Humankapital

Humankapital

Glossar

Humankapital

 

Das Humankapital (human capital) entspricht dem natürlich und durch Ausbildung erworbenen Leistungspotenzial (relevante Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse, Wissen und Können) eines Menschen.

Bei dem Humankapital, auch als physisches Kapital bezeichnet, handelt es sich um einen Begriff, der die menschliche Qualifikation insgesamt umfassen soll. Mit der Verwendung des Wortes Humankapital soll sprachlich eine Gleichstellung mit anderen wichtigen Ressourcen erreicht werden, wie beispielsweise Finanzkapital und Anlagevermögen.

Es ist damit also nicht zwangsweise eine Abwertung der Mitarbeiter beabsichtigt, sondern die Würdigung innerhalb des Produktionsprozesses. 

 

 

 

Kritik

 

Kritiker meinen, der Begriff Humankapital würde nicht nur Arbeitskräfte degradieren, sondern mache den Menschen allgemein zu einer nur noch ökonomisch interessanten Größe. Manche einen erinnert es an den Begriff Menschenkapital, den Karl Marx im „Kapital“ verwendete, um den Kapitalismus anzuprangern. Gut oder schlecht? Wie so oft ist Kontext und Absicht bei der Betrachtung notwendig, um zu erkennen, welchen Geistes es als Kind entspringt.

Der Begriff betriebliches Humankapital erkennt die hohe Bedeutung qualifizierter und motivierter Mitarbeiter für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Dadurch verändert sich die Unternehmens- und Personalpolitik. Mitarbeiter sind gerade nicht mehr nur reine Produktions- und Kostenfaktoren, sondern Menschen mit Bedürfnissen und Eigenarten.

Sollen die Produktion gesteigert werden und Kosten gesenkt werden, gilt es Leistungsbereitschaft und Fähigkeiten der Mitarbeiter zu erhalten und zu stärken.

 

 

 

Synonyme und verwandte Begriffe

 

Verwandte Begriffe sind Humanvermögen, Humanressourcen und Humanpotenzial, wobei oft die englischen Begriffe human capital, human resources bzw. human assets verwendet werden. 

P.S.

 

Gibt es eine bessere Bezeichnung als Humankapital?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:

Aller guten Dinge sind 3: Trikolon (Dreischritt) in Reden & Präsentationen

Aller guten Dinge sind Drei: Trikolon (Dreischritt) in Reden & Präsentationen

Rhetorische Stillmittel entstaubt und für Ihre Reden und Präsentationen nutzbar gemacht
Alle gute Dinge sind Drei: Trikolon (Dreischritt)

Rhetorisches Stilmittel Trikolon

 

Wie kann das rhetorische Stilmittel Trikolon für Ihre Reden und Präsentationen einen Beitrag leisten? Hier erfahren Sie es.

Trikolon

 

Das Trikolon, auch Drillingsformel genannt, ist ein Satzgefüge aus drei rhythmischen Sprecheinheiten (Einzahl Kolon, Mehrzahl Kola = Glied). Kola werden beim Sprechen durch leichte Atempausen gebildet. Sie geben dem Gesagten einen Rhythmus. Der Begriff Trikolon lässt sich aus dem Griechischen τρι ~ toi und κῶλον ~ Kolon ableiten und mit Dreierglied übersetzen. So offenbart schon die Übersetzung diese Stilfigur; es geht um eine sprachliche Einheit, die aus drei Gliedern besteht. Es wird häufig mit einem Höhepunkt (Klimax) und Alliterationen kombiniert, um die Wirkung zu steigern.

 

 

 

Beispiele

 

  • Veni, vidi, vici! Hier handelt sich auch gleich noch um eine Steigerung (Klimax) und da jedes Mal der gleiche Anfangsbuchstabe verwendet wurde auch um eine Alliteration.
    Ich kam, ich sah, ich siegte!
  • Verliebt, verlobt, verheiratet
    Dito.
  • Ich werde Sie achten, lieben, verehren!

 

 

 

Verwandtschaften

 

Häufig tritt das Trikolon in Verbindung mit anderen Wortfiguren der klanglichen Ähnlichkeit wie Alliteration (Wörter mit gleichem Anfangsbuchstaben) und Homoioteleuton (Wiederholung derselben Endsilbe) oder mit Wiederholungsfiguren wie Anapher (Wiederholung gleicher Wörter am Anfang eines Satzes), Klimax (Steigerung) und Polyptoton (Wiederholung eines Wortes bzw. Wortstammes mit Abwandlung) auf.

 

 

 

Verwendung

 

Was Sie davon haben, wenn Sie ein Trikolon verwenden? Viel! Durch die Aneinanderreihung verleiht das Trikolon dem Ausspruch eine gewisse Dynamik. Die Stilfigur Trikolon wirkt durch Kürze und Prägnanz eindringlich und energisch. Außerdem wirkt ein Trikolon wie eine Aufzählung, wodurch sie meist abgeschlossen und vollständig erscheint. So wird die Wahrscheinlichkeit gesteigert, dass die Botschaften sich beim Publikum einprägen.

 

 

 

Fazit

 

Die Einsatzmöglichkeiten des Trikolon sind umfangreich. Besonders in Produktpräsentationen werden sie häufig und erfolgreich genutzt. Ihre Wirkung entfalten sie jedoch auch in vielen anderen Bereichen. Deshalb lernen fortgeschrittene Redner mehr über deren zeitgemäßen Einsatz in der Rhetorik in den Kursen Rhetorik & Präsentation III und Rhetorik & Präsentation IV.

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

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Antworten auf häufige Fragen

Was ist ein Trikolon?

Ein Trikolon ist eine Stilfigur, bei der drei aufeinanderfolgende Worte, Sätze oder Gedanken in der gleichen syntaktischen Form vorkommen. Ein Trikolon dient dazu, die Aufmerksamkeit auf die drei Elemente zu lenken und ihre Bedeutung hervorzuheben.

Wozu ist ein Trikolon gut?

Ein Trikolon ist eine Stilfigur, die dazu dient, die Aufmerksamkeit auf drei aufeinanderfolgende Worte, Sätze oder Gedanken in der gleichen syntaktischen Form zu lenken und ihre Bedeutung hervorzuheben. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man ein Trikolon einsetzen kann, beispielsweise:

  • um eine Liste von Dingen aufzuzählen und die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte zu lenken
  • um eine bestimmte Aussage zu unterstreichen
  • um eine bestimmte Stimmung oder Atmosphäre zu vermitteln
  • um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, zum Beispiel durch die Wiederholung eines bestimmten Wortes oder einer bestimmten Phrase

Lässt sich ein Trikolon in Reden und Präsentationen einsetzen?

Ja, ein Trikolon kann in Reden und Präsentationen eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf bestimmte Aspekte zu lenken und die Bedeutung von Aussagen oder Ideen hervorzuheben. Es kann auch dazu beitragen, eine bestimmte Stimmung oder Atmosphäre zu vermitteln und die Wirkung der Rede oder Präsentation zu verstärken.

P.S.

 

Nutzen Sie das Trikolon in Ihren Reden und Präsentationen?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. März 2016
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #84287

Synekdoche (Ersetzung) als rhetorisches Stilmittel

Synekdoche (Ersetzung) als rhetorisches Stilmittel

Von wegen verstaubt!
 
Synekdoche (Ersetzung) als rhetorisches Stilmittel

Die Synekdoche in Reden und Präsentationen

 

Was Sie davon haben, wenn Sie eine Synekdoche verwenden? Je nachdem ob Sie ein Wort mit einem Begriff engerer oder allgemeinerer Bedeutung verwenden sorgen Sie für Abstraktion oder Spezifizierung. Und das kann ja durchaus mitunter hilfreich sein, oder?

 

 

 

Überblick

 

 

 

Synekdoche (Ersetzung)

 

Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe: Synekdoche. Die Synekdoche ist ein Stilmittel, das uns in Texten aller Art und literarischen Gattung begegnet und gehört zur Gruppe der Tropen. Die Synekdoche ersetzt einen Begriff durch einen anderen, der aus dem gleichen Bedeutungsfeld stammt und somit ein Teil des Wortes selbst ist oder ein Oberbegriff für dieses. Folglich kann die Bedeutung weit oder eng sein.

Die Bezeichnung der Stilfigur kommt vom griechischen Wort συνεκδοχή (synekdoché) = Mutverstehen. Diese Übersetzung liefert leider keine eindeutigen Hinweise zur Funktion dieser Stilfigur, wie das ansonsten häufig der Fall ist. Daher folgen einige Beispiele zu den unterschiedlichen Formen.

 

 

Formen der Synekdoche

 

 

Beziehung zwischen Teil und Ganzem

 

Die wichtigsten Arten der Syneckdoche sind Pars pro toto und Totum pro parte, die beide eine Beziehung zwischen Teil und Ganzem beschreiben.

 

 

Pars pro toto

 

Ein Teil steht für das Ganze.

 

Beispiel:
  • 100 Euro pro Kopf.
    Kopf steht für Bürger.

 

 

Totum pro parte

 

Das Ganze steht für ein Teil.

 

Beispiel:
  • Deutschland hat gewählt.
    Tatsächlich hat nicht ganz Deutschland sich an der Wahl beteiligt, sondern nur ein gewisser Anteil der wahlberechtigten Bevölkerung.

 

 

Beziehung zwischen Speziellem und Allgemeinen

 

Das Spezielle steht für das Allgemeine

 

Beispiele:
  • Brot für Nahrung
  • Ring für Ehe

 

 

Das Allgemeine steht für das Spezielle

 

Beispiele:
  • Menschen für Deutsche
  • Raubkatze für Löwe

 

 

Grammatische Beziehung

 

Singular steht für Plural

 

Beispiel:
  • Der Mensch ist gut.
    Steht für Menschheit.
  • Der Berliner liebt die Konversation.

 

 

Plural steht für Singular

 

Beispiel:
  • Wo waren wir stehen geblieben?
  • Wir überlegen uns jetzt weitere Beispiele.

 

 

Zeitliche Beziehungen

 

Das Frühere steht für das Spätere

 

Beispiele:
  • Korn für Brot
  • Hopfen steht für Bier

 

 

Das Spätere steht für das Frühere

 

Beispiel:
  • Wein für Traubensaft

 

 

Weitere Beispiele

 

  • Berlin kritisierte das Vorhaben der SPD.
    Berlin steht für die Regierung.
  • Die Armee befreite die Bevölkerung.
    Armee steht für Soldaten.
  • Iss deinen Teller gefälligst auf.
    Der Teller steht für die Mahlzeit.
  • Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…
    Tisch steht für Haushalt.
  • Unser täglich Brot gib uns heute.
    Brot steht für für Nahrung.
  • Er machte sich mit Kind und Kegel aus dem Staub.
    Kind steht für Familie und Kegel für Hausrat.
  • Wir müssen uns unter vier Augen unterhalten.
    Vier Augen stehen für zwei Personen.
  • Lasst uns den Weihnachtsbaum anzünden!
    Gemeint sind die Kerzen.

