertieft werden. Diejenigen, die hier förderliche Gewohnheiten pflegen, sind im Vorteil.

 

 

 

Körpersprache, die bei Personalern nicht gut ankommt

 

Beispiele:

 

  1. Fehlender oder ausweichender Blickkontakt
  2. Fehlendes Lächeln oder unechtes Lächeln
  3. Unruhige Bewegungen
  4. Schlaffe Körperhaltung, fehlende Körperspannung
  5. Schlaffer Händedruck
  6. Geschlossene Körperhaltung, wie verschränkte Arme
  7. Unsichere Selbstberührungen
  8. In den Haaren spielen
  9. Hände in den Taschen

 

Im Artikel Körpersprache, die Ihnen schaden kann, erfahren Sie genauer, was Sie lieber sein lassen sollten. Nutzen Sie stattdessen förderliche Körpersprache für sich. Eine wirkungsvolle Körpersprache sorgt für mehr Selbstvertrauen. Und Selbstvertrauen sorgt für eine überzeugende Körpersprache, wirkt authentischer!

 

 

 

Positive Nebenwirkung

 

Wenn Sie sich mit Körpersprache beschäftigen, lernen Sie als willkommene Nebenwirkung auch besser, die Körpersprache anderer Menschen zu lesen. Sie erhalten zusätzliches Feedback, um Ihre Kommunikation zu gestalten und dadurch die Beziehungen zu fördern.

 

 

 

Nutzen Sie Körpersprache als Unterstützung

 

Die eigene Körpersprache zu pflegen, lohnt sich. Dabei ist darauf zu achten, das Repertoire so zu erweitern, dass es zur eigenen Person passt und es schließlich ﹣ nach entsprechendem Training ﹣ unbewusst einfließt. Ich helfe Ihnen dabei, sich verbal und nonverbal überzeugend zu präsentieren. Das Eine funktioniert nicht ohne das Andere!

9 Möglichkeiten

 

 

1. Begrüßung

 

Ein sicherer, angenehmer Blickkontakt, fester Händedruck und ein offenes Lächeln fördern einen guten Start in das Vorstellungsgespräch.

 

 

 

2. Haltung bewahren

 

Ob im Stehen oder Sitzen; bewahren Sie Ihre aufrechte, sichere Haltung. Wenden Sie sich Ihrem Gesprächspartner zu.

 

 

 

3. Stimmeinsatz

 

Wenn Sie deutlich, langsam, ruhig und angemessen tief sprechen, wirken Sie souveräner.

 

 

 

4. Offene Körperhaltung

 

Vermeiden Sie Barrieren.

 

 

 

5. Erscheinung

 

Kleider machen Leute, auch heute noch.

 

 

 

6. Augenkontakt

 

Auch während des Gesprächs lohnt es sich einen angenehmen Augenkontakt zu pflegen.

 

 

 

7. Lächeln

 

Ein freundliches Lächeln verbindet.

 

 

 

8. Gestik

 

Es empfiehlt sich offene Handflächen zu zeigen, ruhige und langsame Gesten verwenden, die an den richtigen Stellen unterstreichen.

 

 

 

9. Kopfnicken

 

Bestätigendes Kopfnicken an den richtigen Stellen ist ansteckend, solange Sie es nicht übertreiben und zu hektisch betreiben.

Frage mich ruhig persönlich

 

Bei Interesse, für persönliche Fragen und Terminvereinbarungen, kommen wir am leichtesten über das nachfolgende Kontaktformular zusammen. Auch per E-Mail (mail@karstennoack.de) bin ich zu erreichen. Die Anzahl der Anrufe wurde so groß, dass ich nun ausschließlich auf diese Nachrichten reagiere. Klienten erhalten entsprechende Telefonnummern.

Hinweise zum Datenschutz findest du hier. Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen befinden sich deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir (Profil), den Angeboten, den Honoraren und dem Kennenlernen. Wenn das passt, freue ich mich auf eine intensive Zusammenarbeit.

Um es uns beiden leicht zu machen, bitte ich dich dieses Formular zu nutzen. Bis auf die E-Mail-Anschrift ist dir überlassen, was du einträgst. Umso genauer du bist, desto einfacher folgt von mir eine qualifizierte Antwort. Mit dem Absenden erklärst du dich damit einverstanden, dass die im Kontaktformular eingegebenen Daten elektronisch gespeichert und zum Zweck der Kontaktaufnahme verarbeitet und genutzt werden. Dir ist bekannt, dass du deine Einwilligung jederzeit widerrufen kannst. Ich werde die Daten ausschließlich dafür verwenden und so bald wie möglich löschen. Ist die Nachricht unterwegs, erscheint an der Stelle des Kontaktformulars der Hinweis "Die Nachricht ist unterwegs!". Ich antworte üblicherweise innerhalb von 24 Stunden —meist sehr schnell.

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Rolle der Körpersprache in Bewerbungen gemacht? Was sagt Ihre Körpersprache in solchen Situationen?

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2017
Überarbeitung: 1. August 2019
Englische Version:
AN: #234
K: CNB
Ü:

Andrea Nahles: Kurzprofil, Rhetorik, Körpersprache

Andrea Nahles: Kurzprofil, Rhetorik, Körpersprache

Kurzprofil
Andrea Nahles^

Überblick Andrea Nahles

 

 

 

 

Ämter

 

1993 bis 1995
Landesvorsitzende der Jusos in Rheinland-Pfalz

1995 bis 1999
Bundesvorsitzende der Jusos

1997 bis 2013
Mitglied im SPD-Parteivorstand

1998 bis 2002
SPD-Bundestagsabgeordnete

2005 bis heute
SPD-Bundestagsabgeordnete

2007 bis 2009
Sprecherin für Arbeits- und Sozialpolitik der SPD-Bundestagsfraktion

2008 bis 2013
Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD-Bundestagsfraktion

2013 bis 2017
Bundesministerin für Arbeit und Soziales in Kabinett Merkel II

2017 bis heute
SPD-Fraktionsvorsitzende

Seit 22. April 2018
Parteivorsitzende SPD 

3. Juni 2019
Rücktritt aus den Ämtern der Parteiführung

 

 

 

Andrea Maria Nahles in Zahlen und Daten aus dem Internet

 

  • Geboren: 20. Juni 1970
  • Geburtsort: Weiler (bei Mayen)
  • Geburtsname: Gondert
  • Größe: 1,XX m
  • Studium: Germanistik und Politikwissenschaften
  • Kinder: Tochter
  • Eigene Homepage: www.andrea-nahles.de

 

 

 

Rede zur Wahl der Parteivorsitzenden der SPD

 

Ihre Rede auf dem SPD-Parteitag am 22. April 2018 spricht sie auch über Martin Schulz, dessen Körpersprache ihr gegenüber einen genaueren Blick lohnt. So manche ihrer Äußerungen in seine Richtung kann missverstanden werden. Gegenliebe für ihre Äußerungen sind nicht erkennbar.

