Das Tier im Menschen: Affenfelsen vs. Büro: Was für Übereinstimmungen gibt es?

Das Tier im Menschen: Affenfelsen vs. Büro: Was für Übereinstimmungen gibt es?

Wie ähnlich sind wir unseren haarigeren Verwandten?
Das Tier im Menschen: Affenfelsen vs. Büro: Was für Übereinstimmungen gibt es?

Von der Ähnlichkeit von Menschen und Affen

 

Was für weitere Übereinstimmungen gibt es zwischen Affenfelsen und Büroalltag? Wie ähnlich sind wir, Affen und Menschen, uns?

Überblick

 

 

 

 

 

 

Menschenaffen

 

Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.

Mark Twain

 

 

 

Praxisstudien im Zoo

 

Gegenüber meines Büros befindet sich der Zoologische Garten Berlin. In der Pause spaziere ich gerne mit einem Kaffee in der Hand hinüber zum Affenfelsen. Da gibt es immer etwas zu sehen, vor allem bei den Pavianen. Mit Gesprächspartnern, beispielsweise im Rahmen von Lunch-Coaching, wird dann gerne philosophiert. Eine Frage taucht dann früher oder später auf: „Wie ähnlich sind wir uns, Affen und Menschen?“ Schließlich behauptete Georg Christoph Lichtenberg: Der Mensch kommt unter allen Tieren in der Welt dem Affen am nächsten.

 

 

 

Affenfelsen vs. Büro

 

Es soll ja Leute geben, die glauben nicht an die Evolution. Es ist mir persönlich allerdings nicht so wichtig, ob der Mensch vom Affen abstammt; viel wichtiger ist, dass er nicht wieder dorthin zurückkehrt.

Dr. Gregory House meinte in einer Szene: „Ein Affe verliert erst die Angst vor den roten Beeren, wenn er sieht, dass sie auch ein anderer isst. Äffchen sieht’s und macht’s nach. So einfach ist das.“ Wie weit sind wir wirklich von unseren Vorfahren entfernt?

P.S.

 

Was für weitere Übereinstimmungen gibt es zwischen Affenfelsen und Büroalltag? Meine Gedanken finden Sie im Artikel Status und Statusspiele. Welche haben Sie dazu?

Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen.
Anschließend verzichtete er auf weitere Experimente. Mark Twain

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Es ist nicht wichtig, ob der Mensch vom Affen abstammt; viel wichtiger ist, dass er nicht wieder dorthin zurückkehrt.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 26. Februar 2016
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:X

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Berlin, die Rabia-Geste und was es zu lernen gibt

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Berlin, die Rabia-Geste und was es zu lernen gibt

Je besser eine Beziehung, desto größer die Bereitschaft der wohlwollenden Interpretation einer Geste
Körpersprache: Gesten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Berlin

 

Heute am 28. September 2018 gab ich Sat.1 ein Interview aus Anlass der Körpersprache des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan  in Berlin. Die von ihm in Berlin in der Öffentlichkeit aus dem Autofenster heraus gezeigten Gesten (der rechte Arm gereckt, vier Finger in die Höhe, der Daumen nach innen angewinkelt) halten viele Menschen hierzulande für den Rabia-Gruß, der islamistischen Muslimbruderschaft. Er diente anfangs dazu Unterstützung für den gewählten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi zu bekunden.

Erdoğan zeigte die Geste anfangs als Solidaritätsbekundung für die Muslimbruderschaft. Heute gilt es als Symbol der Allianz zwischen Islamisten und Nationalisten, wie bei Erdoğans Wahlbündnis mit der rechtsextremen Partei MHP (Milliyetçi Hareket Partisi (MHP: Partei der Nationalistischen Bewegung). Erdoğan hatte schon erklärt, mit ihm gäbe es keinen liberalen Islam.

 

 

 

Ist die Rabia-Geste Zufall?

 

Erdoğan hat diese Geste schon mehrfach verwendet. Ein Zufall ist daher unwahrscheinlich und es wird nun gefragt, wieso er bewusst den Graben zwischen Deutschland und der Türkei auf solche Weise vergrößert. Die Beziehung beider Länder ist ohnehin schon sehr belastet und nun wird es für die Politik schwerer der Öffentlichkeit zu freundliches Vorgehen zu erklären.

Beobachter wollen gesehen haben, dass Anhänger der Grauen Wölfe Erdoğans Gruß mit dem Wolfsgruß erwiderten, bei dem der kleine Finger und der Zeigefinger abgespreizt werden. Die Grauen Wölfe gelten als ultranationalistische, rassistische Bewegung, in deren Zentrum die türkische Nationalität und der Islam stehen. Sie betrachten Juden, Christen, Armenier, Griechen, Israel und die Vereinigten Staaten werden als Feinde der Türken.

 

 

 

Gesten können Schaden anrichten

 

Gesten können verbinden und trennen. Bei meinem Interview konzentriere ich mich auf die Körpersprache und die Risiken beim Einsatz von Gesten. Da ja nun mal jeder Empfänger über die Bedeutung einer Botschaft entscheiden kann, sind missverständliche Gesten ungünstig. Je besser eine Beziehung (Rapport), desto größer die Bereitschaft der wohlwollenden Interpretation einer Botschaft.

 

 

Beispiele

 

1. Zeigefinger und Daumen zu einem Kreis

 

Wer hierzulande mithilfe vom Zeigefinger und den Daumen einem Kreis formt, deutet damit an, dass er etwas gut findet. Beim Tauchen bedeutet dieses Zeichen, dass alles OK ist. In machen Gegenden wie Spanien wird es als Beleidigung empfunden. Dort gilt es als Zeichen für „Arschgeige“.

 

 

2. Gehörnte Hand

 

Was aussieht wie ein Stier (Mano cornuta) ist in den USA eine Liebesbezeugung, Heavy-Metall-Fans lieben das Zeichen. In Italien verhöhnt es den gehörten Ehemann.

 

 

3. Mit dem Zeigefinger an die Stirn tippen

 

Das kann bei uns soviel meinen, wie „Sie ticken wohl nicht richtig oder wie in den USA „Sehr clever!“.

 

 

4. V-Zeichen

 

Das Bilden eines V mit den mittleren Fingern erinnert an das Victory-Zeichen für das Winston Churchill so bekannt geworden ist. Es kann je nach Kontext  aber auch die Bestellung von 2 Bieren verkörpern. Mit kleinen Abwandlungen bekommt es allerdings einen anzüglichen Touch.

 

 

5. Mit dem Zeigefinger auf einen anderen Menschen zeigen

 

Hierzulande gilt es als ungezogen mit dem Zeigefinder auf andere Menschen zu zeigen. In manchen Ländern gilt das als Angriff und Einladung zur Prügelei.

 

 

6. Daumen hoch

 

Bei uns bedeutet der nach oben gedrehte Daumen „Klasse“, bei Tauchern Auftauchen anderswo eine Einladung zu intimen Spielen.

 

 

Fazit

 

Vorsicht bei Gesten und der Körpersprache insgesamt, ist nicht nur bei Reisen angebracht, sondern auch, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen anwesend sind. Wer eine Organisation, ein Unternehmen, eine Idee oder ein Land repräsentiert überlegt sich lieber gründlich, welche Gesten geeignet sind.

P.S.

 

Wie gut kennen Sie sich mit missverständlichen Gesten aus?

Je besser eine Beziehung, desto größer die Bereitschaft der wohlwollenden Interpretation einer Botschaft.

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Körpersprache: Das sagt dein Gang über dich und deinen Zustand

Körpersprache: Das sagt dein Gang über dich und deinen Zustand

Wie geht es dir? Welche Rolle spielt dein Gang dabei, ob du und deine Botschaft überzeugen?
Körpersprache: Das sagt Ihr Gang über Sie und Ihren Zustand

Körpersprache: Wie gehst du?

 

So wird der Gang eines Menschen gedeutet. Es gibt jedoch weitere Gründe, ihm Aufmerksamkeit zu widmen. Der Gang verändert die innere Haltung, auch deine. Das Resultat hat immense Auswirken darauf, ob du und deine Botschaft überzeugen.

Video

Körpersprache – Was dein Gang über dich verrät

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Überblick

 

 

 

 

Körpersprache: Das sagt dein Gang über dich und deinen Zustand

 

Wie wir gehen, sagt oft mehr über uns aus, als wir denken. Dein Gang verrät eine Menge über deinen momentanen emotionalen und körperlichen Zustand – und darüber, wie du von anderen wahrgenommen wirst. Ob du gestresst, selbstbewusst, entspannt oder unsicher bist: Dein Gang reflektiert dies und beeinflusst sowohl deine Wirkung auf andere als auch, wie du dich selbst fühlst. Aber was genau verrät dein Gang über dich? Und welche Rolle spielt er dabei, ob du und deine Botschaft überzeugen? 

 

 

Sicherer Gang, Kopf hoch, Brust raus, lächeln. Und wie geht es dir?

