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Es genügt nicht, wenn die Präsentation vor Kooperationspartnern, Geldgebern und Co. mit meiner Unterstützung überzeugend klingt. Der Inhalt bildet das Fundament, ein genauerer Blick untermauert bei einer guten Planung die Aussagen. In der Praxis fällt ohne professionelle Vorbereitung zu oft das Traumgebilde wie ein Kartenhäuschen zusammen. Also; zuerst das Fundament und dann die Darbietung auf dieser Basis.
Es war einmal… Früher erstellte ich für Start-ups Geschäftspläne, einschließlich Finanz- und Finanzierungsplanung. Das ist jetzt rund 2 Jahrzehnte her, doch genügt mir oft ein kurzer Blick, um zu erkennen, ob ein Vorhaben schon reif ist.
Wer sich mit dem Gedanken der Selbstständigkeit trägt, sollte auch die Details berücksichtigen. In der Praxis ist das leider immer noch die Ausnahme. Dieser Artikel gibt einige erste Tipps dazu, welche Mittel für welche Bereiche wie kalkuliert werden sollten. Mit einem entsprechenden Unternehmensberater lohnt es sich dem Thema Aufmerksamkeit zu widmen. Dann haben wir es auch bei der gemeinsamen Vorbereitung der Gespräche und Präsentationen leichter.
Bei Investitionen in Grundstücke, Gebäude und Maschinen sollten frühzeitig Angebote eingeholt und aktualisiert werden, um den Kapitalbedarf hierfür zu planen.
In der Praxis werden hierbei allerdings häufig Fehler gemacht: Viele Firmengründer unterschätzen die mit den Investitionen verbundenen Kosten, etwa für Installation und Transport, oder für zwischenzeitliche Preissteigerungen. Auch wenn die Preise gerade bei Computern und Zubehör ständig fallen, gilt dies ebenfalls für Hard- und Software, wenn zeitgemäße Ausführungen gewünscht werden.
Die mit der Investition anfallende Mehrwertsteuer wird oft übersehen, was gefährliche Liquiditätsprobleme zur Folge haben kann. Zwar sind diese Beträge in der Tat durchlaufende Posten, die verrechnet mit der Vorsteuer bei der nächsten Umsatzsteuererklärung zurückfließen, aber auch das Verauslagen von vermeintlich unscheinbaren 19 Prozent hat ihre Grenzen, wenn es um sehr teure Investitionen geht. Im Rahmen der Finanzplanung ist dieser Aspekt daher unbedingt zu berücksichtigen.
Je nach Situation und Vorhaben ist bei allen Investitionen zu entscheiden, wie diese bemessen sein müssen, damit sie ihren Zweck optimal erfüllen. Beispielsweise kann der Kauf einer Computeranlage mit zu geringer Kapazität dazu führen, dass der geplante Umsatz oder die angestrebte Qualität nicht erreicht werden kann. Wählt man hingegen eine zu große Anlage, so verschlechtern unter Umständen zu hohe Kosten die Rentabilität des Vorhabens.
Gründer sollten unbedingt darauf achten, dass sich ihr Berater als Coach versteht, der ihnen auch konkrete Hilfsmittel, etwa für die Entscheidungsfindung bei Investitionsalternativen, an die Hand gibt. Nur so ist gewährleistet, dass diese notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung stehen.
Viele Gründer gehen mit fiktiven Zahlen an die Schätzung der notwendigen Investitionen. „So ein bis zwei Millionen Euro werden wir schon brauchen …“, sagen sie. Eine akzeptable Aussage über die anzusetzenden Beträge für Betriebsmittel kann jedoch nur nach Abschluss einer detaillierten Finanzplanung erfolgen. Werden dabei alle Ein- und Ausgaben realistisch und logisch angesetzt. Ist insbesondere der wahrscheinliche Umsatz wohlüberlegt, dann lässt sich aus der Liquiditätsplanung leicht der Zeitpunkt und die Höhe des höchsten Kapitalbedarfs bestimmen.
In vielen Fällen müssen Gründer längere Zeiten überbrücken, in denen den Ausgaben keine entsprechenden Einnahmen gegenüberstehen. Fehler in der Finanzplanung können hier schneit die Neugründung bedrohen.
Auch der Gründungsprozess selbst verursacht einmalige Kosten. So fallen Honorare für die Gründungs-, Rechts- und Steuerberatung an, und fast immer sind auch Gebühren zu entrichten.
Wer wegen fehlender Mittel und professionelle Unterstützung verzichten muss, zahlt später meist umso mehr.
Bei manchen Vorhaben sind jene Mittel, die erforderlich sind, um den Markt zu erschließen und den notwendigen Bekanntheitsgrad zu erzielen, im Vergleich zu den eigentlichen Investitionen derartig groß, dass traditionelle Finanzierungsformen über die Hausbank meist ausscheiden.
In solchen Fällen ist die Beteiligungsfinanzierung, das heißt die Erhöhung des Eigenkapitals durch Aufnähme eines Beteiligungspartners, eine interessante Finanzierungsalternative zum Kredit. Wird hierbei jedoch der finanzielle Aufwand unterschätzt oder die auf den Kapitalbedarf zugeschnittene Finanzierungsplanung halbherzig betrieben, verlieren die Gründer schnell den gewünschten Anteil und damit den Einfluss auf ihr Unternehmen. Gefahr droht vor allem dann, wenn zusätzliche Finanzierungen notwendig werden.
Viele Unternehmensgründer gehen viel zu optimistisch an ihre Umsatzplanung heran und schätzen ihre Erlöse viel zu hoch ein und das viel zu frühzeitig. Sie meinen, dass sie auf diese Weise im Bankgespräch eher die Zusage für einen Kredit oder Fördermittel bekommen. Tatsächlich lassen sich die wenigsten Berater davon blenden, im Gegenteil. Es lässt die Gründer weniger kompetent wirken und die Glaubwürdigkeit leidet. Außerdem beendet ein geschönter Umsatzplan schnell das Vorhaben, wenn deswegen die Liquidität leidet und es im schlimmsten Fall zur Aufgabe führt.
Auch zu vorsichtige Umsatzprognose haben Nachteile. Dann werden bei der Finanzierung zu hohe Kredite aufgenommen und die hohe Zinsbelastung schmerzt. Besser ist es, möglichst realistisch zu schätzen. Das ist keine leichte Aufgabe, schließlich kann keiner von uns in die Zukunft schauen. Es gibt Methoden, wie sich ohne hellseherische Fähigkeiten nachvollziehbare Vorschauen für den Businessplan finden lassen.
Auch wenn es in den Statements von Start-ups meist anders klingt, aber selbst Gründer haben in der Regel noch ein Privatleben – und damit auch Kosten für die private Lebensführung, etwa für Miete, Essen, Kleidung und Versicherungen. Obwohl diese Zahlen nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kapitalbedarf des Unternehmens stehen, müssen sie in den Planungen Eingang finden; sei es, um die Mittel hierfür privat vorzuhalten oder das eigene Mindestgehalt als Geschäftsführer zu ermitteln.
Gründer ohne ausreichende eigene Mittel sind bestrebt, im Rahmen einer optimalen Finanzierung auch öffentliche Fördermittel abzurufen. Üblicherweise verursacht jede Aufnahme von Krediten Kosten (Disagio, Zins), die ebenfalls in der Finanzplanung berücksichtigt werden müssen.
Die Kunst bei der optimalen Planung des Kapitalbedarfs besteht darin, weder zu knapp (Liquiditätsprobleme) noch mit zu vielen Sicherheitszuschlägen (geringere Rentabilität) zu kalkulieren. Steht die Finanzplanung, sollte sich der Gründer auch tatsächlich danach richten.
Einige Autoren traditioneller Gründungsliteratur raten dazu, mit dem Unternehmen eher klein zu starten und dann entsprechend der erwirtschafteten Mittel aus eigener Kraft zu wachsen. In der heutigen schnelllebigen Zeit und insbesondere in den rasant wachsenden Märkten der Informationstechnologie gilt dies nur noch sehr begrenzt. Hier heißt es, möglichst rasch Geschäftsfelder zu besetzen, bevor es ein anderer macht. Der Zweitplatzierte zählt in der Regel schon zu den Verlierern, ihm werden nur noch geringe Chancen eingeräumt.
Die Geschwindigkeit, mit der Gründer hier agieren müssen, geht vielen auch emotional sehr nahe. Hier, wie auch in weniger spektakulären Fällen, dient die Planungsunterlage als roter Faden, der auch in Situationen hilft, die besonders hohe Anforderungen an den Gründer stellen.
Diesen Artikel schrieb ich 2001 für das Magazin K@rriere der VDI-Nachrichten. Das ist jetzt eine Ewigkeit her und mein Tätigkeitsfeld habe ich soweit spezialisiert, dass ich mich weder hinsichtlich der Finanzierung berate, noch bei der Erstellung von Geschäftsplänen unterstütze. Doch im Zusammenhang mit der Vorbereitung von Präsentationen entdecke ich regelmäßig Verbesserungspotenzial. Bevor die tatsächlichen Präsentationen vor Geldgebern, Kooperationspartnern etc. erfolgen sind sie unbedingt zu optimieren.
Bei der Vorbereitung Ihrer Gespräche und Präsentationen helfe ich Ihnen. Den Umfang bestimmen Sie. Zumindest ein Probelauf mit professionellem Feedback solltest du sich und Ihrer Botschaft gönnen. Dann wissen Sie selbst, wie Sie und Ihr aufbereitetes Thema wirken, was Sie tun und was Sie besser lassen sollten, wo es Potenziale gibt. Wieso wollen Sie erst im Anschluss an Ihren echten Auftritt solche Rückmeldungen bekommen? Dann ist es für Korrekturen zu spät. Eine solche professionelle Unterstützung hat einen Preis, der in einem guten Verhältnis zum Nutzen steht. Ein Blick auf mein Profil liefert Ihnen einen Eindruck, von welcher speziellen Kombination an Erfahrungen Sie profitieren. Das geht übrigens auch mit Sitzungen via Telefon oder mit Videounterstützung.
