Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird. Immanuel Kant

Gesundes Rückgrat reduziert Angriffe und ...

Rückgrat: Mut, Prinzipientreue, Stehvermögen, Tapferkeit

Rückgrat

Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.

Immanuel Kant

Überblick

 

 

 

 

Freiwillige Opferrolle oder aufrechte Standhaftigkeit?

 

Mir fällt kein akzeptabler Grund ein, der es erlaubt, lebende Wesen zu treten. Allerdings erinnert das Zitat auch daran, dass sich manche Menschen mehr oder weniger leicht als Opfer anzubieten.

Wer zu früh zurückweicht, wenn es unangenehm wird, der macht anderen Menschen mit bedenklichen Absichten zu leicht ihr Ziel zu erreichen.

 

 

 

Rückgrat?

 

Eine gute Portion verbaler Flexibilität und Mut helfen. Professionelle Schlagfertigkeit im Gepäck zu haben, stärkt den Rücken.

Neben verbaler Positionierung ist die Körpersprache ein wesentlicher Einflussfaktor für einen standfesten, aufrechten Auftritt. Der signalisiert, dass Angriffe ihren Preis haben und besser unterbleiben sollten. Darauf weist schon der Begriff „Rückgrat“ hin. Das Rückgrat hält am oberen Ende den Kopf und stützt den Rumpf am unteren Ende. Das Rückgrat sorgt für Aufrichtung und Halt. Durch die bewegliche Wirbelsäule bleiben wir flexible in viele Richtungen. Doch manche Menschen gehen nicht aufrecht durch die Welt, sondern wirken gebrochen.

Physiologisch ist es nicht möglich, ohne Rückgrat unterwegs zu sein. Wird jemanden fehlendes Rückgrat vorgeworfen, ist damit fehlender Mut gemeint, für sich und persönliche Werte einzustehen.

Rückgrat spiegelt sich körpersprachlich wider durch eine aufrechte Haltung beim Stehen und Sitzen, einen sicheren aufrechten Gang. Die Schultern sind dabei zurückgezogen.

 

 

 

Gestalten

 

Die Tugend lohnt sich die Pflege des persönlichen Rückgrats. Es erfordert Rückgrat, auch die Dinge um- und durchzusetzen, denen Gegenwind entgegenweht beziehungsweise die mit höherem Aufwand verbunden sind.

 

 

 

Synonyme für Rückgrat

 

Synonyme beziehungsweise verwandte Begriffe zu Rückgrat sind:

  • Beherztheit
  • Charakter
  • Courage
  • Furchtlosigkeit
  • Heldenhaftigkeit
  • Mut
  • Prinzipientreue
  • Standhaftigkeit
  • Stehvermögen
  • Tapferkeit
  • Zivilcourage

 

P.S.

 

Wie signalisieren Sie, dass es keine gute Idee ist Sie anzugreifen, dass Sie mit Rückgrat für sich und Ihre Werte einstehen?

Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.  Immanuel Kant

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. März 2007
Überarbeitung: 8. Februar 2019
AN: #43315

Jähzorn, wenn jemand leicht und ohne großen Anlass sehr wütend werden kann

Jähzorn verstehen: Wenn Wut sehr schnell eskaliert

Jähzorn: Ursachen, Warnsignale und Umgang mit Wutausbrüchen
Jähzorn

Jähzorn verstehen: Wenn Wut sehr schnell eskaliert

 

Ein falsches Wort.

Eine Kleinigkeit.

Und plötzlich explodiert die Stimmung.

Die Stimme wird laut.

Der Körper spannt sich an.

Ein Gespräch kippt innerhalb weniger Sekunden.

Umgangssprachlich sprechen wir dann häufig von Jähzorn.

Doch was steckt dahinter?

Und wann geht es weniger nur um einen heftigen Ärger, sondern um ein wiederkehrendes Problem mit Impulskontrolle und Aggression?

 

 

 

Was bedeutet Jähzorn?

 

Jähzorn ist kein eigenständiger klinischer Diagnosebegriff.

Gemeint ist meist eine Neigung, sehr schnell und sehr heftig wütend zu werden.

Typisch kann sein:

  • eine starke emotionale Reaktion
  • geringe Verzögerung zwischen Reiz und Reaktion
  • lautes oder aggressives Verhalten
  • spätere Reue oder Erschöpfung

Entscheidend ist weniger eine einzelne Situation.

Interessant wird das Muster über Zeit.

 

 

 

Wut ist zunächst eine normale Emotion

 

Wut gehört zum menschlichen Erleben.

Sie kann uns anzeigen:

  • eine Grenze wurde verletzt
  • etwas erscheint unfair
  • ein Ziel wird blockiert
  • wir fühlen uns bedroht oder missachtet

Wut ist deshalb weniger das Problem.

Entscheidend ist, wie wir mit ihr umgehen.

 

 

 

Wut und Aggression sind verschiedene Dinge

 

Du kannst sehr wütend sein und trotzdem respektvoll handeln.

Und aggressives Verhalten kann auch ohne starke Wut auftreten.

Aggression beschreibt Verhalten, das darauf gerichtet ist, andere zu verletzen oder zu schädigen.

Wut beschreibt eine Emotion.

Beides kann zusammenkommen.

Es muss weniger.

 

 

 

Was passiert bei einem Wutausbruch?

 

Bei starker Wut steigt die körperliche Aktivierung.

Zum Beispiel:

  • Herzschlag beschleunigt sich
  • Muskeln spannen sich an
  • Aufmerksamkeit verengt sich
  • Handlungsimpulse werden stärker

Unter hoher Aktivierung wird es schwieriger, flexibel zu denken.

Das bedeutet jedoch weniger, dass ein „primitives Gehirn“ vollständig die Kontrolle übernimmt.

Emotionen und Impulskontrolle entstehen aus dem Zusammenspiel mehrerer Hirnregionen und Regulationsprozesse.

 

 

 

Warum das „Reptiliengehirn“-Modell zu einfach ist

 

Die Vorstellung:

„Das Stammhirn übernimmt und der rationale Teil des Gehirns schaltet sich aus.“

ist eingängig.

Neurowissenschaftlich bildet sie die tatsächlichen Prozesse jedoch nur sehr unzureichend ab.

Bei impulsiver Aggression spielen unter anderem Netzwerke eine Rolle, die:

  • Bedrohungen verarbeiten
  • Emotionen regulieren
  • Handlungsimpulse steuern
  • Konsequenzen bewerten

Es geht weniger um zwei Gehirne, die gegeneinander kämpfen.

Es geht um Regulation unter hoher Aktivierung.

 

 

 

Was kann Jähzorn begünstigen?

 

Es gibt weniger eine einzelne Ursache.

Mögliche Faktoren können sein:

  • hohe Reizbarkeit
  • geringe Frustrationstoleranz
  • Impulsivität
  • chronischer Stress
  • Schlafmangel
  • Substanzkonsum
  • erlernte Konfliktmuster
  • bestimmte psychische oder neurologische Erkrankungen

Welche Faktoren im Einzelfall wichtig sind, braucht eine individuelle Betrachtung.

 

 

 

Stress senkt häufig die Schwelle

 

Wer:

  • übermüdet
  • überlastet
  • dauerhaft angespannt

ist, reagiert oft schneller gereizt.

Das entschuldigt aggressives Verhalten weniger.

Es kann jedoch erklären, warum die Schwelle sinkt.

 

 

 

Frustration und Kränkung

 

Manche Wutausbrüche entstehen besonders bei:

  • Widerspruch
  • Kritik
  • Zurückweisung
  • Kontrollverlust
  • erlebter Respektlosigkeit

Dann lohnt sich die Frage:

Was bedeutet diese Situation für die betreffende Person?

Der äußere Anlass kann klein sein.

Die innere Bedeutung kann sehr groß sein.

 

 

 

„Wegen so einer Kleinigkeit?“

 

Von außen wirken Wutausbrüche manchmal unverhältnismäßig.

Die betreffende Person reagiert jedoch weniger nur auf das sichtbare Ereignis.

Möglicherweise aktiviert es zusätzlich:

  • alte Erfahrungen
  • starke Erwartungen
  • Scham
  • Bedrohungsgefühl

Das erklärt Intensität.

Es rechtfertigt weniger verletzendes Verhalten.

 

 

 

Jähzorn und Impulsivität

 

Impulsivität spielt bei manchen Formen aggressiven Verhaltens eine wichtige Rolle.

Der Abstand zwischen:

„Ich fühle etwas.“

und:

„Ich handle.“

ist sehr kurz.

Genau dieser Abstand lässt sich trainieren.

 

 

 

Eine der wichtigsten Fähigkeiten: Verzögerung

 

Du brauchst weniger sofort die perfekte emotionale Kontrolle.

Schon ein kleiner Zeitgewinn kann entscheidend sein.

Zum Beispiel:

„Ich merke, dass ich gerade sehr wütend werde. Ich brauche zehn Minuten.“

Das ist häufig konstruktiver als weiterzureden, obwohl die eigene Steuerungsfähigkeit bereits deutlich sinkt.

 

 

 

Woran erkennst du, dass ein Ausbruch näherkommt?

 

Frühe Warnsignale können sein:

  • beschleunigte Atmung
  • Druck im Brustkorb
  • angespannter Kiefer
  • Hitzegefühl
  • stärkerer Rededrang
  • Gedanken wie „Jetzt reicht es“

Die individuellen Signale unterscheiden sich.

Je früher du sie bemerkst, desto größer ist dein Handlungsspielraum.

 

 

 

Körpersprache bei Wut

 

Wut kann sich sichtbar zeigen.

Zum Beispiel durch:

  • angespannte Muskulatur
  • festen Blick
  • veränderte Stimme
  • raschere Bewegungen

Diese Signale sind jedoch weniger eindeutig.

Ein angespannter Kiefer kann ebenso Stress bedeuten.

Ein lauter Ton kann kulturell oder situativ geprägt sein.

Körpersprache liefert Hinweise, keine Diagnosen.

 

 

 

Jähzorn und intermittierende explosive Störung

 

Wenn aggressive Ausbrüche:

  • wiederholt auftreten
  • deutlich außer Verhältnis zum Anlass stehen
  • impulsiv entstehen
  • zu erheblichen Problemen führen

kann eine fachliche diagnostische Abklärung sinnvoll sein.

Eine mögliche klinische Diagnose ist die intermittierende explosive Störung.

Sie ist deutlich enger definiert als der umgangssprachliche Begriff Jähzorn.

 

 

 

Jähzorn ist weniger automatisch eine psychische Störung

 

Ein heftiger Wutausbruch reicht dafür weniger.

Auch mehrere schwierige Konflikte erlauben keine Selbstdiagnose.

Eine fachliche Diagnose berücksichtigt unter anderem:

  • Häufigkeit
  • Intensität
  • Verlauf
  • andere mögliche Ursachen

 

 

 

Andere Ursachen müssen mitgedacht werden

 

Wiederkehrende starke Aggression kann in unterschiedlichen Zusammenhängen auftreten.

Zum Beispiel bei:

  • psychischen Erkrankungen
  • neurologischen Erkrankungen
  • Substanzkonsum
  • bestimmten Medikamenten
  • anderen Impulskontrollproblemen

Deshalb ist eine seriöse Abklärung wichtiger als eine schnelle Etikettierung.

 

 

 

Was erlebt die betroffene Person?

 

Menschen mit wiederkehrenden explosiven Ausbrüchen berichten häufig über:

  • starke Wut
  • körperliche Aktivierung
  • Gefühl von Kontrollverlust
  • spätere Reue

Gerade die Reue zeigt:

Der Ausbruch entspricht häufig weniger dem Verhalten, das die Person bewusst wählen möchte.

 

 

 

Reue allein verändert das Muster weniger

 

Ein häufiges Muster lautet:

Ausbruch.

Reue.

Versöhnung.

Nächster Ausbruch.

Dann braucht es weniger nur gute Vorsätze.

Es braucht konkrete Veränderung.

 

 

 

Verantwortung bleibt Verantwortung

 

Auch wenn ein Wutausbruch impulsiv entsteht:

Die Verantwortung für das Verhalten bleibt bestehen.

Das gilt besonders bei:

  • Beleidigungen
  • Drohungen
  • Sachbeschädigung
  • körperlicher Gewalt

Eine Erklärung ist weniger eine Entschuldigung.

 

 

 

„Ich konnte nichts dafür“ ist wenig hilfreich

 

Hilfreicher ist:

„Ich habe die Kontrolle verloren. Das war mein Verhalten. Ich möchte verstehen, wie ich das künftig früher stoppe.“

Damit beginnt Veränderung.

 

 

 

Was hilft bei starkem Ärger?

 

1. Früh wahrnehmen

Je früher du merkst, dass die Aktivierung steigt, desto größer ist dein Spielraum.

 

2. Abstand schaffen

Wenn möglich:

Gespräch unterbrechen.

Zum Beispiel:

„Ich bin gerade zu aufgebracht. Ich komme in einer halben Stunde darauf zurück.“

 

3. Körperliche Aktivierung senken

Hilfreich können sein:

  • langsamer atmen
  • Bewegung
  • Distanz zur Situation
  • bewusst langsamer sprechen

 

4. Gedanken prüfen

Zum Beispiel:

„Respektiert mich hier wirklich niemand?“

Oder:

„Ist das eine Tatsache oder meine aktuelle Interpretation?“

 

5. Später zum Thema zurückkehren

Pause bedeutet weniger Vermeidung.

Das Thema bleibt wichtig.

Es wird nur zu einem Zeitpunkt besprochen, an dem beide Seiten wieder besser denken können.

 

 

 

Eine Pause funktioniert nur mit Rückkehr

 

Sonst wird sie schnell zu:

  • Rückzug
  • Kontaktabbruch
  • Vermeidung

Eine hilfreiche Vereinbarung lautet:

„Ich brauche jetzt Abstand. Wir sprechen heute Abend weiter.“

 

 

 

Was weniger hilft

 

In einer akuten Eskalation helfen häufig wenig:

  • Provokation
  • Demütigung
  • Sarkasmus
  • endlose Argumentation

Wenn die emotionale Aktivierung sehr hoch ist, sinkt meist die Fähigkeit, komplexe Argumente aufzunehmen.

 

 

 

„Beruhig dich!“

 

Dieser Satz funktioniert erstaunlich selten.

Er kann sogar zusätzlich provozieren.

Hilfreicher ist oft:

„Wir kommen gerade weniger weiter. Lass uns das Gespräch unterbrechen.“

 

 

 

Wenn dein Gegenüber jähzornig wird

 

Dann bist du weniger dafür verantwortlich, den anderen emotional zu regulieren.