 

Manche Menschen erkennen wir schon von weitem an ihrem charakteristischen Gang; zackig, verhalten, dynamisch, gelassen, eilig, ängstlich oder sicher, vital oder müde, beschwingt, aggressiv, gebeugt, gehetzt oder verträumt,…

Der Gang hat Anteil an der nonverbalen Kommunikation. Er ist nicht zufällig, sondern wird von der individuellen Physiologie und der inneren Haltung geprägt. Gut gelaunt und zielstrebig sieht anders aus, als frustriert. Wir geben mit dem eigenen Gang eine Menge über uns preis. So werden wir gesehen und beurteilt. Wie wir gehen hat Einfluss auf den Erfolg im Privat- und Berufsleben, er wirkt sich auf weit mehr Aspekte aus, als weithin bekannt ist.

Allerdings ist auch das keine Einbahnstraße, denn der Gang wirkt sich wiederum auch auf die eigene Wahrnehmung und das Befinden aus. Wenn wir ihn ändern, verändert sich auch unsere Gemütslage.

Hier ein paar Beispiele für mögliche körpersprachliche Deutungen des Gangs eines Menschen.

Der Gang wird vor allem durch die Schrittgeschwindigkeit und die Schrittart geprägt. Es lohnt sich, genauer hinzusehen.

 

 

1. Souveränität und Status

 

Ein zielstrebiger aufrechter Gang, mit flotter Schrittgeschwindigkeit und lockeren Armbewegungen, wirkt dynamisch und souverän. So begegnen sich Menschen auf Augenhöhe. Wer sich mehr Zeit für ausgeprägte Bewegungen gibt, wirkt umso souveräner, kann so den wahrgenommenen Status steigern.

 

 

 

2. Schrittlänge

 

Die Schrittlänge wird als Hinweis in ihrem Zusammenwirken mit anderen Elementen betrachtet. Bei souveräner Körpersprache wird eine hohe Schrittlänge als Hinweis für Entschlossenheit gedeutet.

Hohe Schrittlänge ohne souveräne Körpersprache wirkt hingegen eilig und eher fremd getrieben. Solch ein Gang wirkt bemüht und senkt dadurch den Status in der Sicht der Beobachter.

 

 

 

3. Schlürfen, Schleppen, Durchhängen

 

Das Schlürfen mit hängendem Kopf und Schultern vermittelt fehlende Energie und somit Traurigkeit oder Lustlosigkeit. Erstaunlich vielen Menschen schleppen sich so durch ihr Leben. Die daraus resultierenden Schulter- und Nackenschmerzen lassen weder die Bewegungen geschmeidiger werden, noch die Mimik erstrahlen. Solch ein Gang macht allerdings von sich aus schon traurig.

Ein Bewegungsräumen und einseitiger Lebensstil sind häufige Ursachen von Fehlhaltungen. Bewegen wir den Körper nicht in seinem vollen Bewegungsspektrum, baut der Körper die nicht benötigten Muskeln ab, reduziert den Bewegungsraum ein und lässt Faszien verkleben. Eine Folge sind hängende Schultern.

 

 

 

4. Wankelmütigkeit

 

Beim Gehen hin- und herzu wackeln, wirkt unentschlossen und unsicher. Die Glaubwürdigkeit sinkt dadurch. Es wird von Beobachtern zumindest unbewusst registriert, selbst, wenn es nur etwas aus der Norm fällt.

 

 

 

5. Selbstvertrauen

 

„Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun“, meinte schon Wolfgang Amadeus Mozart. Nur, was meint langsam? Ich übersetze das mit selbstbestimmt.

Menschen mit einem angemessenen breiten Gang wird eher Selbstvertrauen zugesprochen, als bei engem Schritt und nach innen zeigenden Fußspitzen. Zu weit nach außen zeigende Fußspitzen werden als Hinweise für Arroganz und mangelnde Empathie gedeutet.

Der Preis: Menschen, die beim Gang geringes Selbstvertrauen vermitteln, werden als schwächer eingeschätzt und bieten mehr Ansatz für Angriffe, wie Mobbing. Menschen, die inkongruent wirken, unverhältnismäßig große oder kleine Schritte machen, Ihre Füße anheben statt schwingen und sich eher einseitig bewegen, wirken verwundbarer, sind deswegen häufiger Opfer.

 

 

 

6. Barrieren

 

Auch während des Gehens wirken vor den Körper gehaltene Gegenstände wie Schutzbarrieren. Das senkt den Status, weil wir so signalisieren, uns angreifbar zu fühlen. Und ja, auch ein Smartphone, Tablet-PC oder Aktenordner wirken wie Barrieren.

 

 

 

7. Schlendern

 

Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.

Rabindranath Thakur

 

Beim Schlendern ist nicht der Weg das Ziel. Jeder Mensch hat einen persönlichen Gang, in dem besonders gut nachgedacht werden kann. Interessanterweise verändert sich der Gang während des Nachdenkens unmerklich, je nachdem welche mentale Fähigkeit gerade genutzt werden soll.

 

 

 

8. Präsenz

 

Sich selbst, dem Kontext und den Menschen, denen wir begegnen, gegenüber aufmerksam zu sein erfordert Präsenz.

Präsenz, also die Anwesenheit im weiteren Sinne, basiert auf einer entsprechenden Haltung. Es zeigt sich durch offene, aufmerksame Begegnungen, selbst bei flottem Schritt. Mit dem Blick auf dem Smartphone geht das nicht.

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

Albert Schweitzer

 

Wer aufmerksam unterwegs ist, hinterlässt einen angenehmen Eindruck und positive Spuren.

 

 

 

9. Smartphone-Gang

 

Die Obsession, permanent online zu sein, dominiert den Alltag. Schnell auf dem Weg eine Textnachricht schreiben oder die E-Mails lesen, das gehört für viele Menschen zum Alltag. Eine Studie (Anglia Ruskin / Cambridge) behauptet, das würde zu einem ganz eigenen sprunghaften Gang führen, der dem Hoppeln näher kommt. Um nicht zu stolpern und mit Hindernissen zu kollidieren, während das Smartphone bedient wird, werden Vorsichtsmaßnahmen entwickelt. So wird seltener auf den Boden geschaut, der vordere Fuß wird höher gezogen und langsamer über Hindernisse gehoben.

Phono sapiens: Kopf nach unten, das Kinn an die Brust. Von wegen Homo erectus, der aufrechte Mensch wird seltener. Eine weltabgewandte, eingerollte Haltung hat sich ausgebreitet. Durch den häufigen Blick auf das Display wird der Nacken unnatürlich beansprucht. Der daraus resultierende Gang und die verzögerte Reaktion sehen nicht nur komisch aus, es ist auch gefährlich. YouTube ist voller Videos, die Unfälle mit dem Smartphone zeigen. So manches Selfie wurde zum Abschiedsfoto. Und selbst, wenn es Dank der Aufmerksamkeit anderer Menschen glimpflich ausgeht: Die Verantwortung wird auf das Umfeld verlagert, was als egoistisch und kindlich gewertet werden kann.

„The things you own end up owning you“, meinte Brad Pitt im Film Fight Club.

 

 

 

Fazit

 

Mach eine persönliche Bestandsaufnahme, erkunden die Möglichkeiten und setzen den Gang ein, der zu dir und dem jeweiligen Kontext am besten passt. Außerdem lohnt es sich daran zu denken, dass ein veränderter Gang die innere Haltung beeinflusst. Mach davon doch gezielt Gebrauch.

Dein Gang ist weit mehr als nur eine Art der Fortbewegung. Er ist Ausdruck deines inneren Zustands und ein mächtiges Werkzeug, um diesen Zustand zu beeinflussen – sowohl für dich selbst als auch für die Menschen um dich herum. Achte darauf, wie du gehst, besonders in wichtigen Momenten. Ein selbstbewusster Gang kann helfen, dich und deine Botschaft überzeugender zu präsentieren, während ein unsicherer Gang genau das Gegenteil bewirken kann.

Indem du auf eine aufrechte Körperhaltung, einen klaren Blick und einen festen Schritt achtest, kannst du nicht nur die Wirkung auf andere positiv beeinflussen, sondern auch deine eigene innere Haltung stärken. Also: Kopf hoch, Schultern zurück und mit einem sicheren Gang voran – die Welt wird es wahrnehmen und du selbst wirst davon profitieren.

Kirche, Dorf und Körpersprache

 

Körpersprache liefert Hinweise. Sie liefert selten eindeutige Übersetzungen.

Eine einzelne Geste, ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung bedeutet für sich genommen wenig. Wer daraus unmittelbar auf Gedanken, Gefühle oder Absichten eines Menschen schließt, macht es sich zu einfach.

Aussagekräftiger wird Körpersprache erst im Zusammenspiel:

  • Welche Signale zeigen sich gleichzeitig?
  • Was ist für diese Person typisch?
  • In welcher Situation tritt das Verhalten auf?
  • Was verändert sich im Verlauf?
  • Passen Mimik, Blick, Gestik, Stimme und Haltung zusammen?

Erst durch Kontext, Vergleich und mehrere Beobachtungen entstehen brauchbare Hinweise.