Das Publikum wirkt auf dem Parteitag ihr gegenüber nicht sehr begeistert. Der Applaus ist vergleichsweise verhalten. Sie wird von den 600 Delegierten zumindest mit 66 Prozent gewählt. Laut Internet das schlechte Ergebnis seit Oskar Lafontaine 1995 Rudolf Scharping bei einer Kampfabstimmung stützte.

Wenn ihre Konkurrentin Simone Lange eine bessere Rede gehalten hätte, wäre das Ergebnis für Andrea Nahles noch schlechter ausgefallen.

Mit vergleichbar wenig Aufwand und professioneller Unterstützung könnte sie ihre Wirkung als Rednerin deutlich verbessern. Es ist wahrscheinlich, dass sie viele Chancen vertan hat.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Glossar

 

Im Glossar warten Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass du sowohl mit Persönlichkeit als auch Botschaft überzeugst –in Gesprächen und Präsentationen.

 

Frage ruhig! Wenn du trotz Suche zu einem interessanten Begriff nicht fündig geworden bist, sende mir doch eine Nachricht.

 

Die Reden von Andrea Nahles und Martin Schulz auf dem SPD-Parteitag

Die Reden von Andrea Nahles und Martin Schulz auf dem SPD-Parteitag

Rhetorik und Körpersprache auf dem Sonderparteitag am 21. Januar 2018 in Bonn
 
Martin Schulz und Andrea Nahles auf dem Sonderparteitag der SPD

SPD-Sonderparteitag: „Die Wähler zeigen uns doch ’nen Vogel!“

 

Die SPD hat auf ihrem Sonderparteitag die Frage diskutiert, ob sie in Koalitionsverhandlungen mit der Union eintreten soll. In dieser Frage ist die Partei zerrissen, wird es einem Redner gelingen sie wieder zu einigen?

Nein, am Ende stimmte eine knappe Mehrheit von rund 56 Prozent dafür. Ich wurde gebeten, vor der Kamera die Reden von Andrea Nahles und Martin Schulz auf dem Parteitag der SPD zu kommentieren. Da mein Kalender das Interview leider nicht hergab, folgen hier ein paar Anmerkungen dazu.

1. Martin Schulz

 

Parteichef Martin Schulz (62) wirkte eher unsicher und flehend, wobei das an seiner Stimme lag. Heiser und leise beginnt er seine Rede. Stimmlich und körpersprachlich vermittelt er wie gewohnt einen tendenziell eher wenig kraftvollen, angeschlagenen Eindruck.

Menschen in ganz Europa schauten jetzt nach Bonn, sagt er. Doch eine rhetorische Sternstunde folgt nicht. Er blieb in seiner viel zu langen Rede zu abstrakt, schaute zu viel zurück und lieferte keine Orientierung. Das Fehlen unterstützender Mimik und Gestik nimmt all dem Ausdruck und Kraft. Der ausweichende Blick baut so keine Beziehungen auf. Das Publikum wird er so kaum mitnehmen. Der häufige Wechsel des Standbeins wird zumindest unbewusst auf die Zuschauer unsicher wirken. Ein Anführer sieht anders aus.

Er warnt seine Partei vor Neuwahlen und zählt die Erfolge in den Sondierungsverhandlungen auf. Doch seine Körpersprache unterstützt die Warnungen nicht, im Gegenteil. Zögerlich kurz den mahnenden Zeigefinger zu erheben, ist keine eindrucksvolle Gestik. Große Gesten sind bei ihm nicht zu erkennen, er wirkt auf mich eher lustlos.

So bleibt es in den Pausen seiner Rede weitgehend still. Nur, wenn er auf die Gefahr rechter Politik hinweist, wird etwas mehr Klatschen, wohl vor allem von den Gegnern der Großen Koalition, hörbar.

Wird unterstellt, dass er unter besonderer Beobachtung und unter dem Druck der Basis steht, dann hat er die Chance nicht genutzt, sich hier besser zu positionieren. Seinen Einfluss dürfte der Beitrag nicht gedient haben. Er erhält auch nur mäßigen Applaus nach seiner Rede.

2. Andrea Nahles

 

Der SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles (47) gelingt nach wenigen Minuten, was Martin Schulz in seiner langen Rede nicht geschafft hat, zumindest etwas Begeisterung im Saal.

Sie wirkt durchaus authentisch und engagiert. Sie versprach Verhandlungen, „bis es quietscht auf der anderen Seite, alles andere kann ich euch nicht versprechen“. Die emotionale, kämpferische Ansprache passt zum Thema. Inhaltlich und körpersprachlich setzt sie auf kraftvolle Gesten. Wer wie sie Zähne zeigt, will führen. Das kommt gerade auf Parteitagen meist gut an. Allerdings wirkte sie auch so, als wenn ihr bald die Luft ausgeht, sie verausgabt sich zu sehr. Ihr Stimmeinsatz geht über ihre natürliche Grenze hinaus, entsprechendes Stimmtraining würde ihr helfen. Sie muss nur vorsichtig sein, wenn ihre Äußerungen als übertrieben wahrgenommen werden, wirkt das gegebenenfalls verzweifelt und nicht mehr souverän.

Ihre Betonung beim Satz „… die zeigen uns doch ’nen Vogel!“ ist schon recht eigenwillig. So redet im Grunde niemand.

Konzentration auf wenige Themen macht es leichter zu folgen. Die deutlich kürzere Dauer ihres Beitrags ist eine gute Entscheidung. So gelingt es eher, das Publikum mitzunehmen und nicht, wie so oft bei Martin Schulz, auf der Reise zu verlieren.  Anders als Martin Schulz wurde Andrea Nahles begeistert beklatscht.

Wer diesen Auftritt mit früheren vergleicht, erkennt einen Wandel. Sie stellt sich heute deutlich breiter auf.

P.S.

 

Was gibt es bei diesen beiden Reden für die eigenen rhetorischen Fähigkeiten zu lernen?

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Artikel zu Reden und Präsentationen

7 Techniken, damit gute Argumente keine Frage des Zufalls sind

Viele Menschen überlassen die Qualität ihrer Argumente weitgehend dem Zufall. Zu oft wird erst während einer Diskussion erkannt, welche Lücken übersehen wurden. Bereite dich lieber gleich entsprechend vor.

Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Januar 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Der Film „Es“ nach Stephen King im Kino

Der Film „Es“ nach Stephen King kommt ins Kino

Wenn aus lustigen Clowns Horrorgestalten werden
Der Film "Es" nach Stephen King kommt ins Kino

Der Film „Es“ nach Stephen King kommt ins Kino

 

Gerade habe ich aus Anlass der Kinopremiere am 28. September 2017 zu „Es“ nach Stephen King ein Interview für die RTL2 news gegeben. Weshalb machen Clowns so vielen Menschen solche immense Angst?

Der Film „Es“ kommt diese Woche in die deutschen Kinos. Das dürfte einigen Zuschauern schaurig schöne oder auch nachhaltig gruselige Momente verschaffen. Das Gruseln wird damit jedoch auch auf der Leinwand kein Ende finden. „Es 2“, der zweite Teil der Stephen-King-Adaption, kommt 2019 ins Kino.

Es

TV-Duell Merkel vs. Schulz mit Körpersprachenanalyse

TV-Duell Merkel vs. Schulz

Bundestagswahlkampf 3. September 2017
TV-Duell Merkel vs. Schulz

Überblick

 

 

 

 

TV-Duell Merkel vs. Schulz

 

Sonntagabend, 3. September 2017, 20:15 Uhr. Die Anspannung im Vorfeld war groß, besonders bei Kanzlerkandidat Martin Schulz. Es lag vermutlich an der verzweifelten Hoffnung, drei Wochen vor der Bundestagswahl doch noch das Blatt zugunsten der SPD zu wenden. Und das allen Umfragewerten zum Trotz. Alle bisherigen Angriffe vonseiten Martin Schulz perlten an der Kanzlerin ab. Er konnte im bisherigen Wahlkampf keine echten Treffer landen.

 

 

 

Übermut tut selten gut … and the Winner is …

 

Die SPD hat siegessicher schon vor dem Startschuss über das Ziel hinaus geschossen. Schon Stunden vor dem TV-Duell ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz gegen Kanzlerin Angela Merkel hat die SPD im Internet den Sieg in dem Schlagabtausch für sich reklamiert – und dafür manchen Spott geerntet. In einer Google-Anzeige war zu lesen: „TV-Duell: Merkel verliert – klar gegen Martin Schulz – spd.de“ Diese Anzeige war laut Parteisprecherin von Mitternacht bis etwa 7 Uhr morgens freigeschaltet. Der SPD-Parteivorstand entschuldigte sich daraufhin per Twitter dafür: „Dienstleister ist heute Nacht bei Google peinlicher Fehler unterlaufen. Nicht unser Stil. Verwirrung bitten wir zu entschuldigen.“

 

 

 

Das TV-Duell

 

Der einzige direkte Schlagabtausch war mit hohem Interesse erwartet worden. Das TV-Duell wurde von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 zeitgleich übertragen. Die Moderatoren waren Peter Kloeppel, Maybrit Illner, Sandra Maischberger und Claus Strunz.

 

 

 

1. Wenig Begeisterung bei Angela Merkel

 

Nun absolvierte Angela Merkel schon in ihr viertes Duell, obwohl sie wohl gerne darauf verzichtet hätte. Die Union verlor nach den TV-Duellen 2005 gegen Gerhard Schröder, 2009 gegen Steinmeier und 2013 gegen Peer Steinbrück in Umfragen ein paar Prozentpunkte ein. Solche Auftritte gehören nicht zu den Stärken von Frau Merkel.

 

 

 

2. Die Themen. Angriff ist nicht immer die beste Form der Verteidigung

 

Angela Merkel entschied sich für strahlend blaue Kleidung und Martin Schulz für dunkles Blau. So setzen beide auf Sicherheit und Seriosität.

 

 

a.) Flüchtlingspolitik

 

Schulz vermied es, Merkel persönlich allzu sehr zu attackieren. Mit persönlichen Angriffen konnte zuletzt Gerhard Schröder punkten. Seit Angela Merkel als Kanzlerin im Amt ist, geht das leicht nach hinten los. Sie hat ihre Gelassenheit perfektioniert. Da kommt so schnell keiner an sie heran. Sie verteidigt ihre Flüchtlingspolitik. „Ich halte es nach wie vor für absolut richtig.“ Sie gibt aber auch zu, sich zu wenig um die Flüchtlingslager gekümmert zu haben, die es den Schleppern erleichtert hätten. „Das wird so nie wieder passieren.“ Bei Kritik, wie bei der Flüchtlingspolitik, zeigt sie sich somit moderat einsichtig und nimmt jeglichen Gegenwind Ansatzfläche.

Nach der ausweichenden Antwort von Schulz auf die Dauer der Integration zeigte sich eines der deutlichsten jemals von mir bei Frau Merkel gesehenen Lächeln.

Den Kopf schüttelnd erklärt Merkel Schulz die Situation bei den Rückführungen.

 

 

b.) Islam

 

Sowohl Schulz wie Merkel sehen für einen „verfassungskonformen Islam“ (Merkel) Platz in Deutschland. Was sie darunter verstehen und wie der Islam mit dem Grundgesetz vereinbart werden könnte, sagen beide nicht.

Islamisten und gewaltbereite Gefährder wollen beide nicht. Auch darin sind sie sich einig; beide wollen straffällig gewordene Flüchtlinge schnell abschieben und stärker als bisher gegen Hassprediger und fanatische Imame vorgehen. Merkel betont, dass es bisher an rot-grünen Regierungen scheiterte, geltende Gesetze zu nutzen.

 

 

c.) Türkei

 

Der Versuch Angela Merkel eine härtere Linie gegenüber der Türkei abzuringen, begegnet sie mit „Vorsicht, nur weil wir Wahlkampf haben …“

Merkel zu den Beziehungen zur Türkei und den dort inhaftierten Deutschen: „Wenn man Staatsbürger freibekommen will, muss man schon noch im Gespräch bleiben. Menschen hoffen auf uns.“ Doch „Bei Beendigung der Beitrittsverhandlungen bin ich sofort dabei.“ und dann auch noch „Ich habe die Türkei noch nie in Europa gesehen.“

 

 

d.) Trump

 

Sie versachlicht ihre Kritik am US-amerikanischen Präsidenten, während er persönlich wird.

 

 

e.) Situation in Deutschland

 

Merkel: „Wir müssen ganz sicher nicht bis 70 arbeiten. Ganz sicher“, sagt Merkel. Die Reaktion von Schulz: „Finde ich toll, Frau Merkel!“

Merkel zeigt bei der Frage über den Eintritt in den Altersruhestand durchaus Betroffenheit, denn sie zieht die Innenseiten der Augenbrauen hoch, während sie sagt: „Für viele ist es ganz schwer“.