Du kannst deinen eigenen Umgang steuern.

Zum Beispiel:

  • ruhig sprechen
  • Abstand halten
  • Grenzen setzen
  • das Gespräch beenden

 

 

 

Eine klare Grenze

 

Zum Beispiel:

„Ich spreche gern weiter. Nicht, solange du mich anschreist.“

Oder:

„Wenn du mich beleidigst, beende ich das Gespräch.“

 

 

 

Du musst weniger gewinnen

 

Während eines heftigen Wutausbruchs geht es weniger darum, das bessere Argument zu liefern.

Das wichtigste Ziel kann zunächst sein:

Eskalation beenden.

Das Thema lässt sich später klären.

 

 

 

Wenn Angst entsteht

 

Wenn du regelmäßig:

  • auf Zehenspitzen läufst
  • Themen vermeidest
  • ständig die Stimmung beobachtest
  • Angst vor dem nächsten Ausbruch hast

ist das ein ernstes Signal.

Dann geht es weniger nur um „schlechte Kommunikation“.

 

 

 

Wut darf weniger zur Einschüchterung werden

 

Wenn Wutausbrüche dazu führen, dass andere:

  • nachgeben
  • schweigen
  • Entscheidungen vermeiden

kann die Wut faktisch eine kontrollierende Funktion bekommen.

Ob das bewusst beabsichtigt ist, lässt sich weniger immer erkennen.

Die Wirkung ist trotzdem relevant.

 

 

 

Bei Gewalt gelten andere Prioritäten

 

Bei:

  • körperlicher Gewalt
  • Drohungen
  • Stalking
  • massiver Einschüchterung

steht Sicherheit im Vordergrund.

Dann sind spezialisierte Beratungsstellen, Polizei oder andere geeignete Hilfen wichtiger als ein Kommunikationstraining.

 

 

 

Jähzorn im Beruf

 

Auch im beruflichen Umfeld können Wutausbrüche erhebliche Folgen haben.

Zum Beispiel:

  • Mitarbeitende melden Probleme später
  • Widerspruch nimmt ab
  • Entscheidungen werden weniger gut geprüft
  • Vertrauen sinkt

Das macht Jähzorn zu einem Führungsthema.

 

 

 

Wenn der Chef regelmäßig explodiert

 

Dann lernt das Umfeld schnell:

„Sag schlechte Nachrichten lieber weniger direkt.“

Das kann für eine Organisation sehr teuer werden.

→ Wenn wichtige Informationen die Führung nicht erreichen

 

 

 

Wut kann kurzfristig Wirkung erzeugen

 

Menschen geben vielleicht schneller nach.

Besprechungen enden.

Entscheidungen werden weniger infrage gestellt.

Das kann wie Durchsetzungsstärke wirken.

Langfristig entstehen häufig andere Kosten.

 

 

 

Autorität braucht weniger Lautstärke

 

Souveräne Führung kann:

  • klar sein
  • konsequent sein
  • deutlich widersprechen

ohne zu explodieren.

 

 

 

Was ist mit „Cholerikern“?

 

Auch dieser Begriff wird im Alltag häufig verwendet.

Er ist jedoch weniger eine präzise psychologische Diagnose.

Hilfreicher ist eine konkrete Beschreibung:

„Diese Person reagiert in Konflikten wiederholt sehr laut und aggressiv.“

Das ist beobachtbarer.

 

 

 

Jähzorn und Narzissmus

 

Heftige Wutreaktionen können auch bei narzisstischen Mustern vorkommen.

Besonders bei erlebter Kränkung oder Selbstwertbedrohung.

Sie beweisen jedoch weniger Narzissmus.

→ Narzisstische Wut: Wenn Kränkung in heftige Reaktionen kippt

 

 

 

Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist

 

Zum Beispiel wenn:

  • Wutausbrüche regelmäßig auftreten
  • Beziehungen darunter leiden
  • berufliche Konsequenzen entstehen
  • Sachen beschädigt werden
  • Gewalt droht
  • du dich selbst kaum noch steuerungsfähig erlebst

 

 

 

Coaching oder Therapie?

 

Wenn es vor allem um:

  • Kommunikation
  • Führung
  • Konfliktverhalten
  • Selbststeuerung in beruflichen Situationen

geht, kann Coaching passend sein.

Wenn wiederkehrende aggressive Ausbrüche, starke psychische Belastung oder behandlungsbedürftige Beschwerden im Vordergrund stehen, ist ein therapeutischer oder medizinischer Rahmen geeigneter.

 

 

 

Meine therapeutische Arbeit ist organisatorisch getrennt

 

→ Psychotherapie in Berlin und online

 

Wenn das Thema beruflich ist

 

Bei Führungskräften kann es beispielsweise darum gehen:

  • unter Druck steuerungsfähig zu bleiben
  • Kritik konstruktiver aufzunehmen
  • schwierige Gespräche vorzubereiten
  • Autorität ohne Einschüchterung zu entwickeln

 

 

 

Welcher berufliche Rahmen passt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Selbststeuerung, Kommunikation oder Führung geht.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn eine konkrete Situation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Zehn Fragen zur Selbstreflexion

 

  1. Was sind meine typischen Auslöser?
  2. Welche körperlichen Warnsignale bemerke ich zuerst?
  3. Welche Gedanken beschleunigen meine Wut?
  4. Wie viel Zeit liegt zwischen Impuls und Handlung?
  5. Was tue ich, wenn ich merke, dass ich Kontrolle verliere?
  6. Wie erleben andere meine Reaktionen?
  7. Welche Folgen hatten meine Ausbrüche bereits?
  8. Übernehme ich Verantwortung dafür?
  9. Was hilft mir tatsächlich, früher auszusteigen?
  10. Brauche ich dafür professionelle Unterstützung?

 

 

 

Fazit: Wut ist menschlich. Kontrollverlust braucht Aufmerksamkeit.

 

Wut gehört zum Leben.

Sie kann wichtige Informationen liefern.

Jähzorn beschreibt eher das Problem, dass Wut sehr schnell eskaliert und das Verhalten schwerer steuerbar wird.

Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:

„Darf ich wütend sein?“

Sondern:

„Was mache ich mit meiner Wut, bevor sie über mein Verhalten entscheidet?“

Je früher du deine eigenen Signale erkennst, desto größer bleibt dein Handlungsspielraum.

Und wenn Wutausbrüche regelmäßig Beziehungen, Beruf oder Sicherheit beeinträchtigen, verdient das mehr als einen guten Vorsatz.

Dann ist es sinnvoll, das Muster ernsthaft zu verändern.

 

 

Der nächste Schritt

 

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Wer zornig ist, verbrennt oft an einem Tag das Holz, das er in vielen Jahren gesammelt hat. Chinesisches Sprichwort

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2017
Überarbeitung: 2. März 2016

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 28. Februar 2019
AN: #371

Was machst du mit den Spuren in deinem Gesicht? Nervengift, Skalpell oder …?

Was machst du mit den Spuren in deinem Gesicht? Nervengift, Skalpell oder ...?

Es ist nicht alles Gold das glänzt und Schlauchbootlippen etc. amüsieren oft mehr als erwünscht
Was machst du mit den Spuren in deinem Gesicht?

Nevengift und Messer für ein jüngeres Gesicht?

 

Das Leben hinterlässt Spuren im Gesicht. Etwas Einfluss darauf haben wir Menschen. Was sagt Ihr Gesicht?

 

 

 

Überblick

 

 

 

Zum eigenen Gesicht stehen?

 

Mit den Worten von Marilyn Monroe; „I want to grow old without facelifts. I want to have the courage to be loyal to the face I have made.“ – „Ich möchte ohne Hautstraffung alt werden. Ich will den Mut loyal zu dem Gesicht zu sein, das ich geschaffen habe.“

 

 

 

Verschlimmbesserung und freiwillige Verunstaltung?

 

Ein immer größerer Anteil der Bevölkerung scheint darüber heute anders zu denken. Oder wie erklären sich die, oft nicht gerade dezenten, Lippenaufspritzungen, die an Gummiboote erinnern? Obwohl sie, wie auch manch andere der scheinbar regelmäßig misslingenden Schönheitsoperationen, oft unfreiwillig komisch wirken, ist der Markt dafür beachtlich. Und nicht immer ist eine Dysmorphophobie, die übersteigerte Angst hässlich zu sein, die Ursache. Auch geht es an dieser Stelle nicht um Korrekturen vorhandener Makel, unter denen jemand leidet. Das kann deren Lebensqualität deutlich erhöhen. Doch gibt es oft keine solchen Gründe, die zu Messer, Nervengift und Silikon greifen lassen. Zeitgeist: Dabei geht es oft um Aufrüstung, die Chance sich besser aufzustellen im harten Wettbewerb mit all den anderen Jungen und Schönen.

Wenn Stars und Sternchen so auf dem roten Teppich posieren, muss das Vorgehen wohl erstrebenswert sein. Was anfangs nach einem kosmetischen Malheur aussieht, wirkt durch pawlowsche Konditionierung normaler. Die Hemmschwelle senkt sich, führt bis hin zu abnormen Formen.

Es galt lange Zeit als verpönt der Natur auf solche Weise auf die Sprünge zu helfen. Deshalb wurden selbst die offensichtlichsten Schlauchbootlippen, als unerklärliche Wunder erklärt. Leider hat sich vieles geändert und das nicht gerade zur optischen Erbauung, sondern eher als Beitrag zur Tragik-Komik. Wir werden unempfindlicher und deswegen darf es von vielem mehr und mehr sein. In den meisten Kulturkreisen darf es heute ruhig unnatürlich aussehen. Es macht manche Menschen stolz solche Desaster wie Beweise der finanziellen Potenz zur Schau zu stellen; nicht schön aber teuer!

 

 

 

Gewöhnung beziehungsweise Abstumpfung

 

Technischer K.O.: Der Einstich in den Muskel ist kaum spürbar, der ist nun für Monate durch das Botulinum Toxin gelähmt und solange er schlapp macht, glättet sich die Haut. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte Ihren Arzt oder…

Auch, wenn Nervengifte die Gesichtsmuskeln vermeintlich verjüngend stilllegen, hat das nicht nur Vorteile. Dadurch geht viel Wirkung bei der persönlichen Ausstrahlung verloren. Weniger Falten und dafür der Verzicht auf Mimik? Kein idealer Tausch! Ja, schon klar; ich lege auch keinen besonderen Wert auf Falten und bediene mich am Cremetiegel. Es gibt allerdings recht unterschiedliche Arten von Falten. Manche finde ich sogar durchaus attraktiv. Das sind vor allem die, die typisch für ein herzliches Lachen sind. Und bei aller Eitelkeit, auf das Lachen zu verzichten käme mir jedenfalls nicht in den Sinn. Ihnen etwa?

 

 

 

Der Preis ist höher als erwartet: Nebenwirkungen

 

Übrigens gibt es Studien die behaupten, dass die Blockade der Gesichtsmuskeln sowohl das eigene Gefühlsleben als auch die emotionale Kompetenz beschränkt. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Gefühlen und Ausdruck, sie beeinflussen sich gegenseitig. Größtenteils außerhalb der Wahrnehmung wirkt über die Spiegelneuronen die Mimik auf die zwischenmenschlichen Zusammentreffen. Aber wer braucht das schon?

 

 

 

Gesichter können Bände sprechen

 

Nicht nur als Fotograf faszinieren mich Gesichter und die Mimik, zu denen sie fähig sind. Besonders interessant sind für mich jene Gesichter die einen charakteristischen Ausdruck haben und nicht an den übertriebenen Einsatz von Weichzeichner erinnern. Und da sind es – das Leben ist nicht immer heiterer Sonnenschein – nicht nur Lachfalten, die zu sehen sind. Gerade starke Persönlichkeiten haben es meist nicht immer leicht gehabt. Auf manche Erfahrungen hätten viele von uns wohl gerne verzichtet. Und doch zeigt sich im Gesicht was ein Mensch aus all den Erfahrungen gemacht hat. Wir werden vom Leben gezeichnet, so oder so. Um das zu erkennen ist kein Kurs in Psycho-Physiognomik erforderlich.

Gut zu wissen; wir sind dem nicht ausgeliefert. Pflegen Sie Ihre Lachfalten. Meist ist schon ein schöner Gedanke wirkungsvoller als die teuerste Gesichtscreme. Probieren Sie es aus!

 

 

 

P.S.

 

Ran ans Messer und so straff wie möglich? Bevorzugen Sie solche Gesichter oder lieber solche mit Lachfalten?

Falten im Gesicht 
sollten nur darauf hinweisen 
wo das Lächeln war.  Mark Twain

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 2016
Überarbeitung: 17. Februar 2019
AN: #371

Lügner und ihre Lügen erkennen: Verbale und nonverbale Hinweise

Lügner und ihre Lügen erkennen: Verbale und nonverbale Hinweise

Körpersprache und verbale Hinweise: Schluss mit Lug und.Trug!
Wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen

Lügner und ihre Lügen erkennen

 

Ausführlicher Artikel mit konkreten Tipps, wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen. Was verraten die verbale Sprache, die Stimme, Augen, die Körpersprache? Es gibt Leute, die sind einfach verdammt gut darin, uns anzulügen. So werden Sie nicht mehr so einfach belogen und betrogen.

Überblick

Wenn man die volle Wahrheit nicht sagen will und doch reden muss, so verwickelt man sich gar bald in die ersten Netze der Unwahrheit, und die konsequente Fortsetzung dieser Netze ist eben die Lüge selbst.

Die Lüge aber ist alles Unrechts Quell und Anfang.

Heinrich Laube

Antworten auf häufige Fragen

Was ist eine Lüge?

Als Lüge wird eine wissentlich falsche Aussage bezeichnet, die jemanden täuschen soll. Meist soll sie dazu dienen einen Vorteil zu erlangen, beispielsweise um eine Handlung zu verdecken und auf diese Weise Nachteile zu vermeiden.

Ist jede Lüge verwerflich?

Ob jede Lüge als verwerflich betrachtet wird oder nicht, ist eine philosophische Frage. Mitunter wird auch aus Höflichkeit gelogen oder um sich oder jemand anderen zu schützen.

Lügen gehört zum Alltag!

 

Es wird erfunden, geschummelt, verfälscht, vertuscht und gelogen, was das Zeug hält. 
Mitunter sind sich die Urheber deren Folgen gar nicht im vollen Umfang bewusst. Menschen lügen, um sich das Leben zu erleichtern, um keine Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, um zu punkten, um Ärger zu vermeiden und aus Bequemlichkeit – für sich selbst und manchmal auch für andere Menschen.

Einige haben deswegen ein schlechtes Gewissen und verraten sich selbst. Doch viele dieser Wahrheitsverdreher überschätzen sich, gehen davon aus nicht ertappt zu werden und treten selbstsicher auf. Manche haben im Laufe der Zeit das Lügen perfektioniert. Aber selbst erfahrene Schwindler, die gewohnt sind, Emotionen zu verbergen, verraten sich über die Körpersprache und ausgerechnet dann, wenn sie besonders gut lügen wollen.

Wer relevante Hinweise kennt, kommt Lügen leichter auf die Spur. Schließlich gibt es neben den verbalen auch sehr viele verräterische nonverbale Hinweise. Die haben ihren Ursprung in den Tiefen des Unbewussten und entziehen sich weitgehend der bewussten Kontrolle von Nicht-Top-Pokerspielern. Diese Körpersignale werden versehentlich gezeigt und ohne es zu wissen wird oft mehr vermittelt, als beabsichtigt. Verräterische Hinweise können beispielsweise Verhaltensweisen sein wie der Griff an die Nase, das Verdecken des Mundes mit der Hand oder das Wegdrehen von einem Gesprächspartner, plötzliche ausladende Gebärden oder eine versteinerte Gestik und Mimik. Diese Hinweise sind von Bedeutung, wenn sie im Zusammenhang mit bestimmten Aussagen auftauchen, mit diesen in Verbindung zu bringen sind und nicht kongruent sind. Doch Achtung: Es können auch übliche Verhaltensweisen sein. Zuckungen und häufiges Blinzeln können Hinweise für Unwahrheiten sein, aber auch durch sogenannte Ticks, Unsicherheit oder trockene Augen hervorgerufen werden.

Wie Sie Lügner und ihre Lügen erkennen

Hinweise auf Lügen

Nonverbale Hinweise für Lügen:

 

  1. Augenkontakt
  2. Augenverdrehen
  3. Starrer Blick
  4. Augenblinzeln
  5. Verengte Pupillen
  6. Unechtes Lächeln
  7. Lippenlecken
  8. Verdecken des Mundes
  9. Griff an die Nase
  10. Erröten
  11. Mimik und Gesichtsmuskulatur
  12. Mikroexpressionen
  13. Emotionen
    • a. Angst
    • b. Schuldgefühle
    • c. Freude
    • d. Verachtung
  14. Kinn
  15. Schwitzen
  16. Schlucken
  17. Zittern
  18. Inkongruentes Nicken
  19. Atmung
  20. Kratzen
  21. Selbstberührungen
  22. Symmetrie der Körperhaltung
  23. Barrieren
  24. Verschränkte Hände
  25. Lügen haben kurze Beine?
  26. Hölzerne Bewegungen
  27. Nervöse Anspannung
  28. Nervöses Zucken
  29. Nervöses Verhalten
  30. Gesten
  31. Versuche, Rapport zu fördern
  32. Stimme

Verbale Hinweise für Lügen:

 

  1. Themen-(Wechsel)
  2. Wortwörtliches Wiederholen
  3. Frage wiederholen oder erklären lassen
  4. Lange Einführung
  5. Chronologisch logisch richtig
  6. Beschönigungen
  7. Vorwegnehmen von Fragen
  8. Absicherungen
  9. Drumherum reden
  10. Geheimnistuerei
  11. Allgemeinplätze
  12. Zu schnelle Antworten
  13. Zu langsame Antworten
  14. Häufigere sprachliche Unterbrechungen
  15. Widersprüche
  16. Versprecher
  17. Häufige Verneinungen
  18. Monotones Reden
  19. Unangemessener Humor und Sarkasmus
  20. Eigenartige Formulierungen
  21. Spontane Erleichterung
  22. Übertreibungen
  23. Untertreibungen
  24. Schwüre
  25. Vermeidung von Pronomen
  26. Sinnliches fehlt
  27. Übertriebenes Betonen der Glaubwürdigkeit
  28. Killerphrasen
  29. Schwammige und distanzierende Sprache
  30. Angriffe
  31. Untypische Sprache

Nonverbale Hinweise

 

Je mehr Stress ein Lügner bei seiner Befragung empfindet, desto stärker sind die verräterischen Signale seiner Körpersprache. Die meisten Menschen wollen sich unbewusst für eine Lüge entschuldigen oder andere Emotionen schwellen im Hintergrund, wollen raus und das kann an entsprechenden nonverbalen Hinweisen erkannt werden.

Oft vermitteln Artikel mit Titeln wie „X Gesten, die garantiert auf eine Lüge hinweisen“, „Wie Sie hundertprozentig jede Lüge erkennen“ ein falsches Bild. Einzelne Hinweise bedeuten keinesfalls eindeutig eine Lüge.

Um Körpersprache verantwortungsvoll zu lesen, ist es wichtig, sie in Clustern bzw. Hotspots (Anhäufung von Hinweisen) und in Beziehung zum jeweiligen Kontext zu analysieren. Mehr dazu im Kapitel zur Analyse. Hier zunächst einige Hinweise, die zur Aufdeckung beitragen können.

 

 

 

1. Augenkontakt

 

Von wegen; schau mir in die Augen! Typisch: Ein Lügner vermeidet den Blickkontakt bzw. stellt diesen kurz her, bricht ihn aber auch im Bruchteil einer Sekunde schon wieder ab oder er wird zumindest für einen kurzen Augenblick unterbrochen. Normalerweise halten wir weitgehend Augenkontakt mit unseren Gesprächspartnern. Wer weniger Augenkontakt hält als bisher, macht sich verdächtig. Doch das ist kein hundertprozentiger Hinweis. Es gibt Menschen, die diesen Zusammenhang kennen und sich deswegen dazu zwingen einem Gesprächspartner direkt in die Augen zu schauen, um nicht erwischt zu werden. Wird es unzureichend gemacht, wirkt es verkrampft.

Achtung: Es gibt Menschen, die sich einfach so unsicher fühlen, dass ihnen jeder Augenkontakt unangenehm ist, was dann unverdient unehrlich wirkt.

 

 

 

2. Augenverdrehen

 

Ein möglicher Hinweis sind während des Lügens hin und her kreisende Augen des Lügners, ohne dabei in die Augen des Fragestellers zu schauen.

 

 

 

3. Starrer Blick

 

Ein Sprichwort sagt; nach Starren kommt Wahnsinn! Der Grund, weshalb Lügner oft einen starren Blick haben, könnte die Anspannung und Konzentration auf die Konstruktion der Lüge sein. Das erfordert eine Menge Gehirnleistung, die dann für andere Prozesse fehlt.

 

 

 

4. Augenblinzeln

 

Haben Sie etwas im Auge?

Das Blinzeln ist wichtig für die Gesundheit und Funktion der Augen, damit sich die Tränenflüssigkeit verteilt und der Schmutz weggespült wird. Beim Lügen blinzeln allerdings viele Menschen viel häufiger, als wenn sie gerade die Wahrheit sagen.

Während jemand konzentriert konstruiert wird zunächst seltener geblinzelt. Die Befeuchtung des Auges erfolgt erst anschließend und somit wird dann unbewusst häufiger geblinzelt.

Wenn jemand etwas sieht oder hört, mit dem er nicht ganz einverstanden ist, schließen sich die Augenlider länger als bei normalem Blinzeln.

 

 

 

5. Verengte Pupillen

 

Die Pupillen verändern sich durch die Lichtverhältnisse. Bei dunkler Umgebung sind sie größer, um genügend Licht einzufangen. Bei viel Sonnenschein sind sie kleiner, um die Netzhaut vor übermäßigem Licht zu schützen.

Doch auch unsere Emotionen spiegeln sich in den Augen wider. Pupillen erweitern sich, sobald wir Angst haben, Ekel empfinden oder uns freuen. Das geschieht blitzschnell und unbewusst.

Wer befürchtet bei einer Lüge erwischt zu werden, wird vor Aufregung eine Pupillenerweiterung zeigen.

 

 

 

6. Unechtes Lächeln

 

Viele Menschen versuchen eine Lüge durch ein aufgesetztes Lächeln zu verbergen. Aber ein falsches Lächeln sieht anders aus als ein echtes. Mit einem falschen Lächeln soll oft Angst oder Scham verborgen werden.

Bei einem echten Lächeln sind mehr Muskeln beteiligt als bei einem unvollständig imitierten. Eine fröhliche Mimik zeigt die Attribute des sogenannten Duchenne-Lächelns. Am echten Lachen sind immerhin 17 Gesichtsmuskeln beteiligt und auch der Bauch und der Brustkorb ziehen die Muskulatur ruckartig zusammen. Weil die Lungen sich weiter ausdehnen, wird die Atmung schneller und tiefer. Die Mundwinkel zeigen nach oben, die Muskeln um die Augen kontrahieren unwillkürlich. Dadurch heben sich die Wangen und in den äußeren Augenwinkeln zeigen sich Lachfalten. Vorausgesetzt die entsprechenden Muskeln sind nicht außer Betrieb gesetzt, sind diese Hinweise erkennbar. Doch Antifaltenmittel können Muskeln betäuben. Dann fehlen wichtige Anteile der Mimik und als Folge wirkt das Gesicht oft unbeteiligter, langweiliger und oberflächlicher. Ein echtes Lächeln ist dann nicht mehr möglich.

 

 

 

7. Lippenlecken

 

Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.

Psalm 34:13

 

Es ist weniger eine laszive Andeutung. Manche Menschen habe die Angewohnheit sich die Lippen mit der Zunge anzufeuchten oder sich auf die Lippen zu beißen. Das ist erst einmal wenig aussagekräftig.

Bei manchen Menschen muss sich der aufkommende Druck irgendwie abbauen und manche tun dies auf diesem Weg. Das Anfeuchten der Lippen mit der Zunge während des Sprechens gilt dann als Hinweis, wenn es für die Person untypisch ist und dann ausgeübt wird oder es in Kombination mit anderen nervösen Hinweisen wie Fußtippen oder Trommeln mit den Fingern auftritt.

 

 

 

8. Verdecken des Mundes

 

Drinbleiben! Lügner neigen dazu, den Mund mit der Hand zu bedecken oder die Hände an den Mund zu legen, so als wollten sie verhindern, dass die Lüge herauskommt. Wenn der Mund angespannt scheint und die Lippen geschürzt sind, weist dies oft auf Bedrängnis hin.

 

 

 

9. Griff an die Nase

 

Bill Clintons Aussage mit dem historischen Satz „Ich hatte keinen Sex mit dieser Frau Monica Lewinsky“ wurde begleitet von 26 Berührungen an der Nase.

Pinocchios Nase wurde länger, wenn er log. Während jemand lügt, nimmt der Drang, die Nase zu berühren, zu. Lügt jemand, reagiert im Belohnungszentrum des Gehirns ein Areal, das bei Emotionen wie Liebe oder Verlegenheit aktiviert wird. Dadurch erhöht sich die Durchblutung eines Muskels im Nasenbereich. Eine Wärmebildkamera würde Auffälligkeiten um die Nase und Augenhöhlen entdecken.

Leichter an den Folgen erkennbar: Die Ausschüttung von Adrenalin wirkt auf die Kapillaren in der Nase, sodass die Nase zu jucken beginnt. Dabei wird sie tatsächlich größer. Bevor Sie jetzt ein Lineal holen: Das ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Wird dann jedoch der Versuchung zu kratzen nachgegeben, wirkt das verdächtig. Allerdings berühren auch unsichere Menschen häufiger die Nase oder etwas Reizendes liegt manchmal in der Luft.

 

 

 

10. Erröten

 

Schamröte? Sie spiegelt zwar Emotionen wider, doch kann sie die unterschiedlichsten Ursachen haben. Beispielsweise kann Erröten durch Nervosität und Unsicherheit verursacht werden und muss nichts mit einer Lüge zu tun haben. 
Insofern ist das Erröten kein sehr hilfreicher Hinweis. Und auch Menschen mit sozialen Ängsten (z. B. Erythrophobie) reagieren oft sehr sensibel mit Erröten.

11. Mimik und Gesichtsmuskulatur

 

Eine natürliche Mimik ist symmetrischer und zeigt sich schon bevor wir zu sprechen beginnen. Unsymmetrische Gesichtsausdrücke können ein Hinweis auf Inkongruenz sein. Wobei Gesichter niemals ganz symmetrisch sind. Auch hier geht es um Unterschiede, insbesondere kurz aufblitzende Mikroexpressionen.

Lügner vermeiden unkontrollierte Mimik und kompensieren das mit kontrollierter Mimik.

Wer sich anstrengt, um sich nichts anmerken zu lassen, kontrolliert seine Mimik. Eine verräterische Nebenwirkung ist, dass die Mimik dadurch verspätet einsetzt. Zuerst wird gesprochen, dann eine Emotion in der Mimik erzeugt.

Ein übertriebener Ausdruck wie häufiges unnatürliches Runzeln der Stirn kann ein Hinweis sein. Lügner lächeln häufiger oder irgendwie ungewöhnlich. Mitunter dauern mimische Gefühlsausdrücke zu lang. Lügner zeigen oft mehr Trauer und Mitgefühl, als von ihnen zu erwarten ist.

 

 

 

12. Mikroexpressionen

 

Einige Elemente der Körpersprache sind äußerst minimal und sehr unauffällig, sie geschehen oft in der Zeitspanne eines Augenblinzelns. Hier braucht es eine Menge Training, um sie zu erkennen. Selbst die Auswertung von Videomaterial braucht oft Stunden oder sogar Tage. 
Aus diesem Grund werden sie auch als Minimal Cues, oder Mikrohinweise (Mikroexpressionen, Micro Expressions) bezeichnet.

Selbst noch so geübte Lügner, die bestens wissen, auf was sie in ihrer Körpersprache zu achten haben, geben Hinweise in Form von Mikrohinweisen (Mikroexpressionen) und somit Emotionen preis. Mikroexpressionen, auch Mikromimik genannt, sind flüchtige Gesichtsausdrücke, die nur für Sekundenbruchteile auftauchen und wieder verschwinden. Sie können willentlich nur schwer unterdrückt werden.

Wer diese Informationen gezielter nutzen möchte, kann das trainieren. Bewusst scheinen die meisten Menschen Mikrohinweise weder an sich noch an anderen zu bemerken. Wir registrieren sie jedoch unbewusst und das macht sich mitunter im sogenannten Bauchgefühl bemerkbar.

 

 

 

13. Emotionen

 

Typische Emotionen beim Lügen sind:

 

 

a. Angst

 

Die Angst ist die häufigste Emotion beim Lügen. Es ist die Angst erwischt zu werden und die Angst vor den Konsequenzen, die Angst etwas zu verlieren oder auch etwas nicht zu bekommen. Um je mehr es geht, desto größer ist der Druck und damit die Angst.

 

Hinweise:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit
  • Erweiterte Pupillen
  • Gesteigertes Seh- und Hörempfinden
  • Erhöhte Muskelanspannung, erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit
  • Erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck
  • Flachere und schnellere Atmung, in manchen Fällen Atemnot
  • Energiebereitstellung in Muskeln
  • Körperliche Reaktionen wie zum Beispiel Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl
  • Blasen-, Darm- und Magentätigkeit sind während des Angstzustandes gehemmt.
  • Übelkeit
  • Absonderung von Geruchsstoffen im Schweiß, die bei anderen Menschen unterbewusst Alarmbereitschaft auslösen.
  • Lügner zeigen oft der Hinweise von Bedrängnis mit nach oben und zur Mitte der Stirn gezogenen Augenbrauen, wodurch sich kleine Falten auf der Stirn zeigen.

 

 

b. Schuldgefühle

 

Ein schlechtes Gewissen wegen einer Lüge zeigt sich beispielsweise durch einen weggewendeten Körper, steifes Verhalten, die Füße in die in Richtung Ausgang zeigen und einen traurigen Blick.

 

 

c. Freude

 

Der Anspannung folgt im Anschluss an die Beantwortung einer heiklen Frage die Freude darüber, dass der andere an der Nase herumgeführt wurde.

Erfahrene Lügner empfinden weniger Scham, als vielmehr Freude über eine gelungene Täuschung.

 

 

d. Verachtung

 

Der Gesichtsausdruck zeigt bei einer unbequemen Frage häufig Verachtung beispielsweise durch einseitig eingepresste Mundwinkel.

 

 

 

14. Kinn

 

Wenn jemand die Emotionen Trauer oder Wut vortäuschen möchte, bewegt er dafür oft unter anderem auch das Kinn. Dabei wird das Kinn bei tatsächlicher Trauer oder Wut so gut wie nie benutzt! Deshalb kann dies einen Hinweis auf eine Unstimmigkeit geben.

 

 

 

15. Schwitzen

 

Lügen erzeugt Stress, sodass manche Menschen zu vermehrtem Schwitzen neigen. 
Aber manche Menschen schwitzen auch mehr, weil sie nervös oder schüchtern sind oder aufgrund anderer Umstände wie beispielsweise Hyperhidrosis (externer Link). Und viele Menschen kennen diese eiskalten feuchten Hände, die einen schon bei der Begrüßung irritieren können.

Schwitzen ist ein Indikator, der zusammen mit anderen beachtet werden sollte, so wie Zittern, Erröten und Probleme beim Schlucken.

 

 

 

16. Schlucken

 

Schluck! Lügen führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Adrenalin, was zuerst den Speichelfluss fördert, aber dann dazu führt, dass sehr wenig nachproduziert wird. Während der Speichel fließt, muss die Person eventuell vermehrt schlucken. Wenn der Speichel nicht länger fließt, wird versucht, der Trockenheit in der Kehle entgegenzuwirken. Der Adamsapfel hüpft bei manchen regelrecht. Lügner versuchen ihre Kehle beim Lügen konstant feucht zu halten, indem sie ständig schlucken, sich räuspern oder versuchen die Kehle auf irgendeine Weise freizumachen.

17. Zittern

 

Lügen erzeugt bei manchen Menschen derartig viel Stress, das sie zu zittern beginnen. Oft sind es dann die Hände, die am deutlichsten betroffen sind.

 

 

 

18. Inkongruentes Nicken

 

Wenn der Kopf gegensätzlich zu dem, was gesagt wird, nickt oder geschüttelt wird, kann das bei inkongruentem Verhalten ein Hinweis für eine Lüge sein. Ebenso, wenn ein Mensch zögert, bevor er nickt, wenn er eine Antwort gibt. Ein ehrlicher Mensch wird als Unterstützung seiner Aussage oder Antwort nicken, und zwar während diese gegeben wird. Die Verzögerung kann ein Hinweis auf einen Täuschungsversuch sein.

 

 

 

19. Atmung

 

Aufgeregte Lügner neigen dazu schneller zu atmen und zeigen eine Reihe kurzer Atemzüge, gefolgt von einem tiefen Atemzug. Der Mund kann trocken wirken, was zu vermehrtem Räuspern führt. Das geschieht wiederum, weil der Körper unter Stress steht, wodurch das Herz schneller schlägt und die Lunge mehr Luft einatmen will.

 

 

 

20. Kratzen

 

Das kratzt mich nicht? Doch!
Häufige Kratzbewegungen an den Armen und im Gesicht sprechen für Nervosität, und auch dafür, dass ein Lügner sich in der eigenen Haut nicht wohlfühlt.

 

 

 

21. Selbstberührungen

 

Den Körper berühren, das Ohr, das Kinn, den Mund, Augenreiben, durch die Haare fahren. All das können Hinweise dafür sein, dass sich jemand unsicher fühlt und Selbstberuhigung und Sicherheit bei sich selbst sucht.

Profis, wie beispielsweise Pokerspieler, vermeiden solche Selbstberührungen.

 

 

 

22. Symmetrie der Körperhaltung

 

Wer die Unwahrheit spricht, neigt eher zu unsymmetrischen Körperhaltungen. Beispielsweise, wenn nur mit einer Schulter gezuckt und so Unwissenheit bekundet werden soll. Dazu gehören auch Schwankungen des Oberkörpers im Zusammenhang mit Aussagen.

 

 

 

23. Barrieren

 

Lügner tendieren dazu, sich zu verstecken oder Barrieren zwischen sich und ihrem Gegenüber errichten zu wollen. In Besprechungen werden Stifte, Notizblöcke und andere Gegenstände irgendwie unnatürlich als Barriere platziert. Im Restaurant wandern Salzstreuer und Co. dazwischen.

Instinktiv nehmen Lügner eher eine geschlossene Körperhaltung ein, was auch als Missbehagen zu kooperieren interpretiert werden kann. All dies lässt sich jedoch auch bewusst vermeiden.

 

 

 

24. Verschränkte Hände

 

Weiße Knöchel signalisieren eine starke innerliche Anspannung, bei der die Hände derartig fest zusammengedrückt werden, dass die Fingerknöchel nicht mehr richtig durchblutet werden. Hier einen Zusammenhang mit einer Ursache zu finden ist schwerer.

 

 

 

25. Lügen haben kurze Beine?

 

Während die Volksweisheit mit der langen Nase zumindest einen wahren physiologischen Hintergrund hat, ist das mit den kurzen Beinen wohl eher metaphorisch zu verstehen.

Wenn wir schon gerade bei den Beinen sind: Zielen die Beine, ein Fuß oder beide Füße bei einer Lüge unnatürlich in Richtung Ausgang, kann dies ein Hinweis auf Fluchtwünsche sein, um der Entdeckung zu entgehen oder sich zumindest bei der Aufdeckung in sichere Entfernung zu begegnen. Verstärkt wird der Hinweis, wenn dabei auch der Blick flehend Richtung Ausgang wandert oder die Füße nervös wippen.

 

 

 

26. Hölzerne Bewegungen

 

Lügner wollen nicht ertappt werden und versuchen ihr Verhalten besonders strikt zu kontrollieren. Dadurch wirken sie bei der Körperhaltung und den Bewegungen steifer, unnatürlicher.

 

 

 

27. Nervöse Anspannung

 

Eine erhöhte innerliche Anspannung kann mit Unehrlichkeit in Verbindung stehen. Auch hier besteht die Herausforderung darin, herauszufinden, worauf die Nervosität basiert; auf dem Unbehagen und dem Druck zu Lügen oder der unangenehmen Situation an sich. Es können auch andere Gründe dazu beitragen. Insofern gilt auch hier die Notwendigkeit der Kalibrierung.

Nervosität als verdächtiges Signal (suspicious sign) ist ein Lügenstereotyp, an dem sehr viele Menschen meinen, Lügen zu erkennen. Wie die Praxis zeigt, wird dies allerdings überbewertet. Tatsächlich erkennen ungeübte Menschen das selten als Hinweis.

 

 

 

28. Nervöses Zucken

 

Nervöse Zuckungen als unwillkürliche Reaktionen können auf Nervosität, aber auch auf neurologischen Ursachen beruhen. Erst nach Kalibrierung geben sie verwertbare Hinweise.

 

 

 

29. Nervöses Verhalten

 

Das Entfernen vermuteter Fusseln, Herumfummeln im Haardesign, das wiederholte Zurechtrücken der Krawatte oder der Manschetten sowie ähnliche Verhaltensweisen können der Angst entwachsen, bei einer Lüge ertappt zu werden und auf Nervosität hindeuten.

Auch das Beißen und Kauen von Fingernägeln kann für Nervosität und Selbstbestrafungstendenzen stehen.

 

 

 

30. Gesten

 

Tendenziell werden die meisten Lügner Fingerzeigen, Gesten mit offener Handfläche, das Zusammenlegen der Fingerspitzen etc. vermeiden. Da Lügner Fehler vermeiden wollen, unterlassen sie Gesten möglichst.

Wenn Lügner diesem Eindruck entgegenwirken wollen, kommt es leicht zu ausgefallenen und übertriebenen Gesten.

 

 

 

31. Versuche, Rapport zu fördern

 

Menschen neigen in harmonischen Situationen unbewusst dazu, sich aneinander anzugleichen. Sie spiegeln Bewegungen. 
Lügner verzichten oft unbewusst auf natürliche Verhaltensweisen, die den Rapport fördern oder versuchen das künstlich zu erreichen. Ein übersteigertes Bestreben, es dem anderen recht zu machen und die Beziehung zu fördern, kann ebenso ein Hinweis sein, wie der Verzicht auf ein harmonisches Zusammenspiel.

Manche Lügner setzen Komplimente ein, um so unangenehmen Fragen zu entkommen. Es ist sehr auffällig, wenn jemand aus dem Blauen heraus in heiklen Momenten unerwartet ein Kompliment macht.

 

 

 

32. Stimme

 

Lügen verursacht Stress und die Stimme neigt dann zu einer höheren Stimmlage. Es kann zum Stolpern oder Stammeln kommen, plötzlich wird langsamer oder schneller gesprochen. Solche Veränderungen lassen sich bemerken.

Ein Wechsel in der Stimme kann ein Hinweis auf eine Lüge sein. Die Veränderung der Tonhöhe, Stottern, Stammeln und Wortwiederholungen weisen auf einen Schreck hin. Ebenso; unruhige Körperteile wie zappelnde Füße, nervöse Finger und Berührungen im Gesicht, plötzliches Erröten oder eine blutleere und somit kalkweiße Gesichtsfarbe.

Verbale Hinweise

 

Der beste Lügner ist der, der mit den wenigsten Lügen am längsten auskommt.

Samuel Butler

 

 

 

1. Themen-(Wechsel)

 

Viel aufschlussreicher als ein bestimmtes Verhalten sind Veränderungen zum gewohnten Verhalten. Insbesondere, wenn sich das Verhalten plötzlich verändert. 
Wer sich schuldig fühlt, versucht das unangenehme Thema zu umschiffen oder zumindest möglichst schnell zu wechseln. Ein häufiges Mittel ist Humor oder Sarkasmus. Gelingt es dem Lügner, das ihm unangenehme Thema zu wechseln, erscheint er weniger gestresst, oft sogar erleichtert.

Einige Menschen zeigen die Tendenz sich massiv zu verteidigen, Antworten abzulehnen oder sogar den anderen der Lüge zu bezichtigen. Auch dies können Versuche sein etwas zu verbergen.

 

 

 

2. Wortwörtliches Wiederholen

 

Eine beliebte Verzögerungstaktik von Lügnern ist, eine ihnen gestellte Frage wortwörtlich zu wiederholen, anstatt sie zu beantworten. So wollen sie zusätzliche Zeit für die Suche nach einer geeigneten Antwort gewinnen. Es ist zwar durchaus legitim, Teile einer Frage auch in der Antwort zu verwenden. Das allein ist noch kein Anzeichen für eine Lüge. Doch sobald die gesamte Frage wortwörtlich wiederholt wird, solltest du aufmerksam sein.

 

 

 

3. Frage wiederholen oder erklären lassen

 

Jemand bittet darum, dass eine Frage wiederholt oder erklärt wird, obwohl wir uns ziemlich sicher sind, dass sie sehr wohl verstanden wurde. Dann kann es sich um eine weitere Verzögerungstaktik handeln, mit der Absicht so länger nach einer glaubhaft klingenden Antwort suchen zu können.

 

 

 

4. Lange Einführung

 

In einer wahren Geschichte tauchen in der Einleitung weniger Details auf und der Fokus liegt auf dem Hauptteil, die eigentlichen Geschehnisse. Außerdem folgt oft eine abschließende Reflexion.

Lügner neigen dazu bei der Einführung ihrer Erzählung äußert viele Details unterzubringen, während sie bei der Haupthandlung eher spärliche Details nennen und möglichst rasch zum Ende kommen wollen.

 

 

 

5. Chronologisch logisch richtig

 

Immer schön der Reihe nach! Eine Lüge zu konstruieren ist an sich schon aufwendig genug. Um es sich leichter zu machen, erzählen Lügner möglichst chronologisch. Schritt für Schritt ist leichter zu konstruieren. Doch wenn wir die Wahrheit erzählen, kommt es sehr selten vor, dass wir die Dinge so akribisch der Reihe nach erzählen. Typischerweise erzählen wir sie so, wie sie uns wieder in Erinnerung kommen. Meist fallen uns die emotionalsten, wichtigsten oder bewegendsten Teile zuerst ein und erst anschließend die Vor- und Nachgeschichte.

Profis lernen mit entsprechenden Fragen Unstimmigkeiten aufzudecken.

 

 

 

6. Beschönigungen

 

Lügner streben an, Dinge herunterzuspielen, in die sie verwickelt sind.

 

 

 

7. Vorwegnehmen von Fragen

 

Schnell vom Tisch damit und Fragen vorwegnehmen. Das ist an sich kein ausreichender Hinweis für eine Lüge, da sowohl ehrliche als auch unehrliche Menschen dazu neigen können, Fragen vorwegzunehmen. Allerdings sind die Gründe unterschiedlich. Der ehrliche will es möglichst schnell klären, der unehrliche will es so rasch wie möglich hinter sich bringen.

 

 

 

8. Absicherungen

 

Lügner versuchen sich abzusichern für den Fall, dass ihre Geschichte schließlich doch auffliegt. In ihrer Antwort bauen sie dann einen Ausweg ein, sodass sie sich im schlimmsten Fall noch irgendwie aus der Sache herausreden können.

Entsprechende Aussagen können durchaus auch bei ehrlichen Menschen vorkommen. Sobald sich mögliche Schlupflöcher jedoch häufen, ist Vorsicht geboten.

 

 

 

9. Drumherum reden

 

Sicher ist sicher; lieber ein Hintertürchen offen lassen. Irgendwie wirken die Antworten wie Wischiwaschi. Es fehlen die deutlichen Aussagen, sie sind nicht greifbar. Unangenehme Fragen werden mehr oder weniger elegant umschifft, Fragen und Antworten verschleppt, alles bleibt im Nebel. Es wird mehr oder weniger elegant herumgeeiert, anstatt die Frage zu beantworten. Die wiederholte Vermeidung von direkten Antworten und Aussagen sollte ein Alarmsignal auslösen. Die dahinterliegende Absicht: Was nicht gesagt wird, kann auch nicht gegen einen verwendet werden. Selbst bei weitgehend hemmungslosen Zeitgenossen existiert ein Widerwille, Lügen selbst auszusprechen. Da kommen auch die vielen verfügbaren Weichmacher gerade recht.

 

 

 

10. Geheimnistuerei

 

Wenn jede Information aus der Nase gezogen werden muss: Informationen werden nur auf Nachfrage und dann auch nur soweit erforderlich gegeben.

Eine Variante: Es werden zu viele Details geliefert. Als Folge der Verzweiflung, eine Lüge irgendwie glaubhafter zu machen, wird die Anzahl der Informationen übertrieben. 
Die dahinter liegende Überzeugung: Viel hilft viel und im Nebel geht der Überblick verloren.

 

 

 

11. Allgemeinplätze

 

Es werden Allgemeinplätze statt konkrete Fakten genannt. Sprachliche Hinweise sind: „Wie Sie sicher wissen …“, 
„Wie allgemein bekannt ist …“. Nur nicht unnötig konkret werden. Lügner denken was sie nicht sagen, darauf kann sie auch niemand festnageln.

 

 

 

12. Zu schnelle Antworten

 

Wie aus der vorher geladenen Pistole geschossen: Eine zu schnelle Antwort auf eine Frage, die normalerweise Nachdenken erfordert, kann ein Hinweis auf eine Lüge sein. Oft werden Antworten auf erwartete Fragen vorbereitet und deshalb auffällig schnell gegeben.

 

 

 

13. Zu langsame Antworten

 

Erst einmal sortieren! Ein zu langsames Antworten kann wiederum ein Hinweis dafür sein, dass Aufwand erforderlich ist, um eine Antwort zu konstruieren. Je komplexer gelogen wird, desto schwieriger wird es die Behauptungen schlüssig zu halten. Es ist wie beim Mikado; schließlich soll das Lügengebäude ja nicht wackeln. Entsprechend wird zusätzliche Gehirnleistung benötigt, um Widersprüche zu vermeiden. Und weil Menschen auf der bewussten Ebene nur bedingt – wenn überhaupt – multitaskingfähig sind, fehlen dabei Ressourcen für andere Aufgaben.

Auch das Unterdrücken des Impulses, die Wahrheit zu sagen, wirkt verzögernd.

14. Häufigere sprachliche Unterbrechungen

 

Hoppla! Sprachliche Unterbrechungen, Disfluenzen genannt, sind willkürliche und bedeutungslose Laute wie Seufzen, Ähhs, Räuspern, Lachen und Pausen. Versuchen unehrliche Personen Zeit zu gewinnen, um sich eine Geschichte auszudenken oder weiterzuentwickeln, können dabei sprachliche Disfluenzen zunehmen. Auch hier geht es um die Veränderung und nicht die Unterbrechungen selbst, erst diese Veränderungen liefern im Kontext Hinweise.

 

 

 

15. Widersprüche

 

Sogar im selbst gesponnen Netz kann es zu Verwicklungen kommen. Umso komplexer das Gebäude der Unwahrheiten wird, desto schwieriger wird der konsequente Aufbau. Wird der Stress weiter gesteigert, nehmen die Verstrickungen zu und damit die Wahrscheinlichkeit für Widersprüche.

Wer Unwahrheiten aufspürt, hört umso genauer hin und bleibt am Ball.

 

 

 

16. Versprecher

 

Da könnte der Sigmund Freud einige Hinweise zu geben. Sprachliche Fehlleistungen können auf unbewusste Hemmungen und Unstimmigkeiten hinweisen. Gedachtes vom Hinterstübchen drängt trotz oder gerade wegen des Platzverweises an die Oberfläche und somit in das Gespräch, wie die Spitze eines Eisberges.

 

 

 

17. Häufige Verneinungen

 

Nix da! Eine defensive Haltung kann ein Hinweis auf Unwahrheiten sein.

 

 

 

18. Monotones Reden

 

Monotones Reden dient dazu Gefühle und Hinweise zu vermeiden. Nur keine unnötigen Hinweise liefern! Allerdings tun das auch viele ehrliche Zeitgenossen, weil sie es nicht anders wissen oder können. Es war ja nicht jeder Professor, an den ich mich erinnere, unehrlich. Monoton geredet haben viele.

 

 

 

19. Unangemessener Humor und Sarkasmus

 

Ironie ist das Sagen der Unwahrheit, ohne zu lügen. Sarkasmus ist das kränkende Benennen von abgelehnten Ansichten und Einstellungen anderer. Da beim Sarkasmus die überzeichnende Unwahrheit gesagt wird, wollen Lügner ihre Lüge so klingen lassen und durch Absurdität stärken.

So soll das Thema auch unattraktiv gemacht und ausgeklammert werden. Das Gebiet soll dadurch vermint werden, damit es zukünftig gemieden wird. Dafür wird dem Interviewer häufig ein Schuldgefühl vermittelt.

 

 

 

20. Eigenartige Formulierungen

 

Irgendwie passen die Formulierungen und verwendeten Wörter nicht. Wer versucht seine Schuld zu verbergen, spricht mitunter deutlich gewählter als sonst. Es wirkt, als wenn jemand emotional weniger beteiligt ist, als eine ehrliche Person in einer solchen Situation.

 

 

 

21. Spontane Erleichterung

 

Endlich ist die Kuh vom Eis! Auffällig ist eine spontane Erleichterung, wenn ein Thema gewechselt wurde. Es wirkt, als wenn eine wuchtige Last von den Schultern genommen wurde. Wechseln Sie spontan das Thema und reagiert Ihr Gesprächspartner darauf erleichtert, anstatt mit Irritation, ist der vorhergehende Teil eine besondere Aufmerksamkeit wert.

 

 

 

22. Übertreibungen

 

Insbesondere Emotionen werden gerne übertrieben. Statt etwas nur als „gut“ zu beschreiben wird es als „fantastisch“ und „unglaublich“ bezeichnet. So soll das Gesagte überzeugender wirken. Ein Hinweis; es sollen positive Emotionen mit Superlativen erzeugt werden, während negative Gefühle vermieden werden.

 

 

 

23. Untertreibungen

 

„So schlimm ist das doch nicht!“. Die Folgen sollen relativiert sein, es wird gerne für Verständnis geworben, falls „JEMAND“ so etwas getan hat.

Wer schaufelt schon das eigene Grab selbst tiefer? Wobei genau das mitunter aus strategischen Gründen zur Ablenkung geschieht; Distanzierung durch Verdammung einer Tat.

 

 

 

24. Schwüre

 

Übertriebene Schwüre werden oft als Verschleierungstaktik eingesetzt und sind ein deutlicher Hinweis, wenn jemand sonst nicht zu ihnen neigt.

 

 

 

25. Vermeidung von Pronomen

 

Pronomen sind Wörter wie ich, mein, unsere, etc. In einem normalen Gespräch verwenden wir häufig Pronomen. In einer Lüge hingegen ist dies viel seltener der Fall. Da wird sprachlich vorsichtshalber Distanz gewahrt. Lügner nehmen sich selbst gerne aus den Äußerungen heraus und verallgemeinern. Wer mit etwas nicht in Verbindung gebracht werden möchte, lässt häufiger korrekte Personalpronomen weg und verwendet stattdessen beispielsweise „man“.

 

 

 

26. Sinnliches fehlt

 

Wer etwas selbst erlebt hat, sollte darüber detailliert, lebhaft und inhaltlich stimmig berichten können. Wird die Geschichte jedoch unbeteiligt, knapp und handlungsarm erzählt, spricht das für eine unwahre Behauptung.

In Lügengeschichten ungeübter Lügner fehlen meist olfaktorische Informationen zu Gerüchen sowie kinästhetische wie Empfindungen und Temperaturen. Die meisten Lügner konzentrieren sich auf auditive und vor allem visuelle Konstruktionen, beschreiben also, was zu sehen und zu hören war.

 

 

 

27. Übertriebenes Betonen der Glaubwürdigkeit

 

Wer unverhältnismäßig oft die Unschuld beteuert, Glaubwürdigkeit ohne Beweise einfordert und Wahrheitsliebe betont, macht sich verdächtig.

 

 

 

28. Killerphrasen

 

Mit Killerphrasen soll ein weiteres Nachfragen abgewürgt werden.

 

 

 

29. Schwammige und distanzierende Sprache

 

„Im Grunde nicht!“. Die Verwendung von Sprache, die darauf hinweist, dass jemand sich vom Gesagten selbst distanziert. Besonders das Wort „eigentlich“ ist ein wertvoller Hinweisgeber.

 

 

 

30. Angriffe

 

Der Versuch, ohne ausreichende Grundlage einen Gegenangriff zu starten und einzuschüchtern, ist oft eine Vermeidungsstrategie.

 

 

 

31. Untypische Sprache

 

Mit entsprechender Kalibrierung und umfangreicheren Erfahrungen mit einer Person lassen sich ungewohnte Sprachmuster erkennen, die als Hinweise infrage kommen.

Versucht jemand, der sonst beispielsweise einen starken Dialekt spricht, plötzlich Hochdeutsch zu sprechen oder ungewohnte verschachtelte Sätze zu konstruieren, ist besondere Aufmerksamkeit geboten.

Analyse: Hinweise, keine Beweise

 

Aus hundert Kaninchen wird niemals ein Pferd und aus hundert Verdachtsgründen niemals ein Beweis.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski in Schuld und Sühne

 

 

Nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wem es nicht so wie Othello mit seiner Desdemona gehen soll, der passt auf, dass nicht die Pferde mit ihm durchgehen.

Es existiert kein einziges eindeutiges Erkennungsmerkmal als absolutes Zeichen für eine Lüge. Auch nicht den angeblichen verräterischen Blick nach oben rechts (Augenzugangshinweise), den manche Beobachter überinterpretieren.

Es gibt nur Erkennungsmerkmale dafür, dass jemand unter Stress steht, sich ärgert oder unwohl fühlt. Und es gibt Abweichungen vom gewöhnlichen Verhalten. Die Kunst liegt nun darin, diese Anzeichen und Abweichungen festzustellen.

Entsprechende körpersprachliche Signale sind also kein Beweis für eine Lüge. Aber sie können auf Punkte hinweisen, die wichtig sein können. Dank gehäufter Signale, die einen Hotspot, einen Cluster (Anhäufung) bilden, wissen wir, welche Fragen wir stellen müssen, um zur Wahrheit zu gelangen.

Es stimmt, wer lügt, ist tendenziell gestresster. Der Umkehrschluss hingegen ist nicht immer zutreffend; wer gestresst ist, muss nicht unbedingt lügen.

Und es gibt noch einen anderen wichtigen Punkt; glaubt jemand den eigenen Lügen, dann kann es gut sein, dass sich kaum oder sogar keine Hinweise zeigen.

Die Analyse von Körpersprache ist nicht immer zu 100 % akkurat. Man kann nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob jemand die Wahrheit sagt oder lügt. Doch es gibt eine ganze Reihe von Ausdrücken und Bewegungen, die wir erkennen können. 
Indem wir die Summe der Hinweise im jeweiligen Kontext betrachten, erhalten wir verlässlichere Informationen. Alle Hinweise werden im Gesamtkontext mit dem Gesagten und der Situation betrachtet, in der sie auftreten. Schließlich beeinflusst auch die Situation und Umgebung unser Verhalten. Das lässt tragfähigere Schlüsse auf Gefühle, Haltungen und Gedanken zu.

Und dann? Wie finden wir die Wahrheit heraus?

 

Sobald wir einen Hinweis gefunden haben, eine Spur, verfolgen wir diese aufmerksam mit weiteren Beobachtungen und Fragen.

 

 

15 Tipps:

 

  1. Zuerst Kalibrieren
  2. Der Ton macht die Musik
  3. Ablenkungen vermeiden
  4. Rapport fördern
  5. Weit gefasste Fragen
  6. Zuerst Überblick verschaffen
  7. Zusammenhänge, Unterschiede und Inkongruenzen finden
  8. Bei Fragen zeitlich springen
  9. Fragen wiederholen
  10. Vorgänge rückwärts erzählen lassen
  11. Mit ungläubigem Gesichtsausdruck auf Antworten reagieren
  12. Stress erhöhen
  13. Aufzeichnungen
  14. Vorsicht vor dem Othello-Fehler
  15. Faktenüberprüfung

 

 

 

1. Zuerst Kalibrieren

 

Um Unterschiede zu erkennen, gilt es erst einmal den Normalzustand bzw. die zu Emotionen zugehörigen Hinweise zu ermitteln. Für diese Kalibrierung empfiehlt es sich daher ein heikles Gespräch mit harmlosen Fragen zu beginnen. Auf diese Weise erhalten Sie eine Baseline; Sie sehen, welche Körpersprache der Antwortende unter normalen Umständen an den Tag legt. Danach können die heiklen Fragen folgen, die sich um das kritische Thema drehen, welches man behandeln möchte. Rasch merken Sie, an welchen Punkten verdächtige körpersprachliche Signale auftauchen. Es geht um diese Veränderungen! Erst dann können wir das Lügendickicht lichten.

 

 

 

2. Der Ton macht die Musik

 

Wichtig ist, dass Fragen in einem möglichst neutralen Ton gestellt werden. Es gibt nichts Schädlicheres, als wenn in den Fragen bereits ein vorwurfsvoller oder verdächtigender Unterton zu hören ist. Das führt nur dazu, dass der Gesprächspartner sich verschließt.