Auf was sollte bei der Finanz- und Finanzierungsplanung bei der Existenz- oder Unternehmensgründung geachtet werden?
Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 1. Januar 2001
Überarbeitung 3. Dezember 2018
#0
Routine führt zu Betriebsblindheit, der Blick reicht nicht mehr über den Tellerrand, Chancen übersehen. Empfehlungen, um der Betriebsblindheit zu entkommen.
Wenn man alle Fehler aus einer Kutsche beseitigt, erhält man möglicherweise eine perfekte Kutsche, aber vermutlich nicht das erste Automobil.
Edward de Bono
Kühner, als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte in Frage zu stellen.
Alexander von Humboldt
Als Betriebsblindheit (Problemblindheit) wird eine zu routinemäßige Arbeitsweise bezeichnet, die dazu führt, dass nicht mehr über den Tellerrand geschaut wird. Bewusst und noch viel häufiger unbewusst wird keine Selbstkritik geübt und Veränderungsmöglichkeiten nicht gesehen. Verändern sich die Rahmenbedingungen, dann sind Anpassungen erforderlich, der Wettbewerb schläft nicht. Wer sich dann nicht weiterentwickelt, verliert den Anschluss. Das kann zu geringerer Effektivität und somit zum Wettbewerbsnachteil führen.
Für Betriebsblindheit ist es typisch, dass sie selbst nicht erkannt wird. Solange es gut läuft, wird auch keine Notwendigkeit gesehen etwas zu verändern. Meist führen erst offensichtliche, oft schmerzhafte Umstände oder Impulse von außen dazu, dass blinde Flecken erkannt und verändert werden. Außenstehenden fällt es überwiegend leichter, den Wald vor lauter Bäumen zu erkennen.
Betriebsblindheit und fehlende Reflexion ist nicht nur in Unternehmen zu finden. Sie kann jeden Bereich, Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen betreffen. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die für die Perspektiverweiterung sorgen. Dazu gehören externe Berater und Coaches.
Und sie sägten an den Ästen, auf denen sie saßen, und schrien sich zu ihre Erfahrungen, wie man besser sägen könne. Und fuhren mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen beim Sägen, schüttelten die Köpfe und sägten kräftig weiter.
Bertold Brecht
Bleiben Sie kritisch, auch gegenüber bewährten Routinen. Was gestern die erste Wahl war, muss es morgen nicht mehr sein. Bleiben Sie beweglich. Mit verkrusteten Strukturen kommen Sie nicht in Fahrt, falls eine Richtungsänderung erforderlich ist.
Holen Sie sich Feedback, vor allem von unbequemen Stimmen. Und hören Sie gut zu.
Never change a running system? Von wegen! Machen Sie es sich nicht zu gemütlich. Auch, wenn Routinen funktionieren, lohnt es sich weitere Wege zu erkunden. Dafür können ja entsprechende Spielzonen eingerichtet werden. Neugier ist ein guter Lehrer.
Für Killerphrasen, im Sinne von Totschlagargumenten, darf kein Raum sein. Sonst werden jegliche zarten Bestrebungen für Veränderungen schon im Keim erstickt. So trocknet die Basis für Kreativität aus und es gibt ein böses Erwachen.
Wenn die Gewohnheit überhandnimmt, hilft Neugier dabei wachsam zu bleiben. Die Welt dreht sich und kaum ein Bereich hat nicht noch Potenziale, die geweckt werden können. Also besser die Augen und Ohren offenhalten. Entdeckungen sind die Belohnung der Neugier.
Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.
Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.
Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.
Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.
Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:
Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.
Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.
Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.
Transparenz ist mir wichtig.
Weitere Informationen findest du hier:
→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 5. Februar 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #43318
K:
Ü:A
Gesunde Gelassenheit und Mut authentisch für Überzeugungen einzustehen. Bekommen Sie Respekt und die Anerkennung von relevanten Menschen. Weshalb sollten wir auch um jeden Preis jenen Menschen gefallen, deren Ansichten wir nicht teilen?
Besteht die einzige Möglichkeit, nichts falsch und sich keine Feinde zu machen, darin, niemals das Bett zu verlassen, das Internet und das Telefon abzumelden? Nur nicht anecken?
Wir sind so eitel, dass uns sogar an der Meinung der Leute, an denen uns nichts liegt, etwas gelegen ist.
Marie von Ebner-Eschenbach
Ja, es steckt aus gutem Grund in uns Menschen; wir wollen gemocht werden, ein Teil einer Gruppe sein.
Außerhalb einer Gruppe zu sein ist unangenehm, es bedeutete insbesondere in den Anfängen der Menschheitsgeschichte Lebensgefahr. Möglichst weit in der Mitte einer Herde zu sein sorgte für Wärme und minimierte die Gefahr, von Raubtieren gefressen zu werden.
Obwohl sich die Bedingungen weitgehend geändert haben sind diese Bedürfnisse noch immer in unseren archaischen Programmen aktiv und beeinflussen auch heute noch unser Denken und Handeln.
Auch heute sind Sympathien und Zugehörigkeit, insbesondere von der angestrebten Zielgruppe, von Vorteil. Das zu fördern ist hilfreich. Allerdings sind manche Menschen derart bemüht sympathisch zu erscheinen, dass es zum Krampf wird. Dann werden eigene Interessen weit nach hinten gestellt, dass jede Authentizität im Nebel verschwindet.
Anstatt die Fähigkeit sich zu verbiegen zu bewundern, nimmt das Umfeld solche Menschen als schwach wahr. Die Graue-Maus-Rolle wirkt so wenig attraktiv, wie eine Verkleidung wirkt. Solange das Umfeld davon Vorteile hat und es ausgenutzt werden kann, werden solche Menschen geduldet.
Die Ausprägung oder besser formuliert; die fehlende Ausprägung von Persönlichkeit führt nicht zum erwünschten Ergebnis. Es lauert die Harmoniefalle.
Ständige Ja-Sager werden von einschränkenden Überzeugungen gesteuert. Die Folgen dieser Strategie sind permanente Unzufriedenheit und die bestehende Angst, von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Wer es so allen recht machen will überfordert sich sehr schnell, fühlt sich ausgelaugt und ausgebrannt.
Wer braucht schon Integrität, wenn der Weg des geringsten Widerstandes lockt? Allerdings klingt das ökonomischer, als es tatsächlich ist. Es kostet auf Dauer eine Menge Kraft sich zu verbiegen und so ein Spagat kann zu schmerzhaften Verzerrungen führen. Es kommt mehr und mehr zur Selbstaufgabe und der Verlust der Selbstachtung führt zu Frust!
Eine eng verwandte Strategie, um anderen Menschen keine Angriffsfläche zu bieten, besteht darin, in allem perfekt sein zu wollen. Doch dieser unangemessen hohe Anspruch lässt sich nicht lange auf gesunde Weise bedienen. Schon die Angst, die Maske könnte fallen, drückt auf die Seele und hinterlässt Narben.
Die Gelassenheit sich authentisch zu zeigen und der Mut für eigene Überzeugungen einzustehen braucht Gelegenheiten gelebt zu werden, sonst verkümmert sie. Manchmal steigt der Druck im Inneren und bricht sich an ungeeigneten Stellen Bahn. Oder es nagt an einem und schadet der seelischen und auch der körperlichen Gesundheit.
Wer Everybody’s Darling sein möchte ist bald Everybody’s Depp.
Es allen Menschen Recht machen zu wollen ist der sicherste Weg keinen Erfolg zu haben und intensiven Beziehungen aus dem Weg zu gehen.
Geringer Status ist mit geringem Einfluss verbunden. Das führt allerdings eher dazu anderen Menschen ausgeliefert zu sein, als mehr Gestaltungsspielraum zu gewinnen. Und das hat Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit bestimmter Beziehungen.
Wahrscheinlicher sind dominierende Beziehungen, die auf einseitigen Vorteilen und nicht auf echter Sympathie beruhen. Wie auch, wenn die tatsächliche Persönlichkeit verborgen wird.
Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.
Otto von Bismarck
Es fehlen selbst bei geringer Ausprägung sehr schnell Akzente, es wird langweilig. Nichts, woran wir uns reiben könnten. Inspiration ist da nicht zu erwarten. Da sind dann mitunter Selbstgespräche kritischer und interessanter. Wer erwartet schon ehrliche Antworten von jemandem, der keine eigene Meinung hat?
Der Schlüssel zum Scheitern
ist der Versuch, es allen recht zu machen.
Bill Cosby (sollte ich jetzt wegen des Skandals jemand anderen zitieren)
Mit zunehmender Mutlosigkeit und dem Verlust jeglicher Selbstachtung verringert sich auch der Respekt des Umfeldes.
Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg: Es jedem recht machen zu wollen.
Platon
Wer es allen recht machen will erlangt die Duldung der meist falschen Menschen und wird für viele andere unsichtbar. Es fehlt das Profil, es fehlt Echtheit, die als Grundlage tieferer Beziehungen zu wichtig ist.
Aus diesen Gedanken resultieren für mich die folgenden Thesen:
Es lohnt sich die eigenen grundlegenden Werte zu kennen, einschränkende Überzeugungen aufzulösen und förderliche zu pflegen. Einmal genügt nicht, denn es ist eine regelmäßige Aufgabe, mit Respekt anderen Menschen und sich selbst gegenüber deutlich für Überzeugungen einzustehen. Profil zu zeigen ist sehr gut vereinbar mit Respekt und ehrlich gemeinter Rücksicht.
Ich wünsche Ihnen eine gesunde Gelassenheit und den Mut, authentisch für Ihre Überzeugungen einzustehen. Dann bekommen Sie auch den Respekt und die Anerkennung von relevanten Menschen.
Träumen Sie schon lange davon, es immer allen recht machen zu können? Wäre es nicht toll, von allen gemocht zu werden? Menschen, die versuchen, selbstlos zu sein und ihr Leben vor allem nach den Erwartungen anderer zu richten, finden viele nett. Doch ob das wirklich so eine gute Idee ist?