 

 

f.) Diesel-Abgas-Skandal

 

Bei dem Thema ist Schulz angriffslustiger, ihm gelingt es Merkel wenigstens etwas unter Druck zu setzen. „Sie haben recht, wir kommen jetzt zur Musterfeststellungsklage“, sagt er und sie lächelt und schaut verlegen nach unten.

Merkel wird gefragt, ob es zwei Gesichter der Angela Merkels gibt, eine den Flüchtlingen gegenüber freundliche und eine unfreundliche, eine für den Diesel und eine dem Diesel gegenüber skeptische. Sie sagt; jeder Mensch ändert sich. Sie stehe für Maß und Mitte. Den Vorwurf, so zurückhaltend gegenüber der Autoindustrie zu sein, wischt sie vom Tisch. Während sie sagt, „Ich bin stocksauer“ sind die Augenbrauen zusammengezogen, die unteren Augenlider angespannt. Das sind deutliche Hinweise für Ärger.

 

 

g.) Maut und die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Angela Merkel

 

Wird die Rente wie die Maut? Auf ihre Wankelmütigkeit und die Mautfrage angesprochen, schien sie sich zu ärgern. Sie kniff auffällig die Augen zusammen und berührte sich selbst versichernd am Oberkörper. Erst nach einem tiefen Atemzug redete sie weiter. Dabei reagiert sie hinsichtlich ihrer Aussage „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben“, mit der üblichen Ausrede, das wäre so nicht gemeint gewesen. Angela Merkel versprach das beim vorhergehenden TV-Duell am 1. September 2013 mit Steinbrück vor einem Millionenpublikum im Fernsehen. Die Argumentation ist und bleibt an den Haaren herbeigezogen, weil widersprüchlich. Doch auch das lässt sie nicht an sich heran und die Erinnerung daran bleibt weitgehend folgenlos.

 

 

h.) Kurze Fragerunde

 

Als Schulz einen Witz über Stand der Zeitkonten macht, die er als einzige Gemeinsamkeit zwischen ihm und Merkel sieht, ist er der einzige, der darüber lacht. Damit verliert er an Status und Ansehen.

 

 

i.) Koalitionspartner

 

Frau Merkel gibt keine Antwort auf Koalitionspartner. „Die Union wird auf keinen Fall mit der AfD und mit den Linken zusammenarbeiten.“

Martin Schulz weicht der Frage zur Koalition mit der Linken aus, dabei schluckt er sprachlos und scheint nach den richtigen Worten zu ringen.

 

 

j.) Abschlussminute

 

Schulz: Er schaut während seines Statements in die Kamera. „Mut zum Aufbruch heißt, die Zukunft zu gestalten und nicht die Vergangenheit zu verwalten.“ Dieser Abschlussbeitrag war von der Idee her interessant, doch auswendig gelernt und blutlos präsentiert.

Merkel: Zu Beginn schaut sie etwas sehr lange nach unten und unterbricht damit den Kontakt zum Publikum. „Jetzt die Weichen stellen …“ So gibt sie altbackene Sätze zum Besten.

3. Hätte, hätte Deutschlandkette

 

Anstatt der viel beachteten Schland-Kette, die beim Duell Angela Merkel vs. Peer Steinbrück ihren eigenen Twitter-Hashtag #schlandkette, gab es diesmal keinen entsprechenden visuellen Gesprächsstoff.

 

 

 

4. Körpersprache

 

Angela Merkel

 

Sie bleibt souveräner als er. Bei ihren Antworten wendet sie sich wiederholt auch ihrem Kontrahenten zu. Beim Thema Große Koalition nimmt sie ihn einladend mit einer Geste ein. Da bleibt kein Raum für Widerspruch.

Keine Überraschungen, insgesamt zeigt sie sich, wie wir sie kennen. Und daran haben sich viele gewöhnt. Selbst eigenartige Aspekte werden da zum Running-Gag.

Sie lächelt häufiger als er, oft ist es ein vollständiges Lächeln. Das wirkt souveräner. Ihr Lächeln in Momenten, in denen Schulz Fehler macht, könnte ihr allerdings als etwas arrogant empfunden werden. Das gilt auch für ihr etwas abschätziges Spitzen der Lippen.

Ihre Hände liegen oft locker auf dem Pult und sie wirkt entspannter. Dafür wirkt sie allerdings auch etwas abgeklärt.

An wenigen Punkten, wie beim Thema Türkei, setzt sie ihre Gestik etwas deutlicher ein. Diese Gesten wirken nicht einstudiert, da sie den Worten minimal vorweg gehen.

 

 

Martin Schulz

 

Martin Schulz hat Stress. Seine Körperspannung ist enorm, sein Stand ist unsicherer, er zeigt viele deutliche Stresshinweise. Er kommt ziemlich schnell ins Schwitzen, sein Nacken ist feucht. Seine Stimme klingt oft sehr gepresst. Überhaupt ist sein Stimmeinsatz nicht sehr wirksam. Er holt oft aufgeregt Luft, seine Lippen bewegt er wenig und betont insgesamt unzureichend für eine überzeugende Stimme. Hier hätte er mit wenig Aufwand viel erreichen können, schade für ihn. Manchmal wirkt seine Stimme sogar etwas gequält. Das nimmt das Publikum unbewusst über die Spiegelneuronen wahr und leidet mit.

Gerhard Schröder gelang es damals Frau Merkel durch seinen Auftritt in Bedrängnis zu bringen. Das gibt die Ausstrahlung von Schulz nicht her. Sie gibt ihm dazu nicht die erforderlichen Angriffspunkte und er hat nicht die entsprechende Souveränität. Der oft gesenkte Blick lässt ihn nicht gerade kraftvoll und sicher wirken.

Eine Hand legt er oft auf dem Pult ab und deckt sie mit der anderen ab. Solche Selbstberührungen sollen Sicherheit fördern. Der feste Griff an die Pultkanten sollen Halt bieten.

Was unter seinem Bart an Mimik stattfindet, ist schlechter zu erkennen, dafür sind seine Augenbrauen sehr aktiv. Wenn er ab und zu lächelt, sind die Augen nicht beteiligt. Das lässt das Lächeln unecht wirken.

Wenn er Probleme anspricht, legt sich seine Stirn in Sorgenfalten. Vermutlich wollte er damit unterstreichen, wie wichtig und ernst seine Bedenken sind. Doch so wird er mehr mit den Problemen und nicht mit Lösungen in Verbindung gebracht.