Weshalb ich auch fragwürdige Interpretationen erwähne?

 
Viele verbreitete Deutungen von Körpersprache sind fachlich wenig belastbar. Trotzdem können sie relevant sein.

Denn Menschen kennen solche Deutungen, glauben an sie und interpretieren das Verhalten anderer entsprechend.

Für die persönliche Wirkung zählt deshalb neben der beabsichtigten Botschaft auch, wie wahrscheinlich sie beim Gegenüber verstanden wird.

Meine Aufgabe ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich und ihre Botschaft klar, glaubwürdig und überzeugend zu präsentieren. Dazu gehört auch die Frage:

Welche Wirkung kann ein Verhalten beim Gegenüber auslösen – unabhängig davon, ob dessen Interpretation fachlich gerechtfertigt ist?

Wer typische Interpretationsmuster kennt, kann mögliche Missverständnisse früher erkennen, bewusster kommunizieren und dafür sorgen, dass Körpersprache und Botschaft möglichst stimmig zusammenwirken.

Kurz gesagt:

Eine Interpretation kann falsch sein – und trotzdem Wirkung entfalten.

Genau deshalb lohnt es sich, sie zu kennen.

Ergänzende Artikel

 

Unterstützung 

 

Wissen Sie, wie Sie wirken? Sie können mit professioneller Unterstützung Ihre Wirkung pflegen. Das hat viel mit der inneren Haltung zu tun. Konstruktives Feedback und Übungen erweitern den persönlichen Spielraum für authentische Körpersprache. Es erfordert die Klärung des eigenen Selbstverständnisses, Selbstreflexion, den Abgleich von Selbst- und Fremdbild. Überzeugende Wirkung wird von innen nach außen entfaltet.

 

 

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Deadpan ist eine Technik komischen Schauspiels, bei dem der Schauspieler so gut wie keine Gefühlsregungen zeigt. Manche Redner machen das unfreiwillig. Die Mimik zeigt keinerlei Regungen und auch die restliche Körpersprache erinnert an eine Gliederpuppe. Die Emotionen müssen aus dem Kontext abgeleitet werden. Ein Meister darin war Buster Keaton, dessen Gesicht völlig unbewegt blieb.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2009
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43338
K:CNB
Ü:

Opfer-Signale, Opfer-Körpersprache

Opfer-Signale, Opfer-Körpersprache

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation, Körpersprache,...

Opfer-Signale und Opfer-Körpersprache

 

Wie beeinflusst die Körpersprache das Risiko, angegriffen zu werden? Was für eine Körpersprache legen Sie an den Tag, wenn es heikel wird?

Überblick

 

 

 

 

Opfer-Signale und Opfer-Körpersprache

 

Menschen mit geringem Selbstvertrauen legen häufiger eine entsprechende Körpersprache an den Tag, die negative Folgen haben kann.

 

Typische Opfer-Signale der Körpersprache:

  • Unsicherer Blickkontakt mit Vermeidung
  • Gebeugte Haltung
  • Machen sich kleiner
  • Nehmen möglichst wenig Raum ein

 

Diese Körpersprache vermittelt wenig Gegenwehr bei Angriffen, wodurch solche Opfer-Signale die Wahrscheinlichkeit erhöhen tatsächlich zum Opfer zu werden.

P.S.

 

Was halten Sie von dieser These? Und was für eine Körpersprache legen Sie an den Tag, wenn es heikel wird?

 

 

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4335
K:
Ü:

Nicken

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Ängste

Überblick

 

 

 

 

Nicken

 

Ein Nicken kann als Bestätigung gewertet werden. Doch das ist es nicht immer. Insbesondere bei entsprechendem Rapport wird häufig als Bestätigung des Zuhörens genickt und das oft unbewusste Nicken von Rednern oder Gesprächspartnern übernommen. Manche Redner nutzen diesen Zusammenhang, setzen Ihre Körpersprache, Ihre Mimik, zur Unterstützung der Botschaft und Beziehungsbildung ein.

P.S.

 

Nicken Sie und Ihre Gesprächspartner, Ihr Publikum, bei Ihren Beiträgen?

 

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Körpersprache im Bewerbungsgespräch: souverän & natürlich wirken

Körpersprache im Bewerbungsgespräch: souverän und glaubwürdig auftreten

Auf allen Ebenen beim Vorstellungsgespräch überzeugen
Wie Sie mit Körpersprache im Vorstellungsgespräch punkten

Körpersprache im Bewerbungsgespräch: souverän und glaubwürdig auftreten

 

Was mache ich mit meinen Händen?

Wie viel Blickkontakt ist richtig?

Darf ich die Beine überschlagen?

Was bedeutet es, wenn ich nervös wirke?

Solche Fragen begegnen mir häufig vor Bewerbungsgesprächen.

Die gute Nachricht:

Du musst keine perfekte Körpersprache spielen.

Du brauchst auch keine Liste mit Gesten, die angeblich immer:

  • souverän
  • unsicher
  • dominant
  • sympathisch

wirken.

Menschen funktionieren komplexer.

Stärker ist eine andere Frage:

Wie kann dein Auftreten deine Botschaft unterstützen, ohne künstlich zu wirken?

 

 

 

Körpersprache spielt im Bewerbungsgespräch eine Rolle

 

In einem Vorstellungsgespräch wird nicht nur bewertet, was du sagst.

Auch dein Auftreten prägt den Eindruck.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Körperhaltung
  • Blickverhalten
  • Mimik
  • Gestik
  • Stimme
  • Sprechtempo
  • Pausen

Das bedeutet jedoch nicht:

Ein einzelnes Signal verrät zuverlässig deine Persönlichkeit.

Der Eindruck entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Informationen.

 

 

 

Der erste Eindruck entsteht schnell

 

Menschen bilden früh Eindrücke voneinander.

Das geschieht auch in Bewerbungsgesprächen.

Dabei können unter anderem beeinflussen:

  • Erscheinung
  • Begrüßung
  • Stimme
  • Mimik
  • erste Antworten

Diese frühen Eindrücke können die weitere Wahrnehmung prägen.

Sie sind jedoch nicht unfehlbar.

Ein schneller Eindruck ist ein Eindruck. Noch kein belastbares Urteil über Kompetenz oder spätere Leistung.

 

 

 

Körpersprache ist kein Lügendetektor

 

Das ist eine wichtige Grundlage.

Eine einzelne Geste wie:

  • verschränkte Arme
  • weniger Blickkontakt
  • Selbstberührung
  • unruhige Hände

hat keine universelle Bedeutung.

Sie kann abhängig sein von:

  • Situation
  • Nervosität
  • Temperatur
  • Gewohnheit
  • Kultur
  • individueller Persönlichkeit

Deshalb sollte Körpersprache:

beobachtet

werden.

Nicht:

mechanisch gedeutet.

 

 

 

Auch Personalverantwortliche können Körpersprache überinterpretieren

 

Interviewer sind Menschen.

Sie bilden Eindrücke.

Und diese Eindrücke können hilfreich oder irreführend sein.

Besonders unstrukturierte Interviews sind anfälliger dafür, dass:

  • Sympathie
  • Selbstpräsentation
  • Auftreten
  • erste Eindrücke

stärker in die Bewertung einfließen.

Deshalb ist ein professionelles Interview idealerweise stärker auf:

jobbezogene Inhalte und strukturierte Kriterien

ausgerichtet.

 

 

 

Was bedeutet das für dich als Bewerber?

 

Du kannst nicht kontrollieren:

wie jede andere Person dich interpretiert.

Du kannst jedoch beeinflussen:

  • wie klar du antwortest
  • wie präsent du bleibst
  • wie gut du zuhörst
  • wie stimmig Inhalt und Auftreten zusammenpassen

Genau darauf lohnt es sich zu konzentrieren.

 

 

 

Das Ziel ist nicht perfekte Körpersprache

 

Wenn du während des gesamten Gesprächs denkst:

„Jetzt gerade sitzen.“

„Jetzt lächeln.“

„Jetzt Hände zeigen.“

dann steigt deine Selbstbeobachtung.

Und häufig sinkt:

deine Präsenz im Gespräch.

Deshalb trainiere lieber:

Haltung und Aufmerksamkeit.

Nicht:

eine Choreografie.

 

 

 

Eine gute Grundhaltung

 

Hilfreich ist eine Haltung, die dir erlaubt:

  • frei zu atmen
  • aufmerksam zuzuhören
  • natürlich zu gestikulieren
  • stabil zu sprechen

Das bedeutet häufig:

aufrecht, beweglich und entspannt genug.

Keine starre Haltung.

Und kein demonstratives „Power-Posing“.

 

 

 

Aufrecht bedeutet nicht steif

 

Eine übermäßig kontrollierte Haltung kann:

  • angespannt
  • unnatürlich
  • distanziert

wirken.

Das Ziel lautet:

stabil und beweglich.

Du solltest dich dem Gesprächspartner zuwenden können.

Und gleichzeitig natürlich bleiben.