Sie wissen vermutlich längst; es ist ohnehin unmöglich, es allen Menschen recht zu machen. Und falls Sie das könnten, würden Sie sich selbst dabei vermutlich verlieren.
Was viel besser ist: Es hilft zu wissen, was einem selbst wirklich wichtig ist, um sich daran zu orientieren. Eine der wichtigsten und zugleich auch schwierigsten Anforderungen an ein funktionierendes Management der verfügbaren Ressourcen wie der Zeit ist das Setzen von Prioritäten.
Prioritäten richtig setzen – des Lebens größte Kunst. Viele Menschen haben Probleme dabei Prioritäten zu setzen oder genauer formuliert: Sie haben Probleme dabei, die Prioritäten richtig zu setzen. Ein paar Anregungen dazu:
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 12. Januar 2015
Überarbeitung: 25. Oktober 2019
AN: #23218
K: CNB
Ü:
Es lohnt sich Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Überzeugungen bestimmen unser Denken und Handeln. Hinterfragen und verändern Sie Routinen, Überzeugungen, Glaubenssätze, wenn sie sich nicht bewähren.
Jeder glaubt gar leicht, was er fürchtet und was er wünscht.
Jean de La Fontaine
Es ist ganz natürlich, dass wir gegen jede neue Ansicht, über deren Gegenstand wir irgendein Urteil uns schon festgestellt haben, uns abwehrend und verneinend verhalten. Denn sie dringt feindlich in das vorläufig schon abgeschlossene System unserer Überzeugungen.
Arthur Schopenhauer
Als „Heilige Kühe“ werden Glaubensgrundsätze, kurz Glaubenssätze beziehungsweise Überzeugungen bezeichnet, von deren Gültigkeit wir persönlich glauben, dass sie richtig sind. Diese Überzeugungen wirken auf unser Denken und Handeln wie ein Regelwerk an dem wir uns weitgehend unbewusst orientieren.
Überzeugungen, die wir nicht ausreichend hinterfragen, scheinen wie Heilige Kühe in Indien tabu zu sein. Doch, selbst wenn sie einmal hilfreich gewesen sein sollten, muss das nicht für alle Ewigkeit so sein. Was einst stimmte, kann heute wirklichkeitsfremd sein. Die Welt dreht sich weiter, wir entwickeln uns. Heilige Kühe schränken den Denk- und Handlungsspielraum ein und können so wünschenswerten Veränderungen im Wege stehen. Sie blockieren oder behindern uns zumindest.
Nicht nur im Coaching immer wieder eine wichtige Frage. Sind die Dinge schon deshalb richtig, weil wir sie tun? Oder sind wir nur manchmal zu bequem uns mit ihnen auseinanderzusetzen, weil wir uns dann ja auch anschließend mit den Konsequenzen beschäftigen müssen? So manche Heilige Kuh blockiert den Weg, verdeckt den Blick auf Optionen, macht blind. Wir können nicht wahrnehmen, was möglich wäre.
Es lohnt sich deshalb Routinen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen, oft sind sie unantastbar und unnütz zugleich. Heilige Kuh erkannt – heilige Kuh gebannt!
Ein spanisches Sprichwort meint; Gewohnheiten sind anfangs Spinnweben, später Drahtseile.
Glaubenssätze beziehungsweise Überzeugungen lassen sich nur schwer durch landläufige Regeln der Logik oder des rationalen Denkens verändern. Mit geeigneten therapeutischen Techniken können hinderliche Glaubenssätze aufgelöst, verändert und förderliche Glaubenssätze entwickelt und gestärkt werden. Gerade bei Glaubenssätzen, die zur Selbstsabotage beitragen lohnt sich die Arbeit.
Überzeugungen sind fest in unser persönliches Weltbild eingebettet, sind tief verwurzelt. Sie sind an Gefühle gekoppelt und es kann als schmerzhaft empfunden werden sie loszulassen. Es genügt deshalb nicht nur intellektuell umzudenken, es muss deutlich tiefer gehen, um zu wirken, bis an die Wurzel. Das geht beispielsweise, indem eine intensive neue, eine andere Erfahrung gemacht wird. Doch dazu können wir weder uns selbst noch andere Menschen zwingen oder überreden. Wir können dazu einladen, ermutigen und inspirieren – das Angebot machen, den Rahmen bieten. Dann können entsprechende Techniken, wie aus den Neurolinguistischen Programmieren (NLP), der Energetischen Therapie, dem Hypnobalancing und dem Mentaltraining, dazu beitragen Überzeugungen dauerhaft zu verändern.
Diese These bestätigt sich bei Einsatz passender Techniken nur sehr bedingt.
Viele Glaubenssätze sind je nach Kontext mehr oder weniger förderlich. Insofern gilt es nicht zwangsläufig jeden in einer Situation einschränkenden Glaubenssatz, ohne umfangreichere Betrachtung ersatzlos zu löschen. Vielmehr geht es in der Regel darauf den Einflussbereich zu vergrößern, also für mehr Wahlfreiheit und Flexibilität zu sorgen.
So hilfreich es sein kann die Ursachen zu kennen; oft geht es auch ohne umfangreiche Analyse mit Konzentration auf die Ziele.
Was ist der Unterschied zwischen Überzeugungen und Glaubenssätzen? Der Unterschied zwischen Überzeugungen und Glaubenssätzen kann subtil sein, da die Begriffe oft synonym verwendet werden. Überzeugungen sind bewusster und rationaler, während Glaubenssätze tiefer und emotionaler verankert sind. Überzeugungen können durch neue Informationen relativ leicht angepasst werden, Glaubenssätze hingegen erfordern oft tiefgreifendere innere Arbeit, um verändert zu werden.
Hier sind einige Unterscheidungen:
Eigenschaften:
Beispiel:
„Ich bin überzeugt, dass regelmäßiges Training gut für die Gesundheit ist.“
Beispiel:
„Man muss hart arbeiten, um im Leben erfolgreich zu sein.“
Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.
Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:
Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.
Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.
Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.
Transparenz ist mir wichtig.
Weitere Informationen findest du hier:
→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz
Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.
Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.
Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.
Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.
Eine Routine ist eine wiederkehrende Handlung, die regelmäßig durchgeführt wird. Sie kann beispielsweise eine feste Reihenfolge von Aktivitäten beinhalten, die man jeden Tag oder jede Woche durchführt, wie beispielsweise das Zähneputzen vor dem Schlafengehen. Routinen können dazu beitragen, den Alltag zu strukturieren und zu planen und können das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle vermitteln. Sie können auch dazu beitragen, Zeit und Energie zu sparen, indem man Dinge automatisiert, die man häufig tut.
Ja, Routinen können auch Nachteile haben. Wenn man sich zu sehr an Routinen hält, kann das dazu führen, dass man sich eingeengt oder eingeschränkt fühlt und keine Flexibilität oder Kreativität mehr hat. Man könnte auch die Möglichkeit verpassen, neue Erfahrungen zu machen oder sich zu entwickeln, wenn man immer nur dasselbe tut. Es ist daher wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Routinen und Abwechslung zu finden und auch gelegentlich aus der Routine auszubrechen, um neue Erfahrungen zu machen und sich weiterzuentwickeln.
Es kommt darauf an, wie welche Routinen genutzt werden. Einige Menschen finden, dass Routinen ihre Kreativität fördern, indem sie ihnen eine strukturierte Umgebung bieten, in der sie arbeiten können. Andere Menschen fühlen sich jedoch von Routinen eingeengt und finden, dass sie ihre Kreativität einschränken.
Es braucht ein gesundes Gleichgewicht zwischen Routinen und Abwechslung. Einige Routinen, wie beispielsweise regelmäßige Übung oder das Setzen von Schreibzeiten, können dazu beitragen, die Kreativität zu fördern, indem sie die Disziplin und Konzentration verbessern, die für kreatives Arbeiten erforderlich sind. Andere Routinen, wie beispielsweise immer dasselbe zu essen oder immer denselben Weg zur Arbeit zu nehmen, können jedoch die Kreativität einschränken, indem sie die Möglichkeit verringern, neue Erfahrungen zu machen und neue Ideen zu entwickeln. Nehmen Sie sich Zeit für Abwechslung und Neues, erlauben Sei sich gelegentlich aus der Routine auszubrechen, um die Kreativität zu fördern.
CORE Beliefs sind die wichtigsten Glaubenssätze eines Menschen. Sie sind sehr eng mit der eigenen Identität.
Glaubenssätze beruhen auf Generalisierungen, die ein Mensch sich über die Welt gemacht hat. Sie bezeichnen damit Einstellungen, die Arbeits- und Lebensprinzipien der jeweiligen Person darstellen und ihrem Verhalten zugrunde liegen. Glaubenssätze beeinflussen deutlich Wahrnehmung, Einstellungen, Gefühle, Verhalten und Fähigkeiten.
Überzeugungen sind Gefängnisse.
Friedrich Nietzsche
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 15. August 2017
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Englische Version:
AN: #371
K:
Ü:X
Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Weshalb lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee? Und was tun?
Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Warum lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee? Kommen da menschliche Abgründe zum Vorschein oder handelt es sich um eine harmlose Zeitbeschäftigung?
Das Zitat am Seitenanfang stand auf einem Plakat, an dem ich heute vorbeiging. Ob es tatsächlich – wie Je pense, donc je suis – von René Descartes ist, hat mir zumindest Google nicht bestätigen wollen. Das dürfte wohl eher eine recht freie Übersetzung sein. Es gefällt mir so oder so, aus vielerlei Hinsicht. Es steckt eine Menge Wahrheit darin. Wer lästert, gibt Einiges über sich preis, meist ohne sich darüber bewusst Gedanken gemacht zu haben.