Er wirkt unnötig farblos, daran ändert auch die leuchtend blaue Krawatte nicht.

 

 

 

5. Inhaltlich wenig Spielraum

 

Der Kanzlerin zu beweisen, dass sie abgehoben ist, gelang nicht. Als Koalitionspartner hat die SPD die Politik der letzten Jahre mitzuverantworten. Da gibt es wenig Ansatzpunkte für Kritik. Wo sollten da auch Überraschungen herkommen? Es kam, wie es wohl kommen musste.

 

 

 

6. Sprache

 

Sie verwendet die Sprache, die wir von ihr gewohnt sind. Er liebt Floskeln, wie „Ich will Ihnen mal was sagen; …“, „Ich sage Ihnen mal was ….“ und „Ich bin dankbar …“

 

 

7. Zusammenfassung der Botschaften

 

Merkel: „Ich gebe Ihnen Sicherheit. Die Sicherheit, dass nichts besser wird. Sie kennen mich und was man hat, hat man.“
Schulz: „Ich wäre gern Bundeskanzler.“

 

 

 

8. Fazit

 

Relevante Differenzen müssen mit der Lupe gesucht werden. Waren sich schon mal zwei Kontrahenten bei einem TV-Duell so einig wie Merkel und Schulz? Er war etwas angriffslustiger, sie wirkte souveräner, glaubwürdiger und kompetenter, so sogar sympathischer als er. Seine Chance hat er vergeben. Die Stresssignale, die er aussendet, lassen ihn unsicherer und somit weniger kompetent wirken. So oder so; nach kurzer Zeit wird der Einfluss der TV-Debatte verpufft sein, wie der Berliner Sommer.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Umfrageergebnisse

 

Ich wünsche mir lebendigere politische Debatten mit echten Argumenten.

 

%

Stimmt!

%

Etwas!

%

Stimmt nicht!

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 1261) im Frühjahr 2017

P.S.

 

Was ist Ihr Eindruck?

Kanzlerkandidatenduell am 3. September 2017

Kanzlerkandidatenduell am 3. September 2017

TV-Duell Angela Merkel und Martin Schulz
Kanzlerkandidatenduell am 2. September 2017

Kanzlerkandidatenduell am 3. September 2017

 

Am 24. September 2017 sind Bundestagswahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) treffen am Sonntagabend, 2. September 2017, zum ersten und einzigen Mal während des Wahlkampfs aufeinander. Ob diese beiden Politiker wohl schon aufgeregt sind?

 

 

 

Format des TV-Duells

 

Im Vorfeld gab es einigen Ärger rund um das TV-Duell. Merkels Team war Änderungen gegenüber ablehnend. Die Idee, Publikumsfragen einzubeziehen, macht der Kanzlerin keine Freude. Damit hatte sie in der Vergangenheit auch keine guten Erfahrungen gemacht. Wenn nichts Weltbewegendes mehr geschieht, steht das Wahlergebnis der großen Parteien wohl weitgehend fest. Spannend wird es da wohl eher bei den kleinen Parteien. Und da Angela Merkel – aus meiner Sicht – bei einer solchen Fernsehdebatte kaum Stimmen hinzugewinnen, sondern nur verlieren kann, will sie vermutlich lieber auf Nummer sicher gehen.

Vier Moderatoren der Fernsehsender ARD, ZDF, SAT.1 und RTL sollen nun das Duell moderieren, das von allen Sendern zeitgleich übertragen wird. Von 20:15 bis 21:50 Uhr sollen Sandra Maischberger (Das Erste), Claus Strunz (Sat 1), Peter Kloeppel (RTL) und Maybrit Illner (ZDF) den Kandidaten Merkel und Schulz Fragen zu den wichtigsten Themenbereichen des Wahlkampfs stellen. Es bleibt abzuwarten, wie es den Kandidaten diesmal gelingen wird, unangenehmen Fragen zu begegnen. Überraschungen sind allerdings eher unwahrscheinlich.

 

 

 

 

Vorbereitung der Kanzlerkandidaten

 

Am 31. August 2017 wurde ich für die dpa-Kindernachrichten zum Kanzlerkandidatenduell am Sonntag, 3. September 2017 um 20:15 Uhr befragt: Wie bereiten sich die Kandidaten wohl auf diesen Auftritt vor?

 

 

 

1. Chancen und Risiken des TV-Duells kennen

 

Mit einem solchen TV-Duell sind eine Menge Chancen und Risiken verbunden. Hinterher ist man meist schlauer, doch dann ist es zu spät. Deshalb bereiten sich die Politiker umfangreich darauf vor. Wie genau sie das tun, wird meist nicht verraten. Doch, so wie ich mit meinen Klienten durchspiele, welche Fragen von den Reportern kommen könnten und welche Reaktionen darauf empfehlenswert sind, werden das sicher auch die Kandidaten tun. Das sorgt dafür, dass die Politiker auf viele Fragen eine überlegte Antwort haben, anstatt überrascht und unwissend zu wirken.

 

 

 

2. Sprache

 

Sprachlich wird geübt, in möglichst kurzen Sätzen zu antworten, damit die Zuschauer die Botschaft leichter verstehen und der Sprecher kompetenter wirkt. Das kann die Kanzlerin allerdings nicht so gut. Ihre Sätze sind oft lang. So richtig schnell auf den Punkt kommt Martin Schulz allerdings auch selten.

 

 

 

3. Körpersprache

 

Es geht aber nicht nur darum, was die Politiker sagen. Sehr wichtig ist auch die Körpersprache. Gestik und Mimik sind bei einem Fernsehauftritt noch wichtiger als bei einer normalen Rede. Die Kamera geht gerne sehr nahe heran und offenbart dann widersprüchliche Hinweise auf Emotionen.

Wesentlich ist eine offene Körperhaltung. Wer die Arme vor der Brust verschränkt, wirkt verschlossen und das kommt meistens nicht so gut an. Solchen Menschen wird unterstellt, sich zurückgezogen zu haben und selbst guten Argumenten nicht mehr zugänglich zu sein.

Wo angebracht, sollten die Kandidaten ein ehrliches Lächeln zeigen. Das lässt sie sympathisch und souverän erscheinen. Außerdem lassen sich so gegebenenfalls auch die Zähne zeigen.

Mehr dazu im Artikel Bundestagswahl und Körpersprache der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz.