 

 

 

Blickkontakt: Verbindung statt Dauerstarren

 

Blickkontakt kann Aufmerksamkeit und Interesse signalisieren.

Das bedeutet nicht:

Du musst permanent in die Augen schauen.

Natürliche Gespräche enthalten:

  • Blickkontakt
  • Blickwechsel
  • kurze Abwendungen

Das ist normal.

Der hilfreiche Maßstab lautet:

Bleib ansprechbar und präsent.

 

 

 

Wenig Blickkontakt bedeutet nicht automatisch Unsicherheit

 

Auch hier gilt:

Ein einzelnes Verhalten erlaubt keine sichere Interpretation.

Menschen unterscheiden sich deutlich darin:

  • wie viel Blickkontakt sie bevorzugen
  • wie angenehm sie ihn erleben
  • wie sie ihn kulturell interpretieren

Deshalb sollten Bewerbungstipps weniger auf:

„So viel Blickkontakt musst du halten.“

setzen.

Stärker ist:

ein natürlicher Kontakt zum Gegenüber.

 

 

 

Wenn mehrere Personen im Gespräch sitzen

 

Dann richte deine Aufmerksamkeit nicht ausschließlich auf die Person, die die Frage gestellt hat.

Beginne bei ihr.

Öffne deinen Blick anschließend auch für die anderen Beteiligten.

So entsteht:

Gespräch mit der ganzen Runde.

 

 

 

Mimik: Interesse zeigen, ohne ein Lächeln festzuhalten

 

Ein freundlicher Gesichtsausdruck kann Verbindung erleichtern.

Das bedeutet nicht:

ständig lächeln.

Wenn über:

  • schwierige Entscheidungen
  • Konflikte
  • Fehler

gesprochen wird, wäre permanentes Lächeln möglicherweise unpassend.

Mimik sollte zum Inhalt passen.

 

 

 

Ein echtes Lächeln lässt sich schlecht erzwingen

 

Wenn du dir ständig sagst:

„Ich muss sympathisch wirken.“

kann ein Lächeln schnell angespannt erscheinen.

Hilfreicher ist:

echtes Interesse am Gespräch.

Das beeinflusst Mimik häufig natürlicher als bewusste Gesichtskontrolle.

 

 

 

Gestik: unterstütze den Gedanken

 

Gestik kann helfen:

  • Strukturen sichtbar zu machen
  • Größen zu verdeutlichen
  • Gegensätze zu markieren
  • Kernaussagen zu betonen

Die Frage lautet nicht:

„Welche Geste wirkt besonders souverän?“

Sondern:

„Unterstützt meine Gestik das, was ich sage?“

 

 

 

Offene Handflächen sind kein Geheimcode

 

Der verbreitete Tipp lautet:

„Zeige offene Handflächen, dann wirkst du vertrauenswürdig.“

So einfach ist Körpersprache nicht.

Offene Gesten können freundlich und zugänglich wirken.

Sie sind jedoch kein zuverlässiger:

Vertrauensindikator.

Und sie müssen nicht bewusst inszeniert werden.

 

 

 

Verschränkte Arme sind nicht automatisch Ablehnung

 

Das ist eines der bekanntesten Körpersprache-Klischees.

Menschen verschränken ihre Arme aus vielen Gründen.

Zum Beispiel:

  • Bequemlichkeit
  • Kälte
  • Gewohnheit
  • Konzentration

Deshalb:

eine Haltung nie isoliert deuten.

Wenn du selbst merkst, dass du dadurch sehr geschlossen wirkst, kannst du deine Haltung verändern.

Nur bitte nicht aus Angst vor einer angeblich eindeutigen Bedeutung.

 

 

 

Was mache ich mit meinen Händen?

 

Eine häufige Frage.

Die einfachste Antwort:

Lass sie grundsätzlich das tun, was sie in einem guten Gespräch auch tun.

Du musst sie:

  • nicht verstecken
  • nicht künstlich fixieren
  • nicht permanent bewegen

Eine ruhige Ausgangsposition kann helfen.

Dann darf Gestik entstehen.

 

 

 

Selbstberührungen und Nervosität

 

Unter Anspannung verändern sich Bewegungen.

Manche Menschen:

  • berühren Gesicht oder Haare
  • spielen mit Gegenständen
  • bewegen Hände oder Füße stärker

Das ist zunächst:

menschlich.

Es beweist keine bestimmte Persönlichkeitseigenschaft.

Wenn ein Verhalten sehr stark wird und deine Präsenz beeinträchtigt, kann es sich lohnen, daran zu arbeiten.

 

 

 

Nervosität darf sichtbar sein

 

Ein Bewerbungsgespräch ist für viele Menschen bedeutsam.

Eine gewisse Anspannung ist normal.

Du musst nicht unbedingt so wirken, als wäre dir alles vollkommen gleichgültig.

Stärker ist:

trotz Nervosität handlungsfähig zu bleiben.

 

 

 

Die Stimme gehört zur Wirkung

 

Körpersprache im weiteren Sinn endet nicht bei Gestik und Haltung.

Auch Stimme beeinflusst, wie Aussagen ankommen.

Relevant sind beispielsweise:

  • Tempo
  • Lautstärke
  • Betonung
  • Pausen
  • Artikulation

Das Ziel ist weniger:

möglichst tief zu sprechen.

Das Ziel ist:

klar, verständlich und präsent zu sprechen.

 

 

 

Eine tiefe Stimme ist nicht automatisch souveräner

 

Der verbreitete Rat:

„Sprich tiefer, dann wirkst du kompetenter.“

ist zu einfach.

Künstliches Absenken kann:

  • angestrengt
  • unnatürlich

klingen.

Hilfreicher sind:

  • ruhige Atmung
  • angemessenes Tempo
  • klare Artikulation
  • natürliche Stimmlage

 

 

 

Pausen wirken häufig souveräner als hektisches Antworten

 

Eine schwierige Frage kommt.

Du musst nicht sofort antworten.

Eine kurze Pause kann helfen:

  • zu denken
  • die Antwort zu strukturieren
  • ruhiger zu beginnen

Das wirkt häufig stärker als:

eine schnelle Antwort ohne klare Richtung.

 

 

 

Sprechtempo unter Nervosität

 

Viele Menschen sprechen unter Druck schneller.

Dann können:

  • Satzenden verschwinden
  • Pausen fehlen
  • Kernbotschaften weniger klar werden

Hilfreich ist:

bewusst Gedanken abschließen.

Nicht:

möglichst langsam sprechen.

 

 

 

Die Begrüßung

 

Eine gute Begrüßung darf einfach sein.

Zum Beispiel:

  • aufmerksam
  • freundlich
  • klar

Ein Händedruck ist je nach Situation und Kultur möglich.

Er ist kein Test für:

Charakterstärke.

Ein künstlich besonders fester Händedruck bringt wenig.

 

 

 

Der Händedruck wird häufig überschätzt

 

Ältere Bewerbungstipps tun manchmal so, als entscheide sich hier bereits:

Selbstsicherheit oder Unsicherheit.

Das ist deutlich zu viel Bedeutung für wenige Sekunden.

Wenn ein Händedruck stattfindet:

angemessen und natürlich.

Mehr braucht es nicht.

 

 

 

Sitzen im Bewerbungsgespräch

 

Wähle eine Position, in der du:

  • gut atmen
  • aufmerksam zuhören
  • natürlich gestikulieren

kannst.

Du musst nicht wie eingefroren auf der Stuhlkante sitzen.

Eine leichte Orientierung zum Gespräch ist meist sinnvoll.

Das wichtigste Kriterium:

Du kannst präsent bleiben.

 

 

 

Bewegung ist erlaubt

 

Manche Bewerber versuchen, möglichst unbeweglich zu sitzen.

Das kann sehr kontrolliert wirken.

Menschen bewegen sich in normalen Gesprächen.

Deshalb darfst du:

  • die Sitzposition leicht verändern
  • gestikulieren
  • dich dem Gegenüber zuwenden

Das Ziel ist:

Ruhe ohne Erstarrung.

 

 

 

Kongruenz statt Körpersprache-Trick

 

Besonders überzeugend wirkt häufig, wenn:

Inhalt und Auftreten zusammenpassen.

Du sprichst beispielsweise begeistert über ein Projekt.

Dann darf diese Begeisterung:

  • in der Stimme
  • im Gesicht
  • in der Gestik

sichtbar werden.

Wenn du dagegen eine schwierige Erfahrung reflektierst, darf deine Wirkung ruhiger werden.

Glaubwürdigkeit entsteht weniger durch perfekte Gesten als durch stimmiges Verhalten.

 

 

 

Authentizität bedeutet nicht völlige Ungefiltertheit

 

Auch dieser Punkt ist wichtig.

Authentisch auftreten bedeutet nicht:

„Ich mache einfach alles so wie immer.“

Du kannst:

  • bewusst klarer sprechen
  • deine Haltung verbessern
  • Unruhe reduzieren
  • deinen Blick bewusster öffnen

und trotzdem du selbst bleiben.

Professionelles Auftreten ist:

entwickelte Natürlichkeit.

 

 

 

Körpersprache kann Kompetenz nicht ersetzen

 

Ein Bewerbungsgespräch dreht sich nicht hauptsächlich darum:

wie überzeugend du sitzt.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Erfahrung
  • Kompetenz
  • Motivation
  • Passung zur Aufgabe
  • Qualität deiner Antworten

Körpersprache unterstützt diese Inhalte.

Sie sollte nicht versuchen, fehlende Substanz zu verdecken.

 

 

 

Inhalt und Auftreten gemeinsam vorbereiten

 

Die beste Körpersprachevorbereitung beginnt deshalb häufig nicht mit:

„Wie soll ich sitzen?“

Sondern:

„Was möchte ich vermitteln?“

Zum Beispiel:

  • Welche Erfahrungen sind relevant?
  • Welche Leistungen möchte ich konkret machen?
  • Welche Fragen werden wahrscheinlich gestellt?
  • Welche Beispiele belegen meine Aussagen?

Je klarer du inhaltlich bist, desto leichter kann dein Auftreten folgen.

 

 

 

Typische Fragen vorbereiten

 

Viele Bewerbungsgespräche enthalten Fragen zu:

  • Motivation
  • Erfahrung
  • Stärken
  • Schwierigkeiten
  • Konflikten
  • Entscheidungen

Die Vorbereitung sollte weniger darin bestehen:

perfekte Sätze auswendig zu lernen.

Stärker ist:

gute Beispiele und klare Gedanken vorzubereiten.

→ Häufige Fragen in Bewerbungsgesprächen

 

 

 

Auswendig gelernte Antworten können Körpersprache verschlechtern

 

Wenn du versuchst, einen perfekten Wortlaut abzurufen, wandert deine Aufmerksamkeit nach innen.

Dann können:

  • Blickkontakt
  • natürliche Mimik
  • Gestik

weniger spontan werden.

Deshalb lieber:

Gedanken sicher kennen.

Nicht:

Text perfekt reproduzieren.

 

 

 

Konkrete Beispiele wirken stärker als Selbstbeschreibungen

 

Statt:

„Ich bin sehr belastbar.“

ist häufig stärker:

eine Situation zu beschreiben, in der Belastbarkeit relevant war.

Dann kann dein Gegenüber:

Verhalten

beurteilen.

Nicht nur:

Selbstetiketten.

 

 

 

STAR kann bei Beispielen helfen

 

Eine einfache Struktur ist:

  • Situation – Was war los?
  • Task – Welche Aufgabe hattest du?
  • Action – Was hast du konkret getan?
  • Result – Was kam dabei heraus?

Die Struktur hilft:

prägnant und nachvollziehbar zu antworten.

Sie sollte nicht wie ein auswendig gelerntes Schema klingen.

 

 

 

Selbstpräsentation gehört zum Bewerbungsgespräch

 

Natürlich präsentierst du dich.

Das ist Teil der Situation.

Problematisch wird es, wenn Selbstpräsentation stärker wird als:

die tatsächliche Passung.

Ein gelungenes Gespräch sollte beiden Seiten helfen herauszufinden:

Passt diese Zusammenarbeit?

 

 

 

Bewerbungsgespräche sind keine Einbahnstraße

 

Auch du prüfst:

  • Wie wird hier kommuniziert?
  • Wie wird Führung beschrieben?
  • Welche Erwartungen bestehen?
  • Was bleibt unklar?

Diese Haltung kann deine Präsenz verändern.

Aus:

„Ich muss unbedingt überzeugen.“

wird:

„Wir prüfen gemeinsam eine mögliche Zusammenarbeit.“

 

 

 

 

Das kann Nervosität verändern

 

Wenn du dich ausschließlich als:

bewertete Person

erlebst, steigt leicht der Druck.

Wenn du dich gleichzeitig als:

Gesprächspartner mit eigener Entscheidung

erlebst, entsteht häufig mehr innerer Handlungsspielraum.

Das kann wiederum:

  • Stimme
  • Haltung
  • Blickkontakt

natürlicher werden lassen.

 

 

 

 

Körpersprache unter Druck

 

Ein schwieriger Moment kann kommen.

Zum Beispiel:

„Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“

Oder:

„Warum haben Sie die letzte Stelle verlassen?“

Dann geht es weniger darum:

deine Körpersprache zu kontrollieren.

Hilfreicher ist:

  1. kurz denken
  2. Frage verstehen
  3. Antwort strukturieren
  4. ruhig beginnen

Der Körper folgt häufig der inneren Klarheit.

 

 

 

 

Wenn du eine Frage nicht verstehst

 

Dann frag nach.

Zum Beispiel:

„Meinen Sie damit eher meine Führungserfahrung oder meine fachliche Erfahrung?“

Das ist kein Zeichen von Schwäche.

Es zeigt:

Du möchtest präzise antworten.

 

 

 

Wenn du etwas nicht weißt

 

Auch dann brauchst du keine Körpersprachetechnik.

Du kannst sagen:

„Dazu habe ich bislang noch keine praktische Erfahrung.“

Dann:

„Ich würde mich dem Thema folgendermaßen nähern …“

Eine klare Grenze wirkt häufig stärker als:

sichtbare Improvisation ohne Substanz.

 

 

 

 

Online-Bewerbungsgespräche

 

Bei Videointerviews verändern sich die Bedingungen.

Relevant sind beispielsweise:

  • Kameraposition
  • Tonqualität
  • Licht
  • Bildausschnitt
  • Blick zur Kamera

Die Kamera verändert, wie nonverbale Hinweise sichtbar werden.

Deshalb sollte ein Onlinegespräch vorher technisch getestet werden.

→ Tipps für Videobewerbungen und Videoauftritte

 

 

 

Blickkontakt vor der Kamera funktioniert anders

 

Wenn du dein Gegenüber auf dem Bildschirm ansiehst, schaust du häufig leicht unterhalb der Kamera.

Direkter Kamera-Blick erzeugt dagegen stärker den Eindruck:

Du schaust die andere Person an.

Du musst deshalb nicht dauerhaft in die Linse sehen.

Bei wichtigen Aussagen kann ein bewusster Kamerablick jedoch hilfreich sein.

 

 

 

Nonverbale Wirkung darf nicht zum Fairnessproblem werden

 

Auch Arbeitgeber sollten sich bewusst sein:

Menschen unterscheiden sich in ihrem nonverbalen Verhalten.

Das kann beispielsweise betreffen:

  • Blickkontakt
  • Mimik
  • Gestik
  • soziale Ausdrucksweise

Aus solchen Unterschieden sollte nicht vorschnell auf:

  • Kompetenz
  • Motivation
  • Vertrauenswürdigkeit

geschlossen werden.

Gerade strukturierte, jobbezogene Interviews können dabei helfen, Bewertungen stärker an relevante Kriterien zu binden.

 

 

 

Warum strukturierte Interviews auch für Bewerber hilfreich sind

 

Wenn alle Bewerber ähnliche:

  • Fragen
  • Kriterien
  • Bewertungsmaßstäbe

erhalten, bekommt die tatsächliche Antwortqualität mehr Gewicht.

Das reduziert zumindest einen Teil der Abhängigkeit von:

bloßem Eindruck.

Als Bewerber kannst du die Interviewstruktur zwar nicht bestimmen.

Du kannst jedoch deine Antworten:

konkret und jobbezogen

machen.

 

 

 

Die häufigsten Körpersprache-Fehler bei Bewerbungen

 

1. Körpersprache spielen

Das Auftreten wirkt choreografiert.

 

2. Permanent Selbstkontrolle betreiben

Die Aufmerksamkeit fehlt im Gespräch.

 

3. Blickkontakt erzwingen

Aus Verbindung wird Anstarren.

 

4. Gesten nach Rezept benutzen

Die Bewegung passt nicht zum Gedanken.

 

5. Jede Nervosität verstecken wollen

Dadurch steigt häufig die Anspannung.

 

6. Stimme künstlich absenken

Die Wirkung wird unnatürlich.

 

7. Inhalt vernachlässigen

Präsenz kann fehlende Substanz nicht ersetzen.

 

 

 

Was stattdessen hilft

 

  • gute inhaltliche Vorbereitung
  • klarer innerer Standpunkt
  • realistische Probe
  • konkretes Feedback
  • natürliche Haltung
  • aufmerksames Zuhören

Das verbessert Körpersprache häufig indirekt.

Denn:

Sicherheit entsteht eher aus Vorbereitung als aus einstudierten Gesten.

 

 

 

Mit Video üben

 

Eine kurze Aufnahme kann sehr aufschlussreich sein.

Beantworte beispielsweise:

„Warum interessieren Sie sich für diese Position?“

Dann schau die Aufnahme zunächst ohne Ton.

Beobachte:

  • Haltung
  • Blick
  • Mimik
  • Gestik

Danach nur den Ton.

Achte auf:

  • Tempo
  • Pausen
  • Betonung
  • Verständlichkeit

Dann beides zusammen.

 

 

 

Feedback sollte konkret sein

 

Feedback wie:

„Du wirkst unsicher.“

ist wenig hilfreich.

Besser:

„Bei schwierigen Fragen wirst du deutlich schneller.“

Oder:

„Während du über deine wichtigsten Erfolge sprichst, schaust du fast ausschließlich nach unten.“

Jetzt gibt es:

beobachtbares Verhalten.

Und damit:

eine Trainingsmöglichkeit.

 

 

 

Wirkung statt Interpretation trainieren

 

Im Training interessiert mich weniger:

„Was bedeutet diese Geste psychologisch?“

Stärker ist:

„Wie wirkt dein gesamtes Auftreten in diesem Moment?“

Und:

„Passt diese Wirkung zu deiner Botschaft?“

Das ist wesentlich belastbarer als Körpersprache-Orakel.

 

 

 

Eine Checkliste für dein Bewerbungsgespräch

 

  1. Kann ich meine wichtigsten Erfahrungen konkret beschreiben?
  2. Kenne ich meine Motivation für die Position?
  3. Habe ich gute Beispiele vorbereitet?
  4. Kann ich auch schwierige Fragen ruhig beantworten?
  5. Sitze ich stabil und beweglich?
  6. Bleibt mein Blick natürlich im Gespräch?
  7. Unterstützt meine Gestik meine Aussagen?
  8. Spreche ich verständlich und in angemessenem Tempo?
  9. Nutze ich Pausen?
  10. Höre ich wirklich zu?
  11. Stelle ich selbst gute Fragen?
  12. Wirkt mein Auftreten insgesamt stimmig?

 

 

 

Welche Fragen solltest du selbst stellen?

 

Gute eigene Fragen zeigen:

Du prüfst die Aufgabe ernsthaft.

Zum Beispiel:

  • Was wären in den ersten sechs Monaten die wichtigsten Ziele?
  • Woran würden Sie erkennen, dass jemand in dieser Rolle erfolgreich ist?
  • Welche Herausforderungen sind aktuell besonders relevant?
  • Wie werden Entscheidungen im Team getroffen?

Solche Fragen helfen gleichzeitig:

dir selbst bei der Entscheidung.

 

 

 

Die stärkste Körpersprache beginnt im Kopf

 

Wenn deine innere Haltung lautet:

„Bitte mögen Sie mich.“

entsteht eine andere Wirkung als bei:

„Ich möchte herausfinden, ob wir fachlich und menschlich gut zusammenpassen.“

Diese zweite Haltung ist häufig:

  • ruhiger
  • klarer
  • dialogischer

Und genau das wird oft auch körperlich sichtbar.

 

 

 

Vorbereitung auf ein wichtiges Bewerbungsgespräch

 

Gerade bei einer wichtigen beruflichen Veränderung kann ein realistischer Probelauf sehr hilfreich sein.

Dabei können wir beispielsweise arbeiten an:

  • Selbstpräsentation
  • typischen Interviewfragen
  • kritischen Rückfragen
  • Körpersprache
  • Stimme
  • Präsenz
  • prägnanten Beispielen

→ Karriere-Coaching in Berlin und online

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbstpräsentation, berufliche Wirkung und die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkretes Auswahlgespräch hohe berufliche, wirtschaftliche oder strategische Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

, 

Fazit: Körpersprache unterstützt – sie ersetzt keine Substanz

 

Im Bewerbungsgespräch wirkt mehr als der Inhalt.

Auch:

  • Haltung
  • Blick
  • Mimik
  • Gestik
  • Stimme

prägen den Eindruck.

Die Lösung ist jedoch nicht:

eine perfekte Körpersprache einzuüben.

Stärker ist:

Inhalt, innere Haltung und äußeres Auftreten miteinander in Einklang zu bringen.

Dann brauchst du weniger Regeln.

Du bist:

  • präsent
  • ansprechbar
  • klar

und kannst dich auf das konzentrieren, worum es wirklich geht:

ein gutes Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit.

Überzeugende Körpersprache entsteht weniger durch perfekte Gesten als durch Klarheit, Präsenz und ein Auftreten, das zu dir und deiner Botschaft passt.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2017
Überarbeitung: 1. August 2026

Andrea Nahles: Kurzprofil, Rhetorik, Körpersprache

Andrea Nahles: Kurzprofil, Rhetorik, Körpersprache

Kurzprofil
Andrea Nahles^

Überblick Andrea Nahles

 

 

 

 

Ämter

 

1993 bis 1995
Landesvorsitzende der Jusos in Rheinland-Pfalz

1995 bis 1999
Bundesvorsitzende der Jusos

1997 bis 2013
Mitglied im SPD-Parteivorstand

1998 bis 2002
SPD-Bundestagsabgeordnete

2005 bis heute
SPD-Bundestagsabgeordnete

2007 bis 2009
Sprecherin für Arbeits- und Sozialpolitik der SPD-Bundestagsfraktion

2008 bis 2013
Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD-Bundestagsfraktion

2013 bis 2017
Bundesministerin für Arbeit und Soziales in Kabinett Merkel II

2017 bis heute
SPD-Fraktionsvorsitzende

Seit 22. April 2018
Parteivorsitzende SPD 

3. Juni 2019
Rücktritt aus den Ämtern der Parteiführung

 

 

 

Andrea Maria Nahles in Zahlen und Daten aus dem Internet

 

  • Geboren: 20. Juni 1970
  • Geburtsort: Weiler (bei Mayen)
  • Geburtsname: Gondert
  • Größe: 1,XX m
  • Studium: Germanistik und Politikwissenschaften
  • Kinder: Tochter
  • Eigene Homepage: www.andrea-nahles.de

 

 

 

Rede zur Wahl der Parteivorsitzenden der SPD

 

Ihre Rede auf dem SPD-Parteitag am 22. April 2018 spricht sie auch über Martin Schulz, dessen Körpersprache ihr gegenüber einen genaueren Blick lohnt. So manche ihrer Äußerungen in seine Richtung kann missverstanden werden. Gegenliebe für ihre Äußerungen sind nicht erkennbar.

Das Publikum wirkt auf dem Parteitag ihr gegenüber nicht sehr begeistert. Der Applaus ist vergleichsweise verhalten. Sie wird von den 600 Delegierten zumindest mit 66 Prozent gewählt. Laut Internet das schlechte Ergebnis seit Oskar Lafontaine 1995 Rudolf Scharping bei einer Kampfabstimmung stützte.

Wenn ihre Konkurrentin Simone Lange eine bessere Rede gehalten hätte, wäre das Ergebnis für Andrea Nahles noch schlechter ausgefallen.

Mit vergleichbar wenig Aufwand und professioneller Unterstützung könnte sie ihre Wirkung als Rednerin deutlich verbessern. Es ist wahrscheinlich, dass sie viele Chancen vertan hat.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

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Rhetorik und Körpersprache auf dem Sonderparteitag am 21. Januar 2018 in Bonn
 
Martin Schulz und Andrea Nahles auf dem Sonderparteitag der SPD

SPD-Sonderparteitag: „Die Wähler zeigen uns doch ’nen Vogel!“

 

Die SPD hat auf ihrem Sonderparteitag die Frage diskutiert, ob sie in Koalitionsverhandlungen mit der Union eintreten soll. In dieser Frage ist die Partei zerrissen, wird es einem Redner gelingen sie wieder zu einigen?

Nein, am Ende stimmte eine knappe Mehrheit von rund 56 Prozent dafür. Ich wurde gebeten, vor der Kamera die Reden von Andrea Nahles und Martin Schulz auf dem Parteitag der SPD zu kommentieren. Da mein Kalender das Interview leider nicht hergab, folgen hier ein paar Anmerkungen dazu.

1. Martin Schulz

 

Parteichef Martin Schulz (62) wirkte eher unsicher und flehend, wobei das an seiner Stimme lag. Heiser und leise beginnt er seine Rede. Stimmlich und körpersprachlich vermittelt er wie gewohnt einen tendenziell eher wenig kraftvollen, angeschlagenen Eindruck.

Menschen in ganz Europa schauten jetzt nach Bonn, sagt er. Doch eine rhetorische Sternstunde folgt nicht. Er blieb in seiner viel zu langen Rede zu abstrakt, schaute zu viel zurück und lieferte keine Orientierung. Das Fehlen unterstützender Mimik und Gestik nimmt all dem Ausdruck und Kraft. Der ausweichende Blick baut so keine Beziehungen auf. Das Publikum wird er so kaum mitnehmen. Der häufige Wechsel des Standbeins wird zumindest unbewusst auf die Zuschauer unsicher wirken. Ein Anführer sieht anders aus.

Er warnt seine Partei vor Neuwahlen und zählt die Erfolge in den Sondierungsverhandlungen auf. Doch seine Körpersprache unterstützt die Warnungen nicht, im Gegenteil. Zögerlich kurz den mahnenden Zeigefinger zu erheben, ist keine eindrucksvolle Gestik. Große Gesten sind bei ihm nicht zu erkennen, er wirkt auf mich eher lustlos.