 

 

 

3. Ablenkungen vermeiden

 

Sorgen Sie dafür das ungeplante Ablenkungen vermieden werden, da diese das Ergründen der Wahrheit beeinflussen.

 

 

 

4. Rapport fördern

 

Lernen Sie von Inspektor Columbo. Lassen Sie sich Ihren Verdacht nicht anmerken. Wer sich angegriffen fühlt, ist schlechter zu lesen.

 

 

 

5. Weit gefasste Fragen

 

Weit gefasste Fragen erschweren eng gefasste Antworten. Das erschwert die Konstruktion von Lügengebäuden und bringt weitere Informationen zutage.

 

 

 

6. Zuerst Überblick verschaffen

 

Verschaffen Sie sich erst einen Überblick und erkunden Sie die Informationen, die Sie erhalten haben, in umgekehrter Reihenfolge. Oft sind die Letzteren die interessanteren, da es bei ihnen mehr Überwindung gebraucht hat, sie preiszugeben.

 

 

 

7. Zusammenhänge, Unterschiede und Inkongruenzen finden

 

Durch gezielte Fragen, aufmerksames Zuhören und registrieren der körpersprachlichen Signale finden wir so nach und nach zur Wahrheit. Der Gesprächspartner wird auf diese Weise bald das Gefühl haben, dass wir mehr wissen, die Wahrheit vermutlich schon kennen und dass es für ihn besser ist, nun mit der Wahrheit herauszurücken. Währenddessen können wir uns kalibrieren und Inkongruenzen im Zusammenhang mit Informationen registrieren. Stimmen Aussagen und Körpersprache überein?

 

 

 

8. Bei Fragen zeitlich springen

 

Da Lügengebilde vorzugsweise chronologisch konstruiert werden, lassen sich durch zeitliche Sprünge bei den Fragen leichter Unstimmigkeiten zutage bringen. So wird es für Lügner schwieriger konsistent zu bleiben.

 

 

 

9. Fragen wiederholen

 

Und noch einmal: Bei Wiederholungen bleiben die ehrlichen Antworten gleich lang, während Lügner zunehmend kürzer und widersprüchlicher antworten. Mehrfache Befragungen führen ggf. zu Widersprüchen. Diese betreffen selten den Kern der Behauptung, sondern die Nebensächlichkeiten verändern sich; Details kommen hinzu, wechseln, und fallen weg. Ein vorbereiteter Lügner wird schon bei der ersten Aufforderung die vorbereiteten Konstruktionen nennen, sodass zeitnahe Aussagen nahezu identisch sind. Können selbst komplexe Sätze auf Nachfragen identisch wiedergegeben werden, spricht dies für konstruierte vorbereitete Erklärungen. Durch verändertes Nachfragen lassen sich Widersprüche fördern.

 

 

 

10. Vorgänge rückwärts erzählen lassen

 

Lügen ist kognitive Schwerstarbeit. Selbst ein professioneller Lügner kann mit dieser Herangehensweise – also die Geschichte rückwärts zu erzählen – Schwierigkeiten bekommen, wenn keine Details vergessen werden sollen. Dadurch nehmen Unstimmigkeiten zu.

 

 

 

11. Mit ungläubigem Gesichtsausdruck auf Antworten reagieren

 

Klappe halten! Stille ist Lügnern unangenehm. Außerdem können sie die Situation so schwer einschätzen, Schweigen gibt kein Feedback. Wenn die Person die Wahrheit sagt, wird sie oftmals wütend oder einfach frustriert reagieren mit zusammengepressten Lippen, nach unten gezogenen Brauen, angespanntes und zusammengekniffenes oberes Augenlid.

 

 

 

12. Stress erhöhen

 

Werden Stress, Schuldgefühle oder Scham gesteigert, können deutlichere Reaktionen provoziert werden. Je überzeugter ein Lügner von den Fähigkeiten des Interviewers ist, desto mehr Stress und Versuche seinerseits, die Anzeichen unter Verschluss zu halten. Aus diesem Grunde sollen bei Lügendetektortests die Befrager auch wie Wissenschaftler wirken, indem sie weiße Kittel tragen und die Wände mit Diplomen geschmückt sind.

 

 

 

13. Aufzeichnungen

 

Wohl eher die Ausnahme und doch so hilfreich. Bei öffentlichen Auftritten steigt die Wahrscheinlichkeit Videoaufnahmen analysieren zu können. Während Gesten und Körperbewegungen leichter zu beobachten sind, erfordert die Mimik mehr Aufmerksamkeit. Mikroexpressionen zu entdecken erfordert mitunter akribische Auswertung und kann mittels Videomaterial Stunden dauern. Ich habe damit schon Nächte verbracht, bis ich mir eine fundierte Meinung gemacht habe.

 

 

 

14. Vorsicht vor dem Othello-Fehler

 

Der eifersüchtige Othello beschuldigte seine Frau Desdemona der Untreue. Vollkommen verzweifelt beteuert sie ihre Unschuld und macht ihren Gatten damit nur noch misstrauischer. Er war so überzeugt davon, dass nur eine Lügnerin so ängstlich reagiert, erwürgte er sie im Ehebett.

 

 

 

15. Faktenüberprüfung

 

Sicher ist sicher; Fakten, die geprüft werden können, sollten geprüft werden. Auch dann, wenn Lügner bestrebt sind Überprüfungen so weit wie möglich zu erschweren.

Achtung: Für Lügengeschichten werden gerne wahre Begebenheiten als Gerüst verwendet. Dann werden Details, Zeit und Ort sowie beteiligte Personen gewechselt. Hier gilt es vor allem die Einzelheiten zu überprüfen, da Lügner hier eher Fehler machen.

Aber Achtung: Schön die Kirche im Dorf lassen

 

Sollten Sie ab sofort nur noch auf Unwahrheiten achten? 
Ob das so eine gute Idee ist, steht zu bezweifeln. Wer nur noch misstrauisch hinter jedem Wort einen Betrug wittert, tut sich und seinem Umfeld damit wohl keinen Gefallen. Ohne Vertrauen geht es nicht! Wenn Sie jeden mit Lampe im Gesicht knallhart verhören, sind Sie bald einsam. Also, alles zu seiner Zeit, wir sind ja nicht in Guantanamo.

Doch es lohnt bei wichtigen Entscheidungen besonders gut darauf Acht zu geben. Wenn mal wieder im Himmel Jahrmarkt ist und das Bauchgefühl Unbehagen meldet, haben Sie es mit den Hinweisen in diesem Artikel leichter.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

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Kontaktformular

 

 

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P.S.

 

Woran erkennen Sie Lügner und Ihre Lügen?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

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Aus hundert Kaninchen wird niemals ein Pferd und aus hundert Verdachtsgründen niemals ein Beweis. Fjodor Michailowitsch Dostojewski in Schuld und Sühne

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 9. Oktober 2015
Überarbeitung: 16. Februar 2019
AN: #352904
K:
Ü:X

Korkenübung für die Artikulation. Prost! Effektive Stimmübungen

Effektive Stimmübungen: Korkenübung für die Artikulation. Prost!

Reden wie die Profis. Stimmübungen die Wirkung entfallten
Korkenübung für eine deutliche Stimme

Korkenübung für deutliche Artikulation

 

Eine einfache Sprechübung für mehr Artikulationsbewusstsein

 

Manchmal braucht es für eine bessere Artikulation weniger eine komplizierte Technik.

Ein Korken reicht.

Die sogenannte Korkenübung ist ein klassisches Hilfsmittel aus dem Sprechtraining.

Die Idee:

Du sprichst einen Text mit einem Korken zwischen den Zähnen und versuchst trotzdem, möglichst deutlich zu artikulieren.

Anschließend sprichst du denselben Text ohne Korken.

Viele Menschen erleben dabei unmittelbar einen Unterschied.

Der Mund arbeitet aktiver, die Artikulation fühlt sich bewusster an und das Sprechen kann zunächst deutlicher wirken.

 

 

 

Was die Korkenübung bewirken soll

 

Der Korken schafft einen künstlichen Widerstand.

Dadurch musst du beim Sprechen Bewegungen von Lippen, Kiefer und Zunge bewusster ausführen.

Wenn du den Korken anschließend entfernst, kann sich das normale Sprechen zunächst freier und beweglicher anfühlen.

Wichtig:

Die Korkenübung ist weniger ein wissenschaftlich gut belegtes Wundermittel als eine praktische Artikulationsübung.

Für mundmotorische Übungen insgesamt ist die Studienlage begrenzt und abhängig davon, welche konkrete Sprechaufgabe trainiert werden soll.

 

 

 

 

So funktioniert die Korkenübung

 

Du brauchst:

  • einen sauberen Naturkorken oder ein vergleichbares geeignetes Hilfsmittel

  • einen kurzen Text

  • etwa zwei bis drei Minuten Zeit

 

 

Schritt 1: Normal sprechen

 

Lies zunächst einen kurzen Abschnitt ganz normal laut vor.

Achte auf:

Artikulation.

Tempo.

Verständlichkeit.

Kieferbewegung.

Spannung im Mundbereich.

So bekommst du einen Ausgangspunkt.

 

Schritt 2: Korken einsetzen

Halte den Korken vorsichtig zwischen den Schneidezähnen.

Beiß weniger kräftig zu.

Der Kiefer darf beweglich bleiben.

 

Schritt 3: Deutlich sprechen

Lies denselben Text noch einmal.

Sprich bewusst und deutlich.

Versuche weniger, besonders laut zu werden.

Interessanter ist:

Wie präzise kannst du trotz des Hindernisses artikulieren?

 

Schritt 4: Korken entfernen

Nimm den Korken heraus.

Lockere kurz den Kiefer.

 

Schritt 5: Text erneut sprechen

Lies denselben Abschnitt ein drittes Mal.

Achte darauf:

Fühlt sich die Artikulation leichter an?

Öffnet sich der Mund stärker?

Sind Konsonanten deutlicher?

Hat sich dein Sprechtempo verändert?

 

 

 

Weniger Druck ist mehr

 

Die Übung lebt weniger davon, kräftig zuzubeißen.

Der Korken soll ein Hindernis für die Artikulation darstellen.

Er soll weniger den Kiefer verspannen.

Wenn du Schmerzen, deutliche Spannung oder Beschwerden im Kiefergelenk bemerkst, brich die Übung ab.

Bei bestehenden Kiefer-, Zahn-, Sprech- oder Schluckproblemen ist professionelle Beratung durch eine entsprechend qualifizierte Fachperson sinnvoll.

 

 

 

Wie lange sollte die Übung dauern?

 

Eine kurze Sequenz reicht.

Zum Einstieg:

30 bis 60 Sekunden mit Korken.

Dann wieder normal sprechen und vergleichen.

Längere Einheiten erzeugen weniger automatisch bessere Ergebnisse.

Entscheidend ist:

bewusst üben statt lange üben.

 

 

 

Wann eignet sich die Korkenübung?

 

Zum Beispiel:

  • als kurze Artikulationsübung vor einer Präsentation

  • vor Kameraaufnahmen

  • vor einer Rede

  • beim Sprechtraining

  • wenn du dazu neigst, Endungen zu verschlucken

  • wenn deine Artikulation unter Zeitdruck undeutlicher wird

Sie eignet sich besonders als Warm-up für bewusstes Sprechen.

 

 

 

Vor einer wichtigen Präsentation

 

Wenn du die Übung vor einem Auftritt einsetzen möchtest, probiere sie vorher in Ruhe aus.

Weniger zum ersten Mal fünf Minuten vor der Vorstandspräsentation.

Du solltest wissen:

Wie reagiert dein Kiefer?

Wie fühlt sich die Artikulation danach an?

Wie lange hält der subjektive Effekt bei dir an?

Dann kannst du die Übung gezielt nutzen.

 

 

 

Die Korkenübung ersetzt kein Stimmtraining

 

Deutliche Artikulation ist ein Teil guter Sprechwirkung.

Dazu kommen:

Atmung.

Stimme.

Resonanz.

Tempo.

Pausen.

Betonung.

Lautstärke.

Melodie.

und die Verbindung zur Botschaft.

Wenn du dauerhaft undeutlich sprichst oder deine Stimme schnell ermüdet, lohnt sich mehr als eine einzelne Übung.

 

 

 

Artikulation ist nicht dasselbe wie Stimme

 

Die Begriffe werden häufig vermischt.

Stimme beschreibt den Klang, der im Kehlkopf entsteht und im Körper resoniert.

Artikulation formt daraus verständliche Sprache.

Lippen.

Zunge.

Kiefer.

Gaumen.

Zähne.

Sie alle wirken daran mit.

Du kannst also eine angenehme Stimme haben und trotzdem undeutlich artikulieren.

Oder sehr deutlich sprechen und gleichzeitig stimmlich angespannt wirken.

 

 

 

Besonders wichtig: Konsonanten

 

Verständlichkeit hängt stark von klaren Konsonanten ab.

Gerade bei schnellem Sprechen verschwinden leicht:

Wortenden.

Endsilben.

Konsonantenverbindungen.

Deshalb lohnt sich bei der Korkenübung weniger die Frage:

„Klinge ich schöner?“

Interessanter ist:

„Sind meine Wörter klarer voneinander unterscheidbar?“

 

 

 

Langsamer sprechen?

 

Manchmal.

Wer sehr schnell spricht, verschluckt leichter Laute und Endungen.

Eine gute Übung ist deshalb:

Sprich mit Korken bewusst etwas langsamer.

Nimm ihn heraus.

Behalte anschließend die größere Präzision und erhöhe erst dann wieder dein natürliches Tempo.

 

 

 

Lautstärke

 

Lauter bedeutet weniger automatisch deutlicher.

Im Gegenteil:

Wenn du dich beim Sprechen stark anstrengst, kann zusätzliche Spannung entstehen.

Arbeite lieber an:

präzisen Lauten,

klaren Konsonanten,

bewussten Mundbewegungen,

und einem tragfähigen natürlichen Sprechton.

 

 

 

Eine einfache Vergleichsübung mit dem Smartphone

 

Nimm denselben Satz dreimal auf:

1. normal

2. nach der Korkenübung

3. fünf Minuten später

Dann höre die Aufnahmen mit etwas Abstand.

Achte auf:

Verständlichkeit.

Tempo.

Klang.

Endungen.

Artikulation.

So bekommst du mehr als ein subjektives Gefühl.

Du hörst einen Vergleich.

 

 

 

Beispieltext

 

Du kannst jeden kurzen Text verwenden.

Zum Beispiel:

Heute möchte ich drei Gedanken mit dir teilen. Der erste schafft Orientierung. Der zweite verändert die Perspektive. Und der dritte soll dir helfen, daraus einen konkreten nächsten Schritt zu machen.