 

 

 

 

Anmerkungen

 

TV-Duelle von Politikern gibt es in Deutschland seit den 70er-Jahren. Die ersten zwei richtigen Kanzlerkandidatenduelle fanden zwischen Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) 2002 statt. Damals gab es noch zwei Live-Sendungen. Zur Bundestagswahl 2017 findet ein TV-Duell nach 2002, 2005, 2009 und 2013 in diesem Jahr zum fünften Mal statt.

 

 

 

P.S.

 

Welche Bedeutung hat das TV-Duell für Sie?

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

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Bundestagswahl & Körpersprache: Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz

Bundestagswahl & Körpersprache: Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz

Wie die Kandidaten sich durch ihre Körpersprache verbessern könnten
 
Körpersprache der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz

Körpersprache der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz

 

Am 24. September 2017 ist es soweit, die Bundestagswahl 2017 wartet auf Stimmzettelkreuze. In einem Radiointerview der dpa wurde ich am Donnerstag, 24. August 2017 zur Körpersprache der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz befragt.

Politiker stehen immer auf der Bühne. Wer in der Politik mitmischen will, lernt deshalb, die eigene Gestik unter Kontrolle zu halten. Denn je weiter es nach oben geht, desto genauer schauen die Fernseh- und Fotokameras hin – wo möglich sogar hinter den Kulissen.

Das menschliche Gehirn hat es viel leichter visuelle, als verbale Informationen zu verarbeiten. Die meisten Politiker kennen die Bedeutung der Körpersprache. Manchmal gelingt es Politikern, die Symbolkraft der Körpersprache ganz gezielt einzusetzen. Wobei Sternstunden hierzulande momentan noch eher die Ausnahme, als die Regel sind.

Zu Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es ja schon einige Beiträge von mir. Sie hat die überzeugende Körpersprache ja auch nicht erfunden, doch gelten für sie als Amtsinhaberin und ihren Herausforderer in mancherlei Hinsicht unterschiedliche Maßstäbe. Er müsste sich als Alternative absetzen. Wenn das mal so einfach wäre. Der Ärger auf die Kanzlerin und die Merkel-Müdigkeit sind ziemlich abgeebbt. Sie kann im Amt punkten und er braucht nach dem verpufften Schulz-Effekt das Wunder einer Wechselstimmung. Ihre beste Strategie dürfte in der Beibehaltung ihres Auftretens bestehen.

 

 

 

 

Potenzial bei der Körpersprache von Martin Schulz

 

 

1. Blickkontakt

 

Er neigt dazu abzulesen und wirkt durch die Brille dann etwas oberlehrerhaft. Es mag sich zwar um ein volksnahes Brillenmodell handeln, doch Nähe fördert es nicht. Überhaupt ist sein Blickkontakt oft nicht sehr verbindend, wenn er stattfindet. Genau das sucht das Publikum allerdings, um sich mit jemanden zu identifizieren. Außerdem ist ein sicherer Blick erforderlich für die Glaubwürdigkeit. Wer nicht sicher in die Augen anderer Menschen schauen kann, gilt als unehrlich.

 

 

 

2. Gestik

 

Mal abgesehen von Momenten der Fassungslosigkeit wie bei der Beleidigung durch Silvio Berlusconi im EU-Parlament, hat er sich und seine Gestik meist im Griff. Seine Bewegungen wirken allerdings oft zu kontrolliert und reduziert. Seine Gestik ist zwar ausgeprägter als jene von Frau Merkel, doch wird es bei ihm als Herausforderer anders interpretiert. Besser wäre eine abwechslungsreiche Gestik, die ebenso ausdrucksstarke Bewegungen, Posen und auch souveräne Ruhe beinhaltet.

 

 

 

3. Mimik

 

Im Vergleich zur Bundeskanzlerin spricht sein Gesicht Bände. Das kann er dafür einsetzen, als menschlich wahrgenommen zu werden.

Typisch für ihn ist das Lecken über die Lippen und Muskelspiele rund um den Mund.

 

 

 

4. Stimme

 

Beim Vergleich seiner Stimme im Verlauf von der Ankündigung seiner Kanzlerkandidatur bis heute klingt seine Stimme jetzt häufiger angespannt und mitunter auch müde, überanstrengt. Diese Anspannung überträgt sich auf das Publikum und wirkt nach einer gewissen Zeit auch recht unangenehm. Seine recht eigene Satzmelodie klingt oft sehr aneinanderreihend, als handle es sich um trockene Aufzählungen. Der Inhalt wirkt dadurch weniger bedeutsam und es ist schwerer ihm zu folgen. Es scheint, als wenn er nicht wiedergibt, was ihn wirklich bewegt. Bei der Betonung bleibt seine Stimme oft am Stellen zu weit oben, an denen er eigentlich heruntergehen müsste. So gehen auch ansonsten sprachlich interessante Konstruktionen unter. Es geht unnötig sehr viel mögliche Wirkung verloren.

Mit relativ wenig Aufwand ließe sich die Ausdruckskraft seiner Stimme deutlich steigern.

 

 

 

5. Haltung

 

Gerne führen seine Füße unter dem Tisch ein Eigenleben, das vermittelt Unsicherheit. Martin Schulz neigt zu geschlossenen Körperhaltungen und er wendet sich oft mit Teilen seines Körpers von Gesprächspartnern und Publikum ab. Eine zugewandte, offene Körperhaltung wirkt sympathischer, ehrlicher und überzeugender. In einem weitgehend inhaltsleeren Wahlkampf sind es letztlich die Bilder, die wahrgenommen werden.

 

 

 

5. Dramaturgie und Begeisterung

 

Der Spannungsbogen fehlt bisher. Es gibt bei seinen Auftritten keine ausreichende Steigerung, mit der sich die Begeisterung über das Anfangsniveau aufbauen könnte. Er benötigt mehr Puste und dramaturgische Strategien, die das Publikum mitnehmen.

 

 

 

6. Umgang mit Applaus

 

Es ist auch eine Frage des Respekts, den Applaus des Publikums zu würdigen, anstatt ihn einfach zu übergehen, wie er es oft getan hat. Bei neueren Auftritten hat er sich hier gebessert.

 

 

 

Fazit

 

Ihm hilft, was die Kontroverse fördert, ihn dabei authentisch und begeisternder wirken lässt.

 

 

 

Was hilft und was schadet

 

 

Nachteilige Körpersprache

 

Körpersprache schadet, die den folgenden Eindruck vermittelt.

 

Beispiele:

  • Ängstlichkeit
  • Arroganz
  • Berühren des eigenen Gesichtes
  • Desinteresse
  • Erzwungenes unechtes Lächeln
  • Fehlender Blickkontakt
  • Gefühllosigkeit
  • Falsches Lächeln
  • Handflächen oder gar Hände verbergen
  • Unstimmigkeiten zwischen verbaler Aussage und Körpersprache
  • Kleinermachen
  • Nervöse Bewegungen
  • Rasches und häufiges Augenblinzeln
  • Ruckartige Bewegungen
  • Schutzhaltungen
  • Schwankender Körper
  • Überkreuzen der Arme und andere Versionen geschlossener Körperhaltung
  • Unsicher umherstreifender Blick
  • Zeigefinger auf jemanden richten
  • Zurückweichen im Stand oder Zurücklehnen auf Sitzgelegenheiten

 

 

 

Hilfreiche Körpersprache

 

Beispiele:

  • Abwechslungreiche Stimme
  • Ansteckende Zuversicht
  • Aufrechte Haltung
  • Echtes Lächeln, wo es angebracht ist
  • Sichere ausgeprägte Bewegungen
  • Sicherheit
  • Gelassenheit
  • Offene Handflächen zeigen
  • Offene Körperhaltung

 

 

 

Videos

 

Bilden Sie sich eine eigene Meinung. Körpersprache bietet oft einen breiteren Spielraum bei der Interpretation. Hier ein paar Videos bei YouTube™ (Externe Links):

Umfrageergebnisse

 

Ich wünsche mir lebendigere politische Debatten mit echten Argumenten.

 

%

Stimmt!

%

Etwas!

%

Stimmt nicht!

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 1261)

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Angela Merkel

Kurzprofil der Bundeskanzlerin

Angela Merkel

 

Einst galt sie noch harmlos als „Kohls Mädchen“ und heute ist sie Deutschlands mächtigste Politikerin. Angela Merkel hat sich an der Männerriege der Union vorbei bis zur Spitze gekämpft und dort hält sie sich lange Zeit beharrlich. Manche lieben sie und schätzen sie als abwägend und authentisch, andere halten sie für zaudernd und eher unbeholfen. So oder so; es ist ihr gelungen, ihre Position lange Zeit zu behaupten. Es gibt also etwas zu lernen.

 

 

 

Meilensteine

 

1994 – 1998

Bundesumweltministerin

 

 

1998 – 2000
CDU-Generalsekretärin

 

 

2000

CDU-Vorsitzende

 

 

2005 bis 2017

Bundeskanzlerin

 

 

2007

Aber Demokratie ist nicht immer eine Sache von einsamen Entscheidungen, sondern in der Regel ein Geschäft der Meinungsbildung vieler.

Angela Merkel in einem Interview mit der Berliner Zeitung, berlinonline.de, 7. November 2007

 

Aber Demokratie ist nicht immer eine Sache von einsamen Entscheidungen, sondern in der Regel ein Geschäft der Meinungsbildung vieler.

Angela Merkel in einem Interview mit der Berliner Zeitung, berlinonline.de, 7. November 2007

 

 

2013

Das Internet ist für uns alle Neuland, und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung natürlich, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen.

Angela Merkel auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Barack Obama am 19. Juni 2013

 

 

2015

Ihrer sachlichen Nüchternheit wird ihr lange Zeit nicht übelgenommen, ihr Beliebtheitswerte bleiben lange erstaunlich hoch. Während der Flüchtlingskrise änderte sich das jedoch. Das Land wird durch ihre Handlungen und Äußerungen gespalten und einige werfen ihr vor maßgeblich zu Belastungen für die EU beigetragen zu haben. Insbesondere hinsichtlich des Brexits sehen manche ihren Beitrag als einflussreich.

Selbst einige Parteimitglieder nahmen ihr zunehmend übler, dass sie Bedenken stets mit einer ihr eigenen Vernebelungstaktik wegzuwischen versuchte, anstatt ihre Politik leidenschaftlich zu vertreten.

Am 31. August 2015 äußerte sie im Hinblick auf die Flüchtlingskrise in Europa und die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland den  Beschwichtigungssatz „Wir schaffen das“ und es wurde über die „neuen Willkommenskultur“ berichtet. Sie wiederholte den später vielfach kritisierten Satz mehrmals, unter anderem beim CDU-Bundesparteitag am 14. Dezember 2015. Der Satz wird zur anhaltenden Provokation und ihre Beliebtheit sinkt.

 

 

2017

Die Bundestagswahlen 2017 waren nicht sehr spannend. Der anfängliche Schulz-Effekt hatte sich schnell wieder beruhigt und es ging ohne Höhepunkte der Wahl am 24. September 2017 entgegen. Den Wahlkampf begleitete ich mit entsprechenden Analysen in Artikeln, Interviews und Veranstaltungen.

Jamaika bis GroKo: Seit der Bundestagswahl war Angela Merkel geschäftsführend im Amt, bis sich mühsame endlich eine Große Koalition (GroKo) gebildet hat.

 

Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei, das habe ich in den letzten Tagen erlebt. Und deshalb kann ich nur sagen: Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen. … wir müssen selber für unsere Zukunft kämpfen, als Europäer, für unser Schicksal.

Angela Merkel nach dem G7-Gipfel in Taormina bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Horst Seehofer in einem Bierzelt in München-Trudering am 28. Mai 2017

 

 

2018

Der Streit mit Parteimitgliedern und der Schwesterpartei wird immer aufreibender. Am 7. Dezember 2018 Abschiedsrede als CDU-Vorsitzende.

 

 

2019

Es sind einige Hinweise zu erkennen, dass Angela Merkel Entlastung verspürt, denn ihre Auftritte wirken etwas lockerer.

 

 

 

Angela Merkel in Zahlen und Daten aus dem Internet

 

  • Geboren: 17. Juli 1954
  • Geburtsort: Hamburg (aufgewachsen in Templin / Brandenburg)
  • Größe: 1,65 m
  • Studium: Promovierte Physikerin
  • Ehepartner: Ulrich Merkel von 1977 bis 1982, Joachim Sauer seit 1998
  • Kinder: –
  • Eigene Homepage: www.angela-merkel.de

Glossar

 

Im Glossar warten Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass du sowohl mit Persönlichkeit als auch Botschaft überzeugst –in Gesprächen und Präsentationen.

 

Frage ruhig! Wenn du trotz Suche zu einem interessanten Begriff nicht fündig geworden bist, sende mir doch eine Nachricht.

 

Martin Schulz

Martin Schulz

Kurzprofil
Martin Schulz

Martin Schulz

 

Seit März 2017 führt Martin Schulz die SPD offiziell als Parteichef und nun ist er der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten für die Bundestagswahl 2017. Entsprechend häufig werde ich auf seine Körpersprache und verbale Kommunikation angesprochen. Der anfängliche Schulz-Effekt hat sich beruhigt und es geht der Wahl am 24. September 2017 entgegen. Den Wahlkampf begleite ich mit entsprechenden Analysen in Artikeln, Interviews und Veranstaltungen.

 

Dass es Deutschland heute besser geht als vielen anderen europäischen Staaten, hängt vor allem mit der Agenda 2010 zusammen.

Schulz 2014 zu den Hartz-Reformen des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder

 

Ich bin sowohl gefühlt als auch faktisch der bessere Kandidat.

Schulz 2017 zu seiner Nominierung als Kanzlerkandidat

 

 

 

Vorherige Ämter

 

1987 – 1998
Bürgermeister von Würselen (NRW)

1994 – 2017
Mitglied des Europäischen Parlaments

2014 – 2017
Präsident des Europäischen Parlaments

2017
Kanzlerkandidat der SPD

 

 

 

Martin Schulz in Zahlen und Daten aus dem Internet

 

  • Geboren: 20. Dezember 1955
  • Geburtsort: Hehlrath (heutiges Eschweiler in Nordrhein-Westfalen)
  • Größe: 1,xx m (interessant im Hinblick auf Zusammentreffen)
  • Augenfarbe: blaugrau
  • Schulabschluss: Mittlere Reife (Schulz: „Ich war ein Sausack in der Schule!“)
  • Ehepartnerin: Inge Schulz
  • Kinder: Nico, Linda
  • Eigene Homepage: www.martinschulz.de (nicht online bei Prüfung)

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Glossar

 

Im Glossar warten Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass du sowohl mit Persönlichkeit als auch Botschaft überzeugst –in Gesprächen und Präsentationen.

 

Frage ruhig! Wenn du trotz Suche zu einem interessanten Begriff nicht fündig geworden bist, sende mir doch eine Nachricht.

 

Körpersprache: Fragestunde Theresa May und Jeremy Corbyn

Körpersprache: Fragestunde Theresa May und Jeremy Corbyn

Körpersprachenanalyse Wahlen in Großbritannien - BBC 2. Juni 2017
Körpersprache: Fragestunde Theresa May und Jeremy Corbyn

Körpersprache: BBC-Fragestunde Theresa May und Jeremy Corbyn

 

Wenige Tage vor den vorgezogenen Parlamentswahlen (Unterhaus) in Großbritannien  am 8. Juni 2017 haben sich Premierministerin Theresa May und ihr Herausforderer Jeremy Corbyn, zum zweiten Mal im Fernsehen den Fragen gestellt. Diesmal fragen die Wähler und der Moderator.

 

I’m sorry this isn’t a debatte.

Jermey Corbyn

 

 

 

 

Question Time

 

In der BBC-Sendung “Question Time“ stellt das Publikum Fragen an Politiker und Experten. Von denen wird dann eine sofortige Antwort erwartet. So auch am Freitagabend, 2. Juni 2017.

Das britische Publikum nimmt hier kein Blatt vor den Mund und so bekommen beide Kandidaten einige durchaus herausfordernde Fragen, auf die sie wohl gerne verzichtet hätten. Beide Kandidaten gehen recht professionell mit dem Gegenwind um, der ihnen entgegenweht. Wobei Corbyn etwas besser mit dem Druck umgeht. Selbst wenn er direkt angegangen und unterbrochen wird, bleibt er weitgehend entspannt und lächelt.

Als die Wahl ausgerufen wurde, konnte May Umfragen zufolge noch mit einer großen Mehrheit rechnen. Nach der jüngsten Umfrage verliert ihre konservative Partei – nun eine Woche vor der Abstimmung – weiter an Boden und die Wahl wird für die konservative Partei zur Zitterpartie. Für die absolute Mehrheit sieht es gegenwärtig schlecht aus. So wurde Premierministerin Theresa May gefragt, ob sie es bedaure, diese Wahl beantragt zu haben, jetzt wo die Umfragen für sie ungünstiger werden. Daraufhin May lacht für einen Moment und wirkt dabei nervös: „Na ja, sie mache ja schon ziemlich lange Politik.“

May hat es am schwersten bei den sozialen Themen. Jeremy Corbyn hat es schwer bei wiederholten Nachfragen zum Einsatz von Atomwaffen und beim Thema IRA.

Sowohl mit Herausforderer als auch Herausgeforderter wird Großbritannien den Brexit machen. Beide versicherten wiederholt ein gutes Verhandlungsergebnis mit Brüssel anzustreben. Klare Aussagen zum Vorgehen machten beide bisher nicht.

 

 

 

 

Körpersprache und Wirkung

 

Keine Debatte: Beide wenden sich nicht zueinander, sondern nacheinander dem Publikum und Moderator zu. May vermeidet das sonst möglichst, managt das hier jedoch.

Angesprochen auf “being a bloody difficult woman“, eine Phrase, mit der May selbst ihre Vergangenheit beschrieb, weist ihre Körpersprache darauf hin, das sie sich selbst bei diesem Bild unwohl fühlt. Ihre Mimik zeigt kurz Hinweise auf Missbilligung oder Schmerz. Eine Interpretationsmöglichkeit ist, dass sie Wert darauf legt gemocht zu werden.

Insgesamt dominieren bei May die typischen Gesten, die viele Politiker verwenden. Sie hat hier einige Erfahrungen gemacht. Beispielsweise legt sie häufiger ihren Daumen an den Zeigefinger. Die Absicht ist dabei meist, aggressive Gesten zu vermeiden. Viele ihrer Gesten beinhalten offene Handflächen, die einladend und offen wirken. Insgesamt macht sie einen starken und gut vorbereiten Eindruck- Manche Zuschauer werden dadurch allerdings etwas Menschlichkeit vermisst haben. Ihre Antworten, wie „es gibt keinen magischen Geldbaum“, können leicht als hartherzig interpretiert werden.

Corbyn wirkt etwas wärmer als May. Er setzt deutlich ausgeprägtere und weniger geschliffene Gesten ein. Je nach Sichtweise wirkt das natürlicher oder unsicher übertrieben. Corbyn hat hier vermutlich bisher keine prägende Schulung erhalten.

 

 

 

Fazit

 

Beide Redner sind weitgehend authentisch, Aussagen und Körpersprache weisen keine spektakulären Unstimmigkeiten auf. Theresa May hat sich um eine Nasenlänge besser präsentiert als Jeremy Corbyn.

 

 

 

Aufzeichnungen

 

Damit Sie sich eine eigene Meinung bilden können, finden Sie hier Videos (externe Links) der Sendung:

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum anhand der Beispiele zu erkennen was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Januar 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

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