So bleibt es in den Pausen seiner Rede weitgehend still. Nur, wenn er auf die Gefahr rechter Politik hinweist, wird etwas mehr Klatschen, wohl vor allem von den Gegnern der Großen Koalition, hörbar.

Wird unterstellt, dass er unter besonderer Beobachtung und unter dem Druck der Basis steht, dann hat er die Chance nicht genutzt, sich hier besser zu positionieren. Seinen Einfluss dürfte der Beitrag nicht gedient haben. Er erhält auch nur mäßigen Applaus nach seiner Rede.

2. Andrea Nahles

 

Der SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles (47) gelingt nach wenigen Minuten, was Martin Schulz in seiner langen Rede nicht geschafft hat, zumindest etwas Begeisterung im Saal.

Sie wirkt durchaus authentisch und engagiert. Sie versprach Verhandlungen, „bis es quietscht auf der anderen Seite, alles andere kann ich euch nicht versprechen“. Die emotionale, kämpferische Ansprache passt zum Thema. Inhaltlich und körpersprachlich setzt sie auf kraftvolle Gesten. Wer wie sie Zähne zeigt, will führen. Das kommt gerade auf Parteitagen meist gut an. Allerdings wirkte sie auch so, als wenn ihr bald die Luft ausgeht, sie verausgabt sich zu sehr. Ihr Stimmeinsatz geht über ihre natürliche Grenze hinaus, entsprechendes Stimmtraining würde ihr helfen. Sie muss nur vorsichtig sein, wenn ihre Äußerungen als übertrieben wahrgenommen werden, wirkt das gegebenenfalls verzweifelt und nicht mehr souverän.

Ihre Betonung beim Satz „… die zeigen uns doch ’nen Vogel!“ ist schon recht eigenwillig. So redet im Grunde niemand.

Konzentration auf wenige Themen macht es leichter zu folgen. Die deutlich kürzere Dauer ihres Beitrags ist eine gute Entscheidung. So gelingt es eher, das Publikum mitzunehmen und nicht, wie so oft bei Martin Schulz, auf der Reise zu verlieren.  Anders als Martin Schulz wurde Andrea Nahles begeistert beklatscht.

Wer diesen Auftritt mit früheren vergleicht, erkennt einen Wandel. Sie stellt sich heute deutlich breiter auf.

P.S.

 

Was gibt es bei diesen beiden Reden für die eigenen rhetorischen Fähigkeiten zu lernen?

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Der Film „Es“ nach Stephen King im Kino

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Wenn aus lustigen Clowns Horrorgestalten werden
Der Film "Es" nach Stephen King kommt ins Kino

Der Film „Es“ nach Stephen King kommt ins Kino

 

Gerade habe ich aus Anlass der Kinopremiere am 28. September 2017 zu „Es“ nach Stephen King ein Interview für die RTL2 news gegeben. Weshalb machen Clowns so vielen Menschen solche immense Angst?

Der Film „Es“ kommt diese Woche in die deutschen Kinos. Das dürfte einigen Zuschauern schaurig schöne oder auch nachhaltig gruselige Momente verschaffen. Das Gruseln wird damit jedoch auch auf der Leinwand kein Ende finden. „Es 2“, der zweite Teil der Stephen-King-Adaption, kommt 2019 ins Kino.

Es

TV-Duell Merkel vs. Schulz mit Körpersprachenanalyse

TV-Duell Merkel vs. Schulz

Bundestagswahlkampf 3. September 2017
TV-Duell Merkel vs. Schulz

Überblick

 

 

 

 

TV-Duell Merkel vs. Schulz

 

Sonntagabend, 3. September 2017, 20:15 Uhr. Die Anspannung im Vorfeld war groß, besonders bei Kanzlerkandidat Martin Schulz. Es lag vermutlich an der verzweifelten Hoffnung, drei Wochen vor der Bundestagswahl doch noch das Blatt zugunsten der SPD zu wenden. Und das allen Umfragewerten zum Trotz. Alle bisherigen Angriffe vonseiten Martin Schulz perlten an der Kanzlerin ab. Er konnte im bisherigen Wahlkampf keine echten Treffer landen.

 

 

 

Übermut tut selten gut … and the Winner is …

 

Die SPD hat siegessicher schon vor dem Startschuss über das Ziel hinaus geschossen. Schon Stunden vor dem TV-Duell ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz gegen Kanzlerin Angela Merkel hat die SPD im Internet den Sieg in dem Schlagabtausch für sich reklamiert – und dafür manchen Spott geerntet. In einer Google-Anzeige war zu lesen: „TV-Duell: Merkel verliert – klar gegen Martin Schulz – spd.de“ Diese Anzeige war laut Parteisprecherin von Mitternacht bis etwa 7 Uhr morgens freigeschaltet. Der SPD-Parteivorstand entschuldigte sich daraufhin per Twitter dafür: „Dienstleister ist heute Nacht bei Google peinlicher Fehler unterlaufen. Nicht unser Stil. Verwirrung bitten wir zu entschuldigen.“

 

 

 

Das TV-Duell

 

Der einzige direkte Schlagabtausch war mit hohem Interesse erwartet worden. Das TV-Duell wurde von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 zeitgleich übertragen. Die Moderatoren waren Peter Kloeppel, Maybrit Illner, Sandra Maischberger und Claus Strunz.

 

 

 

1. Wenig Begeisterung bei Angela Merkel

 

Nun absolvierte Angela Merkel schon in ihr viertes Duell, obwohl sie wohl gerne darauf verzichtet hätte. Die Union verlor nach den TV-Duellen 2005 gegen Gerhard Schröder, 2009 gegen Steinmeier und 2013 gegen Peer Steinbrück in Umfragen ein paar Prozentpunkte ein. Solche Auftritte gehören nicht zu den Stärken von Frau Merkel.

 

 

 

2. Die Themen. Angriff ist nicht immer die beste Form der Verteidigung

 

Angela Merkel entschied sich für strahlend blaue Kleidung und Martin Schulz für dunkles Blau. So setzen beide auf Sicherheit und Seriosität.

 

 

a.) Flüchtlingspolitik

 

Schulz vermied es, Merkel persönlich allzu sehr zu attackieren. Mit persönlichen Angriffen konnte zuletzt Gerhard Schröder punkten. Seit Angela Merkel als Kanzlerin im Amt ist, geht das leicht nach hinten los. Sie hat ihre Gelassenheit perfektioniert. Da kommt so schnell keiner an sie heran. Sie verteidigt ihre Flüchtlingspolitik. „Ich halte es nach wie vor für absolut richtig.“ Sie gibt aber auch zu, sich zu wenig um die Flüchtlingslager gekümmert zu haben, die es den Schleppern erleichtert hätten. „Das wird so nie wieder passieren.“ Bei Kritik, wie bei der Flüchtlingspolitik, zeigt sie sich somit moderat einsichtig und nimmt jeglichen Gegenwind Ansatzfläche.

Nach der ausweichenden Antwort von Schulz auf die Dauer der Integration zeigte sich eines der deutlichsten jemals von mir bei Frau Merkel gesehenen Lächeln.

Den Kopf schüttelnd erklärt Merkel Schulz die Situation bei den Rückführungen.

 

 

b.) Islam

 

Sowohl Schulz wie Merkel sehen für einen „verfassungskonformen Islam“ (Merkel) Platz in Deutschland. Was sie darunter verstehen und wie der Islam mit dem Grundgesetz vereinbart werden könnte, sagen beide nicht.

Islamisten und gewaltbereite Gefährder wollen beide nicht. Auch darin sind sie sich einig; beide wollen straffällig gewordene Flüchtlinge schnell abschieben und stärker als bisher gegen Hassprediger und fanatische Imame vorgehen. Merkel betont, dass es bisher an rot-grünen Regierungen scheiterte, geltende Gesetze zu nutzen.

 

 

c.) Türkei

 

Der Versuch Angela Merkel eine härtere Linie gegenüber der Türkei abzuringen, begegnet sie mit „Vorsicht, nur weil wir Wahlkampf haben …“

Merkel zu den Beziehungen zur Türkei und den dort inhaftierten Deutschen: „Wenn man Staatsbürger freibekommen will, muss man schon noch im Gespräch bleiben. Menschen hoffen auf uns.“ Doch „Bei Beendigung der Beitrittsverhandlungen bin ich sofort dabei.“ und dann auch noch „Ich habe die Türkei noch nie in Europa gesehen.“

 

 

d.) Trump

 

Sie versachlicht ihre Kritik am US-amerikanischen Präsidenten, während er persönlich wird.

 

 

e.) Situation in Deutschland

 

Merkel: „Wir müssen ganz sicher nicht bis 70 arbeiten. Ganz sicher“, sagt Merkel. Die Reaktion von Schulz: „Finde ich toll, Frau Merkel!“

Merkel zeigt bei der Frage über den Eintritt in den Altersruhestand durchaus Betroffenheit, denn sie zieht die Innenseiten der Augenbrauen hoch, während sie sagt: „Für viele ist es ganz schwer“.

 

 

f.) Diesel-Abgas-Skandal

 

Bei dem Thema ist Schulz angriffslustiger, ihm gelingt es Merkel wenigstens etwas unter Druck zu setzen. „Sie haben recht, wir kommen jetzt zur Musterfeststellungsklage“, sagt er und sie lächelt und schaut verlegen nach unten.

Merkel wird gefragt, ob es zwei Gesichter der Angela Merkels gibt, eine den Flüchtlingen gegenüber freundliche und eine unfreundliche, eine für den Diesel und eine dem Diesel gegenüber skeptische. Sie sagt; jeder Mensch ändert sich. Sie stehe für Maß und Mitte. Den Vorwurf, so zurückhaltend gegenüber der Autoindustrie zu sein, wischt sie vom Tisch. Während sie sagt, „Ich bin stocksauer“ sind die Augenbrauen zusammengezogen, die unteren Augenlider angespannt. Das sind deutliche Hinweise für Ärger.

 

 

g.) Maut und die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Angela Merkel

 

Wird die Rente wie die Maut? Auf ihre Wankelmütigkeit und die Mautfrage angesprochen, schien sie sich zu ärgern. Sie kniff auffällig die Augen zusammen und berührte sich selbst versichernd am Oberkörper. Erst nach einem tiefen Atemzug redete sie weiter. Dabei reagiert sie hinsichtlich ihrer Aussage „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben“, mit der üblichen Ausrede, das wäre so nicht gemeint gewesen. Angela Merkel versprach das beim vorhergehenden TV-Duell am 1. September 2013 mit Steinbrück vor einem Millionenpublikum im Fernsehen. Die Argumentation ist und bleibt an den Haaren herbeigezogen, weil widersprüchlich. Doch auch das lässt sie nicht an sich heran und die Erinnerung daran bleibt weitgehend folgenlos.

 

 

h.) Kurze Fragerunde

 

Als Schulz einen Witz über Stand der Zeitkonten macht, die er als einzige Gemeinsamkeit zwischen ihm und Merkel sieht, ist er der einzige, der darüber lacht. Damit verliert er an Status und Ansehen.

 

 

i.) Koalitionspartner

 

Frau Merkel gibt keine Antwort auf Koalitionspartner. „Die Union wird auf keinen Fall mit der AfD und mit den Linken zusammenarbeiten.“

Martin Schulz weicht der Frage zur Koalition mit der Linken aus, dabei schluckt er sprachlos und scheint nach den richtigen Worten zu ringen.

 

 

j.) Abschlussminute

 

Schulz: Er schaut während seines Statements in die Kamera. „Mut zum Aufbruch heißt, die Zukunft zu gestalten und nicht die Vergangenheit zu verwalten.“ Dieser Abschlussbeitrag war von der Idee her interessant, doch auswendig gelernt und blutlos präsentiert.

Merkel: Zu Beginn schaut sie etwas sehr lange nach unten und unterbricht damit den Kontakt zum Publikum. „Jetzt die Weichen stellen …“ So gibt sie altbackene Sätze zum Besten.

3. Hätte, hätte Deutschlandkette

 

Anstatt der viel beachteten Schland-Kette, die beim Duell Angela Merkel vs. Peer Steinbrück ihren eigenen Twitter-Hashtag #schlandkette, gab es diesmal keinen entsprechenden visuellen Gesprächsstoff.

 

 

 

4. Körpersprache

 

Angela Merkel

 

Sie bleibt souveräner als er. Bei ihren Antworten wendet sie sich wiederholt auch ihrem Kontrahenten zu. Beim Thema Große Koalition nimmt sie ihn einladend mit einer Geste ein. Da bleibt kein Raum für Widerspruch.

Keine Überraschungen, insgesamt zeigt sie sich, wie wir sie kennen. Und daran haben sich viele gewöhnt. Selbst eigenartige Aspekte werden da zum Running-Gag.

Sie lächelt häufiger als er, oft ist es ein vollständiges Lächeln. Das wirkt souveräner. Ihr Lächeln in Momenten, in denen Schulz Fehler macht, könnte ihr allerdings als etwas arrogant empfunden werden. Das gilt auch für ihr etwas abschätziges Spitzen der Lippen.

Ihre Hände liegen oft locker auf dem Pult und sie wirkt entspannter. Dafür wirkt sie allerdings auch etwas abgeklärt.

An wenigen Punkten, wie beim Thema Türkei, setzt sie ihre Gestik etwas deutlicher ein. Diese Gesten wirken nicht einstudiert, da sie den Worten minimal vorweg gehen.

 

 

Martin Schulz

 

Martin Schulz hat Stress. Seine Körperspannung ist enorm, sein Stand ist unsicherer, er zeigt viele deutliche Stresshinweise. Er kommt ziemlich schnell ins Schwitzen, sein Nacken ist feucht. Seine Stimme klingt oft sehr gepresst. Überhaupt ist sein Stimmeinsatz nicht sehr wirksam. Er holt oft aufgeregt Luft, seine Lippen bewegt er wenig und betont insgesamt unzureichend für eine überzeugende Stimme. Hier hätte er mit wenig Aufwand viel erreichen können, schade für ihn. Manchmal wirkt seine Stimme sogar etwas gequält. Das nimmt das Publikum unbewusst über die Spiegelneuronen wahr und leidet mit.

Gerhard Schröder gelang es damals Frau Merkel durch seinen Auftritt in Bedrängnis zu bringen. Das gibt die Ausstrahlung von Schulz nicht her. Sie gibt ihm dazu nicht die erforderlichen Angriffspunkte und er hat nicht die entsprechende Souveränität. Der oft gesenkte Blick lässt ihn nicht gerade kraftvoll und sicher wirken.

Eine Hand legt er oft auf dem Pult ab und deckt sie mit der anderen ab. Solche Selbstberührungen sollen Sicherheit fördern. Der feste Griff an die Pultkanten sollen Halt bieten.

Was unter seinem Bart an Mimik stattfindet, ist schlechter zu erkennen, dafür sind seine Augenbrauen sehr aktiv. Wenn er ab und zu lächelt, sind die Augen nicht beteiligt. Das lässt das Lächeln unecht wirken.

Wenn er Probleme anspricht, legt sich seine Stirn in Sorgenfalten. Vermutlich wollte er damit unterstreichen, wie wichtig und ernst seine Bedenken sind. Doch so wird er mehr mit den Problemen und nicht mit Lösungen in Verbindung gebracht.

Er wirkt unnötig farblos, daran ändert auch die leuchtend blaue Krawatte nicht.

 

 

 

5. Inhaltlich wenig Spielraum

 

Der Kanzlerin zu beweisen, dass sie abgehoben ist, gelang nicht. Als Koalitionspartner hat die SPD die Politik der letzten Jahre mitzuverantworten. Da gibt es wenig Ansatzpunkte für Kritik. Wo sollten da auch Überraschungen herkommen? Es kam, wie es wohl kommen musste.

 

 

 

6. Sprache

 

Sie verwendet die Sprache, die wir von ihr gewohnt sind. Er liebt Floskeln, wie „Ich will Ihnen mal was sagen; …“, „Ich sage Ihnen mal was ….“ und „Ich bin dankbar …“

 

 

7. Zusammenfassung der Botschaften

 

Merkel: „Ich gebe Ihnen Sicherheit. Die Sicherheit, dass nichts besser wird. Sie kennen mich und was man hat, hat man.“
Schulz: „Ich wäre gern Bundeskanzler.“

 

 

 

8. Fazit

 

Relevante Differenzen müssen mit der Lupe gesucht werden. Waren sich schon mal zwei Kontrahenten bei einem TV-Duell so einig wie Merkel und Schulz? Er war etwas angriffslustiger, sie wirkte souveräner, glaubwürdiger und kompetenter, so sogar sympathischer als er. Seine Chance hat er vergeben. Die Stresssignale, die er aussendet, lassen ihn unsicherer und somit weniger kompetent wirken. So oder so; nach kurzer Zeit wird der Einfluss der TV-Debatte verpufft sein, wie der Berliner Sommer.

Anmerkungen

 

In den Beiträgen der Serien Körpersprache und Rhetorik-Check geht es darum, die rhetorische Wirkung ausgewählter Personen zu analysieren. Jegliche politische Bewertung bleibt dabei außen vor und ist auch in den Kommentaren nicht erwünscht. Stattdessen geht es darum, anhand der Beispiele zu erkennen, was unter welchen Umständen funktioniert und was nicht, was lässt sich für eigene Zwecke lernen. Mit anderen Worten; es geht nicht um das Nörgeln, sondern das Aufdecken von Potenzialen.

Umfrageergebnisse

 

Ich wünsche mir lebendigere politische Debatten mit echten Argumenten.

 

%

Stimmt!

%

Etwas!

%

Stimmt nicht!

Ergebnis einer nichtrepräsentativen Umfrage auf www.karstennoack.de (n= 1261) im Frühjahr 2017

P.S.

 

Was ist Ihr Eindruck?