Hat Lästern eine genetische Grundlage oder woher kommt es, dass es so weit verbreitet ist? Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen und das Erhabne in den Staub zu ziehn. (Friedrich Schiller)
Offiziell hat Lästern keinen guten Ruf, im Gegenteil. Und doch wird es so häufig praktiziert. Wieso? Darauf angesprochen gibt es unterschiedliche Antworten. Eine Studie (Matthew Feinberg / Stanford University veröffentlicht im Journal of Personality and Social Psychology) behauptet sogar Lästern führt dazu, dass wir uns anschließend besser fühlen, uns so mit anderen Personen solidarisieren und das es die gesellschaftliche Harmonie fördert. Na dann …
Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Warum lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee?
Wie viel Lästerei verträgt die positive Ausstrahlung, ohne sich völlig zu verabschieden? Kennen Sie charismatische Menschen, die lästern? Soweit ich das erkennen kann passt Lästerei nicht zu einer gestandenen Persönlichkeit, weil es kleinlich und gehässig wirkt.
Auch die Glaubwürdigkeit des Lästerers leidet; wer mit Schmutz wirft, wird selbst dreckig. Und wer zu unverhohlen aus dem Nähkästchen plaudert, wird es wohl auch zukünftig tun. Also lieber Abstand von solchen Plaudertaschen halten, gegebenenfalls zuhören, selbst die Klappe halten. Lästern macht irgendwann einsam.
Je attraktiver ein Mensch ist, desto weniger leidet zwar die Anziehungskraft durch das Tratschen, doch Vertrauenswürdigkeit und Sympathie gehen auch dann verloren. Wer stattdessen viel Gutes über andere Menschen von sich gibt, erfährt eine Aufwertung durch das Umfeld. Lob für andere steigert übrigens auch das eigene Selbstbewusstsein.
Lästern ist menschlich, doch wer es übertreibt, wird schneller selbst zur Zielscheibe von Klatsch und Tratsch. Und es gibt weitere gute Gründe über solchen Auswüchsen zu stehen. Mit denen beschäftigen sich einige der unten genannten Artikel. Tipps, was Sie tun können, wenn über Sie gelästert wird finden Sie dort ebenso, wie für den Fall, dass in Ihrem Umfeld gerne über andere Menschen gelästert wird.
Es ist nicht lange her, das die Öffentlichkeit einen Minister des deutschen Bundestags dabei beobachten konnte, wie er seinen eigenen Pressesprecher vor den Augen der Öffentlichkeit mit Häme überschüttete und bloßstellte. Anstatt mit ihm über seinen Pressesprecher zu lachen, wendete sich die breite Masse der Öffentlichkeit beschämt ab. Wer so etwas tut, machte sich damit keine Freunde. Selbst berechtigte Kritik gehört nicht in die Öffentlichkeit. Nicht jedes Publikum ist so vergesslich, wie die Wähler in Deutschland.
In Kurzform ein paar Empfehlungen zum Thema Lästerei:
Wenn Sie über Dritte sprechen, dann bitte positiv oder ohne eine Wertung. Die Welt ist klein und Stille Post ist selten in Ihrem Interesse. Außerdem bleibt bei Ihrem Gesprächspartner der Geschmack haften, Sie könnten bei nächster Gelegenheit über ihn lästern.
Achten Sie auf einen angemessenen Zustand, bevor Sie etwas sagen oder tun; intensive Emotionen sind keine guten Ratgeber.
Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Außerdem: Sie wissen nie wohin die Information gelangt und was mit ihr geschieht. Gesagt ist gesagt!
Lassen Sie die Gerüchteküche abkühlen, anstatt sie mit Ihrem Beitrag zu befeuern. Wechseln Sie lieber das Thema oder verabschieden Sie sich, falls das nicht möglich ist.
Behalten Sie Lästereien für sich, anstatt sich an der Flüsterkette zu beteiligen. Wer weiß, was am Ende dabei herauskommt. Weshalb wollen Sie da im Impressum auftauchen?
Wenn wir wirklich wissen wollen, was und wie ein bestimmter Mensch über Sie denkt, brauchen wir ihn nur zu fragen, was und wie er über andere denkt.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2012
Überarbeitung: 28. Juli 2019
AN: #65642
K:CNC
Ü:
Wenn in Gruppen zwischen mehreren Optionen zu wählen ist, bietet sich eine gemeinsame Mehrpunkteabstimmung an. So geht die Punktabstimmung am besten.
Ressourcen sind endlich, wer ist schon omnipotent? Eine Option zu verfolgen hat früher oder später zur Folge, dass eine andere Option keine Chance bekommt, ausscheidet. Bei Gruppenentscheidungen kann das auch sehr persönlich genommen werden. Entsprechende Bedeutung haben Gruppenentscheidungen bei der Auswahl der favorisierten Option.
Wenn zwischen mehreren Optionen gewählt und sich schließlich für eine entschieden werden soll, bietet sich eine gemeinsame Abstimmung an. Das Verfahren wird als Punktabstimmung, Mehrpunkteabstimmung, Mehrpunkt-Abfrage oder auch Mehrpunkt-Frage bezeichnet. Dazu erhalten alle Teilnehmer zur Abstimmung mehrere Punkte, die nach eigener Wahl verteilt werden.
Der Vorteil dieser Methode: Die Punktevergabe ist demokratisch, macht die Reihenfolge der Prioritätensetzung und Gewichtung der Teilnehmenden sichtbar.
Jeder Teilnehmer erhält eine Anzahl an Abstimmungspunkte, beispielsweise als Klebepunkte. Es hat sich bewährt, mindestens drei Klebepunkte pro Person zu verteilen, jedoch höchstens so viele Punkte, wie die Hälfte der Anzahl der Wahlmöglichkeiten (beispielsweise 10 Optionen = 5 Abstimmungspunkte pro Teilnehmer). Diese Punkte werden auf die Optionen verteilen. Hier gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen:
Wer das möchte, kann also auch alle Punkte einer einzigen Option geben.
Jeder Teilnehmer darf pro Idee nicht mehr als zwei Stimmen vergeben werden, damit das Endergebnis nicht zu stark durch einzelne Teilnehmer geprägt wird.
Das Abtreten von Punkten an andere Teilnehmer ist nicht möglich.
Man muss nicht nur mehr Ideen haben als andere, sondern auch die Fähigkeit besitzen, zu entscheiden, welche dieser Ideen gut sind.
Linus Pauling
Die Optionen werden für alle Teilnehmer gut sichtbar aufbereitet. Das kann mittels Whiteboard, Flipchart, mittels Beamer, als Muster etc. geschehen.
Der Moderator formuliert deutlich die Kriterien für die Abstimmung, also die Basis, auf der die Entscheidung gefällt werden soll.
Praxisbeobachtung: Die Frage wird leider oft nicht eindeutig formuliert. Es scheint oft offensichtlich zu sein, worum es geht, doch das ist es oft nicht. Bei der Verfolgung von Ideen können beispielsweise Ressourcen eine Rolle spielen, wie Zeit und Geld. Deswegen ist es förderlich der Abstimmungsfrage Aufmerksamkeit zu widmen und sie anschließend zu visualisieren.
Der Moderator nennt nochmals die Rahmenbedingungen und gibt Hinweise zum Vorgehen.
Vom Moderator erhält jeder Teilnehmer die vorgesehene Anzahl von Klebepunkten.
Die Teilnehmer beschäftigen sich nun noch einmal mit den Optionen im Hinblick auf die Abstimmungsfrage, damit sie diese gegeneinander abwägen. Die Teilnehmer dürfen nun ihre Klebepunkte auf die Optionen verteilen. Das erfolgt offen, also nicht anonym, damit die Transparenz gefordert wird. Dabei darf diskutiert und so die Meinungsbildung gefördert werden.
Haben alle Teilnehmer Ihre Abstimmungspunkte sichtbar angebracht, werden die Optionen in der Reihenfolge ihrer erhaltenen Punkte geordnet.
Die Option mit den meisten Abstimmungspunkten wird weiterentwickelt. Oft bietet es sich an mehrere Optionen in der Reihenfolge ihrer Abstimmungsergebnisse weiterzuverfolgen. Die Optionen ohne Abstimmungspunkte werden verworfen.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #85616
K:
Ü:
Es gibt Tätigkeiten, für die brauchst du kaum Druck.
Niemand muss dich erinnern.
Niemand muss dich belohnen.
Du beschäftigst dich damit, weil dich die Sache selbst interessiert.
Du möchtest verstehen.
Gestalten.
Lernen.
Lösen.
Entdecken.
Oder einfach erleben, wie etwas entsteht.
Das ist die Welt der intrinsischen Motivation.
Und sie verrät manchmal erstaunlich viel darüber, was wirklich zu uns passt.
Intrinsische Motivation bedeutet, dass der Antrieb für eine Tätigkeit wesentlich in der Tätigkeit selbst liegt.
Du tust etwas, weil du es interessant, befriedigend, herausfordernd oder persönlich bedeutsam findest.
Zum Beispiel:
Du liest über ein Thema, weil du es verstehen möchtest.
Du lernst eine Sprache aus Neugier.
Du löst ein Problem, weil dich die Herausforderung reizt.
Du schreibst, weil du Gedanken entwickeln möchtest.
Du musizierst, weil dir das Musizieren selbst Freude bereitet.
Der Antrieb entsteht stärker aus dem Tun als aus einer äußeren Belohnung.
Der Gegenbegriff ist die extrinsische Motivation.
Hier liegt der Anreiz stärker außerhalb der Tätigkeit.
Zum Beispiel:
Geld.
Lob.
Status.
Noten.
Beförderung.
Anerkennung.
Oder die Vermeidung unangenehmer Konsequenzen.
Im Alltag existieren beide Motivationsformen häufig gleichzeitig.
Du kannst deine Arbeit lieben und dafür gut bezahlt werden wollen.
Du kannst gerne präsentieren und dich über Anerkennung freuen.
Du kannst eine Aufgabe spannend finden und gleichzeitig eine Beförderung anstreben.
Die interessante Frage lautet deshalb weniger:
„Bin ich intrinsisch oder extrinsisch motiviert?“
Sondern:
„Was trägt meine Motivation – und wie stabil ist diese Grundlage?“
Das ist mir besonders wichtig.
Intrinsische Motivation bedeutet keineswegs:
„Ich mache ausschließlich Dinge, die angenehm sind.“
Eine intrinsisch motivierte Tätigkeit kann anstrengend sein.
Sie kann Konzentration verlangen.
Sie kann Frustration erzeugen.
Sie kann sogar zeitweise ausgesprochen mühsam sein.
Trotzdem möchtest du weitermachen.
Warum?
Weil dir die Tätigkeit oder das damit verbundene Anliegen selbst etwas bedeutet.
Manchmal macht uns eine Tätigkeit Freude.
Manchmal erleben wir sie als sinnvoll.
Beides kann intrinsische Motivation unterstützen.
Ein schwieriges Gespräch macht möglicherweise wenig Spaß.
Trotzdem möchtest du es führen, weil dir Klarheit wichtig ist.
Ein anspruchsvolles Projekt kann erschöpfend sein.
Und gleichzeitig genau die Art von Herausforderung darstellen, die du suchst.
Deshalb frage ich lieber:
„Was zieht mich an dieser Tätigkeit an?“
als:
„Macht mir das Spaß?“
Wenn Menschen aus eigenem Interesse handeln, braucht es häufig weniger äußeren Druck.
Sie beschäftigen sich intensiver mit einer Sache.
Sie bleiben neugierig.
Sie entwickeln eigene Fragen.
Sie suchen Lösungen.
Sie übernehmen eher Verantwortung für den Prozess.
Das macht intrinsische Motivation besonders für Lernen, Kreativität und anspruchsvolle Arbeit interessant.
Menschen erleben häufig mehr Motivation, wenn sie Handlungsspielraum haben.
Wenn sie mitgestalten können.
Wenn sie Entscheidungen treffen dürfen.
Wenn sie erleben:
„Ich tue das, weil ich mich dafür entschieden habe.“
Das bedeutet keineswegs grenzenlose Freiheit.
Auch innerhalb klarer Rahmenbedingungen kann Autonomie entstehen.
Entscheidend ist das Erleben eigener Beteiligung.
Wir beschäftigen uns gern mit Dingen, bei denen wir erleben:
„Ich werde besser.“
Fortschritt kann ausgesprochen motivierend sein.
Ein Problem, das gestern schwierig war, gelingt heute.
Eine Fähigkeit wächst.
Zusammenhänge werden verständlicher.
Genau deshalb kann eine passende Herausforderung Motivation verstärken.
Zu leicht wird langweilig.
Zu schwer kann entmutigen.
Dazwischen liegt häufig ein produktiver Bereich.
Menschen handeln selten vollständig isoliert.
Wir möchten uns verbunden fühlen.
Mit anderen Menschen.
Mit einem Team.
Mit einer Aufgabe.
Mit etwas, das größer ist als unser unmittelbarer Vorteil.
Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit spielen deshalb in der Selbstbestimmungstheorie von Edward Deci und Richard Ryan eine wichtige Rolle für hochwertige Motivation.
Hier gibt es eine interessante Verbindung.
Wenn eine Tätigkeit aus eigenem Interesse verfolgt wird, die Herausforderung zu den Fähigkeiten passt und die Aufmerksamkeit stark gebündelt ist, können Flow-Erfahrungen wahrscheinlicher werden.
Dann tritt der äußere Zweck für einen Moment in den Hintergrund.
Du bist bei der Sache.
Das Tun selbst trägt die Aufmerksamkeit.
Genau deshalb passen Flow und intrinsische Motivation gut zusammen.
Eine einfache Frage kann Hinweise auf intrinsische Motivation liefern:
„Bei welchen Tätigkeiten vergesse ich gelegentlich die Zeit?“
Vielleicht beim:
Schreiben.
Erklären.
Gestalten.
Forschen.
Problemlösen.
Organisieren.
Unterrichten.
Programmieren.
Handwerken.
Musizieren.
Gespräch.
Die Antwort allein liefert noch keinen Lebensplan.
Sie liefert jedoch Hinweise.
Gerade bei beruflichen Entscheidungen finde ich diese Hinweise interessant.
Welche Tätigkeiten ziehen dich immer wieder an?
Welche Fragen beschäftigen dich freiwillig?
Worüber möchtest du mehr wissen?
Bei welchen Aufgaben entwickelst du von selbst Ideen?
Was würdest du gelegentlich auch tun, wenn niemand dafür applaudiert?
Das sind wertvolle Informationen über Passung.
Das ist eine meiner liebsten Fragen zu intrinsischer Motivation:
„Würde ich mich damit auch beschäftigen, wenn niemand davon erfährt?“
Kein Lob.
Kein Status.
Keine öffentliche Anerkennung.
Kein beeindruckender Lebenslauf.
Was bleibt?
Die Antwort kann überraschend sein.
Manchmal beginnt etwas intrinsisch.
Du schreibst, weil du gerne schreibst.
Dann bekommst du Aufmerksamkeit.
Zahlen werden wichtiger.
Reichweite.
Umsatz.
Bewertungen.
Vergleiche.
Plötzlich verschiebt sich der Fokus.
Aus:
„Was möchte ich sagen?“
wird:
„Was funktioniert besser?“
Äußere Kriterien sind durchaus nützlich.
Interessant wird es, wenn sie die ursprüngliche Motivation vollständig übernehmen.
Dann lohnt sich eine Rückkehr zur Ausgangsfrage:
„Weshalb habe ich damit eigentlich begonnen?“
Äußere Belohnungen können Motivation unterstützen.
Sie können unter bestimmten Bedingungen zugleich die Aufmerksamkeit von der Tätigkeit auf die Belohnung verschieben.
Deshalb lohnt sich bei Motivationssystemen die Frage:
„Welche Art von Motivation möchten wir langfristig fördern?“
Gerade bei kreativer, komplexer oder eigenverantwortlicher Arbeit ist das relevant.
Viele Menschen wünschen sich einen Beruf, der sie vollständig intrinsisch motiviert.
Das ist ein hoher Anspruch.
Fast jede Arbeit enthält Aufgaben, die vor allem erledigt werden, weil sie dazugehören.
Administration.
Abrechnung.
Routine.
Organisation.
Pflichten.
Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:
„Liebe ich jede Minute meiner Arbeit?“
Sondern:
„Enthält meine Arbeit genügend von dem, was mich aus eigenem Antrieb interessiert?“
Das ist realistischer.
Wer erwartet, ausschließlich intrinsisch motiviert zu sein, kann schnell enttäuscht werden.
Auch eine sehr passende Tätigkeit enthält schwierige Tage.
Wiederholungen.
Konflikte.
Routine.
Frustration.
Intrinsische Motivation ist deshalb weniger Dauerbegeisterung.
Sie zeigt eher eine grundsätzliche Beziehung zur Tätigkeit:
„Das hier interessiert mich genug, um mich damit auseinanderzusetzen.“
Manchmal verlieren Tätigkeiten ihren Reiz.
Das muss keineswegs bedeuten, dass mit dir etwas falsch läuft.
Vielleicht hast du dich verändert.
Vielleicht beherrschst du die Aufgabe inzwischen so gut, dass Herausforderung fehlt.
Vielleicht ist dein Handlungsspielraum kleiner geworden.
Vielleicht hat sich die Tätigkeit selbst verändert.
Oder andere Dinge sind inzwischen wichtiger.
Dann lohnt sich weniger Selbstkritik und mehr Untersuchung:
„Was genau hat sich verändert?“
Eine Aufgabe kann jahrelang gut passen.
Und irgendwann weniger.
Das ist besonders bei erfahrenen Menschen interessant.
Vielleicht brauchst du weniger Wiederholung.
Mehr Gestaltung.
Andere Verantwortung.
Mehr Tiefe.
Weniger operative Aufgaben.
Mehr Austausch.
Oder einen vollkommen anderen Schwerpunkt.
Sinkende Motivation kann deshalb gelegentlich ein Hinweis sein:
Das bisherige Modell braucht Entwicklung.
Karriereentscheidungen werden häufig über äußere Kriterien getroffen.
Mehr Verantwortung.
Mehr Einkommen.
Mehr Status.
Mehr Einfluss.
Das kann sinnvoll sein.
Eine zusätzliche Frage lautet:
„Enthält die neue Rolle mehr von den Tätigkeiten, die mich tatsächlich interessieren?“
Denn eine Beförderung kann äußerlich ein Aufstieg sein und gleichzeitig die interessantesten Teile der bisherigen Arbeit entfernen.
Das verdient Aufmerksamkeit.
Diese Frage ist erstaunlich praktisch:
„Welche Tätigkeit möchte ich in meinem zukünftigen Leben häufiger ausüben?“
Weniger:
Welche Position möchte ich haben?
Mehr:
Was möchte ich tatsächlich tun?
Gespräche führen?
Entscheidungen treffen?
Schreiben?
Menschen entwickeln?
Strategien entwerfen?
Probleme lösen?
Gestalten?
Forschen?
Diese Perspektive verändert Karriereplanung.
Auch jenseits der Arbeit lohnt sich der Blick.
Was interessiert dich?
Was zieht dich an?
Was möchtest du lernen?
Was möchtest du gestalten?
Womit beschäftigst du dich freiwillig?
Ein gutes Leben besteht keineswegs ausschließlich aus intrinsisch motivierten Tätigkeiten.
Doch ein Leben, in dem kaum etwas aus eigenem Interesse geschieht, kann irgendwann erstaunlich leer wirken.
Eine weitere hilfreiche Frage:
„Was würde ich häufiger tun, wenn ich niemanden beeindrucken müsste?“
Vielleicht verändert sich wenig.
Vielleicht sehr viel.
Die Antwort zeigt häufig, welchen Einfluss äußere Maßstäbe auf Entscheidungen haben.
Selbstbestimmung bedeutet weniger:
„Ich tue immer, worauf ich gerade Lust habe.“
Sie bedeutet:
„Ich kann mich mit dem verbinden, was ich tue und weshalb ich es tue.“
Auch eine anstrengende Aufgabe kann dann selbstbestimmt sein.
Vielleicht hast du sie bewusst gewählt.
Vielleicht dient sie einem Ziel, das dir wichtig ist.
Motivation bekommt dadurch eine andere Qualität.
Wenn du herausfinden möchtest, was dich aus eigenem Antrieb bewegt, helfen fünf Fragen.
Wohin wandert deine Aufmerksamkeit ohne äußeren Druck?
Wo möchtest du besser werden?
Welche Tätigkeiten binden deine Aufmerksamkeit?
Was bleibt ohne Publikum?
Welche Tätigkeiten sollen mehr Raum bekommen?
Die Antworten sind weniger fertige Entscheidungen.
Sie sind Hinweise.
Manchmal fehlt weniger Motivation als Gelegenheit.
Der Kalender ist voll.
Verpflichtungen dominieren.
Routine übernimmt.
Dann bleibt kaum Platz für Tätigkeiten, die aus eigenem Interesse entstehen.
Deshalb kann eine wichtige Frage lauten:
„Wie viel Raum bekommt eigentlich das, was mich wirklich interessiert?“
Das ist weniger eine Motivationsfrage.
Es ist eine Prioritätenfrage.
Intrinsische Motivation ersetzt Disziplin kaum.
Auch bei Dingen, die uns wichtig sind, gibt es Tage mit wenig Energie.
Dann hilft Verbindlichkeit.
Routine.
Struktur.
Der Unterschied:
Disziplin trägt eine Tätigkeit durch schwierige Phasen.
Intrinsische Motivation beantwortet eher:
„Weshalb möchte ich überhaupt wieder dorthin zurück?“
Beides kann sich hervorragend ergänzen.
Vielleicht lautet die entscheidende Frage deshalb weniger:
„Wie kann ich mich stärker motivieren?“
Sondern:
„Wofür brauche ich erstaunlich wenig Motivation?“
Diese Frage führt manchmal zu wichtigen Erkenntnissen.
Denn möglicherweise liegt das Problem weniger in mangelnder Willenskraft.
Vielleicht verbringst du schlicht sehr viel Zeit mit Dingen, die dir wenig bedeuten.
Äußere Anreize werden immer Teil unseres Lebens sein.
Geld.
Anerkennung.
Verantwortung.
Erwartungen.
Status.
Sie dürfen eine Rolle spielen.
Souveränität entsteht, wenn daneben eine eigene Stimme hörbar bleibt:
„Das interessiert mich.“
„Das möchte ich lernen.“
„Das möchte ich gestalten.“
„Dafür möchte ich meine Zeit verwenden.“
Gerade nach vielen erfolgreichen Berufsjahren kann eine interessante Verschiebung entstehen.
Die Frage lautet weniger:
„Was kann ich noch erreichen?“
Und stärker:
„Was möchte ich mit meiner Zeit eigentlich noch machen?“
Dann verlieren manche äußeren Anreize an Bedeutung.
Andere Motive werden wichtiger.
Neugier.
Gestaltung.
Wirksamkeit.
Freiheit.
Bedeutung.
Das kann ein wertvoller Moment der Neuorientierung sein.
Gerade bei beruflichen Übergängen, neuen Rollen und weitreichenden Entscheidungen lohnt sich deshalb ein Blick auf Motivation.
Was treibt dich heute wirklich?
Welche Tätigkeiten geben dir Energie?
Welche Rolle spielten bisher Status, Sicherheit und Anerkennung?
Was davon soll bleiben?
Was möchtest du künftig häufiger tun?
Und welche Form von Arbeit passt zu der Lebensphase, in der du heute bist?
Im individuellen Sparring können wir solche Fragen sortieren.
Weniger mit dem Ziel, eine künstliche Begeisterung zu erzeugen.
Mehr mit dem Ziel, herauszufinden, wofür deine vorhandene Energie tatsächlich eingesetzt werden soll.
Denn manchmal brauchen Menschen weniger Motivation.
Sie brauchen mehr von dem, was sie wirklich motiviert.
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23457
K: CNB
Ü:
Du möchtest ein schwieriges Gespräch führen.
Plötzlich fällt dir auf, dass der Schreibtisch dringend aufgeräumt werden müsste.
Du sitzt vor einer wichtigen Aufgabe.
Und auf einmal erscheint es erstaunlich sinnvoll, erst einmal die E-Mails zu sortieren, Kaffee zu kochen oder den Kühlschrank zu kontrollieren.
Zufall?
Manchmal vielleicht.
Manchmal zeigt sich darin etwas, das umgangssprachlich als Übersprungshandlung bezeichnet wird.
Als Übersprungshandlung wird ursprünglich ein Verhalten bezeichnet, das in einer inneren Konfliktsituation scheinbar zusammenhanglos auftritt.
Zwei unterschiedliche Handlungsimpulse konkurrieren miteinander.
Die Spannung steigt.
Und plötzlich erscheint ein drittes Verhalten, das auf den ersten Blick wenig mit der eigentlichen Situation zu tun hat.
Statt anzugreifen oder zu fliehen, beginnt ein Tier beispielsweise mit einer völlig anderen Aktivität.
Der Begriff stammt ursprünglich aus der Verhaltensforschung.
Im Alltag verwenden wir ihn heute häufig etwas weiter.
Damit beschreiben wir Situationen, in denen Menschen unter Spannung plötzlich etwas tun, das vom eigentlichen Thema wegführt.
Du möchtest jemanden auf ein unangenehmes Thema ansprechen.
Du weißt, dass das Gespräch wichtig ist.
Gleichzeitig möchtest du Konflikte vermeiden.
Damit stehen zwei Impulse gegeneinander:
Ich möchte das klären.
und
Ich möchte diese Spannung vermeiden.
Dann passiert etwas Interessantes.
Du räumst auf.
Du beschäftigst dich mit einer Kleinigkeit.
Du beantwortest Nachrichten.
Du bereitest dich noch ein bisschen länger vor.
Die Aktivität fühlt sich produktiv an.
Das eigentliche Thema bleibt liegen.
Im Alltag werden die Begriffe häufig vermischt.
Eine Übersprungshandlung ist mehr als bloße Zerstreuung.
Entscheidend ist die innere Spannung.
Es gibt einen Konflikt zwischen verschiedenen Impulsen, Bedürfnissen oder Handlungsmöglichkeiten.
Das scheinbar unpassende Verhalten dient dann häufig dazu, diese Spannung kurzfristig zu regulieren.
Deshalb kann eine wichtige Frage lauten:
„Wovon lenkt mich diese Aktivität gerade weg?“
Menschen mögen innere Widersprüche selten besonders gern.
Wir möchten handeln und gleichzeitig vermeiden.
Wir möchten etwas sagen und fürchten die Konsequenzen.
Wir möchten uns entscheiden und möchten keine Möglichkeit verlieren.
Je größer die Spannung, desto attraktiver kann eine dritte Beschäftigung werden.
Dann entstehen beispielsweise:
Aufräumen.
Scrollen.
Snacken.
Noch mehr recherchieren.
Unnötiges Perfektionieren.
Kleine organisatorische Aufgaben.
Diese Tätigkeiten sind für sich genommen vollkommen sinnvoll.
Spannend wird es, wenn sie genau dann auftauchen, wenn etwas anderes wichtiger wäre.
Besonders häufig lässt sich dieses Muster vor Entscheidungen beobachten.
Ein Mensch steht vor einer weitreichenden Wahl.
Eigentlich liegen genügend Informationen vor.
Trotzdem wird weiter recherchiert.
Noch eine Tabelle erstellt.
Noch jemand gefragt.
Noch ein Video angesehen.
Noch eine Nacht darüber geschlafen.
Das sieht nach sorgfältiger Vorbereitung aus.
Manchmal ist es genau das.
Manchmal ist die Vorbereitung längst abgeschlossen und die zusätzliche Aktivität dient vor allem dazu, den Moment der Entscheidung hinauszuschieben.
Dann lohnt sich die Frage:
Brauche ich wirklich mehr Informationen – oder brauche ich gerade mehr Mut zur Entscheidung?
Auch in Gesprächen können sie auftreten.
Ein schwieriges Thema kommt näher.
Und plötzlich wird über Details diskutiert.
Nebenschauplätze entstehen.
Witze tauchen auf.
Das Thema wechselt.
Man beschäftigt sich intensiv mit der Formulierung eines einzelnen Satzes und verliert den eigentlichen Konflikt aus dem Blick.
So kann viel gesprochen werden, während das Wesentliche unangetastet bleibt.
Eine hilfreiche Frage lautet:
„Worüber müssten wir eigentlich gerade sprechen?“
Übersprungshandlungen sind deshalb weniger ein Grund zur Selbstkritik.
Sie können wertvolle Informationen liefern.
Sie zeigen möglicherweise:
Hier steigt gerade Spannung.
Hier stehen zwei Bedürfnisse gegeneinander.
Hier gibt es eine Entscheidung, die Gewicht hat.
Hier möchte ein Teil von mir handeln und ein anderer Teil schützen.
Damit wird die Übersprungshandlung zum Hinweis.
Wenn du bemerkst, dass du plötzlich etwas völlig anderes machst, frage dich:
1. Was wollte ich ursprünglich tun?
2. Welche Spannung tauchte dabei auf?
3. Welche beiden Impulse stehen möglicherweise gegeneinander?
4. Was verschafft mir die aktuelle Beschäftigung?
5. Welcher kleine nächste Schritt bringt mich wieder zum eigentlichen Thema?
Besonders die fünfte Frage ist wichtig.
Denn Erkenntnis allein verändert wenig.
Angenommen, du willst ein schwieriges Telefonat führen und räumst plötzlich deine Unterlagen neu.
Dann brauchst du dich weder zu beschimpfen noch zum sofortigen Anruf zu zwingen.
Du kannst zunächst feststellen:
„Interessant. Offenbar steigt gerade meine Spannung.“
Dann:
„Was genau beschäftigt mich an diesem Gespräch?“
Vielleicht fürchtest du Ablehnung.
Vielleicht möchtest du niemanden enttäuschen.
Vielleicht fehlen dir noch zwei wichtige Gedanken.
Jetzt kannst du entscheiden.
Brauche ich tatsächlich Vorbereitung?
Oder wäre der nächste sinnvolle Schritt, die Nummer zu wählen?
Damit entsteht wieder Wahlfreiheit.
Das ist eine meiner liebsten Fragen bei diesem Thema:
„Bin ich gerade beschäftigt – oder bewege ich mich wirklich vorwärts?“
Denn Aktivität fühlt sich schnell nach Fortschritt an.
Beides ist keineswegs dasselbe.
Du kannst einen ganzen Tag ausgesprochen fleißig sein und trotzdem genau das vermeiden, was den größten Unterschied machen würde.
Aufmerksam würde ich werden, wenn sich bestimmte Muster regelmäßig wiederholen.
Zum Beispiel:
Immer wenn ein Konflikt bevorsteht.
Immer wenn eine Entscheidung endgültig werden könnte.
Immer wenn du dich zeigen müsstest.
Immer wenn Ablehnung möglich wird.
Immer wenn Erfolg ebenfalls Konsequenzen hätte.
Dann lohnt sich weniger die Frage:
„Wie werde ich dieses Verhalten los?“
Spannender ist:
„Welcher innere Konflikt zeigt sich hier immer wieder?“
Manchmal erzählt uns ein scheinbar unsinniges Verhalten etwas sehr Sinnvolles.
Es zeigt, wo Spannung entsteht.
Es macht sichtbar, wo wir gleichzeitig in zwei Richtungen wollen.
Und es kann uns darauf aufmerksam machen, dass wir gerade vor etwas Wichtigem stehen.
Deshalb lohnt es sich, kurz innezuhalten, wenn plötzlich der unwichtigste Punkt auf der To-do-Liste unglaublich dringend erscheint.
Vielleicht braucht der Schreibtisch tatsächlich Ordnung.
Vielleicht versucht dein Kopf gerade auch, dir ein paar Minuten Abstand von etwas zu verschaffen, das wesentlich bedeutender ist.
Dann hilft eine einfache Frage:
„Was wäre jetzt der eigentliche nächste Schritt?“
Wenn viel von einer Entscheidung abhängt, kann eine zusätzliche unabhängige Perspektive wertvoll sein.
Wir können Möglichkeiten betrachten, Annahmen prüfen, Prioritäten klären und Konsequenzen aus unterschiedlichen Perspektiven durchdenken.
Die Entscheidung bleibt deine. Ziel ist eine bessere Grundlage, auf der du sie treffen kannst.
Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.
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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.
Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.
Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.
Transparenz ist mir wichtig.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
K:
Ü:
Du hast eine gute Idee.
Ein überzeugendes Produkt.
Eine sinnvolle Empfehlung.
Eine wichtige Veränderung.
Vielleicht bist du vollkommen überzeugt.
Und trotzdem reagiert dein Gegenüber zurückhaltend.
Warum?
Manchmal liegt es weniger an der Qualität deiner Idee.
Vielleicht hast du vor allem erklärt:
was du anbietest,
was du vorhast
oder
weshalb du selbst davon überzeugt bist.
Die andere Person stellt jedoch möglicherweise eine andere Frage:
Was bedeutet das für mich?
Genau hier beginnt Nutzenargumentation.
Nutzenargumentation verbindet eine Eigenschaft, Leistung oder Idee mit ihrer Bedeutung für das Gegenüber.
Statt ausschließlich zu sagen:
„Unser System arbeitet automatisch.“
erklärst du:
„Dadurch reduziert sich der manuelle Aufwand und dein Team gewinnt Zeit für wichtigere Aufgaben.“
Oder statt:
„Ich empfehle diese Vorgehensweise.“
sagst du:
„Damit behalten wir mehr Handlungsspielraum, falls sich die Bedingungen verändern.“
Die zentrale Frage lautet:
Welche konkrete Bedeutung hat mein Argument für diesen Menschen?
Viele Präsentationen und Verkaufsgespräche bestehen aus Eigenschaften.
Unser Produkt hat:
diese Funktion,
jene Technologie,
diese Zertifizierung,
diese Ausstattung,
diese Erfahrung.
Alles interessant.
Doch das Gegenüber muss daraus selbst ableiten:
Warum sollte mich das interessieren?
Je größer diese Übersetzungsleistung, desto leichter geht die Botschaft verloren.
Ein einfacher Weg besteht aus drei Schritten:
Eigenschaft → Vorteil → Nutzen
Beispiel:
Eigenschaft:
Die Software erstellt Berichte automatisch.
Vorteil:
Das Team muss sie weniger manuell zusammenstellen.
Nutzen:
Du gewinnst Zeit, reduzierst Routinearbeit und bekommst wichtige Informationen früher.
Jetzt wird die Bedeutung sichtbar.
Ein häufiger Fehler lautet:
„Der Nutzen liegt doch auf der Hand.“
Vielleicht für dich.
Für dein Gegenüber kann etwas ganz anderes entscheidend sein.
Eine Führungskraft interessiert vielleicht:
Zeit.
Ein Finanzvorstand:
Kosten.
Ein Kunde:
Sicherheit.
Ein Mitarbeiter:
Arbeitsbelastung.
Ein Unternehmer:
Flexibilität.
Ein Investor:
Skalierbarkeit.
Dasselbe Angebot.
Unterschiedlicher Nutzen.
Deshalb ist Nutzenargumentation weniger ein rhetorischer Trick.
Sie beginnt mit einer ernsthaften Frage:
Was ist diesem Menschen wichtig?
Was möchte er erreichen?
Was möchte er vermeiden?
Welche Risiken sieht er?
Welche Erfahrungen bringt er mit?
Welche Prioritäten?
Welche Befürchtungen?
Je besser du das verstehst, desto weniger musst du argumentativ schießen.
Du kannst gezielter sprechen.
Schwache Nutzenargumentation versucht häufig, irgendeinen Vorteil zu behaupten.
Gute Nutzenargumentation prüft zunächst:
Ist dieser Nutzen tatsächlich vorhanden?
Das ist entscheidend.
Denn sonst entsteht schnell:
Übertreibung.
Manipulation.
Werbesprache.
Oder ein Versprechen, das später enttäuscht.
Ein Nutzenargument sollte tragfähig sein.
Menschen interessieren sich besonders für Dinge, die an ein relevantes Bedürfnis anschließen.
Zum Beispiel:
Sicherheit.
Autonomie.
Zeit.
Anerkennung.
Zugehörigkeit.
Komfort.
Einfluss.
Entwicklung.
Orientierung.
Erleichterung.
Aber Vorsicht:
Menschen lassen sich weniger zuverlässig auf ein einziges „Motiv“ reduzieren.
Deshalb lieber fragen als interpretieren.
Manchmal sagt jemand:
„Das ist doch gut für dich.“
Und meint eigentlich:
„Das wäre gut für mich.“
Gerade in Beziehungen, Führung und Verhandlungen lohnt sich deshalb eine ehrliche Prüfung:
Wessen Nutzen beschreibe ich gerade?
Den meines Gegenübers?
Meinen?
Den des Unternehmens?
Oder einen gemeinsamen?
Diese Unterscheidung schafft Klarheit.
Führungskräfte kommunizieren häufig Veränderungen.
Neue Prozesse.
Neue Rollen.
Neue Ziele.
Neue Strukturen.
Dann reicht weniger:
„Das hat die Geschäftsführung beschlossen.“
Menschen möchten verstehen:
Was bedeutet das für mich?
Was wird leichter?
Was schwieriger?
Was bleibt?
Warum lohnt sich der Aufwand?
Welche Probleme werden gelöst?
Eine gute Nutzenargumentation verschweigt dabei weniger die Nachteile.
Sie ordnet sie ein.
Stell dir vor, eine Veränderung bringt Vorteile und Aufwand.
Dann ist:
„Davon profitieren alle.“
häufig wenig glaubwürdig.
Stärker wäre:
„Die Umstellung wird in den ersten Wochen zusätzliche Arbeit erzeugen. Danach reduziert sie an drei Stellen den täglichen Aufwand.“
Das klingt weniger spektakulär.
Und wesentlich belastbarer.
Manchmal besteht der Nutzen darin:
Risiken zu reduzieren.
Schäden zu vermeiden.
Optionen offenzuhalten.
Klarheit zu schaffen.
Unsicherheit zu verringern.
Oder eine problematische Entwicklung früh zu stoppen.
Auch das ist Nutzen.
Bei wichtigen Entscheidungen kannst du jede Option fragen:
Was gewinne ich dadurch?
Was vermeide ich?
Welche Möglichkeiten entstehen?
Welche Möglichkeiten verliere ich?
Welchen Preis zahle ich?
Damit wird Nutzenargumentation zu mehr als Verkauf.
Sie wird ein Werkzeug für Entscheidungsklarheit.
Ein Nutzen ohne Kosten klingt schnell verdächtig.
Jede relevante Entscheidung kann einen Preis haben.
Zeit.
Geld.
Risiko.
Aufwand.
Verzicht.
Deshalb finde ich eine gute Nutzenargumentation besonders stark, wenn sie beides zeigt:
Was gewinne ich?
und
Was kostet es mich?
Dann kann das Gegenüber tatsächlich entscheiden.
Manipulation versucht häufig, den Nutzen größer erscheinen zu lassen als er ist.
Oder Nachteile kleinzureden.
Verantwortungsvolle Nutzenargumentation macht etwas anderes.
Sie hilft dem Gegenüber, die Bedeutung einer Option besser einzuschätzen.
Das Ziel lautet weniger:
„Wie bekomme ich ein Ja?“
Sondern:
„Wie kann die andere Person eine gute Entscheidung treffen?“
Das ist eine andere Haltung.
Das ist für mich ein entscheidender Test.
Wenn du eine Option ehrlich erklärst und dein Gegenüber anschließend sagt:
„Das passt für mich weniger.“
kann das ein gutes Ergebnis sein.
Denn vielleicht war der Nutzen tatsächlich zu gering.
Oder der Preis zu hoch.
Eine faire Argumentation respektiert diese Entscheidung.
Eine hilfreiche Übung:
Formuliere deine Botschaft zunächst aus deiner Perspektive.
Zum Beispiel:
„Wir möchten unser neues System einführen.“
Dann aus Sicht des Gegenübers:
„Was verändert sich für mich, wenn dieses System kommt?“
Und anschließend:
„Warum könnte ich das wollen?“
Jetzt entsteht Nutzenargumentation.
Schwach:
„Unsere neue Plattform verfügt über eine zentrale Datenstruktur.“
Besser:
„Alle relevanten Informationen liegen an einem Ort.“
Noch stärker:
„Dadurch musst du Informationen weniger in mehreren Systemen suchen und kannst Entscheidungen schneller vorbereiten.“
Vom Merkmal zur Bedeutung.
Statt:
„Wir brauchen eine längere Vertragslaufzeit.“
könnte es heißen:
„Eine längere Laufzeit gibt uns Planungssicherheit. Dadurch können wir den Preis stabil halten und Ressourcen verbindlich für euch reservieren.“
Jetzt wird deutlich:
Was will ich?
Warum?
Und welchen möglichen Nutzen hat die andere Seite?
Statt:
„Wir müssen die Zuständigkeiten neu verteilen.“
klarer:
„Wenn jede Entscheidung weiterhin über drei Ebenen läuft, verlieren wir Zeit. Klare Zuständigkeiten geben euch mehr eigenen Entscheidungsspielraum und reduzieren Rückfragen.“
Das ist mehr als eine Anweisung.
Es erklärt die Bedeutung.
Auch hier kann Nutzenargumentation helfen.
Statt:
„Du musst mir besser zuhören.“
vielleicht:
„Wenn wir beide ausreden können, verstehen wir schneller, worum es eigentlich geht, und kommen eher zu einer Lösung.“
Die Botschaft bleibt klar.
Sie öffnet zusätzlich eine gemeinsame Perspektive.
Manchmal entsteht der stärkste Nutzen auf gemeinsamer Ebene.
Nicht:
„Was hast du davon?“
Sondern:
„Was gewinnen wir gemeinsam?“
Zum Beispiel:
mehr Vertrauen.
weniger Reibungsverluste.
schnellere Entscheidungen.
bessere Zusammenarbeit.
geringere Risiken.
Das ist besonders hilfreich, wenn Interessen weniger gegeneinander stehen, als es zunächst scheint.
„Wir sitzen doch alle im selben Boot.“
Vielleicht.
Vielleicht sitzen einige in der ersten Klasse und andere neben dem Maschinenraum.
Gemeinsamer Nutzen sollte weniger behauptet als geprüft werden.
Wer trägt Aufwand?
Wer bekommt Vorteile?
Wer trägt Risiken?
Je ehrlicher diese Fragen beantwortet werden, desto glaubwürdiger wird die Argumentation.
Menschen entscheiden weniger ausschließlich nach praktischem Vorteil.
Manchmal geht es darum:
Was ist fair?
Was entspricht unseren Werten?
Welche Art von Unternehmen wollen wir sein?
Welche Entscheidung kann ich mit meiner Haltung vertreten?
Dann ist Nutzen weniger:
„Was bringt mir das?“
Mehr:
„Was ermöglicht mir diese Entscheidung, das mir wichtig ist?“
Ein Nutzen kann sehr sachlich sein.
Zeit sparen.
Kosten reduzieren.
Risiken senken.
Er kann ebenso emotional sein.
Sicherheit.
Zuversicht.
Stolz.
Freiheit.
Entlastung.
Das bedeutet weniger, Emotionen künstlich zu erzeugen.
Es bedeutet:
Menschen erleben die Folgen von Entscheidungen.
Diese Ebene darf angesprochen werden.
Wenn du den Nutzen weniger sicher kennst, frage.
„Was wäre für dich daran besonders wichtig?“
„Was würde diese Veränderung für dich erleichtern?“
„Was müsste dabei herauskommen, damit es sich für dich lohnt?“
„Was wäre dein größtes Bedenken?“
Solche Fragen liefern häufig bessere Argumente als langes Nachdenken am eigenen Schreibtisch.
Du denkst:
Der Kunde will Zeit sparen.
Er sagt:
„Zeit interessiert mich weniger. Ich möchte weniger Fehler.“
Gut.
Jetzt weißt du mehr.
Eine vorbereitete Argumentation darf sich verändern.
Das ist weniger Schwäche.
Es ist Kommunikation.
Gerade Experten neigen dazu, viel zu erklären.
Sie kennen ihr Thema.
Und erzählen:
Funktion eins.
Funktion zwei.
Funktion drei.
Funktion vier.
Das Publikum denkt irgendwann:
„Schön. Und jetzt?“
Eine gute Regel:
Nach einer wichtigen Eigenschaft frage:
„Was bedeutet das konkret für mein Gegenüber?“
Wenn du darauf keine gute Antwort hast, braucht die Eigenschaft vielleicht weniger Raum.
Manchmal brauchst du weniger zehn Argumente.
Ein wirklich relevantes Nutzenargument kann stärker sein.
Wenn du weißt:
Genau das ist für diese Person entscheidend.
Dann konzentriere dich darauf.
Das ist weniger rhetorische Vereinfachung.
Es ist Priorisierung.
Du kannst ein Argument mehrfach weiterführen.
Zum Beispiel:
„Das System automatisiert die Auswertung.“
Und was bedeutet das?
„Du sparst manuelle Arbeit.“
Und was bedeutet das?
„Dein Team gewinnt Zeit.“
Und was bedeutet das?
„Ihr könnt euch stärker auf komplexe Kundenfälle konzentrieren.“
Jetzt bist du vom technischen Merkmal bei einer strategisch relevanten Bedeutung angekommen.
Sie klingt manchmal egoistisch.
Ich finde sie ausgesprochen nützlich.
Nicht jede Entscheidung muss persönlichen Vorteil erzeugen.
Doch Menschen dürfen verstehen:
Warum soll ich zustimmen?
Warum soll ich mich engagieren?
Warum soll ich etwas verändern?
Warum soll ich dieses Risiko eingehen?
Wer darauf eine ehrliche Antwort hat, kommuniziert klarer.
Vor einem wichtigen Gespräch oder einer Präsentation frage:
1. Was möchte ich erreichen?
2. Was ist meinem Gegenüber wichtig?
3. Welche konkrete Bedeutung hat mein Vorschlag für diese Person?
4. Welche Nachteile oder Kosten entstehen?
5. Welcher Nutzen ist belegt und welcher lediglich vermutet?
6. Was könnte mein Gegenüber völlig anders bewerten als ich?
7. Welche Frage sollte ich stellen, bevor ich weiter argumentiere?
Die letzte Frage verhindert viele unnötige Monologe.
Empathie bedeutet hier weniger:
„Ich weiß, was du brauchst.“
Sondern:
„Ich versuche, deine Perspektive zu verstehen.“
Und Realitätssinn bedeutet:
„Ich verspreche dir weniger einen Nutzen, den mein Angebot kaum liefern kann.“
Beides zusammen schafft Glaubwürdigkeit.
Dann kann etwas Interessantes passieren.
Vielleicht liegt es weniger an deiner Formulierung.
Vielleicht ist dein Angebot für diesen Menschen tatsächlich wenig relevant.
Auch das ist Erkenntnis.
Du kannst dann:
nachfragen.
anpassen.
eine andere Option anbieten.
oder akzeptieren:
Hier passt es gerade weniger.
Nicht jedes Nein braucht eine bessere Argumentation.
Das ist für mich der entscheidende Punkt.
Ein Argument soll Informationen und Perspektiven liefern.
Es darf überzeugen.
Doch es sollte weniger die Entscheidungsfähigkeit des anderen umgehen.
Die stärkste Nutzenargumentation hilft einem Menschen zu erkennen:
Was bedeutet diese Option für mich?
Dann kann er entscheiden.
Deshalb finde ich das Thema weit interessanter als eine Verkaufstechnik.
Es ist eine Übung in Perspektivwechsel.
Du verlässt für einen Moment:
deine Idee.
deinen Wunsch.
deine Begeisterung.
Und fragst:
Wie sieht die Sache von dort drüben aus?
Manchmal verändert das weniger ausschließlich deine Argumentation.
Es verändert sogar deinen Vorschlag.
Dann hat der Perspektivwechsel besonders viel bewirkt.
Vielleicht hast du das beste Produkt.
Die klügste Idee.
Die richtige Entscheidung.
Oder eine wirklich gute Empfehlung.
Für dein Gegenüber beginnt die Sache trotzdem mit einer anderen Frage:
Warum ist das für mich relevant?
Wer darauf eine klare, faire und tragfähige Antwort geben kann, braucht weniger rhetorische Tricks.
Er verbindet seine Idee mit der Wirklichkeit des anderen.
Und genau darin liegt die Stärke guter Nutzenargumentation:
Weniger überzeugen um jeden Preis.
Mehr Bedeutung sichtbar machen.
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Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:
Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
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Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.
Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.
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Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 1. März 2015
Überarbeitung: 02. Mai 2026
Als positive Absicht wird der Vorteil oder der Gewinn bezeichnet, der hinter einer Verhaltensweise oder einer Situation steckt. Die positive Absicht kann bewusst oder auch unbewusst sein.
Menschen machen mitunter Dinge, die sie und andere schädigen, obwohl eine positive Absicht dahinter steckt. So gut wie jedem Verhalten kann eine positive Absicht unterstellt werden. Selbst Drogen, wie Nikotinmissbrauch, werden konsumiert, weil damit eine Absicht verfolgt wird. Nur halten die eingeschlagenen Wege nicht immer, was sie versprechen. Wer sich von einem einschränkenden Denk- und Verhaltensmuster lösen will, sollte die positive Absicht im Auge behalten.
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Wo Wissen allein weniger weiterführt, beginnt die individuelle Arbeit.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #371
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