 

 

Verwandtschaften

 

Die Synekdoche ist mit der Metapher und der Metonymie verwandt, da diese auf einer ähnlichen Beziehung zwischen den einzelnen Wörtern beruhen. Allerdings gibt es Unterschiede. Von der Metapher lässt sie sich klar abgrenzen, wobei eine Grenzziehung zwischen Metonymie und Synekdoche nur bedingt möglich ist.

 

 

Metapher

 

Die Metapher ist mit der Synekdoche verwandt, weil beide darauf beruhen, dass das eigentliche Wort durch einen anderen Begriff ersetzt wird. Der Unterschied ist allerdings, dass die Synekdoche stets ein Wort aus dem gleichen Begriffsfeld ersetzt. Die Metapher ersetzt ebenfalls einen Begriff durch einen anderen. Im Gegensatz zur Synekdoche stammt dieser allerdings nicht aus dem gleichen Bedeutungsfeld und ist auch kein Unter- oder Oberbegriff und außerdem kein Teil des gemeinten Wortes.

 

 

Metonymie

 

Die Metonymie ist eine weitere Stilfigur, die der Synekdoche ähnelt. Die Grenzen zwischen Metonymie und Synekdoche sind fast fließend. Allerdings gibt es einige Merkmale, die die beiden Begriffe voneinander unterscheiden.

Der wesentlichste Unterschied besteht darin, dass die Synekdoche immer eine Beziehung zwischen Teil und Ganzem beschreibt und die Metonymie die Ersetzung durch einen Begriff meint, der in einem realen Bezug zu diesem steht. Die Synekdoche kann als spezielle Form der Metonymie betrachtet werden.

Bei der Metonymie wird in einem bestimmten Zusammenhang ein Begriff durch einen anderen ersetzt. Diese Ersetzung steht dabei in einer realen Beziehung zu dem, was der eigentliche Begriff bezeichnet. Das kann beispielsweise die Beziehung zwischen Erzeuger und Produkt sein.

 

 

Verwendung

 

Was Sie davon haben, wenn Sie eine Synekdoche verwenden? Je nachdem, ob Sie ein Wort mit einem Begriff enger oder allgemeiner hinsichtlich der Bedeutung verwenden, sorgen Sie für Abstraktion oder Spezifizierung – Weitwinkel oder Nahaufnahme mit Tele. Im NLP wird von Chunk gesprochen. So bringen Sie Abwechslung und Anschaulichkeit in die Rede. Auch dann, wenn Sie längere Zeit über ein begrenztes Thema sprechen.

 

 

Fazit

 

Lassen Sie uns ein Glas Wein auf die Synekdoche trinken. Sie gehört in den sprachlichen Baukasten und deshalb lernen fortgeschrittene Redner mehr über deren zeitgemäßen Einsatz in der Rhetorik in den Kursen Rhetorik & Präsentation III und Rhetorik & Präsentation IV.

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Rhetorisches Stilmittel Chiasmus. Chiasmen für Reden und Präsentationen

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43385
K:CNB
Ü:

Parallelismus als rhetorisches Stilmittel

Parallelismus als rhetorisches Stilmittel

Taugt das, oder kann das weg?

Parallelismus. Taugt das, oder kann das weg?

Parallelismus

 

Brauche ich das noch oder kann das weg? Wozu ist das rhetorische Stilmittel des Parallelismus heute noch zu gebrauchen?

 

 

Überblick

 

 

 

 

Parallelismen

 

Hilfst du mir, helfe ich dir. Der Parallelismus ist ein rhetorisches Stilmittel durch die Wiederholung derselben Wortreihenfolge in Sätzen, die aufeinander folgen. Gleiche Satzarten, die nacheinander folgen, weisen eine identische Abfolge ihrer Satzglieder (Subjekt, Prädikat, Objekt, Adverb etc.) auf. Oft werden sogar Wörter wiederholt, was die Parallelität verstärkt.

Der Begriff geht auf das griechische Wort παραλληλισμός (paralleles) zurück, was soviel bedeutet wie gleichlaufend oder in diesem Fall Nebeneinanderstellung. Die Übersetzung verweist somit darauf hin, worum es hier geht; um gleichlaufende, nebeneinandergestellte Satzglieder. So einfach ist das? Naja… Es gibt ein paar unterschiedliche Formen:

 

 

Formen

 

Zu den verschiedenen Formen des Parallelismus gehören antithetischer, parabolischer, stufenartiger, synonymer und synthetischer Parallelismus.

 

 

Antithetischer Parallelismus

 

Der antithetische (gegensätzlich, Gegensätze enthaltend) Parallelismus ist häufig im Einsatz. Während die Abfolge der Satzglieder gleich bleibt, wird die Aussage durch Bildung einer Antithese verstärkt. So stehen sich widersprüchliche Begriffe gegenüber, die die jeweilige Botschaft eindringlich vermitteln.

 

Beispiele:

 

  • Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen.
  • Friede den Hütten, Krieg den Palästen.
  • Lang war der Weg, kurz war der Kampf.
  • Schnell lief er hin, langsam kam er zurück.
  • Sein Bestes zu geben, muss nicht immer gut sein.

 

 

Parabolischer Parallelismus

 

Als parabolisch (eine Parabel betreffend, auf ihr beruhend, in der Art einer Parabel) oder auch allegorisch wird eine Aussage bezeichnet, die nur sinnbildlich zu verstehen ist. Der parabolische Parallelismus arbeitet mit unterschiedlichen Ebenen. So beinhaltet diese Form eine Bild- und eine Sachhälfte. Das heißt, dass der erste Teil ein Bild entwirft, das der zweite Teil auf die Sachebene überträgt.

 

Beispiel:

 

  • Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten. (Psalm 103, 13)

 

 

 

Stufenartiger Parallelismus

 

Dieser Form des Parallelismus liegen dreigliedrige Verse zugrunde, die sich inhaltlich steigern und die Satzglieder zugunsten der Erhöhung der Aussagekraft parallel anordnen. Die Wiederholung entscheidender Worte im Laufe der einzelnen Versglieder ist ein typisches Merkmal dieser Form, wobei der Gedanke vorangetrieben wird.

 

Beispiel:

 

  • Gewaltiger als vieler Wasser Gebraus, gewaltiger als die Brandung der Meere: allgewaltig in der Höhe ist Gott. (Psalm 93, 3-4)

 

 

Synonymer Parallelismus

 

Typisch für einen synonymen Parallelismus ist, dass die Wörter im ersten Teil mit denen aus dem zweiten Teil synonym sind und somit das Gleiche bedeuten. Da der Sinn der parallel angeordneten Satzglieder identisch ist, könnten die Wörter bei manchen synonymen Parallelismen ausgetauscht werden.

 

Beispiele:

 

  • Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.
  • Ich bin entdeckt, ich bin durchschaut (Friedrich Schiller in Maria Stuart).

 

 

Synthetischer Parallelismus

 

Beim synthetischen Parallelismus führt der zweite Satz- oder Versteil den ersten fort, wiederholt diesen nicht noch einmal, sondern entfaltet die Aussage weiter und bestimmt sie genauer. Bei einem solchen synthetischen Parallelismus ist die Parallelität der Satzglieder und Satzarten häufig kaum gegeben.

 

Beispiele:

 

  • Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? (Psalm 27, 1)
  • Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (Psalm 23, 1)
  • Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? (Psalm 27, 2)

 

 

Weitere Beispiele jenseits des Vatikans

 

 

Allgemein

 

  • Ein Mann, eine Frau, ein Rendezvous.
  • Erst gurten, dann starten.
  • Heiß ist die Liebe, kalt der Schnee. (Hermann Lens in Rote Husaren)
  • Hilfst du mir, helfe ich dir.

 

 

Beispiele aus der Politik

 

In der politischen Rede wird das Gesagte häufig bei Nutzung der gleichen Form mit etwas abgewandeltem Inhalt wiederholt. Dadurch erfolgt die Verstärkung der Worte und es hält den Gedanken noch einen Moment länger im Bewusstsein der Zuhörer, da dieser nicht sofort vom nächsten abgelöst wird.

 

  • Wer, wenn nicht wir, kann die gewaltigen Aufgaben unserer Zeit angehen? Wann, wenn nicht jetzt, können wir die Chance nutzen? (Angela Merkel)
  • Dies war mehr als ein Parteitag der Bestätigung. Dies wurde zu einem Parteitag der zuverlässigen Orientierung … (Willy Brandt)
  • Wir Sozialdemokraten treten an, die Regierung des Stillstandes abzulösen. Wir treten an, die notwendige Modernisierung menschlich zu gestalten. (Gerhard Schröder)
  • Ein Leben in Freiheit ist nicht leicht, und die Demokratie ist nicht vollkommen. (John F. Kennedy)

 

 

 

Verwandtschaften

 

Mit dem Parallelismus verwandt sind der Chiasmus und die Antithese.

Das stilistische Gegenstück ist der Chiasmus, bei dem die einzelnen Satzglieder nicht parallel, sondern gekreuzt, also beinahe spiegelbildlich, angeordnet werden.

Häufige Verwechslungen gibt es mit Anapher und Epipher. Doch, während bei der Anapher und der Epiphora mehrere Sätze immer mit demselben Wort oder derselben Wortgruppe beginnen bzw. enden, erkennen Sie den Parallelismus an derselben Anordnung der Satzglieder in mehreren Sätzen oder Satzteilen. Beim Parallelismus gibt es immer denselben Satzbau, auch wenn die Wörter unterschiedlich sein können.

 

 

 

Verwendung

 

Was Sie davon haben, wenn Sie Parallelismen verwenden? Mit diesem rhetorischen Stilmittel verleihen Sie Ihren Reden mehr Gewicht und machen sie gleichzeitig übersichtlicher und leichter erfassbar. Wird ein Parallelismus mit einem Trikolon, einer Alliteration oder Anapher bereichert, wird die rhythmische Wirkung einer Rede beachtlich gesteigert.

 

 

Fazit

 

Das ist doch mindestens so alt wie das alte Testament … Alt ja, altbacken nein! Die Einsatzmöglichkeiten von Parallelismen sind – auch jenseits der Kirchenkanzel –  umfangreich und deshalb lernen fortgeschrittene Redner mehr über deren zeitgemäßen Einsatz in der Rhetorik in den Kursen Rhetorik & Präsentation III und Rhetorik & Präsentation IV.

P.S.

 

Welchen Nutzen haben Parallelismen für Sie?

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:

Artikel

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Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 9. Mai 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43352
K:
Ü:

Autologie

Wohl eher etwas für Sprachverliebte: Autologie

Sprache und Rhetorik

Autologie

Autologie

 

Sie haben Spaß an Sprache? Im Artikel geht es um die heutige Verwendung der Autologie in der Rhetorik. Eher ein Thema für fortgeschrittene Redner.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Autologie? Wohl eher etwas für Sprachverliebte

 

Der Ausdruck Autologie (von griechisch autos = selbst und logos = Wort) tummelt sich in unterschiedlichsten Verwendungsbereichen. Früher stand der Begriff in der Umgangssprache für eine eitle, übermäßige Rede einer Person von sich selbst oder auch wertneutral für Selbstbeschreibung, Autobiografie oder einfach für eine auf die eigene Person bezogene Rede. So richtig sauber ist deren Verwendung damit nicht definiert.

Doch Sprache verändert sich. Im Artikel geht es bei der Autologie um die heutige Verwendung: Eine Autologie ist eine Aussage oder auch ein einzelnes Wort, das eine Eigenschaft, die es selbst besitzt, beschreibt. So weist beispielsweise das Wort „achtzehnbuchstabig“ selbst 18 Buchstaben auf und ist somit eine Autologie.

 

 

 

Beispiele

 

  • Abk.
    Abk. ist eine Abkürzung für „Abkürzung“
  • Abstraktum
    Ein Abstraktum ist ein Substantiv, mit dem etwas Nichtgegenständliches bezeichnet wird beispielsweise Sprache oder Abstraktum.
  • achtzehnbuchstabig
    1, 2, 3,… Das Wort achtzehnbuchstabig weist selbst 18 Buchstaben auf.
  • adjektivistisch
    Es ist selbst ein aus einem anderen Wortstamm abgeleitetes Adjektiv
  • adverbial
    Adverbial kann in einem Ausdruck beispielsweise wie hier, adverbial verwendet werden
  • Anapäst
    Anapäst ist ein Versfuß aus zwei unbetonten und einer betonten Silbe, z. B. Anapäst.
    Noch Fragen? Wikipedia hilft! (externer Link).
  • Buzzword
    Buzzword wurde mittlerweile selbst zum Buzzword
  • Daktylus
    Daktylus ist ein Versfuß aus einer betonten und zwei unbetonten Silben, z. B. Daktylus.
    Ich habe es nicht so mit dem Versfuß. Wikipedia gibt Auskunft (externer Link)
  • deutsch
    Es ist selbst ein Wort der deutschen Sprache
  • Dies ist ein Satz.
    Stimmt doch, oder?
  • dreisilbig
  • Hiat
    Hiat (auch Vokalzusammenstoß) bezeichnet das Aufeinandertreffen zweier Vokallaute an der Silbengrenze, wie etwa in Hiat.
  • kurz
    Selbst ein kurzes Wort
  • Neutrum
    Ein Neutrum ist selbst ein Neutrum
  • Nomen
    Ein Nomen ist selbst ein Nomen
  • Nominativ
    Nominativ steht selbst im Nominativ
  • Oxymoron
    Das Wort Oxymoron ist ein Widerspruch in sich (es bedeutet scharfsinnig-dumm) ein Oxymoron ist zum Beispiel ein „stummer Schrei“. Umfangreichere Erklärung Oxymoron gefällig?
  • schwyzerdütsch
    Diese Bezeichnung für Wörter aus dem Schweizer Dialekt wird selbst gern in ihrer schweizerdeutschen Form benutzt.
  • Singular
    Singular steht selbst im Singular.
  • Substantiv
    Substantiv 
ist selbst ein Substantiv.
  • technolektisch
    Technolektisch ist 
ein fachsprachlicher Ausdruck für fachsprachlich.
  • TLA
    TLA ist die Abkürzung für three-letter acronym
  • Unwort
    Unwort ist selbst ein Unwort
  • vierundzwanzigbuchstabig
    Das Wort hat 24 Buchstaben.
  • Wort
    Wort ist selbst ein Wort.

 

 

 

Verwendung

 

Wohl eher etwas für Fortgeschrittene: Für Menschen mit Spaß an der Sprache sind Autologien wie Cocktailkirschen; eine Gelegenheit, sich auszutoben. Zuhörenden werden sie allerdings ohne besondere Darstellung meist nicht auffallen.

P.S.

 

Habt du Erfahrungen mit Autologien?

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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4339
K:CNB
Ü:

Wichtige Begriffe der Rhetorik: Topos beziehungsweise Mehrzahl Topoi

Die Erde ist rund! Die Mehrzahl von Topos ist Topoi

Wichtige Begriffe der Rhetorik

Wichtige Begriffe der Rhetorik: Topos beziehungsweise Mehrzahl Topoi

Topoi

 

Topoi wurden schon in der antiken Rhetorik eingesetzt. Erfahren Sie, wie Sie mit der Hilfe der Topoi an der Vorstellungswelt ihres Publikums anknüpfen und so Rapport fördern.

Überblick

 

 

 

 

Bedeutung

 

Als Topos (Mehrzahl Topoi, von altgriechisch τόπος topos, mit der Bedeutung Ort, Thema) wird ein Gemeinplatz, eine stereotype Redewendung, ein vorgeprägtes Sprachbild, ein Beispiel oder Motiv verstanden. Der Begriff taucht in der klassischen Literatur recht häufig auf.

 

 

 

Ursprung

 

Topoi wurden schon in der antiken Rhetorik eingesetzt. In der Phase der inventio, des Sammelns des zu besprechenden Stoffes, werden Topoi als Mittel der Beweisführung aufgegriffen. Mit der Hilfe der Topoi knüpfen Redner an der Vorstellungswelt ihres Publikums an und fördern so Rapport. Die Topoi formulieren allseits bekanntes Wissen, das nicht angezweifelt wird. So macht der Einsatz von Topoi es wahrscheinlicher, dass die Zuhörer der Rede folgen. Sie fühlen sich wie auf vertrautem Terrain. Insofern hat die damalige Bedeutung des Begriffes eine positive Bedeutung, weil der Einsatz von Topoi auf diese Vertrauen gewinnende Weise für den Redner hilfreich ist.

 

 

 

Bedeutungswandel der Übersetzung

 

Heutzutage hat die Übersetzung von Topos als Allgemeinplatz eine eher negative Bedeutung. Zu antiken Zeiten waren es keine lästigen Stereotypen, sondern formale Plätze im Sinne allgemeiner Begriffe und Sätze. Sie halfen bei der Vorbereitung von Reden, der Orientierung und der Wahl wirksamer Argumente. Das Argumentieren mit anerkannten festgelegten Vorstellungen und Begriffen im Rahmen der Aufzählung von Beweisgründen an sich gilt auch heute noch als empfehlenswert.

Im Mittelalter veränderte sich die Bedeutung bis hin zur heutigen Bedeutung von Gemeinplätzen, die meist eher abwertend – im Sinne von abgegriffene, banale Redensart, Plattheit, Plattitüde – ist. Mal gefeiert, mal verdammt, je nachdem welche Bedeutung zugrunde gelegt wurde.

 

 

 

Aristoteles

 

Aristoteles verwendet den Begriff Topos sehr häufig in der Beschreibung der aristotelischen Rhetorik. Es ist jedoch schwierig zu erkennen, was genau er unter einem Topos verstand, weil Aristoteles den Topos nicht genau definiert. Er gibt aber in der Topik (Externer Link zu Wikipedia) eine große Anzahl von Beispielen.

 

 

 

Alltagsweisheiten

 

Wer der heutigen Sichtweise nahesteht, versteht unter topischem Argumentieren – im Gegensatz zu rationalem Argumentieren – die Argumentation mit Alltagsweisheiten, die oft auf Einzelfälle nicht zutreffen. Solche Allgemeinplätze formulieren gerne Regeln, die gar keine Regeln sind, sondern schlichtweg Verallgemeinerungen. Bei der Analyse von Argumenten, die auf solchen Bausteinen beruhen, lässt sich leicht der Hebel ansetzen, um sie auseinanderzunehmen. Wobei das voraussetzt, dass dafür im Publikum sowohl das Wissen und die Bereitschaft vorhanden sind.

Fluff: Gerade bei Politikern sind sie sehr beliebt; Allgemeinplätze, statt konkrete Fakten. In der vernebelnden Form sind sie in der Regel wahrlich weitgehend entbehrlich. Wobei das Spiel mit ihnen wiederum ein recht erbaulicher Zeitvertreib sein kann.

Eine Sammlung von Gemeinplätzen sind auf der Seite von Christoph von Zastrow zu finden. Wer es lieber gedruckt mag, kann zum Buch von Gustave Flaubert greifen: Das Wörterbuch der Gemeinplätze, auch gerne als Klassiker des alltäglichen Bullshits bezeichnet.

 

Beispiele für Gemeinplätze im heutigen Sinne:

  • Die Erde hat ihre Grenzen, aber die menschliche Dummheit ist unendlich.
  • Der Ball ist rund.
  • Heute. Die Erde ist rund. Früher: Die Erde ist eine Scheibe und der Mittelpunkt des Universums.
  • Am Ende wird alles gut.
  • Absolute Sicherheit gibt es nicht.
  • Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.
  • Risiko gehört zum Leben.
  • Politiker machen ohnehin was sie wollen.
  • Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

 

 

 

Fazit

 

Während Gemeinplätze in der heutigen Bedeutung zahlreiche Nachteile bei der Verwendung mit sich bringen, ist die ursprüngliche Idee der Topoi weiterhin sehr förderlich. Werden Aussagen mit akzeptierten Modellen verknüpft, haben sie eine größere Chance angenommen oder zumindest genauer betrachtet zu werden.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

P.S.

 

Setzen Sie dieses rhetorische Mittel ein?

Vorsicht, Kommentare!

 

Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.

Fühle dich gerade dazu ermuntert, ich mag das!

Artikel

Gestern-Heute-Morgen-Redeformel: Einfach und gut für Stegreifreden, Reden und Präsentationen

Eine der leichtesten Möglichkeiten, einer Rede Struktur zu geben, ist die Redeformel Gestern – Heute – Morgen. Der einfache Aufbau eignet sich außerdem sehr gut für spontane Redegelegenheiten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. Februar 2016
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #753317
Ü:
K:

Von wegen eindeutig: Oxymoron als rhetorisches Stilmittel

Von wegen eindeutig: Oxymoron als rhetorisches Stilmittel

Wichtige Begriffe der Rhetorik

 

Oxymoron als rhetorisches Stilmittel

 

Oxymoron? Erfahren Sie, wie Sie Oxymora als Stilmittel in der Rhetorik in Ihren Reden und Präsentationen einsetzen können.

Oxymoron

 

Der Begriff Oxymoron ist auf das griechische Wort oxýmōron zurückzuführen, welches sich aus Oxyd = scharf(sinnig) und Moros = dumm, stumpf, träge zusammensetzt. Ein Oxymoron ist eine Begrifflichkeit oder eine rhetorische Figur, die sich aus zwei gegensätzlichen oder widersprechenden Begriffen zusammensetzt. Der Widerspruch kann hierbei in einem Begriff auftauchen, in einer Gruppe von Worten oder in einem Satz. Gemäß der griechischen Übersetzung bildet das Wort an sich schon einen Widerspruch (scharf-stumpf). Und weil das Wort Oxymoron damit ist, was es benennt, handelt es sich um eine Autologie. Das hat es übrigens mit dem Wort „achtzehnbuchstabig“ gemeinsam, um das es allerdings in einem anderen Artikel geht.

Die Absicht zählt: Es handelt sich nur dann um ein Oxymoron, wenn es bewusst als Stilmittel eingesetzt wird. Widersprüchliche Wortpaare, Formulierungen oder Aussagen können ja auch mehr oder weniger zufällig entstehen. Das liegt dann am allgemeinen Sprachgebrauch, der Unwissenheit des Nutzers oder einem Versehen. Ein Oxymoron ist es dann aber nicht. Ein Oxymoron entsteht also nicht zufällig oder unbewusst.

 

 

 

Spezialfall des Oxymorons

 

Ein verbreiteter Spezialfall des Oxymorons ist die Contradictio in adjecto (lat. = Widerspruch in der Beifügung). Dort steht ein Adjektiv, welches normalerweise ein Substantiv näher erläutert, im Widerspruch zu diesem.

Beispiele

 

  • bittersüß
  • Bürgeradel
  • Flüssiggas
  • Friedenskämpfer
  • Hassliebe
  • Luxusscheune
  • Minuswachstum
  • Originalkopie
  • Oxymoron
  • Regelausnahme
  • Verschlimmbesserung
  • Wahlpflicht

Beispiele für Contradictio in adjecto

 

  • alter Knabe
  • beredtes Schweigen
  • Eile mit Weile
  • Ein winziger Riese
  • Ein gezwungener Freiwilliger
  • Ein ehrlicher Lügner
  • Ein Leben lang tot sein
  • geliebter Feind
  • sachliche Romanze
  • offenes Geheimnis
  • exakte Schätzung
  • individueller Standard
  • stummer Schrei
  • vorläufiges Endergebnis

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

 

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss’ner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

 

Und ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
saß auf einer grünen Kiste,
die rot angestrichen war.

 

Neben ihm ’ne alte Schrulle,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
in der Hand ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.

Das Gedicht lebt von Oxymora und Paradoxien bzw. offensichtlichen Widersprüchen. Werden unsinnige Wortpaare wiederholt, kann das komisch wirken.

Wozu sind sie gut, die Oxymora?

 

Ein Oxymoron wird bewusst als Stilmittel eingesetzt. Beispielsweise um provokativ oder mahnend auf einen Missstand hinzuweisen, der in einem Widerspruch endet oder sich bereits in einem befindet. Es wirkt wie ein Stolperstein. Wobei auch hier mitunter das offene Geheimnis gilt: Weniger ist mehr. Verzeihung, das war ein absichtliches Versehen.

 

 

Absichten beim Einsatz

 

Grundsätzlich lassen sich drei wesentliche Absichten benennen, wenn ein Oxymoron zum Einsatz kommt:

 

 

 

1. Aussagen verstärken

 

Der Autor möchte die Aussage verstärken. Dafür verwendet er eine in sich widersprüchliche Formulierung, über die der Leser gewissermaßen stolpert. Der Autor kann ein Oxymoron aber auch einsetzen, um eine Aussage nicht nur zu unterstreichen, sondern sie in provokanter Art zu überspitzen.

 

 

2. Auf Doppel- oder Mehrdeutigkeit hinweisen

 

Durch ein Oxymoron kann auf die Doppel- oder Mehrdeutigkeit eines Sachverhaltes hingewiesen werden. So kann verdeutlicht werden, dass es einen sowohl-als-auch-Zustand gibt, indem zwei scheinbar gegensätzliche Begriffe oder die beiden jeweiligen Extreme miteinander kombiniert werden.

 

 

3. Humor

 

Ein Oxymoron kann lustig gemeint sein, also Humor und Witz ausdrücken, Ironie oder Sarkasmus wiedergeben.

Verwandtschaften

 

Das Gegenteil eines Oxymorons ist die Tautologie oder der Pleonasmus. Der Rest der Familie stellt sich in eigenen Artikeln vor, und wer mehr über deren zeitgemäßen Einsatz in der Rhetorik erfahren will, findet dazu in den Kursen Rhetorik & Präsentation III und Rhetorik & Präsentation IV Gelegenheit.

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du – und was würde den größten Unterschied machen?

 

Wie wirkst du mit deiner Präsentation, Rede oder deinem Auftritt auf andere?

Welche Botschaften kommen klar an?

Wo entsteht Präsenz?

Wo verliert die Wirkung an Kraft?

Und welche Veränderungen würden den größten Unterschied machen?

Ein Probelauf mit professionellem Feedback schafft dafür eine gute Grundlage.

Seit 1998 analysiere ich Reden und Präsentationen. Dabei verbinde ich meine Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing, Präsentationspraxis und persönlicher Wirkung.

Du erhältst eine klare Rückmeldung dazu,

  • was bereits gut funktioniert,
  • wie deine Botschaft beim Publikum ankommt,
  • wo Potenzial für mehr Klarheit und Wirkung liegt,
  • welche Veränderungen besonders lohnend sind
  • und wie du deinen Auftritt konkret weiterentwickeln kannst.

Bei einer anstehenden Rede oder Präsentation arbeiten wir unmittelbar an deinem realen Auftritt.

Wir können beispielsweise Botschaft, Dramaturgie, Sprache, Körpersprache, Stimme, Präsenz, Folien sowie den Umgang mit Fragen und Einwänden betrachten.

Der Vorteil eines Probelaufs ist einfach: Du erfährst vorher, was einen Unterschied machen kann – und kannst es noch nutzen.

Auch eine einzelne konzentrierte Sitzung kann bereits wertvolle Hinweise liefern.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Artikel

Gestern-Heute-Morgen-Redeformel: Einfach und gut für Stegreifreden, Reden und Präsentationen

Eine der leichtesten Möglichkeiten, einer Rede Struktur zu geben, ist die Redeformel Gestern – Heute – Morgen. Der einfache Aufbau eignet sich außerdem sehr gut für spontane Redegelegenheiten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2007
Überarbeitung: 1. Juli 2020
AN: #433147
K: CNB
Ü:

Pleonasmus als rhetorisches Stilmittel. Finger weg von toten Leichen

Finger weg von toten Leichen: Pleonasmus als rhetorisches Stilmittel

Mehrfach doppelgemoppelt
 
Pleonasmus als rhetorisches Stilmittel

Pleonasmus

 

Ein Pleonasmus kann als Stilmittel in der Rhetorik eingesetzt werden, falsch genutzt leidet die Wahrnehmung der Kompetenz des Nutzers. Erfahren Sie, worauf zu achten ist.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Pleowas?

 

Der Pleonasmus ist ein Stilmittel und eine rhetorische Figur. Als Pleonasmus wird die Wiederholung von sinngleichen, jedoch unterschiedlichen Wörtern bezeichnet. Die Stilfigur liegt also vor, wenn in einer Wortgruppe ein bestimmter Inhalt mehrfach und auf unterschiedliche Art zum Ausdruck gebracht wird. Je nach Zusammenhang und Bewertung kann ein Pleonasmus als Stilmittel oder auch als Stilfehler gewertet werden.

Das Wort Pleonasmus wurde aus dem Griechischen abgeleitet (πλεονασμóς pleonasmós) und lässt sich wohl am besten übersetzen mit „Überfluss“. Das unterstreicht gut den inhaltlichen Überfluss, da beim Pleonasmus mehrere Wörter aneinandergereiht werden, die allesamt das Gleiche meinen. Doppelt hält besser! Diese Wörter liefern also keine zusätzlichen Informationen.

 

Beispiele:

  • Dichtes Gedränge
  • Schwarzer Rappen
  • Lauter Krach
  • Feuchtes Nass
  • Runde Kugel

Doppelgemoppelt: Die Adjektive sind vollkommen überflüssig, weil sie keine zusätzlichen Informationen hinzufügen.

Wir haben es mit Pleonasmen zu tun, wenn sprachliche Mittel genutzt werden, die keinerlei zusätzliche Information zu dem bisher Gesagten liefern. Nochmal?

 

 

Und weshalb sollte ich mich mit Pleonasmen beschäftigen?

 

Wozu ist er gut, dieser Pleonasmus? Der Pleonasmus kann einerseits bewusst als Stilmittel genutzt werden, allerdings auch das Anzeichen für schlechten Stil oder eingeschränkte sprachliche Fähigkeiten sein. Während er dem Redner als Stilmittel dient, schadet er bei ungeschicktem Gebrauch. Es ist wichtig, die Wirkung zu kennen.

 

 

 

Sprachliche Stolpersteine

 

Mitunter ist die Bedeutung eines Wortes nicht so eindeutig wie es scheint. Schließlich erfahren Worte ja auch im Laufe der Zeit eine Entwicklung. Es gibt dadurch Worte, die Pleonasmen sind und dennoch nicht zu diesen gezählt werden. Als Beispiel kann das Wort Fußpedal gelten. Das Wort stammt zwar vom lateinischen pedalis ab, was in etwa „zum Fuß gehörig“ bedeutet. Fußpedal wäre somit ein Pleonasmus. Nur ist die Bedeutung heute kaum noch bekannt.

Prinzipiell lassen sich Satzkonstruktionen als Pleonasmen identifizieren, die mehrere Wörter aneinanderreihen, die inhaltlich gleichbedeutend sind und keine neuen Informationen hinzusteuern.

 

 

 

Sprachliche Einbürgerung

 

Der Zahn der Zeit nagt auch an der Sprache. Wenn die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes immer weiter in Vergessenheit gerät, kann es vorkommen, dass wir den Pleonasmus sogar in unsere Alltagssprache übernehmen.

Wirkung und Funktion des Pleonasmus

 

Ein Pleonasmus kann die Wirkung einer Aussage enorm verstärken, denn durch die inhaltliche Dopplung wird die Aussage auf die Spitze getrieben. Allerdings gelten pleonastische Konstruktionen, die keinen rhetorischen Hintergrund haben, als schlechter Stil, Stilbruch oder auch Stilblüten. Autsch: Wer sie unbeabsichtigt verwendet, wirkt dadurch weniger kompetent.

 

 

 

Verwandtschaft zu anderen Stilmitteln der Rhetorik

 

Das Gegenstück zum Pleonasmus ist die Ellipse, während das Stilmittel der Tautologie (gleichbedeutende Wörter derselben Wortart) nahezu synonym zum Pleonasmus verwendet werden kann. Hingegen grenzt sich der Pleonasmus ganz klar ab vom Hendiadyoin (annähernd sinngleiche Begriffe verstärken sich hier nicht gegenseitig, sondern ergeben gemeinsam einen übergeordneten Sinn). Das logische Gegenstück zum Pleonasmus ist das Oxymoron. Hierbei werden Begriffe verknüpft, die sich nicht doppeln, sondern gegenseitig ausschließen. Bahnhof? Ein Klick auf die Begriffe wirkt erhellend!

  • alter Greis
    Greis = alter Mann
  • andere Alternative
  • anfängliche Startschwierigkeiten
  • aufoktroyieren
    oktroyieren = auferlegen, aufzwingen
  • augenblicklicher Moment
  • Augenoptiker
  • auseinander dividieren
  • auseinanderklaffen
  • Außenfassade
  • Baumallee
  • bisheriger Status quo
    Status quo = bisheriger Status
  • brennende Flamme
  • Düsenjet
    engl. Jet = Düse
  • Cuttermesser
  • einsuggerieren
    suggerieren = einflößen
  • Einzelindividuum
    Individuum = einzelne Person, Einzelwesen
  • emotionales Gefühl
  • erste Vorboten
  • falsche Unterstellung
  • fundamentale Grundlagen
  • geschichtshistorisch
  • Gesichtsmimik
  • Glasvitrine
    frz. Vitre = Glasscheibe
  • Gratis-Geschenk
  • Haarfrisur
  • harter Diamant
    Diamant = sehr harter Edelstein
  • heiße Flamme
    Die üblichen Flammen sind stets höher temperiert
  • heiße Thermalquellen
    Thermalquellen = heiße Quellen
  • herausselektiereren
  • HIV-Virus
    HIV = Humane Immundefizienz-Virus
  • hinzuaddieren
    addieren = hinzuzählen, hinzufügen
  • hohle Phrase
  • ISBN-Nummer
    ISBN = International Standart Book Number
  • Internationale Raumstation ISS
    ISS = International Space Station
  • Internet-Webseite
  • jüdische Synagoge
  • kaltes Eis
  • klammheimlich
    lat. clam = heimlich
  • kleiner Obolus
    Obolus = kleiner Geldbetrag
  • La-Ola-Welle
    span. la ola = die Welle
  • leere Floskel
  • laut schreien
  • leuchtendes Licht
    Licht leuchtet üblicherweise
  • lohnenswert
  • magische Verzauberung
  • manuelle Handarbeit
  • marginale Randerscheinung
  • Mitbeteiligung
  • nachfolgend
  • natürlicher Instinkt
  • neu renovieren
    renovieren = erneuern
  • öffentlich publik machen
  • offizielle Amtssprache
  • persönliche Anwesenheit
  • Pulsschlag
    lat. pulsus = Schlag
  • persönliche Meinung
  • PIN-Nummer
    PIN = Personal Identifaction Number
  • Rückantwort
  • rückvergüten
  • runde Kugel
    Kugel = runder Körper
  • Schießgewehr
  • Schlagzeile in den Medien
  • schlussendlich
  • seltene Raritäten
  • Speisenrestaurant
  • runder Kreis
  • schwarzer Rabe
    Rabe = schwarzer Vogel
  • schwarzer Rappe
    Rappe = schwarzes Pferd
  • seltene Ausnahme
    Ausnahme = seltene Abweichung
  • stillschweigend
  • studierter Akademiker
  • subjektive Meinung
  • Testversuch
  • tote Leiche
  • Trommelrevolver
  • unnötige Überflüssigkeit
  • verrückter Irrer
  • Vogelvoliere
  • Vorderfront
  • vorprogrammieren
  • weibliche Kandidatin
  • weißer Schimmel
    Schimmel = weißes Pferd (Pingelig? Ja, meinetwegen gibt es feine Abstufungen)
  • weltweite Globalisierung
  • zeitlich befristet
  • zeitliche Verzögerung
  • Zukunftsprognosen
    Prognose = Vorhersage
  • zusammenaddieren
  • zusammenmischen

Wirkung und Funktion des Pleonasmus

 

Ein Pleonasmus kann die Wirkung einer Aussage enorm verstärken, denn durch die inhaltliche Dopplung wird die Aussage auf die Spitze getrieben. Allerdings gelten pleonastische Konstruktionen, die keinen rhetorischen Hintergrund haben, als schlechter Stil, Stilbruch oder auch Stilblüten. Autsch: Wer sie unbeabsichtigt verwendet, wirkt dadurch weniger kompetent.

 

 

 

Verwandtschaft zu anderen Stilmitteln der Rhetorik

 

Das Gegenstück zum Pleonasmus ist die Ellipse, während das Stilmittel der Tautologie (gleichbedeutende Wörter derselben Wortart) nahezu synonym zum Pleonasmus verwendet werden kann. Hingegen grenzt sich der Pleonasmus ganz klar ab vom Hendiadyoin (annähernd sinngleiche Begriffe verstärken sich hier nicht gegenseitig, sondern ergeben gemeinsam einen übergeordneten Sinn). Das logische Gegenstück zum Pleonasmus ist das Oxymoron. Hierbei werden Begriffe verknüpft, die sich nicht doppeln, sondern gegenseitig ausschließen. Bahnhof? Ein Klick auf die Begriffe wirkt erhellend!

P.S.

 

Setzen Sie dieses oder andere rhetorische Stilmittel bewusst ein? Kennen Sie weitere Beispiele?

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?

 

Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?

Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.

Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.

 

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

Artikel

Gestern-Heute-Morgen-Redeformel: Einfach und gut für Stegreifreden, Reden und Präsentationen

Eine der leichtesten Möglichkeiten, einer Rede Struktur zu geben, ist die Redeformel Gestern – Heute – Morgen. Der einfache Aufbau eignet sich außerdem sehr gut für spontane Redegelegenheiten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2009
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #433134
K:CNB
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Sprachliche Stilmittel: Alliterationen. Was bringen sie Reden und Texten?

Sprachliche Stilmittel: Alliterationen. Was bringen sie Reden und Texten?

Klipp und klar, Bausch und Bogen ... Sprachkompetenz für Reden, Präsentqationen und ...
Sprachliche Stilmittel: Alliterationen

Alliterationen

 

Die Alliteration ist ein sprachliches Stilmittel, das in das Gepäck guter Redner gehört. Sie sorgt für Aufmerksamkeit, ist gut einprägsam. Es gehört zu den Herausforderungen von Rednern, das Publikum zu motivieren und dafür zu sorgen, dass es die Botschaften im Gedächtnis behält. Dieser Artikel enthält neben der Beschreibung auch Beispiele.

Sprache

 

Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten.

Marie von Ebner-Eschenbach

Definition Alliteration

 

Die Alliteration ist ein Stilmittel, das in zahlreichen Texten auftaucht und häufig in der Werbung und in den Medien zum Einsatz kommt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus aneinandergereihten Begriffen mit gleichen Anfangslauten besteht. Sie sorgt für Aufmerksamkeit und ist gut einprägsam.

Eine Sonderform ist das Tautogramm, bei dem nicht nur der Anlaut gleich oder eine Häufung zu beobachten ist, sondern (so gut wie alle) Anfangsbuchstaben innerhalb eines Textes identisch sind.

Beispiele

  • Baum und Borke
  • Bausch und Bogen
  • Biegen oder Brechen
  • bei Nacht und Nebel
  • bei Wind und Wetter
  • Buß- und Bettag
  • da und dort
  • Donner und Doria
  • drauf und dran
  • durch dick und dünn
  • der Rubel rollt
  • Feuer und Flamme sein
  • fix und fertig sein
  • Flora und Fauna
  • frank und frei
  • Freund und Feind
  • Geld und Gut
  • Gift und Galle spucken
  • Glanz und Gloria
  • im Großen und Ganzen
  • gut und gern etwas wert sein
  • Haus und Hof
  • Hand und Herz
  • heimischer Herd
  • hin und her
  • hoch und heilig versprechen
  • hüh und hott
  • klipp und klar
  • mit Kind und Kegel
  • kurz und knapp
  • Kunst und Krempel
  • Land und Leute
  • mit Mann und Maus
  • mit Schimpf und Schande
  • mit Zittern und Zagen
  • nicht wanken und nicht weichen
  • null und nichtig
  • von Pontius zu Pilatus
  • Wald und Wiese
  • Wiener Walzer
  • wilder Wald
  • Wind und Wetter trotzen
  • Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
  • Witwen und Waisen
  • Wohl und Wehe
  • zittern und zagen

Und wozu sind Alliterationen gut?

 

Durch den Gleichklang bestimmter Buchstaben kommt es zu einem deutlicheren Rhythmus. Die Aussage gelangt so leichter ins Gedächtnis der Empfänger. Alliterationen intensivieren somit Botschaften, wirken verspielt, sorgen für Aufmerksamkeit, erhöhen den Erinnerungswert und bleiben so besser haften.

 

 

Alliterationen als Überschriften und …

 

Alliterationen erleichtern es kurze und knackige Überschriften einprägsam zu formulieren. Diese Überschriften gehen leicht von der Zunge und prägen sich als Reime gut ein. Elemente der Intensivierung, Dramatisierung aber auch leicht ironisch-humoresken Anklangs schlagen sich ebenfalls dort nieder. Sie machen harte Aussagen weicher. Das sorgt dafür, dass Alliterationen sich in der Werbung und der Presse tummeln. Auch für die Bezeichnung von Veranstaltungen werden gerne Alliterationen verwendet wie Titel, Thesen, Temperamente im Ersten (ARD). Doch auch in der Rhetorik haben sie ihren verdienten Platz als Stilmittel. Clever  eingesetzt – insbesondere hinsichtlich der Zielgruppe – können sie interessante Beiträge leisten.

Werden vollkommen neue Alliterationen geschaffen, die der Zielgruppe nicht aus dem Alltag bekannt sind, hinterlassen diese einen besonderen Eindruck.

 

Formen von Alliterationen

Einzelwörter

 

  • alle Achtung
  • bestens bekannt
  • besondere Belastung
  • gern geschehen
  • glückliche Gewinner
  • grob geschätzt
  • hoch hinaus
  • heißer Herbst
  • kalte Küche
  • kein Kommentar
  • kluger Kopf
  • langer Lulatsch
  • lass los!
  • lebende Legende
  • Leinen los
  • Mama mia
  • Mist machen
  • Mut machen
  • nette Neuerungen
  • oben ohne
  • peinliche Pannen
  • rechtliche Risiken
  • richtige Richtung
  • schöner Schein
  • sechster Sinn
  • starke Stimme
  • vollstes Vertrauen
  • wahre Wohltat
  • wahre Wunder
  • wider Willen
  • Wünsche wecken
  • Zähne zeigen
  • Zahn ziehen
  • Zeche zahlen

 

 

Verknüpfung

 

  • ab und an
  • Arzt oder Apotheker
  • auf und ab
  • Backen und Banken
  • Baum und Borke
  • Bauch des Berges
  • Bausch und Bogen
  • Beruf und Berufung
  • Betreuung und Beratung
  • blond und blöd
  • Brot und Butter
  • bunt statt braun
  • Bus und Bahn
  • da und dort
  • Depp vom Dienst
  • Dichter und Denker
  • Donner und Doria
  • drauf und dran
  • drinnen wie draußen
  • dumm und dämlich
  • dumm und dusselig
  • durch dick und dünn
  • Ecken und Enden: an allen ~
  • Ende der Erde
  • Feuer und Flamme
  • flau und flach
  • Flora und Fauna
  • Film und Fernsehen
  • fix und fertig
  • Frack und Fliege
  • für den Fall, dass …
  • Fürst der Finsternis
  • gang und gäbe
  • ganz und gar
  • gefeiert und gefeuert
  • Gift und Galle spucken
  • Glanz und Glamour
  • Glanz und Gloria
  • gut und günstig
  • Großen und Ganzen
  • gut und gerne
  • Hände zum Himmel
  • hart aber herzlich
  • Haus und Hof
  • Haut und Haar
  • Heft des Handelns
  • Heim und Haus
  • Heim und Herd
  • Hemd und Hose
  • Herz und Hirn
  • hier und heute
  • Himmel und Hölle
  • hin- und her
  • hoch und heilig
  • hoffe es hilft
  • Hü und Hott
  • Kaffee und Kuchen
  • Kind und Kegel
  • klar wie Kloßbrühe
  • klipp und klar
  • klotzen statt kleckern
  • knickrig und knauserig
  • Kimme und Korn
  • knirscht und kracht
  • kommen und kaufen
  • Könige und Kaiser
  • Kopf und Kragen
  • Kunst und Kultur
  • kurz und klein
  • kurz und knackig
  • kurz und knapp
  • Lack und Leder
  • Lamm und Löwe
  • Land des Lächelns
  • Land und Leute
  • lass mich leben!
  • Leib und Leben
  • lieben und leben
  • Liebe meines Lebens
  • Lust und Laune
  • Lust und Last
  • Lust und Liebe
  • macht müde Männer munter
  • Mann im Mond
  • Mann oder Memme
  • Markt der Möglichkeiten
  • mehr und mehr
  • mehr oder minder
  • Milch und Molke
  • mit Mann und Maus
  • Mucken und Macken
  • müde und matt
  • Nacht und Nebel
  • nichts und niemand
  • nie und nimmer
  • niet- und nagelfest
  • Nieten in Nadelstreifen
  • noch und nöcher
  • null und nichtig
  • protzen und prahlen
  • Prunk und Protz
  • Rache der Römer
  • Rast und Ruh
  • Reich der Riesen
  • Ross und Reiter
  • Samt und Seide
  • sanft und sacht
  • Sekt oder Selters
  • Schicht im Schacht
  • Schimpf und Schande
  • Schluck für Schluck
  • schön oder scheußlich
  • schräg und schrill
  • Schritt für Schritt
  • sieben Sachen packen
  • Spiel und Spaß
  • Sport und Spiel
  • still und stumm
  • Stahl und Strahl
  • Stock und Stein
  • stolz und stark
  • Tal des Todes
  • tarnen und täuschen
  • Tiger im Tank
  • Tipps und Tricks
  • Tod noch Teufel fürchten
  • Top-Titel
  • Tücken der Technik
  • Tür und Tor öffnen
  • tricksen und täuschen
  • warum und wieso
  • Wasser und Weide finden
  • Wasser und Wein
  • wenn ihr wüsstet
  • Wesen und Wirkung
  • Wie Sie wollen
  • Wind und Wetter
  • Witwen und Waisen
  • Wohl und Wehe
  • Wolken und Wasser
  • Zagen und Zaudern
  • Zunge im Zaum halten

 

 

Alliterierend-ablautend

 

  • Hickhack
  • Klick-klack
  • Krimskrams
  • Mischmasch
  • pille-palle
  • plemplem
  • Remmidemmi
  • ritsche, ratsche
  • Schicht im Schacht
  • Schnickschnack
  • Schnipp-Schnapp
  • Singsang
  • tick-tack
  • Tingeltangel
  • tiptop
  • trippeln und trappeln
  • plitsch, platsch
  • Piffpaff
  • Wirrwarr
  • Zickzack
  • zwickt und zwackt

 

 

Wortsilben

 

  • Baby
  • Bibel
  • Bombe
  • Bomber
  • gegen
  • Höhe
  • minimal
  • Pappel
  • Tante
  • Testosteron
  • Tinte
  • Titan
  • Torte
  • total
  • Tunte

 

 

Alliterationen mit Klimax (Steigerung)

 

  • groß und größer
  • laut und lauter
  • nie und nimmer
  • noch und nöcher
  • veni, vidi vici
    In diesem Beispiel erfolgt die Steigerung in Hinsicht auf die Handlungen (kam, sah, siegte), nicht auf die Ausdehnung des Begriffes.

 

 

Dreiteiler

 

  • Filmvorführer
  • Fischfangflotte
  • Freifeldversuch
  • frisch vom Fass
  • ganz gut gesagt
  • Gesamtgleichgewicht
  • Haushaltshilfe
  • hinterherhinken
  • Kirschkernkissen
  • Kugelkupplungskopf
  • lebenslanges Lernen
  • leer laufen lassen
  • nicht nur nervig
  • niegelnagelneu
  • Tischtennisturnier
  • Toilettentieftaucher
  • Vervielfältigung
  • Vorverkaufsveranstaltung
  • Winterwanderweg
  • Winterwunderweiß
  • Wolfswurmweg

 

 

Phonetisch (Klang)

 

  • chemische Keule
  • chemische Konservierung
  • christliche Klöster
  • christliche Kirchen
  • chronisch krank
  • Cybersex
  • Fahrradverkehr
  • Fahrverhalten
  • falsch verbunden
  • falsch verstanden
  • falsche Vorstellung
  • falsche Vorwürfe
  • Familienvater
  • fantasievoll
  • fast vergessen
  • faules Volk
  • Fehlverhalten
  • feiges Versagen
  • Feldversuch
  • fest verankert
  • fester Vertrag
  • fetter Vogel
  • Flottenverbrauch
  • Fluch des Pharao
  • Flucht und Vertreibung
  • folgender Vorschlag
  • Folgevertrag
  • Fotovertrag
  • Fressphase
  • friedvoll, friedevoll
  • frisch verheiratet
  • frisch vermählt
  • fromme Phrasen
  • Frostphase
  • früher Vormittag
  • früher Vogel fängt den Wurm
  • feuerverzinkt
  • Funkverbindung
  • furchtbar verärgert
  • Fußballverein
  • Fußvolk
  • Kirchenchor
  • Klassenclown
  • Kräutercreme
  • kreatives Chaos
  • kreuz und quer
  • Kultcharakter
  • Kunstcharakter
  • Phasenverschiebung
  • Phrasen und Floskeln
  • väterlicher Freund
  • Verbraucherfragen
  • verfassungsfeindlich
  • Verkaufsfunktion
  • Verkehrsflieger
  • verschiedene Formulierungen
  • vervielfältigen
  • verzehrendes Feuer
  • viel falsch
  • viele Farben
  • viele Fragen
  • viel Freude
  • Vielfalt
  • vielflügelig
  • viel Futter
  • Viertelfinale
  • Vogelfan
  • vogelfrei
  • Volksfeind
  • Volksfest
  • volle Fahrt
  • voll fett
  • völlig falsch
  • völlig falsche Vorstellungen
  • völlig fertig
  • Vorderfront
  • vorderste Front
  • Vorfall
  • vorläufige Fassung
  • vorläufig fertig
  • Vorsicht Falle

 

 

Zusammensetzung

 

  • Afroamerikaner
  • Backenbart
  • Bauernbrot
  • Bierbank
  • Babyboom
  • bahnbrechend
  • Beiboot
  • Bettelbrief
  • Bierbauch
  • Bimmelbahn
  • bitterböse
  • blitzblank
  • Bootsbauer
  • Braunbär
  • breitbeinig
  • Bruchbude
  • Brunnenbau
  • Butterbrot
  • Dachdecker
  • Designerdroge
  • Dickdarm
  • Doppeldecker
  • Doppeldödel
  • Dünndarm
  • Duftdrüse
  • dummdreist
  • faltenfrei
  • Fangfrage
  • farbenfroh
  • Farbfehler
  • Fahnenflucht
  • Fahrerflucht
  • Faustformel
  • Fegefeuer
  • fehlerfrei
  • Fehlfunktion
  • feinfühlig
  • felsenfest
  • Fernsehfilm
  • festfressen
  • fettfrei
  • feuchtfröhlich
  • Fieberfantasie
  • Filterfunktion
  • Filmfestival
  • fingerfertig
  • Fingerfertigkeit
  • Fischfang
  • Fischfutter
  • Flakfeuer
  • Fleischfresser
  • Flüchtigkeitsfehler
  • fremdenfeindlich
  • friedfertig
  • Frustfaktor
  • Füllfederhalter
  • Funktionsfehler
  • Geburtstagsgeschenk
  • Geschenkgutschein
  • Geistesgeschichte
  • Geistesgrößen
  • Geldgeber
  • geldgeil
  • gemeingefährlich
  • Gemeingebrauch
  • genaugenommen
  • gerngesehen
  • Gesetzgeber
  • gesundheitsgefährdend
  • Gesundheitsgefährdung
  • Getreidegarbe
  • giftgrün
  • Glücksgefühle
  • gottgegeben
  • grasgrün
  • Grenzgänger
  • Griesgram
  • griesgrämig
  • grundgütiger
  • Grundstücksgrenze
  • gutgläubig
  • habhaft
  • Haupthaar
  • Haushalt
  • haushoch
  • halbherzig
  • hammerhart
  • Handhabe
  • hasenherzig
  • Heimathafen
  • Heißhunger
  • Helfershelfer
  • Heuhaufen
  • Hexenhäuschen
  • hierher
  • hinterher
  • hinterherhinken
  • himmelhoch
  • Hinterhalt, hinterhältig
  • Hochhaus
  • Höllenhund
  • Holzhaus
  • Käsekuchen
  • Kahlkopf
  • Kampfkunst
  • Kanonenkugel
  • Kanzlerkandidat
  • Kapitalistenknecht
  • Kartoffelkanone
  • Kaufkraft
  • Kehlkopf
  • Kernkompetenz
  • Kindeskinder
  • Kindskopf
  • Kinokarte
  • Kirschkern
  • Klassenkasper
  • kleinkariert
  • Kleinkläranlage
  • Kleinkind
  • Kleinkrimineller
  • Klimakurve
  • klitzeklein
  • Kneippkur
  • Kniekehle
  • Knieknorpel
  • Knutschkugel
  • Kochklamotten
  • Kochkunst
  • Königsklasse
  • Körperkult
  • Kontenklärung
  • Kopfkissen
  • Korinthenkacker
  • Kornkammer
  • Kostenkontrolle
  • Krankenkasse
  • krebskrank
  • Kriegskasse
  • Kriminalkommissar
  • Krisenkommunikation
  • Küchenkabinett
  • Kühlkammer
  • Künstlerkneipe
  • Kundenkarte
  • Kürbiskerne
  • Kummerkasten
  • Kunstkritiker
  • Langlauf
  • langlebig
  • lebenslang
  • Lebenslage
  • Lebenslüge
  • Lebenslust
  • Lederlappen
  • Leerlauf
  • Leitlinien
  • Lendenlordose
  • Leselust
  • lichterloh
  • Liebesleben
  • Liebeslied
  • Liebesleid
  • linkslastig
  • Linkliste
  • Loblied
  • Luxusloge
  • Machtmissbrauch
  • manchmal
  • Mahnmal
  • Massenmensch
  • Massenmedien
  • Massenmord
  • Mäusemelken
  • Mäusemilch
  • mehrmalig
  • mehrmals
  • Menschenmassen
  • Miesmacher
  • Miesmuschel
  • Milchmolkerei
  • Mitmenschen
  • Mittelmaß
  • Mittelsmänner
  • Mobilmachung
  • Montagsmaler
  • Morgenmagazin
  • Multimedia
  • Multimillionär
  • Multimilliardär
  • Muntermacher
  • Musikmix
  • Muskelmasse
  • mutmaßlich
  • nagelneu
  • Nasennebenhöhle
  • Nichtsnutz
  • nichtsnutzig
  • niegelnagelneu
  • Nullnummer
  • Passepartout
  • Pflanzenpflege
  • Pluspunkt
  • Pinkelpause
  • Piratenpartei
  • Preisprüfer
  • Polierpaste
  • Privatpraxis
  • Radrennen
  • Rätselraten
  • Raubritter
  • reinrassig
  • Reiseroman
  • Riesenrad
  • Riesenreich
  • Riesenrutsche
  • Richterrobe
  • rosarot
  • ruhmreich
  • Runkelrübe
  • Schafschur
  • Scharfschütze
  • Schlammschlacht
  • Schnabelschuh
  • Schreckschraube
  • Schulschwänzer
  • Schutzschild
  • Schwippschwager
  • sakrosankt
  • Sammelsurium
  • Schlammschlacht
  • Seifensieder
  • Selbstsicherheit
  • selbstsicher
  • serverseitig
  • Sexseiten
  • Speerspitze
  • Sprachspiele
  • Spitzensportler
  • Sommersonne
  • Sonnenseite
  • Sorgensitz
  • Stadtstreicher
  • Sternstunde
  • Stolperstein
  • Stoßstange
  • Stillstand
  • Südseite
  • supersicher
  • Tätertyp
  • tagtäglich
  • Tagträume
  • Taschentuch
  • Teetrinker
  • Teiltest
  • Tempeltänzer
  • Teufelstanz
  • Tieftaucher
  • Tischtennis
  • Todestal
  • todtraurig
  • Tontaube
  • Traumtänzerei
  • Turteltaube
  • Verbesserungsvorschlag
  • Verbraucherverhalten
  • Vertragsverlängerung
  • Vertragsverletzung
  • Vertrauensvorschuss
  • Vertriebsvorstand
  • Videovernehmung
  • Vielvölkerstaat
  • Volksverhetzer
  • Volksverdummung
  • Vollversion
  • wahlweise
  • Wahnwitz
  • Warmwasser
  • Waschwasser
  • Waschweiber
  • Wasserwerfer
  • Wasserwerte
  • Wasserwirtschaft
  • Wechselwirkung
  • wegweisend
  • Wegwerfartikel
  • wegwerfen
  • Wehwehchen
  • Weiberwirtschaft
  • weltweit
  • Weltwirtschaft
  • werbewirksam
  • Westwind
  • weswegen
  • Wetterwarte
  • Wildwechsel
  • Wildwuchs
  • windelweich
  • wachsweich
  • Winterwende
  • Winterwetter
  • Wirbelwind
  • Windwirbel
  • Wirkungsweise
  • Wirtschaftswachstum
  • Wirtschaftsweiser
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Wirtschaftswunder
  • wissenswert
  • Wissenswut
  • wohlweislich
  • Wohlwollen
  • Wortwahl
  • Wortwitz
  • Wortwolke
  • wortwörtlich
  • Wunderwelt
  • Zaumzeug
  • Ziegenzucht
  • Zimtzicke

 

 

Kettenreihung, Tautogramm

 

  • alle Achtung aber auch!
  • Kleine Kinder können keine kleinen Kirschkerne knacken.
  • Links liegen lassen
  • Milch macht müde Männer munter
  • Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz.
  • seine Sieben Sachen
  • frisch, fromm, fröhlich, frei
  • Röslein, Röslein, Röslein
  • Wahn, Wille, Wehe
  • Wir Wiener Waschweiber würden weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo warmes Wasser wär.
  • Zehn zahme Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zum Zoo.

 

 

 

 

Fazit

 

Die Alliteration macht Botschaften griffiger. In Kombination mit einem Trikolon und einer Klimax lässt sich mit einer Alliteration die Intensität einer Aussage steigern und deren Dringlichkeit vermitteln.

 

 

 

 

Den Einsatz von Alliterationen trainieren

 

Den zeitgemäßen Einsatz rhetorischer Stilmittel wie der Alliteration in Reden und. Präsentationen können Sie in den Kursen Rhetorik & Präsentation III und Training Rhetorik & Präsentation IV kennen, schätzen und einsetzen lernen. Und natürlich im Einzeltraining mit mir. Mir ist das eine Freude!

 

Unterstützung bei Reden und Präsentationen

 

Du bereitest eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen anderen wichtigen Auftritt vor?

Dann können wir unmittelbar an deinem konkreten Auftritt arbeiten.

Je nach Anliegen geht es beispielsweise um:

  • Ziel und Kernbotschaft

  • Struktur und Dramaturgie

  • Argumentation und Storytelling

  • Sprache und Formulierungen

  • Folien und Visualisierung

  • Stimme, Körpersprache und Präsenz

  • Lampenfieber und Auftrittssicherheit

  • kritische Fragen und Einwände

  • einen realistischen Probelauf mit professionellem Feedback

Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Präsentationstechniken einzusetzen.

Entscheidend ist, was zu dir, deinem Publikum und deinem konkreten Ziel passt.

Seit vielen Jahren verbinde ich dabei Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing und persönlicher Wirkung.

 

 

 

Wenn ein konkreter Auftritt bevorsteht

 

Wir können deine tatsächliche Rede oder Präsentation gemeinsam vorbereiten und gezielt weiterentwickeln.

→ Vorbereitung wichtiger Reden und Präsentationen

Wenn von deinem Auftritt besonders viel abhängt – beispielsweise bei einer Vorstandspräsentation, einem wichtigen Pitch, einem Auftritt vor Investoren oder einer vergleichbaren Situation mit hoher Tragweite – gibt es dafür einen eigenen Rahmen.

→ Executive Präsentationsvorbereitung

 

 

 

Probelauf und professionelles Feedback

 

Du möchtest vor dem tatsächlichen Auftritt erfahren, was bereits trägt und wo gezielte Veränderungen mehr Wirkung ermöglichen?

Ein Probelauf macht genau das sichtbar.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

Wie wirkst du – und was würde den größten Unterschied machen?

 

Wie wirkst du mit deiner Präsentation, Rede oder deinem Auftritt auf andere?

Welche Botschaften kommen klar an?

Wo entsteht Präsenz?

Wo verliert die Wirkung an Kraft?

Und welche Veränderungen würden den größten Unterschied machen?

Ein Probelauf mit professionellem Feedback schafft dafür eine gute Grundlage.

Seit 1998 analysiere ich Reden und Präsentationen. Dabei verbinde ich meine Erfahrungen aus Rhetorik und Kommunikation mit Psychologie, Marketing, Präsentationspraxis und persönlicher Wirkung.

Du erhältst eine klare Rückmeldung dazu,

  • was bereits gut funktioniert,
  • wie deine Botschaft beim Publikum ankommt,
  • wo Potenzial für mehr Klarheit und Wirkung liegt,
  • welche Veränderungen besonders lohnend sind
  • und wie du deinen Auftritt konkret weiterentwickeln kannst.

Bei einer anstehenden Rede oder Präsentation arbeiten wir unmittelbar an deinem realen Auftritt.

Wir können beispielsweise Botschaft, Dramaturgie, Sprache, Körpersprache, Stimme, Präsenz, Folien sowie den Umgang mit Fragen und Einwänden betrachten.

Der Vorteil eines Probelaufs ist einfach: Du erfährst vorher, was einen Unterschied machen kann – und kannst es noch nutzen.

Auch eine einzelne konzentrierte Sitzung kann bereits wertvolle Hinweise liefern.

→ Feedback, Analyse und Optimierung für Reden und Präsentationen

 

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Welche rhetorischen Stilmittel setzen Sie wie ein?

Artikel

Gestern-Heute-Morgen-Redeformel: Einfach und gut für Stegreifreden, Reden und Präsentationen

Eine der leichtesten Möglichkeiten, einer Rede Struktur zu geben, ist die Redeformel Gestern – Heute – Morgen. Der einfache Aufbau eignet sich außerdem sehr gut für spontane Redegelegenheiten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 20. Januar 2016
Überarbeitung: 8. Juli 2019
AN: #32396
K: CNB
Ü:

Murphys Gesetz: Gute Vorbereitung auf das Unerwartete

Murphys Gesetze (Murphy's Law)

Gute Vorbereitung auf das Unerwartete
Murphys Gesetze ... nicht nur für Redner

Murphys Gesetz: Warum gute Vorbereitung mit dem Unerwarteten rechnet

 

Der Beamer funktioniert.

Bis die Präsentation beginnt.

Der Akku hält den ganzen Tag.

Bis du ihn wirklich brauchst.

Die Straße ist immer frei.

Bis du einen wichtigen Termin hast.

Und natürlich fällt dir die perfekte Antwort auf eine schwierige Frage ein.

Zwanzig Minuten später.

Willkommen bei Murphys Gesetz.

Es wird häufig so zusammengefasst:

Was schiefgehen kann, wird irgendwann schiefgehen.

Das klingt pessimistisch.

Dabei lässt sich daraus eine ausgesprochen konstruktive Haltung entwickeln.

Denn die interessante Frage lautet weniger:

Was könnte alles schiefgehen?

Sondern:

Was davon sollte ich sinnvollerweise vorher bedenken – und wie bleibe ich handlungsfähig, wenn trotzdem etwas Unerwartetes geschieht?

 

 

 

Was ist Murphys Gesetz?

 

Murphys Gesetz wird auf den US-amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy Jr. zurückgeführt.

Der Ursprung liegt im technischen Umfeld und wird sinngemäß mit dem Gedanken verbunden:

Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, etwas zu tun, und eine davon zu einem unerwünschten Ergebnis führt, wird irgendwann jemand genau diese Möglichkeit wählen.

Daraus entstand die populäre Kurzfassung:

„Anything that can go wrong will go wrong.“

Natürlich ist das kein Naturgesetz.

Der Satz beschreibt vielmehr auf humorvolle Weise eine Erfahrung, die viele Menschen kennen:

Komplexe Systeme besitzen Schwachstellen.

Menschen machen Fehler.

Technik kann ausfallen.

Annahmen können falsch sein.

Und die Wirklichkeit kennt unseren Plan nicht.

 

 

 

Murphy ist kein Pessimist

 

Zumindest müssen wir ihn so nicht verstehen.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen:

„Bestimmt geht alles schief.“

und:

„Was könnte realistischerweise schiefgehen und was möchte ich dafür vorbereiten?“

Der erste Gedanke erzeugt Sorge.

Der zweite erzeugt Risikokompetenz.

Gute Vorbereitung versucht keineswegs, jede denkbare Katastrophe vorherzusagen.

Sie sucht die relevanten Schwachstellen.

 

 

 

Drei Arten, mit Unsicherheit umzugehen

 

Vor wichtigen Situationen begegnen mir drei typische Strategien.

 

 

1. Wird schon gutgehen

Das kann funktionieren.

Manchmal erstaunlich lange.

Der Nachteil zeigt sich, wenn eine vorhersehbare Schwierigkeit tatsächlich eintritt.

 

2. Alles könnte schiefgehen

Jetzt wird jedes theoretische Risiko durchgespielt.

Das erzeugt leicht endlose Vorbereitung und wachsende Anspannung.

 

3. Was ist wahrscheinlich und relevant?

Das ist die interessantere Variante.

Welche Störungen sind realistisch?

Welche Folgen hätten sie?

Was lässt sich mit vertretbarem Aufwand verhindern?

Und wofür brauche ich einen Plan B?

Das ist weder Sorglosigkeit noch Katastrophendenken.

Es ist vorausschauende Selbstführung.

 

 

 

Nicht jedes Risiko verdient einen Plan B

 

Du kannst dich auf nahezu unendlich viele Möglichkeiten vorbereiten.

Vielleicht fällt der Strom aus.

Vielleicht streikt der Zug.

Vielleicht wird der Termin verschoben.

Vielleicht erkrankt eine entscheidende Person.

Vielleicht funktioniert das Internet nicht.

Vielleicht landet ein Satellit auf deinem Konferenztisch.

Irgendwann wird Vorsorge absurd.

Deshalb braucht Risikovorsorge Prioritäten.

Zwei Fragen helfen:

Wie wahrscheinlich ist das?

Und:

Wie groß wären die Folgen?

Hohe Wahrscheinlichkeit plus große Auswirkungen?

Vorbereiten.

Geringe Wahrscheinlichkeit plus minimale Auswirkungen?

Gelassen bleiben.

 

 

Gute Vorbereitung sucht Single Points of Failure

 

Besonders interessant sind Dinge, von denen alles andere abhängt.

Du besitzt deine wichtige Präsentation ausschließlich auf einem Notebook.

Das Notebook fällt aus.

Ende.

Du brauchst für einen wichtigen Termin genau eine Zugverbindung.

Der Zug fällt aus.

Problem.

Nur eine Person kennt das entscheidende Passwort.

Diese Person ist unerreichbar.

Problem.

Solche Abhängigkeiten nennt man im technischen Kontext gerne einen Single Point of Failure.

Auch im Alltag lohnt sich die Frage:

Wovon hängt hier gerade ungewöhnlich viel ab?

Genau dort kann ein Plan B besonders wertvoll sein.

 

 

 

Murphy bei wichtigen Präsentationen

 

Präsentationen sind ein wunderbarer Spielplatz für Murphy.

Der Adapter fehlt.

Die Präsentationssoftware verhält sich anders.

Das Mikrofon streikt.

Ein Video läuft ohne Ton.

Der Vortrag wird kurzfristig von 30 auf 15 Minuten gekürzt.

Eine erwartete Person fehlt.

Oder das Publikum stellt genau die Frage, auf die du dich kaum vorbereitet hast.

Deshalb lautet gute Vorbereitung:

Kenne deine Botschaft auch ohne Technik.

Was möchtest du vermitteln?

Welche drei Gedanken müssen ankommen?

Welche Beispiele tragen sie?

Was kannst du streichen, wenn die Zeit halbiert wird?

Was sagst du, wenn die Folien verschwinden?

Dann besitzt du etwas Wertvolleres als einen Ersatzadapter:

Orientierung.

 

 

Plan B ist gut. Flexibilität ist besser.

 

Du kannst einen Plan B vorbereiten.

Vielleicht sogar C.

Doch irgendwann kommt Variante Q.

Eine Möglichkeit, die vorher niemand bedacht hat.

Dann reicht Vorbereitung allein kaum aus.

Jetzt brauchst du:

Ruhe,

Orientierung,

Improvisationsfähigkeit,

Entscheidungsfähigkeit

und die Bereitschaft, den ursprünglichen Plan loszulassen.

Deshalb besteht Souveränität aus zwei Fähigkeiten:

vorher sinnvoll vorbereiten und im Moment flexibel reagieren.

 

 

 

Der Plan ist ein Werkzeug

 

Manchmal klammern wir uns gerade deshalb an einen Plan, weil etwas anders läuft.

„So war das nicht vorgesehen.“

Das stimmt vielleicht.

Die Situation interessiert sich allerdings wenig dafür.

Dann hilft die Frage:

Was braucht die Situation jetzt?

Vielleicht eine andere Reihenfolge.

Eine kürzere Präsentation.

Eine Entscheidung.

Eine Pause.

Eine Improvisation.

Oder die Erkenntnis:

Dieser Plan funktioniert unter den neuen Bedingungen kaum noch.

Gute Vorbereitung macht dich deshalb keineswegs abhängig vom Plan.

Sie macht dich freier, ihn anzupassen.

 

 

 

Murphy und Entscheidungen

 

Auch Entscheidungen profitieren von dieser Perspektive.

Angenommen, du möchtest eine Möglichkeit wählen.

Dann frage:

Was müsste passieren, damit diese Entscheidung problematisch wird?

Welche Annahmen müssen stimmen?

Welche davon sind unsicher?

Welche Folgen wären schwer reversibel?

Und:

Was könnte ich heute tun, um meinen Handlungsspielraum später zu erhalten?

Damit wird aus Murphys Gesetz eine Form des vorausschauenden Denkens.

 

 

 

Was kann ich verhindern?

 

Manche Probleme lassen sich mit erstaunlich wenig Aufwand vermeiden.

Backup erstellen.

Zeitpuffer einplanen.

Adresse überprüfen.

Technik vorher testen.

Alternative Verbindung kennen.

Dokumente zusätzlich verfügbar halten.

Zuständigkeiten klären.

Eine schwierige Frage vorher durchdenken.

Das ist wenig spektakulär.

Genau deshalb funktioniert es.

Viele Krisen entstehen weniger durch völlig unvorhersehbare Ereignisse als durch bekannte Schwachstellen, die lange unbeachtet bleiben.

 

 

 

Was kann ich auffangen?

 

Andere Schwierigkeiten lassen sich kaum vollständig verhindern.

Dann lautet die Frage:

Wie begrenze ich die Auswirkungen?

Vielleicht fällt die Technik aus.

Du kannst trotzdem sprechen.

Vielleicht verspätet sich jemand.

Du kannst die Reihenfolge verändern.

Vielleicht fehlen Informationen.

Du kannst die Entscheidung vertagen.

Vielleicht wird dein Zeitfenster gekürzt.

Du kennst deine Kernbotschaft.

Das ist Resilienz im Kleinen:

Eine Störung tritt ein.

Das System funktioniert trotzdem weiter.

 

 

 

Was darf einfach passieren?

Das ist die dritte Kategorie.

Manches ist unangenehm und gleichzeitig vollkommen verkraftbar.

Ein kleiner Versprecher.

Eine kurze Verzögerung.

Eine Folie weniger.

Ein anderer Sitzplatz.

Eine Frage, auf die du später antwortest.

Dafür brauchst du keinen ausgeklügelten Notfallplan.

Hier braucht es eher:

Gelassenheit.

Wer jedes kleine Problem verhindern möchte, investiert irgendwann mehr Energie in Kontrolle als in die eigentliche Aufgabe.

 

 

 

Vorbereitung kann selbst zum Risiko werden

 

Das ist ein interessanter Murphy-Effekt.

Aus Angst vor Überraschungen wird immer mehr vorbereitet.

Noch eine Variante.

Noch eine Absicherung.

Noch eine Checkliste.

Noch ein Szenario.

Irgendwann steigt die Komplexität so stark, dass die Vorbereitung selbst störanfällig wird.

Deshalb gilt:

So viel Vorbereitung wie sinnvoll. So wenig Komplexität wie möglich.

 

 

 

Der Murphy-Check

 

Vor einer wichtigen Entscheidung, Präsentation oder Situation helfen sechs Fragen:

 

1. Was muss unbedingt funktionieren?

Identifiziere das Wesentliche.

 

2. Was könnte realistischerweise schiefgehen?

Denke wahrscheinlich statt katastrophisch.

 

3. Welche Folgen hätte das?

Unterscheide lästig von wirklich problematisch.

 

4. Was kann ich mit wenig Aufwand verhindern?

Erledige genau das.

 

5. Wo brauche ich einen Plan B?

Sichere kritische Abhängigkeiten ab.

 

6. Was tue ich, wenn etwas vollkommen anderes geschieht?

Hier beginnt Flexibilität.

 

 

 

Risikokompetenz statt Katastrophendenken

 

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Vorbereitung und Sorge.

Sorge wiederholt häufig:

„Was, wenn …?“

Gute Vorbereitung ergänzt:

„Dann kann ich …“

Was, wenn der Zug ausfällt?

Dann kenne ich eine Alternative.

Was, wenn die Präsentation nicht läuft?

Dann kann ich meinen Kern auch ohne Folien vermitteln.

Was, wenn eine wichtige Information fehlt?

Dann weiß ich, welche Entscheidung ich vertage.

Damit wird aus einer Befürchtung eine Handlungsoption.

 

 

 

Was Murphy mit Souveränität zu tun hat

 

Souveränität zeigt sich kaum darin, dass immer alles funktioniert.

Das wäre vor allem Glück.

Interessanter wird es, wenn etwas anders läuft.

Kannst du unterscheiden:

Was ist jetzt wirklich wichtig?

Was kann warten?

Was lässt sich improvisieren?

Was braucht eine Entscheidung?

Und was darfst du einfach mit Humor nehmen?

Genau dort wird aus Vorbereitung Kompetenz.

 

 

 

Wenn etwas tatsächlich schiefgeht

 

Dann gilt zunächst:

Es ist jetzt die Realität.

Vielleicht ärgerlich.

Vielleicht teuer.

Vielleicht peinlich.

Vielleicht vollkommen unerheblich.

Jetzt hilft die Frage:

Was ist der nächste sinnvolle Schritt?

Erst später kannst du auswerten:

Was lernen wir daraus?

War das vorhersehbar?

Brauchen wir künftig eine andere Absicherung?

Oder gehört dieses Restrisiko einfach zum Leben?

 

 

 

Murphys Gesetz und Gelassenheit

 

Auf den ersten Blick passen Murphy und Gelassenheit kaum zusammen.

Für mich gehören sie zusammen.

Wer akzeptiert, dass sich kaum alles kontrollieren lässt, kann sinnvoller auswählen, was Kontrolle verdient.

Vorbereiten, was wichtig ist.

Absichern, was kritisch ist.

Flexibel bleiben, wo Überraschungen möglich sind.

Und den Rest dem Leben überlassen.

Das ist wesentlich entspannter als der Versuch, eine vollkommen störungsfreie Welt zu organisieren.

 

 

 

Fazit: Bereite dich auf das Wesentliche vor – und bleib beweglich

 

Murphys Gesetz muss keine Einladung zum Pessimismus sein.

Es kann uns an etwas sehr Praktisches erinnern:

Pläne treffen auf Wirklichkeit.

Manchmal funktioniert alles.

Manchmal kommt etwas dazwischen.

Deshalb:

Erkenne kritische Risiken.

Beseitige unnötige Schwachstellen.

Halte Alternativen bereit.

Kenne deine Prioritäten.

Und bewahre genug Flexibilität für das, was sich vorher kaum planen lässt.

Denn gute Vorbereitung bedeutet keineswegs:

Ich habe an alles gedacht.

Gute Vorbereitung bedeutet:

Ich habe an das Wesentliche gedacht – und kann damit umgehen, wenn trotzdem etwas anders kommt.

P.S.​

 

Wie steht es mit Fragen oder Kommentaren dazu?

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 10. Januar 2014
Überarbeitung: 02. Mai 2026