Sprich ihn:

einmal normal,

einmal mit Korken,

und anschließend erneut ohne Korken.

 

 

 

Alternative: Überartikulieren

 

Du brauchst nicht zwingend einen Korken.

Eine einfache Alternative:

Sprich einen kurzen Text bewusst überdeutlich.

Öffne den Mund stärker.

Forme Konsonanten präziser.

Übertreibe für 30 Sekunden.

Dann kehre zu deiner natürlichen Sprechweise zurück.

Auch dadurch kannst du Artikulationsbewegungen bewusster wahrnehmen.

 

 

 

Was die Übung weniger leisten kann

 

Die Korkenübung ist kein Ersatz für Diagnostik oder Therapie bei tatsächlichen Artikulationsstörungen.

Solche Störungen können unterschiedliche Ursachen haben und gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Experten. Artikulationsstörungen können unterschiedliche sprechmotorische Ursachen haben.

Ebenso lässt sich aus einer kurzfristig deutlicher empfundenen Aussprache weniger ableiten, dass langfristig eine grundlegende Veränderung erreicht wurde.

 

 

 

Wenn du dauerhaft undeutlich sprichst

 

Dann lohnt sich eine genauere Betrachtung.

Vielleicht liegt es an:

hohem Sprechtempo.

geringer Mundöffnung.

Gewohnheiten.

Spannung.

Atemführung.

Stimme.

oder einer tatsächlichen Sprech- beziehungsweise Artikulationsproblematik.

Bei medizinisch oder logopädisch relevanten Auffälligkeiten gehört die Abklärung zu entsprechend qualifizierten Fachpersonen.

 

 

 

Sprechen vor Publikum

 

Vor Publikum verändert sich Artikulation häufig.

Menschen sprechen schneller.

Flacher.

Angespannter.

Oder besonders kontrolliert.

Deshalb ist die beste Artikulationsübung weniger die, die im Wohnzimmer gut funktioniert.

Sie sollte irgendwann in die tatsächliche Sprechsituation übertragen werden.

Deutlichkeit muss unter realen Bedingungen verfügbar sein.

 

 

 

Unterstützung bei Stimme und Sprechweise

 

Wenn du vor Publikum, vor der Kamera oder in wichtigen Gesprächen klarer und überzeugender sprechen möchtest, können wir gezielt an Stimme, Artikulation, Tempo und persönlicher Wirkung arbeiten.

→ Sprechcoaching 1:1

Wenn eine konkrete wichtige Präsentation bevorsteht:

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Eine gute Sprechübung muss weniger spektakulär sein.

Sie sollte dir helfen, etwas bewusster wahrzunehmen.

Bei der Korkenübung ist das vor allem:

Wie aktiv artikuliere ich eigentlich?

Nimm den Korken heraus.

Behalte die größere Beweglichkeit.

Und richte deine Aufmerksamkeit wieder dorthin, wo sie hingehört:

zu deiner Botschaft und den Menschen, die sie hören sollen.

Antworten auf häufige Fragen

Funktioniert die Korkenübung wirklich?

Viele Menschen erleben unmittelbar nach der Übung eine veränderte Artikulation. Die wissenschaftliche Evidenz für solche Übungen ist insgesamt begrenzt. Sie eignet sich deshalb eher als praktische Sprechübung als als medizinisch oder therapeutisch belegte Methode.

Wie lange soll ich mit dem Korken sprechen?

Für den Einstieg reichen 30 bis 60 Sekunden. Entscheidend ist eine lockere, bewusste Ausführung.

Wie weit soll ich auf den Korken beißen?

So wenig wie möglich. Der Korken soll gehalten werden und deine Artikulation erschweren, weniger deinen Kiefer verspannen.

Kann ich die Übung täglich machen?

Kurze regelmäßige Übungseinheiten können sinnvoll sein, solange sie angenehm bleiben. Bei Schmerzen oder Beschwerden solltest du die Übung beenden.

Hilft die Korkenübung gegen Nuscheln?

Sie kann helfen, Artikulation bewusster wahrzunehmen und kurzfristig deutlicher zu sprechen. Dauerhaftes oder ausgeprägtes Nuscheln kann unterschiedliche Ursachen haben und verdient gegebenenfalls eine fachliche Abklärung.

Ist die Übung für eine echte Artikulationsstörung geeignet?

Eine Artikulationsstörung sollte professionell beurteilt werden. Die Korkenübung ersetzt weniger eine logopädische Diagnostik oder Therapie.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

P.S.

 

Welche Erfahrungen hast du mit der Korkenübung gemacht? Und wie lange hält die Wirkung jeweils an?

Ein jeder Klang aus voller Seele ist eine wirkungsvolle Tat. Lorenz Kellner

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #4335

Stinkefinger und Stinkefinger-Geste: Was bedeutet der ausgestreckte Mittelfinger und hilft er?

Stinkefinger-Geste: Was bedeutet der ausgestreckte Mittelfinger und hilft er?

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation, Körpersprache, ...
Stinkefinger

Stinkender Mittelfinger?

 

Was bedeutet der ausgestreckte Mittelfinger und wie hilfreich ist der Stinkefinger?

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Stinkefinger und Stinkefinger-Geste

 

Als Stinkefinger wird umgangssprachlich eine üblicherweise als  obszön aufgefasste Geste bezeichnet. Mit Geruch hat er nur im übertragenen Sinne zu tun. Beim Stinkefinger handelt es sich um eine Geste, die man mit dem Mittelfinger der Hand macht. Um den Stinkefinger deutlich zu zeigen, wird die Faust zusammengeballt und der Mittelfinger – mit dem Handrücken ausgerichtet – einer Person oder einer Gruppe entgegengestreckt.

 

 

 

Ursprung

 

Schon die Griechen haben sich in der Antike gegenseitig den Stinkefinger als Symbol für den aufgerichteten Phallus gezeigt. Diese sexuelle Bedeutung hat sie in vielen Kulturen auch heute noch. Sie ist jedoch in erster Linie ganz allgemein ein Ausdruck der Verachtung.

 

 

 

Einsatz

 

Besonders häufig ist sie bei uns im Straßenverkehr zu beobachten. Doch auch, wer sich über einen anderen Autofahrer ärgert, sollte lieber nicht den Stinkefinger zeigen. Bei uns in Deutschland wird sie meistens als Beleidigung verstanden und kann bestraft werden. Der ausgestreckte Mittelfinger kann auch so viel bedeuten, wie; „Lass mich in Ruhe!“.

P.S.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2007
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #456417
K:
Ü:AA

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Kleidung, Reden und Präsentationen

 

Karl Lagerfeld soll gemeint haben: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Gerade die Wahl der Kleidung beeinflusst sehr wesentlich unser Erscheinungsbild. So wird sie zu einem Ausdruck nonverbaler Kommunikation, weil sie auf das Publikum wirkt. Deswegen lohnt es sich vorher zu überlegen, welche Kleidung, in welcher Form auf das Publikum wirkt. Unsere Kleidung soll unter anderem auch unsere Persönlichkeit, Stimmung und Lebenseinstellung vermitteln. Wie weit Sie dabei gehen ist wie Sie oft eine Frage in welchem Aufwand und Nutzen stehen. Mitunter lohnt sich ein Imageberater, Farbberater oder auch nur ein guter Friseur. Von Hillary Clinton stammt die Weisheit; „Achten Sie auf Ihre Haare – andere tun es auch.“

 

 

 

Auswahlkriterien

 

Die Kleidung sollte zum Inhalt und zum Rahmen der Präsentation passen, die Botschaft und Ihre Persönlichkeit unterstützen.

 

 

1. Authentizität

 

Wer sich so verkleidet, dass die eigene Komfortzone verlassen wird, wirkt unecht. Die Glaubwürdigkeit geht den Bach hinunter.

 

 

 

2. Kontext und Rapport

 

Welche Kleidung angemessen ist, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Wesentlich sind die Auswirkungen auf den Rapport, also die Beziehung zum Publikum hinsichtlich der Gemeinsamkeiten sowie deren Erwartungen. Jedes Detail kann interpretiert werden und die Botschaft fördern oder ihr schaden. Auch hier gilt; Sie können die Botschaft nicht vom Botschafter trennen. Und wenn das Publikum von der grellbunten Krawatte oder dem zu kurzen Rock fasziniert ist, muss das nicht der beabsichtigten Botschaft dienen.

 

 

 

3. Wohlfühlfaktor

 

Vertraute Kleidung gibt mehr Sicherheit. Gerade für Menschen, die unter Lampenfieber leiden, ist das ein wichtiger Aspekt. Die extra hohen High Heels mögen nett anzusehen sein. Wenn es jedoch zur wagemutigen Gleichgewichtstrübung wird, kostet es Ressourcen.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Auf was achten Sie bei der Kleidung, wenn es darauf ankommt zu überzeugen?

Begriff oder Thema suchen

 

Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Kleider machen Leute. Ein Blick in die Medien bestätigt; nackte Leute haben entweder wenig oder gar keinen Einfluß auf die Gesellschaft.

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack: Januar 2012
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#1314

Lampenfieber & Körpersprache: souverän auftreten

Welche Rolle spielt Körpersprache bei Lampenfieber?

Lampenfieber & Körpersprache: souverän auftreten

Lampenfieber und Körpersprache: souverän wirken, ohne dich zu kontrollieren

 

Lampenfieber zeigt sich weniger nur im Kopf.

Es wird häufig auch im Körper sichtbar.

Die Schultern werden fester.

Die Hände suchen einen Platz.

Der Stand wird starr.

Bewegungen werden kleiner oder hektischer.

Und dann beginnt häufig die nächste Kontrollschleife:

„Wohin mit meinen Händen?“

„Wie stehe ich richtig?“

„Sehen die anderen, dass ich nervös bin?“

Genau diese zusätzliche Selbstbeobachtung kann die Anspannung weiter erhöhen.

Das Ziel ist weniger perfekte Körpersprache.

Das Ziel ist Beweglichkeit und Kontakt trotz Aktivierung.

 

 

 

Wie Lampenfieber die Körpersprache verändern kann

 

Unter Druck verändert sich häufig der gesamte Bewegungsstil.

Zum Beispiel:

  • der Körper wird steifer
  • die Schultern ziehen hoch
  • die Hände werden festgehalten
  • die Gestik wird kleiner
  • oder sie wird hektischer
  • der Blickkontakt wird kürzer
  • das Gewicht wird ständig verlagert
  • Bewegungen wirken weniger frei

Das ist zunächst nachvollziehbar.

Der Körper reagiert auf eine bedeutsame Situation.

Problematisch wird es eher, wenn du beginnst, jede Bewegung überwachen zu wollen.

 

 

 

Warum Kontrolle oft steifer macht

 

Viele Menschen versuchen bei Lampenfieber, besonders souverän auszusehen.

Dann entstehen Regeln:

„Die Hände müssen ruhig sein.“

„Ich darf mich nicht bewegen.“

„Ich muss fest stehen.“

„Ich muss Blickkontakt halten.“

Das klingt nach Kontrolle.

Es kann jedoch zu zusätzlicher Spannung führen.

Körpersprache wirkt selten souverän, wenn sie sich für dich wie eine Choreografie anfühlt.

 

 

 

Ein stabiler Stand ist hilfreich – Starre weniger

 

Ein guter Ausgangspunkt ist ein stabiler Stand.

Beide Füße haben Kontakt zum Boden.

Die Knie bleiben beweglich.

Der Oberkörper ist aufgerichtet.

Die Schultern dürfen locker bleiben.

Das reicht.

Du brauchst weniger eine exakt definierte „Power-Haltung“.

Stabilität bedeutet weniger Stillstand.

 

 

 

Wohin mit den Händen?

 

Diese Frage begegnet mir seit vielen Jahren.

Die kurze Antwort lautet:

Lass sie verfügbar.

Du brauchst weniger eine dauerhaft „richtige“ Handposition.

Deine Hände dürfen:

  • locker hängen
  • sich kurz vor dem Körper begegnen
  • gestikulieren
  • danach wieder in eine neutrale Position zurückkehren

Wenn du die Hände permanent festhältst, wird natürliche Gestik schwieriger.

 

 

 

Gestik ist weniger Dekoration

 

Gestik unterstützt Sprache.

Sie kann:

  • Unterschiede sichtbar machen
  • Größe oder Richtung verdeutlichen
  • Strukturen markieren
  • Wichtigkeit unterstreichen

Sie sollte weniger nach einem auswendig gelernten Gestenkatalog aussehen.

Zum Beispiel:

„Hier muss ich beide Hände öffnen.“

Oder:

„Bei Punkt drei mache ich diese Bewegung.“

Verstehe deinen Gedanken.

Dann lass den Körper ihn unterstützen.

 

 

 

Zu wenig Bewegung

 

Unter Lampenfieber werden manche Menschen sehr klein.

Die Arme bleiben dicht am Körper.

Der Blick geht häufiger nach unten.

Der gesamte Ausdruck wird reduziert.

Dann kann es helfen, bewusst wieder etwas mehr Raum einzunehmen.

Nicht künstlich groß.

Sondern:

aufgerichtet.

offen.

beweglich.

 

 

 

Zu viel Bewegung

 

Andere reagieren genau umgekehrt.

Sie laufen permanent.

Verlagern ständig das Gewicht.

Spielen mit Händen oder Gegenständen.

Jeder Satz bekommt eine neue Bewegung.

Dann entsteht visuelle Unruhe.

Die Lösung ist weniger völliger Stillstand.

Hilfreicher ist ein bewusster Wechsel:

Bewegen.

Ankommen.

Sprechen.

Pause.

 

 

 

Wann Bewegung besonders sinnvoll ist

 

Bewegung kann einen Übergang markieren.

Zum Beispiel:

  • neuer Gedanke
  • neues Kapitel
  • Wechsel von Problem zu Lösung
  • Übergang zur Schlussbotschaft

Dann trägt die Bewegung Bedeutung.

Bewegung sollte weniger Nervosität verstecken als Inhalt unterstützen.

 

 

 

Blickkontakt ohne Zwang

 

Auch Blickkontakt wird bei Lampenfieber schnell zur Regel:

„Ich muss jedem drei Sekunden in die Augen schauen.“

Das macht Kommunikation künstlich.

Hilfreicher ist:

Sprich einen Gedanken zu einem Menschen.

Dann nimm Kontakt zu jemand anderem auf.

So entsteht ein natürlicher Wechsel.

Blickkontakt ist weniger Technik als Beziehung.

 

 

 

Was tun bei einem großen Publikum?

 

Bei 200 Menschen kannst du weniger mit allen gleichzeitig Kontakt halten.

Du kannst jedoch einzelne Bereiche und einzelne Gesichter ansprechen.

Links.

Mitte.

Rechts.

Vorne.

Weiter hinten.

So entsteht der Eindruck, dass der ganze Raum gemeint ist.

Und für dich wird aus einer großen anonymen Masse eine Folge kleinerer Kommunikationsmomente.

 

 

 

Verwechsle ernste Gesichter weniger mit Ablehnung

 

Unter Lampenfieber interpretieren Menschen neutrale Reaktionen häufig negativ.

Ein ernstes Gesicht wird schnell zu:

„Der findet das schlecht.“

Vielleicht hört die Person konzentriert zu.

Vielleicht denkt sie nach.

Vielleicht ist das einfach ihr neutraler Gesichtsausdruck.

Körpersprache liefert Hinweise.

Sie liefert weniger Gedanken.

 

 

 

Was passiert mit der Stimme?

 

Körpersprache und Stimme lassen sich weniger vollständig trennen.

Wenn der Körper sehr fest wird, kann auch die Stimme enger wirken.

Unter hoher Aktivierung wird sie möglicherweise:

  • höher
  • schneller
  • leiser
  • weniger tragfähig

Dann hilft häufig weniger die Anweisung:

„Sprich souveräner.“

Hilfreicher sind:

  • ruhiger ausatmen
  • langsamer beginnen
  • Satzenden stehen lassen
  • Pausen zulassen
  • den Körper weniger festhalten

 

 

 

Dein Gesicht muss nicht zwanghaft „souverän aussehen“

 

Manche Menschen versuchen, ihre Nervosität mit einem bewusst neutralen Gesicht zu verstecken.

Das kann Distanz erzeugen.

Du brauchst weniger eine spezielle Mimik.

Hilfreicher ist:

Reagiere auf das, was du sagst.

Wenn etwas wichtig ist, darf das sichtbar sein.

Wenn etwas erfreulich ist, darf sich das zeigen.

Wenn du zuhörst, darf dein Gesicht reagieren.

 

 

 

Was ist mit Lächeln?

 

Ein weiteres Missverständnis:

„Ich muss lächeln, damit ich sympathisch wirke.“

Ein dauerhaftes Lächeln kann unpassend wirken.

Lächeln ist sinnvoll, wenn es zur Situation und zum Gedanken passt.

Authentische Reaktion ist stärker als Dauerlächeln.

 

 

 

Hände verstecken?

 

Unter Lampenfieber entstehen häufig Ideen wie:

Hände hinter den Rücken.

in die Taschen.

am Pult festhalten.

Das kann kurzfristig Sicherheit geben.

Es schränkt jedoch die Gestik ein.

Deshalb:

Verstecke deine Hände weniger.

Lass sie verfügbar.

 

 

 

Was tun mit Presenter oder Stift?

 

Gegenstände werden unter Nervosität schnell zu Beschäftigungsmaterial.

Dann wird:

  • geklickt
  • gedreht
  • geknetet
  • gefaltet

Wenn du einen Presenter brauchst, halte ihn selbstverständlich.

Wenn du einen Gegenstand weniger brauchst, leg ihn ab.

Je weniger deine Hände beschäftigt sind, desto leichter können sie Sprache unterstützen.

 

 

 

Körpersprache und Selbstbeobachtung

 

Eines der größten Probleme lautet:

„Wie wirke ich gerade?“

Diese Frage kann dich während eines Auftritts von deiner eigentlichen Aufgabe wegziehen.

Hilfreicher ist:

„Was möchte ich gerade vermitteln?“

Oder:

„Kommt mein Gedanke an?“

Damit wird Körpersprache weniger zum Objekt ständiger Kontrolle.

 

 

 

Video kann hilfreich sein

 

Selbstwahrnehmung und Außenwirkung unterscheiden sich häufig.

Eine Videoaufnahme kann sichtbar machen:

  • wie viel du tatsächlich gestikulierst
  • wie ruhig oder unruhig du wirkst
  • wie dein Blickkontakt funktioniert
  • wie du Raum nutzt
  • wie Körpersprache und Stimme zusammenspielen

Wichtig ist eine strukturierte Auswertung.

Weniger:

„Was finde ich alles an mir störend?“

Mehr:

„Welche zwei Veränderungen würden den größten Unterschied machen?“

→ Lampenfieber und Selbsteinschätzung

 

 

 

Eine einfache Übung

 

Nimm eine kurze Passage deiner Präsentation.

Etwa 60 Sekunden.

Sprich sie dreimal.

 

Durchgang 1

Halte deinen Körper möglichst ruhig.

Beobachte, wie sich das anfühlt.

 

Durchgang 2

Erlaube dir bewusst natürliche Gestik und kleine Bewegungen.

Weniger kontrollieren.

Mehr sprechen.

 

Durchgang 3

Richte deine Aufmerksamkeit vollständig auf die Botschaft.

Lass Körpersprache entstehen.

Danach vergleiche:

Bei welchem Durchgang wirkt deine Kommunikation am natürlichsten?

 

 

 

Eine zweite Übung: Stille aushalten

 

Sprich eine wichtige Aussage.

Dann bleib stehen.

Zwei Sekunden.

Weniger Bewegung.

Weniger zusätzliche Worte.

Dann weiter.

Gerade bei Lampenfieber kann diese Übung wertvoll sein.

Denn sie zeigt:

Du musst weniger ständig etwas tun, um präsent zu bleiben.

 

 

 

Was hilft vor dem Auftritt?

 

Wenn dein Körper stark aktiviert ist:

  • geh einige Minuten
  • lockere Schultern und Arme
  • finde anschließend einen stabilen Stand
  • atme einige Male ruhig aus
  • richte deine Aufmerksamkeit auf den ersten Gedanken

→ Bewegung bei Lampenfieber

→ Atembremse bei Lampenfieber

 

 

 

Was Körpersprache weniger leisten kann

 

Eine bestimmte Haltung löst weniger automatisch Lampenfieber.

Es gibt weniger eine Körperposition, die sofort Selbstvertrauen produziert.

Und eine bestimmte Geste macht dich weniger automatisch überzeugend.

Körpersprache ist Teil deiner Kommunikation.

Sie ersetzt weniger Inhalt, Klarheit oder innere Orientierung.

 

 

 

Körpersprache bei High-Stakes-Auftritten

 

Bei einer Vorstandspräsentation, Keynote oder einem wichtigen Pitch geht es weniger um allgemeine Körpersprache-Regeln.

Interessanter ist:

  • Wie stehst du bei deiner Kernbotschaft?
  • Was passiert mit deinem Körper bei Widerspruch?
  • Wirst du kleiner, wenn eine kritische Frage kommt?
  • Beschleunigst du Bewegungen unter Druck?
  • Bleibst du im Kontakt?

Das lässt sich realistisch simulieren.

Genau unter den Bedingungen, unter denen deine Körpersprache später funktionieren soll.

 

 

 

Lampenfieber oder Redeangst?

 

Wenn Körpersprache vor allem deshalb zum Problem wird, weil du deinen Körper ständig kontrollierst, kann das ein Teil des Lampenfieber-Kreislaufs sein.

Wenn jedoch starke Angst, Vermeidung und erhebliche Einschränkungen hinzukommen, sollte genauer hingeschaut werden.

→ Ursachen von Redeangst und Lampenfieber

 

 

 

Coaching oder Therapie?

 

Bei beruflichem Lampenfieber und Auftrittsfragen können Coaching, Präsentationstraining, Mentaltraining und realistische Simulation sinnvoll sein.

Wenn eine behandlungsbedürftige Angstproblematik im Vordergrund steht, gehört sie in einen therapeutischen Rahmen.

Meine Coaching- und Therapieangebote halte ich fachlich und organisatorisch getrennt.

→ Psychotherapie und Hypnotherapie bei Ängsten

 

 

 

Welcher Rahmen gilt?

 

Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.

Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.

Das gilt auch dann, wenn Körpersprache, Auftrittsdruck oder Lampenfieber das konkrete Thema sind.

Für andere Fach- und Führungskräfte gilt:

Allgemeine Entwicklung von Präsentations- und Auftrittskompetenz → BUSINESS 1:1.

Konkrete High-Stakes-Situation mit hoher beruflicher, wirtschaftlicher, strategischer oder öffentlicher Tragweite → EXECUTIVE SPARRING.

→ Executive Sparring

→ Business 1:1

 

 

 

Seit 1998 Arbeit mit Auftritt, Körpersprache und Lampenfieber

 

Seit 1998 unterstütze ich Menschen dabei, sich und ihre Botschaften überzeugend zu präsentieren.

Dabei gehört Körpersprache immer dazu.

Doch ich betrachte sie weniger als Sammlung isolierter Tricks.

Entscheidend ist:

Passt dein körperlicher Ausdruck zu deinem Gedanken, deiner Rolle und der Situation?

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn Lampenfieber deine Körpersprache bei wichtigen Auftritten deutlich verändert, beschreibe mir bei deiner Anfrage kurz:

  • deine Rolle
  • welche Situation bevorsteht
  • was du bei dir körperlich bemerkst
  • was du vermeiden möchtest
  • was du stattdessen erreichen möchtest
  • wann der Auftritt stattfindet

Dann können wir genau diese Situation realistisch vorbereiten.

→ Unterstützung bei einem wichtigen Auftritt anfragen

 

 

 

Fazit: Körpersprache weniger kontrollieren – Kommunikation mehr leben

 

Lampenfieber kann deinen Körper enger, kleiner oder hektischer machen.

Die Lösung ist weniger eine perfekte Körpersprache-Choreografie.

Hilfreicher ist:

stabil stehen.

beweglich bleiben.

Gestik zulassen.

Blickkontakt herstellen.

und die Aufmerksamkeit wieder auf deine Botschaft richten.

Dein Körper muss weniger perfekt aussehen.

Er sollte dich beim Kommunizieren unterstützen.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel zum Thema Lampenfieber und Redeangst

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Was hilft bei Lampenfieber? Antworten auf 14 häufige Fragen, praktische Strategien und Unterstützung für Präsentationen, Reden und wichtige berufliche Auftritte.

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Eine typische Reaktion auf unangenehme Empfindungen ist es all das zu vermeiden, was sie vermutlich auslöst beziehungsweise verstärkt. Solch ein Vorgehen hat durchaus seine Berechtigung. In Situationen, die mit Gefahr verbunden sind, hat es das Überleben der Menschheit durchaus begünstigt sich nicht unnötig in lebensbedrohliche Situationen zu begeben.

Die Absicht ist gut, die Folgen eines solchen Verhaltens nicht. Weshalb?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026

Nur keine Mimik. Der Deadpan ist gut für Komiker, schlecht für Redner

Deadpan: Nur keine Miene verziehen. Gut für Komiker, schlecht für Redner

Auf den Spuren von Buster Keaton
Deadpan

Deadpan

 

Deadpan ist eine Technik des komischen Schauspiels. Wesentlich ist, dass Schauspieler:innen so gut wie keine Gefühlsregungen zeigen. Manche Redner machen das unfreiwillig. Ob das so eine gute Idee ist?

 

 

 

Überblick

 

 

 

Die Gemütsarten derer, mit denen man zu tun hat, begreifen: um ihre Absichten zu ergründen. Denn ist die Ursache richtig erkannt, so ist es auch die Wirkung, erstlich aus jener, sodann aus dem Motiv. Man lerne ein Gesicht entziffern und aus den Zügen die Seele herausbuchstabieren.

Baltasar Gracián y Morales

 

 

 

Mienenspiel

 

Ein Sprichwort erwähnt die Möglichkeit; eine gute Miene zu einem bösen Spiel zu machen. Doch manche Menschen verzichten vollständig auf ein lebendiges Mienenspiel im Gesicht.

 

 

 

Deadpan

 

Deadpan ist eine Technik komischen Schauspiels, bei dem der Schauspieler so gut wie keine Gefühlsregungen zeigt. Ein Meister darin war Buster Keaton, dessen Gesicht völlig unbewegt blieb. Die Emotionen müssen aus dem Kontext abgeleitet werden. Die Mimik wirkt betäubt, wie unter dem Einfluss von zu viel Anti-Falten-Nervengift und auch die restliche Körpersprache erinnert an eine ferngesteuerte Gliederpuppe.

Bei Pokerspielern und Politikern kann so ein Gesicht mitunter auch beobachtet werden. So zeigt auch Angela Merkel seltener als die meisten Menschen mimische Gefühlsregungen. Wenn sie es für erforderlich hält, legt sie einen emotionslosen Gesichtsausdruck auf, wobei ihr das unterschiedlich gut gelingt.

 

 

 

Mimik in Gesprächen, Reden und Präsentationen

 

Von Billy Wilder stammt das Zitat: „Wir haben keinen Dialog gebraucht, wir hatten Gesichter.“

Ja, das macht die Kommunikation oft leichter. Doch manche Redner zeigen unfreiwillig keinerlei oder zumindest wenige mimischen Ausdruck. Von Mienenspiel ist dann keine Rede, sondern es wirkt wie eine Maske. Für die Glaubwürdigkeit eines Redners ist das nicht sehr förderlich. Von Emotionen oder gar Begeisterung ist da mitunter nicht einmal eine homöopathische Spur. Da brennt nichts an, weder der Redner brennt für sein Thema, noch wird das Publikum Funken fangen.

 

 

 

Glaubwürdigkeit und Wirkung

 

Die drei Säulen der Rhetorik sind Ethos, Logos und Pathos. Die beschreibt schon der griechische Philosoph Aristoteles im allerersten Lehrbuch der Rhetorik. Reduziert auf Logos, also reine Zahlen, Daten, Fakten bewegt sich meist wenig, wenn das Publikum nicht aus Vulkanieren besteht. Es werden auch Ethos und Pathos gebraucht, um Menschen zu überzeugen.

Zu Pathos gehört ein leidenschaftliches Gefühl, ein emotionaler Appell an das Publikum. Zu Ethos, dem Charakter gehört die Glaubwürdigkeit von Redner, die ihre Überzeugungskraft aus der wahrgenommenen Integrität beziehen.

Im Artikel Mimik, Rhetorik und Körpersprache: Tipps für Mimik die Redner steht finden Sie einige Anregungen.

P.S.

 

Kennen Sie Momente, in denen Sie keine Miene verziehen und wie reagieren Sie, wenn das jemand anderes macht?

Wir haben keinen Dialog gebraucht, wir hatten Gesichter. Billy Wilder

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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.

 

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 23. Februar 2012
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #56719
K: CNB
Ü: