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Ein Benchmark ist ein Vergleichs- und Referenzwert, der durch einen Benchmarking-Prozess ermittelt wird. Benchmarking ist eine Methode, mit der Unternehmen ihre eigenen Leistungen mit den Leistungen ihrer besten Wettbewerber vergleichen. Es kann sich auf Potenziale, Produkte, Prozesse und Methoden beziehen.
Wesentliches Ziel von Benchmarking ist die Identifikation und Umsetzung von Verbesserungsmöglichkeiten im Unternehmen. Es werden dazu sämtliche Prozesse und Funktionen der ausgewählten Unternehmen analysiert. Die erfolgreichsten Methoden und Vorgehensweisen dann liefern den Maßstab der Benchmarks und werden als Best Practices bezeichnet. An diesen Best Practices orientiert sich das Unternehmen. Es wird an die eigene Situation angepasst und so die Geschäftsprozesse optimiert.
Benchmarking ein wirksamer Weg, um Wissen von außerhalb schnell im eigenen Unternehmen zu integrieren. Die gewonnenen Erkenntnisse von Benchmarking-Prozessen sind sehr praxisorientiert.
Bei Competitive Benchmarking (Benchmarking bei Wettbewerbern) Zugang zu Daten üblicherweise nur auf Umwegen möglich, weil es sich um Konkurrenten handelt. Dann werden Sekundärdaten und beispielsweise Aussagen gemeinsamer Kunden genutzt. Selbst bei Benchmarking-Clubs ist die Bereitschaft zum Austausch nicht grenzenlos.
Bei einem branchenübergreifenden Benchmarking, aber es auch zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen genutzt werden.
Soweit die Theorie… In der Praxis reduziert sich Benchmarking leider oft nur auf einzelne Kennzahlen, die verglichen werden und bleibt hinter den Möglichkeiten.
Benchmarking orientiert sich an vorhandenen Lösungen, es ist im besten Fall eine Aufholprozesses, eine Quelle der Inspiration. Die Wettbewerbsvorteile sind deswegen eher eingeschränkt. Tatsächliche Innovationen müssen über das Vorhandene hinaus erfolgen.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:
Mit wirksamen Moderationstechniken lassen sich Besprechungen und Workshops erfolgreich moderieren. Methoden-Know-how für die Moderation lohnt sich für den sicheren und unaufdringlicher Umgang mit den wichtigsten Moderationstechniken
Hier finden Sie einen Überblick gängiger Moderationstechniken für erfolgreiche Workshops und Seminare.
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Woran liegt es, dass wir in Deutschland ständig neue englische Wörter erfinden, die es so im Englischen nicht gibt oder dort etwas völlig anderes bedeuten? Aber wir sehen das alles nicht so eng hierzulande. Wir lieben Denglish oder Denglisch, Engleutsch, Germish oder Genglish! Nur kommt das überall gut an?
Ich wurde gebeten vor der Kamera die Reden von Andrea Nahles und Martin Schulz auf dem Parteitag der SPD zu kommentieren. Da mein Kalender das Interview leider nicht hergab, folgen hier ein paar Anmerkungen zu Rhetorik und Körpersprache.
Nicht nur Politiker vernebeln ihre Meinung oft mit Floskeln. Redner, die etwas zu sagen haben lassen Weichmacher lieber weg. Klare Botschaften wirken besser.
Es kommen durchaus etwas zeitlicher Aufwand für die Bachelorarbeit und Masterarbeit zusammen. Dafür gibt es hoffentlich gute Gründe, es hätte sicher auch andere Möglichkeiten gegeben die Zeit zu nutzen. Wenn es keine Fehlentscheidung war, dann sollte das Ergebnis also durchaus eine gewisse Relevanz haben. Umso erstaunlicher ist es, wenn dann für die Präsentation in der Praxis oft nur wenig Vorbereitung erfolgt.
Am 24. September 2017 sind Bundestagswahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) treffen am Sonntagabend, 3. September 2017 zum ersten und einzigen Mal im Wahlkampf aufeinander. Ob die beiden Politiker schon aufgeregt sind und wie bereiten sich die Kandidaten wohl vor?
Heutzutage arbeiten nicht nur Politiker sehr gerne mit Versatzstücken. Deshalb ähneln sich die Aussagen entsprechend häufig und Überraschungen sind eher die Ausnahme.
Während eines Workshops Rhetorik & Präsentation für Fortgeschrittene fragte ich die Runde, weshalb sie noch bessere Redner werden wollen. Eine Antwort erfreute mich besonders.
Einst galt sie noch harmlos als „Kohls Mädchen“ und lange Zeit ist sie Deutschlands mächtigste Politikerin. Angela Merkel hat sich an der Männerriege der Union vorbei bis zur Spitze gekämpft und dort hielt sie sich beharrlich. Manche lieben sie und schätzen sie als abwägend und authentisch, andere halten sie für zaudernd und eher unbeholfen. So oder so; es ist ihr gelungen ihre Position lange Zeit zu behaupten. Es gibt also etwas zu lernen.
Seit März 2017 führt Martin Schulz die SPD offiziell als Parteichef und nun ist er der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten für die Bundestagswahl 2017. Entsprechend häufig werde ich auf seine Körpersprache und verbale Kommunikation angesprochen. Der anfängliche Schulz-Effekt hat sich beruhigt und es geht der Wahl am 24. September 2017 entgegen. Den Wahlkampf begleite ich mit entsprechenden Analysen in Artikeln, Interviews und Veranstaltungen.
Vorausgesetzt es geht bei einer Diskussion um eine Klärung, eine Lösungsfindung: Wichtigstes Gebot für solche Gelegenheiten ist die Sachlichkeit. Sie wiederum hängt wesentlich vom Diskussionsklima ab.
Wer mit neuen Ideen antritt und nicht aufpasst, tritt dabei früher oder später jemandem auf die Füße. Das ist mitunter unangenehm. Doch es kann auch ein gutes Zeichen sein. Wer nicht auf ausgetretenen Pfade im Rückenwind anderer Menschen unterwegs ist, darf sich über Gegenwind nicht wundern. Aber ist ein Feindbild wirklich erforderlich für das Marketing?
Als Pointe wird der geistreiche sowie unerwartete Sinn bezeichnet, in dem beispielsweise der Witz, die Anekdote, ein Epigramm oder ähnliche Textsorten gipfeln. Was ist zu beachten, wenn es um eine Pointe in einer Rede oder Präsentation geht?
Von Hans-Olaf Henkel soll der folgende Satz stammen: Der deutsche Redner trennt sich leichter von seiner Frau als von seinem Rede-Manuskript.
Und tatsächlich kleben viele Redner derartig an ihren Redetexten, dass eine Trennung kaum denkbar scheint. Oft sind es gestandene Persönlichkeiten, die ansonsten gezeigt haben, dass sie Haltung bewahren, sich artikulieren und durchsetzen können. Sonst wären sie ja auch nicht in ihren Positionen. Doch bei einer Rede scheint all das auf einmal nicht mehr zu gelten, da wird der vermeintlich sichere Hafen nicht verlassen. Lieber wird auf Wirkung verzichtet, als sich womöglich zu entblößen.
Was sind Zwillingsreime und wozu sind sie zu gebrauchen?
Redner, die überzeugend wirken wollen, sollten auf Plausibilität achten. Wird eine Aussage als plausibel beurteilt, so ist sie einleuchtend, verständlich, begreiflich. Doch das gelingt selbst jenen, die ehrlich sind nicht automatisch. Gerade die Wahrheit klingt oft unwahrscheinlicher als die gut konstruierte Lüge. Lügenkonstruktionen basieren häufig auf ziemlich umfangreichen Vorbereitungen. Erfahrene Lügner sind oft beachtliche Architekten, wenn es um ihre Lügengebäude geht. Während Experten an den Begleiterscheinungen von Konstruktionen ansetzen und so manche Lüge aufdecken, ignoriert das Publikum sie weitgehend.
Am 28. Februar 2017 hielt US-Präsident Donald Trump seine erste Rede vor dem Kongress. Seitdem beschäftigen die Medien sich damit, weshalb es diesmal nicht zu unangemessenen Verhalten während des Auftritts kam. Nun ist zu lesen, dass die Rede vor den Abgeordneten viele verblüfft haben soll. Er sei so viel angemessener und ruhiger aufgetreten sein. Manche Journalisten beschrieben ihn anschließend gar als „sanft“, „mild“, „präsidial“ und als „plötzlich ganz Staatsmann“. Hat er sich wirklich geändert oder nur entschieden weniger anzuecken, um sich nicht zusätzliche eigene Probleme einzuhandeln? Was sagt seine Körpersprache?
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:
Dopamin wird umgangssprachlich oft als „Glückshormon“ bezeichnet und ist ein wichtiger Neurotransmitter. Was hat es damit auf sich?
Dopamin wird umgangssprachlich oft als „Glückshormon“ bezeichnet und ist ein wichtiger Neurotransmitter und ein Hormon. Die Hormone Serotonin und Dopamin, synthetisiert aus Phenylalanin beziehungsweise Tyrosin, sind steigern die Antriebskraft und Stimmung. Studien berichten darüber, dass Menschen mit Dopaminmangel zur Prokrastination (Verschieberitis) neigen.
Dopamin wird ausgeschüttet, wenn wir auf irgendeine Art und Weise belohnt werden. Menschen, Aktiviäten und Dinge, die uns glücklich machen, beeinflussen die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn. So können Sie durch Sport, Hobbyaktivitäten, Musik, soziale Interaktion und ein erfüllendes Liebesleben Ihren Dopaminspiegel pflegen. Viel Spaß! Ihr Ernährungsberater hat sicher auch noch ein paar Tipps dazu. Fragen Sie nach Quellen für Omega-3-Fettsäuren.
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Gesunde Gelassenheit und Mut authentisch für Überzeugungen einzustehen. Bekommen Sie Respekt und die Anerkennung von relevanten Menschen. Weshalb sollten wir auch um jeden Preis jenen Menschen gefallen, deren Ansichten wir nicht teilen?
Mit Disziplin lässt sich Einiges erreichen, mit Freude geht es besser. Es erfordert den Anfang, die Bereitschaft einer neuen Erfahrung eine Chance zu geben.
Es lohnt sich Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Es lohnt sich Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Überzeugungen bestimmen unser Denken und Handeln. Hinterfragen und verändern Sie Routinen, Überzeugungen, Glaubenssätze, wenn sie sich nicht bewähren.
Aufgaben werden verschleppt, verschoben und deshalb wird auch von Verschieberitis gesprochen. Was hilft bei Prokrastination wirklich?
Maske oder freie Entfaltung? Authentizität: Ein Mensch handelt aus sich selbst heraus und wird nicht von externen Einflüssen dazu gezwungen. Ist das machbar oder eine Illusion?
Sündenböcke sind Personen, die für fremde Fehler und Probleme verantwortlich gemacht werden. Was tun, wenn Sie oder jemand anders zu einem Sündenbock gemacht werden soll?
Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Warum lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee? Und was tun?
Mit dem Clustering als Kreativitätstechnik und Werkzeug, sortieren Sie Ihre Gedanken, behalten den Überblick und entwickeln Ideen.
Die Grenzen der Wahrnehmung erweitern? Das Bestreben gibt es schon lange. Eine Zeitlang hoffte die Menschheit darauf jemand würde einen Trichter erfinden mit dem sich Wissen leichter erwerben lässt. Einfach einen Kanister Mathematik ins Gehirn einfüllen und weiter geht es. Ersetzen Pillen künftig umfangreiches Lernen?
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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2013
Überarbeitung: 17. September 2019
Englische Version:
AN: #562
K: CNB
Ü:
Du kannst dir sagen:
„Ich bin ruhig.“
Während dein Atem flach wird.
Deine Schultern sich anspannen.
Dein Blick hektisch durch den Raum wandert.
Und dein Körper längst signalisiert:
Alarm.
Das zeigt etwas Interessantes:
Wir denken keineswegs ausschließlich mit dem Kopf.
Wie wir eine Situation erleben, hängt auch damit zusammen, was in unserem Körper geschieht.
Genau hier wird Embodiment interessant.
Embodiment bedeutet wörtlich ungefähr Verkörperung.
Der Begriff wird in Psychologie, Kognitionswissenschaft, Philosophie und weiteren Forschungsgebieten unterschiedlich verwendet.
Eine gemeinsame Grundidee lautet:
Denken, Wahrnehmen und Fühlen sind mit unserem Körper und unserer Interaktion mit der Umwelt verbunden.
Unser Körper ist damit mehr als ein Transportmittel für das Gehirn.
Körperliche Zustände können beeinflussen, wie wir Situationen erleben.
Und umgekehrt beeinflussen Gedanken, Gefühle und Situationen unseren körperlichen Zustand.
Stell dir vor, du gehst zu einem wichtigen Gespräch.
Du bemerkst:
Dein Atem wird schneller.
Dein Kiefer spannt sich an.
Deine Bewegungen werden kleiner.
Dein Blick richtet sich stärker auf mögliche Schwierigkeiten.
Jetzt entsteht schnell eine Rückkopplung.
Du bemerkst körperliche Anspannung.
Die Situation wirkt dadurch möglicherweise noch bedrohlicher.
Deine Anspannung steigt.
Die Wahrnehmung verengt sich weiter.
Embodiment lädt dazu ein, solche Wechselwirkungen ernst zu nehmen.
Im Alltag sprechen wir häufig so, als gäbe es zwei getrennte Systeme.
Hier der Körper.
Dort der Geist.
Doch menschliches Erleben funktioniert wesentlich verflochtener.
Wenn du erschöpft bist, verändert sich dein Denken.
Wenn du Angst empfindest, verändert sich deine Wahrnehmung.
Wenn du dich sicher fühlst, stehen dir häufig andere Verhaltensmöglichkeiten zur Verfügung.
Wenn du dich bewegst, kann sich dein innerer Zustand verändern.
Deshalb lohnt sich bei schwierigen Situationen eine zusätzliche Frage:
„Was geschieht gerade körperlich mit mir?“
Rund um Embodiment gibt es viele populäre Versprechen.
Manche klingen ungefähr so:
„Stell dich zwei Minuten selbstbewusst hin und du wirst automatisch selbstbewusst.“
So einfach ist menschliches Erleben kaum.
Eine Körperhaltung ersetzt weder Vorbereitung noch Kompetenz, Erfahrung oder die Auseinandersetzung mit einem tatsächlichen Problem.
Trotzdem kann es ausgesprochen sinnvoll sein, körperliche Prozesse in die Selbstregulation einzubeziehen.
Die hilfreiche Frage lautet weniger:
„Welche Pose macht mich erfolgreich?“
Interessanter ist:
„Welche körperlichen Bedingungen unterstützen mich dabei, klarer wahrzunehmen und handlungsfähig zu bleiben?“
Souveränität lässt sich schwer allein denken.
Stell dir einen Menschen vor, der innerlich permanent unter Hochspannung steht und sich gleichzeitig sagt:
„Ich muss souverän wirken.“
Das erzeugt zusätzlichen Druck.
Hilfreicher kann es sein, zunächst wahrzunehmen:
Wie stehe ich?
Wie sitze ich?
Wie atme ich?
Wie schnell spreche ich?
Wie viel Spannung halte ich gerade?
Wie orientiere ich mich im Raum?
Dann entsteht eine andere Möglichkeit:
Souveränität weniger darstellen und mehr ermöglichen.
Körperliche Reaktionen können Informationen liefern.
Vielleicht bemerkst du bei einer Entscheidung plötzlich Enge.
Bei einer anderen Möglichkeit entsteht Erleichterung.
Das kann interessant sein.
Es ist allerdings noch kein Beweis dafür, welche Entscheidung richtig ist.
Denn körperliche Reaktionen können viele Ursachen haben.
Erfahrung.
Angst.
Erwartung.
Gewohnheit.
Erinnerungen.
Aktuelle Belastung.
Deshalb würde ich den Körper weder ignorieren noch zum Orakel erklären.
Eine hilfreiche Haltung lautet:
„Mein Körper liefert Informationen. Ich prüfe, was sie bedeuten könnten.“
Gerade bei wichtigen Entscheidungen verbringen Menschen viel Zeit im Kopf.
Pro.
Contra.
Szenarien.
Zahlen.
Meinungen.
Noch eine Analyse.
Dabei kann eine weitere Ebene hilfreich sein.
Frage dich:
„Was geschieht mit mir, wenn ich mir diese Entscheidung konkret vorstelle?“
Und anschließend:
„Was genau könnte diese Reaktion bedeuten?“
Vielleicht zeigt sich Angst vor Veränderung.
Vielleicht Widerstand gegen einen Wertkonflikt.
Vielleicht Erleichterung.
Vielleicht Überforderung.
Der Körper entscheidet weniger für dich.
Er kann dir helfen, weitere Informationen über dich selbst zu entdecken.
Auch in Gesprächen beeinflusst dein Zustand, welche Möglichkeiten du wahrnimmst.
Unter hoher Anspannung wird Verhalten häufig enger.
Du verteidigst dich schneller.
Du hörst selektiver.
Du möchtest möglicherweise sofort reagieren.
In einem regulierteren Zustand entsteht eher Raum.
Du kannst zuhören.
Nachfragen.
Eine Pause machen.
Einen Gedanken korrigieren.
Eine Grenze klar formulieren.
Oder bewusst schweigen.
Damit wird Embodiment für Kommunikation sehr praktisch:
Dein Zustand beeinflusst deinen Handlungsspielraum.
Das ist für mich einer der wichtigsten Gedanken bei diesem Thema.
Wenn ein Mensch stark aktiviert ist, fühlt sich eine Reaktion häufig zwingend an.
„Ich musste antworten.“
„Ich konnte kaum anders.“
„Ich musste mich rechtfertigen.“
„Ich musste sofort entscheiden.“
Mit zunehmender Selbstregulation kann zwischen Reiz und Reaktion wieder mehr Raum entstehen.
Und in diesem Raum entstehen Möglichkeiten.
Vielleicht antworte ich.
Vielleicht frage ich nach.
Vielleicht warte ich.
Vielleicht setze ich eine Grenze.
Vielleicht ändere ich meine Meinung.
Mehr Regulation kann mehr Wahlfreiheit ermöglichen.
Präsenz wird häufig als Ausstrahlung beschrieben.
Das greift zu kurz.
Präsenz beginnt damit, tatsächlich anwesend zu sein.
Beim Gegenüber.
Bei der Situation.
Und bei sich selbst.
Ein präsenter Mensch bekommt mit:
Was geschieht gerade?
Was geschieht mit meinem Gegenüber?
Was geschieht mit mir?
Was braucht diese Situation?
Das ist etwas anderes als eine einstudierte Wirkung.
Beim Thema Embodiment lohnt sich auch ein anderer Blick auf Körpersprache.
Körpersprache wirkt nach außen.
Sie liefert zugleich Rückmeldungen nach innen.
Wenn du beispielsweise in einem Gespräch permanent nach vorne drängst, hektisch gestikulierst und kaum Pausen zulässt, erlebt das Gegenüber eine bestimmte Wirkung.
Gleichzeitig erhält dein eigenes System ständig Signale hoher Aktivität.
Deshalb lohnt es sich, Körpersprache weniger als Sammlung einstudierter Gesten zu betrachten.
Interessanter ist:
Welche körperliche Organisation unterstützt die Art von Gespräch, die ich führen möchte?
Menschen versuchen vor wichtigen Auftritten manchmal, eine bestimmte Körpersprache herzustellen.
Gerade stehen.
Bestimmte Gesten.
Blickkontakt.
Kräftige Stimme.
Das kann hilfreich sein.
Noch überzeugender wird es, wenn die äußere Wirkung mit dem inneren Zustand zusammenpasst.
Dann muss Souveränität weniger gespielt werden.
Sie wird sichtbar.
Besonders interessant wird Embodiment in Situationen, in denen viel auf dem Spiel steht.
Eine wichtige Präsentation.
Ein schwieriges Gespräch.
Eine Verhandlung.
Eine kritische Frage.
Eine weitreichende Entscheidung.
Unter Druck versucht unser System häufig, Geschwindigkeit zu erhöhen.
Dann kann genau das Gegenteil hilfreich sein.
Einen Moment länger ausatmen.
Den Boden wahrnehmen.
Den Blick wieder in den Raum öffnen.
Eine Pause zulassen.
Die Stimme etwas mehr Zeit bekommen lassen.
Und erst dann antworten.
Wenige Sekunden können die Qualität einer Reaktion erheblich verändern.
Vor einer wichtigen Situation kannst du vier Bereiche prüfen.
Wo bin ich gerade?
Nimm den Raum und deine Umgebung wahr.
Was spüre ich gerade?
Registriere Spannung, Atmung, Kontakt zum Boden oder zur Sitzfläche.
Was macht mein Kopf gerade aus dieser Situation?
Ist es eine Herausforderung?
Eine Bedrohung?
Eine Prüfung?
Ein Gespräch?
Welche Möglichkeiten habe ich jetzt?
Antworten.
Nachfragen.
Nachdenken.
Eine Pause machen.
Eine Grenze setzen.
Neu formulieren.
Damit wird aus einer automatischen Reaktion wieder eine bewusstere Handlung.
Ein wichtiger Gedanke:
Du brauchst keineswegs vollständige innere Ruhe, um souverän zu handeln.
Dein Herz darf schneller schlagen.
Deine Hände dürfen sich anders anfühlen.
Du darfst Aufregung bemerken.
Entscheidend ist, welche Bedeutung du daraus ableitest und welchen Handlungsspielraum du dir erhältst.
Aktivierung und Handlungsfähigkeit können gleichzeitig existieren.
Das kann eine ausgesprochen befreiende Erfahrung sein.
Embodiment lässt sich noch weiter denken.
Werte existieren weniger durch schöne Begriffe als durch Verhalten.
Respekt zeigt sich darin, wie du Menschen behandelst.
Mut zeigt sich in einer Handlung.
Gelassenheit zeigt sich im Umgang mit Spannung.
Würde zeigt sich darin, wie du mit dir und anderen umgehst.
Klarheit zeigt sich in Entscheidungen.
So betrachtet bedeutet Verkörperung:
Ein Wert wird sichtbar, wenn er Verhalten bekommt.
Vor einer wichtigen Situation kannst du deshalb eine andere Frage stellen.
Weniger:
„Wie möchte ich wirken?“
Mehr:
„Welche Haltung möchte ich hier verkörpern?“
Ruhige Stärke?
Neugier?
Klarheit?
Respekt?
Mut?
Offenheit?
Entschlossenheit?
Dann wird Körpersprache weniger zu einer Technik.
Sie wird zum Ausdruck einer gewählten Haltung.
Viele Menschen kämpfen gegen körperliche Reaktionen.
Das Herz soll langsamer schlagen.
Die Hände sollen ruhig sein.
Die Stimme soll keinerlei Aufregung verraten.
Dadurch entsteht schnell ein zweiter Kampf:
Zur ursprünglichen Herausforderung kommt der Kampf gegen den eigenen Zustand.
Eine andere Haltung kann hilfreicher sein:
„Mein Körper reagiert. Und ich kann trotzdem handeln.“
Das schafft Raum.
Wenn du das nächste Mal vor einer wichtigen Situation stehst, versuche weniger, dich in einen perfekten Zustand zu bringen.
Nimm stattdessen für einige Sekunden wahr:
Wo ist der Boden?
Wie sitzt oder stehst du?
Wo geht dein Blick hin?
Wie atmest du gerade?
Was ist deine wichtigste Botschaft?
Und welche Haltung möchtest du in den nächsten Minuten verkörpern?
Dann geh hinein.
Weniger als Schauspieler.
Mehr als jemand, der tatsächlich anwesend ist.
Der Gedanke reicht weit über Präsentationen hinaus.
Wir können jahrelang über Werte sprechen.
Über Mut.
Freiheit.
Selbstachtung.
Gelassenheit.
Verantwortung.
Irgendwann stellt sich die entscheidende Frage:
Wie sieht dieser Wert aus, wenn ich ihn lebe?
Wie spreche ich dann?
Welche Entscheidungen treffe ich?
Welche Grenzen setze ich?
Wie gehe ich mit Unsicherheit um?
Wie behandle ich andere Menschen?
Damit wird aus einer Idee eine Haltung.
Und aus einer Haltung wird Verhalten.
Wir können sehr viel verstehen und trotzdem anders handeln.
Deshalb ist Erkenntnis wertvoll.
Und manchmal reicht sie allein kaum aus.
Entwicklung wird besonders interessant, wenn etwas, das wir verstanden haben, auch in schwierigen Situationen verfügbar wird.
Wenn Klarheit zur Handlung wird.
Wenn ein Wert zur Entscheidung wird.
Wenn Selbstachtung zur Grenze wird.
Wenn Gelassenheit auch unter Spannung erreichbar bleibt.
Dann wird aus Wissen Erfahrung.
Embodiment erinnert uns an etwas Wesentliches:
Wir erleben die Welt mit unserem ganzen Organismus.
Gedanken beeinflussen unseren Zustand.
Unser Zustand beeinflusst Wahrnehmung und Verhalten.
Und Verhalten verändert wiederum unsere Erfahrung.
Deshalb beginnt Veränderung manchmal mit einem neuen Gedanken.
Manchmal mit einer Entscheidung.
Manchmal mit einem Gespräch.
Und manchmal damit, wieder wahrzunehmen, dass wir einen Körper haben.
Die interessante Frage lautet deshalb weniger:
„Wie kann ich souverän wirken?“
Sie lautet:
„Welche Bedingungen helfen mir, auch unter Druck klar, präsent und handlungsfähig zu bleiben?“
Gerade vor wichtigen Gesprächen, Auftritten und Entscheidungen lohnt es sich, neben Argumenten und Strategien auch den eigenen Zustand einzubeziehen.
Im individuellen Sparring können wir deshalb mehr betrachten als Worte und Inhalte.
Wie reagierst du unter Druck?
Was verengt deinen Handlungsspielraum?
Was hilft dir, wieder Orientierung zu gewinnen?
Welche Haltung möchtest du vertreten?
Und wie wird diese Haltung in deinem Auftreten und deinen Entscheidungen sichtbar?
Denn überzeugende Präsenz entsteht weniger durch eine einstudierte Pose.
Sie entsteht, wenn Klarheit, Haltung und Handeln zusammenfinden.
Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:
Warum hast du dich so entschieden?
Auf diese Frage finden wir häufig sehr schnell eine Antwort.
„Das war vernünftig.“
„Es war die sicherere Lösung.“
„Die Zahlen sprachen dafür.“
„Es war einfach der richtige Zeitpunkt.“
Vielleicht stimmt das alles.
Und vielleicht ist es trotzdem weniger die ganze Geschichte.
Denn Entscheidungen entstehen selten aus einem einzigen Motiv.
Vernunft spielt eine Rolle.
Gefühle ebenfalls.
Werte.
Erfahrungen.
Ängste.
Hoffnungen.
Gewohnheiten.
Zugehörigkeit.
Selbstbild.
Und manchmal der starke Wunsch, eine bestimmte unangenehme Erfahrung zu vermeiden.
Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Entscheidungsmotive genauer anzuschauen.
Entscheidungsmotive sind Gründe, Bedürfnisse, Werte, Interessen und innere Antriebe, die unsere Entscheidungen beeinflussen.
Ein Motiv beantwortet vereinfacht die Frage:
„Was bewegt mich dazu, diese Möglichkeit zu wählen?“
Dabei kann eine Entscheidung gleichzeitig von mehreren Motiven getragen werden.
Zum Beispiel:
Du möchtest eine neue Position übernehmen, weil sie fachlich reizvoll ist.
Weil sie mehr Einfluss ermöglicht.
Weil sie finanziell attraktiv ist.
Weil du Anerkennung möchtest.
Und vielleicht auch, weil du fürchtest, eine Gelegenheit zu verpassen.
Alle diese Motive können gleichzeitig vorhanden sein.
Menschen erklären ihre Entscheidungen gern nachvollziehbar.
Das ist verständlich.
Wir möchten schließlich selbst verstehen, weshalb wir etwas tun.
Doch unsere erste Erklärung ist keineswegs immer unsere tiefste.
Jemand sagt:
„Ich bleibe, weil die Situation wirtschaftlich vernünftig ist.“
Vielleicht stimmt das.
Vielleicht steckt zusätzlich dahinter:
„Ich fürchte, einen Fehler zu machen.“
Oder:
„Ich möchte niemanden enttäuschen.“
Oder:
„Ich weiß noch gar nicht, wer ich wäre, wenn ich gehe.“
Das bedeutet keineswegs, dass Menschen sich ständig selbst täuschen.
Es bedeutet lediglich:
Entscheidungen haben häufig mehrere Ebenen.
Zahlen können wichtig sein.
Fakten ebenfalls.
Doch schon die Frage, welche Fakten wir besonders wichtig finden, hängt von unseren Motiven ab.
Für einen Menschen ist Sicherheit entscheidend.
Für einen anderen Freiheit.
Für einen dritten Anerkennung.
Für einen vierten Gestaltungsspielraum.
Dieselbe Situation kann deshalb zu vollkommen unterschiedlichen Entscheidungen führen.
Die interessante Frage lautet weniger:
„Welche Entscheidung ist objektiv richtig?“
Häufig lautet sie:
„Welche Kriterien sind für mich hier wirklich wesentlich?“
Menschen können von sehr unterschiedlichen Motiven beeinflusst werden.
Einige davon sind besonders häufig.
Wir möchten Risiken begrenzen.
Verlässlichkeit.
Planbarkeit.
Stabilität.
Schutz.
Sicherheit ist ein starkes Motiv.
Sie kann kluge Entscheidungen fördern.
Und sie kann dazu führen, dass wir Möglichkeiten zu früh ausschließen.
Deshalb lohnt sich die Frage:
„Suche ich gerade vernünftige Sicherheit – oder versuche ich jede Unsicherheit zu vermeiden?“
Viele Menschen möchten selbst entscheiden können.
Wie sie arbeiten.
Wie sie leben.
Mit wem sie zusammenarbeiten.
Wie viel Kontrolle andere über ihr Leben haben.
Dann kann Freiheit wichtiger werden als ein höheres Einkommen oder mehr Status.
Eine hilfreiche Frage lautet:
„Wie viel Gestaltungsspielraum brauche ich, damit eine Entscheidung langfristig zu mir passt?“
Menschen sind soziale Wesen.
Wir möchten dazugehören.
Zu einer Familie.
Einem Team.
Einer Organisation.
Einem sozialen Umfeld.
Das kann Entscheidungen stark beeinflussen.
Manchmal entscheiden wir deshalb weniger:
„Was möchte ich?“
und stärker:
„Was hält meine Zugehörigkeit sicher?“
Das verdient Aufmerksamkeit.
Anerkennung ist ein menschliches Bedürfnis.
Wir möchten gesehen werden.
Respektiert.
Wertgeschätzt.
Manchmal spielt auch Status eine wichtige Rolle.
Titel.
Position.
Einfluss.
Prestige.
Das ist weder automatisch oberflächlich noch problematisch.
Interessant wird es, wenn die äußere Anerkennung eine Entscheidung stärker steuert als das tatsächliche Leben, das daraus entsteht.
Dann lohnt sich:
„Will ich diese Aufgabe – oder möchte ich vor allem das Bild, das mit ihr verbunden ist?“
Manche Menschen möchten gestalten.
Verantwortung übernehmen.
Etwas bewegen.
Ergebnisse sehen.
Einfluss kann deshalb ein sehr konstruktives Entscheidungsmotiv sein.
Die Frage lautet:
„Was möchte ich mit diesem Einfluss bewirken?“
Damit verbindet sich das Motiv mit Haltung.
Ein weiteres starkes Motiv lautet:
„Das soll für mich Bedeutung haben.“
Menschen möchten häufig erleben, dass ihre Zeit und Energie für etwas eingesetzt werden, das ihnen wichtig erscheint.
Gerade in späteren beruflichen Lebensphasen kann diese Frage an Gewicht gewinnen.
Dann wird weniger entscheidend:
„Was kann ich noch erreichen?“
Und stärker:
„Wofür möchte ich meine Zeit verwenden?“
Manchmal wählen wir etwas, weil es uns wachsen lässt.
Ein neues Thema.
Eine unbekannte Rolle.
Eine Herausforderung.
Eine andere Perspektive.
Der Weg enthält Unsicherheit.
Und gerade das macht ihn interessant.
Dann lautet das Motiv:
„Ich möchte herausfinden, was dort möglich ist.“
Auch Gewohnheit entscheidet mit.
Wir bleiben bei etwas, weil wir es kennen.
Wir wählen dieselben Wege.
Dieselben Anbieter.
Dieselben Routinen.
Das spart Energie.
Und manchmal hält es uns länger als sinnvoll in einer Situation.
Eine hilfreiche Frage:
„Wähle ich das gerade bewusst – oder setze ich lediglich fort, was ich gestern schon getan habe?“
Besonders interessant finde ich Motive, die auf Vermeidung beruhen.
Zum Beispiel:
Ablehnung vermeiden.
Konflikte vermeiden.
Unsicherheit vermeiden.
Schuldgefühle vermeiden.
Gesichtsverlust vermeiden.
Enttäuschung anderer vermeiden.
Dann sieht eine Entscheidung möglicherweise vernünftig aus.
Ihr eigentliches Ziel lautet jedoch:
„Ich möchte dieses unangenehme Gefühl möglichst nicht erleben.“
Das kann enorme Auswirkungen haben.
Diese beiden Fragen gehören deshalb für mich zusammen:
„Was möchte ich erreichen?“
und:
„Was möchte ich durch diese Entscheidung vermeiden?“
Manchmal liefert die zweite Frage die interessantere Antwort.
Zum Beispiel:
„Ich möchte in dieser Beziehung bleiben.“
Und gleichzeitig:
„Ich möchte die Einsamkeit nach einer Trennung vermeiden.“
Das sind zwei unterschiedliche Motive.
Erst wenn beide sichtbar werden, entsteht echte Entscheidungsfreiheit.
Viele schwierige Entscheidungen fühlen sich schwierig an, weil mehrere wichtige Motive gegeneinander arbeiten.
Zum Beispiel:
Sicherheit gegen Freiheit.
Loyalität gegen Selbstbestimmung.
Karriere gegen Lebensqualität.
Anerkennung gegen Authentizität.
Nähe gegen Unabhängigkeit.
Kontinuität gegen Entwicklung.
Dann reicht eine Pro-und-Contra-Liste häufig kaum aus.
Denn hinter den Argumenten stehen unterschiedliche Bedürfnisse.
Die stärkere Frage lautet:
„Welcher innere Konflikt wird durch diese Entscheidung sichtbar?“
Entscheidungen brauchen Prioritäten.
Wenn zwei Motive gleichzeitig erfüllt werden können, wunderbar.
Wenn sie miteinander kollidieren, braucht es Gewichtung.
Dann lohnt sich:
„Welches Motiv soll in dieser Situation mehr Gewicht bekommen?“
Und anschließend:
„Welchen Preis bin ich bereit, dafür zu tragen?“
Diese zweite Frage macht Entscheidungen oft realistischer.
Werte beeinflussen viele Entscheidungen.
Freiheit.
Würde.
Verlässlichkeit.
Gerechtigkeit.
Loyalität.
Wahrhaftigkeit.
Verantwortung.
Entwicklung.
Doch Werte werden besonders interessant, wenn sie etwas kosten.
Solange Ehrlichkeit und Vorteil dieselbe Richtung zeigen, ist die Entscheidung leicht.
Spannend wird es, wenn sie auseinandergehen.
Dann zeigt sich:
Welche Werte tragen tatsächlich meine Entscheidungen?
Auch unser Bild von uns selbst beeinflusst Entscheidungen.
„Ich bin jemand, der durchhält.“
„Ich bin loyal.“
„Ich gehe kein unnötiges Risiko ein.“
„Ich bin unabhängig.“
„Ich gebe niemals auf.“
Solche Selbstbeschreibungen können Orientierung geben.
Sie können uns zugleich festhalten.
Denn eine neue Entscheidung könnte bedeuten, das eigene Selbstbild zu verändern.
Dann lohnt sich die Frage:
„Welche Entscheidung würde ich treffen, wenn ich niemandem – auch mir selbst – beweisen müsste, wer ich bin?“
Eltern.
Partner.
Kollegen.
Vorgesetzte.
Gesellschaftliche Vorstellungen.
All diese Stimmen können in Entscheidungen auftauchen.
Manchmal so vertraut, dass wir sie kaum noch als fremde Erwartungen erkennen.
Dann denken wir:
„Man macht das eben so.“
„In meiner Position muss ich …“
„Mit meinem Lebenslauf kann ich jetzt kaum …“
Hier lohnt sich:
„Wessen Erwartung erfülle ich gerade?“
Und:
„Entspricht sie auch meiner eigenen?“
Angst kann wichtige Informationen liefern.
Sie kann auf Risiken hinweisen.
Sie verdient Aufmerksamkeit.
Problematisch wird es, wenn sie allein die Richtung bestimmt.
Dann entsteht:
„Ich wähle das, was sich am wenigsten unsicher anfühlt.“
Das ist keineswegs automatisch die beste Entscheidung.
Eine hilfreichere Frage lautet:
„Was würde ich wählen, wenn Angst eine Stimme hätte – und keine Alleinentscheidung?“
Das lässt Risiko und Möglichkeit gleichzeitig im Raum.
Ähnliches gilt für andere Gefühle.
Begeisterung.
Ärger.
Schuld.
Traurigkeit.
Erleichterung.
Gefühle können viel darüber erzählen, wie wir eine Situation erleben.
Sie müssen trotzdem keine unmittelbare Entscheidung diktieren.
Eine gute Entscheidung kann deshalb heißen:
„Ich nehme mein Gefühl ernst. Und ich prüfe zusätzlich, was daraus folgen soll.“
Bei einer wichtigen Entscheidung können sieben Fragen helfen.
Was zieht mich zu einer Option hin?
Welche unangenehme Erfahrung versuche ich fernzuhalten?
Sicherheit?
Freiheit?
Zugehörigkeit?
Anerkennung?
Entwicklung?
Wirksamkeit?
Was ist mir langfristig wichtig?
Welche davon möchte ich übernehmen?
Zeit?
Geld?
Freiheit?
Beziehungen?
Energie?
Möglichkeiten?
Was möchte ich später über meine heutige Entscheidung sagen können?
Wenn jemand sagt:
„Soll ich diese Stelle annehmen?“
kann die eigentliche Frage lauten:
„Wie wichtig ist mir Status im Vergleich zu Freiheit?“
Bei:
„Soll ich diese Beziehung fortsetzen?“
kann darunter liegen:
„Wie viel Zugehörigkeit möchte ich für Selbstachtung bezahlen?“
Und hinter:
„Soll ich mein Unternehmen verändern?“
vielleicht:
„Bin ich bereit, ein erfolgreiches Selbstbild zu verlassen, um etwas Passenderes aufzubauen?“
Deshalb ist gute Entscheidungsarbeit häufig Motiverkundung.
Menschen suchen bei wichtigen Entscheidungen gelegentlich den vollkommen rationalen Zustand.
Den gibt es kaum.
Eine tragfähige Entscheidung darf Gefühle enthalten.
Werte.
Bedürfnisse.
Persönliche Bedeutung.
Die Aufgabe besteht weniger darin, all das auszuschalten.
Sie besteht darin, es sichtbar zu machen und bewusst zu gewichten.
Manchmal bleibt Ambivalenz.
Du kannst dich auf eine neue Aufgabe freuen und gleichzeitig das Alte vermissen.
Du kannst eine Entscheidung für richtig halten und trotzdem Angst davor haben.
Du kannst jemanden lieben und trotzdem eine Grenze brauchen.
Das ist keineswegs automatisch ein Zeichen für eine falsche Entscheidung.
Es bedeutet häufig lediglich:
Mehrere wichtige Motive sind gleichzeitig vorhanden.
Reife Entscheidungen können Ambivalenz aushalten.
Mit jeder wichtigen Entscheidung wählen wir weniger ausschließlich zwischen äußeren Möglichkeiten.
Wir entscheiden zugleich:
Wofür investiere ich Zeit?
Welche Beziehungen pflege ich?
Welche Fähigkeiten entwickle ich?
Welche Gewohnheiten entstehen?
Welche Rolle wird stärker?
Welcher Mensch werde ich durch diesen Weg?
Deshalb können Entscheidungsmotive viel über unsere gewünschte Zukunft erzählen.
Wenn du zwischen mehreren Optionen festhängst, frage dich:
„Welche Entscheidung entspricht weniger meiner momentanen Angst und stärker dem Menschen, der ich sein möchte?“
Diese Frage liefert selten automatisch die Antwort.
Sie verändert jedoch häufig die Perspektive.
Wir können viele Informationen über eine Situation sammeln.
Irgendwann brauchen wir zusätzlich Informationen über uns selbst.
Was ist mir wichtig?
Was treibt mich an?
Was möchte ich schützen?
Was möchte ich vermeiden?
Welche Werte möchte ich leben?
Welchen Preis möchte ich tragen?
Erst dann wird aus einer sachlichen Entscheidung eine persönliche.
Eine Entscheidung wird dadurch keineswegs immer leichter.
Sie wird jedoch klarer.
Du kannst sagen:
„Ja, Sicherheit ist mir hier besonders wichtig.“
Oder:
„Ich entscheide mich bewusst für mehr Freiheit und akzeptiere dafür mehr Unsicherheit.“
Oder:
„Ich merke, dass ich hauptsächlich aus Angst vor Enttäuschung bleiben möchte. Das möchte ich stärker prüfen.“
Das ist ein anderer Zustand.
Weniger Automatismus.
Mehr Wahlfreiheit.
Vielleicht ist das die wichtigste Frage dieses Beitrags.
Wenn du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, frage dich:
„Was entscheidet gerade alles mit?“
Nicht ausschließlich:
Was spricht dafür?
Was spricht dagegen?
Sondern:
Welche Werte?
Welche Bedürfnisse?
Welche Ängste?
Welche Hoffnungen?
Welche Erwartungen?
Welche Gewohnheiten?
Welches Selbstbild?
Sobald diese Motive sichtbarer werden, entsteht mehr Freiheit, sie bewusst zu gewichten.
Gerade bei weitreichenden Entscheidungen fehlen häufig weniger Informationen als Klarheit darüber, was wirklich zählt.
Im individuellen Sparring können wir deshalb tiefer schauen:
Welche Motive treiben dich?
Welche stehen miteinander in Konflikt?
Welche Annahmen beeinflussen deine Bewertung?
Welche fremden Erwartungen mischen sich ein?
Welche Konsequenzen bist du bereit zu tragen?
Und welche Entscheidung passt zu deinen heutigen Werten und Prioritäten?
Dabei geht es weniger darum, dir eine Entscheidung abzunehmen.
Es geht darum, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass du sie bewusst, klar und eigenständig treffen kannst.
Denn die Qualität einer Entscheidung hängt häufig auch davon ab, wie gut du verstehst, was in dir gerade mitentscheidet.
In Anlehnung an Maslow gilt es die wesentlichen Motive zu erkennen.
Meiner Bestimmung als Schreiber nach bin ich fürs Schreiben da und du als Leserin oder Leser bist zuständig fürs Lesen. Wenn du nun auch schreibst und ich lesen muss, bringst du hier alles durcheinander. Nur mal so.
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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 8. August 2018
#0
Eine Studie belegt nun schwarz auf weiß: Junkfood macht doof! Gibt es Nahrungsmittel, die schlaumachen? Geht Intelligenz durch den Magen? Fragen über Fragen. Hier kommen die Antworten.
Wer hätte es nicht schon vorher geahnt? Jetzt haben wir es schwarz auf weiß. Das Team um Antonio Convit vom Nathan Kline Institute for Psychiatric Research in New York hat es in einer Studie bewiesen: Übergewicht und falsche Ernährung können ganze Hirnregionen schrumpfen lassen. Die armen Versuchsteilnehmer!
Die schädigende Wechselwirkung zwischen ungesunder Ernährung und Veränderungen des Gehirns, genauer gesagt der Verkleinerung bestimmter Hirnregionen, wird durch ungünstige Essgewohnheiten in Gang gesetzt. Wer auf Kreativität und gute Entscheidungen bauen will, braucht ordentliche Werkzeuge.
Fast Food hat drei Komponenten: Fett, ungünstige Kohlenhydrate, intensiver Geschmack. Die Kombination ist nicht nur für die Figur fatal, sondern schädigt auch das Gehirn. Der beste Moment, um mit gesunder Ernährung auf Sünden früherer Jahre zu reagieren, ist …. Trommelwirbel …: JETZT. Also; Fast Food, schönen Dank! Wer braucht den so etwas?
Quelle: Obesity-mediated inflammation may damage the brain circuit that regulates food intake Brain Research, Volume 1373, Issue null, Pages 101-109
Ist da was dran am Sprichwort? Angeblich soll es ja Nährstoffe geben, die Kopfarbeitern und Denksportlern bei Spitzenleistungen helfen. Disclaimer: Was ich dazu gefunden habe, gebe ich hier als Nichternährungswissenschaftler weiter. Falls einer mitliest, freue ich mich auf Rückmeldungen. Von allen anderen Lesern natürlich auch.
Durst ist schlecht für die Konzentration, wer dehydriert ist, kann schlechter denken und das Gedächtnis ist reduziert. Wird das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet, können die Nervenzellen nicht mehr optimal miteinander kommunizieren. Das Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht mehr so gut und der Schlaf ist gestört. Ausreichende Flüssigkeit sorgt dafür, dass Kopf und Körper mit Sauerstoff versorgt werden und gut durchblutet sind.
Zwei bis drei Liter Wasser scheinen ausreichend zu sein, ob mehr deutlich besser ist, bezweifle ich.
Omega-3-Fettsäuren soll gut für die geistige Leistungsfähigkeit sein. Sie sind Bestandteil der Gehirnzellen und in fettem Fisch (Lachs, Hering, Makrele) zu finden. Glücklicherweise – ich schaue mir Fische lieber an, als sie zu vertilgen – gibt es Omega-3-Fettsäuren auch in manchen Pflanzenölen, wie Lein-, Raps- und Walnussöl. Chiasamen solle auch reich an wertvollen Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren sein.
B-Vitamine, wie B1, B6, B12 und Folsäure sind wichtige für Bildung und Funktion der Nervenzellen. Sie kommen vor allem in grünem Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch und Milcherzeugnissen vor.
Das Gehirn verbraucht mehr als ein Fünftel des täglichen Energiebedarfs. Zu den wichtigsten Energielieferanten zählen Kohlenhydrate. Traubenzuckerwürfel halten nicht, was sie versprechen: Sie liefern einen Kick, der zwanzig Minuten wirkt, dann folgt ein Loch.
Damit wir längere Zeit konzentriert arbeiten können, ist eine gleichmäßig hohe Energieversorgung wichtig. Sie wird durch komplexe, langkettige Kohlenhydrate erreicht. Der Körper zerlegt sie nach und nach in ihre Bestandteile, stellt sie so über einen längeren Zeitraum kontinuierlich dem Gehirn zur Verfügung.
Vollkornbrot oder auch Haferflocken liefern viele komplexe Kohlenhydrate. Vollkornreis, Kartoffeln, Gemüse und Obst und Hülsenfrüchte sorgen für einen konstanten Blutzuckerspiegel.
Banane enthält viel Magnesium und ist ein Nervenstärker, sorgt für gute Laune. Die Frucht beinhaltet eine Aminosäure, die vom Gehirn in Serotonin umgewandelt wird. Serotonin ist ein Stoff, der glücklich macht.
Beeren sind reich an Vitamin C, Carotinoiden, Calcium, Magnesium und Antioxidantien, die das Gehirn vor schädlicher Einwirkung durch freie Radikale schützen sollen. Das soll auch der Zellalterung entgegenwirken.
Weisheit kann man nicht mit Löffeln essen, aber entsprechende Ernährung liefert einen Beitrag dazu, dass der Gehirnstoffwechsel gut funktioniert.
Meine persönliche Überzeugung; ein gutes Frühstück bildet die Grundlage.
Schlauer macht uns Brainfood nicht. Brainfood liefert dem Gehirn jedoch schnell die erforderliche Energie, selbst wenn Sie sich mal schlapp und müde fühlen.
Fettes Essen schadet der Gehirnleistung. Suppenkoma oder Fressnarkose erschweren geistige Höhenflüge. Eine ausgewogene und leichte Ernährung hilft dabei, Ihre Leistungsfähigkeit langfristig zu steigern.
Gesunde Gelassenheit und Mut authentisch für Überzeugungen einzustehen. Bekommen Sie Respekt und die Anerkennung von relevanten Menschen. Weshalb sollten wir auch um jeden Preis jenen Menschen gefallen, deren Ansichten wir nicht teilen?
Mit Disziplin lässt sich Einiges erreichen, mit Freude geht es besser. Es erfordert den Anfang, die Bereitschaft einer neuen Erfahrung eine Chance zu geben.
Es lohnt sich Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Es lohnt sich Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Überzeugungen bestimmen unser Denken und Handeln. Hinterfragen und verändern Sie Routinen, Überzeugungen, Glaubenssätze, wenn sie sich nicht bewähren.
Aufgaben werden verschleppt, verschoben und deshalb wird auch von Verschieberitis gesprochen. Was hilft bei Prokrastination wirklich?
Maske oder freie Entfaltung? Authentizität: Ein Mensch handelt aus sich selbst heraus und wird nicht von externen Einflüssen dazu gezwungen. Ist das machbar oder eine Illusion?
Sündenböcke sind Personen, die für fremde Fehler und Probleme verantwortlich gemacht werden. Was tun, wenn Sie oder jemand anders zu einem Sündenbock gemacht werden soll?
Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Warum lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee? Und was tun?
Mit dem Clustering als Kreativitätstechnik und Werkzeug, sortieren Sie Ihre Gedanken, behalten den Überblick und entwickeln Ideen.
Die Grenzen der Wahrnehmung erweitern? Das Bestreben gibt es schon lange. Eine Zeitlang hoffte die Menschheit darauf jemand würde einen Trichter erfinden mit dem sich Wissen leichter erwerben lässt. Einfach einen Kanister Mathematik ins Gehirn einfüllen und weiter geht es. Ersetzen Pillen künftig umfangreiches Lernen?
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 30. April 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:X
Mit großem Aufwand wird oft am guten Ruf gearbeitet. Doch das Leben scheint ungerecht; wenn etwas schiefgeht, wird mit anderem Maß gemessen. Viele Beobachtungen bestätigen; es braucht fünf positive Dinge, um eine einzige negative Sache aufzuwiegen.
Das menschliche Gehirn hat eine sogenannte Negativitätsverzerrung (negativity bias). Es handelt sich bei der Schwarzmalerei um eine kognitive Verzerrung. Sie tritt selbst dann auf, wenn negative und positive Ereignisse gleich stark sind, d. h. wir empfinden negative Ereignisse intensiver. Das sorgt dafür, dass wir uns eher an schlechte als an gute Nachrichten erinnern. Deshalb vergessen Sie auch schnell, die positiven Beispielen und geben uns eher den negativen hin. Um uns ausgeglichen zu fühlen, brauchen wir in unserem Leben mindestens ein Verhältnis von fünf zu eins zwischen Gut und Schlecht.
Diese kognitive Verzerrung hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir und andere Menschen Entscheidungen treffen, wir uns selbst motivieren und miteinander umgehen.
Der Haloeffekt macht sich bei der Einschätzung von Menschen bemerkbar, wenn von einer Eigenschaft auf andere Bereiche geschlussfolgert wird. Das beeinflusst unsere Wahrnehmung und kann für das Selbstmarketing genutzt werden.
Eine echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen.
Anaïs Nin
Der erste Eindruck zählt. Begegnen wir jemandem zum ersten Mal, machen wir uns innerhalb weniger Sekunden ein Bild. Dieses Bild wird den späteren Umgang mit dieser Person beeinflussen. Dazu muss noch kein einziges Wort gewechselt worden sein. All das findet unbewusst in den Tiefen der menschlichen Psyche statt. Eine große Rolle spielt dabei das Stammhirn. Es sicherte schon früher unser Überleben, – Fressen oder gefressen werden – erst bei Säbelzahntiger und Co. und später beim Zusammentreffen mit fremden Menschen. Erfahrungen dienen dazu, Situationen innerhalb von Sekundenbruchteilen einzuschätzen und zu entscheiden, ob ein Gegenüber Freund oder Feind ist. Lieber fliehen, kämpfen oder sich nähern? Heutzutage spielt vor allem die Einschätzung von Sympathie oder Antipathie eine Rolle.
Der Haloeffekt (englisch halo = Heiligenschein) macht sich häufig bei der Einschätzung von Menschen bemerkbar. Ist bei jemandem ein einzelnes Merkmal so dominant, drängt es andere Merkmale weitgehend in den Hintergrund. Andere sonst berücksichtigte Kriterien der Persönlichkeitsbeurteilung werden dann vernachlässigt oder überhaupt nicht mehr registriert. Außerdem wird ausgehend vom dominierenden Merkmal auf weitere Eigenschaften der Person geschlossen, selbst wenn dafür keine objektive Grundlage erkennbar ist. Entdeckt wurde dieser sozial-psychologische Zusammenhang bereits im 19. Jahrhundert vom us-amerikanischen Verhaltensforscher Edward Lee Thorndike.
Ausgangspunkt für den Haloeffekt sind vor allem markante Merkmale der zu beurteilenden Person wie physische Attraktivität, Behinderung und außergewöhnliche Leistungen. Der Effekt der physischen Attraktivität ist besonders häufig belegt worden. Personen, die gut aussehen, werden demzufolge meist auch als intelligent, gesellig oder dominant beurteilt. Das Auftreten des Haloeffekts wird gefördert, wenn das Urteil besonders schnell gefällt wird.
Beispiele für Zuschreibungen, die keine logische Basis haben:
Wer sich vor den Auswirkungen des Haloeffekts schützen will, kann darauf achten, Personen nicht zu schnell in eine Schublade zu stecken. Wobei hier ja vieles unbewusst geschieht. Eine gute Portion Achtsamkeit hilft!
Wer sich überlegt, ob es sicherer ist, in mehreren Bereichen zu investieren, sollte vor der Entscheidung dieses Prinzip bedenken. Wer zuerst in einem Bereich Ruhm erwirbt, kann anschließend den Haloeffekt für weitere Bereiche nutzen.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4339
K:
Ü:
Denkfallen: Wir neigen dazu, Fragen so zu formulieren, dass Annahmen bestätigt werden. Der sogenannte Bestätigungsfehler sorgt dafür, dass wir die Informationen auswählen, deuten und bewerten, die unsere Annahmen und Wünsche bestätigen. Das führt zu einseitigen Entscheidungen. Das gilt es, zu erkennen.
Wie so oft ist es deutlich leichter eigenwilliges Verhalten bei anderen Menschen zu entdecken, als bei sich selbst. Gesprächspartner, die über glasklare Argumente hinweg sehen, verwundern uns häufiger als der alltägliche Selbstbetrug bei uns selbst. Die wirksamen Denkmuster bleiben uns selbst häufig verborgen, wenn wir die Wahrnehmung verzerren und passend machen, was sonst nicht in unser Bild passt.
Der sogenannte Bestätigungsfehler oder auch Confirmation Bias sorgt dafür, dass wir aus dem Gesamtangebot bevorzugt die Informationen auswählen, deuten und bewerten, die unsere Annahmen und Wünsche bestätigen. Das sorgt dann dafür, dass wir recht einseitig Entscheidungen treffen, weil wir den Eindruck haben unsere Ansichten bestätigt zu bekommen. Kein Wunder, wenn wir Informationen wie Rosinen herauspicken.
Sind wir Menschen nicht in der Lage Hypothesen neutral und unvoreingenommen zu überprüfen oder wollen wir es einfach nicht? Fragen über Fragen: Ist der Bestätigungsfehler darauf zurückzuführen, dass wir nicht in der Lage sind, mehr als eine Alternative gleichzeitig zu beachten? Oder darauf, dass wir das Vorhandensein einer Eigenschaft leichter erkennen und erinnern können als ihr Abwesenheit? Mal nachdenken, welche Erfahrungen wir in der Praxis selbst gemacht haben.
Nicht jeder Beweis spricht eindeutig für oder gegen eine Hypothese, viele Informationen lassen sich so oder anders interpretieren. Beweise, die für eine von der Versuchsperson gehaltene These sprechen, werden jedenfalls besser wahrgenommen, erinnert und stärker gewichtet als Beweismittel, die gegen die These sprechen.
Es ist, wie es ist, also leben wir mit dieser Neigung? Das klingt zwar bequem, ist aber mit einer Menge Nachteilen verbunden. Dann belügen wir uns selbst und treffen oft schlechtere Entscheidungen.
Wer sich der Neigung zum Bestätigungsfehler bewusst ist, kann dem entgegenwirken. Wenn eine Entscheidung ansteht, wie beispielsweise ein Autokauf, sollten nicht nur bestätigende (konstante) Informationen dafür gesucht werden, dass der astronomische Preis gerechtfertigt ist. Es sollten auch möglichst unvoreingenommen entgegengesetzte (dissonante) Informationen berücksichtigt werden. Überhaupt lohnt es sich häufiger den Blick über den Tellerrand zu wagen, das erweitert den Horizont. Wie wäre es ab und zu auf anderen Pfaden zu wandeln, mit anderen Menschen zu sprechen, die abweichende Meinungen haben? Nicht alles, das nicht sofort unser Gefallen findet, muss falsch sein. Vielleicht ist es einfach noch ungewohnt.
Je mehr wir uns mit einer Position identifizieren und sie vehement verteidigen, desto schwerer ist es sich von ihr zu lösen. Es fühlt sich mit unter wie ein Gesichtsverlust an und den wollen wir vermeiden, was uns noch hartnäckiger selbst an überholten Meinungen festhalten lässt.
Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.
Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.
Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.
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Wann ist die beste Zeit für Entscheidungen?
Problem erkannt, Gefahr gebannt… So setzen Sie die Wunderfrage als Kreativitätstechnik ein.
Es braucht weder Neurochirurgen oder andere Experten, um zu erkennen, dass Stille positive Auswirkungen auf Körper und Geist hat. Trotzdem wird das Thema selten ernst genug genommen.
Die Kartenabfrage dient als Kreativitätstechnik und für Entscheidungen in der Gruppe. Bei einem mündlichen Brainstorming kommt häufig nicht jeder zu Wort. Die schriftliche Variante des Brainstormings bietet jedem Teilnehmer die Chance, eigene Ideen einzubringen. Hier eine Anleitung Schritt für Schritt.
Tipps, was es in der Finanz- und Finanzierungsplanung bei der Gründung zu beachten gibt.
Empfehlungen, um der Betriebsblindheit zu entkommen. Routine führt zu Betriebsblindheit, der Blick reicht nicht mehr über den Tellerrand, Chancen werden übersehen.
Gesunde Gelassenheit und Mut authentisch für Überzeugungen einzustehen. Bekommen Sie Respekt und die Anerkennung von relevanten Menschen. Weshalb sollten wir auch um jeden Preis jenen Menschen gefallen, deren Ansichten wir nicht teilen?
Es lohnt sich Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Es lohnt sich Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Überzeugungen bestimmen unser Denken und Handeln. Hinterfragen und verändern Sie Routinen, Überzeugungen, Glaubenssätze, wenn sie sich nicht bewähren.
Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Warum lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee? Und was tun?
Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
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Ü:
Während klassischer Konzerte geschieht es immer wieder. Je leiser die Musik ist und je konzentrierter das Publikum zuhört, je lustvoller, intensiv und gerne auch in Pausen hinein wird gehustet, geröchelt und geräuspert. Weshalb passiert das so oft? Meine Theorie: Es hat etwas mit dem Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung zu tun.
Es kommt meist anders als man denkt?
Leider nicht bei negativen Annahmen über andere Menschen und Befürchtungen.
Es ist mir schon beim ersten Besuch der Berliner Philharmonie aufgefallen, dieses eigentümliche Phänomen. Damals zeigte es sich als Husten, seitdem ist es mir in vielerlei Formen begegnet.
Wer in klassische Konzerte geht, kennt das vermutlich. Je leiser und zarter die Musik ertönt, je konzentrierter das Publikum darin glücklich versunken ist, vor allem zwischen den Sätzen einzelner Sinfonien oder Sonaten: herzhaft, ja erschreckend lustvoll, intensiv und gerne wird hinein gehustet, geröchelt und geräuspert. Und weil gerade Konzertsäle eine ausgezeichnete Akustik bieten, klingt auch der Husten gleich noch dramatischer.
Ist es reine Bosheit und Rache für schlechte Leistung der Musiker oder gar die zu gewagte Inszenierung, die das Husten befeuert? Manch einer unterstellt sogar unbewusste Selbstdarstellungssehnsüchte.
Ich glaube, das ist eher seltener der Fall. Absichtlich husten wohl die wenigsten Besucher. Manche Zuhörer atmen an leisen Stellen unbewusst flacher, um nur keine Geräusche von sich zu geben, was den Hals jedoch reizt. Wer dann schon mal versucht hat, den aufkeimenden Hustenreiz zu unterdrücken, der weiß, wie schwer es fällt. Irgendwann ist es dann soweit und der Husten ist nur um so heftiger.
Dieser Husten scheint äußerst ansteckend zu sein. Kaum räuspert sich der Nachbar, schon kratzt es ganz plötzlich im eigenen Hals. Vielleicht liegt es auch an der trockenen Luft an solchen Orten.
Ich vermute allerdings, es hat einen anderen Grund und der hat mit dem angedeuteten Phänomen zu tun.
Verbieten wir uns selbst eine Reaktion, schon verkrampfen wir Menschen und ein Großteil unserer Aufmerksamkeit wandert genau dorthin, wo wir nicht hinwollen. Es sind sich selbst erfüllende Prophezeiungen. Was wir erwarten, befürchten und von uns wegschieben wollen, bekommt dadurch Brennstoff. Wir würden ein Strohfeuer ja auch nicht mit Benzin löschen wollen, oder?
Wenn es um die eigenen Gedanken geht, ignorieren wir solcherlei Zusammenhänge leichtfertig. Doch sobald sich die Wahrnehmung, wie das Kaninchen auf die Schlange starrend, kaum noch frei bewegen kann, nimmt das Unheil seinen Lauf. Wobei das gerade eine sehr einseitige Betrachtung ist, schließlich funktioniert das Prinzip auch in die positive Richtung. Es kommt halt darauf an, in welche Richtung unsere Gedanken weisen. Himmel oder Hölle? Gemäß dem sogenannten Thomas-Theorem: „Wenn die Menschen Situationen als real definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real.“
Der US-amerikanische Soziologe Robert K. Merton 1948 beschrieb das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung (englisch self-fulfilling prophecy) in einem wegweisenden Artikel mit dem Titel The Self-Fulfilling Prophecy wie folgt:
The self-fulfilling prophecy is, in the beginning, a false definition of the situation evoking a new behavior which makes the original false conception come true. This specious validity of the self-fulfilling prophecy perpetuates a reign of error. For the prophet will cite the actual course of events as proof that he was right from the very beginning.
In Deutsch:
Die sich selbsterfüllende Prophezeiung ist am Anfang eine falsche Definition der Situation, die ein neues Verhalten hervorruft, das dazu führt, dass die ursprünglich falsche Auffassung wahr wird. Die trügerische Gültigkeit der sich selbsterfüllenden Prophezeiung bestärkt die Fortführung des Irrtums fort. Der Vorhersager wird die Entwicklung der Eignissse als Beweis dafür anführen, dass er von Anfang an recht hatte.
Merton betrachte die selbsterfüllende Prophezeiung als einen sozialen Mechanismus, mit dem sich die Auswirkungen bestimmter Einstellungen und Handlungsweisen erklären lassen.
Das Thomas-Theorem wurde von den US-amerikanischen Soziologen William Issac Thomas und Dorothy Swaine Thomas definiert:
If men define situations as real, they are real in their consequences.
In Deutsch:
Wenn die Menschen Situationen als real definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real.
Diese Aussage geht davon aus, dass jedes menschliche Handeln reale Konsequenzen zur Folge hat, ganz gleich wie unsinnig die Interpretation der Ausgangssituation war, die zu der entsprechenden Handlung geführt hat. Es geht um die Differenz zwischen subjektiver Wirklichkeit und objektiver Realität sowie die Folgen. Das kannte schon Epiktet, der behauptete: „Was den Menschen stört und in Schrecken versetzt, sind nicht Handlungen, sondern Meinungen und Vermutungen über Handlungen.“ Was wir erwarten oder befürchten, neigt dazu, wahr zu werden.
Im positiven wie negativem Sinne wirkt sich das Phänomen an vielerlei Stellen aus. Hier folgen Beispiele:
Unsere Erwartungen beeinflussen unser Verhalten. Haben wir im Vorfeld von negativen und sogar gefährlichen Charaktereigenschaften neuer Gesprächspartner gehört, verändert das Wahrnehmung, Interpretation und somit unser Denken und Handeln. Das geschieht sogar sehr häufig selbst dann, wenn die Informationen falsch waren.
Stellen Sie sich vor, zwei Psychiater würden für die Teilnahme an einer Studie eingeladen. Jeder der beiden hochgelobten Experten soll einen wahnhaften Patienten, der sich für einen Psychiater hält, nach einem Gespräch beurteilen. Das wird nun allerdings beiden Psychiatern getrennt bei der Vorbereitung erklärt. Dann werden sie aufeinander losgelassen. Was meinen Sie wohl, was geschieht? Jeder wird sich so verhalten, wie ein Psychiater und der andere wird ihn für verrückt halten. Je mehr ein Versuchsteilnehmer dann erklärt, er wäre der Psychiater und der andere der Patient, desto deutlicher wird für den anderen Teilnehmer dessen krankhaftes Denken. Na, viel Spaß!
Placebos, also Mittel oder Maßnahmen ohne Wirkstoff, führen nicht nur in der Medizin dazu, dass eine erhoffte Wirkung auf psychologischem Wege beim Klienten erreicht wird. Dadurch bekommen sogar Zuckerpillen eine intensive suggestive Wirkung, ja sogar Selbstheilungskräfte können so aktiviert werden.
Durch Mentaltraining werden verborgene oder zumindest unterschätze Kräfte und Fähigkeiten geweckt. Wurde bisher nicht an deren Potenzial geglaubt, wird es leichter, sobald die konstruktive Überzeugung gestärkt und entfaltet wird. Selbstsabotage wird dadurch beendet und überzeugt geht es konzentriert ans Werk.
Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.
Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.
Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.
Aufgaben werden verschleppt, verschoben und deshalb wird auch von Verschieberitis gesprochen. Was hilft bei Prokrastination wirklich?
Maske oder freie Entfaltung? Authentizität: Ein Mensch handelt aus sich selbst heraus und wird nicht von externen Einflüssen dazu gezwungen. Ist das machbar oder eine Illusion?
Sündenböcke sind Personen, die für fremde Fehler und Probleme verantwortlich gemacht werden. Was tun, wenn Sie oder jemand anders zu einem Sündenbock gemacht werden soll?
Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Warum lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee? Und was tun?
Mit dem Clustering als Kreativitätstechnik und Werkzeug, sortieren Sie Ihre Gedanken, behalten den Überblick und entwickeln Ideen.
Die Grenzen der Wahrnehmung erweitern? Das Bestreben gibt es schon lange. Eine Zeitlang hoffte die Menschheit darauf jemand würde einen Trichter erfinden mit dem sich Wissen leichter erwerben lässt. Einfach einen Kanister Mathematik ins Gehirn einfüllen und weiter geht es. Ersetzen Pillen künftig umfangreiches Lernen?
Was sind die Big Five?
Menschen machen mitunter Dinge, die sie und andere schädigen, obwohl eine positive Absicht dahinter steckt. Was es zu beachten gibt.
Balanced Scorecard hat das Potenzial als Management-System immense Wirkung zu entfalten. Leider werden die Möglichkeiten in der Praxis selten genutzt, weil sie als Softwarelösung empfunden wird und nicht als Steuerungssystem.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü: